4publity

publity.vertrieb.de

4publity

40

Bedingungen gültig und der Kreditnehmer bleibt weiterhin

durch die bestehenden gesetzlichen Regelungen

geschützt. Auf die Verletzung des „Bankgeheimnisses“

kann ein Abtretungsverbot von notleidenden Forderungen

nicht gestützt werden. Auch aus Datenschutzvorschriften

ergibt sich kein gesetzliches Verbot im Sinne

des § 134 BGB und es liegt kein Geheimnisverrat im

Sinne der Strafvorschriften vor. Insgesamt enthält das

deutsche Rechtssystem damit nach Ansicht der „Bundesvereinigung

Kreditankauf und Servicing e. V.“ heute

schon ein ausgewogenes Verhältnis von Gläubiger- und

Schuldnerrechten, das auch beim Verkauf eines notleidenden

Kredits fortbesteht. Mit großer Spannung

wurde in diesem Zusammenhang auf die Reaktion der

Bundesregierung auf die veränderte Marktlage und

die Bedenken des Verbraucherschutzes gewartet. Am

19. August 2008 trat das Risikobegrenzungsgesetz in

Kraft. Der Gesetzgeber verstärkte hiermit die schutzwürdigen

Positionen der Kreditnehmer und steigerte die

Transparenz der Finanzmärkte. Folgende Neuerungen

für den Abschluss künftiger (Kredit- bzw.) Darlehensverträge

wurden normiert: Banken sind nunmehr verpflichtet,

bereits bei Vertragsabschluss auf die Option

zur Weiterveräußerung des Darlehens hinzuweisen. Die

Aufnahme eines solchen Hinweises in den Allgemeinen

Geschäftsbedingungen genügt den Anforderungen des

Gesetzgebers nicht. Weiterhin wurde die Pflicht der

Banken begründet, drei Monate vor Nichtverlängerung

des Darlehens oder Ablauf der Zinsbindung darauf hinzuweisen.

Eine erfolgte Weiterveräußerung ist künftig

unverzüglich gegenüber dem Darlehensnehmer anzuzeigen.

Banken dürfen ein Immobiliendarlehen erst dann

kündigen, wenn es „notleidend“ ist. Als „notleidend“

wird ein Kredit definiert, bei dem der Kreditnehmer über

einen Zeitraum von 90 Tagen mit zwei aufeinanderfolgenden

Teilzahlungen, mindestens jedoch mit 2,5 % des

Nennbetrags des Kredits, in Verzug ist. Das Risikobegrenzungsgesetz

soll den Schutz des Darlehensnehmers

auch ohne Sonderkündigungsrecht künftig ausreichend

gewährleisten und die Bedenken seitens des Verbraucherschutzes

ausräumen. Eine Veränderung für bereits

bestehende Darlehen ist hiermit nicht verbunden. Insofern

wurde das Urteil des BGH vom 27.02.2007 bestätigt.

Auswirkungen auf den Handel mit NPL-Forderungen

sind nach Einschätzung sowohl der Anbieterin als

auch des Master-Servicers durch die Entwicklung oder

Änderung der Rechtsprechung nicht zu erwarten. Ist

ein Forderungsportfolio veräußert, wird die Beitreibung

einzelner Forderungen in der Regel von einem Abwicklungsdienstleister

(Servicer) übernommen. Nahezu alle

am NPL-Markt tätigen Servicer sind in der „Bundesver-

einigung Kreditankauf und Servicing e. V.“ organisiert,

die am 12.07.2007 in Frankfurt a. M. von führenden

Unternehmen aus den Bereichen Forderungskauf und

Abwicklungsdienstleistung gegründet wurde. Die Servicingleistungen,

die die publity AG für die Fondsgesellschaft

erbringt, werden ebenfalls von Mitbewerbern wie

Deutsche EBH GmbH, Hoist AG, Proceed Collection

Services GmbH, Link Financial GmbH, Crown Credit

Services GmbH, ImmoAdvisors GmbH und anderen

erbracht. Die Bundesvereinigung hat gemeinsam mit

seinen Mitgliedern grundsätzliche Abwicklungsgrundsätze

erarbeitet. Im Einzelnen sind dies:

die unter Vertrag befindlichen Forderungen nach

den deutschen Gesetzen und nach dem Standard

des Bundesverbandes deutscher Inkassounternehmen

(BDIU) zu bearbeiten;

Kreditportfolios nicht nur unter Berücksichtigung

von Ertrags- und Liquiditätsbelangen des Forderungsinhabers

zu verwalten, sondern auch die

örtliche Verbundenheit des Forderungsverkäufers

und seine Verantwortung für die in der Region

lebenden Menschen und ansässigen Unternehmen

zu berücksichtigen;

bestrebt zu sein, vor der Verwertung von Sicherheiten

eine einvernehmliche Lösung mit den Kreditnehmern

herbeizuführen;

für die Bearbeitung hoch qualifizierte und motivierte

Asset Manager zu beschäftigen, die mit den

lokalen Gepflogenheiten im Umgang mit Kreditschuldnern

vertraut sind.

Darüber hinaus wird bei der Bearbeitung notleidender

Kredite ein umfassendes und variables Maßnahmenpaket

angeboten. Dieses kann aus diskontierter Rückzahlung,

teilweisem Forderungsverzicht, Umschuldung, freihändigem

Verkauf von Sicherheiten (wie Immobilien), Forderungsverkauf

oder Rettungserwerb bestehen. Weiterhin

hat die „Bundesvereinigung Kreditankauf und Servicing

e. V.“ ein System der Corporate Governance für ihre

Mitglieder und einen Ethikkodex für den Umgang mit

Schuldnern entwickelt und ein Ombudsmann-System/

Schiedsverfahren eingeführt, um eine Schlichtungsstelle

zu schaffen. Mehr Informationen hierzu sind auf

der Internetseite der „Bundesvereinigung Kreditankauf

und Servicing e. V.“ unter „www.bks-ev.de“ zu finden.

Der von der Fondsgesellschaft eingesetzte Kreditservicer,

die publity AG, ist seit Frühjahr 2008 Mitglied

in der „Bundesvereinigung Kreditankauf und Servicing

e. V. (BKS)“; weitere Mitgliedschaften der publity AG

Ähnliche Magazine