"Euthanasie"-Opfer Erna Kronshage | Lite|Compact|Cartoons

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1934 erlassen die Nazis ein neues Gesetz. Es heißt:

„Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“.

Darin wird festgelegt, dass Menschen mit

besonderen seelischen Störungen oder

Behinderungen keine Kinder bekommen dürfen.

Man nimmt damals nämlich an, dass die Kinder,

Enkel oder Urenkel dieser Menschen dann ebenfalls

seelisch krank oder behindert sein können. Und das

soll verhindert werden.

Behinderte oder Kranke sind nämlich für die Nazis

nutzlos und überflüssig, denn sie kosten nur Geld

und bringen nichts ein.

Bei der Durchführung dieses Gesetzes sind viele

beteiligt: Ärzte, Anstalten, die Polizei,

Gesundheitsämter usw.

Kaum jemand wehrt sich – alle machen mit oder

müssen mitmachen…

Und so hat der Anstaltsleiter von Gütersloh, Dr.

Hartwich, für Erna Kronshage auch einen Antrag auf

„Unfruchtbarmachung“ geschrieben, denn die

„Schizophrenie“ galt als vererbbare Geistesstörung

bzw. seelische Erkrankung. Er legt dem Antrag

Begründungen und Auszüge aus der Krankenakte

bei.

Dr. Hartwich

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