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Heimat - Der Schwarzwald von A bis Z

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V, DNE, TG<br />

<strong>Der</strong> <strong>Schwarzwald</strong> <strong>von</strong> A <strong>bis</strong> Z<br />

Eine Anzeigen-Sonderveröffentlichung<br />

des SÜDKURIER vom 17.02.2017


2 <strong>Heimat</strong> HEIMAT <strong>von</strong> VON A <strong>bis</strong> BIS Z<br />

SÜDKURIER FREITAG, 17. NR. FEBRUAR 40 | SWM 2017<br />

EDITORIAL<br />

Liebe Leserinnen und Leser<br />

Es ist einige Jahre her, dass das Goethe-Institut<br />

nach dem schönsten<br />

deutschen Wort gesucht hat. Gewonnen<br />

hat das Wort „Habseligkeiten“.<br />

Unter den schönsten Wörtern wurde<br />

ein anderes aber auffällig oft vorgeschlagen:<br />

<strong>Heimat</strong>. Ein Wort, das es wie<br />

Heimweh nur im Deutschen gibt.<br />

<strong>Heimat</strong> war über lange Jahre ein angestaubter<br />

Begriff, er galt als gestrig,<br />

überholt, kleinbürgerlich. Er passte<br />

nicht in die neue Zeit, in der alles zunehmend<br />

gleich nah und gleich fern<br />

zu sein schien. Wurzeln schienen hinderlich.<br />

Flexibilität, Dynamik, Mobilität,<br />

das war der Begriff <strong>von</strong> Modernität.<br />

Überall klebte ein Verfallsdatum<br />

drauf: auf dem Wohnort, dem Arbeitsplatz,<br />

der Beziehung. In Zeiten der<br />

Globalisierung ist alles möglich, nichts<br />

muss.<br />

Und plötzlich war die Sehnsucht<br />

nach der <strong>Heimat</strong> wieder da, nach einem<br />

kleinen, heilen und überschaubaren<br />

Mikrokosmos in einer immer komplexer<br />

werdenden Welt. Nach örtlich<br />

erzeugten Lebensmitteln, nach regionalen<br />

Krimis oder dem Dialekt. <strong>Der</strong><br />

Schriftsteller Theodor Fontane hatte<br />

das im 19. Jahrhundert kommen sehen.<br />

„Erst die Fremde lehrt uns, was<br />

wir an der <strong>Heimat</strong> besitzen.“<br />

Doch was ist <strong>Heimat</strong> eigentlich? Ist<br />

es ein Gefühl, ein nostalgisches vielleicht?<br />

Oder sind es die prägenden<br />

Orte der Kindheit, die der persönlichen<br />

Entwicklung, wo man jede Straße,<br />

jeden Weg kennt und kein Navigationssystem<br />

braucht, Familie und<br />

Freunde hat, man die Menschen auf<br />

der Straße mit Namen grüßt oder gegrüßt<br />

wird, im Chor singt, im Verein<br />

Fußball spielt oder im Gemeinderat<br />

sitzt, die regionale Tageszeitung liest<br />

und wo man nicht nur wohnt und arbeitet,<br />

sondern lebt und sich zu Hause<br />

fühlt.<br />

Das alles ist <strong>Heimat</strong>. Sie hat so viele<br />

Gesichter wie das Leben. <strong>Heimat</strong> begegnet<br />

uns ständig, in den Vereinen<br />

genauso wie in der Kultur und in der<br />

Wirtschaft. Und wie bunt sie hier zwischen<br />

<strong>Schwarzwald</strong>, Hochrhein und<br />

Bodensee tickt, das haben unsere Redakteure<br />

und Reporter in dieser Beilage<br />

aufgeschrieben – <strong>von</strong> A <strong>bis</strong> Z.<br />

Ich wünsche Ihnen bei diesem<br />

Streifzug durch Ihre <strong>Heimat</strong> viel<br />

Freude.<br />

Torsten Geiling<br />

SÜDKURIER NR. 40 | SWM<br />

FREITAG, 17. FEBRUAR 2017<br />

IMPRESSUM<br />

Verlag und Herausgeber:<br />

SÜDKURIER Medienhaus GmbH<br />

Max-Stromeyer-Straße 178<br />

78467 Konstanz<br />

www.suedkurier.de<br />

Anzeigen<br />

Michael Schmierer<br />

Redaktion:<br />

Roland Burger, Michael Schnurr, Melanie<br />

Völk, Gudrun Trautmann, Jörg-Peter Rau,<br />

Claudia Wagner, Roland Wallisch<br />

Produktmanagement:<br />

Maria-Therese Friedrich<br />

Layout:<br />

Ute Schönlein, Jessica Steller,<br />

Alexander Bernhardt<br />

Titelbild:<br />

Gyula Gyukli, fotolia<br />

Gestaltung: Vicky Hermann<br />

6 Manuael Doser aus Brigachtal hat mit dem Rad die halbe Welt<br />

erkundet. Er hatte viel zu Erzählen.<br />

7 Nicht nur der Feldberg lockt. Die Touristiker<br />

haben sich zusammengeschlossen. .<br />

11 Ein kultureller Höhepunkt ist das<br />

Narrenmuseum in Bad Dürrheim.<br />

Druck:<br />

Druckerei Konstanz GmbH<br />

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SÜDKURIER NR. 40 | | SWM<br />

<strong>Heimat</strong> HEIMAT VON A BIS Z<br />

FREITAG, 17.<br />

SÜDKURIER NR. FEBRUAR<br />

FREITAG, 17. FEBRUAR 40 | SWM <strong>von</strong> 2017<br />

2017 A <strong>bis</strong> Z 3<br />

<strong>Heimat</strong> <strong>von</strong> A <strong>bis</strong> Z 3<br />

Awie Ausblick<br />

VON DEN SCHWARZWALD-<br />

REDAKTIONEN<br />

Vom Stadtjubiläum <strong>bis</strong> zur Gesundheitswoche<br />

Ein kleiner Ausschnitt<br />

aus dem Jahreskalender<br />

der Festereignisse im<br />

<strong>Schwarzwald</strong><br />

In Villingen-Schwenningen wird dieses<br />

Jahr die urkundliche Ersterwähnung<br />

<strong>von</strong> Schwenningen, Tannheim und<br />

Villingen vor 1200 Jahren gefeiert. Zusammen<br />

mit vielen Bürgern tragen an<br />

die 30 Vereine die Hauptlast der über<br />

60 Veranstaltungen. Viele Vereine und<br />

Bürger ließen sich mobilisieren, berichtete<br />

Kulturamtsleiter Andreas Dobmeier.<br />

Einer der Höhepunkte ist die lange<br />

Tafel am 16. Juli. Dann verbinden 600<br />

Tische die beiden großen Stadtbezirke.<br />

Tannheim musste ausgeklammert<br />

werden, weil es nicht machbar gewesen<br />

sei, den kleinen Ortsteil auch noch<br />

anzubinden. Allerdings richtet Tannheim<br />

am 1. April den Festakt aus. In<br />

der Ausstellung „Wie tickt Villingen-<br />

Schwenningen“ ab 24. Juni ist sogar<br />

eine Abschrift der Urkunde aus dem<br />

neunten Jahrhundert aus dem Kloster<br />

St. Gallen zu sehen. Am Wochenende<br />

21. <strong>bis</strong> 23. Juli findet das Landestreffen<br />

der Bürgerwehren mit einem Großen<br />

Zapfenstreich statt und das Historische<br />

Grenadiercorps bietet Kanonendonner<br />

über Villingen.<br />

Erstmals in derselben Urkunde erwähnt<br />

ist der Donaueschinger Stadtteil<br />

Pfohren. Dieser feiert dieses Ereignis<br />

Im Juni gibt es wieder ein Stadtfest in Donaueschingen.<br />

BILD: JÜRGEN MÜLLER<br />

Das Grenadiercorps bietet im Jubiläumsjahr der mittlerweile recht großen <strong>Schwarzwald</strong>stadt<br />

Kanonendonner über Villingen. BILD: VEREIN<br />

unter anderem vom 30. Juni <strong>bis</strong> 2. Juli<br />

mit einem mittelalterlichen Fest rund<br />

um die über 500 Jahre alte Entenburg<br />

und einem Bühnenprogramm. Mit der<br />

Erwähnung in der <strong>von</strong> Kaiser Ludwig<br />

am 4. Juni 817 verfassten Urkunde, ist<br />

Pfohren ersturkundlich älter als Donaueschingen,<br />

das 1989 sein 1100-Jähriges<br />

gefeiert hatte.<br />

In Donaueschingen gibt es am 24. und<br />

25. Juni nach der Premiere des Donauquell-Festes<br />

zu deren Wiedereröffnung<br />

im vergangenen Jahr eine Neuauflage<br />

im Residenzbereich.<br />

Ein besonderes kommunalpolitisches<br />

Ereignis findet im Herbst in<br />

Bräunlingen statt. Nach über 30 Dienstjahren<br />

geht Jürgen Guse in den Ruhestand<br />

und die Bräunlinger erhalten<br />

durch ihre Wahl einen neuen Bürgermeister.<br />

Zur Spielstraße wird Hüfingen wieder<br />

am 21. Mai. An den <strong>Heimat</strong>tagen 2012<br />

im Städtedreieck gehörte dieses Spielwochenende<br />

in Hüfingen und Bräunlingen<br />

zu den beliebtesten Veranstaltungen,<br />

weshalb dieser Spielspaß<br />

zurecht in Serie ging.<br />

Gleich drei Dorfjubiläen werden<br />

dieses Jahr in der Raumschaft Blumberg<br />

gefeiert. In Hondingen wird<br />

die urkundliche Ersterwähnung vor<br />

1200 Jahren gefeiert. <strong>Der</strong> Festakt ist<br />

am 1. April im Hondinger Gemeinschafthaus.<br />

Passend dazu erstellt ein<br />

Arbeitskreis eine Ausstellung zur Geschichte<br />

des Dorfes, durch das Goethe<br />

auf dem Weg in die Schweiz gekommen<br />

sein könnte, wie ein ehemaliger<br />

Rektor recherchiert hat. Am 24. und<br />

25. Juni ist dann das Hondinger Dorffest<br />

zum Jubiläum. 850 Jahre wird das<br />

Grenzdorf Nordhalden dieses Jahr.<br />

Zum Festakt am 13. Mai liefert der<br />

Blumberger <strong>Heimat</strong>forscher Dietrich<br />

Reimer eine Fortschreibung der 1982<br />

erschienenen Ortschronik <strong>von</strong> Gottfried<br />

Sauter. Am 1. und 2. Juli steigt in<br />

Nordhalden das zweitägige Dorffest<br />

zum Jubiläum. Vor 700 Jahren wurde<br />

Kommingen auf dem Randen das erste<br />

Mal urkundlich erwähnt, doch der<br />

Ort ist wahrscheinlich schon 2000 Jahre<br />

alt. Die Komminger sind fleißig und<br />

bescheiden, offiziell gefeiert wird das<br />

Jubiläum am 29. Juli. Daran schließt<br />

sich am 30. und 31. Juli das Sommerfest<br />

des Musikverein Kommingen an.<br />

Zum sechsten Mal präsentieren der<br />

Kameramann und Journalist Rainer<br />

Jörger und das SÜDKURIER-Medienhaus<br />

in St. Georgen am 18. und 19.<br />

März die Bergstadtgeschichten. Rainer<br />

Jörger sucht eine Königin, er hat es<br />

mit einer echten Saubande zu tun und<br />

er wirft einen Blick hinter die Kulissen<br />

der Produktion <strong>von</strong> aufwändigen Werbeclips.<br />

Eine St. Georgener Sängerin<br />

wird portraitiert und ein demnächst in<br />

den Ruhestand wechselnder Musiker<br />

wird aus seinem musikalischen Leben<br />

berichten. Auch werden sich wieder<br />

<strong>Der</strong> Mediziner Johannes Probst hat die St.<br />

Georgener Gesundheitswoche ins Leben gerufen.<br />

Im April findet die Woche der Gesundheit<br />

zum 25. Mal statt. BILD: ROLAND SPRICH<br />

Grundschüler auf die Jagd nach kuriosen<br />

Nachrichten machen.<br />

1992 hat der Mediziner Johannes<br />

Probst die St. Georgener Gesundheitswoche<br />

ins Leben gerufen. Ziel war damals<br />

wie heute, die St. Georgener zu<br />

den gesundesten Bürgern im Land zu<br />

machen. In diesem Jahr findet die einwöchige<br />

Veranstaltungsreihe Anfang<br />

April bereits zum 25. Mal statt. Laut<br />

Initiator Johannes Probst ist dies ein<br />

landesweit einmaliges Jubiläum, das<br />

bei der Eröffnungsveranstaltung gebührend<br />

gefeiert werden wird. Bei den<br />

Vorträgen <strong>von</strong> Medizinern und Therapeuten<br />

soll Wissen vermittelt, Hemmungen<br />

ab- und Vertrauen aufgebaut<br />

werden. Und nicht zuletzt sollen die<br />

Besucher zu einem gesünderen Lebensstil<br />

animiert werden.<br />

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„W äre ich nicht schon Mitglied<br />

– 2017 würde ich es werden.“<br />

Melanie Wintermantel (Krankenschwester aus Villingen)<br />

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Beratung und unserer Dividenden-Auszahlung.<br />

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in Kombination mit dem Abschluss ausgewählter Produkte möglich.


44 <strong>Heimat</strong> HEIMAT <strong>von</strong> VON A <strong>bis</strong> BIS Z<br />

SÜDKURIER FREITAG, 17. NR. FEBRUAR 40 | SWM 2017<br />

Bwie Bücher<br />

Eva-Maria Bast gibt mit<br />

„Women’s History“ ein<br />

Geschichtsmagazin für<br />

Frauen heraus<br />

Was der <strong>Schwarzwald</strong> Frauen verdankt<br />

SÜDKURIER NR. 40 | SWM<br />

FREITAG, 17. FEBRUAR 2017<br />

VON JULIA RIESS<br />

Bücher sind Eva-Maria Basts große<br />

Leidenschaft. In Bücherregal stehen<br />

inzwischen nicht nur tausende Exemplare<br />

anderer Autoren, sondern auch<br />

38 selbst verfasste Bücher, vornehmlich<br />

mit historischem Schwerpunkt.<br />

Im Dezember hat sich die erste Ausgabe<br />

des neuen Magazins Women’s History<br />

dazu gesellt. Damit habe sie sich<br />

den Traum erfüllt, ein eigenes Magazin<br />

auf den Markt zu bringen.<br />

Mit Women’s History will der Bast<br />

Medien Verlag aus Überlingen am Bodensee<br />

eine Marktlücke in Deutschland,<br />

Österreich und in der Schweiz<br />

füllen. Women’s History ist das erste<br />

deutschsprachige Geschichtsmagazin<br />

über Frauen. Und es hat noch eine<br />

Besonderheit, erklärt Eva-Maria Bast:<br />

„Das Lokale finden wir auch bei einer<br />

solchen Zeitschrift wichtig. Darum<br />

wird es zu jeder Ausgabe ein <strong>Schwarzwald</strong>-Booklet<br />

mit regionalen Frauengeschichten<br />

geben.“<br />

Die Autorin Eva-Maria Bast will die Geschichte<br />

<strong>von</strong> Frauenpersönlichkeiten bekannt<br />

machen.<br />

Eine ganze Serie: Die Geheimnisse der <strong>Heimat</strong>, die zunächst im Süden gesucht und gefunden<br />

wurden, werden mittlerweile deutschlandweit aufgespürt.<br />

Das Grundkonzept ist dasselbe, das<br />

auch für die erfolgreichen Buchreihen<br />

aus dem Hause Bast – die „Geheimnisse<br />

der <strong>Heimat</strong>“ (die auch aus Villingen-Schwenningen,<br />

Donaueschingen<br />

und als Kindergeheimnisse für den<br />

<strong>Schwarzwald</strong> vorliegen) und die „Kalenderblätter“<br />

– gilt: Geschichtswissen<br />

entstauben und in kleinen Häppchen<br />

an den Leser weitergeben. Women’s<br />

History widmet sich allen interessanten<br />

Frauen der Geschichte, erklärt<br />

Bast: Mütter, Herrscherinnen, Heilerinnen,<br />

Karrierefrauen, arm und reich,<br />

aus aller Welt. Neben Frauenporträts<br />

in den Ressorts „Starke Frauen“,<br />

„Dunkle Frauen“ oder „Fantastische<br />

Frauen“ wird auch stets ein aktuelles<br />

Thema herangezogen und der historische<br />

Hintergrund dazu beleuchtet.<br />

Jede Ausgabe beschäftigt sich mit einem<br />

Schwerpunktthema wie „Sissis<br />

Schwestern“ oder „Historische Hochzeiten“.<br />

Außerdem enthält das 100 Seiten<br />

starke Heft Rezepte, Leben-und-<br />

Wohnen-Themen, Interviews, Mode-,<br />

Schmuck- und Beautythemen. „Natürlich<br />

alles mit historischem Bezug –<br />

und in einer ausgewogenen Mischung<br />

aus wirtschaftlichen, politischen, wissenschaftlichen<br />

und gesellschaftlichen<br />

Themen “, so Bast.<br />

Lokale Persönlichkeiten und Themen<br />

erhalten auch bei Women’s History<br />

besondere Aufmerksamkeit. Dank<br />

der Kooperation mit dem SÜDKU-<br />

RIER ist das Magazin in der Region<br />

mit einem auf das Cover aufgeklebten<br />

<strong>Schwarzwald</strong>-Booklet erhältlich. In<br />

diesem werden lokalhistorische Frauengeschichten<br />

präsentiert. Bast: „<strong>Der</strong><br />

<strong>Schwarzwald</strong> hält viele spannende<br />

Themen bereit. Im Booklet der aktuellen<br />

Ausgabe erfährt der Leser etwa die<br />

Geschichte aus dem Jahr 1770, als die<br />

14-jährige Marie Antoinette auf ihrer<br />

Durchreise den <strong>Schwarzwald</strong> in helle<br />

Aufregung versetzt. Sie ist auf dem<br />

Weg zu ihrem frischvermählten Gatten,<br />

dem französischen Thronfolger<br />

und späteren König Ludwig XVI.“ <strong>Der</strong><br />

SÜDKURIER veröffentlicht parallel lokalhistorische<br />

Inhalte in Form einer<br />

Serie mit dem Titel „Frauen in der Geschichte“.<br />

Bereits erschienen sind Beiträge<br />

über die Todtmooser Lebkuchenweiblein,<br />

die Feldbergmutter Fanny<br />

Mayer und die Villingerin Eva Fleiglin,<br />

die als Hexe verurteilt wurde.<br />

Das nächste Heft<br />

Women’s History erschien erstmals<br />

am 1. Dezember, Heft 2 wird ab dem<br />

2. März im Zeitschriften- und Buchhandel,<br />

bei den Geschäftsstellen des<br />

SÜDKURIER und im Internet unter<br />

www.womens-history.de/abo erhältlich<br />

sein. Jeweils am ersten Donnerstag<br />

der Monate März, Juni, September und<br />

Dezember kommt eine neue Ausgabe in<br />

den Handel.<br />

Cwie Chöre<br />

VON RAINER BOMBARDI<br />

<strong>Der</strong> Gesang steht im Mittelpunkt<br />

Chöre in der Region bereichern<br />

einerseits das kulturelle<br />

Leben, andererseits<br />

erweitern sie auch den<br />

Horizont der Sängerinnen<br />

und Sänger<br />

Wer kennt nicht die entspannende<br />

Wirkung des Singens, sei es unter der<br />

Dusche oder beim Mitsingen eines<br />

Liedes im Auto oder auf einer Wanderung?<br />

Singen steigert das Wohlbefinden,<br />

regt Gehirn, Atmung und den<br />

Kreislauf an und hebt das Glücksgefühl.<br />

Mit Gesang fällt nach einem arbeitsreichen<br />

Tag der Stress ab.<br />

<strong>Der</strong> Präsident im <strong>Schwarzwald</strong>-Baar<br />

Chorverband Wolfgang Denecke ist<br />

überzeugt, dass solche Vorteile mit dafür<br />

sorgen, dass die Zahl der Sängerinnen<br />

und Sänger in den kommenden<br />

Jahren nicht abnimmt. Doch die Landschaft<br />

der Chöre und Gesangsvereine<br />

der Region befindet sich seit einigen<br />

Jahren im Wandel.<br />

Gefragt sind Chöre, die klar definierte<br />

Gesangsprojekte, neuartige Veranstaltungsformen<br />

umsetzen und bereit<br />

sind, für ein gut gemischtes Repertoire<br />

für alle Altersklassen zu sorgen,<br />

welches sie kontinuierlich erweitern.<br />

Kurzum: <strong>Der</strong> Gesang rückt verstärkt<br />

in den Fokus, weshalb es in der Zwischenzeit<br />

wieder vermehrt Kirchenchöre<br />

gibt, die über eine erfreuliche<br />

Mitgliederzahl verfügen.<br />

Auch im <strong>Schwarzwald</strong>-Baar-Kreis<br />

gibt es hierfür jede Menge positiver<br />

Beispiele. Zu ihnen zählen unter vielen<br />

anderen das Villinger Zähringer-Chörle,<br />

der Laetitia Chor aus Furtwangen,<br />

die Stinner-Chöre oder die thematisch<br />

ausgerichteten Villinger Gospelchöre<br />

Get Gospel oder Chorus Mundi.<br />

Viele <strong>von</strong> ihnen sind im Schwarzwal-<br />

Baar Chorverband organisiert, der<br />

Die Beliebtheit gemischter Chöre nimmt zu – hier im Bild singt der Gesangverein Unterbaldingen.<br />

BILDER: RAINER BOMBARDI<br />

aktuell 46 Gesangvereine und Chöre<br />

im gesamten Kreisgebiet zählt. Hinzu<br />

kommen die beiden Schwenninger<br />

Gesangsvereine Liederkranz und<br />

Frohsinn, die historisch bedingt dem<br />

Chorverband <strong>Schwarzwald</strong>-Baar-Heuberg<br />

angehören.<br />

Je kleiner die Gemeinde ist, denen<br />

sie angehören, umso mehr beteiligen<br />

sich die Chöre am Ortsgeschehen. Das<br />

festigt die Gemeinschaft, solange die<br />

Einsatzbereitschaft der Chormitglieder<br />

nicht überstrapaziert wird.<br />

„Wir sind <strong>von</strong> unserem klassischen<br />

Sommerfest zur Sommerserenade auf<br />

den Terrassen des Brändbaches übergegangen.<br />

<strong>Der</strong> Erfolg ist umwerfend<br />

und die Mitglieder haben wesentlich<br />

weniger Arbeit“.<br />

Bernhard Hauser, Vorsitzender des MGV<br />

Bräunlingen<br />

Zur Gewinnung neuer Mitglieder<br />

gehen die Chöre auch neue Wege. Da<br />

sich in den klassisch strukturierten<br />

Vereinen der Altersdurchschnitt oft<br />

laufend erhöht, sind viele dazu übergegangen,<br />

verstärkt die Kinder und Jugendlichen<br />

wieder einzubinden. Das<br />

geschieht erfolgreich in vom Chorverband<br />

geförderten Kooperationen zwischen<br />

Schulen und Vereinen oder mit<br />

Neugründungen <strong>von</strong> Abteilungen.<br />

Zu Letzteren zählt beispielsweise<br />

Just for femmes – der Projektchor ist<br />

innerhalb des Männergesangvereins<br />

(MGV) Sängerkreis Villingen eine eigenständige<br />

Abteilung, und zwar nur<br />

für Frauen. Das Ziel des Ensembles ist<br />

es, aktiv und mit dem gemeinsamen<br />

Spaß am Singen zu unterhalten.<br />

Doch ein zentraler Ansatz ist es,<br />

möglichst früh mit Kinder und Jugendlichen<br />

in Gesangsprojekten in der<br />

Hoffnung zu kooperieren, dass sie sich<br />

nach der Ausbildung an die schönen<br />

Zeiten im Chor erinnern. Kooperationen<br />

mit Schulen sind im Chorverband<br />

<strong>bis</strong>lang die Concordia aus Vöhrenbach,<br />

der Sängerkreis Villingen, der<br />

MGV Blumberg oder der Sängerkreis<br />

Villingen eingegangen. Auch zwei Kinderchöre<br />

aus St. Georgen und Furtwangen<br />

sind Mitglied im Verband.<br />

Nicht alle diese Vorhaben funktionieren<br />

auf Anhieb, doch mit der Bereitschaft<br />

zur Weiterentwicklung ist<br />

ein großer Schritt getan. Im <strong>Schwarzwald</strong>-Baar<br />

Chorverband ist die Zahl<br />

der reinen Männerchöre noch relativ<br />

hoch und beträgt 50 Prozent. Denecke<br />

ist überzeugt, dass sich dieser Anteil<br />

in den kommenden Jahren verstärkt in<br />

Richtung Frauenchöre und gemischte<br />

Chöre entwickelt.<br />

Und wie steht es mit dem Liedgut<br />

Die Zusammenarbeit mit Schulen ist wichtig, um Kinder für den Chorgesang zu begeistern.<br />

<strong>Der</strong> Schulchor der Villinger Bickebergschule kooperiert mit dem Sängerkreis Villingen.<br />

„Die Mitwirkung in Projektchören<br />

und Chorvereinigungen ist im Aufwind.<br />

Die Mischung zwischen Vereinsleben<br />

und Gesang muss passen.“<br />

Wolfgang Denecke, Präsident im <strong>Schwarzwald</strong>-Baar<br />

Chorverband<br />

– muss das Repertoire nicht <strong>bis</strong>weilen<br />

etwas entstaubt werden, um Chöre<br />

attraktiver zu machen für junge Sägerinnen<br />

und Sänger? „Englisch ist nicht<br />

gleich modern“, sagt Denecke und<br />

räumt so mit der Mär auf, dass fremdsprachig<br />

gesungene Lieder mit einer<br />

Modernisierung gleichzusetzen sind.<br />

Die Wahl der Stücke muss auch bei jenen,<br />

die sich weiterentwickeln möchten,<br />

auf den Chor zugeschnitten sein.<br />

Denecke nennt den MGV aus Sunthausen,<br />

der den Alpenrock für sich<br />

entdeckte, oder die gut strukturierten<br />

Chöre innerhalb des MGV Leipferdingen,<br />

deren Mut zur Erneuerung reüssierte.<br />

Doch auch im Verband ist ein Trend<br />

zu kleineren Chören und Ensembles<br />

erkennbar, bei denen der Gesang im<br />

Mittelpunkt steht. „Wir stehen mitten<br />

im Wandel, packen wir die Herausforderungen<br />

an“, sagt Denecke.<br />

Präsident Wolfgang Denecke vom <strong>Schwarzwald</strong>-Baar<br />

Chorverband.<br />

<strong>Der</strong> Chorverband<br />

<strong>Der</strong> <strong>Schwarzwald</strong>-Baar Chorverband<br />

umfasst knapp 50 Mitgliedschöre zwischen<br />

Tennenbronn und Leipferdingen<br />

sowie zwischen Ippingen und Furtwangen<br />

– und damit auch <strong>von</strong> außerhalb<br />

des <strong>Schwarzwald</strong>-Baar-Kreises. Die<br />

beiden Schwenninger Chöre gehören<br />

dem Chorverband <strong>Schwarzwald</strong>-Baar-<br />

Heuberg an. Hinzu kommen diverse<br />

t Projekt- und Kirchenchöre, die sich<br />

steigender Beliebtheit erfreuen. Die<br />

Mitgliedschöre im Verband sind rundum<br />

versichert und die Gema-Gebühren<br />

sind für alle ihre Konzerte mit einem<br />

geringen Beitrag abgedeckt. (bom)


SÜDKURIER NR. 40 | | SWM<br />

<strong>Heimat</strong> HEIMAT VON A BIS Z<br />

FREITAG, 17.<br />

SÜDKURIER NR. FEBRUAR<br />

FREITAG, 17. FEBRUAR 40 | SWM <strong>von</strong> 2017<br />

2017 A <strong>bis</strong> Z 5<br />

<strong>Heimat</strong> <strong>von</strong> A <strong>bis</strong> Z 5<br />

Dwie Do-it-yourself<br />

VON TOBIAS LANGE<br />

Ein Schrauber vor dem Herrn<br />

Schmiedemeister Georg<br />

Mink aus Dauchingen ist<br />

ein Restaurator <strong>von</strong> alten<br />

Fahrzeugen<br />

Für Georg Mink, Spitzname Panzerschorsch,<br />

aus Dauchingen ist das einfache<br />

Austauschen <strong>von</strong> Fahrzeugteilen<br />

ein Unding. <strong>Der</strong> Schlosser- und<br />

Schmiedemeister legt noch selbst<br />

Hand an und repariert und restauriert<br />

in seiner Freizeit alte Autos, Traktoren,<br />

Motorräder und andere Fahrzeuge.<br />

Seine Devise: „Selber machen. Dann<br />

weiß ich, was gemacht wurde.“<br />

Wann genau er mit seiner Bastelei<br />

an alten Maschinen angefangen<br />

hat, das weiß der Dauchinger heute<br />

nicht mehr. „Das Hobby betreibe ich<br />

seit vor 1980“, erinnert er sich aber. Er<br />

schweißte damals die Kabine eines<br />

Heinkel Kabinenrollers, als ihm der<br />

Gedanke kam, dass er auch ein solches<br />

Gefährt haben wolle. Was er dann am<br />

Ende bekam war ein in seine Einzelteile<br />

zerlegter Roller, ein Puzzle, bei dem<br />

auch noch Teile fehlten. Doch statt<br />

sich darüber aufzuregen, nahm Georg<br />

Mink die Herausforderung an und die<br />

Bastelleidenschaft war geweckt.<br />

Bei seinem Hobby kommt Georg<br />

E<br />

wie<br />

Königsfeld ist Vorreiter<br />

beim Klimaschutz an<br />

kommunalen Gebäuden<br />

VON CHRISTINA NACK<br />

Energie<br />

Georg Mink repariert in seiner Freizeit Fahrzeuge. Dabei nimmt der Schlosser- und Schmiedemeister<br />

auch mal einen Motor auseinander. BILDER: TOBIAS LANGE<br />

Mink auch sein Beruf zugute. Es gibt<br />

viele Ersatzteile, die man heute nicht<br />

mehr bekommen würde, erklärt er. In<br />

solchen Fällen stellt er die Teile selbst<br />

her und baut sie zusammen. Das ist<br />

aber auch der Punkt, der sein Hobby<br />

zum Hobby macht. „Manche Sachen<br />

zu richten, würde sich im alltäglichen<br />

Leben nicht mehr lohnen.“ Zu hoch<br />

wären Personal- und Materialkosten.<br />

Eine besondere Beziehung hat Georg<br />

Mink, dessen Vater eine Landwirtschaft<br />

betrieb, zu Traktoren. Sein<br />

älterster ist ein Dampftraktor Baujahr<br />

1917. „Den muss man noch heizen.<br />

Das ist ganz was Seltenes.“ Aber<br />

Sie war für Königsfeld schon ein zentrales<br />

Thema, als der Begriff noch nicht<br />

in Mode war und Baden-Württemberg<br />

noch eine schwarze Regierung hatte.<br />

Unter Grün-Rot erhielt das Bemühen<br />

um Ressourcen schonendes Wirtschaften<br />

eine neue Gewichtung auch<br />

in der Förderpolitik; der Gemeinde boten<br />

und bieten sich immer wieder willkommene<br />

Gelegenheiten zu weiterer<br />

ökologischer Profilierung. So wurde<br />

Königsfeld <strong>von</strong> der Landesregierung<br />

als Modellgemeinde für Kommunale<br />

Nachhaltigkeits-Berichterstattung eingeladen.<br />

Das Mitwirken in einem Pool<br />

<strong>von</strong> rund 25 Gemeinden mit <strong>bis</strong> zu<br />

15 000 Einwohnern kostete Königsfeld<br />

einen Beitrag <strong>von</strong> nur 700 Euro.<br />

Ziel war ein gemeinsamer Leitfaden<br />

für eine nachhaltige Entwicklung.<br />

Während solche Positionspapiere für<br />

größere Städte schon seit längerem<br />

existieren, fehlten für kleinere Kommunen<br />

Grundlagendaten. Das Modellprojekt<br />

wurde <strong>von</strong> der Hochschule<br />

auch ein Schützenpanzer, dem er auch<br />

seinen Spitznamen „Panzerschorsch“<br />

verdankt, gehört zu seinen Schätzen.<br />

Außerdem befinden sich Bagger und<br />

Raupen, ein Steinbrecher, eine fahrende<br />

Holzsäge, mehrere PKW und Motorräder<br />

und ein „kompletter Feuerwehrlöschzug“<br />

inklusive Drehleiter<br />

in seiner Sammlung. Je ausgefallener,<br />

desto besser.<br />

Sein persönliches Lieblingsstück<br />

ist aber ein LG 315 Laster <strong>von</strong> Mercedes,<br />

den er zu einem Cabrio umgebaut<br />

hat. Mehr als ein Jahr hat er abends<br />

und am Wochenende an diesem Fahrzeug<br />

gearbeitet. Als er den Laster in<br />

Damit hat alles angefangen: <strong>Der</strong> Heinkel Kabinenroller, Baujahr 1958, ist das erste Fahrzeug,<br />

das Georg Mink restauriert hat.<br />

der Nähe <strong>von</strong> Frankfurt abholte, seien<br />

Dach, Sitze und Tank kaputt gewesen,<br />

erinnert sich Georg Mink. Die ganze<br />

Fahrt über habe er deshalb einen Benzinkanister<br />

neben sich halten müssen.<br />

„Auf dem Parkplatz haben die Leute<br />

schon komisch geguckt“, sagt er.<br />

Bei seinen Fahrzeugen geht es dem<br />

Dauchinger nicht unbedingt darum,<br />

Schönheitspreise zu gewinnen. „Die<br />

Fahrzeuge müssen laufen“, sagt er.<br />

Dabei schreckt er auch nicht vor vermeintlichen<br />

Schrotthaufen zurück.<br />

Einen solchen wieder zum Laufen zu<br />

bringen, „das ist auch Selbstbestätigung“,<br />

meint der Bastler.<br />

Eine energetische Vorbild-Gemeinde<br />

allem Lob für die Energieeffizienz sah<br />

die Studie Verbesserungspotenzial in<br />

der demographischen Ausrichtung<br />

– insbesondere der Kernort drohe zu<br />

überaltern.<br />

Von 2008 <strong>bis</strong> 2011 nahm Königsfeld<br />

am Bio-Diversitäts-Check teil, um<br />

die Öko-Bilanz insbesondere in sensiblen<br />

Feucht- und Waldgebieten zu<br />

verbessern. 2005 machte Königsfeld<br />

beim Wettbewerb EnergieSparKommune<br />

mit. Weil sie seit 1998 regelmäßig<br />

Energieberichte erarbeitet und sich<br />

um den Abbau <strong>von</strong> Defiziten bemüht,<br />

wurde die Gemeinde bundesweit mit<br />

dem dritten Platz ausgezeichnet.<br />

Die Solar-Gemeinde will den eigenen<br />

Strombedarf nur aus regenerativen<br />

Energiequellen bestreiten, die<br />

aber sollen möglichst regional und<br />

günstig sein. Darum bedient sie sich<br />

des Services einer Dienstleistungsgesellschaft,<br />

die der baden-württembergische<br />

Gemeindetag ins Leben rief. Sie<br />

berücksichtigt bei ihrer Suche nach<br />

Zur Person<br />

Georg Mink wurde 1962 in Dauchingen<br />

geboren und ist <strong>von</strong> beruf Schlosser-<br />

und Schmiedemeister. Mit seinen<br />

Fahrzeugen ist er auf Ausstellungen,<br />

zum Beispiel bei der Südwestmesse,<br />

zu sehen. Außerdem hatte er und einer<br />

seiner Traktoren einen Auftritt in dem<br />

Film Ende der Schonzeit <strong>von</strong> 2013. Auf<br />

seinem Youtube-Kanal Panzermink<br />

ist sein Schützenpanzer in Aktion zu<br />

sehen. (tol)<br />

günstigem Öko-Strom nicht nur Großkonzerne,<br />

sondern explizit auch kleinere,<br />

regionale Anbieter. Dies tut sie<br />

im Auftrag mehrerer Kommunen, die<br />

den Strom im Verbund einkaufen, so<br />

dass die einzelne Gemeinde vom Mengenrabatt<br />

profitiert.<br />

Die Umstellung der Straßenbeleuchtung<br />

war 2011 ein großer Wurf<br />

in Sachen Energie-Effizienz. Mit einem<br />

bundesweiten Programm wurde<br />

in den Ortsteilen der Austausch<br />

<strong>von</strong> Energie fressenden Koffer- und<br />

Pilzleuchten durch moderne Halogen-Metalldampflampen<br />

gefördert.<br />

Außerdem hatte sich Königsfeld als<br />

federführende Gemeinde zusammen<br />

mit den Nachbarkommunen Villingen-Schwenningen,<br />

St. Georgen und<br />

Mönchweiler erfolgreich um den Bundeswettbewerb<br />

Kommunen in neuem<br />

Licht beworben, an dem sich 140<br />

Städte und Gemeinden beteiligt hatten.<br />

Nur zehn <strong>von</strong> ihnen wurden berücksichtigt,<br />

darunter München, Erfurt,<br />

Freiburg, Trier – und eben auch<br />

das interkommunale <strong>Schwarzwald</strong>-<br />

Quartett. Zusammen erhielt es zwei<br />

Millionen Euro für die Umstellung<br />

herkömmlicher Lichtsysteme auf moderne<br />

LED-Technologie (Light Emitting<br />

Diode); Königsfeld freute sich<br />

riesig über eine hundertprozentige<br />

Förderung <strong>von</strong> 800 000 Euro. Durch<br />

die beiden Projekte konnte die Gemeinde<br />

den Stromverbrauch <strong>von</strong> 75<br />

Prozent ihrer Straßenbeleuchtung auf<br />

etwa die Hälfte reduzieren.<br />

Als Solarkommune und Naturwaldgemeinde<br />

nutzt Königsfeld auch die<br />

Windenergie. Sie kam 2015 in Gestalt<br />

eines 180 Meter hohen Windrads auf<br />

Buchenberger Gemarkung nach zähem<br />

Anlauf in Schwung.<br />

Das Projekt lag lange auf Eis respektive<br />

in ministeriellen Schubladen,<br />

denn die Landesregierung hatte den<br />

Bau eines weiteren Windrads auf dem<br />

Brogen erst nach zehnjähriger Planungszeit<br />

genehmigt.<br />

Eine Delegation aus<br />

Königsfeld wird im<br />

vergangenen Jahr im<br />

Kloster Maulbronn<br />

<strong>von</strong> Umweltminister<br />

Franz Untersteller<br />

(Mitte) ausgezeichnet.<br />

BILD: PATRICK<br />

GANTER<br />

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Elektro-CarSharing in Königsfeld<br />

Elektro-CarSharing in Königsfeld<br />

Elektro-CarSharing in Königsfeld<br />

Das Freibad wird schon seit Jahrzehnten<br />

mit Sonnenenergie beheizt, Königsfeld<br />

ist Vorreiter ebenso bei den<br />

aktuellsten Technologien, die Klimaschutz<br />

und Energieersparnis verbinden.<br />

Auch mit der energetischen<br />

Sanierung der kommunalen Gebäude<br />

geht die Gemeinde mit gutem Beispiel<br />

voran. Mit der Anschaffung eines<br />

Elektroautos will sie ebenfalls motivierendes<br />

Vorbild für ihre Einwohner<br />

sein. Im Februar 2016 wurde die zertifzierte<br />

Solarkommune und Naturwaldgemeinde<br />

zudem mit dem European<br />

Energy Award geadelt, ein hochkarätiges<br />

Qualitätssiegel für nachhaltigen<br />

Klimaschutz und Energieeffizienz.<br />

Die erste öffentliche Solaranlage<br />

entstand 1999 auf dem Dach der Königsfelder<br />

Grund- und Hauptschule.<br />

Um den finanziellen Kraftakt stemmen<br />

zu können, hatten Gemeinde,<br />

Schule, Bürgerinnen und Bürger gemeinsam<br />

in die Solarstrom AG investiert.<br />

Für dieses gemeinschaftliche Pionierprojekt<br />

zeichnete die Deutsche<br />

Umwelthilfe Königsfeld als bundesweit<br />

erste Solarkommune aus.<br />

Nürtingen begleitet. Konkretes Ergebnis<br />

für die eigene Gemeinde war 2014<br />

ein 65seitiger Nachhaltigkeitsbericht,<br />

in der ihr insbesondere in energiepolitischer<br />

Hinsicht ein hervorragendes<br />

Zeugnis ausgestellt wurde. Für einen<br />

Zeitraum <strong>von</strong> zehn Jahren wurden 24<br />

Indikatoren untersucht. Bürgermeister<br />

Fritz Link betont in seinem Vorwort<br />

zur Expertise, dass der Gedanke der<br />

Nachhaltigkeit alle Felder kommunalen<br />

Handelns inklusive der Generationengerechtigkeit<br />

durchdringe. Bei<br />

Energiespar-, Energiespar-, Klimaschutz- Klimaschutz- und und<br />

Energiespar-, Solarkommune Solarkommune<br />

Klimaschutz- und<br />

Solarkommune


66 <strong>Heimat</strong> HEIMAT <strong>von</strong> VON A <strong>bis</strong> BIS Z<br />

SÜDKURIER FREITAG, 17. NR. FEBRUAR 40 | SWM 2017<br />

F<br />

wie Fahrrad<br />

Manuel Doser aus<br />

Brigachtal berichtet <strong>von</strong><br />

seiner Reise. Seit<br />

Dezember ist er zurück<br />

VON KLAUS DORER<br />

Mit dem Fahrrad um die halbe Welt<br />

Am Anfang war es schon die pure<br />

Abenteuerlust mit einem normalen<br />

Fahrrad quer durch Europa, <strong>bis</strong> nach<br />

Asien zu reisen, berichtet Manuel Doser.<br />

Am Ende sei es sehr viel mehr gewesen:<br />

„Auf der 16-monatigen Reise<br />

haben wir einerseits tolle Menschen<br />

kennengelernt und viele unbezahlbare<br />

Eindrücke erlebt, andererseits jedoch<br />

auch viele Länder mit bettelarmen<br />

Menschen gesehen. Mit „Wir“ meint<br />

der Überauchener seinen 25-jährigen<br />

Kompagnon Patrick Scholz aus Salem,<br />

den er über Facebook kennengelernt<br />

hatte und der ihn während der 13 500<br />

Kilometer langen Reise begleitete. „Wir<br />

haben uns vor Beginn der Reise ein<br />

paar Mal getroffen und schnell festgestellt,<br />

dass wir ähnliche Wertevorstellungen<br />

haben, dazu sind wir beide Vegetarier“,<br />

so Doser. Mit seinem Kumpel<br />

habe er sich also die ganze Zeit bestens<br />

verstanden.<br />

Am 17. Dezember 2016 ist Doser<br />

nach Deutschland zurückgekehrt und<br />

berichtet nun im SÜDKURIER-Interview<br />

<strong>von</strong> den Erlebnissen. Er sitzt am<br />

Küchentisch im Elternhaus des Brigachtaler<br />

Teilorts Überauchen. Ein wenig<br />

wirkt er wie der kleine Bruder <strong>von</strong><br />

Schauspieler Leonardo DiCaprio. Mit<br />

seinen stahlblauen Augen und seiner<br />

Geschafft – selbst die höchsten Berge waren für den 23-jährigen Manuel Doser aus Überauchen<br />

kein Problem. BILD: PRIVAT<br />

Löwenmähne hätte er gut und gerne<br />

an der Seite des Hollywood-Stars im<br />

Film „The Revenant“ in eiskalten Seen<br />

schwimmen oder durch tiefe Wälder<br />

der Rocky Mountains streifen können.<br />

Talent hätte er jedenfalls. Denn Doser<br />

war früher einmal auf der bekannten<br />

Donaueschinger „Bühne 94“ als<br />

Schauspieler aktiv.<br />

Auch musikalisch hat der 23-Jährige<br />

einiges drauf, das wurde ihm wohl<br />

in die Wiege gelegt, denn Vater Helmut<br />

arbeitet als Musiker. Als Straßenmusiker<br />

verdienten sie sich auf ihrer Reise<br />

dann auch immer wieder ein kleines<br />

Zubrot. „Viele Menschen haben uns<br />

durch ihre Hilfsbereitschaft und Gastfreundlichkeit<br />

überrascht“, berichtet<br />

Doser. Die Menschheit sei also gar<br />

nicht so schlecht, wie allgemein hin<br />

immer behauptet wird. Außer einem<br />

geklauten Tachometer, gab es während<br />

der ganzen Reise keinerlei negative<br />

Vorkommnisse. „Schlimmer waren da<br />

schon die Naturgewalten, wie Starkregen,<br />

Hitze, Kälte oder heftige Gewitter“,<br />

so Doser. Auf diese Weise seien<br />

jedoch immer wieder beeindruckende<br />

Bilder entstanden, die Manuel Doser<br />

und Reise- und Reportagefotograf,<br />

Patrick Scholz sehr zahlreich machten<br />

und ins Internet gestellt haben.<br />

Am Anfang war noch Manuels<br />

Freundin Lorena Menda aus Obereschach<br />

mit dabei. Am 1. August 2015<br />

war das Paar zunächst Richtung Bodensee<br />

aufgebrochen, um dort Reise-<br />

Partner Patrick aufzunehmen. Dann<br />

ging´s Richtung Österreich, als erster<br />

großer Zielpunkt galt Kroatien, berichtet<br />

Doser. „Dort kamen wir nach mehreren<br />

Zwischenstopps, zirka vier Wochen<br />

später an.“ Von Split aus flog die<br />

Freundin zurück. „Das war <strong>von</strong> vorne<br />

herein so geplant“, so Doser.<br />

Als nächstes stand Süd-Osteuropa<br />

auf dem Plan, Albanien, Montenegro<br />

und Griechenland waren die Etappen.<br />

Übernachtet wurde meist im Freien,<br />

sehr oft in einer Hängematte. Gekocht<br />

Manuel Doser kehrte am 17. Dezember zurück<br />

nach Brigachtal. BILD: DORER<br />

SÜDKURIER NR. 40 | SWM<br />

FREITAG, 17. FEBRUAR 2017<br />

Zur Person<br />

Manuel Doser ist ein waschechter Überauchener.<br />

Im Brigachtaler Teilort ist er<br />

zusammen mit zwei älteren Geschwistern<br />

aufgewachsen. <strong>Der</strong> ehemalige<br />

Schüler der Karl-Brachat-Realschule<br />

lies sich nach seiner Schulzeit in einer<br />

Tannheimer Schreinerei zum Schreiner<br />

ausbilden. Später arbeitete er in<br />

seinem Beruf in Friedrichshafen. <strong>Der</strong><br />

23-Jährige macht derzeit eine Fortbildung<br />

zum Energieberater. Neben reisen<br />

nennt der sportbegeisterte junge Mann<br />

klettern, surfen und Fitnessstudio als<br />

Hobbys (kd).<br />

habe man mit einem einfachen Benzinkocher.<br />

Statt sanitärer Anlagen<br />

wurden Flüsse oder Seen genutzt. Bei<br />

schlechterem Wetter suchten sie schon<br />

mal leerstehende Gebäude als Schlafplatz<br />

auf. Für eine ausführlichere Körperpflege<br />

verbrachten sie auch manche<br />

Nächte im Hotel.<br />

Als nächstes ging´s Richtung Griechische<br />

Inseln. Mit einer Fähre setzte<br />

das Duo nach Kreta über. „Dort stand<br />

ich zum ersten Mal auf einem Surfbrett,<br />

das war echt klasse“, berichtet<br />

Doser. Es folgte die Osttürkei. Dann<br />

wurde es langsam Winter. In einem<br />

Klettercamp in der Türkei überwinterten<br />

die beiden. Dort hatten sie dann<br />

Zeit sich der Straßenmusik und dem<br />

Geldverdienen zu widmen. Mit eigener<br />

Musik unterstützte das Duo zudem ein<br />

Sozial-Projekt. „Wir wollten auf jeden<br />

Fall etwas zurückgeben.“ So produzierten<br />

sie mit einem Aufnahmegerät<br />

eigene Lieder und brannten diese auf<br />

CD. Dadurch konnten sie ein Hilfsprojekt<br />

in Afrika mit mehreren Hundert<br />

Euro unterstützen.<br />

Nach dem kurzen Winter ging´s im<br />

Frühjahr 2016 schließlich Richtung<br />

Asien über Georgien, Armenien und<br />

dem Iran. „In Tadschikistan haben wir<br />

dann einen 4655 Meter hohen Berg mit<br />

dem Fahrrad erklommen. Da wurde<br />

die Luft mit der Zeit ganz schön dünn“,<br />

erinnert sich Doser. Über Kirgistan<br />

und Kasachstan erreichten sie schließlich<br />

China Dort war die chinesische<br />

Mauer das Highlight. Insgesamt sei<br />

das Land wegen der Sprachbarrieren<br />

und hoher Kosten aber schwierig gewesen.<br />

Danach war Schluss: „Es klingt<br />

vielleicht ein <strong>bis</strong>schen merkwürdig,<br />

aber mit der Zeit gab es bei mir eine<br />

Art Reizüberflutung, ich hätte mich<br />

für Neues nicht mehr so richtig öffnen<br />

können, so dass ich mich entschlossen<br />

hab, nicht mit Patrick nach Südostasien<br />

weiter zu reisen. Länder wie Thailand<br />

und Indonesien wolle er jedoch<br />

irgendwann einmal nachholen.<br />

Gwie Glaube<br />

VON RENATE BÖKENKAMP<br />

Mit Herz und Sinnen auf Gottes Pfaden<br />

Pfarrer Paul Dieter Auer<br />

aus St. Georgen ist viel<br />

unterwegs. <strong>Der</strong> gebürtige<br />

Freiburger ist Fasnachter<br />

<strong>von</strong> Jugend an<br />

Wenn Paul Dieter Auer nicht gerade<br />

Mitarbeiterbesprechungen abhält<br />

oder mit dem Pfarrgemeinderat diskutiert,<br />

ist er unterwegs. Zusammen<br />

mit Ralf de Vries, Hauswirtschafter,<br />

Diplom-Theologe und rechte Hand<br />

<strong>von</strong> Auer, werden auswärtige Freunde<br />

besucht und auch Stätten der frühen<br />

Christenheit. Dass sie ein beliebtes<br />

Reiseleiter-Team sind, da<strong>von</strong> zeugen<br />

diverse Pilger- und Gemeindereisen<br />

wie zum Beispiel nach Rom, Spanien<br />

oder im Juni vergangenen Jahres nach<br />

Südtschechien. Auer pflegt Kontakte,<br />

kirchliche, weltliche, nennt die Gläubigen<br />

seine Geschwister, auch die anderer<br />

Konfessionen. In diesem Jahr führt<br />

die Gemeindereise nach Israel.<br />

2016 machte er 270 Hausbesuche.<br />

„Die Menschen zu Hause zu besuchen<br />

ist besser als im Pfarrhaus eine<br />

Sprechstunde abzuhalten.“ Mit dem<br />

Auto unterwegs ist Auer zu Messfeiern,<br />

Hochämtern und Versammlungen<br />

auch in Tennenbronn. <strong>Der</strong> Schramberger<br />

Ortsteil vervollständigt seit 2008<br />

die Seelsorgeeinheit St. Georgen-Tennenbronn.<br />

„Das sind zwei ganz unterschiedliche<br />

Kirchengemeinden.“<br />

Diakon Andreas Wolfgarten, Pastoralreferent<br />

Benedikt Müller und die<br />

Pfarrsekretärinnen Monika Lüttecke<br />

und Sonja Herrmann gehören zum<br />

Team.<br />

Vor 17 Jahren kam Paul-Dieter Auer<br />

nach St. Georgen: „Die Stadt hat eine<br />

Den Jahresschlussgottesdienst der Seelsorgeeinheit St. Georgen-Tennenbronn hielt Pfarrer<br />

Paul Dieter Auer in der St. Johann-Baptist-Gemeinde. BILD: RENATE BÖKENKAMP<br />

interessante Kirchengeschichte“. Vom<br />

Benediktiner-Kloster St. Georg (1065<br />

<strong>bis</strong> 1655) ausgehend, war St. Georgen<br />

<strong>bis</strong> ins 19. Jahrhundert evangelisch.<br />

Mit der Industrialisierung, dem Zuzug<br />

<strong>von</strong> auswärtigen Arbeitern, änderte<br />

sich das. 1880 fand der erste katholische<br />

Gottesdienst mit 263 Katholiken<br />

auch aus Peterzell, Brigach und<br />

Stockburg statt. Mit dem Bau der ersten<br />

Kirche 1889/90 und der Erhebung<br />

zur katholischen Pfarrei im Jahre 1907<br />

begann die Gemeindearbeit mit fast<br />

800 Katholiken. Dass der evangelische<br />

Johann-Georg Schultheiß 1870 beim<br />

Erz<strong>bis</strong>chof in Freiburg um die Einrichtung<br />

einer katholischen Pfarrei bat,<br />

kann als frühes Zeichen <strong>von</strong> Ökumene<br />

gedeutet werden. „Die Ökumene<br />

ist wichtig“, sagt Auer. Am 31. Januar<br />

widmeten sich zum Beispiel der evangelische<br />

Pfarrer im Ruhestand, Winfried<br />

Frech, und er der Reformation im<br />

Lutherjahr.<br />

Keine nennenswerten Veränderungen<br />

zeigt die Statistik der vergangenen<br />

vier Jahre der Seelsorgeeinheit. Wie<br />

im gesamten Dekanat <strong>Schwarzwald</strong>-<br />

Baar bleiben Kirchenzugehörigkeit wie<br />

Gottesdienstbesuche stabil. Auch die<br />

Zahl der Kommunikanten bleibt etwa<br />

gleich. Um die 30 Austritte wurden<br />

2013 und 2015 gezählt, 2014 doppelt<br />

so viele, was auf die Missbrauchsfälle<br />

und den Umgang mit ihnen zurückgeführt<br />

werden kann. Dem stehen nur<br />

wenige Wiederaufnahmen entgegen.<br />

<strong>Der</strong> Glaube sei wichtig in der heute gespaltenen<br />

Gesellschaft. „Glaube heißt<br />

Zeugnis geben und auf dem Boden der<br />

christlichen Botschaft bleiben“, um so<br />

auch den rechtspopulistischen Tiraden<br />

entgegen zu treten.<br />

Pfarrer wollte der in Freiburg geborene<br />

Auer schon als 17-Jähriger werden.<br />

Auf das humanistische Gymnasium<br />

gehen, das lehnten die Eltern ab.<br />

Auer schmunzelt: „Das Schulgeld wurde<br />

gerade aufgehoben und ich durfte<br />

auf das Gymnasium“. Seine Studienfächer<br />

waren später unter anderem Geschichte,<br />

Philosophie, Griechisch, Latein,<br />

Archäologie und Theologie.<br />

<strong>Der</strong> Beruf, eher die Berufung prägt<br />

seinen Alltag, schließt die fröhlichen<br />

Seiten des Lebens mit ein. „Ich bin<br />

Die Gemeindereise der Seelsorgeeinheit St. Georgen-Tennenbronn führte 2016 durch<br />

Tschechien. Hier steht die Gruppe vor dem Jan-Hus-Haus in Husinec. BILD: THOMAS SCHÖLLHORN<br />

Leitung und Lenkung<br />

Die Seelsorgeeinheit St. Georgen-Tennenbronn<br />

ist eine <strong>von</strong> elf im Dekanat<br />

<strong>Schwarzwald</strong>-Baar mit 6800 Katholiken.<br />

Zu den Pfarrgemeinden St. Georg in St.<br />

Georgen gehören 4500 Gläubige <strong>von</strong><br />

13 200 Einwohnern und zu St. Johann<br />

Baptist in Tennenbronn 2300 <strong>von</strong> etwa<br />

3700 Einwohnern. Ihr leitender Pfarrer ist<br />

Paul-Dieter Auer, dem zwei Pfarrbüros, ein<br />

Seelsorgeteam und die Pfarrgemeinderäte<br />

zur Seite stehen. Er sieht sich als „Verwaltungsangestellter<br />

mit Predigtauftrag“ und<br />

ist dem Dekanat unterstellt. Die römischkatholische<br />

Kirche in Deutschland ist eine<br />

Gesellschaft des öffentlichen Rechts und<br />

Fasnachter seit frühester Jugend“, gesteht<br />

Auer und mischt Jahr für Jahr<br />

kräftig mit. Ob an der Wieberfasnet<br />

oder bei den Narrenpredigten. Sein<br />

Spott enthält dicke Brocken Wahrheit.<br />

„Das bin ich mir schuldig“, bekräftigt<br />

er seine oft sehr direkte Aussagekraft.<br />

an enge Verwaltungsstruktur gebunden.<br />

Das Dekanat <strong>Schwarzwald</strong>-Baar in Villingen<br />

betreut im Landkreis elf Seelsorgeeinheiten<br />

mit 89 000 Katholiken, 63 Pfarrgemeinden,<br />

13 Pfarrer und Hauptamtliche<br />

ohne Weihe. <strong>Der</strong>zeit amtiert Dekan Josef<br />

Fischer. Das Dekanat ist dem Erz<strong>bis</strong>tum<br />

Freiburg unterstellt, das 26 Dekanate<br />

lenkt und leitet. <strong>Der</strong> Dekan berät im persönlichen<br />

Gespräch mit den leitenden<br />

Pfarrern die jeweiligen Leitbilder und Pastoralkonzeptionen,<br />

die auf den Diözesanen<br />

Leitlinien und den formulierten Standards<br />

für das Erz<strong>bis</strong>tum Freiburg festgelegt sind.<br />

Für St. Georgen-Tennenbronn will Pfarrer<br />

Auer die Gemeindegruppen beider Pfarrgemeinden<br />

so zusammen führen, dass sie<br />

eine Einheit bilden. (boe)<br />

Die Mußestunden verbringt Auer gern<br />

mit Musik <strong>von</strong> Gustav Mahler oder Richard<br />

Wagner. Die Erzdiözese Freiburg<br />

hat zunächst dem fast 70-Jährigen<br />

noch zwei kirchliche Wanderjahre<br />

gewährt. Kommentar Auer: „Zu Hause<br />

sitzen und nichts tun, das geht nicht.“


SÜDKURIER NR. 40 | | SWM<br />

<strong>Heimat</strong> HEIMAT VON A BIS Z<br />

FREITAG, 17.<br />

SÜDKURIER NR. FEBRUAR<br />

FREITAG, 17. FEBRUAR 40 | SWM <strong>von</strong> 2017<br />

2017 A <strong>bis</strong> Z 7<br />

<strong>Heimat</strong> <strong>von</strong> A <strong>bis</strong> Z 7<br />

Hwie Hochschwarzwald<br />

VON THOMAS SCHRÖTER<br />

Eine Dachmarke mit Erfolg<br />

15 Kommunen aus dem<br />

Hochschwarzwald<br />

kooperieren, gründen die<br />

HTG und vermarkten die<br />

Region gemeinsam<br />

Was, wenn nicht mehr jeder <strong>von</strong> uns<br />

sein eigenes touristisches Süppchen<br />

kocht, sondern wir unsere Kräfte bündeln<br />

und unter einer Dachmarke gemeinsame<br />

Sache machen? Von den<br />

Synergieeffekten einer gemeinsamen<br />

Marketing-Organisation, bei der unsere<br />

Tourismus-Aktivitäten gebündelt<br />

und koordiniert werden, würden wir<br />

letztlich alle profitieren.<br />

Von diesen Überlegungen ließen<br />

sich zehn Städte und Gemeinden im<br />

Hochschwarzwald leiten, die sich bereits<br />

für den Bau des Badeparadieses<br />

in Titisee-Neustadt zu einem Zweckverband<br />

formiert hatten, und hoben<br />

2009 die Hochschwarzwald-Tourismus<br />

GmbH (HTG) aus der Taufe. Seither<br />

konzentriert die HTG unter der Dachmarke<br />

„Hochschwarzwald“ sämtliche<br />

Aktivitäten im Tourismusmarketing –<br />

und das mit Erfolg: Mittlerweile gehören<br />

der HTG 15 Städte und Gemeinden<br />

aus dem Einzugsgebiet Hochschwarzwald<br />

an und auch die Übernachtungszahlen<br />

sprechen sehr positiv für sich.<br />

Laut Angaben der HTG sind die Übernachtungszahlen<br />

<strong>von</strong> 2,5 Millionen im<br />

Jahr 2010 auf heute 3,7 Millionen angewachsen,<br />

Tendenz weiter steigend.<br />

Bei allem Erfolg, ein Selbstläufer war<br />

die HTG nicht, wie Geschäftsführer<br />

Thorsten Rudolph bestätigt: „Trotz des<br />

einheitlichen Willens der zehn Zweckverbandsgemeinden<br />

eine gemeinsame<br />

Marketing-Organisation zu gründen,<br />

gab es zu Beginn natürlich auch<br />

viel Überzeugungsarbeit zu leisten. In<br />

der Zwischenzeit belegen aber auch<br />

die Zahlen, dass die Idee völlig richtig<br />

war, und wir uns auf einem guten<br />

Weg befinden. Dass sich inzwischen<br />

sechs weitere Gemeinden unserer Gesellschaft<br />

angeschlossen haben, ist<br />

zudem ein Beweis der guten Entwicklung.<br />

Ein großes Dankeschön gebührt<br />

<strong>Der</strong> höchste Berg im <strong>Schwarzwald</strong>, der Feldberg,<br />

ist eine im Winter <strong>von</strong> Gästen wie Einheimischen<br />

gleichermaßen stark frequentierte<br />

Region. BILD: ACHIM MENDE<br />

den damals verantwortlichen Bürgermeistern<br />

und Gemeinderäten, die diese<br />

großartige Idee einer gemeinsamen<br />

Tourismusgesellschaft ohne Kirchturmdenken<br />

auf den Weg gebracht haben.“<br />

Als besonders prägnante Meilensteine<br />

auf dem HTG-Erfolgspfad führt<br />

Thorsten Rudolph die Hochschwarzwald<br />

Card, das Ferienwohnungskonzept<br />

„Kuckucksnester“ sowie Aktivitäten<br />

der HTG in der E-Mobilität und<br />

der Nachhaltigkeit ins Feld. „Die Einführung<br />

der Hochschwarzwald Card<br />

im Jahr 2010 gehört sicherlich zu den<br />

wichtigsten Entwicklungen. Inzwischen<br />

wird die Freizeitkarte <strong>von</strong> mehr<br />

als 370 Gastgebern angeboten und beinhaltet<br />

an die 100 kostenlose Attraktionen.<br />

Gut ein Drittel der Übernachtungsgäste<br />

in unserer Ferienregion<br />

nutzen die Hochschwarzwald Card.<br />

Auch das Konzept der Kuckucksnester,<br />

das im vergangenen Jahr den Deutschen<br />

Tourismuspreis gewonnen hat,<br />

geht auf und zeigt, dass der Bedarf für<br />

hochwertige Ferienwohnungen groß<br />

ist. Die Kuckucksnester waren und<br />

sind auch ein Anstoß für verschiedene<br />

Ferienwohnungs-Besitzer in der<br />

Region, in die Ausstattung ihrer Wohnungen<br />

zu investieren und somit die<br />

Gesamtqualität in diesem Bereich zu<br />

steigern. Wir konnten auch die E-Mobilität<br />

stark vorantreiben und haben<br />

dazu eine neue Reiseführer-App entwickelt,<br />

die der veränderten Informationssuche<br />

unserer Gäste Rechnung<br />

trägt. Seit dem Frühjahr 2016 ist<br />

der Hochschwarzwald außerdem als<br />

nachhaltiges Reiseziel zertifiziert. Unser<br />

einzigartiger Weihnachtsmarkt in<br />

der Ravennaschlucht, der sich in den<br />

vergangenen Jahren zu einer immer<br />

beliebteren Attraktion für Gäste aus<br />

nah und fern entwickelt hat, wird beispielsweise<br />

zu 100 Prozent mit Strom<br />

aus erneuerbaren Energiequellen versorgt“,<br />

erläutert der HTG-Geschäftsführer.<br />

Auch für die in mittelfristiger Perspektive<br />

anstehenden Herausforderungen,<br />

darunter die fortschreitende<br />

Digitalisierung, die auch vor dem<br />

Tourismus nicht Halt macht, sieht Rudolph<br />

die HTG gut aufgestellt: „Wir<br />

müssen und werden die Marke Hochschwarzwald<br />

weiterentwickeln. Dabei<br />

wird es wichtig sein, Bedürfnisse<br />

und Informationsverhalten der Gäste<br />

und potenziellen Gäste zu analysieren.<br />

Durch unsere Kommunikationsplattform<br />

„Mein Hochschwarzwald“<br />

und die neue Reiseführer-App werden<br />

wir unseren Service weiter verbessern.<br />

Wir erkennen, welche Attraktionen<br />

wie stark genutzt werden und können<br />

darauf reagieren. Aber nicht nur die<br />

Digitalisierung, auch der Klimawandel<br />

stellt uns vor Herausforderungen. Das<br />

müssen wir genau beobachten. Wir<br />

fühlen uns dafür aber gut aufgestellt“,<br />

betont der HTG-Geschäftsführer.<br />

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Das Badeparadies <strong>Schwarzwald</strong> in Titisee-Neustadt gehört zu den touristischen Alleinstellungsmerkmalen<br />

des Hochschwarzwalds. BILD: BADEPARADIES SCHWARZWALD<br />

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<strong>Der</strong> Titisee ist für Urlauber ein Muss. Er gehört zu den beliebtesten Ausflugszielen im Hochschwarzwald.<br />

BILD: HOCHSCHWARZWALD TOURISMUS GMBH<br />

Eine Organisation für 15 Kommunen<br />

Die Idee, gemeinsam den Tourismus in der<br />

Region nachhaltig zu vermarkten, gab den<br />

Impuls, die Hochschwarzwald Tourismus<br />

GmbH zu gründen.<br />

➤➤Gründungsgemeinden: Die Hochschwarzwald<br />

Tourismus GmbH (HTG)<br />

wurde am 1. Januar 2009 als ein Zusammenschluss<br />

aus den zehn Orten<br />

Breitnau, Eisenbach, Feldberg, Friedenweiler,<br />

Hinterzarten, Lenzkirch,<br />

Löffingen, Schluchsee, St. Märgen und<br />

Titisee-Neustadt gegründet. Entstanden<br />

ist die Gesellschaft aus einem<br />

Zweckverband, der sich für den Bau<br />

des Badeparadieses in Titisee-Neustadt<br />

formiert hatte.<br />

➤➤Die Erweiterung: Am 1. Januar 2011<br />

wurde St. Peter als elfter Ort aufgenommen,<br />

im Jahr 2012 kamen St. Blasien<br />

und Häusern hinzu. Im Jahr 2014<br />

stieß das Rothauser Land zur Hochschwarzwald<br />

Tourismus GmbH und<br />

2015 schließlich die Bergwelt Todtnau.<br />

Damit umfasst das Unternehmen heute<br />

15 Orte mit insgesamt 58 000 Einwohnern.<br />

➤➤Einzugsbereich: Zur Hochschwarzwald<br />

Tourismus GmbH gehören 21<br />

Tourist-Informationen, die sich auf<br />

die jeweiligen Städte und Gemeinden<br />

verteilen. Geographisch gesehen<br />

erstreckt sich das Einzugsgebiet über<br />

780 Quadratkilometer und weist mit<br />

dem Schluchsee als größtem See im<br />

<strong>Schwarzwald</strong>, dem Titisee als größtem<br />

Natursee, dem Feldberg als höchstem<br />

Berg der deutschen Mittelgebirge sowie<br />

der Wutachschlucht als größtem<br />

Canyon Deutschlands die bekanntesten<br />

und markantesten Ausflugziele des<br />

<strong>Schwarzwald</strong>es auf. (ts)<br />

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88 <strong>Heimat</strong> HEIMAT <strong>von</strong> VON A <strong>bis</strong> BIS Z<br />

SÜDKURIER FREITAG, 17. NR. FEBRUAR 40 | SWM 2017<br />

I<br />

wie Ingenieurskunst<br />

Prozessgenauigkeit in Tausendstelmillimetern:<br />

Die St. Georgener Firma baut Spannsysteme und<br />

arbeitet mit namhaften Firmen zusammen.<br />

VON JENS WURSTHORN<br />

Sterman packt präzise zu<br />

Industrielle Produkte, seien es Autos<br />

oder Maschinen, fügen sich aus unzähligen<br />

Einzelteilen zusammen. Passende<br />

Bearbeitungsprozesse verleihen<br />

diesen Werkstücken Form und Funktion.<br />

In der automatisierten Fertigung<br />

kommt es darauf an, dass die fixierten<br />

Rohlinge möglichst präzise, schnell<br />

und materialsparend bearbeitet werden.<br />

Hier kommt das St. Georgener<br />

Unternehmen Sterman Technische<br />

Systeme als Qualitäts- und Technologieführer<br />

in der Sonderspanntechnik<br />

ins Geschäft. Die 2000 gegründete<br />

Firma arbeitet mit namhaften Firmen<br />

zusammen. „Was haben der Hybridmotor<br />

des BMW i8, ein künstliches<br />

Hüftgelenk, oder ein Rad des ICE gemeinsam?“<br />

stellt Peter Sterman eine<br />

Frage, die der Firmenchef umgehend<br />

beantwortet. In allen befinden sich<br />

komplexe Bauteile, die auf Sterman-<br />

Spannsystemen bearbeitet werden.<br />

Rund zwei Drittel des Umsatzes<br />

macht Sterman mit Spannsystemen,<br />

die Wertschöpfungstiefe beträgt stolze<br />

85 Prozent. Das heißt, im Gewerbegebiet<br />

Hagenmoos werden die technischen<br />

Lösungen nicht nur entwickelt<br />

und montiert, auch alle Einzelteile der<br />

Spannsysteme entstehen in der eigenen<br />

Fertigung. Die Welt der Spannsysteme<br />

ist ein Risikobereich, der Erfolgsgarant<br />

heißt Problemlösung. Dass<br />

Sterman-Produkte die Parameter der<br />

J<br />

wie Jagd<br />

Vor dem Gesetz und <strong>von</strong><br />

ihrem Selbstverständnis<br />

her sind Jäger dem<br />

Artenschutz und dem<br />

Naturerhalt verpflichtet<br />

VON THOMAS SCHRÖTER<br />

Sterman in Kennziffern<br />

Johannes (links) und Peter Sterman.<br />

BILD: FIRMA<br />

In den 16 Jahren, seit Peter Sterman einen<br />

Drei-Personen-Betrieb im Keller eines<br />

Wohnhauses gründete, schrieb die Firma<br />

eine Erfolgsgeschichte, die sich zuletzt in<br />

der zweiten Auszeichnung als Wachstums-<br />

Champion der Branche Maschinen- und<br />

Anlagenbau widerspiegelt. Unter dem vom<br />

Magazin Fokus gekürten Kreis der Preisträger<br />

rangiert Sterman mit einem Umsatzwachstum<br />

<strong>von</strong> jeweils 15 <strong>bis</strong> 20 Prozent in<br />

den vergangenen fünf Jahren. Einige Jahre<br />

wuchs Sterman in einem innerstädtischen<br />

Fabrikgebäude auf dem so genannten TB-<br />

Areal. 2009 wurden neue Büro- und Produktionsräume<br />

in einer herrlichen Waldrandlage<br />

im Gewerbegebiet bezogen: zeitgleich<br />

mit Ausbruch der Banken- und Wirtschaftskrise.<br />

Trotz Krediten und Auftragsrückgängen<br />

schaffte es Sterman nicht nur, den<br />

Stamm <strong>von</strong> damals 24 Beschäftigten in<br />

2009 zu halten, sondern auch Zeitreserven<br />

Schwarzwildbestände, deren man<br />

kaum noch Herr werden kann, eine<br />

zumindest latente Seuchengefahr,<br />

dazu Wildtiere, die Siedlungsgebiete<br />

als Lebensraum für sich entdecken<br />

und zunehmende Kritik aus Teilen der<br />

Gesellschaft an der Jagd als solcher –<br />

die Herausforderungen, vor denen die<br />

Jäger stehen, sind zahlreich, wie Reinhold<br />

Elsäßer, selbst passionierter Jäger<br />

und Leiter des Hegerings Immendingen,<br />

erläutert.<br />

Die beinahe schon explosionsartige<br />

Zunahme der Schwarzwildbestände<br />

sei, betont der Hegeringleiter,<br />

ein europaweites Problem. Die Wildschweine<br />

richten erhebliche Flurschäden<br />

an, bei den Jägern liegt es, im Verein<br />

mit den Grundstücksbesitzern die<br />

Schwarzwildpopulationen und damit<br />

die Schäden einzudämmen. Das<br />

sei, so Elsäßer, leichter gesagt als getan:<br />

„Schwarzwild darf grundsätzlich<br />

das ganze Jahr über bejagt werden,<br />

allerdings mit einer ganz wesentlichen<br />

Einschränkung: In den Monaten<br />

März und April nur in der offenen<br />

Landschaft und im Wald nur <strong>bis</strong> zu<br />

einem Abstand <strong>von</strong> 200 Metern vom<br />

Waldaußenrand.“ Eine, wie der passionierte<br />

Jäger meint, wenig praktikable<br />

Beschränkung. Erschwerend komme<br />

noch hinzu, dass die Schwarzkittel angesichts<br />

zunehmender Mais-Monokulturen<br />

in Kombination mit vergleichsweise<br />

milden, schneearmen Wintern,<br />

fast schon „paradiesische Zustände“<br />

vorfinden.<br />

„Seuchen treten insbesondere dann<br />

auf, wenn Überpopulationen vorhanden<br />

sind“, greift Reinhold Elsäßer eine<br />

weitere Herausforderung auf, vor die<br />

er nicht nur die Jägerschaft gestellt<br />

sieht, und führt ein Beispiel an: „Baden-Württemberg<br />

ist seit etwa 15 Jahren<br />

tollwutfrei. Das wird nicht zwangsläufig<br />

so bleiben. Wenn der Fuchs als<br />

Hauptüberträger nur eingeschränkt<br />

– erwachsene Tiere sieben Monate pro<br />

Jahr, Jungfüchse unter bestimmten<br />

Voraussetzungen weitere drei Monate<br />

– oder, wie im Falle <strong>von</strong> Nationalparks<br />

gar nicht bejagt werden darf.“ Weil zudem<br />

Seuchen wie die Vogelgrippe oder<br />

die Afrikanische Schweinepest nicht<br />

vor Landesgrenzen Halt machen, sieht<br />

Elsäßer das Thema Seuchenbekämpfung<br />

als einen kommenden Schwerpunkt<br />

jagdlicher Betätigung.<br />

Als so genannte Kulturfolger entdecken<br />

verschiedene Tierarten, darunter<br />

der Fuchs, aber auch ursprünglich<br />

nicht in Deutschland beheimatete<br />

Arten wie der Waschbär, menschliche<br />

Siedlungen als Lebensbereich für sich.<br />

Ein Grund dafür ist der zunehmende<br />

Flächenverbrauch, der den angestammten<br />

Lebensraum der Tiere begrenzt<br />

und ihre Reviere zerschneidet.<br />

„Meldungen über Wildtiere, die sich<br />

in unmittelbarer Nähe des Menschen<br />

und damit in so genannten befriedeten<br />

Gebieten, in denen aus nachvollziehbaren<br />

Gründen mit Schusswaffen<br />

nicht gejagt werden kann und darf,<br />

aufhalten, häufen sich. Hier sind insbesondere<br />

die Kommunen gefragt, im<br />

Verein mit der Jägerschaft Lösungen<br />

zu finden, etwa in Form <strong>von</strong> Lebendfallen“,<br />

erklärt der Hegeringleiter.<br />

Zu kämpfen haben die Jäger auch<br />

mit Kritik, die ihnen aus Teilen der<br />

Gesellschaft entgegenschlägt. Nicht<br />

wenige betrachten die Jagd als solche<br />

als obsolet. Diese Einschätzung,<br />

betont Reinhold Elsäßer, entspringe<br />

einer kurzsichtigen Betrachtungsweise<br />

und lasse sich sachlich keinesfalls<br />

halten. „Das Jagdrecht als Teil<br />

Karsten Voigt arbeitet an einem Bearbeitungszentrum, das für einen Automobilhersteller<br />

hergestellt wird. BILD: JENS WURSTHORN<br />

des Grundstückseigentums ist ebenso<br />

grundrechtlich garantiert wie die<br />

Jagdausübung. <strong>Der</strong> Grundstückseigentümer<br />

überträgt die gesetzliche Verpflichtung<br />

zu Artenschutz und Naturerhalt<br />

auf den Jagdpächter“, ruft<br />

Elsäßer in Erinnerung. Jäger wirkten,<br />

so der Hegeringleiter weiter, nachhaltig<br />

für ein ökologisches Gleichgewicht<br />

in Wald und Flur, sie seien für<br />

ihre handwerkliche Betätigung hervorragend<br />

ausgebildet und staatlich<br />

geprüft. „Den Artenschutz zu fördern,<br />

um vielfältige, gesunde und den landestypischen<br />

Verhältnissen angepasste<br />

Wildbestände zu erhalten, zählt zu<br />

den Kernfunktionen der Jagd. Im Gegensatz<br />

zu vielen selbsternannten Naturschützern<br />

sind wir Jäger staatlich<br />

geprüfte Fachleute“, betont Reinhold<br />

Elsäßer. Unter dem Motto „Natur erleben<br />

und vom Jäger lernen“, so Elsäßer,<br />

unterbreiteten die Jäger der interessierten<br />

Öffentlichkeit vielfältige Informationsangebote.<br />

Reinhold Elsäßer<br />

gibt sich damit nicht zufrieden und<br />

will deren Spektrum künftig noch erweitern.<br />

Standardlösung hinter sich lassen, haben<br />

mit Erfahrung und Vertrauen zu<br />

tun. Wo ganz unterschiedliche Materialien<br />

mit jeweils individuellem Stoffverhalten<br />

mal geschmiedet, gegossen<br />

oder komplett bearbeitet werden, ergeben<br />

sich im Entwicklungsprozess Gefahren.<br />

„Man vertraut uns“, beschreibt<br />

der 57 Jahre alte Geschäftsführer, der<br />

Konstruktion und Entwicklung verantwortet,<br />

den Umstand, dass Sterman<br />

oft schon in der Planungsphase<br />

eines neuen Werkstücks konsultiert<br />

wird: auch wenn der Bremszylinder<br />

oder das Turboladergehäuse erst drei<br />

Jahre später in Produktion gehen wird.<br />

Wichtige Kunden finden sich unter<br />

anderem in der Automobilbranche.<br />

Und weil Sterman – mal mehr,<br />

mal weniger intensiv – mit allen drei<br />

großen deutschen Konzernen Daimler,<br />

VW und BMW zusammenarbeitet,<br />

„unterliegen mehr als 90 Prozent<br />

unserer Verträge Geheimhaltungsvereinbarungen“,<br />

erläutert Johannes Sterman.<br />

<strong>Der</strong> 31-jährige Betriebswirt leitet<br />

das Marketing und den Vertrieb. Die<br />

immer schnelleren Innovationsschübe<br />

und die ausgeklügelten Arbeitsprozesse<br />

im Automobilbau faszinieren<br />

Vater und Sohn Sterman. Etwa im<br />

Motorenbau. Beim Downsizing werden<br />

Verbrennungsmotoren mit immer<br />

kleinerem Hubraum und höherer<br />

Wirksamkeit entwickelt. Antriebskonzepte<br />

werden mit Hybrid- und Elektromotoren<br />

vielfältiger, aber auch diffiziler.<br />

Wohl dem, der komplexe Dreh-,<br />

Fräs- oder Schleifprozesse nicht nur<br />

auf den Tausendstelmillimeter genau<br />

und materialsparend, sondern sekundenschnell<br />

abwickelt.<br />

Individuelle Bearbeitungszentren<br />

mit mehreren Stationen sind konsequente<br />

Weiterentwicklungen aus<br />

Spannprozessen. So ist der Maschinenbau<br />

vor der Mess- und Wuchttechnik<br />

und der Medizintechnik der zweitstärkste<br />

Bereich bei Sterman. <strong>Der</strong>zeit<br />

entsteht in der eigenen Fertigung für<br />

einen Kunden aus der Automobilbranche<br />

ein 18 Tonnen schweres Bearbeitungszentrum<br />

mit vier Stationen, fünf<br />

Spannsystemen und 24 gesteuerten<br />

NC-Achsen.<br />

in die Entwicklung zu stecken. 2016 wurden<br />

den 1800 Quadratmetern Nutzfläche<br />

ein 800-Quadratmeter-Produktionsanbau<br />

mit Kantine hinzugefügt, doch jetzt schon<br />

zeichnet sich weiterer Platzbedarf ab. Eine<br />

bereits zugekaufte Geländereserve oberhalb<br />

des modernen, transparenten Gebäudekomplexes<br />

erlaubt eine weitere räumliche<br />

Abbildung des Wachstums.<br />

Parallel zum Umsatz, der sich 2016 auf<br />

etwa neun Millionen Euro belief, klettert die<br />

Zahl der Beschäftigten. Nach zwölf Neueinstellungen<br />

allein in 2014/2015 beträgt die<br />

Mitarbeiterzahl nun 50. Sieben Personen<br />

sind in der Adminstration beschäftigt, 31 in<br />

der Produktion und die Zahl <strong>von</strong> 13 Ingenieuren,<br />

ensprechend einem Drittel Beschäftigten,<br />

bilden den eigenen Anspruch “ für<br />

jedes Werkstück ein eigenes Spannsystem“<br />

ab. An ihm arbeiten inzwischen vier Stermans.<br />

Neben Johannes, Peter und Controlling-Chefin<br />

Martina Sterman bringt Alexander<br />

Sterman seine Kenntnisse seit 2015 als<br />

Ingenieur in der Konstruktion ein. (wur)<br />

Schwarzkittel und andere Herausforderungen<br />

Reinhold Elsäßer ist passionierter Jäger und<br />

Vorsitzender des Hegerings Immendingen.<br />

Wirkt auf den ersten Laienblick possierlich, ist aber ein Raubtier und dringt als Kulturfolger<br />

auch gerne in menschliche Siedlungsgebiete vor: der Waschbär. BILD: PETER STEFFEN/DPA<br />

SÜDKURIER NR. 40 | SWM<br />

FREITAG, 17. FEBRUAR 2017<br />

Die Neozoen<br />

Auch in Deutschland machen sie sich breit:<br />

Neozoen (altgriechisch für „neues Lebewesen“),<br />

ursprünglich nicht hier beheimatete<br />

Tiere. Zu deren bekanntesten Vertretern zählen<br />

Waschbär, Marderhund und Mink<br />

➤➤Waschbär: Die ursprüngliche <strong>Heimat</strong><br />

des Waschbären – ein Raubtier,<br />

das zur Gattung der Kleinbären zählt<br />

– sind das südliche Kanada, die Vereinigten<br />

Staaten <strong>von</strong> Amerika und Mittelamerika<br />

sowie Teile der ehemaligen<br />

Sowjetunion. 1929/30 sind einige Tiere<br />

aus einer Pelztierzuchtfarm in Rheinland-Pfalz<br />

entwischt. Zudem wurde<br />

der Waschbär 1934 offiziell – sprich:<br />

<strong>von</strong> einheimischer Menschenhand<br />

– in Hessen angesiedelt. Seitdem verbreitet<br />

sich der Kleinbär in Deutschland<br />

und Mitteleuropa.<br />

➤➤Marderhund: Als Pelztier wurde der<br />

Marderhund in den 30er-Jahren des<br />

20. Jahrhunderts im europäischen Teil<br />

der damaligen Sowjetunion ausgesetzt<br />

und breitete sich schnell nach Westen<br />

aus. Mittlerweile ist er vor allem in<br />

Osteuropa (Tschechien, Finnland, Rumänien,<br />

Ungarn und Polen), aber auch<br />

in Deutschland verbreitet. Seine ursprüngliche<br />

<strong>Heimat</strong> ist Ostasien, dort<br />

insbesondere China, Korea, Japan und<br />

Ostsibirien. <strong>Der</strong> Marderhund zählt zur<br />

Familie der hundeartigen Raubtiere,<br />

sein nächster Verwandter ist der Polarfuchs.<br />

➤➤Mink: <strong>Der</strong> Mink sieht seinem nächsten<br />

europäischen Verwandten, dem<br />

Nerz, zum Verwechseln ähnlich, ist<br />

aber deutlich größer. Das Landraubtier<br />

stammt ursprünglich aus Nordamerika<br />

und zählt zur Familie der<br />

Marder. Anfang des 20. Jahrhunderts<br />

zur Pelzgewinnung nach Europa gebracht,<br />

gelangten immer wieder Farmtiere<br />

– nicht selten durch so genannte<br />

„Befreiungsaktionen“ radikaler Tierschützer<br />

– in die freie Wildbahn, so<br />

dass zahlreiche Freilandvorkommen<br />

entstanden sind. (ts)


SÜDKURIER NR. 40 | | SWM<br />

<strong>Heimat</strong> HEIMAT VON BIS Z<br />

FREITAG, 17.<br />

SÜDKURIER NR. FEBRUAR<br />

FREITAG, 17. FEBRUAR 40 | SWM <strong>von</strong> 2017<br />

2017 A <strong>bis</strong> Z 9<br />

<strong>Heimat</strong> <strong>von</strong> A <strong>bis</strong> Z 9<br />

Kwie Kulturschätze<br />

VON STEFAN SIMON<br />

Vom Orpheus-Mosaik zur Flower-Power<br />

Ein kleiner Rundgang<br />

durch die Region zeigt<br />

Beispiele für spannende<br />

Kunst- und Kulturschätze<br />

<strong>von</strong> der Antike <strong>bis</strong> zur<br />

Gegenwart<br />

Mit dem Kunst- und Kulturangebot<br />

großer Metropolen wie Berlin kann<br />

sich die Region <strong>Schwarzwald</strong>-Baar-<br />

Heuberg zwar nicht messen, doch<br />

auch in der vermeintlichen Provinz<br />

findet man Kulturschätze, oft vor Ort<br />

entstandene und teils uralte.<br />

Wie etwa das Keltische Fürstengrab<br />

im Villinger Franziskaner-Museum.<br />

Dort ist ein Blick direkt in die 2600 Jahre<br />

alte Grabkammer des Fürsten vom<br />

Magdalenenberg möglich. <strong>Der</strong> Hügel<br />

südlich vor Villingen ist mit 33 000<br />

Kubikmeter Volumen das größte keltische<br />

Grabmal im mitteleuropäischen<br />

Raum. Eine Auswahl der wichtigsten<br />

Beigaben wie Schmuck, Waffen und<br />

Alltagsgegenstände ergänzt die Ausstellung.<br />

Die Raritäten geben Einblick<br />

in die Welt der frühen Kelten, als deren<br />

mächtigste Grablege der Magdalenenberg<br />

<strong>bis</strong> heute in der Fachwelt gilt.<br />

Weiter geht die Zeitreise nach Rottweil<br />

ins Dominikanermuseum, einem<br />

Zweigmuseum des Archäologischen<br />

Landesmuseums Baden-Württemberg.<br />

Die Abteilung Römisches Rottweil<br />

– Arae Flaviae begleitet die Besucher<br />

am 4. August des Jahres 186 durch<br />

das seinerzeit römische Rottweil, beginnend<br />

morgens auf dem Forum, zu<br />

verschiedenen öffentlichen und privaten<br />

Terminen <strong>bis</strong> hin zum Festmahl<br />

am Abend. Rekonstruktionen und interaktive<br />

Bereiche ergänzen die Ausstellung.<br />

Im Zentrum der Ausstellung<br />

steht ein Kunstschatz: das Orpheus-<br />

Mosaik, das für Rottweil aber auch<br />

generell für die Römerzeit in Baden-<br />

Württemberg <strong>von</strong> zentraler Bedeutung<br />

ist. Noch eine Kostbarkeit gibt es: eine<br />

antike hölzerne Schreibtafel mit Nennung<br />

der Stadt als municipium aus<br />

dem Jahr 186. Dank ihr gilt Rottweil als<br />

einzige römische Ansiedlung Baden-<br />

Württembergs, die in der Antike bereits<br />

den Status als Stadt innehatte.<br />

Das römische Arae Flaviae wurde<br />

bereits zu Beginn der 70er-Jahre des<br />

ersten nachchristlichen Jahrhunderts<br />

unter Kaiser Vespasian gegründet. Bis<br />

zur Anlage einer Stadt befanden sich<br />

hier zunächst fünf nacheinander belegte<br />

Militärlager, darunter ein Legionslager,<br />

zu beiden Seiten des Neckars.<br />

<strong>Der</strong> Name (flavische Altäre)<br />

verweist auf ein zentrales Heiligtum<br />

für das Kaiserhaus, das sich hier befunden<br />

haben muss. Die Objekte erzählen<br />

<strong>von</strong> der bewegten römischen<br />

Vergangenheit mit verschiedenen Bevölkerungsschichten<br />

und Berufsgruppen,<br />

mit Zivilisten und Soldaten.<br />

Fast 2000 Jahre später sind die Edelstahlskulpturen<br />

des Künstlers Erich<br />

Hauser entstanden, die das Stadtbild<br />

der ältesten Stadt Baden-Württembergs<br />

prägen. Hauser lebte und arbeitete<br />

<strong>von</strong> 1969 <strong>bis</strong> 2004 auf dem Gelände<br />

der ehemaligen Saline in Rottweil.<br />

Das 1969 erbaute frühere Wohnhaus<br />

dient heute als Museum. <strong>Der</strong> Skulpturenpark<br />

Erich Hauser ist ein Gesamtkunstwerk.<br />

Auf dem Areal sind 100<br />

Werke aus den Hauptschaffensphasen<br />

des Stahlbildhauers ausgestellt.<br />

Die frühesten Arbeiten stammen<br />

aus den 1960er-Jahren: prismatische<br />

Körper voller Arbeitsspuren, die eine<br />

geistige Verwandtschaft zum Informel<br />

erkennen lassen. Daneben stehen die<br />

Säulen- und Röhrenformationen aus<br />

den 70er-Jahren, der Zeit der größten<br />

internationalen Erfolge Erich Hausers.<br />

Aus den späten 80er- und 90er-Jahren<br />

stammen die spitz ausgreifenden Plastiken<br />

voller überraschender Licht- und<br />

Formeffekte, die mit der Grundform<br />

des Dreiecks spielen.<br />

Die Reise geht weiter nach<br />

St. Georgen, wo im Garten der Villa der<br />

Familie Grässlin eine frühe Hauser-<br />

Plastik steht. Sie verweist auf das Fundament<br />

der vielfältigen und umfangreichen<br />

Kunstsammlung, die an vielen<br />

Orten in der Bergstadt zu erleben ist.<br />

Das Orpheus-Mosaik aus dem antiken<br />

Rottweil.<br />

Mit dem Sammeln <strong>von</strong> Werken der<br />

Kunstströmung Informel haben die Eltern<br />

die Grundlagen gelegt. Ein besonderes<br />

Meisterwerk besitzt die Familie<br />

mit einer seltenen Leinwandarbeit<br />

des Künstlers Wols. Eine, zwei Generationen<br />

später sind die Arbeiten jener<br />

international renommierten Künstler<br />

entstanden, die die Grässlin-Kinder<br />

sammelten und die das Stadtbild heute<br />

für alle sichtbar prägen. Martin Kippenbergers<br />

„Transportabler Lüftungschacht“<br />

steht in einer Grünanlage, sein<br />

„Inselbuch“ in der Schalterhalle der<br />

Sparkasse, Georg Herolds überlebensgroße<br />

Skulptur übt Hochsprung in der<br />

Hauptstraße und Franz Wests knallig<br />

bunte „Sitzwuste“ laden im Park zum<br />

Verweilen ein.<br />

Diese überregional beachtete massive<br />

Bespielung des öffentlichen Raums<br />

mit zeitgenössischer Kunst aus privatem<br />

Besitz findet ihr kleineres Pendant<br />

in Donaueschingen. Das 2009<br />

eröffnete Museum Art Plus neben<br />

dem Schlosspark zeigt nicht nur zeitgenössische<br />

Kunst in seinen Räumlichkeiten,<br />

es bringt die Kunst auch<br />

direkt zum Betrachter. Auf dem Museumsvorplatz<br />

dominiert der fünf Meter<br />

hohe „Lightning Strike“ des britischen<br />

Bildhauers David Nash. Direkt<br />

daneben bringt der Künstler Paul<br />

Schwer mit seiner aus verformten Plexiglasplatten<br />

bestehenden Lichtplastik<br />

„Gulff“ Farbe in die Brigach und vor<br />

der Donauhalle sorgt Stefan Rohrer<br />

mit seiner bunten Autoskulptur „Flower<br />

Power“ für Aufsehen.<br />

<strong>Der</strong> kleine Rundgang zu den Gesamtkunstwerken<br />

und den Einzelobjekten<br />

in der Region zeigt, dass es auch<br />

in der vermeintlichen Provinz Kunstschätze<br />

<strong>von</strong> überregionaler Bedeutung<br />

zu entdecken gibt.<br />

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Ein besonders großer Kunstschatz der Region: <strong>Der</strong> Skultpurenpark der Kunststiftung Erich<br />

Hauser in Rottweil ist ein Gesamtkunstwerk. Auf dem weitläufigen Areal sind etwa 100 Werke<br />

aus den drei Hauptschaffensphasen des Stahlbildhauers ausgestellt. BILD: STEFAN SIMON<br />

Seit über 50 Jahren Qualität und Beratung<br />

Im Obergeschoss finden Sie eine<br />

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10 <strong>Heimat</strong> HEIMAT VON <strong>von</strong> A BIS <strong>bis</strong> Z<br />

SÜDKURIER FREITAG, 17. NR. FEBRUAR 40 | SWM 2017<br />

L<br />

wie Laufen<br />

Den Stadtfestlauf in St. Georgen glänzt mit<br />

weichem Untergrund und schöner Landschaft<br />

VON ROLAND SPRICH<br />

700 Startern ist das Wetter ganz egal<br />

Kaum eine andere Sportart wie Laufen<br />

hat so viel Zuwachs an Begeisterten,<br />

die in ihrer Freizeit aus reiner Freude<br />

oder mit gesundem sportlichem Ehrgeiz<br />

bei der Sache sind. Entsprechend<br />

gibt es immer wieder neue Laufwettbewerbe.<br />

Einer der jüngsten ist der St.<br />

Georgener Stadtfestlauf. 2011 wurde<br />

die Laufveranstaltung ins Leben gerufen.<br />

Mittlerweile hat sich der Stadtfestlauf<br />

zu einer wichtigen Sportveranstaltung<br />

in der Region etabliert.<br />

Lauftechnisch bietet der Lauf viele<br />

Varianten. Strecken stehen <strong>von</strong><br />

10,5-Kilometer <strong>bis</strong> zum Halbmarathon<br />

zur Verfügung. Für weniger konditionsreiche<br />

Läufer gibt es den Fünf-Kilometer-Lauf<br />

rund um den Bärenplatz.<br />

Schüler laufen 1300 Meter. Die Kleinsten<br />

können beim 400-Meter-Lauf losrennen.<br />

Nordic Walker machen sich<br />

auf die 10-Kilometer-Strecke.<br />

Organisiert wird der Lauf <strong>von</strong> der<br />

Stadt St. Georgen und dem Förderverein<br />

des Turnvereins. Gerhard Mengesdorf,<br />

Vorsitzender des Turnvereins,<br />

erklärt, worin sich der Stadtfestlauf<br />

<strong>von</strong> anderen Stadtläufen unterscheidet.<br />

„Auf der einen Seite verbindet der<br />

Stadtfestlauf das Angebot auf dem<br />

Stadtfest mit der Möglichkeit, sich<br />

sportlich zu betätigen. Das zweite ist,<br />

denke ich, dass unsere Laufstrecke<br />

sehr attraktiv ist. Die Strecke durch<br />

den Hochwald ist landschaftlich interessant,<br />

aber auch <strong>von</strong> den Wegen. Die<br />

Läufer laufen wenig auf Asphalt, sondern<br />

viel auf weichem Untergrund.“<br />

Damit der Lauf reibungslos über die<br />

Bühne geht, sind zwischen 60 und 80<br />

Helfer im Einsatz, die neben der kompletten<br />

Organisation auch die Verpflegung<br />

der Sportler sicherstellen. Damit<br />

vor allem Laufanfänger die Strecke<br />

einschätzen können und als kleine<br />

Vorbereitung für die Teilnehmer, bietet<br />

der Turnverein rund zwei Wochen<br />

zuvor Trainingsläufe auf der Laufstrecke<br />

an.<br />

Dass sich der St. Georgener Stadtfestlauf<br />

zu einer derart beliebten Veranstaltung<br />

entwickelt, hat Gerhard<br />

Mengesdorf <strong>von</strong> Anfang an gehofft.<br />

„Was uns noch viel mehr freut, ist die<br />

Tatsache, dass wir die Teilnehmerzahl<br />

in den Jahren weitgehend halten konnten.“<br />

Mittlerweile hat sich die Zahl der<br />

Teilnehmer bei zwischen 600 und 700<br />

Startern eingependelt. Lediglich im<br />

Bereich der Nordic Walker gab es in<br />

der Vergangenheit eine kleine Flaute.<br />

Was, wie Mengesdorf sagte, daran gelegen<br />

habe, dass es in diesem Bereich<br />

keine Technikschiedsrichter gab und<br />

in Einzelfällen Walker gegen die Laufregeln<br />

verstoßen haben und sich dadurch<br />

einen Vorteil in der Ergebnisliste<br />

verschafften. „Wir haben darauf<br />

reagiert und uns entschieden, dass die<br />

Preise nicht nach den Zeiten vergeben<br />

werden, sondern diese ausgelost werden.“<br />

So hat künftig jeder Nordic Walking-Teilnehmer<br />

die Chance, einen<br />

Preis zu bekommen.<br />

Auch aus Sicht der Teilnehmer bietet<br />

der St. Georgener Stadtfestlauf eine<br />

Bis zu 700 Teilnehmer starten beim St. Georgener Stadtfestlauf in verschiedenen Disziplinen.<br />

BILD: ROLAND SPRICH<br />

gute Mischung der angebotenen Laufstrecken,<br />

die den Lauf sowohl für ambitionierte<br />

Läufer als auch für Laufanfänger<br />

attraktiv macht. Tanja Palmer,<br />

ambitionierte Sportlerin und regelmäßige<br />

Teilnehmerin am Stadtfestlauf,<br />

kann das bestätigen. Sie findet einen<br />

weiteren Vorteil. „Ich empfinde die<br />

Streckenführung mit viel Waldboden<br />

und, für unsere Gegend, mit wenig Höhenmetern<br />

als sehr angenehm und abwechslungsreich.<br />

Zu Beginn läuft man<br />

im Wald und am Ende wird man durch<br />

die Zuschauer ins Ziel gepusht, fühlt<br />

sich aber entlang der Strecke nicht unter<br />

Dauerbeobachtung.“ Auch die Verpflegung<br />

vor und nach dem Lauf lobt<br />

Tanja Palmer. „Vor allem, dass auch<br />

der letzte Läufer außer Wasser noch<br />

etwas abbekommt.“ In diesem Jahr findet<br />

der siebte St. Georgener Stadtlauf am Samstag,<br />

1. Juli statt.<br />

Wenn der Papa anfeuert, dann schaffen<br />

auch die Jüngsten Teilnehmer beim Bambinilauf<br />

den Weg ins Ziel. BILD: ROLAND SPRICH<br />

SÜDKURIER NR. 40 | SWM<br />

FREITAG, 17. FEBRUAR 2017<br />

In der Nachbarschaft<br />

Stadtlauf Donaueschingen: Die sechste<br />

Auflage des Stadt- oder Schutzengellaufs<br />

in Donaueschingen steht am 5.<br />

August an und <strong>bis</strong>lang nahmen jedes<br />

Jahr mehr Läufer teil. <strong>Der</strong> Lauf wurde<br />

<strong>von</strong> einer Mutter zur Unterstützung<br />

der Mukoviszidose-Forschung ins<br />

Leben gerufen, deren Kinder <strong>von</strong> der<br />

heimtückischen Stoffwechselkrankheit<br />

betroffen sind. Die Läufer beteiligen<br />

sich mit einem Startgeld. Sparkasse<br />

und AOK sind als Sponsoren mit<br />

10 000 und 3000 Euro dabei. So kamen<br />

2016 stolze 24 000 Euro zusammen.<br />

13 000 Euro flossen an die Nachsorgeklinik<br />

in Tannheim, 11000 gehen in<br />

die Mukoviszidose-Forschung. Wer<br />

beim nächsten Schutzengellauf mitlaufen<br />

will, kann mittwochs in einer<br />

Laufgruppe trainieren, die stets um<br />

18.30 Uhr beim Donaucenter (Sportgeschäft)<br />

startet. (gvo)<br />

Stadtlauf Villingen: Einmal im Jahr findet<br />

der große Stadtlauf <strong>von</strong> Villingen<br />

statt. <strong>Der</strong> Lauf wird <strong>von</strong> der Volksbank<br />

<strong>Schwarzwald</strong> Baar Hegau und dem<br />

Caritasverband für den <strong>Schwarzwald</strong>-<br />

Baar-Kreis gemeinsam unter dem<br />

Motto „laufend mithelfen“ veranstaltet.<br />

<strong>Der</strong> Erlös des Laufs kommt dem<br />

Caritasverband für den <strong>Schwarzwald</strong>-<br />

Baar-Kreis zu Gute. Die Begeisterung<br />

für den Lauf nimmt mit jedem Jahr<br />

zu. 2016 trotzten 2500 Läufer der Hitze.<br />

Das ist die absolute Rekordteilnehmerzahl.<br />

Es kam eine Spendensumme<br />

<strong>von</strong> 17 756 Euro zusammen. Seit dem<br />

ersten Stadtlauf 2006 sind 116 605 Runden<br />

zurückgelegt worden und 134 254<br />

Euro <strong>von</strong> der Volksbank für den guten<br />

Zweck an den Caritasverband geflossen.<br />

(ang)<br />

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SÜDKURIER NR. 40 | | SWM<br />

<strong>Heimat</strong> HEIMAT VON BIS FREITAG, 17.<br />

SÜDKURIER NR. FEBRUAR<br />

FREITAG, 17. FEBRUAR 40 | SWM <strong>von</strong> 2017<br />

2017 A <strong>bis</strong> Z 11<br />

<strong>Heimat</strong> <strong>von</strong> A <strong>bis</strong> Z 11<br />

Mwie Mobilität<br />

Felix Duffner aus<br />

Furtwangen ist ein Pionier<br />

der alternativen Mobilität.<br />

Er fährt ein Twike<br />

VON STEFAN HEIMPEL<br />

Eine etwas andere Art der Fortbewegung<br />

ist das Elektromobil Twike, wie<br />

es in Furtwangen <strong>von</strong> Felix Duffner<br />

angeboten wird. Zum einen ist es eines<br />

der ersten serienmäßigen Elektromobile<br />

im allgemeinen Straßenverkehr,<br />

zum anderen aber hat es auch noch<br />

die Besonderheit, dass es auf Wunsch<br />

auch noch mit Pedal ausgestattet ist.<br />

Auch beim Blick auf die Reifen sieht<br />

man noch immer die Verwandtschaft<br />

dieses kleinen elektrischen Autos zum<br />

Fahrrad.<br />

Das Elektroauto mit Pedal<br />

1998 entschied sich Felix Duffner,<br />

für sich selbst ein solches Twike anzuschaffen<br />

und gleichzeitig als Niederlassung<br />

für dieses Unternehmen tätig<br />

zu werden. Im gleichen Jahr konnte<br />

er auch bereits das erste Twike verkaufen.<br />

Zwei Jahre später entschied er<br />

sich, sich diesem Fahrzeug als Hauptberuf<br />

zu widmen. Er erhielt eine Montageschulung<br />

im Werk und begann<br />

2000 für sechs Jahre, in Furtwangen<br />

die Endmontage durchzuführen, was<br />

unter recht einfachen Bedingungen<br />

möglich ist. Als dann die Serienfertigung<br />

nach Deutschland kam, beendete<br />

Felix Duffner die Montage, kümmert<br />

sich aber weiter um den Service<br />

dieser Fahrzeuge.<br />

Er hat inzwischen in Baden-Württemberg<br />

und darüber hinaus viele<br />

Kunden. Er bietet hier einen speziellen<br />

mobilen Service an, die Fahrzeuge<br />

können also jeweils am eigenen<br />

Standort repariert werden. Außerdem<br />

verkauft er weiter neue und gebrauchte<br />

Fahrzeuge. Auch wenn das Twike 3<br />

Felix Duffner tankt ein Twike an der Stromtankstelle im Hof. BILDER: STEFAN HEIMPEL<br />

Nwie Narretei<br />

VON SABINE NAIEMI<br />

<strong>Der</strong> weite Horizont der Baar ist das Tor<br />

zur schwä<strong>bis</strong>ch-alemannischen Fasnet,<br />

der Narrenschopf Bad Dürrheim<br />

als deren Zeugnis seit 2014 immaterielles<br />

Kulturerbe. Vom „einfachen“<br />

Fasnetsmuseum zum Zentralmuseum<br />

war es ein weiter Weg. <strong>Der</strong> Verein Narrenschopf<br />

Bad Dürrheim wurde 1980<br />

gegründet und übernahm 1981 <strong>von</strong> der<br />

Kur- und Bäder GmbH Bad Dürrheim<br />

den Betrieb des Fastnachtsmuseums.<br />

2008 wurde der Verein nicht nur Narrenschopf-Betreiber,<br />

sondern auch Eigentümer<br />

des Museums. Bemerkenswert<br />

ist, dass die beiden ersten der drei<br />

Kuppeln des 1973 errichteten Museums<br />

aus der ehemaligen Saline Rottweil<br />

aus der Zeit um 1830 stammen<br />

und damals dort als Speicher dienten.<br />

Die drei Kuppeln verleihen dem Narrenschopf<br />

sein charakteristisches Gesicht.<br />

Das Museum der schwä<strong>bis</strong>chalemannischen<br />

Fastnacht im Kurpark<br />

Dürrheims ist mit 1200 Quadratmeter<br />

Ausstellungsfläche das größte Museum<br />

seiner Art in Deutschland. Die Exponate<br />

der Ausstellung sind <strong>von</strong> den<br />

Mitgliederzünften zur Verfügung gestellt<br />

und reichen teilweise <strong>bis</strong> in das<br />

17. Jahrhundert zurück. Zu den Besonderheiten<br />

zählen zwei Stiftungen<br />

– einmal die Maskensammlung der<br />

K. H.-Estermann-Stiftung und zum<br />

zweiten die hochwertigen Masken und<br />

Schemen der Villinger Fasnet aus der<br />

Manfred Merz-Sammlung.<br />

Träger des Museums ist die Vereinigung<br />

Schwä<strong>bis</strong>ch-Alemannischer<br />

Narrenzünfte (VSAN). <strong>Der</strong> am 16. November<br />

1924 in Villingen gegründete<br />

Verband mit Sitz in Bad Dürrheim ist<br />

eine der ältesten Narrenvereinigungen<br />

Deutschlands und ist ein Zusammenschluss<br />

<strong>von</strong> 68 Mitgliederzünften<br />

und sieben Partnerzünften aus den<br />

Regierungsbezirken Tübingen, Freiburg,<br />

Schwaben sowie fünf Kantonen<br />

der deutschsprachigen Schweiz. Rund<br />

10 000 Besucher pro Jahr kommen ins<br />

Museum.<br />

Dabei wird am Konzept des Museums<br />

immer wieder gefeilt. Größter<br />

Einschnitt war nach 30 Jahren Dauerausstellung<br />

im Jahr 2011 die Sanierung<br />

und Umsetzung der Neukonzeptionierung,<br />

in welche die Vereinigung<br />

800 000 Euro investierte. Nach Abschluss<br />

der Neukonzeptionierung<br />

präsentiert das Museum nach seiner<br />

Neueröffnung am 28. Januar nun nach<br />

neuesten museumswissenschaftlichen<br />

und museumspädagogischen<br />

Kriterien unterhaltsam Fastnachtsgeschichte.<br />

Per Audioguide und App erleben<br />

die Besucher Fasnetsgeschichte<br />

in verschiedenen Sprachen.<br />

Nicht nur die Ausstellung ist mehrere<br />

Besuche wert. Das Programm bietet<br />

im Jahresverlauf jede Menge Abwechslung.<br />

Dazu gehören beispielsweise<br />

inzwischen älter als 20 Jahre ist, ist es<br />

dank laufender Fortentwicklung unter<br />

anderem bei der Stromspeicherung<br />

immer noch aktuell und vor allem eine<br />

echte Alternative zu Fahrzeugen mit<br />

Verbrennungsmotor.<br />

Das Twike verbraucht auf 100 Kilometer<br />

vier <strong>bis</strong> sieben Kilowattstunden<br />

Energie. Wenn der benötigte Strom direkt<br />

aus Wind- oder Sonnenenergie gewonnen<br />

wird, entstehen auch bei der<br />

Stromerzeugung weder Abgase noch<br />

Feinstaub. Die aktuellen Lithium-Ionen-Akkus<br />

haben eine lange Lebensdauer,<br />

die weit höher ist, als die Garantie<br />

des Herstellers. Aktuell wird bereits<br />

ein sehr vielversprechendes Nachfolgemodell<br />

mit ganz neuen Möglichkeiten<br />

entwickelt.<br />

Natürlich bietet Felix Duffner seinen<br />

Kunden und anderen Interessenten<br />

kostenlose Probefahrten oder die<br />

Ein Mann, viele Energiekonzepte<br />

Nicht nur alternative Fortbewegung<br />

und Mobilität, auch die alternative<br />

Energienutzung ist ein ganz wichtiges<br />

Ziel für Felix Duffner. Bereits während<br />

seines Studiums im Maschinenbau,<br />

dann aber schon mit dem Schwerpunkt<br />

Energietechnik, hatte er ein<br />

zweites Mobilitätsprojekt ins Leben<br />

gerufen: Mit weiteren Interessenten<br />

gründete er 1993 das Furtwanger „Teilauto“<br />

und war hier auch im Vorstand<br />

tätig. Dieser CarSharing-Verein floriert<br />

und hat aktuell etwa 30 Mitglieder, seit<br />

einigen Jahren ist hier auch ein zweites<br />

Fahrzeug im Betrieb. Nicht zuletzt<br />

ist der Furtwanger CarSharing-Verein<br />

auch mit anderen entsprechenden<br />

Vereinen in Südbaden vernetzt.<br />

Möglichkeit, das Twike zu mieten. Außerdem<br />

führt er regelmäßig für Interessenten<br />

Touren mit Leihfahrzeugen<br />

beispielsweise zum Feldberg durch.<br />

Immer wieder ist der Diplom-Ingenieur<br />

Felix Duffner auch kompetenter<br />

Gesprächspartner für Gäste aus der<br />

ganzen Welt, die sich für diese alternative<br />

Art der Fortbewegung interessieren.<br />

So waren beispielsweise 2015 Studenten,<br />

Wissenschaftler und junge<br />

Unternehmer aus Südafrika in<br />

Deutschland unterwegs, um sich, finanziert<br />

vom südafrikanischen Wissenschaftsministerium,<br />

über die Möglichkeiten<br />

der Elektromobilität zu<br />

informieren. Zwei Tage lang waren die<br />

Gäste aus Südafrika dazu auch im Naturfreundehaus<br />

Brend in Furtwangen<br />

zu Gast und informierten sich bei Felix<br />

Duffner.<br />

1999 installierte Duffner auf seinem<br />

Anwesen ein erstes Blockheizkraftwerk,<br />

um das eigene Anwesen und mit<br />

der Zeit auch Nachbarn mit Wärme<br />

und auch Elektrizität zu versorgen. Vor<br />

zwei Jahren wurde dieses Blockheizkraftwerk<br />

erneuert: Die neue Anlage<br />

produziert die vierfache Menge an<br />

Strom und Wärme. Aktuell sind fünf<br />

Häuser mit ihrer Heizung an dieses<br />

Heizkraftwerk angeschlossen, auch<br />

ein benachbartes Studentenwohnheim<br />

dazu stoßen.<br />

Für die Sommermonate mit geringem<br />

Wärmebedarf wurde vor zwei Jahren<br />

noch eine Fotovoltaik-Anlage montiert.<br />

Mit dem Strom werden Teilnehmer<br />

auch direkt aus dem eigenen Netz<br />

Fasnet-Geschichte unter drei Kuppeln<br />

<strong>Der</strong> Narrenschopf in Bad<br />

Dürrheim gehört zum<br />

immateriellen Kulturerbe<br />

des <strong>Schwarzwald</strong>es<br />

Im Foyer des Narrenschopfes finden aus den Stiftungen heraus immer wieder interessante<br />

Wechselausstellungen ihren Raum. BILD: SABINE NAIEMI<br />

<strong>Der</strong> Narrenschopf in Bad Dürrheim bietet das ganze Jahr über kulturelle Vielfalt, wie etwa<br />

bei der langen Museumsnacht in Verbindung mit der Narrenbörse. Die Narren der Vereinigung<br />

feiern, die Narrenfiguren im Hintergrund geben den Rahmen ab. BILD: SABINE NAIEMI<br />

Kein Auto, aber auch kein Fahrrad. Das Twike<br />

schnurrt über die <strong>Schwarzwald</strong>höhen.<br />

versorgt, wobei aber die gleiche Menge<br />

an Strom auch noch ins öffentliche<br />

Netz eingespeist werden kann.<br />

Schließlich gründete Felix Duffner den<br />

Verein „Energiewende e.V.“. Von besonderer<br />

Bedeutung ist hier die Tatsache,<br />

dass dieser Verein nun mit fünf<br />

Prozent am Kraftwerk der Linachtalsperre<br />

und der dortigen Stromproduktion<br />

beteiligt ist, hier vor Ort also auch<br />

Linacher Strom vertreibt. Und aus<br />

diesem Verein heraus wurde noch eine<br />

Unternehmergesellschaft gegründet,<br />

die künftig ähnliche Energieprojekte<br />

wie das eigene Blockheizkraftwerk an<br />

anderen Standorten realisieren soll.<br />

www.duffner-energieanlagen.de<br />

www.energiewende-ev.de<br />

<strong>Der</strong> Narrenschopf<br />

<strong>Der</strong> Narrenschopf Bad Dürrheim ist<br />

ein Museum, das sich mit dem Brauchtum<br />

der schwä<strong>bis</strong>ch-alemannischen<br />

Fastnacht beschäftigt. Geöffnet ist das<br />

Museum <strong>von</strong> Dienstag <strong>bis</strong> Samstag<br />

jeweils <strong>von</strong> 14 <strong>bis</strong> 17 Uhr, Sonntag und<br />

an Feiertagen <strong>von</strong> 11 <strong>bis</strong> 17 Uhr.<br />

Informationen stehen im Internet unter<br />

www.narrenschopf.de.<br />

Kontakt unter Telefon 07726-6492,<br />

oder per E-Mail unter: info@narrenschopf.de.<br />

verschiedene Sonderausstellungen<br />

und darüber hinaus zahlreiche Veranstaltungen.<br />

Wie die lange Museumsnacht<br />

nach dem Motto „Wir packen<br />

das Fäscht beim Schopf“ am 6. Mai in<br />

Verbindung mit der jährlichen Narrenbörse.<br />

Kulturgeschichtliche Überlegungen<br />

zum (Un-)Sinn der Fastnacht<br />

am Beispiel Löffingens waren zum<br />

Beispiel Inhalt des Vortrages <strong>von</strong> Matthias<br />

Wider, Geschichtsdidaktiker und<br />

Kulturbeauftragter des Vereins Laternenbrüder<br />

Löffingen, am 4. Februar.<br />

<strong>Der</strong> Narrenschopf wird sich mit einer<br />

Museumsrallye für Kinder im Rahmen<br />

des Familientages beim Lichterfest am<br />

20. August beteiligen, noch ohne konkreten<br />

Termin steht aber dennoch ein<br />

Auftritt des Kabarettisten Thomas Moser<br />

aus Villingen auf dem Programm.<br />

Vorträge, Lesungen und Theateraufführungen<br />

in lockerer Folge runden<br />

das Museumsprogramm ab.<br />

Nach Konsolidierung der Besucherzahlen<br />

im vergangenen Jahr mit leichter<br />

Tendenz zur Steigerung richtet sich<br />

2017 der Blick auf weiterer Steigerung<br />

der Besucherzahlen. Besonders bei<br />

den szenischen Lesungen und thematischen<br />

Führungen hätte man gute<br />

Resonanz verzeichnet, berichtet Kathleen<br />

Mönicke, Geschäftsführerin des<br />

Museums. „Die Kuppel 3 bietet einen<br />

tollen Hintergrund für Veranstaltungen<br />

und wird auf Anfrage auch vermietet“,<br />

so Mönicke weiter.<br />

Thematische Führungen wie hier mit Monika Link (rechts im Bild) bereichern das ganze Jahr<br />

über das Programm des Fastnachtsmuseums Narrenschopf. BILD: SABINE NAIEMI


12 <strong>Heimat</strong> HEIMAT VON <strong>von</strong> A BIS <strong>bis</strong> SÜDKURIER FREITAG, 17. NR. FEBRUAR 40 | SWM 2017<br />

Z<br />

Owie Outdoor<br />

VON RAMONA LARHZAL<br />

Traumpfade abseits <strong>von</strong> Loipen und Pisten<br />

Schneeschuhwanderern<br />

bieten sich bei Touren<br />

zauberhafte Aussichten<br />

Pulverschnee bedeckt die Landschaft<br />

und die Sonne verwandelt den sonst<br />

eher dunklen <strong>Schwarzwald</strong> <strong>bis</strong> in den<br />

letzten Winkel in eine glitzernde und<br />

funkelnde Märchenlandschaft. Dieses<br />

idyllische Postkartenmotiv begeistert<br />

die Touristen im Ferienland <strong>Schwarzwald</strong><br />

und lässt nicht nur die Herzen<br />

der Wintersportler höher schlagen.<br />

<strong>Der</strong> perfekte Zeitpunkt, um an die frische<br />

Luft zu gehen und diese wunderbare<br />

Winterlandschaft hautnah<br />

zu erleben. Doch wohin des Weges?<br />

Am liebsten in die unberührte Natur,<br />

abseits <strong>von</strong> gebahnten Loipen und<br />

Pisten, weg <strong>von</strong> all dem Trubel. Aber<br />

kommt man da überhaupt hin, wenn<br />

alles so verschneit ist?<br />

Diese Momente genießt Rolf Lehmann<br />

ganz besonders. <strong>Der</strong> sportliche<br />

Rentner aus St. Georgen bietet Wanderungen<br />

mit Schneeschuhen an und<br />

freut sich bei tagelangem Schneefall<br />

immer ganz besonders über diese flexible<br />

Sportart bei der jeder, auch ohne<br />

Vorkenntnisse, mitmachen kann. „Wir<br />

müssen noch nicht einmal warten, <strong>bis</strong><br />

die Loipen oder Pisten präpariert sind.<br />

Mit unseren Schneeschuhen können<br />

wir direkt los“, erklärt er begeistert.<br />

Auf Neuschnee mache das Wandern<br />

mit den überdimensionalen Schuhen<br />

erst richtig viel Spaß. „Dorthin, wo<br />

es am Schönsten ist“, bringt er seine<br />

Gruppen, sodass auch geübte, ortskundige<br />

Wanderer Neues entdecken<br />

und unbekannte Aussichten genießen<br />

können. „Durch die große Oberfläche<br />

der Schneeschuhe, die direkt an<br />

den Schuh montiert werden, wird das<br />

Einsinken im tiefen Schnee verringert,<br />

sodass fast jedes verschneite Gelände<br />

begangen werden kann“, erklärt er.<br />

Für Schneeschuhwanderungen stehen genügend Leih-Schuhe zur Verfügung.<br />

Pwie Panorama<br />

VON ALEXANDER HÄMMERLING<br />

Ein fantastisches Alpenpanorama belohnt Frühaufsteher bei einer Belchen-Schneeschuhwanderung.<br />

Das Thermometer zeigt um 8 Uhr morgens -30 °C. BILDER: STEFFEN W. ESSLINGER<br />

Sommers wie winters bietet der Panoramaweg<br />

zwischen der Brenzstraße<br />

und dem Waldfriedhof einen fantastischem<br />

Ausblick auf Schwenningen.<br />

Jahrelang machte er seinem Namen<br />

aber keine Ehre: <strong>Der</strong> Weg war durch<br />

Gestrüpp zugewuchert. Jetzt wurde<br />

er endlich saniert. Jedoch findet die<br />

Geschichte aktuell immer noch ihre<br />

Fortsetzung in den Haushaltsberatungen<br />

im Gemeinderat, der Schlussstein<br />

der Sanierung ist erst gesetzt, wenn<br />

die Treppe zwischen dem Brenz- und<br />

Panoramaweg, der sogenannte Knieschepper,<br />

wieder hergerichtet ist.<br />

„<strong>Der</strong> seltsame Name der Treppe<br />

rührt daher, dass der unbequeme Abstand<br />

zwischen den Stufen und Höhenunterschied<br />

geradezu zum Stolpern<br />

verlocken“, so der SPD-Stadtrat<br />

und stellvertretender Vorsitzender des<br />

Schwenninger <strong>Heimat</strong>vereins, Siegfried<br />

Heinzmann. Im Haushalt 2016<br />

wurden 100 000 Euro für die Treppensanierung,<br />

die 2017 erfolgen soll, bereitgestellt.<br />

Heizmann fragt sich, ob<br />

dieser Betrag ausreicht. Die Treppe mit<br />

knapp 100 Stufen soll vollständig abgerissen<br />

und wieder aufgebaut werden.<br />

Bis dato ist unklar, ob unter ihr Wasserleitungen<br />

zum Friedhof verlaufen,<br />

deren Berücksichtigung bei den Bauarbeiten<br />

einen enormen, finanziellen<br />

Mehraufwand nach sich ziehen würden.<br />

„Ferner sind ursprünglich Mittel<br />

<strong>von</strong> 370 000 Euro für Weg und Treppe<br />

eingeplant gewesen. Was mit dem Rest<br />

passiert, wird sich hoffentlich bei den<br />

Haushaltsdebatten klären“, so Heinzmann.<br />

Denn für die Instandsetzung<br />

des Wegs fielen <strong>bis</strong>her 25 000 Euro seitens<br />

des Forstamtes und knapp 50 000<br />

Euro seitens des Stadtbauamtes an.<br />

Eben jene Summe wurde zwischen<br />

Sanierungsbeginn in der vorletzten<br />

Novemberwoche 2015 und der Einweihung<br />

des Wegs am 7. September 2016<br />

<strong>bis</strong>her aufgewendet. Oberbürgermeister<br />

Rupert Kubon und Baubürgermeister<br />

Detlev Bürer gaben sich zur Einweihung<br />

die Ehre. „<strong>Der</strong> Panoramaweg<br />

hat nun endlich wieder Panorama“,<br />

freute sich auch der stellvertretende<br />

Forstamtsleiter Roland Brauner. Kubon,<br />

seinerzeit frisch aus dem Wanderurlaub<br />

im Thüringer Wald zurückgekommen,<br />

betonte, wie wichtig<br />

bequeme Wanderwege sind. Im Zentrum<br />

der Einweihung standen jedoch<br />

die Protagonisten vom Schwenninger<br />

<strong>Heimat</strong>verein, vom Necklemer Bürgerverein<br />

und vom Schwä<strong>bis</strong>chen Albverein<br />

(Ortsgruppe Schwenningen).<br />

Alleine ihrer hartnäckigen Initiative<br />

ist der jetzige Zustand zu verdanken.<br />

Immer wieder beanstandeten Bür-<br />

Erlebnisreiche Tour: Diese Schneeschuhwanderung<br />

führt auf den Belchen.<br />

Immer mittwochs, vorausgesetzt es<br />

liegt Schnee, wandert Rolf Lehmann<br />

mit einer Gruppe vom Hirzwald über<br />

Brigach, weiter in Richtung Oberkirnach<br />

zum Kesselberg, wo dann je nach<br />

Fitness der Teilnehmer entschieden<br />

wird, ob die zweieinhalb Stunden lange<br />

Tour noch ein wenig verlängert oder<br />

der Weg direkt zurück zum Hirzwald<br />

eingeschlagen wird. Dort kann in geselliger<br />

Runde noch eingekehrt werden.<br />

Aber auch ganz individuell gestaltet<br />

der geübte Führer seine Touren.<br />

„Wir haben Anmeldungen <strong>bis</strong> in<br />

den März hinein“, erzählt Marianne<br />

Kieninger <strong>von</strong> der Tourist-Info in St.<br />

Georgen. Sie ist für die Organisation<br />

der Wanderungen und den Verleih der<br />

Schneeschuhe zuständig. „Im gesamten<br />

Ferienland stehen 220 Kilometer<br />

geräumte Rund- und Zielwanderwege<br />

für Schneeschuhe zur Verfügung.<br />

Diese können je nach Kondition ausgewählt<br />

werden“, ergänzt sie. So können<br />

also auch Schneeschuhbegeisterte<br />

auf eigene Faust loswandern. Die<br />

Schneeschuhe zum Ausleihen und die<br />

passende Wanderkarte gibt es für eine<br />

günstige Tagespauschale in den Tourist-Infos<br />

in St. Georgen, Schönwald<br />

und Furtwangen.<br />

Für den Naturführer Richard Krieg<br />

vom <strong>Schwarzwald</strong>verein Furtwangen<br />

spielt der Landschafts- und Naturschutz<br />

beim Schneeschuhwandern<br />

eine wichtige Rolle. „Vor allen Dingen<br />

die Wildtiere, aber auch die jungen<br />

Pflanzen unter dem Schnee müssen<br />

geschützt werden“, erklärt der ehrenamtliche<br />

Wanderführer. Vor allem für<br />

Schneeschuhwanderer, die ohne Führer<br />

losgehen, sei es wichtig, auf den<br />

ausgeschilderten Wegen zu bleiben<br />

und sich an die vorgegebenen Regeln<br />

zu halten. Beliebt sind seine Touren<br />

auch bei den Patienten der Kinderrehabilitationsklinik<br />

Katharinenhöhe.<br />

Wenn sie mit den Schneeschuhen<br />

durch die verschneite Landschaft<br />

wandern, tritt für einige Stunden das<br />

Schicksal der Patienten in den Hintergrund<br />

und sie können die überwältigenden<br />

Landschaftseindrücke genießen.<br />

Die Schneeschuhwanderungen des<br />

<strong>Schwarzwald</strong>verein Schwenningen<br />

finden je nach Schneelage beispielsweise<br />

auf dem Herzogenhorn oder<br />

auch am Feldberg statt. „Hierfür stehen<br />

fünf vereinseigene Führer und 20<br />

Paar Schneeschuhe zur Verfügung“,<br />

erklärt der Vorsitzende Steffen Esslinger.<br />

Mit den fünf Sonntagstouren im<br />

neuen Jahr begeistern die Wanderführer<br />

ihre Teilnehmer. „Die Ziele werden<br />

immer erst eine Woche vor dem<br />

<strong>Der</strong> lange Weg zum Panoramablick<br />

Jetzt ist der Panoramaweg in Schwenningen wieder<br />

eine Perle der Erholung für Jung und Alt. Aber auch<br />

nach über fünf Jahren fehlt noch ein letzter Schliff<br />

ger den sichteinschränkenden Wildwuchs<br />

am Panoramaweg, für den sich<br />

in der Verwaltung seit seiner Aufhübschung<br />

zur Landesgartenschau 2010<br />

keiner richtig zuständig fühlte. Bei<br />

einer Begehung des Panoramawegs<br />

kommentierte Heinzmann zu dem<br />

Aufgang, einer kurzen Treppe unweit<br />

der Pauluskirche, den Anwesenden<br />

gegenüber: „Vorsicht, die ist lebensgefährlich.“<br />

Das Ergebnis der Begehung<br />

war die Übergabe einer Mängelliste<br />

mit Antrag auf Beseitigung am 16. April<br />

2015, an die Stadtverwaltung. <strong>Der</strong><br />

Gemeinderat genehmigte schließlich<br />

die Maßnahme, die Federführung für<br />

die Planung hatte der Forstamtsleiter<br />

Tobias Kühn, das Stadtbauamt war<br />

ebenfalls beteiligt. Jedoch wird bereits<br />

bei der Planung der Verkehrssicherungshiebs<br />

sichtbar, dass selbst Pachtverhältnisse<br />

der Anrainergrundstücke<br />

unklar sind. Die Verträge stammen<br />

aus der Nachkriegszeit. So war auch<br />

das Liegenschaftsamt beteiligt.<br />

<strong>Der</strong> Panoramaweg und seine Sanierung<br />

Gut fünf Jahre haben sich die Arbeiten am<br />

Panoramaweg hingezogen. Ein Überblick,<br />

was dort alles gemacht wurde.<br />

➤➤Maßnahmen zur Landesgartenschau:<br />

2010 erfuhr der Panoramaweg zur<br />

Landesgartenschau, damals völlig zugewuchert,<br />

einen notdürftigen Eingriff.<br />

Eine etwa zehn Meter breite<br />

Schneise in der Mitte des knapp 500<br />

Meter langen Wegs, wurde für eine<br />

Blickmöglichkeit auf die Dächer der<br />

Stadt geschlagen. Die aufgestellten<br />

Geschichte und Kauftipps<br />

Das Schneeschuhwandern hat eine<br />

lange Tradition und mit dem Fund<br />

eines rund 6000 Jahre alten Schneeschuhs<br />

am Gurgler Eisjoch in Südtirol<br />

konnten Archäologen im September<br />

2016 beweisen, dass bereits vor Ötzi<br />

Schneeschuhe als Fortbewegungsmittel<br />

genutzt wurden. Vor allem in<br />

schneereichen Regionen fertigten sich<br />

die Menschen mit den unterschiedlichsten<br />

Materialen Schneeschuhe an<br />

und erleichterten sich mit diesen praktischen<br />

Hilfsmitteln, die die Trittfläche<br />

vergrößern und so das Einsinken in den<br />

Tiefschnee vermeiden, den Gang durch<br />

den Schnee. Im 19. Jahrhundert verwandelte<br />

sich das Schneeschuhlaufen<br />

immer mehr zur Freizeitbeschäftigung<br />

und wurde vor einigen Jahren zum regelrechten<br />

Trend für Jung und Alt.<br />

Beim Kauf <strong>von</strong> Schneeschuhen muss<br />

zu allererst geklärt werden, wo und<br />

zu welchem Zwecke die Schneeschuhe<br />

eingesetzt werden. So können im<br />

Mittelgebirge beispielsweise auf die<br />

Steighilfen verzichtet werden. Die Größe<br />

des Schneeschuhs richtet sich nach<br />

dem Körpergewicht und der Schrittlänge.<br />

Da die Schneeschuhe an den<br />

eigentlichen Schuh montiert werden,<br />

sind knöchelhohe Winterschuhe wichtig.<br />

Für eine gute Balance und auch um<br />

Kraft zu sparen sind Stöcke mit breiten<br />

Schneetellern für das Schneeschuhwandern<br />

unabdingbar. (ral)<br />

Termin bekannt gegeben, sodass wir<br />

beste Schneebedingungen garantieren<br />

können“, erklärt der Vorsitzende. Außer<br />

knöchelhohen Winterschuhen und<br />

winterfester, atmungsaktiver Kleidung<br />

müssten die Teilnehmer keine besonderen<br />

Kenntnisse mitbringen.<br />

Ein Höhepunkt in den Wintermonaten<br />

sind die Schneeschuhwanderungen<br />

bei Vollmond. In der Dämmerung<br />

geht es los und sobald der Mond hinter<br />

dem Wald hervortritt, wird die Landschaft<br />

hell erleuchtet.<br />

SPD-Stadtrat Siegfried Heinzmann engagierte sich für den Panoramaweg. Auch im Winter<br />

ist sein Ausblick zum genießen. BILDER: ALEXANDER HÄMMERLING<br />

SÜDKURIER NR. 40 | SWM<br />

FREITAG, 17. FEBRUAR 2017<br />

Holzbänke waren jedoch schnell wieder<br />

marode und brüchig.<br />

➤➤Sanierung <strong>bis</strong> Herbst 2016: Zunächst<br />

wurde das Gestrüpp am Abhang beseitigt.<br />

Auch an der dem Wald zugewandten<br />

Seite wurden die Äste zwei<br />

Meter Tief geschlagen. <strong>Der</strong> Asphalt<br />

wurde aufgefräst, die Strecke arrondiert,<br />

geschottert, gewalzt, die Höhenunterschiede<br />

ausgeglichen und mit einer<br />

Sandauflage als Feinbelag bedeckt.<br />

Die kurze Treppe am Aufgang abgerissen<br />

und als Rampe mit Geländer<br />

gestaltet. Barrierefrei war der Aufgang<br />

bereits zuvor.<br />

➤➤Gestiftete Bänke: Fünf Bänke, gestiftet<br />

durch die beteiligten Vereine und<br />

dem Unternehmen Hattler & Sohn,<br />

zieren nun den Paronamaweg. Die<br />

vom Forstamt ausgestellte Rechnung<br />

beträgt hierfür symbolisch 1500 Euro.<br />

Bei den Bänken handelt es sich um mit<br />

Granit unterbaute Edelvarianten der<br />

Sitzmöglichkeiten. (häm)


SÜDKURIER NR. 40 | SWM<br />

FREITAG, 17. FEBRUAR 2017<br />

<strong>Heimat</strong> SÜDKURIER FREITAG, 17. NR. FEBRUAR 40 | SWM <strong>von</strong> 2017 A <strong>bis</strong> Z 13<br />

<strong>Heimat</strong> <strong>von</strong> A <strong>bis</strong> Z 13<br />

Qwie Quelle<br />

VON GÜNTER VOLLMER<br />

Die Donau und ihre Quellen<br />

Die Diskussionen um die<br />

richtige Donauquelle<br />

werden nie verebben<br />

Donau, Neckar, Brigach, Breg – der<br />

<strong>Schwarzwald</strong>-Baar-Kreis bezeichnet<br />

sich zu Recht als Quellenland. Mit der<br />

Donau nimmt hier zudem der mit über<br />

2800 Kilometern zweitlängste europäische<br />

Fluss seinen Anfang. Wie lange<br />

die Donau nun wirklich ist, bleibt umstritten.<br />

Donaueschingen wie Furtwangen<br />

hegen Anspruch auf deren<br />

Ursprung. <strong>Der</strong> Quellenstreit zwischen<br />

wird heute eher mit Humor genommen,<br />

zuletzt beim Quellenfest im vergangenen<br />

Juni, als eine närrisch angehauchte<br />

Furtwanger Delegation die<br />

Einweihungsfeierlichkeiten der Quellfassung<br />

nach langer Sanierungszeit<br />

humorvoll gestört hatte.<br />

Es war 1954, als ein Feriengast, der<br />

Zahnarzt Ludwig Oehrlein aus Würzburg,<br />

zum Dank der Stadt eine Expertise<br />

fertigte. Darin spricht der<br />

Mann Furtwangen mit dem unstrittig<br />

längsten Zufluss die Donauquelle zu.<br />

Furtwangen beschriftete fortan Verkehrsschilder<br />

zur Bregquelle bei der<br />

Martinskapelle fortan mit Donauquelle.<br />

Dies kann man in einem kleinen<br />

Prospekt nachlesen, der 2016 wieder<br />

aufgelegt wurde. Darin geht es um den<br />

richtigen Quellstandort, verfasst <strong>von</strong><br />

Bernhard Everke. <strong>Der</strong> frühere OB Donaueschingens<br />

war es auch, der 1981<br />

den Quellenstreit erst entfacht und<br />

landesweit bekannt gemacht hatte. Die<br />

Donauquellen-Schilder in Furtwangen<br />

störten ihn. Beim Landesparteitag der<br />

CDU in den Donauhallen bat er den<br />

jüngst verstorbenen Roman Herzog,<br />

damals Innenminister des Landes, in<br />

einem offensiv gehaltenen Grußwort<br />

um eine schriftliche Bestätigung der<br />

Donauquelle für Donaueschingen.<br />

Noch im selben Jahr wurde Everke<br />

vom Innenministerium bestätigt, dass<br />

die Bregquelle in den amtlichen Reisekarten<br />

nicht mehr als Donauquelle<br />

eingetragen werde.<br />

Das Gerangel um die meisten Quelltouristen<br />

hat sich längst gelegt. Wer<br />

sich für den Fluss interessiert, macht<br />

halt zwei Bilder, eins in Donaueschingen<br />

und eines an der Martinskapelle.<br />

Genau genommen ist die Donau nur<br />

ein recht kurzer Fluss, der über die<br />

Versinkungen bei Immendingen und<br />

Fridingen zur Aachquelle wird und somit<br />

zum Zufluss des Rheins. Im Rekordjahr<br />

1921 versank die Donau bei<br />

Immendingen an 309 Tagen vollständig.<br />

Mit dem Bau eines Stollens durch<br />

den Möhringer Berg griff der Mensch<br />

1963 ein und führt damit dauerhaft<br />

Donauwasser an der Versinkungsstelle<br />

hinter Immendingen vorbei. Noch<br />

älter ist ein Stollen bei Fridingen. Ohne<br />

diese Eingriffe wären bei Vollversinkung<br />

die beiden Nebenflüsse Krähenbach<br />

(Möhringen) und Elta (Tuttlingen)<br />

die Quellflüsse der Donau.<br />

Die sanierte Donauquelle in Donaueschingen. BILDER: GÜNTER VOLLMER<br />

Quellen-Studium<br />

Quell-Sanierung: Die Donauquelle wurde<br />

<strong>von</strong> Frühjahr 2013 <strong>bis</strong> Mitte November<br />

2015 einer grundlegenden und technisch<br />

wie denkmalpflegerisch anspruchsvollen<br />

Sanierung unterzogen. In den vergangenen<br />

Jahren zerfiel der in den Boden versenkte<br />

Donauquelltopf mit seinen hochwertigen<br />

Bildhauerarbeiten immer mehr,<br />

da die rückwärtige, immerhin rund 130<br />

Jahre alte Abdichtung der Steine zum Erdreich<br />

hin nicht mehr funktionierte. 2,6 Millionen<br />

Euro wurden für die anspruchsvolle<br />

Sanierung der Donauquelle einschließlich<br />

der Umgestaltung des Areals, dem Neubau<br />

der Treppenanlage und des Aufzugs<br />

ausgegeben.<br />

Quellgebiet: Die Donauquelle ist eine so<br />

genannte Karst-Aufstoß-Quelle. Da<strong>von</strong><br />

gibt es 15 im Bereich des Schlossparks.<br />

Die Donauquelle hat eine Schüttung <strong>von</strong><br />

50 <strong>bis</strong> 150 Sekundenliter. Die Bregquelle<br />

bei Furtwangen erbringt einen Liter<br />

pro Sekunde. <strong>Der</strong> römische Feldherr und<br />

spätere Kaiser Tiberius sah, nach einem<br />

Bericht des Geographen Strabon, 15 v.<br />

Das Relief zeigt<br />

Besuchern den Verlauf<br />

der Donau <strong>bis</strong><br />

ins Schwarze Meer.<br />

Mutter Baar zeigt der jungen Donau den Weg. Dahinter ist einer der<br />

Kirchtürme der Stadtkirche zu sehen.<br />

Chr. „nach einer Tagesreise“ vom See<br />

gegen Norden „die Quellen der Donau“<br />

und somit, so folgert der ehemalige OB<br />

Bernhard Everke, die Quellen im heutigen<br />

Schlosspark.<br />

Quell-Geschichte: 1292 wird die Donauquelle<br />

urkundlich erwähnt. Und schon<br />

zu Zeiten der Kelten, so Everke, habe die<br />

Breg „Brege“ geheißen.<br />

Quellenstreit I: Schon 1720 wird um die<br />

richtige Quelle gestritten. Allmendshofen<br />

wollte die Donauquelle haben. Die Juniperusquelle<br />

habe mit 150 Sekundenliter<br />

die größere Schüttung und sei deshalb die<br />

eigentliche Donauquelle. <strong>Der</strong> Streit wurde<br />

erst 1933 gelöst, als Allmendshofen <strong>von</strong><br />

Donaueschingen eingemeindet wurde.<br />

Namensquelle: Was ist entscheidend für<br />

den Flussnamen: Weltweit hat sich die historisch<br />

gewordene Bezeichnung durchgesetzt<br />

und nicht der längste oder etwa der<br />

wasserreichere Quellfluss. <strong>Der</strong> Missouri<br />

ist der längere Zufluss, dennoch heißt der<br />

Fluss <strong>bis</strong> zur Mündung Mississippi. Beim<br />

Ganges ist auch der Bramaputra der längere<br />

Zufluss. Und deutlich mehr Wasser<br />

führt der Inn bei Passau in die Donau, verliert<br />

dort aber seinen Namen. (gvo)<br />

Rwie Reiter<br />

VON ROGER MÜLLER<br />

Die Reiterstadt<br />

Durch das Fürstenberg-<br />

Reitturnier im Schlosspark<br />

ist Donaueschingen für<br />

Pferdesportler ein fester<br />

Begriff geworden<br />

Eines der traditionsreichsten Turniere in Europa,<br />

das CHI in Donaueschingen, beging im<br />

vergangenen Jahr seinen 60. Umlauf.<br />

BILD: ROGER MÜLLER<br />

Wohlfühlen – mit einem Hauch <strong>von</strong> Kohlensäure<br />

Weite Mündung,<br />

spürbar besser zu öffnen.<br />

www.bad-duerrheimer.de<br />

Die kleine Baarmetropole Donaueschingen<br />

hat neben der Donauquelle<br />

und den bekannten Musiktagen auch<br />

einen großen Namen als Reiterstadt.<br />

Neben dem CHI im Donaueschinger<br />

Schlosspark, zählen auch inzwischen<br />

das Fest der Pferde auf den Immenhöfen<br />

und der Fürstenberg Polo Cup zu<br />

namhaften Reitsportveranstaltungen<br />

auf internationalem und nationalem<br />

Parkett.<br />

Zweifelsohne ist das CHI Donaueschingen,<br />

welches heute unter S.D.<br />

Joachim zu Fürstenberg Gedächtnisturnier<br />

firmiert, das Reitsportspektakel<br />

im Herbst in Deutschland<br />

schlechthin. Zudem ist es eines der<br />

traditionsreichsten Reitsportturniere<br />

in Europa. Kaum irgendwo sonst gibt<br />

es die Kombination aus Springen, Fahren,<br />

Dressur und Polo in einem Veranstaltungsformat.<br />

Die Anfänge des CHI Donaueschingen<br />

gehen auf das Jahr 1954 zurück, in<br />

dem erstmals ein nationales Turnier<br />

ausgetragen wurde. Fünf Jahre später<br />

nahmen auch schon Reiter aus dem<br />

benachbarten Ausland teil. Nach den<br />

Landesmeisterschaften 1964, wurde<br />

das Turnier ein Jahr später erstmalig<br />

als CHI Donaueschingen ausgetragen<br />

und war somit international. Schon<br />

1976 war Donaueschingen Austragungsort<br />

der deutschen Meisterschaften<br />

in Springen und Dressur. Die Vierspännerfahrer,<br />

die seit 1976 beim CHI<br />

vertreten sind, richteten im Jahr 2000<br />

ebenfalls die deutschen Meisterschaften<br />

aus.<br />

Die Reitsportveranstaltung zieht jedes<br />

Jahr internationale Spitzensportlern<br />

an, und wird zudem als Höhepunkt<br />

für die Nachwuchsreiter der<br />

Region gehandelt. Durch die Station<br />

der Young Masters League (European<br />

Youngster Cup, eine europaweite Turnierserie<br />

für Springreiter <strong>bis</strong> 25 Jahre)<br />

können so Nachwuchsreiter und Talente<br />

<strong>von</strong> morgen die ganz große Turnierluft<br />

schnuppern. Die Mischung<br />

aus Spitzensport und Volksfestcharakter,<br />

die mitunter über 25 000 Besucher<br />

an den vier Turniertagen in das<br />

Reitstadion im fürstlichen Schlosspark<br />

lockt, macht die Veranstaltung so besonders.<br />

Zu den Höhepunkten der Turniergeschichte<br />

zählen die Ausrichtung der<br />

Europameisterschaften der Vierspännerfahrer<br />

1977, die Austragung des<br />

CHIO der Bundesrepublik Deutschland<br />

anstelle Aachens im Jahr 1986<br />

und die Durchführung der Europameisterschaften<br />

der Dressurreiter 1991<br />

sowie der Springreiter im Jahr 2003.<br />

Im vergangenen Jahr wurde die Veranstaltung<br />

bereits zum 60. Mal ausgetragen.<br />

Auf nationaler Ebene zählt mittlerweile<br />

das Fest der Pferde auf den<br />

Immenhöfen ebenfalls zu einem der<br />

schönsten Turniere im Ländle. Die<br />

zweitgrößte Reitsportveranstaltung<br />

<strong>von</strong> Donaueschingen auf den Immenhöfen<br />

feierte im abgelaufenen Jahr<br />

ihren 20. Umlauf, und wurde zudem<br />

zum zweiten Mal als internationales<br />

Turnier ausgeschrieben. Auch diese<br />

Veranstaltung besticht neben Spitzenreitsport<br />

der Springreiter mit einem<br />

ausgefeilten Rahmenprogramm und<br />

hat ebenfalls Volksfestcharakter. Zudem<br />

legen die Veranstalter beim Fest<br />

der Pferde Wert auf das familiäre Flair,<br />

welches dem Turnier <strong>bis</strong> heute auch<br />

aufgrund der Internationalität nie verloren<br />

gegangen ist.<br />

Seit 2006 richtet das Fürstenhaus<br />

zu Fürstenberg den „Fürstenberg Polo<br />

Cup“auf dem Gelände des Donaueschinger<br />

Polo Clubs aus. Acht Teams<br />

der Medium Goal Klasse kämpfen hier<br />

um den Turniersieg. Hier trifft sich die<br />

Poloszene mit Spielern aus Deutschland,<br />

Frankreich, Italien, Schweiz, Brasilien<br />

und Argentinien. Umrahmt wird<br />

das Turnier an allen drei Spieltagen<br />

<strong>von</strong> einem großen Ausstellerbereich,<br />

denn auch hier ist man bedacht darauf,<br />

vielen Besuchern und Interessierten<br />

den Polosport näher zu bringen.<br />

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14 <strong>Heimat</strong> HEIMAT VON <strong>von</strong> A BIS <strong>bis</strong> SÜDKURIER FREITAG, 17. NR. FEBRUAR 40 | SWM 2017<br />

Z<br />

Swie Skisport<br />

VON EBERHARD STADLER<br />

David Ketterers Traum vom Skiweltcup wird wahr<br />

Nach zwei schlechten<br />

Jahren ist der Skifahrer<br />

wieder im Aufwind. In den<br />

USA kehrte die Lockerheit<br />

wieder zurück<br />

Einmal mit Felix Neureuther und Fritz<br />

Dopfer im Skiweltcup an den Start<br />

gehen und gegen die Weltelite antreten:<br />

Das ist der große Traum <strong>von</strong> David<br />

Ketterer, dem Skirennfahrer vom<br />

Schwimm- und Skiclub Schwenningen<br />

(SSC). Jetzt endlich wird sein Traum<br />

wahr. <strong>Der</strong> Deutsche Skiverband hat<br />

ihn für die Weltcup-Slalomrennen in<br />

Kitzbühel sowie beim Nachtrennen in<br />

Schladming angemeldet.<br />

Seit einigen Jahren kämpft der<br />

23-jährige Nationalteamfahrer um den<br />

Anschluss an die Weltspitze im Slalom<br />

und Riesenslalom – allerdings ohne<br />

den Durchbruch zu schaffen. Im August<br />

hat er daher einen großen Schnitt<br />

gemacht und seinen Lebensmittelpunkt<br />

in die USA verlegt. Seinen skifahrerischen<br />

Ambitionen hat der Tapetenwechsel<br />

Flügel verliehen. „Zur Zeit<br />

stehen alle Pfeile nach oben“, freut sich<br />

der Leistungssportler im Gespräch mit<br />

dem SÜDKURIER.<br />

David Ketterer, in Villingen-<br />

Schwenningen aufgewachsen als<br />

jüngster <strong>von</strong> vier Brüdern, hat eine<br />

mustergültige Skifahrer-Karriere hinter<br />

sich. Vom Bezirkskader schaffte er<br />

es <strong>bis</strong> in die Nationalmannschaft, fuhr<br />

dort im Europacup, der zweithöchsten<br />

Rennserie. 2012 machte der junge<br />

Mann, der in seiner <strong>Heimat</strong>stadt<br />

mehrfach zum Sportler des Jahres<br />

gewählt wurde, richtig Schlagzeilen.<br />

T<br />

wie<br />

Die Tanzschule Seidel hat<br />

sich einen guten Ruf<br />

erworben, weit über<br />

Donaueschingen hinaus<br />

VON ROGER MÜLLER<br />

Tanzschule<br />

David Ketterer (mitte) auf dem Siegerpodest<br />

in Panorama (Kanada). BILD: PRIVAT<br />

Sie gehört europaweit zu einer der erfolgreichsten<br />

Tanzschulen wenn es<br />

um HipHop und Videoclip-Dancing<br />

geht: die Tanzschule Seidel mit Filialen<br />

in Singen, Villingen, Backnang und<br />

Donaueschingen. Sie steht aber auch<br />

als Synonym für den Tanzsport allgemein,<br />

sei es vom Tanzkurs bei Schülern,<br />

Erwachsenen oder tanzfreudigen<br />

Kindern. Einige Hundert alleine<br />

in Donauschingen, im Alter zwischen<br />

drei und 70 Jahren besuchen regelmäßig<br />

die Kurse.<br />

Tanzen verbindet, neue Freundschaften<br />

entstehen beim HipHop-<br />

Kurs, das soziale Verhalten wird allgemein<br />

gefördert, und vor allem der<br />

Spaß am Bewegen wird in der Tanzschule<br />

Seidel ganz groß geschrieben.<br />

Die Tanzschule Christian Seidel gibt<br />

es seit 1997. In einem kleinen Saal in<br />

einem Singener Kaufhausgebäude fing<br />

alles an, dann wechselte man 1999 die<br />

Räumlichkeiten und zog in die Scheffelstraße<br />

in Singen, wo auch heute<br />

noch die Tanzkurse stattfinden. Aktuell<br />

laufen die Planungen für einen<br />

großen Neubau in Singen. 2004 wurde<br />

eine zweite Tanzschule in Donaueschingen<br />

eröffnet. Seit Anfang dieses<br />

Jahres gehört auch das Twist in der Donaueschinger<br />

Josefstraße als öffentliche<br />

Bar, Eventlocation und Tanzsaal<br />

dazu. Dazwischen wurde 2008 aber<br />

auch nach Villingen expandiert, 2014<br />

realisierte man dort mit einem Neubau<br />

das <strong>bis</strong>her größte Projekt der Tanzschule.<br />

Einen Herzenswunsch jedoch erfüllte<br />

sich Christian Seidel dann noch<br />

vor drei Jahren mit der Eröffnung einer<br />

Filiale in seiner <strong>Heimat</strong>stadt Backnang.<br />

Inzwischen wuchs auch der Mitarbeiterstamm<br />

auf 29 in vier Filialen<br />

an. „Das Tanzen boomt, und das auch<br />

bei der jüngeren Generation“, so Christian<br />

Seidel. „Kindergartenkinder ab<br />

drei Jahren flitzen wöchentlich in unsere<br />

Tanzschulen, rhythmische Bewegungen<br />

und Kombinationen werden<br />

auf bekannte Kinderlieder mit viel Leidenschaft<br />

erlernt“, erläutert Seidel sein<br />

Konzept.<br />

Aber auch für Kids und Jugendliche<br />

gibt es jede Menge Programm. Hip-<br />

Hop und Videoclipdancing für alle Altersklassen<br />

<strong>von</strong> 7 <strong>bis</strong> 20 Jahren werden<br />

angeboten. Nur am Handy und an der<br />

Ist wieder in der Erfolgsspur: David Ketterer (23) Skifahrer aus Hochemmingen, hier in der<br />

Weihnachtspause in seiner <strong>Heimat</strong> in Hochemmingen. BILD: JOCHEN HAHNE<br />

Die richtige Adresse für HipHop<br />

Spielkonsole zu sitzen ist out – Tanzen<br />

ist jetzt in. Auf die neuesten Hits werden<br />

den Kindern und Jugendlichen<br />

coole Bewegungen und tolle Schrittkombinationen<br />

beigebracht. Von harten<br />

HipHop Beats <strong>bis</strong> zu ruhigen Balladen<br />

ist alles dabei. Durch die Vielfalt<br />

kann jeder seinen eigenen Stil entdecken,<br />

was auch das Selbstbewusstsein<br />

fördert.<br />

Seit 2004 nimmt die Tanzschule<br />

Christian Seidel auch an Wettbewerben<br />

teil. Dabei war sie auch schon<br />

mehrfach Gastgeber in Donaueschingen.<br />

Ihre Tänzerinnen und Tänzer<br />

sind bei den Contests europaweit mit<br />

am erfolgreichsten. Zahlreiche Pokale<br />

mit Süddeutschen -, Deutschen –<br />

und Europameistertiteln konnten sie<br />

schon gewinnen. Durch die Leidenschaft<br />

und Motivation, die alle Tanzlehrer<br />

täglich mit in die Kurse bringen,<br />

werden Kinder, Jugendliche und Erwachsene<br />

gefördert. Vom Einsteigerkurs<br />

<strong>bis</strong> zum Profikurs, es ist für Jeden<br />

was dabei.<br />

Ein Riesen-Spektakel, wenn die Jüngsten der Tanzschule Seidel ihr Vortanzen vor den Eltern<br />

zum Besten geben. BILD: ROGER MÜLLER<br />

Trauriges Kapitel<br />

<strong>Der</strong> grausamste Tage im Leben der<br />

begeisterten Skifahrfamilie Ketterer<br />

aus Schwenningen ereignete sich am<br />

5. September 2005. Seinerzeit starb<br />

Davids Ketterers Bruder Samuel, damals<br />

13 Jahre alt, bei einem tragischen<br />

Seilbahnunglück in Skigebiet Sölden<br />

im Ötztal. Damals löste sich <strong>von</strong> einem<br />

Hubschrauber, der die Seilbahn an der<br />

Schwarzen Schneid überflog, ein 700<br />

Kilogramm schwerer Betonkübel. <strong>Der</strong><br />

Kübel krachte auf die Stahlseile der<br />

Gondelbahn – neun Menschen, darunter<br />

mehrere Nachwuchsfahrer des<br />

Schwä<strong>bis</strong>chen Skiverbandes, wurden<br />

durch die Wucht aus den Gondeln geschleudert<br />

und starben. Inzwischen,<br />

sagt David Ketterer, hat er mit diesem<br />

Schicksalschlag seinen Frieden gemacht,<br />

wenngleich diese Wunde nie<br />

verheilen werde. Wichtig war für ihn,<br />

sagt er selbst, dass die Familie gemeinsam<br />

versucht hat, das Unglück aufzuarbeiten.<br />

Dass er nach einigen Jahren<br />

wieder zum Skifahrtraining nach Sölden<br />

zurückgekehrt ist und sich auch,<br />

gemeinsam mit einem seiner Brüder,<br />

mit dem Unglückspiloten ausgesprochen<br />

hat, habe ihm geholfen, das Trauma<br />

zu verarbeiten, berichtet er. (est)<br />

Er wurde Deutscher Vizemeister im<br />

Slalom, hinter Topfahrer Fritz Dopfer.<br />

Eine Ansage. 2014 wurde er bei der<br />

Junioren-Weltmeisterschaft in Slowenien<br />

Vierter, im Team holte er Bronze.<br />

Viele erwarteten damals, dass Ketterer<br />

bald im Weltcup auftauchen wird.<br />

Doch in der Saison 2014/15 legte ihn<br />

eine Rückenverletzung lahm. Dabei<br />

hatte er sich bereits für das Weltcup-<br />

Auftaktrennen in Sölden qualifiziert.<br />

Ketterer, inzwischen nach Innsbruck<br />

umgezogen, wo er ein Wirtschaftsstudium<br />

aufnahm, arbeitete ver<strong>bis</strong>sen<br />

an seinem Comeback: Er will den<br />

Erfolg erzwingen und im Europacup<br />

die Punkte holen, die ihn zum Start<br />

im Weltcup berechtigen. Doch auch<br />

die Saison 2015/16 wird nicht die seine.<br />

Es gelingt ihm nicht, seine guten<br />

Trainingsleistungen in gute Resultate<br />

umzusetzen. Es fehlt das Glück – und<br />

auch die Lockerheit. „Ich bin ein Typ,<br />

der hohe Erwartungen an sich selber<br />

hat. Vielleicht habe ich mich zu sehr<br />

unter Druck gesetzt“, vermutet er.<br />

<strong>Der</strong> fehlende Erfolg hat ihn frustriert.<br />

Und auch nachdenklich gemacht,<br />

ob er seine Zukunft allein auf<br />

die Karte Leistungsport setzen soll.<br />

David Ketterer will sich nicht auf sein<br />

Glück verlassen. Für ihn tut sich im<br />

Sommer 2016 eine neue Chance auf.<br />

<strong>Der</strong> Leistungssportler bekommt ein<br />

Stipendium an der Universität <strong>von</strong><br />

Colorado in der Stadt Boulder in den<br />

USA, mitten in den Rocky Mountains.<br />

Für die Uni ist der Spitzensportler aus<br />

Deutschland ein toller Fang für das<br />

Skiteam der Hochschule. Für ihn eine<br />

Chance. Dort kann er zwei Dinge unter<br />

einen Hut bringen: Das Skifahren<br />

und eine Ausbildung. An der Uni<br />

studiert er seither Maschinenbau mit<br />

Schwerpunkt Physik. Und nebenher<br />

trainiert er im Skiteam. Die Universität<br />

bezahlt sein Studium, das Training,<br />

den Lebensunterhalt. Und das vier<br />

Jahre lang. <strong>Der</strong> Unterschied zum Studium<br />

in Innsbruck ist für David Ketterer<br />

der entscheidende: Er will sein<br />

Studium stärker in den Vordergrund<br />

stellen.<br />

Damit hat sich das Leben des Leistungssportlers<br />

stark verändert. Training<br />

und Studium laufen täglich<br />

parallel. Die Zeit für körperliche Regeneration<br />

in dieser Doppelbelastung ist<br />

kürzer geworden, Freizeit nicht vorgesehen.<br />

Doch David Ketterer kommt<br />

damit prima klar, fühlt sich in Boulder<br />

pudelwohl. Die Zeit am Schreibtisch,<br />

so merkt er, wirkt sich positiv auf<br />

seine Trainingsmotivation aus. „Da<br />

wird man richtig heiß aufs Skifahren“,<br />

schmunzelt er.<br />

Auch im Maschinenbaustudium<br />

hängt er sich rein. „Die Ketterers sind<br />

eine Familie <strong>von</strong> Maschinenbauern in<br />

der vierten Generation“, berichtet er.<br />

„Das ist schon mein Ding“. Auch der<br />

Vater ist studierter Ingenieur und Geschäftsführer<br />

eines Unternehmens in<br />

Schwenningen. Mit diesem Studium<br />

will er sich auch beweisen, „dass ich<br />

mehr kann als nur Skifahren“.<br />

David Ketterers Hoffnung, dass ihn<br />

der Tapetenwechsel in die USA neu<br />

motivieren wird, hat sich erfüllt. Die<br />

Zweigleisigkeit aus Studium und Sport<br />

hat ihm die Lockerheit zurückgebracht.<br />

Mit sensationellem Ergebnis:<br />

Bei den ersten beiden Slaloms um den<br />

Nordamerika-Cup im kanadischen<br />

Ski-Ressort Panorama fuhr er kurz vor<br />

Weihnachten gleich zweimal aufs Siegerpodest.<br />

Bei den Universitätsrennen<br />

holte aus bei zwölf Rennen fünfmal<br />

Platz 1.<br />

Ketterer ist so in Topform, dass ihn<br />

der DSV kurzfristig für die beiden Slalom-Klassiker<br />

in Kitzbühel und Schladming<br />

in den Weltcup berufen hat.<br />

„Ich bin mega happy“, freut sich der<br />

Hochemminger.<br />

Sie haben viel Spaß, die Tänzerinnen und Tänzer der Hip Hop Gruppe ab 14 Jahren. Von<br />

links: Leila Balti, Jessica Nesrat, Marielle Furger, Ricardo Gomes, Desideria Cuffari, Aselina<br />

Kraus. BILD: ROGER MÜLLER<br />

Für alle Semester ist was dabei, hier beim<br />

Tanzkreis, wo Alex und Carmen Fetzer das<br />

Tanzbein schwingen. BILD: ROGER MÜLLER<br />

SÜDKURIER NR. 40 | SWM<br />

FREITAG, 17. FEBRUAR 2017<br />

Jeden Monat Partys<br />

Im Donaueschinger Lokal Twist, das<br />

<strong>von</strong> der Tanzschule betrieben wird,<br />

finden monatlich Ü30-Partys statt,<br />

selbstredend kann hier auch der ein<br />

oder andere Standardtanz aufs Parkett<br />

gelegt werden. Bands bietet man hier<br />

ebenfalls eine Plattform. Man kann<br />

aber auch einfach auf einen Cocktail<br />

hereinschauen. Inzwischen werden in<br />

drei Tanzsälen aufgrund des großen<br />

Angebots und der Nachfrage an sieben<br />

Tagen die Woche Kurse angeboten. Mit<br />

dem Twist wird das Angebot der Tanzschule<br />

Seidel abgerundet. Höhepunkt<br />

ist der Auftritt der jüngsten Tänzer, die<br />

ihren Eltern zeigen, was sie gelernt<br />

haben. Die Fitnessbegeisterten können<br />

sich beim Zumba austoben, die sechs<br />

Tanzlehrer mit ihren acht Aushilfen,<br />

sind für alle Stilrichtungen ausgebildet.<br />

www.ts-seidel.de


SÜDKURIER NR. 40 | | SWM<br />

<strong>Heimat</strong> HEIMAT VON BIS FREITAG, 17.<br />

SÜDKURIER NR. FEBRUAR<br />

FREITAG, 17. FEBRUAR 40 | SWM <strong>von</strong> 2017<br />

2017 A <strong>bis</strong> Z 15<br />

<strong>Heimat</strong> <strong>von</strong> A <strong>bis</strong> Z 15<br />

Uwie Urlaub<br />

Erholung in reiner <strong>Schwarzwald</strong>luft<br />

Die Gemeinden des Verbundes Ferienland locken mit<br />

unberührter Natur. Eine Gästekarte macht Museen und<br />

Busse kostenlos. Besucher aus Baden-Württemberg<br />

führen die Statistik an<br />

VON ROLAND SPRICH<br />

Dank Konuskarte können Feriengäste während<br />

ihres Aufenthalts öffentliche Verkehrsmittel<br />

wie die <strong>Schwarzwald</strong>bahn kostenlos<br />

nutzen. BILDER: ROLAND SPRICH<br />

Vielfältig mobil<br />

Kostenlos unterwegs: Feriengäste können<br />

während ihres Aufenthalts eine Vielzahl<br />

<strong>von</strong> Einrichtungen kostenlos oder<br />

ermäßigt nutzen. Mit der <strong>Schwarzwald</strong>-<br />

Gästekarte Konus ist sind Bus und Bahn<br />

ebenso gratis nutzbar wie die Hallenbäder<br />

in St. Georgen und Schönwald, die Freibäder<br />

in allen vier Ferienlandgemeinden,<br />

Finanzkrisen, Bürgerkriege und Terroranschläge<br />

haben in betroffenen<br />

Ländern unweigerlich auch Auswirkungen<br />

auf den Tourismus. Stand die<br />

Türkei <strong>bis</strong>lang ganz weit oben in der<br />

Gunst der Deutschen als Ferienziel,<br />

dürften die jüngsten Terroranschläge<br />

dem touristisch ohnehin geschwächten<br />

Land in diesem Jahr weitere Einbußen<br />

bescheren. Auch andere Reiseziele<br />

wie Tunesien und Ägypten haben<br />

in den vergangenen Jahren deutlich<br />

an Attraktivität bei deutschen Urlaubern<br />

eingebüßt. Zu groß schätzen diese<br />

das Sicherheitsrisiko ein. Wer sich<br />

nicht zusammen mit Tausenden anderen<br />

Touristen an den Stränden der<br />

hoffnungslos überfüllten Ausweichdestinationen<br />

wie Mallorca oder Gran<br />

Canaria tummeln will, sucht eine Alternative<br />

im eigenen Land. Und die<br />

bietet der <strong>Schwarzwald</strong>, und hier insbesondere<br />

das Ferienland mit den Gemeinden<br />

Schonach, Schönwald, St.<br />

Georgen und Furtwangen.<br />

Die Zahlen belegen es. In den vergangenen<br />

Jahren sind die Übernachtungszahlen<br />

im Ferienland <strong>Schwarzwald</strong><br />

kontinuierlich gestiegen. „Wir<br />

hatten <strong>von</strong> 2014 zu 2015 eine Steigerung<br />

bei den Gästeankünften <strong>von</strong><br />

88 200 auf 91 300 Gäste. Das ist ein<br />

Zuwachs <strong>von</strong> 3,5 Prozent“, freut sich<br />

Julian Schmitz, Geschäftsführer des<br />

Ferienlandes. Erholung in reiner<br />

<strong>Schwarzwald</strong>luft entwickelt sich offenbar<br />

zum neuen Urlaubstrend. <strong>Der</strong> Geschäftsführer<br />

des Ferienlandes weiß,<br />

was die Gäste im Ferienland suchen.<br />

„Die Gäste, die zu uns kommen, wollen<br />

in erster Linie unberührte Natur<br />

erleben“, so Schmitz. Bei Wanderern<br />

und Mountainbikern ist das Ferienland<br />

gleichermaßen beliebt. „Die<br />

Gäste schätzen, dass wir mit unseren<br />

Premiumwanderwegen und Mountainbikestrecken<br />

eine komplette Infrastruktur<br />

vorhalten, die viele Gäste<br />

anzieht. Wo es aber dennoch möglich<br />

ist, sich alleine zu fühlen.“ Außerdem<br />

liegen verschiedene Ausflugsziele nah<br />

beieinander.<br />

Doch das Ferienland hat weit mehr<br />

zu bieten als sanft geschwungene<br />

<strong>Schwarzwald</strong>hügel und gute Luft. In<br />

den einzelnen <strong>Schwarzwald</strong>gemeinden<br />

kommen Erholungssuchende und<br />

Aktivurlauber gleichermaßen auf ihre<br />

Kosten. Bei verschiedenen Sportangeboten,<br />

Minigolf, Angeln, Geocaching,<br />

Reiten und vielem mehr können sich<br />

die Gäste körperlich betätigen und<br />

anschließend beispielsweise im großen<br />

<strong>Schwarzwald</strong>-Badezuber entspannen.<br />

Kulturell Interessierte finden<br />

eine Vielzahl an Museen. So lädt in St.<br />

Georgen beispielsweise das Deutsche<br />

Phonomuseum ein, in Furtwangen<br />

wird die Uhrengeschichte im Deutschen<br />

Uhrenmuseum lebendig gehalten.<br />

Im Winter laden Rodelbahnen<br />

und über 30 Langlaufloipen ein. Auch<br />

der alpine Skispaß kommt nicht zu<br />

kurz. Zehn Skilifte sorgen an Skihängen<br />

für ungetrübten Skispaß vom Anfänger<br />

<strong>bis</strong> zum Fortgeschrittenen.<br />

Dank der Gästekarte ist neben der<br />

kostenlosen Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel<br />

auch der Eintritt in viele<br />

Museen sowie in Frei- und Hallenbäder<br />

und an den Skiliften der Region<br />

für die Gäste kostenlos oder stark ermäßigt.<br />

„Das ist ein tolles Bonusprogramm<br />

und hilft an Regentagen“, sagt<br />

Schmitz.<br />

Die Gästestruktur zeigt, bei wem das<br />

Ferienland ganz besonders beliebt ist.<br />

Bei den inländischen Gästen liegen<br />

die Besucher aus Baden-Württemberg<br />

ganz vorn. „Das ist sicherlich mit der<br />

Nähe begründet“, sagt Julian Schmitz.<br />

Auch aus Bayern sind die Gäste<br />

schnell angereist, gefolgt <strong>von</strong> Gästen<br />

aus Rheinland-Pfalz und Nordrhein-<br />

St. Georgen als eine der vier Ferienlandgemeinden hat neben einem großen Naturbadesee<br />

auch eine Vielzahl <strong>von</strong> Museen zu bieten.<br />

Minigolfanlagen und Skilifte im gesamten<br />

Ferienland. In viele Museen gibt es ebenfalls<br />

freien oder ermäßigten Eintritt.<br />

Erlebnisreich unterwegs: Unter dem<br />

Motto Wandern-Genießen-Erleben kann<br />

man das Ferienland <strong>von</strong> einer ganz anderen<br />

Seite kennenlernen. Ob Wissenswertes<br />

über Flora und Fauna am Wegesrand, ob<br />

ein Besuch blühender Bauerngärten mit<br />

heimischen Kräutern und Gewürzen oder<br />

eine sagenhafte Wanderung zu geheimnisvollen<br />

Orten wie der Blindensee: Stets wird<br />

den Feriengästen die Urlaubsregion Ferienland<br />

<strong>von</strong> einer völlig neuen Seite gezeigt.<br />

Genussvoll unterwegs: Ob ein herzhaftes<br />

Vesper nach einer ausgiebigen Wanderung<br />

oder ein festliches Menü – eine Vielzahl<br />

gastronomischer Betriebe im Ferienland<br />

bieten zahlreiche kulinarischer Möglichkeiten<br />

<strong>von</strong> der regionalen <strong>bis</strong> zur internationalen<br />

Küche. Da ist für jeden Gaumen das<br />

Richtige dabei. (spr)<br />

Westfalen. Aus dem Ausland liegen<br />

israelische Gäste vorne, gefolgt <strong>von</strong><br />

Schweizern und Franzosen. „Interessant<br />

ist, dass wir bei den Campingtouristen<br />

die meisten Gäste aus Spanien<br />

und Italien haben“, so der Ferienlandgeschäftsführer.<br />

Ein weiterer Aspekt, den die Gäste<br />

im Ferienland <strong>Schwarzwald</strong> schätzen,<br />

ist das gastronomische Angebot. Geboten<br />

wird gut bürgerliche und gehobene<br />

badische Küche ohne Schnickschnack.<br />

Gekocht wird mit frischen,<br />

regionalen Produkten <strong>von</strong> hoher Qualität.<br />

Übrigens hat der fehlende Schnee zu<br />

Beginn der Winterzeit praktisch keine<br />

negativen Auswirkungen auf die Buchungen.<br />

„Wir haben praktisch keine<br />

Absagen bei den Gastgebern wegen<br />

fehlenden Schnees zu verzeichnen.<br />

Aber wenn es schneit, bekommen wir<br />

verstärkte Anfragen“, weiß Schmitz.<br />

Die Gemeinde Schonach aus der Luft. Hier ist der Erholungsfaktor groß.<br />

Ob im Sommer oder im Winters: Wegen solcher Aussichten wie hier über Brigach kommen Feriengäste gerne ins Ferienland.<br />

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16 <strong>Heimat</strong> HEIMAT VON <strong>von</strong> A BIS <strong>bis</strong> SÜDKURIER FREITAG, 17. NR. FEBRUAR 40 | SWM 2017<br />

Z<br />

Vwie Vielfalt<br />

Zwischen Fürstenberg und Seeterrassen<br />

Schöne Plätze in der<br />

Region gibt es reichlich.<br />

Besucher habe die<br />

Qual der Wahl<br />

SÜDKURIER NR. 40 | SWM<br />

FREITAG, 17. FEBRUAR 2017<br />

AUS UNSEREN REDAKTIONEN<br />

Was soll man sich schon aussuchen an<br />

Sehenswertem, Schönem oder einfach<br />

Interessantem? Eine Auswahl wird<br />

immer ein Stück weit willkürlich sein.<br />

Wir haben uns einfach für diese vier<br />

Orte entschieden.<br />

<strong>Der</strong> Fürstenberg<br />

Oben ist immer schön. Das ist beim<br />

Fürstenberg auf der Baar nicht anders.<br />

Hier kann man seinen Blick über<br />

die weite Hochebene der Baar <strong>bis</strong> zum<br />

Feldberg, den Alpen oder der Schwä<strong>bis</strong>chen<br />

Alb schweifen lassen. Aber auch<br />

der Berg hat einiges zu erzählen. Das<br />

fängt schon beim Namen an. Dieser ist<br />

nicht, wie viele denken, <strong>von</strong> den Fürsten<br />

zu Fürstenberg – damals noch die<br />

Grafen zu Fürstenberg – abgeleitet,<br />

die hier ab dem 13. Jahrhundert residierten,<br />

sondern er ist der „Vürderste“,<br />

also der vorderste Berg der „Länge“,<br />

die ihrerseits zum Baarjura zwischen<br />

Schwä<strong>bis</strong>che Alb und <strong>Schwarzwald</strong><br />

gehört.<br />

Einerseits kann man heute hier oft<br />

ganz alleine seine Runde auf einem<br />

schmalen Wanderpfad um die in Teilen<br />

bewaldete Kuppe ziehen und hier<br />

bei guter Thermik Gleitschirmflieger<br />

bei ihrem faszinierenden Hobby beobachten.<br />

Spannend und informativ<br />

ist aber auch eine offizielle Führung,<br />

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Nicht nur im Winter ein Highlight: der Magdalenenberg in Villingen. Hier zu sehen die große Eiche, die den Berg säumt. BILD: BRÄUN<br />

Energie verbindet<br />

die Region<br />

die <strong>von</strong> der Stadt Hüfingen (huefingen.<br />

de) angeboten wird. Geologie, Bebauung,<br />

Leben und Wirken auf dem Berg<br />

erwandert Führerin Veronika Albicker<br />

seit 2014 mit ihren Gästen. Denn<br />

einst standen hier oben die Häuser der<br />

damaligen Stadt Fürstenberg, <strong>bis</strong> sie<br />

vor 175 Jahren durch einen verheerenden<br />

Brand vernichtet wurden. Lediglich<br />

ein mit Ziegeln gedecktes Haus<br />

blieb stehen. Dieses wurde mit der<br />

Neuansiedlung des Dorfes am Fuße<br />

des Berges abgetragen und an neuer<br />

Stelle wieder aufgebaut. Für den neuen<br />

Standort hatte man sich entschieden,<br />

weil sich die Zeiten geändert hatten<br />

und man sich vor Angreifern nicht<br />

mehr auf dem Berg schützen musste.<br />

Zudem war die Wasserversorgung am<br />

neuen Standort durch Brunnen gewährleistet.<br />

(gvo)<br />

<strong>Der</strong> Magdalenenberg<br />

Einen Ausblick über die Stadt und<br />

einen Einblick in die Geschichte der<br />

Menschheit – all das bietet der Magdalenenberg<br />

im Süden <strong>von</strong> Villingen. Mit<br />

einem Volumen <strong>von</strong> 33 000 Kubikmetern<br />

ist der Magdalenenberg der größte<br />

hallstattzeitliche Grabhügel Mitteleuropas.<br />

Vor allem im Winter ist er zudem<br />

ein beliebtes Ziel für Langläufer.<br />

Wer das erste Mal den Hügel besteigt,<br />

dem weisen Schautafeln den Weg<br />

durch die wichtigsten geschichtlichen<br />

Ereignisse wie die Entdeckung der<br />

Grabkammer und die Ausgrabung des<br />

gesamten Hügels in den 70er und 80er-<br />

Jahren. Und wer nach der Besteigung<br />

des Hügels noch mehr über die Kelten<br />

erfahren möchte, der kann die Dauerausstellung<br />

Keltisches Fürstengrab<br />

Magdalenenberg im Franziskanermuseum<br />

in der Villinger Innenstadt besuchen.<br />

(ang)<br />

Das Schwenninger Moos<br />

Ein besonderer Anziehungspunkt in<br />

der Doppelstadt Villingen-Schwenningen<br />

ist das gut 120 Hektar große Naturschutzgebiet<br />

Schwenninger Moos. Ob<br />

Sonntagsspaziergänger, Jogger oder<br />

Touristen – früher oder später kommt<br />

jeder einmal im Moos vorbei. Und je<br />

nach Jahreszeit zeigt sich in dem in<br />

den 70er-Jahren renaturierten Regenmoor<br />

die Natur <strong>von</strong> ihrer schönsten<br />

Seite. Neben der Naherholungsqualität<br />

wohnt dem Moos auch eine historische<br />

Bedeutung inne: Denn dort hat<br />

der Neckar seinen Ursprung. Einzusehen<br />

ist die Neckarquelle zwar nicht<br />

direkt, aber ein etwa drei Kilometer<br />

langer Wanderweg um das Moor und<br />

ein kurzer Steg lassen Einblicke in die<br />

Hochmoorvegetation zu. Zahlreiche<br />

Führungen bieten zudem einen Überblick<br />

über das, was im Moor vor sich<br />

geht und wie ein Moor überhaupt entsteht.<br />

Im Schwenninger Moos verläuft<br />

auch die Europäische Hauptwasserscheide<br />

zwischen dem Einzugsgebiet<br />

<strong>von</strong> Nordsee und Schwarzem Meer sowie<br />

eine weitere unsichtbare Grenze:<br />

die ehemalige Landesgrenze zwischen<br />

dem Königreich Württemberg und<br />

dem Großherzogtum Baden. Während<br />

der Stadtteil Schwenningen an der<br />

Quelle des Neckars liegt, der über den<br />

Rhein in die Nordsee fließt, liegt das<br />

badische Villingen an der Brigach, einem<br />

Zufluss der Donau. (ang)<br />

Neue Seeterrassen<br />

Die viel gepriesene <strong>Schwarzwald</strong>landschaft<br />

und Kleinode der Erholung<br />

hat man in und um St. Georgen direkt<br />

vor der Haustüre. Die Bergstadt ist <strong>von</strong><br />

Wald umgeben. Ein Trimm-Dich-Pfad<br />

lädt zur sportlichen Betätigung ein.<br />

Auch im Winter lohnt sich ein Spaziergang<br />

durch das Schwenninger Moos. BILD: ANJA<br />

GREINER<br />

Von verschiedenen Aussichtspunkten<br />

aus lockt der Postkartenblick über<br />

unberührte Natur. Bei Spaziergängen<br />

durch die Wälder kann man frische<br />

Luft und Erholung pur tanken. Daneben<br />

gibt es einige besondere Kleinode.<br />

Am Klosterweiher wurden im vergangenen<br />

Jahr drei Seeterrassen gebaut.<br />

Die ansprechenden Flächen ragen<br />

knapp über die Wasseroberfläche und<br />

bieten einen Panoramablick auf das<br />

Naturfreibad. Tief herunterhängende<br />

Äste der Bäume spenden selbst an<br />

heißen Sommertagen Schatten. Hier<br />

kann man nicht nur die Beine im Wasser,<br />

sondern auch die Seele baumeln<br />

Veronika Albicker leitet die Führung über<br />

den Fürstenberg. BILD: JÜRGEN ALBICKER<br />

lassen. Wer gerne zu Fuß unterwegs ist<br />

und sich vor einem kurzen, aber kräftigen<br />

Anstieg nicht scheut, dem empfiehlt<br />

sich ein Spaziergang auf der Langen<br />

Gasse, oberhalb <strong>von</strong> Brigach. Die<br />

Belohnung des Anstiegs ist ein einzigartiger<br />

Blick auf die Bergstadt. Und<br />

auf die <strong>Schwarzwald</strong>bahn, die hier im<br />

Stundentakt verkehrt. Auch im Stockwald<br />

kann man den Alltag getrost hinter<br />

sich lassen. <strong>Der</strong> weite Blick über<br />

sanft geschwungene Hügel und die<br />

weitgehend unberührte Natur laden<br />

zum Verweilen und Entschleunigen<br />

ein. (spr)<br />

StadtwerkeVillingen-Schwenningen GmbH<br />

Ihr Energieversorger<br />

www.svs-energie.de<br />

Auf den neuen Seeterrassen am Klosterweiher in St. Georgen lässt es sich herrlich entspannen.<br />

BILD: ROLAND SPRICH


SÜDKURIER NR. 40 | | SWM<br />

<strong>Heimat</strong> HEIMAT VON BIS FREITAG, 17.<br />

SÜDKURIER NR. FEBRUAR<br />

FREITAG, 17. FEBRUAR 40 | SWM <strong>von</strong> 2017<br />

2017 A <strong>bis</strong> Z 17<br />

<strong>Heimat</strong> <strong>von</strong> A <strong>bis</strong> Z 17<br />

Wwie Wissenschaft<br />

Investionen in Innovationen<br />

Eine hohe Patentdichte zeichnet den Kreis Tuttlingen<br />

aus. Aesculap investiert in Forschung und Entwicklung<br />

VON JUTTA FREUDIG<br />

<strong>Der</strong> Landkreis Tuttlingen ist nicht nur<br />

ein wirtschaftsstarker Raum mit weit<br />

überdurchschnittlicher Arbeitsplatzdichte,<br />

er weist auch eine hohe Patentintensität<br />

auf, die seine Nachbarlandkreise<br />

übertrifft und nahezu doppelt<br />

so hoch liegt wie die deutschlandweite<br />

Quote. Das bestätigt eine auf dem etablierten<br />

Zukunftsatlas 2016 basierende<br />

Prognos-Studie. Forschung und Entwicklung<br />

nehmen in den Unternehmen<br />

des Landkreises, <strong>von</strong> denen einige<br />

Weltmarktführer in ihren Branchen<br />

sind, wesentlichen Raum ein. In wissenschaftlicher<br />

Hinsicht haben Kreis<br />

und Stadt seit der Schaffung des Hochschulcampus<br />

Tuttlingen rasch aufgeholt,<br />

sind auf dem Weg, deutlich mehr<br />

Hochqualifizierte an den Standort zu<br />

binden.<br />

Die Prognos-Studie sieht in der Region<br />

Tuttlingen eine starke industrielle<br />

Basis „mit ausgeprägter Branchenkonzentration“<br />

und sehr hoher Innovationskraft<br />

und Technologie-Orientierung.<br />

Die Branchenkonzentration<br />

bezieht sich in diesem Fall vor allem<br />

auf den Unternehmensbereich Medizintechnik,<br />

der bundesweit am stärksten<br />

im Landkreis Tuttlingen vertreten<br />

ist. Renommierte Medizintechnikhersteller<br />

wie zum Beispiel Aesculap,<br />

Karl Storz oder KLS Martin zählen zu<br />

den „global Playern“ und investieren<br />

für ihre Innovationen jährlich Millionen<br />

Euro.<br />

Von der zukunftsorientierten Ausrichtung<br />

ihres Unternehmens, das<br />

2015 einen Umsatz <strong>von</strong> 1,7 Milliarden<br />

Euro erzielte, profitieren allein am<br />

Standort Tuttlingen 3542 Mitarbeiter<br />

der Firma Aesculap. Innovationen des<br />

Unternehmens standen jüngst auch im<br />

Mittelpunkt der Vorstellung der aktuellen<br />

Geschäftslage. „Wir glauben,<br />

dass es den digitalen Operationssaal<br />

geben wird“, erklärte Vorstandsvorsitzender<br />

Hanns-Peter Knaebel in seinen<br />

Ausführungen zum Thema Forschung<br />

und Entwicklung bei Aesculap. Das<br />

Gesundheitswesen selbst befinde sich<br />

noch in einem frühen Stadium der Digitalisierung,<br />

in der Medizintechnik<br />

sei aber eine Zunahme der digitalen<br />

Anwendungen zu verzeichnen.<br />

Durch solche digitale Lösungen<br />

solle ein Mehrwert für den Patienten,<br />

das medizinische Personal und<br />

das gesamte Gesundheitssystem erzielt<br />

werden, so Knaebel. „Bestehende<br />

Produkte können schrittweise digital<br />

unterstützt werden“. Aesculap stellte<br />

in diesem Zusammenhang sein neues<br />

Navigationssystem „Ortho-Pilot Elite“<br />

vor, das den Operateur während des<br />

Eingriffs beim exakten Positionieren<br />

der Implantat-Komponenten unterstützt.<br />

Millimeter für Millimeter genau<br />

wird mithilfe einer Infrarotkamera<br />

und den zugehörigen Sendern die<br />

Position <strong>von</strong> Ober- und Unterschenkelknochen<br />

sowie der Instrumente<br />

bestimmt und das Implantat eingebracht.<br />

In enger Abstimmung mit Chirurgen<br />

integrierten die Teams <strong>von</strong> Pro-<br />

Ein <strong>von</strong> Aesculap weiterentwickeltes Navigationssystem unterstützt den Operateur beim Positionieren <strong>von</strong> Implantat-Komponenten. Im Bild<br />

Vorstandsvorsitzender Hanns-Peter Knaebel (Mitte), die Produktmanager Sebastian Weindel (links) und Sascha Arno BILD: JUTTA FREUDIG<br />

duktmanagement, Entwicklung und<br />

Produktion bei Aesculap die Hinweise<br />

der Anwender in das System. Neben<br />

der Langlebigkeit des Implantats<br />

galt es dabei für Stabilität im Kniegelenk<br />

über den gesamten Bewegungsablauf<br />

hinweg zu sorgen, vom Strecken<br />

<strong>bis</strong> zum Beugen des Beins. Immerhin<br />

hat die Qualität des Bewegungsumfangs<br />

entscheidende Auswirkung auf<br />

die Patientenzufriedenheit. Besonders<br />

berücksichtigt wurden bei dem System<br />

auch die individuellen Präferenzen<br />

des Arztes. Dieser kann bei seiner<br />

Arbeit mit dem neuen Ortho-Pilot Elite<br />

zwischen der Steuerung per drahtlosem<br />

Fußpedal, per Gestenkontrolle<br />

oder mittels eines eigens konzipierten<br />

Multifunktions-Instruments wählen.<br />

Eine <strong>von</strong> Aescualp und einem Partnerunternehmen<br />

speziell für das System<br />

entwickelte Infrarotkamera mit<br />

erweitertem Messvolumen deckt einen<br />

größeren Messbereich ab und vereinfacht<br />

für das OP-Team die Positionierung<br />

des Geräts im OP hinsichtlich<br />

Sichtbarkeit der Sender. <strong>Der</strong> modulare<br />

Aufbau des Systems und die drahtlose<br />

Kommunikation wichtiger Komponenten<br />

ermöglichen es den Kliniken,<br />

die Navigation effizienter einzusetzen.<br />

Zusätzliche Software-Features unterstützten<br />

den Mediziner bei Studien<br />

und Forschungsarbeiten rund um die<br />

Knieendoprothetik.<br />

Mit dem innovativen „Ortho Pilot<br />

Elite“ kann aus der Sicht <strong>von</strong> Aesculap<br />

dem heutigen hohen Qualitäts- und<br />

Dokumentationsanspruch <strong>von</strong> Patient,<br />

Krankenhaus und Gesundheitsbehörden<br />

Rechnung getragen werden.<br />

Arzt, Patient und Wissenschaft profitierten<br />

gleichermaßen <strong>von</strong> der Neuentwicklung,<br />

mit der Aesculap in diesem<br />

Frühjahr die vierte Generation<br />

des bildfreien Navigationssystems erst<br />

in Europa und anschließend weltweit<br />

einführen wird.<br />

Ein Blick auf die<br />

Stadt Tuttlingen –<br />

sie nennt sich selbst<br />

„Weltzentrum für<br />

Medizintechnik“,<br />

und das hat zweifellos<br />

seine Berechtigung.<br />

BILD: DPA<br />

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für großartige Lebensläufe<br />

Wirtschaft im Landkreis Tuttlingen<br />

Sehr hohe wirtschaftliche Dynamik, deutlicher<br />

Beschäftigungszuwachs und hohe Investitionsquote<br />

kennzeichnen laut aktueller<br />

Prognos-Studie den Landkreis Tuttlingen.<br />

➤➤Arbeitsplatzdichte ist groß: Auf die<br />

135 000 Einwohner des Landkreiseses<br />

Tuttlingen kommen aktuell 75 000 Arbeitsplätze.<br />

Das macht 60 Stellen je 100<br />

Einwohner aus, was deutlich über den<br />

Nachbarkreisen und den Quoten <strong>von</strong><br />

Land und Bund liegt. Bei der Beschäftigungs-Entwicklung<br />

spielt der Kreis<br />

mit ausgesprochen hoher Dynamik<br />

auf. In den Jahren zwischen 2005 und<br />

2015 kamen über 11 000 neue Arbeitsplätze<br />

hinzu. Rund 400 Firmen sind<br />

kreisweit tätig.<br />

➤➤Medizintechnik führt an: Was den<br />

Branchenmix im Kreis Tuttlingen angeht,<br />

so führt die Medizintechnik die<br />

Liste klar an, gefolgt <strong>von</strong> der Metallverarbeitung,<br />

dem Maschinenbau,<br />

der Elektrotechnik und Elektronik.<br />

Die Zahl der Einpendler aus anderen<br />

Landkreisen ist laut Studie sehr stark<br />

angestiegen. Vor allem aus den Kreisen<br />

Zollernalb, Konstanz, Sigmaringen<br />

und Rottweil kommen die Menschen,<br />

um im Kreis Tuttlingen zu<br />

arbeiten.<br />

➤➤Infrastruktur verbessern: Trotz guter<br />

Zukunftsperspektiven bleiben für den<br />

Landkreis und seine Kommunen weitere<br />

Zielsetzungen. Die Verkehrsinfrastruktur<br />

und die unterdurchschnittliche<br />

Intensität beim Wohnungsbau, vor<br />

allem bei den Mehrfamilienhäusern<br />

müssen verbessert werden.<br />

JUTTA FREUDIG<br />

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18 <strong>Heimat</strong> HEIMAT VON <strong>von</strong> A BIS <strong>bis</strong> SÜDKURIER FREITAG, 17. NR. FEBRUAR 40 | SWM 2017<br />

Z<br />

Xwie Xylophon<br />

Als Orchesterinstrument unverzichtbar<br />

Das Xylophon gehört für<br />

Schlagzeuger in<br />

Blasorchestern fest zur<br />

Ausbildung dazu. Die<br />

Schlagzeugabteilung der<br />

Musikakademie Villingen-<br />

Schwenningen arbeitet<br />

erfolgreich<br />

SÜDKURIER NR. 40 | SWM<br />

FREITAG, 17. FEBRUAR 2017<br />

VON CLAUDIA HOFFMANN<br />

„Wenn man es mit Streichinstrumenten<br />

vergleicht, ist das Xylophon<br />

eher die Geige, das Marimbaphon<br />

das Cello.“ Frank Neu ist Dozent für<br />

Schlagzeug und Percussion an der gemeinnützigen<br />

Musikakademie Villingen-Schwenningen.<br />

Er hat jahrelange<br />

Unterrichtserfahrung und viele seiner<br />

Schüler sind <strong>bis</strong> auf Bundesebene<br />

bei verschiedenen Wettkämpfen<br />

und Vorspielen erfolgreich. Frank Neu<br />

ist mit Leib und Seele Schlagzeuger<br />

und beherrscht die ganze Palette der<br />

Schlaginstrumente. Das Xylophon ist<br />

eher ein Orchesterinstrument, da es<br />

einen sehr „knalligen und durchdringenden<br />

Klang“ hat. Durch den Einsatz<br />

der Schlägel könne man viel in Sachen<br />

Klangfarbe steuern: „Das ist schon ein<br />

gewaltiger Unterschied, ob man Hartgummi<br />

oder Holz verwendet“, erklärt<br />

Frank Neu.<br />

In der normalen Ausbildung spiele<br />

das Xylophon im Vergleich zum Marimbaphon<br />

eher eine untergeordnete<br />

Rolle. „Interessant wird es für Schüler,<br />

die später im Blasorchester spielen<br />

wollen, hier ist es ein absolutes Muss“,<br />

erklärt Frank Neu. Das deutlich größere<br />

Marimbaphon mit seinem weicheren<br />

Klang gehe dagegen im Orchester<br />

eher unter. “Das ist das deutlich<br />

bessere Solo-Instrument und bei den<br />

Schülern als solches auch sehr beliebt.“<br />

Wer sich im Studium für die Orchestermusik<br />

entscheidet, spielt auch<br />

viel Xylophon. In der Musikpädagogik<br />

und Sonderpädagogik werden Xylophone<br />

verwendet, bei denen einzelne<br />

Klangstäbe leicht auswechselbar<br />

sind, um einzelne Akkorde oder Melodielinien<br />

zusammenzustellen und so<br />

musikalische Laien an die Musik heranzuführen.<br />

Xylophone gehören zu<br />

den Kerninstrumenten des Orffschen<br />

Schulwerks.<br />

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Montage<br />

Nicht unterschätzt werden sollte das Xylophon – hier mit Jan Ludwig und dem Villinger Musiklehrer Frank Neu (<strong>von</strong> links). BILD: JOCHEN HAHNE<br />

Die Noten sind im Prinzip für beide<br />

Instrumente gleich, für die Marimba<br />

werden – wie beim Klavier – die Noten<br />

auf zwei Systemen notiert. Das untere<br />

System steht im Bass-Schlüssel, das<br />

obere im Violinschlüssel.<br />

Seit einiger Zeit können sich Schüler,<br />

die an den Wettbewerben „Jugend<br />

musiziert“ teilnehmen, sogar eigens<br />

für den Bereich „Mellets“ anmelden.<br />

Ein Mellet ist ein Schlagstabspiel, also<br />

ein Xylophon, Marimbaphon, Glockenspiel<br />

oder Vibraphon. Frank Neu<br />

hat auch schon selbst Schlagzeug-Literatur<br />

komponiert, die heute bei vielen<br />

Wettbewerben gespielt wird.<br />

Im Moment bereiten sich Frank Neu,<br />

seine Kollegen an der Musikakademie<br />

und viele Schüler auf ein ganz besonderes<br />

Konzert vor: Am Sonntag, 12.<br />

März treten sie mit dem Sinfonieorcherster<br />

Villingen-Schwenningen auf:<br />

Die Besucher hören eine Uraufführung,<br />

komponiert <strong>von</strong> Jörg Iwer „Landschaft<br />

mit Moor“ – Konzertstück für<br />

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fünf Schlagzeuggruppen, Metronom<br />

und Orchester“. „Das wird für die Besucher<br />

und die Schüler gleichermaßen<br />

eine sehr spannende Sache“, sagt<br />

Frank Neu. Er freut sich auf die Weltpremiere<br />

im Franziskaner-Konzerthaus.<br />

Beim Sinfonieorchester ist er<br />

seit vielen Jahren Stimmführer für das<br />

Schlagwerk und spielt Pauke.<br />

Das Xylophon wurde zum ersten<br />

Mal im „Danse macabre“ <strong>von</strong> Camille<br />

Saint-Saëns (1874) in der sinfonischen<br />

Musik eingesetzt. Es findet auch in der<br />

Tanz- und Unterhaltungsmusik Verwendung.<br />

Bekannte Beispiele sind der<br />

Säbeltanz aus dem Ballett Gayaneh<br />

<strong>von</strong> Aram Chatschaturjan, Orffs Carmina<br />

Burana, Fossilien aus „Karneval<br />

der Tiere“ <strong>von</strong> Camille Saint-Saëns<br />

sowie das berühmte Solostück „Erinnerungen<br />

an Zirkus Renz“ <strong>von</strong> Gustav<br />

Peter. „Viele kennen das Instrument<br />

auch aus dem Hexenritt in Hänsel und<br />

Gretel <strong>von</strong> Engelbert Humperdinck“,<br />

so Frank Neu. Auch die Komponisten<br />

Igor Strawinsky, Maurice Ravel und<br />

Sergej Prokofieff haben höchst anspruchsvolle<br />

Werke geschrieben, in<br />

denen das Xylophon vorkommt. In vielen<br />

außereuropäischen Musikkulturen<br />

nehmen Xylophone eine wichtige Stellung<br />

ein. In Afrika sind Xylophone weit<br />

verbreitet, in Westafrika als Balaphon,<br />

im Süden <strong>von</strong> Uganda als Amadinda<br />

mit zwölf und als Akadinda mit <strong>bis</strong><br />

zu 22 Klangstäben und in Malawi als<br />

Valimba.<br />

Rund um die Musikakademie<br />

➤➤<strong>Der</strong> Unterricht: An der Musikakademie<br />

Villingen-Schwenningen werden<br />

zurzeit 114 Schülerinnen und Schüler<br />

im Bereich Schlagzeug/Percussion<br />

unterricht. Als Lehrer sind Frank Neu,<br />

Joe Kenny, Markus Kurz, Sascha Jäger,<br />

Benjamin Heil, Simon Schrenk und<br />

Mario Fritz tätig. Interessenten können<br />

sich unter 07721/8787-148 bei der<br />

Musikakademie unverbindlich melden.<br />

➤➤<br />

Xylophon: Das Xylophon, auch Xylofon<br />

(aus dem griechischen, Bedeutung:<br />

Holz, Laut,Ton), ist ein Aufschlagidiophon,<br />

dessen Stäbe aus Holz oder<br />

Bambus bestehen und mit Schlägeln<br />

angeschlagen werden. Xylophone gehören<br />

zur Familie der Schlagstabspiele<br />

(englisch mallet percussion), zu deren<br />

wichtigsten Vertretern in Europa die<br />

Marimba, das Glockenspiel und das<br />

Vibraphon zählen. <strong>Der</strong> Ursprung der<br />

Hier das deutlich kleinere Xylophon im Vergleich zu einem Marimbaphon (rechts), das vier<br />

Oktaven umfasst. Als Soloinstrument ist das Marimba geeigneter, das Xylophon ist für eine<br />

Orchesterbesetzung enorm wichtig. BILD: CLAUDIA HOFFMANN<br />

Xylophone liegt in Asien und Afrika.<br />

Anfang des 16. Jahrhunderts waren sie<br />

in Deutschland als Hölzernes Gelächter<br />

oder Strohfiedel bekannt. Durch<br />

die unterschiedliche Länge der Stäbe<br />

wird die Tonhöhe festgelegt. Die Stäbe<br />

sind im Bereich der Schwingungsknoten<br />

ihrer Grundresonanzfrequenz<br />

gelagert.<br />

➤➤Konzert: Am Sonntag, 12. März, findet<br />

um 17 Uhr das Konzert „Musikzirkus-<br />

Zirkusmusik“ des Sinfonieorchesters<br />

Villingen-Schwenningen statt.<br />

Dirigent Jörg Iwer hat für die Schlagzeugabteilung<br />

der Musikakademie<br />

ein Werk komponiert: Landschaft mit<br />

Moor – Konzertstück für fünf Schlagzeuggruppen,<br />

Metronom und Orchester.<br />

Die Besucher erleben also eine<br />

Weltpremiere. Außerdem stehen die<br />

Werke „Rheinische Kirmestänze“ <strong>von</strong><br />

Bernd Alois Zimmermann und die 1.<br />

Sinfonie C-Dur <strong>von</strong> Georges Bizet auf<br />

dem Programm. Karten gibt es für 26,<br />

22 und 18 Euro im Ticketshop im Franziskaner-Kulturzentrum<br />

(07721/82-<br />

2525).<br />

➤➤Komponist und Pädagoge: Frank Neu<br />

ist Diplom Musikpädagoge und Orchestermusiker,<br />

er spielt regelmäßig<br />

beim Sinfonieorchester Villingen-<br />

Schwenningen, der Südwestdeutschen<br />

Philharmonie in Konstanz und<br />

der Württembergischen Philharmonie<br />

in Reutlingen mit. Er ist Dozent<br />

an der Bundesakademie in Trossingen<br />

und der Hochschule für Musik in<br />

Trossingen. Frank Neu ist Komponist<br />

für Schlagzeugliteratur und Fachgruppenleiter<br />

der Schlagzeugklasse und<br />

Dozent für Pre-College an der Musikakademie<br />

VS gGmbH. 2012 erhielt er<br />

den Kulturpreis <strong>Schwarzwald</strong>-Baar für<br />

Innovative Projekte. (cho)


SÜDKURIER NR. 40 | | SWM<br />

<strong>Heimat</strong> HEIMAT VON BIS FREITAG, 17.<br />

SÜDKURIER NR. FEBRUAR<br />

FREITAG, 17. FEBRUAR 40 | SWM <strong>von</strong> 2017<br />

2017 A <strong>bis</strong> Z 19<br />

<strong>Heimat</strong> <strong>von</strong> A <strong>bis</strong> Z 19<br />

Ywie Yoga<br />

VON UWE SPILLE<br />

Yoga als Weg der Selbstheilung<br />

Auch in der Region ist die<br />

indische Trendsportart<br />

beliebt<br />

Yoga gehört zu den beliebtesten Arten<br />

der körperlichen Ertüchtigung. Sie<br />

kann, wenn gewollt, mit einem mehr<br />

oder weniger spirituellen Hintergrund<br />

verbunden werden. Denn Yoga kommt<br />

ursprünglich aus Indien und stellt ein<br />

ganzes System an vorwiegend geistigen<br />

Übungen dar. Die gesundheitlichen<br />

Vorteile des körperlichen Yoga<br />

sind dabei unbestritten und gehören<br />

seit Jahren auch zu den Leistungen,<br />

die <strong>von</strong> den Krankenkassen, soweit<br />

die gesetzlichen Vorgaben erfüllt sind,<br />

präventiv unterstützt werden.<br />

Auch in der Region ist Yoga gut eingeführt,<br />

regelrecht institutionalisiert.<br />

Erst vor zwei Wochen stellten sieben<br />

Yogalehrer in St. Georgen ihre Arbeit<br />

vor. Und im Sommer 2014 brachte<br />

der junge Yogalehrer Joram „Jogi<br />

Jori“ Schirmaier gar über 100 yogabegeisterte<br />

Mitmenschen im Park der<br />

Schwenninger Möglingshöhe zum<br />

gemeinsamen Ausüben <strong>von</strong> Krähe,<br />

Baum und Skorpion, wie nur einige<br />

der Übungen betitelt werden.<br />

Eine, die den Weg des Yoga eingeschlagen<br />

hat und heute im eher kleinen<br />

Rahmen ihre Erfahrungen weitergibt<br />

ist Gianna Timpanaro. Die<br />

VON JÜRGEN MÜLLER<br />

Jeden Morgen um vier Uhr aufstehen<br />

und bei Wind und Wetter die Zeitung<br />

austragen – für viele eine Horrorvorstellung.<br />

Nicht so für Elsbeth Albert<br />

aus Hüfingen – die rüstige Rentnerin<br />

bringt den Lesern im Bereich der<br />

Donauhallen in Donaueschingen<br />

seit über 40 Jahren den SÜDKURIER.<br />

„Das frühe Aufstehen macht mir überhaupt<br />

nichts aus, inzwischen brauche<br />

ich nicht einmal mehr einen Wecker“,<br />

sagt die 69-Jährige. „Ich genieße vielmehr<br />

die frühe Stunde, vor allem im<br />

Frühjahr, wenn die Vögel wieder zwitschern<br />

und die Blumen ihre Köpfe raus<br />

strecken – manchmal noch aus dem<br />

letzten Schnee.“<br />

Apropos Schnee, die gebürtige Bühlerin<br />

aus der schönen Ortenau erinnert<br />

sich noch heute an ihren ersten Tag<br />

beim SÜDKURIER im März 1973. „Bei<br />

der damaligen Geschäftsstelle in der<br />

Karlstraße lagen riesige Schneehaufen“.<br />

Nachdem sie in Villingen gearbeitet<br />

hatte und ihren Mann Karl-Heinz<br />

kennen lernte, wollte Elsbeth Albert<br />

nach der Geburt der ersten Tochter<br />

Gianna Timpanaro praktiziert den Weg des Yoga seit ihrer Krebserkrankung. BILD: SPILLE<br />

Diagnose Brustkrebs im Jahr 2008 hatte<br />

sie für über ein Jahr „vollkommen<br />

aus der Bahn geworfen und orientierungslos<br />

gemacht“, wie sie heute in der<br />

Rückschau erzählt.<br />

Damals kam sie erstmals in Kontakt<br />

mit Yoga. Und wusste sofort, dass dies<br />

mehr sein sollte als nur eine vorübergehende<br />

Beschäftigung mit einigen<br />

körperlichen Übungen.<br />

„Ich war regelrecht getrieben <strong>von</strong><br />

der Faszination für diesen Übungsweg,<br />

der sich mir offenbarte“, erzählt<br />

Gianna Timpanaro. Über ein örtliches<br />

Yoga Zentrum fand sie einen Zugang<br />

zu einer Ausbildung zur Yogalehrerin.<br />

„Diese zwei Jahre waren für mich<br />

prägend. Auch wenn ich heute meinen<br />

ganz eigenen Weg des Yoga beschreite“,<br />

so Timpanaro.<br />

Seither versucht sie, Yoga in ihrem<br />

Alltag zu integrieren und nicht nur<br />

Z<br />

wie Zusteller<br />

Seit über 40 Jahren trägt Elsbeth Albert rund um die<br />

Donauhallen in Donaueschingen den SÜDKURIER aus<br />

wieder etwas tun und ein <strong>bis</strong>schen<br />

Geld verdienen. So bewarb sie sich<br />

beim SÜDKURIER und übernahm zunächst<br />

die Krankheitsvertretung für<br />

ein älteres Ehepaar. Nur wenig später<br />

bekam sie den Bezirk um die Donauhallen,<br />

dem sie <strong>bis</strong> heute treu geblieben<br />

ist – auch, nachdem sie 1976 mit<br />

ihrem Mann ins eigene Haus nach Hüfingen<br />

gezogen ist. „Ich habe nie in Betracht<br />

gezogen, den Zustellbereich zu<br />

wechseln.“<br />

„Es gab nie größere Reklamationen“,<br />

sagt Elsbeth Albert nicht ohne<br />

Stolz. Nur einmal musste sie durch<br />

Verzögerungen beim Druck wegen<br />

einem Leser ihren Laufweg ändern.<br />

Die stets zuverlässige Austrägerin ist<br />

ohne Probleme in knapp einer Stunde<br />

durch. Probleme bereiten ihr lediglich<br />

zu volle Briefkästen. „Manchmal<br />

sind andere Blätter drin und ich kann<br />

die Zeitung nicht ganz rein stecken.“<br />

So hört sich ihr größter Wunsch, dass<br />

die Briefkästen am Morgen leer sind,<br />

relativ bescheiden an. „Frau Albert ist<br />

eine <strong>von</strong> vielen zuverlässigen Mitarbeitern<br />

und Mitarbeiterinnen im Zustelldienst.<br />

Wir sind froh, dass sie nach<br />

die körperliche, sondern vor allem die<br />

geistige Seite zu kultivieren. Und es<br />

auch an andere im kleinen Rahmen<br />

weiterzugeben. Vier, maximal sechs<br />

Personen umfassen ihre Kurse, die sie<br />

den Bedürfnissen der teilnehmenden<br />

Personen anpasst.<br />

Dabei geht es ihr nicht vorrangig<br />

um die körperliche Flexibilität. „Das<br />

ist zwar ein schönes Ziel, aber das zur<br />

Ruhe kommen steht für mich an erster<br />

Stelle“ so Timpanaro. Sie weiß aus<br />

eigener Erfahrung, wie wichtig dies für<br />

eine Selbstheilung ist.<br />

Die Methode des Yoga sieht Gianna<br />

Timpanaro als Möglichkeit, Veränderungen<br />

zu spüren und herbeizuführen<br />

statt sich auszupowern. Dass dies alles<br />

andere als einfach ist, weiß die zweifache<br />

alleinerziehende Mutter allerdings<br />

nur zu genau.<br />

„Sich um diese alltäglichen Dinge zu<br />

„Ich genieße die frühe Stunde“<br />

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kümmern, Kinder, Schule, Haushalt,<br />

auch dem gesellschaftlichen Druck<br />

standzuhalten, das braucht Kraft. Und<br />

genau da stecke ich voll im irdischen“.<br />

Yoga hilft ihr bei dieser Bewältigung,<br />

vor allem steuert es den Humor bei,<br />

den es braucht, um auch über schwierige<br />

Phasen des Alltags, insbesondere<br />

der eigenen Gesundheit hinwegzukommen.<br />

„Wenn mich mal wieder einer meiner<br />

hyperaktiven Anfälle oder geistigen<br />

Ausfälle heimsuchen, dann muss<br />

ich heute, im Gegensatz zu früher,<br />

drüber schmunzeln“, sagt Timpanaro.<br />

Sie schließt mit einer überraschenden<br />

Aussage. „Das Leben ist schön.<br />

Aber ich bin meiner Krankheit zutiefst<br />

dankbar. Sie hat mich zu dem gemacht<br />

was ich heute bin, wo ich stehe. Und<br />

vor allem hat sie mich gelehrt zu erkennen,<br />

das weniger mehr sein kann“.<br />

so vielen Jahren noch immer bei uns<br />

ist. Ihre Leistung ist – wie auch <strong>von</strong><br />

den vielen Kollegen Kolleginnen – bewundernswert“,<br />

betont Karl-Heinz<br />

Schmidt, Regionalleiter <strong>Schwarzwald</strong><br />

der Direkt-Kurier Zustell GmbH.<br />

Auf die Frage nach einer lustigen<br />

Gegebenheit in den letzten 43 Jahren<br />

fällt der sympathischen Austrägerin<br />

spontan ein: „Eines Morgens kam<br />

mir ein kleiner Knirps im Schlafanzug<br />

und barfuß entgegen, der schon<br />

ganz früh ausgebüchst war. Allerdings<br />

war die Tür noch offen und so wusste<br />

ich gleich, wo der Junge zuhause war.<br />

Die Eltern hatten ebenfalls den Verlust<br />

bemerkt und kamen mir entgegen.<br />

Sie haben das ganze mit Humor<br />

gesehen.“ Nicht ganz so lustig war, als<br />

Elsbeth Albert, auch früh am Morgen,<br />

eine verwirrrte Frau aufgegriffen hat.<br />

„Ich habe sie in mein Auto gesetzt und<br />

bei der Polizei abgeliefert“, so die Zustellerin<br />

der Tat, die sich in den über 40<br />

Jahren nie bedroht gefühlt hat und so<br />

ohne Angst ihren Job verrichtet.<br />

Richtig krank war Elsbeth Albert<br />

eigentlich nur einmal in dieser Zeit:<br />

„2013 bin ich beim Austragen auf einer<br />

Eisfläche ausgerutscht und schwer<br />

gestürzt. Da hatte ich einige Zeit Probleme<br />

mit meinem Rücken, aber inzwischen<br />

ist alles wieder gut.“ Inzwischen<br />

unterstützt sie im Winter bei Schnee<br />

und Glatteis ihr Mann. Fit hält sich<br />

die Zustellerin mit Schwimmen, „wir<br />

wohnen direkt gegenüber dem Aquari<br />

in Hüfingen“, und beim wöchentlichen<br />

Lauftreff. „Für den Lauftreff habe<br />

ich eine Druckereibesichtigung beim<br />

SÜDKURIER organisiert und alle waren<br />

begeistert.“ In Schwung hält die<br />

dreifache Mutter inzwischen auch das<br />

vierjährige Enkelkind.<br />

Aufzuhören hat Elsbeth Albert noch<br />

nie ernsthaft in Betracht gezogen: „Ich<br />

Geistig und körperlich<br />

Yoga ist ein Sanskritwort und bedeutet<br />

„Joch“. Ein Joch ist ein Zuggeschirr, mit<br />

dem Tiere vor einen Wagen oder Pflug<br />

gespannt werden. Ähnlich verhält es<br />

sich mit der indischen Tradition des<br />

„Yoga“. Mittels geistiger und körperlicher<br />

Übungen soll der Übende in die<br />

Lage versetzt werden, sein „höheres<br />

Selbst“ zu realisieren. Bekannt ist Yoga<br />

den meisten allerdings eher über die<br />

körperliche, gymnastisch anmutende<br />

Art und Weise der Betätigung, die im<br />

traditionellen Ashtanga Yoga (Asht –<br />

Acht, Anga – Gruppe, Teil) die Gruppe<br />

der so genannten „Asanas“ ausmacht.<br />

<strong>Der</strong> indische Yogameister Krishnamacharya<br />

gilt als „Vater des modernen<br />

Yoga“, das in seiner „Hatha Yoga“ Form<br />

mit kraftvollen Körperübungen sehr<br />

früh schon im Westen beliebt wurde.<br />

Viele Lehrer des größten Yogaverbandes<br />

in Deutschland, des „Bund deutscher<br />

Yogalehrenden“ berufen sich auf<br />

diese Tradition. Auch das dieser Tradition<br />

entstammende „Iyengar Yoga“<br />

fand aufgrund seines präzisen Übungsaufbaus<br />

viele Anhänger. Das „Integrale<br />

Yoga“, <strong>von</strong> Sri Aurobindo entwickelt,<br />

weist dazu starke spirituelle Züge auf,<br />

genau wie auch die der Gemeinschaft<br />

Yoga Vidya. Ihre Wurzeln sieht diese<br />

Bewegung in dem indischen Yogi Swami<br />

Sivananda. Nachdem die Gruppe<br />

1995 <strong>von</strong> Volker Bretz (Sukadev) gegründet<br />

wurde, ist sie heute der zweitgrößte<br />

Verband in Deutschland. (us)<br />

möchte auf jeden Fall <strong>bis</strong> zum nächsten<br />

Jubiläum weiter machen, nicht zuletzt<br />

wegen dem guten Essen – das hat<br />

auch mein Mann gemeint“, schmunzelt<br />

sie.<br />

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