Henke-Infoblatt_RPR01

mreimer

Jagd & Schießsport

Infoblatt

RPR01

Thema:

Präzisionsbüchse Ruger Precision Rifle

„Ein taktischer Repetierer“

Bericht des DWJ über die Ruger Precision Rifle der 1. Generation

Mit freundlicher Genehmigung der Fachzeitschrift DWJ


Präzisionsbüchse Ruger Precision Rifle

Ein taktische

Repetierer mit taktischer Ausstattung

liegen seit einiger Zeit

im Trend und erfreuen sich insbesondere

bei den Sportschützen

beachtlicher Popularität.

Ruger mischt nun diesen Markt

mit dem neuen Modell Precision

Rifle gründlich auf und lanciert

eine außerordentlich preiswerte

Variante.

X

HANS J. HEIGEL

1 Die Precision Rifle in .308 Winchester von

der linken Seite. Das Schaftdesign erinnert

an die AR-15-Selbstlader.

2 Zu den markanten Ausstattungsdetails

gehört bei der Ruger Precision Rifle der

vielfach justierbare Hinterschaft.

3 Ruger liefert die Precision Rifle mit dem

verstellbaren Abzug namens „Marksman“

mit Sicherheitstaste im Züngel.

4 Blick auf die Unterseite des mit Keymods

versehenen Vorderschafts, der im Stil

der AR-15-Schäfte gehalten ist.

5 Ein innovatives System nimmt verschiedene

Magazine auf, in diesem Fall zehnschüssige

Magpul-PMAG-Magazine.

Ruger betritt mit dem Modell Precision

Rifle das Marktsegment der Zylinderverschlussrepetierer

mit taktischer

Ausstattung, sodass die Silhouette der

neuen Büchse unweigerlich an einen

Selbstlader vom Typ AR-15 beziehungsweise

AR-10 erinnert. Am 20. Juli 2015

stellte Ruger die Informationen über

die neue Precision Rifle ins Internet

und trat damit buchstäblich eine Lawine

los. Selbst hierzulande gingen bei

Ruger-Importeur Heinz Henke, der uns

freundlicherweise zwei Gewehre in .308

Winchester und 6,5 Creedmoor für diesen

Test zur Verfügung stellte, am gleichen

Tag die ersten Bestellungen ein.

Die mit viel Werbeaufwand von Ruger

präsentierte Precision Rifle erfuhr

in den USA binnen weniger Wochen

eine Aufmerksamkeit, wie sie in den

letzten Jahren kaum einem neuen Waffenmodell

zuteil wurde. Zum Preis von

1548 Euro bekommt man einen taktischen

Repetierer mit Ausstattungsattributen,

die man bisher nur an weitaus

kostspieligeren Modellen fand. So

kennt man beispielsweise von Remington

das Modell 700 Tactical Chassis in

der mittleren Preiskategorie. Im oberen

Preisbereich macht seit geraumer Zeit

die Sako TRG M10 auf sich aufmerksam.

Verschiedene Zubehörlieferanten

offerieren taktische Chassis für die

gängigen Varmintbüchsen, wie es sie

beispielsweise von Remington, Savage

und Tikka gibt.

1

Ruger liefert mit dem Modell Precision

Rifle eine Alternative, die all diese

Schützenwünsche für weniger Geld beinhaltet.

Ein Hauptaugenmerk richtet

sich daher bei unserem Test auf folgende

Frage: Welche Kompromisse muss

man dafür eingehen, und sind diese

praxisgerecht?

Drei Kaliber. Ruger bietet die Precision

Rifle in den Kalibern .308 Winchester,

6,5 Creedmoor und .243 Winchester an.

Die kürzeste Version mit 20" (508 mm)

langem Lauf mit 10" (254 mm) langem

Drall gibt es im Kaliber .308 Winchester.

Die Ausführung in 6,5 Creedmoor

Auf einen Blick

X Solider Zylinderverschluss

X Vorderschaft mit Keymods

X Verstellbarer Klappschaft

X Magazin für zehn Patronen

X Picatinny-Schiene

X Schnittstellen für AR-15-Teile

X Gutes Präzisionspotenzial

X Günstiges Preis-Leistungs-Verhältnis

2

20

Das Magazin für Waffenbesitzer


schießsport

r Repetierer

erhielt einen 24" (610 mm) langen Lauf

mit 8" (203 mm) Dralllänge. Für die

Variante in .243 Winchester verwendet

man einen 26" (660 mm) langen Lauf

mit einer Dralllänge von 7.7" (196 mm).

Alte Bekannte. Ein wichtiger Schritt

in Richtung Kostenreduzierung ist der

Einsatz des seit 2012 von Ruger lancierten

Zylinderverschlusssystems

der preisgünstigen Büchse American

Rifle. Es ist ein günstig auf Maschinen

herzustellendes Verschlusssystem,

das jedoch hinsichtlich Zuverlässigkeit

und Stabilität keine Wünsche offen

lässt. Die Systemhülse musste für

die Precision Rifle angepasst werden,

was insbesondere für den rückwärtigen

Abschluss gilt. Hier benötigte man

aufgrund des Anschlags des klappbaren

Hinterschafts eine kantige Form.

Der Verschlusszylinder des Öffnungsspanners

trägt am Kammerkopf drei

Verriegelungswarzen. Der Stoßboden

ist in den Kammerkopf zurückversetzt,

sodass der Patronenboden vom

überstehenden Bund am Kammerkopf

umschlossen wird. Der Auszieher sitzt

in der rechten Verriegelungswarze. Die

Funktion des Ausstoßers übernimmt

ein im Stoßboden sitzender Druckbolzen.

Eine Führungsnut im Verschlusszylinder

sorgt für einen guten Schlossgang.

Die Kammerfangtaste sitzt links

in der Hülsenbrücke. Statt des schrägen

Schlösschens der Ruger American Rifle

verwendet man bei der Precision Rifle

einen zylindrischen Kunststoffaufsatz,

der am Ende in einer Kappe das Werkzeug

zum Zerlegen des Verschlusszylinders

mitführt. Die herausgenommene

Kammer ist dadurch relativ lang. Auf

3

dem Weg nach hinten wird die Kammer

im Rohr des Hinterschaftes geführt.

Nach dem Anklappen des Schafts kann

der Verschlusszylinder aus der Systemhülse

genommen werden. Der eingesteckte

Kammergriff ist nach hinten

abgewinkelt und mit einem griffigen

Kegelstumpf abgeschlossen.

Auch beim Abzug griff man auf die

American Rifle zurück und übernahm

den als Marksman Trigger bezeichneten

justierbaren Abzug. Typisch für

diesen Abzug ist die aus dem Züngel herausragende

Sicherheitsklinke. Der Widerstand

ist verstellbar im Bereich von

1,0 kg bis 2,2 kg. Der nötige Schlüssel

lagert in der Verlängerung des Schlösschens.

An unseren beiden Testwaffen

lagen die Abzugswiderstände bei 1,25 kg

und 1,35 kg.

An die stählerne Systemhülse angesetzt

ist das aus einer hochfesten

Leichtmetalllegierung gefertigte untere

Teil mit dem Magazinschacht sowie

Abzugsbügel und Griff. Der Magazinschacht

nimmt das zehn Patronen

4 5

01/2016

21


Präzisionsbüchse Ruger Precision Rifle

6

6 Die Ruger Precision Rifle im Kaliber 6,5

Creedmoor hat einen 24" (610 mm) langen

Lauf mit R5-Rifling.

7 Die Waffe wird mit einem Mündungsgewinde

5/8"×24 und mittels Maulschlüssel

bedienbarer Schutzkappe ausgeliefert.

8 Beim Öffnen wird der rückwärtige Teil

des Verschlusszylinders in den Hohlraum

des Hinterschaftes geschoben.

9 Der Stoßboden ist in den Kammerkopf

zurückversetzt. Der Auszieher sitzt in der

rechten Verriegelungswarze.

q Die Ruger Precision Rifle verkürzt sich

für den Transport durch das Anklappen

des Hinterschafts an die linke Seite.

w Das Schlösschen der Kammer ist nach

hinten verlängert.

fassende Magazin auf. Ruger liefert

die Precision Rifle mit zwei Magpul-

PMAG-Magazinen aus. Die Magazinhalterung

lässt auch die Verwendung

von AI-Magazinen zu. Der Magazinlösehebel

sitzt griffgünstig hinter dem

Magazinschacht. Die zwei Positionen

aufweisende Drehhebelsicherung sitzt

auf der linken Seite über dem Griff.

Der Druckbolzen für den Klappschaft

hat seinen Platz auf der linken

Seite unter dem Scharnier. Der mit

einer schwarzen Gummikappe abgeschlossene

Hinterschaft ist vielfach

justierbar. Vorhanden ist eine vertikal

verschiebbare Schaftbacke. Natürlich

kann auch die Schaftlänge variiert werden.

Der Verstellbereich beträgt rund

88 mm. Die Bedienelemente für die

Schaftverstellungen sind griffgünstig

und gut handhabbar ausgeführt.

Auf der Unterseite des Hinterschafts

ist eine Picatinny-Schiene angebracht.

Der Handschutz, der entsprechend der

Lauflänge unterschiedliche Abmessungen

aufweist, verfügt über Keymods

zur einfachen Montage von Zubehör.

Auch hier hielt man sich an das Vorbild

AR-15. Die meisten Schnittstellen

der Precision Rifle sind so ausgeführt,

dass die im Zubehörhandel erhältlichen

AR-15-Teile passen.

Die auf der Systemhülse mit 8×40er-

Schrauben fixierte Picatinny-Schiene

8

weist eine Vorneigung von 20 MOA auf.

Somit ist ein Justieren der Zielfernrohre

für die weiten Distanzen möglich.

Heinz Henke rüstete die Testwaffen mit

den Nightforce-Zielfernrohren 8-32 × 56

NXS und 5,5-22 × 56 NXS aus.

Läufe. Die Läufe mit Mediumkontur

weisen einen Mündungsdurchmesser

von .750" (19,1 mm) auf.

Für die Montage von Feuerdämpfer,

Mündungsbremse

sowie Schalldämpfer

ist ein Gewinde

(5/8" × 24) vorhanden, das

mit einer Schutzkappe versehen ist.

Zum Abschrauben der Kappe ist allerdings

ein Maulschlüssel nötig. Die

Matchsenkung ist an beiden Testwaffen

makellos ausgeführt.

Hergestellt werden die Läufe aus

4140er-Stahl im Kalthämmerverfahren.

Zum Austausch benötigt man

Werkzeuge wie für die AR-15-Gewehre.

Durchdachtes

Gesamtkonzept

bei der neuen Ruger

7

9

Diese Arbeit ist jedoch einem Büchsenmacher

vorbehalten. Im Handschutz

kann der Lauf völlig frei schwingen.

Eine weitere Besonderheit ist das

Laufinnenprofil. Ruger verwendet für

die Precision Rifle das sogenannte

5R-Rifling, das von Boots Obermeyer

entwickelt wurde. Das 5R-Profil weist

fünf Züge auf, wobei die Kanten zu den

Feldern nicht rechtwinkelig stehen,

sondern einen flacheren Winkel aufweisen.

Das soll hinsichtlich Verschleiß

und Präzision vorteilhaft sein. So bietet

die renommierte Firma Krieger Barrels

Inc. Läufe mit diesem Laufprofil an.

Betrachtet man das Gesamtpaket der

Ruger Precision Rifle, so muss man dem

Gewehr eine praxisgerechte Ausstattung

aller wichtigen Bauelemente bescheinigen.

Die verwendeten

Bauteile bei dem

verstellbaren Hinterschaft

sowie dem Handschutz

und der Magazinvorrichtung

entsprechen

dem üblichen Standard bei diesem

Waffentyp sowie bei hochwertigen AR-

15-Waffen. Trotz des günstigen Preises

ist es den Ruger-Konstrukteuren gelungen,

einen soliden taktischen Repetierer

zu entwickeln. Die Konstruktion ist

in jedem Detail durchdacht und an den

Bedürfnissen der Präzisionsschützen

orientiert. Insbesondere die Schnitt-

22

Das Magazin für Waffenbesitzer


schießsport

q

e Die Drucktaste zum Anklappen des Hinterschafts

sitzt auf der linken Waffenseite

unterhalb des Scharniers.

e

w

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V e r l a g s - Gmb H

01/2016

23


Präzisionsbüchse Ruger Precision Rifle

Technische Daten und Preis

Hersteller

Importeure

Modell

Waffenart

Kaliber .308

Winchester

Lauflänge

Sturm, Ruger & Co. Inc.,

www.ruger.com

Heinz Henke, www.

henke-online.de,

Albrecht Kind, www.akah.de

Ruger Precision Rifle

Zylinderverschlussrepetierer

6,5

Creedmoor

20" (508 mm) 24" (610 mm)

Dralllänge 10" (254 mm) 8" (203 mm)

Magazinkapazität

10 Patronen

Sicherung

Visierung

Drehhebelsicherung

Keine offene Visierung,

Picatinny-Schiene

Gesamtlänge 972 mm bis

1060 mm

Waffen gewicht 4,404 kg

(ungeladen,

ohne

Ziel fernrohr)

Werkstoff

1073 mm bis

1162 mm

4,812 kg

(ungeladen,

ohne

Zielfernrohr)

Stahl/Leichtmetall

Schaftmaterial Leichtmetall/Kunststoff

Preis 1548

stellen, die AR-15 -Anbauteile zulassen,

sind lobenswert zu erwähnen. Für eine

rasche Schussfolge bedeutsam ist das

Rückstoßverhalten. Der Rückstoß wird

sehr geradlinig in den Hinterschaft und

die Schulter übergeleitet.

Auf dem Schießstand. Es galt nun,

mit den beiden Testwaffen die Praxistauglichkeit

sowie vorrangig das Präzisionspotenzial

zu ermitteln. Geschossen

hat der Autor auf die

Distanz von 100 m unter

Zuhilfenahme von

Bench rest-Auflagen. Dabei

stellte sich sehr rasch

heraus, dass der runde

Vorderschaft sowie die kantige Picatinny-Schiene

an der Unterseite des Hinterschaftes

auf den Sandsäcken nicht

optimal sind, schließlich hat man eine

taktische Waffe und nicht eine Benchrest-Büchse

vor sich. Mit etwas Übung

und etwas aufwendigem Einrichten der

Waffe nach jedem Schuss verlief das

Testschießen praxisgerecht. Die Schützenstreuung

kann bei dieser Technik

weitgehend zurückgedrängt und vernachlässigt

werden.

Besonderes

Interesse für die

6,5 Creedmoor

Interessant sind natürlich auch die

beiden Patronen unserer Testwaffen.

Insbesondere die Waffe in 6,5 Creedmoor

weckte das besondere Interesse.

Die 6,5 Creedmoor ist besonders

für weite Schüsse tauglich, und entsprechend

verwendet Ruger für diese

Variante einen 24" (610 mm) langen

Lauf. Die .308-Winchester-Version mit

20" (508 mm) langem Lauf kann als

Universallösung gelten,

welche insbesondere im

Bereich bis zu 300 m gut

einsetzbar ist.

Dave Emary, Hornady-

Ballistiker, und Dennis

DeMille, der zweifache Champion des

NRA-Wettbewerbs National High Power

Rifle, der auch General Manager

des Schießsportausstatters Creedmoor

Sports ist, entwickelten die 6,5 Creedmoor.

Mit ihren Abmessungen erfordert

sie keine anderen Systeme und Magazine

wie die .308 Winchester, Systeme

und Magazine sind also austauschbar.

Was Hornady 2007 der Fachwelt vorstellte,

basiert auf der Patrone .30 TC.

Um den 6,5-mm-Geschossen einen

Ladedaten und ballistische Daten .308 Winchester in der Ruger Precision Rifle

Hülse Geschoss gewicht

[gr/g]

Geschosstyp Zündhütchen Treibladung

[gr]

Patronenlänge

[mm]

v 0

[m/s]

E 0

[J]

Streukreis

100 m* [mm]

Hornady 168/10,9 HPBT Fabrikpatrone 71,1 780 3312 28,1

Lapua 167/10,8 Lapua Scenar Fabrikpatrone 70,7 775 3250 23,5

Lapua 155/10,0 Sierra HPBT MK Fed. 210 M 43,0 Norma 202 70,8 816 3344 24,9

Lapua 167/10,8 Lapua Scenar Fed. 210 M 43,0 Norma 203-B 71,0 781 3300 19,5

Lapua 168/10,9 Sierra HPBT MK Fed. 210 M 41,5 IMR 4895 71,0 756 3111 22,0

Lapua 168/10,9 Berger LTB HPBT Fed. 210 M 43,5 Norma 203-B 71,0 773 3252 20,4

Lapua 175/11,3 Sierra HPBT MK Fed. 210 M 46,6 Hodgdon CFE 223 71,0 764 3310 18,3

Lapua 180/11,7 Hornady HPBT Fed. 210 M 46,0 Winchester 760 71,0 735 3151 25,9

* Es handelt sich um Treffergruppen von jeweils 10 Schuss, gemessen von Schusslochmitte zu Schusslochmitte. Geschossen wurde unter

Zuhilfenahme von Benchrest-Auflagen.

Testwaffe: Ruger Precision Rifle, Lauflänge: 20" (508 mm), Hülsenlänge .308 Winchester: 2.015" (51,18 mm), Geschossdurchmesser: .308"

(7,82 mm), Maximalgasdruck .308 Winchester: 4150 bar, Maximale Patronenlänge: 2.800" (71,12 mm). Das Verwenden der Ladedaten erfolgt

auf eigene Gefahr. Autor und Verlag übernehmen keinerlei Haftung.

Ladedaten und ballistische Daten 6,5 Creedmoor in der Ruger Precision Rifle

Hülse Geschossgewicht

[gr/g]

Geschosstyp Zündhütchen Treibladung

[gr]

Patronenlänge

[mm]

v 0

[m/s]

E 0

[J]

Streukreis

100 m* [mm]

Hornady 120/7,8 Hornady A-Max Fabrikpatrone 68,3 881 3018 23,8

Hornady 140/9,1 Hornady A-Max Fabrikpatrone 71,1 819 3043 26,4

Norma 120/7,8 Berger BT Target Fed. 210 M 43,6 Winchester 760 71,1 885 3045 20,9

Norma 120/7,8 Berger BT Target Fed. 210 M 43,1 Vihtavuori N 550 71,1 871 2950 16,1

Norma 130/8,4 Berger VLD Target Fed. 210 M 41,0 Vihtavuori N 550 71,1 839 2965 21,7

Norma 140/9,1 Sierra HPBT MK Fed. 210 M 40,0 Hodgdon Hybrid 100V 71,0 793 2852 20,1

Norma 140/9,1 Hornady A-max Fed. 210 M 39,5 Winchester 760 71,1 785 2795 22,9

* Es handelt sich um Treffergruppen von jeweils 10 Schuss, gemessen von Schusslochmitte zu Schusslochmitte. Geschossen wurde unter

Zuhilfenahme von Benchrest-Auflagen.

Testwaffe: Ruger Precision Rifle, Lauflänge: 24" (610 mm), Hülsenlänge 6,5 mm Creedmoor: 1.920" (48,77 mm), Geschossdurchmesser: .264"

(6,71 mm), Maximalgasdruck 6,5 mm Creedmoor: 4350 bar, Maximale Patronenlänge: 2.825" (71,76 mm). Das Verwenden der Ladedaten

erfolgt auf eigene Gefahr. Autor und Verlag übernehmen keinerlei Haftung.

24

Das Magazin für Waffenbesitzer


schießsport

möglichst hohen Ballistischen Koeffizienten

zu verleihen, müssen diese

lang gezogene Spitzen haben. So musste

die Hülse für die neue 6,5-mm-Patrone

zwangsläufig kürzer sein als die

der .308 Winchester. Man übernahm

von der .30 TC den Schulterwinkel von

30° sowie die Hülsenlänge von 48,77

mm. Beim Stoßboden beließ man es

beim bewährten Standardmaß der .308

Winchester. Der Hülsenhals wurde für

Geschosse vom Durchmesser .264"

(6,71 mm) eingezogen, und fertig war

die neue 6,5 Creedmoor. Für die .264er-

Matchgeschosse von 120 gr (7,8 g) bis

140 gr (9,1 g) stellte sich der 8"-Drall

(203 mm) als optimale Lösung heraus.

Neben zwei Fabriklaborierungen von

Hornady verwendete der Autor beim

Test der Precision Rifle in 6,5 Creedmoor

fünf Eigenlaborierungen. Die verwendeten

Norma-Hülsen sind extrem

gleichmäßig. Die Firma Heinz Henke

stellte sie zur Verfügung. Geladen hat

der Autor mit einer Redding-Kalibriermatrize

mit Bushing-Einsätzen sowie

einer Benchrest-Geschosssetzmatrize

Forster-Bonanza mit Mikrometerjustierung.

Die Patronen .308 Winchester

wurden mit einem Benchrest-Matrizensatz

von Forster-Bonanza geladen.

Bei allen Hülsen wurden die Zündkanäle

entgratet sowie auf eine perfekt

gleichmäßige Hülsenlänge getrimmt.

Verwendet haben wir durchweg Laborierungen,

die sich bereits früher bei

Tests in den beiden Kalibern bewährt

haben. Obwohl im Geschossdurchmesser

.264" (6,71 mm) ein riesiges Spektrum

an Geschossen zur Verfügung

steht, eignen sich für die 6,5 Creedmoor

nur die Geschosse bis zum Gewicht von

140 gr (9,1 g). Schwere Geschosse müssten

übermäßig weit in die Hülse gesetzt

werden und würden so das Hülseninnenvolumen

beträchtlich reduzieren.

Ferner muss man aufpassen, dass der

Führungsteil nicht so tief sitzt, dass

sich am Hülsenmund bereits rundum

eine Fuge öffnet.

Über die erzielten Schussgruppen

geben die Tabellen nähere Auskunft.

Beide Waffen funktionierten im Test

tadellos. Auch die verstellbaren Teile

des Hinterschaftes gaben keinerlei

Grund für Beanstandungen. X

DWJ­Fazit

X Ruger hat mit dem neuen Modell Precision

Rifle offensichtlich den Geschmack

und die Wünsche der Präzisionsschützen

auf beiden Seiten des

Atlantiks getroffen. Die anlaufenden

Verkaufszahlen und Lieferzeiten belegen

diese Tatsache. Was Ruger für

unter 1600 Euro mit der Precision Rifle

bietet, ist beachtlich. Man nahm

den Verschluss der Ruger American

Rifle als Ausgangsbasis und baute

darum einen taktischen Repetierer

mit zehn Patronen fassendem Magazin

und vielfach verstellbarem

Klappschaft. Dazu kommt, dass für

weiteres Zubehör Schnittstellen für

AR-15-Zubehör passend sind. Ins gelungene

Grundkonzept gehören auch

der Vorderschaft mit Keymods sowie

das Mündungsgewinde am Lauf. Bei

der Kaliberauswahl bewies man eine

glückliche Hand. Vertreten sind die

Patronen .243 Winchester, 6,5 Creedmoor

und .308 Winchester, wobei die

beiden letztgenannten Kaliber die besondere

Aufmerksamkeit der Sportschützen

auf sich ziehen.

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01/2016

25


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