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Maiser Wochenblatt Ausgabe 04-2017

Generalanzeiger für Meran, Mais und das Burggrafenamt

Gesundheit... mit

Gesundheit... mit freundlicher Unterstützung durch das Medical Center im Quellenhof Die Patientenverfügung Was ist die Patientenverfügung und was bewirkt sie? Immer wieder taucht der Begriff "Patientenverfügung" auf, aber um was es da im Detail geht, das ist in der Allgemeinheit nicht unbedingt bekannt. Ob man eine Patientenverfüung braucht, oder nicht, das muss jeder für sich selbst entscheiden. Doch um so eine wichtige Entscheidung zu treffen, sollte man zunächst mit den Fakten vertraut sein. Daher haben wir mit Günther Rederlechner, Leiter der Hospizbewegung der Caritas Diözese Bozen-Brixen, gesprochen und wollten von ihm wissen, worum es bei der Patientenverfügung überhaupt genau geht. Günther Rederlechner, Leiter der Caritas Hospizbewegung Herr Rederlechner, was ist eine Patientenverfügung? Eine Patientenverfügung ist eine vorsorglich verfasste Willenserklärung für den Fall, dass ich meinen Willen nicht mehr äußern kann oder nicht mehr entscheidungsfähig bin. In dieser Willenserklärung lege ich fest, wie ich in bestimmten Situationen behandelt werden möchte bzw. was ich nicht mehr möchte. Dabei ist wichtig, dass ich in der Abfassung meiner Patientenverfügung ganz bestimmte Situationen beschreibe und nicht im Allgemeinen bleibe. Wann tritt sie in Kraft? Die Patientenverfügung tritt dann in Kraft, wenn ich mich in einer Situation befinde, wo ich selber meinen Willen nicht mehr äußern kann. In der Entscheidungsfindung meiner weiteren Behandlung ist die Patientenverfügung ein sehr hilfreiches Instrument für die behandelnden Ärzte und auch für meine Angehörigen. Wenn mein Wille bekannt ist, dann können auch die Entscheidungen nach meinen Vorstellungen getroffen werden bzw. dient meine Patientenverfügung als Orientierung. Wie bindend ist sie? Kann der Arzt die Verfügung ignorieren? Die Patientenverfügung ist in Italien gesetzlich nicht verankert dass sie beispielsweise als verbindlich betrachtet werden kann. Das kann zur Folge haben, dass meine Patientenverfügung nicht immer beachtet werden könnte. Dennoch – unabhängig von der gesetzlichen Ausrichtung – gilt, dass das Selbstbestimmungsrecht des Menschen aufrecht bleibt. Somit gilt eine Patientenverfügung als sehr hilfreiches Kommunikationsinstrument zwischen den behandelnden Ärzten und den Angehörigen. Sollte eine Patientenverfügung vorhanden sein und die dort beschriebene Situation eintreffen, dann dient sie als Grundlage des Entscheidungsprozesses. Wie komme ich zu einer Patientenverfügung, wie schaut sie aus und wo wird sie aufbewahrt? Hat sie ein "Verfallsdatum", also eine begrenzte Gültigkeit? Eine Patientenverfügung, deren Informationen und Hilfestellungen kann ich bei meinem Hausarzt, beim Landesethikkomitee, in den verschiedenen Gesundheitssprengel sowie auch bei der Caritas Hospizbewegung erhalten. Sie beinhaltetet neben meinen personenbezogenen Daten auch eine Beschreibung der Situation für die diese Patientenverfügung gilt, meine geäußerten Wünsche und Vorstellungen, meinen Wertevorstellungen und allgemeine Informationen zu bevollmächtige Personen, Bezugspersonen usw. Eine Patientenverfügung muss schriftlich erstellt, datiert und handschriftlich unterzeichnet sein. Sie kann jederzeit geändert werden. Demzufolge ist es wichtig, die Patientenverfügung regelmäßig zu überprüfen. Mindestens alle zwei Jahre sollte eine Überprüfung gemacht werden und entsprechend datiert werden. Möglicherweise hat sich die persönliche Einstellung gegenüber Leben, Krankheit und Sterben oder die gesundheitliche Situation geändert, sodass die Verfügung angepasst werden muss. Ganz wichtig ist hier zu erwähnen, dass ich beim Erstellen der Patientenverfügung immer auch das Gespräch mit meinen Angehörigen suchen muss um das Wissen und Kennen meines Willens innerhalb meiner Familie zu gewährleisten. Zudem sollte ich mich auch von meinem Vertrauensarzt beraten lassen. Desto mehr Menschen in meiner Patientenverfügung eingebunden sind umso besser. Das hat dann auch unter anderem mit der Verfügbarkeit, Auffindbarkeit, der Aktualität und meinem Informierten Zugang zu dieser Verfügung zu tun. Wo bekomme ich Informationen zur Patientenverfügung, wer kann mich beraten? Eine Patientenverfügung, deren Informationen und Hilfestellungen können beim Hausarzt, beim Landesethikkomitee, in den verschiedenen Gesundheitssprengel sowie auch bei der Caritas Hospizbewegung geholt werden. Zum Thema passende Informationen bekommen Sie bei der Caritas Hospizbewegeung http://www.caritas.bz.it/de/themen/die-patientenverfuegung/77-4291.html oder der Provinz Bozen www.provinz.bz.it/gesundheitswesen/ download/Patientenverfuegung.pdf

Sport Ehrung für Aaron Durogati 26 | 27 Maiser Wochenblatt Ein ganz besonderer, sportlicher Erfolg wurde kürzlich bei der Talstation der Seilbahn Hochmut gefeiert: Der 30-jährige Meraner Aaron Durogati schaffte es, 2016 nach 2012, als erster Gleitschirmpilot überhaupt, zum zweiten Mal Weltmeister zu werden. Bei einer großen Feier überbrachte Franz Pixner, neben Durogatis Vater sein Gleitschirmlehrer, dem Weltmeister seine Glückwünsche. Auch die Bürgermeister von Kuens, Manfred Raffl, Dorf Tirol, Erich Ratschiller, und von Meran, Paul Rösch, gratulierten dem erfolgreichen Sportler. Um Weltmeister zu werden, muss man sich bei zehn vorgegebenen Weltcup-Etappen rund um den Globus qualifizieren. Die besten 125 Piloten aus diesen zehn Bewerben sind dann für das Superfinale, das dieses Jahr in Valdares (Brasilien) vom 17. bis 28. Jänner 2017 ausgetragen wurde, zugelassen. Dieses entscheidende Superfinale konnte Aaron nach 10 Flugtagen klar für sich entscheiden. Die Aufgabe war, einen vorgegebenen Kurs, der , je nach Tagesvorgabe, zwischen 80 und 120 km erstreckte, in möglichst kurzer Zeit zu bewältigen. Dabei mussten vorgegebene Fixpunkte umflogen werden, was über die mitgenommenen GPS-Geräte genauestens kontrolliert wurde. Bereits mit sechs Jahren hatte Aaron seinen ersten Kontakt mit dem Gleitschirm: Mit seinem Vater Rolando flog er zum ersten Mal. Mit 15 machte er unter der Aufsicht seines Vaters und Franz Pixners die ersten Flugversuche und mit 16 den Flugschein. Anschließend eroberte er mit seinem Gleitschirm die lokalen, regionalen, nationalen und internationalen Wettbewerbe und arbeitete sich bis an die Weltspitze vor. Wenn er nicht gerade unterwegs ist, macht der sympathische Weltmeister, als Mitglied vom Gleitschirmfliegerclub FC Adlerhorst, immer noch Tandemflüge von der Hochmut. Linkes Bild, vl: Fabio Razzore, Merans Bürgermeister Paul Rösch, Aaron Durogati mit seiner Lebensgefährtin Renata Kunova und Sohn Arno Roland, der Tiroler Bürgermeister Erich Ratschiller, Franz Pixner, Präsident des Fliegerclubs Adlerhorst Dorf Tirol und der Kuenser Bürgermeister Manfred Raffl sowie (vorne von links) Gleitschirmpilot Marius Ganthaler, Magda Reali, Durogatis Mutter, und Gleitschirmpilot Martin Telser. Rechtes Bild Aaron Durogati beim Gleitschirm-Tandemfl iegen mit einem Passagier. Oben Aaron Durogati (Foto: Salewa)