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PRAXISHILFEN An diese

PRAXISHILFEN An diese Punkte müssen Sie nach einem Arbeitsunfall in Ihrem Betrieb unbedingt denken In Ihrem Unternehmen ist ein Arbeitsunfall passiert. Ersthelfer und Notarzt waren schnell vor Ort, der Verletzte wurde medizinisch versorgt und ist bereits beim Durchgangsarzt oder im Krankenhaus. Gut, wenn die Rettungskette in Ihrem Unternehmen einwandfrei funktioniert. Doch damit ist die Sache für Sie als Arbeits- und Gesundheitsschützer noch nicht vorbei, denn jeder Arbeitsunfall bringt Nacharbeiten und Folgeaufgaben mit sich. Je nach Unfallhergang und -schwere ist nach der Versorgung des Verletzten nicht nur Papierkram zu erledigen, sondern Sie müssen sich auch um den Unfallort, die Kollegen und das Klären der Unfallursache kümmern. Die nachfolgende Checkliste gibt Ihnen eine detaillierte Übersicht der wichtigsten Punkte, die Sie beim Nacharbeiten eines Arbeitsunfalls nicht vergessen dürfen. FK Checkliste: Wurden diese Folgeaufgaben nach einem Unfall erfüllt? Wurden – sofern nicht andere Anordnungen, etwa der Polizei, dem entgegenstehen – die direkten Unfallfolgen beseitigt, wie z. B. Scherben, ausgelaufene Flüssigkeiten, heruntergefallene Materialien? Wurden die vom Unfallopfer benutzten Werkzeuge und anderen Arbeitsmittel, ggf. auch benutzte Schutzausrüstungen, eingesammelt und verräumt? Wurde geprüft, ob die Arbeit, z. B. an einer Maschine, wieder aufgenommen werden kann oder ob mit der Freigabe so lange gewartet werden muss, bis die Unfallursache geklärt ist? ❏ Ja ❏ Ja ❏ Ja ❏ Nein ❏ Nein ❏ Nein Müssen die Angehörigen informiert werden und fühlt sich auch tatsächlich jemand dafür verantwortlich und kümmert sich darum? ❏ Ja ❏ Nein Wurde der Unfall ins Verbandbuch eingetragen? ❏ Ja ❏ Nein Ist der Eintrag im Verbandbuch vollständig vorgenommen mit Namen des Verletzten, Ort und Zeitpunkt des Unfalls, Art der Verletzung, Art und Zeitpunkt der durchgeführten Erste-Hilfe-Maßnahmen, Namen der Ersthelfers und ggf. Zeugen? ❏ Ja ❏ Nein Ist der Arbeitsunfall meldepflichtig (ab 3 Tage Arbeitsunfähigkeit)? ❏ Ja ❏ Nein Wurde ein meldepflichtiger Unfall der Berufsgenossenschaft und der Arbeitsschutzbehörde gemeldet? ❏ Ja ❏ Nein Sind die verwendeten Erste-Hilfe-Kästen wieder an ihrem Platz? ❏ Ja ❏ Nein Wurden benutzte Erste-Hilfe-Kästen geprüft und ggf. nachgefüllt und, je nach Bedarf, auch gereinigt? ❏ Ja ❏ Nein Gibt es Kollegen, die den Unfall miterlebt haben, und werden diesen Personen Möglichkeiten zur psychologischen Unterstützung angeboten, um traumatischen Symptomen vorzubeugen? Wenn bei Ausfall des Unfallopfers eine Vertretung gefunden werden muss: Ist die Vertretung ausreichend qualifiziert? Wird sie vor Arbeitsbeginn unterwiesen? Ist für sie eine geeignete Schutzausrüstung vorhanden? ❏ Ja ❏ Ja ❏ Nein ❏ Nein Wird der Unfall betriebsintern untersucht? ❏ Ja ❏ Nein Sind an der Unfallanalyse die unmittelbaren Vorgesetzten des Unfallopfers und die Fachkraft für Arbeitssicherheit beteiligt? ❏ Ja ❏ Nein Wird dabei der Arbeitsplatz besichtigt? ❏ Ja ❏ Nein Werden die Kollegen zum Unfallhergang befragt, und haben die Beschäftigten die Möglichkeit, sich zum Unfallgeschehen offen zu äußern? ❏ Ja ❏ Nein Wird der Betriebsrat bei der Unfalluntersuchung einbezogen? ❏ Ja ❏ Nein Wird bei unklarer Unfallursache, bei wiederholten gleichartigen Unfällen oder bei besonders schweren Unfällen die Unterstützung durch Experten, z. B. des Unfallversicherungsträgers, gesucht? ❏ Ja ❏ Nein Wird die Gefährdungsbeurteilung des Arbeitsplatzes in die Hand genommen und anhand der Unfallursache kritisch hinterfragt? ❏ Ja ❏ Nein Werden festgestellte Mängel unverzüglich behoben? Wird ermittelt, ob und welche Schutzmaßnahmen auf welche Art und Weise verschärft oder anderweitig verändert werden müssen? ❏ Ja ❏ Nein Wird der Unfall in der nächsten Sicherheitsunterweisung thematisiert? Geht der Unfall in betriebsinterne Unfallstatistiken ein? ❏ Ja ❏ Nein 6

LESERFRAGEN „Haushaltsgeräte für Verbraucher im Betrieb nutzen?“ Frage: „In unserem Betrieb steht in einem Nebengebäude eine Waschmaschine, die für bestimmte Reinigungsaufgaben ab und zu benutzt wird. Es handelt sich um ein ganz normales Haushaltsgerät, keine gewerbliche Waschmaschine wie in einer Wäscherei. Nun meint ein Kollege, dass wir eine solche Maschine im Betrieb eigentlich gar nicht benutzen dürften, da eine Haushaltswaschmaschine nicht unter die Maschinenrichtlinie fallen würde. Hat mein Kollege damit recht?“ Antwort: Ihr Kollege hat insofern recht, als für den häuslichen Gebrauch bestimmte Haushaltsgeräte, die nicht für die industrielle Anwendung vorgesehen sind, tatsächlich nicht unter die Maschinenrichtlinie (2006/42/ EG) fallen, sondern unter die Niederspannungsrichtlinie (2006/95/ EG). Andererseits hat Ihr Kollege nicht recht, da auch eine solche Waschmaschine in bzw. von einem Gewerbebetrieb eingesetzt werden darf, wenn sie den Sicherheitsanforderungen entspricht und über eine CE- Kennzeichnung sowie eine Betriebsanleitung verfügt. Genauso dürften Sie z. B. einen ganz normalen Haushaltsgeschirrspüler anschaffen, wenn er lediglich für eine Teeküche vorgesehen ist und nicht für den gewerbsmäßigen Dauerbetrieb in einer Großküche. Nur weil der Käufer ein Gewerbebetrieb ist, muss er nicht zwangsläufi g ein „gewerbliches“ Gerät kaufen. Es kommt hier auf den konkreten Einsatzzweck an. Entscheidend ist, dass n ein solches Haushaltsgerät so genutzt wird, wie vom Hersteller vorgesehen, n die Sicherheitshinweise des Herstellers beachtet werden und dass n die Arbeitsschutzanforderungen wie Gefährdungsbeurteilung und Prüfpflichten genauso erfüllt werden wie bei einem Profigerät. Allerdings könnten sich beim Einsatz außerhalb eines Privathaushaltes die Garantiebedingungen ändern; das müsste dann den Herstellerunterlagen zu entnehmen sein. Heikel könnte es auch werden, wenn Sie z. B. Haushaltswaschmaschinen und gewerbliche Waschmaschinen nebeneinander betreiben und es zu Fehlbedienungen kommt. Denn statt mit 230 V laufen die gewerblichen Maschinen oft mit Drehstrom oder haben zusätzliche Anschlüsse, z. B. für Warmwasser usw. Hier wären dann sorgsame Anweisungen, wann und wozu welche Maschine verwendet werden soll, unverzichtbar. FK Erfolgreiche Inklusion im Unternehmen: So lernen Sie von bewährten Praxisbeispielen Immer wieder tauchen Fragen auf, wie Mitarbeiter mit einer Einschränkung, z. B. nach einem schweren Unfall, wieder an ihrem Arbeitsplatz integriert werden können. Im REHADAT-Portal „Gute Praxis“ finden Sie dazu hunderte erfolgreiche Beispiele und Anregungen. Ob man es Behinderung nennt, eine körperliche oder geistige Beeinträchtigung, ob es um die Folgen chronischer Erkrankungen geht oder eines Unfalls, gibt es unzählige Gründe, warum Mitarbeiter mit Einschränkungen leben müssen. Etwa 17 Millionen Menschen in Deutschland leben mit gesundheitlichen Problemen, die ihren Lebensalltag einschränken. Viele davon sind im erwerbsfähigen Alter. In Betrieben und Unternehmen weiß man oft noch zu wenig um die Möglichkeiten, für Menschen mit Einschränkungen Arbeitsplätze zu schaffen oder einen Arbeitsplatz zu erhalten, auch wenn ein Mitarbeiter dauerhaft erkrankt. Hier setzt das REHADAT-Portal an. In einer gut sortierten Datenbank lässt sich von Adipositas bis zu Zwerchfellbruch recherchieren. Die Fülle an Beispielen erfolgreicher Inklusion ist beeindruckend, z. B. findet man: n 108 Beispiele „Guter Praxis“ zu Maßnahmen an Arbeitsplätzen für Mitarbeiter mit Einschränkungen im Hören n 118 Beispiele zu Maßnahmen für Mitarbeiter mit Gehbehinderung n 50 Beispiele für eine Gestaltung von Arbeitsplatz und Arbeitsorganisation für Menschen mit einer Einschränkung im Lesen Menschen mit einer Einschränkung bzw. Behinderung muss die Teilnahme an der Arbeitswelt nicht verwehrt bleiben. Mit einer behinderungsgerechten Arbeitsgestaltung ermöglichen Sie einen Einstieg oder Verbleib im Beruf. Viele Anregungen dazu und zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM) in Ihrem Unternehmen finden Sie auf www.rehadat-gutepraxis.de FK IMPRESSUM • Erscheint monatlich bei mediaforwork, einem Unternehmensbereich der VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, Theodor-Heuss- Str. 2–4, 53177 Bonn, Telefon: 02 28 / 9 55 499, Fax: 02 28 / 36 96 486, Internet: www.mediaforwork.de, E-Mail: kundendienst@mediaforwork.de • ISSN 2193-2913 • Vorstand: Helmut Graf, Guido Ems, Frederik Palm • Erscheinungsweise: 26 x pro Jahr • Heraugeber: Martin Grashoff, Bonn • Chefredakteur: Friedhelm Kring (FK), Allensbach • Redakteur: Jürgen Loga (JL) • Verlagsleitung: Martin Grashoff, Bonn • Bereichsleitung: Peter Strohbach, Bonn • Produktmanagement: Sonja Heynen-Pianka, Bonn • Layout: André Provedel, Aachen • Satz: Design by Salanowski, Hennef • Druck: Paul Schürrle GmbH & Co. KG, Stuttgart • Alle Angaben in „UNTERWEISUNG professionell“ wurden mit äusserster Sorgfalt ermittelt und überprüft. Sie basieren jedoch auf der Richtigkeit uns erteilter Auskünfte und unterliegen Veränderungen. Eine Gewähr kann deshalb nicht übernommen werden. • © 2017 by mediaforwork, ein Unternehmensbereich der VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, Bonn, Bukarest, Johannesburg, London, Madrid, Manchester, Melbourne, Paris, Warschau. 7