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LA KW 07

(iep) Passend zum

(iep) Passend zum Jahresthema der Bücherei Landeck, „Können Philosophie und Literatur auf brennende Fragen unserer Gesellschaft Antworten geben“, wurde das Gaismair- Jahrbuch 2017 mit interessanten Schwerpunkten präsentiert. Seit 17 Jahren werden in den Gaismair-Jahrbüchern gesellschaftspolitische und zeithistorische Themen kritisch diskutiert. Dass Menschen sich zu Wort melden, sich eine Meinung bilden und Stellung beziehen, findet Kulturreferent Jakob Egg, der die Präsentation eröffnete, sehr positiv. „Wo stehe ich, und wo nicht?“ – diese Frage müsse sich jeder selber stellen. Demokratische Grundbedingungen im Bewusstsein zu halten ist ein Hauptanliegen der Gaismair-Jahrbücher. Die Schwerpunkte des aktuellen wurden von den Herausgebern Dr. Horst Schreiber, Mag. Elisabeth Hussl und Mag. Martin Haselwanter vorgestellt. Verschiedene Autoren berichten zum Schwerpunkt „Positionierungen: Meinungsfreiheit, Menschenrechte und Religionskritik“. Neben Beiträgen zu „Antisemitismus und Islamfeindlichkeit im 21. Jh.“ und „Menschenrechtsverletzungen im Namen von Religion und Tradition“ befasst sich Haselwanter in seinem Artikel „Nun sag’s, wie hast du’s mit der Religion“ (Goethes sogenannte Gretchenfrage) mit der politisch Linken und dem Islam. Die Wiederbelebung der Religion stelle die Bevölkerung vor eine große Herausforderung. Über „Antiziganismus“, eine weit verbreitete spezifische Form des Rassismus, berichtete Hussl. Obwohl diesem Thema heute etwas mehr mediale Ermunterung, kritisch zu sein Gaismair-Jahrbuch „Trotz alledem“ in Landeck präsentiert Herausgeber des Gaismair-Jahrbuchs: Martin Haselwanter, Elisabeth Hussl und Horst Schreiber (v. l.; nicht im Bild: Monika Jarosch). RS-Foto: Pfurtscheller Öffentlichkeit zukäme, mangle es nach wie vor an Bewusstsein und Sensibilität. Der Antiziganismus richtet sich gegen Menschen, die als „Zigeuner“ wahrgenommen und stigmatisiert werden. Besonders die Bevölkerungsgruppen der Roma und Sinti sind davon betroffen. Nach wie vor gäbe es auch in Österreich Diskriminierungen von als Zigeuner wahrgenommener Personen. „Antiziganistische Stereotype und Vorurteile wie die Rede von ‚organisierten Bettelbanden‘ der sogenannten ‚Bettelmafia‘ bestimmen den öffentlichen Diskurs über ArmutsmigrantInnen in Österreich“, formliert Hussl in ihrer Einleitung zu diesem Schwerpunkt. PFLEGE- UND HEILAN- STALT HALL IN DER NS-ZEIT. Über den Schwerpunkt „Psychiatrie: Missachtung und Anerkennung des Anspruchs auf Einzigar- tigkeit“ informierte Schreiber in einem ausführlichen Bericht. Die öffentliche Erinnerung an ermordete Menschen mit Behinderung und psychischen Problemen setzte in Tirol, wie in ganz Österreich, erst spät ein. Gründe dafür seien neben dem üblichen Verdrängen und Leugnen der Verbrechen im Nationalsozialismus auch die Scham und die Schande gegenüber Menschen, die als Idioten und Krüppel gesehen wurden. Die Umstände der Ermordung von 360 Menschen der Heilund Pflegeanstalt Hall zwischen 1940 und 1942 kommen im Gaismair-Jahrbuch 2017 ausführlich zur Sprache. Maßgeblich dazu beigetragen hat der His toriker Oliver Seifert, der auch bei der Aufarbeitung der Lebensverhältnisse von Haller PatientInnen eine zentrale Rolle übernahm. Menschen mit psychischer oder physischer Beeinträchtigung waren davon ebenso betroffen wie asoziale, nicht genug angepasste Personen. Menschen aus den Versorgungsheimen von Imst und Nassereith sowie 21 Personen aus dem Versorgungsheim Ried wurden nach Hall überführt und von dort weiter nach Hartheim in Oberösterreich, wo sie mit Giftgas ermordet wurden. Die Beendigung 1941 kam auch durch Initiativen aus Tirol zustande. „Wichtig ist das Handeln einzelner Menschen“, bekräftigte Schreiber. Der letzte Transport aus Hall fand im August 1942 statt. In den folgenden Jahren wurde in der „dezentralen Euthanasie“ weiter gemordet. Durch Einsparungen, weniger Personal, Mangelversorgung kamen viele PatientInnen ums Leben. Der Kostenfaktor Mensch stand im Vordergrund. „Was ist ein Mensch und was kostet er.“ Beiträge dazu sowie zu weiteren aktuellen Themen finden sich im Gaismair- Jahrbuch 2017. RUNDSCHAU Seite 28 15./16. Februar 2017

(lisi) Die Sängerrunde Ischgl sieht ihre Aufgabe in der Pflege sakraler und profaner Chormusik. Im Repertoire finden sich österreichische Volkslieder ebenso wie die exotischer Kulturen oder spiritueller Gesang. Der aus 48 Mitgliedern bestehende Verein unter Obfrau Gertrud Ganahl ist seit der Gründung vor über 30 Jahren Mitglied des Tiroler Sängerbundes. 1986 wurde die Sängerrunde Ischgl aus den Mitgliedern des damaligen Kirchenchores gegründet und als Verein angemeldet. Seither werden Feierlichkeiten umrahmt: „Wir wirken bei sämtlichen kirchlichen und weltlichen Feierlichkeiten mit“, informiert Gründer Erich Wechner. Über ihn hat übrigens Dr. Walter Köck in einem Buch einmal geschrieben: „Ich glaube, er besteht nur aus Musik.“ Im Jahr 2015 waren es 73 Zusammenkünfte (ohne Teilproben), musikalisch gestaltet werden sämtliche Begräbnisse in Ischgl, auch während der stressigen Wintersaison. „Diese Teilnahme an den zahlreichen Die Urkunde des Wertungssingens hängt im Alten Widum in Ischgl – hier hat die Sängerrunde Ischgl ihren Proberaum. RS-Foto: Zangerl „Pour ung plaisir“ (dgh) Ein Chorkonzert auf höchstem Niveau fand am 28. Jänner in der Gotischen Halle von Schloss Landeck statt. Das elfköpfige Oberländer Ensemble unter der Leitung von Andreas Egger singt Chorwerke unterschiedlichster Stilrichtungen. Erweitert wird das Ensemble um das „Blasius Amon Consort“. In der Gotischen Halle 15./16. Februar 2017 Proben ist in einem Tourismusort wie Ischgl während der Wintersaison nicht selbstverständlich – es freut mich sehr, dass sich die Mitglieder hierfür Zeit nehmen, damit wir ein gemeinsames Ziel erreichen“, ist Wechner stolz. Und auch in sozialer Hinsicht ist der Verein engagiert: Bei der Benefizveranstaltung zugunsten der Tumorforschung von Primar Dr. Ewald Wöll „Bands for Charity“ am 11. September des Vorjahres leistet die Sängerrunde Ischgl einen Spendenbeitrag in Höhe von 2.000 Euro (insgesamt wurden 6.000 Euro übergeben), auch beim Adventmarkt wirkte die Sängerrunde Ischgl mit. Konzerte werden auch in anderen Gemeinden gegeben, beim Bezirkssingen im Juni des Vorjahres wirkten die Ischgler ebenfalls mit. „VERSUCHEN AUCH AFRI- KANISCHES ODER SPIRITU- ELLES“. Die musikalisch vielfältige Sängerrunde hat ein breites Repertoire: „Von lateinischen oder deutschen Messen über das alpenländische Volksliedgut in geistlicher und weltlicher Form probieren wir uns auch in afrikanischen Gesangsstücken oder Spirituellem“, erzählt der Chorleiter; und: „Wir verfügen auch über ein Liedgut mit Liedern „VocalCube“ in Schloss Landeck „Der Weg ist das Ziel“ Die Sängerrunde Ischgl besteht seit mehr als 30 Jahren Die Sängerrunde Ischgl erreichte beim Gesamttiroler Wertungssingen das Prädikat „Sehr gut“ (Stufe B). Foto: Tiroler Sängerbund wurde „Pour ung plaisir“ des Komponisten Blasius Amon Tyrolensis aufgeführt – er war Sängerknabe in der Hofkapelle Erzherzog Ferdinand II. von Tirol auf Schloss Ambras. Nach einer Studienreise nach Venedig galt er als erster Komponist, der die venezianische Mehrchörigkeit in den Norden brachte. von Komponisten des 21. Jahrhunderts.“ Kooperiert wird z. B. mit einer Bläsergruppe der MK Ischgl, mit der gemeinsam des öfteren Gottesdienste gestaltet werden, erzählt der passionierte Musiker Erich Wechner. Ein solcher ist auch Philipp Stark, der den Chor an der Orgel unterstützt. „DIESE PROBENARBEIT BRINGT AM MEISTEN.“ Am 12. November hat die Sängerrunde Ischgl NEU NEU NEU am 6. Gesamttiroler Wertungssingen des Tiroler Sängerbundes (Nord- und Südtirol) teilgenommen. Die intensive Probenarbeit stellte Chorleiter Erich Wechner unter das Motto „Der Weg ist das Ziel“: „Es geht uns nicht nur um die Wertung – die Probenarbeit bringt uns am meisten.“ Und es lohnte sich: In der Stufe B erreichten die Ischgler das Prädikat „Sehr gut“, die Bewertung nahm eine internationale sechsköpfige Jury vor. TOP 12 Von 17.02 bis 23.02 Fr Sa So Mo Di Mi Do Ballerina Ab 6J 15:50 15:50 15:50 15:35 15:35 15:35 15:50 90 min Fifty Shades of Grey Gefährliche Liebe 16:00 16:00 16:00 16:00 16:00 16:00 16:00 Ab 16J 18:35 18:35 18:35 18:35 18:35 18:35 18:35 115 min 20:00 20:00 20:00 20:00 20:00 20:00 20:00 21:00 21:00 21:00 21:00 21:00 21:00 21:00 John Wick: Kapitel 2 Ab 16J 18:15 18:15 18:15 18:15 18:15 18:15 18:15 122 min 20:40 20:40 20:40 20:40 20:40 20:40 20:40 Plötzlich Papa! 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