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S PORT „Nach der

S PORT „Nach der Saison, ist vor der Saison“ Zirl-Obmann Pepi Baumann im RS-Gespräch über die abgelaufene Saison und die Planungen für die kommende Spielzeit (fly) Während sich die Play-Off-Teilnehmer Kundl, Kufstein, Brixen und Wattens gerade in der heißesten Phase der Saison befinden, liegt in Zirl der Fokus bereits auf die Spielzeit 2017/18. Was die „Gunners“ planen, und wie der Rückblick auf eine Elite- Liga-Saison mit acht Siegen – darunter zwei Derbyerfolgen über Silz – ausfällt, verrät „Oberkanonier“ Pepi Baumann im Gespräch mit der RUNDSCHAU. RUNDSCHAU: Pepi, am Ende ist es der sechste Platz geworden. Wie fällt dein Saisonresümee aus? Pepi Baumann: Es war eine Saison mit Höhen und Tiefen. Einerseits haben wir uns etwas mehr erwartet, andererseits haben wir unser Minimalziel, Platz sechs und vor Silz zu liegen, erreicht. Im Großen und Ganzen war`s ganz gut. Auch unter dem Aspekt, dass wir das geringste Budget aller Elite-Liga-Teams haben. Zudem haben wir bis auf Kundl jede Mannschaft zumindest einmal geschlagen. RS: Warum hat es letztlich nicht für` s Play-Off gereicht? Baumann: Es hat uns etwas die Konstanz gefehlt. Vor allem mit den Dienstagsspielen hatten wir unsere Probleme. Da war die Regenerationszeit zwischen den Matches oftmals zu kurz. Und natürlich haben auch die Verletzungen eine Rolle gespielt. Bei der enge unseres Kaders, schmerzt jeder Ausfall doppelt. RS: Wann beginnen die Planungen für nächste Saison bzw. in welche Richtung gehen diese? Baumann: Die haben im Grunde schon begonnen. Ganz nach dem Motto: „Nach der Saison, ist vor der Saison“. Nach derzeitigem Stand werden wir mit einem Team in der Eliteliga und einem in der Landesliga antreten. Vor allem für die jungen Spieler ist die Landesliga ein ideales Sprungbrett. RS: Weil wir schon beim Thema sind: Was tut sich auf dem Spielersektor? Bleibt Ben Payne, seines Zeichens zweitbester Scorer der Liga, Zirl erhalten? Baumann: Ben ist uns im Wort. Das sollte passen. Ansonsten wollen wir den Stamm der Mannschaft halten und den Weg mit dem eigenen Nachwuchs weitergehen. Vielleicht kommt der eine oder andere Spieler dazu. RS: Das wird auch die beiden Trainer freuen. Nehmen Martin Höller und Heinz Thielmann auch kommende Saison auf der Betreuerbank Platz? Baumann: Definitiv ist noch nichts. Aber im Grunde passt es. Martin ist ja auch unser sportlicher Ben Payne ist das Um und Auf im Zirler Spiel. Auf das Konto des Kanadiers gehen 14 Tore und 25 Assists. Fotos: Alex Dosch Leiter. Und wie sich die Aufgaben zwischen ihm und Heinz aufteilen, wird sich weisen. Das entscheiden die beiden. RS: Werfen wir nochmal einen Blick zurück: Was war dein Saison- Highlight? Baumann: Mit Sicherheit der Sieg über Kufstein. Aber auch die Tatsache, dass wir Spiele abgeliefert haben, wo man gesehen hat, was die Mannschaft zu leisten im Stande ist. RS: Und der negative Höhepunkt war? Baumann: Die ständigen Auf und Abs und vor allem die Verletzung von Martin Sturm. RS: Nach einem Spiel gibt es immer den „Man of he Match“. Wer ist aus deiner Sicht „The Man of the Season“? Baumann: Ui, da gibt`s mehrere Kandidaten. Natürlich zählt ein Ben Payne dazu. Aber auch ein Peter Kniebügel, der gerade gegen Saisonende hin, immer besser in Form gekommen ist. Oder auch so unermüdliche Rackerer wie ein Sebastian Schmid oder ein Michael Bonetti. Dessen Art Eishockey zu spielen… Da macht es einfach Spaß zuzuschauen. Aber auch die Jungen haben überzeugt. Baumann: Ganz klar Lukas Riedl. Er hat sich zu einer fixen Größe etabliert, hat fast alle Spiele bestritten und ist zu einem super Verteidiger gereift. RS: Von den „Youngsters“ zu den ganz Jungen. Die „Gunners“ sind auch im Nachwuchsbereich sehr engagiert. Was gibt es von den „Kanonieren der Zukunft“ zu berichten? Baumann: Wir haben heuer erstmalig mit dem Schulsport begonnen. Zudem sind wir nahezu der einzige Verein in Tirol, der ein Ganzjahrestraining anbietet. Vor allem bei den Kleinsten ist es enorm wichtig, dass sie so oft als möglich am Eis stehen. In die kommende Saison gehen wir mit einer U-10, U-12 und U-17-Mannschaft. RS: Was den „Großen“ nicht gelungen ist, hat die U-16-Mannschaft heuer geschafft. Baumann: Richtig! Die hat als Zweiter des Grunddurchgangs das Play-Off erreicht und spielt aktuell gegen die SPG Kitzbühel/St. Johann um den Finaleinzug. RS: Thema Finale: Die letzte Frage. Wer holt sich den Titel in der Elite- Liga? Baumann: Das ist eine schwere Frage. Ich glaube fast, dass es Kufstein macht. Einer der Aufsteiger der Saison: Lukas Riedl. Michael Bonetti, einer der Eishockey arbeitet. RS: Apropos Jungen: Wer ist der „Rookie“, der Aufsteiger der Saison? Das Gespräch führte Alex Dosch RUNDSCHAU Seite 32 15./16. Februar 2017

Die „wilde Henne“ und ihr Hang zu Edelmetall Nach Gold und Silber bei Junioren-Weltmeisterschaften kürt sich Stephanie Venier zur Abfahrts-Vize-Weltmeisterin (fly) 2013 bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Le Massif Gold im Super-G und Silber in der Abfahrt. Ein Jahr später im Super- G von Jasna erneut Silber. Stephanie Venier hat schon früh ihr Faible für Edelmetall entdeckt. Da wollte sie sich auch bei ihrer ersten WM bei den „Großen“ nicht bremsen lassen. Die „wilde Henne vom Ranggerköpfl“ raste in der Abfahrt sensationell zum Vize-Weltmeistertitel. Der offizielle Empfang für Stephanie Venier findet am Donnerstag, dem 16. Feber, um 19 Uhr beim Liftparkplatz in Oberperfuss statt. Dabei „roch“ es schon beim ersten WM-Einsatz ganz stark nach Edelmetall. Gerade mal 41 Hundertstel fehlten im Super-G auf die „Bronzene“ Lara Gut. Dies noch dazu mit einer nicht ganz perfekten Fahrt. „Bis auf zwei Fehler war ich extrem zufrieden. Aber lieber werde ich mit Fehlern Siebte, als ich lande ohne irgendwo hinten“, wollte sich Venier nicht lange mit einem möglichen „Hättiwari“ beschäftigen. „Viele sagen, ich hätte ohne diese Fehler neben der „Schmidi“ Platz nehmen können. Aber die Fahrt war halt nicht fehlerfrei.“ Dennoch langte es zu Rang sieben. Und dies bei ihrem WM-Debüt. Zum Vergleich: Eine Anna Veith wurde bei ihrem ersten WM-Einsatz 2009 in Val d` Isere 2009 Vierte. Lindsey Vonn kam 2004 in Santa Catarina über Rang neun nicht hinaus und Superstar Marcel Hirscher sah bei seinem ersten WM- Rennen, ebenfalls in Val d` Isere, erst gar nicht das Ziel. So wenig sich die 23-jährige über verpasstes Edelmetall ärgerte, so sehr freute sie sich mit Sensations-Weltmeisterin Nicole Schmidhofer. „Mega cool. Wir verstehen uns sehr gut, sind mittlerweile gute Freundinnen. Kurzzeitig ist es mir sogar so vorgekommen, als hätte ich selbst Gold gewonnen. So gefreut hab ich mich für sie.“ Wie überhaupt sich die Oberperferin in St. Moritz pudelwohl fühlte. „Mir hat`s richtig gut gefallen. Die Atmosphäre war ganz anders als im Weltcup. Viele Leute und das ganze Drumherum… Alles ziemlich cool.“ Zum Stimmungshoch trug natürlich auch die Nominierung für die Spezial-Abfahrt und der anschließende Sensationslauf bei. Mit Nummer sechs ins Rennen gegangen, distanzierte Venier die vor ihr gestartete Geheimfavoritin und Weltcupdritte Sofia Goggia um 12 Hundertstelsekunden. Danach begann das große Zittern. Saison- Dominatorin Ilka Stuhec war um vier Zehntelsekunden schneller, die erfolgreichste Läuferin im Weltcup- Zirkus, Lindsey Vonn, um fünf Hundertstel langsamer. Spätestens als die Nummer 28, Michelle Gisin, als Achte im Ziel abschwang, war klar: Stephanie Venier darf sich ab sofort Vize-Weltmeisterin nennen. „Ich hab schon während dem Lauf gemerkt, dass ich schnell bin. Die Sprünge gingen sehr weit. Aber dass Nach einer nahezu fehlerlosen Fahrt war der Jubel im Ziel bei Stephanie Venier groß. Foto: Kronenzeitung/Christof Birbaumer es für eine Medaille reicht…“ Entsprechend überwältigt gab sie sich beim anschließenden Interview- Marathon. „Ich bin ein bisschen sprachlos und einfach nur megahappy.“ Auf ihrem Facebook-Account postete sie ein Bild von der Flower-Zeremonie mit dem kurzen aber sehr vielsagenden Text: Danke Mama und Papa. Doch nicht nur im Hause Venier wurde ordentlich gefeiert. Der „Wahl-Oberperfer“ Beat Feuz – der Schweizer ist mit der ehemaligen Slalom-Staatsmeisterin Katrin Triendl zusammen – fuhr wenige Stunden später zu Abfahrtsgold. Somit dürfte der 12. Februar 2017 wohl als Ski-Feiertag in die Oberperfer Geschichte eingehen. Stimmen zur „Silbernen“ Einer der ersten Gratulanten war der Liechtensteiner Ex-Skirennläufer Marco Büchel. Fotos: Venier Das Siegertrio der Abfahrt: V.l. Stephanie Venier, Ilka Stuhec und Lindsey Vonn. 15./16. Februar 2017 Elias Tollinger/Skispringer: Sensationell! Es läuft bei ihr. Ich hab die Abfahrt leider nicht schauen können, weil ich selbst in Brotterode am Start war. Aber ich hab mich sehr für sie gefreut. Dass sie schnell ist, hat man ja gewusst. Aber ich glaub, dass sie nicht viele auf der Rechnung hatten. Christian Bucher/Cousin/Kicker FC Oberhofen: Ein Wahnsinn! Ich bin gewaltig stolz auf die „Letze“. Am Samstag hab ich ihr noch gesagt, dass die Nummer sechs eine Medaille macht. Erst wollte sie es nicht glauben. Danach hat sie gesagt, dass sie mir künftig mehr glaubt. Bianca Venier/Schwester/Ski Alpin: Ich bin stolz, so eine Schwester zu haben. Ich freu mich volle mit ihr. Sie hat es sich mehr als verdient. Viola Feichtner/Eisschnelllauf: Ich finde es volle lässig, dass die Stephi Zweite geworden ist. Ich freu mich total für sie. Vor allem, weil ich die Stephi ziemlich gut kenne und es mir taugt, wenn wir Oberperfer Mädels so Gas geben. Peter Abfalterer/SV Oberperfuss/ Unterstützer der ersten Stunde: Gewaltig! Ich beiß mir nur grad in den Hintern, weil ich in Gran Canaria in der Sonne liege und nicht beim Rennen dabei war. Aber angestoßen haben wir auf die Stephi. Mario Venier/Vater: Das ist eine super Sache. Gerechnet hätten wir zwar ehrlich gesagt, eher mit einer Medaille im Super-G. Aber umso schöner ist es. Man sieht, dass sich harte Arbeit im Sommer bezahlt macht. RUNDSCHAU Seite 33