s'Positive Magazin 01.2017

onexmagazin

AUSGABE 1 JANUAR 2017

Der Hai-Flüsterer

Erich Ritter ist fasziniert von Haien. Er geht mit ihnen

auf Tuchfühlung und setzt sich für ihren Artenschutz ein.

GESPRÄCHSTECHNIK

Wie man uns dazu

bringt, gegen unseren

Willen zu handeln.

MAFIA-HAUPTSTADT

Augenschein in der

sizilianischen Stadt

Corleone.

SC LANGENTHAL

Wie würde der Klub

den Aufstieg in die

NLA verkraften?


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EDITORIAL / INHALT

Liebe Leserin,

lieber Leser

4

Falschinformationen haben es in sich.

Auch mit Hilfe von Fake-News kam der

neue amerikanische Präsident an die

Macht. Mit Falschinformationen (oder

-interpretationen) werden auch bei uns

Abstimmungen gewonnen. Falsche Informationen

werden eingesetzt, um wirtschaftliche

oder politische Ziele zu erreichen.

Doch manchmal sind Falschinformationen

auch unser Glück. So wie in dieser

Ausgabe: Gemäss Wikipedia stammt Dr.

Erich Ritter aus Oftringen. Doch der Hai-

Forscher dementiert. Er sei ein echter Zürcher.

Ohne diese Falschmeldung wären wir

wohl nicht auf ihn gestossen und hätten

somit ein spannendes Interview verpasst.

Es ist nicht alles schlecht, was falsch ist!

Nicht nur mit Falsch informationen, sondern

mit Schweigen glänzt die Mafia, die

in Sizilien ihren Ursprung hat. Klaus Zaugg

hat die «Mafia-Hauptstadt» Corleone besucht

und berichtet uns davon.

Falschinformationen werden auch eingesetzt,

wenn Menschen manipuliert werden.

In dieser Ausgabe geht es auch um

Manipulationstechniken und Manipulation

in Gesprächen. Ganze Berufsgruppen sind

darin ausgebildet und haben deshalb gegenüber

anderen Personen Vorteile. Wer

die Techniken kennt, kann sich dagegen

schützen.

Hoffentlich nicht manipuliert wird beim

SC Langenthal, der bis dato eine tolle Saison

spielt und für die NLB-Meisterschaft zu

favorisieren ist. Könnten die Oberaargauer

eventuell sogar in die NLA aufsteigen?

Viel Spass beim Lesen

Ihr Bruno Wüthrich

IMPRESSUM

Herausgeber: one X Services

Redaktion: Bruno Wüthrich,

Klaus Zaugg

Layout: tnt-graphics AG,

8305 Dietlikon,

www.tnt-graphics.ch

Auflage: 69 000 Exemplare

Druck: LZ Print,

Luzerner Zeitung AG

Versand: Die Post

Inserate-Annahme und Redaktion:

inserate@spositive.ch

22

4 UNTER HAIEN

Erich Ritter spricht im

Interview über die Meeres-

Raubtiere. Sein Wissen über

Haie ist gross, seine Angst

vor ihnen trotz eines Unfalls

nur gering.

16 MANIPULATION

Im Alltag werden wir in

Gesprächen immer wieder

manipuliert. Wer weiss, wie

die Mechanismen funktionieren,

kann sich davor

schützen.

20 LAUTER BÄUME

Wie viele Bäume es auf der

Welt gibt, ist ungewiss.

Aber sicher sind es viel

mehr, als bisher vermutet.

22 HAUPTSTADT DER MAFIA

In der Kleinstadt Corleone

auf Sizilien soll die Mafia

gegründet worden sein. Ein

Augenschein vor Ort lässt

dies aber nicht vermuten.

28 SC LANGENTHAL

Was würde es bedeuten,

wenn der SC Langenthal in

die NLA aufsteigt? Eine

Auslegeordnung zu den

Chancen und Risiken.

34 DIE SEITE DER LESER

Leserbriefe

20

16

Foto: Marcel Bieri, Shutterstock

28

s’Positive 1/ 2017 3


4 s’Positive 1 / 2017


INTERVIEW

Ein Leben

mit dem

Meeresräuber

Der Haiforscher Dr. Erich K. Ritter interessiert sich

seit seiner Kindheit für Haie und lässt sich auch

durch einen schweren Unfall nicht von seiner

Leidenschaft abbringen. Von ihm erfahren wir, was

alles falsch läuft in der Beziehung Mensch—Hai.

TEXT: KLAUS ZAUGG UND BRUNO WÜTHRICH

FOTOS: MARCEL BIERI, ROBERT WILPERNIG, TIMO DERSCH

s’Positive 1 / 2017 5


INTERVIEW

«Wir werden schon ein bisschen als

Cowboys gesehen. Wir müssen

zu den Haien ins Wasser gehen, um

Reaktionen zu provozieren und

herauszufinden, wie sie wirklich sind.»

Haie sind ebenso faszinierende

wie furchterregende Tiere. Aber

sie sind längst nicht so gefährlich,

wie wir dies befürchten,

und es kursieren viele Vorurteile

über dieses hoch entwickelte Wesen, von

dem es über 500 Arten gibt. Im Gespräch mit

Dr. Erich Ritter erfahren wir, wie der Mensch

mit Haien umgehen muss, was geschieht,

wenn die Haie aussterben, und wie es trotz

seines Wissens über diese Tiere zu seinem

Unfall kommen konnte.

s’Positive: Wissen Sie, wie wir darauf gekommen

sind, Sie zu für ein Interview

anzufragen?

Erich Ritter: Nein.

Weil wir Sie auf Wikipedia unter Oftringen

gefunden haben. Sie sollen einer der Söhne

dieser Stadt sein. Oftringen liegt im

Verteilgebiet von «s’Positive», und es interessiert

uns, wie einer aus dem Oberaargau

zum Haiforscher wird.

Auf Wikipedia ist tatsächlich vermerkt, dass

ich dort aufgewachsen sein soll. Aber es

stimmt nicht.

Also eine Fake-News, wie es heute so Mode

ist?

Wahrscheinlich schon.

Sie haben also keine Beziehung zum

Oberaargau?

Nein. Ich bin ein waschechter Zürcher.

Aber Langenthal kennen Sie?

Ja, das ist mir ein Begriff.

Werden auch über die Haie ähnliche

Falschmeldungen wie über ihren Geburtsort

verbreitet?

Ja, das ist leider so. Überall wo ich hinkomme,

muss ich Vorurteile korrigieren und es

ist meine Mission, die Wahrheit über die

Haie dem Publikum näher zu bringen.

Erich Ritter in seinem Element kurz vor

einem Tauchgang zu den Haien.

Dann ist wahrscheinlich das meiste, was

wir über Haie wissen, falsch?

Das ist leider so. Immer wieder wird beispielsweise

verbreitet, Menschenblut locke

Haie an. Diese Blutgeschichte scheint tief

verwurzelt zu sein. Es ist auch nicht so, dass

Haie einen Surfer mit einer Robbe verwechseln.

Es geht mir darum zu zeigen, dass Haie

nicht so sind, wie wir glauben.

Wie machen Sie das? Wie erforschen Sie

das Verhalten der Haie?

Wir werden schon ein bisschen als Cowboys

gesehen. Wir müssen zu den Haien ins Wasser

gehen, um Reaktionen zu provozieren

und herauszufinden, wie sie wirklich sind.

Sie gehen in Tuchfühlung mit den Haien?

Ja. Bei den Experimenten mit dem weissen

Hai bin ich meistens alleine im Wasser.

Mit dem gefährlichsten aller Räuber.

Nein, das ist er nicht. Ein weisser Hai ist vier

bis fünf Meter lang und imposant und hat

uns schon im Kino erschreckt. Aber er ist

vergleichsweise harmlos und langweilig. Der

viel kleinere Schwarzspitzenhai beisst beispielsweise

öfter, der ist echt ein kleiner

Arsch, vor dem man sich in Acht nehmen

muss, mit dem aber auch das Schwimmen

mehr Spass macht. Der ist nur anderthalb

bis zwei Meter lang, weiss nicht mal, wie

man richtig beisst, aber wenn man mit dem

im Wasser ist, muss man permanent aufpassen,

wo er sich gerade befindet.

Wie viele Haiarten gibt es überhaupt?

Etwa 500 verschiedene Arten, aber bis heute

haben nur etwa 30 davon einen Menschen

gebissen und sechs oder sieben Arten sind

für 99 Prozent der Unfälle verantwortlich.

Die Gefahr wird weit übertrieben. Weltweit

kommt es im Jahr lediglich zu 80 bis 100

Unfällen und fünf bis sechs Todesopfern.

Sie versuchen, mit Ihrer Forschung Hai-

Unfälle zu verhindern?

Wir versuchen herauszufinden, wie sich der

Mensch gegenüber einem Hai richtig verhalten

muss. Wie kann ich den Hai abwehren?

Das war in den 1990er Jahren der Ansatz

meiner Forschung. Damals ging nie jemand

freiwillig zu einem Hai ins Wasser. Wir liessen

uns auf etwas völlig Neues ein und es gab

gegen unsere Arbeit fast nur Vorurteile. Wir

sind von den anderen Forschern schräg angeschaut

worden. Ich musste erst einmal erfahren,

welche Schwierigkeiten es mit sich

bringt, wenn man etablierten Forschern auf

den Füssen herumsteht und sie mit neuen

Methoden provoziert. Noch heute wollen die

wenigsten Forscher zu den Haien ins Wasser.

Wie sind Sie als Zürcher darauf gekommen,

Haiforscher zu werden?

6 s’Positive 1 / 2017


Auf Tuchfühlung

mit Bullenhaien.

In einer solchen

Situation kam es zum

schweren Unfall von

Erich Ritter.

s’Positive 1 / 2017 7


INTERVIEW

ZUR PERSON

Erich Ritter

Erich Ritter (* 30. Dezember 1958 in

Zürich) ist Biologe und der weltweit

führende Verhaltensforscher für

Haie. Er studierte Zoologie und Paläontologie

an der Universität Zürich

und an der Rosenstiel School der University

of Miami. Danach promovierte

er auf dem Gebiet der Verhaltensökologie

bei Fischen.

Erich Ritter ist Gründungsmitglied

und war bis 2005 wissenschaftlicher

Leiter von Sharkproject e.V., arbeitet

in der Verhaltensforschung von Haien

und beschäftigt sich insbesondere

mit der Hai-Mensch-Beziehung. Er

analysiert und rekonstruiert Haiunfälle

und stellt die Ergebnisse den

Opfern und deren Angehörigen zur

Verfügung. Die Unfall-Analysen werden

im Global Shark Attack File am

Shark Research Institute in Princeton

USA publiziert.

Alle Experimente werden mit und

meist in Interaktion mit den Tieren

in freier Wildbahn primär auf den

Bahamas und in Südafrika durchgeführt.

Durch seine Forschung entwickelte

Ritter das Interaktionskonzept

ADORE-SANE. Als renommierter Hai-

Forscher berät er unter anderem die

Deutsche Marine, die US Navy und die

US Air-Force im Umgang mit Haien.

Nach diesem Konzept gibt es keine

gefährlichen, willentlich aggressiven

Haie, sondern nur gefährliche Situationen

mit Haien. Aus seinen Forschungsergebnissen

leitete Erich

Ritter eine Reihe von Massnahmen

und Verhaltensregeln ab, mit denen

gefährliche Situationen mit Haien

vermieden werden können.

Seine Forschungsergebnisse zeigen

Haie als intelligente Tiere und widersprechen

den gängigen Vorstellungen,

wie sie durch die Medien und die

Filmindustrie verbreitet werden.

Erich Ritter setzt sich für den Erhalt

und Schutz der Haie ein.

Auf den Bahamas betreibt er eine

wissenschaftliche Station, das Shark

Education and Research Center

(SERC). Er lebt in Florida (USA) und

kommt für Aufträge im Zusammenhang

mit seinen Forschungen hin und

wieder in die Schweiz. Bei dieser

Gelegenheit haben wir ihn getroffen.

Ein Leben für die Haie: Erich Ritter

mit einem seiner Bücher.

Weil ich irgendetwas angestellt hatte, erhielt

ich Stubenarrest. Damals war ich etwa sieben

Jahre alt. Aber wir hatten seit kurzem einen

Fernseher in der Stube und als ich alleine

war, schaltete ich das Gerät ein. Ein Fernseher

war Ende der 50er Jahre noch etwas ganz

Besonderes. Es wurde eine Sendung über

Haie gezeigt und gesagt, dies seien sehr gefährliche

Tiere. Ich war von den Bildern fasziniert

und konnte nichts Gefährliches erkennen.

Dies ging mir nicht mehr aus dem Kopf

und ich verschlang fortan alles, was ich über

Haie erfahren konnte. Als ich ungefähr zehn

Jahre alt war, las ich auch die Geschichte von

Dr. Dolittle, der mit den Tieren sprechen

konnte. Von da an war ich ebenfalls überzeugt,

mit Tieren sprechen zu können. Als

ich dann zwölf war, sagte ich meiner Mutter:

Ich will Haidoktor werden.

Haidoktor? Wie stellten Sie sich dies vor?

Das konnte ich mir noch nicht recht vorstellen.

Ich begann dann, an der ETH in Zürich

«Als ich das Spital verlassen konnte, hatte

die Universität meine Kurse gestrichen,

meine Sponsoren waren weg, ich sass auf

einer halbe Million Dollar Schulden und

war zusätzlich noch behindert.»

Biologie zu studieren, merkte aber bald, dass

dies nicht meine Welt ist. Ich ging dann zur

Uni, die zwar auch nicht meine Welt war,

hatte jedoch bei meinem Zoologiestudium

das Glück, einen Professor zu finden, der es

mir ermöglichte, mich auf die Verhaltensweise

der Haie zu spezialisieren. Irgendwann

habe ich die Hörsäle verlassen und auf den

Bahamas eine Hai-Forschungsstation aufgebaut.

Ich entschied mich, meine akademische

Laufbahn zu beenden, um wieder vermehrt

im Wasser zu sein. Seither verbringe ich neun

Monate im Jahr im Wasser mit Haien.

Wie lebt es sich als Haiforscher?

Ein normales Leben ist es sicher nicht. Ich

lebe vornehmlich aus dem Koffer. Aber mir

war es immer wichtig, Feldforschung machen

zu können. Jetzt bin ich zwar wieder an einer

Universität, der Universität von West Florida,

muss dort aber nicht unterrichten.

8 s’Positive 1 / 2017


Erich Ritter wurde

lebensgefährlich

verletzt nach einem

Unfall mit einem Hai.

Er sagt: «Es war keine

Attacke.»

Wie war es möglich, Ihren Traum zu verwirklichen?

Ich hatte in den USA von allem Anfang an

mit einer grossen Medienpräsenz Glück. In

den 1990er Jahren kamen die Tier- und

Abenteuer-TV-Kanäle auf. Haie waren sexy

und da war dieser Verrückte, der mit den

Haien herumschwamm.

Ungefährlich war das nicht. Sie sind einmal

gebissen worden.

Daran bin ich fast gestorben und ich hinke

heute noch. Das war natürlich ein gefundenes

Fressen für die Medien und die Schadenfreude

bei den Fachkollegen war gross.

Schliesslich wurde ausgerechnet derjenige,

der behauptet, mit den Haien kommunizieren

zu können, gebissen. Ich verbrachte

nach diesem Unfall fünfeinhalb Wochen auf

der Intensivstation und als ich das Spital

verlassen konnte, hatte die Universität meine

Kurse gestrichen, meine Sponsoren waren

weg, ich sass auf einer halben Million

Fütterung des Riesen: Ein Tigerhai lässt

sich verwöhnen.

Dollar Schulden und war zusätzlich noch

behindert. Dies alles war wirklich hart, aber

trotzdem zögerte ich keine Sekunde, meine

Arbeit sofort wieder aufzunehmen, sobald

dies möglich war. Schliesslich hat sich dieser

Unfall als Glücksfall erwiesen. Meine Rückkehr

war die Sensation. Der Verrückte ist

wieder da und schwimmt wieder mit den

Haien! Die Medienpräsenz war grösser als

je zuvor.

Warum sind Sie gebissen worden?

Wir konnten den Unfall später aufgrund von

Filmaufnahmen analysieren. Es war nicht

mein Fehler. Wenn ich im hüfttiefen Wasser

mit Haien arbeite, dann passt immer ein

Spotter auf, um mich zu warnen, wenn ein

Hai hinter mir ist. Ich bin nicht gewarnt worden

und so bin ich von hinten von einem Hai

ins Bein gebissen worden. Es war kein Angriff.

Es war lediglich der Gaumenbiss eines

Haiweibchens. Sie wollte mit dem Biss herausfinden,

ob ich Futter bin, das ihr

schmeckt, da ich vor dem Unfall schon längere

Zeit in einem Geruchskorridor stand,

um eben genügend Haie um mich herum zu

haben, weil wir fürs Fernsehen drehten.

Doch dann kam sie nicht mehr weg und geriet

unter Stress. Um trotzdem möglichst

schnell wegzukommen, versuchte sie, mein

Bein zu durchbeissen, was ebenfalls nicht

gelang. Deshalb wollte sie mich ins tiefere

Wasser ziehen.

s’Positive 1 / 2017 9


INTERVIEW

«Einen Hai kannst du, wenn er

auf dich zuschwimmt, sanft zur

Seite schieben. Diese Berührung

kennt er im Umgang mit seinen

Artgenossen.»

Hätten Sie etwas dagegen tun können?

Ja. Hätte ich gewusst, dass sich ein Hai von

hinten nähert, hätte ich mich nur umdrehen

und sie zur Seite schieben müssen und nichts

wäre passiert.

Zur Seite schieben?

Ja. Einen Hai kannst du, wenn er auf dich

zu schwimmt, sanft zur Seite schieben. Diese

Berührung kennt er im Umgang mit seinen

Artgenossen. Das Signal ist ihm also bekannt.

Ihm auf die Schnauze zu schlagen ist

hingegen falsch. Auch hier wurden die Menschen

falsch informiert. Ein solches Verhalten

kennen Haie nicht. Deshalb löst das bei

ihnen Stress aus. Es hilft auch, einem Hai,

der auf dich zu kommt, entgegenzuschwimmen

und in die Augen zu schauen. Dann

dreht er meistens ab und zieht sich auch

etwas zurück, weil er meint, ein potenzielles

Raubtier vor sich zu haben. Er will einen

Zusammenstoss vermeiden. Wir reagieren

falsch, wenn wir unsere Ängste in dieses Tier

hineinprojizieren, weil wir nicht wissen, was

dieses Tier will. Deshalb ist es so wichtig,

herauszufinden, wie Haie denken und wie

sie sich in einer Begegnung verhalten.

Kehren wir noch einmal zu Ihrem Unfall

zurück. Wie haben Sie es geschafft, diesen

Zwischenfall zu überleben?

Ich versuchte zuerst, an seine Kiemen heranzukommen.

An dieser Stelle sind Haie sehr

empfindlich, weil sich ihr Herz gleich dahinter

verbirgt. Wenn sie gegeneinander kämpfen,

dann gehen sie einander an die Kiemen.

Das gelang mir nicht und er zog mich ins

tiefere Wasser. Doch es gelang mir, mit meinem

rechten Bein nochmals Boden zu fassen

und mich gegen die Bewegung des Hais zu

stemmen. Dies führte schliesslich dazu, dass

mir die ganze Wade und auch das Wadenbein

weggerissen wurden. Es gelang mir

danach noch, mich an den Strand zu schleppen.

Ich hatte riesiges Glück. Bis ich im Krankenhaus

in West Palm Beach war, hatte ich

60 Prozent meines Blutes verloren. Auf dem

Flug von der Bahamasinsel nach USA musste

ich wach bleiben. Wenn ich bewusstlos

geworden wäre, hätten sich die Wunden

ganz geöffnet und ich wäre verloren gewesen.

Auf einmal dämmerte ich trotzdem weg,

ich spürte und akzeptierte, dass ich jetzt

sterbe. Alle Schmerzen waren auf einmal

weg und und eine schöne Wärme umgab

mich. Ich verspürte keinerlei Angst, einfach

nur diese schöne Wärme. Und mitten in mein

Delirium sagte der Pilot plötzlich: Hey, ich

sehe West Palm Beach, wir schaffen es. Sofort

war ich wieder hellwach, und auch die

Schmerzen kehrten zurück. Wäre der Flieger

nicht schon vor Ort, gewesen, wo der Unfall

geschah, und hätten wir das

Bein nicht abgebunden – ich

hatte neben den abgerissenen

Teilen auch eine offene Arterie

– hätte ich es nicht geschafft.

Und sie wagten es, nachher

wieder zu den Haien ins Wasser

zu steigen?

Es war sehr schwierig für mich.

Ich konnte einfach nicht verstehen,

warum es zu diesem Unfall

gekommen war. Etwas stimmte nicht. Erst

auf einem Film haben wir dann gesehen,

dass ich nicht gewarnt worden bin, als sich

der Hai von hinten näherte. Dieser Film über

meinen Unfall ist inzwischen die am häufigsten

gesehene Haidokumentation der Welt

neben dem Kinofilm «Der weisse Hai».

Wenn wir Sie so reden hören, kämen wir

nie auf den Gedanken, dass Haie gefährliche

oder gar böse Tiere seien. Uns kommt

da fast eher der Ausdruck «vorsichtig» in

den Sinn. Sind Haie vorsichtige Tiere?

Ja. Deshalb spreche ich von Unfällen und nie

von Haiangriffen oder -attacken. Eine Attacke

ist ein bewusster Versuch, Schaden anzurichten

und zu töten. Das tut ein Hai nicht.

Er ist zwar ein Raubtier, aber wäre er draufgängerisch

und angriffslustig, würde er sich

unnötig in Gefahr bringen, da er nicht weiss,

was ein Mensch ist und er uns entsprechend

als potentiell gefährlich ansieht. Er ist neugierig,

aber vorsichtig und zurückhaltend.

Er befindet sich ständig in einem Dilemma:

nachschauen, was da schwimmt oder lieber

auf Distanz bleiben? Wir haben inzwischen

über 4000 Haiunfälle dokumentiert und drei

Viertel aller Bisse sind Gaumenbisse. Also

nicht die Folge von Angriffen. Sondern von

Neugier. Der Hai will damit herausfinden,

ob etwas als Nahrung taugt. Diese Gaumenbisse

können wir durch richtiges Verhalten

vermeiden. Wie ich vorhin erwähnt habe:

Weil wir wissen, wie sich der Hai verhält,

können wir Unfälle vermeiden.

Sieht man einem Hai an, ob er freundlich

ist oder vielleicht doch gestresst?

Ja. Ich kann aufgrund des Schwimmmusters

erkennen, ob der Hai ruhig ist, ein wenig

kundschaftet oder ob er sich gestresst fühlt.

10 s’Positive 1 / 2017


Erich Ritter bei

seiner Arbeit mit

zwei ZItronenhaien:

Berührungen sind

kein Problem –

wenn man weiss, was

man tut.

Das Medieninteresse an Erich Ritter ist riesig.

Wenn er die Flossen nicht nach unten drückt,

sondern sie flach hält, ist er entspannt, er

kann in dieser Haltung nicht schnell reagieren.

Ein offenes Maul signalisiert ebenfalls

ein Wesen, das nicht im Stress ist.

Sind diese Zeichen verlässlich?

Ja, wir haben noch nie erlebt, dass sich ein

Hai bei flach gehaltenen Flossen gleichzeitig

gestresst verhalten hat. Er ist dann auch nur

eingeschränkt manövrierfähig.

Ein Hai hat ja eigentlich allen Grund, entspannt

zu sein – er hat keine Feinde.

Ganz so ist es nicht. Ein ausgewachsener

weisser Hai hat zwar ausser dem Menschen

keinen Feind zu fürchten. Aber wenn er jung

ist, muss er sich vor seinen Artgenossen in

Acht nehmen, oder Grosshaien anderer Art.

Es kommt vor, dass sich Haie gegenseitig

fressen.

Auch unter gleichen Arten?

Ja, auch.

Dann können wir in Abwandlung des lateinischen

Spruches «der Mensch ist des Menschen

Wolf» sagen: «Der Hai ist des Haien

Hai».

So ungefähr. Aber Haie sind auch soziale

Wesen. Wir haben herausgefunden, dass

beispielsweise drei oder vier Tiere in Sozialverbänden

monatelang zusammenbleiben,

ohne dass sexuelle Komponenten im Spiel

sind oder eine Überlebensnotwendigkeit besteht.

Es scheint, dass sie einfach miteinander

mehr Spass haben, das Jagen einfacher

und das Leben angenehmer ist.

Was auf eine sehr hohe Intelligenz schliessen

lässt.

Ja, wir vergessen oft, dass der Hai ein sehr

hochentwickeltes Tier ist. Er verhält sich

durchaus ähnlich wie ein Hund. Aber eben,

so wie es den Hund nicht gibt, so gibt es auch

nicht den Hai. Jedes Tier hat seine eigene

Persönlichkeit.

Aber er ist kein Kuscheltier wie der Hund.

Nein, natürlich nicht im herkömmlichen Sinne.

Aber er lässt menschliche Nähe durchaus

zu und lässt sich berühren und kraulen.

Hat der Hai eventuell auch wegen seines

Aussehens ein Imageproblem? Wenn man

so einen Hai von der Seite vorbei schwimmen

sieht, dann ist es ein sehr schönes

Bild. Aber wenn man ihn mit offenem

Maul von vorne sieht, ist nicht viel Freundlichkeit

zu erkennen. Obwohl er, wie Sie

ja gesagt haben, gerade mit offenem Maul

eher freundlich gestimmt ist.

Ja, das ist so. Wer sich mit Haien nicht auskennt,

kann unmöglich erkennen, ob er jetzt

gut drauf ist oder nicht. Ein Hai schaut nun

mal einfach nicht freundlich drein. Obwohl

zum Beispiel der Zitronenhai durchaus ein

Lächeln besitzt, was natürlich nur so rüberkommt,

weil die beiden Maulwinkel nach

oben gezogen sind. Aber wenn ein Hai mit

geschlossenem Maul auf dich zukommt,

dann zeigt dir dies, dass er nicht entspannt

ist. Obwohl er gerade dann sogar ein bisschen

freundlicher aussieht. Mit geschlossenem

Maul kann er keinen Sauerstoff aufnehmen,

da der Wasserfluss durchs Maul und

über die Kiemen unterbrochen ist. Das kann

nicht positiv sein, und weist auf Stress hin.

Doch auch dies weist nicht auf einen bevorstehenden

Angriff, sondern eher auf eine

bevorstehende Flucht hin.

Sie haben die Gaumenbisse angesprochen,

mit denen der Hai abklärt, ob etwas

als Futter taugt. Ihr eigener Unfall begann

mit einem solchen Gaumenbiss. Weshalb

muss der Hai dies beim Menschen erst

noch abklären?

Der Hai weiss nicht, was wir sind. Wäre der

Mensch Teil der Evolution des Hais gewesen,

so würden wir mit Sicherheit auch gefressen.

Doch wir waren kein Teil seiner Evolution,

denn Haie gab es schon lange, bevor es Menschen

gab. Deshalb müssen Haie jeweils

herausfinden – sollten sie sich trauen – ob

s’Positive 1 / 2017 11


INTERVIEW

Schulung im Umgang mit Haien.

Erich Ritters «Shark School» auf den Bahamas.

wir eine potentielle Beute sind. Weil wir einerseits

relativ gross sind, – grösser als die

meisten Haiarten – ist aus der Sicht des Hais

Vorsicht geboten, speziell auch deshalb, weil

Unbekanntes mit Gefahr verbunden wird. Es

könnte sich ja möglicherweise herausstellen,

dass wir zurückbeissen oder uns so wehren

können, dass das Leben des Hais bedroht

sein könnte. Unsere Sicherheit ist dieses Unwissen,

das ein Hai mit uns verbindet.

Können zwischen Haien und Menschen

auch so etwas wie Beziehungen entstehen?

Wenn sich Haie mal an einen Menschen gewöhnt

haben, so dass sie sich entspannen

können, kann man mit ihnen alles machen.

Wir haben an einem Ort einige ausgewachsene

Tigerhaie. Die können wir nahe an uns

heran nehmen, sie kratzen, dann lehnen sie

sich an und schauen dich an. Das ist fast wie

bei einem Hund.

Haben Haie unterschiedliche Charaktere,

auch wenn es sich um die gleiche Art handelt?

Jeder Hai, egal von welcher Art, ist ein Individuum.

Wenn man länger mit ihnen im

Wasser ist, erkennt man die Eigenheiten jedes

einzelnen. Es reagiert auch nie ein Hai

genau gleich wie der andere.

Sie haben herausgefunden, was bei einer

unverhofften Begegnung mit einem Hai

hilft. Wie können Unfälle sonst noch vermieden

werden?

Leider haben Regierungen und Behörden

wenig Verständnis für die Unfallverhütung.

An den Stränden von Florida kommt es zu

den meisten Unfällen weltweit. Aus einem

ganz besonderen Grund. Die meisten Strände

haben Piers, die ins Meer hinaus gebaut

sind, und von denen aus gefischt wird. Dadurch

werden Haie angelockt. Wenn man

beispielsweise das Fischen zwischen 10 und

18 Uhr verbieten würde, könnten die meisten

Unfälle verhindert werden. Aber davon will

niemand etwas wissen, ein Fischereiverbot

«Wenn der Hai stirbt,

dann stirbt das Meer.»

wegen Haigefahr wäre eine Einschränkung

von Freiheiten und würde die Touristen verschrecken.

Da ignoriert man lieber die Gefahr

und nimmt die paar Unfälle in Kauf.

Aber solche Botschaften hören die Behörden

gar nicht gerne. Es ist sogar so, dass Rettungsschwimmer

in Florida nicht dazu verpflichtet

sind, jemandem zu helfen, wenn

sich noch Haie am Unfallort befinden.

Können Sie uns erklären, weshalb die

Fischer, und nicht die Badenden die Haie

anlocken?

Wenn Fische an der Angel hängen oder im

Netz gefangen sind, schütten sie Stresshormone

aus und sondern Fäkalien oder Schuppen

ab, und dank der Strömung werden

diese verteilt und können von den Haien

wahr genommen werden. Angelockt sehen

die Haie dann die Badenden vor sich, die

zwar nicht so aussehen wie ein Beutetier,

aber der Geruch weist eben auf ein solches

hin. Zudem ist auch möglich, dass die Person

rumplantscht und so interessante Töne erzeugt

und es kann in seltenen Fällen geschehen,

dass der Hai einen Probebiss ansetzt.

Sie betreiben auch eine Haischule (Shark-

School). Was lernt man da?

Man lernt da, wie man sich gegenüber Haien

verhalten muss und auch, wie man beispielsweise

schnell erkennen kann, wie ein Hai

gerade so drauf ist. Zum Beispiel anhand der

Schwimmmuster, oder was seine Körpersprache

ausdrückt, dieses oder jenes Verhalten

bedeutet und so weiter. Um diese Dinge

herauszufinden, mussten wir haufenweise

Situationen mit Haien kreieren. Menschen

haben nicht einfach so Angst vor Haien. Viel

mehr projizieren sie ihre Grundängste in

dieses Tier hinein. Angst kommt auch davon,

dass man nicht weiss, wie man sich zu verhalten

hat. Wir wissen nicht, wie sich die

Situation entwickeln wird. Deshalb müssen

wir wissen, das der Hai will.

Welche Rolle spielt der Hai im Ökosystem

des Meeres?

Wenn der Hai stirbt, dann stirbt das Meer.

Das müssen Sie uns erklären.

Der Hai ist das häufigste Raubtier der Erde

mit einem Gewicht von über 50 kg. 70 bis

100 Millionen werden pro Jahr gejagt.

70 bis 100 Millionen? Das ist eine enorme

Zahl! Haben wir das richtig verstanden?

Ja, so ist es und das mag zeigen, wie viele

Haie es insgesamt in den Weltmeeren geben

muss. 125 Länder fischen intensiv Haie. Ein

Pfund Haiflosse bringt 300 Dollar, die Flosse

eines Walhais mehrere tausend Dollar. Die

Haiflosse ist nicht nur eine Delikatesse, sie

gilt auch als Potenzmittel. Kriminelle Organisationen

kontrollieren ganze

Haifangflotten und unterlaufen

das Verbot des Handels mit

Haiflossen auch in der EU. Weil

der Hai fälschlicherweise als

gefährliches Tier gilt, ist es viel

schwieriger, eine Schutzlobby

zu organisieren als für Pandabären.

Der Haifang wird öffentlich kaum thematisiert

und ist ein so gutes Geschäft, dass

ich wegen meines Engagements für den

Schutz der Tiere in früheren Jahren schon

Morddrohungen bekommen habe. Der Weisse

Hai beispielsweise ist wahrscheinlich

biologisch bereits ausgestorben und es gibt

kaum mehr eine Chance, ihn zu retten. Die

Durchsetzung eines weltweiten Fangverbotes

für weisse Haie wäre dringend notwendig.

Weitere 60 Arten sind gefährdet.

Aber warum stirbt das Meer, wenn der Hai

stirbt?

12 s’Positive 1 / 2017


Winter-

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INTERVIEW

Der Artenschutz der Haie ist ein zentrales

Anliegen von Erich Ritter.

Die Haie stehen an oberster Stelle einer

mehrstufigen Nahrungskette und sorgen dafür,

dass diese Nahrungskette stabil bleibt.

Wenn der Hai weg ist, wird sich die nachfolgende

Nahrungsstufe explosionsartig vermehren

und ausbreiten, was bedeutet, dass

sie ihre Nahrungsbasis wiederum eliminiert

und dann selber draufgeht, weil sie keine

Nahrung mehr findet und so weiter. Die unterste

Stufe des Lebens im Meer ist das Plankton,

das auch für einen Grossteil der Sauerstoffproduktion

auf unserem Planeten zuständig

ist. Wenn nun die unterste Stufe

durch diese Kettenreaktion eliminiert wird,

bekommen wir grosse Probleme...

… vergleichbar mit einer Überweidung

auf dem Land …

… so ungefähr. Und dann gerät alles aus dem

Gleichgewicht und es kommt zu einem Artensterben.

Die Überfischung der Haie ist die

grösste ökologische Zeitbombe unserer Zeit.

Je nach Quelle stammen 60 bis 70 Prozent

der weltweiten Sauerstoffproduktion aus

dem Meer und auch die CO 2 -Umwandlung

in Sauerstoff wird im vergleichbaren Masse

im Meer vorgenommen. Jetzt können Sie

sich ungefähr vorstellen, was dies für uns

alle bedeutet, wenn das Plankton weggefressen

wird. Aber die Rettung der Haie ist sehr

schwierig. Ein Hai wird teilweise erst mit 20

bis 25 Jahren geschlechtsreif und die Tragzeit

kann mehr als 20 Monate dauern.

Schutzmassnahmen zeigen also nicht gleich

Resultate, es braucht langfristige Massnahmen.

Der Grönlandhai wird beispielsweise

400-jährig und erst mit 150 Jahren geschlechtsreif.

Können die Haie nicht in Aquarien gerettet

werden?

Nein. Es gibt bis heute beispielsweise keine

Fortpflanzung von weissen Haien in Aquarien.

Aber wir können in Aquarien wenigstens

das Verständnis für Haie fördern.

Noch eine andere Frage: Schlafen Haie?

Niemand weiss es. Wir können heute noch

viele Fragen nicht beantworten: Wie jagen

Haie? Wie gebären sie? Wie läuft ihre Fortpflanzung,

also ihr Sexualleben, und ihr

Schlafverhalten? Es ist denkbar, dass gewisse

Arten ein Leben lang zum Schwimmen

verurteilt sind, sie können sich dabei wahrscheinlich

aber in einen Ruhezustand versetzen,

trotz der Fortbewegung. Der Gehirnstamm,

der bei uns die unbewussten Tätigkeiten

wie die Verdauung steuert, übernimmt

dabei beim Hai ebenfalls die Bewegung. Aber

wie wollen wir das Schlafverhalten von Haien

erforschen? Wir wissen ja nicht mal, warum

der Mensch schläft. Neuste Erkenntnisse

deuten darauf hin, dass wir schlafen müssen,

weil sich das Gehirn von Abfallstoffen befreien

muss. Aber ob das die letzte Antwort darauf

ist, möchte ich offen lassen.

ZUSATZINFOS

400 Jahre und mehr – der Grönlandhai

Ein Tier, das 400 Jahre alt und

erst mit 150 Jahren geschlechtsreif

wird –ist das

möglich? Ein Tier also, das in

den Zeiten des Dreissigjährigen

Krieges geboren und während

der Regierungszeit von

Kaiser Napoleon geschlechtsreif

wurde. Erich Ritter sagt:

«Ja, das gibt es. Wir wissen

erst seit ein paar Monaten,

dass Grönlandhaie so alt werden.»

Was sind die Gründe für

diese Langlebigkeit? «Das ist

noch nicht erforscht. Ich vermute,

dass es einen Zusammenhang

mit dem Leben im

eiskalten Wasser gibt. Aber

Grönlandhaie sind nicht die

nicht die einzigen, die in so kalten Gewässern

leben. Ihre erstaunliche Langlebigkeit

muss also noch weitere andere

Ursache haben.»

Kein anderes Tier wird so alt wie der

Grönlandhai, auch Eishai genannt. Er lebt

im Nordatlantik und im Nordpolarmeer

und erreicht eine Grösse von über fünf

Metern. Da er sehr langsam wächst – vermutlich

nur etwa einen Zentimeter pro

Jahr – glaubten Forscher schon lange,

dass er sehr alt werden kann. Eine konventionelle

Altersbestimmung dieser

Grönlandhaie zählen zu den

ältesten Tieren der Welt.

Knorpelfische sei wegen ihres Mangels an

verkalktem Gewebe nicht möglich. Das

Alter wird anhand von Proteinen in der

Augenlinse erfasst. Bei den jüngsten Forschungen,

die dieses mehr als biblische

Alter erstmals nachweisen, sind insgesamt

28 weibliche Tiere untersucht worden, die

bei mehreren Expeditionen gefangen worden

waren. Die Tiere massen zwischen 80

Zentimetern und gut fünf Metern. Ihr

durchschnittliches Alter betrug der Messung

zufolge 272 Jahre. Das grösste untersuchte

Exemplar war etwa 392 Jahre alt.

Maximale Lebenserwartungen

Islandmuschel

500 Jahre

Grönlandhai

400 Jahre

Grönlandwal

200 Jahre

Riesenschildkröte

180 Jahre

Krokodil

120 Jahre

Stör

100 Jahre

Kakadu

100 Jahre

Kolkrabe

100 Jahre

Uhu

100 Jahre

Seezunge

100 Jahre

Karpfen

100 Jahre

Krähe

70 Jahre

Weisser Hai

70 Jahre

Steinadler

70 Jahre

Elefant

70 Jahre

Hecht

70 Jahre

Riesensalamander

60 Jahre

Bär

50 Jahre

Kröte

40 Jahre

Kamel

40 Jahre

Pferd

30 Jahre

Delphin

30 Jahre

14 s’Positive 1 / 2017


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WISSEN

Wir alle werden

manipuliert –

IMMER!

Manipulationstechniken waren

bereits in der September-Ausgabe

letzten Jahres unser Thema. Damals

ging es vor allem um Manipulationen im

Beruf. Heute ist das Privatleben dran.

TEXT: BRUNO WÜTHRICH

Manipulation muss nichts

Schlechtes sein. Ist es auch

vielfach nicht. Doch wo wir

auch hingehen, was wir uns

auch anschauen: Wir werden

immer manipuliert. Die Medien, die Werbung,

die Politik, die Behörden, die Kirche,

unsere Freunde und Bekannten – sie alle

manipulieren uns. Oft ist es gut gemeint,

manchmal auch notwendig. Aber wir werden

auch zu unserem Nachteil manipuliert.

Das Feld der Manipulationen ist endlos

weit, und es erfasst jeden Winkel unseres

Daseins. Denn sogar das Wetter manipuliert

uns. Bei schönem Wetter gehen wir lieber

nach draussen als bei Regen. Tiere manipulieren

uns, wenn sie drohend dreinschauen

und so dafür sorgen, dass wir auf Abstand

bleiben. Oder denken Sie an unsere Katzen

und Hunde, wie sie uns anschauen, wenn sie

etwas von uns wollen. Katzen und Hunde

sind ausgezeichnete Manipulatoren.

Aber auch in Gesprächen sind wir der

Manipulation ausgesetzt. Kein Gespräch, in

dem wir nicht manipuliert werden. Kein Gespräch,

in dem wir nicht selbst versuchen,

andere zu manipulieren. Ja, es sind nicht

immer nur die andern die bösen Manipulatoren,

oder diejenigen, die es scheinbar gut

meinen. Wir selbst sind es auch. Immer.

DIE TECHNIK DES MANIPULIERENS

Die einen können es besser als die anderen.

Viele Berufsgruppen werden in Gesprächstechniken

ausgebildet und haben deshalb

Vorteile beim Manipulieren. Es gibt zwei

Definitionen für «manipulieren». Einerseits

heisst es: Jemanden oder etwas beeinflussen,

um eine bestimmte Wirkung zu erzielen.

Oder auch: Mit undurchschaubarem, zweifelhaftem

Vorgehen einen Vorteil erreichen

wollen. Oft ist eine Manipulation nicht als

solche erkennbar. Die Techniken hierfür sind

subtil. In diesem Artikel geht es darum, Manipulationstechniken

als solche zu erkennen.

Wir haben dabei in erster Linie unser Privatleben

im Auge.

«Ich war schon etwas enttäuscht, dass

du den Schnee einfach hast liegen lassen

und die Räumung mir überlassen hast.» Mit

dieser Aussage überraschte mich dereinst

ein ehemaliger Nachbar und fügte hinzu:

«Ich kümmere mich ja schon um die Heizung.

Ich kann das ja künftig sein lassen.»

Foto: Shutterstock, Sofia Zhuravetc

16 s’Positive 1 / 2017


Das Beeinflussungsfeld

Wir werden von den

verschiedensten

Seiten beeinflusst. zum

Beispiel durch:

Selbstbeeinflussung

(Autosuggestion)

Vorgesetzte

Familie

Äusserlichkeiten wie Kleider,

Sprache, Stimme etc.

Arbeitsumfeld

Erziehung

Ausbildung

Kirche

Werbung

Wertvorstellungen

Medien (Internet und Soziale

Medien, TV, Radio, Zeitung,

Bücher, Flugblätter)

Ich war perplex. Ich bin mit dem Nachbarn

stets gut ausgekommen und ich hatte keinerlei

Tendenz, ihn enttäuschen zu wollen. Zudem

schien er ja recht zu haben. Ich war den

ganzen Tag zuhause. Meine jeweilige Wohnung

ist seit Jahren auch mein Arbeitsplatz.

Mein Nachbar aber arbeitet auswärts und hat

einen langen Arbeitsweg zu bewältigen. In

mir stieg das schlechte Gewissen hoch. Aber

gleichzeitig überfiel mich auch der Zorn. Ich

wusste nur nicht, woher der kam. Von irgendwoher

kannte ich dieses unangenehme

Gefühl. Ich unterdrückte meinen Zorn, versuchte

mich zu rechtfertigen, was aber meinen

Nachbarn nicht interessierte. Punktesieg

für den Nachbarn.

Zurück in meiner Wohnung, fiel es mir

wie Schuppen von den Augen. Plötzlich

wusste ich, woher ich das kannte. Ich war

Jahre zuvor mit einer Sozialpädagogin zusammen,

die mich auf exakt dieselbe Weise

manipulierte. Wenn man die Technik nicht

kennt und zudem gutwillig ist, hat man dagegen

keine Chance. Auch meine damalige

Partnerin arbeitete mit negativen Gefühlen,

die sie ihren Schutzbefohlenen, aber auch

mir als Partner vor die Füsse warf, wenn ihr

etwas nicht passte, wenn sie etwas erreichen

oder verändern wollte. Und häufig kam dann

die versteckte Androhung von möglichen

Konsequenzen. Wenn nötig, wurde ein eventuelles

Aufbegehren oder ein Erklärungsversuch

mit einem «Das interessiert mich nicht»

oder «Darüber möchte ich mich jetzt nicht

unterhalten» abgekanzelt. Was mein Nachbar

oder meine Freundin mit mir machten,

war nichts anderes als Manipulation. Und

zwar mit einer erlernten und oft angewandten

Technik. Erst, als ich sie durchschaute,

konnte ich mich dagegen zur Wehr setzen.

Es geht in diesem Artikel nicht darum, ob

mein damaliger Nachbar (oder meine frühere

Freundin) recht hatte oder nicht. Solche

Techniken funktionieren nämlich auch,

wenn derjenige, der sie anwendet, objektiv

im Unrecht ist. Es geht einzig und allein darum,

solche Techniken zu erkennen. Denn

wenn uns bewusst ist, dass und wie wir gerade

manipuliert werden, können wir etwas

dagegen tun.

DAS VERKAUFSTRAINING

Ich war auch schon auf der anderen Seite.

Und zwar, als ich einige Jahre als Aussen-

s’Positive 1 / 2017 17


WISSEN

dienstmitarbeiter bei einem grossen Hersteller

für Büromaschinen angestellt war. Zu

Beginn meiner Anstellung wurde ich während

mehrerer Wochen ausgiebig geschult.

Dabei ging es auch um Gesprächstechnik. Wir

lernten, wie Kunden durch gezielte, manipulative

Fragetechnik dazu gebracht werden

können, das zu wollen, was man ihnen anzubieten

hat.

Diese Technik lässt sich ebenfalls leicht

auf das Privatleben ausdehnen. Zum Glück

war meine damalige Frau intelligent genug,

die Technik und ihre manipulative Kraft rasch

zu erkennen. Nachdem sie einige Male in die

Falle getappt war, gab sie mir unmissverständlich

zu verstehen, dass dies für sie nicht

gehe, und dass sie unter einer privaten Auseinandersetzung

etwas anderes verstehe als

die Anwendung von erlernten, manipulativen

Gesprächstechniken.

Mein ehemaliger Nachbar ist ebenfalls

Sozialpädagoge. Doch er und ich (und meine

damalige Partnerin) haben etwas gemeinsam:

Wir alle erlernten eine Gesprächstechnik

und übernahmen diese auch in unser

Privatleben. Doch ob Privatleben oder nicht:

Die Frage ist, ob denn ein Kunde so erfreut

darüber ist, zu wissen, zu erfahren oder zu

erkennen, dass er manipuliert worden ist.

Dass also die Art und Weise, wie er überzeugt

wurde, manipulativ war und nicht die Fakten

entscheidend waren.

Zum Glück ist es so, dass Verkaufstechniken

meist erst dann richtig wirksam werden,

wenn sie nur einen Teil des Gesprächs

ausmachen. Wichtig ist immer auch die Persönlichkeit

des Verkäufers und – vor allem

bei professionellen Einkäufern – die Fakten.

Dagegen ist es gut vorstellbar, dass ein Sozialpädagoge

in seinem Beruf auch dann sehr

erfolgreich sein kann, wenn er sich eng an

seine erlernte Gesprächstechnik anlehnt. Ein

professioneller Einkäufer ist nicht selten

ebenfalls geschult, in speziellen Gesprächstechniken

und auch, wie er solche erkennen

und sich dagegen wehren kann. Ganz im

Gegensatz zu anderen Berufsgruppen, die

sowohl im Beruf wie auch im Privatleben den

Profis ausgesetzt sind.

viele mehr sind geschult in Gesprächstechniken

und haben deshalb gegenüber Menschen,

die nie eine solche Ausbildung genossen

haben, enorme Vorteile. Nachfolgend

einige Beispiele von Techniken, mit denen

wir auch im Privatleben von unseren Partnern

und Partnerinnen, von Freunden, Kolleginnen,

Bekannten und sogar Unbekannten

täglich manipuliert werden.

Gefühlsausbrüche können

hochmanipulativ sein. Mit dem

Gesprächsabbruch werde ich

der Chance beraubt, meinen

Standpunkt darzulegen.

DAS ENTWEDER-ODER-ARGUMENT

Beginnen wir mit etwas Leichtem: «Kaufen

wir den Mercedes oder den Toyota? Ich glaube,

der Mercedes ist zu teuer, also nehmen

wir den Toyota.» Hier hat jemand vorsondiert

und bereits gewählt. Obwohl die Argumentation

logisch erscheint, lauert darin ein fataler

Fehler. Die Argumentation setzt voraus,

dass nur diese beiden Alternativen existieren.

Natürlich kann es sein, dass alle Beteiligten

mit der Wahl zufrieden sind. Aber falls Zweifel

bestehen, unbedingt nachfragen: Sind

noch weitere Möglichkeiten denkbar?

DAS GESPRÄCH WIRD SABOTIERT

Kommen Ihnen solche Sätze bekannt vor?

«Ich habe dir schon oft gesagt, dass ...» oder

«Mit dir hat es keinen Sinn, darüber zu reden»

oder «Es ist frustrierend, dass du einfach nicht

begreifst ...». Danach wird das Gespräch verweigert,

eventuell die Türe geknallt. Das war’s

dann. Die Analyse: Die eine Seite hat einen

Gefühlsausbruch (eventuell sogar gespielt),

und erzeugt damit in der anderen Person ein

schlechtes Gewissen. Dabei wurde der Standpunkt

nochmals klargemacht,

ohne eine weitere Erklärung abzugeben.

Mit dem Gesprächsabbruch

werde ich der Chance beraubt,

meinen Standpunkt darzulegen.

Ob der Gefühlsausbruch

echt oder nur gespielt, und ob er

überhaupt berechtigt war, lassen

wir offen. Aber zumindest war er

hochmanipulativ. Um dem auf

den Grund zu gehen, müssen beide

Seiten zuerst von ihren Emotionen herunterkommen.

Auch das schlechte Gewissen ist

kein guter Ratgeber beim Herausfinden, wer

Fotos: Shutterstock, g-stockstudio/Chinnapong

NICHTSSAGENDE SPORTLER

Auch Journalisten wenden Gesprächstechniken

an. Wie wollen sie sonst aus den häufig

mediengeschulten Gesprächspartnern wie

etwa Politikern oder Sportlern irgendetwas

herauskitzeln? Haben Sie die Aussagen dieser

beiden Berufsgruppen schon mal analysiert?

Sportler verstehen es heute fast schon

wie Politiker, in mehreren wohlgeformten

Sätzen entweder rein gar nichts zu sagen,

oder dann nur etwas, was sowieso schon jeder

weiss. Auch Politiker, Chefs, Polizisten,

Behörden, Lehrer, Berater jeder Art und noch

Manipulation von

allen Seiten: Im Alltag

sind wir ständig der

Beeinflussung von

anderen Menschen

ausgesetzt.

18 s’Positive 1 / 2017


denn nun recht hat. Diese Technik erlernen

viele beim Abschauen, zum Beispiel Kinder

von ihren Eltern.

DER ANGRIFF AUF DIE PERSON

«Du bist egoistisch.», «Dir war schon immer

alles andere wichtiger», «Du bist halt ein

Mann (eine Frau), und Männer (Frauen)

sind halt so.» Hier handelt es sich um manipulative

Angriffe auf die Person, mit dem

Zweck, diese charakterlich – bezüglich ihrer

Kompetenz oder ihrer Eigeninteressen – in

Frage zu stellen. Mit der Sache haben die

Anwürfe meistens nicht viel zu tun. Doch

wer will schon egoistisch sein? Oder wer will

so erscheinen, als ob ihm oder ihr alles andere

wichtiger wäre. Wer sich nicht manipulieren

lassen will, darf sich von solchen Einlassungen

weder provozieren noch ablenken

lassen.

Doch es gibt auch den indirekten Angriff

auf die Person. «Du hast doch immer gesagt,

man solle weniger Auto fahren. Jetzt kaufst

du dir ein Auto. Du machst dich damit komplett

unglaubwürdig.» Aber stimmt denn das

wirklich? Ist der Kauf eines Autos wirklich

unvereinbar mit der Überzeugung, dass zu

viel Auto gefahren wird und man dies besser

einschränken sollte? Hier kann zwar ein Widerspruch

bestehen, aber es muss nicht

zwangsläufig so sein. Es sind verschiedene

Möglichkeiten denkbar, weshalb ein Autokauf

notwendig ist, obwohl man der Überzeugung

ist, dass besser die öffentlichen

Verkehrsmittel benutzt werden sollten. Solche

Manipulationsmanöver dürfen nicht

unterschätzt werden. Sie arbeiten mit vermeintlichen

Widersprüchen. Sie sind ein

Angriff gegen die Glaubwürdigkeit und das

Vertrauen einer Person. Am besten ist es,

unmissverständlich klarzumachen, dass

zwei verschiedene Dinge miteinander verwechselt

werden und dass überhaupt kein

Widerspruch besteht.

DIE MACHT DER WORTE

Sie sagen: «Manchmal müsste man ...» oder

«Zuweilen ist es so, dass ...» – und wenig

später wird ihnen unterstellt, Sie hätten gesagt,

«Man müsste ...» oder «Es ist so, dass

...». In der leicht veränderten Wiederholung

wird dem Gesprächspartner unterstellt, er

habe keine Einschränkung gemacht. Das

funktioniert auch umgekehrt, indem aus

einem «immer» ein «manchmal» wird. Die

wenigsten Gesprächspartner sind so gute

Zuhörer, dass sie derartige feine Veränderungen,

Verzerrungen, Verallgemeinerungen

merken.

Wir haben das aktive Zuhören nicht gelernt.

Anstatt in solchen Situationen genau

zuzuhören, bereiten wir uns meistens auf die

eigenen Antworten vor, während der Partner

spricht. Besser wäre es, haargenau zuzuhören,

was gesagt wird und ob etwas verändert

wird. Deshalb haben Manipulatoren mit

diesem Trick recht grossen Erfolg. So wird

auch mal aus einem «sollte» ein «müsste»

und später dann ein «muss». Es lohnt sich

deshalb, genau zuzuhören, um im Bedarfsfall

derartige Details zu berichtigen.

Die Beeinflussungsmechanismen

Einfluss wird genommen

zum Beispiel durch:

Wecken der Aufmerksamkeit

(z.B. durch

Schmeicheln, Provozieren,

Überlegenheit demonstrieren,

das Gegenteil

behaupten).

Hervorheben oder Beweisen

des Vorteils oder

der Richtigkeit des eigenen

Gedankens, eines

Produkts.

Annehmlichkeiten

versprechen.

Wecken von Bedürfnissen

und Wünschen.

Drohung, Einschüchterung

oder Angsteinflössung.

Aufforderung zur Handlung.

Gefühle zeigen.

Verhaltensmuster nutzen,

von positiven Gefühlen

profitieren.

Bildhafte Sprache,

Körperhaltung.

Aktives Zuhören, Angesprochene

ernst nehmen.

Aktives Zuhören bringt oft mehr, als bereits seine eigenen Antworten vorzubereiten.

s’Positive 1 / 2017 19


WUSSTEN SIE SCHON?

SCHON MAL GEZÄHLT?

Alle Bäume dieser Erde 1

Lange wusste niemand, wie viele Bäume es

auf der Welt gibt. Und es war auch nicht klar,

wie dies herauszufinden wäre. Aufgrund

sehr vager Daten geisterte lange Zeit die Zahl

von 400 Milliarden Bäumen herum. Doch

dann wurde klar, dass es allein im Amazonasbecken

390 Milliarden Bäume sein dürften.

Um zu diesem Ergebnis zu gelangen,

wurden Satellitenbilder mit auf dem Boden

gesammelten Daten abgeglichen. So liess

sich abschätzen, wie viele Bäume welcher

Art üblicherweise auf einem Quadratkilometer

wachsen.

Ein Forscherteam der US-Universität Yale

um Thomas Crowther hat nun die Satellitenbilder

weltweit ausgewertet und mit den

Bodenzählungen verglichen. Die Wissenschaftler

kamen dabei auf die Zahl von 3000

Milliarden. Dies ergibt rund 406 Bäume pro

Mensch. Das sind viel mehr, als die Untersuchungsteilnehmer

vermutet hatten. Wie

gross diese Zahl ist, erkennen wir, wenn wir

sie in Sekunden ausdrücken. 3000 Milliarden

Sekunden sind eine Zeitspanne von

95 000 Jahren.

WUSSTEN

SIE SCHON?

20 s’Positive 1 / 2017


GEHT DAS?

Staaten ohne

Armee

In der Schweiz gab es 1989 eine Volksabstimmung

darüber. Die GSoA (Gruppe für eine

Schweiz ohne Armee) reichte die Initiative

zur Abschaffung der Armee ein. Doch geht

das überhaupt – ein Staat ohne Armee? Rund

um den Globus investieren Staaten immer

mehr Geld in ihre Armeen. Trotzdem gibt es

fast drei Dutzend Länder, die darauf verzichten.

Die meisten von ihnen sind Zwergstaaten

wie Andorra oder die Cayman Islands.

Die einzigen bewaffneten Truppen, die diese

Länder unterhalten, sind Polizei, Zoll oder

Küstenschutz. In einigen Fällen gibt es auch

kleinere, gut ausgerüstete Sondereinheiten.

Viele dieser Länder haben deshalb Verträge

mit den USA oder mit ehemaligen Kolonialmächten

wie Frankreich, die ihnen im Falle

eines Krieges Schutz zusichern.

Die wohl berühmtesten militärfreien Staaten

sind Costa Rica und Island. Costa Rica

beschloss 1949, sein Militär abzuschaffen und

2

die dadurch frei werdenden Gelder ins Bildungs-

und Gesundheitssystem zu investieren.

Mit Erfolg: Verglichen mit andern lateinamerikanischen

Ländern geht es Costa Ricas

fast fünf Millionen Einwohnern wirtschaftlich

und sozial gut. Das Land spielt zudem eine

wichtige Rolle als Konfliktschlichter in Südamerika.

Island mit seinen rund 300 000 Einwohnern

verfügt nur über Polizei und Küstenwache.

Trotzdem ist das Land NATO-Mitglied,

leistet jedoch keinen militärischen,

sondern medizinischen Beistand.

WIESO IMPONIEREN GLATZEN?

Kahl ist cool

Foto: Shutterstock, Vovan, Nadino, Niyazz

Mittlerweile gibt es viele berühmte Glatzköpfe.

Aber noch vor wenigen Jahren waren

Telly Savalas und Yul Brynner fast die einzigen,

die sich ohne Haare auf dem Kopf

zeigten. Heute bekannter sind Bruce Willis

und Andre Agassi, oder auch Amazon-Boss

Jeff Bezos. Vorher-nachher-

Fotos belegen: Männer mit

Glatze wirken grösser, autoritärer,

mächtiger und männlicher.

Untersucht hat die Wirkung

der «Billardkugel» der

US-Wissenschaftler Albert E.

Mannes von der University of

Pennsylvania. Er brachte seine

eigenen Erfahrungen mit ein:

Als sein Haar immer schütterer

wurde, machte er kurzen Prozess.

Dabei stellte er fest, dass

ihm seine Mitmenschen respektvoller

begegneten als vorher.

Als einige sogar ängstlich

reagierten, nahm er dies zum

Anlass für drei Experimente.

Beim ersten wurden 59 Probanden

Fotos von Männern mit

und ohne Haupthaar vorgelegt.

Beim zweiten bekamen die Probanden manipulierte

Fotos zu sehen. Vermeintlichen

Glatzköpfen hatte man die Haare wegretuschiert

und umgekehrt. Beim dritten Experiment

wurden keine Fotos gezeigt, sondern

das Aussehen bestimmter Männer nur mit

Worten beschrieben. Die Teilnehmer assoziierten

kahle Köpfe immer mit Dominanz

und Männlichkeit. Am schlechtesten schnitten

Männer mit schütterem Haarwuchs ab.

Sich die «Billardkugel» zu schneiden, erfordere

Mut. Allein schon deshalb fördern gemäss

Albert E. Mannes Glatzen

das Ansehen ihrer Träger.

Der Glatzenforscher

Michael Cunningham von

der Universität Louisville

bläst ins gleiche Horn: Ein

blank polierter Schädel signalisiere

Aggressivität und

Wettbewerbsstärke durch

die Bereitschaft, sich über

soziale Normen hinwegzusetzen.

Hinzu komme, dass

dicke Muskelpakete nicht

mehr automatisch ein Indiz

für Männlichkeit und Stärke

seien. Im Geschäftsleben gebe

es beim Grips weibliche

Konkurrenz. Um sich abzuheben,

sei die «Billardkugel»

ein unschlagbares optisches

Argument.

3

s’Positive 1 / 2017 21


MAFIA

Auf der Suche nach

der Mafia: Corleone

ist eine typische

sizilianische Stadt.

Die Hauptstadt der Mafia

Gibt es das Böse wirklich? Gibt es die Mafia?

Eine Reise ins Herz der Finsternis, an den

angeblichen Ort des Bösen, weckt berechtigte

Zweifel. Ein Augenschein in Corleone auf

Sizilien, der «Welthauptstadt der Mafia».

TEXT: KLAUS ZAUGG

Noch immer ist «Der Pate» (Originaltitel:

«The Godfather»)

einer der besten Filme aller Zeiten.

Das Meisterwerk aus dem

Jahr 1972 von Francis Ford

Coppola, mit Marlon Brando und Al Pacino

in den Hauptrollen, basiert auf dem gleichnamigen

Roman von Mario Puzo. Es ist die

Geschichte eines amerikanischen Mafiabosses,

der seinen Nachnamen nach seiner sizilianischen

Heimatstadt wählte und als «Don

Vito Corleone» das organisierte Verbrechen

von New York beherrschte. Corleone ist seither

der berüchtigtste und berühmteste Mafia-Ort

der Welt. Eine Welthauptstadt des

Bösen, sozusagen.

Mafia. Das Wort weckt Vorstellungen,

beflügelt die Fantasie; die Faszination des

Bösen nimmt uns gefangen. Weltweite Geschäftsbeziehungen

in ganz legalen Bereichen,

aber auch Gelder, die aus illegalen

Geschäften wie Drogenhandel, Glücksspiel,

Prostitution und Schutzgelderpressung kommen,

Kontrolle über staatliche Bauaufträge

in Italien. Und natürlich zahllose Tote durch

Attentate und Bandenkriege. Alles können

wir uns vorstellen – nichts ist böse genug.

Auch mein Interesse für die Mafia stammt

aus dieser Faszination. Also machte ich mich

kundig: Die Wurzeln der Mafia sind in der

sizilianischen Geschichte zu suchen. Ihre

Ursprünge reichen wahrscheinlich bis ins 17.

Jahrhundert zurück und entwickelten sich

aus einer Art Geheimgesellschaft. Erst nach

tiefgreifenden politischen Veränderungen

durch die Einigung und die Demokratisierung

Italiens hat sich die Mafia zu ihrer heutigen

Form entwickelt. Die Gesellschaftsordnung,

die über Jahrhunderte hinweg Bestand

hatte, geriet ins Wanken. Auf der einen

Seite die Feudalherren, die Barone und die

Kirche, auf der anderen Seite die Klasse der

Bauern, Handwerker und Händler, der sämtliche

Steuern aufgebürdet wurden.

Um die Arbeiter einzuschüchtern und den

Pachtzins und sonstige Abgaben auch nach

einer Öffnung der Gesellschaft einzutreiben,

bedienten sich die bedrängten Grundbesitzer

böser Schlägertypen – und wurden die

Geister, die sie riefen, nicht mehr los. Denn

nach und nach machten sich diese Schläger

selbstständig, organisierten sich und begannen,

ihre einstigen Auftraggeber zu bedrohen

und errangen so die Kontrolle über den

lukrativen Zitrusfrüchtehandel.

DIE GEISTER, DIE SIE RIEFEN

Durch brutale Gewalt scharten die Mafiabosse

einerseits eine bedingungslos treu ergebene

Gefolgschaft um sich, andererseits

nützten sie die Demokratisierung, um ihre

Interessen auch auf der politischen Ebene

durchzusetzen. Beste Beziehungen zur Politik

öffneten den Weg zu riesigen Gewinnen

in der Bodenspekulation, aber auch im internationalen

Drogen- und Waffenhandel.

Die Durchdringung aller Gesellschaftsschichten

brachte Erfolg. Der Begriff «Mafia»

tauchte bereits in den 1870er-Jahren in den

Foto: Shutterstock, Guniva, Wanda Frischknecht

22 s’Positive 1 / 2017


Angekommen in

der «Hauptstadt

der Mafia». Die

Autofahrt nach

Corleone war

beschwerlich.

In dieser Idylle soll die Mafia

entstanden sein? Der Autor ging der

Sache in Corleone auf den Grund.

Die Mafia verdiente ihr Geld

nicht nur mit illegalen Geschäften,

sondern investierte auch

in Hotelketten, Baufirmen und

andere Unternehmen.

meisten europäischen Gesellschaften auf.

Aus den einstigen Schlägertrupps wandelte

sich die Mafia zu einer international operierenden

Organisation, die zwar noch Geld mit

illegalen Geschäften (Drogenhandel, Schutzgelderpressung,

Prostitution, Glücksspiel)

verdiente, die aber auch erfolgreich in legale

Geschäfte investiert. Die Mafia besitzt

Hotelketten, Baufirmen und Anteile vieler

Unternehmen. Durch die Auswanderung in

die USA fasste die Mafia in Nordamerika

Fuss. Von 1919 bis 1933 wurde der Alkoholkonsum

in den USA generell verboten (Prohibition).

Diese Massnahme bescherte der

Mafia so gewaltige Gewinne, dass es möglich

wurde, sich in die legale Wirtschaft einzukaufen.

Der Alkoholschmuggel und -verkauf

war so lukrativ, dass es zu regelrechten Bandenkriegen

kam, etwa in Chicago.

Heute prägen nicht mehr

Gangster das Bild der Mafia,

sondern smarte Geschäftemacher.

Doch nach wie vor sind

die Mitglieder der Mafia an

strenge Verhaltensregeln gebunden.

Über allem steht die

«Omertà» – die Schweigepflicht

gegenüber Aussenstehenden,

die zum Ehrenkodex der Mafia

gehört. Ein sizilianisches

Sprichwort lautet daher so: «Cu è surdu, orbu

e taci, campa cent’ anni ’mpaci» («Wer

taub, blind und stumm ist, lebt hundert Jahre

in Frieden»). Bis heute hat die Polizei daher

grösste Schwierigkeiten bei der Bekämpfung

der Mafia. In den USA sind die meisten

Mafiabosse nicht wegen Untaten (Mord etc.)

verurteilt worden. Sondern wegen Steuerhinterziehung.

TUGENDHAFTE VERBRECHER

Aber auch andere Tugenden werden heute

noch gepflegt. Die Ehre, der unbedingte Gehorsam,

der Vorrang der «Familie» vor dem

Staat, das Recht auf Selbstjustiz und das

katholische Patriarchat. So darf ein echter

sizilianischer Mafioso zwar morden, aber

niemals seine Ehefrau betrügen. Die Mafia

profitiert bei der Rekrutierung der Mitglieder

nicht nur von den grossen wirtschaftlichen

Problemen und sozialen Ungerechtigkeiten

auf Sizilien. Sie stillt in unruhigen

Zeiten das Bedürfnis nach Identität und

Orientierung durch Zugehörigkeit zu einer

auserwählten Gesellschaft mit klaren Regeln.

Der Einfluss der Mafia durchdringt auf

Sizilien die ganze Gesellschaft bis hinauf

s’Positive 1 / 2017 23


MAFIA

in die höchsten Kreise. Jeder beruft sich auf

persönliche Beziehungen und Empfehlungen,

erwidert bereitwillig einen Gefallen,

weil man weiss, dass auf diesem System von

Geben und Nehmen letztlich die ganze sizilianische

Gesellschaft beruht. Jemandem

einen Gefallen zu verweigern, kann tödlich

sein.

Dank der Mafialiteratur weiss ich, dass

Corleone die unumstrittene «Hauptstadt der

Mafia» ist. Berühmte Mafiosi wie Luciano

Liggio, Salvatore Riina oder Bernardo Provenzano

stammen aus dem Ort. Richtig berühmt

geworden ist Corleone aber durch

den eingangs erwähnten Film «Der Pate».

In den Kaffee-Bars reden die Leute gerne mit den Besuchern.

Zur Mafia allerdings haben sie nicht viel zu sagen.

REISE INS HERZ DER FINSTERNIS

Wie ist es dort, wo die Mafia herkommt, in

Corleone auf Sizilien? Von wo sich die Mafia

angeblich über die ganze Welt ausgebreitet

hat? Die Reise nach Sizilien beginnt mit einem

Flug nach Palermo und der Mietwagenübernahme

auf dem Flughafen. Corleone

liegt etwa 50 Kilometer südlich von Palermo

und ist mit knapp 12 000 Einwohnern kleiner

als Langenthal, aber wegen seiner ländlichen

Struktur eher mit Langnau vergleichbar. Die

Ortsbezeichnung setzt sich aus den Wörtern

«Cuore» (Herz) und «Leone» (Löwe) zusammen

und bedeutet «Löwenherz». Tatsächlich

zeigt das Wappen der Stadt einen aufrechten

Löwen auf rotem Grund.

Ein Besucher sollte immer unvoreingenommen

sein. Nehmen wir also an, ich wüsste

nichts über die ganz besondere Bezie-

ZUSATZINFOS

Ja, es gibt die Mafia – in Russland

Wir haben die Mafia in Corleone

nicht gefunden. Aber die

Mafia gibt es sehr wahrscheinlich

doch. Zweimal bin ich mit

der Mafia konfrontiert worden.

Beide Male während der Eishockey-WM

2000 in St. Petersburg.

Zusammen mit einem

amerikanischen und einem

schwedischen Kollegen habe

ich damals für den Internationalen

Eishockeyverband Stories

für dessen Webseite geschrieben.

Die Russen erlitten an dieser

WM die schlimmste Pleite ihrer

Geschichte (11. Schlussrang),

verloren sogar gegen die

Schweiz und mussten in die

Abstiegsrunde. Dabei war es

nominell die beste Mannschaft

seit dem Untergang der Sowjetunion.

Die ganz grossen Stars aus der

NHL waren angereist. Also versuchten

wir herauszufinden,

wie diese Pleite möglich werden

konnte. Mein amerikanischer

Kollege kennt NHL-Verteidiger

Segej Gonchar. Also

erkundigten wir uns bei ihm.

Er erzählte, er wundere sich

nicht über die schwachen

Leistungen. Die meisten Jungs

hätten ihre Frauen oder Freudinnen

mit dabei und es gehe

mehr um Einkäufe und gute

Restaurants als um Hockey.

So und ähnlich.

Freundlich, aber bestimmt

Die in englischer Sprache erscheinende

Wochenzeitung

«St. Petersburg Times» übernahm

von uns diese Story. Am

Tag, an dem die Geschichte in

der Zeitung erscheint, fliegt

krachend die Türe zu unserem

Büro im Stadion auf. Zwei ganz

schwere Jungs in schwarzen

Lederjacken, mit mutzgeschorenem

Haupthaar treten ein.

Handfeuerwaffen beulen die

Jacke. Aber sie reden leise und

überaus freundlich und in gebrochenem

Englisch. Sie sagen:

«Story nicht Wahrheit». Mein

US-Kollege ist aufgebracht, erklärt,

er habe alle Aussagen

auf Band. «Fuck Tape» sagt einer

der beiden gefährlich leise

und fordert uns freundlich auf,

die Sache zu regeln. Dann verlassen

sie das Büro, schlagen

aber die Türe krachend zu.

Was nun? Wir fragen unseren

Chef Kimmo Leinonen. Er sagt:

«Oh, da ist uns ein Fehler unterlaufen.»

Mein amerikanischer

Kollege begehrt auf:

«Nein, wir haben keinen Fehler

gemacht. Ich habe alles auf

Band.» Der kluge Finne beruhigt:

«Ich weiss, ich weiss.

Aber hier schreibt niemand

Leserbriefe. Also streuen wir

Asche aufs Haupt und schreiben

auf unserer Website ein

kleines Dementi, das wir später

wieder löschen.» Und so

machten wir es: Die Story mit

Sergej Gonchar sei ein bedauerliches

Missverständnis, man

habe ihn falsch verstanden.

Das Dementi wird von der

«St. Petersburg Times» übernommen.

Noch am gleichen

Tag stehen die zwei Herren

wieder im Büro. Sie haben

sogar angeklopft. Einer sagt:

«Wir bedanken uns für die gute

Zusammenarbeit. Wir wussten

ja, dass Ihr Profis seid.»

Beide lächeln und schlagen die

Türe noch einmal krachend zu.

Sizilien gefällt mir nicht nur

wegen des wunderbaren Essens

ein wenig besser als

Russland. Und der friedliche

Oberaargau sowieso.

Foto: Shutterstock, Sergey Kelin

24 s’Positive 1 / 2017


MAFIA

scheint also die Mafia nicht zu sein – und

dieses Museum gemahnt eher an die beschaulichen

Heimatmuseen, die wir gelegentlich

in Städten im Oberaargau nach

langer Suche finden. Beinahe haben wir

auch eine kleine Gedenkstätte am Strassenrand

übersehen, und sogar auf ein Mafia-

Graffito an einer Mauer sind wir gestossen.

Aber nur deshalb, weil wir in Corleone gezielt

nach Mafia-Hinweisen Ausschau hielten,

entdeckten wir beides.

Im beschaulichen Städtchen Corleone ist die Mafia nicht zu entdecken.

Dafür sind allerorten Kirchen und Kreuze zu sehen.

hung von Corleone zur Mafia. Was würde

ich dann nach einem Besuch berichten? Ich

würde behaupten, dass Corleone eine gottesfürchtige,

fromme und friedliche Stadt ist.

Es mag wie bittere Ironie der Geschichte

klingen, dass Corleone auch als «Stadt der

hundert Kirchen» bezeichnet wird. Aber im

Kampf um die Macht sind in der Stadt seit

dem 2. Weltkrieg um die 300 Mafia-Morde

Wie heisst doch die Pflicht, die

über allem steht? Richtig:

«Omertà». Erst jetzt, nach der

Reise nach Corleone, verstehe

ich, was Schweigen bedeutet.

begangen worden. Und als am 11. April 2006

mit Bernardo Provenzano der Boss der Bosse

der sizilianischen Mafia nach über 40

Jahren auf der Flucht in der Nähe Corleones

festgenommen wurde, erklärte die Stadt den

11. April zum Gemeindefeiertag und benannte

eine Strasse um in Via 11 Aprile .

Als Weg wählen wir nicht die Strasse direkt

von Palermo über die Berge, sondern

den Zugang von Süden her. Die Stadt duckt

sich am Ende eines sich weit hinziehenden,

leicht aufsteigenden Tals. Die Zeit scheint

hier stillgestanden zu sein. Es gibt keine Industriebetriebe.

Nur Landwirtschaft. Die

Strassen auf der Insel sind in drei Kategorien

aufgeteilt: in Autobahnen, in staatliche

Stras sen und in kommunale Strassen. Die

Fahrt hinauf nach Corleone auf der Strasse

der dritten Kategorie hat es in

sich. Die Fahrbahn ist asphaltiert,

aber so wellig, dass das

Auto durchgeschüttelt wird.

Schliesslich passieren wir die

Ortstafel.

Auf der Suche nach dem Bösen,

der Mafia, werden wir

nicht fündig. Zwar gibt es hier

tatsächlich das Mafia-Museum

mit dem sperrigen Namen

«Centro Internazionale di Documentazione

sulla Mafia e del Movimento

Antimafia». Es wurde 2011 mit viel Pomp

eröffnet, in Anwesenheit des UNO-Generalsekretärs.

Eine grosse Sache also.

Aber wir werden enttäuscht. Das Museum

ist nicht einfach zu finden. Und als wir vor

der Türe stehen, sagt ein Schild, dass Besichtigungen

nur mit Führung und gegen Voranmeldung

möglich sind. Sooooo wichtig

DIE SUCHE NACH DER WAHRHEIT

Also fragen wir uns durch. Beispielsweise in

den Kaffee-Bars. Die Menschen in Corleone

sind herzlich, liebenswürdig und sie haben

sich wohl daran gewöhnt, dass vorwitzige

Besucher nach der Mafia fragen. Die Mafia,

so wird uns beschieden, ja, die müsse es geben.

Man lese ja davon in den Zeitungen, das

Fernsehen bringe Sendungen über die Mafia,

man könne Bücher von berühmten Dichtern

über die Mafia lesen – ah, grossartige Literatur.

Ja ja, man kenne Leute, die sagen, sie

hätten einmal einen Mafioso gesehen. Aber

wo, wisse man nicht.

Ein anderer hat eine wunderbare Erklärung:

«Mein Herr, haben wir nicht alle schon

von Atlantis gehört? Darüber in der Zeitung

gelesen? Und Sendungen über Atlantis im

Fernsehen geschaut? Die Bücher über Atlantis

füllen doch ganze Bibliotheken, nicht

wahr? Aber bedeutet das, dass es Atlantis

gibt? Waren Sie schon mal in Atlantis? Nein,

denn niemand weiss, wo Atlantis liegt und

ob es Atlantis überhaupt je gegeben hat. Verstehen

Sie?»

Wir beginnen zu verstehen. Es gibt zwar

hier ein Mafia-Museum. Aber nach allem,

was wir schliesslich von den Menschen hier

in Corleone erfahren, sind wir sicher: Die

Mafia existiert nur noch im Museum. Die

Mafia gibt es nicht mehr, die Mafia hat es

möglicherweise zumindest hier in Corleone

gar nie gegeben. Corleone ist einfach eine

etwas ärmlich wirkende, typische sizilianische

Stadt.

Der geneigte Leser mag daran erkennen,

wie schwierig es für einen Chronisten ist, die

Wahrheit zu finden. Wie wir an diesem Beispiel

sehen, hilft es nicht einmal, zu schreiben,

was ist. Es ist nicht einmal sicher, dass

wir die Wahrheit finden, wenn wir einfach

wiedergeben, was uns die Menschen vor Ort

erzählen.

Wir verlassen die Stadt im Licht der tiefstehenden

Abendsonne. Es ist das Licht des

Südens, das die Landschaft verzaubert. Es

ist ein Bild tiefsten Friedens.

Wie heisst doch die Pflicht, die über allem

steht? Richtig: «Omertà». Erst jetzt, nach

einer Reise nach Corleone, verstehe ich, was

Schweigen tatsächlich bedeutet.

Foto: Shutterstock, Andrea Delbo

26 s’Positive 1 / 2017


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SPORT

Für den SC Langenthal

seit Jahren erfolgreich:

Geschäftsführer Gian

Kämpf (l.) und VR-Präsident

Stefan Anliker.

KANN SICH DER SC LANGENTHAL

DEN AUFSTIEG LEISTEN?

Der SC Langenthal ist erstmals in seiner Geschichte zum NLA-

Kandidaten gereift. Kann sich Langenthal im Eishockey oder

im Fussball eine Mannschaft der höchsten Spielklasse leisten?

TEXT: KLAUS ZAUGG

FOTOS: MARCEL BIERI

Noch nie spielte Langenthal im Fussball oder im

Eishockey in der NLA. Aber der FC Langenthal

kickte zwei Saisons (1959/60 und 1969/70)

in der NLB, und der SC Langenthal hat eine

reiche Geschichte in der zweitobersten Liga. Im Fussball

wird es nie zur Erstklassigkeit reichen. Ein Aufstieg des

SC Langenthal in die NLA ist hingegen zum ersten Mal

keine Utopie mehr. Er kann Wirklichkeit werden.

Schon zweimal stand der SC Langenthal ganz weit

oben. Im Frühjahr 2007 gewannen die Langenthaler die

NLB-Qualifikation. Geschäftsführer Heinz Schlatter liess

eine Studie über die NLA-Tauglichkeit erstellen. Doch

Langenthal flog, wie einst Ikarus, zu hoch und stürzte

ab. Bereits in der ersten Playoff-Runde folgte sensationell

das Aus gegen die GCK Lions. Der Trainer wurde gefeuert

und im Herbst war Heinz Schlatter nicht mehr Geschäftsführer.

Im Frühjahr 2012 wurde der SC Langenthal zum ersten

Mal NLB-Meister und spielte gegen Ambri in der

Liga-Qualifikation um einen Platz in der NLA. So nahe

war Langenthal der Erstklassigkeit noch nie – der Aufstieg

aber doch so fern. Der SCL gewann zwar ein Spiel,

verlor aber die Serie ehrenvoll (1:4 Siege). Aber der

Aufstieg war nie ein Thema. Geschäftsführer Gian Kämpf

sagt heute, warum es damals unmöglich war, mit aller

Konsequenz die Promotion anzustreben. «Für den Auf-

28 s’Positive 1 / 2017


Manager, Trainer und Spieler

meiden das Spekulieren über

mögliche Triumphe, wie der

Teufel das geweihte Wasser.

Wird das Ziel nicht erreicht,

sind Häme, Spott und Schadenfreude

gross.

Campus Perspektiven I Schwarzenbach Dörfli 6 I 4953 Schwarzenbach (Huttwil)

ICE DISCO

Samstag, 18. Februar 2017

ab 18:00

MAGIC ON ICE

stieg waren wir noch nicht bereit. Hätten wir aber im

Falle eines Aufstieges verzichtet, wären wir nach den

damaligen Reglementen in die vierte Liga relegiert worden,

Ambri wäre trotzdem abgestiegen und ein anderer

Klub – wohl Lausanne – wäre am grünen Tisch aufgestiegen.

Wir wären dann mit einem Wiedererwägungsgesuch

wohl auch wieder in die NLB aufgenommen

worden.»

Nun ist vieles anders. Die Reglemente sind geändert

worden. Gian Kämpf sagt: «Würden wir jetzt auf den

Aufstieg verzichten, müssten wir das 24 Stunden nach

dem letzten Spiel der Qualifikation der Liga mitteilen.

Wir würden dann für drei Jahre für die Liga-Qualifikation

gesperrt.»

Oder anders gesagt: Der SC Langenthal könnte es

schon wagen, in einer Liga-Qualifikation voll auf Sieg

zu spielen. Oder könnte er am Ende gar einen Aufstieg

in die höchste Liga wagen? Gian Kämpf mag nicht über

«ungelegte Eier» reden. Im Sport meiden Manager, Trainer

und Spieler das Spekulieren in der Öffentlichkeit

über mögliche Triumphe, wie der Teufel das geweihte

Wasser. Aus gutem Grund: Wird das Ziel nicht erreicht,

sind Häme, Spott und Schadenfreude bei der Konkurrenz

und den Neidern gross. Heinz Schlatter kann davon nach

seiner öffentlich präsentierten Aufstiegsstudie von 2007

ein Lied singen. Aber intern haben die Langenthaler das

Projekt NLA nun wieder durchgerechnet. Unter bestimmten

Voraussetzungen wäre die NLA jetzt machbar.

UNGEWISSES BAUPROJEKT

Problem Nummer 1 ist das Stadion. Die Liga würde Langenthal

unter grossen Auf lagen zwar erst einmal für

eine Saison die provisorische Spielbewilligung für die

NLA im Schoren geben. Es wäre mit ziemlicher Sicherheit

sogar möglich, zwei oder drei weitere Jahre im Schoren

NLA-Hockey zu spielen. Doch dazu müsste ein konkretes

Neubauprojekt präsentiert werden. Dieses Neubauprojekt

ist das Problem. Mit der «Arena Oberaargau» ist es

wie mit dem Ungeheuer von Loch Ness. Viel wird darüber

geredet. Gesehen hat es noch niemand. Bis heute ist

das Projekt jeweils vor Wahlen aktiviert worden und

dann wieder sanft entschlafen.

Das soll sich nun ändern. Gian Kämpf sagt, dass jetzt

die Würfel fallen müssen. Vereinfacht gesagt, geht es um

folgende zwei Punkte: Erstens um den Standort. Wo soll

die neue Arena gebaut werden? Draussen beim Hard

oder auf dem Reitplatz? Oder soll es doch eine Sanierung

des Schoren-Eistempels mit dem freundlichen

Charme des Provisorischen sein? Im Hard ist eine

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s’Positive 1 / 2017 29


SPORT

Mantelnutzung nicht möglich, daher haben private Investoren

kein Interesse. Das Stadion müsste mit Steuergeldern

gebaut werden. Die Chancen, ein 35-Millionen-

Projekt beim Volk durchzubringen, sind gering.

Auf dem Reitplatz ist hingegen eine kommerzielle

Nutzung möglich, und private Investoren sind Interessiert.

Hier würde der Anteil an Steuergeldern bei 10

Millionen vergleichsweise tief liegen – weniger als beim

Stadionumbau in Langnau, den die Gemeinde mit 15

Millionen alimentierte. Das grösste Problem wären wohl

verschiedene Einsprachen.

NLB-Meister 2012: SCL-Captain Stefan Tschannen.

DIE BUDGET-FRAGE

Wenn es weder die Variante Hard noch die Variante Reitplatz

gibt, dann müsste der Baurechtsvertrag für den

Schoren mit der Burgergemeinde verlängert werden.

Dieser läuft 2021 aus, mit Verlängerungsoption um zehn

Jahre . Eine Sanierung würde rund 20 Millionen kosten.

Die Sanierung und der Ausbau auf NLA-Standard des

bisherigen Stadions könne bis im Sommer 2021 über die

Bühne gehen. Für Gian Kämpf ist es wichtig, dass der

Grundsatzentscheid über den Standort jetzt fällt. In der

ganzen Stadionfrage hat der SC Langenthal einen ganz

grossen Vorteil: Wenn erst einmal klar ist, welche Variante

zum Zug kommt, muss Geschäftsführer Gian Kämpf

für die Planung nicht einmal sein Bürogebäude verlassen.

Er braucht nur in eines der unteren Stockwerke zu steigen,

wo sein Präsident Stephan Anliker residiert. Dessen

Unternehmen hat das gesamte Know-how, um einen Stadionbau

zu orchestrieren – oder zumindest die dazu

notwendigen Kontakte.

Die Lösung der Stadionfrage ist auch für eine Zukunft

in der NLB existenziell. Nur in einer neuen Arena (oder

einem sanieren Schoren) kann der SCL die Mittel für

eine Spitzenposition in der NLB erwirtschaften. Die übrigen

NLB-Spitzenklubs (Visp, Olten, die Lakers, La

Chaux-de-Fonds) haben bereits NLA-Stadien oder ein

konkretes Stadionprojekt. Sogar Ajoie baut eine neue

Arena. «Mit der aktuellen Infrastruktur können wir kein

NLB-Spitzenteam bleiben» sagt Gian Kämpf. «Wir müssten

bereits mittelfristig unsere Selbstständigkeit aufgeben

und allenfalls ein Farmteam eines NLA-Klubs werden

– oder dann zurück in die Amateurliga gehen.»

Der zweite zentrale Punkt: Kann das Hockey-Unternehmen

SC Langenthal eine NLA-Saison finanzieren?

Der SC Langenthal arbeitet heute mit einem Budget von

rund vier Millionen und investiert eine weitere Million

in den Nachwuchs. In der NLA wird ein Budget von 10

bis 12 Millionen benötigt. Gian Kämpf sagt, in einer ersten

Saison wäre es möglich, erst einmal mit 7 bis 8 Millionen

auszukommen. Das Budget müsste also in

ZUSATZINFOS

Der SCL wäre in der NLA kein «Exot»

Warum sollte in Langenthal nicht

machbar sein, was in Ambri und

Langnau möglich ist?

Seit der Gründung der NLA im

Sommer 1937 haben hin und wieder

Exoten den Aufstieg geschafft.

In der Neuzeit waren es der HC

Ajoie und der SC Herisau. Ajoie

stieg 1988 erstmals auf und hielt

sich zwei Saisons in der höchsten

Liga (1988/89 und 1989/90). Die

Jurassier kehrten noch einmal in

die NLA zurück (1992/93) und gerieten

dann in die schwerste Krise

ihrer Geschichte. Im Frühjahr

1995 stiegen sie in die 1. Liga ab.

Heute hat Ajoie sein Glück in der

Bescheidenheit der NLB gefunden

und verzichtet jeweils offiziell auf

einen Wiederaufstieg. Deshalb

konnte Ajoie als NLB-Meister letzte

Saison die Liga-Qualifikation

gegen den NLA-Letzten Biel nicht

bestreiten, die Bieler kamen «gratis»

zum Ligaerhalt.

Dem SC Herisau gelang 1997 der

erstmalige Aufstieg in die NLA.

Nach nur einer Saison kehrte er in

die NLB zurück. Es war der Anfang

vom Ende. Bereits 1999 folgte der

Abstieg in die 1. Liga. Heute spielt

Herisau in der 2. Liga.

Würde ein Aufstieg dem SC Langenthal

letztlich auch eine sportliche

Depression mit Abstieg bis in

die 1. Liga bescheren? Auf den

ersten Blick scheint es so: Herisau

hat etwa gleich viele Einwohner

wie Langenthal (rund 16 000) und

scheiterte trotz besseren infrastrukturellen

Voraussetzungen.

Geringe Risiken

Aber auf den zweiten Blick wird

klar, dass der SC Langenthal nicht

das gleiche Schickschal erleiden

würde. Die finanzielle Situation in

Langenthal ist viel stabiler als damals

bei den NLA-Aufstiegen in

Herisau und Pruntrut.

Der SC Langenthal ist ein sehr gut

geführtes Hockeyunternehmen

(inzwischen viel besser gemanagt

als etwa Lokalrivale Olten) und

würde zwar bei einem Aufstieg

vor einer enormen Herausforderung

stehen. Aber selbst bei einem

sofortigen Wiederabstieg gäbe es

keine Erschütterungen der Basis –

der SCL stünde dann halt einfach

wieder dort, wo er das Abenteuer

nach dem Aufstieg begonnen hatte:

in der NLB. Wenn es im 21.

Jahrhundert gelingt, in wirtschaftlich

schwachen Regionen wie im

oberen Emmental und in der Leventina

(Ambri) NLA-Eishockey zu

finanzieren, dann gibt es keinen

Grund, warum dies im vergleichsweise

reichen und wirtschaftlich

viel stärkeren Oberaargau nicht

möglich sein sollte.

30 s’Positive 1 / 2017


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einem ersten Schritt verdoppelt werden. Ist das möglich?

Der SC Langenthal hat keinen Mäzen («Götti»), der

eine Verdoppelung des Budgets finanzieren könnte.

Getragen wird das Unternehmen von 40 Kernaktionären.

Dabei handelt es sich um lokale Unternehmer

und um Männer und Frauen mit abgeschlossener Vermögensbildung.

Der «harte Kern der Kernaktionäre» ist

in der Lage, im Falle eines Falles diese Budget-Verdoppelung

im Rahmen eines gediegenen Abendessens zu

regeln. Diese Kernaktionäre haben die Sanierung des

SC Langenthal ermöglicht. Sie gleichen, wenn nötig,

jedes Jahr das «Sockeldefizit» von rund 200 000 Franken

aus, das der SC Langenthal aufgrund des Stadionnachteils

(ungenügende Infrastruktur) fast nicht

vermeiden kann.

TEURER PROFIHOCKEY

Die Sicherung der wirtschaftlichen Existenz bis zum Bezug

einer neuen bzw. einer sanierten Arena durch Zuschüsse

der Kernaktionäre ist möglich. Sie müssten für

drei bis vier Jahre ein jährliches Betriebsdefizit von zwei

bis drei Millionen abdecken. Das ist machbar – auch in

Langnau sicherte Präsident Peter Jakob mit einem wohlbestallten

Freund im Verwaltungsrat in den ersten drei

Jahren einen Betriebsverlust in dieser Höhe ab. Seit dem

Einzug in den neuen Tempel sind die Zahlen tiefschwarz.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass der

SC Langenthal schon einmal vor einem ähnlich grossen

sportlichen und wirtschaftlichen Schritt stand wie dies

jetzt der Aufstieg in die NLA wäre. Im Frühjahr 2002

gewann der SC Langenthal die Amateurmeisterschaft (1.

Liga) und stand vor der Frage: Können wir uns die NLB

leisten? Die Skepsis war sehr gross. Die Antwort lautete

mehrheitlich: Nein. Die Pessimisten verwiesen auf das

Jahr 1985. Unter Präsident Hansjürg Käser (dem heutigen

Regierungsrat) war der SC Langenthal mit einer

Million Franken Schulden krachend aus der NLB abgestiegen.

Nun soll es wieder NLB-Hockey sein? Nein, sagten

die Pessimisten. Das könne man sich heute noch

weniger leisten als damals. Profihockey lasse sich in

Langenthal nicht mehr finanzieren. Man solle sich mit

gutem Amateurhockey begnügen.

Stephan Anliker liess sich nicht beirren. Er übernahm

das Präsidium unter der Bedingung, dass das verrückte

Abenteuer NLB gewagt wird. Heute gehört der SC Langenthal

zu den Vorzeige-Hockeyunternehmen der NLB.

Sportlich konkurrenzfähig, wirtschaftlich stabil. Mit einer

besseren Infrastruktur wäre der SCL der SCB der NLB.

INTAKTE CHANCEN

Bleibt noch die Frage: Kann der SCL sportlich den Aufstieg

schaffen? Der Weg ist lang. Scheitern ist schon in

den NLB-Playoffs möglich. Die Verletzung eines Schlüsselspielers

(wie im Vorjahr von Leitwolf Stefan Tschannen)

kann die Mannschaft destabilisieren. Aber wenn

der Puck den Weg der Langenthaler geht, ist ein Aufstieg

möglich. Wenn der NLB-Meister in der Liga-Qualifikation

auf den Verlierer der NLA-Playouts trifft, dann ist es

das Duell eines charismatischen Siegerteams gegen mutlose

Verlierer. Die Chancen stehen dann mindestens

50:50. Es wird mit zwei Ausländern gespielt. Der NLA-

Vertreter muss zwei seiner besten Spieler aus der Mannschaft

nehmen.

Der SC Langenthal hat eine treue Fangemeinde.

Wenn der SC Langenthal heil durch die

NLB-Playoffs kommt und NLB-Meister

wird, wenn alle Spieler gesund sind

und wenn der Aufstieg mit aller

Konsequenz angestrebt wird, ist es

möglich, in die NLA zu kommen.

Wenn der NLB-Vertreter wirklich aufsteigen will (wie

zuletzt Biel 2008 gegen Basel, Lausanne 2013 gegen

Langnau und Langnau 2015 gegen die Lakers), dann

steigt er auf. Wenn der NLB-Vertreter hingegen lieber

nicht will (wie Visp oder Langenthal gegen Ambri), dann

rettet sich das NLA-Team problemlos.

Wenn der SC Langenthal heil durch die NLB-Playoffs

kommt und NLB-Meister wird, wenn alle Spieler gesund

sind und wenn das Ziel Aufstieg mit aller Konsequenz

angestrebt wird, dann ist es möglich, in die NLA zu kommen.

Man erkannte im Cup gegen Lugano und Kloten

(die mit vier Ausländern spielen durften!), dass die Langenthaler

an einem guten Abend mit jedem NLA-Team

auf Augenhöhe spielen können. Kloten, Fribourg-Gottéron,

Ambri und auch die SCL Tigers liegen in der Reichweite

der Langenthaler in einer Serie über sieben Spiele.

Welch eine Ironie des Schicksals wäre es, wenn Langenthal

gegen Langnau um den Platz in der NLA spielen

würde. Langnaus Trainer Heinz Ehlers hat die Langenthaler

2012 zum NLB-Titel geführt, zum bisher grössten

Erfolg in der Geschichte des Mannschaftsportes im

Oberaargau.

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IN EIGENER SACHE

Leserbriefe

Bauern-Facts

Jemand hat neulich den Titel eures Magazins

als fragwürdig dargestellt. Das finde

ich gar nicht! Denn sämtliche anderen Publikationen

schwimmen ja schon im Negativen.

Also schon gut! Der Al-Jazeera-Report

war interessant, und auch derjenige

vom Bauer. Allerdings war ich ein wenig

enttäuscht. Ich hätte statt Zahlen lieber

Facts über die Benutzung der Milch, die

den Kälbern zusteht und für viele Menschen

mittlerweile ein Allergieproblem

darstellt, gehabt. Auch über den Wandel

der Gesellschaft, weniger Fleischkonsum

etc. Oder lassen sich die Bauern nicht in

die Karten gucken (das wäre irgendwie

auch zu verstehen, halt wie in der Privatwirtschaft)?

Super fand ich, dass nicht gejammert

wurde. Jedenfalls werde ich das

Magazin weiterhin lesen.

Eva Hauf

Wässermatten

Mit grossem Interesse und Freude lese ich

immer wieder Ihre interessanten Artikel.

Auch die zwei Berichte über die Bauern

und die Geschichte der bäuerlichen Kultur

im Oberaargau in der Ausgabe 12/16

im «s`Positive» finde ich sehr gut.

Nur eine Sache muss ich ganz klar richtigstellen!

In unseren Wässermatten wurde

und wird kein intensiver Ackerbau betrieben.

110 Ha Wässermatten im Oberaargau

werden heute noch von 60 Landwirten

gewässert. Sie besitzen einen Vertrag

mit der Wässermattenstiftung. Ackerbau

ist in den Wässermatten verboten, es

muss jährlich mindestens dreimal gewässert

werden, und die Britschen und Gräben

müssen unterhalten werden. Dafür erhalten

die Bewirtschafter eine Entschädigung.

Der Fall Wächli dürfte Ihnen bekannt sein,

ebenso der Entscheid im Grossrat zur Aufstockung

des Stiftungskapitals.

Die Wässermatten sind auch im Bundesinventar

schützenswerter Landschaften. Seit

diesem Jahr werden Beiträge für die

Landschaftsqualität ausbezahlt.

Peter Zulauf-Iff, Rohrbach. Präsident

Wässermattenverein Langetental

Gut verständlich

Ich lese «s’Positive» immer. Die Artikel

sind immer spannend aufgebaut. Als aktiver

Landwirt habe ich die beiden Artikel

über die Landwirtschaft interessiert gelesen.

Ich denke, sie sind auch für die nicht

landwirtschaftliche Bevölkerung sehr gut

zu verstehen.

Ich habe eine Bemerkung zu den Politikern,

die im letzten Jahrhundert viel zur

Landwirtschaft beigetragen haben: William

Wyss, alt Nationalrat aus Grasswil, hat viel

zur heutigen Landwirtschaftspolitik beigetragen.

Er ist einer der Väter der heutigen

Direktzahlung an die Landwirtschaft (auch

wenn die Verwaltung nicht alles in seinem

Sinne übernommen hat).

Wie im historischen Bericht beschrieben,

gehören die Oberaagauer Bauern zu den

Fortschrittlichen, denn schon am 8. März

1917 wurde der Oberaagauische Bauernverein

gegründet. Wir feiern am 10. März

2017 das 100-Jahr-Jubiläum im Räbrhus

in Niederbipp.

Res Mühlemann

Gratulation

Ich gratuliere Ihnen herzlich zu Ihrem Magazin.

Es hat Seltenheitswert und mit seinem

neuen Namen genau die richtige Bezeichnung

erhalten. Ich kenne nämlich

ausschliesslich Blätter, die hauptsächlich

über Negatives berichten. Dass Sie mit

«s’Positive» eine Ausnahme wagen, ist

sensationell und richtig wohltuend. Das

zeugt von Mut und Charakter! Ich lese das

Blatt mit Interesse von der ersten bis zur

letzten Seite.

Auch, dass ich als «Emmentaler» in den

Genuss dieses Oberaargauer «Zückerchens»

komme, ist alles andere als selbstverständlich.

Und wenn dann irgendwann

mal ein Einzahlungsschein dabei ist, erschrecke

ich überhaupt nicht!

Fritz Vögeli, Koppige

Ihre Meinung

interessiert uns

Sind Sie mit etwas nicht einverstanden?

Haben Sie Fragen, die auch andere Leser

interessieren könnten? Oder haben Sie eine

Ergänzung zu einem Artikel? Dann schreiben

Sie uns. Ab der kommenden Ausgabe

reservieren wir Platz für Sie.

Oder möchten Sie über ein Thema, das wir

noch nicht gebracht haben, mehr erfahren?

Wir können Ihnen zwar keinen Artikel darüber

garantieren. Aber prüfen werden wir

Ihren Vorschlag ganz bestimmt.

Wir wissen noch nicht, was auf uns zukommt,

wenn wir die Möglichkeit zu Leserreaktionen

bieten. Möglich, dass keine einzige

kommt. Ebenfalls möglich, dass wir

nicht alle Ihre E-Mails und Briefe publizieren

können, und deshalb eine Auswahl treffen

müssen. Werden Sie bitte nicht zu lang.

Sonst müssten wir Ihren Beitrag eventuell

kürzen.

Beiträge mit beleidigenden, diffamierenden,

rassistischen und sexistischen Inhalt werden

nicht veröffentlicht.

Wir freuen uns auf Ihr Feedback.

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