Willkommen in Schermbeck

drmagdanz

Schermbeck ist immer eine Reise wert - in die Region auf der Nahtstelle zwischen Niederrhein, Münsterland, Ruhrgebiet und Westfalen. Hier erwartet Sie auf 111 Quadratkilometern viel ursprüngliche Natur, verschiedene Kulturlandschaften, die es zu entdecken gilt, viel Platz für sportliche Aktivitäten und ein kulinarisches Angebot, das Sie in einer so kleinen Gemeinde überraschen wird. Kommen Sie für einen Besuch, ein Wochenende oder für Ihren Urlaub zu uns! Wir freuen uns auf Sie!

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Geschichte und Sehenswürdigkeiten

Geschichte und

Sehenswürdigkeiten…

BEWEGTES LEBEN AN DER GRENZE – SCHERMBECKER GESCHICHTE

WELCHE GRENZE? ERST AUF DEN ZWEITEN BLICK FINDEN SIE DIE HINWEISE,

DASS SICH IN DER SCHERMBECKER HISTORIE VIELES UM GRENZVERLÄUFE,

RELIGIONSZUGEHÖRIGKEIT UND HOHEITSGEBIETE DREHTE.

Auf den ersten Blick liegt der Schermbecker Ortskern ungeteilt

inmitten einer großen Flächengemeinde, die sich auf fast

111 Quadratkilometern und über acht Ortsteile erstreckt. Wer

hier lebt, weiß allerdings, dass viele Jahrhunderte lang ein

Riss mitten durch das heutige Gemeindegebiet ging. Lassen

Sie sich die Augen öffnen für die bewegte Geschichte!

Mittelfränkisches und ostfränkisches

Reich stießen in Schermbeck aneinander

Schon als das Reich Karls des Großen im Vertrag von Verdun

geteilt wird, gehörte die heutige Gemeinde zu zwei verschiedenen

Reichen: Das heutige Schermbeck fiel an das mittelfränkische

Reich unter König Lothar, das heutige Altschermbeck

und seine Ländereien gehörte zum ostfränkischen Reich.

Damit ist die erste bekannte Grenzgeschichte an diesem Ort

schon über 1100 Jahre her. Auch später gibt es immer wieder

zwei Erwähnungen: Beispielsweise um das Jahr 1300 ist ein

reger Marktverkehr überliefert, der zur Hansegrafschaft Borken

gehört, nördlich von Schermbeck gelegen. Der Schermbecker

Zoll hingegen gehört den Grafen von Kleve, die von

Schermbeck angefangen Richtung Westen regierten. Wenig

später wird die Schermbecker Burg, früher auch Wasserschloss

genannt, zum ersten Mal urkundlich erwähnt, was

ebenfalls mit den Klever Fürsten assoziiert wird. Kurz darauf

wieder eine Teilung: Die Gerichtshoheit obliegt im westlichen

Teil den Grafen von Kleve, der östliche Teil – das heutige Altschermbeck

– unterstand dem Ritter Wessel von Lembeck.

Herzogtum Kleve und Bistum Münster –

zwei Welten in Schermbeck

Deutlicher wird die Trennung, als im Jahr 1416 die Stadtmauer

mit zwei Toren und acht Türmen zur Befestigung der Stadt

Schermbeck errichtet wird. Ein Teil der historischen Stadtmauer

ist heute noch zum Beispiel an der Straße Zum Bleichwall

zu sehen. 1417 wird dieser befestigte und geschützte Teil

erstmals als Stadt bezeichnet – ein Attribut, das der Gemeinde

heute längst wieder abhanden gekommen ist. Damals war

die Erhebung zur Stadt politisches Kalkül, um der Gemeinde

gegen das Münstersche eine Bedeutung zu geben. Direkt an

der Grenze zum Bistum Münster war es wichtig, sich als klevischer

Grenzort mit einiger Bedeutung zu behaupten. Die

klevische Vormacht in Schermbeck endet 1609, als der letzte

klevische Herzog Johann Wilhelm stirbt, ohne Erben zu hinterlassen.

Das Haus Brandenburg gewinnt den Erbfolgekrieg.

Der brandenburgische Kurfürst bestimmt nun über die Geschicke

Schermbecks.

Katholisches Westfalen und evangelisches

Rheinland – Nahtstelle Schermbeck

Die Teilung bleibt. 1823 gehörte Schermbeck zu drei unterschiedlichen

Bürgermeistereien: Schermbeck zum Kreis Rees,

Altschermbeck zum Kreis Recklingshausen, Gahlen zum Kreis

Duisburg. Und doch wird es übersichtlicher: Auf Schermbecker

Gebiet schließen sich die lutherische und die reformierte

Gemeinde zusammen, gleichzeitig gehören die Katholiken

Schermbecks, Overbecks und Brichts nach Altschermbeck.

Die Grenze wird nun zunehmend konfessionell definiert. Eine

Teilung, die bis heute ihre Nachwirkungen hat. Die strikte

Trennung bleibt bestehen, als im Jahr 1946 das Bundesland

Nordrhein-Westfalen gegründet wird und Rheinland und

Westfalen plötzlich zusammengehören. Die Trennlinie zwischen

dem evangelischen Schermbeck und dem katholischen

Altschermbeck bleibt bestehen. Schließlich feiert man hier

seit 1877 zwei Schützenfeste, geht in zwei Kirchen und in

verschiedene Schulen. Erst die kommunale Neugliederung im

Jahr 1975 macht die beiden Orte zu einem. Das neue Schermbeck

gehört nun einheitlich zum Kreis Wesel. Doch für viele

Alteingesessene ist die unsichtbare Linie, die knapp südlich

der Ludgeruskirche verläuft, immer noch Grenze und trennt

zwei Welten voneinander. Können Sie sie sehen?

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