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Verkaufsprospekt

4publity Performance Fonds Nr. 4

GmbH & Co. KG


VERKAUFSPROSPEKT

der publity Performance Fonds Nr. 4

GmbH & Co. KG vom 31.05.2012

in der Fassung des Nachtrages Nr. 1

vom 26.06.2012

2


Inhaltsverzeichnis

1 Vorwort ......................................................................... 5

2 Beteiligungsangebot im Überblick ................................. 7

3 Übernahme der Prospektverantwortung ......................11

4 Risiken der Beteiligung ................................................ 13

4.1 Allgemeines .........................................................................13

4.2 Klassifizierung der Risiken .................................................13

4.3 Anlegergefährdende Risiken ...............................................13

4.4 Anlage- und prognosegefährdende Risiken ........................14

5 Information des Anbieters über bislang von

ihm aufgelegte Fondsgesellschaften ............................ 19

5.1 Fonds Nr. 1 .........................................................................19

5.2 Fonds Nr. 2 .........................................................................19

5.3 Fonds Nr. 3 ........................................................................ 20

5.4 Performance plus Fonds Nr. 1 ............................................ 20

6 publity Performance Fonds Nr. 4 GmbH & Co. KG ... 23

6.1 Fondsgesellschaft/Emittentin ............................................ 23

6.2 Geschäftstätigkeit der Emittentin ...................................... 23

6.3 Kapital der Emittentin ........................................................24

6.4 Gründungsgesellschafter ....................................................24

6.5 Anbieterin, Gesellschafter und Geschäftsleitung .............. 26

7 Vertragspartner der Emittentin ................................... 29

7.1 Wirtschaftliche Konzeption und Marketing ...................... 29

7.2 Einwerbung des Eigenkapitals ........................................... 29

7.3 Due Diligence .................................................................... 30

7.4 Master-Servicing ............................................................... 30

7.5 Steuerberatung und Buchhaltung .......................................31

7.6 Wirtschaftsprüfung ............................................................31

7.7 Vertragsstruktur im Überblick ...........................................32

8 Chancen der Beteiligung .............................................. 35

9 Markt notleidender Kreditforderungen ....................... 39

9.1 Allgemeine Informationen ..................................................39

9.2 Übertragung der Kreditforderungen ...................................39

9.3 Investition und vertraglich verankerte

Investitionskriterien ...........................................................41

9.4 Aufgaben des Master-Servicers.......................................... 44

9.5 Weitere Angaben zu den Anlageobjekten ........................... 46

10 Beteiligung an der publity Performance Fonds Nr. 4

GmbH & Co. KG ......................................................... 49

10.1 Beteiligungsmöglichkeit ......................................................49

10.2 Annahme der Beitrittserklärung .........................................49

10.3 Zeichnungsvolumen und Mindestzeichnung ......................49

10.4 Zeichnungsfrist, Schließungs- und

Kürzungsmöglichkeiten, Öffnungsklausel ..........................49

10.5 Härtefallregelung ................................................................49

10.6 Frühzeichnerbonus .............................................................50

10.7 Staaten, in denen das Angebot erfolgt.................................50

10.8 Bankverbindung und Einzahlungskonto.............................50

10.9 Weitere vom Anleger zu zahlende Kosten und Steuern .......50

10.10 Persönliche Anteilsfinanzierung .........................................51

10.11 Übertragungsmöglichkeiten ...............................................51

10.12 Haftung/weitere Leistungspflichten ...................................51

11 Wirtschaftlichkeitsberechnungen ................................ 53

11.1 Leistungsbilanz ...................................................................53

11.2 Investitions- und Finanzierungsplan der Emittentin

(Prognoserechnung) ............................................................57

11.3 Voraussichtliche Ertrags- und Finanzlage der Emittentin,

der publity Performance Fonds Nr. 4 GmbH & Co. KG

(Prognoserechnung) ............................................................59

11.4 Eröffnungsbilanz der publity Performance Fonds Nr. 4

GmbH & Co. KG ................................................................62

11.5 Planbilanzen der Emittentin, der publity Performance

Fonds Nr. 4 GmbH & Co. KG (Prognoserechnung) ...........63

11.6 Planzahlen der Emittentin, der publity Performance

Fonds Nr. 4 GmbH & Co. KG (Prognoserechnung) ......... 64

11.7 Kapitalflussrechnung für den Anleger

(Prognoserechnung) ........................................................... 64

11.8 Sensitivitäten .......................................................................65

12 Steuerliche Grundlagen ............................................... 67

12.1 Einkommensteuer ............................................................. 67

12.2 Gewerbesteuer ....................................................................71

12.3 Umsatzsteuer...................................................................... 72

12.4 Erbschaftsteuer und Schenkungsteuer ............................... 72

12.5 Schlussbemerkung ..............................................................73

13 Rechtliche Grundlagen .................................................75

13.1 Gesellschaftsvertrag ...........................................................75

13.2 Treuhand- und Verwaltungsvertrag ....................................79

13.3 Beratungsvertrag zur laufenden beratenden Tätigkeit ........79

13.4 Vertrag über die Beauftragung der

„Investor Due Diligence“ ................................................... 80

13.5 Vertrag über die Durchführung der

„Legal Due Diligence“ ........................................................81

13.6 Vertrag über die Durchführung der

„Immobilien Due Diligence“ ..............................................82

13.7 Vertrag über die Durchführung der

„Due Diligence im Rahmen der rechtlichen

und steuerlichen Transaktion“ ............................................82

13.8 Master-Servicing-Vertrag über das Kreditservicing

und die Aktenverwaltung ...................................................82

13.9 Vertrag über die Geschäftsbesorgung ................................83

13.10 Vertrag über die Erstellung der wirtschaftlichen

Konzeption und das Marketing ..........................................83

13.11 Vertrag über die Einwerbung des Eigenkapitals ................ 84

13.12 Andere Verträge ................................................................. 84

13.13 Sonstiges ............................................................................ 84

14 Fernabsatz- und Verbraucherinformation ................... 87

14.1 Allgemeine Informationen zur Anbieterin, zur

Emittentin und anderen gegenüber den Anlegern

auftretenden Personen ........................................................87

14.2 Information zu den Vertragsverhältnissen ..........................88

15 Glossar......................................................................... 91

16 Anhang ........................................................................ 95

16.1 Gesellschaftsvertrag der publity Performance

Fonds Nr. 4 GmbH & Co. KG ............................................95

16.2 Treuhand- und Verwaltungsvertrag über die

Beteiligung an der publity Performance

Fonds Nr. 4 GmbH & Co. KG ......................................... 104

16.3 Beratungsvertrag zur laufenden beratenden Tätigkeit ......108

16.4 Vertrag über die Beauftragung der

„Investor Due Diligence“ ..................................................113

16.5 Master-Servicing-Vertrag über das Kreditservicing

und die Aktenverwaltung .................................................117

16.6 Vertrag über die Erstellung der wirtschaftlichen

Konzeption und das Marketing ....................................... 125

Hinweis:

Die inhaltliche Richtigkeit der im Prospekt gemachten Angaben ist nicht Gegenstand der Prüfung des

Prospektes durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

3


1 Vorwort

Sehr geehrter Anleger,

in Deutschland haben sich insbesondere im Zusammenhang

mit der Finanzierung von Immobilien Kredite angehäuft,

die entweder nicht oder nur unregelmäßig von

den Kreditnehmern bedient wurden. Die Banken haben

seit 2004 in großem Umfang notleidende Kredite bzw.

Forderungen aus gekündigten Krediten, deren Rückführung

aufgrund der Verschlechterung der Vermögensverhältnisse

der Kreditnehmer gefährdet war (NPL‘s =

Non Performing Loans) an Finanzinvestoren verkauft.

Die Banken sind gezwungen, NPL-Portfolios zu veräußern,

um ihre Bilanzen zu bereinigen und den Eigenkapitalrichtlinien

der Basel II- und Basel III-Regulierungen

anzupassen und schaffen sich dadurch Liquidität

für die Vergabe neuer Kredite. Experten schätzen das

Gesamtvolumen dieses Sekundärkreditmarktes im Jahr

2012 auf allein in Deutschland auf mind. 350 Mrd. Euro

(vgl. „European Non-Performing Loan Report 2011“

von Ernst & Young und „NPL Europe“ Studien 2010

und 2011 von PricewaterhouseCoopers).

Die publity Finanzgruppe ist seit 2004 im Bereich Kreditankauf

und Servicing von unbesicherten, großvolumigen

Kreditforderungen tätig und gehört seit 2011 zu

den Marktführern in Deutschland.

Die publity verfügt durch ihre langjährige Tätigkeit

in der Finanzbranche über das notwendige Know-how

und stellt Teams aus Rechtsanwälten, Wirtschaftsermittlern

und Asset-Managern zusammen, um die Kreditforderungen

strategisch auf- und abzuarbeiten.

Die Anbieterin, die publity Investor GmbH, hat im

Jahr 2009 den TASK FORCE NPL Fonds Nr. 1 aufgelegt

und bis zum 31.12.2010 geschlossen, der als erster

geschlossener Fonds in Deutschland titulierte, gekündigte

Bankforderungen erworben hat. Die Anbieterin

hat ihren Fonds Nr. 2 im Jahr 2010 aufgelegt und bis

zum Ende 2011 geschlossen. Die Fondsgesellschaften

haben das eingeworbene Kapital für den Erwerb von

Kreditportfolios, titulierter unbesicherter Kreditforderungen

investiert. Die Emissionsphase des von der

Anbieterin im Oktober 2011 aufgelegten Fonds Nr. 3

wird am 31.12.2012 enden. Die Geschäftsführung beabsichtigt,

den publity Performance Fonds Nr. 3 bereits zu

einem früheren Zeitpunkt zu schließen, wenn das Kommanditkapital

bis dahin vollständig platziert sein sollte.

Der publity Performance Fonds Nr. 4 ist der fünfte

geschlossene Fonds der publity Investor GmbH. Die

Einzelheiten dieser Beteiligung entnehmen Sie bitte den

nachfolgenden Kapiteln, deren sorgfältige Lektüre ich

Ihnen nahelege.

Ihr

Christoph Blacha

Geschäftsführer der Emittentin,

der publity Performance Fonds Nr. 4 GmbH & Co. KG,

Jacobstraße 27, 04105 Leipzig

www.publityfonds.de

5


EMISSIONSKAPITAL

Euro 22 Millionen

ZEICHNUNGSSUMME

ab Euro 10.000

26

6


2 Beteiligungsangebot im Überblick

Die Anleger beteiligen sich als Kommanditisten an der

publity Performance Fonds Nr. 4 GmbH & Co. KG.

Die Fondsgesellschaft – im Folgenden auch „Gesellschaft“

genannt – ist die Emittentin der angebotenen

Kommanditbeteiligung.

Der Gesamtbetrag der angebotenen Vermögensanlage

beträgt 22.000.000 Euro. Hierbei handelt es sich ausschließlich

um Kommanditkapital. Die Gründungs- und

Treuhandkommanditisten halten weitere 10.000 Euro.

Unter Berücksichtigung des Mindestzeichnungsbetrages

pro Anleger i. H. v. 10.000 Euro beträgt die

maximale Anzahl der zu begebenden Anteile 2.200.

Die Vermögensanlage wird in der Form von Kommanditanteilen

angeboten.

Anleger können ab einer Zeichnungssumme von

10.000 Euro mittelbar als Treugeber über den Treuhandkommanditisten

– im folgenden auch „Treuhänder“

genannt – zur Fondsgesellschaft beitreten. Geringere

Zeichnungssummen können im Einzelfall von der

Fondsgeschäftsführung zugelassen werden. Die Beteiligungsbeträge

müssen durch 1.000 ohne Rest teilbar

sein. Neben der Zeichnungssumme ist ein Agio i. H. v.

5,0 % auf die in der Beitrittserklärung eingetragene

Zeichnungssumme zu leisten.

Die Laufzeit der Fondsgesellschaft ist auf den

31.12.2016 begrenzt, sofern die Gesellschafterversammlung

nicht eine Verlängerung der Laufzeit beschließt. Die

mit der Kommanditbeteiligung verbundenen Rechte, insbesondere

Rechte auf Gewinnbeteiligungen und Ausschüttungen,

Übertragungs-, sowie Mitwirkungs- und

Kontrollrechte, sind im Kapitel 13 „Rechtliche Grundlagen“,

detailliert beschrieben. Das Beteiligungsangebot

richtet sich an unternehmerisch orientierte Anleger, die

über einen langfristigen Anlagehorizont verfügen und

auch bei einer negativen wirtschaftlichen Entwicklung

der Beteiligung gegebenenfalls einen Totalverlust in Kauf

nehmen können (siehe Kapitel 4 „Risiken der Beteiligung“,

siehe Seiten 13 bis 17 dieses Verkaufsprospekts).

Die Fondsgesellschaft wird ausschließlich Portfolios

gekündigter Kreditforderungen, insbesondere von

Banken, Versicherungen, Servicern und anderen Finanzinvestoren

erwerben. Es handelt sich hierbei um NPL‘s,

die unter Beauftragung eines spezialisierten Servicers

bearbeitet und verwertet werden. Unter NPL‘s (Non-Performing

Loans) versteht man notleidende Kredite bzw.

Forderungen aus gekündigten Krediten, deren Rückführung

aufgrund der Verschlechterung der Vermögensverhältnisse

der Kreditnehmer gefährdet ist. Die Kaufentscheidungen

erfolgen nach abgeschlossener „Investor

Due Diligence“ durch unabhängige Rechtsanwälte.

Bei den Kreditportfolios handelt es sich in der Regel

um unbesicherte Restforderungen nach der Verwertung

der Hauptsicherheiten, wie Immobilien. Allerdings

können sich in Ausnahmefällen noch nicht verwertete

Zusatzsicherheiten wie Stellplätze, Garagen, Ferienappartements,

weitere Wohnungen, Lebensversicherungen

und Bausparverträge in den Portfolios befinden.

Die Fondsgesellschaft investiert auch in Kreditforderungen,

bei denen die Hauptsicherheiten noch nicht

oder noch nicht vollständig verwertet sind. In diesem

Fall werden unabhängige Immobiliensachverständige im

Rahmen der „Immobilien Due Diligence“ 90 % der die

Einzelengagements/Forderungen besichernden Immobilien

prüfen; vgl. hierzu Kapitel 9.3 „Investitionen und

vertraglich verankerte Investitionskriterien“.

„Fonds-zu-Fonds-Transaktionen“ sind ausgeschlossen.

Die Fondsgesellschaft wird keine Kreditportfolios mit

Kreditforderungen erwerben, die sich im wirtschaftlichen

Eigentum der TASK FORCE NPL Fonds Nr. 1 GmbH &

Co. KG, der TASK FORCE NPL Fonds Nr. 2 GmbH &

Co. KG und der publity Performance Fonds Nr. 3 GmbH

& Co. KG befunden haben. Die „Legal Due Diligence“

umfasst die Prüfung der zu erwerbenden Kreditportfolios

durch Abgleich mit den Datentapes des Fonds Nr.

1 und des Fonds Nr. 2. Der Due Diligence Bericht muss

Feststellungen dazu treffen, dass dieses „Ausschlusskriterium“

nicht erfüllt ist; vgl. Kapitel 9.3 „Investition und

vertraglich verankerte Investitionskriterien“.

In gleicher Weise ist ausgeschlossen, dass die Fondsgesellschaft

Rest- bzw. Teilportfolios an Fonds veräußert,

die vom Emissionshaus, der publity Investor GmbH, in

Zukunft aufgelegt werden.

Die Prognoserechnungen (siehe Kapitel 11. „Wirtschaftlichkeitsberechnungen“)

beruhen auf der

Annahme, dass die Fondsgesellschaft ein Gesamt-

Forderungsportfolio mit einem Nominalwert von 1.334

Mio. Euro erwirbt. Dafür sind ab dem 01.10.2012 für

zu zahlende Kaufpreise Investitionen i. H. v. 17,5 Mio.

Euro vorgesehen und im Jahr 2013 und 2014 jeweils

mindestens weitere 2,5 Mio. Euro aus den bis dahin

erzielten Erlösen. Gemäß der Prognoserechnung (siehe

Kapitel 11.3 „Voraussichtliche Ertrags- und Finanzlage

der Emittentin (Prognoserechnung)“) wird angenommen,

dass die Fondsgesellschaft aus den zum Kaufpreis

von 20 Mio. Euro erworbenen Kreditportfolios über

die Laufzeit Erlöse i. H. v. 56 Mio. Euro erzielt. Die

Annahme zu den Erlösen beruht auf den bisherigen

Erfahrungen des Kreditservicers, der publity AG, und

den Erfahrungen der NPL Fonds Nr. 1 bis Nr. 3 aus den

Jahren 2008, 2009, 2010 und 2011; vgl. hierzu Kapitel

11.2 „Leistungsbilanz I“, Fonds Nr. 1. Die publity AG

7


8

hat die im Prospekt beschriebenen Servicingleistungen

bereits für andere Finanzinvestoren erbracht. Die zum

Zeitpunkt der Prospektaufstellung erbrachten Leistungen

sind in der Beispielrechnung (vgl. Kapitel 11.1

„Leistungs bilanz III“, publity AG) dargestellt. Im Vergleich

zur Prognoserechnung konnten bei dem in der

Beispielrechnung zugrunde liegenden Kreditportfolio

die Erlöse übertroffen werden.

Die Überschüsse werden an die Anleger ausgeschüttet.

Nach der Prognoserechnung werden folgende jährliche

Ausschüttungen bezogen auf die Beteiligung eines

Anlegers i. H. v. 100.000 Euro erwartet:

Prognose

Ausschüttungen Euro

15.06.2014 10.000

15.06.2015 10.000

15.06.2016 10.000

15.06.2017 118.000

Gesamt 148.000


PUBLITY PERFORMANCE FONDS NR. 4 GMBH & CO. KG

2 Beteiligungsangebot im Überblick

9


ANBIETERIN/

PROSPEKTVERANTWORTLICHE:

publity Investor GmbH

Handelsregister: HRB 24575

GESCHÄFTSFÜHRER:

Christoph Blacha

SITZ UND GESCHÄFTSANSCHRIFT:

Jacobstraße 27, 04105 Leipzig

Telefon: +49 (0) 341 / 26 17 87 – 0

E-Mail: c.blacha@publity.de

DATUM DER PROSPEKTAUFSTELLUNG:

31. Mai 2012

10


3 Übernahme der Prospektverantwortung

Sämtliche Zahlen, unternehmerischen Plandaten, Darstellungen,

Gewinnprognosen und sonstigen Angaben

dieses Prospektes wurden sorgfältig und nach bestem

Wissen zusammengestellt. Sie beruhen auf dem gegenwärtigen

Stand der Planung, den zugrunde liegenden

Verträgen und den derzeit geltenden gesetzlichen Bestimmungen.

Dieser Verkaufsprospekt enthält zukunftsgerichtete

Aussagen, die mit Unsicherheiten und Risiken

verbunden sind. Hierzu wird auf Kapitel 4 „Risiken der

Beteiligung“, siehe Seiten 13 bis 17 dieses Verkaufsprospekts,

verwiesen. Für das Erreichen der wirtschaftlichen

Ziele, die mit der Kommanditbeteiligung an der

publity Performance Fonds Nr. 4 GmbH & Co. KG

verfolgt werden, wird daher keine Haftung übernommen.

Steuerliche Auswirkungen und Ziele der Anleger

sind keine Geschäftsgrundlage der abzuschließenden

Verträge und werden von der Prospektverantwortlichen

nicht gewährleistet. Insbesondere ist die Möglichkeit

der Verlustverrechnung abhängig von der persönlichen

Steuersituation des Anlegers. Hierzu sollte sich

der Anleger von seinem Steuerberater beraten lassen.

Prospektsprache

Da die Vermögensanlage im Gebiet der Bundesrepublik

Deutschland angeboten wird, ist der Verkaufsprospekt

vollständig in deutscher Sprache gehalten. Auf die

Erstellung einer in deutscher Sprache gefassten Zusammenfassung

i. S. d. § 2 Abs. 1 Satz 5 VermVerkProspV

wurde daher verzichtet.

Inhaltliche Prospektverantwortung

Die Anbieterin, die publity Investor GmbH, vertreten

durch den Geschäftsführer Christoph Blacha, übernimmt

die Verantwortung für den Inhalt dieses Verkaufsprospektes

und erklärt hiermit, dass nach ihrem

Wissen die Angaben in diesem Verkaufsprospekt

richtig und keine wesentlichen Umstände ausgelassen

worden sind.

Prospektverantwortliche:

publity Investor GmbH

Name publity Investor GmbH

Handelsregister AG Leipzig HRB 24575

Gründung 15.12.2008

Stammkapital 25.000 Euro

Gesellschafter publity AG (100 %)

Vertretung Christoph Blacha (Geschäftsführer)

Geschäftsanschrift/-sitz Jacobstraße 27, 04105 Leipzig*

Telefon +49 (0) 341 / 26 17 87 – 0

Telefax +49 (0) 341 / 26 17 87 – 31

E-Mail c.blacha@publity.de

Mehr Info unter www.publityfonds.de

* voraussichtlich ab dem 01.10.2012 im neuen „publity-Center“ in der

Landsteinerstraße 6 in 04103 Leipzig

Datum der Verkaufsprospektaufstellung:

31. Mai 2012

Leipzig, 31. Mai 2012

als Geschäftsführer der prospektverantwortlichen

Anbieterin, der publity Investor GmbH

11


4 Risiken der Beteiligung

4.1 Allgemeines

Eine Beteiligung an der publity Performance Fonds Nr. 4

GmbH & Co. KG ist eine mit Risiken behaftete unternehmerische

Beteiligung. Die tatsächliche zukünftige

Entwicklung kann von den in den Prognoserechnungen

zugrunde gelegten Angaben abweichen. Eine Anlageentscheidung

sollte deshalb erst nach Abwägung aller

wesentlichen Risiken sowie nach genauer Prüfung des

Angebotes getroffen werden.

Der wirtschaftliche Erfolg dieser Fondsbeteiligung

kann nicht zugesagt werden. Er hängt im Wesentlichen

von der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung, den

durch die Fondsgesellschaft erworbenen Forderungspaketen

und den erzielbaren Erlösen, der Entwicklung

der Kapitalmarktzinsen und der Immobilienpreise, den

steuerlichen Entwicklungen und von den Entscheidungen

der mit dem Management beauftragten Personen ab.

Abweichungen einzelner wirtschaftlicher Eckdaten

oder die Kumulierung von Abweichungen mehrerer

Eckdaten können zu einer deutlichen Verschlechterung

des Gesamtergebnisses für den Anleger oder sogar zum

Totalverlust der investierten Zeichnungssumme führen.

Das den Anleger treffende maximale Risiko besteht in

dem Totalverlust seiner Zeichnungssumme; dies kann

beim Anleger je nach anderweitiger Vermögenslage zur

privaten Zahlungsunfähigkeit führen.

Interessierten Anlegern wird empfohlen, sich vor

ihrer endgültigen Anlageentscheidung durch einen fachkundigen

Dritten ihres Vertrauens, beispielsweise durch

einen Rechtsanwalt oder Steuerberater, beraten zu lassen.

4.2 Klassifizierung der Risiken

Die mit der Vermögensanlage verbundenen wesentlichen,

tatsächlichen und rechtlichen Risiken können in

anlegergefährdende, anlagegefährdende und prognosegefährdende

Risiken unterteilt werden. Anlegergefährdende

Risiken können über den Verlust der Zeichnungssumme

hinaus auch das weitere Vermögen des Anlegers

gefährden. Anlagegefährdende Risiken können zu einem

teilweisen oder vollständigen Verlust der Gesamtzeichnungssumme

führen, während prognosegefährdende

Risiken zu einem, verglichen mit der Prognose, schwächeren

wirtschaftlichen Ergebnis und somit zu geringeren

Auszahlungen führen können. Prognosegefährdende

Risiken können je nach Art und Ausmaß auch, wenn

mehrere von ihnen gleichzeitig eintreten, anlagegefährdend

wirken. Aus diesem Grund wird im Folgenden auf

eine weitere Unterteilung nach prognose- und anlagegefährdenden

Risiken verzichtet.

4.3 Anlegergefährdende Risiken

4.3.1 Haftung

Die Anleger beteiligen sich als Treugeber mittelbar

über den Treuhandkommanditisten an der publity Performance

Fonds Nr. 4 GmbH & Co. KG. Die Haftung

eines Kommanditisten/Treugebers gegenüber Dritten

ist in den §§ 171 ff. HGB gesetzlich geregelt. Sofern

ein Kommanditist/Treugeber mit seiner Hafteinlage

im Handelsregister eingetragen ist und seine Hafteinlage

(20,0 % der Pflichteinlage) nicht durch Entnahmen

gemindert ist, ist die unmittelbare Haftung eines Kommanditisten/Treugebers

ausgeschlossen. Entnimmt oder

erhält ein Kommanditist/Treugeber Ausschüttungen, die

sein Kapitalkonto unter den Betrag seiner Hafteinlage

sinken lassen, so lebt seine unmittelbare Haftung im

gleichen Maße bis zur Höhe seiner Hafteinlage wieder

auf (§ 172 Abs. 4 HGB). Der Anleger kann in diesem Fall

unmittelbar von einem Gläubiger der Fondsgesellschaft

in Anspruch genommen werden. Das gilt entsprechend,

wenn das Kapitalkonto des Anlegers infolge von Entnahmen

und Verlusten unter den Betrag seiner Hafteinlage

(20,0 % der Pflichteinlage) sinkt.

Auch nach dem Ausscheiden haften Kommanditisten/Treugeber

im Falle des Wiederauflebens der Haftung

bis zu fünf Jahre in Höhe der jeweiligen Hafteinlage für

die bis zu ihrem Ausscheiden begründeten Verbindlichkeiten

der Fondsgesellschaft.

4.3.2 Refinanzierung des

Beteiligungskapitals

Finanziert ein Anleger seine Beteiligung an der publity

Performance Fonds Nr. 4 GmbH & Co. KG ganz oder

teilweise über ein Darlehen, so besteht das Risiko, dass

Tilgungen bzw. die Darlehenszinsen nicht aus den laufenden

Auszahlungen der Fondsgesellschaft bedient

werden können. Das ist beispielsweise dann der Fall,

wenn aufgrund der nachstehend beschriebenen anlage-

oder prognosegefährdenden Risiken Auszahlungen reduziert

werden, ausgesetzt werden oder entfallen müssen.

In diesem Fall muss der Anleger in der Lage sein, die

Zinsen und/oder die Darlehenstilgung aus weiterem privaten

Vermögen zu zahlen.

13


14

4.4 Anlage- und

prognosegefährdende Risiken

4.4.1 Investitionsphase

Investitionsrisiko „Blindpool”

Es besteht die Möglichkeit, dass die publity Investor

GmbH für die Fondsgesellschaft keine geeigneten Forderungsportfolios

in der vorgesehenen Investitionsphase

erwerben kann. Tritt dieser Fall ein, könnte das

eingezahlte Kapital erst verspätet zum Ankauf von Forderungsportfolios

genutzt werden. Dies hätte Auswirkungen

auf die gesamte Wirtschaftlichkeit und damit

auf die Höhe der Gesamtauszahlungen aus der Vermögensanlage

an den Anleger. Dadurch ggf. verspätet

generierte Erlöse führen zu zeitlich später eintretenden

Einnahmen und geänderten steuerlichen Ergebnissen,

sodass Auszahlungen an die Anleger im Vergleich zur

Prognoserechnung verringert oder zeitlich verschoben

werden, die nur durch eine Verlängerung der Fondslaufzeit

ggf. nur teilweise kompensiert werden können.

Ebenso können weitere, zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung

nicht bekannte Gründe zu verzögerten

Erlösen führen.

Allgemeines Investitionsrisiko

Die Kosten für die Entwicklung des Fondsmodelles, die

Erstellung der wirtschaftlichen und steuerlichen Konzeption,

die Vorbereitung und Erstellung des Verkaufsprospektes,

für laufende Marketingleistungen und für

die laufende Beratung sind vertraglich in ihrer Höhe

festgeschrieben.

Eine Überschreitung einzelner Positionen würde

zunächst zulasten der in der Prognoserechnung berücksichtigten

Liquiditätsreserve gehen. Darüber hinausgehende

Mehrkosten würden das Ergebnis der Fondsgesellschaft

negativ beeinflussen, was zu verringerten

Auszahlungen an die Anleger führt.

Kalkulierter Platzierungszeitpunkt

In den Prognoserechnungen wurde unterstellt, dass

das Beteiligungskapital bis zum 30.06.2013 i. H. v.

22.000.000 Euro eingeworben und vollständig eingezahlt

ist. Sollte eine Einwerbung in der vorgesehenen

Höhe nicht gelingen, verändert sich die Wirtschaftlichkeit

der Fondsgesellschaft. Es können dann nur in geringerem

Umfang Forderungsportfolios erworben werden,

was bei einer geringen Gesamtzahl von Schuldnern zu

einer schlechteren Streuung der Einzelforderungen und

damit zu einer geringen Gesamtwerthaltigkeit der Forderungsportfolios

führen kann. Insgesamt können sich

dadurch die Auszahlungen an die Anleger verringern

und zeitlich verschieben.

Rückabwicklungsrisiko

Sollte weder ausreichend Beteiligungskapital eingeworben

werden und auch zusätzliches Fremdkapital nicht

aufgenommen werden können, ist eine Rückabwicklung

der Fondsgesellschaft nicht auszuschließen. Die Entscheidung

über die Rückabwicklung erfolgt im Ermessen

der Geschäftsführung und wird der Gesellschafterversammlung

zur Beschlussfassung vorgelegt. Im Falle einer

Rückabwicklung der Fondsgesellschaft hat der Anleger

keinen Anspruch auf vollständige Rückzahlung seines

eingezahlten Beteiligungskapitals. Es besteht das Risiko,

dass die geleisteten Einlagen nur teilweise oder gar nicht

zurückgezahlt werden können, da bereits Kosten in der

Fondsgesellschaft angefallen sind und ggf. Schadenersatzzahlungen

an Vertragspartner oder Dritte zum

Zeitpunkt der Rückabwicklung fällig werden.

4.4.2 Betriebsphase

Erlöse aus dem Forderungseinzug

Kauft die Fondsgesellschaft Forderungen an, aus denen

die erwarteten Erlöse nicht realisiert werden können,

führt dies zu geringeren Einnahmen der Fondsgesellschaft

und damit zu verringerten Auszahlungen an

die Anleger. Schlimmstenfalls kann es zum gänzlichen

Wegfall der Auszahlungen an die Anleger kommen. Eine

Haftung der Fondsgesellschaft gegenüber den Anlegern

für die Werthaltigkeit der angekauften Forderungen und

bestehender Sicherheiten besteht nicht.

Fallen Forderungsportfolios vollständig aus oder

können Sicherheiten nicht oder nicht vollständig verwertet

werden, ist die Rückzahlung der Zeichnungssummen

an die Anleger gefährdet.

Es besteht das Risiko, dass bereits anhängige oder

bereits eingeleitete Insolvenzverfahren nicht vor dem

Ende der Fondslaufzeit abgeschlossen werden, mit der

Folge, dass Quotenzahlungen nicht rechtzeitig und/oder

nicht in der prognostizierten Höhe erfolgen.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, dass bei

Beendigung der Fondsgesellschaft der Forderungsrestbestand

nebst eventuell bestehender Sicherheiten nicht

zu dem prognostizierten Wert (Kaufpreis) veräußert

werden kann. Dies würde ebenfalls eine Verringerung

der Auszahlungen an die Anleger nach sich ziehen, wenn


diese nicht durch eine Verlängerung der Laufzeit teilweise

kompensiert werden können.

Betriebsausgaben

Die Prognose der Betriebsausgaben fußt auf abgeschlossenen

Verträgen sowie kalkulierten Kostenpositionen.

Es können Überschreitungen einzelner Positionen oder

mehrerer Positionen eintreten. Eine Überschreitung dieser

Positionen führt zu einem schlechteren wirtschaftlichen

Ergebnis der Fondsgesellschaft und damit zu verringerten

Auszahlungen an die Anleger.

Sonstige Vertragspartner

Alle Vertragspartner der Fondsgesellschaft müssen ihre

Verträge ordnungsgemäß erfüllen. Es besteht das Risiko,

dass ein oder mehrere Vertragspartner ihre Verpflichtungen

aus geschlossenen Verträgen nicht oder nicht vollständig

erfüllen. Bei einem Ausfall von Vertragspartnern

oder bei Vertragsablauf, z. B. für die Servicing-Leistungen,

müssen neue Vertragspartner gebunden werden.

Hieraus können höhere Aufwendungen entstehen. Es

kann auch zum Ertragsausfall kommen, was die Auszahlungen

an die Anleger negativ beeinflussen kann.

Fremdfinanzierungsrisiko

Die Prognoserechnung sieht keine Fremdkapitalaufnahme

vor. Es besteht dennoch die Möglichkeit, dass

die Fondsgesellschaft zur Überbrückung kurzfristiger

Liquiditätsengpässe Kontokorrentmittel benötigt

und diese Mittel von den Kreditinstituten nicht bewilligt

werden, was zur Verringerung bis zum gänzlichen

Wegfall der Auszahlungen an die Anleger führen kann.

Insolvenzrisiko

Es ist nicht auszuschließen, dass Umstände (z. B. Umsatzausfälle)

eintreten, die die Finanz-, Vermögens- und

Ertragslage der Fondsgesellschaft in irgendeiner Weise

beeinträchtigen, dass es zur zwangsweisen Liquidation

der Fondsgesellschaft, zur Eröffnung eines Insolvenzverfahrens

über ihr Vermögen oder zu anderen insolvenzrechtlichen

Maßnahmen bzw. Gläubigermaßnahmen

kommt, wodurch der Kapitalerhalt des Anlegers

insgesamt gefährdet wäre.

Interessenkonfliktrisiko

Die publity AG, die von der Fondsgesellschaft als Master-Servicer

mit dem Kreditservicing beauftragt wurde,

ist 100 %-ige Gesellschafterin sowohl der publity Inves-

PUBLITY PERFORMANCE FONDS NR. 4 GMBH & CO. KG

4 Risiken der Beteiligung

tor GmbH als auch der publity Vertriebs GmbH und der

publity Marketing GmbH.

Das Interessenkonfliktrisiko ist dadurch gegeben,

dass der Vorstand der publity AG auch die Geschäftsführung

der publity Investor GmbH, der geschäftsführenden

Gesellschafterin der Fondsgesellschaft, übernommen

hat. Der Vorstandsvorsitzende der publity AG

hat die Geschäftsführung der publity Vertriebs GmbH

übernommen, die für die Einwerbung des Emissionskapitals

verantwortlich ist, und die Geschäftsführung der

publity Marketing GmbH, die für die Aufstellung des

Verkaufsprospektes verantwortlich ist und die während

der Emissionsphase die Marketingleistungen erbringt.

Die publity AG ist darüber hinaus Gründungsgesellschafterin

der nach Luxemburger Verbriefungsgesetz

gegründeten publity Capital Partners S.à.r.l. mit

Geschäftssitz in Luxemburg. Die publity Capital Partners

S.à.r.l. verfolgt den ausschließlichen Zweck, einzelne

oder mehrere Verbriefungsgeschäfte durch Begebung

von Inhaberschuldverschreibungen i. S. d. Luxemburger

Verbriefungsgesetzes einzugehen. Bei den Vermögenswerten

handelt es sich insbesondere um notleidende

Kreditforderungen.

Des Weiteren können auch beauftragte Partner in

ähnliche Investmentprogramme in diesem Marktsegment

involviert sein. Interessenkollisionen beim Erwerb

bzw. dem Handel mit notleidenden Krediten können

nicht ausgeschlossen werden. In solchen Fällen besteht

das Risiko, dass sich die getroffenen Entscheidungen

negativ auf die Fondsgesellschaft auswirken, und dementsprechend

die Auszahlungen an die Anleger negativ

beeinflusst werden.

4.4.3 Steuerliche Risiken

Steuerlicher Vorbehalt

Bei der steuerlichen Konzeption des Beteiligungsangebotes

wurden die aktuelle Rechtsprechung der Finanzgerichte,

die veröffentlichte Auffassung der Finanzverwaltung

sowie die zurzeit geltenden Steuergesetze

berücksichtigt. Die endgültige Anerkennung der prognostizierten

steuerlichen Ergebnisse ist jedoch dem

rechtskräftig abgeschlossenen Steuerveranlagungsverfahren

vorbehalten. Auch können sich die Steuergesetzte

künftig ändern oder sich Auffassungen in der Rechtsprechung

und/oder der Finanzverwaltung ändern. So

kann es zu Veränderungen der prognostizierten steuerlichen

Ergebnisse und der Auszahlungen an die Anleger

kommen, sodass die Rentabilität der Beteiligung stark

eingeschränkt wird.

15


16

Steuerliche Ergebnisverteilung

Nach dem Gesellschaftsvertrag der publity Performance

Fonds Nr. 4 GmbH & Co. KG wird das Ergebnis unabhängig

vom Beitrittszeitpunkt gleichmäßig auf alle bis

zum Jahresende beigetretenen Anleger verteilt. Dieser

vertraglich geregelte Verteilungsmaßstab wird grundsätzlich

auch für die Zuweisung des steuerlichen Ergebnisses

zugrunde gelegt. Sollte diese Ergebniszuweisung

vonseiten der Finanzverwaltung nicht anerkannt werden,

könnte dies bei einzelnen Anlegern zu steuerlichen Mehrbelastungen

führen.

Umsatzsteuer

Von umsatzsteuerlicher Bedeutung ist das Urteil des Europäischen

Gerichtshofes (nachfolgend EuGH) vom 27.10.2011

(Az.C-93/10) und der noch bevorstehenden Übernahme

der neuen Rechtsauffassung in den Umsatzsteueranwendungserlass

(nachfolgend UStAE) mithin in die für die

Finanzverwaltung bindenden Verwaltungsvorschriften.

Unternehmensgegenstand der Fondsgesellschaft ist

der Ankauf von zahlungsgestörten Forderungen und die

Erzielung von Erlösen aus der Verwertung dieser Forderungen.

Dabei wird der Forderungsverkäufer von der

Einziehung der Forderungen und dem Risiko ihrer Nichterfüllung

befreit (sog. echtes Factoring). Nach Auffassung

der Richter des EuGH, denen sich die Richter des

Bundesfinanzhofes (nachfolgend BFH) mit Urteil vom

26.1.2012 (V R 18/08) angeschlossen haben, erbringt ein

Unternehmer, der zahlungsgestörte Forderungen unter

„Vereinbarung“ eines vom Kaufpreis abweichenden

„wirtschaftlichen Werts“ erwirbt, an den Forderungsverkäufer

keine entgeltliche Leistung. Der Erwerb und

der Einzug von zahlungsgestörten Forderungen stellen

somit keine wirtschaftlichen Tätigkeiten im Sinne des

Umsatzsteuergesetzes dar und sind nicht umsatzsteuerbar.

Mangels steuerbaren Forderungserwerb und -einzug,

hat der Forderungserwerber keine Vorsteuerabzugsberechtigung

für mit den Forderungserwerb und den

Forderungseinzug im Zusammenhang stehenden Eingangsleistungen

(z. B. Servicing, Aktenverwaltung etc.).

Demgegenüber wurde nach bisheriger Verwaltungsauffassung

von einer umsatzsteuerbaren und umsatzsteuerpflichtigen

Leistung des Forderungserwerbers

an den Forderungsverkäufers ausgegangen. Der wirtschaftliche

Gehalt der Leistung des Forderungskäufers

bestand im Wesentlichen im Einzug der Forderungen.

Die Factoringleistung des Forderungskäufers gehörte

zum Katalog der Leistungsbeschreibung des § 3a Abs. 4

Satz 2 Nr. 6 Buchstabe a UStG, war von der Steuerbefreiung

nach § 4 Nr.8 Buchstabe c UStG ausgenommen

und damit grundsätzlich steuerpflichtig. Umsatzsteuerliche

Bemessungsgrundlage für die Leistung des Factors

beim Kauf von zahlungsgestörten Forderungen war die

Differenz zwischen dem im Abtretungszeitpunkt nach

Ansicht der Parteien voraussichtlich realisierbaren Teil

der dem Forderungskäufer abzutretenden Forderungen

(wirtschaftlicher Nennwert) und dem Betrag, den der Forderungskäufer

als Preis für die Forderungen zahlt, abzüglich

der im Differenzbetrag enthaltenen Umsatzsteuer.

Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Finanzverwaltung

die neuen Rechtsauffassungen (EuGH-Urteil

vom 27.10.2011, Az. C-93/10 und BFH-Urteil vom

26.1.2012, V R 18/08) nicht in den Umsatzsteueranwendungserlass

übernimmt. Dies kann zu einer abweichenden

Beurteilung der umsatzsteuerlichen Konsequenzen

seitens der Finanzverwaltung bezüglich der Forderungskaufverträge

im Rahmen der Veranlagung oder infolge

einer Umsatzsteuersonderprüfung führen. Dies hätte zur

Folge, dass abweichend von den prognostizierten Aufwendungen

zusätzlich Umsatzsteuer an das Finanzamt

abzuführen wäre und könnte ungeachtet einer teilweisen

oder vollen Vorsteuerabzugsberechtigung zu geringeren

Auszahlungen an den Anleger führen und negative Auswirkungen

auf sein Ergebnis haben.

Aus dem Ankauf der Forderungen von ausländischen

Anbietern könnten sich aufgrund der Betrachtung der

Einzelsteuergesetze der jeweiligen Länder, Änderungen

hinsichtlich der Umsatzsteuerpflicht ergeben, welche

ebenfalls zu geringeren Auszahlungen an den Anleger

führen und negative Auswirkungen auf sein Ergebnis

haben könnte.

4.4.4 Weitere Risiken

Ausschluss aus der Fondsgesellschaft

Ein Anleger kann bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen

gemäß § 15 Ziffer 1b), 1c), 2 und 3 des Gesellschaftsvertrages

aus der Fondsgesellschaft ausgeschlossen

werden, insbesondere wenn in die Kommanditbeteiligung

oder in einzelne Ansprüche aus dem Gesellschaftsverhältnis

aufgrund eines nicht nur vorläufig vollstreckbaren

Titels die Zwangsvollstreckung betrieben wird und die

Zwangsvollstreckungsmaßnahme nicht innerhalb von

drei Monaten aufgehoben wird, über sein Vermögen

das Insolvenz- oder das gerichtliche Vergleichsverfahren

eröffnet oder die Eröffnung mangels Masse abgelehnt

wurde, er seine Kommanditeinlage trotz Mahnung unter

Setzung einer Nachfrist von 30 Tagen nicht oder nicht

rechtzeitig leistet oder bei grober Verletzung der sonstigen

Verpflichtungen aus dem Gesellschaftsverhältnis.


Einzelheiten regeln die §§ 15 und 16 des Gesellschaftsvertrages;

vgl. Kapitel 17 „Anhang“.

Scheidet ein Kommanditist gemäß § 15 Ziffer 1b),

1c) oder 3 aus der Fondsgesellschaft aus, so erhält er

eine Abfindung, die sich nach den Salden seiner Gesellschafterkonten

richtet. Für den Fall, dass die Forderungen

nicht mehr werthaltig sind, erhält er ein geringes

oder gar kein Abfindungsguthaben.

Die Ausübung des Widerrufsrechts oder die Inanspruchnahme

der Härtefallregelung durch einzelne oder

mehrere Anleger kann die Einwerbung geringeren Beteiligungskapitals

und/oder nachträgliche Liquiditätsabflüsse

zur Folge haben.

Fungibilität

Es besteht für Anteile an geschlossenen Fonds kein mit

frei handelbaren Wertpapieren vergleichbarer Markt.

Die Fungibilität von Fondsanteilen hängt von der Entwicklung

der Beteiligung und einer entsprechenden

Nachfrage ab. Anleger sollten berücksichtigen, dass

ein vorzeitiger Verkauf einer Beteiligung wahrscheinlich

mit Preisabschlägen auf den Wert der Beteiligung

oder unter Umständen überhaupt nicht zu realisieren ist.

Die Höhe möglicherweise erzielbarer Veräußerungserlöse

hängt vor allem von der zukünftigen Marktsituation,

insbesondere der Werthaltigkeit der Kreditportfolios

bzw. der wirtschaftlichen Situation der Schuldner

sowie vom Angebot und von der Nachfrage für Kreditportfolios

ab.

Gesellschafterversammlung/Stimmrecht

Jedem Kommanditisten steht das Recht zu, sich an der

Beschlussfassung im Rahmen der Gesellschafterversammlung

oder am schriftlichen Abstimmungsverfahren

zu beteiligen. Werden diese Mitbestimmungsrechte

nicht wahrgenommen, kann es zu Beschlüssen

kommen, die von allen Gesellschaftern mitgetragen

werden müssen, was die Interessen einzelner Anleger

einschränken kann. Darüber hinaus besteht das Risiko,

dass sich die Willensbildung im Rahmen der Beschlussfassung

der Fondsgesellschaft nicht mit den Interessen

einzelner Anleger deckt. Weiterhin ist die Möglichkeit

gegeben, dass die Fondsgesellschaft durch einen oder

wenige Anleger, die die Mehrzahl der Anteile erwerben,

beherrscht wird (Majorisierung).

Schlüsselpersonenrisiko

Die Fondsgesellschaft unterliegt nicht nur generell den

mit unternehmerischen Entscheidungen verbundenen

PUBLITY PERFORMANCE FONDS NR. 4 GMBH & CO. KG

4 Risiken der Beteiligung

Risiken, sondern ist auch maßgeblich vom Fachwissen

seines Managements/seiner Geschäftsführung und der

Vertragspartner abhängig. Der Ausfall einer Schlüsselperson

kann dazu führen, dass den Verpflichtungen nicht

mehr mit der erforderlichen Sachkunde nachgekommen

werden kann. Der Umfang der erzielten Erlöse hängt

wesentlich von dem Ergebnis der mit der Durchführung

der Due Diligence Prüfungen beauftragten Rechtsanwälte

ab. Eine Fehlbewertung der Schuldnermerkmale

der Forderungsportfolios kann die wirtschaftlichen

Ergebnisse der Fondsgesellschaft negativ beeinflussen

und zu verringerten Auszahlungen an die Anleger führen.

Beim Ankauf von Forderungen mit bestehenden

Hauptsicherheiten erfolgt neben der „Legal Due Diligence“

durch Rechtsanwälte eine „Immobilien Due Diligence“

durch neutrale und unabhängige Sachverständige

oder Immobilienexperten, die auf Grundlage vorliegender

Verkehrswertgutachten und Vorortbesichtigungen

die individuelle Prüfung und Bewertung der Immobilien/Sicherheiten

vornehmen. Durch diese wird der zu

erwartende Verwertungserlös ermittelt bzw. prognostiziert.

Auch insofern besteht ein Schlüsselpersonenrisiko.

Zukunftsgerichtete Aussagen

Dieser Prospekt enthält zukunftsgerichtete Aussagen,

insbesondere subjektive Zielvorstellungen/Prognosen zur

künftigen Entwicklung der publity Performance Fonds

Nr. 4 GmbH & Co. KG, die naturgemäß mit Unsicherheiten

verbunden sind. Diese subjektiven Zielvorstellungen/Prognosen

geben die gegenwärtigen Einschätzungen

und Erwartungen der publity Investor GmbH wieder. Es

handelt sich bei diesen subjektiven Einschätzungen/Prognosen

nicht um wissenschaftlich gesicherte Annahmen

und Vorhersagen oder feststehende Tatsachen.

Es wird darauf hingewiesen, dass eine Vielzahl von

Faktoren dazu führen kann, dass die tatsächliche Entwicklung

der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der

Fondsgesellschaft erheblich von den in diesem Prospekt

dargestellten Zielvorstellungen/Prognosen abweicht. Insbesondere

die Kapitel 4 „Risiken der Beteiligung, Kapitel

6.1 „Fondsgesellschaft/Emittentin“, Kapitel 9 „Markt

notleidender Kreditforderungen“ sowie Kapitel 11.3

„Voraussichtliche Ertrags- und Finanzlage der Emittentin,

der publity Performance Fonds Nr. 4 GmbH & Co.

KG (Prognoserechnung)“ enthalten zukunftsgerichtete

Aussagen/Prognosen.

Nach Kenntnis der publity Investor GmbH bestehen

zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung keine weiteren

Risiken.

17


18518


5 Information des Anbieters über bislang von

ihm aufgelegte Fondsgesellschaften

5.1 Fonds Nr. 1

Die Anbieterin, die publity Investor GmbH, hat die

TASK FORCE NPL Fonds Nr. 1 GmbH & Co. KG im

Jahr 2009 aufgelegt und zum 31.12.2010 geschlossen.

Das eingeworbene Kapital wurde für den Erwerb von

unbesicherten Forderungsportfolios verwendet.

Als Geschäftsführer der publity Investor GmbH

ist Christoph Blacha auch mit der Geschäftsführung

der TASK FORCE NPL Fonds Nr. 1 GmbH & Co. KG

betraut.

Eine Leistungsbilanz, bezogen auf den Beginn der

operativen Tätigkeit der Bearbeitung und Verwertung

der erworbenen Forderungen im Juni 2010 ist im Kapitel

11.1 „Leistungsbilanz I (Fonds Nr. 1)“ dargestellt.

Die TASK FORCE NPL Fonds Nr. 1 GmbH & Co.

KG hat mehrere Forderungsportfolios zu einem Gesamtkaufpreis

i. H. v. 5.790.000 Euro erworben. Die Investitionskriterien

wurden eingehalten; vgl. 1. Geschäftsbericht

vom 04.04.2011 und 2. Geschäftsbericht vom

30.11.2011.

Mittelverwendungsrechnung Anschaffungskosten

in Euro

Kaufpreis der Forderungen 5.790.000

Umsatzsteuer 92.446

Due-Diligence-Prüfung 57.900

Betriebswirtschaftliche Konzeption,

Prospektaufstellung

260.840

Eigenkapitalbeschaffung 1.057.424

Marketing 0

Vorfinanzierung, sonstige Kosten und liquide

Mittel

484.620

Gesamt 7.743.230

Mittelherkunftsrechnung in Euro

Eigenkapital 7.419.000

davon Gründungskommanditkapital 13.000

davon Zeichnungskapital 7.406.000

davon Agio 324.230

Gesamt 7.743.230

5.2 Fonds Nr. 2

Die Anbieterin, die publity Investor GmbH, hat die

TASK FORCE NPL Fonds Nr. 2 GmbH & Co. KG im

Jahr 2010 aufgelegt und bis zum 31.12.2011 geschlossen.

Der Fonds hat Eigenkapital i. H. v. 24.765.000 Euro

eingeworben. Das für Investitionen zur Verfügung stehende

Kapital wurde für den Erwerb von unbesicherten

Forderungsportfolios verwendet.

Bis zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung hat die

TASK FORCE NPL Fonds Nr. 2 GmbH & Co. KG

mehrere Forderungsportfolios mit einem Nominalforderungsvolumen

von 1.398.004.318 Euro zu einem

Gesamtkaufpreis von 20.170.000 Euro erworben.

Als Geschäftsführer der publity Investor GmbH ist

Christoph Blacha mit der Geschäftsführung der TASK

FORCE NPL Fonds Nr. 2 GmbH & Co. KG betraut.

Eine Leistungsbilanz, bezogen auf den Beginn der

operativen Tätigkeit der Bearbeitung und Verwertung

der erworbenen Forderungen im Juni 2011 ist im Kapitel

11.1 „Leistungsbilanz II (Fonds Nr. 2)“ dargestellt.

Mittelverwendungsrechnung Anschaffungskosten

in Euro

Kaufpreis der Forderungen 20.170.000

Umsatzsteuer 322.042

Due-Diligence Prüfung 201.700

Betriebswirtschaftliche Konzeption,

Prospektaufstellung

340.000

Eigenkapitalbeschaffung 3.472.623

Marketing 300.000

Vorfinanzierung, sonstige Kosten und liquide

Mittel

981.503

Gesamt 25.787.868

Mittelherkunftsrechnung in Euro

Eigenkapital 24.765.000

davon Gründungskommanditkapital 20.000

davon Zeichnungskapital 24.745.000

davon Agio 1.022.868

Gesamt 25.787.868

19


20

5.3 Fonds Nr. 3

Die Anbieterin, die publity Investor GmbH, hat die

publity Performance Fonds Nr. 3 GmbH & Co. KG im

Oktober 2011 aufgelegt.

Die Emissionsphase hat am 01.01.2012 begonnen und

soll am 31.12.2012 abgeschlossen sein. Für den Fall, dass

das Emissionskapital vorfristig platziert sein sollte, ist vorgesehen,

die Emissionsphase zu einem früheren Zeitpunkt

zu beenden. Das für Investitionen zur Verfügung stehende

Kapital wird für den Erwerb von NPL-Portfolios verwendet.

Als Geschäftsführer der publity Investor GmbH ist

Christoph Blacha auch mit der Geschäftsführung der

publity Performance Fonds Nr. 3 GmbH & Co. KG betraut.

Eine Leistungsbilanz, bezogen auf die bislang durchgeführte

Emission, kann nicht abgebildet werden, da die

Emissionsphase der publity Performance Fonds Nr. 3

GmbH & Co. KG voraussichtlich zum 31.12.2012 endet

und die operative Tätigkeit der Bearbeitung und Verwertung

der bereits erworbenen Forderungen erst im

April 2012 begonnen hat.

5.4 Performance plus Fonds Nr. 1

Die Anbieterin, die publity Investor GmbH, hat die

publity Performance plus Fonds Nr. 1 GmbH & Co.

KG im Februar 2012 aufgelegt und wird diese bis zum

31.12.2012 schließen. Die Einzahlung des Eigenkapitals

in diesen Aufbaufonds erfolgt planmäßig ab März

2012 bis Ende des Jahres 2017. Erstinvestitionen in die

Zielfonds sollen bereits im Jahr 2012 erfolgen. Zielfonds

sind ausschließlich die von der publity Investor GmbH

emittierten NPL-Fonds, wie z. B. der vorliegende publity

Performance Fonds Nr. 4.

Da der publity Performance plus Fonds Nr. 1 bis zum

Zeitpunkt der Prospektaufstellung noch keine Investitionen

in Zielfonds vorgenommen hat, kann eine Leistungsbilanz

nicht abgebildet werden.


PUBLITY PERFORMANCE FONDS NR. 4 GMBH & CO. KG

5 Information des Anbieters über bislang von ihm aufgelegte Fondsgesellschaften

21


22622


6 publity Performance Fonds Nr. 4 GmbH & Co. KG

6.1 Fondsgesellschaft/Emittentin

6.1.1 Firma und Sitz

Die Firma der Fondsgesellschaft lautet:

publity Performance Fonds Nr. 4 GmbH & Co. KG

Der Sitz der Fondsgesellschaft befindet sich in der Jacobstraße

27, 04105 Leipzig. Der Sitz der Gesellschaft ist

mit der Geschäftsanschrift identisch. Voraussichtlich

ab dem 01.10.2012 wird der Sitz der Gesellschaft in

das neue „publity-Center“ in die Landsteinerstraße 6

in 04103 Leipzig verlegt.

6.1.2 Rechtsform, Handelsregister,

Rechtsordnung

Die publity Performance Fonds Nr. 4 GmbH & Co. KG

wurde am 23.05.2012 gegründet und am 23.05.2012

zur Eintragung im Handelsregister beim Amtsgericht

Leipzig angemeldet. Die Emittentin ist eine dem deutschen

Recht unterliegende Kommanditgesellschaft. Das

Wirtschaftsjahr ist das Kalenderjahr. Die Gesellschaft

beginnt mit Eintragung im Handelsregister und endet

am 31.12.2016, sofern nicht die Gesellschafter eine

längere Laufzeit beschließen. Somit beträgt die Laufzeit

der Gesellschaft mindestens 4,5 Jahre.

6.1.3 Organe und Geschäftsführung

der Emittentin

Die Organe der publity Performance Fonds Nr. 4 GmbH

& Co. KG sind die Geschäftsführung und die Gesellschafterversammlung.

Ein Beirat zur Unterstützung

und Beratung der Geschäftsführung und andere Aufsichtsgremien

wurden zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung

nicht gebildet und sind auch nicht vorgesehen.

Gesellschafterbeschlüsse werden mit einfacher Mehrheit

der Stimmen gefasst, wobei jeder Kommanditist für je

1.000 Euro eingezahltes Kommanditkapital eine Stimme

hat. Gesellschafterbeschlüsse werden grundsätzlich im

schriftlichen Beschlussverfahren herbeigeführt. Eine

Gesellschafterversammlung wird nur in Ausnahmefällen

einberufen. Weitere Details zur Gesellschafterversammlung

sowie zum schriftlichen Beschlussverfahren

werden im Kapitel 13 „Rechtliche Grundlagen“ sowie

in § 5 des Gesellschaftsvertrags dargestellt.

Die persönlich haftende Gesellschafterin der Emittentin,

die publity Investor GmbH, ist zur Alleinvertretung

der Fondsgesellschaft unter Befreiung der Beschränkungen

des § 181 BGB (Insichgeschäft) berechtigt.

Die Geschäftsführung leitet die Geschäfte der Fondsgesellschaft.

Alleinvertretungsberechtigter Geschäftsführer

der Komplementärin ist Christoph Blacha. Die

Komplementärin ist zur Geschäftsführung befugt und

alleinvertretungsberechtigt. Christoph Blacha (Geschäftsanschrift:

Jacobstraße 27, 04105 Leipzig) ist zum Zeitpunkt

der Prospektaufstellung das einzige Mitglied der

Geschäftsführung der Emittentin. Das Stammkapital der

publity Investor GmbH ist in voller Höhe eingezahlt.

Grundsätzlich haftet die Komplementärin einer Kommanditgesellschaft

unbeschränkt. Da es sich bei der

publity Investor GmbH jedoch um eine dem deutschen

Recht unterliegende GmbH handelt, ist deren Haftung

auf ihr Gesellschaftsvermögen beschränkt.

6.1.4 Gesellschaftsvertrag der Emittentin

Der Gesellschaftsvertrag der Emittentin ist in Kapitel

13 „Rechtliche Grundlagen“ erläutert und in Kapitel

16 „Anhang“ vollständig abgedruckt.

Die Emittentin hat die Rechtsform einer Kommanditgesellschaft

nach deutschem Gesellschaftsrecht. Die

Haftung der persönlich haftenden Gesellschafterin weicht

von den gesetzlichen Regelungen insofern ab, als die

persönlich haftende Gesellschafterin eine Gesellschaft

mit beschränkter Haftung (GmbH) ist. Gegenüber den

Gläubigern haftet sie nur mit ihrem Gesellschaftsvermögen.

Von den gesetzlichen Regelungen weicht der

Gesellschaftsvertrag der Emittentin im Übrigen ab,

indem die Beteiligungen der Anleger hier treuhänderisch

durch den Treuhandkommanditisten gehalten werden

und die Mitgliedschaftsrechte durch den Treuhandkommanditisten

ausgeübt werden. Schließlich wurden

für die Beteiligung am Gewinn und Verlust, für die

Entnahmerechte, für den Beitritt und das Ausscheiden

sowie für die Beendigung der Gesellschaft Sonderregelungen

getroffen. Einzelheiten hierzu ergeben sich aus

dem Kapitel 13 „Rechtliche Grundlagen“ und aus dem

in Kapitel 16 „Anhang“ abgedruckten Gesellschaftsvertrag

sowie dem Treuhand- und Verwaltungsvertrag.

6.2 Geschäftstätigkeit

der Emittentin

Die wichtigsten Tätigkeitsbereiche der Emittentin sind

der Erwerb und die Verwertung von NPL-Portfolios.

Entsprechend dem im Gesellschaftsvertrag festgelegten

Gegenstand des Unternehmens wird die publity Performance

Fonds Nr. 4 GmbH & Co. KG als geschlossener

Fonds gekündigte, titulierte Bankforderungen (z. B. aus

23


24

Immobilienfinanzierungen) von deutschen Banken, ausländischen

Finanzinvestoren und/oder anderen Servicern

in einzelnen Paketen auf Grundlage einzelner und individuell

mit den jeweiligen Verkäufern ausgehandelter

Verträge erwerben und Einkünfte aus der Verwertung

der einzelnen Forderungen sowie der Veräußerung aufbereiteter

Teil-Forderungsportfolios erzielen.

Die Gesellschaft ist berechtigt, alle Geschäfte vorzunehmen

und alle Maßnahmen zu ergreifen, die mit

dem Gegenstand des Unternehmens zusammenhängen

oder ihm mittelbar oder unmittelbar förderlich sind.

Die Gesellschaft darf andere Unternehmen gleicher

oder ähnlicher Art erwerben und sich an ihnen beteiligen.

Sie darf ferner Zweigniederlassungen errichten,

Tochterunternehmen gründen, Unternehmensverträge

abschließen und Interessengemeinschaften eingehen.

Detailinformationen zur Geschäftstätigkeit der Emittentin

finden sich auch in Kapitel 6 „publity Performance

Fonds Nr. 4 GmbH & Co. KG“ und im Kapitel 9 „Markt

notleidender Kreditforderungen“.

6.3 Kapital der Emittentin

Die publity Investor GmbH (Komplementärin) ist am

Kapital der publity Performance Fonds Nr. 4 GmbH &

Co. KG nicht beteiligt.

Die Gesamthöhe des gezeichneten Kommanditkapitals

der derzeitigen Gesellschafter beträgt zum Zeitpunkt

der Prospektaufstellung 10.000 Euro, welches sich wie

nachfolgend beschrieben zusammensetzt.

Der Gründungskommanditist Wolfgang Lein hat

eine Kommanditeinlage i. H. v. 9.000 Euro gezeichnet.

Das gezeichnete Kapital des Gründungskommanditisten

beträgt insgesamt 9.000 Euro und wurde zum Zeitpunkt

der Prospektaufstellung noch nicht eingezahlt.

Darüber hinaus hat der Treuhandkommanditist, die

Rödl & Richter Fondstreuhand GmbH, eine Kommanditeinlage

i. H. v. 1.000 Euro gezeichnet. Zum Zeitpunkt

der Prospektaufstellung ist die Einlage des Treuhandkommanditisten

noch nicht eingezahlt. Weitere Einlagen

stehen nicht aus. Somit beträgt der Gesamtbetrag

der gezeichneten, noch nicht eingezahlten Einlagen der

Gründungsgesellschafter 10.000 Euro. Bis zum Zeitpunkt

der Prospektaufstellung wurden keine weiteren

Kommanditanteile gezeichnet.

Aus den gezeichneten Kommanditeinlagen ergeben

sich die Stimmrechte, wobei auf jeweils 1.000 Euro

Pflichteinlage eine Stimme entfällt. Im Falle der vollständigen

Zeichnung des Kommanditkapitals bestehen

insgesamt 22.010 Stimmen.

Hinsichtlich der Hauptmerkmale der Anteile der derzeitigen

Gesellschafter (§ 6 S.1 Nr.1 VermVerkProspV)

bestehen keine Unterschiede zu den Rechten der zukünftig

beitretenden Anleger.

6.4 Gründungsgesellschafter

6.4.1 Persönlich haftender

Gesellschafter (Komplementär)

Name publity Investor GmbH

Handelsregister AG Leipzig HRB 24575

Gründung 15.12.2008

Stammkapital 25.000 Euro

Gesellschafter publity AG (100 %)

Vertretung Christoph Blacha (Geschäftsführer)

Geschäftsanschrift/-sitz Jacobstraße 27, 04105 Leipzig*

Telefon +49 (0) 341 / 26 17 87 – 0

Telefax +49 (0) 341 / 26 17 87 – 31

E-Mail c.blacha@publity.de

Funktionen Vertretung der Fondsgesellschaft,

Geschäftsführung, Angebot

der Beteiligung, Übernahme der

Prospektverantwortung

Mehr Info unter www.publityfonds.de

* voraussichtlich ab dem 01.10.2012 im neuen „publity-Center“ in der

Landsteinerstraße 6 in 04103 Leipzig

Zur Person: Christoph Blacha, geboren am 07.06.1957

in Münster/Westfalen, studierte an den Universitäten

München und Münster und ist seit 1991 als selbstständiger

Rechtsanwalt tätig. Als Mitglied des Aufsichtsrates

begleitete er die publity AG von 2004 bis 2007 und

wechselte 2008 in den Vorstand. Am 02.04.2012 wurde

Christoph Blacha zum Geschäftsführer der persönlich

haftenden Gesellschafterin, der publity Investor GmbH,

mit Sitz in Leipzig bestellt. Damit ist Christoph Blacha

auch Geschäftsführer der persönlich haftenden Gesellschafterin

der Emittentin dieser Vermögensanlage, der

publity Performance Fonds Nr. 4 GmbH & Co. KG.

Für die Übernahme der Haftung erhält die publity Investor

GmbH gemäß § 9 Abs. 1 des Gesellschaftsvertrages

eine jährliche Vergütung von 5.000 Euro zzgl. der

gesetzlichen Umsatzsteuer.

Gemäß Vertrag über die Geschäftsbesorgung (vgl.

Kapitel 13.9) erhält die publity Investor GmbH für die

Übernahme der Geschäftsführungsaufgaben (Fondsverwaltung

und Vorbereitung der Buchführung) jährlich

insgesamt 180.000 Euro zzgl. gesetzlicher Umsatzsteuer.

Die Vergütung unterliegt der Anpassung nach dem

Verbraucherpreisindex.


Darüber hinaus erhält die publity Investor GmbH für

die Beauftragung der Due Diligence Prüfungen im Zusammenhang

mit dem Erwerb der Forderungsportfolios 1 %

vom Kaufpreis der einzelnen Forderungsportfolios, d. h.

eine Vergütung in Höhe von maximal 200.000 Euro zzgl.

gesetzlicher Umsatzsteuer bei einem Gesamtkaufpreis für

alle Kreditportfolios in Höhe von 20.000.000 Euro. Mit

der Durchführung der Due Diligence Prüfungen wird sie

unabhängige Rechtsanwälte und ggf. Immobiliensachverständige

oder Immobilienexperten beauftragen.

Das gezeichnete Kapital ist zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung

noch nicht eingezahlt; die ausstehenden

Einlagen auf das Kapital betragen insgesamt 10.000 Euro.

Unternehmensgegenstand der persönlich haftenden

Gesellschafterin ist die Verwaltung eigenen Vermögens, die

Beteiligung an anderen Unternehmen und die Übernahme

der persönlichen Haftung als Komplementärin. Die Gesellschaft

darf andere Unternehmen gleicher oder ähnlicher Art

übernehmen, vertreten oder sich an solchen Unternehmen

beteiligen, und zwar auch als persönlich haftende Gesellschafterin.

Sie darf Zweigniederlassungen errichten. Der

Gesellschaft ist jede Betätigung gestattet, die geeignet ist,

unmittelbar oder mittelbar den Zweck des Unternehmens

zu fördern. Die publity AG, die von der Fondgesellschaft

mit dem Kredit-Servicing beauftragt wurde (vgl. Kapitel

7.4 „Master-Servicing“), hält 100 % der Gesellschaftsanteile

an der publity Investor GmbH.

Der publity Investor GmbH wurde mit Bescheid der

Stadt Leipzig vom 25.06.2009 die Gewerbeerlaubnis

gemäß § 34 c Abs. 1 Gewerbeordnung erteilt. Sie ist die

persönlich haftende Gesellschafterin und übt bereits die

Geschäftsführung der TASK FORCE NPL Fonds Nr. 1

GmbH & Co. KG, der TASK FORCE NPL Fonds Nr. 2

GmbH & Co. KG, der publity Performance Fonds Nr. 3

GmbH & Co. KG sowie der publity Performance plus

Fonds Nr. 1 GmbH & Co. KG (vgl. Kapitel 5 „Information

des Anbieters über bislang von ihm aufgelegte Fondsgesellschaften“),

sowie die Geschäftsführung der NPL

Portfolio Nr. 2 GmbH & Co. KG aus.

Die publity Investor GmbH ist Mitglied in der „Bundesvereinigung

für Kreditankauf und Servicing e. V. (BKS)“.

Abweichende Regelungen im

Gesellschaftsvertrag

Der Gesellschaftsvertrag der Komplementärin enthält von

den gesetzlichen Regelungen abweichende Bestimmungen.

Sind mehrere Geschäftsführer bestellt, wird die Gesellschaft

entweder durch zwei Geschäftsführer gemeinschaftlich

oder durch einen Geschäftsführer gemeinsam mit

einem Prokuristen vertreten. Die Gesellschafter können

PUBLITY PERFORMANCE FONDS NR. 4 GMBH & CO. KG

6 publity Performance Fonds Nr. 4 GmbH & Co. KG

den oder die Geschäftsführer von den Beschränkungen

des § 181 BGB befreien.

Die Abtretung von Geschäftsanteilen bedarf abweichend

von § 15 GmbHG der Zustimmung aller Gesellschafter

gemäß § 4 des Gesellschaftsvertrages. Der Gesellschaftsvertrag

der Komplementärin enthält keine weiteren, von

den gesetzlichen Regelungen abweichenden Bestimmungen.

6.4.2 Gründungskommanditist

Name Wolfgang Lein

Geboren am 12.07.1947 in Berlin

Geschäftsanschrift Jacobstraße 27, 04105 Leipzig*

Funktion Gründungskommanditist

* voraussichtlich ab dem 01.10.2012 im neuen „publity-Center“ in der

Landsteinerstraße 6 in 04103 Leipzig

Wolfgang Lein ist geschäftsführender Gesellschafter

der in Berlin ansässigen FINANZRESSORT Konzept

GmbH & Co. KG, zu deren Unternehmensgegenstand

unter anderem der Vertrieb von Fondsanteilen gehört.

Die FINANZRESSORT Konzept GmbH & Co. KG hat

mit der publity Vertriebs GmbH eine Vertriebsvereinbarung

über die Vermittlung des Kommanditkapitals

der publity Performance Fonds Nr. 3 GmbH & Co. KG

sowie der publity Performance Fonds Nr. 4 GmbH &

Co. KG geschlossen.

Die FINANZRESSORT Konzept GmbH & Co. KG

erhält von der publity Vertriebs GmbH eine erfolgsabhängige

Provision i. H. v. 9 % des von ihr eingeworbenen

Kommanditkapitals zzgl. des von den Anlegern zu

zahlenden Agios i. H. v. 5 % der Zeichnungssumme.

6.4.3 Treuhandkommanditist

Name Rödl & Richter Fondstreuhand GmbH

Handelsregister AG Berlin Charlottenburg HRB 132435B

Gründung 28.01.2011

Stammkapital 25.000 Euro

Vertretung Geschäftsführerin: Dipl.-Jurist Ute Eller

Gesellschafter Rödl & Richter GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Steuerberatungsgesellschaft (100 %)

Geschäftsanschrift/-sitz Straße des 17. Juni 106, 10623 Berlin

Telefon +49 (0) 30 / 20 62 79 18 – 0

Telefax +49 (0) 30 / 20 62 79 18 – 10

E-Mail berlin@roedl-richter-fondstreuhand.de

Funktion Treuhand- und Gründungskommanditist

Mehr Info unter www.roedl.de

25


26

Die Aufgaben sowie die wesentlichen Rechte und Pflichten

des Treuhandkommanditisten werden nachfolgend

dargestellt.

Der Treuhandkommanditist wird auf der Grundlage

des Treuhand- und Verwaltungsvertrages tätig, der in

Kapitel 16.2 „Treuhand- und Verwaltungsvertrag über

die Beteiligung an der publity Performance Fonds Nr.

4 GmbH & Co. KG“ vollständig abgedruckt und in

Kapitel 13.2 „Treuhand- und Verwaltungsvertrag“, mit

den sich daraus ergebenden wesentlichen Rechten und

Pflichten, erläutert ist.

Der Treuhandkommanditist, die Rödl & Richter

Fondstreuhand GmbH, erwirbt im Auftrag des Treugebers

und hält treuhänderisch im eigenen Namen, aber

für anteilige Rechnung des Treugebers einen Kommanditanteil

an der Fondsgesellschaft. Insofern beteiligen

sich die Anleger mittelbar über den Treuhandkommanditisten

an der publity Performance Fonds Nr. 4 GmbH

& Co. KG. Grundlage der Beteiligung ist neben dem

Gesellschaftsvertrag der Fondsgesellschaft der Treuhandvertrag.

Aufgrund des Treuhand- und Verwaltungsvertrages

werden die Anleger im Innenverhältnis

wie Kommanditisten behandelt, das heißt durch entsprechende

Regelungen im Treuhand- und Verwaltungsvertrag

und im Gesellschaftsvertrag ist festgelegt, dass

die Anleger als Treugeber die gleichen Rechte wie zur

Fondsgesellschaft beitretende Kommanditisten haben.

Dies gilt insbesondere für die Beteiligung am Ergebnis

und am Vermögen der Fondsgesellschaft sowie für die

Stimmberechtigung in der Gesellschafterversammlung.

Der Treuhandkommanditist erhält gemäß § 9 Abs. 2

des Gesellschaftsvertrages während der Emissionsphase

(bis einschließlich 30.06.2013) eine Vergütung i.

H. v. 54.000 Euro p. a. und während der Betriebsphase

eine Vergütung i. H. v. 48.400 Euro p. a., jeweils vom

gezeichneten Kommanditkapital zzgl. Auslagen und

gesetzlicher Umsatzsteuer. Über die Fondslaufzeit bis

zum 31.12.2016 beträgt die Gesamtvergütung 226.100

Euro, zzgl. Auslagen und gesetzlicher Umsatzsteuer.

Es liegen keine Umstände oder Beziehungen des

Treuhandkommanditisten vor, die Interessenkonflikte

begründen. Der Treuhandkommanditist ist nicht für

Unternehmen tätig, die mit dem Vertrieb der Vermögensanlage

betraut sind und die der Emittentin Fremdkapital

zur Verfügung stellen.

6.5 Anbieterin, Gesellschafter

und Geschäftsleitung

Die prospektverantwortliche Anbieterin, das Mitglied

der Geschäftsführung und die Gründungsgesellschafter

der Emittentin sind nicht für Unternehmen tätig, die

der Emittentin Fremdkapital zur Verfügung stellen. Das

Mitglied der Geschäftsführung der Emittentin Christoph

Blacha (§ 12 VermVerkProspV) ist in keiner Art

und Weise für Unternehmen tätig, die mit dem Vertrieb

der angebotenen Vermögensanlage betraut sind.

Die Anbieterin und das Mitglied der Geschäftsführung

der Emittentin sind nicht für Unternehmen tätig,

die im Zusammenhang mit dem Erwerb und der Herstellung

der Anlageobjekte nicht nur geringfügige Lieferungen

oder Leistungen erbringen.

Da es sich bei der publity Performance Fonds Nr. 4

GmbH & Co. KG um eine Neugründung handelt, existiert

kein abgelaufenes Wirtschaftsjahr. Es wurden deshalb

keine Gesamtbezüge, Gehälter, Gewinnbeteiligungen,

Aufwandsentschädigungen, Versicherungsentgelte, Provisionen

und Nebenleistungen jeder Art an das Mitglied

der Geschäftsführung der Emittentin gewährt.

Wie in Kapitel 6.4.2 beschrieben, ist der Gründungsgesellschafter

Wolfgang Lein an der FINANZRES-

SORT Konzept GmbH & Co. KG beteiligt, die mit der

publity Vertriebs GmbH eine Vertriebsvereinbarung


abgeschlossen hat, die den Vertrieb der Fondsanteile der

publity Performance Fonds Nr. 3 GmbH & Co. KG und

der publity Performance Fonds Nr. 4 GmbH & Co. KG

sowie der publity Performance plus Fonds Nr. 1 GmbH

& Co. KG zum Gegenstand hat.

Weitere unmittelbare oder mittelbare Beteiligungen

sämtlicher Gründungsgesellschafter an Unternehmen,

die mit dem Vertrieb der emittierten Vermögensanlage

beauftragt sind, bestehen nicht.

Die Gründungsgesellschafter der Emittentin erhalten

über die im Gesellschaftsvertrag vereinbarten und in

den vorstehenden Abschnitten 6.4.1 bis 6.4.3 erläuterten

Gesamtbezüge hinaus weder Gewinnbeteiligungen, Entnahmerechte,

sonstige Bezüge, Gehälter, Aufwandsentschädigungen,

Versicherungsentgelte, Provisionen noch

Nebenleistungen jeder Art innerhalb und außerhalb des

Gesellschaftsvertrages.

Es gibt keine mittelbaren und unmittelbaren Beteiligungen

sämtlicher Gründungsgesellschafter an Unternehmen,

die der Emittentin Fremdkapital zur Verfügung

stellen oder die im Zusammenhang mit der Herstellung

der Anlageobjekte nicht nur geringfügige Lieferungen

oder Leistungen erbringen.

Den nach § 3 (Prospektverantwortliche), § 7 (Gründungsgesellschafter

der Emittentin) und § 12 (Mitglied

der Geschäftsführung der Emittentin, Treuhänderin)

VermVerkProspV zu benennenden Personen stand oder

steht nicht das Eigentum an den Anlageobjekten oder

wesentlichen Teilen derselben zu.

Da die Fondsgesellschaft das operative Geschäft

voraussichtlich frühestens im 4. Quartal 2012 aufnehmen

wird, wurden bisher keine Wertpapiere oder Vermögensanlagen

in Sinne des § 8f Abs. 1 Verkaufsprospektgesetz

ausgegeben.

Zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung bestehen

keine Gerichts- oder Schiedsgerichtsverfahren, die einen

wesentlichen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage der

PUBLITY PERFORMANCE FONDS NR. 4 GMBH & CO. KG

6 publity Performance Fonds Nr. 4 GmbH & Co. KG

Emittentin haben. Außerdem ist die Tätigkeit der Emittentin

nicht durch außergewöhnliche Ereignisse beeinflusst

worden.

Für das Angebot der Vermögensanlage, für deren Verzinsung

oder Rückzahlung hat keine juristische Person

oder Gesellschaft die Gewährleistung übernommen.

Eine Abhängigkeit von Patenten, Lizenzen oder neuen

Herstellungsverfahren der publity Performance Fonds

Nr. 4 GmbH & Co. KG, die von wesentlicher Bedeutung

für die Geschäftstätigkeit und die Ertragslage

der Fondsgesellschaft sind, besteht nicht. Die mit der

Durchführung der „Legal Due Diligence“ beauftragten

Rechtsanwälte (vgl. Kapitel 13.4 und 16.4) und die

mit dem Master-Servicing beauftragte publity AG (vgl.

Kapitel 13.8 und 16.5) sind wesentliche Vertragspartner

der Fondsgesellschaft. Wenn diese Vertragspartner

ihre Verpflichtungen nicht oder nicht vollständig erfüllen,

kann davon die Geschäftstätigkeit der Fondsgesellschaft

und die Ertragslage negativ beeinflusst werden.

Die Fondsgesellschaft ist nicht Teil eines Konzerns

im Sinne von § 15 AktG und §§ 290 ff. HGB.

Die Geschäftstätigkeit der Fondsgesellschaft beginnt mit

dem Anfang ihrer operativen Tätigkeit. Deshalb wurden

bis zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung keine Ausgaben

in Form von laufenden Investitionen getätigt. Es

wurden bis zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung keine

Verträge über die Anschaffung von Forderungsportfolios

oder wesentlichen Teilen davon (Anlageobjekte) abgeschlossen.

Das operative Geschäft der Fondsgesellschaft

beginnt mit dem Ankauf erster Forderungsportfolios und

deren Bearbeitung. Die Geschäftsleitung der Fondsgesellschaft

hat bereits zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung

den „Master-Servicing-Vertrag über das Kreditservicing

und die Aktenverwaltung“ und weitere in Kapitel 13 im

einzelnen dargestellte und teilweise in Kapitel 16 vollständig

abgedruckte Verträge geschlossen.

27


7 Vertragspartner der Emittentin

Nachfolgend werden die Vertragspartner (außerhalb

des Gesellschaftsverhältnisses) beschrieben, die für die

Durchführung des Investitionsvorhabens von wesentlicher

Bedeutung sind. Eine ausführliche Darstellung

des Vertrages über die Erstellung der wirtschaftlichen

Konzeption und das Marketing, des Vertrages über den

Vertrieb des Eigenkapitals und des Vertrages über die

Geschäftsbesorgung finden sich im Kapitel 13 „Rechtliche

Grundlagen“. Der Gesellschaftsvertrag, der Treuhand-

und Verwaltungsvertrag, der Beratungsvertrag

zur laufenden beratenden Tätigkeit, der Vertrag über

die Beauftragung der „Investor Due Diligence“ sowie

der Master-Servicing-Vertrag über das Kreditservicing

und die Aktenverwaltung sind vollständig in Kapitel

16 „Anhang“ dieses Verkaufsprospektes abgedruckt.

7.1 Wirtschaftliche

Konzeption und Marketing

Name publity Marketing GmbH

Handelsregister AG Leipzig HRB 28356 1)

Gründung 18.05.2012

Stammkapital 25.000 Euro

Aktionäre publity AG (100 %)

Vertretung Thomas Olek (Geschäftsführer)

Geschäftsanschrift/-sitz

Jacobstraße 27, 04105 Leipzig*

Telefon +49 (0) 341 / 26 17 87 – 0

Telefax +49 (0) 341 / 26 17 87 – 31

E-Mail info@publity.de

Funktionen/

Sonstige Person

Erstellung der wirtschaftlichen Konzeption,

Aufstellung des Verkaufsprospektes,

Erbringung laufender Marketingleistungen

* voraussichtlich ab dem 01.10.2012 im neuen „publity-Center“ in der

Landsteinerstraße 6 in 04103 Leipzig

Die publity Marketing GmbH wurde von der Fondsgesellschaft

mit der Erstellung der wirtschaftlichen Konzeption

und mit der Erbringung laufender Marketingleistungen

bis zum Ende der Emissionsphase am 30.06.2013

beauftragt. Für die Entwicklung des Fondsmodells, insbesondere

die Erstellung der rechtlichen und wirtschaftlichen

Konzeption und die Erstellung und Herstellung

des Verkaufsprospektes erhält die publity Marketing

GmbH eine Vergütung i. H. v. 340.000 Euro zzgl. der

gesetzlichen Umsatzsteuer.

Für die Erbringung laufender Marketingleistungen

erhält die publity Marketing GmbH bis zum Ende der

Emissionsphase am 30.06.2013 eine Vergütung i. H. v.

300.000 Euro, die jeweils monatlich i. H. v. 25.000 Euro

zzgl. der gesetzlichen Umsatzsteuer nach Rechnungslegung

fällig ist; vgl. Kapitel 13.10 „Vertrag über die Erstellung

der wirtschaftlichen Konzeption und das Marketing.

Darüber hinaus ist die publity Marketing GmbH in

keiner Art und Weise für Unternehmen tätig, die mit dem

Vertrieb der angebotenen Vermögensanlage betraut sind

oder die im Zusammenhang mit der Herstellung des Anlageobjekts

nicht nur geringfügige Lieferungen oder Leistungen

erbringen. Der publity Marketing GmbH wurden

im letzten abgeschlossenen Geschäftsjahr keine Gesamtbezüge,

also insbesondere keine Gehälter, Gewinnbeteiligungen,

Aufwandsentschädigungen, Versicherungsentgelte,

Provisionen und Nebenleistungen jeder Art gewährt, da

die Emittentin erst im Jahr 2012 gegründet wurde. Ein

abgeschlossenes Geschäftsjahr gibt es somit zum Zeitpunkt

der Prospektaufstellung nicht. Die publity Marketing

GmbH ist nicht für Unternehmen tätig, die der

Emittentin Fremdkapital zur Verfügung stellen.

Die publity AG hält 100 % der Gesellschaftsanteile

an der publity Marketing GmbH. Thomas Olek, der

Vorstandsvorsitzende der publity AG, ist zum Zeitpunkt

der Prospektaufstellung Geschäftsführer der publity

Marketing GmbH.

7.2 Einwerbung des Eigenkapitals

Name publity Vertriebs GmbH

Handelsregister AG Leipzig HRB 24576

Gründung 17.10.2008

Stammkapital 25.000 Euro

Gesellschafter publity AG (100 %)

Vertretung Thomas Olek (Geschäftsführer)

Geschäftsanschrift/-sitz Jacobstraße 27, 04105 Leipzig*

Telefon +49 (0) 341 / 26 17 87 – 25

Telefax +49 (0) 341 / 26 17 87 – 31

E-Mail t.olek@publity.de

Funktion Einwerbung des Eigenkapitals

Mehr Info unter www.publity24.de

* voraussichtlich ab dem 01.10.2012 im neuen „publity-Center“ in der

Landsteinerstraße 6 in 04103 Leipzig

Die publity Vertriebs GmbH wurde von der Fondsgesellschaft

mit der Einwerbung des Emissionskapitals bis zum

30.06.2013 beauftragt. Dafür erhält die publity Vertriebs

GmbH eine erfolgsabhängige Provision i. H. v. 9,9 % auf

das von ihr eingeworbene Kommanditkapital. Darüber

hinaus erhält sie eine weitere Provision in Höhe des von

den Anlegern zu zahlenden Agios von 5 % des eingeworbenen

Kommanditkapitals. Die publity Vertriebs GmbH

betreibt kein „Endkundengeschäft“, sondern beauftragt

1) Diese Angabe ist Gegenstand des Nachtrags Nr. 1. Der Text der ursprünglichen Version ist auf Seite 130 dieses Verkaufsprospekts abgedruckt.

29


30

freie Vermittler mit der Einwerbung des Eigenkapitals; vgl.

Kapitel 13.11 „Vertrag über die Einwerbung des Eigenkapitals“.

Als freien Vermittler hat die publity Vertriebs GmbH

unter anderem die FINANZRESSORT Konzept GmbH

& Co. KG vertraglich gebunden, deren geschäftsführender

Gesellschafter der Gründungskommanditist Wolfgang

Lein ist; vgl. Kapitel 6.4 „Gründungsgesellschafter“.

Die publity AG hält 100 % der Gesellschaftsanteile

an der publity Vertriebs GmbH.

7.3 Due Diligence

7.3.1 Rechtsanwälte

Die publity Investor GmbH wird für die Fondsgesellschaft

unabhängige, überregional tätige Rechtsanwälte mit der

Durchführung der „Investor Due Diligence“ einschließlich

der „Legal Due Diligence“ und der Erstellung der

Due Diligence Berichte beauftragen, die die Grundlage

für den Abschluss der Forderungskaufverträge bilden.

Die publity Investor GmbH ist berechtigt, nach eigenem

pflichtgemäßen Ermessen die „Due Diligence im Rahmen

der rechtlichen und steuerlichen Transaktion“ durch

eigene, qualifizierte Mitarbeiter oder durch unabhängige

Rechtsanwälte durchführen zu lassen. Zum Zeitpunkt der

Prospektaufstellung liegt noch keine Beauftragung vor.

Die Rechtsanwälte erhalten für die anfallenden Tätigkeiten

von der publity Investor GmbH eine jeweils individuell

ausgehandelte Vergütung, die sich an Bedeutung und

Schwierigkeitsgrad der Prüfung orientieren und im Einklang

mit den gesetzlichen Bestimmungen (Rechtsanwaltsvergütungsgesetz)

stehen soll. Die den Rechtsanwälten zu

zahlende Vergütung ist in der von der Fondsgesellschaft

an die publity Investor GmbH zu zahlenden Vergütung i.

H. v. 1,0 % der Kaufpreise für die Forderungsportfolios

zzgl. gesetzlicher Umsatzsteuer enthalten; vgl. Kapitel 13.5

„Vertrag über die Durchführung der Legal Due Diligence“.

Der „Vertrag über die Beauftragung der Investor Due Diligence“

ist in Kapitel 16 „Anhang“ vollständig abgedruckt.

7.3.2 Immobiliensachverständige

Bei besicherten Forderungen erfolgt darüber hinaus eine

„Immobilien Due Diligence“, die eine individuelle Bewertung

der Immobilien/Sicherheiten durch unabhängige

Sachverständige oder Immobilienexperten, die mindestens

90 % die Engagements/Forderungen besichernden Immobilien

prüfen, zum Gegenstand hat. Auf Grundlage von

Grundbuchauszügen, vorliegender Verkehrswertgutachten

und Vorortrecherchen bzw. Besichtigungen werden die

aus der Zwangsversteigerung und/oder dem freihändigen

Verkauf dieser Immobilien erzielbaren Erlöse ermittelt und

jeweils in einem Businessplan für jede Immobilie/Sicherheit

zusammengefasst; vgl. Kapitel 13.6 „Vertrag über die

Durchführung der Immobilien Due Diligence“. Die den

beauftragten Sachverständigen /Immobilienexperten zu

zahlende Vergütung ist in der von der Fondsgesellschaft

an die publity Investor GmbH zu zahlenden Vergütung in

Höhe von 1,0 % der Kaufpreise für die Forderungsportfolios

zzgl. gesetzlicher Umsatzsteuer enthalten.

7.4 Master-Servicing

Name publity AG

Handelsregister AG Leipzig HRB 24006

Gründung 14.07.1999

Stammkapital 5.000.000 Euro

Aktionäre Consus GmbH (94 %), Streubesitz (6 %)

Vertretung Vorstand

Thomas Olek (Vorstandsvorsitzender)

RA Christoph Blacha (Vorstand)

Aufsichtsrat Solveig Olek (Aufsichtsratsvorsitzende)

Rechtsdienstleistungsregister

Qualifizierte Person

gem. § 12 Abs. 4 RDG

Geschäftsanschrift/

-sitz

AG Leipzig E 3712-147

RA Christoph Blacha

Jacobstraße 27, 04105 Leipzig*

Telefon +49 (0) 341 / 26 17 87 – 0

Telefax +49 (0) 341 / 26 17 87 – 31

E-Mail info@publity.de

Funktionen Übernahme des Master-Servicing der

Kredite und der Aktenverwaltung

Mehr Info unter www.publity.de

* voraussichtlich ab dem 01.10.2012 im neuen „publity-Center“ in der

Landsteinerstraße 6 in 04103 Leipzig

Die im Jahr 1999 in Partnerschaft verschiedener Landesbanken

(Sachsen LB, LBBW, Nord LB und HSBC Trinkaus

& Burkhardt) gegründete publity AG ist ein erfahrener

und in der Bankenbranche etablierter Servicer. Als

Internet-Aktien-Emmisionshaus hat die publity AG über

70 Unternehmen (z. B. Infineon AG, Deutsche Börse AG)

erfolgreich an die Börse begleitet. Heute ist das Unternehmen

im Bereich Kreditankauf und Servicing tätig.

Die publity AG verfügt durch ihre langjährige Tätigkeit

in der Finanzbranche über das notwendige Know-how

und stellt ein Team aus Rechtsanwälten, Wirtschaftsermittlern

und Asset-Managern zusammen, die einzelnen

Kreditforderungen strategisch auf- und abzuarbeiten. Die

publity AG ist Mitglied in der „Bundesvereinigung Kreditankauf

und Servicing e. V. (BKS)“, im „Bankenfach-


verband e. V.“, im „Bundesverband Deutscher Inkasso-

Unternehmen e. V. (BDIU)“, im „International Bankers

Forum e.V. (IBF)“ und ist Vertragspartner der „SCHUFA“.

Der Vorstandsvorsitzende Thomas Olek ist persönliches

Mitglied im „Banking Club Frankfurt“. Die publity AG

verfügt über eine sog. „Inkassolizenz“. Sie ist beim Amtsgericht

Leipzig unter dem Aktenzeichen E3712-147 im

Rechtsdienstleistungsregister eingetragen. Qualifizierte

Person gemäß § 12 Abs. 4 Rechtsdienstleistungsgesetz

ist Rechtsanwalt Christoph Blacha.

Der Master-Servicer erhält für die Aktenverwaltung

und das Forderungsmanagement eine jährliche

Pauschalvergütung i. H. v. 150.000 Euro zzgl. gesetzlicher

Umsatzsteuer. Für das eigentliche Servicing erhält

die publity AG eine erfolgsabhängige Vergütung i. H. v.

30 % der aus den jeweiligen Einzelforderungen erzielten

Erlöse zzgl. gesetzlicher Umsatzsteuer. Für den Fall, dass

die publity AG nach eigenem pflichtgemäßen Ermessen

„Sub-Servicer“ vertraglich binden sollte, verpflichtet

sich die publity AG, diese unmittelbar zu vergüten, ohne

dass der Fondsgesellschaft dafür weitere Kosten entstehen.

Die Einzelheiten sind in Kapitel 13.8 „Vertrag über

das Master-Servicing-Vertrag über das Kreditservicing

und die Aktenverwaltung“ erläutert. Dieser Vertrag ist

in Kapitel 16 „Anhang“ vollständig abgedruckt. Die

publity AG ist 100 %-ige Gesellschafterin sowohl der

publity Investor GmbH, der publity Vertriebs GmbH

als auch der publity Marketing GmbH.

7.5 Steuerberatung

und Buchhaltung

Name Rödl & Richter GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Steuerberatungsgesellschaft

Handelsregister AG Berlin Charlottenburg HRB 67717

Gründung 18.03.1998

Stammkapital 75.000 Euro

Vertretung WP, StB Monika Richter (Geschäftsführerin),

RA, StB, LL.M. Prof. Dr. Christian Rödl

(Geschäftsführer), WP, StB Wolfgang Kraus

(Geschäftsführer)

Gesellschafter 100 % der Anteile hält eine Gesellschaft

der Rödl Unternehmensgruppe

Geschäftsanschrift/

-sitz

Straße des 17. Juni 106, 10623 Berlin

Telefon +49 (0)30/54 71 00 0

Telefax +49 (0)30/54 71 00 50

E-Mail info@roedl-richter.de

PUBLITY PERFORMANCE FONDS NR. 4 GMBH & CO. KG

7 Vertragspartner der Emittentin

Mitgliedschaften der publity AG:

International Bankers Forum

Bankenfachverband

Bundesvereinigung Kreditankauf und Servicing e.V. (BKS)

BDIU Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen e. V.

Funktion Laufende Fondsbetreuung u. a.

Überwachung der Dokumentation und

Abrechnung des Forderungseinzugs

Vertragspartner der Schufa

Mehr Info unter www.roedl.de

Die Rödl & Richter GmbH wurde von der Fondsgesellschaft

mit der laufenden Beratung der Fondsgesellschaft

beauftragt, unter anderem mit der Buchhaltung,

der Jahresabschlusserstellung, der steuerlichen Beratung

sowie dem Controlling. Zum Umfang des Controllings

wird auf die Ausführungen in Kapitel 13.3

„Beratungsvertrag zur laufenden beratenden Tätigkeit“

verwiesen. Für das Controlling erhält sie eine jährliche

Vergütung i. H. v. 10.000 Euro zuzüglich gesetzlicher

Umsatzsteuer. Für die Erstellung der Buchführung und

der Jahresabschlüsse erhält sie ein Pauschalhonorar i.

H. v. jährlich 18.500 Euro zzgl. Auslagen und gesetzlicher

Umsatzsteuer. Für die erstmalige Einrichtung der

Buchführung erhält sie eine Pauschalvergütung i. H. v.

450 Euro zzgl. Auslagen und gesetzlicher Umsatzsteuer.

Gegen entsprechenden Nachweis können erhöhte Aufwendungen

über den kalkulierten Pauschalbetrag pro

Jahr hinaus bis zu einem Betrag von 5.000 Euro zzgl.

Auslagen und gesetzlicher Umsatzsteuer abgerechnet

werden. Für die steuerliche Beratung, einschließlich

der Erstellung der Steuererklärungen erhält die Rödl

& Richter GmbH ein jährliches Pauschalhonorar i. H.

v. 2.500 Euro zzgl. Auslagen und gesetzlicher Umsatzsteuer.

Die Leistungen im Zusammenhang mit der Verwaltung

der Liquiditätsüberschüsse sind mit der Vergütung

des Treuhandkommanditisten gemäß § 9 Ziffer 2

des Gesellschaftsvertrages abgedeckt.

7.6 Wirtschaftsprüfung

Die Fondsgesellschaft hat die Möglichkeit, durch Gesellschafterbeschluss

eine überregional tätige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft/Steuerberatungsgesellschaft

mit der

Prüfung der Jahresabschlüsse zu beauftragen.

31


32

7.7 Vertragsstruktur im Überblick

Der Anleger beteiligt sich an der publity Performance

Fonds Nr. 4 GmbH & Co. KG. In der nachfolgenden

Übersicht sind die Funktionen der einzelnen Gesellschafter

und die Funktionen der einzelnen Vertragspartner

dargestellt. Die wesentlichen Daten der Beteiligten sind

im vorangegangenen Kapitel 6.5 „Emittentin, Gesellschafter

und Geschäftsleitung“ aufgeführt.

Controller und Steuerberater

Rödl & Richter GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Steuerberatungsgesellschaft

Gründungskommanditist

Wolfgang Lein


Einwerbung des Eigenkapitals

publity Vertriebs GmbH

Anleger

(Kommanditist)

Treuhandkommanditist

Rödl & Richter Fondstreuhand GmbH

Fondsgesellschaft

publity Performance Fonds Nr. 4 GmbH & Co. KG

(Emittentin der Fondsanteile)

Due Diligence (Prüfungsprozesse)

Unabhängige Rechtsanwälte

Forderungsverkäufer

(Kreditportfolios) Banken, Versicherungen,

Finanzinvestoren und andere Servicer

PUBLITY PERFORMANCE FONDS NR. 4 GMBH & CO. KG

7 Vertragspartner der Emittentin

Wirtschaftliche Konzeption

und Marketing

publity Marketing GmbH

Komplementär GmbH

publity Investor GmbH

Master-Servicer

publity AG

33


8 Chancen der Beteiligung

Mit einer Anlage an der publity Performance Fonds

Nr. 4 GmbH & Co. KG sind attraktive Chancen verbunden,

die angesichts der Entwicklung dieser neuen

NPL- Asset-Klasse hohe Renditen aus dem „Kreditankauf

und Servicing“ erwarten lassen.

Investitionen (Kauf von Kreditportfolios)

Die institutionellen Finanzinvestoren, die in den letzten

Jahren in den NPL-Markt investiert haben, z. B. Lone

Star, Goldman Sachs, JP Morgan, Citigroup, Shinsei

und Merrill Lynch, legen ihr Augenmerk hauptsächlich

auf die Verwertung der Immobilien. Die Verwertung

der Immobilien im Rahmen von Zwangsversteigerungsverfahren

nimmt in der Regel mindestens ca. 2

bis 4 Jahre in Anspruch. Bei den im Zeitraum von 2004

bis 2007 verkauften Kreditportfolios ist die Verwertung

der Sicherheiten durch die marktführenden Servicer, wie

Hudson Advisors Germany GmbH, Hoist Immobilien

AG, Immofori AG, Servicing Advisors Deutschland

GmbH, Situs Global Servicing GmbH, Crown Westfalen

Bank AG oder Poceed Collection Services GmbH weitgehend

abgeschlossen. Die verbleibenden unbesicherten

Restforderungen aus den Kreditengagements gegen die

einzelnen Hauptschuldner und etwaigen Bürgen liegen

durchschnittlich im Bereich von 100.000 Euro und mehr.

Sie werden branchenüblich von Tochtergesellschaften

der Finanzinvestoren gehalten. Angesichts der aktuellen

Finanzkrise, in der der Staat die Bankenbranche mit

Kapital und Staatsbürgschaften unterstützt, werden die

Banken im Rahmen ihrer Bilanzbereinigungen auch

weiterhin ihre notleidenden Kreditportfolios zum Teil

veräußern. Auch die Gründung von so genannten „Bad

Banks“ wird voraussichtlich in den nächsten Monaten

zu einem starken Wachstum des Handels mit Kreditforderungen

führen. Die von PricewaterhouseCoopers

(PwC) in den Jahren 2010 und 2011 erstellten „NPL

Europe“-Studien (Download unter www.publity.de)

und der „European Non-Performing Loan Report“ von

Ernst & Young prognostizieren ein starkes Wachstum

beim Handel mit NPL-Forderungspaketen. Wie diese

Studien offenbaren, gelten Kredite i. H. v. derzeit über

350 Mrd. Euro als ausfallgefährdet. Weitaus mehr als

in anderen europäischen Ländern. Auch die Bank für

Internationalen Zahlungsausgleich zeigt sich besorgt und

mahnt Reformen und mehr Transparenz an. Die PwC-

Studie sieht die Ursache für den 50 %-igen Anstieg der

faulen Kredite in Firmenpleiten und ausfallenden Konsumentenkrediten.

Hinzu kommen gekündigte Immobilienkredite,

die nicht mehr prolongiert werden, da sie

den Eigenkapitalrichtlinien von Basel III nicht entspre-

chen. Die Fälle „Lehman Brothers“ und „Griechenland“

haben die drastischen Auswirkungen eines Schocks auf

die Märkte aufgezeigt, so die Bank für Internationalen

Zahlungsverkehr. Ihre Volkswirte warnen vor den nur

begrenzten Lösungsmöglichkeiten im erneuten Krisenfall

und den daraus resultierenden Folgen. Derzeit

werden Kreditportfolios mit Nominalforderungen von

mehreren Hundert Mio. Euro zum Kauf angeboten. Für

den Ankauf dieser Kreditportfolios werden Kaufpreise,

die einem Bruchteil des Nominalwertes der Forderungen

entsprechen, in der Regel im einstelligen Millionenbereich,

gezahlt. Die Konzeption dieser geschlossenen

Fondsgesellschaft bietet durch den Zusammenschluss

vieler Investoren dem einzelnen Fondsanleger die Möglichkeit,

an dieser neuen Asset-Klasse teilzuhaben und

Erlöse aus dem „Kreditankauf und Servicing“ zu erzielen.

Die aktuelle Entwicklung am Finanzmarkt führt aus

Sicht des Anlegers gegenwärtig zu günstigen Einkaufspreisen

und ermöglicht somit höhere Renditechancen.

Durch die seit September 2010 bestehende Mitgliedschaft

der publity Investor GmbH in der „Bundesvereinigung

für Kreditankauf und Servicing e. V. (BKS)“

wird der Forderungsankauf durch die Fondsgesellschaft

in erheblichem Maße unterstützt.

Die Fondsgesellschaft wird Kredit-Portfolios nur dann

erwerben, wenn die mit der Durchführung der „Investor

Due Diligence“ beauftragten Rechtsanwälte in ihrem Due

Diligence Bericht Feststellungen dazu getroffen haben,

dass die „vertraglich verankerten Investitionskriterien“

erfüllt sind bzw. die „Ausschlusskriterien“ nicht erfüllt

sind; vgl. Kapitel 9.3 „Investition und vertraglich verankerte

Investitionskriterien“. Gemäß Kapitel 2 „Beteiligungsangebot

im Überblick“ werden entsprechend der

Prognoserechnung 20 Mio. Euro für den Ankauf von

Kreditforderungen investiert. Vorhandene liquide Mittel

stehen für den Ankauf weiterer Kreditportfolios (Reinvestition)

zur Verfügung.

Erlöse aus Forderungen (Forderungseinzug)

Die Geltendmachung der Forderungen gegen die Schuldner

wird in den meisten Fällen aufgrund der abgegebenen

eidesstattlichen Versicherungen der Schuldner oder

wegen anhängigen Insolvenzverfahren und dem damit

zusammenhängenden erheblichen Aufwand von den

Banken und ihren Servicern vernachlässigt.

Wesentlicher Aspekt für die Kapitalanlage in einer

Fondsgesellschaft, die Forderungen aus gekündigten

Immobilienkrediten erwirbt und verwertet, ist, dass die

einzelnen Forderungen und Restsicherheiten im Rahmen

des Servicing professionell aufgearbeitet und zeitnah

35


36

Erlöse erwirtschaftet werden. Die Fondsgesellschaft

hat mit der publity AG einen erfahrenen Master-Servicer

(Abwicklungsdienstleister) beauftragt, der seit 1999

am Finanzmarkt tätig und seit 2006 auf das Servicing

von Kreditforderungen spezialisiert ist. Die publity AG

gehört heute zu den Marktführern in Deutschland. Der

Master-Servicer verfügt über entsprechend qualifizierte

Mitarbeiter, Wirtschaftsermittler und Asset-Manager

und beauftragt spezialisierte Rechtsanwälte. Die Servicing-Vergütung

der publity AG wird erfolgsabhängig und

marktüblich i. H. v. 30 % der Erlöse bemessen, zzgl. der

gesetzlichen Umsatzsteuer. Darüber hinaus erhält der

Master-Servicer, die publity AG, für die Aktenverwaltung

eine pauschale jährliche Vergütung i. H. v. 150.000

Euro (siehe Kapitel 11.3 „Voraussichtliche Ertrags- und

Finanzlage der Emittentin, der publity Performance

Fonds Nr. 4 GmbH & Co. KG (Prognoserechnung)“). Auf

Basis der Erfahrungen der publity AG sowie des Fonds

Nr. 1 und des Fonds Nr. 2, insbesondere in den letzten

Monaten, hat die Fondsgesellschaft die durchschnittliche

Erfolgsquote bei der Verwertung der Forderungen

gegen die Schuldner geschätzt. In der Bearbeitungszeit

bis zum 31.12.2016 werden Erlöse in Höhe von 56 Mio.

Euro prognostiziert. Ein Großteil der Erlöse resultiert

aus freiwilligen Zahlungen der Schuldner/Kunden und

aus der Verwertung von Sicherheiten/Immobilien im

ethischen Servicing. Es besteht die Möglichkeit, dass

überdurchschnittliche Erlöse, über die prognostizierten

Erlöse hinaus, aus den Forderungspaketen realisiert

werden können. Eine schnellere Verwertung der Forderungen

kann es der Fondsgesellschaft ermöglichen,

über den prognostizierten Umfang von jeweils 2,5 Mio.

Euro hinaus weitere Reinvestitionen zu tätigen, um die

erwarteten Erlöse zu stabilisieren und die Gesamtrückflüsse

zugunsten der Anleger zu erhöhen.

Verkauf von Rest- bzw. Teilportfolios

Da die Fondsgesellschaft das Ziel verfolgt, vorrangig

aus der Bearbeitung großvolumiger, unbesicherter Kreditforderungen

Erlöse zu erwirtschaften, steht es der

Fondsgeschäftsführung während der Fondslaufzeit frei,

Forderungen, die Gegenstand anhängiger Insolvenzverfahren

sind, an spezialisierte Investoren weiter zu veräußern,

wenn der Abschluss der Insolvenzverfahren

nicht absehbar bzw. vor Ende der Fondslaufzeit nicht

zu erwarten ist. Eine Veräußerung dieser Forderungen

ist ausgeschlossen, wenn der zu erwartende Verkaufserlös

unter dem anteiligen Einkaufspreis liegt, der für

den Erwerb dieser Forderungen gezahlt wurde. Beim

Verkauf von Insolvenzforderungen fällt eine Servicing-

Vergütung (vgl. Kapitel 9.4 „Aufgaben des Master-

Servicers“ und Kapitel 13.8 „Master-Servicing-Vertrag

über das Kreditservicing und die Aktenverwaltung“)

nur an, wenn der Verkaufspreis die prognostizierten,

anteiligen Erlöse übersteigt.

Da „Fonds-zu-Fonds-Transaktionen“ ausgeschlossen

sind, wird die Fondsgesellschaft auch am Ende der Laufzeit

keine Rest- bzw. Teilportfolios an Fonds veräußern,

die ggf. bis dahin ebenfalls vom Emissionshaus aufgelegt

worden sind. Rest- bzw. Teilportfolios können ausschließlich

im „Bieterverfahren“ an externe Dritte veräußert

werden. Hierzu werden mindestens drei Angebote (z. B.

von Mitgliedern des BKS e. V.) eingeholt. Da nicht ausgeschlossen

werden kann, dass die publity AG am Kauf

dieser Portfolios beteiligt ist und/oder das Kreditservicing

für die Erwerber dieser Portfolios weiter betreibt,

bedarf die Veräußerung in diesem Fall der Zustimmung

der Gesellschafterversammlung. In diesem Zusammenhang

muss der Servicer bestehende persönliche Verflechtungen

und Interessenkollisionen offenlegen; von einem

möglichen Verkaufserlös dieser Portfolios profitiert die

publity AG in diesen Fällen nicht.

Mehrerlöse

Für den Fall, dass die prospektierten Umsatzerlöse übertroffen

werden, ist im Gesellschaftsvertrag vereinbart,

dass die erwirtschafteten Mehrerlöse i. H. v. jeweils

50 % an die Anleger ausgeschüttet und i. H. v. jeweils

25 % an den Master-Servicer und an die geschäftsführende

Gesellschafterin der Fondsgesellschaft, die publity

Investor GmbH, ausgezahlt werden.


PUBLITY PERFORMANCE FONDS NR. 4 GMBH & CO. KG

8 Chancen der Beteiligung

37


38938


9 Markt notleidender Kreditforderungen

9.1 Allgemeine Informationen

Rund neun Jahre nach den ersten Transaktionen hat

sich der Handel mit Kredit-Portfolios notleidender

Forderungen in Deutschland etabliert. Für die Verkäufer

ist der Kredithandel ein Instrument zur Sicherung

der Liquidität. Vor allem im Bankbereich ermöglicht

der Verkauf von notleidenden Darlehensforderungen

(Non-Performing Loans, im Folgenden kurz „NPL‘s“

genannt) privaten wie öffentlichen Banken, Sparkassen,

Landesbanken und Volksbanken, ihre laufenden Aktivitäten

zur Verbesserung ihrer Risikostruktur voranzutreiben

und eröffnet ihnen zusätzliche Chancen, ihre

Position im Markt und ihre Ertragskraft zu stärken. In

Deutschland sind derzeit überwiegend Abwicklungsdienstleistungsunternehmen

mit der Verwertung von

NPL-Portfolios mit Fokus auf die Verwertung von

Immobilien beschäftigt, wie z. B. Hudson Advisors

Germany GmbH, Hoist Immobilien AG, Immofori

AG, Servicing Advisors Deutschland GmbH oder Situs

Global Servicing GmbH. Das gehandelte Volumen von

Kredit-Portfolios stieg seit 2004 stetig an, wobei eine

klare Trennung zwischen NPL-Portfolios und solchen

mit ordnungsgemäß bedienten Darlehen nicht möglich

ist, da in Teilen gemischte Forderungspakete veräußert

wurden. Diesen Markt dominieren laut Marktbericht der

„Deutsche Bank Research“ Immobiliendarlehen. Rund

2/3 vom Nominalkreditvolumen der verkauften Portfolios

entfallen auf Kredite, die allein mit Immobilien

besichert sind. Verkäufer sind zu großen Teilen Kreditinstitute.

Als Käufer sind bislang überwiegend internationale

Investmentbanken aufgetreten, wie beispielsweise

Lone Star, Goldman Sachs, JP Morgan, Citigroup,

Shinsei und Merrill Lynch. Die Höhe des Kaufpreises

wird von der Qualität der enthaltenden Kredite, deren

Sicherheiten sowie der Qualität der Informationen über

die Kreditnehmer bestimmt. Grundsätzlich gilt hier, je

besser die Daten sind, desto geringer fällt die Risikoeinschätzung

aus und desto höher ist der zu zahlende

Kaufpreis. Weitere Marktinformationen sind den „NPL

Europe“-Studien von PricewaterhouseCoopers und der

„European Non-Performing Loan Report“ von Ernst &

Young zu entnehmen; vgl. „www.publity.de“.

9.2 Übertragung der

Kreditforderungen

Die Vergabe von Krediten zählt zu den zentralen Säulen

des Bankgeschäfts. Traditionell markiert der Vertragsabschluss

den Beginn einer langfristigen Beziehung zum

Kunden, die mindestens bis zur Fälligkeit des Kredites

andauert. Bei Leistungsstörungen übernimmt die Bank

selbst die Abwicklung oder Sanierung mit ihren Workout-Abteilungen

als „Intensivbetreuung“. Um jedoch

die Struktur ihrer Aktiva und den Einsatz des Kapitals

zu optimieren, veräußern deutsche Banken seit einigen

Jahren vermehrt Kredite. Hierbei kann es sich um einzelne

notleidende Kredite oder ganze Portfolios unterschiedlichen

Typs handeln, wie beispielsweise Unternehmenskredite,

Konsumentenkredite, Kredite an private

Haushalte und besicherte oder unbesicherte Kredite

(Non-Performing Loans). Nachteilig wirkt sich diese

Art von Transaktionen oftmals auf die Reputation der

veräußernden Bank aus. Ein Kreditverkauf wird von

den Kunden und der Öffentlichkeit häufig als Vertrauensbruch

angesehen. Als besonders problematisch gilt

dabei, wenn ein Forderungskäufer mit der Abwicklung

der Darlehen beginnt und die Sicherheiten verwertet.

Insbesondere angelsächsischen Forderungskäufern und

den von ihnen beauftragten Abwicklungsdienstleistern

wird vorgeworfen, die Kredite ohne Rücksicht auf die

Interessen der Kreditnehmer zu verwerten und an einer

gütlichen Einigung im Einzelfall nicht interessiert zu sein.

Dabei werden die vielfältigen volkswirtschaftlichen Vorteile

übersehen und eine differenzierte Betrachtung der

unterschiedlichen Typen von Kreditnehmern unterbleibt

meist. Kreditnehmer, deren Verträge verkauft und dann

ggf. abgewickelt werden, sind bereits über einen längeren

Zeitraum ihren vertraglichen Verpflichtungen zu Zins-

und Tilgungsleistungen gegenüber den Kreditgebern

nicht nachgekommen. Liegt dagegen keine Vertragsverletzung

des Kunden vor, treten die Kreditaufkäufer

in den bestehenden Vertrag mit seinen Konditionen ein.

Insofern ergibt sich aus dem Verkauf von Kreditforderungen

durch die Banken kein direkter Nachteil für die

Kreditnehmer (Darlehensschuldner). Generell ist eine

Übertragung von Kreditforderungen ohne Zustimmung

des Kreditnehmers möglich. Hierbei gehen alle Rechte

und Pflichten auf den Käufer über. In dem Spezialfall des

Verkaufs notleidender Forderungen, insbesondere also,

wenn das Darlehen gekündigt wurde, weil der Kreditnehmer

nicht nur vorübergehend zahlungsunfähig oder

nicht zahlungswillig ist, ist nach der Rechtsprechung

des Bundesgerichtshofes (BGH-Urteil vom 27.02.2007)

eine Übertragung von Kreditforderungen generell ohne

Zustimmung des Kreditnehmers möglich. Der Verkauf

der Forderungen ändert nichts an der Möglichkeit des

Kreditnehmers, gegen den neuen Gläubiger die gleichen

Einwendungen geltend zu machen, wie zuvor gegen den

ursprünglichen Forderungsinhaber, den Kreditgeber.

Insbesondere bleiben die vertraglichen Vereinbarungen

über Zinsen und Gebühren, Laufzeiten und sonstige

39


40

Bedingungen gültig und der Kreditnehmer bleibt weiterhin

durch die bestehenden gesetzlichen Regelungen

geschützt. Auf die Verletzung des „Bankgeheimnisses“

kann ein Abtretungsverbot von notleidenden Forderungen

nicht gestützt werden. Auch aus Datenschutzvorschriften

ergibt sich kein gesetzliches Verbot im Sinne

des § 134 BGB und es liegt kein Geheimnisverrat im

Sinne der Strafvorschriften vor. Insgesamt enthält das

deutsche Rechtssystem damit nach Ansicht der „Bundesvereinigung

Kreditankauf und Servicing e. V.“ heute

schon ein ausgewogenes Verhältnis von Gläubiger- und

Schuldnerrechten, das auch beim Verkauf eines notleidenden

Kredits fortbesteht. Mit großer Spannung

wurde in diesem Zusammenhang auf die Reaktion der

Bundesregierung auf die veränderte Marktlage und

die Bedenken des Verbraucherschutzes gewartet. Am

19. August 2008 trat das Risikobegrenzungsgesetz in

Kraft. Der Gesetzgeber verstärkte hiermit die schutzwürdigen

Positionen der Kreditnehmer und steigerte die

Transparenz der Finanzmärkte. Folgende Neuerungen

für den Abschluss künftiger (Kredit- bzw.) Darlehensverträge

wurden normiert: Banken sind nunmehr verpflichtet,

bereits bei Vertragsabschluss auf die Option

zur Weiterveräußerung des Darlehens hinzuweisen. Die

Aufnahme eines solchen Hinweises in den Allgemeinen

Geschäftsbedingungen genügt den Anforderungen des

Gesetzgebers nicht. Weiterhin wurde die Pflicht der

Banken begründet, drei Monate vor Nichtverlängerung

des Darlehens oder Ablauf der Zinsbindung darauf hinzuweisen.

Eine erfolgte Weiterveräußerung ist künftig

unverzüglich gegenüber dem Darlehensnehmer anzuzeigen.

Banken dürfen ein Immobiliendarlehen erst dann

kündigen, wenn es „notleidend“ ist. Als „notleidend“

wird ein Kredit definiert, bei dem der Kreditnehmer über

einen Zeitraum von 90 Tagen mit zwei aufeinanderfolgenden

Teilzahlungen, mindestens jedoch mit 2,5 % des

Nennbetrags des Kredits, in Verzug ist. Das Risikobegrenzungsgesetz

soll den Schutz des Darlehensnehmers

auch ohne Sonderkündigungsrecht künftig ausreichend

gewährleisten und die Bedenken seitens des Verbraucherschutzes

ausräumen. Eine Veränderung für bereits

bestehende Darlehen ist hiermit nicht verbunden. Insofern

wurde das Urteil des BGH vom 27.02.2007 bestätigt.

Auswirkungen auf den Handel mit NPL-Forderungen

sind nach Einschätzung sowohl der Anbieterin als

auch des Master-Servicers durch die Entwicklung oder

Änderung der Rechtsprechung nicht zu erwarten. Ist

ein Forderungsportfolio veräußert, wird die Beitreibung

einzelner Forderungen in der Regel von einem Abwicklungsdienstleister

(Servicer) übernommen. Nahezu alle

am NPL-Markt tätigen Servicer sind in der „Bundesver-

einigung Kreditankauf und Servicing e. V.“ organisiert,

die am 12.07.2007 in Frankfurt a. M. von führenden

Unternehmen aus den Bereichen Forderungskauf und

Abwicklungsdienstleistung gegründet wurde. Die Servicingleistungen,

die die publity AG für die Fondsgesellschaft

erbringt, werden ebenfalls von Mitbewerbern wie

Deutsche EBH GmbH, Hoist AG, Proceed Collection

Services GmbH, Link Financial GmbH, Crown Credit

Services GmbH, ImmoAdvisors GmbH und anderen

erbracht. Die Bundesvereinigung hat gemeinsam mit

seinen Mitgliedern grundsätzliche Abwicklungsgrundsätze

erarbeitet. Im Einzelnen sind dies:

die unter Vertrag befindlichen Forderungen nach

den deutschen Gesetzen und nach dem Standard

des Bundesverbandes deutscher Inkassounternehmen

(BDIU) zu bearbeiten;

Kreditportfolios nicht nur unter Berücksichtigung

von Ertrags- und Liquiditätsbelangen des Forderungsinhabers

zu verwalten, sondern auch die

örtliche Verbundenheit des Forderungsverkäufers

und seine Verantwortung für die in der Region

lebenden Menschen und ansässigen Unternehmen

zu berücksichtigen;

bestrebt zu sein, vor der Verwertung von Sicherheiten

eine einvernehmliche Lösung mit den Kreditnehmern

herbeizuführen;

für die Bearbeitung hoch qualifizierte und motivierte

Asset Manager zu beschäftigen, die mit den

lokalen Gepflogenheiten im Umgang mit Kreditschuldnern

vertraut sind.

Darüber hinaus wird bei der Bearbeitung notleidender

Kredite ein umfassendes und variables Maßnahmenpaket

angeboten. Dieses kann aus diskontierter Rückzahlung,

teilweisem Forderungsverzicht, Umschuldung, freihändigem

Verkauf von Sicherheiten (wie Immobilien), Forderungsverkauf

oder Rettungserwerb bestehen. Weiterhin

hat die „Bundesvereinigung Kreditankauf und Servicing

e. V.“ ein System der Corporate Governance für ihre

Mitglieder und einen Ethikkodex für den Umgang mit

Schuldnern entwickelt und ein Ombudsmann-System/

Schiedsverfahren eingeführt, um eine Schlichtungsstelle

zu schaffen. Mehr Informationen hierzu sind auf

der Internetseite der „Bundesvereinigung Kreditankauf

und Servicing e. V.“ unter „www.bks-ev.de“ zu finden.

Der von der Fondsgesellschaft eingesetzte Kreditservicer,

die publity AG, ist seit Frühjahr 2008 Mitglied

in der „Bundesvereinigung Kreditankauf und Servicing

e. V. (BKS)“; weitere Mitgliedschaften der publity AG


estehen im „Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen

e. V. (BDIU)“ und im „Bankenfachverband

e. V.“. Das Emissionshaus, die publity Investor GmbH,

ist seit Mai 2011 Mitglied in der „Bundesvereinigung

Kreditankauf und Servicing e. V. (BKS)“.

9.3 Investition und vertraglich

verankerte Investitionskriterien

Die Fondsgesellschaft beabsichtigt, titulierte Bankforderungen

aus Immobilienfinanzierungen sowie

andere urkundlich besicherte Forderungen von deutschen

Banken, ausländischen Finanzinvestoren und/

oder anderen Finanzdienstleistern in einzelnen Portfolios

auf Grundlage einzelner und individuell mit den

jeweiligen Verkäufern ausgehandelter Verträge erwerben

und aus der Verwertung der einzelnen Forderungen

Einkünfte erzielen.

In der Regel werden am NPL-Markt Kreditportfolios

mit einem Forderungsvolumen im zweistelligen Millionenbereich

bis hin zu mehreren 100 Mio. Euro angeboten.

Aktuell handelt es sich hierbei um Portfolios, die im

Zeitraum zwischen 2004 und 2007 an Finanzinvestoren

veräußert wurden. Seinerzeit waren diese Portfolios mit

Immobilien weitestgehend besichert. Zum Zeitpunkt

des Forderungsverkaufs sind die verpfändeten Sicherheiten

(Immobilien) teilweise durch die Banken oder

die Servicer verwertet worden. In den meisten Fällen

bestehen diese Forderungen gegen die Hauptschuldner

sowie mithaftende Personen (Ehegatten, Bürgen etc.).

Die Höhe der Nominalforderungen gegen die einzelnen

Schuldner in diesen Portfolios beträgt oftmals 100.000

Euro bis hin zu mehreren Millionen Euro.

Anlageobjekte der vorliegenden Vermögensanlage

sind notleidende, titulierte, teilweise nicht mehr besicherte

Kreditforderungen, die die Fondsgesellschaft

erwerben wird, wenn diese den in diesem Abschnitt

dargestellten „Investitionskriterien“ entsprechen. Die

Investitionsentscheidung und die Zahlungsfreigabe

erfolgen auf Grundlage der für jedes Kreditportfolio

durchgeführten „Due Diligence Prüfungen“ und der

„Due Diligence Berichte“ der beauftragten Rechtsanwälte

und Immobilienexperten.

Die beauftragten Rechtsanwälte und Immobilienexperten

haben im Interesse aller am „Due Diligence“-

Prozess Beteiligten, insbesondere der ehemaligen Forderungsinhaber

bzw. Forderungsverkäufer, die Einhaltung

des Bankgeheimnisses, sämtlicher datenschutzrechtlichen

Bestimmungen und der Grundsätze der Verschwiegenheit

und Vertraulichkeit sicherzustellen.

PUBLITY PERFORMANCE FONDS NR. 4 GMBH & CO. KG

9 Markt notleidender Kreditforderungen

Investor Due Diligence

Unter Due Diligence wird allgemein „die vorbereitende

Prüfung des Kaufobjektes (hier: Kreditportfolios)“ verstanden.

Zielsetzung der Due Diligence ist die Bereitstellung

entscheidungsrelevanter Informationen für den

Investor unter Berücksichtigung der Verwertungsstrategie

und der wirtschaftlichen und rechtlichen Gegebenheiten.

Umfang und Detailgrad der Due Diligence werden

maßgeblich durch die Verfügbarkeit und die Qualität

der Informationen über das zu erwerbende Portfolio,

seine Komplexität und die zugrunde liegenden Sicherheiten

und Immobilien beeinflusst. Nach Erhalt der

Portfolioinformationen seitens des Verkäufers werden

die Portfoliodaten aufbereitet und die Beschaffenheit

des Portfolios analysiert. Die Ergebnisse dieser Portfolioanalyse

bestimmen maßgeblich den Umfang der

Due Diligence sowie das Qualifikationsprofil und die

Stärke des Due Diligence Teams. Die Portfolioanalyse

konzentriert sich insbesondere auf

die Portfoliostruktur (wie geografische Konzentrationen,

Status des Kreditnehmers und der

Immobilie);

die Granularität des Portfolios (wie etwaige Konzentrationsrisiken,

hohe Diversifizierung und/oder

Homogenität);

den Portfoliostatus (wie Non Performing Loans);

die Portfoliobesicherung (wie Hypothekarkredite

an Privatleute, strukturierte grundpfandrechtliche

Kredite gewerblich genutzter Immobilien, teilbesicherte

Konsumenten- oder Firmenkredite).

Auf Grundlage der Portfolioanalyse erfolgt die Festlegung

der Due Diligence Strategie. Hierzu zählen

die Auswahl der Stichproben der Due Diligence;

die Entscheidung, wie viele Kreditengagements

bzw. welcher prozentuale Anteil der Gesamtforderungen

geprüft werden sollen;

das Zusammenstellen der Due Diligence Teams und

das Festlegung des Qualifikationsprofils;

das Festlegen der grundsätzlichen Lösungsstrategie

und somit des Schwerpunktes der Due Diligence.

Die „Investor Due Diligence“ besteht aus einer „Legal

Due Diligence“, die bei besicherten Kreditforderungen

um eine „Immobilien Due Diligence“ ergänzt wird. Die

Beurteilung eines Kreditportfolios soll anhand aller

41


42

wesentlichen preisrelevanten Informationen und Daten

aus folgenden Bereichen erfolgen:

Kreditnehmer (u. a. persönliche Angaben, wirtschaftliche

Verhältnisse, rechtlicher Status, Stand

persönlicher Vollstreckungsmaßnahmen);

Darlehen (u. a. Anzahl, Darlehensart, ursprünglicher

Nominalbetrag, Zins- und Tilgungsvereinbarung,

Restrukturierungsmaßnahmen und

Forderungsverzichte, Sicherheiten, ggf. geleistete

Subventionen/Zuschüsse und damit verbundene

Zustimmungserfordernisse);

Immobilien (u. a. Art der Immobilie, Anzahl der

Einheiten, Flächenangaben, Mieteinnahmen (netto/

brutto), Mieterlisten mit Angaben der Mieteinnahmen

und Leerstände, bei gewerblichen Objekten

Mietverträge mit Angabe der Laufzeit, möglichen

Indexierungen, Optierung der Mehrwertsteuer,

Informationen zu Zwangsversteigerung und

Zwangsverwaltung sowie Verkehrswertgutachten);

Grundschulden (u. a. Höhe und Rang der Grundschulden

zugunsten des Verkäufers, eventuelle

Vorlasten Dritter, Zins und Kosten, Eintragungen

in Abt. II des Grundbuches, insbesondere Erbbau-

und/oder Nießbrauchrechte, Flurbezeichnungen,

enge oder weite Sicherungszweckerklärungen, etc.);

Belastungen über das eigene Grundpfandrecht

hinaus (ggf. vor- oder gleichrangig, die im Grundbuch

eingetragen sind);

Sonstige Sicherheiten (u. a. Art der Sicherheit, bei

Lebensversicherungen Rückkaufswerte, Bausparguthaben,

Namen der Versicherung oder des

Bausparinstitutes, Art der Garantie, Garantiegeber,

etc.).

Die Fondsgesellschaft wird mit der Durchführung der

„Legal Due Diligence“ erfahrene und unabhängige

Rechtsanwälte und mit der Durchführung der „Immobilien

Due Diligence“ unabhängige und qualifizierte

Immobiliensachverständige/Experten beauftragen.

Die Ergebnisse der Prüfungen werden jeweils in Due

Diligence Berichten zusammengefasst. Bei besicherten

Forderungen erfolgt eine individuelle Bewertung der

Immobilien/Sicherheiten von mindestens 90 % der Einzelengagements/Forderungen.

Auf Grundlage von für

jede einzelne Immobilie gefertigter Kurz- bzw. Bewertungsgutachten

wird ein ausführlicher Portfolio-Businessplan

erstellt.

Grundlage jeder Investitions- bzw. Kaufentscheidung

der Fondsgesellschaft sind die Feststellungen,

die in den „Due Diligence Berichten“ und dem ggf.

erstellten Portfolio-Businessplan zusammengefasst

werden.

Legal Due Diligence

Die Einzelforderungen der Kreditportfolios können

nicht nur gegen Privatpersonen bestehen, sondern auch

gegen juristische Personen, wie Aktiengesellschaften,

Gesellschaften mit beschränkter Haftung und gegen

Kommanditgesellschaften. In vielen Fällen wurde die

persönliche Haftung auf natürliche Personen erweitert

(ehemalige Geschäftsführer, Vorstände, Ehegatten,

Bürgen, etc.). Durch die Verkäufer werden der Fondsgesellschaft

Datentapes zur Verfügung gestellt, aus

denen sich die wesentlichen Daten ergeben, auf deren

Grundlage die vorbereitende Portfolioanalyse erfolgt

ist. Im Rahmen der „Legal Due Diligence“ erfolgt die

Prüfung einzelner Kreditengagements anhand der dem

Due Diligence Team im Original zur Einsicht zur Verfügung

gestellten Kredit- und Abwicklungsakten. Um

einen vollständigen Gesamteindruck und eine aussagekräftige

Bewertung eines jeden Kreditportfolios vornehmen

zu können, werden ca. 10 % bis 20 % aller

Originalakten stichprobenartig geprüft. Die Auswahl

der Stichproben im Datenraum der Verkäuferin und die

Festlegung, wie viele Kreditengagements bzw. welcher

prozentuale Anteil der Gesamtforderungen im Datenraum

geprüft werden, erfolgt in Abstimmung mit der

Fondsgesellschaft.

Der Inhalt der „Legal Due Diligence“ in der „Datenraumphase“

umfasst insbesondere

den Abgleich der vom Verkäufer aufbereiteten

Daten (z. B. Kreditdaten) mit den im Datenraum

zur Verfügung gestellten Originalunterlagen sowie

ggf. die systematische Erhebung zusätzlicher bewertungsrelevanter

oder im Zusammenhang mit einem

möglichen späteren Dokumentübergang relevanter

Daten;

die Analyse der wirtschaftlichen Verhältnisse der

Kreditnehmer sowie

die Beurteilung von Kreditsicherheiten,

mit dem Ziel, Feststellungen dazu zu treffen, dass

die nachfolgend dargestellten Ausschlusskriterien für

den Erwerb des jeweiligen Forderungsportfolios nicht

erfüllt sind.


Zur Bewertung eines zu erwerbenden Forderungsportfolios

können im Rahmen der „Legal Due Diligence“

durch unabhängige und erfahrende Rechtsanwälte

insbesondere folgende, grundlegende Merkmale

überprüft werden:

Bestehen und Nominalwert der Hauptforderungen;

(Natürliche oder juristische) Person der Schuldner;

Anzahl der Schuldner;

Mitverpflichtete Personen (z. B. Bürgen);

Alter der Schuldner;

Regionale Zuordnung der Schuldner;

Anzahl und ggf. Laufzeit von Insolvenzverfahren;

Sonstiges Vermögen der Schuldner;

bisher durchgeführte Vollstreckungsmaßnahmen;

Bekannter oder unbekannter Aufenthaltsort der

Schuldner bzw. Wohnsitz im Ausland;

Bestehen von Sicherheiten;

Übertragbarkeit der Forderungen bzw. der

Sicherheiten;

Durchsetzbarkeit der Forderungen bzw. Verwertbarkeit

von Sicherheiten;

Eingetragene Höhe und der Rang von Grundschulden

zugunsten des Forderungsverkäufers sowie

Vorlasten Dritter;

Bestehende Sicherungszweckerklärungen;

Weitere Risiken, wie anhängige oder drohende

Rechtsstreitigkeiten u. a., die den Wert der Forderungen

oder bestehender Sicherheiten beeinträchtigen

können.

Soweit möglich, soll die „Legal Due Diligence“ auf

Grundlage von in den Originalakten befindlicher Selbst-

oder Bonitätsauskünfte eine Analyse der wirtschaftlichen

Verhältnisse der Kreditnehmer umfassen und ggf.

die Frage beantworten, inwieweit über die Erlöse aus

der Verwertung der vorhandenen Sicherheiten hinaus

noch Rückflüsse von den jeweiligen Kreditnehmern zu

erwarten sind.

Immobilien Due Diligence

Kernelement der „Immobilien Due Diligence“ ist die

Beurteilung der aus der Verwertung der Kreditsicherheiten/Immobilien

zu erwartenden Zahlungen.

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9 Markt notleidender Kreditforderungen

Bei Investitionen in Forderungen, bei denen die

Hauptsicherheiten noch nicht oder noch nicht vollständig

verwertet sind, wie bei Wohnungen, Häusern, Grundstücken,

Gewerbeanlagen usw. sind stichprobenartige

Überprüfungen der Forderungen und Sicherheiten/

Immobilien im „Datenraum“ des Verkäufers aus Sicht

der Fondsgesellschaft nicht ausreichend.

Bei besicherten Forderungen erfolgt deshalb eine individuelle

Bewertung der Immobilien/Sicherheiten durch

unabhängige Immobilienexperten bzw. –sachverständige,

die mindestens 90 % der die Einzelengagements/Forderungen

besichernden Immobilien/Sicherheiten prüfen.

Auf Grundlage vorliegender Verkehrswertgutachten

und Vor-Ort-Recherchen werden die aus der Zwangsversteigerung

und/oder dem freihändigen Verkauf dieser

besichernden Immobilien erzielbaren Erlöse ermittelt.

Für jede einzelne Immobilie werden Kurz- bzw. Bewertungsgutachten

gefertigt und die jeweiligen Verwertungserlöse

festgelegt, die in einem ausführlichen Portfolio-

Businessplan zusammengefasst werden, aus dem sich

eine Investitionsrendite ergibt, die zu einer Verbesserung

der Gesamtprognose der Fondsgesellschaft führt.

Folgende, grundlegende Merkmale können Gegenstand

der „Immobilien Due Diligence“ sein:

geografische Konzentrationen, Zusammensetzung

und Konzentration bestimmter Immobilienarten

bzw. Spezialimmobilien (Hotels, Einkaufszentren,

Altersheime, etc.);

Art der Immobilie, Anzahl der Einheiten, Flächenangaben,

tatsächliche Mieteinnahmen (netto/

brutto), erzielbare Mieteinnahmen, Mieterlisten

mit Angaben der Mieteinnahmen und der Leerstände,

bei gewerblichen Objekten Mietverträge

mit Angabe der Laufzeit, möglichen Indexierungen,

Optierung der Mehrwertsteuer;

Bewirtschaftungskosten, mögliche Restnutzungsdauer,

mögliche Verwertungskosten;

Bodenwert sowie ggf. sonstige wertbeinflussende

Umstände (z. B. Gebäudebeschädigungen,

Bodenkontaminationen);

Informationen zu Zwangsversteigerung und

Zwangsverwaltung;

vorliegende Verkehrswertgutachten.

Ausschlusskriterien

Für den Kauf eines Forderungsportfolios werden folgende

Ausschlusskriterien festgelegt:

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fehlende oder grob fehlerhafte Datentapes;

fehlende Kreditakten generell;

fehlende Bewertungen der Immobilien/Sicherheiten

bei über 10 % der Einzelengagements/besicherten

Forderungen;

ein Kaufpreis i. H. v. über 1,5 % des Nominalwertes

unbesicherter Forderungen;

bei mehr als 60 % der Schuldner unbesicherter Forderungen

ist ein Insolvenzverfahren anhängig;

mehr als 25 % der Schuldner haben ihren Aufenthalt

ins Ausland verlegt bzw. sind unbekannt

verzogen;

Einzelforderungen befanden sich im wirtschaftlichen

Eigentum der Fonds Nr. 1, Nr. 2 oder Nr. 3;

„Fonds-zu-Fonds-Transaktionen“ sind ausgeschlossen.

Die Fondsgesellschaft kann keine Kreditportfolios mit

Kreditforderungen erwerben, die sich bereits im wirtschaftlichen

Eigentum einer von der publity Investor

GmbH früher initiierten Fondsgesellschaft befunden

haben. Die Prüfung hat durch den Abgleich der Datentapes

des Verkäufers mit den Datentapes der Fonds Nr. 1,

Nr. 2 und Nr. 3 zu erfolgen.

Investitionsentscheidung

Nach durchgeführter rechtlicher Prüfung der Forderungen/Kreditengagements

und Vorliegen des „Legal Due

Diligence“-Berichtes und nach individueller Prüfung

und Bewertung der Immobilien/Sicherheiten und nach

Vorliegen des „Immobilien Due Diligence“-Berichtes

einschließlich des Portfolio-Businessplans erfolgt die

Kaufentscheidung der Fondsgesellschaft. Die prognostizierte

Rendite aus Asset-Ebene muss mindestens (nach

Abzug sämtlicher Kosten und Gebühren des Erwerbs,

der Verwaltung und der Verwertung) der Prognoserechnung

entsprechen und sachlich und rechnerisch

nachvollziehbar sein. Grundlage der Kaufentscheidung

durch die Fondsgesellschaft und der Freigabe der Kaufpreiszahlung

sind die Feststellungen der Due Diligence

Berichte, einschließlich der bei besicherten Forderungen

erstellten Portfolio-Businesspläne. Die Freigabe

der Kaufpreiszahlung erfolgt nur, wenn betreffend das

maßgebliche Forderungsportfolio sowohl ein „Legal

Due Diligence“-Bericht als auch ein „Immobilien Due

Diligence“-Bericht, einschließlich eines Portfolio-Businessplans,

vorliegen, in denen die beauftragten Prüfer

jeweils bestätigen, dass die festgelegten Investitionskriterien

erfüllt sind.

Nach Abschluss der Prüfungsprozesse und erfolgter

Investitions-/Kaufentscheidung kann die Fondsgesellschaft

unabhängige Rechtsanwälte mit der Durchführung

der „Due Diligence im Rahmen der rechtlichen

und steuerlichen Gestaltung der Transaktion“ beauftragen.

Diese hat auf Grundlage der vorliegenden Due

Diligence Berichte unter Berücksichtigung der Vorgaben/Anforderungen

der jeweiligen Portfolio-Verkäufer

die Ausarbeitung und/oder die Prüfung der Portfolio-

Kaufverträge zum Gegenstand.

9.4 Aufgaben des Master-Servicers

Als Master-Servicer wird die publity AG tätig werden.

Die publity AG ist als Dienstleistungsunternehmen im

Bereich Servicing von „Non-Performing Loans“ auf dem

deutschen Markt tätig. Die Fondsgesellschaft erwirbt

Portfolios notleidender, gekündigter Kredite und beauftragt

die publity AG als Master-Servicer mit der Abwicklung.

Diese wird die Ansprüche aus den notleidenden

Bankforderungen bestmöglich zugunsten der Fondsgesellschaft

verwerten. Die publity AG verfügt durch die

bisherige Tätigkeit in diesem Bereich über das nötige

Know-how sowie die entsprechend spezialisierten Mitarbeiter

zur optimalen Kreditabwicklung und -verwertung.

So stellt der Master-Servicer ein Team aus Rechtsanwälten,

Wirtschaftsermittlern und Asset-Managern

zusammen, die die einzelnen Forderungen auf- und strategisch

abarbeiten. Die publity AG ist berechtigt, nach

eigenem pflichtgemäßem Ermessen das Servicing von

grundbuchrechtbesicherten Forderungen/Sicherheiten

auf spezialisierte und erfahrene Servicer wie Crown

Credit Services GmbH oder die ImmoAdvisors GmbH

oder andere zu übertragen.

Nach Übernahme eines Forderungspaketes erfolgt

zunächst die elektronische Erfassung aller vom Verkäufer

übergebenen Hand-, Kredit- und Abwicklungsakten.

Diese werden in dem Back-Office-System „ESRA“ dem

Bearbeitungsteam zur Verfügung gestellt. Zeitgleich

erfolgt die Bearbeitung der Kreditakten durch von der

publity AG oder dem Servicer beauftragte Rechtsanwälte.

Diese legen dann zu jedem einzelnen Schuldner

Akten an, in denen die aktuellen Forderungskonten

geführt werden. Die Korrespondenz mit den Schuldnern

sollen unabhängige Rechtsanwälte übernehmen. Nach

Einsichtnahme in die Schuldnerakten wird zunächst

anhand von Internetrecherchen, Telefonkontakten u. ä.

ein erster Gesamteindruck vom Schuldner gewonnen.

Im nächsten Schritt werden die Wirtschaftsermittler

vor Ort tätig. Hierbei erfolgt die Recherche der Erreichbarkeit

des Schuldners (Meldeadresse und tatsächliche


Wohnadresse), seiner aktuellen beruflichen Tätigkeit,

eventuell vorhandener Beteiligungen an Unternehmen

und seines sozialen Umfeldes. In diesem Zusammenhang

wird ein besonderes Augenmerk auf die Beteiligungen

der Familienangehörigen gelegt. Zudem überprüfen die

Wirtschaftsermittler den Status der in den früheren Vermögensaufstellungen

des Schuldners aufgelisteten Vermögensgegenstände.

Die so gewonnenen Erkenntnisse

werden in einem ersten Ermittlungsbericht festgehalten.

Im Zuge des Analyseprozesses erfolgt die Gliederung

der Schuldner in die Gruppen „Groß- und Profischuldner“

sowie „Kleinschuldner“. Dieses Vorgehen

ist sinnvoll, da sich die Schuldnergruppen nicht nur in

der Höhe der Schulden unterscheiden, sondern regelmäßig

auch in ihrer Lebensweise und ihren wirtschaftlichen

Möglichkeiten.

Groß- und Profischuldner

Charakterisierend für die Gruppe der Groß- und Profischuldner

ist der Umstand, dass durch die erfolgten

Kreditaufnahmen zusätzliche Vermögenswerte, wie

Immobilien und Unternehmensbeteiligungen, geschaffen

wurden. Diese Vermögenswerte sind teilweise, soweit

nicht durch Zwangsvollstreckungsmaßnahmen zerschlagen,

noch vorhanden und oft durch Übertragung

an nahestehende Personen dem Zugriff der Gläubiger

entzogen. In diesen Fällen prüfen die eingesetzten Wirtschaftsermittler,

ob sich das persönliche und geschäftliche

Umfeld und insbesondere der Lebensstil und -standard

des Schuldners verändert hat. Indizien sind in diesem

Zusammenhang die Nutzung von Ferienwohnung oder

-haus, Segel- oder Motorjacht und Kleinflugzeug. Die

Überprüfung erfolgt mittels Creditreform-Auskünften

(Beschäftigung, Beteiligungen, etc.), Handelsregisterrecherchen

und weiteren Recherchen, um so ein

umfassendes Bild zur Beurteilung des Schuldners zu

erlangen. Wird im Rahmen der Prüfung festgestellt,

dass die Kreditaufnahme nach wie vor der Aufrechterhaltung

eines aufwendigen Lebensstils dient, erfolgt

gegebenenfalls durch Einschaltung eines Insolvenzverwalters

die Prüfung, ob Anfechtungsrechte erfolgreich

geltend gemacht werden können. Diese Vorgehensweise

zielt darauf ab, die Verschleierung von Vermögenswerten

durch den Schuldner aufzudecken, wenn diese Werte

dem Zugriff der Gläubiger entzogen sind. Im Ergebnis

wird dem Schuldner der Abschluss eines Gläubigervergleichs

unter Einbeziehung möglichst aller Gläubiger

des betreffenden Schuldners angeboten.

PUBLITY PERFORMANCE FONDS NR. 4 GMBH & CO. KG

9 Markt notleidender Kreditforderungen

Kleinschuldner

Der Kleinschuldner hat durch Kreditaufnahme vielfach

ein zentrales Lebensziel, wie beispielsweise den Erwerb

von Wohneigentum, Aufbau einer kleingewerblichen

oder freiberuflichen Existenz, verwirklichen wollen.

Bei Fälligstellung der Kredite war er regelmäßig nicht

in der Lage, diese vollständig zurückzuführen. In der

Folge führten Zwangsversteigerung, weitere Vollstreckungsmaßnahmen,

Abgabe der Eidesstattlichen Versicherung

zu einem Auskommen unterhalb der Pfändungsfreigrenze

mit allen negativen Begleiterscheinungen. Oft

gelangen Schuldner in dieser Gruppe durch Krankheit,

Arbeitsplatzverlust, Scheidung oder ähnliche Vorfälle in

die sogenannte Schuldenfalle, aus der sie sich nicht aus

eigener Kraft befreien können. Der Servicer wird diesen

Schuldnern Vergleichsvereinbarungen unter Berücksichtigung

aktueller Verdienstmöglichkeiten zum Abschluss

anbieten. Überdies soll den Schuldnern im Rahmen der

Ausarbeitung des außergerichtlichen Vergleichs individuelle

Hilfestellung angeboten werden.

Servicing

Auf Grundlage der Ermittlungsergebnisse und der persönlichen

Eindrücke der Wirtschaftsermittler erfolgt eine

erste persönliche Kontaktaufnahme mit dem Schuldner

durch den zuständigen Asset-Manager. Mittels weiterer

persönlicher Gespräche werden Kenntnisse aus dem

ersten Ermittlungsbericht in Bezug auf die aktuelle

Situation des Schuldners, seine familiären Verhältnisse

und sein persönliches Umfeld, vertieft und ergänzt. Die

Beitreibung der Geldforderungen erfolgt mittels außergerichtlicher

und gerichtlicher Maßnahmen gegen den

jeweiligen Schuldner. Gerichtliche Maßnahmen sind im

Wesentlichen die Pfändung vorhandener Vermögenswerte

sowie die Aufforderung zur Abgabe der Eidesstattlichen

Versicherung. Maßnahmen außergerichtlicher

Geltendmachung sind insbesondere persönliche

Verhandlungen, mit dem Ziel, Vergleiche abzuschließen

und Sicherheiten/Immobilien freihändig zu veräußern.

Bei Vergleichsabschlüssen sollen gütliche und für den

Schuldner verträgliche Regelungen getroffen werden,

die es ihm ermöglichen, sich durch Leistung einer einmaligen

Zahlung, alternativ durch Ratenzahlungen

oder Verkauf der Immobilie, aus dem Schuldverhältnis

zu befreien. Diese Vereinbarung kann Einmal- oder

Ratenzahlungen, eine Umfinanzierung oder eine ganz

andere Lösung vorsehen und ergibt sich maßgeblich aus

den Verhandlungen zwischen Schuldner und Asset-Manager.

Die beauftragten Rechtsanwälte übernehmen die

45


46

juristische Umsetzung und erarbeiten die hierzu notwendigen

Verträge.

In den Fällen, in denen eine kooperative Lösung mit

den Schuldnern scheitert, leiten die Ermittler in Zusammenarbeit

mit den Rechtsanwälten unter Berücksichtigung

der gewonnenen individuellen Erkenntnisse zeitnah

Zwangsvollstreckungsmaßnahmen (z. B. Zwangsversteigerung

der Sicherheiten/Immobilien) gegen diese

Schuldner ein. Sind Insolvenzverfahren bereits eingeleitet

worden, erfolgt eine Zusammenarbeit mit den

Insolvenzverwaltern. Die jeweiligen Insolvenzverwalter

werden über die Ergebnisse der Ermittlungen umfassend

informiert, sodass gemeinsame Maßnahmen ergriffen

werden können, um die Insolvenzmasse zu mehren. Sofern

Hauptsicherheiten nicht oder nicht vollständig verwertet

sind, wird der Servicer Maßnahmen der Zwangsverwaltung

und Zwangsversteigerung einleiten und/oder

begleiten. Er wird im Einzelfall mit den Kreditnehmern

Verhandlungen führen, um eine ggf. notarielle Vollmacht

für den freihändigen Verkauf von Immobilien/Sicherheiten

zu erhalten, Sachverständige zur Objektbewertung

einschalten und Makleraufträge im Rahmen der

Objektverwertung erteilen bzw. eigene Maklertätigkeit

erbringen. Insgesamt zeichnet sich die Arbeit des beauftragten

Servicers durch ein flexibles, an dem Gesamtziel,

Erlöse aus dem Forderungspaket zu erzielen, orientiertes

Konzept aus. So informiert das Back-Office-System

„ESRA“ zeitnah über den jeweiligen Ermittlungs- und

Bearbeitungsstand bezüglich jedes einzelnen Schuldners.

Es bietet darüber hinaus die Plattform für die fallbezogene

Kommunikation zwischen Wirtschaftsermittlern,

Asset-Managern und Rechtsanwälten. Ein wesentlicher

Aspekt im Erfolg der publity AG ist der Umgang mit dem

Schuldner. Vom ersten Kontakt, bis hin zum Vergleich,

folgt sie dem „Code of Conduct“. Der Schuldner wird

als Individuum betrachtet und wie ein Kunde behandelt.

Für die publity AG gilt stets das Fairnessprinzip: „Wer

viel hat, zahlt viel! Wer wenig hat, zahlt wenig!“ Auch

wenn die Korrespondenz mit den Schuldnern durch beauftragte

Rechtsanwälte erfolgt, wird auf Inkassokosten

sowie Bearbeitungs-, Mahn- und Rechtsanwaltsgebühren

vollständig verzichtet. So werden Schuldner wieder

zu Kunden. Dies ist für jeden Schuldner eine Chance.

Belegt wird dies durch die Tatsache, dass ein Großteil der

Erlöse infolge freiwilliger Zahlungen anfällt. So wirkt

das Geschäftsmodell der publity AG jedes Jahr aktiv

bei der Entschuldung und der Rückführung Hunderter

ehemaliger Schuldner/Kunden ins Arbeits- und Wirtschaftsleben

mit. Ein Fakt zum volkswirtschaftlichen

Nutzen aller. Das Servicing der publity AG: ethisch,

moralisch und korrekt! Die ausführlichen Darstellun-

gen zum Servicing-Vertrag befinden sich im Kapitel 13.8

„Master-Servicing-Vertrag über das Kreditservicing und

die Aktenverwaltung“. Die publity AG verfügt über eine

sogenannte „Inkassolizenz“ und ist 100 %-ige Gesellschafterin

sowohl der publity Investor GmbH als auch

der publity Vertriebs GmbH und der publity Marketing

GmbH; vgl. Kapitel 7 „Vertragspartner der Emittentin“.

9.5 Weitere Angaben zu

den Anlageobjekten

Das Ziel der Beteiligung, das „Anlageziel“, ist der Erwerb

von Forderungsportfolios und die Erzielung von Erlösen

aus der Verwertung der Einzelforderungen. Anlageziel

ist es, aus der Beteiligung die größtmöglichen Erlöse aus

dem „Kreditankauf und Servicing“ zu erwirtschaften.

Das operative Geschäft der Fondsgesellschaft hat bis

zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung einen „Realisierungsgrad“

von „null“ erreicht, da bis dahin weder

ein Kreditforderungsportfolio erworben wurde, noch

Kaufverträge über den Erwerb von Kreditforderungsportfolios

geschlossen worden sind.

Die Fondsgesellschaft beabsichtigt den Erwerb von

Kreditportfolios zu einem Gesamtkaufpreis i. H. v. bis

zu 20 Mio. Euro. Die konkreten Anlageziele der Beteiligung

sowie die konkrete Anlagepolitik werden in Kapitel

9.3 „Investition und vertraglich verankerte Investitionskriterien“

eingehend beschrieben.

Die „Anlagepolitik“ der Beteiligung besteht darin,

das geplante Emissionskapital einzuwerben und dieses

in den Ankauf von Forderungsportfolios zu investieren

und aus der Verwertung der Einzelforderungen

Gewinne zu erzielen.

Die Nettoeinnahmen aus der Einwerbung des Kommanditkapitals

(eingeworbenes Kommanditkapital abzüglich

fondsabhängiger Kosten) werden für den Erwerb der

Forderungsportfolios, zur Abdeckung von Anlaufkosten

und für die Bildung einer Liquiditätsreserve verwendet.

Da die Nettoeinnahmen für die Realisierung des Anlageziels

ausreichen, ist nicht vorgesehen, Fremdmittel aufzunehmen.

Eine Nutzung für sonstige Zwecke erfolgt

nicht. Zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung sind die

im Kapitel 13 „Rechtliche Grundlagen“ beschriebenen

Verträge, mit Ausnahme der Kaufverträge über Forderungspakete,

abgeschlossen. Das operative Geschäft der

Fondsgesellschaft beginnt mit dem Ankauf des ersten

Forderungspaketes und seiner Bearbeitung. Weitere

Vertragsabsprachen oder Vorverträge existieren zum

Zeitpunkt der Prospektaufstellung nicht.


Die Gesellschaftsanteile der persönlich haftenden

Gesellschafterin, der publity Investor GmbH, hält zu

100 % die publity AG, die von der Fondsgesellschaft

mit dem Kredit-Servicing beauftragt wurde; vgl. Kapitel

7.4 „Master-Servicing“.

Den nach § 3 (Prospektverantwortliche), § 7 (Gründungsgesellschafter

der Emittentin) und § 12 (Mitglied

der Geschäftsführung der Emittentin, Treuhänderin)

VermVerkProspV zu nennenden Personen stand oder

steht nicht das Eigentum an den Anlageobjekten oder

wesentlichen Teilen derselben zu, § 9 Abs. 2 Nr. 2 Verm-

VerkProspV. Diesen Personen steht auch aus anderen

Gründen keine dingliche Berechtigung an den Anlageobjekten

gemäß § 9 Abs. 2 Nr. 2 VermVerkProspV zu.

Die in den §§ 3, 7 oder 12 VermVerkProspV genannten

Personen, namentlich der Gründungsgesellschafter

Wolfgang Lein, erbringt mittelbar durch die FINANZ-

RESSORT Konzept GmbH & Co. KG, an der er

Geschäftsanteile hält, nicht nur geringfügige Leistungen

und Lieferungen, indem er mit dem Vertrieb der Fondsanteile

der publity Performance Fonds Nr. 4 GmbH &

Co. KG beauftragt ist. Die publity Investor GmbH als

Prospektverantwortliche, Anbieterin der Vermögensanlage

und Gründungsgesellschafterin erbringt nicht

nur geringfügige Leistungen und Lieferungen in Form

PUBLITY PERFORMANCE FONDS NR. 4 GMBH & CO. KG

9 Markt notleidender Kreditforderungen

der Due Diligence Prüfungen im Zusammenhang mit

dem Erwerb der Forderungsportfolios, vgl. Abschnitt

6.4.1. Darüber hinaus werden durch die nach §§ 3, 7

oder 12 VermVerkProspV zu nennenden Personen keine

nicht nur geringfügigen Leistungen und Lieferungen

erbracht, die im Zusammenhang mit der Vermögensanlage

stehen, § 9 Abs. 2 Nr. 8 VermVerkProspV.

Es bestehen keine nicht nur unerheblichen dinglichen

Belastungen der Anlageobjekte, § 9 Abs. 2 Nr. 3

VermVerkProspV.

Es bestehen hinsichtlich der Verwendungsmöglichkeiten

der Anlageobjekte, insbesondere im Hinblick auf das

Anlageziel, keine rechtlichen oder tatsächlichen Beschränkungen

gemäß § 9 Abs. 2 Nr. 4 VermVerkProspV.

Der Erwerb der Forderungsportfolios bzw. der Anlageobjekte

zur Realisierung des Anlageziels der Emittentin

unterliegt keinen behördlichen Genehmigungen; daher

liegen solche nicht vor.

Bewertungsgutachten oder Due Diligence Berichte

zu den von der Fondsgesellschaft zu erwerbenden Forderungsportfolios

existieren zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung

am 31.05.2012 nicht.

Die voraussichtlichen Gesamtkosten der Fondsgesellschaft

und deren Aufgliederung sind im Kapitel 11

„Wirtschaftlichkeitsberechnungen“ dargestellt.

47


48

0


10 Beteiligung an der publity Performance Fonds Nr. 4

GmbH & Co. KG

10.1 Beteiligungsmöglichkeit

Grundlagen für den Erwerb einer Kommanditbeteiligung

an der publity Performance Fonds Nr. 4 GmbH & Co.

KG sind dieser Prospekt einschließlich des Gesellschaftsvertrages

und des Treuhand- und Verwaltungsvertrages

sowie die vollständig und richtig ausgefüllte und vom

Anleger unterschriebene Beitrittserklärung. Zeichnungen

nimmt die publity Performance Fonds Nr. 4 GmbH

& Co. KG unter folgender Adresse an:

publity Performance Fonds Nr. 4 GmbH & Co. KG

Jacobstraße 27, 04105 Leipzig

Telefon: +49 (0) 341 / 2 617 87 – 0

Telefax: +49 (0) 341 / 2 617 87 – 31

E-Mail: c.blacha@publity.de

Voraussichtlich ab dem 01.10.2012 wird die publity

Performance Fonds Nr. 4 GmbH & Co. KG ihre neuen

Geschäftsräume im „publity-Center“ in der Landsteinerstraße

6 in 04103 Leipzig beziehen.

10.2 Annahme der

Beitrittserklärung

Voraussetzung für die Beteiligung an der publity Performance

Fonds Nr. 4 GmbH & Co. KG ist die Annahme

der Beitrittserklärung durch den Treuhandkommanditisten.

Die Annahme der Beitrittserklärung steht unter der

aufschiebenden Bedingung der fristgerechten und vollständigen

Einzahlung des Zeichnungsbetrages zuzüglich

des Agios. Des Zugangs der Annahmeerklärung beim

Anleger bedarf es nicht. Er wird jedoch zeitnah nach

Annahme mit gesondertem Schreiben über die Annahme

des Beitrittsantrages informiert. Nach Eintritt der vorstehend

genannten Voraussetzungen bestehen keine

Leistungsvorbehalte. Beteiligungen an der publity Performance

Fonds Nr. 4 GmbH & Co. KG können nur

erworben werden, solange die Emissionsphase nicht

beendet ist. Diese endet spätestens am 30.06.2013. Die

Zeichnungssumme sowie das Agio i. H. v. 5,0 % der

Zeichnungssumme sind innerhalb von 14 Tagen nach

Unterzeichnung der Beitrittserklärung durch den Zeichner

zur Zahlung fällig, wobei der Eingang auf dem Konto

der Fondsgesellschaft maßgeblich ist. Auf der Beitrittserklärung

erklärt der Anleger unter anderem, dass er

den Verkaufsprospekt einschließlich des Gesellschaftervertrages

und des Treuhand- und Verwaltungsvertrages

sowie eine Durchschrift der Beitrittserklärung mit dem

Datum seiner Unterschrift erhalten hat.

10.3 Zeichnungsvolumen

und Mindestzeichnung

Der Erwerbspreis ist die Zeichnungssumme gemäß Beitrittserklärung.

Die Mindestzeichnungssumme beträgt

10.000 Euro. Geringere Zeichnungssummen können im

Einzelfall mit Zustimmung der Fondsgeschäftsführung

zugelassen werden. Die Zeichnungssummen müssen

durch 1.000 ohne Rest teilbar sein.

Ausgehend von einem Mindestzeichnungsbetrag pro

Anleger i. H. v. 10.000 Euro und des geplanten Eigenkapitals

i. H. v. 22.000.000 Euro beträgt die maximale

Anzahl der zu begebenden Anteile 2.200.

Das Eigenkapital der publity Performance Fonds Nr. 4

GmbH & Co. KG besteht ausschließlich aus Kommanditanteilen

zzgl. Kapitalrücklage (Agio).

10.4 Zeichnungsfrist, Schließungs-

und Kürzungsmöglichkeiten,

Öffnungsklausel

Einen Werktag nach Veröffentlichung dieses Verkaufsprospektes

kann diese Vermögensanlage erstmals gezeichnet

werden. Spätestens am 30.06.2013 wird die Fondsgesellschaft

für weitere Anleger geschlossen. Ist das

geplante Kommanditkapital bereits zu einem früheren

Zeitpunkt vollständig gezeichnet, ist die Geschäftsführung

berechtigt, die Fondsgesellschaft bereits zu einem

früheren Zeitpunkt zu schließen. Die geschäftsführende

Komplementärin ist berechtigt, das Emissionskapital

nach eigenem Ermessen bis zu einer Gesamtkapitalhöhe

von maximal 50 Mio. Euro zu erhöhen. Über die vorstehend

und in Kapitel 10.3 beschriebenen Ausnahmen

bestehen keine weitere Möglichkeiten, die Zeichnung

vorzeitig zu schließen oder Zeichnungen, Anteile oder

Beteiligungen zu kürzen.

10.5 Härtefallregelung

Unter bestimmten Voraussetzungen (z. B. Arbeitslosigkeit,

Scheidung oder Tod) können Anleger ihre Beteiligung

vor dem Ende der Laufzeit der Fondsgesellschaft

am 31.12.2016 beenden. Über die Beendigung der

Beteiligung entscheidet die Geschäftsführung. Im Falle

seines Ausscheidens erhält der betroffene Anleger ein

nach Buchwerten bestimmtes Auseinandersetzungsguthaben,

das geringer sein kann, als die von ihm geleistete

49


50

Einlage/Einzahlung. Die Geschäftsführung der Fondsgesellschaft

wird die Beendigung von Beteiligungen

ablehnen, wenn die betroffenen Beteiligungen 1 % des

Kommanditkapitals übersteigen. Maßgeblich ist der

Eingang der Anzeige bei der Fondsgesellschaft.

10.6 Frühzeichnerbonus

Anleger, die den Kommanditanteil bis zum 30.09.2012

gezeichnet und ihre Zeichnungssumme bis spätestens

zum 31.10.2012 eingezahlt haben, erhalten einen

Frühzeichnerbonus in Höhe von 5 % der Zeichnungssumme

(ohne Agio). Die bis zum 31.10.2012 beigetretenen

Anleger erhalten einen Frühzeichnerbonus i. H.

v. 3 % der Zeichnungssumme (ohne Agio), wenn die

Zeichnungssumme bis spätestens zum 30.11.2012 eingezahlt

wurde. Der Frühzeichnerbonus wird vorab bis

zum 15.06.2013 ausgezahlt.

10.7 Staaten, in denen

das Angebot erfolgt

Das Angebot der Beteiligung erfolgt ausschließlich in

EU-Mitgliedsstaaten, hier insbesondere in Deutschland,

Österreich, Tschechien und Slowakei und richtet

sich an in in diesen Ländern steuerpflichtige Personen.

Bestimmte Teilbeträge, in denen das Angebot in verschiedenen

Staaten erfolgen soll, stehen zum Zeitpunkt

der Aufstellung dieses Verkaufsprospekts nicht fest.

10.8 Bankverbindung und

Einzahlungskonto

Die Gesamtzeichnungssumme zuzüglich Agio i. H. v.

5,0 % der Zeichnungssumme ist in einer Summe innerhalb

von 14 Tagen nach Unterzeichnung der Beitrittserklärung

fällig. Einzahlungen sind auf das folgende

Bankkonto der publity Performance Fonds Nr. 4 GmbH

& Co. KG zu leisten:

Kontoinhaber publity Performance Fonds Nr. 4

GmbH & Co. KG

Geschäftsanschrift Jacobstraße 27, 04105 Leipzig

Bankverbindung Commerzbank AG Leipzig

Bankleitzahl 860 400 00

Kontonummer 108 588 500

Die bei der Einzahlung entstehenden Kosten trägt der

Anleger.

Die Auszahlungen der Fondsgesellschaft an die

Anleger werden von folgendem Bankkonto geleistet:

Kontoinhaber publity Performance Fonds Nr. 4

GmbH & Co. KG

Geschäftsanschrift Jacobstraße 27, 04105 Leipzig

Bankverbindung Commerzbank AG Leipzig

Bankleitzahl 860 400 00

Kontonummer 108 588 501

10.9 Weitere vom Anleger zu

zahlende Kosten und Steuern

Zu den weiteren Kosten des Erwerbs zählt das Agio,

das 5 % der Zeichnungssumme beträgt. Eigene Kosten

für Telefon, Porto, Bankgebühren etc. hat der Anleger

selbst zu tragen. Der Anleger hat die im Falle der Übertragung

des auf ihn entfallenen Kommanditanteils entstehenden

Kosten (Notar-, Gerichts- und Verwaltungskosten)

zu tragen (siehe § 13 des Gesellschaftsvertrages

sowie § 9 des Treuhand- und Verwaltungsvertrages). Zu

der Höhe der vorgenannten Kosten können, weil diese

beim Anleger entstehen, keine abschließenden Angaben

gemacht werden. Der Anleger trägt im Falle der Eintragung

als Direktkommanditist, erstmals zum 31.12.2013,

selbst die Kosten für die Beurkundung der Handelsregistervollmacht

zur Eintragung seiner Hafteinlage in

das Handelsregister. Hierzu wird auf § 2 Ziffer 4 des

Gesellschaftsvertrags verwiesen.

Spezifische zusätzliche Kosten für die Benutzung von

Telekommunikationsmitteln sowie Liefer- und Versandkosten

werden dem Anleger von der Fondsgesellschaft

nicht in Rechnung gestellt. Einkommensteuer, Solidaritätszuschlag

und gegebenenfalls weitere Steuern fallen

direkt bei den einzelnen Anlegern an. Die wesentlichen

Grundlagen der steuerlichen Konzeption sowie die

steuerlichen Auswirkungen der Beteiligungen für den

Anleger sind im Kapitel 12 „Steuerliche Grundlagen“

erläutert. Die Anbieterin übernimmt nicht die Zahlung

von Steuern für die Anleger. Darüber hinaus entstehen

für den Anleger keine mit dem Erwerb, der Verwaltung

und der Veräußerung der Vermögensanlage verbundenen

weiteren Kosten.


10.10 Persönliche

Anteilsfinanzierung

PUBLITY PERFORMANCE FONDS NR. 4 GMBH & CO. KG

10 Beteiligung an der publity Performance Fonds Nr. 4 GmbH & Co. KG

Eine Finanzierung des jeweiligen Anteilserwerbes wird

durch die Anbieterin nicht angeboten oder vermittelt.

Sie rät auch von einer Finanzierung der Kommanditanteile

ab. Auf die mit einer Anteilsfinanzierung verbundenen

Risiken wird im Kapitel 4 „Risiken der Beteiligung“,

siehe Seiten 13 bis 17 dieses Verkaufsprospekts,

hingewiesen.

10.11 Übertragungsmöglichkeiten

Die freie Handelbarkeit der Anteile an der Vermögensanlage

ist dadurch eingeschränkt, dass kein mit frei handelbaren

Wertpapieren vergleichbarer Markt existiert.

Die Fungibilität der Anteile an dieser Vermögensanlage

hängt von der Entwicklung der Beteiligung und einer

entsprechenden Nachfrage ab. Anleger sollten berücksichtigen,

dass ein vorzeitiger Verkauf einer Beteiligung

wahrscheinlich mit Preisabschlägen auf den Wert der

Beteiligung oder unter Umständen überhaupt nicht zu

realisieren ist. Jeder im Handelsregister eingetragene

Kommanditist oder Treugeber kann seine Kommanditbeteiligung

nur zum Ablauf eines Geschäftsjahres

mit Wirkung zum 01.01. des Folgejahres durch Abtretung

übertragen, belasten oder in sonstiger Weise über

sie verfügen. Die Übertragung, teilweise Übertragung

oder sonstige Verfügung über die Kommanditanteile

bedarf der Zustimmung der persönlich haftenden Gesellschafterin.

Die Zustimmung darf nur aus wichtigem

Grund versagt werden. Eine teilweise Übertragung ist

ausgeschlossen, soweit durch eine teilweise Übertragung

Gesellschaftsanteile entstehen sollten, die 10.000

Euro unterschreiten; Ausnahmen können im Einzelfall

zugelassen werden. Eine Verfügung, die zur Trennung

der Gesellschaftsbeteiligung von den Nutzungsrechten

des Gesellschaftsanteils führt, vor allem die Bestellung

eines Nießbrauchs ist nicht zulässig. Der Rechtsnachfolger

eines Kommanditisten tritt in sämtliche Rechte

und Pflichten des ausscheidenden Kommanditisten aus

dem Gesellschaftsvertrag ein. Die Kapitalkonten werden

unverändert und einheitlich fortgeführt.

10.12 Haftung/weitere

Leistungspflichten

Der Anleger erfüllt seine Leistungspflicht gegenüber

der Fondsgesellschaft grundsätzlich mit Zahlung des

Kommanditanteils nebst Agio. Eine Nachschusspflicht

des Kommanditisten besteht nicht, auch nicht als Ausgleichspflicht

der Gesellschafter untereinander, soweit

sich aus den §§ 171 f. HGB nichts anderes ergibt. Sofern

der Kommanditist mit seiner Hafteinlage im Handelsregister

eingetragen ist und seine Hafteinlage (20 %

der Pflichteinlage) nicht durch Entnahmen gemindert

ist, ist die unmittelbare Haftung des Kommanditisten

ausgeschlossen. Es haftet jedoch das gesamte Gesellschaftskapital

für entstandene Verluste vorrangig für

unbefriedigte Ansprüche von Gläubigern der publity Performance

Fonds Nr. 4 GmbH & Co. KG. Die Haftung

eines Kommanditisten gegenüber Dritten ist in §§ 171

ff. HGB gesetzlich geregelt. Entnimmt oder erhält ein

Kommanditist Ausschüttungen, die sein Kapitalkonto

unter den Betrag seiner Hafteinlage sinken lassen, so

lebt seine unmittelbare Haftung im gleichen Maße bis

zur Höhe seiner Hafteinlage wieder auf (§ 172 Abs. 4

HGB). Der Kommanditist kann in diesem Fall unmittelbar

von einem Gläubiger der Fondsgesellschaft in Anspruch

genommen werden. Das gilt entsprechend, wenn das

Kapitalkonto des Kommanditisten infolge von Entnahmen

und Verlusten unter den Betrag seiner Hafteinlage

(20 % der Pflichteinlage) sinkt. Für die Höhe des durch

Ausschüttungen entstandenen negativen Kapitalkontos

haftet der Kommanditist auch im Falle einer Insolvenz

der Fondsgesellschaft gegenüber Gläubigern der Fondsgesellschaft.

Auch nach dem Ausscheiden haftet der Kommanditist

im Falle des Wiederauflebens der Haftung bis

zu 5 Jahre in Höhe der jeweiligen Hafteinlage für die bis

zu seinem Ausscheiden begründeten Verbindlichkeiten

der Fondsgesellschaft. Darüber hinaus bestehen keine

Umstände, unter denen der Erwerber der Vermögensanlage

verpflichtet ist, weitere Leistungen zu erbringen

und insbesondere weitere Zahlungen zu leisten.

51


52

1


11 Wirtschaftlichkeitsberechnungen

Die publity Performance Fonds Nr. 4 GmbH & Co. KG

wurde am 23. Mai 2012 gegründet und hat daher noch

keinen Jahresabschluss erstellt. Die Darstellung der Vermögens-,

Finanz- und Ertragslage sowie die Aufbereitung

der Planzahlen erfolgt daher nach den verringerten

Pros pektanforderungen gemäß § 15 VermVerkProspV.

Sie basiert im Wesentlichen auf den bereits geschlossenen

Verträgen und den der Prognoserechnungen zugrunde

liegenden Annahmen.

Hinweis: Bei allen Angaben in diesem Kapitel handelt

es sich um Prognosen, ausgenommen die Wiedergabe

der Eröffnungsbilanz der Emittentin. Ausgangspunkt

aller Prognosen/Szenarien sind die Zahlungsströme

von Beginn bis zum Ende der Laufzeit der Fondsgesellschaft.

Alle Darstellungen und Berechnungen

sind in Euro.

Die Prognoserechnungen in diesem Kapitel 11 „Wirtschaftlichkeitsberechnungen“

beziehen sich ausschließlich

auf den Kauf unbesicherter Kreditportfolios. Wenn

die Fondsgesellschaft auch besicherte Forderungen

erwirbt, hat dies Auswirkungen auf die Prognoserechnungen

und die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

der Fondsgesellschaft.

11.1 Leistungsbilanz

(alle Angaben in Euro)

publity plus Fonds Nr. 1

Die publity Performance plus Fonds Nr. 1 GmbH & Co.

KG ist das vierte Projekt der Anbieterin. Der plus Fonds

Nr. 1 wurde im Februar 2012 aufgelegt und wird am

31.12.2012 geschlossen. Die Einzahlung des Eigenkapitals

in diesen Aufbaufonds erfolgt planmäßig ab März

2012 bis Ende des Jahres 2017. Da der Performance plus

Fonds Nr. 1 zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung

noch keine Investitionen in Zielfonds vorgenommen

hat, kann eine Leistungsbilanz nicht abgebildet werden.

publity Fonds Nr. 3

Die Anbieterin, die publity Investor GmbH, hat die

publity Performance Fonds Nr. 3 GmbH & Co. KG im

Oktober 2011 aufgelegt. Die Emissionsphase hat am

01.01.2012 begonnen und soll am 31.12.2012 abgeschlossen

sein. Die Geschäftsführung beabsichtigt, die

Emissionsphase bereits früher zu schließen, wenn das

Emissionskapital vorfristig vollständig platziert sein

sollte. Das zur Verfügung stehende Kapital wird für den

Erwerb von NPL-Portfolios verwendet.

Eine Leistungsbilanz, bezogen auf die bislang durchgeführten

Emissionen, kann nicht abbildet werden, da

die Emissionsphase der publity Performance Fonds Nr. 3

GmbH & Co. KG voraussichtlich zum 31.12.2012 enden

wird und die operative Tätigkeit der Bearbeitung und

Verwertung der bereits erworbenen Forderungen erst

im April 2012 begonnen hat.

53


54

Fonds Nr. 2

Die Anbieterin, die publity Investor GmbH, hat die

TASK FORCE NPL Fonds Nr. 2 GmbH & Co. KG im

Jahr 2010 aufgelegt und bis zum 31.12.2011 geschlossen.

Der Fonds Nr. 2 hat Eigenkapital i. H. v. 24.765.000

Euro eingeworben. Das für Investitionen zur Verfügung

stehende Kapital wurde für den Erwerb von unbesicherten

Forderungsportfolios verwendet.

Leistungsnachweis über durchgeführte Vermögensanlagen II (Fonds Nr. 2)

Bis zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung hat die

TASK FORCE NPL Fonds Nr. 2 GmbH & Co. KG

mehrere Forderungsportfolios mit einem Nominalforderungsvolumen

von 1.398.004.318 Euro zu einem

Gesamtkaufpreis von 20.170.000 Euro erworben.

Innerhalb der Bearbeitungszeit bis zum 31.12.2011

konnten Erlöse i. H. v. insgesamt 1.225.980 Euro erzielt

werden; vgl. „Leistungsbilanz II (Fonds Nr. 2)“.

SOLL in Euro IST in Euro

Kosten der Investitionsphase 23.120.000 25.787.868

1. davon Kaufpreis der Forderungen 17.500.000 20.170.000

2. davon Umsatzsteuer 279.412 322.042

3. davon Due-Diligence Prüfung 175.000 201.700

4. davon Konzeption, Prospektaufstellung 340.000 340.000

5. davon Eigenkapitalbeschaffung 3.278.000 3.472.623

6. davon Marketing 300.000 300.000

7. davon Vorfinanzierung, sonstige Kosten und liquide Mittel 1.247.588 981.503

Summe des eingeworbenen Eigenkapitals 23.120.000 25.787.868

8. Eigenkapital 22.020.000 24.765.000

Ergebnis 2010

davon Gründungskapital 20.000 20.000

davon Zeichnungskapital 22.000.000 24.745.000

davon Agio 1.100.000 1.022.868

Handelsrechtliches Ergebnis 0 -4.224

Ausschüttungen 0 0

Steuerrechtliches Ergebnis k. A. -4.224

Leistungsbilanz II (Fonds Nr. 2)

2011

in Euro

2012

in Euro

2013

in Euro

2014

in Euro

2015

in Euro

Gesamt

in Euro

Kaufpreis 15.600.000 4.570.000 2.500.000 22.670.000

Umsatzerlöse aus Servicing 1.225.980 9.447.799 13.832.000 21.334.000 11.334.000 57.173.779

Due Diligence 156.000 45.700 25.000 226.700

Servicing-Pauschale

(30 % zzgl. Umsatzsteuer)

Aktenverwaltung

(12.500 Euro p. M. zzgl. USt.)

Überschüsse (vor Abzug von

Verwaltungskosten)

Ausschüttungen 337.650

367.794 2.834.340 4.149.600 6.400.200 3.400.200 17.152.134

150.000 150.000 150.000 150.000 75.000 675.000

552.186 6.417.759 9.507.400 14.783.800 7.858.800 39.119.945

Ist-Zahlen Prognose


Der Fonds Nr. 1

Der Fonds Nr. 1 wurde im Jahr 2009 aufgelegt und zum

31.12.2010 geschlossen. Das eingeworbene Kapital wurde

für den Erwerb von unbesicherten Forderungsportfolios

verwendet. Zwischen August 2010 und Januar 2011

wurden insgesamt 3 Forderungsportfolios mit einem

Nominalforderungsvolumen in Höhe von insgesamt

392.440.137 Euro erworben; vgl. Kapitel 5 „Informa-

PUBLITY PERFORMANCE FONDS NR. 4 GMBH & CO. KG

11 Wirtschaftlichkeitsberechnungen

Leistungsnachweis über durchgeführte Vermögensanlagen I (Fonds Nr. 1)

tionen des Anbieters über bislang von ihm aufgelegte

Fondsgesellschaften“.

Innerhalb der Bearbeitungszeit bis zum 31.12.2011

konnten Erlöse von insgesamt 6.559.112 Euro erzielt

werden; vgl. „Leistungsbilanz I (Fonds Nr. 1)“, Stand

31.12.2011.

SOLL in Euro IST in Euro

Kosten der Investitionsphase 26.263.000 7.743.230

1. davon Kaufpreis der Forderungen 20.000.000 5.790.000

2. davon Umsatzsteuer 319.328 92.446

3. davon Due-Diligence Prüfung 200.000 57.900

4. davon Konzeption, Prospektaufstellung 260.840 260.840

5. davon Eigenkapitalbeschaffung 3.725.000 1.057.424

6. davon Mittelverwendungskontrolle 15.000 0

7. davon Vorfinanzierung, sonstige Kosten und liquide Mittel 1.742.832 484.620

Summe des eingeworbenen Eigenkapitals 26.263.000 7.743.230

8. Eigenkapital 25.013.000 7.419.000

davon Gründungskapital 13.000 13.000

davon Zeichnungskapital 25.000.000 7.406.000

davon Agio 1.250.000 324.230

Ergebnis 2010 (2009)

Handelsrechtliches Ergebnis 3.283.876 (-131.128) -1.482.080 (-171.917)

Ausschüttungen 2.500.650 (0) 31.400 (0)

Steuerrechtliches Ergebnis k. A. 212.860 (65.977)

Leistungsbilanz I (Fonds Nr. 1)

2010

in Euro

2011

in Euro

2012

in Euro

2013

in Euro

Gesamt

in Euro

Kaufpreis 3.990.000 1.800.000 5.790.000

Umsatzerlöse aus Servicing 128.773 6.430.339 6.974.661 2.950.000 16.483.773

Due Diligence (1 % vom Kaufpreis zzgl. USt.) 39.900 18.000 -57.900

Servicing Pauschale

(30 % der Umsatzerlöse zzgl. USt.)

Aktenverwaltung

(5.000 Euro p. M. zzgl. USt.)

38.632 1.929.102 2.092.398 885.000 -4.945.132

40.000 60.000 60.000 60.000 -220.000

Überschuss (vor Abzug von Verwaltungskosten) 10.241 4.423.237 4.822.263 2.005.000 11.260.741

Ausschüttungen 31.400 3.709.500

Ist-Zahlen Prognose

55


56

publity AG

Der Master-Servicer, die publity AG, ist seit Jahren für

andere Finanzinvestoren tätig, für die er Leistungen

im Rahmen des Servicing vergleichbarer notleidender

Kreditportfolios erbringt. Nachfolgend werden in der

„Leistungsbilanz III (publity AG)“, Stand 31.12.2011,

sowohl die Umsatzerlöse in den einzelnen Jahren als

auch die angefallenen Servicingvergütungen für dieses

Forderungsportfolio dargestellt. Dieses Forderungsportfolio

wurde bereits in dem Emissionsprospekt des

Fonds Nr. 1, Stand 14.7.2009, im Emissionsprospekt

des Fonds Nr. 2, Stand 30.09.2010, und im Verkaufsprospekt

des Fonds Nr. 3, Stand 15.09.2011, abgebildet

und wurde fortgeschrieben. Diese abgebildete

„Leistungsbilanz III (publity AG)“, Stand 31.12.2011,

berücksichtigt die von der publity AG tatsächlich vereinnahmten

Erlöse im Zeitraum vom 01.01.2008 bis

einschließlich 31.12.2011. Das dieser Beispielrechnung

zugrunde liegende Kreditportfolio wurde von einer

deutschen Bank Ende 2007 zu einem Kaufpreis von

450.000 Euro erworben. Nach einer Bearbeitungszeit

von 45 Monaten durch den eingesetzten Servicer, die

Leistungsbilanz III (publity AG)

2008

Euro

publity AG, konnten zum 31.12.2011 Umsatzerlöse in

Höhe von insgesamt 2.448.715 Euro verbucht werden.

Die Bearbeitung dieses Beispielportfolios wurde zum

31.12.2011 eingestellt. Die Höhe der Erlöse ergibt

sich aus dem mit den Schuldnern abgeschlossenen

Vergleichen (über Einmal- oder Ratenzahlungen),

aus Schuldenbereinigungsplänen, Zwangsmaßnahmen,

Insolvenzverfahren und aus Verkäufen. Die bis

zum 31.12.2011 tatsächlich erzielten Erlöse entsprechen

im Verhältnis zum Kaufpreis der Forderungen

bereits damals einem deutlich höheren (Multiplikations-)

Faktor als dem in der Prognoserechnung der

publity Performance Fonds Nr. 4 GmbH & Co. KG

zugrunde liegenden Faktor von 2,8 (siehe Kapitel 11.3

„Voraussichtliche Ertrags- und Finanzlage der Emittentin,

(Prognoserechnung)“).

Die Annahmen zu den Umsatzerlösen und zur voraussichtlichen

Ertrags- und Finanzlage der Fondsgesellschaft

(s. o. Kapitel 11.3.) beruhen auf den mit

diesem Portfolio seit 2007 gewonnenen Erfahrungen

des Master-Servicers, der publity AG.

2009

Euro

2010

Euro

2011

Euro

Gesamt

Euro

Kaufpreis 450.000 450.000

Umsatzerlöse aus Servicing 706.866 900.404 530.865 310.580 2.448.715

Due Diligence Kosten (1,0 % des Kaufpreises) 4.500 -4.500

Servicing-Pauschale

(30 % der Umsatzerlöse zzgl. Ust.)

212.060 270.121 159.260 93.174 -734.615

Aktenverwaltung (5.000 Euro p. M. zzgl. Ust.) 60.000 60.000 60.000 60.000 -240.000

Überschuss (vor Abzug von Verwaltungskosten) 430.306 570.283 311.606 157.406 1.469.601

Stand 31.12.2011 Ist-Zahlen


11.2 Investitions- und Finanzierungsplan der

Emittentin (Prognoserechnung)

(alle Angaben in Euro)

Erläuterung der wesentlichen Annahmen

und Wirkungszusammenhänge des

Investitions- und Finanzierungsplans

Die Investitions- und Finanzierungsplanung bildet die

liquiditätswirksamen Vorgänge in der Investitionsphase

ab. Es ist vorgesehen, dass ein oder mehrere Forderungsportfolios

ab Oktober 2012 von der Fondsgesellschaft

erworben werden. Die dargestellte Investitions-

und Finanzierungsplanung geht von einem geplanten

Eigenkapital i. H. v. insgesamt 22.010.000 Euro (zzgl.

Agio in Höhe von 1.100.000 Euro) aus. Im Rahmen der

Emission ist vorgesehen, 22.000.000 Euro über Kommanditeinlagen

zu platzieren. Die Gründungs- und

Treuhandkommanditisten halten Kapitalanteile i. H.

v. 10.000 Euro. Die persönlich haftende Gesellschafterin

hält keinen Kapitalanteil an der Fondsgesellschaft.

Zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung wurden von der

Fondsgesellschaft weder Zwischenfinanzierungs- noch

Endfinanzierungsmittel aufgenommen.

PUBLITY PERFORMANCE FONDS NR. 4 GMBH & CO. KG

11 Wirtschaftlichkeitsberechnungen

Mittelverwendung Anschaffungskosten in Euro Anschaffungskosten in %*

1. Kaufpreis der Forderungen 17.500.000 75,72 %

2. Due Diligence Prüfung 175.000 0,76 %

3. Betriebswirtschaftliche Konzeption,

Prospekterstellung

340.000 1,47 %

4. Eigenkapitalbeschaffung 3.278.000 14,18 %

5. Marketingkosten 300.000 1,30 %

6. nicht abziehbare Vorsteuer auf

Anschaffungskosten

159.600 0,69 %

7. Reserve/Vorfinanzierung 1.357.400 5,87 %

Gesamt 23.110.000 100,00 %

Mittelherkunft in Euro

8. Eigenkapital 22.010.000

davon Gründungskommanditkapital 10.000

davon Zeichnungskapital 22.000.000

davon Agio 1.100.000

Gesamt 23.110.000

* des gesamten einzuwerbenden Kommanditkapitals

Kaufpreis der Forderungen (1.)

Es ist vorgesehen, dass die Fondsgesellschaft aus dem

eingeworbenen Kommanditkapital einen Gesamtbetrag

i. H. v. 17.500.000 Euro für den Kauf geeigneter Forderungsportfolios

verwendet. Darüber hinaus sollen

während der Bearbeitungszeit ab dem Jahre 2013 aus

den bis dahin erwirtschafteten Erlösen über den prognostizierten

Umfang von jeweils 2.500.000 Euro weitere

Reinvestitionen in den Erwerb zusätzlicher Forderungsportfolios

getätigt werden. Der Preis für den Ankauf

unbesicherter Forderungsportfolios wurde mit 1,5 %

des Nominalwertes der Forderungen kalkuliert und fußt

auf Erfahrungswerten der publity AG sowie der Fonds

Nr. 1 und Nr. 2. Insofern ergibt sich bei einem Kaufpreis

von 20 Mio. Euro für ein ausschließlich unbesichertes

Kreditportfolio ein nominelles Forderungsvolumen von

rund 1.334.000.000 Euro. Wenn die Fondsgesellschaft

von der Möglichkeit Gebrauch macht, besicherte Forderungen

zu erwerben, hätte sie höhere Kaufpreise zu

57


58

zahlen; das Nominalvolumen des Gesamtportfolios

würde sich entsprechend reduzieren.

Due Diligence Prüfung (2.)

Im Zusammenhang mit der Auswahl der anzukaufenden

Forderungspakete sind jeweils Due Diligence Prüfungen

erforderlich. Diese werden durch von der publity Investor

GmbH beauftragte, spezialisierte, unabhängige Rechtsanwälte

vorgenommen. Darüber hinaus werden von unabhängigen

Sachverständigen individuelle Bewertungen

sämtlicher Immobilien/Sicherheiten vorgenommen. Die

hieraus resultierenden Aufwendungen betragen 1,0 %

der Kaufpreise für die Forderungspakete zzgl. gesetzlicher

Umsatzsteuer, bezogen auf die von der Fondsgesellschaft

insgesamt erworbenen Forderungspakete. Die

Vergütung wird mit Unterzeichnung der Verträge über

den Erwerb der jeweiligen Forderungsportfolios fällig.

Wirtschaftliche Konzeption,

Prospektaufstellung (3.)

Für die Entwicklung des Fondsmodells, die Erarbeitung

der wirtschaftlichen und steuerlichen Konzeption sowie

die Vorbereitung und Aufstellung des Verkaufsprospektes

erhält die publity Marketing GmbH eine vertraglich

vereinbarte Vergütung von 340.000 Euro zzgl. gesetzlicher

Umsatzsteuer. Die Vergütung wird nach Rechnungsstellung

fällig, wenn ausreichend Eigenkapitaleinzahlungen

erfolgt sind.

Eigenkapitalbeschaffung (4.)

Für die Vermittlung des Eigenkapitals durch die publity

Vertriebs GmbH wird eine Vertriebsprovision i. H. v.

14,9 % des Kommanditkapitals (9,9 % Provision zzgl.

5 % Agio), d. h. i. H. v. insgesamt 3.278.000 Euro

angenommen.

Marketingkosten (5.)

Die publity Marketing GmbH, erhält während der

Emissionsphase (von 01.07.2012 bis 30.06.2013) auf

Grundlage des Vertrages über die Erstellung der wirtschaftlichen

Konzeption und das Marketing für die

Erbringung von laufenden Marketingleistungen eine

Vergütung i. H. v. monatlich 25.000 Euro (jährlich

300.000 Euro), zzgl. der gesetzlichen Umsatzsteuer.

Die Leistungen umfassen im Einzelnen die Erstellung

von zusätzlichen Werbematerialien, z. B. DVDs, Durchführung

von fondsbezogenen Vertriebsveranstaltungen

(mehrfach und bundesweit stattfindende publity Con-

ferenzen), Analysen und Werbung in Fachzeitschriften

und auf Fachmessen.

Nicht abziehbare Vorsteuer auf

Anschaffungskosten (6.)

Entsprechend der aktuellen Rechtsprechung des EuGH

unterliegen weder der Forderungserwerb noch die Verwertung

der Forderungen der Umsatzsteuer. Die Vorsteuer

der auf diese Umsätze entfallenen Anschaffungsnebenkosten

(insbesondere Due Diligence, betriebswirtschaftliche

Konzeption und Marketingkosten) ist nicht abziehbar.

Reserve/Vorfinanzierung (7.)

Die Reserve/Vorfinanzierung umfasst die Vorsteuer auf

die Investitionskosten und etwaige zusätzlich anfallende

Kosten während der Investitionsphase. Insgesamt

wurde die Reserve/Vorfinanzierung auf 1.357.400 Euro

geschätzt. Der nicht verbrauchte Rest der Kosten-Reserveposition

kann für den Kauf weiterer Forderungsportfolios

verwendet werden.

Eigenkapital/Kommanditkapital (8.)

Das gesamte Emissionskapital beläuft sich auf 22.000.000

Euro und ist bis zum 30.06.2013 zu platzieren. Davon

entfallen auf den Gründungskommanditisten 9.000 Euro

und auf den Treuhandkommanditisten 1.000 Euro. In

der Prognoserechnung wird davon ausgegangen, dass

das Emissionskapital bis einschließlich 30.06.2013 vollständig

eingezahlt ist.

Kapitalrücklage (Agio)

Neben der Kommanditeinlage ist ein Agio i. H. v. 5,0 %

des Zeichnungsbetrages durch die Anleger zu leisten.

Dieses Aufgeld wurde in der Position Kapitalrücklage

ausgewiesen.

Gesamthöhe der Provisionen

Die Gesamthöhe der Provisionen beträgt 3.278.000

Euro ohne nicht abziehbare Umsatzsteuer. Die Provisionen

fallen als Vermittlungsprovisionen ausschließlich

einmalig an. Dies entspricht einer Kostenbelastung des

Emissionskapitals von 14,2 %.


PUBLITY PERFORMANCE FONDS NR. 4 GMBH & CO. KG

11 Wirtschaftlichkeitsberechnungen

11.3 Voraussichtliche Ertrags- und Finanzlage der Emittentin, der

publity Performance Fonds Nr. 4 GmbH & Co. KG (Prognoserechnung)*

(alle Angaben in Euro)

Plan-Gewinn- und Verlustrechnung

Plan-Cashflow-Rechnung

23.05.–

31.12.2012

in Euro

01.01.–

31.12.2013

in Euro

01.01.–

31.12.2014

in Euro

01.01.–

31.12.2015

in Euro

01.01.–

31.12.2016

in Euro

Gesamt

in Euro

1. Umsatzerlöse 0 6.000.000 11.333.000 20.000.000 18.667.000 56.000.000

Summe Erlöse 0 6.000.000 11.333.000 20.000.000 18.667.000 56.000.000

2. Bestandsveränderungen 0 -90.000 -169.995 -3.000.000 -2.800.050 -6.060.045

Rohertrag 0 5.910.000 11.163.005 17.000.000 15.866.950 49.939.955

3. Servicing-Vergütung/publity 0 1.800.000 3.399.900 6.000.000 5.600.100 16.800.000

4. Aktenverwaltung/publity 75.000 150.000 150.000 150.000 150.000 675.000

5. nicht abziehbare Vorsteuer 68.972 448.932 753.388 1.248.984 1.174.620 3.694.896

6. Fondsverwaltung, vorbereitende

Buchhaltung

90.000 184.500 189.100 193.800 198.700 856.100

7. laufende Beratung 31.000 31.000 31.000 31.000 31.000 155.000

8. Vergütung Treuhandkommanditist 27.000 53.900 48.400 48.400 48.400 226.100

9. Haftungsvergütung 5.000 5.000 5.000 5.000 5.000 25.000

10. Reserve 135.000 138.400 141.800 145.400 149.000 709.600

Summe Aufwand 431.972 2.811.732 4.718.588 7.822.584 7.356.820 23.141.696

Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibung -431.972 3.098.268 6.444.417 9.177.416 8.510.130 26.798.259

11. sonstiger Ertrag 0 0 0 0 4.000.000 4.000.000

12. sonstiger Aufwand 0 0 0 0 18.217.555 18.217.555

Ergebnis der gewöhnlichen

Geschäftstätigkeit

-431.972 3.098.268 6.444.417 9.177.416 -5.707.425 12.580.704

13. Gewerbesteuer 0 -425.329 -1.033.607 -1.473.619 0 -2.932.555

Jahresfehlbetrag/-überschuss -431.972 2.672.939 5.410.810 7.703.797 -5.707.425 9.648.149

14. Bestandsänderungen Forderungen 0 90.000 169.995 3.000.000 2.800.050 6.060.045

15. Abgang Restbuchwert Forderungen 0 0 0 0 18.217.555 18.217.555

Jahres-Cashflow -431.972 2.762.939 5.580.805 10.703.797 15.310.180 33.925.749

16. Investitionen/Forderungskauf -8.917.475 -12.830.375 -2.529.750 0 0 -24.277.600

17. Eigenkapital 10.010.000 12.000.000 0 0 0 22.010.000

18. Agio 500.000 600.000 0 0 0 1.100.000

Jahres-Cashflow nach Finanzierung

und Investition

1.160.553 2.532.564 3.051.055 10.703.797 15.310.180 32.758.149

19. geplante Ausschüttung in % 10 % 10 % 10 % 118 % 148 %

20. geplante Ausschüttung absolut -2.201.000 -2.201.000 -2.201.000 -25.905.149 -32.508.149

21. geplanter Frühzeichnerbonus -250.000 -250.000

Jahres-Cashflow nach Verwendung 1.160.553 81.564 850.055 8.502.797 -10.594.969 0

22. Anfangsbestand liquide Mittel 1.160.553 1.242.117 2.092.172 10.594.969

Endbestand liquide Mittel 1.160.553 1.242.117 2.092.172 10.594.969 0

*Die Prognoserechnung bezieht sich auf den Kauf ausschließlich unbesicherter Kreditportfolios.

59


60

Erläuterung der wesentlichen Annahmen

und Wirkungszusammenhänge der

Plan-Gewinn- und Verlustrechnung

sowie der Planliquiditätsrechnung

Die Gewinn- und Verlustrechnung stellt das Ergebnis der

Unternehmensplanung für die Geschäftsjahre 2012 bis

2016 dar. Die der Planung zugrunde liegenden Verträge

werden im Kapitel 13 „Rechtliche Grundlagen“ detailliert

erläutert. Die Positionen, die nicht auf vertraglichen

Vereinbarungen beruhen, wurden auf Basis allgemein

bekannter wirtschaftlicher Tatsachen und vorliegender

Erfahrungswerte der publity AG und des Fonds Nr. 1

kalkuliert. Grundlage der Liquiditätsplanung bilden

Ergebnisse der Plan-Gewinn- und Verlustrechnung sowie

der Investitions- und Finanzierungsplanung. Die Liquiditätsplanung

stellt den voraussichtlichen Mittelfluss

für den Prognosezeitraum der Fondsgesellschaft dar.

Umsatzerlöse (1.)

Unter der Position „Umsatzerlöse“ werden die von der Emittentin

erwarteten Erlöse aus der Forderungsverwertung

dargestellt. Grundlage für die Prognoserechnungen sind

die Erfahrungen des Fonds Nr. 1, des Fonds Nr. 2 und des

Beispielportfolios der publity AG in Bezug auf Bearbeitungszeiten,

Erlöszeitpunkte und Höhe der Gesamterlöse. Für

den Fall, dass die Fondsgesellschaft Forderungen erwirbt,

bei denen die Hauptsicherheiten noch nicht vollständig verwertet

sind und sie dafür Kaufpreise in Höhe von mehr als

1,5 % des Nominalforderungsvolumens zahlt, muss für

jede einzelne Sicherheit bzw. Immobilie ein detaillierter

Businessplan vorliegen, der eine Verbesserung der prognostizierten

Rendite ausweist. Aus den durch das Servicing

erzielten Erlösen sind Rücklagen für die prognostizierten

Ausschüttungen zu bilden. Die darüber hinaus vorhandenen

liquiden Mittel stehen der Fondsgeschäftsführung bis zum

31.12.2015 für den Ankauf von weiteren Kreditportfolios

zur Verfügung. Sollten die prognostizierten Umsatzerlöse

übertroffen werden, ist im Gesellschaftsvertrag geregelt,

dass die von der Fondsgesellschaft erwirtschafteten Mehrerlöse

zu 50 % an die Anleger ausgeschüttet werden und i.

H. v. jeweils 25 % an den Servicer und die geschäftsführende

Komplementärin ausgezahlt werden.

Bestandsveränderungen (2.)

Die Kaufpreise für die Forderungsportfolios werden in

das Umlaufvermögen eingestellt. Der Bestand der Forderungen

mindert sich jeweils um die erzielten Erlöse

aus den Forderungen. Die Minderung beträgt unter den

Annahmen der Prognoserechnung 1,5 % der Gesamt-

erlöse pro Jahr. Die Bestandsveränderung ist erfolgswirksam

zu berücksichtigen. Darüber hinaus wird der

Kaufpreis um voraussichtliche Forderungsausfälle in

den Jahren 2015 und 2016 abgeschrieben.

Servicingvergütung/publity (3.)

Der Master-Servicer, die publity AG, erhält für die

Bearbeitung und Verwertung der Forderungen eine

erfolgsabhängige Vergütung i. H. v. 30 % der vereinnahmten

Erlöse zzgl. gesetzlicher Umsatzsteuer. Die

Vergütung basiert auf dem „Master-Servicing-Vertrag

über das Kreditservicing und die Aktenverwaltung“ und

ist nach Rechnungslegung fällig.

Aktenverwaltung/publity (4.)

Der Master-Servicer, die publity AG, erhält ab dem

01.07.2012 für die beauftragte Aktenverwaltung eine

jährliche Pauschalvergütung i. H. v. 150.000 Euro zzgl.

gesetzlicher Umsatzsteuer. Die Aktenverwaltungspauschale

ist monatlich nach Rechnungslegung fällig.

Nicht abziehbare Vorsteuer (5.)

Entsprechend der aktuellen Rechtssprechung des EuGH

unterliegen weder der Forderungserwerb noch die Verwertung

der Forderungen der Umsatzsteuer. Die Vorsteuer

der auf diese Umsätze entfallenen Aufwendungen

ist nicht abziehbar.

Fondsverwaltung und vorbereitende

Buchhaltung (6.)

Die publity Investor GmbH erhält ab dem 01.07.2012

für die Fondsgeschäftsführung und -verwaltung und die

Vorbereitung der Buchführung eine monatliche Pauschale

i. H. v. 15.000 Euro (jährlich 180.000 Euro) zzgl. gesetzlicher

Umsatzsteuer und ist mit einem Inflationsausgleich

von 2,5 % jährlich kalkuliert. Die Geschäftsführungsvergütung

ist monatlich nach Rechnungslegung fällig.

Laufende Beratung (7.)

Für die laufende Beratung, Erstellung der Jahresabschlüsse

und Steuererklärungen sowie die Überwachung der Dokumentation

und Abrechnung des Forderungseinzugs durch

den Master-Servicer erhält die Rödl & Richter GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Steuerberatungsgesellschaft

eine jährliche Vergütung i. H. v. 31.000 Euro, jeweils

zuzüglich gesetzlicher Umsatzsteuer, die quartalsweise nach

Leistungserbringung abgerechnet werden kann; vgl. Kapitel

13.3 „Beratungsvertrag zur laufenden beratenden Tätigkeit“.


Vergütung Treuhandkommanditist (8.)

Der Treuhandkommanditist, die Rödl & Richter Fondstreuhand

GmbH, erhält während der Emissionsphase

der Fondsgesellschaft (bis einschließlich 30.06.2013)

eine Vergütung i. H. v. 0,27 % p. a. und während der

Betriebsphase eine Vergütung i. H. v. 0,22 % p. a. des

jeweils gezeichneten Kommanditkapitals zzgl. gesetzlicher

Umsatzsteuer.

Haftungsvergütung (9.)

Aus dem Gesellschaftsvertrag der Fondsgesellschaft in

Verbindung mit dem Geschäftsbesorgungsvertrag ergibt

sich, dass die publity Investor GmbH für die Übernahme

der Haftung eine jährliche Vergütung von 5.000

Euro zuzüglich gesetzlicher Umsatzsteuer erhält. Sie ist

berechtigt, jedoch nicht verpflichtet, einen Inflationsausgleich

weiter zu berechnen. Bei den Annahmen wurde

ein Inflationsausgleich nicht berücksichtigt.

Reserve (10.)

Weiterhin erfolgte die Planung einer Reserveposition

für Unvorhergesehenes i. H. v. insgesamt 135.000 Euro

jährlich. Die Position beinhaltet insbesondere die Kontoführungsgebühr

für die Anlegerverwaltung. Der Betrag

wurde in der Prognoserechnung jährlich um einen Inflationsausgleich

von 2,5 % angehoben.

Sonstiger Ertrag (11.)

Zum Ende der Laufzeit wird im Planjahr 2016 der kalkulierte

Veräußerungserlös aus dem Verkauf des aufbereiteten

Restforderungsbestandes an Dritte in Ansatz

gebracht. Es handelt sich dabei um ein Veräußerungsergebnis,

das nicht der Besteuerung gem. § 16 EStG

unterliegt und als laufendes Ergebnis zur Ermittlung

der Gewerbesteuer herangezogen wird.

Sonstiger Aufwand (12.)

In der Position sonstiger Aufwand erfolgte die Berücksichtigung

des Restbuchwertes zum Zeitpunkt der

geplanten Veräußerung des nicht abgeschriebenen

Forderungsbestandes.

Gewerbesteuer (13.)

Die Gewerbesteuer wurde auf Grundlage des Gewerbesteuergesetzes

unter Berücksichtigung der Regelungen

für die Besteuerung von Personengesellschaften berechnet.

Am Sitz der Fondsgesellschaft (Leipzig) gilt derzeit

ein Gewerbesteuerhebesatz von 460,0 %. Im Übrigen

PUBLITY PERFORMANCE FONDS NR. 4 GMBH & CO. KG

11 Wirtschaftlichkeitsberechnungen

wird zur Ermittlung der Gewerbesteuer auf das Kapitel

12 „Steuerliche Grundlagen“ verwiesen.

Cashflow aus Geschäftstätigkeit

Der Cashflow aus Geschäftstätigkeit spiegelt das liquiditätswirksame

Ergebnis des Geschäftsbetriebs der Fondsgesellschaft

wieder. Ausgangsbasis für die Berechnung

ist der sich aus der Gewinn- und Verlustrechnung ergebende

Jahresüberschuss eines jeden Geschäftsjahres,

welcher um nicht liquiditätswirksame Geschäftsvorfälle

bereinigt wird.

Cashflow nach Finanzierung und Investition

Der Cashflow aus Geschäftstätigkeit ermittelt sich aus

dem Jahres-Cashflow abzüglich Investitionsaufwendungen

zuzüglich Finanzierungsaufwendungen. Als

Ergebnis verbleibt der Liquiditätsüberschuss, der unter

Berücksichtigung der im Gesellschaftsvertrag festgelegten

Ausschüttungsvoraussetzungen zur Auszahlung an

die Kommanditisten zur Verfügung steht.

Ausschüttungen (Frühzeichnerbonus) (19.–21.)

Die Gesellschafter, die ihren Kommanditanteil bis zum

30.09.2012 gezeichnet und ihre Zeichnungssumme bis

spätestens zum 31.10.2012 eingezahlt haben, erhalten

einen Frühzeichnerbonus i. H. v. 5 %, der Zeichnungssumme

(ohne Agio). Die Anleger, die ihr Kommanditkapital

bis zum 31.10.2012 gezeichnet und ihre Zeichnungssumme

bis spätestens zum 30.11.2012 eingezahlt

haben, erhalten einen Frühzeichnerbonus i. H. v. 3 %

der Zeichnungssumme (ohne Agio). Der Frühzeichnerbonus

wird aus den ersten Umsatzerlösen bis zum

15.06.2013 ausgezahlt. Ausgehend von einem eingeworbenen

Kommanditkapital von 5 Mio. Euro sind in der

Prognoserechnung dafür 250.000 Euro eingeplant. Ein

verbleibender Liquiditätsüberschuss wird für den Erwerb

weiterer Kreditportfolios verwandt. Weiterhin geht die

Planung davon aus, dass das verbleibende Kapital zum

31.12.2016 nach Feststellung des Jahresabschlusses an

die Kommanditisten ausgezahlt wird.

Cashflow nach Ausschüttung

Der Cashflow nach Ausschüttung weist das Liquiditätsergebnis

eines Geschäftsjahres nach Investitionstätigkeit,

Finanzierungstätigkeit und Ausschüttung an die

Kommanditisten aus.

61


62

Anfangsbestand liquide Mittel (22.)

Unter dieser Position erfolgt der Ausweis der am Beginn

des jeweiligen Planjahres vorhandenen liquiden Mittel,

wie beispielsweise Bankguthaben.

Endbestand liquide Mittel

Die Position „Endbestand liquide Mittel“ ergibt sich

aus der Summe aus Cashflow nach Ausschüttung und

Anfangsbestand liquide Mittel und weist die am Ende

des jeweiligen Planjahres vorhandenen liquiden Mittel,

wie beispielsweise Bankguthaben, aus.

11.4 Eröffnungsbilanz der

publity Performance Fonds

Nr. 4 GmbH & Co. KG

(alle Angaben in Euro)

Umlaufvermögen

Eröffnungsbilanz zum

23.05.2012 in Euro

Liquide Mittel 0

Bilanzsumme 0

Eigenkapital

Kommanditkapital 10.000

abzgl. ausstehende

Einlagen

-10.000

Bilanzsumme 0

Erläuterung der Eröffnungbilanz der publity

Performance Fonds Nr. 4 GmbH & Co. KG

Die Fondsgesellschaft wurde am 23.05.2012 gegründet

und am 23.05.2012 zur Eintragung im Handelsregister

beim Amtsgericht Leipzig angemeldet. Die Einlagen des

Gründungskommanditisten i. H. v. 9.000 Euro sowie des

Treuhandkommanditisten i. H. v. 1.000 Euro sind zum

Zeitpunkt der Prospektaufstellung noch nicht einzahlt.

Weitere Geschäftsvorfälle haben sich nicht ergeben.

Seit der Aufstellung der Eröffnungsbilanz haben

keine bilanz- oder erfolgswirksamen Geschäftsvorfälle

stattgefunden; somit wird auf die Darstellung einer Zwischenübersicht

verzichtet.


11.5 Planbilanzen der Emittentin,

der publity Performance

Fonds Nr. 4 GmbH & Co. KG

(Prognoserechnung)

(alle Angaben in Euro)

Umlaufvermögen

31.12.2012

in Euro

PUBLITY PERFORMANCE FONDS NR. 4 GMBH & CO. KG

11 Wirtschaftlichkeitsberechnungen

31.12.2013

in Euro

31.12.2014

in Euro

31.12.2015

in Euro

31.12.2016

in Euro

1. Forderungen 7.500.000 17.431.870 19.799.274 17.459.274 0

2. Nebenkosten zu

Forderungen

1.417.475 4.225.980 4.218.331 3.558.331 0

3. Liquide Mittel 1.160.553 1.242.117 2.092.172 10.594.969 0

Summe Umlaufvermögen 10.078.028 22.899.967 26.109.777 31.612.574 0

Bilanzsumme 10.078.028 22.899.967 26.109.777 31.612.574 0

Eigenkapital

4. Kommanditkapital 10.010.000 22.010.000 22.010.000 22.010.000 22.010.000

5. Kapitalrücklage 500.000 1.100.000 1.100.000 1.100.000 1.100.000

6. variables Kapitalkonto 0 -431.972 -210.033 2.999.777 8.502.574

7. Gewinn/Verlust -431.972 2.672.939 5.410.810 7.703.797 -5.707.425

8. Ausschüttung 0 -2.451.000 -2.201.000 -2.201.000 -25.905.149

Summe Eigenkapital 10.078.028 22.899.967 26.109.777 31.612.574 0

Bilanzsumme 10.078.028 22.899.967 26.109.777 31.612.574 0

Erläuterung der wesentlichen Annahmen und

Wirkungszusammenhänge der Planbilanzen

Die abgebildeten Planbilanzen bilden den sich unter

Berücksichtigung der angenommenen Planungsprämissen

ergebenden Vermögensstatus der Fondsgesellschaft

per 31.12. jedes Planjahres ab.

Umlaufvermögen (1. bis 3.)

Im Umlaufvermögen wurden der angekaufte Forderungsbestand,

die auf den Forderungsankauf entfallenen

Investitionsnebenkosten (Nebenkosten zu Forderungen)

sowie die liquiden Mittel dargestellt.

Die Entwicklung des Forderungsbestandes sowie

der aktivierten Nebenkosten zu Forderungen ergeben

sich aus den Einzahlungen der Forderungsschuldner,

die anteilig auf die Anschaffungs- und Anschaffungsnebenkosten

zur Ermittlung der Bestandsveränderungen

verteilt werden.

Die in Ansatz gebrachten liquiden Mittel lassen sich

der Liquiditätsrechnung entnehmen. Sie entsprechen

den vorhandenen Barmitteln nach Investition, Finanzierung

und Ausschüttung zum jeweiligen Bilanzstichtag.

Eigenkapital (4. bis 8.)

Es wird davon ausgegangen, dass zum 30.06.2013 Kommanditeinlagen

i. H. v. 22.010.000 Euro zzgl. 5,0 %

Agio i. H. v. 1.100.000 Euro auf die Kommanditeinlagen

eingezahlt sind und das Emissionskapital somit

voll platziert wurde. Hiervon entfallen auf den Gründungskommanditisten

und den Treuhandkommanditisten

10.000 Euro.

63


64

11.6 Planzahlen der Emittentin, der publity Performance

Fonds Nr. 4 GmbH & Co. KG (Prognoserechnung)

(alle Angaben in Euro)

2012

in Euro

2013

in Euro

2014

in Euro

2015

in Euro

2016

in Euro

Investitionen 8.917.475 12.830.375 2.529.750 0 0

Umsatz gesamt 0 6.000.000 11.333.000 20.000.000 18.667.000

Ergebnis -431.972 2.672.939 5.410.810 7.703.797 -5.707.425

Gemäß § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 VermVerkProspV sind

die Planzahlen der Emittentin, insbesondere zu Investitionen,

Produktion, Umsatz und Ergebnis, mindestens

für die folgenden drei Geschäftsjahre anzugeben.

Die Planzahlen sind aus den Prognoserechnungen im

Die Tabelle stellt beispielhaft den sich aus den Prognoseberechnungen

ergebenden voraussichtlichen Liquiditätsverlauf

dieser Vermögensanlage auf Ebene des Anlegers

bei einer Kommanditeinlage von 100.000 Euro dar, der

sich bis zum 31.10.2012 beteiligt hat. In diesem Zusammenhang

wurde der Spitzensteuersatz zur Einkommensteuer

von 42 % zzgl. Solidaritätszuschlag zugrunde gelegt.

Gegebenenfalls beim Anleger anfallende Kirchensteuer

wurde nicht berücksichtigt. Es wird an dieser Stelle

ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Berechnungen

nicht die persönliche Beratung durch einen Steuerberater

ersetzen, sondern ausschließlich einen Anhaltspunkt

darstellen.

Nach der Prognoserechnung erhält der Anleger jährliche

Ausschüttungen. Es wurde unterstellt, dass die

Steuerzahlungen bzw. Steuererstattungen dem Anleger

im zweiten Quartal des Folgejahres ab- bzw. zufließen.

Abschnitt 11.2 bis 11.5 ordnungsgemäß abgeleitet. Planzahlen

der Emittentin zur Produktion existieren nicht,

da die publity Performance Fonds Nr. 4 GmbH & Co.

KG keinen Produktionsbetrieb unterhält.

11.7 Kapitalflussrechnung für den Anleger (Prognoserechnung)

(alle Angaben in Euro)

Beteiligung in Höhe von

100.000 Euro bis zum

31.10.2012

Eigenkapitaleinzahlung

inkl. Agio

2012

in Euro

2013

in Euro

2014

in Euro

2015

in Euro

2016

in Euro

Die Rendite nach Agio vor persönlichen Steuern des

Anlegers (IRR-Methode) beträgt unter den getroffenen

Annahmen 10 % p. a. Die Grundlagen für die Berechnung

der Rendite nach der IRR-Methode werden nachfolgend

erläutert.

Berechnungsmethode nach IRR

2017

in Euro

Gesamt

in Euro

-105.000 0 0 0 0 0 -105.000

gebundenes Kapital -105.000 -105.000 -105.000 -105.000 -105.000 -105.000

Entnahmen/Ausschüttungen 0 15.000 10.000 10.000 117.697 0 152.697

Steuererstattung (+)

Steuernachzahlung (–)

0 869 -4.553 -8.881 -12.641 11.490 -13.716

Summe der Rückflüsse 0 15.869 5.447 1.119 105.056 11.490 138.981

Haftungsvolumen 20.000 20.000 20.000 20.000 20.000 20.000

Die für Investitionen und für unternehmerische Beteiligungen

zur Berechnung der Rendite übliche IRR-Methode

ist nicht vergleichbar mit anderen Methoden,

wie zum Beispiel der Effektivzins-Methode. Mit der

IRR-Methode kann keine Aussage zur Vorteilhaftigkeit

der Investition im Vergleich zu anderen Investitionen

getroffen werden. Die IRR-Methode gibt die

Verzinsung des in der Anlage verbleibenden Kapitals

über den jeweiligen Anlagezeitraum an. Die so ermit-


telte Rendite ist lediglich für das nach geplanten Ausschüttungen

verbleibende Kapital gültig. Dies darf

jedoch nicht als Verzinsung der ursprünglichen Einlage

betrachtet werden. Würde dies unterstellt, müssten die

erfolgten Ausschüttungen sofort zum gleichen Zinssatz

bis zum Ende der Laufzeit reinvestiert werden (so

genannte „Wiederanlageprämisse“). Da dies nicht vorgesehen

ist, ist die IRR-Rendite nicht vergleichbar mit

anderen Rendite-Berechnungsmethoden.

11.8 Sensitivitäten

Sensitivitätsanalyse

(Abweichungen zur Prognoserechnung)

(alle Angaben in Euro)

Beteiligung in Höhe von

100.000 Euro bis zum

31.12.2016

Ausschüttungen lt.

Prognoserechnung

Ausschüttungen bei

negativer Abweichung

zur Prognoserechnung

Ausschüttung bei

positiver Abweichung

zur Prognoserechnung

Abweichung zur

Prognoserechnung

PUBLITY PERFORMANCE FONDS NR. 4 GMBH & CO. KG

11 Wirtschaftlichkeitsberechnungen

2012

in Euro

Die Prognoserechnung im Kapitel 11 „Wirtschaftlichkeitsberechnungen“,

beruht auf geschlossenen Verträgen,

Erfahrungswerten und Annahmen. Jedoch werden sich

in Zukunft naturgemäß Abweichungen gegenüber dem in

der langfristigen Prognoserechnung dargestellten Basisszenario

einstellen. Die Berechnung der Sensitivitäten

fußt auf der Annahme, dass das geplante Emissionskapital

entsprechend der Prognoserechnung platziert wird,

bzw. dass sich der Anleger bis zum 31.10.2012 mit einer

KG-Einlage in Höhe von 100.000 Euro beteiligt hat.

Wesentliche Parameter, die deutlichen Einfluss auf das

Ergebnis der publity Performance Fonds Nr. 4 GmbH &

Co. KG haben, sind unter anderem die beim Ankauf der

Forderungen zu zahlenden Kaufpreise sowie der Anteil

der letztlich von der Fondsgesellschaft realisierten Erlöse

aus der Forderungsverwertung. Im Folgenden sollen

die Auswirkungen möglicher Abweichungen bei sonst

unveränderten Prämissen (ceteris paribus) gegenüber

den in der Prognoserechnung getroffenen Annahmen

dargestellt werden. Abweichungen von den Annahmen

der Prognosen können auch kumuliert auftreten, sodass

sich deutlich abweichende Ergebnisse ergeben können.

2013

in Euro

2014

in Euro

2015

in Euro

2016

in Euro

Gesamt

in Euro

0 15.000 10.000 10.000 117.697 152.697

-10 % 0 15.000 10.000 10.000 102.852 137.852

5 % 0 15.000 10.000 10.000 125.116 160.116

Die Prognoserechnung laut Kapitel 11.3 „Voraussichtliche

Ertrags- und Finanzlage der Emittentin, der

publity Performance Fonds Nr. 4 GmbH & Co. KG

(Prognoserechnung)“ geht von Umsatzerlösen aus den

angekauften Forderungen i. H. v. 4,2 % des Nominalwertes

des Gesamtforderungsbestandes aus. Es besteht

die Möglichkeit, dass diese Annahme nicht eintreten

und die tatsächlichen Umsatzerlöse höher oder niedriger

ausfallen. Die oben abgebildete Übersicht stellt

jeweils die Auswirkungen auf die Gewinnausschüttungen

an die Anleger, die in der Kapitalflussrechnung für

den Anleger in Kapitel 11.7 dargestellt sind, bei einer

positiveren (+5 %) und bei einer negativeren (–10 %)

Umsatzentwicklung dar.

65


662

66


12 Steuerliche Grundlagen

Die folgenden Ausführungen basieren auf dem Stand

der Steuergesetzgebung zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung

sowie der dazu ergangenen Rechtsprechung,

den Äußerungen der Finanzverwaltung und der herrschenden

Meinung in der Literatur.

Die dargestellten steuerlichen Folgen stehen ferner

unter dem Vorbehalt der Anerkennung der Finanzverwaltung,

sodass keine Haftung für deren Eintritt übernommen

werden kann. Im Einzelnen wird jedem Anleger

eine individuelle steuerliche Beratung durch einen versierten

Experten empfohlen.

Den Ausführungen liegt zugrunde, dass eine natürliche

Person, die ausschließlich in der Bundesrepublik

Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig ist, die Beteiligung

im Privatvermögen hält. Nicht aufgezeigt werden

die Rechtsfolgen für beschränkt Steuerpflichtige, juristische

Personen oder für Anleger, die ihre Beteiligung

im steuerlichen Betriebsvermögen oder über eine Kapitalgesellschaft

halten. Die nachfolgende Darstellung

behandelt die wesentlichen Grundlagen der steuerlichen

Konzeption der Vermögensanlage.

12.1 Einkommensteuer

12.1.1 Besteuerung auf

Ebene der Gesellschaft

Die publity Performance Fonds Nr. 4 GmbH & Co. KG

ist eine Kommanditgesellschaft i. S. d. § 161 Abs. 1 HGB.

Einkünfte und Besteuerungsverfahren

Die Personengesellschaft in Deutschland wird steuerlich

als transparent bezeichnet. Das bedeutet, dass nicht

die Personengesellschaft an sich, sondern die Anleger

Steuersubjekte sind. Die Personengesellschaft ist als

solche weder einkommensteuer- noch körperschaftsteuerpflichtig.

Deshalb wird das von der Personengesellschaft

erzielte Einkommen den einzelnen Anlegern/Gesellschaftern

als „originäre eigene Einkünfte“

zugerechnet und nach deren persönlichen Merkmalen

der Einkommensteuer unterworfen. Eine Ausnahme

hiervon bildet hingegen die Gewerbesteuer; hier ist die

Personengesellschaft selbst Steuersubjekt.

Die Gewinnermittlung für die GmbH & Co. KG und

die Gewinn- oder Verlustzurechnung auf die Anleger

vollziehen sich in zwei Ebenen:

a] Die Gewinnermittlung erfolgt bei der Personengesellschaft,

und zwar unter Einbeziehung von

dem Gewinn der Personengesellschaft und den

Sonderbetriebseinnahmen bzw. -ausgaben der

Gesellschafter;

b] Der so festgestellte Gesamtgewinn oder -verlust

wird sodann den Gesellschaftern (entsprechend

ihrem Anteil am Ergebnis der Gesellschaft sowie

der von ihnen erklärten Sonderbetriebseinnahmen

bzw. -ausgaben) zugerechnet.

Aufgrund dieses Transparenzprinzips versteuert der

Anleger/Gesellschafter die anteilig auf ihn entfallenen

Einkünfte unabhängig davon, ob die publity Performance

Fonds Nr. 4 GmbH & Co. KG Gewinne an die

Anleger/Gesellschafter ausschüttet oder z. B. reinvestiert.

Die Versteuerung erfolgt unabhängig vom tatsächlichen

Liquiditätszufluss an den Anleger.

Im Fall der vorliegenden Fondsgesellschaft gewährleistet

und begründet die gesellschaftsvertragliche Ausgestaltung

die Mitunternehmerstellung der Anleger aufgrund

deren Beteiligung am Gewinn und Verlust sowie

am Vermögen und an den stillen Reserven der Fondsgesellschaft

sowie deren Mitbestimmungsrechte. Die vor-

und nachstehenden Grundsätze gelten auch, wenn sich

der Anleger, wie vorliegend möglich, nicht unmittelbar

als Kommanditist, sondern mittelbar als Treugeber an

der Fondsgesellschaft beteiligt (BFH vom 21.04.1988,

BStBl. II 1989 S. 722). In diesem Fall ist eine zusätzliche

Voraussetzung für die Anerkennung der Mitunternehmerstellung,

dass der Treugeber das Treuhandverhältnis

beherrscht. Das bedeutet, dass er gegenüber dem

Treuhandkommanditisten weisungsbefugt ist und ihm

außerdem das Recht zusteht, sich durch Kündigung des

Treuhandverhältnisses und Eintragung in das Handelsregister

unmittelbar als Kommanditist an der Fondsgesellschaft

zu beteiligen. Die rechtliche Ausgestaltung

des Gesellschafts- und des Treuhandvertrages erfüllt

diese – analog anzuwendenden – Anforderungen, die

die Finanzverwaltung und die Rechtsprechung für die

steuerliche Anerkennung des Treuhandverhältnisses

sowie der Mitunternehmerstellung voraussetzen (BMF-

Schreiben vom 1. September 1994, BStBl. I 1994, 604

ff.; BFH vom 25. Juni 1984, BStBl. II 1984, 751 ff.).

67


68

Einkunftsart

Die publity Performance Fonds Nr. 4 GmbH & Co. KG

ist eine gewerblich tätige Personengesellschaft im Sinne

des § 15 Abs. 1 Nr. 2 Einkommensteuergesetz (EStG).

Darüber hinaus wird die Geschäftsführung von einer

Kapitalgesellschaft als persönlich haftende Gesellschafterin

wahrgenommen. Damit erzielt die Gesellschaft

Einkünfte aus Gewerbebetrieb.

Die einzelnen Anleger erzielen ebenfalls Einkünfte

aus Gewerbetrieb gemäß § 15 Abs. 1 Nr. 2 EStG, wenn

sie als Mitunternehmer anzusehen sind. Das ist der

Fall, wenn sie am Gewinn und Verlust sowie an den

stillen Reserven bei Beendigung der Gesellschaft teilhaben.

Überdies tragen sie aufgrund der Bedingungen

des Gesellschaftsvertrages das Mitunternehmerrisiko

und haben die entsprechenden Rechte zur Entfaltung

der Mitunternehmerinitiative.

Gewinnerzielungsabsicht

Voraussetzung für die Anerkennung der steuerlichen

Ergebnisse ist u. a. das Bestehen einer Gewinnerzielungsabsicht,

sowohl auf der Ebene der Gesellschaft als auch

auf Ebene des Gesellschafters. Maßgeblich ist der Totalgewinn,

also das steuerliche Gesamtergebnis über die

gesamte voraussichtliche Dauer der Gesellschaft. Auf

der Ebene der Fondsgesellschaft findet hierbei auch ein

etwaiger Veräußerungs- oder Aufgabegewinn Berücksichtigung,

weil er zu den einkommensteuerpflichtigen

Einkünften aus Gewerbebetrieb gemäß § 16 Abs. 1 und

3 EStG zählt.

Die Gesellschaft wird bei planmäßigem Eintritt der

prognostizierten Ergebnisse über die Laufzeit insgesamt

ein steuerlich positives Gesamtergebnis und damit einen

Totalgewinn erzielen.

Auf der Ebene des einzelnen Gesellschafters sind

zudem die individuellen Sonderbetriebseinnahmen und

-ausgaben zu berücksichtigen. Dabei sind insbesondere

Sonderbetriebsausgaben in Form von Fremdfinanzierungszinsen

für die Einlage zu beachten. Es ist davon

auszugehen, dass sich auch unter der Einbeziehung

dieser Aufwendungen ein Totalgewinn auf Ebene des

Gesellschafters ergibt.

Gewinnermittlung

Die Gesellschaft hat nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches

(HGB) eine Bilanz sowie eine Gewinn- und

Verlustrechnung zum Ende eines jeden Wirtschaftsjahres

aufzustellen. Am 29.05.2009 ist das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz

(BilMoG) in Kraft getreten

(BGBL.I 2009, S. 1102). Die Handelsbilanz bildet trotz

der zahlreichen Änderungen (z. B. Einschränkungen bei

der Bewertung des Umlaufvermögens oder dem Ausweis

von ausstehenden Einlagen) weiterhin die Grundlage für

die steuerliche Gewinnermittlung. Aufgrund der Aufhebung

der umgekehrten Maßgeblichkeit kann es jedoch

infolge von unterschiedlichen Wertansätzen in Handel-

und Steuerbilanz künftig zu Abweichungen zwischen

dem handels- und steuerlichen Ergebnis kommen. Der

steuerliche Gewinn ermittelt sich über den Betriebsvermögensvergleich

gemäß §§ 4 Abs. 1, 5 EStG. Wirtschaftsjahr

ist das Kalenderjahr. Die erworbenen Forderungen

gehören zum steuerlichen Umlaufvermögen.

Sie sind mit den Anschaffungskosten oder einem niedrigeren

Teilwert zu aktivieren. Aus dem Erwerbsvorgang

selbst resultieren daher keine Verluste, die zu negativen

Einkünften führen können.

In der Prognoseberechnung sind die Kosten für die

Kapitalbeschaffung und für die Konzeption (Anlaufkosten)

gemäß der aktuell gültigen Verwaltungsanweisung

(Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom

20.10.2003) aktiviert worden. Die Anlaufkosten werden

hierbei unter der Berücksichtigung der eingetriebenen

Forderungen sukzessive mit aufgelöst.

Die Aufnahme von Krediten durch die Fondsgesellschaft

ist nicht geplant. Sollte die Gesellschafterversammlung

aus unvorhergesehenen Gründen der Aufnahme

von Krediten zustimmen, sind die Regelungen

zur Zinsschranke zu berücksichtigen. Demnach sind

Zinsaufwendungen eines Betriebes nur bis zur Höhe

des Zinsertrages und darüber hinaus nur bis zur Höhe

von 30 % des steuerlichen Gewinns vor Zinsen, Steuern

und Abschreibungen (sog. EBITDA) abzugsfähig. Nicht

abziehbare Zinsaufwendungen sind in die folgenden

Wirtschaftsjahre vorzutragen (Zinsvortrag). Diese als

so genannte „Zinsschranke“ bezeichneten Regelungen

finden keine Anwendung, wenn die über den Zinsertrag

hinausgehenden Zinsaufwendungen weniger als

1.000.000 Euro p. a. betragen (Freigrenze) oder wenn

innerhalb eines Konzerns die Eigenkapitalquote des

Betriebs mindestens so hoch ist wie die des Konzerns

(sog. Escape-Klauseln).

Nach allgemeinen Grundsätzen gilt die Abtretung

einer Forderung im Rahmen des echten Factorings nicht

als Überlassung von Fremdkapital im Sinne des § 4 h

Abs. 3 EStG. Bei einem übereinstimmenden Antrag

zwischen Zessionar und Zedent kann dies jedoch so

behandelt werden, vgl. BMF-Schreiben von 04.07.2008,

BStBl. 2008 I S.718 f. Die Inanspruchnahme dieser Billigkeitsregelung

ist jedoch nicht geplant.


Soweit die Gesellschaft durch die Anlage der Liquiditätsreserve

und sonstiger finanzieller Mittel Zinserträge

erzielt, handelt es sich hierbei um Einkünfte aus

Gewerbebetrieb (§ 20 Abs. 8 EStG). Insoweit kommt

die Abgeltungsteuer nicht zur Anwendung.

Gewinnverteilung

Die Einkünfte der Gesellschaft werden gemäß § 180 Abs.

1 Nr. 2 a Abgabenordnung (AO) gesondert und einheitlich

für alle an der Gesellschaft beteiligten Gesellschafter/Anleger

festgestellt. Der Bescheid über die gesonderte

und einheitliche Feststellung ist als Grundlagenbescheid

bindend für die Einkommensteuerbescheide der einzelnen

Gesellschafter (§ 182 Abs. 1 AO). Dabei wird den

Anlegern das steuerliche Ergebnis im Rahmen ihrer

Einkommensteuerveranlagung anteilig, entsprechend

der Höhe ihrer Beteiligung am Kommanditkapital, als

Einkünfte aus Gewerbebetrieb gemäß § 15 Abs. 1 Nr.

2 EStG zugerechnet. Das steuerliche Ergebnis umfasst

auch die vom Anleger gemeldeten Sonderbetriebseinnahmen

und -ausgaben.

Sonderbetriebseinnahmen und -ausgaben

Der Anleger hat die Möglichkeit, Sonderbetriebsausgaben,

die im Zusammenhang mit seiner Beteiligung entstehen,

bei der publity Performance Fonds Nr. 4 GmbH

& Co. KG einzureichen, damit diese bei der Berechnung

des Gewinn- bzw. Verlustanteils Berücksichtigung finden.

Unter Sonderbetriebsausgaben versteht man alle Aufwendungen

eines Gesellschafters, hier des Kommanditisten,

die ihm durch die Beteiligung an der Personengesellschaft

entstehen. Hierzu zählen bspw. die Kosten

für Fahrten zu Gesellschafterversammlungen, Rechts-

und Notargebühren oder die Zinsen für ein Darlehen

zur Finanzierung des Kommanditanteils.

Voraussetzung für die Anerkennung dieser Sonderbetriebsausgaben

ist die Angabe in der Erklärung zur

gesonderten und einheitlichen Gewinnfeststellung, die

durch die Gesellschaft erstellt wird. Der Kommanditist

ist dementsprechend verpflichtet, der publity Performance

Fonds Nr. 4 GmbH & Co. KG die Sonderbetriebsausgaben

bis zum 31. März des jeweiligen Folgejahres

nachzuweisen.

Nachträglich eingehende Sonderbetriebsausgaben

können dann nur noch Berücksichtigung finden, solange

die Einspruchsfrist gegen den Bescheid zur gesonderten

und einheitlichen Gewinnfeststellung noch nicht

abgelaufen ist. Eine (erstmalige) Geltendmachung der

Sonderbetriebsausgaben in der persönlichen Einkom-

PUBLITY PERFORMANCE FONDS NR. 4 GMBH & CO. KG

12 Steuerliche Grundlagen

mensteuererklärung des Anlegers/Gesellschafters ist

ausgeschlossen.

Verlustausgleich auf Ebene der Gesellschaft

Nach den Prognoserechnungen werden in der Anfangsphase

Verluste erzielt. Verluste können während der

Laufzeit der Fondsgesellschaft durch Ertragsausfälle

entstehen. Für entstandene Verluste sind folgende Verlustabzugsbeschränkungen

zu berücksichtigen.

A. Verrechnungsverbot von negativen

Einkünften aus Verlustzuweisungsgesellschaften

gemäß § 15b EStG

Verluste im Zusammenhang mit einem Steuerstundungsmodell

dürfen weder mit Einkünften aus Gewerbebetrieb

noch mit Einkünften aus anderen Einkunftsarten

ausgeglichen werden; sie dürfen auch nicht nach § 10d

EStG abgezogen werden. Die Verluste mindern jedoch

die Einkünfte, die der Steuerpflichtige in den folgenden

Wirtschaftsjahren aus derselben Einkunftsquelle erzielt.

§ 15a EStG ist insoweit nicht anzuwenden.

Ein Steuerstundungsmodell liegt vor, wenn aufgrund

einer modellhaften Gestaltung steuerliche Vorteile

in Form negativer Einkünfte erzielt werden sollen.

Dies ist der Fall, wenn dem Steuerpflichtigen aufgrund

eines vorgefertigten Konzepts die Möglichkeit geboten

werden soll, zumindest in der Anfangsphase der Investition

Verluste mit übrigen Einkünften zu verrechnen.

Dabei ist es ohne Belang, auf welchen Vorschriften die

negativen Einkünfte beruhen.

Die hier angebotene Anlageform fällt nicht unter den

tatbestandlichen Anwendungsbereich des § 15b EStG,

da laut Prognoserechnung in der Anfangsphase das

Verhältnis zwischen der Summe der prognostizierten

Verluste und der Höhe des gezeichneten Kapitals und

nach dem Konzept auch aufzubringenden Eigenkapitals

10 % nicht übersteigt.

B. Verluste bei beschränkter Haftung (§ 15 a EStG)

Nach § 15 a EStG kann der einem Kommanditisten

zuzurechnende Verlust nicht zum Ausgleich positiver

Einkünfte aus anderen Quellen verwendet werden,

soweit ein negatives Kapitalkonto entsteht oder sich

erhöht. Ein negatives Kapitalkonto entsteht, soweit die

Verluste die im Handelsregister eingetragene Hafteinlage

oder die tatsächlich geleisteten Einzahlungen übersteigen.

Verluste, die durch ein negatives Kapitalkonto

entstehen oder sich erhöhen, sind dann nur mit den

Gewinnen, die dem Kommanditisten in späteren Jahren

69


70

aus seiner Beteiligung zuzurechnen sind, zu verrechnen

(verrechenbare Verluste). Sonderbetriebseinnahmen und

Sonderbetriebsausgaben sind von dieser Regelung ausgenommen.

Sie sind immer in voller Höhe im Jahr ihrer

Entstehung anzusetzen.

Nach § 15 a Abs. 3 EStG hat der Kommanditist

einen fiktiven Gewinn zu versteuern, soweit durch Entnahmen

ein negatives Kapitalkonto entsteht oder sich

erhöht und in den Vorjahren Verluste der Fondsgesellschaft

beim Kommanditisten steuermindernd geltend

gemacht wurden. Dies ist stets dann der Fall, wenn

Ausschüttungen nicht durch den steuerlichen Gewinn

der Gesellschaft abgedeckt sind. Die Summe der versteuerten

Ausschüttungen mindert jedoch gemäß § 15

a Abs. 3 S. 4 EStG die Gewinne, die dem Kommanditisten

in späteren Wirtschaftsjahren zuzurechnen sind.

Bei Anlegern, die sich als Treugeber mittelbar an der

Gesellschaft beteiligen, führen einlagemindernde Entnahmen

und Verlustzuweisungen nicht zu einem Wiederaufleben

der Haftung und damit auch zu keinem

erweiterten Verlustausgleich im Sinne von § 15a EStG.

Der Treugeber trägt nur mittelbar über den Treuhandvertrag

das Risiko des Wiederauflebens der Haftung

gemäß § 172 HGB, nicht jedoch unmittelbar aufgrund

dieser gesetzlichen Vorschrift. Die Einzelheiten hierzu

sollte sich jeder Anleger/Treugeber von seinem persönlichen

Steuerberater erläutern lassen.

Entnahmen

Bei den in der Liquiditätsprognose dargestellten „Ausschüttungen“

handelt es sich um geplante und nach der

prognostizierten Liquiditätslage der Gesellschaft mögliche

Barauszahlungen an die Gesellschafter. Die Auszahlungen

stellen steuerlich Entnahmen dar und sind

grundsätzlich nicht steuerpflichtig.

Entnahmen der Gesellschafter können gemäß § 4

Abs. 4 a EStG zu Überentnahmen (Entnahmen, die

die Summe des Gewinns und der Einlagen des Wirtschaftsjahres

übersteigen) auf der Ebene der Gesellschaft

führen. Bei Vorliegen solcher Überentnahmen kann der

Schuldzinsenabzug der Gesellschaft eingeschränkt sein.

I. H. v. 6,0 % der Überentnahmen erfolgt eine Hinzurechnung

auf den steuerlichen Gewinn der Gesellschaft.

Die Obergrenze für diese Hinzurechnung bilden die im

Wirtschaftsjahr angefallenen Schuldzinsen abzüglich

2.050 Euro. Die Aufteilung der Hinzurechnung erfolgt

gemäß BFH-Urteil vom 29.03.2007 im Verhältnis ihrer

Schuldzinsenanteile auf die Gesellschafter.

Die vorgenannte Beschränkung gilt nicht für Schuldzinsen,

die durch ein Darlehen zur Finanzierung von

Anschaffungs- oder Herstellungskosten von Wirtschaftsgütern

des Anlagevermögens angefallen sind.

Gewinnthesaurierung

Gemäß § 34 a EStG können nicht entnommene Gewinne

bei Personengesellschaften auf Antrag mit einem ermäßigten

Steuersatz von 28,25 % zzgl. Solidaritätszuschlag

besteuert werden. Soweit der begünstigt besteuerte

Gewinn in späteren Jahren vom Steuerpflichtigen

wieder entnommen wird (spätestens bei Auflösung der

Gesellschaft/Verkauf der Gesellschaftsanteile), ist insoweit

eine Nachversteuerung i. H. v. 25,0 % zzgl. Solidaritätszuschlag

vorzunehmen. Der Antrag kann aber vom

Steuerpflichtigen nur gestellt werden, wenn er zu mehr

als 10,0 % am Gewinn der Fondsgesellschaft beteiligt ist

oder sein Gewinnanteil mehr als 10.000 Euro beträgt.

Ob die Gewinnthesaurierung für den Steuerpflichtigen

sinnvoll ist, kann an dieser Stelle nicht beurteilt werden,

da dies von einer Reihe individueller Faktoren abhängig

ist. Vor einer Gewinnthesaurierung sollte daher der persönliche

Steuerberater hinzugezogen werden.

12.1.2 Besteuerung auf

Ebene des Anlegers

Dem Anleger werden negative (nach Anwendung und

Prüfung von §§ 15b, 15a EStG verbleibende Verluste)

oder positive Einkünfte (nach Verrechnung gemäß §§ 15

b, 15 a EStG verbleibende Gewinne) aus der Beteiligung

an der Fondsgesellschaft zugewiesen, die sein persönlich

zu versteuerndes Einkommen beeinflussen.

Die negativen bzw. positiven Einkünfte werden auf

Ebene der Fondsgesellschaft durch das Verwaltungsfinanzamt

gesondert und einheitlich für jeden einzelnen

Anleger festgestellt und den Wohnsitzfinanzämtern der

Anleger von Amts wegen mitgeteilt.

Die gewerblichen Einkünfte unterliegen dem persönlichen

Einkommensteuersatz des Anlegers zzgl.

Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer. Der Einkommensteuersatz

beträgt bei einem zu versteuernden

Einkommen bis zu 250.000 Euro zwischen 15 % und

42 % (bei zusammen veranlagten Ehegatten 500.000

Euro). Bei einem höheren Einkommen beträgt der Einkommensteuersatz

45 %.

Etwaige Verluste, die im Jahr der Entstehung nicht

mit anderen Einkünften aus Gewerbebetrieb oder mit

anderen Einkunftsarten ausgeglichen werden, können

bis zu einem Betrag von 511.500 Euro (bei zusammen

veranlagten Ehegatten 1.023.000 Euro) auf den unmittelbar

vorangegangenen Veranlagungszeitraum zurück-


getragen werden. Auf Antrag des Anlegers gegenüber

dem zuständigen Wohnsitzfinanzamt kann vom Verlustrücktrag

ganz oder teilweise abgesehen werden. Durch

den Verlustrücktrag nicht ausgeglichene negative Einkünfte

sind in die folgenden Veranlagungszeiträumen

bis zu einem Gesamtbetrag der Einkünfte von 1,0 Mio.

Euro (bei zusammen veranlagten Ehegatten 2,0 Mio.

Euro) unbeschränkt, darüber hinaus in Höhe bis zu

60 % des 1,0 Mio. Euro übersteigenden Gesamtbetrages

der Einkünfte (bei zusammen veranlagten Ehegatten

2 Mio. Euro) abzuziehen (§ 10d Abs. 1 und 2 EStG).

Neben der Einkommensteuer hat der Anleger einen

Solidaritätszuschlag i. H. v. 5,5 % seiner festgesetzten

Einkommensteuer zu entrichten. Die Kirchensteuer ist

in Abhängigkeit zu der Kirchenzugehörigkeit und dem

Wohnsitz des Anlegers ebenfalls zusätzlich zu entrichten.

Gemäß § 35 EStG kann sich durch die Anrechnung

der Gewerbesteuer auf die Einkommensteuer eine einkommensteuerliche

Entlastung für den Anleger/Gesellschafter

ergeben. Die Anrechnung beträgt derzeit das

3,8-fache des auf den Gesellschafter anteilig entfallenen

Gewerbesteuermessbetrags, höchstens jedoch die

anteilig gezahlte Gewerbesteuer. Diese Vergünstigung

ist jedoch beschränkt auf die tatsächlich festzusetzende

Einkommensteuer des Gesellschafters.

12.1.3 Beendigung und

Veräußerung der Beteiligung

Veräußert ein Gesellschafter seine Beteiligung oder

scheidet er aus anderen Gründen aus der Gesellschaft

aus, so kann ein steuerpflichtiger Veräußerungsgewinn

entstehen. Das Gleiche gilt bei Betriebsaufgabe, im Fall

der Liquidation oder der Veräußerung sämtlicher noch

bestehender Restforderungen, der Fondsgesellschaft.

Veräußerungsgewinn ist der Betrag, um den der Veräußerungserlös

das Kapitalkonto (geleistete Einlagen

zuzüglich Gewinne abzüglich Verluste und Ausschüttungen)

übersteigt. Aufgabegewinn ist der Betrag, um

den der anteilige, an die Gesellschafter auszukehrende

Liquidationserlös das Kapitalkonto übersteigt. Sollte

das Kapitalkonto des Gesellschafters durch Verlustzuweisung

und Entnahmen negativ geworden sein und der

Veräußerungspreis 0,00 Euro betragen, kann es dennoch

zu einem Veräußerungsgewinn kommen.

Dieser Veräußerungsgewinn ist bei dem einzelnen

Gesellschafter einkommensteuerpflichtig (§ 16 Abs. 1

und 3 EStG). Er wird dadurch begünstigt, dass diese

außerordentlichen Einkünfte nur mit 1/5 steuerlich erfasst

werden und die hierauf entfallene Einkommensteuer

PUBLITY PERFORMANCE FONDS NR. 4 GMBH & CO. KG

12 Steuerliche Grundlagen

verfünffacht wird (§ 34 Abs. 1 EStG). Dadurch wird

die Einkommensteuerprogression etwas abgemildert.

Hat ein Steuerpflichtiger das 55. Lebensjahr vollendet

oder ist er im sozialversicherungsrechtlichen Sinne

dauernd berufsunfähig, so kann er zusätzlich auf Antrag

(einmal im Leben) einen Freibetrag i. H. v. 45.000 Euro

in Anspruch nehmen (§ 16 Abs. 4 EStG). Der Freibetrag

reduziert sich um den Betrag, um den der Veräußerungsgewinn

136.000 Euro übersteigt. Außerdem kann

der Steuerpflichtige auf Antrag, ebenfalls nur einmal

im Leben, anstelle der „Fünftelregelung“ für den verbleibenden

Veräußerungsgewinn die Anwendung von

56,0 % des durchschnittlichen Steuersatzes (mindestens

aber des Eingangssteuersatzes von 15,0 %) in Anspruch

nehmen (§ 34 Abs. 3 EStG).

Die Tarifbegünstigungen des § 34 EStG gelten jedoch

nur, wenn der Gesellschafter seine gesamte Beteiligung

veräußert. Eine Teilanteilsveräußerung wird wie laufender

Gewinn besteuert (siehe Kapitel 12.2 „Gewerbesteuer“,

5. Absatz).

12.2 Gewerbesteuer

Die Gesellschaft ist gemäß § 2 Gewerbesteuergesetz

(GewStG) als gewerblich tätige Personengesellschaft

gewerbesteuerpflichtig. Bemessungsgrundlage für die

Gewerbesteuer ist der Gewerbeertrag gemäß § 7 GewStG.

Der Gewerbeertrag ermittelt sich aus dem einkommensteuerrechtlichen

Ergebnis unter Berücksichtigung

der Hinzurechnungen und Kürzungen nach den Vorschriften

der §§ 8 und 9 GewStG. Laut Planung kommen

keine Hinzurechnungen und Kürzungen nach den vorgenannten

Vorschriften in Betracht.

Die Gewerbesteuer ist gemäß § 4 Abs. 5a EStG keine

Betriebsausgabe.

Gewerbesteuerverluste sind nach dem Rechtsstand

ab 2004 bis zu einem Betrag i. H. v. 1 Mio. Euro vortragsfähig

und mit zukünftigen Gewerbeerträgen verrechenbar.

Der 1 Mio. Euro übersteigende maßgebende

Gewerbeertrag ist darüber hinaus bis zu 60,0 % der

noch nicht berücksichtigten Fehlbeträge der vorangegangenen

Jahre zu kürzen (§ 10 a GewStG).

Die gewerbesteuerlichen Verlustvorträge sind an

die Person des Gesellschafters gebunden. Scheidet ein

Gesellschafter aus, so entfällt der auf diesen anteilig entfallene

Vortrag des Gewerbeverlustes (§ 10a GewStG).

Infolge von Gesellschafterwechseln kann es deshalb zu

einer höheren Gewerbesteuerbelastung auf Ebene der

Gesellschaft und damit für die verbleibenden Gesellschafter

kommen. Entsprechend § 13 Nr. 4 des Gesell-

71


72

schaftsvertrages ist die Mehrbelastung durch den neu

eintretenden Gesellschafter zu tragen.

Der Gewinn aus der Veräußerung eines Mitunternehmeranteils

oder der Aufgabe des Betriebes unterliegt

zudem gemäß § 7 Satz 2 GewStG nur insoweit

nicht dem Gewerbeertrag, als er auf eine natürliche

Person als unmittelbar beteiligten Mitunternehmer

entfällt. Dies bedeutet, dass bei Beteiligung einer Kapitalgesellschaft

an der Gesellschaft der Veräußerungs-/

Aufgabegewinn immer anteilig gewerbesteuerpflichtig

ist. Auch bei der Beteiligung von natürlichen Personen

über eine andere Personengesellschaft ist die Gewerbesteuerpflicht

gegeben.

12.3 Umsatzsteuer

Forderungsankauf im Inland

Unternehmensgegenstand der Fondsgesellschaft ist der

Ankauf von zahlungsgestörten Forderungen und die Verwertung

dieser Forderungen im eigenen Namen und auf

eigene Rechnung. Dabei wird der Forderungsverkäufer

von der Einziehung der Forderungen und dem Risiko

ihrer Nichterfüllung befreit (sog. echtes Factoring).

Nach aktueller Auffassung der Richter des Europäischen

Gerichtshofes (nachfolgend EuGH), denen sich

die Richter des Bundesfinanzhofes (nachfolgend BFH)

mit Urteil vom 26.1.2012 (V R 18/08) angeschlossen

haben, erbringt die Fondsgesellschaft durch Erwerb von

zahlungsgestörten Forderungen unter „Vereinbarung“

eines vom Kaufpreis abweichenden „wirtschaftlichen

Werts“ an den Forderungsverkäufer keine entgeltliche

Leistung. Der Erwerb und der Einzug von zahlungsgestörten

Forderungen stellen keine wirtschaftlichen

Tätigkeiten im Sinne des Umsatzsteuergesetzes dar und

sind nicht umsatzsteuerbar.

Mangels steuerbarem Forderungserwerb und -einzug,

hat die Fondsgesellschaft keine Vorsteuerabzugsberechtigung

für mit dem Forderungserwerb und -einzug im

Zusammenhang stehenden Aufwendungen (z. B. Servicing,

Aktenverwaltung etc.).

Zum Risiko der Qualifizierung des Forderungserwerbs

und -einzugs als steuerpflichtige Leistung der

Fondsgesellschaft vgl. Kapitel 4.4.3 „Steuerliche Risiken“.

Forderungsankauf aus dem Ausland

Bei einem Forderungskauf aus dem Ausland richtet sich

die steuerliche Beurteilung nach den Einzelgesetzen der

Länder. Es ist nicht ausgeschlossen, dass in einzelnen

Ländern Umsatzsteuer auf den Forderungskauf erhoben

wird. Die Erhebung der ausländischen Umsatzsteuer

kann dabei an verschiedene Voraussetzungen geknüpft

sein. Die Geschäftsführung wird in Abhängigkeit von

den Voraussetzungen entscheiden, ob Forderungspakete

im Ausland erworben werden.

Haftung für nicht abgeführte Umsatzsteuer

Im Zusammenhang mit Forderungsabtretungen könnte

der § 13 c UStG zur Anwendung kommen. Nach dieser

Vorschrift haftet die Fondsgesellschaft als Factor für

die in der abgetretenen Forderung enthaltene Umsatzsteuer,

wenn der abtretende Unternehmer die Umsatzsteuer

bei Fälligkeit nicht entrichtet hat. Ist in den Forderungen

keine Umsatzsteuer enthalten, scheidet eine

Anwendung des § 13 c UStG aus. Geplant ist nur der

Kauf von Kreditforderungen, bei denen nicht zur Umsatzsteuer

optiert wurde; deshalb kommt der § 13 c UStG

nicht zur Anwendung.

Gesellschafteranteile

Gemäß EuGH-Urteil vom 26.06.2003 erbringt eine Personengesellschaft

bei der Aufnahme eines Gesellschafters

gegen Zahlung einer Bareinlage an diesen keine

Dienstleistung gegen Entgelt im Sinne des Artikels 2

Nummer 1 der 6. EG-Richtlinie 77/388/EWG des Rates

vom 17.05.1977. Damit handelt es sich bei der Ausgabe

der Anteile um einen nicht steuerbaren Umsatz im Sinne

des Umsatzsteuergesetzes.

12.4 Erbschaftsteuer und

Schenkungsteuer

Die Übertragung der Kommanditanteile durch Schenkung

oder durch Erbschaft unterliegt der Erbschafts-

und Schenkungssteuer. Ob eine Steuerschuld entsteht,

kann an dieser Stelle nicht beurteilt werden, da dies von

einer Reihe individueller Faktoren abhängig ist (z. B. Art

und Höhe des Erwerbs, Güterstand, frühere Erwerbe,

Steuerklassen, Freibeträge usw.). Vor einer beabsichtigten

Übertragung sollte daher der persönliche Steuerberater

hinzugezogen werden.

Steuerpflichtiger Erwerb im Sinne des Erbschafts-

und Schenkungssteuergesetzes ist die Bereicherung des

Erwerbers. Nach § 12 Abs. 5 Erbschaftssteuergesetz

(ErbStG) ist unter Berücksichtigung der tatsächlichen

Wertverhältnisse auf den Todes- bzw. Schenkungszeitpunkt

ein Steuerwert zu ermitteln.

Bei der Bewertung des Betriebsvermögens von Personengesellschaften

soll als Steuerwert der gemeine Wert im


Sinne des § 9 BewG angesetzt werden (§ 109 Abs. 2 S. 1

BewG). Die Ermittlung des gemeinen Werts soll wie bei

Anteilen an Kapitalgesellschaften erfolgen (§ 109 Abs.

2 S. 2 BewG). Danach ist der gemeine Wert vorrangig

aus Verkäufen abzuleiten, die weniger als ein Jahr vor

dem Besteuerungszeitpunkt stattgefunden haben. Sind

solche Verkäufe nicht erfolgt, soll der gemeine Wert des

Betriebsvermögens unter Berücksichtigung allgemeingültiger

Bewertungsmethoden, die ein Erwerber bei

der Bemessung des Kaufpreises zugrunde legen würde,

erfolgen (§ 11 Abs. 2 BewG).

Durch das Erbschaftssteuerreformgesetz vom 24.

Dezember 2008 (BGBl. I, 3018) sind folgende Bewertungsmethoden

zur Ermittlung des gemeinen Werts des

Betriebsvermögens anzuwenden:

a] Verkäufe unter fremden Dritten, die weniger als 1

Jahr zurückliegen,

b] Ermittlung unter Berücksichtigung der Ertragsaussichten

oder einer anderen anerkannten – auch

im gewöhnlichen Geschäftsverkehr für nicht

steuerliche Zwecke üblichen – Methode, wobei

die Methode anzuwenden ist, die ein Erwerber

der Bemessung des Kaufpreises zugrunde legen

würde,

c] mindestens Substanzwert (Aktivwert ./.

Schulden),

d] das vereinfachte Ertragswertverfahren nach

§§ 199 ff. BewG kann herangezogen werden,

wenn es nicht zu offensichtlich unzutreffenden

Ergebnissen führt (gilt nur für das

Gesamthandsvermögen).

Der ermittelte Ertragswert des Unternehmens ist wie

folgt zu verteilen:

a] der gemeine Wert des Sonderbetriebsvermögens

ist zu ermitteln und dem Gesellschafter vorab

zuzurechnen,

b] die Kapitalkonten aus der Gesamthandelsbilanz

sind dem jeweiligen Gesellschafter vorweg

zuzurechnen,

c] der verbleibende Wert ist nach dem für die Gesellschaft

maßgebenden Gewinnverteilungsschlüssel

auf die Gesellschafter aufzuteilen; Vorabgewinnanteile

sind nicht zu berücksichtigen.

Für Betriebsvermögen existiert eine Regelverschonung

mit einer Verschonungsoption gemäß den §§ 13a und

13b ErbStG. Da die Fondsgesellschaft jedoch nur For-

PUBLITY PERFORMANCE FONDS NR. 4 GMBH & CO. KG

12 Steuerliche Grundlagen

derungen hält, die nach § 13b Abs. 2 Nr. 4 ErbStG n.F.

zum Verwaltungsvermögen zugerechnet werden, sind

die Verschonungsregelungen jedoch nicht anwendbar.

Darüber hinaus besteht je nach den persönlichen

Verhältnissen des Erwerbers zum Erblasser bzw. Schenker

die Zuordnung zu einer Steuerklasse gemäß § 15

ErbStG, einem Freibetrag gemäß § 16 ErbStG und in

Abhängigkeit des steuerpflichtigen Erwerbs ein individueller

Steuersatz gemäß § 19 ErbStG.

Bei treuhänderisch gehaltenen Kommanditanteilen

ist der Erlass des bayerischen Staatsministeriums der

Finanzen vom 14. Juni 2005 zu beachten. Gemäß diesem

Erlass ist die Übertragung von treuhänderisch gehaltenen

Kommanditbeteiligungen im Erb- und Schenkungsfall

als eine Übertragung des Herausgabeanspruchs gegenüber

dem Treuhänder auf Rückübertragung des Treueguts

zu werten und somit erfolgt keine Übertragung der

Beteiligung an die Fondsgesellschaft selbst.

12.5 Schlussbemerkung

Die vorstehenden Ausführungen berücksichtigen den

Stand der Steuergesetzgebung, der Rechtsprechung und

die Veröffentlichungen der Finanzverwaltung zum Zeitpunkt

der Prospektaufstellung. Zum Risiko aufgrund

diesbezüglicher Veränderungen wird auf das Kapitel 4

„Risiken der Beteiligung“ verwiesen.

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3

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13 Rechtliche Grundlagen

Der Prospekt informiert über die unmittelbar den Anleger

betreffenden rechtlichen Bedingungen (Gesellschaftsvertrag,

Treuhand- und Verwaltungsvertrag, Vertrag

über die laufende beratende Tätigkeit, Vertrag über die

Beauftragung der „Due Diligence“, Master-Servicing-

Vertrag über das Kreditservicing und die Aktenverwaltung).

Diese Verträge sind in Kapitel 16 „Anhang“

vollständig abgedruckt. Die nachfolgenden Ausführungen

enthalten einen Überblick über die rechtliche

Struktur der Fondsgesellschaft und über die rechtlich

relevanten Fragen.

13.1 Gesellschaftsvertrag

Das Rechtsverhältnis der Kommanditbeteiligung basiert

auf dem in diesem Prospekt abgedruckten Gesellschaftsvertrag

der publity Performance Fonds Nr. 4 GmbH &

Co. KG, der dazugehörigen Beitrittserklärung und den

gesetzlichen Regelungen gemäß den §§ 161 ff. des Handelsgesetzbuches

(HGB). Der Kommanditist ist mit seiner

Einlage am Vermögen der publity Performance Fonds

Nr. 4 GmbH & Co. KG nach den handelsrechtlichen

Bestimmungen und steuerlichen Grundsätzen beteiligt.

Er ist am Ergebnis der publity Performance Fonds Nr.

4 GmbH & Co. KG nach Maßgabe des Gesellschaftsvertrages

beteiligt. Bei der angebotenen Vermögensanlage

handelt es sich um eine Kommanditbeteiligung an

einer dem deutschen Recht unterliegenden Personengesellschaft

(GmbH & Co. KG). Der Anleger verfügt also

über die mit einer Kommanditbeteiligung verbundenen

Informations-, Kontroll-, Entnahme-, Stimm- und

Gewinnverteilungsrechte.

Die Dauer der Gesellschaft ist befristet bis zum

31.12.2016, sofern nicht die Gesellschafterversammlung

eine Verlängerung der Laufzeit beschließt. Das

Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr, wobei das erste

Geschäftsjahr, bis einschließlich 31.12.2012, ein Rumpfgeschäftsjahr

ist. Die Emissionsphase läuft bis zum

30.06.2013.

Kapitalerhöhung, Zeichnungsfrist

Die Komplementärin ist berechtigt, bis zum Ablauf der

Emissionsphase am 30.06.2013 die die Erhöhung des

Kommanditkapitals im eigenen Ermessen bis zu einer

Gesamtkapitalhöhe von max. 50 Mio. Euro zuzulassen.

Ist das geplante Kommanditkapital bereits vor Beendigung

der Emissionsphase bereits vollständig platziert,

ist die Geschäftsführung berechtigt, die Zeichnungsphase

zu einem früheren Zeitpunkt zu schließen. Die

Geschäftsführung kann die Zeichnungsphase auch zu

einem früheren Zeitpunkt mit einem geringeren Kommanditkapital

schließen.

Geschäftsführung

Die Gesellschaft wird durch die Komplementärin, d. h. die

persönlich haftende Gesellschafterin, allein vertreten; sie

ist von den Beschränkungen des § 181 BGB befreit. Mitglied

der Geschäftsführung der Emittentin ist Christoph

Blacha, geschäftsansäßig in der Jacob straße 27, 04105

Leipzig. Christoph Blacha ist Geschäftsführer der publity

Investor GmbH, der geschäftsführenden Gesellschafterin

der Fondsgesellschaft. Die publity Investor GmbH wurde

am 15.12.2008 als „TASK FORCE Investor GmbH“

gegründet und ist im Handelsregister des Amtsgerichts

Leipzig unter HRB 24575 eingetragen. Mit Gesellschafterbeschluss

vom 15.09.2011 wurde die Umfirmierung in

„publity Investor GmbH“ beschlossen und am 13.10.2011

im Handelsregister eingetragen. Die publity Investor GmbH

ist die Anbieterin dieser Beteiligung und trägt die inhaltliche

Prospektverantwortung; vgl. Kapitel 3 „Übernahme

der Prospektverantwortung“. Die persönlich haftende

Gesellschafterin hat die Geschäfte der Gesellschaft in

Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorschriften und

den Regelungen des Gesellschaftsvertrages zu führen. Die

Geschäftsführungsbefugnis erstreckt sich insbesondere

auf die Vornahme aller zum laufenden Geschäftsbetrieb

der Gesellschaft gehörenden Geschäfte und Rechtshandlungen,

auf die Überwachung der Einhaltung der von der

Gesellschaft abgeschlossenen oder abzuschließenden Verträge,

auf die Änderung oder Aufhebung der Verträge. Die

persönlich haftende Gesellschafterin bedarf zur Durchführung

aller Maßnahmen und Rechtshandlungen, die

über den gewöhnlichen Geschäftsbetrieb hinausgehen, der

Zustimmung der Gesellschafterversammlung.

Mitwirkungsrechte

Den zukünftig beitretenden Kommanditisten/Treugebern

stehen die gesetzlichen Widerspruchs- und Kontrollrechte

gemäß §§ 164, 166 HGB zu. Insofern sind die

Kommanditisten berechtigt, abschriftliche Mitteilungen

der Jahresabschlüsse zu verlangen und deren Richtigkeit

durch Einsichtnahme in Bücher und Papiere zu

prüfen. Die persönlich haftende Gesellschafterin soll

die Kommanditisten durch Vorlage eines Geschäftsberichtes

jährlich über die wesentlichen geschäftlichen

Vorgänge und über die wirtschaftliche Situation

der Gesellschaft informieren. Die persönlich haftende

Gesellschafterin erstattet darüber hinaus jährlich den

Kommanditisten über alle außerordentlichen Geschäftsvorfälle

Bericht. Darüber hinaus bedürfen Entschei-

75


76

dungen der Geschäftsleitung der Zustimmung der

Gesellschafterversammlung mit einer Mehrheit von

75,0 % der abgegebenen Stimmen, wenn Sie Änderungen

des Gesellschaftsvertrages vornehmen, die persönlich

haftende Gesellschafterin ausschließen, eine neue

persönlich haftende Gesellschafterin bestimmen und

die Gesellschaft aufgelöst werden soll, ohne dass die

Bedingungen des § 17 des Gesellschaftsvertrages erfüllt

sind. Je 1.000 Euro eingezahltes Kommanditkapital

gewährt eine Stimme.

Kündigung, Übertragung und

sonstige Verfügungen

Es besteht für Anteile an geschlossenen Fonds kein mit

frei handelbaren Wertpapieren vergleichbarer Markt.

Die Fungibilität von Fondsanteilen hängt von der Entwicklung

der Beteiligung und einer entsprechenden

Nachfrage ab. Anleger sollten berücksichtigen, dass

ein vorzeitiger Verkauf einer Beteiligung wahrscheinlich

mit Preisabschlägen auf den Wert der Beteiligung

oder unter Umständen überhaupt nicht zu realisieren

ist. Jeder im Handelsregister eingetragene Kommanditist

oder Treugeber kann seine Kommanditbeteiligung

nur zum Ablauf eines Geschäftsjahres mit Wirkung zum

01.01. des Folgejahres durch Abtretung übertragen,

belasten oder in sonstiger Weise über sie verfügen. Die

Übertragung, teilweise Übertragung oder sonstige Verfügung

über die Kommanditanteile bedarf der Zustimmung

der persönlich haftenden Gesellschafterin. Die

Zustimmung darf nur aus wichtigem Grund versagt

werden. Eine teilweise Übertragung ist grundsätzlich

ausgeschlossen, soweit durch eine teilweise Übertragung

Gesellschaftsanteile entstehen sollten, die 10.000

Euro unterschreiten; Ausnahmen können im Einzelfall

zugelassen werden. Gesellschaftsanteile müssen immer

durch 1.000 ohne Rest teilbar sein. Eine Verfügung,

die zur Trennung der Gesellschaftsbeteiligung von den

Nutzungsrechten des Gesellschaftsanteils führt, vor

allem die Bestellung eines Nießbrauchs, ist nicht zulässig.

Der Rechtsnachfolger eines Kommanditisten tritt

in sämtliche Rechte und Pflichten des ausscheidenden

Kommanditisten aus dem Gesellschaftsvertrag ein. Die

Kapitalkonten werden unverändert und einheitlich fortgeführt.

Die mittelbar als Treugeber über den Treuhandkommanditisten

beteiligten Anleger können nach dem

31.12.2013 durch Übernahme der für sie erworbenen

Kommanditanteile anstelle des Treuhandkommanditisten

in die Gesellschaft eintreten. Die Übertragung

der Kommanditanteile ist aufschiebend bedingt durch

die Eintragung der Treugeber als Kommanditisten im

Handelsregister. Durch das Ausscheiden eines Gesellschafters

wird die Gesellschaft nicht aufgelöst, sondern

unter den verbleibenden Gesellschaftern fortgeführt.

Der ausscheidende Kommanditist ist entsprechend der

Regelungen des § 16 des Gesellschaftsvertrages abzufinden.

Kündigt der Treuhandkommanditist ein Treuhandverhältnis

aus wichtigem Grund, so gilt dieses

Kündigungsrecht aus wichtigem Grund insoweit auch

gegenüber der Gesellschaft. Kündigen einzelne oder alle

Treugeber gegenüber dem Treuhandkommanditisten aus

wichtigem Grund, so übernehmen sie vom Treuhandkommanditisten

ihren Kommanditanteil anteilig, treten

damit unmittelbar als Kommanditisten in die Gesellschaft

ein und nehmen die Verwaltung ihrer Kommanditbeteiligung

mit Wirkung der Kündigung selbst wahr,

es sei denn, sie beauftragen gemeinsam einen anderen

Treuhandkommanditisten. Weiter scheiden Kommanditisten

aus der Gesellschaft aus, wenn

in die Kommanditbeteiligung oder in einzelne

Ansprüche aus dem Gesellschaftsverhältnis aufgrund

eines nicht nur vorläufig vollstreckbaren

Titels die Zwangsvollstreckung betrieben wird und

die Zwangsvollstreckungsmaßnahme nicht innerhalb

von 3 Monaten aufgehoben wird;

über das Vermögen des Kommanditisten das Insolvenz-

oder das gerichtliche Vergleichsverfahren

eröffnet oder die Eröffnung des Insolvenzverfahrens

mangels Masse abgelehnt wird.

Ein Kommanditist kann durch Beschluss der Gesellschafterversammlung

aus der Gesellschaft ausgeschlossen

werden, wenn er in grober Weise trotz schriftlicher

Abmahnung seine sonstigen Verpflichtungen aus dem

Gesellschaftsverhältnis verletzt und den Gesellschaftern

die Fortsetzung des Gesellschaftsverhältnisses mit

diesem Kommanditisten unzumutbar geworden ist.

Bei der Beschlussfassung über den Ausschluss hat der

betroffene Kommanditist kein Stimmrecht. Er ist jedoch

anzuhören, wenn er an der Gesellschafterversammlung,

in der über seinen Ausschluss Beschluss gefasst werden

soll, teilnimmt. Der Ausschluss erfolgt durch Mitteilung

der persönlich haftenden Gesellschafterin. Verstirbt ein

Kommanditist/Treugeber, so geht seine Kommanditbeteiligung

auf seine Erben über. Der Gesellschaftsvertrag

wird mit diesen fortgesetzt. Die Erben haben sich

gegenüber der persönlich haftenden Gesellschafterin

durch Vorlage eines Erbscheines oder eines beglaubigten

Testaments zu legitimieren. Die Kosten des Vollzugs

der Rechtsänderung bei Notar und Gericht sowie die

Kosten des Verwaltungsaufwandes, die der Gesellschaft


von dem Verwalter in Rechnung gestellt werden, tragen

im Verhältnis zur Gesellschaft die Rechtsnachfolger des

verstorbenen Kommanditisten. Geht die Kommanditbeteiligung

auf mehrere Personen über, sind diese verpflichtet,

eine Auseinandersetzung herbeizuführen,

bei der Gesamtbeteiligungsbeträge von mind. 5.000

Euro entstehen und bei der die Gesamtbeteiligungsbeträge

mind. durch 1.000 teilbar sind. Die Ausübung der

Rechte aus der Kommanditbeteiligung eines verstorbenen

Kommanditisten durch einen Testamentsvollstrecker

ist zulässig. Unter folgenden Voraussetzungen können

Anleger ihre Beteiligung vor dem Ende der Laufzeit der

Fondsgesellschaft am 31.12.2016 beenden:

Anhaltende Arbeitslosigkeit und/oder Erwerbsunfähigkeit

des Anlegers über einen Zeitraum von

mehr als sechs aufeinanderfolgenden Monaten;

Scheidung des Anlegers;

Tod des Anlegers oder seines Ehegatten oder

Lebenspartners (i. S .d. Lebenspartnerschaftsgesetzes),

wenn der Verstorbene mindestens zur Hälfte

mit seinen Einkünften zum Lebensunterhalt des

Ehegatten, Lebenspartners oder der Erben beigetragen

hat.

Die Beteiligung kann nur vorzeitig beendet werden,

wenn die vorstehend beschriebenen Voraussetzungen

innerhalb einer Frist von drei Monaten nach ihrem Eintritt

angezeigt und anhand geeigneter Unterlagen nachgewiesen

werden. Über die Beendigung der Beteiligung

entscheidet die Geschäftsführung. Im Falle seines Ausscheidens

erhält der betroffene Anleger ein nach Buchwerten

bestimmtes Auseinadersetzungsguthaben, das

geringer sein kann, als die von ihm geleistete Einlage/

Einzahlung. Die Härtefallregelung ist auf maximal

1 % des Kommanditkapitals der Fondsgesellschaft

beschränkt. Maßgeblich ist der Eingang der Anzeige

bei der Fondsgesellschaft. Im Übrigen wird auf den in

diesem Prospekt im Kapitel 16 „Anhang“ abgedruckten

Gesellschaftsvertrag verwiesen.

Ergebnisanteil

Die Beteiligung am Ergebnis regelt § 10 des Gesellschaftsvertrags.

Danach ist der Kommanditist bezogen

auf seinen Kommanditanteil im Verhältnis zum Gesamtkommanditkapital

am Ergebnis der Fondsgesellschaft

beteiligt. Während der Emissionsphase, längstens bis

zum 30.06.2013, erfolgt unter den Gesellschaftern ein

Gewinn- bzw. Verlustausgleich in der Weise, dass – soweit

möglich – alle beigetretenen Gesellschafter im Verhält-

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13 Rechtliche Grundlagen

nis ihrer gezeichneten und eingezahlten Kommanditeinlagen

zum 31.12. eines jeden Jahres gleichzeitig am

Ergebnis beteiligt sind. Dadurch soll erreicht werden,

dass alle beigetretenen Kommanditisten unabhängig

vom Zeitpunkt ihres Beitritts im jeweiligen Geschäftsjahr

– soweit möglich – in gleichem Maße in Relation

ihrer gezeichneten Kommanditeinlagen zueinander am

Gewinn und am Verlust der Gesellschaft beteiligt sind.

Einem Kommanditisten werden Verlustanteile auch dann

zugerechnet, wenn diese die geleistete Einlage übersteigen.

Zum Ausgleich des Verlustvortragskontos sind die

Kommanditisten weder gegenüber der Gesellschaft noch

untereinander verpflichtet.

Ausschüttungen an die Anleger

Die Ausschüttungen an die Kommanditisten der Fondsgesellschaft

beinhalten die jährlichen Auszahlungen auf

das Kommanditkapital und werden aus dem Liquiditätsüberschuss

geleistet. Den bis 30.09.2012 beigetretenen

Kommanditisten steht ein Frühzeichnerbonus i. H. v.

5 % auf den anteilig von ihnen gehaltenen Kommanditanteil

(ohne Agio) zu, wenn sie ihre Zeichnungssumme

bis spätestens zum 31.10.2012 eingezahlt haben. Den

bis zum 31.10.2012 beigetretenen Anlegern steht ein

Frühzeichnerbonus i. H. v. 3 % der Zeichnungssumme

(ohne Agio) zu, wenn die Zeichnungssumme spätestens

bis zum 30.11.2012 eingezahlt wurde. Der Frühzeichnerbonus

wird vorab bis zum 15.06.2013 ausgezahlt.

Während der Betriebsphase der Fondsgesellschaft ab

dem 01.07.2013 sollen planmäßig jeweils zum 15.06.

der Jahre 2014 bis 2016 und bis zum 15.06.2017 Ausschüttungen

auf die laufenden Geschäftsjahre erfolgen.

Die in der Prognoserechnung ermittelten Ausschüttungen

(s. Kapitel 2 „Beteiligungsangebot im Überblick“)

beinhalten im Wesentlichen die Erlöse aus der Forderungsverwertung

sowie den aus der Veräußerung von

Teil- bzw. Rest-Forderungsportfolios resultierenden Veräußerungserlösen.

Über die Ausschüttungen zugunsten

der Kommanditisten entscheidet gemäß § 5 i. V. m. § 11

des Gesellschaftsvertrages die Gesellschafterversammlung.

Für den Fall, dass die Liquiditätslage der Gesellschaft

es zulässt, schüttet die Gesellschaft den Liquiditätsüberschuss

im Verhältnis der festen Kapitalkonten

an die Kommanditisten aus. Sollten die prognostizierten

Umsatzerlöse übertroffen werden, ist im Gesellschaftsvertrag

vereinbart worden, dass die von der Fondsgesellschaft

erwirtschafteten Mehrerlöse i. H. v. 50 % an

die Anleger ausgeschüttet werden und i. H. v. jeweils

25 % an den Master-Servicer und die Komplementärin

ausgezahlt werden.

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78

Abfindung/Liquidationserlös

Mit Ablauf des 31.12.2016 wird die Gesellschaft gemäß

§ 11 Ziffer 6 des Gesellschaftsvertrages liquidiert,

sofern nicht die Gesellschafterversammlung eine Verlängerung

beschließt. Der aus der Liquidation bzw.

dem Verkauf von Teil- bzw. Restforderungsportfolios

erzielte Liquiditätsüberschuss wird im Verhältnis der

festen Kapitaleinlagen an die Kommanditisten verteilt.

Scheidet ein Kommanditist gemäß § 15 Ziffer 1a) oder

b) oder gemäß § 15 Ziffer 2 des Gesellschaftsvertrages

aus der Gesellschaft aus, so erhält er eine Abfindung,

die sich aus den Salden seiner Gesellschafterkonten

ermittelt. Maßgebend ist der Jahresabschluss, der dem

Zeitpunkt des Ausscheidens am nächsten liegt. Sollte

der Saldo aus den Gesellschafterkonten negativ sein, ist

dieser nicht auszugleichen. Spätere Bilanzberichtigungen

aufgrund steuerlicher Außenprüfungen haben auf

die Abfindung keinen Einfluss. Scheidet ein Kommanditist

während eines Geschäftsjahres aus, so nimmt er

am Ergebnis dieses Geschäftsjahres zeitanteilig teil.

Am Ergebnis der bei seinem Ausscheiden noch schwebenden

Geschäfte nimmt er nicht teil. Sofern sich die

Beteiligten nicht innerhalb von 6 Monaten nach dem

Ausscheiden des Kommanditisten über die Höhe der

Abfindung einigen, ist diese nach den Maßgaben der

vorstehenden Ansätze für sämtliche Beteiligungen verbindlich

durch einen Wirtschaftsprüfer oder eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

zu ermitteln, der bzw. die

von der Industrie- und Handelskammer zu Leipzig auf

Antrag eines Beteiligten zu bestimmen ist, sofern sich

die Beteiligten über dessen/deren Person nicht verständigen.

Die Kosten der Ermittlung der Abfindung durch

den Wirtschaftsprüfer oder die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

sind von der Fondsgesellschaft und dem

ausgeschiedenen Kommanditisten jeweils zur Hälfte zu

tragen. Die Abfindung gemäß § 16 Ziffer 1 des Gesellschaftsvertrages

ist in 6 gleichen Halbjahresraten zu

zahlen, deren erste ein Jahr nach Ausscheiden fällig ist.

Eine Sicherstellung der Abfindung sowie die Befreiung

von der etwaigen Inanspruchnahme durch Gesellschaftsgläubiger

kann nicht verlangt werden.

Gesellschafterversammlung

Gesellschafterbeschlüsse werden grundsätzlich im schriftlichen

Beschlussverfahren herbeigeführt. Schriftliche

Beschlussverfahren und Gesellschafterversammlungen

werden von der persönlich haftenden Gesellschafterin

durchgeführt bzw. einberufen, und zwar mindestens

einmal jährlich zur Feststellung des Jahresabschlusses.

Gesellschafterbeschlüsse werden mit einfacher Mehr-

heit der abgegebenen und vertretenen stimmberechtigten

Stimmen gefasst. Enthaltungen gelten als nicht abgegebene

Stimme. Treugeber sind berechtigt, das Stimmrecht

des Treuhandkommanditisten entsprechend dem auf sie

entfallenen Anteil selbst im schriftlichen Beschlussverfahren

oder in der Gesellschafterversammlung auszuüben.

Bei Stimmengleichheit gilt ein Antrag als abgelehnt.

Jeder Kommanditist hat für je 1.000 Euro eingezahltes

Pflichtkapital eine Stimme. Bei der Stimmabgabe ist

eine Vertretung durch den in § 5 Ziffer 11 des Gesellschaftsvertrages

genannten Personenkreis möglich.

Soweit Treugeber nicht selbst abstimmen oder durch

einen Dritten abstimmen lassen, nimmt der Treuhandkommanditist

nach Maßgabe des Treuhandvertrages

deren Stimmrecht wahr. Weiterhin finden schriftliche

Beschlussverfahren und Gesellschafterversammlungen in

den von dem Gesetz bestimmten Fällen und dann statt,

wenn das Interesse der Gesellschaft dies erfordert, bzw.

wenn Kommanditisten/Treugeber, die mehr als 10,0 %

des stimmberechtigten Kommanditkapitals repräsentieren,

ein schriftliches Beschlussverfahren oder eine

Gesellschafterversammlung unter schriftlicher Angabe

der Gründe verlangen. Die Gesellschafter beschließen

nach Maßgabe dieses Vertrages über alle Angelegenheiten

der Gesellschaft. Sie beschließen insbesondere

über die Feststellung des Jahresabschlusses, die Entlastung

der persönlich haftenden Gesellschafterin bzw. der

geschäftsführenden Komplementärin, Ausschüttungen,

die Bestellung des Abschlussprüfers, die Zustimmung

zu Maßnahmen, die nach § 4 Ziffer 3 des Gesellschaftsvertrages

über den gewöhnlichen Geschäftsbetrieb der

Gesellschaft hinausgehen sowie über Änderungen des

Gesellschaftsvertrages. Ebenso bedürfen Entscheidungen

der Fondsgeschäftsleitung über die Veräußerung

von Teil- bzw. Restforderungsportfolios der Zustimmung

der Gesellschafterversammlung. In Bezug auf die

Detailregelungen zum schriftlichen Beschlussverfahren

wird auf § 5 des im Kapitel 16 „Anhang“ vollständig

abgedruckten Gesellschaftsvertrages verwiesen.

Nachschuss und Haftung des Kommanditisten

Mit Einzahlung der Einlage ist die Haftung im Außenverhältnis

erloschen. Diese Haftung lebt allerdings wieder

auf, wenn durch Entnahmen oder Ausschüttungen die

Einlage unter den Betrag der übernommenen Pflichteinlage

gemindert wird.

Eine Nachschusspflicht der Kommanditisten besteht

nicht, auch nicht als Ausgleichspflicht der Gesellschafter

untereinander.


13.2 Treuhand- und

Verwaltungsvertrag

Der Anleger tritt mittelbar über den Treuhandkommanditisten

der Fondsgesellschaft, der Rödl & Richter

Fondstreuhand GmbH, entsprechend der im Gesellschaftsvertrag

und im Treuhand- und Verwaltungsvertrag

getroffenen Regelungen bei. Insofern ist der

Gesellschaftsvertrag der Fondsgesellschaft Bestandteil

des Treuhand- und Verwaltungsvertrages. Bei dieser

indirekten Beteiligungsform wird statt des Anlegers

(Treugebers) der Treuhandkommanditist in das Handelsregister

eingetragen. Der Treuhand- und Verwaltungsvertrag

kommt mit der Annahmeerklärung durch den

Treuhandkommanditisten zustande. Für die Annahme

genügt die Gegenzeichnung der Beitrittserklärung durch

den Treuhandkommanditisten; sie ist jedoch aufschiebend

bedingt durch die vollständige und fristgerechte

Einzahlung des Beteiligungsbetrages einschließlich des

Agios. Der Beteiligungsbetrag und das Agio werden

zwei Wochen nach Unterzeichnung der Beitrittserklärung

zur Zahlung fällig. Der Treugeber beauftragt den

Treuhandkommanditisten nach Maßgabe der Beitrittserklärung

und des Gesellschaftsvertrages der publity

Performance Fonds Nr. 4 GmbH & Co. KG, seine

Kommanditbeteiligung zu erwerben. Der Treuhandkommanditist

erwirbt im Auftrag des Treugebers und

hält treuhänderisch im eigenen Namen, jedoch für anteilige

Rechnung des Treugebers, seinen Kommanditanteil

an der Fondsgesellschaft. Der Treuhandkommanditist

tritt die Ansprüche aus dem treuhänderisch gehaltenen

Kommanditanteil, aus dem festgestellten Jahresergebnis,

auf die Ausschüttungen sowie aus ggf. festgestellten

Abfindungsguthaben anteilig an den jeweiligen

Treugeber ab. Der Treuhandkommanditist ist insofern

berechtigt, die an den Treugeber abgetretenen Ansprüche

aus dem Kommanditanteil im eigenen Namen für

Rechnung des Treugebers einzuziehen. Der Treuhandkommanditist

haftet gemäß §§ 171 Abs. 1, 175 Abs. 1,

3, 4 HGB gegenüber den Gläubigern der Fondsgesellschaft

in Höhe der im Handelsregister eingetragenen

Haftsumme, die er im Auftrag des jeweiligen Treugebers

übernommen hat. Im Innenverhältnis zum Treuhandkommanditisten

haftet der Treugeber allein. Der

Treugeber haftet nicht für Einzahlungsverpflichtungen

anderer Treugeber. Soweit im Treuhand- und Verwaltungsvertrag

nichts anderes geregelt ist, gelten für den

Treugeber die gleichen Rechte und Pflichten wie für den

Kommanditisten. Dies gilt auch für Übertragungen an

andere Treugeber, im Fall der Rechtsnachfolge und im

Fall der Beendigung des Treuhandverhältnisses durch

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13 Rechtliche Grundlagen

Ausscheiden. Es wird insofern auf die vorstehenden

Ausführungen zum Gesellschaftsvertrag, sowie den in

diesem Prospekt in Kapitel 16 „Anhang“ abgedruckten

Gesellschaftsvertrag und den Treuhand- und Verwaltungsvertrag

verwiesen.

13.3 Beratungsvertrag zur

laufenden beratenden Tätigkeit

Die Fondsgesellschaft hat die Rödl & Richter GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft

mit der laufenden Beratung, insbesondere der

Erstellung der Buchhaltung, der Jahresabschlüsse und

der Steuererklärungen, sowie mit dem Controlling und

der Verwaltung der Liquiditätsüberschüsse beauftragt.

Vertragsgegenstand

Die Rödl & Richter GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Steuerberatungsgesellschaft erbringt ihre Beratungsleistungen

auf Grundlage des in Kapital 16.3 vollständig

abgedruckten Beratungsvertrages zur laufenden

beratenden Tätigkeit. Der Beratungsvertrag beinhaltet

die Buchhaltung und die Erstellung der Jahresabschlüsse

und die Überwachung der Dokumentation und

der Abrechnung des Forderungseinzugs im Rahmen des

Portfolio-Erwerbs und der Portfolio-Verwaltung. Gegenstand

des Beratungsvertrages ist ferner die Überwachung

der Mittelverwendung während der Zeichnungs- und

Investitionsphase und die jährliche Zusammenfassung

der Prüfungshandlungen. Vertragsgegenstand ist ferner

die Beratung in steuerlichen Angelegenheiten, insbesondere

die Erstellung der Steuererklärungen und die

Verwaltung der Liquiditätsüberschüsse einschließlich

der Vorbereitung der jährlichen Ausschüttungen an die

Gesellschafter/Treugeber.

Das „Controlling“ umfasst die stichprobenartige

Überprüfung der Geschäftsvorfälle der Fondsgesellschaft

mit Ausnahme der Einzahlung des Kommanditkapitals

und erstreckt sich vor allem auf die Tätigkeit bzw. Auftragserfüllung

durch den Master-Servicer sowie dessen

Abrechnung gegenüber der Fondsgesellschaft.

Die Prüfungshandlungen werden einmal jährlich

in einem Bericht zusammengefasst und zusammen mit

dem Geschäftsbericht der Fondsgesellschaft den Anlegern

zur Verfügung gestellt. Die Geschäftsführung der

Fondsgesellschaft ist in diesem Zusammenhang dazu

verpflichtet, der Rödl & Richter GmbH die erforderlichen

Dokumente aus dem IT-System des Servicers zur

Verfügung zu stellen und die Einsichtnahme in die für

die Fondsgesellschaft geführten Konten zu gewährleisten.

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80

Die einzelnen Prüfungshandlungen des „Controlling“

sind in dem in § 16 „Anhang“ vollständig abgedruckten

„Beratungsvertrag zur laufenden beratenden Tätigkeit“

festgelegt. Darüber hinaus können dem abgedruckten

Vertrag die übrigen kaufmännischen und beratenden

Tätigkeiten entnommen werden. Für die Übernahme der

laufenden Beratung erhält die Rödl & Richter GmbH

folgende Vergütung:

für die Übernahme des Controllings ein Pauschalhonorar

i. H. v. jährlich 10.000 Euro zuzüglich

Auslagen und gesetzlicher Umsatzsteuer, fällig zeitanteilig

nach Durchführung der Prüfung;

für die Erstellung der Buchführung und des Jahresabschlusses

ein Pauschalhonorar i. H. v. jährlich

18.500 Euro zuzüglich Auslagen und gesetzlicher

Umsatzsteuer, zeitanteilig fällig mit der

Abrechnung zum Quartalsende; für die erstmalige

Einrichtung der Buchführung eine Pauschalvergütung

i. H. v. 450 Euro zuzüglich Auslagen und

gesetzlicher Umsatzsteuer; gegen entsprechenden

Nachweis können erhöhte Aufwendungen über den

kalkulierten Pauschalbetrag pro Jahr hinaus bis zu

einem Betrag i. H. v. 5.000 Euro zzgl. Auslagen und

gesetzlicher Umsatzsteuer abgerechnet werden;

für die steuerliche Beratung, einschließlich der

Erstellung der Steuererklärungen ein Pauschalhonorar

i. H. v. jährlich 2.500 Euro zuzüglich Auslagen

und gesetzlicher Umsatzsteuer, fällig mit der Erstellung

der Steuererklärungen;

die Leistungen im Zusammenhang mit der Verwaltung

der Liquiditätsüberschüsse sind mit der

Vergütung des Treuhandkommanditisten gem. § 9

Ziffer 2 des Gesellschaftervertrages abgedeckt.

Vertragslaufzeit und Kündigung

Der Vertrag kann erstmals zum 31.12.2013 mit einer

Kündigungsfrist von 3 Monaten gekündigt werden.

Gewährleistung und Haftung

Durch die allgemeinen Vertragsbedingungen von Rödl

& Partner und in den allgemeinen Auftragsbedingungen

für Wirtschaftsprüfer und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften

wurde die Haftung der Rödl & Richter

GmbH für Fahrlässigkeit auf 4 Mio. Euro im Einzelfall

beschränkt. Die Haftung wird auch für den Fall, das

ein Beratungsfehler auf grober Fahrlässigkeit beruht, ob

die in dem genannten allgemeinen Vertragsbedingungen

bezeichneten Summen von 4 Mio. Euro begrenzt.

13.4 Vertrag über die Beauftragung

der „Investor Due Diligence“

Die Fondsgesellschaft hat am 25.05.2012 mit der publity

Investor GmbH einen Vertrag geschlossen, der die Beauftragung

unabhängiger Rechtsanwälte und Immobiliensachverständiger

mit der Durchführung der Due Diligence

Prüfungen und der Erstellung der umfassenden

Due Diligence Berichte und bei besicherten Forderungen

die Erstellung von Portfolio-Businessplänen zum Gegenstand

hat. Schwerpunkt der Due Diligence Prüfung ist die

Beurteilung wesentlicher Daten und Informationen über

Kreditnehmer, Darlehen, Immobilien, Grundschulden

und sonstige Sicherheiten. Im Ergebnis der Due Diligence

Prüfung ist durch Abgleich der Datentapes festzustellen,

dass keine „Fonds-zu-Fonds-Transaktionen“ erfolgen.

Die Due Diligence Berichte und gegebenenfalls vorliegende

Portfolio-Businesspläne sind Grundlage für die

Kaufentscheidungen der Fondsgesellschaft und für die

Kaufpreisfreigabe; vgl. Kapitel 9.3 „Investition und vertraglich

verankerte Investitionskriterien“. Die für sämtliche

im Zusammenhang mit der Durchführung der Due

Diligence anfallenden Vergütungen sind auf maximal

1,0 % der Kaufpreise für die Forderungsportfolios zzgl.

gesetzlicher Umsatzsteuer begrenzt.

Due Diligence Prüfung

Die publity Investor GmbH wird im Vorfeld der Ankäufe

von Forderungspaketen Due Diligence Prüfungen von

externen Spezialisten, wie z. B. in diesem Bereich erfahrenen

Rechtsanwälten, durchführen und einen entsprechenden

Prüfungsbericht erstellen lassen.

Als integraler Bestandteil sind die Due Diligence

Prüfungen wesentliche Grundlage für die Kaufentscheidungen

der Fondsgesellschaft. Über jede durchgeführte

Due Diligence Prüfung werden die jeweils beauftragten

Rechtsanwälte einen Due Diligence Bericht anfertigen,

der die wesentlichen Prüfungsergebnisse enthält.

Die publity Investor GmbH legt in Abstimmung

mit der Fondsgesellschaft die Strategie der Due

Diligence Prüfungen fest. Hierbei wird sowohl

die Auswahl der Stichproben im Datenraum als

auch festgelegt, wie viele Kreditengagements bzw.

welcher prozentuale Anteil der Gesamtforderungen

im Datenraum geprüft werden.

Der Inhalt der Due Diligence Prüfungen in der

„Datenraumphase“ umfasst insbesondere

den Abgleich der vom Verkäufer aufbereiteten

Daten (zum Beispiel Kreditdaten) mit den im


Datenraum zur Verfügung gestellten Unterlagen

sowie ggf. die systematische Erhebung

zusätzlicher bewertungsrelevanter oder

im Zusammenhang mit einem möglichen

späteren Dokumentenübertragung relevanter

Daten;

die detaillierte Einzelprüfung zum wirksamen

Bestehen der Forderungen bzw. Sicherheiten,

zur Übertragbarkeit der Forderungen bzw.

Sicherheiten, zur Durchsetzbarkeit der Forderungen

bzw. Sicherheiten, zur Überprüfung

bestehender Sicherungszweckerklärungen,

hinsichtlich weiterer Risiken u. a. Rechtstreitigkeiten,

die den Wert der Forderungen

oder bestehender Sicherheiten beeinträchtigen

können;

die Überprüfung der Ausschlusskriterien für

den Erwerb der Forderungsportfolios durch

die Fondsgesellschaft gemäß Kapitel 9.3 des

Verkaufsprospektes.

Die beauftragten Rechtsanwälte prüfen

insbesondere:

wirksames Bestehen der Forderungen bzw.

Bestellen von Sicherheiten,

Übertragbarkeit der Forderungen bzw. von

Sicherheiten,

Durchsetzbarkeit der Forderungen bzw. Verwertung

von Sicherheiten,

Ggf. Überprüfung der Grundbücher in Bezug

auf die eingetragene Höhe und den Rang von

Grundschulden zugunsten des Forderungsverkäufers

sowie Vorlasten Dritter,

Überprüfung bestehender

Sicherungszweckerklärungen,

weitere Risiken, u. a. Rechtsstreitigkeiten,

die den Wert der Forderung oder bestehender

Sicherheiten beeinträchtigen können.

Bei vorgesehenen Investitionen in besicherte Forderungen

erfolgt darüber hinaus eine individuelle Bewertung der

Immobilien/Sicherheiten durch unabhängige Sachverständige

bzw. Immobilienexperten, die für jede einzelne

Immobilie ein Bewertungsgutachten und einen Portfolio-

Businessplan erstellen. Für sämtliche im Zusammenhang

mit der Durchführung von Due Diligence Prüfungen

anfallenden Tätigkeiten zahlt die Fondsgesellschaft der

publity Investor GmbH eine Vergütung i. H. v. 1 % der

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13 Rechtliche Grundlagen

Kaufpreise für die Forderungsportfolios zzgl. gesetzlicher

Umsatzsteuer. Die Vergütung wird nach wirksamen

Abschlüssen der Forderungskauf- bzw. Abtretungsverträge

mit den jeweiligen Verkäufern fällig. Die Kosten

für die beauftragten, unabhängigen Rechtsanwälte und

Immobiliensachverständigen sind in dieser Pauschalvergütung

enthalten. Sollte im Ergebnis einer Due Diligence

Prüfung der vorgesehene Ankauf von Forderungen durch

die Fondsgesellschaft nicht vorgenommen werden, da

das Forderungsportfolio nicht den Investitionskriterien

der Fondsgesellschaft entspricht (vgl. Kapitel 9.3 „Investition

und vertraglich verankerte Investitionskriterien“),

trägt die publity Investor GmbH die Kosten dieser Due

Diligence Prüfung. Der Vertrag über die Beauftragung

der „Investor Due Diligence“ ist in diesem Prospekt in

Kapitel 16 „Anhang“ vollständig abgedruckt.

Vertragslaufzeit und Kündigung

Der Vertrag über die Beauftragung der „Investor Due

Diligence“ trat mit seiner Unterzeichnung am 25.05.2012

in Kraft und gilt bis zum Ende der Fondslaufzeit. Eine

ordentliche Kündigung ist ausgeschlossen.

Gewährleistung und Haftung

Die Haftung der publity Investor GmbH und ihrer Erfüllungsgehilfen

wurde auf Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit

beschränkt. Die publity Investor GmbH übernimmt

keinerlei Gewähr dafür, dass die Forderungen gegen

die Schuldner werthaltig sind und erfolgreich geltend

gemacht werden können.

13.5 Vertrag über

die Durchführung der

„Legal Due Diligence“

Auf Grundlage des Vertrages über die Beauftragung der

„Investor Due Diligence“ beauftragt die publity Investor

GmbH unabhängige Rechtsanwälte mit der Durchführung

der „Legal Due Diligence“. Dieser Vertrag hat

die Durchführung der Due Diligence Prüfungen und die

Erstellung der Due Diligence Berichte zum Gegenstand.

Die beauftragten Rechtsanwälte prüfen stichprobenartig

ca. 10 % bis 20 % aller Original-Kreditakten. Die

den beauftragten Rechtsanwälten zu zahlende Vergütung

ist in der von der Fondsgesellschaft an die publity

Investor GmbH zu zahlenden Vergütung i. H. v. 1,0 %

der Kaufpreise für die Forderungspakete, zzgl. gesetzlicher

Umsatzsteuer, enthalten.

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82

13.6 Vertrag über die

Durchführung der

„Immobilien Due Diligence“

Bei Investitionen in Forderungen, bei denen die Hauptsicherheiten

noch nicht oder noch nicht vollständig

verwertet sind, beauftragt die publity Investor GmbH

darüber hinaus unabhängige Sachverständige bzw. Immobilienexperten

mit der Durchführung der „Immobilien

Due Diligence“. Über die „Legal Due Diligence“ hinaus

erfolgt eine individuelle Bewertung der Immobilien/

Sicherheiten durch Sachverständige bzw. Immobilienexperten,

die mindestens 90 % der die Einzelengagements/Forderungen

besichernden Immobilien prüfen.

Auf Grundlage von Grundbuchauszügen, vorliegender

Verkehrswertgutachten und Vor-Ort-Recherchen bzw.

Besichtigungen werden die aus der Zwangsversteigerung

oder dem freihändigen Verkauf dieser Immobilien erzielbaren

Erlöse ermittelt und jeweils in einem Businessplan

für jede Immobilie/Sicherheit zusammengefasst. Die den

beauftragten Sachverständigen /Immobilienexperten zu

zahlende Vergütung ist in der von der Fondsgesellschaft

an die publity Investor GmbH zu zahlenden Vergütung

i. H. v. 1,0 % der Kaufpreise für die Forderungsportfolios,

zzgl. gesetzlicher Umsatzsteuer, enthalten.

13.7 Vertrag über die

Durchführung der „Due Diligence

im Rahmen der rechtlichen und

steuerlichen Transaktion“

Die publity Investor GmbH kann nach eigenem pflichtgemäßen

Ermessen unabhängige Rechtsanwälte mit

der Durchführung der „Due Diligence im Rahmen der

rechtlichen und steuerlichen Transaktion“ beauftragen.

Unter Berücksichtigung der Ergebnisse der Due Diligence-Prozesse

(Legal & Immobilien Due Diligence) und

den Vorgaben/Anforderungen der jeweiligen Portfolio-

Verkäufer erfolgt die Ausarbeitung und/oder Prüfung

der Portfolio-Kaufverträge. Die den ggf. beauftragten

Rechtsanwälten zu zahlende Vergütung ist in der von

der Fondsgesellschaft an die publity Investor GmbH

zu zahlenden Vergütung i. H. v. 1,0 % der Kaufpreise

für die Forderungspakete, zzgl. gesetzlicher Umsatzsteuer,

enthalten.

13.8 Master-Servicing-Vertrag

über das Kreditservicing und

die Aktenverwaltung

Die Fondsgesellschaft hat die publity AG mit Vertrag

vom 25.05.2012 beauftragt, sämtliche angekaufte Forderungen

gegen die jeweiligen Schuldner erfolgreich

geltend zu machen bzw. durchzusetzen.

Master-Servicing

Die publity AG handelt im Auftrag der Fondsgesellschaft.

Sie hat die Fondsgesellschaft jederzeit über den

Sachstand zu informieren und regelmäßig Einträge in

das Back-Office-System „ESRA“ vorzunehmen. Die

Fondsgesellschaft ist berechtigt, alle Einzelforderungen

aus den Kreditportfolios zur vereinfachten Bearbeitung

auf den Master-Servicer übertragen zu lassen, der diese

Forderungen treuhänderisch im eigenen Namen verwaltet

und für die Fondsgesellschaft verwertet. Die geschäftsführende

Gesellschafterin, die publity Investor GmbH,

ist berechtigt, für die Fondsgesellschaft jederzeit selbst

mit den Schuldnern Kontakt aufzunehmen. Alle Entscheidungen

über die Annahme oder Ablehnung von

Schuldnervergleichen obliegen der Fondsgesellschaft

und sind insofern durch sie zu genehmigen. Im Falle der

Ablehnung eines Vergleichs durch die Fondsgesellschaft

ist der Servicer berechtigt und verpflichtet, Vergleiche

mit den jeweiligen Schuldnern nach zu verhandeln.

Für die Übernahme des Master-Servicings erhält die

publity AG eine erfolgsabhängige Vergütung i. H. v. 30 %

der aus den jeweiligen Einzelforderungen erzielten Erlöse

zzgl. gesetzlicher Umsatzsteuer. Die Vergütung wird

nach monatlicher Rechnungslegung zur Zahlung fällig.

Aufwendungsersatz für Spesen oder sonstige Kosten des

Master-Servicers werden von der Fondsgesellschaft nur

erstattet, wenn die Kostenübernahme vorher schriftlich

bestätigt wurde. Der Master-Servicer gewährleistet, dass

sämtliche Zahlungen der Schuldner auf ein gesondertes

Konto vorgenommen werden und einmal monatlich an

die Fondsgesellschaft weitergeleitet werden.

Forderungsmanagement und Aktenverwaltung

Für die vom Master-Servicer beauftragte Aktenverwaltung

und das Forderungsmanagement erhält der Master-Servicer

eine jährliche Pauschalvergütung i. H. v.

150.000 Euro zzgl. gesetzlicher Umsatzsteuer.


Vertragslaufzeit und Kündigung

Der Vertrag tritt mit dem Erwerb des ersten NPL-Portfolios

in Kraft und endet mit Erreichung des Vertragszwecks,

jedoch spätestens mit Beendigung der Fondsgesellschaft.

Eine ordentliche Kündigung des Vertrages

ist ausgeschlossen. Das Recht auf Kündigung aus wichtigem

Grund bleibt unberührt.

Gewährleistung und Haftung

Die gesetzlich geltenden Gewährleistungen sind ausgeschlossen.

Der Master-Servicer übernimmt keine

Haftung dafür, dass die Forderungen gegen die Schuldner

werthaltig sind und erfolgreich geltend gemacht werden

können. Im Übrigen ist die Haftung des Master-Servicers

sowie dessen Erfüllungsgehilfen auf Vorsatz und

grobe Fahrlässigkeit beschränkt.

13.9 Vertrag über die

Geschäftsbesorgung

Vertragsgegenstand

Die Fondsverwaltung und die Vorbereitung der Buchhaltung

ist der publity Investor GmbH mit Geschäftsbesorgungsvertrag

vom 25.05.2012 übertragen worden.

Im Rahmen dieses Vertrages obliegt der publity Investor

GmbH ab dem 01.07.2012 die Durchführung aller

Tätigkeiten im Zusammenhang mit der Verwaltung der

publity Performance Fonds Nr. 4 GmbH & Co. KG.

Dies sind insbesondere:

Organisation der Einladungen zu den

Gesellschafterversammlungen,

Erstellung von Kurzfassungen der Jahresberichte

unter Einschluss der Jahresabschlüsse an die

Anleger (Kommanditisten),

Erstellung der Protokolle der

Gesellschafterversammlungen,

Vorbereitung der gesamten Buchhaltung und Aufbereitung

der dazu erforderlichen Unterlagen,

Im Vertrag wurde die jährliche Vergütung für die Vornahme

der beschriebenen Leistungen für die Fondsverwaltung

und für die Vorbereitung der Buchhaltung

i. H. v. 180.000 Euro zzgl. gesetzlicher Umsatzsteuer

vereinbart. Die Abrechnung erfolgt monatlich nach

Rechnungslegung.

PUBLITY PERFORMANCE FONDS NR. 4 GMBH & CO. KG

13 Rechtliche Grundlagen

Die Vertragsparteien haben vereinbart, dass sich die

Vergütung im gleichen prozentualen Verhältnis verändert,

wie sich der vom Statistischen Bundesamt ermittelte

Verbraucherindex in Deutschland (Basis 2005=100)

gegenüber dem Verbraucherpreisindex zum Zeitpunkt

des Vertragsabschlusses bzw. zum Zeitpunkt der letzten

Anpassung verändert hat.

Vertragslaufzeit und Kündigung

Der Vertrag tritt am 01.07.2012 in Kraft und endet mit

Erreichung des Vertragszwecks, unabhängig davon mit

Beendigung der Fondsgesellschaft. Eine ordentliche Kündigung

des Vertrages ist ausgeschlossen. Das Recht zur

Kündigung aus wichtigem Grund bleibt davon unberührt.

Gewährleistung und Haftung

Die publity Investor GmbH hat die ihr übertragenen

Aufgaben mit der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns

gemäß § 247 HGB zu erfüllen. Die Haftung ist

jedoch auf Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit beschränkt.

13.10 Vertrag über die

Erstellung der wirtschaftlichen

Konzeption und das Marketing

Vertragsgegenstand und Vergütung

Über die Entwicklung des Fondsmodells, die Erstellung

der wirtschaftlichen und steuerlichen Konzeption sowie

die Vorbereitung und Erstellung des Verkaufsprospektes

wurde zwischen der Fondsgesellschaft und der publity

Marketing GmbH am 25.05.2012 ein Vertrag geschlossen.

Die vereinbarte Vergütung für die Erstellung des

Verkaufsprospektes beträgt 340.000 Euro zzgl. gesetzlicher

Umsatzsteuer. Die Vergütung ist zum Zeitpunkt

der Einzahlung erster Teile des platzierten Emissionskapitals

nach Rechnungslegung zur Zahlung fällig.

Darüber hinaus erhält die publity Marketing GmbH

für die Finanzierung der fortlaufenden Marketingleistungen

eine einmalige Vergütung i. H. v. 300.000

Euro zzgl. gesetzlicher Umsatzsteuer, der monatlich i.

H. v. 25.000 Euro zzgl. gesetzlicher Umsatzsteuer nach

Rechnungslegung fällig wird. Die Erbringung laufender

Marketingleistungen umfasst insbesondere die Erstellung

von zusätzlichen Werbematerialien, die Durchführung

von fondsbezogenen Vertriebsveranstaltungen, die

Beauftragung von Analysen und die Werbung in Fachzeitschriften

und auf Fachmessen.

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84

Vertragslaufzeit und Kündigung

Diese Vereinbarung trat mit Unterzeichnung am

25.05.2012 in Kraft und endet mit Abschluss der Emissionsphase

am 30.06.2013.

Gewährleistung und Haftung

Die Haftung der publity Marketing GmbH ist beschränkt

auf Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit.

13.11 Vertrag über die

Einwerbung des Eigenkapitals

Vertragsgegenstand und Vergütung

Die Fondsgesellschaft hat die publity Vertriebs GmbH

mit Vertrag vom 25.05.2012 exklusiv beauftragt, das

Emissionskapital bis zum 30.06.2013 einzuwerben.

Dieser Vertrag endet am 30.06.2013. Die publity Vertriebs

GmbH erhält eine erfolgsabhängige Provision i.

H. v. 9,9 % für das von ihr eingeworbene Kommanditkapital,

nach Geldeingang und Ablauf der gesetzlichen

Widerrufsfrist gegen Rechnungslegung. Darüber hinaus

erhält sie eine Vergütung in Höhe des von den Anlegern

zu zahlenden Agios von 5 % der Zeichnungssumme,

ebenfalls nach Geldeingang und Ablauf der gesetzlichen

Widerrufsfrist.

Vertragslaufzeit und Kündigung

Der Vertrag über die Einwerbung des Eigenkapitals trat

mit seiner Unterzeichnung am 25.05.2012 in Kraft und

endet mit Abschluss der Emissionsphase am 30.06.2013.

Gewährleistung und Haftung

Die Haftung der publity Vertriebs GmbH ist beschränkt

auf Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit.

13.12 Andere Verträge

Kaufvertrag über Kreditforderungen

und Sicherheiten

Zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung stehen sowohl

die Verkäufer der Forderungsportfolios als auch die Forderungsportfolios

selbst noch nicht fest. Die Auswahl der

zu erwerbenden Forderungspakete erfolgt entsprechend

der in Kapitel 9.3 „Investition und vertraglich verankerte

Investitionskriterien“ genannten Investitionskriterien

und auf Grundlage der Due Diligence Berichte unabhängiger

Rechtsanwälte. Insofern können die tatsächlichen

Bedingungen der zu schließenden Kaufverträge

über Forderungsportfolios nicht beschrieben werden. Die

Verträge sollen sich an dem von der „Bundesvereinigung

Kreditankauf und Servicing e. V. (BKS)“ empfohlenen

Mustervertrag „Kaufvertrag über Kreditforderungen

und Sicherheiten“ orientieren.

13.13 Sonstiges

Die im Rahmen des Investitionsvorhabens getroffenen

Vereinbarungen zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung

zwischen den Vertragspartnern sind in diesem Verkaufsprospekt

genannt und erläutert. Nach Kenntnis der

Anbieterin bestehen keine weiteren, die Anlageobjekte

selbst, ihre Herstellung, Finanzierung, Nutzung oder

Verwertung betreffenden Vereinbarungen zwischen den

wesentlichen Vertragspartnern. Bei dem Master-Servicer,

der publity AG (vgl. Kapitel 7.4 „Master-Servicing“),

handelt es sich nicht um eine Person, die die Herausgabe

oder den Inhalt des Prospekts oder die Abgabe oder den

Inhalt des Angebots der Vermögensanlage wesentlich

beeinflusst hat. Neben der publity Marketing GmbH

(vgl. Kapitel 7.1 „Wirtschaftliche Konzeption und Marketing“)

existieren sonstige Personen, die die Herausgabe

oder den Inhalt des Verkaufsprospektes oder die

Abgabe oder den Inhalt des Angebots der Vermögensanlage

wesentlich beeinflusst haben, nicht.


PUBLITY PERFORMANCE FONDS NR. 4 GMBH & CO. KG

13 Rechtliche Grundlagen

85


INFORMATIONEN

Informationen nach § 312c BGB in Verbindung

mit § 1 der Verordnung über Informations- und

Nachweispflichten nach bürgerlichem Recht

(BGB-Informationspflichten-Verordnung)4

86


14 Fernabsatz- und Verbraucherinformation

14.1 Allgemeine Informationen

zur Anbieterin, zur Emittentin

und anderen gegenüber den

Anlegern auftretenden Personen

Emittentin

Name publity Performance Fonds Nr. 4 GmbH & Co. KG

Handelsregister Amtsgericht Leipzig HRA 16681 2)

Gründung 23.05.2012

Gesellschafter publity Investor GmbH (persönlich haftende Gesellschafterin)

Stammkapital 25.000 Euro

Vertretung Christoph Blacha (alleinvertretungsberechtigter Geschäftsführer)

Geschäftssitz Jacobstraße 27, 04105 Leipzig

Unternehmensgegenstand Die Gesellschaft wird als geschlossener Fonds besicherte und unbesicherte, titulierte Bankforderungen sowie

andere urkundlich besicherte Forderungen von deutschen Banken, ausländischen Finanzinvestoren und/oder

anderen Servicern in einzelnen Paketen erwerben und aus der Verwertung der Forderungen Einkünfte erzielen.

Die Gesellschaft ist berechtigt, alle Geschäfte vorzunehmen und alle Maßnahmen zu ergreifen, die mit dem

Gegenstand des Unternehmens zusammenhängen oder ihm mittelbar oder unmittelbar förderlich sind. Die

Gesellschaft darf andere Unternehmen gleicher oder ähnlicher Art erwerben und sich an Ihnen beteiligen. Sie

darf ferner Zweigniederlassungen errichten, Tochtergesellschaften gründen, Unternehmensverträge abschließen

und Interessengemeinschaften eingehen.

Anbieterin, Prospektverantwortliche

und Fondsverwaltung

Name publity Investor GmbH

Handelsregister Amtsgericht Leipzig HRB 24575

Gründung 15.12.2008

Stammkapital 25.000 Euro

Gesellschafter publity AG (100 %)

Vertretung Christoph Blacha (Geschäftsführer)

Geschäftssitz Jacobstraße 27, 04105 Leipzig

Telefon +49 (0) 341 / 26 17 87 – 0

Telefax +49 (0) 341 / 26 17 87 – 31

E-Mail c.blacha@publity.de

Unternehmensgegenstand Verwaltung eigenen Vermögens, Beteiligung an anderen Unternehmen und die Übernahme der persönlichen

Haftung als Komplementärin. Die Entwicklung von Fondskonzepten, die Erarbeitung wirtschaftlicher

Konzeptionen sowie die Erstellung von Vermögensanlageverkaufsprospekten, das Anbieten von Unternehmensanteilen

an den konzipierten Fondsgesellschaften und die Übernahme – soweit zulässig – der Anleger- und

Fondsverwaltung. Die Gesellschaft darf andere Unternehmen gleicher oder ähnlicher Art übernehmen, vertreten

oder pachten oder sich an solchen Unternehmen beteiligen, und zwar auch als persönlich haftende Gesellschafterin.

Sie darf Zweigniederlassungen errichten. Der Gesellschaft ist jede Betätigung gestattet, die geeignet ist,

mittelbar oder unmittelbar den Zweck des Unternehmens zu fördern.

Anlageberater

Zu den Angaben des Anlageberaters wird auf die

Beitrittserklärung verwiesen.

2) Diese Angabe ist Gegenstand des Nachtrags Nr. 1. Der Text der ursprünglichen Version ist auf Seite 130 dieses Verkaufsprospekts abgedruckt.

87


88

14.2 Information zu den

Vertragsverhältnissen

Der im Verkaufsprospekt abgedruckte Gesellschaftsvertrag

der publity Performance Fonds Nr. 4 GmbH & Co.

KG vom 25.05.2012 sowie die Beitrittserklärung enthalten

detaillierte Beschreibungen der Vertragsverhältnisse,

auf die ergänzend verwiesen wird. Soweit nachfolgend

Seitenangaben ohne weiteren Hinweis erfolgen, beziehen

sich diese auf den Verkaufsprospekt.

Wesentliche Merkmale der Kapitalanlage

Die wesentlichen Merkmale der Kapitalanlage ergeben

sich aus dem Verkaufsprospekt. Mit dem Beitritt beteiligt

sich der Anleger unmittelbar oder mittelbar als

Kommanditist an der publity Performance Fonds Nr. 4

GmbH & Co. KG. Der Anleger ist in Abhängigkeit von

seiner Beteiligungsquote nach Maßgabe der Bestimmungen

des Gesellschaftsvertrages (insbesondere §§ 8, 10

und 11) am wirtschaftlichen Ergebnis der Fondsgesellschaft

beteiligt. Die weiteren Einzelheiten sind dem Verkaufsprospekt

und der Beitrittserklärung zu entnehmen.

Zustandekommen der Verträge,

Leistungsvorbehalte

Voraussetzung für die Beteiligung des Anlegers an der

publity Performance Fonds Nr. 4 GmbH & Co. KG ist

die Annahme der Beitrittserklärung durch die Fondsgesellschaft.

Für die Eintragung ins Handelsregister ist

der persönlich haftenden Gesellschafterin eine Handelsregistervollmacht

zu erteilen (vergleiche § 3 Ziffer 13

des Gesellschaftsvertrages). Des Zugangs der Annahmeerklärung

beim Anleger bedarf es nicht. Er wird jedoch

zeitnah nach Annahme mit gesondertem Schreiben über

die Annahme der Beitrittserklärung informiert. Nach

Eintritt der vorstehend genannten Voraussetzungen

bestehen keine Leistungsvorbehalte. Beteiligungen an

der Fondsgesellschaft können nur erworben werden,

solange der Fonds noch nicht geschlossen ist.

Widerrufsrecht

Die Einzelheiten des dem Anleger zustehenden Widerrufsrechts

und seiner Rechtsfolgen ergeben sich aus der auf

der Beitrittserklärung abgedruckten Widerrufserklärung.

Mindestlaufzeit der Beteiligung,

vertragliche Kündigungsbedingungen

einschließlich etwaiger Vertragsstrafen

Die Beteiligung an der Fondsgesellschaft wird gemäß

§ 2 Ziffer 1 des Gesellschaftsvertrages befristet bis zum

31.12.2016; dann endet die Fondsgesellschaft, sofern

nicht die Gesellschafterversammlung eine Verlängerung

der Laufzeit beschließt. Vertragsstrafen sind nicht vorgesehen.

Scheidet jedoch ein Anleger gemäß § 15 Ziffer

1a), 1b) und 2 des Gesellschaftsvertrages aus der Gesellschaft

aus, so wird sein Abfindungsanspruch gemäß § 16

Ziffer 1 beschränkt.

Angaben über den Gesamtpreis einschließlich

aller Steuern, die der Unternehmer abführen

muss, und sonstiger Preisbestandteile

Der Anleger hat gemäß seiner Festlegung in der Beitrittserklärung

die Gesamtzeichnungssumme zuzüglich

Agio zu leisten. Die Mindestzeichnungssumme beträgt

10.000 Euro, wobei alle Zeichnungssummen durch

1.000 ohne Rest teilbar sein müssen. Weitere Einzelheiten

ergeben sich aus der Beitrittserklärung und § 3 des

Gesellschaftsvertrags und den entsprechenden weiteren

Hinweisen im Verkaufsprospekt. Die von der Fondsgesellschaft

voraussichtlich zu leistenden Steuern sind in

der im Verkaufsprospekt dargestellten Prognoserechnung

berücksichtigt. Hierzu und hinsichtlich der steuerlichen

Auswirkungen der Beteiligung für Anleger wird

ferner auf die Ausführungen im Kapitel 12 „Steuerliche

Grundlagen“ verwiesen.

Einzelheiten hinsichtlich der Zahlung

und der Lieferung oder Erfüllung

Der Anleger hat seine Gesamtzeichnungssumme zzgl.

Agio gemäß seiner Festlegung in der Beitrittserklärung

zu zahlen. Hinsichtlich des Einzahlungstermins sowie

der sonstigen Einzahlungsmodalitäten wird auf § 3

des Gesellschaftsvertrages, die Angaben im Kapitel 10

„Beteiligung an der publity Performance Fonds Nr. 4

GmbH & Co. KG“ des Verkaufsprospektes sowie die

Beitrittserklärung verwiesen. Die Gesamtzeichnungssumme

ist auf das in der Beitrittserklärung bezeichnete

Einzahlungskonto der Fondsgesellschaft zu zahlen ; vgl.

Kapitel 10.8 „Bankverbindung und Einzahlungskonto“.

Risikohinweis

Die Beteiligung an einer Kommanditgesellschaft ist wie

jede unternehmerische Beteiligung mit Risiken verbunden.

Die wesentlichen Risiken der Beteiligung sind im


Kapitel 4 „Risiken der Beteiligung“ dargestellt. Der Wert

der Beteiligung unterliegt im Übrigen Schwankungen,

die durch die wirtschaftliche Entwicklung maßgeblich

gekennzeichnet sind. Auf diese Schwankungen hat die

Fondsgesellschaft keinen Einfluss und auch Vergangenheitswerte

sind kein Indikator für die zukünftige

Ertragsentwicklung der Fondsgesellschaft.

Gültigkeitsdauer

Die mit dem Verkaufsprospekt veröffentlichten Informationen

haben Gültigkeit bis zur Mitteilung von Änderungen,

die dann gemeinsam mit dem Verkaufsprospekt

die Informationsgrundlage bilden. Beteiligungen an

der Fondsgesellschaft können allerdings nur erworben

werden, solange der Fonds nicht geschlossen ist.

Zugrunde gelegtes und anwendbares Recht,

Gerichtsstand und Vertragssprache

Auf vorvertragliche Schuldverhältnisse, die Beitrittserklärung

und den Gesellschaftsvertrag findet das Recht der

Bundesrepublik Deutschland Anwendung. Ein außergerichtliches

Beschwerde- und Rechtsbehelfsverfahren ist

vertraglich nicht vorgesehen. Bei Streitigkeiten aus der

Anwendung der Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuches

betreffend geschlossener Fernabsatzverträge über

PUBLITY PERFORMANCE FONDS NR. 4 GMBH & CO. KG

14 Fernabsatz- und Verbraucherinformation

Finanzdienstleistungen ist gesetzlich vorgesehen, dass

die Beteiligten unbeschadet ihres Rechts, die Gerichte

anzurufen, eine Schlichtungsstelle anrufen können, die

bei der Deutschen Bundesbank eingerichtet ist. Bezüglich

der Verfahrensgrundsätze der Schlichtungsstelle

und der Übertragung der Aufgabe auf Dritte gilt die

Schlichtungsstellenverfahrensverordnung. Ein Merkblatt

sowie die Schlichtungsstellenverfahrensverordnung

sind bei der

Deutschen Bundesbank, Schlichtungsstelle

Postfach 111232, 60047 Frankfurt

Telefon: +49 (0)69 2388-1907/-1906/-1908

Telefax: +49 (0)69 2388-1919

erhältlich.

Betreffend den Gerichtsstand gelten die vertraglichen

und/oder gesetzlichen Regelungen. Die Vertragsbedingungen,

der Verkaufsprospekt sowie zusätzliche Informationen

und die gesamte übrige Kommunikation während

der Laufzeit des Vertrages werden in deutscher Sprache

zur Verfügung gestellt.

Einlagensicherung

Ein Garantiefonds oder andere Entschädigungsregelungen

bestehen nicht.

89


905

90


15 Glossar

Die in der nachfolgenden Liste erläuterten Begriffe und

Abkürzungen sollen das Verständnis dieses Verkaufsprospektes

erleichtern. Diese Liste erhebt allerdings

keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Abtretung rechtsgeschäftliche Übertragung einer Forderung auf einen neuen Gläubiger

AfA Absetzung für Abnutzung

Agio Aufgeld, Aufschlag auf den nominellen Ausgabenpreis eines Kommanditanteils

AktG Aktiengesetz

AO Abgabenordnung

Asset-Klasse (engl.) Bezeichnung für ein Anlagesegment, in das investiert wird

Asset-Manager (engl.) Berater zu persönlichen Vergleichsverhandlungen des Servicers

Ausschüttung/Auszahlung Verteilung liquider Mittel anteilig auf die Anleger. Handels- und steuerrechtlich handelt es sich um

Entnahmen.

Back-Office-System Firmenspezifisches intranetbasiertes Datenbanksystem

Bad Bank (englisch für „schlechte Bank“) ist ein gesondertes Kreditinstitut zur Aufnahme von Derivaten und

Zertifikaten von in Zahlungsschwierigkeiten geratenen Emittenten und zur Abwicklung sogenannter

notleidender Kredite sanierungsbedürftiger Banken.

BaFin Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht

BewG Bewertungsgesetz

BFH Bundesfinanzhof in München, Oberster Gerichtshof in Steuer- und Zollangelegenheiten

BGB Bürgerliches Gesetzbuch

BGH Bundesgerichtshof

BKS Bundesvereinigung Kreditankauf und Servicing e. V.

BMF Bundesministerium der Finanzen in Berlin

BStBl Bundessteuerblatt

BV Bestandsverzeichnis

BVerfG Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe

BvL Aktenzeichen für Beschlüsse des Bundesverfassungsgerichtes

Cashflow (engl. für Geldfluss, Kassenzufluss) ist eine wirt schaftliche Messgröße, die den aus der Umsatztätigkeit und

sonstigen laufenden Tätigkeiten erzielten Nettozufluss liquider Mittel während einer Periode darstellt.

Debitoren management Dazu gehören Debitorenbuchhaltung, regelmäßige Bonitätsprüfung, Mahnwesen und Inkasso. Für

das Unternehmen ist das Debitorenmanagement häufig mit erheblichem Zeit- und Personalaufwand

verbunden; die Übernahme des Debitorenmanagements gehört zum Serviceangebot des Factors.

DStR Deutsche Zeitschrift für Steuerrecht

Due Diligence Detaillierte Untersuchung, Prüfung und Bewertung eines zum Erwerb vorgesehenen Assets oder

Unternehmens.

Due Diligence im Rahmen der

rechtlichen und steuerlichen

Gestaltung der Transaktion

(rechtliche und steuerrechtliche) Vorbereitung, Ausarbeitung und/oder Prüfung der Portfolio-Kaufverträge

EGBGB Einführungsgesetz zum BGB (Bürgerliches Gesetzbuch)

Eigenkapital Finanzmittel, die den Eigentümern (z. B. Gesellschaftern) gehören.

ErbStG Erbschaftssteuergesetz

EStG Einkommensteuergesetz

91


92

EStR Einkommensteuerrichtlinien

EuGH Europäischer Gerichtshof

EZB Europäische Zentralbank

Factoring Unter Factoring versteht man den Kauf von Geldforderungen aus Warenlieferungen und Dienstleistungen.

Factoring dient der kurzfristigen Umsatzfinanzierung und dem hundertprozentigen Schutz vor Forderungsausfällen;

zum Factoring gehört ein effizientes Debitorenmanagement.

Forderungsinkasso Geschäftsmäßiger Einzug fremder Forderungen; nach dem RDG erlaubnispflichtig

Forderungskauf Die Erlaubnispflicht für den geschäftsmäßigen Kauf fremder Forderungen ist durch Inkrafttreten des RDG

entfallen

Fremdkapital Finanzmittel, die durch Dritte über einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung gestellt werden, z. B.

Darlehen von Banken.

Fungibilität Handelbarkeit. Bei Fondsgesellschaften di e Möglichkeit der Veräußerung und Übertragbarkeit von

Kommanditanteilen.

GewStG Gewerbesteuergesetz

GmbH Gesellschaft mit beschränkter Haftung

GmbH & Co KG Besondere Ausprägung der im HGB geregelten Kommanditgesellschaft (KG). Der haftende Gesellschafter

ist keine natürliche Person, sondern eine GmbH (juristische Person).

GmbHG GmbH Gesetz

HGB Handelsgesetzbuch

HR Handelsregister

IDW Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e. V.

Immobilien Due Diligence immobilienkaufmännische Due Diligence

Inkassolizenz Erlaubnis nach dem RDG, das „Forderungsinkasso“ durchzuführen

Insolvenzquote Prozentteil der Gesamtforderungen, die aus der Insolvenzmasse befriedigt wird, wenn das Insolvenzverfahren

abgeschlossen ist

KG Kommanditgesellschaft

Kommanditist Kommanditist ist die Bezeichnung für einen Gesellschafter einer Kommanditgesellschaft (KG). Im Vergleich

zu einem Komplementär haftet er gegenüber den Gesellschaftsgläubigern nur mit dem Betrag der

Hafteinlage, die im Handelsregister eingetragen wurde.

Komplementär Der Komplementär ist der persönlich und unbeschränkt haftende Gesellschafter einer Kommanditgesellschaft.

Legal Due Diligence rechtliche Due Diligence

lfd. laufend

Non-Performing Loans (NPL‘s) notleidende Kredite

Ombudsmann Erfüllt die Aufgabe eines unparteiischen Schiedsmannes (Streitschlichtung).

p. a. per annum (pro Jahr)

Performance relatives Maß für das Verhältnis von Ertrag und Risiko einer Kapitalanlage

Portfolio Bestand an Rechten (Forderungen)

RA Rechtsanwalt

RDG Rechtsdienstleistungsgesetz

Servicer Verwalter von Kreditforderungen und Kreditsicherheiten

UStG Umsatzsteuergesetz

VermVerkProspV Verordnung über die Vermögensanlagenverkaufsprospekte

Volatilität Schwankungsbreite in der Wertentwicklung


PUBLITY PERFORMANCE FONDS NR. 4 GMBH & CO. KG

15 Glossar

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946

94


16 Anhang

16.1 Gesellschaftsvertrag

der publity Performance

Fonds Nr. 4 GmbH & Co. KG

§ 1 Firma und Sitz, Gesellschaftszweck

1. Die Firma der Gesellschaft lautet

publity Performance Fonds Nr. 4 GmbH & Co. KG.

2. Sitz der Gesellschaft ist Leipzig.

3. Die Gesellschaft wird als geschlossener Fonds titulierte

Bankforderungen aus Immobilienfinanzierungen

sowie andere urkundlich besicherte Forderungen

von deutschen Banken, ausländischen

Finanzinvestoren und/oder anderen Servicern in

einzelnen Paketen auf Grundlage einzelner und

individuell mit den jeweiligen Verkäufern ausgehandelter

Verträge erwerben und aus der Verwertung

der einzelnen Forderungen Einkünfte erzielen.

Die Gesellschaft ist berechtigt, alle Geschäfte

vorzunehmen und alle Maßnahmen zu ergreifen,

die mit dem Gegenstand des Unternehmens zusammenhängen

oder ihm mittelbar oder unmittelbar

förderlich sind.

Die Gesellschaft darf andere Unternehmen

gleicher oder ähnlicher Art erwerben und sich an

ihnen beteiligen. Sie darf ferner Zweigniederlassungen

errichten, Tochterunternehmen gründen,

Unternehmensverträge abschließen und Interessengemeinschaften

eingehen.

§ 2 Dauer der Gesellschaft, Geschäftsjahr,

Beitritt und Kündigung

1. Die Gesellschaft beginnt als Kommanditgesellschaft

mit der Eintragung im Handelsregister.

Die Dauer der Gesellschaft ist befristet bis zum

31.12.2016, sofern nicht die Gesellschafter eine

Verlängerung der Laufzeit beschließen.

2. Das Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr. Das erste

Geschäftsjahr ist ein Rumpfgeschäftsjahr. Es beginnt

mit der Eintragung der Gesellschaft in das Handelsregister

und endet am darauf folgenden Jahresende.

3. Anleger beteiligen sich an der Gesellschaft entsprechend

der Beitrittserklärung mittelbar als

Treugeber über den Treuhandkommanditisten.

Der Beitritt zur Gesellschaft ist aufschiebend

bedingt durch die Einzahlung der Kommanditeinlagen

gemäß § 3 dieses Gesellschaftsvertrages.

Dem Beitritt liegen neben der Beitrittserklärung

die Bestimmungen dieses Gesellschaftsvertrages

und des Treuhandvertrages zugrunde.

4. Der Treugeber ist erstmals zum 31.12.2013 berechtigt,

sich selbst anstelle des Treuhandkommanditisten

mit den von diesem bisher für ihn gehaltenen

Kommanditeinlage im Handelsregister eintragen

zu lassen und die gesamte Kommanditeinlage auch

im Außenverhältnis zu übernehmen. Der Treuhandkommanditist

kann Ausnahmen von dieser

Regelung zulassen. Der betreffende Treugeber

trägt alle Kosten der Umwandlung, insbesondere

der Registerkosten sowie die Kosten des Verwaltungsaufwandes

bei der Gesellschaft. Die Übertragung

der Kommanditanteile ist aufschiebend

bedingt durch die Eintragung der Treugeber als

Kommanditisten im Handelsregister.

5. Kündigt der Treuhandkommanditist ein Treuhandverhältnis

aus wichtigem Grund, so gilt dieses

Kündigungsrecht aus wichtigem Grund insoweit

auch gegenüber der Gesellschaft, gerichtet auf Teilkündigung

der jeweiligen Beteiligung, soweit diese

noch nicht auf den betreffenden Treugeber übertragen

wurde. Kündigen einzelne oder alle Treugeber

gegenüber dem Treuhandkommanditisten

aus wichtigem Grund, so übernehmen sie von dem

Treuhandkommanditisten seinen Kommanditanteil

anteilig, treten damit unmittelbar als Kommanditisten

in die Gesellschaft ein und nehmen

die Verwaltung ihrer Kommanditbeteiligungen

mit Wirkung der Kündigung selbst wahr, es sei

denn, sie beauftragen gemeinsam einen anderen

Treuhandkommanditisten. Will der Treugeber

mit der ordentlichen Kündigung nur das mit dem

Treuhandkommanditisten bestehende Treuhandverhältnis

beenden, kann er die Übertragung des

anteilig für ihn gehaltenen Kommanditanteils

gemäß der Regelungen des § 13 des Treuhandvertrages

auf sich verlangen; mit Übertragung des

Kommanditanteils wird der Treuhandvertrag als

Verwaltungstreuhand fortgeführt.

6. Scheidet die persönlich haftende Gesellschafterin

aus der Gesellschaft aus, können die Kommanditisten

durch Mehrheitsbeschluss gemäß § 5 Ziff.

6 eine neue persönlich haftende Gesellschafterin

bestellen. Diese tritt ohne Auseinandersetzung

der Gesellschaft und mit denselben Rechten und

Pflichten wie die ausscheidende persönlich haftende

Gesellschafterin in die Gesellschaft ein. Ein

Anspruch der ausscheidenden persönlich haftenden

Gesellschafterin auf Sicherheitsleistung für

etwaige Freistellungsansprüche gegen die Gesellschaft

besteht nicht.

95


96

7. Kündigt die Gesellschaft dem Treuhandkommanditisten

aus wichtigem Grund, wählen die Treugeber

einen neuen gemeinsamen Treuhandkommanditisten,

auf den die anteiligen Kommanditanteile

übertragen werden.

8. Gesellschafter können ihre Beteiligung vor dem

Ende der Laufzeit der Fondsgesellschaft beenden bei

a] anhaltender Arbeitslosigkeit und/oder

Erwerbsunfähigkeit des Gesellschafters

über einen Zeitraum von mehr als sechs aufeinander

folgenden Monaten;

b] Scheidung des Gesellschafters;

c] Tod des Gesellschafters oder seines Ehegatten

oder Lebenspartners (i. S. d. Lebenspartnerschaftgesetzes),

wenn der Verstorbene

mindestens zur Hälfte mit seinen

Einkünften zum Lebensunterhalt des Ehegatten,

Lebenspartners oder der Erben beigetragen

hat.

Die Beteiligung kann nur vorzeitig beendet werden,

wenn diese Voraussetzungen innerhalb einer Frist

von drei Monaten nach ihrem Eintritt angezeigt

und anhand geeigneter Unterlagen nachgewiesen

werden. Über die Beendigung der Beteiligung entscheidet

die Geschäftsführung. Im Falle seines

Ausscheidens erhält der betroffene Gesellschafter

einen nach Buchwerten bestimmtes Auseinandersetzungsguthaben,

das geringer sein kann,

als die von ihm geleistete Anlage/Einzahlung. Die

Geschäftsführung der Fondsgesellschaft wird die

Beendigung von Beteiligungen ablehnen, wenn

die betroffenen Beteiligungen 1 % des Kommanditkapitals

übersteigen. Für den Fall, dass die

betroffenen Beteiligungen 1 % des Kommanditkapitals

übersteigen, ist der Eingang der Anzeige

des betroffenen Anlegers bei der Fondsgesellschaft

maßgeblich.

§ 3 Gesellschafter, Kapitalbeteiligung,

Kapitalerhöhung, Haftsumme

1. Persönlich haftende Gesellschafterin ist die publity

Investor GmbH, eingetragen beim Amtsgericht

Leipzig unter HRB 24575. Sie leistet keine Einlage

und ist am Kapital der Kommanditgesellschaft

nicht beteiligt.

2. Gründungskommanditist ist Herr Wolfgang Lein,

geb. am 12.07.1947 in Berlin, mit einer Kommanditeinlage

(Pflichteinlage) in Höhe von Euro

9.000,00.

3. Weiterer Kommanditist ist die Rödl & Richter

Fondstreuhand GmbH als Treuhandkommandi-

tist mit einer Kommanditeinlage (Pflichteinlage)

in Höhe von 1.000,00 Euro für eigene Rechnung

und im Übrigen mit weiteren Kommanditbeteiligungen

für Dritte (Treugeber), für die sie die Beteiligung

treuhänderisch hält und verwaltet. Sie ist

berechtigt, weitere Kommanditeinlagen (Pflichteinlagen)

gemäß § 2 Ziffer 3 und § 3 Ziffer 5, 6

und 9 zu übernehmen und den sich treugeberisch

Beteiligten zuzuordnen.

4. Die Komplementärin ist unter Befreiung von den

Beschränkungen des § 181 BGB berechtigt und

bevollmächtigt, die Gesellschaft zu vertreten (§ 4).

5. Der Treuhandkommanditist ist bis zur Erreichung

des Kommanditkapitals i. H. v. von Euro

23.110.000,00 inklusive Agio bzw. gemäß Ziff.

10 und bis zum Ablauf der Zeichnungsfrist zum

30.06.2013 unter Befreiung von den Beschränkungen

gemäß § 181 BGB berechtigt und bevollmächtigt,

die Beitrittserklärungen über die Erhöhung der

Kommanditeinlagen für weitere Treugeber anzunehmen.

Für die Annahme genügt die Gegenzeichnung

der Beitrittserklärung. Mit der Annahme der

Beitrittserklärung durch den Treuhandkommanditisten

kommen zugleich der Treuhandvertrag

mit dem Treuhandkommanditisten und die mittelbare

Beteiligung an der Gesellschaft zustande.

6. Die Mindestzeichnungssumme der aufzunehmenden

Kommanditisten/Treugeber an der Gesellschaft

beträgt Euro 10.000,00. Geringere Zeichnungssummen

können im Einzelfall von der persönlich

haftenden Gesellschafterin zugelassen werden. Die

Zeichnungssummen müssen durch 1.000 ohne

Rest teilbar sein. Die Kommanditisten werden in

das Handelsregister mit der Haftsumme in Höhe

von 20,0 % ihrer gesellschaftsvertraglich bedungenen

Pflichteinlage eingetragen.

Die Kommanditisten/Treugeber haben vorbehaltlich

einer abweichenden individuellen Vereinbarung

darüber hinaus ein Agio i. H. v. 5 % der

Zeichnungssumme zu zahlen.

7. Soweit Gesellschafter beitreten, die ihrerseits Leistungen

für die Gesellschaft erbringen, werden diese

im Rahmen ihrer Gesellschafterstellung geleistet.

8. Eine Nachschusspflicht der Kommanditisten/Treugeber

besteht nicht, auch nicht als Ausgleichspflicht

der Gesellschafter untereinander.

9. Das Kommanditkapital (Pflichteinlage) ist in Höhe

der in der Beitrittserklärung übernommenen Zeichnungssumme

auf das in der Beitrittserklärung

genannte Konto einzuzahlen. Der Beteiligungsbetrag

und das Agio werden zwei Wochen nach


Unterzeichnung der Beitrittserklärung fällig. Die

Annahme erfolgt unter der aufschiebenden Bedingung

der vollständigen und fristgerechten Einzahlung

des Beteiligungsbetrages und des Agios, wobei

die Zahlungsverpflichtung unabhängig vom Eintritt

der aufschiebenden Bedingung fällig ist. Bei

nicht vollständiger Einzahlung des Beteiligungsbetrages

erfolgt die Annahme der Beitrittserklärung

spätestens zum Ende der Zeichnungsfrist i. H. v.

des tatsächlich eingezahlten Beteiligungsbetrages,

der durch 1.000 ohne Rest teilbar sein muss.

Die bei Einzahlung des Kommanditkapitals

entstehenden Kosten tragen die beitretenden Kommanditisten/Treugeber.

Die Einzahlungen der

Kommanditisten/Treugeber werden zunächst auf

die Kommanditeinlage (Pflichteinlage) und sodann

auf das Agio angerechnet.

10. Soweit es aus Gründen der Eigenkapital-Platzierung

erforderlich sein sollte, ist die persönlich haftende

Gesellschafterin ermächtigt und bevollmächtigt,

über das in § 3 Ziff. 5 bezeichnete Gesamtkapital

(Pflichtkapital) ohne Agio hinaus weiteres Kommanditkapital

bis zu einer Gesamtkommanditkapitalhöhe

von maximal Euro 50.000.000,00

zuzulassen.

Ist das geplante Kommanditkapital bereits zu

einem früheren Zeitpunkt, als in Ziff. 5 genannt,

vollständig platziert, ist die Geschäftsführung

berechtigt, die Zeichnungsphase zu schließen.

11. Den Gesellschaftern ist bekannt und sie akzeptieren,

dass es durch die Einrichtung von einer

oder mehrerer in der wirtschaftlichen Konzeption

bislang nicht vorgesehenen Erhöhung des Kommanditkapitals

(Ziffer 10) zu einer Verschiebung

oder Veränderung des auf die jährlich entfallenden

anteiligen Betriebsergebnisses und der Auszahlungen

kommen kann.

12. Alle Kommanditisten bevollmächtigen hiermit

beziehungsweise mit ihrem Beitritt die persönlich

haftende Gesellschafterin unter Befreiung von

den Vorschriften des § 181 BGB in ihrem Namen:

a] die Beteiligung als Kommanditist zur

Gesellschaft in das Handelsregister

anzumelden;

b] für sie die gesetzlich vorgesehenen Anmeldungen

zum Handelsregister hinsichtlich

dieser Kommanditgesellschaft vorzunehmen,

auch im Falle der evtl. Liquidation der

Gesellschaft;

c] ihren Austritt aus der Gesellschaft anzumelden

und

PUBLITY PERFORMANCE FONDS NR. 4 GMBH & CO. KG

16 Anhang

d] die Erhöhung und Herabsetzung ihrer

Einlage sowie die Einlagen der anderen

Gesellschafter zum Handelsregister

anzumelden.

Die Kommanditisten sind verpflichtet, der persönlich

haftenden Gesellschafterin bei ihrem

Beitritt eine Vollmachtsurkunde vorstehenden

Inhalts über die Beteiligung an der Gesellschaft

in notariell beglaubigter Form zu übergeben, die

auch bei einem Wechsel der persönlich haftenden

Gesellschafterin für deren Nachfolger maßgeblich

und wirksam bleibt. Die Vollmacht besteht

unwiderruflich, solange die Kommanditisten der

Gesellschaft angehören. Sie erlischt nicht durch

den Tod des Vollmachtgebers. Soweit erforderlich,

sind die Kommanditisten verpflichtet, dem jeweiligen

Nachfolger gesondert eine entsprechende

Vollmacht zu erteilen.

13. Ziffer 12 gilt entsprechend für Treugeber, die

unmittelbar Kommanditisten der Gesellschaft

werden.

§ 4 Geschäftsführung und Vertretung

1. Die Vertretung der Gesellschaft obliegt der persönlich

haftenden Gesellschafterin. Sie ist alleinvertretungsberechtigt

und von den Beschränkungen

des § 181 BGB befreit.

2. Die persönlich haftende Gesellschafterin ist berechtigt,

Verwaltungs- und Geschäftsbesorgungsaufgaben

der Gesellschaft im Namen und auf Rechnung

für die Dauer der Gesellschaft auf Dritte

zu übertragen und entsprechende Vollmachten

zu erteilen; eine Differenzierung in verschiedene

Bereiche ist zulässig.

3. Die persönlich haftende Gesellschafterin hat die

Geschäfte der Gesellschaft in Übereinstimmung

mit den gesetzlichen Vorschriften und den Regelungen

dieses Gesellschaftsvertrages zu führen. Die

Geschäftsführungsbefugnis der persönlich haftenden

Gesellschafterin erstreckt sich insbesondere

auf die Vornahme aller zum laufenden Geschäftsbetrieb

der Gesellschaft gehörenden Geschäfte und

Rechtshandlungen, auf die Überwachung der Einhaltung

der von der Gesellschaft abgeschlossenen

oder abzuschließenden Verträge, auf die Änderung

oder die Aufhebung der Verträge. Die persönlich

haftende Gesellschafterin bedarf zur Durchführung

aller Maßnahmen und Rechtshandlungen, die über

den gewöhnlichen Geschäftsbetrieb hinausgehen,

der Zustimmung der Gesellschafterversammlung.

Für die folgenden Geschäfte/Tätigkeiten bedarf

97


98

die Geschäftsführung stets der Zustimmung der

Gesellschafterversammlung:

a] Beteiligung an anderen Unternehmen durch

die Gesellschaft;

b] Festlegung und Änderung des Unternehmensziels

und der Grundlagen der

Geschäftspolitik;

c] Errichtung und Schließung von

Zweigniederlassungen;

d] Gewährung und Aufnahme von Krediten;

e] Eingehung von Bürgschaften, Garantien

oder dergleichen;

f] Begebung von Wechseln.

§ 5 Gesellschafterbeschlüsse,

Gesellschafterversammlungen

1. Gesellschafterbeschlüsse werden, soweit nicht

das Gesetz oder dieser Gesellschaftsvertrag etwas

anderes bestimmen, mit einfacher Mehrheit der

abgegebenen und vertretenen stimmberechtigten

Stimmen gefasst. Enthaltungen gelten als nicht

abgegebene Stimmen. Treugeber sind berechtigt,

das Stimmrecht des Treuhandkommanditisten

entsprechend dem auf sie entfallenen Anteil

selbst im schriftlichen Beschlussverfahren oder in

der Gesellschafterversammlung auszuüben. Bei

Stimmengleichheit gilt ein Antrag als abgelehnt.

2. Jeder Kommanditist hat für je 1.000 Euro eingezahltes

Pflichtkapital eine Stimme. Bei der Stimmabgabe

ist eine Vertretung durch Dritte entsprechend

§ 5 Ziffer 11 möglich. Soweit Treugeber

nicht selbst abstimmen oder durch einen Dritten

abstimmen lassen, nimmt der Treuhandkommanditist

nach Maßgabe des Treuhandvertrages

deren Stimmrecht entsprechend deren Weisungen

gespalten wahr, oder soweit Weisungen nicht

erteilt werden, nach dem mutmaßlichen Interesse

der Kommanditisten/Treugeber.

3. Gesellschafterbeschlüsse werden grundsätzlich im

schriftlichen Beschlussverfahren herbeigeführt.

Gesellschafterversammlungen als Präsenzversammlungen

werden nur in Ausnahmefällen einberufen.

Wird eine Gesellschafterversammlung

einberufen, so führt der Geschäftsführer der persönlich

haftenden Gesellschafterin oder eine von

ihm benannte Person den Vorsitz.

4. Schriftliche Beschlussverfahren und Gesellschafterversammlungen

werden von der persönlich haftenden

Gesellschafterin durchgeführt beziehungsweise

einberufen, und zwar mindestens einmal

jährlich zur Feststellung des Jahresabschlusses.

Weiter finden schriftliche Beschlussverfahren

und Gesellschafterversammlungen in den von

dem Gesetz bestimmten Fällen und dann statt,

wenn das Interesse der Gesellschaft dies erfordert

beziehungsweise, wenn Kommanditisten/Treugeber,

die mehr als 10,0 % des stimmberechtigten

Kommanditkapitals repräsentieren, ein schriftliches

Beschlussverfahren oder die Einberufung

einer Gesellschafterversammlung unter schriftlicher

Angabe der Gründe verlangen.

Die Gesellschafter beschließen nach Maßgabe

dieses Vertrages über alle Angelegenheiten der

Gesellschaft. Die beschließen insbesondere über:

a] die Feststellung des Jahresabschlusses;

b] die Entlastung der persönlich haftenden

Gesellschafterin und der geschäftsführenden

Kommanditisten;

c] die Bestellung eines Abschlussprüfers;

d] die Zustimmung zu Maßnahmen, die

nach § 4 Ziffer 3 über den gewöhnlichen

Geschäftsbetrieb der Gesellschaft

hinausgehen;

e] Änderungen des Gesellschaftsvertrages;

f] Vornahme von außerordentlichen Ausschüttungen

an die Kommanditisten;

g] Ausschluss von Kommanditisten nach § 15

Ziff. 1 c);

h] Auflösung der Gesellschaft gemäß § 17 Ziff.

1 d) ;

i] Veräußerung von Teil- oder Restportfolios.

5. Die Frist zur Abgabe der Stimmen bei schriftlichen

Beschlussverfahren beträgt vier Wochen ab Datum

der Mitteilung über das schriftliche Beschlussverfahren.

Maßgeblich ist der Eingang bei der Gesellschaft

oder bei dem Treuhandkommanditisten.

Gesellschafterversammlungen werden von der

persönlich haftenden Gesellschafterin mit einer

Frist von vier Wochen einberufen.

Die Mitteilung über das schriftliche Beschlussverfahren

beziehungsweise die Einberufung der

Gesellschafterversammlung hat schriftlich an

die der Gesellschaft zuletzt mitgeteilte Anschrift

zu erfolgen und muss die Gegenstände, über die

Beschluss gefasst wird, enthalten. Ist die Feststellung

des Jahresabschlusses Gegenstand der

Beschlussfassung, ist der Geschäftsbericht der

Mitteilung beziehungsweise Einladung beizufügen.

Im Falle einer Gesellschafterversammlung ist

auch die Tagesordnung beizufügen. Die Fristen

beginnen jeweils mit dem Postaufgabedatum der

Mitteilung bzw. Einladung.


6. Im schriftlichen Beschlussverfahren ist stets

Beschlussfähigkeit gegeben. Es entscheidet die

einfache Mehrheit der abgegebenen stimmberechtigten

Stimmen beziehungsweise bei Beschlussfassungen

zu Ziffer 7 eine Mehrheit von 75,0 %

der abgegebenen stimmberechtigten Stimmen.

Eine Gesellschafterversammlung ist beschlussfähig,

wenn alle Gesellschafter ordnungsgemäß

geladen sind und die Mehrheit der stimmberechtigten

Stimmen anwesend oder vertreten sind.

Ist danach eine Beschlussfähigkeit nicht erreicht

worden, so ist die Gesellschafterversammlung

innerhalb von vier Wochen mit einer Frist von

14 Tagen erneut mit gleicher Tagesordnung einzuberufen.

Die Gesellschafterversammlung ist

dann in jedem Fall beschlussfähig. Die persönlich

haftende Gesellschafterin kann auch schriftlich

abstimmen lassen.

7. Einer Mehrheit von 75 % der abgegebenen Stimmen

bedürfen, soweit dieser Gesellschaftsvertrag keine

höhere Mehrheit verlangt, Beschlüsse über:

a] Änderungen des Gesellschaftsvertrages,

b] die Auflösung der Gesellschaft,

c] die Aufgabe des Geschäftsbetriebes im

Ganzen, sofern nicht gemäß § 17 dieses Vertrages

bereits geregelt oder

d] den Ausschluss der persönlich haftenden

Gesellschafterin aus wichtigem Grund und

die Bestellung einer neuen persönlich haftenden

Gesellschafterin.

Die Aufnahme zusätzlicher persönlich haftender

Gesellschafter ist nur mit Zustimmung der vorhandenen

persönlich haftenden Gesellschafterin

zulässig.

8. Über die Gesellschafterversammlung ist ein Protokoll

zu führen, das vom Versammlungsleiter zu

unterzeichnen ist und den Gesellschaftern zuzusenden

ist. Entsprechend hat die persönlich haftende

Gesellschafterin oder die mit der Geschäftsbesorgung

insoweit Beauftragte über Inhalt und

Ergebnis von schriftlichen Abstimmungen ein

Schlussprotokoll zu fertigen, zu unterzeichnen

und den Gesellschaftern zuzusenden.

9. Einsprüche gegen das Protokoll der Gesellschafterversammlung

sind binnen drei Wochen nach der

Absendung schriftlich mit Begründung gegenüber

der persönlich haftenden Gesellschafterin geltend

zu machen. Über die Einsprüche entscheidet die

nächste Gesellschafterversammlung.

10. Die Anfechtung eines Gesellschafterbeschlusses

kann nur innerhalb einer Ausschlussfrist von 1

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16 Anhang

Monat nach Kenntniserlangung durch eine gegen

die Gesellschaft zu richtende Klage geltend gemacht

werden. Nach Ablauf der Frist gilt ein etwaiger

Mangel als geheilt.

11. Jeder Kommanditist kann sich in der Gesellschafterversammlung

aufgrund schriftlicher Vollmacht

durch einen anderen Gesellschafter, einen volljährigen

Angehörigen oder einen Angehörigen

der rechts-, wirtschafts- und steuerberatenden

Berufe vertreten lassen. Die persönlich haftende

Gesellschafterin kann andere ordnungsgemäß

bevollmächtige Personen als Vertreter zulassen.

Die Vollmacht ist schriftlich zu erteilen.

12. Die persönlich haftende Gesellschafterin ist berechtigt,

im Interesse der Gesellschaft auch andere

Personen an Gesellschafterversammlungen teilnehmen

zu lassen, deren Teilnahme sie für erforderlich

hält.

§ 6 Rechte der Treugeber

1. Die mittelbare Beteiligung der Treugeber über den

Treuhandkommanditisten an der Gesellschaft ist

in einem Treuhandvertrag geregelt. Mit Annahme

der Beitrittserklärung durch den Treuhandkommanditisten

und der Einzahlung des Beteiligungsbetrages

wird der mittelbare Beitritt zur Gesellschaft

gemäß Treuhandvertrag wirksam. Der

Treuhandkommanditist wird die Beteiligung im

eigenen Namen, jedoch treuhänderisch für Rechnung

des Treugebers übernehmen und halten.

2. Der Treuhänder nimmt grundsätzlich für den

Treugeber alle Rechten und Pflichten, die mit der

treuhänderisch gehaltenen Kommanditbeteiligung

verbunden sind, in eigenem Namen wahr. Beabsichtigt

der Treugeber, einzelne Rechte, wie etwa das

Stimmrecht in Gesellschafterversammlungen oder

bei Gesellschafterbeschlüssen, selbst auszuüben,

so muss er dies dem Treuhänder vorher schriftlich

mitteilen. Nach dieser Mitteilung werden die

Treugeber im Verhältnis zur Gesellschaft und den

Gesellschaftern insoweit wie ein Direktkommanditist

behandelt. Sie haben insbesondere die Kontrollrechte

nach § 166 HGB, dürfen an Gesellschafterversammlungen

der Gesellschaft direkt

teilnehmen, sind berechtigt, das Stimmrecht des

Treuhandkommanditisten insoweit auszuüben

und Beschlüsse anzufechten. Die Regeln dieses

Gesellschaftsvertrages gelten entsprechend auch

für die Treugeber.

3. Die Kommanditeinlage (Pflichteinlage) des Treuhandkommanditisten

bestimmt sich nach der Höhe

99


100

der Einlagen der wirksam beigetretenen Treugeber

und nach der aus eigenem Recht gehaltenen

Einlage. Für die Zahlung der Einlagen der Treugeber

gelten die Regelungen des § 3 dieses Gesellschaftsvertrages

entsprechend.

§ 7 Jahresabschluss, Sonderbetriebsausgaben

1. Die persönlich haftende Gesellschafterin hat die

Bilanz sowie die Gewinn- und Verlustrechnung

(Jahresabschluss) innerhalb von sechs Monaten

nach Abschluss des Geschäftsjahres nach den

gesetzlichen Vorschriften aufzustellen. Der Jahresabschluss

kann durch einen von der Gesellschafterversammlung

bestellten Wirtschaftsprüfer oder

durch eine von ihr bestellte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

geprüft werden.

2. Sonderbetriebsausgaben, die den Gesellschaftern

im Zusammenhang mit ihrer Beteiligung entstehen,

sind der Gesellschaft bis zum 31. März des

Folgejahres nachzuweisen. Später nachgewiesene

Sonderbetriebsausgaben können nur bis zum Jahresende

berücksichtigt werden, wenn dies verfahrensrechtlich

noch möglich ist und gegen Erstattung

der entstehenden Aufwendungen.

3. Nimmt die Finanzbehörde an der Bilanz, der Gewinn-

und Verlustrechnung oder der Ergebnisverteilung

rechtskräftige Änderungen vor, so wirken diese

auch im Verhältnis der Gesellschafter zueinander.

§ 8 Gesellschafterkonten

1. Auf dem festen Einlagenkonto (Kapitalkonto

I) wird die gezeichnete Einlage (ohne Agio)

geführt. Die Höhe des Betrages auf dem Kapitalkonto

I ist maßgebend für das Stimmrecht, die

Ergebnisverteilung, die Beteiligung am Gesellschaftsvermögen

sowie den Anspruch auf das

Auseinandersetzungsguthaben.

2. Auf dem Rücklagenkonto (Kapitalkonto II) wird

das Agio geführt. Eine Rückzahlung auf das eingezahlte

Agio findet nicht statt. Das Agio ist durch

die Zahlung von Eigenkapitalbeschaffungskosten

verbraucht.

3. Auf dem Gewinn- und Verlustkonto (Kapitalkonto

III) werden die Anteile an den Gewinnen

und Verlusten der Gesellschaft erfasst.

4. Auf dem Kapitalrückführungs- und Entnahmekonto

(Kapitalkonto I V) werden sämtliche Beträge erfasst,

die an die Gesellschafter ausgeschüttet oder von

diesem entnommen worden sind sowie die jeweils

zum Geschäftsjahresende als entnommen geltende

Kapitalertragsteuer zzgl. Solidaritätszuschlag.

5. Für die Kommanditisten und Treugeber besteht

nach Erbringung der Einlage keine Nachschusspflicht.

Soweit eine Entnahme über die im Handelsregister

eingetragene Hafteinlage getätigt

wurde, lebt indessen die Außenhaftung wieder auf.

§ 9 Vergütungen

1. Für die Übernahme des Haftungsrisikos erhält

die persönlich haftende Gesellschafterin eine Vergütung

in Höhe von jährlich 5.000,00 Euro (in

Worten: fünftausend Euro) zzgl. Der gesetzlichen

Umsatzsteuer. Diese Vergütung soll dem Index

angepasst werden. Sollte sich der Verbraucherindex,

festgestellt vom Statistischen Bundesamt,

gegenüber dem Stand bei Gründung der Gesellschaft

bzw. gegenüber dem Stand der letzten

Anpassung um mehr als 10 % ändern, kann die

Komplementärin eine entsprechende Anpassung

der Vergütung verlangen. Die Vergütung ist unabhängig

vom Ergebnis der Gesellschaft zum Ende des

Geschäftsjahres erstmals 2012 zur Zahlung fällig.

2. Der Treuhandkommanditist erhält für seine Tätigkeit

während der Emissionsphase der Fondsgesellschaft

(bis einschließlich 30.06.2013) eine Vergütung

in Höhe von 0,27 % p. a. und während der

Betriebsphase eine Vergütung in Höhe von 0,22 %

p. a., jeweils vom gezeichneten Kommanditkapital

zuzüglich Auslagen (Porto- und Druckkosten

etc.) und gesetzlicher Umsatzsteuer.

Die Vergütung entsteht und wird fällig mit

Rechnungslegung zum 31.12. eines jeden Jahres.

Die Gesellschaft ist berechtigt, vierteljährliche

Abschlagszahlungen jeweils zum 30.03., 30.06.

und 30.09. des laufenden Jahres zeitanteilig

vorzunehmen.

§ 10 Beteiligung am Gewinn oder Verlust

1. Der im Jahresabschluss ausgewiesene Gewinn oder

Verlust eines Geschäftsjahres ist den Kommanditisten

entsprechend dem Verhältnis der gezeichneten

Kommanditanteile ohne Agio (Kapitalkonto I)

zueinander voll zuzuweisen.

2. Während der Emissionsphase, längstens bis zum

31.12.2013, erfolgt unter den Gesellschaftern ein

Gewinn- bzw. Verlustausgleich in der Weise, dass

– soweit möglich– alle beigetretenen Gesellschafter

im Verhältnis ihrer gezeichneten und eingezahlten

Kommanditeinlagen zum 31.12. eines jeden Jahres

gleichmäßig am Ergebnis beteiligt sind. Dadurch

soll erreicht werden, dass alle beigetretenen Kommanditisten

unabhängig vom Zeitpunkt ihres Bei-


tritts im jeweiligen Geschäftsjahr – soweit möglich

– in gleichem Maße in Relation ihrer gezeichneten

Kommanditeinlagen zueinander am Gewinn und

am Verlust der Gesellschaft beteiligt sind.

3. Einem Kommanditisten werden Verlustanteile auf

seinem Kapitalkonto IV auch dann zugerechnet,

wenn diese die geleistete Einlage übersteigen. Zum

Ausgleich des Verlustvortragskontos (Kapitalkonto

I V) sind die Kommanditisten weder gegenüber

der Gesellschaft noch untereinander verpflichtet.

§ 11 Verwendung von Liquiditätsüberschüssen,

Ausschüttungen

1. Die Gesellschaft schüttet für den Fall, dass die

Liquiditätslage der Gesellschaft es zulässt, den

Liquiditätsüberschuss unter Zurückbehaltung

einer angemessenen Liquiditätsreserve im Verhältnis

ihrer festen Kapitalkonten an die Kommanditisten

aus.

2. Den bis 30.09.2012 beigetretenen Kommanditisten

steht vorbehaltlich der Regelung in Ziffer 1

ein Frühzeichnerbonus i. H. v. 5 % auf den anteilig

von ihnen gehaltenen Kommanditanteil (ohne

Agio) zu. Voraussetzung ist, dass gemäß § 3 Ziff.

9 der Beteiligungsbetrag und das Agio spätestens

bis zum 31.10.2012 auf das in der Beitrittserklärung

genannte Konto eingezahlt wird. Den bis

zum 31.10.2012 beigetretenen Kommanditisten

steht ein Frühzeichnerbonus i. H. v. 3 % auf den

anteilig von ihnen gehaltenen Kommanditanteil

(ohne Agio) zu, wenn der Beteiligungsbetrag und

das Agio spätestens bis zum 30.11.2012 auf das in

der Beitrittserklärung genannte Konto eingezahlt

wird. Der Frühzeichnerbonus wird vorab bis zum

15.06.2013 ausgezahlt.

Ein aus der Liquidation bzw. dem Verkauf von

Teil- bzw. Rest-Forderungsportfolios erzielter

Liquiditätsüberschuss wird im Verhältnis der festen

Kapitaleinlage an die Kommanditisten verteilt.

Für den Fall, dass die prognostizierten Umsatzerlöse

übertroffen werden, werden die von der

Fondsgesellschaft erwirtschafteten Mehrerlöse

[Umsatzerlöse abzgl. fondsabhängige Kosten –

vgl. Kap. 11 des Verkaufsprospektes abzgl. Ausschüttungen

vor persönlichen Steuern an die

Anleger gemäß Beispielsrechnung „Kapitalflussrechnung

für den Anleger (Prognoserechnung)“

in Kap. 2 des Verkaufsprospektes] in Höhe von

50 % an die Anleger ausgeschüttet und in Höhe

von jeweils 25 % an den Master-Servicer und die

Komplementärin ausgezahlt.

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16 Anhang

3. Für Zwecke der Ausschüttungen gelten die Regelungen

des § 10 Ziff. 2 des Vertrages in entsprechender

Weise.

4. Weitere Entnahmen außerhalb der in Ziffer 2

genannten Auszahlungen sind nur zulässig, wenn

die Gesellschafter einen entsprechenden Beschluss

mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen

fassen, die persönlich haftende Gesellschafterin

zustimmt und die Liquiditätslage der Gesellschaft

dies zulässt.

5. Soweit Ausschüttungen nach den handelsrechtlichen

Vorschriften als Rückzahlung der Einlage

an die Kommanditisten anzusehen sind, entsteht

eine persönliche Haftung der im Handelsregister

eingetragenen Kommanditisten für die Verbindlichkeiten

der Gesellschaft.

6. Der bei der Liquidation der Gesellschaft erzielte

Liquidationserlös wird – nach Begleichung der

Gesellschaftsverbindlichkeiten – an die Gesellschafter

im Verhältnis ihrer festen Kapitalkonten

(Kapitalkonto I) verteilt.

§ 12 Kontrollrechte, Geschäftsbericht

1. Die den Kommanditisten nach den §§ 164, 166

HGB zustehenden Widerspruchs- und Kontrollrechte

werden durch die Kommanditisten ausgeübt.

Sie können sich bei der Ausübung ihrer zuvor

genannten Rechte eines kraft Gesetzes zur Verschwiegenheit

verpflichteten Angehörigen eines

wirtschaftsprüfenden, rechts- oder steuerberatenden

Berufes bedienen. Hierdurch entstehende

Kosten haben sie selbst zu tragen.

2. Die persönlich haftende Gesellschafterin informiert

die Kommanditisten durch Vorlage eines Geschäftsberichts

jährlich über wesentliche geschäftliche

Vorgänge und über die wirtschaftliche Situation

der Gesellschaft.

3. Die persönliche haftende Gesellschafterin ist verpflichtet,

den Kommanditisten einmal jährlich

über alle außerordentlichen Geschäftsvorfälle

zu berichten.

§ 13 Übertragung von Beteiligungsrechten

1. Jeder im Handelsregister eingetragene Kommanditist

kann seine Kommanditbeteiligung nur zum

Ablauf eines Geschäftsjahres mit Wirkung zum

01.01. des Folgejahres übertragen, belasten oder

in sonstiger Weise über sie verfügen. Die Übertragung,

teilweise Übertragung oder sonstige Verfügung

über die Kommanditanteile bedarf zu ihrer

Wirksamkeit der Zustimmung der persönlich

101


102

haftenden Gesellschafterin. Die Zustimmung

darf nur aus wichtigem Grund versagt werden.

Eine teilweise Übertragung ist ausgeschlossen,

soweit durch eine teilweise Übertragung Gesellschaftsanteile

entstehen sollten, die 10.000,00

Euro unterschreiten und die nicht durch 1.000

ohne Rest teilbar sind. Eine Verfügung, die zur

Trennung der Gesellschaftsbeteiligung von den

Nutzungsrechten der Gesellschaftsanteil führt,

vor allem die Bestellung eines Nießbrauchs, ist

nicht zulässig.

In den Fällen der Übertragung der Beteiligung

ist unverzüglich durch den Übernehmer eine Handelsregistervollmacht

entsprechend § 3 Ziffer 13

beizubringen. Bis zur Eintragung in das Handelsregister

wird der Übernehmer – soweit erforderlich

– wie ein atypisch stiller Gesellschafter behandelt.

2. Der Rechtsnachfolger eines Kommanditisten tritt

in sämtliche Rechte und Pflichten des ausscheidenden

Kommanditisten aus dem Gesellschaftsvertrag

ein. Die Kapitalkonten werden unverändert

und einheitlich fortgeführt.

3. Die Kosten des Vollzugs der Übertragung bei Notar

und Gericht sowie die Kosten des Verwaltungsaufwands,

die der Gesellschaft von dem Verwalter in

Rechnung gestellt werden, trägt im Verhältnis zur

Gesellschaft der ausscheidende Kommanditist.

4. Der eintretende Kommanditist stellt die Gesellschaft

und die Gesellschafter von allen Nachteilen

aufgrund des Gesellschafterwechsels, insbesondere

solchen aus gegebenenfalls anfallenden

Steuerzahlungen frei.

5. Die Übertragung einer Kommanditbeteiligung an

Dritte, um diesen die Übertragung eines Gewinns

nach § 6b EStG zu ermöglichen, ist vertraglich

ausgeschlossen.

§ 14 Tod eines Kommanditisten

1. Verstirbt ein Kommanditist, so geht seine Kommanditbeteiligung

auf seine Erben über. Der

Gesellschaftsvertrag wird mit diesen fortgesetzt.

Die Erben haben sich gegenüber der persönlich

haftenden Gesellschafterin durch Vorlage eines

Erbscheines oder notariell beglaubigten Testamentes

zu legitimieren. Die Kosten des Vollzugs

der Rechtsänderung bei Notar und Gericht sowie

die Kosten des Verwaltungsaufwandes, die der

Gesellschaft von dem Verwalter in Rechnung

gestellt werden, tragen im Verhältnis zur Gesellschaft

die Rechtsnachfolger des verstorbenen

Kommanditisten.

2. Geht die Kommanditbeteiligung gem. Ziff. 1 auf

mehrere Personen über, sind diese verpflichtet,

eine Auseinandersetzung herbeizuführen, bei

der Gesamtbeteiligungsbeträge von mindestens

5.000,00 Euro entstehen und bei der die Gesamtbeteiligungbeträge

mindestens durch 1.000 teilbar

sind. Die Ausübung der Rechte aus der Kommanditbeteiligung

eines verstorbenen Kommanditisten

durch einen Testamentsvollstrecker ist zulässig.

§ 15 Ausscheiden von Kommanditisten

1. Ein Kommanditist scheidet aus der Gesellschaft

aus, wenn

a] in die Kommanditbeteiligung oder in einzelne

Ansprüche aus dem Gesellschaftsverhältnis

aufgrund eines nicht nur vorläufig

vollstreckbaren Titels die Zwangsvollstreckung

betrieben wird und die Zwangsvollstreckungsmaßnahme

nicht innerhalb von 3

Monaten aufgehoben wird;

b] über das Vermögen des Kommanditisten das

Insolvenz- oder das gerichtliche Vergleichsverfahren

eröffnet oder die Eröffnung des

Insolvenzverfahrens mangels Masse abgelehnt

wird;

c] der Kommanditist gemäß den nachfolgenden

Ziffern 2. und 3. aus der Gesellschaft

ausgeschlossen wird.

In den Fällen des § 15 Lit. a) und b) entscheidet

die Komplementärin über den Ausschluss.

2. Ein Kommanditist kann durch Beschluss der

Gesellschafterversammlung aus der Gesellschaft

ausgeschlossen werden, wenn er in grober Weise

trotz schriftlicher Abmahnung seine sonstigen

Verpflichtungen aus dem Gesellschaftsverhältnis

verletzt und den Gesellschaftern die Fortsetzung

des Gesellschaftsverhältnisses mit diesem

Kommanditisten unzumutbar geworden ist. Bei

der Beschlussfassung über den Ausschluss hat der

betroffene Kommanditist kein Stimmrecht. Er ist

jedoch anzuhören, wenn er an der Gesellschafterversammlung,

in der über seinen Ausschluss

Beschluss gefasst werden soll, teilnimmt. Der Ausschluss

erfolgt durch Mitteilung des Beschlusses

an den ausgeschlossenen Gesellschafter durch die

persönlich haftende Gesellschafterin.

3. Scheidet ein Kommanditist aus der Gesellschaft

aus, so wird die Gesellschaft von den verbleibenden

Gesellschaftern fortgesetzt. Der ausscheidende

Kommanditist ist gemäß den Bestimmungen des

§ 16 dieses Vertrages abzufinden.


§ 16 Abfindung des ausscheidenden Kommanditisten

1. Scheidet ein Kommanditist gemäß § 15 Ziffer 1 a)

oder b) oder gemäß § 15 Ziffer 2 aus der Gesellschaft

aus, so erhält er eine Abfindung, die sich

aus den Salden seiner Gesellschafterkonten (§ 8)

richtet. Maßgebend ist der Jahresabschluss, der

dem Zeitpunkt seines Ausscheidens am nächsten

liegt. Sollte der Saldo aus den Gesellschafterkonten

negativ sein, ist dieser nicht auszugleichen. Spätere

Bilanzberichtigungen aufgrund steuerlicher Außenprüfungen

haben auf die Abfindung keinen Einfluss.

2. Scheidet ein Kommanditist während eines

Geschäftsjahres aus, so nimmt er am Ergebnis

dieses Geschäftsjahres zeitanteilig teil. Am Ergebnis

der bei seinem Ausscheiden noch schwebenden

Geschäfte nimmt er nicht teil.

3. Sofern sich die Beteiligten nicht innerhalb von sechs

Monaten nach dem Ausscheiden des Kommanditisten

über die Abfindung einigen, ist diese nach

Maßgabe der vorstehenden Ansätze für sämtliche

Beteiligungen verbindlich durch einen Wirtschaftsprüfer

oder eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

zu ermitteln, der bzw. die von der Industrie- und

Handelskammer zu Leipzig auf Antrag eines Beteiligten

zu bestimmen ist, sofern sich die Beteiligten

über dessen/deren Person nicht verständigen.

Die Kosten der Ermittlung der Abfindung durch

den Wirtschaftsprüfer/die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

sind von der Gesellschaft und dem

ausgeschiedenen Kommanditisten jeweils zur

Hälfte zu tragen.

4. Die Abfindung gemäß Ziffer 1 in zwei gleichen

Halbjahresraten zu zahlen, deren erste ein Jahr

nach Ausscheiden fällig wird. Eine Sicherstellung

der Abfindung sowie die Befreiung von der etwaigen

Inanspruchnahme durch Gesellschaftsgläubiger

kann nicht verlangt werden. Die Gesellschaft

ist berechtigt, das Abfindungsguthaben vorher

auszuzahlen.

§ 17 Auflösung der Gesellschaft

1. Die Gesellschaft wird aufgelöst:

a] unter den gesetzlichen Voraussetzungen,

soweit nicht in den vorstehenden Bestimmungen

eine anderweitige Regelung getroffen

wurde;

b] durch Zeitablauf gemäß § 2 Ziff. 1 des

Vertrages;

c] wenn die Gesellschafter die Auflösung

beschließen.

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16 Anhang

Zur Vornahme erforderlicher Handlungen und

Erklärungen ist die persönlich haftende Gesellschafterin

berechtigt.

2. Bei Auflösung der Gesellschaft erfolgt die Liquidation

durch die persönlich haftende Gesellschafterin.

Der Umfang ihrer Geschäftsführungs- und

Vertretungsmacht wird durch die Eröffnung der

Liquidation nicht verändert.

§ 18 Schlussbestimmungen

1. Jeder Kommanditist nimmt zustimmend davon

Kenntnis, dass zur Verwaltung seiner Beteiligung

und der damit verbundenen Geschäfte sowie

seiner Betreuung die auf der Beitrittserklärung zu

seiner Person und zu seiner Beteiligung enthaltenen

Angaben entsprechend den Regelungen des

Bundesdatenschutzgesetztes (BDSG) unter Einsatz

von EDV-Anlagen durch den Treuhandkommanditisten,

die persönlich haftende Gesellschafterin

oder die mit der Geschäftsbesorgung insoweit

Beauftragte erhoben, verarbeitet und/oder genutzt

werden. Die Datenverarbeitung umfasst auch alle

Übermittlungen dieser Daten an die persönlich

haftende Gesellschafterin, die mit der Geschäftsbesorgung

insoweit Beauftragte oder den Treuhandkommanditisten

und den vom Kommanditisten

gegebenenfalls benannten Steuerberater.

2. Soweit in diesem Gesellschaftsvertrag bestimmt

ist, dass Korrespondenz zwischen der Gesellschaft

und den Kommanditisten auf schriftlichem Wege

zu erfolgen hat, kann diese Korrespondenz auch

auf elektronischem Wege erfolgen. Voraussetzung

hierfür ist jedoch, dass hierüber zwischen

der Gesellschaft und dem jeweiligen Kommanditisten/Treugeber

eine gesonderte schriftliche

Einigung getroffen wird.

3. Ergänzungen und Änderungen dieses Vertrages

bedürfen zu ihrer Wirksamkeit eines

Gesellschafterbeschlusses.

4. Sollten einzelne Bestimmungen dieser Vereinbarung

ganz oder teilweise unwirksam sein oder

werden oder sollte sich darin eine Lücke befinden,

so soll hierdurch die Gültigkeit der übrigen Bestimmungen

nicht berührt werden. Soweit eine bei

Abschluss dieser Vereinbarung zulässige Bestimmung

nachfolgend unwirksam wird, gilt anstelle

der unwirksam gewordenen Bestimmung ab dem

Zeitpunkt ihrer Unwirksamkeit diejenige wirksame

Bestimmung als vereinbart, welche dem Sinn und

Zweck der unwirksam gewordenen Bestimmung

möglichst weitgehend entspricht. Im Falle einer

103


104

Lücke gilt diejenige Bestimmung als vereinbart,

die dem entspricht, was nach Sinn und Zweck

dieser Vereinbarung vereinbart worden wäre, hätte

man die Angelegenheit von vornherein bedacht.

Dies gilt auch dann, wenn die nachträglich eintretende

Unwirksamkeit einer Bestimmung auf

einem in dieser Vereinbarung normierten Maß

der Leistung, des Raumes oder der Zeit beruht;

es tritt in solchen Fällen ein dem Gewollten möglichst

nahekommendes rechtlich zulässiges Maß

der Leistung, des Raumes und der Zeit anstelle

des Vereinbarten.

5. Die Kosten dieses Vertrages und seiner Durchführung

trägt die Gesellschaft.

6. Als Gerichtsstand für Streitigkeiten aus diesem

Vertrag wird Leipzig vereinbart.

Leipzig, den 25.05.2012

Unterschrift

Gründungskommanditist Wolfgang Lein

Leipzig, den 25.05.2012

persönlich haftende Gesellschafterin

publity Investor GmbH,

vertr. d. d. GF Christoph Blacha

Ort, Datum

Treuhandkommanditist

Rödl & Richter Fondstreuhand GmbH,

vertr. d. d. GF Ute Eller

16.2 Treuhand- und

Verwaltungsvertrag über die

Beteiligung an der publity

Performance Fonds Nr. 4

GmbH & Co. KG

– nachstehend „KG“ genannt –

zwischen der

Rödl & Richter Fondstreuhand GmbH

– nachstehend „Treuhänderin“ genannt –

und den

beitretenden Gesellschaftern

– nachstehend „Treugeber“ genannt –

wird folgender Treuhandvertrag geschlossen:

§ 1 Abschluss des Treuhandvertrages

1. Der Treugeber beabsichtigt, sich an der KG zu

beteiligen und seinen Gesellschaftsanteil über

die Treuhänderin als Treuhandkommanditistin

treuhänderisch halten zu lassen. Diese mittelbare

Kommanditbeteiligung entspricht dem im

Zeichnungsschein genannten Beteiligungsbetrag.

2. Dieser Treuhandvertrag kommt durch Annahme des

in der Beitrittserklärung enthaltenen Vertragsangebotes

des jeweiligen Treugebers durch die Treuhänderin

zustande. Für die Annahme genügt die Gegenzeichnung

der Beitrittserklärung durch die Treuhänderin.

Die Annahme des Beitrittsangebots liegt im freien

Ermessen der Treuhänderin. Der Treugeber verzichtet

auf den Zugang der Annahmeerklärung. Der

Treugeber wird jedoch mit gesondertem Schreiben

über die Annahme des Beitrittsangebots informiert.

3. Der Gesellschaftsvertrag der KG (abgedruckt im Verkaufsprospekt

der KG) ist den Parteien bekannt und

Grundlage dieses Treuhandvertrages. Die Bestimmungen

des Gesellschaftsvertrages, welche die

Rechtsbeziehungen zwischen der Treuhänderin als

Treuhandkommanditistin und den Treugebern betreffen,

sind als Anlage Bestandteil dieses Vertrages.

4. Soweit in diesem Vertrag keine abweichenden

Regelungen bestimmt sind, gelten für den Treugeber

die für Kommanditisten geltenden Bestimmungen

des Gesellschaftsvertrages entsprechend.

Im Fall abweichender oder sich widersprechender

Regelungen gelten die Bestimmungen des Gesellschaftsvertrages

vorrangig.


5. Die Treuhänderin wird die KG unverzüglich über

die erfolgte Annahme des Angebotes auf Abschluss

des Treuhandvertrages unterrichten.

§ 2 Einzahlung des Beteiligungsbetrages

1. Die Höhe des Kapitalanteils des Treugebers

bestimmt sich nach dem in der Beitrittserklärung

durch den Treugeber genannten Beteiligungsbetrag.

Der Beteiligungsbetrag beträgt mindestens

10.000,00 Euro und muss durch 1.000 ohne Rest

teilbar sein.

2. Die Einzahlung des Beteiligungsbetrages erfolgt

nach Maßgabe des § 3 Gesellschaftsvertrag. Die

Zahlung erfolgt auf das in der Beitrittserklärung

genannte Konto der KG.

3. Die Treuhänderin wird beauftragt, nach Maßgabe

der in der Beitrittserklärung beschriebenen Bedingungen

der Gesellschaft im Auftrag und für Rechnung

des Treugebers beizutreten und entsprechend

ihren Kapitalanteil zu erhöhen und zwar

im Umfang des jeweiligen Beteiligungsbetrages

zuzüglich Agio.

4. Zahlt der Treugeber den Beteiligungsbetrag nicht

fristgerecht, nicht vollständig oder nicht ein, ist

die Treuhandkommanditistin berechtigt, vom

Beitrittsvertrag und von der Vereinbarung über

die Erhöhung der Kommanditeinlage ganz oder

teilweise zurückzutreten.

§ 3 Gegenstand der Treuhandschaft

1. Im Auftrag des Treugebers erwirbt die Treuhänderin

im eigenen Namen, aber für Rechnung des

Treugebers einen Kapitalanteil an der publity Performance

Fonds Nr. 4 GmbH & Co. KG und hält

diesen treuhänderisch für den Treugeber.

2. Die Treuhänderin ist berechtigt, für weitere Treugeber

Kapitalanteile an der KG treuhänderisch zu

erwerben und zu halten.

3. Der Treuhänderin wird auf Rechnung des Treugebers

folgende Rechtsgeschäfte und Rechtshandlungen

vornehmen, zu deren Durchführung sie der

Treugeber bevollmächtigt und beauftragt:

a] Durchführung aller zum Erwerb und zur

Abwicklung der Gesellschaftsbeteiligung

erforderlichen Maßnahmen;

b] wirtschaftlicher Beitritt zur Gesellschaft;

c] Vornahme der erforderlichen

Handelsregisteranmeldungen;

d] Ausübung der durch den Beitritt zur Gesellschaft

begründeten Rechte im Interesse des

Treugebers.

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16 Anhang

§ 4 Zurechnung der Beteiligung, Wahrnehmung

der Gesellschafterrechte

1. Die Treuhänderin hält die Gesellschaftsbeteiligungen

für alle Treugeber im Außenverhältnis

als einheitlichen Gesellschaftsanteil. Die Treuhänderin

tritt nach außen im eigenen Namen auf.

2. Im Innenverhältnis, d.h. gegenüber der Treuhänderin,

den übrigen Gesellschaftern und den übrigen

Treugebern, gelten für den Treugeber gemäß § 6

des Gesellschaftsvertrages alle mit der für ihn treuhänderisch

gehaltenen Beteiligung verbundenen

Rechte und Pflichten des Treuhandkommanditisten

aus dem Gesellschaftsvertrag. Davon ausgenommen

sind die gesellschaftsrechtlichen Sonderrechte

des Treuhandkommanditisten (wie die

Aufnahme weiterer Treugeber, Kapitalerhöhung).

3. Die Treuhänderin nimmt grundsätzlich für den

Treugeber alle Rechten und Pflichten, die mit der

treuhänderisch gehaltenen Kommanditbeteiligung

verbunden sind, in eigenem Namen wahr. Beabsichtigt

der Treugeber, einzelne Rechte, wie etwa das

Stimmrecht in Gesellschafterversammlungen oder

bei Gesellschafterbeschlüssen, selbst auszuüben,

so muss er dies der Treuhänderin vorher schriftlich

mitteilen. Jeder Treugeber ist berechtigt, an den

Gesellschafterversammlungen teilzunehmen und

die ihm zustehenden Gesellschafterrechte selbst

auszuüben. Der Treugeber kann der Treuhänderin

Weisungen zur Ausübung des Stimmrechts

erteilen. Die Treuhänderin hat dafür Sorge zu

tragen, dass dem Treugeber die Einladungen zur

Gesellschaftsversammlung nebst Anlagen (unter

anderem Beschlussvorlagen) übersandt werden.

Entsprechendes gilt für schriftliche Abstimmungen.

4. Die Treuhänderin tritt hiermit ihre Ansprüche auf

den festgestellten Gewinn, die beschlossenen Entnahmen

und den Liquidationserlös sowie auf dasjenige,

was ihr im Falle ihres Ausscheidens oder

der Beendigung der Gesellschaft hinsichtlich des

einzelnen Treugebers zusteht, in dem Umfange an

den Treugeber ab, wie diesem die Ansprüche anteilmäßig

entsprechend seiner mittelbaren Beteiligung

am Kommanditkapital der Gesellschaft gebühren.

Der Treugeber nimmt die Abtretung hiermit an.

5. Für den Fall der Eröffnung des Insolvenzverfahrens

über ihr Vermögen tritt die Treuhänderin

hiermit den treuhänderisch gehaltenen Kapitalanteil

an den diesem annehmenden Treugeber

in der Höhe des eingezahlten Beteiligungsbetrags

ab. Die Abtretung des Kapitalanteils ist im

105


106

Außenverhältnis aufschiebend bedingt durch die

Eintragung des Treugebers als Kommanditist in

das Handelsregister.

6. Die vorstehenden Regelungen gelten entsprechend für

den Fall, dass die Eröffnung des Insolvenzverfahrens

abgelehnt oder von Gläubigern der Treuhänderin

Maßnahmen der Einzelzwangsvollstreckung in den

Kapitalanteil ergriffen werden oder das Treuhandverhältnis

aus einem sonstigen wichtigen Grund, der

nicht vom Treugeber zu vertreten ist, endet.

§ 5 Freistellungsanspruch der Treuhänderin

1. Die Treuhänderin haftet gemäß § 172 Abs. 1 und

3 HGB gegenüber den Gesellschaftsgläubigern

der Gesellschaft in Höhe der Haftsumme, die im

Handelsregister eingetragen ist.

2. Die Treuhänderin hat Anspruch darauf, vom Treugeber

von allen Verbindlichkeiten freigestellt zu

werden, die im Zusammenhang mit dem Erwerb

und dem Halten der treuhänderisch übernommenen

Beteiligung an der Gesellschaft stehen.

3. Die Freistellungsverpflichtung des Treugebers ist

begrenzt bis zur Höhe seines gemäß Beitrittserklärung

übernommenen Anteils (Beteiligungsbeitrages)

am Kommanditkapital. Sie ist ausgeschlossen,

wenn der Kapitalanteil des Treugebers auf das

Gesellschaftskonto eingezahlt und dem Treugeber

nicht i.S.d. § 172 HGB zurückgewährt worden ist.

§ 6 Selbstkontrahieren, Untervollmachten

1. Die Treuhänderin ist von den Beschränkungen

des § 181 BGB befreit.

2. Die Treuhänderin ist berechtigt, für Untervollmachten

zu erteilen.

§ 7 Anlageregister, Datenschutz

1. Die Treuhänderin führt über alle Treugeber ein

Register mit deren persönlichen und beteiligungsbezogenen

Daten. Der Treugeber ist verpflichtet,

über alle für die Durchführung bedeutsamen

Veränderungen, insbesondere Wohnort, Personenstand,

Erbfolge und steuerliche Änderungen

unverzüglich die Treuhänderin zu unterrichten.

2. Der Treugeber hat grundsätzlich keinen Anspruch

darauf, dass ihm die Treuhänderin Angaben über

die übrigen Gesellschafter macht, es sei denn, es

liegt eine außergewöhnliche Situation der Gesellschaft

vor. In diesem Falle hat der Treugeber einen

Auskunftsanspruch, soweit dies zur Wahrnehmung

mitgliedschaftlicher Kernrechte erforderlich und

der Treuhänderin zumutbar ist.

3. Sofern der Treugeber nicht schriftlich eingewilligt

hat, ist die Treuhänderin nicht berechtigt,

anderen Personen als der KG, dem Finanzamt,

Kreditinstituten oder Personen, die beruflich zur

Verschwiegenheit verpflichtet und als Berater

der Gesellschafter oder der Treuhänderin tätig

sind Auskünfte über die Eintragungen im Register

zu erteilen.

4. Der Treugeber stimmt der EDV-mäßigen Erfassung

seiner personen- und beteiligungsbezogenen

Daten im Rahmen dieses Vertrages zu.

§ 8 Weitere Rechte und Pflichten der Treuhänderin

und der Treugeber, Haftung der Treuhänderin

1. Die Treuhänderin hat die ihr übertragenen Aufgaben

mit der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns

und im Interesse des Treugebers auszuüben.

Die Treuhänderin handelt jedoch auch als Treuhänder

der übrigen Treugeber. Bei einem Widerstreit

zwischen den Interessenten einzelner Treugeber

und den Interessen der Gesellschaft hat das

Gesamtinteresse Vorrang.

2. Der Treuhänderin obliegen keine weitergehenden

Prüfungspflichten. Insbesondere hat sie nicht die

Fragen des unternehmerischen Ermessens des

Treugebers zu prüfen, wie z.B. richtige Beurteilung

der Marktsituation oder Zweckmäßigkeit

geschäftlicher Maßnahmen bzw. Zweckmäßigkeit

der Investitionsentscheidung des Treugebers. Die

Treuhänderin haftet deshalb nicht für die Erreichung

der von dem Treugeber mit der Beteiligung

an der KG verfolgten wirtschaftlichen und steuerlichen

Zielsetzung; dies ist weder Vertragsinhalt

noch Geschäftsgrundlage.

3. Der Treugeber und die Treuhänderin sind sich

darüber einig, dass die Treuhänderin keine Haftung

dafür übernimmt, dass die Vertragspartner der

KG die eingegangenen vertraglichen Pflichten

ordnungsgemäß erfüllen. Die Treuhänderin haftet

nicht für die Ertragsfähigkeit bzw. den Bestand

des Vermögens der KG, insbesondere nicht für

den Eingang der prospektierten Erträge bzw.

die Einhaltung der prospektierten Kosten und

Aufwendungen.

4. Die Treuhandkommanditistin haftet dem Treugeber

nur für Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit.

Schadenersatzansprüche gegen die Treuhandkommanditistin

verjähren innerhalb von fünf

Jahren nach Entstehung des anspruchsbegründenden

Ereignisses.


§ 9 Umwandlung des Treuhandverhältnisses

1. Der Treugeber ist erstmals zum 31.12.2013 berechtigt,

sich selbst anstelle der Treuhänderin mit der

von dieser bisher für ihn gehaltenen Kommanditeinlage

im Handelsregister eintragen zu lassen und

die gesamte Kommanditeinlage auch im Außenverhältnis

zu übernehmen. Der Treuhänder kann Ausnahmen

von dieser Regelung zulassen. Der betreffende

Treugeber trägt alle Kosten der Umwandlung,

insbesondere der Registerkosten sowie die Kosten

des Verwaltungsaufwands bei der Gesellschaft.

2. Unter der aufschiebenden Bedingung der Eintragung

des jeweiligen Treugebers im Handelsregister

überträgt die Treuhänderin bereits hiermit eine

der Beteiligungen des Treugebers entsprechende

Kommanditeinlage an den Treugeber, der damit

unmittelbarer Kommanditist wird.

3. Im Fall der Umwandlung gem. Abs. 1 wird die

Treuhänderin die unmittelbare Kommanditbeteiligung

in offener Stellvertretung verwalten (Verwaltungsmandat).

Die in diesem Treuhandvertrag

zwischen der Treuhänderin und dem Treugeber

geregelten Rechte und Pflichten gelten dann in

entsprechender Weise fort, soweit sich nicht aus

der Natur der dann unmittelbaren Kommanditbeteiligung

des Treugebers an der KG zwingend

etwas anderes ergibt.

4. Alle im Handelsregister einzutragenden Kommanditisten

sind verpflichtet, der Komplementärin der

KG auf eigene Kosten eine umfassende, über den

Tod hinaus wirksame, notariell beglaubigte Registervollmacht

unter Befreiung von den Beschränkungen

des § 181 BGB gegenüber dem Handelsregister

zu erteilen. Die Treuhandkommanditistin

stellt dem Treugeber im Fall der Umwandlung

einen entsprechenden Vordruck zur Verfügung.

§ 10 Rechtsnachfolge

1. Der Treugeber kann das Treuhandverhältnis mit

allen Rechten und Pflichten auf Dritte übertragen

oder in sonstiger Weise darüber verfügen.

Es gelten die Bestimmungen der §§ 13 bis 16 des

Gesellschaftsvertrages in entsprechender Weise.

2. Im Falle des Todes des Treugebers wird die Treuhandschaft

mit dem oder den Erben bzw. dem

Vermächtnisnehmer des Treugebers fortgesetzt.

Die Rechtsnachfolger des verstorbenen Treugebers

haben sich gegenüber der Treuhandkommanditistin

durch Vorlage eines Erbscheins oder eines

notariell beglaubigten Testaments zu legitimieren.

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16 Anhang

§ 11 Ausscheiden der Treuhandkommanditistin

1. Scheidet die Treuhänderin aus der Gesellschaft

aus, endet das Treuhandverhältnis mit Wirksamkeit

des Ausscheidens.

2. Die Gesellschafterversammlung wird entsprechend

eine neue Treuhänderin bestellen. Das Treuhandverhältnis

wird dann für alle Treugeber bindend

mit der neuen Treuhänderin fortgesetzt. Die bisherige

Treuhänderin ist zur Abtretung aller Rechte

und Pflichten aus dem Treuhandvertrag auf die

neue Treuhänderin berechtigt und verpflichtet.

§ 12 Vergütung der Treuhänderin

1. Die Treuhänderin erhält für ihre Tätigkeit eine

Vergütung nach Maßgabe von § 9 Ziffer 2 des

Gesellschaftsvertrages.

2. Im Fall der Umwandlung des Treuhandverhältnisses

(§ 9 des Vertrages), der Rechtsnachfolge (§ 10

des Vertrages) und der Beendigung des Treuhandverhältnisses

(§ 13 des Vertrages) kann die Treuhänderin

eine Verwaltungsgebühr in Höhe von

1,5 % des Beteiligungsbetrages sowie den Ersatz

der ihr entstandenen Kosten zzgl. gesetzlicher

Umsatzsteuer verlangen.

§ 13 Beendigung des Treuhandverhältnisses

1. Dieser Vertrag endet, ohne dass es einer Kündigung

bedarf, durch Auflösung der Gesellschaft

gem. § 17 des Gesellschaftsvertrages.

2. Der Treugeber ist zur Kündigung des Treuhandvertrages

gem. § 9 berechtigt. Das Recht des Treugebers

zur Kündigung dieses Vertrages durch

schriftliche Erklärung aus wichtigem Grund bleibt

davon unberührt.

3. Die Treuhandkommanditistin ist berechtigt das

Treuhandverhältnis nach Maßgabe des § 15 des

Gesellschaftsvertrages zu kündigen.

4. Die Treuhänderin ist bei Beendigung des Treuhandverhältnisses

verpflichtet, den auf den Treugeber

entfallenden Teil seiner Kommanditbeteiligung

gemäß § 2 Ziffer 5 i.V. mit § 15 des Gesellschaftsvertrages

gegenüber der Gesellschaft zu kündigen,

das Abfindungsguthaben in dem Umfang, wie

diese Ansprüche dem Treugeber gemäß § 16 des

Gesellschaftsvertrages gebühren, an diesen herauszugeben.

Dieser Anspruch ist erst mit Zugang

des Guthabens bei der Treuhänderin fällig.

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§ 14 Personenmehrheit

1. Soweit die Treuhänderin nach Maßgabe dieses

Treuhandvertrages einen Kapitalanteil an der

Gesellschaft für mehrere Personen, insbesondere

Ehegatten, gleichzeitig hält, übernehmen diese

sämtliche Verpflichtungen aus diesem Vertrag als

Gesamtschuldner mit der Maßgabe, dass Tatsachen,

die nur hinsichtlich eines Gesamtschuldners

vorliegen oder eintreten, für oder gegen jeden von

ihnen wirken. Sie bevollmächtigen sich hiermit für

die Dauer dieses Vertrages gegenseitig, Erklärungen

und Schriftstücke, die einem von ihnen zugehen,

mit rechtsverbindlicher Wirkung gegen alle entgegenzunehmen.

Die Abgabe von Erklärungen

wirkt für und gegen die gesamte Personenmehrheit.

Tatsachen, die nur in einer Person der Personenmehrheit

vorliegen oder eintreten, wirken

für alle und gegen alle.

2. Leistungen, die der Treuhänderin zur Erfüllung der

an sie abgetretenen Ansprüche obliegen, kann sie

an eine Person der Personenmehrheit mit schuldbefreiender

Wirkung gegen alle erbringen.

§ 15 Schlussbestimmungen

1. Änderungen und Ergänzungen dieses Vertrages

bedürfen der Schriftform. Dies gilt auch für eine

Änderung dieser Schriftformklausel. Mündliche

Abreden bestehen nicht.

2. Sollte eine Bestimmung dieses Vertrages unwirksam

sein oder unwirksam werden, so wird die Gültigkeit

dieses Vertrages im Übrigen davon nicht

berührt. Die Parteien haben sich dann über eine

Regelung zu einigen, die dem gewollten rechtlichen

Ergebnis und dem angestrebten wirtschaftlichen

Erfolg am nächsten kommt. Dies gilt auch dann,

wenn sich bei der Durchführung dieses Vertrages

eine Lücke ergeben sollte.

3. Im Übrigen gelten die Bestimmungen des Gesellschaftsvertrages

für das Treuhandverhältnis

entsprechend.

Ort, Datum, Unterschrift

Treugeber

Ort, Datum, Unterschrift

Rödl & Richter Fondstreuhand GmbH

vertreten durch die Geschäftsführerin Frau Ute Eller

16.3 Beratungsvertrag zur

laufenden beratenden Tätigkeit

zwischen

publity Performance Fonds Nr. 4 GmbH & Co. KG

publity Investor GmbH (Komplementär)

Jacobstraße 27 in 04105 Leipzig

– Auftraggeber oder Gesellschaft –

und

Rödl & Richter GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Steuerberatungsgesellschaft

vertreten durch

Frau Monika Richter WP/StB

Straße des 17. Juni 106, 10623 Berlin

– Auftragnehmer –

Präambel

1. Die Gesellschaft wird titulierte Bankforderungen

aus Immobilienfinanzierungen sowie andere

urkundlich besicherte Forderungen (nachfolgend

„Forderungsportfolien“) auf der Grundlage einzeln

mit den Verkäufern abgestimmter Verträge erwerben.

Voraussetzung zur Entscheidung über den

Erwerb eines oder mehrerer Forderungsportfolien

ist die Durchführung einer Due Diligence.

Die Due Diligence wird von der publity Investor

GmbH beauftragt. Der Erwerb der Forderungsportfolien

wird durch Eigenkapital der Gesellschafter/Treugeber

finanziert. Ziel des Erwerbs

und der Verwaltung der Forderungsportfolien ist

es, aus der Einziehung der Forderungen über den

werthaltigen Teil hinaus, Gewinne für die Gesellschaft

zu erwirtschaften. Mit der Einziehung der

Forderungen wird ein Servicer beauftragt.

2. Die im Zusammenhang mit dem Erwerb und der

Verwaltung der Forderungsportfolien erforderlichen

laufenden beratenden Tätigkeiten der Gesellschaft

sowie die Verwaltung der an die einzelnen

Gesellschafter/Treugeber auszuschüttenden Liquiditätsüberschüsse,

soll ganz oder teilweise auf den

Auftragnehmer übertragen werden.

3. Die Rahmenvertrag gliedert sich in folgende

Abschnitte:

I. Buchhaltung und Jahresabschlusserstellung

II. Controlling

III. Steuerliche Beratung

IV. Verwaltung der Liquiditätsüberschüsse

V. Allgemeine Vertragsbedingungen


I. Buchhaltung und Jahresabschlusserstellung

§ 1 Leistungen der Buchhaltung und Jahresabschlusserstellung

im Einzelnen

1. Der Auftraggeber überträgt dem Auftragnehmer

die Erstellung der monatlichen Buchhaltung des

Auftraggebers.

Zur Erstellung der monatlichen Buchführung

werden dem Auftragnehmer die Kontoauszüge,

die Due Diligence Berichte, Kauf- und Dienstleistungsverträge

und weitere Unterlagen zur Verfügung

gestellt. Die Überprüfung der Rechtmäßigkeit

der abgeschlossenen Verträge bzw. des Inhalts

der Due Diligence Berichte ist nicht Gegenstand

des Auftrages.

Die Vertragsparteien sind sich darüber einig,

dass Ein- und Auszahlungen an die bzw. von den

Gesellschaftern/Treugebern sowie die buchhalterische

Erfassung des Forderungseinzugs erhöhten

Aufwand darstellen. Darüber hinaus kann erhöhter

Aufwand durch Änderungen zur umsatzsteuerlichen

Behandlung der Forderungen auftreten.

2. Der Auftraggeber überträgt dem Auftragnehmer

die Erstellung des Jahresabschlusses – ohne

Plausibilitätsbeurteilung – nach den folgenden

Maßgaben:

auf Grundlage der Buchhaltung

der zu erteilenden Auskünfte der

Geschäftsführung

dem Handels- und Steuerrecht

den jeweils geltenden gesetzliche Vorschriften

und nach dem Gesellschaftsvertrag.

Aufgrund der steuerlichen Besonderheiten, die für

diese Gesellschaft gelten, wird eine Handels- und

Steuerbilanz erstellt. Die Vertragsparteien sind

sich darüber einig, dass die Erstellung der Steuerbilanz

und die Gewinn- und Verlustverteilung auf

die Gesellschafter/Treugeber in der Zeichnungs-

und Investitionsphase nach steuerlichen Grundsätzen,

erhöhten Aufwand darstellen

3. Die Leistungen gem. § 1 Ziffer 1 sind innerhalb

eines Monats nach Ablauf des Vormonats zu

erbringen.

4. Die Leistungen gem. § 1 Ziffer 2 des Vertrages

sind in Abstimmung mit den terminlichen Vorgaben

der Geschäftsführung der Gesellschaft,

spätestens jedoch bis zum 30.06. des Folgejahres,

zu erbringen.

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16 Anhang

§ 2 Vergütung für Buchhaltung und

Jahresabschlusserstellung

1. Für die Tätigkeiten im Rahmen der Buchführung

und Jahresabschlusserstellung zahlt der Auftraggeber

an den Auftragnehmer jährlich pauschal

eine Vergütung in Höhe von 18.500,00 Euro zzgl.

Auslagen und gesetzlicher Umsatzsteuer (davon

entfällt ein Betrag von monatlich 1.100,00 Euro,

bezogen auf das Gesamtjahr 13.200,00 Euro

auf die zu erbringende Buchführung). Die Vergütung

wird jeweils zeitanteilig zum Quartalsende

abgerechnet.

2. Für die erstmalige Einrichtung der Buchführung

wird einmalig eine Vergütung von 450,00 Euro

zzgl. Auslagen und gesetzlicher Umsatzsteuer

abgerechnet. Die in § 1 bezeichneten erhöhten

Aufwendungen können bei entsprechendem Nachweis

über den Mehraufwand (Stundenaufwand

über den kalkulierten Pauschalbetrag pro Jahr

hinaus) bis zu einem Betrag von max. 5.000,00

Euro zzgl. Auslagen und gesetzlicher Umsatzsteuer

abgerechnet werden. Das Gleiche gilt, wenn das

gezeichnete Kommanditkapital mehr als 20 Mio.

Euro beträgt.

II. Controlling

§ 3 Leistungen des Controllings im Einzelnen

1. Der Auftraggeber überträgt dem Auftragnehmer

die Überwachung der Dokumentation und Abrechnung

des Forderungseinzugs durch den Servicer.

Zur Durchführung des Auftrages werden dem

Auftragnehmer folgende Unterlagen vorgelegt

und/oder am Sitz des Servicers zur Einsichtnahme

zur Verfügung gestellt:

Forderungskaufvertrag mit dem dazugehörigen

Due Diligence Bericht

Standardisierte und kundenspezifische

Dateninformationen

Dokumentation über die Einziehung der Forderungen

durch die beauftragten Rechtsanwälte,

insbesondere auch Vereinbarungen

mit den Schuldnern, Auskünfte von

Insolvenzverwaltern, Verträge über den

Forderungsverkauf

Abrechnungen des Servicers über die eingezogenen

Forderungen einschließlich

der darauf entfallenden Vergütungen

(Forderungsspiegel)

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110

Duplikate der Kontoauszüge des Rechtsanwaltsanderkontos,

auf dem die Einzahlungen zum

Ausgleich der Forderungen erfolgen, oder Einsichtnahme

in das Rechtsanwaltsanderkonto.

Die Überprüfung der Rechtmäßigkeit der abgeschlossenen

Verträge oder anderer Dokumente

sowie des Inhalts der Due Diligence Berichte ist

nicht Gegenstand des Auftrages.

Überwachung der Dokumentation im Zusammenhang

mit dem Erwerb der Forderungsportfolien:

Überprüfung, ob die Unterzeichnung des Forderungskaufvertrages

und die Zahlung des

Kaufpreises nach der Durchführung der Due

Diligence erfolgte.

Überprüfung, ob die im IT-System des Servicers

erfassten Daten mit den Daten im Forderungskaufvertrag

übereinstimmen. Die Überprüfung

bezieht sich auf den Gesamtbetrag

zur Anzahl der Schuldner und zur Höhe der

Forderungen sowie stichprobenartig auf die

Einzeldaten im Umfang von 60 Schuldnerfällen

aller Forderungsportfolien.

Überprüfung, ob den Schuldnern die Abtretung

der Forderung an die Gesellschaft schriftlich

angezeigt wurde stichprobenartig im Umfang

von 60 Schuldnern aller Forderungsportfolien.

Überwachung der Dokumentation im Zusammenhang

mit der Einziehung der Forderungen jeweils

jährlich zum 30.06. und 31.12. (Prüfungsstichtag):

Vereinbarungen mit Schuldnern werden dahingehend

überprüft, ob die Verträge von beiden

Parteien unterzeichnet wurden, die Höhe und die

Fälligkeit der vereinbarten Zahlung richtig im

IT-System des Servicers übernommen wurde und

ob die vereinbarten Zahlungen vom Schuldner

eingehalten wurden. Die Überprüfung erfolgt

stichprobenartig im Umfang von bis zu 20 %

bezogen auf alle Schuldnervereinbarungen je

Forderungsportfolio und je Prüfungsstichtag.

Zahlungen im Rahmen von Insolvenzverfahren

werden dahingehend überprüft, ob

die Höhe der Zahlung richtig im IT-System

des Servicers übernommen wurde und soweit

möglich, ob die Höhe der Zahlung der Mitteilung

des Insolvenzverwalters entspricht.

Die Überprüfung erfolgt stichprobenartig im

Umfang von bis zu 20 % bezogen auf alle Zahlungen

im Rahmen von Insolvenzverfahren je

Forderungsportfolio und je Prüfungsstichtag.

Verträge über Forderungsverkäufe werden

dahingehend überprüft, ob die Verträge von

beiden Parteien unterzeichnet wurden, die

Höhe und die Fälligkeit des vereinbarten

Kaufpreises richtig im IT-System des Servicers

übernommen wurde und ob der vereinbarte

Kaufpreis vom Forderungskäufer

geleistet wurde. Die Überprüfung erfolgt

stichprobenartig im Umfang von bis zu 20 %

bezogen auf alle Forderungsverkäufe je Forderungsportfolio

und je Prüfungsstichtag.

Einzelfälle, bei denen weder eine Vereinbarung

geschlossen wurde noch Zahlungen

erfolgen, werden dahingehend geprüft, ob

durch den Servicer eine fortlaufende Bearbeitung

gesichert ist. Die Überprüfung erfolgt

stichprobenartig im Umfang von bis zu 20 %

bezogen auf alle Einzelfälle je Forderungsportfolio

und je Prüfungsstichtag.

Einzahlungen zum Ausgleich der Forderungen

auf dem Rechtsanwaltanderkonto werden

dahingehend überprüft, ob die Einzahlungen

auf dem Rechtsanwaltanderkonto vollständig

durch die Abrechnungen des Servicers erfasst

worden sind und ob die vom Servicer eingezogenen

Forderungen abzüglich der darauf entfallenden

Vergütungen der Gesellschaft vollständig

gutgeschrieben worden sind.

Die Überprüfung der einzelnen Sachverhalte soll

im ausgewogenen Verhältnis zur Höhe der insgesamt

eingezogenen Forderungen je Prüfungsstichtag

stehen. Die stichprobenartige Überprüfung ist

auf 60 Schuldner aller Forderungsportfolien je

Prüfungsstichtag begrenzt. Diese Begrenzung gilt

darüber hinaus, wenn die einzelnen Sachverhalte

von vornherein nicht unterschieden werden können.

2. Der Auftraggeber überträgt dem Auftragnehmer

die Überwachung der Mittelverwendung während

der Zeichnungs- und Investitionsphase.

Die Überprüfung erfolgt auf der Grundlage

des im Verkaufsprospekt abgedruckten Investitions-

und Finanzierungsplans, der durch die Gesellschaft

abgeschlossenen Verträge und der gegenüber

der Gesellschaft abgerechneten Kosten. Die Überprüfung

erstreckt sich darauf, ob die vereinbarten

und abgerechneten Kosten der Höhe und dem

Grunde nach den prospektierten Kosten entsprechen.

Darüber hinaus erstreckt sich die Überprüfung

darauf, dass die Kosten aus dem eingeworbenen

Eigenkapital getragen werden. Davon ausgenommen


sind Rechtsberatungs- und Notarkosten, Handelsregisterkosten,

Kosten der Kontoführung.

Die Überprüfung erfolgt auf der Grundlage der

monatlich vorgelegten Buchführungsunterlagen.

3. Der Auftragnehmer fasst die Ergebnisse der Prüfungshandlungen

einmal jährlich in einer Stellungnahme

zusammen und stellt diese der Geschäftsführung

der Gesellschaft zur Verfügung. Soweit

der Auftragnehmer es für geboten hält, weil zum

Beispiel Unregelmäßigkeiten in den Abrechnungen

des Servicers erkennbar sind, unterrichtet er

die Geschäftsführung der Gesellschaft gesondert

durch einen Management Letter.

§ 4 Vergütung für das Controlling

1. Der Auftraggeber zahlt an den Auftragnehmer

für das Controlling eine Vergütung in Höhe von

jährlich pauschal 10.000,00 Euro zzgl. Auslagen

und gesetzlicher Umsatzsteuer. Die Vergütung

wird jeweils zeitanteilig nach Durchführung des

Auftrages auf den Prüfungsstichtag abgerechnet.

2. Die Vergütung berücksichtigt ein Forderungsvolumen,

welches einem gezeichneten Kommanditkapital

von 20 Mio. Euro entspricht. Sollten mehr

als 20 Mio. Euro Kommanditkapital gezeichnet

werden und dadurch ein höheres Forderungsvolumen

erworben werden, erstreckt sich das Controlling

auch auf das höhere Forderungsvolumen.

Für die dadurch entstehenden Mehraufwendungen

ist die jährliche Vergütung pauschal anzupassen.

III. Steuerliche Beratung

§ 5 Leistungen der steuerlichen Beratung

im Einzelnen

1. Der Auftraggeber betraut den Auftragnehmer

mit der Bearbeitung seiner steuerlichen Angelegenheiten.

Die steuerliche Beratung umfasst folgende

Tätigkeiten:

1.1 Erstellung der Steuererklärungen, insbesondere

Erstellung der Erklärung zur gesonderten und

einheitlichen Feststellung der Einkünfte einschließlich

der Ermittlung der Sonderausgaben

der einzelnen Treugeber/Gesellschafter

(§ 24 Abs. 1 Nr. 2 StBGebV)

Gewerbesteuererklärung (§ 24 Abs. 1 Nr. 5

StBGebV)

Umsatzsteuerjahreserklärung (§ 24

Abs. 1 Nr. 8 StBGebV) sowie der

Umsatzsteuer-Voranmeldungen

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16 Anhang

1.2 Erstellung von Anträgen gegenüber den Finanzbehörden,

im Rahmen der Tätigkeiten zu § 3 Ziffer

1 a) des Vertrages

1.3 Prüfung der Bescheide sowie der Verwaltungsakte

zu § 3 Ziffer 1 a) bis b) des Vertrages

1.4 Führung von Rechtmittelverfahren vor den Finanzbehörden

im Rahmen üblicher Aufwendungen

oder anzuwendender Verwaltungsvorschriften

1.5 Vertretung vor den Finanzbehörden in den laufenden

steuerlichen Angelegenheiten.

2. Der Auftrag umfasst nicht

2.1 die Begleitung von Betriebsprüfungen, Rechtsmittelverfahren

vor den Finanzgerichten, Rechtsmittelverfahren

vor den Finanzbehörden (soweit

diese die üblichen Aufwendungen oder anzuwendende

Verwaltungsvorschriften hinausgehen),

Sonderaufträgen wie Erstellung von Gutachten

oder Auseinandersetzungsbilanzen;

2.2 die individuelle Vertretung von Treugebern/

Gesellschaftern des Auftraggebers vor deren

Wohnsitzfinanzämtern.

§ 6 Vergütung für die steuerliche Beratung

1. Die Tätigkeiten gem. § 5 Ziffer 1 des Vertrages

werden mit einer Vergütung in Höhe von jährlich

pauschal 2.500,00 Euro zzgl. Auslagen und

gesetzlicher Umsatzsteuer abgerechnet. Die Vergütung

entsteht und wird fällig mit Rechnungslegung

über die fertig gestellten Steuererklärungen.

In dieser Vergütung ist die Gewinn- und Verlustverteilung

nach steuerlichen Grundsätzen nicht

enthalten. Die Gewinn- und Verlustverteilung wird

im Rahmen der Steuerbilanz vorgenommen und

im Rahmen der Bilanzerstellung abgerechnet.

2. Sollten Tätigkeiten gem. § 3 Ziffer 2 des Vertrages

beauftragt werden, würden diese auf der Grundlage

einer gesonderten Vereinbarung nach Stundenhonoraren

abrechnet werden. Die Stundenhonorare

betragen derzeit:

für Geschäftsführer, Partner, Steuerberater/

Wirtschaftsprüfer

für sonstige Steuerberater/

Wirtschaftsprüfer

275,00 Euro

185,00 Euro

für qualifizierte Sachbearbeiter 135,00 Euro

für Sachbearbeiter 120,00 Euro

111


112

IV. Verwaltung der Liquiditätsüberschüsse

§ 7 Leistungen der Verwaltung im Einzelnen

Der Auftraggeber beauftragt den Auftragnehmer

mit der Verwaltung der an die Gesellschafter/Treugeber

ausschüttbaren Beträge auf einem gesonderten

Ausschüttungskonto der Gesellschaft, auf das

nur der Auftragnehmer Zugriff hat, sowie mit der

Vorbereitung der jährlichen Ausschüttungen an

die Gesellschafter/Treugeber. Der Auftraggeber

überweist vierteljährlich auf das Ausschüttungskonto

die an die Anleger ausschüttbaren Beträge.

Als ausschüttbare Beträge gelten die im Prospekt

prognostizierten Ausschüttungen. Darüberhinausgehende

Liquiditätsüberschüsse werden nur dann auf

das Ausschüttungskonto überwiesen, wenn diese für

den laufenden Geschäftsbetrieb der Gesellschaft nicht

benötigt werden. Die Entscheidung hierüber trifft

die Geschäftsführung der Gesellschaft.

Zur Durchführung des Auftrages richtet der

Auftragnehmer ein Konto im Namen und auf Rechnung

des Auftraggebers bei der Deutsche Bank

AG, Frankfurt ein. Die damit im Zusammenhang

entstehenden Kosten für die Kontoführung von

derzeit jährlich pauschal rund 7.500 Euro werden

von der Fondsgesellschaft getragen.

§ 8 Vergütung für die Verwaltung

1. Die Leistungen im Zusammenhang mit der Verwaltung

der Liquiditätsüberschüsse sind mit der

Vergütung der Treuhandkommanditistin gemäß

Gesellschaftsvertrag abgedeckt.

V. Allgemeine Vertragsbestimmungen

§ 9 Laufzeit, Kündigung und Tätigkeiten

nach Vertragsende

1. Dieser Vertrag gilt nach dessen Unterzeichnung

erstmals für das Wirtschaftsjahr 2012, soweit

in den Bestimmungen dieses Vertrages nicht auf

andere Wirtschaftsjahre Bezug genommen wird.

2. Der Vertrag kann erstmals zum 31.12.2013, danach

jeweils zum Jahresende von den Vertragsparteien

mit einer Kündigungsfrist von 3 Monaten gekündigt

werden.

3. Der Auftragnehmer ist verpflichtet, noch nach Vertragsende

alle Tätigkeiten für den Auftraggeber

auszuführen, die Geschäftsvorfälle während der

Vertragszeit betreffen; dies gilt besonders für die

Erstellung des Jahresabschlusses und der Steuererklärungen

für das letzte Vertragsjahr und alle

damit zusammenhängenden Arbeiten im Sinne

von §§ 1 und 3 des Vertrages.

§ 10 Honorar und Honoraranpassung

Die Vergütungen gemäß §§ 2, 4, 6 und 8 des Vertrages

können von beiden Vertragsparteien schriftlich

neu ausgehandelt werden, wenn sich die zum

Zeitpunkt des Vertragsabschlusses maßgeblichen

Verhältnisse wesentlich verändert haben. Dies gilt

auch insoweit, als sich die kalkulierten Pauschalbeträge

auf ein gezeichnetes Kommanditkapital von

20,0 Mio. Euro (ohne Gründungs- und Treuhandkommanditisten)

beziehen. Wird weniger als 10,0

Mio. Euro Kommanditkapital oder mehr als 20,0

Mio. Euro Kommanditkapital gezeichnet, werden

Auftraggeber und Auftragnehmer eine einvernehmliche

Lösung zur Vergütungshöhe aushandeln.

Darüber hinaus gelten ergänzend die Allgemeinen

Vergütungsvereinbarungen von Rödl & Partner,

die diesem Vertrag als Anlage beigefügt sind.

§ 11 Schlussbestimmungen

1. Änderungen und Ergänzungen dieses Vertrages

bedürfen zu ihrer Wirksamkeit der Schriftform.

2. Sollten einzelne Bestimmungen dieses Vertrages

unwirksam oder lückenhaft sein und/oder werden,

so wird die Wirksamkeit des Vertrages im Übrigen

dadurch nicht berührt. Unwirksame und lückenhafte

Regelungen sind durch solche zu ersetzen, die

dem wirtschaftlichen Willen der Vertragsschließenden

im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses in

gesetzlich zulässiger Weise am nächsten kommen.

3. Gerichtsstand ist Berlin.

4. In den vorliegenden Beratungsvertrag werden einbezogen

und diesem als Bestandteile beigefügt:

Anlage 1: Allgemeine Bedingungen zur Vergütungsvereinbarung

von Rödl & Partner

Anlage 2: Allgemeine Vertragsbedingungen von

Rödl & Partner

Anlage 3: Allgemeine Auftragsbedingungen für Wirtschaftsprüfer

und Wirt schafts prüfungsgesellschaften

Berlin, 29.05.2012

Unterschrift

Auftragnehmer

Berlin, 29.05.2012

Unterschrift

Auftraggeber


16.4 Vertrag über die Beauftragung

der „Investor Due Diligence“

zwischen der

publity Performance Fonds Nr. 4 GmbH & Co. KG,

vertr. d. d. publity Investor GmbH, diese wiederum

vertr. d. d. Geschäftsführer

Christoph Blacha, Jacobstraße 27, 04105 Leipzig,

– nachfolgend „Fondsgesellschaft“ genannt –

und der

publity Investor GmbH,

vertr. d. d. Geschäftsführer Christoph Blacha,

Jacobstraße 27, 04105 Leipzig,

– nachfolgend „Auftragnehmer“ genannt –.

Präambel

In der Bankwirtschaft werden notleidende Bankkredite

auch „NPL‘s“, d. h. „Non-Performing Loans“ genannt.

Eine Legaldefinition des Begriffs „notleidend“ existiert

nicht. Nach allgemeinem Verständnis liegt ein notleidender

Kredit vor, wenn die Bank wegen wesentlicher

Verschlechterung der Vermögensverhältnisse des Darlehensnehmers

oder wegen Verschlechterung in der

Werthaltigkeit der gestellten Sicherheiten, die zu einer

Gefährdung der Rückzahlung des Darlehens führt, das

Recht hat, den Darlehensvertrag zu kündigen.

Die publity Performance Fonds Nr. 4 GmbH & Co. KG

wird als geschlossener Fonds titulierte Bankforderungen

aus Immobilienfinanzierungen sowie andere urkundlich

besicherte Forderungen von deutschen Banken, ausländischen

Finanzinvestoren und/oder anderen Servicern

in einzelnen Paketen auf Grundlage einzelner und individuell

mit den jeweiligen Verkäufern ausgehandelter

Verträge erwerben und aus der Verwertung der einzelnen

Forderungen Einkünfte erzielen.

Die publity Performance Fonds Nr. 4 GmbH & Co.

KG beabsichtigt den Erwerb einer Vielzahl von „NPL’s“,

die von verschiedenen Verkäufern als sogenannte NPL-

Portfolios zu unterschiedlichen Konditionen angeboten

werden. Regelmäßig werden diese Portfolios aus gekündigten

Darlehensforderungen bestehen.

Der Kaufpreis für das Gesamtportfolio der Fondsgesellschaft

soll bis zu 20,0 Mio. Euro betragen.

Grundlage jeder Investitions- bzw. Kaufentscheidung

ist die „Investor Due Diligence“, die jeweils eine „Legal

Due Diligence“, eine „Immobilien Due Diligence“ sowie

die „Due Diligence im Rahmen der rechtlichen und

steuerlichen Transaktion“ umfasst. Die Beurteilung jedes

Kreditportfolios erfolgt anhand aller wesentlichen preisrelevanten

Informationen und Daten. Die Due Diligence

PUBLITY PERFORMANCE FONDS NR. 4 GMBH & CO. KG

16 Anhang

Prüfungen müssen den Anforderungen des Verkaufsprospektes

in der Fassung vom 31.05.2012 entsprechen.

Im Ergebnis sollen die von den beauftragten Rechtsanwälten

gefertigten Due Diligence Berichte Feststellungen

dazu treffen, ob das von ihnen geprüfte, jeweilige Portfolio

den im Emissionsprospekt festgelegten Investitionskriterien

entspricht; vgl. Kapitel 9.3 „Investition und vertraglich

verankerte Investitionskriterien“ des Verkaufsprospektes.

Die zu erstellenden Due-Diligence-Berichte sollen sich an

den vom Auftragnehmer erarbeiteten Mustern orientieren.

Den Parteien liegt der Emissionsprospekt der publity

Performance Fonds Nr. 4 GmbH & Co. KG in der Fassung

vom 31.05.2012 vor.

§ 1 Due Diligence

1. Grundlage jeder Investitions- bzw. Kaufentscheidung

ist die „Investor Due Diligence“, die jeweils

eine „Legal Due Diligence“, eine „Immobilien Due

Diligence“ sowie die „Due Diligence im Rahmen

der rechtlichen und steuerlichen Transaktion“

umfasst. Die Beurteilung eines Kreditportfolios

erfolgt anhand aller wesentlichen preisrelevanten

Informationen und Daten aus folgenden Bereichen:

a] Kreditnehmer (u.a. persönliche Angaben,

wirtschaftliche Verhältnisse, rechtlicher

Status, Stand persönlicher

Vollstreckungsmaßnahmen);

b] Darlehen (u. a. Anzahl, Darlehensart,

ursprünglicher Nominalbetrag, Zins- und

Tilgungsvereinbarung, Restrukturierungsmaßnahmen

und Forderungsverzichte,

Sicherheiten, ggf. geleistete Subventionen/Zuschüsse

und damit verbundene

Zustimmungserfordernisse);

c] Immobilien (u. a. Art der Immobilie,

Anzahl der Einheiten, Flächenangaben,

Mieteinnahmen (Netto/Brutto), Mieterlisten

mit Angaben der Mieteinnahmen und

Leerstände, bei gewerblichen Objekten

Mietverträge mit Angabe der Laufzeit, möglichen

Indexierungen, Optierung der Mehrwertsteuer,

Informationen zu Zwangsversteigerungen

und Zwangsverwaltung sowie

Verkehrswertgutachten);

d] Grundschulden (u. a. Höhe und Rang der

Grundschulden zugunsten des Verkäufers,

eventueller Vorlasten Dritter, Zins und

Kosten, Eintragungen in Abteilungen II des

Grundbuches, insbesondere Erbbau- und/oder

Nießbrauchrechte, Flurbezeichnungen, enge

oder weite Sicherungszweckerklärungen, etc.);

113


114

e] Sonstige Sicherheiten (u. a. Art der Sicherheit,

bei Lebensversicherungen Rückkaufswerte,

Bausparguthaben, Namen der Versicherung

oder des Bausparinstitutes, Art der

Garantie, Garantiegeber etc.).

2. Mit der Durchführung der „Legal Due Diligence“

werden unabhängige, qualifizierte Rechtsanwälte

beauftragt, die 10 % bis 20 % aller Kreditakten

stichprobenartig, insbesondere auf Vollständigkeit,

prüfen.

3. Bei Investitionen in Forderungen, bei denen die

Hauptsicherheiten noch nicht oder noch nicht

vollständig verwertet sind, erfolgt darüber hinaus

eine individuelle Bewertung der Immobilien/

Sicherheiten durch unabhängige Sachverständige,

die mindestens 90 % der die Einzelengagements/Forderungen

besichernden Immobilien

prüfen. Auf Grundlage von Grundbuchauszügen,

vorliegender Verkehrswertgutachten und Vorort-Recherchen

werden die aus der Zwangsversteigerung

und/oder dem freihändigen Verkauf

dieser besichernden Immobilien erzielbaren Erlöse

ermittelt. Der Vertrag über die Durchführung

der „Immobilien Due Diligence“ hat die individuelle

Bewertung der Immobilien/Sicherheiten

und die Erstellung der Portfolio-Businesspläne

zum Gegenstand.

4. Gegenstand der „Due Diligence im Rahmen der

rechtlichen und steuerlichen Transaktion“ ist die

Ausarbeitung und/oder Prüfung der abzuschließenden

Kauf- bzw. Abtretungsverträge unter

Berücksichtigung der Ergebnisse der Due Diligence

Prozesse und der Vorgaben/Anforderungen

der jeweiligen Portfolioverkäufer, durch spezialisierte

Rechtsanwälte.

§ 2 Gegenstand des Vertrages

1. Der Auftragnehmer wird für die Fondsgesellschaft

Due Diligence Prüfungen durchführen und die

Ergebnisse in Due Diligence Berichten zusammenfassen

lassen. Sowohl mit der Durchführung der

Due Diligence Prüfungen als auch der Erstellung

des Due Diligence Berichte wird der Auftragnehmer

unabhängige, qualifizierte Rechtsanwälte und

Immobiliensachverständige beauftragen.

2. Der Auftragnehmer wird sicherstellen, dass die

beauftragten Rechtsanwälte und Sachverständigen

über eine Vermögensschadenshaftpflichtversicherung

mit einer Deckungssumme pro Schadensfall

i. H. v. mindestens 1.000.000,00 Euro

verfügen. Der Auftragnehmer wird sich von den

beauftragten Rechtsanwälten und Sachverständigen

jeweils eine Ablichtung des Versicherungsscheins

vorlegen lassen.

3. Der Inhalt der Due Diligence Prüfungen umfasst

insbesondere

a] den Abgleich der vom Verkäufer aufbereiteten

Daten (z. B. Kreditdaten) mit den im

Datenraum zur Verfügung gestellten Unterlagen

sowie ggf. die systematische Erhebung

zusätzlicher bewertungsrelevanter

oder im Zusammenhang mit einem möglichen

späteren Dokumentenübergang relevanter

Daten;

b] die detaillierte Einzelfallprüfung, zum

wirksamen Bestehen der Forderungen bzw.

Sicherheiten, zur Übertragbarkeit der Forderungen

bzw. Sicherheiten, zur Durchsetzbarkeit

der Forderungen bzw. Sicherheiten,

zur Überprüfung bestehender Sicherungszweckerklärungen,

hinsichtlich weiterer

Risiken u. a. Rechtsstreitigkeiten, die den

Wert der Forderungen oder bestehender

Sicherheiten beeinträchtigen können;

c] die Überprüfung der Ausschlusskriterien für

den Erwerb der Forderungsportfolios durch

die Fondsgesellschaft gemäß Kapitel 9.3 des

Verkaufsprospektes.

Aufgrund der besonderen Struktur der Forderungen

als NPL‘s sind sich die Parteien einig, dass die von

den beauftragten, unabhängigen Rechtsanwälten

vorzunehmende Beurteilung nicht die Werthaltigkeit

bzw. die Einbringlichkeit der zu prüfenden

Forderungen zum Gegenstand hat.

4. Der Auftragnehmer kann für die Fondsgesellschaft

unabhängige Berater, insbesondere auf Vertragsrecht

spezialisierte Rechtsanwälte, mit der Ausarbeitung

und/oder Prüfung der abzuschließenden

Kauf- bzw. Abtretungsverträge beauftragen, wobei

sich die Verträge an dem von der „Bundesvereinigung

Kreditankauf und Servicing e. V.“ empfohlenen

Vertragsmuster „Kaufvertrag über Kreditforderungen

und Sicherheiten“ orientieren sollen.

§ 3 Zeit und Ort

1. Zeit und Ort der Due Diligence Prüfungen wird

von dem Auftragnehmer in Abstimmung mit den

jeweils beauftragten Rechtsanwälten und Sachverständigen

bestimmt. In der Regel werden die

Due Diligence Prüfungen in den Datenräumen

des Forderungsverkäufers stattfinden. Die individuelle

Bewertung der Immobilien/Sicherheiten


durch unabhängige Sachverständige erfolgt auf

Grundlage von Grundbuchauszügen, vorliegender

Verkehrswertgutachten und Vorort-Recherchen.

2. Die beauftragten Rechtsanwälte und Sachverständigen

sollen die Due Diligence Berichte und die

Portfolio-Businesspläne zeitnah erstellen und der

Fondsgesellschaft zu Händen des Auftragnehmers

zur Verfügung stellen.

§ 4 Vergütung

1. Der Auftragnehmer erhält von der Fondsgesellschaft

eine Vergütung für die in § 1 festgelegten

Tätigkeiten i. H. v. 1 % des Kaufpreises des

erworbenen Gesamtportfolios. Sofern Teil-Portfolios

erworben werden, die Gegenstand jeweils

gesonderter Tätigkeiten gemäß § 1 dieses Vertrages

sind, orientiert sich die Vergütung an den jeweiligen

Kaufpreisen für diese Teil-Portfolios. Die Vergütung

wird fällig nach Abschluss der jeweiligen

Forderungskaufverträge und Rechnungsstellung

zzgl. der gesetzlichen Umsatzsteuer.

2. Die Höhe der an die von dem Auftragnehmer an

die beauftragten Rechtsanwälte und Sachverständigen

jeweils zu zahlenden Vergütung wird durch

diese Vereinbarung nicht festgelegt. Diese jeweilige

Vergütung soll sich an Bedeutung und Schwierigkeitsgrad

des jeweiligen Auftrags orientieren und

im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen

(Rechtsanwaltsvergütungsgesetz) stehen. Die den

beauftragten Rechtsanwälten zu zahlende Vergütung

ist in der von der Fondsgesellschaft an den

Auftragnehmer zu zahlenden Vergütung in Höhe

von 1 % der Kaufpreise für die Forderungsportfolios,

zzgl. gesetzl. Umsatzsteuer, enthalten.

3. Sollte im Ergebnis einer Due-Diligence-Prüfung

der vorgesehene Ankauf von Forderungen durch

die Fondsgesellschaft nicht vorgenommen werden,

da das Forderungsportfolio nicht den Investitionskriterien

der Fondsgesellschaft entspricht (vgl.

Kap. 9.3 „Investition und vertraglich verankerte

Investitionskriterien“), trägt der Auftragnehmer

die Kosten dieser Due-Diligence-Prüfung.

§ 5 Vertragslaufzeit

1. Diese Vereinbarung tritt mit Unterzeichnung in

Kraft und gilt bis zum Ende der Fondslaufzeit.

2. Eine ordentliche Kündigung dieser Vereinbarung

wird ausgeschlossen. Jede Vertragspartei kann

diesen Vertrag nur aus wichtigem Grund kündigen.

Die Kündigungen haben schriftlich zu erfolgen.

PUBLITY PERFORMANCE FONDS NR. 4 GMBH & CO. KG

16 Anhang

§ 6 Gewährleistung/Haftungsbeschränkung

1. Die Parteien sind sich darüber einig, dass die

gesetzlich geltende Gewährleistung, einschließlich

solcher nach den Bestimmungen des Bürgerlichen

Gesetzbuches ausgeschlossen ist. Die Haftung des

Auftragnehmers für Schadensersatzansprüche

jeder Art, mit Ausnahme von Schäden aus der

Verletzung von Leben, Körper und Gesundheit,

ist – vorbehaltlich besonderer einzelvertraglicher

Vereinbarungen – bei einem durch einfache Fahrlässigkeit

verursachten Schadensfall ausgeschlossen.

Dies gilt auch dann, wenn die Haftung gegenüber

einer anderen Person als der Fondsgesellschaft

begründet sein sollte. Die Haftung des Auftragnehmers

sowie seiner Erfüllungsgehilfen bei Vorsatz

und grober Fahrlässigkeit bleibt unberührt.

2. Insbesondere übernimmt der Auftragnehmer keinerlei

Gewähr dafür, dass die Forderungen gegen

die Schuldner werthaltig sind und erfolgreich

geltend gemacht werden können.

3. Der Auftragnehmer übernimmt gegenüber der

Fondsgesellschaft keine Haftung für den Fall,

dass gekaufte Forderungen oder Sicherheiten nicht

realisiert oder verwertet werden können (keine

Bonitäts- oder Delkrederehaftung der jeweiligen

Verkäufer nach dem Stichtag), insbesondere wenn

im Rahmen der Zwangsvollstreckung keine oder

keine ausreichenden Erlöse erzielt werden können,

oder weil einzelne Schuldner zahlungsunfähig sind.

4. Über die ausdrücklichen Bestimmungen dieses

Vertrags hinaus ist eine Inanspruchnahme des

Auftragnehmers aus einem anderen Rechtsgrund

wegen oder im Zusammenhang mit den Sicherheiten,

insbesondere wegen Gefährdungshaftungen,

mangelnder Versicherungsdeckung sowie aus

jedem sonstigen Rechtsgrund durch die Fondsgesellschaft

ausgeschlossen.

5. Für den Fall, dass der Eintritt eines Schadensfalls

zu befürchten ist, verpflichtet sich der Auftragnehmer

auf schriftliche Anforderung der Fondsgesellschaft,

alle Schadensersatzansprüche gegen

die beauftragten Rechtsanwälte an die Fondsgesellschaft

abzutreten. In diesem Zusammenhang

verpflichtet sich der Auftragnehmer, der Fondsgesellschaft

alle zur Geltendmachung des Schadensersatzanspruches

notwendigen Informationen und

Unterlagen zur Verfügung zu stellen.

115


116

§ 7 Verjährung

1. Ansprüche gegen den Auftragnehmer verjähren

fünf Jahre nach dem Zeitpunkt, in dem der jeweilige

Anspruch entstanden ist, soweit nicht gesetzlich

eine kürzere Verjährungsfrist gilt, insbesondere

nach §§ 199, 195 BGB.

2. Unabhängig hiervon verjähren Ansprüche gegen

den Auftragnehmer spätestens fünf Jahre nach

Beendigung des Auftrags. Der jeweilige Auftrag

gilt spätestens bei Übersendung der letzten auf ihn

bezogenen Honorarrechnung als beendet.

§ 8 Bankgeheimnis, Datenschutz, Vertraulichkeit

1. Der Auftragnehmer stellt sicher und gewährleistet,

dass die ihm bzw. den von ihm beauftragten

Rechtsanwälten und Immobiliensachverständigen

zur Verfügung gestellten Unterlagen nur

zum Zweck der Durchführung der Due Diligence

Prüfungen und der Erstellung der Due Diligence

Berichte sowie der Portfolio-Businesspläne verwendet

werden und er diese Unterlagen Dritten

weder offenbaren, noch zugänglich machen und

Informationen über die Schuldner, die dem Bankgeheimnis

bzw. Datenschutz unterliegen, nicht

weitergeben und im Übrigen das Bankgeheimnis

und die datenschutzrechtlichen Vorschriften

beachten wird.

2. Die Parteien werden Informationen, die sie aufgrund

dieses Vertrages und im Zusammenhang

damit erhalten haben und die das Geschäft oder

finanzielle Angelegenheiten von Dritten sowie

jede andere Information vertraulicher Natur einschließlich

Informationen über die Identität von

Schuldnern betreffen, vertraulich behandeln, mit

der Ausnahme von Informationen,

a] deren Offenlegung durch diesen Vertrag

gestattet ist,

b] die im Zeitpunkt ihrer Mitteilung bereits

öffentlich bekannt waren und dies nicht

auf einer Verletzung der Vorschriften dieses

Vertrages beruht,

c] die aufgrund Gesetz, Verordnung oder

Anordnung eines Gerichts, einer Behörde

oder einer Institution, die mit vergleichbaren

Rechten ausgestattet ist, einschließlich

Zentralbanken, Behörden oder Bankaufsichtsbehörden

sowie Steuerbehörden an

diese gegeben werden müssen,

d] die gegeben werden müssen, um Rechte aus

diesem Vertrag auszuüben, zu schützen oder

durchzusetzen.

3. Der Auftragnehmer gewährleistet, dass durch seine

Tätigkeit nach diesem Vertrag der Ruf und die

Geschäftsinteressen sowohl der Verkäufer der Forderungsportfolios

als auch der Fondsgesellschaft

in der Öffentlichkeit keinen Schaden nehmen.

4. Die Parteien verpflichten sich wechselseitig zur

strikten Geheimhaltung aller Betriebs- und

Geschäftsgeheimnisse, die ihnen durch die Zusammenarbeit

im Rahmen dieser Vereinbarung offenbart

oder auf sonstige Weise bekannt werden. Sie

werden auch den Inhalt dieser Vereinbarung streng

vertraulich behandeln.

§ 9 Kooperationsklausel

Die Parteien sind sich darüber einig, dass die

Erreichung des Vertragszwecks in besonderem

Maße von dem Willen der Parteien zu partnerschaftlicher

und vertrauensvoller Zusammenarbeit

abhängt. Sie verpflichten sich daher wechselseitig,

zu kooperieren und etwaige Probleme bei der

Umsetzung dieses Vertrages möglichst kurzfristig

partnerschaftlich zu lösen. Soweit hierfür weitere

Handlungen, ergänzende Erläuterungen und Willenserklärungen

gegenüber dem Vertragspartner

erforderlich sein sollten, verpflichten sich die Vertragspartner,

diese umgehend in der notwendigen

Form abzugeben.

§ 10 Sonstiges

1. Diese Vereinbarung wird wirksam, wenn die Parteien

die von ihnen jeweils unterzeichneten Ausfertigungen

dieser Vereinbarung ausgetauscht haben.

2. Änderungen dieser Vereinbarung einschließlich

dieser Schriftformklausel bedürfen zu ihrer Wirksamkeit

der Schriftform.

3. Dieser Vertrag unterliegt dem Recht der Bundesrepublik

Deutschland. Ausschließlicher Gerichtsstand

für Streitigkeiten aus und im Zusammenhang

mit diesem Vertrag oder seiner Wirksamkeit

ist Leipzig.

§ 11 Salvatorische Klausel

Sollten einzelne Bestimmungen dieser Vereinbarung

ganz oder teilweise unwirksam sein oder

werden oder sollte sich darin eine Lücke befinden,

so soll hierdurch die Gültigkeit der übrigen Bestimmungen

nicht berührt werden. Soweit eine bei

Abschluss dieser Vereinbarung zulässige Bestim-


mung nachfolgend unwirksam wird, gilt anstelle

der unwirksam gewordenen Bestimmung ab dem

Zeitpunkt ihrer Unwirksamkeit diejenige wirksame

Bestimmung als vereinbart, welche dem Sinn und

Zweck der unwirksam gewordenen Bestimmung

möglichst weitgehend entspricht. Im Falle einer

Lücke gilt diejenige Bestimmung als vereinbart,

die dem entspricht, was nach Sinn und Zweck

dieser Vereinbarung vereinbart worden wäre, hätte

man die Angelegenheit von vornherein bedacht.

Dies gilt auch dann, wenn die nachträglich eintretende

Unwirksamkeit einer Bestimmung auf

einem in dieser Vereinbarung normierten Maß

der Leistung, des Raumes oder der Zeit beruht;

es tritt in solchen Fällen ein dem Gewollten möglichst

nahekommendes rechtlich zulässiges Maß

der Leistung, des Raumes und der Zeit anstelle

des Vereinbarten.

Leipzig, den 25.05.2012

Unterschrift

publity Performance Fonds Nr. 4 GmbH & Co. KG,

vertr. d. d. publity Investor GmbH,

diese wiederum vertr. d. d. GF Christoph Blacha

Leipzig, den 25.05.2012

Unterschrift

publity Investor GmbH,

vertr. d. d. GF Christoph Blacha

PUBLITY PERFORMANCE FONDS NR. 4 GMBH & CO. KG

16 Anhang

16.5 Master-Servicing-Vertrag

über das Kreditservicing und

die Aktenverwaltung

zwischen

1. der publity Performance Fonds Nr. 4

GmbH & Co. KG,

vertreten durch die

publity Investor GmbH,

diese wiederum vertreten durch den

GF Christoph Blacha,

Jacobstraße 27, 04105 Leipzig,

– nachstehend „Fondsgesellschaft“ genannt –

und

2. der publity AG,

vertr. d. d. Vorstand Thomas Olek,

Jacobstraße 27, 04105 Leipzig,

Präambel

– nachstehend „Master-Servicer“ genannt –.

In der Bankwirtschaft werden notleidende Bankkredite

auch „NPL‘s“, d. h. „Non-Performing Loans“ genannt.

Eine Legaldefinition des Begriffs „notleidend“ existiert

nicht. Nach allgemeinem Verständnis liegt ein notleidender

Kredit vor, wenn die Bank wegen wesentlicher

Verschlechterung der Vermögensverhältnisse des Darlehensnehmers

oder wegen Verschlechterung in der

Werthaltigkeit der gestellten Sicherheiten, die zu einer

Gefährdung der Rückzahlung des Darlehens führt, das

Recht hat, den Darlehensvertrag zu kündigen.

Die im Jahr 1999 in Partnerschaft verschiedener

Landesbanken gegründete publity AG ist ein erfahrener

und in der Bankenbranche etablierter Master-Servicer.

Das Unternehmen ist im Bereich Kreditankauf und

Servicing tätig. Die publity AG verfügt durch ihre langjährige

Tätigkeit in der Finanzbranche über das nötige

Know-how und stellt ein Team aus Rechtsanwälten,

Wirtschaftsermittlern, Asset Managern sowie Immobilienexperten

und Immobilienmarklern zusammen, die

die einzelnen Kreditforderungen auf- und strategisch

abarbeiten und vorhandene Sicherheiten, insbesondere

Immobilien, bestmöglich verwerten.

Die „Fondsgesellschaft“ wird titulierte Bankforderungen

aus gekündigten Immobilienfinanzierungen

sowie andere urkundlich besicherte Forderungen von

deutschen Banken, ausländischen Finanzinvestoren und/

oder anderen Master-Servicern in einzelnen Paketen auf

117


118

Grundlage einzelner und individuell mit den jeweiligen

Verkäufern ausgehandelter Verträge erwerben und aus

der Verwertung der einzelnen Forderungen Einkünfte

erzielen.

Die „Fondsgesellschaft“ beabsichtigt den Erwerb

einer Vielzahl von NPL‘s, die von verschiedenen Verkäufern

als sogenannte NPL-Portfolios zu unterschiedlichen

Konditionen angeboten werden. Regelmäßig

werden diese Portfolios aus gekündigten Darlehensforderungen

bestehen.

Grundlage der Kauf- bzw. Investitionsentscheidungen

der Fondsgesellschaft sind die Feststellungen der

„Investor Due Diligence“, die aus einer von unabhängigen,

spezialisierten Rechtsanwälten durchgeführten

„Legal Due Diligence“ und im Falle des Vorliegens von

Sicherheiten/Immobilien aus einer von unabhängigen

Immobiliensachverständigen oder Immobilienexperten

durchgeführten „Immobilien Due Diligence“ besteht.

Bei Investitionen in Forderungen, bei denen die

Hauptsicherheiten noch nicht oder nicht vollständig

verwertet sind, werden für mindestens 90 % der die

Einzelengagements/Forderungen besichernden Immobilien

Bewertungsgutachten gefertigt und die jeweiligen

Verwertungserlöse festgelegt, die in einem ausführlichen

Portfolio-Businessplan zusammenzufassen sind.

Die Due Diligence Prüfungen müssen den Anforderungen

des Verkaufsprospekts i. d. F. vom 31.05.2012

entsprechen. Im Ergebnis sollen die von den beauftragten

Rechtsanwälten gefertigten Due Diligence Berichte

Feststellungen dazu treffen, ob das von ihnen geprüfte,

jeweilige Portfolio den im Verkaufsprospekt festgelegten

Investitionskriterien entspricht; vgl. Kap. 9.3 „Investition

und vertraglich verankerte Investitionskriterien“

des Verkaufsprospekts.

Die Parteien, denen der Verkaufsprospekt vorliegt,

vereinbaren folgendes:

§ 1 Vertragsgegenstand

1. Gegenstand dieser Vereinbarung ist die Beauftragung

des Master-Servicers durch die Fondsgesellschaft,

sämtliche Forderungen gegen die jeweiligen

Schuldner erfolgreich geltend zu machen bzw.

durchzusetzen, um zugunsten der Gesellschafter

der Fondsgesellschaft größtmögliche Rendite zu

erwirtschaften.

2. Die Forderungen, die Gegenstand dieses Master-

Servicing-Vertrages sind, ergeben sich aus dem Forderungsspiegel

sowie den einzelnen Forderungskaufverträgen

der Fondsgesellschaft, die diesem

Vertrag – in einzelnen Nachträgen aktualisiert –

als Anlagen beigefügt werden.

§ 2 Pflichten des Master-Servicers

1. Der Master-Servicer wird, soweit gesetzlich möglich,

d. h. ohne rechts- oder steuerberatend tätig zu sein,

mit seinen Mitarbeitern, Asset-Managern und

Ermittlern sowie den von ihm beauftragten Rechtsanwälten,

Steuerberatern, Immobiliensachverständigen,

Immobilienmarklern oder anderen Fachleuten

die Fondsgesellschaft nach besten Kräften

bei der erfolgreichen Geltendmachung der von der

Fondsgesellschaft erworbenen Forderungen gegen

die einzelnen Schuldner unterstützen.

2. Die Verantwortlichkeit des Master-Servicers

umfasst insbesondere

die Zusammenstellung der Bearbeitungsteams

(Servicer und sonstige „Dritte“);

die Ausarbeitung der Verträge mit „Dritten“;

die Beauftragung „Dritter“;

die periodische Überwachung (Controlling)

der beauftragten „Dritten“;

die Überwachung sämtlicher Zahlungsflüsse

und der turnusmäßigen Auszahlungen der

Erlöse auf das Konto der Fondsgesellschaft;

die Abrechnung der Tätigkeitsvergütungen;

die Überwachung und Dokumentation des

aktuellen Vermarktungstandes vorhandener

Sicherheiten/Immobilien;

das Controlling (inkl. des Reportings) im

Hinblick auf den Verwertungserfolg der Forderungen

und/oder Sicherheiten;

die laufende Überwachung und Anpassung

der Portfolio-Businesspläne;

die Einhaltung des Bankgeheimnisses, sämtlicher

datenschutzrechtlicher Bestimmungen

und der Grundsätze der Verschwiegenheit

und Vertraulichkeit durch die beauftragten

„Dritten“.

3. Der Master-Servicer wird darüber hinaus alle Leistungen

erbringen, die er für erforderlich hält, um

eine bestmögliche Verwertung der Forderungen und

Sicherheiten der Fondsgesellschaft zu erreichen.

4. Der Master-Servicer kann sich bei der Erbringung

der vorstehend beschriebenen Leistungen

von ihm gesondert beauftragter, qualifizierter

„Dritter“ bedienen. Der Master-Servicer ist insbesondere

berechtigt, nach eigenem pflichtgemäßen

Ermessen das „Servicing“ von grundbuchlich

besicherten Forderungen/Sicherheiten auf spezialisierte

und erfahrene Servicer zu übertragen (vgl.

Kapitel 9.4. „Aufgaben des Master-Servicers“ des

Verkaufsprospekts).


§ 3 Tätigkeiten der Servicer

1. Servicing

1.1 Nach dem Erwerb der jeweiligen Forderungsportfolios

übernimmt der beauftragte Servicer die Korrespondenz

mit den jeweiligen Verkäufern, um

zu gewährleisten, dass die im Rahmen der Engagements

erforderlichen Entscheidungen im Sinne

der Fondsgesellschaft getroffen werden und die

anschließende Übernahme des Forderungsportfolios

möglichst reibungslos erfolgt.

1.2 Der Servicer ist insbesondere verantwortlich für

die Dokumentation der Forderungsengagements

mit anhängigen dinglichen und persönlichen

Vollstreckungsmaßnahmen;

die Vorbereitung der „Welcome-Letter“,

mit denen die Schuldner und die beteiligten

Dritten über die Veräußerung bzw. Abtretung

der Forderungen informiert werden;

die Aufbereitung der Daten über die Darlehensnehmer,

das Darlehen selbst und die

zugehörigen Sicherheiten entsprechend den

Anforderungen der Fondsgesellschaft.

1.3 Der Servicer verpflichtet sich zur Übernahme, Verwaltung

und Aufbewahrung aller von den jeweiligen

Verkäufern übergebenen Original-Unterlagen,

wie Darlehens- und Abwicklungsakten, nach

den Anforderungen der Fondsgesellschaft. Nach

Abschluss des Verwertungsverfahrens archiviert

der Servicer sämtliche Akten über einen Zeitraum

von mindestens 10 Jahren gemäß den zum Zeitpunkt

des Vertragsschlusses geltenden gesetzlichen

Regelungen.

1.4 Der Servicer wird sicherstellen, dass die elektronischen

Daten im Zusammenhang mit den einzelnen

Schuldnern, Darlehen und Sicherheiten übermittelt

werden, um beispielsweise eine ordnungsgemäße

Buchführung oder die Berechnung der künftigen

Zins- und Tilgungszahlungen zu ermöglichen.

1.5 Der Servicer gewährleistet, dass alle nach dem

Cut Off, d. h. nach dem Bewertungsdatum der

jeweiligen Forderungspakete, vom Verkäufer vereinnahmten

Zins- und Tilgungszahlungen sowie

sonstigen Erlöse abzüglich etwaiger vom Verkäufer

ausgelöster Kosten auf ein Konto der Fondsgesellschaft

überwiesen werden, für das einem

gegebenenfalls bestimmten Mittelverwendungskontrolleur

der Treuhänder Einsicht zu gewähren

ist. Der Servicer gewährleistet ferner, dass die

erhaltenen Zahlungseingänge und Aufwendungen

PUBLITY PERFORMANCE FONDS NR. 4 GMBH & CO. KG

16 Anhang

den jeweiligen Forderungen der Schuldner zugeordnet

werden können.

1.6 Der Servicer wird ferner sicherstellen, dass die

darlehens-, darlehensnehmer- und sicherheitenbezogenen

Daten in die IT-Systeme des Servicers

eingespielt werden können, damit die erfassten

Daten anschließend mit den Informationen bzw.

dem Inhalt der Kreditakten abgeglichen, ggf. komplettiert

und modifiziert werden können.

1.7 Der Servicer wird die Betreuung und Abwicklung

der Forderungen und ggf. damit verbundener

Sicherheiten insbesondere mit folgenden Tätigkeiten

sicherstellen:

Betreuung der Schuldner, sonstigen Dritten

und den jeweiligen Vermögensgegenständen

zur Realisierung der Forderungen;

Verhandlungen mit Schuldnern und sonstigen

Dritten bezüglich der zu leistenden

Zahlungen, Zahlungsmodalitäten und der

Freigabe oder Verwertung der verbundenen

Sicherheiten;

Einzug und Überwachung aller Zahlungen,

die ein Schuldner oder ein Dritter im Zusammenhang

mit den Forderungen tätigt. Hierzu

zählen u. a. Einzug von Ansprüchen aus Versicherungsverträgen,

Einzug von Forderungen

aus Zwangsverwaltungen oder die Veranlassung

von Zwangsvollstreckungsmaßnahmen;

Vorbereitung und ggf. auch Teilnahme an

Gerichtsverfahren stellvertretend für die

Fondsgesellschaft;

Überprüfung und ggf. Neubewertung

bestehender Sicherheiten;

Bereitstellung von standardisierten und kundenspezifischen

Darlehensinformationen an

den Darlehensnehmer;

Bereitstellung von Informationen und Reporting

für die Fondsgesellschaft;

Monatliche Auszahlung der Erlöse auf das

Konto der Fondsgesellschaft unter Abzug der

in Rechnung gestellten Servicing-Gebühr und

der Gebühr für die Aktenverwaltung.

1.8 Der Servicer soll den Inhalt sämtlicher Kreditakten

der ehemaligen Forderungsinhaber in digitaler

Form – Scanverfahren – einpflegen und die

Daten in ein eigens dafür eingerichtetes Back-Office-System

übertragen. Der Servicer gewährleistet

der geschäftsführenden Gesellschafterin der

Fondsgesellschaft einen ungehinderten Zugang zu

sämtlichen Akteninhalten im Back-Office-System.

119


120

1.9 Der Servicer soll Ermittlungsberichte über einzelne

Schuldner erstellen lassen und in das eingerichtete

Back-Office-System einstellen. Die Fertigung

der Ermittlungsberichte beinhaltet sowohl

Internetrecherchen als auch Vor-Ort-Besuche incl.

Fotodokumentationen.

1.10 Der Servicer wird speziell gebundene Asset-Manager

beauftragen, außergerichtliche Verhandlungen

mit den Schuldnern aufzunehmen und

den Abschluss von Vergleichen über Einmal- oder

Ratenzahlungen vorzubereiten.

1.11 Durch die Asset-Manager werden Sachstandsberichte

gefertigt, die ebenfalls regelmäßig in das

Back-Office-System eingepflegt werden.

2. Forderungsmanagement, Aktenverwaltung

2.1 Der Servicer soll spezialisierte Rechtsanwälte mit

der Aktenverwaltung beauftragen, die für jeden

Schuldner eine Akte anlegen und diese fortführen

werden. Diese Aktenführung umfasst insbesondere

die Führung aktueller Forderungskonten,

jeden einzelnen Schuldner betreffend,

sowie die treuhänderische Verwaltung der eigens

zugunsten der Fondsgesellschaft eingerichteten

Rechtsanwaltsanderkonten.

2.2 Zum Forderungsmanagement gehört insbesondere

die Vorbereitung und Ausfertigung der von den

Asset-Managern mit den einzelnen Schuldnern

verhandelten Vergleiche über Einmal- oder Ratenzahlungen.

Der Servicer soll dafür Sorge tragen,

dass die beauftragten Rechtsanwälte den aktuellen

Stand der Verhandlungen mit den einzelnen

Schuldnern sowie der Verwertung ggf. bestehender

Sicherheiten in das vom Servicer eingerichtete

Back-Office-System einstellen.

2.3 Der Servicer soll sicherstellen, dass die schriftliche

Korrespondenz mit sämtlichen Schuldnern und

anderen Verfahrensbeteiligten regelmäßig über

die beauftragten Rechtsanwälte erfolgt.

2.4 Die vom Servicer beauftragten Rechtsanwälte

werden insbesondere verantwortlich sein für

die Umschreibung von Titeln, wie vollstreckbaren

Urkunden oder Urteilen;

die Prüfung bestehender Sicherheiten;

die Dokumentation der Engagements mit

anhängigen dinglichen und persönlichen

Vollstreckungsmaßnahmen;

die außergerichtliche und gerichtliche Geltendmachung

der Forderungen gegenüber den

jeweiligen Schuldnern;

die Vertragsgestaltung und Begleitung bis

zum Abschluss von Vergleichsvereinbarungen

über Einmal- oder Ratenzahlungen;

Schuldhaftentlassungen im Vergleichsfall.

3. Einleitung von Zwangsvollstreckungsmaßnahmen

Die im Zusammenhang mit eingeleiteten Einzelzwangsvollstreckungsmaßnahmen

notwendigen

Tätigkeiten werden durch beauftragten Rechtsanwälte

erbracht, insbesondere

die Vollstreckung in das bewegliche und das

unbewegliche Vermögen;

der Erlass von Pfändungs- und Überweisungsbeschlüssen

(Kontopfändung, Forderungspfändung

u. a. von Lebensversicherungen,

Arbeitseinkommen, Unterhaltsansprüchen,

Gesellschaftsanteilen, Urheberrechten, Herausgabeansprüchen

etc.) einschließlich Vorpfändungsmaßnahmen

(vorläufiges Zahlungsverbot

etc.);

die Abgabe eidesstattlicher Versicherungen,

die Erteilung von Verhaftungsaufträgen, die

Analyse von Vermögensverzeichnissen, die

Einsichtnahme in Schuldnerverzeichnisse;

die Einleitung von Maßnahmen der

Sicherungsvollstreckung;

die Einleitung von Maßnahmen der Zwangsvollstreckung,

wie Zwangsverwaltung und

Zwangsversteigerung;

die Eintragung von Zwangs- und

Sicherungshypotheken;

die Vertretung im Verteilungsverfahren.

4. Klageverfahren/Prozessvertretung

Die beauftragten Rechtsanwälte werden die Interessen

der Fondsgesellschaft insbesondere durch

die Vertretung in Gerichtsverfahren wahrnehmen.

Dazu gehören insbesondere

Anträge auf Anordnung von persönlichem

und dinglichem Arrest;

Anträge auf Erlass einstweiliger Verfügungen;

die Einlegung von Rechtsmitteln zur

Abwehr von Zwangsvollstreckungsmaßnahmen,

wie Erinnerung, sofortige

Beschwerde, Drittwiderspruchsklage oder

Vollstreckungsabwehrklage.

5. Einleitung und Begleitung von Insolvenzverfahren

Der Servicer stellt sicher, dass die beauftragen

Rechtsanwälte die Interessen der Fondsgesellschaft

wahrnehmen, insbesondere


in Regel- und Verbraucherinsolvenzverfahren;

in außergerichtlichen und gerichtlichen

Schuldenbereinigungsverfahren;

bei Forderungsanmeldungen zur Insolvenztabelle

und bei der Durchsetzung bestrittener

Forderungen;

bei der Durchsetzung von Gläubigerrechten

im Insolvenzverfahren;

bei der Aufdeckung von anfechtbaren Rechtsgeschäften

und bei der Wahrnehmung von

Anfechtungsrechten;

in Restschuldbefreiungsverfahren;

bei der Wahrnehmung von Gläubigerterminen

(z. B. Gläubigerversammlung).

6. Freihändiger Verkauf von Sicherheiten

Darüber hinaus wird der Servicer im Einzelfall

mit den Kreditnehmern Verhandlungen

führen, um eine (ggf. notarielle) Vollmacht

für den freihändigen Verkauf von Immobilien/Sicherheiten

zu erhalten;

Sachverständige zur Objektbewertung

einschalten;

Makleraufträge im Rahmen der Objektverwertung

bzw. eigene Maklertätigkeit

erbringen;

den aktuellen Vermarktungsstand kontinuierlich

überwachen und dokumentieren.

7. Weitergehende Leistungen

Der Servicer wird darüber hinaus alle Leistungen

erbringen, die er für erforderlich hält, um ein bestmögliches

Verwertungsergebnis der Forderungsportfolios

im gerichtlichen oder außergerichtlichen

Verfahren zu erreichen.

Der bei Übernahme eines Portfolios vereinbarte

Portfolio-Businessplan wird von dem Servicer

laufend überwacht und in der Regel quartalsweise

zwischen den Vertragsparteien neu abgestimmt.

§ 4 Tätigkeitsvergütungen

Der Master-Servicer erhält für seine Tätigkeiten

und für die Tätigkeiten der von ihm beauftragten

„Dritten“ nach diesem Vertrag (Rechtsanwälte,

Steuerberater, Immobilienexperten, Asset-Manager,

Wirtschaftsermittler, (Sub-)Servicer oder

andere Fachleute) – zu seinen Händen – die nachfolgend

festgelegten Vergütungen, womit sämtliche

an die gemäß §§ 3 beauftragten „Servicer“ zu

zahlenden Vergütungen abgegolten sind:

PUBLITY PERFORMANCE FONDS NR. 4 GMBH & CO. KG

16 Anhang

1. Servicing

1.1 Für seine Tätigkeiten nach § § 2 und 3 Ziff. 1, 3,

und 5–7 dieses Vertrages erhält der Master-Servicer

eine pauschale Vergütung i. H. v. 30 % der aus

den jeweiligen Einzelforderungen erzielten Erlöse,

jeweils zzgl. der gesetzlichen Mehrwertsteuer.

Die Fondsgesellschaft hat dem Master-Servicer

die Vergütung zu zahlen, wenn

a] Schuldner auf Grundlage geschlossener Vergleiche

Einmal- oder Ratenzahlungen vorgenommen

haben oder

b] die Schuldner aufgrund anderer Umstände,

wie die Einleitung von Zwangsvollstreckungsmaßnahmen,

Insolvenzverfahren,

etc. erfolgreich zur Zahlung veranlasst

worden sind oder

c] Sicherheiten verwertet wurden und Zahlungen

von Dritten auf eingeleitete Zwangsvollstreckungsmaßnahmen

erfolgt sind oder

d] Zahlungen durch Insolvenzverwalter oder

sonstige Dritte auf die Verbindlichkeiten der

Schuldner erfolgt sind.

1.2 Der Master-Servicer gewährleistet, dass sämtliche

Zahlungen aller Schuldner ohne Abzug auf

ein eigens eingerichtetes Konto unter Angabe des

Verwendungszwecks vorgenommen werden, bevor

diese regelmäßig – zumindest einmal monatlich –

nach Abzug der Gebühren für das Servicing und die

Aktenverwaltung auf ein von der Fondsgesellschaft

angegebenes Bankkonto weitergeleitet werden.

Der Master-Servicer wird sicherstellen, dass

die beauftragten Rechtsanwälte oder Servicer der

Fondsgesellschaft monatlich aktuelle Kontoauszüge

vorlegen. Darüber hinaus ist dem ggf. bestimmten

Mittelverwendungskontrolleur oder Treuhänder

Einsichtnahme in das Konto zu gewähren.

Der Master-Servicer wird ferner sicherstellen,

dass die beauftragten Rechtsanwälte oder Servicer

monatlich Aufstellungen fertigen, in denen die

erzielten Erlöse und der darauf entfallende Vergütungsanteil

des Servicers kumulativ dargestellt sind.

1.3 Die Vergütung ist nach entsprechender Rechnungsstellung

fällig und zahlbar bis zum 15. eines jeden

Folgemonats nach den Zahlungen der jeweiligen

Schuldner zzgl. der gesetzlichen Umsatzsteuer.

1.4 Aufwendungsersatz, Spesen oder sonstige Kosten

des Servicers im Zusammenhang mit der Durchführung

dieses Vertrages werden von der Fondsgesellschaft

nur erstattet, wenn die Kostenübernahme

vorher schriftlich bestätigt worden ist.

121


122

2. Forderungsmanagement, Aktenverwaltung

2.1 Für die beauftragte Aktenverwaltung und das Forderungsmanagement

gemäß § 3 Ziff. 2 dieses Vertrages

erhält der Master-Servicer ab dem 01.01.2013

eine jährliche Pauschalvergütung i. H. v. 150.000,00

Euro zzgl. der gesetzlichen Umsatzsteuer.

2.2 Die Master-Servicer wird monatliche Aufstellungen

fertigen, in denen der jeweilige Forderungsbestand,

der darauf entfallende Kaufpreisanteil und

der darauf entfallende Vergütungsanteil jeweils

kumulativ dargestellt sind.

3. Zwangsvollstreckung/Prozessvertretung

3.1 Soweit der Master-Servicer zur Erreichung des

Vertragszwecks Maßnahmen gemäß § 3 Ziff. 3

und 4 dieses Vertrages für notwendig hält, wird

er damit Rechtsanwälte auf Grundlage gesonderter

Vereinbarungen beauftragen.

3.2 Die dafür anfallenden Kosten sind in der pauschalen

Vergütung gemäß § 4 Ziff. 1 dieser Vereinbarung

enthalten. Der Fondsgesellschaft entstehen

insoweit keine weiteren Kosten, sofern nicht die

Voraussetzungen des § 4 Ziff. 1.4 vorliegen.

4. Verkauf der Restforderungen

Für die Vermittlung von Kaufinteressenten bzw.

die Vorbereitung und den Abschluss von Kaufverträgen

über die im 2. Halbjahr 2016 bestehenden

Restforderungen erhält der Master-Servicer keine

weitere Vergütung.

§ 5 Mitwirkungspflichten der Fondsgesellschaft

1. Die Fondsgesellschaft wird dem Master-Servicer

sämtliche zur Erreichung des Vertragszwecks notwendigen

Unterlagen und Informationen uneingeschränkt

zur Verfügung stellen.

2. Die Fondsgesellschaft wird, sofern kein wichtiger

Grund für die Ablehnung vorliegt, die für

die Erreichung des Vertragszwecks notwendigen

Erklärungen abgeben, in privatschriftlicher

Form, oder falls dies erforderlich ist, in notariell

beglaubigter oder notariell beurkundeter Form.

3. Zwischen den Parteien besteht Einvernehmen darüber,

dass alle Entscheidungen, vom Master-Servicer mit

einzelnen Schuldnern ausgehandelte Vergleiche anzunehmen

oder abzulehnen allein der Fondsgesellschaft

bzw. ihren Vertretern obliegt. In der Regel werden diese

Vergleichsvereinbarungen zum Gegenstand haben, die

zugunsten der Fondsgesellschaft bestehenden Forderungen

mit einem Abschlag abzulösen.

§ 6 Berichtspflichten, Weisungsrecht, Genehmigung

1. Der Master-Servicer verpflichtet sich gegenüber der

Fondsgesellschaft, sie jederzeit auf ihre Anfrage

hin über den Bearbeitungsstand jedes Einzelengagements

zu unterrichten.

Zu diesem Zweck wird der Master-Servicer

sicherstellen, dass die beauftragten „Dritten“, insbesondere

die Servicer, regelmäßige Einträge in dem

eigens eingerichteten Back-Office-System vornehmen,

die den aktuellen Bearbeitungsstand wiedergeben.

2. Die Fondsgesellschaft ist berechtigt, alle Einzelforderungen

aus den Kreditportfolios zur vereinfachten

Bearbeitung auf den Master-Servicer

übertragen zu lassen, der diese Forderungen treuhänderisch

im eigenen Namen verwaltet und für die

Fondsgesellschaft auf deren Rechnung verwertet.

Der Master-Servicer verpflichtet sich, mit der

Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns sowie im

Rahmen der gesetzlichen Regelungen zu handeln.

Sofern die Fondsgesellschaft dem Master-Servicer

Weisungen erteilt, hat der Master-Servicer diese

nur zu befolgen, wenn sie zur Erreichung des Vertragszwecks

geboten und zumutbar sind.

3. Die Fondsgesellschaft behält sich das Recht vor,

über die geschäftsführende Komplementärin jederzeit

selbst mit den Schuldnern Kontakt aufzunehmen,

um über eine einvernehmliche Lösung zu

verhandeln und unabhängig davon, die zur erfolgreichen

Durchsetzung der Forderungen gebotenen

Maßnahmen einzuleiten. Ein etwa mit dem Master-Servicer

ausgehandelter Vergleich unterliegt

in jedem Fall der vorherigen Zustimmung oder

der Genehmigung durch die Fondsgesellschaft.

Die Fondsgesellschaft behält sich eine Ablehnung

eines ausgehandelten Vergleiches mit den Schuldnern

ausdrücklich vor, sofern ein wichtiger Grund

für die Ablehnung vorliegt. In diesem Fall ist dem

Servicer die Möglichkeit zu geben, mit den Schuldnern

nachzuverhandeln, um eine einvernehmliche

Lösung, die den Vorstellungen der Fondsgesellschaft

entspricht, zu finden.

4. Vergleiche mit einzelnen Schuldnern, bei denen

Einmal- oder Ratenzahlungen i. H. v. weniger als

4 % des Nominalwertes der Einzelforderungen entsprechen,

bedürfen in jedem Falle der vorherigen,

schriftlichen Zustimmung durch die Geschäftsführung

der Fondsgesellschaft.

5. Sofern dies zur Erreichung des Vertragszwecks

notwendig ist, wird die Fondsgesellschaft dem

Master-Servicer oder den von ihm beauftragten


Rechtsanwälten direkt auf Anforderung entsprechende

Vollmachten zur gerichtlichen oder außergerichtlichen

Vertretung erteilen.

§ 7 Vertragslaufzeit

1. Diese Vereinbarung tritt mit dem Erwerb des 1.

NPL-Portfolios durch die Fondsgesellschaft in

Kraft.

2. Diese Vereinbarung endet mit Erreichung des

Vertragszwecks und unabhängig davon am

31.12.2016, sofern nicht die Gesellschafterversammlung

eine Verlängerung der Laufzeit der

Fondsgesellschaft beschließt.

3. Eine ordentliche Kündigung dieser Vereinbarung

wird ausgeschlossen. Jede Vertragspartei kann

diesen Vertrag nur aus wichtigem Grund kündigen.

Die Kündigungen haben schriftlich zu erfolgen.

§ 8 Gewährleistung/Haftungsbeschränkung

1. Die Parteien sind sich darüber einig, dass die gesetzlich

geltenden Gewährleistungen, einschließlich

solcher nach den Bestimmungen des Bürgerlichen

Gesetzbuches ausgeschlossen sind. Die Haftung

des Master-Servicers für Schadensersatzansprüche

jeder Art, mit Ausnahme von Schäden aus der

Verletzung von Leben, Körper und Gesundheit, ist

– vorbehaltlich besonderer einzelvertraglicher Vereinbarungen

– bei einem durch einfache Fahrlässigkeit

verursachten Schadensfall ausgeschlossen. Dies

gilt auch dann, wenn die Haftung gegenüber einer

anderen Person als der Fondsgesellschaft begründet

sein sollte. Die Haftung des Master-Servicers

sowie seiner Erfüllungsgehilfen bei Vorsatz und

grober Fahrlässigkeit bleibt unberührt.

2. Insbesondere übernimmt der Master-Servicer

keinerlei Gewähr dafür, dass die Forderungen

gegen die Schuldner werthaltig sind und erfolgreich

geltend gemacht werden können.

3. Der Master-Servicer übernimmt gegenüber der

Fondsgesellschaft keine Haftung für den Fall,

dass gekaufte Forderungen oder Sicherheiten nicht

realisiert oder verwertet werden können (keine

Bonitäts- oder Delkrederehaftung der jeweiligen

Verkäufer nach dem Stichtag) insbesondere weil

im Rahmen der Zwangsvollstreckung keine oder

keine ausreichenden Erlöse erzielt werden können

oder weil einzelne Schuldner zahlungsunfähig sind.

4. Über die ausdrücklichen Bestimmungen dieses

Vertrages hinaus ist eine Inanspruchnahme des

Master-Servicers aus einem anderen Rechtsgrund

wegen oder im Zusammenhang mit den Sicher-

PUBLITY PERFORMANCE FONDS NR. 4 GMBH & CO. KG

16 Anhang

heiten, insbesondere wegen Gefährdungshaftungen,

mangelnder Versicherungsdeckung sowie aus

jedem sonstigen Rechtsgrund durch die Fondsgesellschaft

ausgeschlossen.

§ 9 Bankgeheimnis, Datenschutz, Vertraulichkeit

1. Die Parteien stellen sicher und gewährleisten, dass

sie die ihnen ggf. übergebenen Unterlagen nur zum

Zweck der Verwaltung und Geltendmachung der

Forderungen verwenden, diese Dritten weder offenbaren,

noch zugänglich machen und Informationen

über die Schuldner, die dem Bankgeheimnis

bzw. Datenschutz unterliegen, nicht weitergeben

und im Übrigen das Bankgeheimnis und die datenschutzrechtlichen

Vorschriften beachten.

2. Die Parteien werden Informationen, die sie aufgrund

dieses Vertrages und im Zusammenhang

damit erhalten haben und die das Geschäft oder

finanzielle Angelegenheiten von Dritten sowie

jede andere Information vertraulicher Natur, einschließlich

Informationen über die Identität von

Schuldnern betreffen, vertraulich behandeln, mit

der Ausnahme von Informationen,

a] deren Offenlegung durch diesen Vertrag

gestattet ist,

b] die im Zeitpunkt ihrer Mitteilung bereits

öffentlich bekannt waren und dies nicht

auf einer Verletzung der Vorschriften dieses

Vertrages beruht,

c] die aufgrund Gesetz, Verordnung oder

Anordnung eines Gerichts, einer Behörde

oder einer Institution, die mit vergleichbaren

Rechten ausgestattet ist, einschließlich

Zentralbanken, Behörden oder Bankaufsichtsbehörden

sowie Steuerbehörden an

diese gegeben werden müssen,

d] die gegeben werden müssen, um Rechte aus

diesem Vertrag auszuüben, zu schützen oder

durchzusetzen.

3. Der Master-Servicer gewährleistet, dass durch

seine Tätigkeit nach diesem Vertrag der Ruf und

die Geschäftsinteressen sowohl der ehemaligen

Forderungsinhaber als auch der Fondsgesellschaft

in der Öffentlichkeit keinen Schaden nehmen.

4. Die Parteien verpflichten sich wechselseitig zur

strikten Geheimhaltung aller Betriebs- und

Geschäftsgeheimnisse, die ihnen durch die Zusammenarbeit

im Rahmen dieser Vereinbarung offenbart

oder auf sonstige Weise bekannt werden. Sie

werden auch den Inhalt dieser Vereinbarung streng

vertraulich behandeln.

123


124

§ 10 Kooperationsklausel

Die Parteien sind sich darüber einig, dass die Erreichung

des Vertragszwecks in besonderem Maße

von dem Willen der Parteien zu partnerschaftlicher

und vertrauensvoller Zusammenarbeit abhängt.

Sie verpflichten sich daher gegenseitig, zu kooperieren

und etwaige Probleme bei der Umsetzung

dieses Vertrages möglichst kurzfristig partnerschaftlich

zu lösen. Soweit hierfür weitere Handlungen,

ergänzende Erläuterungen und Willenserklärungen

gegenüber dem Vertragspartner oder

Dritten erforderlich sein sollten, verpflichten sich

die Vertragspartner, diese umgehend in der notwendigen

Form abzugeben.

§ 11 Sonstiges

1. Diese Vereinbarung wird wirksam, wenn die Parteien

die von ihnen jeweils unterzeichneten Ausfertigungen

dieser Vereinbarung ausgetauscht haben.

2. Änderungen dieser Vereinbarung einschließlich

dieser Schriftformklausel bedürfen zu ihrer Wirksamkeit

der Schriftform.

3. Dieser Vertrag unterliegt dem Recht der Bundesrepublik

Deutschland. Ausschließlicher Gerichtsstand

für Streitigkeiten aus und im Zusammenhang

mit diesem Vertrag oder seiner Wirksamkeit

ist Leipzig.

4. Die Parteien benennen für die Kommunikation

zur Erreichung des Vertragszwecks folgende

Ansprechpartner:

für den Master-Servicer:

Herr Thomas Olek, Vorstandsvorsitzender

für die Fondsgesellschaft:

Herr Christoph Blacha, Geschäftsführer

5. Die o. g. Ansprechpartner sind berechtigt, jeder

für sich allein und mit der Befugnis Untervollmacht

zu erteilen, unbeschränkt Einsicht in die

dem Servicer durch die Fondsgesellschaft übergebenen

Unterlagen zu nehmen und vollumfängliche

Auskunft zu erhalten.

§ 12 Salvatorische Klausel

Sollten einzelne Bestimmungen dieser Vereinbarung

ganz oder teilweise unwirksam sein oder

werden oder sollte sich darin eine Lücke befinden,

so soll hierdurch die Gültigkeit der übrigen Bestimmungen

nicht berührt werden. Soweit eine bei

Abschluss dieser Vereinbarung zulässige Bestimmung

nachfolgend unwirksam wird, gilt anstelle

der unwirksam gewordenen Bestimmung ab dem

Zeitpunkt ihrer Unwirksamkeit diejenige wirksame

Bestimmung als vereinbart, welche dem Sinn und

Zweck der unwirksam gewordenen Bestimmung

möglichst weitgehend entspricht. Im Falle einer

Lücke gilt diejenige Bestimmung als vereinbart,

die dem entspricht, was nach Sinn und Zweck

dieser Vereinbarung vereinbart worden wäre, hätte

man die Angelegenheit von vornherein bedacht.

Dies gilt auch dann, wenn die nachträglich eintretende

Unwirksamkeit einer Bestimmung auf

einem in dieser Vereinbarung normierten Maß

der Leistung, des Raumes oder der Zeit beruht;

es tritt in solchen Fällen ein dem Gewollten möglichst

nahekommendes rechtlich zulässiges Maß

der Leistung, des Raumes und der Zeit anstelle

des Vereinbarten.

Leipzig, den 25.05.2012

publity Performance Fonds Nr. 4 GmbH & Co. KG

vertr. d. d. publity Investor GmbH

diese wiederum vertr. d. d. GF Christoph Blacha

Leipzig, den 25.05.2012

publity AG,

vertr. d. d. Vorstandsvorsitzenden Thomas Olek


16.6 Vertrag über die Erstellung

der wirtschaftlichen Konzeption

und das Marketing

zwischen

1. der publity Performance Fonds Nr. 4

GmbH & Co. KG,

vertreten durch die publity Investor GmbH,

diese wiederum vertreten durch den

GF Christoph Blacha,

Jacobstraße 27, 04105 Leipzig,

– nachstehend „Fondsgesellschaft“ genannt –

und

2. der publity Marketing GmbH,

vertr. d. d. Geschäftsführer Thomas Olek,

Jacobstraße 27, 04105 Leipzig,

– nachstehend „Auftragnehmer“ genannt –.

Präambel

In der Bankwirtschaft werden notleidende Bankkredite

auch „NPL‘s“, d. h. „Non Performing Loans“ genannt.

Eine Legaldefinition des Begriffs „notleidend“ existiert

nicht. Nach allgemeinem Verständnis liegt ein notleidender

Kredit vor, wenn die Bank wegen wesentlicher

Verschlechterung der Vermögensverhältnisse des Darlehensnehmers

oder wegen Verschlechterung in der

Werthaltigkeit der gestellten Sicherheiten, die zu einer

Gefährdung der Rückzahlung des Darlehens führt, das

Recht hat, den Darlehensvertrag zu kündigen.

Die publity Performance Fonds Nr. 4 GmbH & Co. KG

wird als geschlossener Fonds titulierte Bankforderungen aus

Immobilienfinanzierungen sowie andere urkundlich besicherte

Forderungen von deutschen Banken, ausländischen Finanzinvestoren

und/oder anderen Servicern in einzelnen Paketen

auf Grundlage einzelner und individuell mit den jeweiligen

Verkäufern ausgehandelter Verträge erwerben und aus der

Verwertung der einzelnen Forderungen Einkünfte erzielen.

Die Fondsgesellschaft beabsichtigt den Erwerb einer

Vielzahl von NPL’s, die von verschiedenen Verkäufern

als sog. NPL-Portfolios zu unterschiedlichen Konditionen

angeboten werden. Regelmäßig werden diese Portfolios

aus gekündigten Darlehensforderungen bestehen.

Der Kaufpreis für das von der Fondsgesellschaft

zu erwerbende Gesamtportfolio soll bis zu 20,0 Mio.

Euro betragen.

Die publity Investor GmbH ist die Anbieterin der

Kommanditbeteiligung und trägt die Verantwortung

für den Inhalt des Verkaufsprospekts, dessen Erstellung

Gegenstand dieses Vertrages ist.

PUBLITY PERFORMANCE FONDS NR. 4 GMBH & CO. KG

16 Anhang

§ 1 Vertragsgegenstand

1. Erstellung der wirtschaftlichen Konzeption

1.1 Gegenstand dieser Vereinbarung ist die Entwicklung

des in der Präambel beschriebenen Fondsmodells,

insbesondere die Erstellung der rechtlichen und wirtschaftlichen

Konzeption und die Erstellung und Herstellung

des Verkaufs- bzw. Emissionsprospektes.

1.2 Dazu verpflichtet sich der Auftragnehmer unter

Einbeziehung von ihm gesondert beauftragter

Rechtsanwälte, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer,

die rechtliche und wirtschaftliche Konzeption

nach den Vorgaben und Vorstellungen der

Fondsgesellschaft zu entwickeln und den Emissions-

bzw. Verkaufsprospekt zu erstellen.

1.3 Der Auftragnehmer wird sicherstellen, dass die

beauftragten Rechtsanwälte, Steuerberater und

Wirtschaftsprüfer über eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung

mit einer Deckungssumme

pro Schadensfall i. H. v. mindestens €

1.000.000,00 verfügen.

1.4 Die Erstellung der wirtschaftlichen und rechtlichen

Konzeption beinhaltet im Wesentlichen die

Erstellung des Verkaufs- bzw. Emissionsprospektes,

der folgende Angaben – gegliedert nach einzelnen

Kapiteln – beinhalten soll:

1. Vorwort

2. Beteiligungsangebot im Überblick

3. Übernahme der Prospektverantwortung

4. Risiken der Beteiligung

5. Information des Anbieters über bislang von

ihm aufgelegte Fondsgesellschaften

6. publity Performance Fonds Nr. 4 GmbH &

Co. KG

7. Vertragspartner der Emittentin

8. Chancen der Beteiligung

9. Markt notleidender Kreditforderungen

10. Beteiligung an der publity Performance

Fonds Nr. 4 GmbH & Co. KG

11. Wirtschaftlichkeitsberechnung

12. Steuerliche Grundlagen

13. Rechtliche Grundlagen

14. Fernabsatz- und Verbraucherinformationen

15. Glossar

16. Musterbeitrittserklärung für Kommanditbeteiligungen

an der publity Performance Fonds

Nr. 4 GmbH & Co. KG

17. Anhang

1.5 Die Tätigkeit des Auftragnehmers umfasst auch die

Vorbereitung und Herstellung des Verkaufs- bzw.

Emissionsprospektes selbst, der in einer Auflage von

125


126

15.000 Exemplaren gedruckt werden soll, sowie

eines Kurzprospektes über das Beteiligungsangebot

im Überblick, der ebenfalls in einer Auflage

von 15.000 Exemplaren gedruckt werden soll.

1.6 Sämtliche der vorbenannten Leistungen sind mit

der in § 2 vereinbarten Vergütung abgegolten.

2. Marketing

2.1 Der Auftragnehmer erbringt während der

Emissionsphase bis zum 30.06.2013 laufende

Marketingleistungen.

2.2 Dazu gehören im Einzelnen:

die Erstellung von zusätzlichen Werbematerialien,

z. B. in Form von DVD’s,

die Durchführung von fondsbezogenen

Vertriebsveranstaltungen,

die Durchführung oder Begleitung von Fachkonferenzen

oder -tagungen,

die Begleitung von Fonds-Analysen einschließlich

der Veröffentlichung und Werbung in einschlägigen

Fachzeitschriften sowie

die Erstellung und Verteilung von zusätzlichen

Vertriebsmaterialien wie Analysen und

Veröffentlichungen in Printform.

§ 2 Vergütung

1. Für die Erstellung der wirtschaftlichen Konzeption

erhält der Auftragnehmer von der Fondsgesellschaft

eine Vergütung i. H. v.

340.000,00 Euro

(in Worten: Dreihundertundvierzigtausend Euro)

zzgl. der gesetzlichen Umsatzsteuer, die derzeit

19 % beträgt.

Die Vergütung ist zum Zeitpunkt der Einzahlung

erster Teile des platzierten Emissionskapitals

und nach entsprechender Rechnungslegung durch

den Auftragnehmer zur Zahlung fällig.

2. Für die Erbringung laufender Marketingleistungen

erhält der Auftragnehmer eine weitere Vergütung

i. H. v. 300.000,00 Euro (in Worten: Dreihunderttausend

Euro), die jeweils monatlich i. H.

v. 25.000,00 Euro (in Worten: Fünfundzwanzigtausend

Euro) zzgl. der gesetzlichen Umsatzsteuer

nach Rechnungslegung fällig ist.

§ 3 Vertragslaufzeit

1. Diese Vereinbarung tritt mit der Unterzeichnung

am 25.05.2012 in Kraft und endet für die Leistungen

gem. § 1 Ziff. 1 mit der beanstandungsfreien

Hinterlegung des Verkaufsprospektes bei der

Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht

(BaFin) und der Übergabe des Verkaufs- bzw. Emissionsprospektes

und des Kurzprospektes über das

Beteiligungsangebot im Überblick gem. § 1 Ziff.

5 und für die Leistungen gem. § 1 Ziff. 2 mit dem

Abschluss der Emissionsphase am 30.06.2013.

2. Eine ordentliche Kündigung dieser Vereinbarung

ist ausgeschlossen. Jede Vertragspartei kann diesen

Vertrag nur aus wichtigem Grund kündigen. Die

Kündigungen haben schriftlich zu erfolgen.

§ 4 Gewährleistung/Haftungsbeschränkung

1. Die Parteien sind sich darüber einig, dass die

gesetzlich geltende Gewährleistung, einschließlich

solcher nach den Bestimmungen des Bürgerlichen

Gesetzbuches ausgeschlossen ist. Die Haftung des

Auftragnehmers für Schadensersatzansprüche jeder

Art, mit Ausnahme von Schäden aus der Verletzung

von Leben, Körper und Gesundheit, ist – vorbehaltlich

besonderer einzelvertraglicher Vereinbarungen

– bei einem durch einfache Fahrlässigkeit

verursachten Schadensfall ausgeschlossen. Dies

gilt auch dann, wenn die Haftung gegenüber einer

anderen Person als der Fondsgesellschaft begründet

sein sollte. Die Haftung des Auftragnehmers

sowie seiner Erfüllungsgehilfen bei Vorsatz und

grober Fahrlässigkeit bleibt unberührt.

2. Insbesondere übernimmt der Auftragnehmer die

Verantwortung für die inhaltliche Richtigkeit der

wirtschaftlichen Konzeption und des Verkaufs-

bzw. Emissionsprospektes selbst und versichert,

dass nach seinem Wissen die Angaben in dem von

ihm erstellten Verkaufs- bzw. Emissionsprospektes

richtig und keine wesentlichen Umstände außer

Acht gelassen worden sind.

3. Für den Fall, dass der Eintritt eines Schadensfalls

zu befürchten ist, verpflichtet sich der Auftragnehmer

auf schriftliche Anforderung der Fondsgesellschaft,

mögliche Schadensersatzansprüche gegen

die beauftragten Rechtsanwälte, Steuerberater

oder Wirtschaftsprüfer an die Fondsgesellschaft

abzutreten. In diesem Zusammenhang verpflichtet

sich der Auftragnehmer, der Fondsgesellschaft

alle zur Geltendmachung der Schadensersatzansprüche

notwendigen Informationen und Unterlagen

zur Verfügung zu stellen.

§ 5 Bankgeheimnis, Datenschutz, Vertraulichkeit

1. Der Auftragnehmer stellt sicher und gewährleistet,

dass die ihm zur Verfügung gestellten Unterlagen

nur zum Zwecke der Erfüllung der Verpflichtungen

aus diesem Vertrag verwendet werden und er


diese Unterlagen Dritten weder offenbaren, noch

zugänglich machen und Informationen, insbesondere

über Schuldner, die dem Bankgeheimnis bzw.

Datenschutz unterlegen, nicht weitergeben und im

Übrigen das Bankgeheimnis und die datenschutzrechtlichen

Vorschriften beachtet.

2. Die Parteien werden Informationen, die sie aufgrund

dieses Vertrages oder im Zusammenhang

damit erhalten haben und die das Geschäft oder

finanzielle Angelegenheiten von Dritten sowie

jede andere Information vertraulicher Natur einschließlich

Informationen über die Identität von

Schuldnern, vertraulich behandeln, mit Ausnahme

von Informationen,

a] deren Offenlegung durch diesen Vertrag

gestattet ist,

b] die im Zeitpunkt ihrer Mitteilung bereits

öffentlich bekannt waren und dies nicht

auf einer Verletzung der Vorschriften dieses

Vertrages beruht,

c] die aufgrund Gesetz, Verordnung oder

Anordnung eines Gerichts, einer Behörde

oder ein Institution, die mit vergleichbaren

Rechten ausgestattet ist, einschließlich Zentralbanken,

Behörden oder Bankaufsichtsbehörden

sowie Steuerbehörden an diese

weitergeben werden müssen,

d] die gegeben werden müssen, um Rechte aus

diesem Vertrag auszuüben, zu schützen oder

durchzusetzen.

3. Der Auftragnehmer gewährleistet, dass durch

seine Tätigkeit nach diesem Vertrag der Ruf und

die Geschäftsinteressen der Fondsgesellschaft in

der Öffentlichkeit keinen Schaden nehmen.

4. Die Parteien verpflichten sich wechselseitig zur

strikten Geheimhaltung aller Betriebs- und

Geschäftsgeheimnisse, die ihnen durch die Zusammenarbeit

im Rahmen dieser Vereinbarung offenbart

oder in sonstiger Weise bekannt werden. Sie

werden auch den Inhalt dieser Vereinbarung streng

vertraulich behandeln.

§ 6 Kooperationsklausel

Die Parteien sind sich darüber einig, dass die Erreichung

des Vertragszweckes im besonderen Maße

von dem Willen der Parteien zu partnerschaftlicher

und vertrauensvoller Zusammenarbeit abhängt.

Sie verpflichten sich daher, gegenseitig zu kooperieren

und etwaige Probleme bei der Umsetzung

dieses Vertrages möglichst kurzfristig partnerschaftlich

zu lösen. Soweit hierfür weitere Hand-

PUBLITY PERFORMANCE FONDS NR. 4 GMBH & CO. KG

16 Anhang

lungen, ergänzende Erläuterungen und Willenserklärungen

gegenüber dem Vertragspartner oder

Dritten erforderlich sein sollten, verpflichten sich

die Vertragspartner, diese umgehend in der notwendigen

Form abzugeben.

§ 7 Sonstiges

1. Änderungen dieser Vereinbarung einschließlich

dieser Schriftformklausel bedürfen zu ihrer Wirksamkeit

der Schriftform.

2. Dieser Vertrag unterliegt dem Recht der Bundesrepublik

Deutschland. Ausschließlicher Gerichtsstand

für Streitigkeiten aus und im Zusammenhang

mit diesem Vertrag oder seiner Wirksamkeit

ist Leipzig.

§ 8 Salvatorische Klausel

Sollten einzelne Bestimmungen dieser Vereinbarung

ganz oder teilweise unwirksam sein oder

werden oder sollte sich darin eine Lücke befinden,

so soll hierdurch die Gültigkeit der übrigen Bestimmungen

nicht berührt werden. Soweit eine bei

Abschluss dieser Vereinbarung zulässige Bestimmung

nachfolgend unwirksam wird, gilt anstelle

der unwirksam gewordenen Bestimmung ab dem

Zeitpunkt ihrer Unwirksamkeit diejenige wirksame

Bestimmung als vereinbart, welche dem Sinn und

Zweck der unwirksam gewordenen Bestimmung

möglichst weitgehend entspricht. Im Falle einer

Lücke gilt diejenige Bestimmung als vereinbart,

die dem entspricht, was nach Sinn und Zweck

dieser Vereinbarung vereinbart worden wäre, hätte

man die Angelegenheit von vornherein bedacht.

Dies gilt auch dann, wenn die nachträglich eintretende

Unwirksamkeit einer Bestimmung auf

einem in dieser Vereinbarung normierten Maß

der Leistung, des Raumes oder der Zeit beruht;

es tritt in solchen Fällen ein dem Gewollten möglichst

nahekommendes rechtlich zulässiges Maß

der Leistung, des Raumes und der Zeit anstelle

des Vereinbarten.

Leipzig, den 25.05.2012

publity Performance Fonds Nr. 4 GmbH & Co. KG,

vertr. d. d. publity Investor GmbH,

diese wiederum vertr. d. d. GF Christoph Blacha

Leipzig, den 25.05.2012

publity Marketing GmbH,

vertr. d. d. GF Thomas Olek

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Anmerkungen/Notizen/Fragen

des Anlegers zum Inhalt dieses Verkaufsprospektes

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18.

19.

20.

21.

22.

23.

24.

Für die Beantwortung aller Fragen stehe ich Ihnen als

Geschäftsführer der publity Investor GmbH jederzeit

gerne persönlich zur Verfügung.

Geschäftsführer Christoph Blacha

Telefon +49 (0) 341 / 26 17 87 – 0

Telefax +49 (0) 341 / 26 17 87 – 31

E-Mail c.blacha@publity.de

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Zu Fußnote Nr. 1 von Seite 29:

Der Verkaufsprospekt vom 31.05.2012 enthielt in

Kapitel 7.1 „Wirtschaftliche Konzeption und Marketing“

zur publity Marketing GmbH die Angabe:

„Handelsregister AG Leipzig HRB xxxxx“.

Zu Fußnote Nr. 2 von Seite 87:

Der Verkaufsprospekt vom 31.05.2012 enthielt in

Kapitel 14.1 „Allgemeine Information zur Anbieterin,

zur Emittentin und anderen gegenüber den Anlegern

auftretenden Personen“ zur publity Performance Fonds

Nr. 4 GmbH & Co. KG, die Angabe:

„Handelsregister AG Leipzig HRA xxxx“.

Nachtrag Nr. 1 vom 26.06.2012:

Am 26.06.2012 wurde der Nachtrag Nr. 1 zum vollständigen

Verkaufsprospekt vom 31.05.2012 folgenden

Inhalts aufgestellt:

Am 19.06.2012 wurde die publity Marketing GmbH

im Handelsregister des Amtsgerichts Leipzig unter HRB

28356 eingetragen.

Am 20.06.2012 wurde die publity Performance Fonds

Nr. 4 GmbH & Co. KG im Handelsregister beim AG

Leipzig unter HRA 16681 eingetragen.


PUBLITY PERFORMANCE FONDS NR. 4 GMBH & CO. KG

16 Anmerkungen/Notizen/Fragen des Anlegers zum Inhalt dieses Verkaufsprospektes

131


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Fon: +49 (0) 341 - 26 17 87 - 0 · Fax: +49 (0) 341 - 26 17 87 - 31

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Ausgabe Juni 2012

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