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2017-1-2 ÖBM Der Österreichische Fachmarkt - BAUDER macht Dächer sicher

a k t u e l l michael

a k t u e l l michael utvary Geschäftsführer Bramac Dachsysteme International Gmbh 1. Der Steildachmarkt wird sich 2017 bestenfalls flach entwickeln. Wir gehen davon aus, dass - wie 2016 - positive Impulse aus dem Wohnungsneubau kommen werden. Das große Fragezeichen bleibt weiterhin die Renovierung. Das Potenzial an sanierungsbedürftigen Dächern ist groß, jedoch haben die Hausbesitzer in den letzten Jahren primär in die thermische Sanierung investiert und die Dacherneuerung vor sich hergeschoben. Wenn die privaten Investitionen in diesem Segment endlich anspringen würden, dann kann die Steildachbranche auf Jahre hinaus mit positivem Wachstum rechnen. 2. Das Zusammenspiel Fachhandel, Gewerbe und Industrie in der Beratung der Konsumenten wird zukünftig immer wichtiger werden, um den Systemgedanken zu stärken und den Häuslbauern zu vermitteln, dass „Made in Austria“ seinen Wert hat. Nur so kann es gelingen, Importe von Produkten und Arbeitsleistungen aus dem benachbarten Ausland auf niedrigem Niveau zu halten. 3. Weniger mit Verwunderung als mit großem Interesse sehe ich den Veränderungen in der Baustoffbranche entgegen. Obwohl wir noch immer eine traditionelle Branche sind, hat sich das Kaufverhalten in den letzten Jahren deutlich geändert. Hier stehen wir alle vor der spannenden Herausforderung, uns an die Konsumgewohnheiten der digitalen Generation anzupassen. y Franz hartmann vertriebsdirektor Saint-Gobain Isover Austria Gmbh 1. Der mehrgeschoßige Wohnbau wird sich gut entwickeln. Aufgrund der zunehmenden Gebäudehöhen wird immer mehr mit vorgehängten Fassaden gearbeitet – und dafür braucht man Mineralwolledämmstoffe. Deshalb gehe ich davon aus, dass der Dämmstoffmarkt sich erholt und stabil bleiben wird. Worauf wir uns allerdings einstellen müssen ist, dass wir vor allem in Ostösterreich, wo das Marktpotential am größten ist, weiterhin mit steigenden Importen rechnen müssen – und zwar sowohl bei den Materialien als auch bei den Verarbeitern. 2. Das breite Sortiment der Baustoffindustrie ist schon sehr fordernd. Deshalb denke ich, dass eine Spezialisierung enorme Erfolgspotentiale bietet. Eine Spezialisierung schärft das Unternehmensprofil, unterscheidet das Unternehmen vom Mitbewerb und gibt dem potentiellen Käufer einen guten Grund, genau dort einzukaufen. Das zweite Erfolgspotential sehe ich in der Investition in Aus- und Weiterbildung. Die Baustoffindustrie ist innovationsfreudiger als ihr Ruf einen glauben lässt. Mit innovativen Produkten lässt sich die Marge erhöhen – daran besteht kein Zweifel. Und das dritte Innovationspotential sehe ich bei Systemlösungen. Wenn der Fachhandel in Systemen denkt und Systeme verkauft, wird er Zusatzerlöse generieren. 3. Der Baustoff-Fachhandel erbringt über seine Beratung, seine Lagerhaltung, seine Logistik sehr viel Dienstleistung. Man ist sich auch bewusst, dass man für diese Dienstleistung bezahlt werden müsste – aber man schafft es nicht, das auch nur ansatzweise umzusetzen. Vielleicht gelingt das im Zuge der Digitalisierung, die den Markt in der nahen Zukunft sehr verändern wird. y 14 | 1-2 . 2017

a k t u e l l michael allesch Geschäftsführer Marketing und vertrieb Saint Gobain rigips Austria Gmbh 1. Da Wien eine stark wachsende Stadt ist, gehen wir davon aus, dass der Wohnbau weiter zulegt. Darüber hinaus erwarten wir, dass sich der Leichtbau deutlich besser als der Markt entwickeln wird. Das gilt insbesondere für den Holzbau, mit dem sich RIGIPS seit Jahren sehr intensiv beschäftigt. Zu befürchten ist, dass die Erlösseite herausfordernd bleibt. Der Druck aus den Ostmärkten wird weiter zunehmen. Österreich ist ein attraktiver Markt für Unternehmen aus diesen Ländern. Hier werden wir gemeinsam mit Fachhandel mehr Anstrengungen unternehmen müssen. 2. Einen der größten Hebel sehe ich in der Spezialisierung. Bei der Breite des Baustoffangebots ist es praktisch nicht möglich, in jedem Bereich fundiertes Wissen zu haben. Spezialisiert man sich dagegen zum Beispiel auf den Trockenbau ist es wesentlich besser möglich, sich zum unverzichtbaren Partner des Gewerbes zu machen. Und auch die Lagerhaltung ist effizienter, womit sich die Rentabilität erhöht. Für uns als Industrie sind spezialisierte Fachhändler ganz hervorragende Partner. 3. Mit großer Spannung warte ich darauf, dass der Baustoff-Fachhandel auf die digitalen Veränderungen stärker reagiert. In der Bauindustrie befassen wir uns intensiv mit den Chancen, die sich aus der Digitalisierung ergeben. Wenn ich etwas ändern könnte, dann würde ich mir zu diesem Thema interessierte Ansprechpartner wünschen. y Josef Sieber vertriebsdirektor Domoferm Gmbh & co KG 1. Digitale Datenbanken (PIM) und digitale Planungen (BIM) entwickeln sich, dies erfordert neue Tools und Lösungen. Die Prozesse auf der Baustelle und die Abwicklung der Gewerke werden sich massiv verändern. Das ergibt sich im Speziellen auch aus der Anpassung der Brandschutznormen nach OIB und der CE-Kennzeichnung. Durch die gute Auftragssituation im Objekt und die gute Auslastung des Gewerbes ist eine positive Marktentwicklung zu erwarten. Sorge bereiten der Preiskampf und der Druck von Billiganbietern aus dem Ausland. Kritisch betrachten wir die Entwicklung des Stahlpreises. 2. Den Erfolg des Baustoff-Fachhandels sehen wir in der Konzentration auf Beratung, die durch Schauräume, Ausstellungen unterstützt wird. Die Basis dafür ist die Bereitschaft, der Wille der Mitarbeiter zur Weiterbildung. Logistikservice, Regionalität und Kompetenz in der Montage erachten wir als bedeutende Faktoren. Marketing hat eine Schlüsselfunktion. Seitens Domoferm unterstützen wir den Baustoff-Fachhandel bei Konzepten für Ausstellungen und stellen Kommunikationstools sowohl im Internet als auch Print-Tools für die regionale Kommunikation zur Verfügung. 3. Der Markt wächst, die Preise entwickeln sich nach unten – ein Phänomen, das Verwunderung hervorruft, in Anbetracht der doch positiven Entwicklung im Bau. Der Wunsch ist, Leistungen fair zu bewerten. Das ist natürlich Aufgabe beider Partner - den Konsumenten, den Auftraggeber - auf Themen wie Qualität, Geschäftssicherheit, Gewährleistung und „After Sale Betreuung“ verstärkt zu sensibilisieren. y 1-2 . 2017 | 15