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2017-1-2 ÖBM Der Österreichische Fachmarkt - BAUDER macht Dächer sicher

a k t u e l l Franz

a k t u e l l Franz kolnerberger Geschäftsführer Wienerberger Ziegelindustrie Gmbh Österreich 1. Das kommende Jahr sollte für die gesamte Baustoffindustrie ein sehr positives werden. Wir erwarten aufgrund der Prognosen von Euroconstruct und WIFO im Bereich Wohnbau ein Wachstum von 1,6 % in 2017 und eine ähnlich gute Entwicklung auch für das Jahr 2018, wobei die Zuwächse vor allem bei Mehrfamilien-Häusern zu erwarten sind. Ähnlich die Entwicklung im Nicht-Wohnbau, wo die Experten ein Wachstum von 1,5 % in 2017 prognostizieren. Themen wie Migration und Urbanisierung bringen eine stärkere Nachfrage nach Wohnraum mit sich. Somit zeigt der Pfeil für unsere Industrie eindeutig nach oben. Wienerberger als Marktführer wird 2017 Ziegel-Lösungen für den mehrgeschossigen Objektbau auf den Markt bringen und hat somit ökologische, innovative und leistbare Antworten auf die kommenden Herausforderungen. 2. Der intensive Austausch mit den Herstellern und die noch individuellere Ansprache der Kunden sind sicher die Schlüssel zum Erfolg. Zudem muss sich die Branche rasch mit dem Thema E-Commerce auseinandersetzen, um nicht internationalen Anbietern wie Amazon das Spielfeld zu überlassen. Digitalisierung ist eine Chance, die Zielgruppe noch besser und direkter zu erreichen und gleichzeitig die Auftragsabwicklung noch effizienter zu gestalten. 3. Die Baustoffbranche ist eine relativ konservative Branche – hier würde ich mir oftmals mehr Mut wünschen. Der regelmäßige Blick „out of the box“ ist für alle Player, ob Hersteller, Verarbeiter oder Fachhandel, sicher vorteilhaft. Ändern würde ich den – zwar schon sehr hohen - Stellenwert des Ziegels als besten Baustoff der Branche. Aber auch hier ist noch Potenzial nach oben. Am Ziegel darf bei ökologischer und ökonomischer Denkweise sowohl bei Bauherren, bei den Verarbeitern als auch beim Handel im Jahr 2017 kein Weg vorbeiführen. Wienerberger ist für alle kommenden Herausforderungen gerüstet und geht mit neuen Innovationen weiter qualitäts- und kundenorientiert und konsequent den Weg an der Spitze. y Forschungsverband der österreichischen baustoffindustrie F.b.i. Der Forschungsverband der österreichischen Baustoffindustrie ist eine Interessensgemeinschaft von acht führenden Baustoffherstellern in Österreich. sein ziel ist es, als innovativer Verband aktiv neue Wege in der Baubranche aufzuzeigen. Werte wie ökologische Verantwortung, hohe Produktqualität und Markenpolitik verbinden die Mitglieder. Die geschäftsführerin Regina Müller: „Die Wohn- und Arbeitswelt unterliegt großen gesellschaftlichen Veränderungen. Die soziodemographischen Entwicklungen bringen neue Wohnformen mit sich, die neue gebäudekonzepte erfordern. hohe Ansprüche an energieeffiziente gebäude und eine große zahl an gesetzlichen Vorgaben und Normen prägen den Alltag am Bau. Neue Konzepte für „zukunftsfähige“ gebäude sind gefragt. Leistbarkeit und eine lange, nachhaltige Nutzung sind dabei die Anforderungen. Das F.B.I. Ausbildungs service bietet für berufsbildende schulen und Bauakademien technische Unterlagen, Fachvorträge und seminare.“ 16 | 1-2 . 2017

g r e m i e n & V e r b ä n d e was meint der baustoff-Fachhandel dazu? Die Erfahrung der letzten Jahre hat gezeigt, dass die Baustoffproduzenten meist ein wenig optimistischer ins neue Jahr gehen als ihrer Vertriebspartner aus dem Fachhandel. Wie beurteilen die facheinschlägigen spitzenvertreter der Wirtschaftskammer die Lage des Marktes in ihren Bundesländern? Der ÖBM hat ihnen die gleichen Fragen wie der Industrie gestellt. Christoph gressel Kärnten 1. Ich denke nicht, dass man österreichweit, vereinheitlichend über die Entwicklung des Baustoffhandels sprechen kann. Es wird sicherlich Händler mit Zuwachsen aber auch sehr viele Verlierer geben. Die Chance des Baustoffhandels ist die Diversifikation und der Service. Ich würde nicht allzu optimistisch auf 2017 blicken. 2. Das würde ich auch gerne wissen. 3. Die Treue der Industrie zum Handel schwindet, je schlechter die Konjunktur wird. Es blüht die Direktfakturierung und der Handel darf Kreditsicherer spielen. Entweder ganz oder gar nicht. y Johann eisl oberösterreich 1. Die Aussichten für das 1. Halbjahr sind vorsichtig positiv zu bewerten. Laut Rückmeldungen des Baugewerbes ist die Auslastung gut. Der Handwerkerbonus wurde für 2017 verlängert, dies kommt vor allem kleineren und mittleren Unternehmen der Baubranche zu Gute. Ein großes Problem für den Baustoffhandel ist, dass die Umsätze eher stagnieren und die laufenden Kosten deutlich über der Inflation steigen. Im Einzelhandel Baumarkt bereitet einerseits der aggressive Marktauftritt der Großflächenanbieter in den Bereichen Baustoffe, Innenausbau und Bauelemente sorgen. Auch der Internethandel, mit zum Teil irrationalen Preisen, nimmt uns die erforderlichen Zuwächse im Baumarkt Einzelhandelsbereich weg. 2. Es ist wichtig die Kosten bzw. Erträge zu planen. Es gibt leider immer noch Marktteilnehmer die zum Teil unter Einstandspreis anbieten um dann die Industrie dazu bringen die erforderlichen Preise zu erreichen. Als großes Erfolgspotential sehe ich einfach einen besseren Service anzubieten um dem Kunden einen Zusatznutzen anzubieten, auch eine zusätzliche Dienstleistungskomponente wird in Zukunft wichtig sein, wenn möglich auch einen Umstieg auf Produkte, die nicht so unter Preisdruck stehen, anzubieten bzw. die Logistik zu rationalisieren. Ein wichtiger Punkt ist auch die Ausbildung der Mitarbeiter, hier gilt es, trotz aller Probleme, Leute zu finden und eine gute interne Ausbildung zu organisieren. 3. Man wundert sich dass so manche Marktteilnehmer noch existieren. Dringend erforderlich wäre ein Anreiz wärmedämmende Maßnahmen zu fördern die auch praktikabel umsetzbar sind. Eine Hoffnung ist auch die jetzt von der Politik geforderten Maßnahmen zur Eindämmung überbordender Bürokratie, die jedem Unternehmer einen Teil seiner wichtigen Arbeitszeit kosten, z.B. Auflagen Arbeitsmedizin, Burn-out Prävention, Arbeitsinspektorat, gewerberechtliche Genehmigungen etc. y 1-2 . 2017 | 17