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25.02.2017 Lindauer Bürgerzeitung

25.02.2017 Lindauer

LINDAUER Bürgerzeitung mit Amtsblatt der Stadt Lindau (B) 25. Februar 2017 · Ausgabe KW 08/17 · an alle Haushalte ANSICHTEN Dr. med. Hans Peter Kaufmann, Niedergelassener Internist und Gastroenterologe „Vermeiden statt leiden“, so lautet das Motto des Darmkrebsmonats 2017. Die erfolgreiche Vorsorgemaßnahme mit der Möglichkeit für Männer und Frauen, ab dem 55. Lebensjahr den Dickdarm endoskopisch untersuchen zu lassen, wird seit 2002 von den Krankenkassen kostenfrei angeboten. Die Darmspiegelung in der Hand des Gastroenterologen ist der Goldstandard in der Diagnostik: effektiv, risikoarm und – wenn gewünscht – im Schlaf. Viele Krebserkrankungen wurden durch diese Untersuchung verhindert und bereits vorhandene konnten in den allermeisten Fällen mit hohen Heilungschancen behandelt werden. Bei keiner anderen Krebsart bietet die Früherkennung derart große Heilungschancen wie bei Darmkrebs! Mehr zum Thema lesen Sie auf S. 21 Erscheinungstermine Ihre nächsten BZ erscheinen Samstag, 11.03.2017 Samstag, 25.03.2017 Kunst und Kultur: Fortuna lacht BZ verlost Tickets fürs Theater Hohenweiler S. 15 Mobil: Ein Kleiner ganz groß Fahrbericht zum Micro-SUV Suzuki Ignis S. 17 Aus dem Vereinsleben: BZ verlost Tickets Film- und Fotoshow über die Kanaren im Stadttheater Lindau erleben S. 20 Service: Neuer Standort Das Bestattungsinstitut Karin Schwitzer ist aus der Kemptener Straße in den Bleicheweg 13 umgezogen S. 23 Hochzeiten sind das Schönste Trauungen sind nicht einzige Aufgabe von Standesbeamten Es gilt als das vielleicht schönste Standesamt am Bodensee. Zwischen 230 und 250 Paare genießen den Blick aus dem wunderbaren Trausaal der Villa Toskana alljährlich in Lindau. In Städten vergleichbarer Größe „trauen“ sich lediglich zwischen 120 bis 150 Paare pro Jahr. Für alle Heiratswilligen in und um Lindau, aber auch von außerhalb, heißt dies: rechtzeitig einen Termin reservieren. Denn schon jetzt sind alle möglichen Termine bis in den Oktober hinein belegt. „Für uns ist die Beliebtheit Fluch und Segen zugleich“, sagt Caroline Ehrle, Leiterin des Standesamtes. Fluch, weil Termine für Trauungen meist nur mit einer entsprechend frühen Voranmeldung zu bekommen sind. Dies gilt auch für Lindauer. „Schon jetzt sind wir bis Oktober vollkommen ausgebucht“, sagt Ehrle. Segen, weil „die Hochzeiten das Schönste am Beruf eines Standesbeamten sind und wir uns darüber freuen, wenn wir viele glückliche Paare trauen dürfen.“ Keine zusätzlichen Termine Mehr Termine kann das Standesamt mit seinen drei Mitarbeiterinnen nicht anbieten. Denn die Trauungen sind nur der Höhepunkt der Eheschließung. Eine halbe Stunde nehmen sich Ehrle und ihre Kolleginnen jeweils Zeit und halten es auch für angemessen, um dem Brautpaar und seinen Gästen einen dem Anlass entsprechenden feierlichen Rahmen bieten zu können. Diese halbe Stunde macht aber zeitlich nur ungefähr ein Viertel des Zeitaufwandes für eine Trauung aus. Dazu kommen die Terminabsprachen, die Besprechung der vorzulegenden Unterlagen für die Anmeldung der Eheschließung, das Vorgespräch mit dem Paar, und, und, und… Das heißt aber, dass das Standesamt 500 Stunden im Jahr allein mit Eheschließungen beschäftigt ist. Vor dem Lindauer Standesamt hängt der Himmel voller Herzen. Die Trauungen sind sehr gefragt. Jedoch stellen diese nur einen Teil der Aufgaben dar. Von der Geburt bis zum Tod ist das Standesamt an nahezu jedem wichtigen Ereignis beteiligt. „Die Zahl der Geburten hat in den vergangenen Jahren ebenfalls kräftig zugenommen“, erklärt Ehrle. Waren es in den Jahren zwischen 2006 und 2009 durchschnittlich 230 Geburten im Jahr, stieg diese Zahl mit der Schließung der Geburtshilfestation in Lindenberg rasant an. Zahl der Geburten gestiegen Derzeit beurkunden die Beamtinnen zwischen 400 und 450 Geburten im Jahr. Den durchschnittlichen Zeitaufwand pro Geburt schätzen sie auf 45 Minuten bis eine Stunde, weil Beurkundungen unter Berücksichtigung ausländischen Rechts meist eine umfangreiche Überprüfung und Recherche erfordern, denn leichtfertig dürfen sie nichts ▶ Spendenbereitschaft Es hat geklappt mit der Hilfe für die „Helfer vor Ort“ – neues Einsatzfahrzeug voll ausgerüstet S. 19 BZ Foto: Herpich beurkunden: „Schließlich schaffen wir mit unseren Beurkundungen Tatsachen, die im Falle einer Berichtigung nur auf Grund einer aufwendigen gerichtlichen Anordnung vorgenommen werden dürfen.“ Wer im Standesamt arbeitet, braucht neben dem Einfühlungsvermögen für die jeweilige Lebenssituation der Antragsteller viel Akribie. Lindau hat im Vergleich zu anderen vergleichbaren Städten eine ganze Reihe von Faktoren, die sich auf die Arbeitsbelastung des Standesamtes auswirken. „Ein Beispiel: Bei uns gibt es das Krankenhaus sowie die drei Senioren- und Pflegeheime und das Hospiz, hier haben wir dementsprechend auch eine höhere Anzahl an Sterbefällen, als in Städten ohne diese Einrichtungen.“ Jeder Sterbefall muss beurkundet werden. Dazu kommt, dass die Lindauer Bevölkerung durchschnittlich älter ist, als der Durchschnitt. Auch die Nähe zur Schweiz oder zu Vorarlberg spielt eine Rolle. Denn viele im Ausland lebende Deutsche fahren nicht, wenn sie nach einer Eheschließung oder Geburt eines Kindes eine Namensänderung beantragen müssen, zu den deutschen Botschaften in Bern oder Wien, sondern zum räumlich nächsten Standesamt, das dann häufig Lindau heißt. Von dort aus werden dann die entsprechenden Anfragen an die zuständigen Standesämter weitergeleitet. Die Liste zeitraubender Tätigkeiten könnte Ehrle noch lange weiterführen. Am Ende bleibt das Ergebnis: Trauungen sind nur ein kleiner Teil der Aufgaben des Standesamtes. „Natürlich wird dies in der Bevölkerung oft nicht so wahrgenommen“, versteht Ehrle durchaus, wenn aus der Bevölkerung Kritik kommt, weil plötzlich kein Termin für eine Hochzeit mehr frei ist. „Mir tut es jedes Mal leid, wenn ich einem Paar nicht den Wunschtermin zusagen kann“, bedauert die Leiterin des Standesamts. Zumal, wenn es sich um Lindauer handelt. Doch spezielle Termine nur für Einheimische funktionieren auch nicht. Denn hier stellt sich die Frage, wer denn als Lindauer gilt. Derjenige, der seit drei Monaten zufällig hier wohnt? Oder das Paar, das aus Lindau stammt, aber jetzt beruflich in Hamburg lebt und dennoch in seiner Heimatstadt heiraten will? „Ist nicht auch das Paar aus dem Umland ein Lindauer, weil es hier aufgewachsen und zur Schule gegangen ist“, gibt Ehrle zu bedenken. Kurz: Letztendlich bleibt nichts anderes übrig, als die Termine nach der Reihenfolge der Anfragen zu vergeben. Deshalb kennt sie auch nur einen Weg zum Wunschheiratstermin: „Rechtzeitig vorher anfragen. Viele Paare planen sogar ein Jahr im Voraus.“ JW Trauungszeiten (halbstündl.): - Freitags und letzter Samstag im Monat – außer April und Dezember (wg. Ostern und Weihnachten) 9.30 – 11.30 Uhr, jede halbe Stunde - Überwiegend am 3. Donnerstagnachmittag im Monat 14, 14.30 Uhr und 15 Uhr. Seit Februar 2017 ausgebucht bis Mitte Oktober. ▶ EVLini-Gewinner Hauptpreis: Wir servieren in der BZ-EVLini- Gewinnerlounge in der ESA ein Burger-Menü aus dem „Melbo‘s“ S. 9