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2017-1-2 ÖBM Der Österreichische Fachmarkt - BAUDER macht Dächer sicher

a k t u e l l umfrage

a k t u e l l umfrage mitglieder Forschungsverband der österreichischen baustoffindustrie Fbi Zur lage der baustoff-nation Wie wird’s? Was kommt? Was sollte kommen? Was eher nicht? Die ewigen Fragen und Wünsche zum Jahresanfang. Von den Antwortversuchen leben ganze Berufsgruppen. Doch wer kann fundiert Auskunft über die Baustoffbranche geben? Für die topmanager der acht Mitglieder des Forschungsverbandes der österreichischen Baustoffindustrie FBI gehört die seriöse Beschäftigung mit der zukunftseinschätzung zum beruflichen Alltag. Alois Fröstl hat sie um Antworten zu folgenden themen gebeten: 1. Worauf muss sich die Industrie 2017 einstellen? Was bringt das Jahr an guten und weniger guten Dingen? 2. Was sind aus der sicht der Industrie die Erfolgspotentiale des Baustoff- Fachhandels 2017? 3. Was wundert sie schon lange in unserer Branche und würden sie 2017 gerne ändern, wenn das so leicht möglich wäre? georg bursik Geschäftsführer Baumit Wopfinger Baustoffindustrie Gmbh 1. Prinzipiell ist mit einer Steigerung des Bauvolumens - vor allem im mehrgeschossigen Wohnbau - in Ballungsgebieten zu rechnen. Das bringt zwar den meisten Baustoffherstellern, ausgenommen Zement und Beton, nicht unbedingt ein wesentlich stärkeres Umsatzpotential, aber für den Baustoffhandel ist es durchaus eine Chance, von diesem gestiegen Wohnbau zu profitieren, z.B. im Bereich Sanitär. Abgesehen davon sollte es damit auch möglich sein, dass die Arbeitslosenrate am Bau zurückgeht, was wiederum der gesamten Volkswirtschaft guttut. Wenn zusätzlich noch die von unserem Bundeskanzler versprochenen 200.000 Arbeitsplätze dazukommen, sehe ich das Jahr 2017 positiv. Es darf aber nicht sein, dass diese zusätzlichen Arbeitsplätze mit neuerlichen Belastungen für Unternehmen, oder den Steuerzahler erkauft werden. 2. Erfolgreich werden jene Baustoff-Fachhändler sein, die es erstens schaffen, innovative Produkte und zusätzliche Serviceleistungen zu argumentieren und damit auch zu verkaufen. Zweitens eine hohe Effizienz in den Abläufen haben und drittens über gut ausgebildete Verkäufer verfügen. 3. Mich wundert, dass die Sanierung im Bereich der Wärmedämmung, die ja nicht nur vor Eiseskälte, sondern auch vor sommerlicher Überhitzung schützt, seit Jahren rückläufig ist, wo doch klar ist, dass die beste Energie die ist, die man gar nicht verbraucht, egal ob in Form von Heizenergie im Winter oder Kühlenergie im Sommer. y 12 | 1-2 . 2017

a k t u e l l Johann brandstetter Geschäftsführer Internorm Fenster Gmbh 1. Die im Vorjahr erwartete Stabilisierung des Fenster-/Haustürenmarktes ist 2016 voll und ganz eingetroffen, somit können wir rückblickend von einem sehr erfolgreichen Jahr unserer Vertriebspartner und Internorm Österreich sprechen. Für das heurige Jahr erwarten wir zwar eine weiterhin positive Entwicklung der Kundennachfrage – dennoch werden sich die Marktgegebenheiten wie Überkapazitäten, eine unter Druck stehende Preissituation sowie Importe von Ostware nur marginal ändern. Dies bedeutet für uns als Industrie, dass auch 2017 nur starke Allianzen zwischen Handel und Industrie gemeinsame Erfolge feiern werden. Mit diesen Partnerschaften werden wir weiterhin an einer positiven Entwicklung unserer Marktposition arbeiten und langfristig die Zusammenarbeit mit unseren Partnern intensivieren! Die Kompetenz unserer Vertriebspartner werden wir mit einem umfassenden Ausbildungsprogramm qualitativ unterstützen und fördern. 2. Die Erfolgspotenziale des Baustoff-Fachhandels sehe ich zum einen in einem weiteren Ausbau der Beratungsqualität am Kunden/POS und zum anderen im Zugang zu einem digitalisierten Markt. Digitale Marktplätze werden neue Kunden für den Baustoffhandel erschließen. 3. Nachdem wir wissen, dass begeisterte Kunden einen Erfolgsfaktor für Unternehmen darstellen, verwundert es mich noch immer, dass das Thema Endkundenbegeisterung und eine damit verbundene kontinuierliche Kundenzufriedenheitsmessung bzw. –Analyse im Baustoff-Fachhandel teilweise noch eher stiefmütterlich behandelt wird. Das Streben ständig besser zu werden oder Schwächen (aus Kundensicht) auszumerzen würde durch diese Aktivitäten qualitativ unterstützt werden. y Franz nürnberger Geschäftsführer Schiedel Gmbh Österreich 1. D as Thema Schnelligkeit beim kompletten Business-Ablauf wird mehr und mehr zum Thema für uns als Industrie. Von Anfrage und Angebot über Produktion bis zur Lieferung wird alles zunehmend ‚sofort‘ erwartet. Da drängt Digitalisierung auch zunehmend in die Baustoffbranche. Das gesamte Marktumfeld ändert sich und Gewinner sind diejenigen, die sich mit ändern können und wollen. 2. Als Erfolgspotential zeigt sich nach wie vor eine lokale Lagerhaltung. Hier sind wir als Industrie gemeinsam mit den lagerhaltenden Baustoffhändlern gefragt eine gute Verfügbarkeit mit optimiertem Lagerstand gemeinsam zu erzielen und diese Funktion des Baustoffhandels zu unterstützen. 3. Verwundernd ist wie langsam das große Thema Digitalisierung ins Baugewerbe Einzug hält. Hier sollten wir als Industrie nach einer partnerschaftlichen Vernetzung mit dem Baustoff-Fachhandel trachten, um den, im Online Bereich bereits stärker werdenden, Baumärkten entsprechend entgegen zu treten. Schiedel arbeitet weiter daran, im Baustoff-Fachhandel die am besten geschulten Mitarbeiter zu haben, indem weiterhin stark in Schulungen investiert wird. So bauen wir zum Beispiel gerade ein Ausbildungszentrum in Nußbach/OÖ – die ‚Schiedel Akademie‘ – um für die Trainings der Zukunft perfekt gerüstet zu sein. y 1-2 . 2017 | 13