Augsburg - Kunstwanderungen.

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Augsburg - Kunstwanderungen.

RK D10

Augsburg 1

15 v. C. besiegen die Söhne des Augustus, Drusus und Tiberius, die Raeter und

Vindeliker, letztere hier südlich der Donau, am Lech ansässig sind. Es wird ein römisches

Militärlager auf dem Grund des heutigen Augsburg errichtet. 16 n. C. wird das

Augsburger Lager aufgegeben. Um 80 n. C. ist die Via Claudia Augusta ausgebaut (Venedig

– Meran – Reschenpass – Fernpass – Füssen – Epfach – Augsburg – Donau), die

unter Kaiser Claudius begonnen worden war.

98 n. C. bezeichnet Tacitus Augsburg als die glänzendste Hauptstadt der Provinz Rätien.

122 n. C. verleiht Kaiser Hadrian der Stadt „Augusta Vindelicorum“ römisches

Stadtrecht. Um 275 ist Augsburg in Kriege mit den Germanen verwickelt. Jedoch bleibt

die römische Militär- und Zivilverwaltung hier.

743 besiegen Pippin und Karlmann, die Söhne Karl Martells, bei Augsburg die Herzöge

Odilio von Bayern und Teutbald von Alamanien. Um 780 setzt Karl der Große

Simpertus als Bischof in Augsburg ein. 787 unterwirft sich Tassilo von Bayern auf dem

Lechfeld Karl dem Großen.

910 besiegen die Ungarn Ludwig das Kind auf dem Lechfeld. 955 schlagen Kaiser Otto

I. und Ulrich die Ungarn auf dem Lechfeld entscheidend.

1004 sammelt Kaiser Heinrich II. bei Augsburg ein Heer für den 1. Italienfeldzug. 1006

wird der Bruder Kaiser Heinrichs II., Bruno, Bischof von Augsburg. Ab 1020 verfasst

Berno von Reichenau die Ulrichsvita. 1025 feiert Kaiser Konrad II. in Augsburg Ostern.

1026 überfällt und plündert Graf Welf II. Augsburg. 1036 hält Kaiser Konrad II. in

Augsburg Reichstag. Ab 1046 weilt Kaiser Heinrich III. mehrfach in Augsburg, hält

1051 sogar Reichstag und Synode ab, daran auch Papst Leo IX. teilnimmt.

1152 hält Kaiser Friedrich I. „Barbarossa“, der insgesamt zehnmal in Augsburg weilt,

einen Reichstag ab. 1209 hält der künftige Kaiser Otto IV. einen Reichstag in Augsburg

ab. Danach zieht er nach Rom zur Kaiserkrönung am 4. Oktober. 1235 hält Friedrich II.

in Augsburg Reichstag.

1257 leitet Albertus Magnus das Provinzialkapitel der Dominikaner in Augsburg. Ab

1312 wird Augsburg immer wieder in der Obhut des Königs, später Kaisers Ludwig des

Bayern sein. 1348 zerstört ein Erdbeben viele Häuser der Stadt. Im folgenden Sommer

wütet die Pest. Die Juden werden dafür verantwortlich gemacht und verfolgt.

1367 lässt sich ein erster Fugger in Augsburg nieder. 1401 rafft eine abermalige Pest

4650 Erwachsenen dahin. 1428 lernt die Augsburger Baderstochter Agnes Bernauer

Herzog Albrecht von Bayern kennen. Herzog Ernst, Albrechts Vater, lässt sie 1435 in

Straubing als Hexe ertränken. Friedrich Hebbel hat darüber ein vorzügliches Schauspiel

geschrieben.

1463 treten die Fugger von der Weberzunft in die Kaufmannsgilde über. 1453 schließen

sich die vier Brüder Welser zu einer Handelsgesellschaft zusammen. 1474 besitzen die

Fugger Kammern in Venedig. 1491 beginnen die Fugger König Maximilian Großanleihen

zu geben.

Fortan weilt König Maximilian häufig in Augsburg. Der als „Bürgermeister von Augsburg

apostrophierte spätere Kaiser hält sich bei 17 Besuchen und Reichstagen 2 Jahre

und 211 Tage in der Reichsstadt auf.

1494 schließen die Brüder Ulrich, Georg und Jakob einen ersten Gesellschaftsvertrag.

Nun beginnt der große Aufstieg der Fugger.

1518 hält Kaiser Maximilian in Augsburg Reichstag. Im Turm der bischöflichen Pfalz

wird er von Albrecht Dürer porträtiert.

1518 trifft Luther in Augsburg ein.

1519 finanzieren die Fugger und Welser die Wahl Kaiser Karls V.

1528 werfen die Augsburger die Wiedertäufer aus der Stadt, nachdem sie zuvor drei davon

hingerichtet haben. Im selben Jahr erhalten die Welser von Kaiser Karl V. Konzession

für den Handel mit Westindien. 1530 hält Karl V. in Augsburg Reichstag und bekommt

die Augsburger Konfession überreicht.

Augsburger Konfession und Augsburger Friede

Im Jahre 1530, Karl V. hat den Franzosenkönig, Franz I., wieder

einmal bezwungen und die Türken sind von Wien abgezogen,

will der Kaiser in Augsburg einen glänzenden Reichstag

abhalten. Die hohen Erwartungen in Augsburg werden schon

gedämpft, als der Kaiser das Ansinnen äußert, die „einheimischen

evangelischen Prediger abzustellen“. Am 25. Juni wird

dem Kaiser die „Augsburger Konfession“ des Melanchthon

überreicht. Am 3. August erfolgt die Widerlegung. Der Kaiser

will den „rechten Glauben“ bei den Abgefallenen wieder erzwingen.

Der Prediger von Heilig-Kreuz wird verhaftet. Die

„abgefallenen“ Fürsten befürchten Gewalt. Philipp von Hessen

verlässt Augsburg still und heimlich des Nachts. Karl erzwingt

eine Reichstagsverabschiedung, die das Ende der Reformation

herbeiführen soll. Der Rat verweigert die Unterschrift. Der Rat

muss neu gewählt werden – und bleibt protestantisch. Die Auseinandersetzungen

um die Konfessionen gehen weiter. Im

„Schmalkaldischen Bund“ haben sich protestantische Fürsten

gefunden, die den „neuen Glauben“ verteidigen und ihn mit

Waffengewalt gegen den Kaiser durchsetzen wollen. Im

„Schmalkaldischen Krieg“ 1546 bei der Schlacht bei Mühlberg

unterliegt man jedoch. Der Kaiser eröffnet den „geharnischten

Reichstag“ 1547/48 und erzwingt eine Interimsordnung, nach

der die Pfarrer Augsburgs der Stadt verwiesen werden. Nach-


dem Moritz von Sachsen, der zuvor für den Kaiser gestritten

hatte, „evangelisch“ wird, erzwingen die evangelischen Fürsten

die Rückkehr der Vertriebenen nach Augsburg. Am Ende steht

der „Augsburger Religionsfriede“ von 1555, der im Vorgängerbau

des heutigen Rathauses verkündet wird, und der katholisch

und evangelisch im Reich gleichstellt und ein friedliches Nebeneinander

ermöglicht – allerdings, seiner Sonderklauseln wegen,

den Dreißigjährigen Krieg einläutete.

*

1535 rafft die Pest 1600 Augsburger dahin. 1547 hält Kaiser Karl V. den so genannten

„geharnischten Reichstag“ in Augsburg ab (siehe. Luther in Augsburg). Tizian weilt in

Augsburg, um Karl und andere Persönlichkeiten zu malen. 1556 beginnt der Niedergang

der Welser und Fugger.

Der Musiker und Komponist Hans Leo Hassler wirkt ab 1584 als Organist der Fugger in

Augsburg.

1632 geht Augsburg kampflos an die Schweden. Die evangelischen Bürger hatten sich

geweigert, gemeinsam mit den katholischen die Stadt zu verteidigen. König Gustav

zieht in die Stadt ein. 1634 verlieren die Schweden die Schlacht bei Nördlingen, und

Augsburg wird von den Kaiserlichen eingeschlossen. Eine fürchterliche Hungersnot

setzt ein. 1635 wird der katholische Graf Ottheinrich Fugger Statthalter in Augsburg.

1723 sperren die Augsburger 40 Kinder wegen Hexerei ins Gefängnis. Ein Gutachten

der Heidelberger Universität setzt die Kinder schließlich frei.

1774 sucht der schwäbische Dichter und Publizist Christian Friedrich Daniel Schubart

Zuflucht in Augsburg.

1777 gibt Wolfgang Amadeus Mozart wiederholt Konzerte in Augsburg. Ludwig van

Beethoven besucht die Stadt 1787. Goethe hält sich gelegentlich der zweiten Italienreise

im Jahre 1790 in Augsburg auf. Im Jahre 1805 trifft Napoleon zum wiederholten Male

in Augsburg ein.

*

Wir gehen aus dem Hauptbahnhof hinaus und halten Richtung über die

„Bahnhofstraße“. Später wandern wir auf dem „Königplatz“ auf die zweite

Straße links, die „Annastraße“. Kurz darauf wandern wir an der Kreuzung

links auf „Im Annahof“ und rechts in die Kirche

**** St. Anna. Die Karmeliter gründeten 1321 hier Kloster und

Kirche. Umgebaut wurde zwischen 1487 und 1497. Der Turm

ist nach einem Plan von Elias Holl 1602 hinzugefügt worden.

Das Chorhaus, von links nach rechts. Auferweckung des Lazarus,

nach Tintoretto. – Kreuzaufrichtung, 16. Jh. – Zwölfjähriger

Jesus im Tempel, 1675. – Anbetung Jesu durch die drei

Weisen, von Abraham van Diepenbeck, 1675. – Grabmal mit

der Auferstehung Jesu. – Relief von Jakob Murmann: Auferweckung

des Lazarus – Martin Luther, von Lucas Cranach d.

Ä., 1529. – Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen, von Lucas

Cranach d. Ä.

Lucas Cranach d. Ä.

Cranach wird 1472 in Kronach geboren. Eigentlich heißt er Lucas

Sunder, nimmt aber den Nachnamen von seinem Geburtsort

her, wo sein Vater schon Maler ist. Er lernt in der Werkstatt

seines Vaters. Nach Wanderjahren in Süddeutschland wird er

um 1500 in Wien ansässig. Als Freund Martin Luthers gilt er

als der Maler der Reformation. Dort ist er bis 1504 als Maler

und Holzschneider tätig. Seine Werke sind stark an Albrecht

Dürer orientiert. Berühmt jedoch wird er als Porträtist. Er verlässt

Wien in Richtung Thüringen, wo er die Tochter des Bürgermeisters

von Gotha heiratet. 1505 wird er Hofmaler Friedrichs

des Weisen in Wittenberg. 1508 malt er in Mecheln, in

Gegenwart von Kaiser Karl V. dessen achtjährigen Enkel, den

späteren Kaiser Maximilian. Hier befruchtet sein Werk die Begegnung

mit der niederländischen Malerei. Über den Umweg

Niederlande muss er dort aber auch Werke aus dem Umkreis

Leonardo da Vincis kennengelernt haben.

1515 wird sein zweiter Sohn, Lucas, geboren, der als Lucas

Cranach d. J. weltberühmt werden wird. Cranach d. Ä. besitzt

ein Haus in Gotha, betreibt einen Weinausschank, gehört dem

Rat von Wittenberg an, wo er auch mehrere Jahre Bürgermeister

ist. Er erhält auch das Apothekenprivileg. 1520 wird Martin

Luther Pate einer Tochter Cranachs. 1526 wird Cranach Pate

über Luthers ersten Sohn. Dennoch verbindet Cranach mit Luther

eher eine weltliche Geistesverwandtschaft als eine geistliche.

Die Kirche bleibt Cranachs größter Auftraggeber. Seine

Marienbilder beweisen, dass er sich nicht ausschließlich den reformatorischen

Prinzipien anschloss. Sein Mara-Hilf-Bild von


Innsbruck ist populär geworden wie kaum ein anderes. Hunderte

von gefertigten Kopien beweisen das. 1552 lässt Cranach

sich in Weimar nieder, wo er 1553 stirbt.

Cranach beeinflusst die Malergenerationen Norddeutschlands

und in Süddeutschland die der „Donauschule“ vor allem deren

berühmtesten: Albrecht Altdorfer.

*

Muttergottes, Cranachschule. – Speisung der Fünftausend, von

Lucas Cranach d. Ä., um 1540. – Wir gehen nun links des Chores in die

Goldschmiedekapelle von 1420 mit einer Wandbemalung der

Bauzeit. In den Laibungen der Chorfenster, von rechts nach

links: Oswald, Jakobus Major, Josef der Träumer, Nikolaus,

Thomas, Martin. – An der Südwand, von vorne nach hinten: 1.

Bekehrung des Hermogenes (aus der Josefslegende); 2. Zug der

Das Mittelschiff. Die Stuckaturen stammen von den Brüdern

Feichtmayr. Die Deckengemälde schuf Johann Georg Bergmüller

1748: Bergpredigt, Kreuzigung, Jüngstes Gericht. – Rechter

Chorbogen: Gustav Adolf als Eroberer Augsburgs, Bild von

1632. – Die Kanzel ist von 1682.

Rückwand: Fuggerkapelle. Jakob Fugger der Reiche ließ die

Grabstätte 1508 für seine Familie errichten. Von den vier Epitaphen

dienen die beiden äußeren – Fuggersches Wappen in abgewandelter

Form nach Entwürfen Hans Burgkmairs –, seinem

Gedächtnis, das zweite von links – mit dem Relief der

– Darstellung des Leichnams Jesu – ist ein Frührenaissancewerk

von Hans Daucher, der auch die Predellenbilder – Kreuztragung,

Kreuzabnahme und Jesus in der Vorhölle – schuf.

Hans Daucher

Der Bildhauer Hans Daucher wird um 1485 in Ulm als Sohn

des Augsburger Bildhauers Adolf Daucher geboren. Seine Ausbildung

nimmt vermutlich der Vater vor. 1514 wird Daucher in

Augsburg Meister. Ab 1528 wirkt er in Wien. Ab 1536 ist er in

Stuttgart in herzoglichem Dienst. Er arbeitet hauptsächlich

Flachreliefs und meist in Solnhofener Plattenkalk (u. a. nach

Vorlagen von Burgkmair und Dürer) sowie Medaillen; er fertigt

aber auch Skulpturen und Chorgestühle. Er verbindet spätgotische

Elemente mit der Renaissance. Berühmt wird sein „Wurzel-Jesse-Altar

in Annaberg/Erzgebirge. Daucher stirbt 1538 in

Stuttgart.

*

Die Doppelorgel, nach einem Original von 1515 kopiert, zeigt

auf den Flügeln die Gemälde: Himmelfahrt Jesu, Himmelfahrt

Mariens, beide von J Breu d. Ä., sowie auf den kleinen Flügeln

die „Erfindung der Musik“, gute Werke, ebenfalls von Jörg

Breu.

Jörg Breu

Um 1475 wird Breu in Augsburg geboren. 1493 stellt der

Augsburger Maler Ulrich Apt d. Ä. der Augsburger Zunft einen

„Lernknaben Jörg Braig“ vor, bei dem es sich um den oben genanten

handeln muss. – Die Verbindung zu einem gleichzeitig

in Landshut arbeitenden Maler „Jörg Breu“ ist ungeklärt. –

Breu ist wohl nicht nur von Apt ausgebildet worden. Seine Arbeiten

lassen die Hand Burgkmairs erkennen. Nach der Lehre

geht Breu auf Wanderschaft entlang der Donau ins Bayerische

und Salzburgische. 1502 kehrt er aus Österreich zurück und

lässt sich in Augsburg nieder. 1514 oder 1515 bereist er Italien.

– Breu ist ein Malergenie, das allerdings seine Genialität nicht

fortgesetzt halten kann. Der Abschwung seiner Malqualität beginnt

Mitte der 20er Jahre des 16. Jhs. Dennoch sind seine Darstellungen

der Hässlichkeit oder Scheinheiligkeit, z. b. von

Schergen, die Christus peinigen, unvergleichlich und großartig

Nur Pieter Bruegel d. Ä. kann sich daran messen. Diesbezüglich

sind die Gemälde in der Augsburger Staatsgalerie hochinteres-


sant. – Im Alter befürwortet Breu die durch die Reformation

bedingte Bilderstürmerei. Das bedeutet gleichzeitig Vernichtung

seiner eigenen Werke. Sein starker evangelischer Glaube

hält das aus. 1537 stirbt er in Augsburg.

*

Linkes Seitenschiff. Josef und Jakob in Ägypten, 17. Jh. – Heilung

des Lahmen, 17. Jh. – Auferstehung Jesu, 17. Jh.

Rechtes Seitenschiff. An der Emporenbrüstung: Passionszyklus

und Auferstehung Jesu, 17. Jh. – Hinter dem Eisengitter: Heiliggrabkapelle

mit Aufbau von Johannes Holl, 1598.

Kreuzgang ums Lutherhöfle mit weit über einhundert Grabmälern

von Augsburger Patrizierfamilien des 15. bis 18. Jhs. sowie

Gemälde.

Luther in Augsburg

Am 7. Oktober 1518 kommt Luther nach Augsburg, um seine

Thesen gegenüber dem päpstlichen Legaten Cajetan zu verantworten.

Er steigt im Karmelitenkloster St. Anna ab. Am 14. Oktober

übergibt er dem Kardinal seine schriftliche Erklärung. Die

Verhandlungen mit Cajetan in der Stadtresidenz der Fugger

bleibt jedoch ergebnislos.

Luthers Augsburger Freunde raten ihm zur Abreise. In der

Nacht vom 20. auf den 21. Oktober folgt er dem Rat. – Seine

Freunde in Augsburg treten weiterhin für Luthers Thesen ein.

Luthers beste Freunde treten im Jahre 1525 gemeinsam aus dem

Orden aus, woraufhin in der Annakirche das Abendmahl nach

Wittenberger Art ausgeteilt wird.

*

Wir gehen aus der Kirche hinaus, wenden uns nach links und auf der „Annastraße“

wieder links. Bald darauf wandern wir vor Haus Nr. 4 rechts und auf

dem Rathausplatz mit dem

*** Augustusbrunnen (die Figuren sind Kopien) dem prächtigsten

Brunnen von Augsburg auf dem die Kaiserfigur, von

1593, auf einem Pfeiler von 1749 steht, der die Begleitattribute

Bezug nehmend auf die Augsburger Flüsse zu Füßen huldigen:

Ruder (=Lech), Netz (=Brunnenlech), Urne und Füllhorn

(=Singold) sowie Mühlrad und Ähren (=Wertach),

sowie dem frontal stehenden

**** Perlachturm, der 70 Meter hoch ist, aus dem 12. Jh.

stammt, einst Stadtturm war, und dem Elias Holl 1616 die Obergeschosse

mit der Laterne aufsetzte,

ins

**** Rathaus. Der Bau wurde 1620 von dem großen Renaissancebaumeister

Elias Holl errichtet. Er zeigt sich in von Italien

beeinflusster Renaissance. Das Oberlicht des Portals ist mit einem

Bronzegitter geschmückt; der Giebel wird bekrönt von

Augsburgs Wappenzeichen, der Zirbelnuss (=Kiefernfrucht). Im

Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude bis auf die Außenmauern

zerstört. Der über drei Stockwerke reichende Goldene Saal

mit seinen geschnitzten Portalen, kassettierter Decke und herrlichen

Fresken gilt als einer der prunkvollsten Säle Deutschlands

und ist wiederhergestellt worden. Das Mittelbild zeigt Sapientia=Weisheit,

die auf einem Wagen thront, der von Gelehrten

gezogen wird; die Rundbilder versinnbildlichen die Aufgaben

der Regenten, die Ovalbilder präsentieren bürgerliche Tugenden.

Elias Holl

Holl wird 1573 in Augsburg geboren. 1585 arbeitet er schon für

die Fuggers. 1595 heiratet er und wird 1596 Meister. Im Jahre

1600 reist er nach Venedig. 1602 wird er Stadtwerkmeister von

Augsburg. Er erbaut nun das Zeughaus, den St.-Anna-

Kirchturm, das Wertachbrucker Tor, die Stadtmetzg. 1608 stirbt

seine Frau, und er heiratet wieder. 1616 nimmt er eine Gutachtertätigkeit

in Neuburg/Donau wahr. 1626 findet man ihn als

Gutachter in Innsbruck. 1630 wird er von der Stadt Augsburg

beurlaubt. 1631 entlässt man ihn aus dem Amt des Stadtwerkmeisters.

Er tritt seine Stelle im Großen Rat der Reichsstadt ab.


Von 1632 bis 1635, zur Zeit der schwedischen Besatzung, wird

er wieder eingestellt. 1646 stirbt er.

*

Wir gehen aus dem Rathaus hinaus und nach rechts in die Kirche

*** St. Peter. Die Kirche, im Kern von 1182, geschmückt mit

Lisenen und Rundbogenfriesen, ist heute eine dreischiffige Halle

aus der Zeit von 1780.

Der Chor. Der barocke Hauptaltar zeigt im Bild Jesus, den guten

Hirten. – Am linken Pfeiler: Muttergottes aus Ton, lebensgroß,

von 1430. – Am rechten Pfeiler: Petrus, 17. Jh.

Linkes Seitenschiff. Frontwand: Kruzifixus, 16. Jh. mit neugotischen

Begleitfiguren. – Über dem Chorbogen: Fresko der Muttergottes,

13. Jh. – Linke Wand: Anna Selbdritt.

Rechtes Seitenschiff. Frontwand: Bild der Maria „Knotenlöserin“,

um 1700. – Daneben: Ulrich, 16. Jh. – Afra, 18. Jh.

*** Johanneskirche, den ausgegrabenen Grundmauern einer

zum Dom gehörenden Taufkirche der Zeit um 960, darin Mauerzüge

eines frühchristlichen Kirchleins des 6./7. Jhs., sowie einer

das Ganze flankierenden Römermauer nebst Reliefs des 1.

bis 4. Jhs.,

und gelangen zum Dom, an dem wir zuerst außen nach rechts entlang gehen.

***** St. Maria.

Eine erste Taufanlage ist aus dem 5. Jh. bekannt. Die frühchristliche

Kirche des 8. Jhs. hatte die Ausmaße 7,20 x 13,70 Meter.

Im Jahre 960 stand hier die Johanneskirche des heiligen Ulrich;

sie hatte die Maße 21 x 37 Meter.

Im Kern handelt es sich um eine romanische Bruchsteinanlage

von 1065, die von den Osttürmen über das Hochschiff samt den

inneren Seitenschiffen bis zum westlichen Querhaus mit der

Westapsis reicht. Die romanische Pfeilerbasilika wurde ab 1331

von Meistern der Parler-Schule aus Schwäbisch Gmünd gewölbt.

Gleichzeitig wurden die zwei äußeren Nebenschiffe in

Backstein errichtet, somit zu einer fünfschiffigen gotischen Kirche

erweitert. In einer langen Bauzeit, nämlich von 1356 bis

1431, wurde der Kathedralchor vorgesetzt.

Das Äußere. Wir betrachten die Südseite: Die Marienpforte von der

Parlergruppe aus Schwäbisch Gmünd – auf dieser Seite des

Chorhauses – wurde um 1360 vollendet und zeigt am Mittelpfosten

eine Muttergottesfigur sowie bildreiche Darstellungen

aus dem Leben Mariens nebst den Aposteln, Propheten und

Königen des Alten Testamentes. Wir gehen weiter, um den Ostchor

herum, und beachten die *** historischen Bauten rund um den

Der Hauptchor. Neuer Hochaltar mit einer Kreuzgruppe und

Aposteln, von 1962. – Am Choraufgang: Prunkvolle Bischofsepitaphe

des 18. Jhs. – Chorstühle mit Schnitzarbeiten, von

1430. – Chorschranken mit guten Steinmetzarbeiten.

Der Chorumgang mit Kapellen, die barocke schmiedeeiserne

Gitter vom Umgang trennen, von links nach rechts. 1. Wolfgangskapelle:

Altarbild der Muttergottes zwischen Ulrich und

Afra, Hauptwerk von Christoph Amberger, 1554; unten die

sieben Begleitfiguren der Afralegende. Es handelt sich hierbei

um das einstige Hauptaltargemälde des Domes.

Christoph Amberger

Amberger wird nach 1500 irgendwo in Schwaben geboren.

Vermutlich hat er bei Leonhard Beck gelernt. Jedenfalls heiratet

er 1530 die Tochter Becks. Dieser Heirat verdankt er auch die

Meisterwürde. Amberger gehört zu den Meistern der Augsburger

Schule. Er wurde von Hans Burgkmair beeinflusst. Als

Porträtist steht er Hans Holbein d. J. nahe. Sein Bild von Kaiser

Karl V. besitzt hohen Rang. Im Alter neigt er dem Manierismus

zu. Amberger stirbt 1562 in Augsburg.

*


– Grabmal für Bischof Johann Christoph von Freyberg (+1690),

mit Muttergottesrelief. – 2. Augustinkapelle: Altarbild, um

Schnitzgruppe der Marienkrönung, beides 1510. – Grabmal für

Friedrich von Zollern (+1505). – Grabmal für Heinrich von

Lichtenau (+1517), beide aus Rotmarmor von Hans Baierlein.

– Dekorative Fresken von 1558. – 4. Konradkapelle: Altarbild

der Heimsuchung Mariens, um 1470, im neugotischen Aufbau.

– Grabtumba für Bischof Wolfhard von Roth (+1302), nach

1300. – 5. Annakapelle: Neugotischer Altarschrein mit den

Muttergottes mit Päpsten sowie den Heiligen Ulrich und Wolfgang;

in der Predella: Holzrelief der Auferstehung Jesu. – Wappenfresko

des 16. Jhs. – 7. In der Nische gegenüber, an der

Chorseite: Holzgruppe der Anbetung Jesu, um 1550. – 8. Lukaskapelle:

Rotmarmoraltar von 1597 mit Gnadenstuhl sowie

Petrus, Paulus und Evangelistensymbole; in der Predella: Opfer

Abrahams, Moses sowie die Eherne Schlange; Antependium:

Verkündigung, 17. Jh. – Im Boden: Bischofsgrabmal von 1286.

– 9. Gegenüber an der Chorseite: Ölberggruppe, aus Terrakotta,

von 1591, und Ecce Homo des Georg Petel, um 1630. – 10. An

der Turmwand: Standfiguren vom Nordportal, um 1356.

Die linken Seitenschiffe. An den Wänden des Turmes: Standfiguren

der Zeit um 1356; ursprünglich am Nordportal. – Über

dem Portal des Turmes: das ursprünglich außen angebrachte

Tympanon. – Kreuzaltar mit einem Kruzifixus, um 1510, und

Baierlein, Hans Reichle, Jörg Muskat. – Muttergottes und Kaiserin

Adelheid, Skulpturen von den früheren romanischen Portalen.

– Glasfenster mit den Marienscheiben von Peter

Hemmel von Andlau, um 1490. – Marienkapelle des Gabriel

Gabrieli, von 1721, mit einem spätbarocken Altar und Figuren

von Ehrgott Bernhard Bendl: Joachim, Zacharias, Josef und

David; sowie an den Wänden: Anna und Elisabeth, von Bendl.

Die Muttergottes ist aus Stein, um 1350. – Die Kuppelmalereien

von Joh. Georg Bergmüller aus dem Jahre 1721 sind auf Maria

bezogen.

Der Querhausarm des Westhauses (sich an die linken Seitenschiffe

anschließend). Reste eines ottonischen Frieses. –

Maskenkonsolen und Schlußsteine der Zeit um 1335. – Grabmal

für Friedrich Spät von Faimingen (+1331). – In der Türbogennische:

Kerkerchristus, von 1769. – 77 Augsburger Bischöfe,

Bilder, die ab 1591 entstanden. – Steintumba für Konrad Afra

Hirn, von 1425, mit Helena und Jakobus. – Neugotischer

Thekla-Altar mit spätgotischen Figuren. – Steinerne Chorschranken

mit Steinmetzwerk, von 1501. – Blasiuskapelle von

1484.

Die rechten Seitenschiffe. Gewölbe, deren Malereien und

Schlußsteine auf den Sieg des Guten über das Böse hinweisen.

Querhausarm des Westhauses (sich an die rechten Seitenschiffe

anschließend). Neugotischer Altar mit der Kopie einer Beweinungsgruppe

aus dem 15. Jh. – Bruder-Konrad-Säule von 1947.

– Christophorus-Fresko von 1491 mit dem 14 Meter hohen Heiligen,

von Ulrich Apt d. Ä.

Ulrich Apt

Apt wird um 1460 in Augsburg geboren. Schon sein Vater ist

Maler und unterrichtet Ulrich. Die Lehrjahre bleiben nicht ohne

niederländische Einflüsse. 1481 steht er erstmalig im Augsburger

Steuerbuch. Seine drei Söhne arbeiten in seiner Werkstatt

mit. Seine Bilder sind in erster Linie spätgotisch, hingegen die

dekorative Malerei schon Renaissanceeinflüsse erkennen lässt.

Apts bedeutendster Schüler ist Jörg Breu. Apt stirbt 1532 in

Augsburg.

*


– Glasgemälde im Fenster, um 1350: Marienthron. – Reste des

Mäanderfrieses. – Figuren-Fragmente. – Über dem Gewölbe:

Kopffragment eines Christophorus, 13. Jh. – Kruzifixus, lebensgroß,

von Ehrgott Bernhard Bendl, 18. Jh. – Steinerne

Chorschranken mit Steinmetzwerk von 1501.

Das Mittelschiff. Das Gewölbe besitzt schöne Schlusssteine. –

An den Wänden. Über den Arkaden: gemalte Mäanderfriese des

11. Jhs., vergleichbar mit Oberzell, mit Brustbildern, Vögeln,

Pflanzen. – An der Treppe des linken Chorhauspfeilers: Muttergottes,

um 1485.

Linke Pfeiler: 1. Altargemälde: Mariä Tempelgang mit der

Rechte Pfeiler: 1. Altargemälde: Beschneidung Jesu mit der

Marienkrönung, von Hans Holbein d. Ä., 1493. – 2. Joachims

Opfer mit Joachim bei den Hirten, von Hans Holbein d. Ä.,

1493. – 3. Altar für Petrus Canisius, der 1559 bis 1566 hier

Domprediger war, von Georg Busch, 1897. – 4. Anbetung Jesu

– Rechte Wand, oben hoch: ***** Glasgemälde aus dem

Hirsauer Kunstkreis der Zeit um 1140: Moses, David, Daniel,

Hosea, Jonas. Es sind Deutschlands älteste figürliche Glasmalereien

und dürfen gleichzeitig auch zu den bedeutendsten

gezählt werden.

– Reste von Wandfriesen, um 1050. – Die Stuhlwangen sind

herrlich geschnitzt.

Westliches Chorhaus. Schmiedeeisernes Gitter von 1656. –

Hochaltar mit einem Erzgussaufsatz von 1447. – Taufstein, 17.

Jh. – Marmorner Bischofsthron, auf zwei Löwen ruhend, der

Zeit um 1100. – Das Chorgestühl stammt aus dem Jahre 1495

und besitzt vorzügliche Schnitzereien. – Die Hängeleuchter

sind spätgotisch. – Rechts: Eingang zur Blasiuskapelle. – Links:

Rest eines Säulenbaldachins, 12. Jh. – Portal von 1329 zur Andreas-Hilaria-Kapelle,

darin sich ein Altar von 1765 befindet.

Die Krypta unter dem Westchor besteht aus einer östlichen und

einer westlichen Halle, bzw. einer ersten und einer zweiten. Die

erste, östliche Halle; am Eingang: Gemälde der Kreuzgruppe

der Zeit um 1350; Johannes der Täufer mit dem Symbol des

Wir gehen aus dem hinteren rechten Ausgang des Domes hinaus, nach rechts

und vor der

*** Residenz von 1752 – mit schönem Treppenhaus –, ein

schlossähnlicher Trakt, darin einst die Bischöfe residierten und

in dem heute die Regierung von Schwaben sitzt,

links durchs Tor vom

*** Burggrafenturm des 16. Jhs., im Erdgeschoss nach drei

Seiten geöffnetes Giebelhaus mit drei achteckigen Erkern samt

einem Wappenstein von 1492.

Gegenüber, die Nr. 25 ist

*** Bischöfliches Hofkastenamt, ein spätmittelalterlicher Bau,

der 1763 umgebaut wurde, mit einem Wappenstein von 1492.

Wir gehen nun in

*** Bischöflicher Hofgarten, der 1739 von Johann C. Bagnato

angelegt wurde, mit grotesken Zwergenfiguren des 18. Jhs. und

einem Springbrunnen.

Wir gehen aus dem Garten hinaus, wenden uns nach rechts, durchs große Portal

der Residenz, halten uns rechts und gelangen in die gelbe

*** Ev. Heiligkreuzkirche von 1653 mit einer Altarhauserweiterung

von 1730 sowie einem Zwiebeltürmchen auf dem Giebel.

Das Innere. Kassettendecke und Emporenbrüstungen sind dekorativ

bemalt. – Wandgemälde 17., 18. Jh.: Tintoretto, Bergmüller

u. a.

Wir gehen aus der Kirche hinaus, nach rechts, durch das Tor und gelangen in

die weiße Kirche

*** Katholisch Heiligkreuz. Das spätgotische Gotteshaus von

1508 mit Veränderungen von 1719 wurde im Zweiten Weltkrieg

schwer in Mitleidenschaft gezogen und danach vereinfacht

wieder aufgebaut.


Das Chorhaus. Das Netzgewölbe verrät noch etwas von der früheren

Schönheit der Kirche.

Das Langhaus. Linke Frontwand: Gemälde der Himmelfahrt

Mariens, aus der Rubenswerkstatt, 1627. – Vorne rechts steht

ein Kreuz, von Georg Petel, 1630. – Schönes Eisengitter.

*** Wertachbruckertor von 1605 auf romanischen Grundmauern,

nach einem Plan von Elias Holl verändert.

Wir kehren um, wandern links auf die „Georgenstraße“ und später dort links

in die Kirche

*** St. Georg, eine Basilika von 1505. Der Turm stammt unten

aus dem 12. Jh., oben aus dem 17. Jh. Die moderne Einrichtung

ist kitschig bis grausam.

Das Chorhaus. Auf dem Hochaltar: Salvator von E. Bernhard

Bendl, 1697.

Linkes Seitenschiff. Vorne: Großes Georgsgemälde sowie vier

mittelalterliche Grabsteine. – An der Rückwand: Gemälde eines

spätgotischen Altares mit der Kreuzigung, dem Kreuzfall, Ölberg,

Abendmahl und Verspottung Jesu.

Rechtes Seitenschiff. Barockartiger Altar mit der Skulptur der

Mittelschiff. Unter der modernen Kanzel befindet sich eine romanische

Knotensäule.

Wir gehen aus der Kirche hinaus, auf der Querstraße links und an der Kreuzung

rechts zum „Mozarthaus“. Auf dem Weg wandern wir vorbei an Frauentorstraße

Nr. 30,

*** Mozarthaus von 1709. Der im Kern allerdings noch gotische

Bau ist das Geburtshaus von Leopold Mozart, dem Vater

Wolfgangs, der 1719 als Sohn eines Buchbinders geboren wurde.

Er blieb bis zum Tode Augsburger Bürger.

Leopold Mozart

Leopold Mozart, der als Vater berühmter ist denn als Komponist,

wird 1719 in Augsburg geboren. Schon in seiner Gymnasialzeit

am Jesuitenkolleg wird sein Geigenspiel gerühmt. 1737

immatrikuliert er sich an der Benediktineruniversität in Salzburg.

1739 fliegt er dort wegen Säumigkeit raus. Er ist einfach

nicht geeignet für dies und das. Geeignet ist er für die Musik.

Der verschreibt er sich auch. Schon 1740 werden seine ersten

Werke gedruckt Als Musiker und Violinpädagoge wächst sein

Ansehen schnell. 1743 wird er in die Hofkapelle des Grafen

Firmian aufgenommen. Dessen Nachfolger ernennt ihn zum

Hofkomponisten. Jedoch: Zeitgeschmack und begrenzte Begabung

hemmen Leopold, den ewigen Vizekapellmeister. Leopold

ist gelehrt, gibt eine Violinschule heraus.

Leopold ist als Vater durchaus vergleichbar mit heutigen Eltern,

die ihr Kind mit Hilfe der Medien zum Star puschen wollen.

Noch viel typischer: Was er nicht erreicht hat, soll sein Sohn erreichen!

Natürlich erkennt er, dass der es drauf hat. Und wie.

Leopold darf sich außerordentlicher Beharrlichkeit rühmen. Er

hat eine robuste Gesundheit, eine rustikale Willenskraft. Er besitzt

Ausdauer und ist schwäbisch raffiniert.

Leopolds Sohn Wolfgang „Amadeus“ kommt 1756 in Salzburg

zur Welt. Das kleine „Wolferl“ liebt den Vater abgöttisch, das

heranwachsende Kind entfremdet sich zunehmend vom Vater.

Der Umgangston des Vaters wird barscher, befehlender: „Fort

mit dir, nach Paris! und das bald“ (1778). Eine menschliche

Tragödie und eine göttliche Karriere lassen sich für den Sohn

an.

*

Hinter dem Mozarthaus wandern wir links auf „Neues Kauzgäßchen“ und

*** Bastion Lueg ins Land von 1430. An der Bastion wurde

bis 1704 gebaut, um sie Feuerwaffen gerecht zu machen.

Wir steigen hinter dem Gasthof treppab, wandern auf der Querstraße vor dem

Wassergraben rechts, gehen später rechtsversetzt über die Querstraße durch

den Mauerbogen. Kurz darauf wandern wir rechts treppauf und auf der Querstraße

rechts zur Kapelle


*** St. Gallus. Die Kapelle von 1590 besitzt feinen Stuck des

16. Jhs., besonders in den Kassetten des Chorgewölbes.

Wir gehen aus der Kapelle hinaus, rechts durch den Mauerbogen und links in

die Kirche

*** St. Stephan. Die Benediktinerstiftskirche war bis zum

Zweiten Weltkrieg eine Spätrokokoschöpfung. Danach wurde

sie vereinfacht wieder aufgebaut.

Das Chorhaus. Kruzifixus aus der Schule des Gregor Erhart,

1495. – In der Nische daneben: Stephanus, um 1500.

Das Langhaus. Rechte Frontwand: Muttergottes, um 1500; Benedikt

und Scholastika, um 1680. – Schönes Gitter, von 1760.

*** Oblatterwall. Die Bastion wurde um 1540 angelegt.

Danach wandern wir vorbei am an der anderen Seite des Wasser errichteten

*** Fünfgratturm. Der Fünffingerlesturm ist aus dem 15. Jh.

und wird so genannt, weil die Spitze von vier runden Ecktürmchen

begleitet wird.

Danach wandern wir rechts auf der Fußgängerbrücke über den Wassergraben

und auf der Querstraße links. – Später wandern wir vorbei am

*** Jakobertor. Der Backsteinbau der Stadtmauer des 14./15.

Jhs. ist von einem achteckigen Turm bekrönt, besitzt an der

Stadtseite das Augsburger Wappen und bietet eine *** Ansicht

von der Stadt.

Wir geraten auf die „Obere Jakobermauer“, gehen vorbei am

*** Jakoberwall, ein überkommenes Bollwerk, um 1540,

Später wandern wir beim

*** Vogeltor, von 1445 mit Mauer,

rechtsversetzt über die Querstraße auf „Neuer Gang“, auf „Bei St. Ursula“

links und wandern vorbei an der Kirche

*** St. Ursula. Die Dominikanerinnenklosterkirche wurde

1520 hochgezogen und um 1720 umgestaltet. Nach der Kriegszerstörung

1947 hat man sie vereinfacht wieder aufgebaut.

*** Heilig-Geist-Spital des Elias Holl von 1631. Es ist ein

Vierflügelbau mit Pfeilerarkaden um einen Hof. Der rote Kastenturm,

bestehend aus zwei achteckigen Obergeschossen und

einer Balustrade überragt die den Hof umschließenden Gebäude.

Wir gehen aus dem gekommenen Torbogen hinaus und halten uns fortan immer

links. Später wandern wir vorbei an

*** Wassertürme des 17. Jhs. auf Untergeschossen des 15.

Jhs. Der große Turm besitzt zwei achteckige Obergeschosse

und eine Balustrade, der Kleine zwei sechseckige Obergeschosse

und ein Kuppelgeschoss.

Wir wandern zu

*** Rotes Tor, von Elias Holl 1622 über mittelalterlichem

Kern erbaut, mit dem Vortor von 1546, die Rundbastion von

1611.

Wir gehen vom roten Tor auf gekommenem Weg zurück, vorbei am Spital

und später an der Kreuzung „Spitalgasse“ rechts in die Kirche

*** St. Margareth. Die ehemalige Dominikanerkirche von

1521 wurde 1720 durchgreifend erneuert und ist mit einem

kleinen Türmchen samt Zwiebelhaube gedeckt.

Die Apsis. An der Decke über dem Altar die Zeichen Jehova,

Christus und Maria, Gemälde von 1803. – Altar von 1740: Altarblatt

mit Maria, Margaretha, Cosmas und Damian; darüber

die Taube, ganz oben Margaretha; seitlich zwischen den Sockeln:

Bischof und Florian.

Das Langhaus. Das Deckengemälde zeigt die Ausgießung des

Heiligen Geistes, 1803; in den Eckfeldern die vier Evangelisten.

– Linker Altar von 1740 mit Bild des Heiligen Blutes, flankiert

von Franziskus und Antonius, sowie im Auszug: Gottvater. –

Rechter Alter von 1740 mit dem Bild von der Kreuzesprobe der

allegorischen Reliefs auf dem Korb sowie drei Evangelistensymbolen

nebst dem Adler des Johannes auf der Weltkugel über

dem Schalldeckel. – Unter der Empore: Christus im Kerker, 18.

Jh. – Orgel und Prospekt, 1791.


Wir gehen aus der Kirche hinaus und halten Richtung. Kurz darauf wandern

wir links auf die „Kölzergasse“ und halten uns fortan immer rechts. Wir

kommen vorbei an rechts hinter alten Mauern liegender Kapelle

*** St. Godehard. Die Kapelle ist ein romanischer Bau aus

Tuffstein mit einem Rundbogenportal und Doppelfenstern, in

der Südwand: Spitzbogenarkaden aus Ziegelstein.

Viel später wandern wir auf dem „Ulrichplatz“ rechts in die

*** Ev. Ulrichskirche, ein Giebelbau von 1457. Die Kirche

wurde in einer großen Kaufstätte errichtet, die aber auch schon

als Grablege vornehmer Augsburger diente sowie als Vorhalle

für Ulrich und Afra. Im 16. und 17. Jh. wurde der Bau den Anforderungen

entsprechend umgestaltet.

Das Innere. An der Decke: Sinnbilder des Alten und Neuen

Testaments, Tugenden, Ranken und Blumen und vieles andere

mehr. – Der Altar zeigt im Blatt das Abendmahl. – Die Orgel ist

von 1721. – Die Westwand wird beherrscht von der Kanzel, um

1710, mit den vier Evangelisten auf dem Korb sowie Engeln,

auf Malta, 1680; 4. Eroberung Jerichos, 1682. – Über der Empore:

1. Daniel in der Löwengrube, 17. Jh.; 2. Schlacht der Israeliten

gegen die Amalekiter, 1669; 3. Martyrium Petri und Pauli,

17. Jh.; 4. Mariä Verkündigung und Heilige Sippe, beide um

1700. – An der Südwand: Taufe Jesu, 1690. – Die Emporen

sind von 1680.

Wir gehen aus der Kirche hinaus und nach links in die Kirche

*** St. Ulrich und Afra. 565 entwickelte sich über dem Grab

der Märtyrerin Afra (+304) eine Wallfahrt.

St. Afra

Als im Jahre 303 unter dem römischen Kaiser Diokletian die

Christenverfolgungen begannen, floh Bischof Narzissus von

Gerona nach Norden ins römische Kastell Augusta Vindelicorum,

das heutige Augsburg. Unterkunft suchend, wies man ihm

das Haus der Buhlerin Afra. Afra war von ihrer Mutter Hilaria

zum Venusdienst erzogen worden. Beide stammten aus Zypern

und hatten eine etwas dunklere Hautfarbe als die Nordeuropäer,

womit der Name Afrikanerin begründet ist. Afra nahm Narzissus

auf und sah mit Verwunderung, dass er betete. Sie fragte,

was das solle. Narzissus erzählte ihr vom Christentum. Afra war

beeindruckt und offenbarte sich ihm als Hetäre. Narzissus unterrichtete

sie und ihre Mutter im Glauben, woraufhin Afra in

ihrem Haus die erste Kirche Augsburgs einrichtete.

Narzissus begann, die Augsburger zu bekehren, verließ den Ort

jedoch nach neun Monaten und setzte seinen Gefährten Dionysius

zum ersten Bischof Augsburgs ein. Er kehrte nach Gerona

zurück und erlitt im Jahre 307 dort den Märtyrertod.

In Augsburg blieben die Aktivitäten der ersten Christen nicht

verborgen. Afra und Hilaria wurden verschiedener Vergehen

angeklagt und zum Götzendienst angehalten. Als Afra diesen

Dienst verweigerte, wurde sie im Jahre 304 zum Flammentod

verurteilt. Auf einer Insel im Lech wurde der Holzstoß errichtet.

Sie erstickte am Rauch, hingegen – wie es die Legende weiß –

blieb ihr Leib unversehrt. Sie wurde an jener Stelle begraben,

wo heute die Kirche Ulrich und Afra steht.

*

Der Bischof Ulrich wurde 973 hier zur Ruhe gelegt.

St. Ulrich

Um 890 wird Ulrich als Sohn des Hupald aus einem alemannischen

Geschlecht, aus dem die von Dillingen hervorgehen werden,

in Augsburg geboren. Seine Mutter Dietpirch ist eine Herzogstochter.

Ulrich wird im Kloster St. Gallen ausgebildet und

zum Geistlichen erzogen. Schließlich kommt er an den Hof seines

Onkel Bischof Adalbero in Augsburg und wird Kämmerer.

909 pilgert Ulrich nach Rom, erfährt vom zwischenzeitlichen

Tod seines Onkels, soll von Papst Sergius III. zum Bischof von

Augsburg ernannt werden, verweigert das Amt jedoch seiner

Jugend wegen. Somit wird Hiltin Bischof von Augsburg. Nach

dem Tod Hiltins, der die Verwüstungen der Stadt durch die Un-


garn hat hinnehmen müssen, ernennt König Heinrich I. Ulrich

zum Bischof von Augsburg. Hinfort steht Ulrich Heinrich I. und

Kaiser Otto I. als Berater zur Verfügung. Außerdem umgibt er

Augsburg mit einem steinernen Ringwall, baut die zerstörte

Afrakirche und den Dom wieder auf und gründet Klöster. – Als

die Ungarn 955 abermals einfallen verteidigt er die Stadt so

lange bis Kaiser Otto I. eintrifft. Mit Ulrich schlägt Otto die

Ungarn am 10. August 955 auf dem Lechfeld vernichtend. Ulrich

stirbt im Jahre 973.

*

1474 begann man das Langhaus der Benediktinerkirche hochzuziehen.

1500 wurde es vom Meister des Ulmer Münsters,

Burkhard Engelberg, vollendet. Kaiser Maximilian legte im selben

Jahr den Grundstein zum Chor, der wegen der Glaubenskämpfe

aber erst im Jahre 1603 vollendet war. Von den geplanten

Türmen wurde nur der Afraturm hochgeführt und 1594 mit

einer Zwiebelkuppel vollendet.

Das Äußere. Das große Eingangsportal von 1497 besitzt einen

kunstvollen Baldachin.

Das Chorhaus. Hauptaltar von Johann Degler, um 1605, mit

der Geburt Jesu, flankiert von den Figuren Johannes des Täufers

und Johannes des Evangelisten; darüber: Krönung Mariens,

begleitet von Petrus und Paulus; ganz oben: Verklärung Jesu.

Johann Degler

Hans Degler, der Muttergottesschnitzer von Weilheim, wird

1564 vermutlich in München geboren. Daten über ihn sind nur

spärlich bekannt. 1605 ist er neben seinem Kollegen Bartholomäus

Steinle in Weilheim zu finden. Zu seinen bedeutenden

Aufträgen zählt die Fertigung der drei Altäre und der Kanzel für

die Kirche St. Ulrich und Afra in Augsburg. Diese hervorragenden

Arbeiten bedeuten für ihn aber auch den Durchbruch zum

bedeutenden Bildhauer. 1607 wählt man ihn in den Rat der

Stadt Augsburg, wo er sich Verdienste erwirbt. Einundzwanzig

Jahre bleibt er Ratsherr. Daraufhin kann er zwei Häuser in der

Stadt erwerben. Der Dreißigjährige Krieg geht aber auch an ihm

nicht vorbei. Die Aufträge sind rückläufig. Schließlich versucht

er seine finanzielle Not durch den Verkauf seiner Häuser auszugleichen.

Aber das reicht nicht. Schließlich kommt er in den

Schuldturm. 1635 reißt ihn die Pestwelle, die schon seinen Kollegen

Georg Petel dahingerafft hat, in den Tod.

*

aus dem Chorhaus hinaus in die

Gruftkapelle, die Grabkapelle des Ulrich, von 1762, mit einer

Marmortumba, von P. Verhelst, und Grabkapelle der Afra, 20.

Jh., mit einem spätantiken Steinsarkophag, in dem ursprünglich

Afra beigesetzt worden war.

Die Vierung. Zelebrationsaltar mit Kreuzgruppe, Bronze, von

Hans Reichle; im Antependium: Beweinung Jesu, von Johann

Baptist Bergmüller, 1750.

Linker Querschiffarm. Altar von Johann Degler, um 1605, mit

dem Pfingstwunder; im Auszug: Feuermartyrium der Afra; seitlich

die Figuren von Märtyrern; in der Bekrönung: Maria; in der

Predella: Afra verweigert den Götzendienst, von 1873; in der

Mensa: Gebeine der Afra. – Außenwand: Tafelgemälde mit

Szenen aus dem Leben Ulrichs, um 1450, um eine spätgotische

Muttergottes herum. – Gestühl von 1605. Wir gehen hier links in die

Marienkapelle von 1601. Wir gehen aus der Sakristei hinaus ins

Linkes Seitenschiff. Kreuzwegstationen, von Januarius Zick,

um 1780. – Beichtstühle, von E. B. Bendl, 1712. – 1.

Bartholomäuskapelle der Zeit um 1600: Altar von 1598 mit einem

Bild von Hans von Aachen zwischen Philippus und Magdalena:

Krönung Mariens; darüber: Kreuzgruppe; seitlich: Petrus

und Paulus; im Antependium: Martyrium des Bartholomäus,


um 1635. – Sakrale Gegenstände des 9. bis 13. Jhs., darunter

Ulrichsgewand des 9./10. Jhs. – 2. Flügelaltärchen, um 1575,

mit Terrakottareliefs; auf den Flügeln: Heilige.

Rechter Querschiffarm. Altar von Johann Degler, um 1605,

mit der Auferstehung Jesu, begleitet von Figuren der vier Kirchenväter;

in der Bekrönung: Ulrichsmesse, flankiert von den

einen Engel, der Ulrich in der Ungarnschlacht auf dem Lechfeld

955 das Siegeskreuz überreicht.

Rechtes Seitenschiff. Kreuzwegstationen, um 1780, von Januarius

Zick. – Beichtstühle, von E. B. Bendl, 1712. – 1.

Georgskapelle von 1480 mit Altar von 1629, darin das Bild der

Maria im Chor der Engel mit Ulrich und Afra, 1587; im Antependium:

Georgs Martyrium; in der Mitte: Georgs Drachenkampf,

mit den Begleitfiguren aus dem 19. Jh.: Dionysius sowie

der Hilaria, die Onkel und Mutter der Afra waren. – Grabmal

für Graf Johann Jakob Fugger (1575) und seine Frau Ursula,

von Augsburg inne. Die Kapelle mit dem einen Baldachin bildenden

Simpertusbogen von 1492 und Jesus sowie Aposteln

aus Terrakotta auf den Marmorschranken von 1582 nebst eingelassenen

Gittern gilt als Grablege des Simpertus und ist ein

Musterbeispiel „barocker Spätgotik“ in Süddeutschland. – Das

Simpertusdenkmal von 1714 aus Marmor zeigt den Heiligen als

Helfer in der Not. – Der Altar an der linken Wand besitzt ein

Gemälde von 1737: Verklärung des Heiligen. – Die Wandgemälde

der Zeit um 1685 stellen dar, rechts des Denkmals:

Simpertus als Helfer; an der Westwand oben: ein Engel mahnt

Ulrich, das durch die Ungarn gefährdete Grab des Simpertus zu

schützen; darunter: Simpertus rettet Augsburg bei der

Mittelschiff. Die dreischiffige päpstliche Basilika wird im Westen

durch ein 1712 geschaffenes Gitter, das perspektivisch gesehene

Laubengänge darstellt, vom Vorraum getrennt; der

Künstler ist unbekannt; die Schreinerarbeiten schuf Ehrgott

Bernhard Bendl. – Stuckverzierte Decke des 18. Jhs. – Linker

Pfeiler: Muttergottes, um 1495, von Gregor Erhart.

Gregor Erhart

Gregor Erhart wird um 1740 in Ulm geboren und ist 1494 erstmals

nachweisbar. Er wohnt zu jener Zeit in Augsburg im Hause

seines Schwagers Adolf Daucher. 1496 heiratet er und bleibt

Augsburger Bürger, wo er eine Werkstatt betreibt, bis zu seinem

Tode. 1502 bis 1504 fertigt er mit Adolf Daucher, dem

Schreiner, und Hans Holbein d. Ä., dem Maler den Hochaltar

von Kaisheim. Er wird zu einem der bedeutendsten Bildschnitzer

der Spätgotik und nimmt im Süddeutschen Raum des 16.

Jhs. einen Platz ganz vorne ein. Viele seiner Werke sind leider

untergegangen. Gregor Erhart stirbt 1540 in Augsburg.

*

– Kanzel von Johann Degler, 18. Jh., mit den vier Evangelisten

auf dem Korb und Johannes dem Täufer auf dem Schalldeckel.

– Das Gestühl stammt aus dem Jahre 1712. – Weihwasserbecken

aus Bronze, von Hans Reichle, 1605. – Inmitten der

Westwand: Auferstehender Jesus, um 1605, von Johann Degler;

darüber: Ulrich und Afra, beide 18. Jh. – Die Orgel stammt von

1608.

Wir gehen aus der Kirche hinaus, halten Richtung über den „Ulrichsplatz“

und vorbei an links erbautem Haus Nr. 12,

*** Martini-Palais, Barockbau mit schöner Stuckdekoration,

gelangen auf die

*** Maximilianstraße, den Beginn der einstigen Via Claudia

Augusta, der römischen Kaiserstraße zwischen Deutschland und

Italien, die von hier aus über Innsbruck, über den Brenner und

Trient nach Verona führte. Die große Straße hat die Breite eines

Marktes. Die einst einheitlich historische Bebauung ist im Kriege

zerstört worden.

Kurz darauf wandern wir links auf die „Kapuzinergasse“ und zur Nr. 10,


*** Kathanhaus von 1750, außen mit Fresken von derselben

Zeit (1962 erneuert).

Wir kehren nun um. Auf der „Maximilianstraße“ wandern wir links und gegenüber

dem

*** Herkulesbrunnen (die Figuren sind Kopien), den Adriaen

de Vries im Jahre 1602 schuf, der den Helden Herkules im

Kampf mit der Schlange Hydra darstellt,

links in die

***** Staatsgalerie und Deutsche Barockgalerie (10-16 Uhr).

Die Museen sind in zwei historischen Gebäuden untergebracht.

St. Katharina, ist eine ehem. Dominikanerinnenklosterkirche,

eine einschiffige Halle von 1517, die 1835 umgestaltet wurde.

Gezeigt wird u. a. auch das Bild „Anbetung des Jesusknaben

durch die heiligen drei Könige“ von Leonhard Beck, einem

wichtigen Maler der Spätgotik, von dem nur wenige Bilder erhalten

sind. Umso wichtiger, dass ein Werk von Beck hier anzutreffen

ist.

Leonhard Beck

Beck wird um 1480 in Augsburg geboren. Seine ersten Unterweisungen

erhält er wohl bei seinem Vater, der ebenfalls Maler

ist. Später trifft man ihn in der Werkstatt von Hans Holbein d.

Ä. an, dem er 1501 in Frankfurt in der Dominikanerkirche bei

der Arbeit am Hochaltar als Gehilfe zur Seite steht. Um 1513

besitzt Beck in Augsburg ein Haus. Zwischen 1512 und 1518

gehört Beck zu den wichtigen Malern im Umkreis Kaiser Maximilians

I. (wie Burgkmair, Schäufelein und Dürer) und illustriert

Prachtdrucke. So gestaltet er die kaiserliche Chronik

„Theuerdank“ mit. Als Holzschneider und Illustrator besitzt er

zu der Zeit schon großen Rang. Becks berühmtester Schüler ist

Christoph Amberger. Beck stirbt 1542 in Augsburg.

*

Mit dem Museumsbesuch beenden wir den Besichtigungstag.

Augsburg 1

RK D10

Ende

*

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