s'Positive Magazin 02.2017

onexmagazin

AUSGABE 2 FEBRUAR 2017

Walter Lüthi

Stimmungsmacher

Der Musiker, Gewerkschafter und Unternehmer

erzählt aus seinem bewegten Leben.

UNTER DER ERDE

Wie der Blick aus dem

All Erkenntnisse über

das Erdinnere gibt.

DIE HIGHLANDS

Der Oberaargau – eine

vielfältige Region mit

bewegter Geschichte.

RETO KLÄY

Interview mit dem

engagierten Sportchef

des EV Zug.


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EDITORIAL / INHALT

Liebe Leserin,

lieber Leser

4

Was und wo ist eigentlich der Oberaargau?

Wo sind seine Grenzen? Was hat die

Region mit dem Aargau zu tun? Und wer

sind die Oberaargauer? Höchste Zeit, diesen

Fragen einmal gründlich nachzugehen.

Klaus Zaugg hat dies getan und ist zu

interessanten und erstaunlichen Ergebnissen

gelangt.

In der Ausgabe 04/2016 berichteten wir

über Beizensterben im Oberaargau. In dieser

Ausgabe erzählt uns der Unterhaltungsmusiker,

Gewerkschafter und Unternehmer

Walter Lüthi, wie es in früheren Jahren in

den Tanzsälen der Gasthäuser so abging.

Und wir erfahren, weshalb Huttwil heute

eine Randregion ist und wie dies zu ändern

wäre.

Bald ist es 50 Jahre her, seit erstmals

ein Mensch einen Fuss auf den Mond gesetzt

hat. Bemannte Marsmissionen sind in

Vorbereitung, auch wenn es wohl noch eine

Weile dauert, bis es so weit sein wird.

So weit wir Menschen auch in den Weltraum

vorgedrungen sind, so erstaunlich ist

es, dass wir über das Innere unserer Erde

nur mutmassen können. Denn um restlose

Gewissheit zu erlangen, welche Geheimnisse

unser Planet unter seiner Oberfläche

verbirgt, müssten wir weit in ihn hineinbohren

können. Doch dies ist so schwierig,

dass dagegen ein Spaziergang auf dem

Mars wie ein Kindergeburtstag erscheint.

Nach dem heutigen Stand der Technik ist

eine Bohrung zum Erdmittelpunkt ein

Ding der Unmöglichkeit. Bisher wurden

nur 12 von 6400 Kilometern überwunden.

Viel Spass beim Lesen!

Ihr Bruno Wüthrich

IMPRESSUM

Herausgeber: one X Services

Redaktion: Bruno Wüthrich,

Klaus Zaugg

Layout: tnt-graphics AG,

8305 Dietlikon,

www.tnt-graphics.ch

Auflage: 69 000 Exemplare

Druck: LZ Print,

Luzerner Zeitung AG

Versand: Die Post

Inserate-Annahme und Redaktion:

inserate@spositive.ch

12

4 WALTER LÜTHI

Sein Herz schlägt für Schlager

und Volksmusik, aber

auch für die Rechte der Arbeiter.

Der ehemalige Präsident

der Gewerkschaft Bau

und Holz im Gespräch.

12 DAS ERDINNERE

Eine Reise ins Innere der

Erde ist unmöglich. Trotzdem

gelingen den Forschern

immer wieder Erkenntnisse

über die Beschaffenheit unseres

Planeten.

20 WUSSTEN SIE SCHON

Warum Vögel nicht an die

Füsse frieren und welches

der am häufigsten verwendete

Baustoff für Häuser ist.

22 GRENZLAND

Die unbekannte bekannte

Region Oberaargau ist nur

schwer zu definieren, hat

eine interessante Geschichte

und eine grosse kulturelle

Vielfalt.

28 INTERVIEW

Sportchef Reto Kläy will

mit dem EV Zug den NLA-

Titel gewinnen – unter

anderem in Einbezug

innovativer Methoden.

34 DIE SEITE DER LESER

Leserbriefe.

20

22

28

s’Positive 2 / 2017 3


WALTER LÜTHI

Musikant,

Gewerkschafter,

Unternehmer

Walter Lüthi spielt seit den 50er Jahren in

verschiedenen lokalen Bands. Doch auch

politisch ist er eine Grösse. Nicht zuletzt durch

seinen Einsatz für die S-Bahn nach Huttwil.

TEXT: KLAUS ZAUGG UND BRUNO WÜTHRICH

Er machte Tanz- und Stimmungsmusik, er war «Büezer»

und später Unternehmer, er engagierte sich in der Gewerkschaft

und für den Erhalt der S-Bahn von Huttwil

nach Bern und sie nannten ihn den «kleinen Hubacher»,

in Anspielung auf den SP-Titanen Helmut Hubacher. Wir

haben Walter Lüthi (75) dazu überredet, uns aus seinem Leben zu

erzählen. Ein Leben im Oberaargau.

s’Positive: Sie personifizieren ein Stück Oberargauer Musikgeschichte.

Walter Lüthi: Wir wollen nicht übertreiben.

Sie spielten seit 1958 in zahlreichen Formationen. Mit den Teddy

Jungs, mit EL-MA-RO, mit den lustigen Rohrbachern, dem

Arietta-Quintett und jahrelang mit «Resi & Wädi» schliesslich

im Trio «Resi, Wädi & René.»

Es gab in dieser Zeit im Oberaargau sehr viele Tanzbands. Die Calimeros,

die Juwela aus Madiswil, Rialto aus Langenthal, die Tornados

aus Burgdorf, die Edelstones aus Ufhusen und die Marita aus

Wys sachen.

Schwelgt in Erinnerungen:

Im Interview

erzählt Walter Lüthi

Anekdoten aus

seinem spannenden

Leben.

4 s’Positive 2 / 2017


s’Positive 2 / 2017 5


WALTER LÜTHI

Eine goldene Zeit des Rock’n’Rolls.

Nein. Wir spielten und sangen die gängigen

Schlager, Tiroler-Musik und Schweizer

Volksmusik, noch nicht Rock. Es war moderne

Volksmusik. Meinten wir jedenfalls. Wir

kopierten den Oberkrainer-Stil von Beny

Rehmann und Slavko Avsenik, wir sangen

die Seemannslieder von Fredy Quinn, die

Schlager der blauen Jungs, wir spielten Dixie

und Bahama Blues.

Waren Sie gut?

Das müssen Sie andere fragen. Res Christen,

unser Trompeter der Lustigen

Rohrbacher war überall, wo er dabei

war, auch der Beste. Er kannte

Beny Rehmann, und bat ihn,

doch mal bei uns reinzuhören.

Beny kam dann tatsächlich einmal

ins Häbernbad um uns zuzuhören.

Er ermunterte uns, so

weiterzumachen.

Waren Sie jedes Wochenende unterwegs?

Fast. Pro Monat dürften es schon drei Wochenenden

gewesen sein. Wir waren alle

Lehrlinge und wir fühlten uns wie Könige,

wenn wir eine Gage von 50 Franken oder

gar mehr erhielten. Das war für die damalige

Zeit sehr viel Geld. Wir hatten immer

Geld, manchmal habe ich fast den Eindruck,

mehr als heute…

Sie waren vor allem Rhythmus-Gitarrist

und Sänger. Wo haben Sie das Gitarrenspiel

gelernt?

Es hat indirekt etwas mit der Heilsarmee zu

tun.

Mit der Heilsarmee?

Ja, in gewisser Weise. Paul Althaus aus Eriswil

war 1958 der Gittarist bei den Teddy-

Jungs. Er zeigte die Gitarrengriffe. Er hatte

das Gitarrenspiel bei der Heilsarmee erlernt.

Davon konnte ich nun profitieren.

Und wie lernten Sie die Schlager?

Wenn einer von uns auf neue Musik aufmerksam

wurde, besorgten wir uns das

Band und hörten es ab. Oft bekamen wir

auch die Noten dazu vom damaligen Musikhaus

Etter in Huttwil oder vom Musikhaus

Ernst in Oftringen. Dann spielten und sangen

wir die Stücke spontan nach. Später, als

es Computer gab, wurde das Lernen etwas

MIt der Band «Die

Lustigen Rohrbacher»

war Walter Lüthi –

hinten rechts mit

der Gitarre – einige

Jahre unterwegs.

«Wir spielten in den Tanzsälen

der Wirtschaften. Wir bekamen

die Einnahmen aus dem Verkauf

der Tanzbändel, der Wirt verdiente

Geld mit den Getränken.»

einfacher und es ging auch ohne Tonband.

Res Schürch hat während gut 30 Jahren die

Musikstücke in Noten umgearbeitet, die uns

dann bei der Formation «Resi & Wädi» und

«Resi, Wädi & René» eine unbezahlbare Hilfe

waren. Ohne seine Noten hätten wir nicht

spielen können.

Und wo machten Sie Musik?

Damals hatten viele Wirtschaften

einen Tanzsaal. Die Wirte

fragten, ob wir spielen möchten.

Der Tanzsaal wurde uns zur Verfügung

gestellt und unsere Einnahmen

erzielten wir mit den

Eintritten, aus dem Verkauf der

Tanzbändeli. Der Wirt verdiente

Geld mit dem Verkauf der Getränke.

Damals waren die Wirte

noch unternehmungslustiger. Wenn einer

einen beheizbaren Tanzsaal hatte, versuchte

er, Anlässe zu organisieren. Wir spielten auch

an Maskenbällen in den Kantonen Solothurn,

Aargau und Luzern. Es war die Zeit, als die

Tänzerinnen und Tänzer punkt Mitternacht

zur Demaskierung auf die Stühle standen.

Wir mussten gerade bei unseren Fastnachts-

Gastspielen diskret sein, entdeckten wir doch

bei der Demaskierung immer wieder Damen

und Herren aus Huttwil und Um gebung.

Von der Musik konnten Sie leben?

Nein. Was wir einnahmen, investierten wir

in unsere Instrumente und in die Soundanlage.

Noch in den 1980er Jahren waren

die Verstärker gross wie Kühlschränke und

es knisterte und knatterte. Wir holten die

Instrumente und Verstärker beim Musikhaus

Ernst in Oftringen auf Kredit, und zahlten

dann nach und nach die Rechnung aus unseren

Gagen. Er vertraute uns und wir enttäuschten

ihn nie. Wir spielten auch mal für

Speis und Trank. Einmal kamen wir von einem

Auftritt im Bündnerland zurück und

hielten auf dem Hirzel. Wir sagten dem Wirt:

Wir möchten gerne etwas essen und trinken

und machen dir dafür ein wenig Musik. Ach,

das waren Zeiten. Die spontane Fete ging bis

in die Morgenstunden.

Und die Tanzsäle waren voll?

Meistens gut besetzt. Ausser, wenn am gleichen

Datum eine der ganz grossen Bands wie

die Calimeros oder die Tornados in der Nähe

spielten. Am besten lief es, wenn schon um

6 s’Positive 2 / 2017


«Das waren noch Zeiten»: Walter Lüthi erinnert sich.

acht Uhr die Post abging. Dann blieben die

Leute.

Erinnern Sie sich noch, wie viele Zuschauer

zu Ihrem ersten Anlass kamen?

Das weiss ich nicht mehr. Wir begannen ja

auch nicht mit eigenen Anlässen, sondern

wurden zunächst für Hochzeiten oder nach

Theateraufführungen gebucht. Danach kamen

meistens die Vereine und Wirte auf uns

zu.

Es gab damals viele Tanzbands im

Oberaargau. Waren das Konkurrenten?

Oh ja! Man redete nicht miteinander und wir

hatten grossen Respekt vor den grossen

Bands. Man sprach sich auch nicht ab. Weder

über die Auftrittsorte noch über die Termine.

Wir waren keine der ganz grossen Bands.

Wir mussten die Auftritte nehmen, die man

uns offerierte. Nur die Grossen konnten sich

ihre Auftritte aussuchen.

Welches war euer grösster Auftritt?

Wir hatten einmal einen grossen Auftritt

beim Eidgenössischen Schützenfest in Basel.

Auch da durften wir Tanzbändeli verkaufen.

Doch wir vergassen, die Bändeli beim Musikhaus

Otto Etter abzuholen. Also musste

einer von uns nach Huttwil zurückfahren

und die Bändeli holen. Es traf unsern Schlagzeuger,

und der fehlte halt dann bei den

ersten Songs.

Wie seid ihr gereist?

Zu fünft mit allen Instrumenten und Anlagen

mit einem VW-Bus. Meistens fuhr unser

Schlagzeuger Franz Kiefer aus Aarwangen

oder ich.

Gab es auch Auftritte im Ausland?

Ja, die gab es. Wir reisten oft mit Reisegesellschaften

oder Vereinen und hatten

unsere eigenen Instrumente dabei. Einmal

reisten wir als Formation «Lustige Rohrbacher»

mit der Musikgesellschaft Rohrbach

nach Mayrhofen im Zillertal. Wir bestellten

hierfür zwei internationale Wagons, in die

wir die Uniformen und die Instrumente verluden.

Verladen wurden aber auch Unmengen

an Getränken. Die Wagons wurden dann

mit einer alten VHB-Güterlok von Rohrbach

nach Langenthal gefahren und dort an den

Zug angehängt. In Jenbach bei Innsbruck

mussten wir noch einmal alles umladen. In

Mayrhofen hatte dann nicht nur die Musikgesellschaft

einen grossen Auftritt. Auch wir

als «Lustige Rohrbacher» kamen zum Zug.

Wir retteten damals sogar den Anlass. Eigentlich

hätte eine berühmte Tirolermusik

auftreten sollen. Aber die waren bei ihrer

Ankunft so betrunken, dass sie nicht mehr

spielen konnten.

Eine indiskrete Frage: Wie war das eigentlich

mit den Frauen? Wir gehen davon aus,

dass Musiker damals ganz schön sexy waren.

Für Frauen hatten wir meistens gar keine

Zeit. Aber wir hatten unsere weiblichen Fans.

Einige von uns lernten ihre Frauen auch tatsächlich

beim Musik machen kennen. Meine

Frau lernte ich bei einem Tanzanlass im Restaurant

zu den Alpen in Eriswil kennen.

Ansonsten waren wir seriös, denn wir hatten

vertragliche Verpflichtungen zu erfüllen.

Darauf haben wir immer geachtet. Und

gottseidank haben uns unsere Frauen unterstützt.

Musikantenfrauen sind grosszügig.

Ihr habt also nicht «wüst» getan.

Nein, wir hatten uns meistens im Griff. Wir

hatten ja Musik zu machen. Wenn sich einer

von uns ausnahmsweise vergass und sich

hinter der Bühne mit einer Dame angeregt

s’Positive 2 / 2017 7


WALTER LÜTHI

unterhielt, dann holten wir ihn umgehend

zurück. Andernfalls hätte der Wirt reklamiert.

Sie haben im Oberaargau nicht nur Musik

fürs Volk gemacht. Sie haben auch als Gewerkschafter

fürs Volk geschaut.

Ja, ich setzte mich für die Büezer ein. Ich

hatte meine Eltern früh verloren und meinen

Vater und meine Mutter nie gekannt. Auch

wenn gut zu mir geschaut wurde, so musste

«Klassenkampf-Romantik

gab es nicht. Wir haben vor

über 40 Jahren für die Rechte

der Büezer gekämpft und das

war auch nötig.»

ich doch früh lernen, für mich zu schauen.

Ich war in Huttwil Präsident der Gewerkschaft

Bau und Holz (heute Unia – die Red).

Das waren andere Zeiten. Alleine die Sägerei

Lanz in Rohrbach bot um die 300 Arbeitsplätze.

Die Eisenbahn fuhr jeden Tag von Eriswil

aus einen Sonderkurs und hielt kurz vor

07.00 Uhr auf der Höhe der Sägerei auf offener

Strecke, damit die Arbeiter aussteigen

und von dort aus zur Arbeit gehen konnten.

Da gab es wohl auch noch die Romantik

des Klassenkampfes.

Romantik würde ich das nicht nennen. Wir

haben vor über 40 Jahren für unsere Rechte

gekämpft und das war nötig. Ich war mehrere

Male als Gewerkschaftsvertreter der

Region bei den Lohnverhandlungen in Zürich

dabei. Wir tagten in Fünfsternhotels und

alleine der äussere Rahmen war beeindruckend.

Ich reiste mit dem Zug an, die Firmeninhaber

kamen mit den grossen Autos.

Ich denke, dass wir unsere Sache nicht

schlecht gemacht und gut argumentiert haben.

Der Arbeitsfrieden ist nur dann gewährleistet,

wenn die Arbeiter mit ihrem Lohn

zufrieden sind. Wir holten einmal eine Erhöhung

des Stundenlohnes um einen Franken

heraus. Dies war für die

damalige Zeit, Ende der 1950er

Jahre, enorm, denn die Monatslöhne

lagen bei rund 1000 Franken.

Aber wir konnten auch

nichts daran ändern, dass in

Huttwil und Umgebung in der

Stunde 20 bis 30 Rappen weniger

bezahlt wurden als in Burgdorf

oder Langenthal.

Das war die Zeit, als die SP

noch für die Büezer da war.

Sie sagen es. Damals waren wir auch politisch

aktiv und stellten jeweils in Huttwil

drei oder sogar vier von damals elf Gemeinderäten.

Sie waren selbst Geschäftsmann. Normalerweise

sind Geschäftsleute weder in der

Gewerkschaft noch in der SP. Wenn Sie

mit den Arbeitgebern, zu denen Sie selbst

gehörten, höhere Löhne aushandelten,

mussten sie ja diese selbst auch bezahlen.

So ist es. Auch ich hatte mich an die Gesamtarbeitsverträge

zu halten. Ich war ja selbst

nicht immer Geschäftsmann, sondern zuvor

ebenfalls Arbeiter. Schon mein damaliger

Chef sagte jeweils zu mir, dass es sehr wichtig

sei, dass die Arbeiter zufriedenen seien.

Nur so könne ein Betrieb vorwärts machen.

Walter Lüthi hatte auch unkonventionelle Ideen: Etwa den SP-Express nach Huttwil.

Heute haben es die Gewerkschaften

schwerer.

Auch damals waren nicht alle Arbeiter eines

Betriebes gewerkschaftlich organisiert.

Wenn ich jeweils von den Verhandlungen mit

den Arbeitgebern zurückkehrte, waren es

bezeichnenderweise jene, die nicht bei der

Gewerkschaft waren, die sich als erste über

die Ergebnisse informieren wollten.

Wir erinnern uns, dass Sie einmal die SP-

Genossen nach Huttwil geholt haben.

Ich war damals Präsident der SP Huttwil und

wir wurden angefragt, ob wir in Huttwil den

kantonalen SP-Parteitag organisieren könnten.

Das war kein einfaches Unterfangen.

Wir rechneten mit über 500 Teilnehmern.

Wohin mit den Autos? Also organisierten wir

den SP-Express von Bern über Ramsei nach

Huttwil.

Den SP-Express?

Wir organisierten einen Sonderzug, der von

Bern über Ramsei nach Huttwil fuhr und die

Genossinnen und Genossen konnten an verschiedenen

Orten zusteigen. Als ich diesen

Zug bestellte, wurde ich gefragt, ob ich noch

bei Sinnen sei und wisse, was das kosten

werde? Ja, ich wusste es. Etwas mehr als

4000 Franken. Aber wir wagten es trotzdem.

Wir brachten das Geld durch den Ticketverkauf

mehr als nur herein und im Zug verkauften

wir auch noch Essen und Getränke.

Nachdem alles gut über die Bühne gegangen

war, bekam ich von EBT-Direktor Charles

Kellerhals eine handgeschriebene Dankeskarte.

Das SP-Urgestein Helmut Hubacher kam

offenbar auch. Man nannte Sie nachher

jedenfalls den «kleinen Hubacher».

Ja, er kam auch zu diesem Parteitag. Ich

lernte ihn durch meine Tätigkeit als Gewerkschafter

kennen und schätzen. Er war ein

SP-ler und Gewerkschafter der alten Garde.

Wie kamen Sie eigentlich dazu, mit Bundesrat

Willi Ritschard im Hotel zum Mohren

zu speisen?

Ich war mit ihm bekannt und er rief mich

eines Tages an und sagte, er sei mit seiner

Frau auf der Durchreise und wolle in Huttwil

etwas essen. Aber bitte keinen Empfang, kein

Brimborium, keine Musik. Also reservierte

ich im Hotel Mohren (heute kleiner Prinz /

die Red.) drei Plätze zum Nachtessen. Es

kam dann schon etwas Nervosität auf, als ich

mit dem Bundesrat und seiner Gattin eintraf.

Wir assen Bratwurst mit Rösti und es

schmeckte allen. Der hohe, aber private Besuch

blieb etwa zwei Stunden.

Sie arbeiteten über 30 Jahre bei der Möbelfabrik

Meer und machten sich 1993

selbständig. Aebi und Meer, die grossen,

weitherum berühmten Möbel fabriken in

Huttwil verfielen dem Konkurs. Warum

das?

8 s’Positive 2 / 2017


ZUSATZINFOS

Feuerfeste Musik

Am 11. März 1998, einem Mittwoch,

wurde das Restaurant

«Krone» in Rohrbach durch

einen Brand zerstört. Dieses

Brandunglück hätte beinahe

das vorzeitige Ende des Duos

«Resi & Wädi» bedeutet. Walter

Lüthi und Res Schürch, seit

1992 ein Duo, sollten am Samstag

im Kronensaal zum Tanz

aufspielen. Weil sie am vorausgegangenen

Wochenende bereits

im Kanton Aargau musiziert

hatten, luden sie auf dem

Rückweg ihre Musikanlage (Instrumente,

Verstärker, Keyboard

etc.) gleich in der Krone ab. Alles

wurde ein Raub der Flammen.

Res Schürch hatte zum

Glück wenigstens sein Akkordeon,

das ihm einst seine Eltern

geschenkt hatten, mit nach

Hause genommen.

Die unersetzlichen Noten

Alles in allem ein Fall für die

Versicherung. Aber im Feuer

war auch der Aluminium-Koffer

mit den Noten von mehr als

150 Musikstücken geblieben.

Das gesamte Repertoire des

Duos. Walter Lüthi erinnert

sich: «Res Schürch hatte im

Laufe der Jahre über 150 Stücke

für uns auf Papier gebracht

und wir spielten nach diesen

Vorlagen. Wären sie verbrannt,

dann hätten wir wahrscheinlich

aufgehört.» Eine Spezialität des

Duos waren ja gerade «Oldies»,

die alten Schlager.

Die ganze Angelegenheit liess

Res Schürch und Walter Lüthi

keine Ruhe. «Wir wollten einfach

nicht wahrhaben, dass wir

unser Repertoire verloren hatten.

Was, wenn der Koffer mit

den Noten nicht verbrannt

war? Einige Kollegen von der

Feuerwehr Rohrbach durchsuchten

für uns am darauffolgenden

Sonntag den

Brandplatz. Und tatsächlich

fanden sie den Koffer. Er war

angeschwärzt. Aber zu unserer

grossen Freude waren die Noten

im Koffer unbeschädigt.»

Walter Lüthi vergisst diese Begebenheit

noch aus einem anderen

Grund nicht: Zu seiner

Pensionierung schenkten ihm

Res und Heidi Schürch ein

ganz besonderes Andenken:

Die beim Brand verkohlte Gitarre,

eingeschweisst in einen

Schaukasten. «Wir durften über

dreissig Jahre lang im Keller

der Garage von Res und Fritz

Schürch üben und unsere Instrumente

einlagern. Dafür

möchte ich mich bei dieser Gelegenheit

einmal bedanken.»

Und so konnten «Resi & Wädi»

noch über ein Jahrzehnt weitermachen,

bald darauf als Trio

zusammen mit René Schär.

Fortan hiess die Formation

«Resi, Wädi & René». Die drei

Musiker kamen zu einem Auftritt

in Paul Stuckis populärer

TV-Sendung «Musigstubete».

«TeleBärn» zeichnete die

Sendung auf der Lueg auf.

Die drei Musikanten nahmen

2009 auch eine CD auf («Ein

Herz voller Musik»), die im

Rössli zu Auswil getauft wurde.

Vor zwei Jahren trat Walter

Lüthi zum letzten Mal auf. Er

spielt heute nach wie vor in der

Musikgesellschaft Rohrbach

und engagiert sich bei den

Naturfreunden Huttwil für das

Naturfreundehaus «Ämmital»

auf der Höchschwendi hinter

dem Ahorn.

Resi, Wädi und René auf der CD

«Ein Herz voll Musik».

Ein besonderes

Geschenk von Res

und Heidi Schürch:

Die beim Brand der

Krone komplett

verkohlte Gitarre.

Es waren viele Faktoren dafür verantwortlich.

Aber in erster Linie gelang die Umstellung

von teuren Qualitätsmöbeln auf billige

Massenproduktion nicht. Auch deshalb, weil

die dafür notwendigen Investitionen die

Finanzkraft der Unternehmen über stiegen.

Sie restaurierten in den Räumlichkeiten

der ehemaligen Möbelfabrik Aebi diese

Qualitätsmöbel. Heute führt ihr Schwiegersohn

diese Tradition weiter (Fiechter

& Lüthi GmbH). So leben die traditionsreichen

Meer-Möbel im Kleinen weiter.

So ungefähr. Bei uns kann man Möbel reparieren

und restaurieren lassen und darunter

sind immer wieder Möbel der Firmen Meer

und Aebi. Wir verkaufen aber auch neue

Möbel.

Sie kämpften vergeblich für die Erhaltung

der S-Bahnstrecke von Huttwil über Ramsei

nach Bern. Trotzdem dürfte Sie die

Eröffnung des neuen Bahnhofes in Huttwil

freuen.

Ja natürlich freue ich mich sehr über den

neuen Bahnhof. Auch die Busverbindungen

in die Dörfer sind eine Bereicherung und

sehr wichtig. Aber nun zeigt sich erst recht,

was wir Huttwiler versäumt haben. Es betrübt

mich, dass wir von der Hauptstadt abgehängt

worden sind. Eine direkte S-Bahn-

Verbindung nach Bern für die Pendler, also

für jene, die im Raum Bern arbeiten, wäre

für die Attraktivität von Huttwil als Wohnort

sehr, sehr wichtig. Andere Gemeinden hätten

um einen solchen Anschluss engagierter

gekämpft und hätten nicht so schnell aufgegeben.

Ist es mehr als Eisenbahn-Nostalgie?

Oh ja. Wir hatten die S-44. Von Huttwil über

Ramsei, Burgdorf und Hindelbank nach

Bern. Also einen direkten Anschluss. Wir

konnten in Huttwil ein- und in Bern aussteigen.

Klar können wir weiterhin über Lan-

s’Positive 2 / 2017 9


WALTER LÜTHI

genthal nach Bern fahren. Aber dann müssen

wir umsteigen. Huttwil wird so zur

Randregion von Langenthal gemacht. Der

immense Wert eines direkten S-Bahn-Anschlusses

an Bern wurde in Huttwil immer

unterschätzt. Es spielt sehr wohl eine Rolle,

ob bereits im Berner Bahnhof an der Anzeigetafel

Huttwil steht. Huttwil ist dann nicht

nur mit dem Zentrum verbunden. Huttwil

ist dann dem Zentrum auch näher. Ohne

diesen direkten S-Bahn-Anschluss, bei dem

man ohne Umsteigen sitzen bleiben kann,

sind wir buchstäblich eine Rand region. Da

hilft der Slogan «Huttwil mitten drin» wenig.

Es wird ohne S-Bahn-Anschluss nicht einfacher,

die mehr als 100 neuen Leerwohnungen

zu besetzen.

Hätte denn dieser S-Bahn-Anschluss gerettet

werden können?

Ja! Ja! Und deshalb ist es so schade. Begründet

wurde es damit, dass auf dieser Strecke

niemand mehr mit der Bahn reisen würde.

Doch wir haben Zählungen durchgeführt.

Bereits in Huttwil stiegen um die 40 Leute

Walter Lüthi kämpft weiter für eine direkte

Eisenbahnverbindung Huttwil–Bern.

in diese S-Bahn zu, in Sumiswald waren es

schon über 100 und ab Burgdorf waren fünf

Wagen besetzt. Das Bedürfnis war unbestritten.

Die Bahn hatte viel Geld in den Ausbau

dieser Strecke investiert und die Argumente,

die schliesslich gegen den weiteren Betrieb

des Teilstückes Huttwil bis Sumiswald vorgebracht

wurden, waren nicht überzeugend.

Es hiess, der Tunnel vor der Station Grünen

müsse aus Sicherheitsgründen geschlossen

oder für eine Million saniert werden. Alles

nicht wahr. Inzwischen fahren wieder Züge

durch den Tunnel nach Sumiswald. Es wäre

möglich, die S-Bahn-Verbindung erneut aufzunehmen.

Ich habe den Kampf noch nicht

aufgegeben.

Warum ging diese S-Bahn-Verbindung

verloren?

Es ging ums Geld. Der Beitrag der Gemeinde

Huttwil an den öffentlichen Verkehr ist

beim Busbetrieb kleiner als beim Bahnbetrieb.

Dabei hat man unterschätzt, welche

Bedeutung ein direkter S-Bahn-Anschluss

wirklich hat.

ZUSATZINFOS

Von der Bedeutung der Eisenbahn

Die Zeiten ändern sich. Aber

gewisse Dinge bleiben über

die Jahre gleich. Beispielsweise

die Bedeutung der Eisenbahn.

Im Jahr 1939 verfasste

Alfred Pernet im Auftrage der

Bahnverwaltung eine Denkschrift

zum 50-jährigen Bestehen

der Langenthal–Huttwil-

Bahn. Sie betrieb damals die

Linien Huttwil–Langenthal,

Huttwil–Sumiswald–Ramsei,

Huttwil–Wolhusen und Huttwil-Eriswil.

Seine Schlussfolgerungen aus

dem 56-seitigen Bericht zeigen,

dass es schon seine Logik

hat, dass in Huttwil

50 Millionen in einen

neuen Bahnhof investiert

worden sind.

Und sie zeigen auch,

dass das Engagement

für die Eisenbahn

(wie das von Walter

Lüthi) sehr wohl seine

Richtigkeit hat.

Damals wie heute.

«Es ist heute müssig

zu fragen, wie Huttwil

ohne seine Bahnen

wohl aussehen

möchte. Sicher wäre

es nie geworden, was

es heute ist. Jeder

Ort entwickelt sich

gemäss seinen Verkehrsmöglichkeiten

und Anschlussverhältnissen

an

die Umwelt. Ein gewerblicher

oder industrieller Aufstieg ohne

Eisenbahn ist nicht denkbar.

Wir wissen, dass bald

nach der Eröffnung der Langenthal–Huttwil-Bahn

in Huttwil

eine starke Bautätigkeit

einsetzte und jahrelang anhielt.

Aus den Geschäftsberichten

geht hervor, dass besonders

das Jahr 1895 ein Rekordjahr

der Bautätigkeit war.

1889 standen an der Bahnhofstrasse

nur wenige vereinzelte

Häuser. ... Im ganzen waren es

damals 615 Häuser. Was ist

seither neu dazugekommen?

Jeder kann sie selbst sehen,

die schönen Quartiere auf dem

Fiechtenfeld, der Hofmatt, der

Uech, der Hub, an der Luzernstrasse.

Heute (1939 – die

Red.) zählt Huttwil 1054 Häuser,

wovon 439 oder zwei

Fünftel erst nach der Bahneröffnung

entstanden sind. Nahezu

die Hälfte des Städtchens

sehr jungen Datums ist. Im

Jahre 1889 betrug das Grundsteuerkapital

5,238 Millionen.

Heute beträgt es 24,638 Millionen.

Walter Lüthi strebt eine Aufwertung von Huttwil mit Hilfe der S-Bahn an.

Die Bahn als Wachstumsmotor

Verkehrsunternehmungen wie

die Eisenbahn befruchten alle

Zweige des Wirtschaftslebens,

beleben Handel und Wandel

und eröffnen dem Unternehmungsgeist

reiche Aussichten.

Aus einer auf solche Weise aktivierten

Wirtschaft fliessen

der Allgemeinheit neue Einnahmen

in Form von Steuern

jeder Art zu, die das ausgelegte

Aktienkapital reichlich verzinsen,

und hier liegt der Lohn

des Opferwillens, nicht in der

Dividende. Es genügt, dass ein

solcher Betrieb, der ganz öffentlichen

Zwecken dient, sich

selber erhalte. Im Augenblick,

da unter Umständen ein Umbau

unserer Bahn zur Notwendigkeit

wird, mag diese Feststellung

wohl am Platze sein.»

Die Geschichte scheint sich zu

wiederholen. Oder ist es bloss

ein Zufall, dass in Huttwil gerade

in diesen Zeiten überaus

rege Wohnungen gebaut werden,

da 50 Millionen in den

Neubau des Bahnhofes investiert

wurden? Schelme sagen,

in Huttwil sei so viel gebaut

worden, dass wohl nur jede

Wohnung bewohnt werde,

wenn man das bedingungslose

Gratiswohnen einführe. Aber

das sind wirklich Schelme.

10 s’Positive 2 / 2017


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WISSEN

Wie weit sind wir auf dem Weg

ZUM MITTELPUNKT

DER ERDE?

12 s’Positive 2 / 2017


Das Innere der Erde

birgt noch immer

viele Geheimnisse.

TEXT: BRUNO WÜTHRICH

Die tiefste Bohrung ins Erdinnere erreichte

1989 die Tiefe von 12 300 Meter.

Begonnen wurde das Bohrprojekt

1970 auf der russischen Halbinsel Kola.

Bei einem mittleren Erdradius von

6370 Kilometer ist die Bohrtiefe lediglich ein Kratzen

an der Oberfläche. Zum Vergleich: Die Distanz

bis zum Erdmittelpunkt ist rund 100 Kilometer

länger als die Luftlinie von Bern nach New York

City. Es geht also ganz schön weit hinein. Und es

wird sehr, sehr heiss. Ein weiterer Vergleich: Stellen

wir uns die Erde als Apfel vor, dann hätten

wir es bisher nicht einmal fertiggebracht, auch

nur die Schale zu durchstossen. «Der Weg zum

Erdkern bleibt uns für immer verborgen», sagt

der Geochemiker Jürgen Koepke. «Wir werden

eher ferne Planeten erreichen als das, was tief

unter unseren Füssen liegt.» In Gedanken können

Wissenschaftler aber zum Erdmittelpunkt

reisen. Sowohl vom Weg als auch vom Ziel bestehen

klare Vorstellungen. Dank raffinierter

Methoden werden unserem Planeten erstaunliche

Geheimnisse entlockt. Weitere aufsehenerregende

Einblicke werden folgen.

DIE ERSTEN VIER KILOMETER

«Sie stehen jetzt am tiefsten Punkt der Erde»,

steht auf einem Schild, 3612 Meter unter der

Erdoberfläche. Kein Mensch ist jemals tiefer

ins Erdreich vorgedrungen. Zum Vergleich:

Von Zermatt zum Matterhorngipfel hinauf sind

es gut 2800 Meter Höhenunterschied, also

rund 800 Meter weniger. Dieser tiefste Punkt

befindet sich im südafrikanischen Mponeng.

Dort schuften in der Tiefe rund 4000 Arbeiter.

Damit es die Männer so tief unter der Erdoberfläche

aushalten, werden pro Tag hunderte

Tonnen Eis produziert, mit Salz vermischt und

in die Goldmine gepumpt, um die Temperatur

von 55 auf 28 Grad zu senken. Die Mine verbraucht

so viel Strom wie eine Stadt mit 400 000

Einwohnern. Unmengen an Wasser werden hier

durch Rohre gepumpt, und durch das Tunnel-

Labyrinth heult die Belüftung. 380 Kilometer an

Tunnels wurden bereits ins Gestein gefräst –

knapp 50 Kilometer mehr, als beim gesamten

Woher wollen wir wissen, wie es im Innern

der Erde aussieht? Die tiefste je gemachte

Bohrung ins Erdinnere erreichte gerade mal

12 Kilo meter. Die Distanz bis zum Mittelpunkt

derErde beträgt jedoch 6400 Kilometer.

Foto: shutterstock.com/Vadim Sadovski

s’Positive 2 / 2017 13


WISSEN

nur Granit. Dieser wies allerdings eine höhere

Dichte auf als weiter oben, und damit

hatte niemand gerechnet. Dies zeigte den

Forschern, dass keine noch so ausgeklügelte

Theorie über das Innere der Erde eine Bohrung

ersetzen kann. Geplant war, dass das

Bohrloch in Kola auf mehr als 30 Kilometer

Tiefe reichen sollte, also bis an den Rand des

Erdmantels, in den Bereich der Moho. Doch

die hohen Temperaturen bis zu 180 Grad, mit

denen niemand gerechnet hatte, machten der

Bohrung nach 12,2 Kilometern den Garaus.

Das Bohrmaterial, unter anderem Aluminium,

war für solche Temperaturen einfach

nicht geschaffen. Dennoch bleibt die Kola-

Bohrung bis heute eine enorme technische

Leistung.

Bei Vulkanausbrüchen werden nebst Magma auch Stücke vom Mantelgestein

ausgespuckt, die den Forschern wertvolle Informationen liefern.

U-Bahn-System von New York City. Was sind

schon 3,6 Kilometer im Angesicht von 6400

Kilometern bis zum Erdmittelpunkt? Man

frage die Arbeiter. Die werden Auskunft geben

können.

Die hohen Temperaturen von

bis zu 180 Grad, mit denen niemand

gerechnet hatte, machten

der Bohrung nach 12,2 Kilometern

den Garaus.

DIE NÄCHSTEN 46 KILOMETER

Die meisten Erkenntnisse über das Erdinnere

gewinnen Forscher, indem sie Erdbeben

auswerten. Bis zu 50 seismische Erschütterungen

werden täglich weltweit gemessen.

Jedes Beben erzeugt eine Reihe von Schallwellen,

die den gesamten Erdkörper durchziehen.

Ihre niedrigen Frequenzen verunmöglichen

es dem menschlichen Ohr, sie zu

hören. Aber die Messstationen rund um den

Globus regis trieren ihre Laufzeiten, Echos

und Streuungen. Dank ihnen erhalten die

Forscher Aufschluss über die Dichte und die

Art des Gesteins, die sie durchlaufen.

Der kroatische Meteorologe und Geophysiker

Andrija Mohorovicic (1857 – 1936)

machte 1909 eine interessante Entdeckung.

Nach dem Beben von Pokupsko (nahe Zagreb)

vom 8. Oktober 1909 ergaben Messungen

mit dem Seismographen, dass einige

P- und S-Bebenwellen von unterhalb einer

Tiefe von 50 Kilometern später eintrafen als

erwartet. Dafür gab es nur eine Erklärung:

Das tiefer gelegene Gestein musste dichter

(fester) sein, als das Material darüber.

Diese Erkenntnis warf die bisherigen Vermutungen

über den Haufen. Bis anhin beschäftigten

sich die Wissenschaftler lediglich

mit der Erdkruste, also mit der Oberfläche

unseres Planeten. Doch wenn man 30 bis 50

Kilometer ins Erdinnere vordringen

könnte, würde man auf eine

vollkommen andere Schicht treffen

– den Erdmantel. Die Grenze

zwischen der Kruste und dem

Mantel wird heute Mohorovicic-

Diskontinuität – oder kurz Moho

– genannt.

Doch nicht immer gelingt es,

aus seismischen Messungen die

richtigen Schlüsse zu ziehen. So

zum Beispiel auf der russischen

Halbinsel Kola. Dort zeigten Erdbebenwellen

in einer Tiefe zwischen drei und sechs

Kilometern auffällige Veränderungen. Die

Forscher schlossen daraus, dass anstelle von

Granit , wie es weiter oben vorkommt, eine

schwerere Basaltschicht vorhanden sein

muss. Erst bei einer Bohrung stellte man

fest: Es gab keinen Basalt. Sondern immer

WEITERE 250 KILOMETER

Die Entfernung zwischen Europas West- und

Amerikas Ostküste nimmt jedes Jahr um zehn

Zentimeter zu. Während sich also der Atlantik

kontinuierlich vergrössert, schrumpft auf

der anderen Seite des Globus der Pazifik.

Indien verschiebt sich allmählich unter das

Himalaja-Gebirge. Ein Teil des oberen Erdmantels

ist deshalb für die Wissenschaft sehr

interessant. Dort befindet sich eine Art Motor,

der Kontinente verschiebt und Erdbeben

erzeugt. Man nennt diesen Bereich Asthenosphäre.

Sie beginnt etwa 100 Kilometer unter

der Erdoberfläche und dürfte etwa 200

Kilometer dick sein.

Da sich die darauf liegende Erdkruste

bewegt, wissen die Forscher, dass die Asthenosphäre

nicht aus starrem Gestein bestehen

kann. Sie vermuten eine zähe Masse,

unter welcher – in tieferen Schichten – ein

hoher Druck existieren muss. Zusammen mit

der Restwärme, die noch von der Erdentstehung

übriggeblieben ist, bewirkt dieser

Druck, dass sich Gesteinsmaterial erhitzt. Es

dehnt sich aus und steigt empor, wodurch

nicht nur die Asthenosphäre in Bewegung

gerät, sondern auch die auf ihr liegenden

Kontinentalplatten.

Geraten bei solchen Verschiebungen zwei

grosse Erdplatten gegeneinander, bebt die

Erde. Die Entladung der auftretenden Spannungen

liefert den Forschern nützliche Daten

aus dem Erdinneren.

Daten sind jedoch nicht alles, was die Wissenschaft

benötigt. Gebraucht wird auch

handfestes Material, das man betrachten und

analysieren kann. Geliefert wird dieses bei

Vulkanausbrüchen, bei denen Stücke von

Mantelgestein mitgerissen und ausgespuckt

werden.

DIE NÄCHSTEN 2700 KILOMETER

Eine Vulkaneruption in Brasilien förderte vor

zwei Jahren einen winzigen Diamanten an

die Oberfläche. Wissenschaftler fanden

Foto: shutterstock.com/KalypsoWorldPhotography

14 s’Positive 2 / 2017


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WISSEN

Zurzeit ist eine Tiefenbohrung geplant.

«Ein Stück vom Erdmantel heraufzuholen,

wäre ein geologischer

Schatzfund wie das Mondgestein»,

sagt ein beteiligter Forscher.

darin das Mineral Ringwoodit. Zuvor hatte

man dieses nur in Meteoriten gefunden.

Weil Diamanten wie auch Ringwoodit nur

unter grossem Druck entstehen können, gehen

die Forscher davon aus, dass das Fundstück

aus rund 500 Kilometern Tiefe stammt

– aus der Übergangszone zwischen dem

oberen und unteren Erdmantel. Doch der

drei Millimeter grosse Krümel enthielt auch

1,4 Prozent Wasser. Und dies war die eigentliche

Sensation.

Die Entdeckung deutet darauf hin, dass

es in der unteren Übergangszone des Erdmantels

riesige Mengen von eingeschlossenem

Wasser geben könnte. Im Gestein des

Erdmantels könnte sogar dreimal so viel

Wasser gebunden sein wie in allen Ozeanen

zusammen. Doch es braucht nicht immer

Vulkanausbrüche, manchmal fördert die

Erde auch auf unspektakuläre Weise interessantes

Material aus ihrem Innern zutage.

Zum Beispiel Serpentinite, welche unter

anderem auch in den Schweizer Alpen gefunden

werden. Serpentinit ist umgewandeltes

Magma-Gestein, das aus ultrabasischem

Tiefengestein hervorging. Vor Millionen

von Jahren noch zum Erdmantel unter

dem Ozean gehörend,

wird es durch tektonische

Prozesse nach

oben gehoben.

Im arabischen Hadjar-Gebirge,

im Oman,

findet man derartiges

Material. Für Wissenschaftler

eine Fundgrube.

Aber das Gestein ist

Millionen von Jahren alt

und stark verwittert.

Zudem wurde es mit der Zeit mit einer grösseren,

unbekannten Menge von Kohlenmonoxyd

versetzt. Die Forscher wünschen sich

deshalb, einmal frisches, unbelastetes Mantelmaterial

untersuchen zu können. Nötig

dafür ist eine Tiefenbohrung! Eine solche

Bohrung wird derzeit geplant.

Einer der beteiligten Forscher, der Brite

Damon Teagle sagt: «Ein Stück vom Erdmantel

heraufzuholen, wäre ein geologischer

Schatzfund wie das Mondgestein.»

Doch wie wollen die Forscher verhindern,

dass sie nicht wie bei der Kola-Bohrung auf

halbem Weg zum Erdmantel steckenbleiben?

Sie machen sich eine geologische Besonderheit

zunutze: Die Moho liegt zwar

unerreichbare 30 – 60 Kilometer tief unter

Das japanische

Schiff Chikyu

besitzt einen

130 Meter hohen

Bohrturm.

dem Festland der Kontinente, aber an manchen

Stellen findet man sie nur vier Kilometer

unter dem Meeresboden. Die Bohrung

soll deshalb von einem Schiff aus erfolgen.

Auf der ganzen Welt gibt es nur ein Schiff,

das sich für dieses Projekt eignet. Die «Chikyu»

aus Japan. Sie verfügt über einen 130

Meter hohen Bohrturm, in dem ein Elektromotor

das bis zu zehn Kilometer lange Bohrgestänge

antreibt.

Die Forscher hoffen, an der Grenze zwischen

Erdkruste und Erdmantel mehr als nur

Erkenntnisse über altes Gestein zu gewinnen.

Existiert unter dem gigantischen Druck

der Masse und in grosser Hitze vielleicht gar

Leben? Ausgeschlossen ist es nicht. Auf dem

Meeresboden wurden schon Bakterien gefunden,

die mehr als 120 Grad aushalten.

Andere Mikroben halten elf Kilometer unter

Wasser einen Druck von 1000 Bar aus. Mehr

noch: Sie brauchen ihn sogar, um existieren

zu können.

IN 3000–5000 KILOMETERN TIEFE

Die Grenzschicht zwischen unterem Erdmantel

und äusserem Erdkern wird «D-

Schicht» genannt. Sie ist rund 200 Kilometer

dick und liegt in ungefähr 3000 Kilometer

Tiefe. Druck und Temperatur steigen hier

drastisch an. Experten sprechen von 5000

Grad Celsius. Hier beginnt das Gestein flüssig

zu werden.

Es besteht vor allem aus den Elementen

Nickel und Eisen. In dieser elektrisch leitenden

Flüssigkeit, die kaum zäher als Wasser

ist, können sich durch Fliessbewegungen

elektrische Ströme verstärken und Magnetfelder

ausbilden. Hier entsteht das Erdmagnetfeld.

Der äussere Erdkern reicht bis in

eine Tiefe von etwa 5150 Kilometern.

Wie geht man vor, etwas zu erkunden,

an das man nie herankommen

wird? Die Wissenschaftler versuchen gar

nicht erst, dem Erdkern möglichst nahe

zu kommen, sondern erkunden ihn vom

Weltraum aus. Sie profitieren dabei von den

jüngsten Erkenntnissen der Astrophysik.

Drei Satelliten der europäischen Weltraumorganisation

ESA umkreisen die Erde

derzeit im Verbund. Jeder ist ausgerüstet mit

mehreren Sensoren, die das Magnetfeld der

Erde im Visier haben. Die Mission «Swarm»

(Schwarm) soll bis Ende 2017 laufen.

Eine erste Zwischenbilanz zeigt, dass sich

das Magnetfeld, das unseren Planeten vor

kosmischer Strahlung und Sonnenstürmen

schützt, sich allmählich abschwächt. Rätselhaft

ist jedoch, dass dies nicht für jede Region

gilt. Zum Beispiel im südlichen Indischen

Ozean wird das Magnetfeld stärker. Die Vorgänge

tief im Erdinneren, an der Grenze

zwischen Mantel und Kern, sind für die Wis-

Foto: wikipedia.com/Gleam

16 s’Positive 2 / 2017


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WISSEN

ZUSATZINFOS

Erkenntnisse aus dem Weltraum

Mit Hilfe von Satelliten wurden in

den letzten Jahren die ersten –

noch unvollständigen – dreidimensionalen

Vermessungen des Erdmagnetfeldes

gemacht. Das

Swarm-Trio soll alle bisher bekannten

Daten hinsichtlich der Qualität

sowie der zeitlichen und räumlichen

Genauigkeit toppen. Die von

den Satelliten gelieferten Messungen

von Stärke, Ausrichtung und

Schwankungen des Erdmagnetfelds

sowie Messungen der elektrischen

Feldstärke bilden die Basis, um

verschiedene Quellen des Erdmagnetfelds

unterscheiden und in

Modellen erklären zu können.

Durch die Kombination mit Daten

anderer Weltraummissionen wie

Cluster (ESA), CHAMP (Deutschland)

oder STEREO (USA) erhoffen

sich die Wissenschaftler neue Erkenntnisse

zur Entwicklung des

Erdmagnetfeldes und seinen komplexen

Wechselwirkungen mit

der Ionosphäre, den oberen

Atmosphärenschichten, der solaren

Partikelstrahlung (Sonnenwind)

sowie deren möglichen

Einfluss auf das Klima.

Mit Hilfe von

Satelliten wird das

Innere der Erde

erforscht.

senschaftler immer noch mysteriös. Ihre Vorstellung:

Je näher sich Material am Erdmittelpunkt

befindet, desto grösserem Druck ist es

ausgesetzt, und desto dichter ist es. Der

Dichteunterschied zwischen Erdmantel und

Kern ist vermutlich sogar grösser als der

zwischen Luft und Erdoberfläche.

DER FESTE, INNERE ERDKERN

An der Grenze vom äusseren zum inneren

Erdkern ist es offenbar noch um 1000 Grad

heisser, als die Wissenschaft lange Zeit

angenommen hatte. Französische Forscher

fanden dies bei einem Experiment

heraus. Dabei wurde ein Eisenteilchen

mit zwei spitzen Diamanten mit einem

Druck zusammengepresst, der zwei Millionen

Mal höher ist als der Luftdruck

auf der Erde. Gleichzeitig erhitzte ein

Laser das Eisenteilchen so lange, bis es

schmolz. Dies geschah bei einer Temperatur

von rund 4800 Grad. Der Schmelzpunkt

von Eisen liegt normalerweise bei

1538 Grad. Einen weiteren Anstieg

hätte die Apparatur nicht verkraftet.

Hochrechnungen ergaben indes, dass

an der Grenze zwischen äusserem und

innerem Erdkern Temperaturen von

6300 Grad herrschen müssen.

Bei dieser Temperatur und einem

Druck wie an der Erdoberfläche von 1

Bar wäre Eisen ein Gas. Im Mittelpunkt

der Erde (in 6378 Kilometern Tiefe)

herrschen jedoch 3,5 Millionen Bar

Druck, und selbst bei einer Temperatur

von 5000 Grad bilden Nickel und Eisen

dann eine feste Metallkugel, die rotiert.

Doch ganz so homogen, wie man

lange Zeit annahm, ist diese Kugel

nicht. Bei der von US-Forschern durchgeführten

Analyse von Erdbeben-Nachschwingungen

kam heraus, dass die

Verlaufsform der Wellen sich innerhalb

des Kerns verändern. Daraus lässt sich

schliessen, dass nur im unmittelbaren

Zentrum eine homogene Kugel existiert.

Der restliche innere Erdkern muss anders

strukturiert sein.

Nichts in der Erde ist von Dauer. Wenn

eines Tages der flüssige Brei im äusseren

Erdkern erstarrt sein wird, wird unser Planet

kein schützendes Magnetfeld mehr

haben. Bis dahin kommt es auch in höher

gelegenen Erdzonen immer wieder zu Umwandlungsprozessen.

Gesteine werden in

tiefere Lagen befördert, um Millionen Jahre

später wieder aufzutauchen. Neue Gebirge,

Schluchten und Täler werden entstehen. Ob

der Mensch dann noch existieren wird?

Quellen:

PM, Ausgabe 07/2016,

planet-wissen.de, ESA

Foto: shutterstock.com/AzmanMD

18 s’Positive 2 / 2017


Campus Perspektiven I Schwarzenbach Dörfli 6 I 4953 Schwarzenbach (Huttwil)

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EISSAISONENDE

Sonntag, 12. März 2017

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9:00 - 15:00

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FREIER

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EISLAUF

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Das letzte Mal

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in dieser Saison!

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11:00

11:00

PLAUSCHMATCH

PLAUSCHMATCH

Huttu High Flyers vs. SV Heimisbach

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16:00 - 17:00

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SCHAULAUFEN

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Skating Club Huttwil

Skating Club Huttwil

RESTAURANT

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Campus Perspektiven

Campus Perspektiven

ab 10:00

ab 10:00

SPORTBAR

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300er Club

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WUSSTEN SIE SCHON?

DER AM MEISTEN VERWENDETE BAUSTOFF

Lehm ist Weltmeister

Mehr als ein Drittel aller Menschen weltweit

wohnen in Häusern, die aus Lehm gebaut

sind. Ob Siedlungen in Marokko wie Aït-Ben-

Haddou (Bild), die Pueblos der Indianer in

Mexiko, die vielstöckigen Häuser im Jemen

oder die Rundbauten in der chinesischen

Provinz Fujian – überall wurde und wird

Lehm als Baustoff verwendet. Selbst die

gros se Moschee von Djenné in Mali mit einer

Innenfläche von 3200 Quadratmetern ist aus

Lehmziegeln gebaut.

In Europa erlebt dieses preiswerte, ökologisch

unstrittige und im grossen Umfang

zur Verfügung stehende Naturmaterial seit

WUSSTEN

SIE SCHON?

geraumer Zeit eine Renaissance. Es gibt

Lehm putz, Lehmfarben, Lehmwände und

sogar Dämmplatten aus Lehm. Diese Rückbesinnung

auf den vielseitigen Baustoff hat

mit den interessanten Eigenschaften des

Materials zu tun. Weil Lehm viel Feuchtigkeit

aufnehmen und auch dosiert wieder

abgeben kann, reguliert es die Luftfeuchtigkeit

in Wohnräumen. Er absorbiert Gerüche

und bindet Schadstoffe, er speichert die

Wärme des Tages und gibt sie in

der Nacht wieder ab. Zudem

schützt Lehm mit seinem

Feuchtigkeitsgehalt von etwa

fünf Prozent das verbaute Holz. Denn

weil pflanzliche und tierische Schädlinge

einen Wassergehalt von 8–16 Prozent benötigen,

wird ihnen mithilfe von Lehm die Lebensgrundlage

entzogen. Lehm ist ausserdem

elektrostatisch neutral und zieht deshalb

keine Schmutz- oder Staubpartikel an.

Einziger Nachteil: Lehm ist nicht wasserfest

und muss deshalb vor Wasser geschützt

werden. Die klassische Variante: Offenporiger

Kalkputz lässt das Regenwasser

ablaufen und entlässt

gleichzeitig die Raumluftfeuchte

ins Freie.

1

20 s’Positive 2 / 2017


BARFUSS IM WINTER

Vögel frieren nicht an den Füssen

Vögel haben von Natur aus kalte Füsse. Das

ist, auf einen einfachen Nenner gebracht, der

Grund, weshalb Vögel auch im Winter nicht

an ihre Füsse frieren. Während wir Menschen,

wenn wir im Winter in der Kälte herumstehen,

trotz warmer Socken und isolierenden

Schuhen bald einmal an die Füsse

frieren, bekommen Amseln und Blaumeisen

keine Frostbeulen, wenn sie barfuss im

Schnee und auf Eis herumlaufen. Vögel empfinden

die Aussenkälte nicht als störend und

frieren nicht auf zugefrorenen Teichen fest.

Im Vogelorganismus herrscht ein enormes

Temperaturgefälle. Oben sorgt das dichte

Gefieder für wohlige Temperaturen bis 40

Grad. Die Fusssohlen weisen jedoch dank

dem sogenannten Wundernetz nicht einmal

1 Grad auf. Im Wundernetz sorgen viele feine

Blutgefässe im Gegenstromprinzip dafür,

dass das Blut, das vom Herzen kommt, für

die Füsse abgekühlt wird. Gleichzeitig wird

2

das kühle Blut, das von den Füssen kommt,

vom absteigenden Blut wieder erwärmt.

Das funktioniert, weil die Blutgefässe in

den Beinen vielfältig und trickreich miteinander

vernetzt sind. Die Bezeichnung «Wundernetz»

ist also zutreffend. Hinzu kommt,

dass Vögel an den Füssen weniger Nerven

haben. Da der Frost an den Füssen für Vögel

nicht gefährlich ist, muss das Nervensystem

sie nicht vor Erfrierungen warnen.

KEIN ALKOHOL IM SPIEL

Wie entstehen «Nebensonnen»?

Fotos: Shutterstock.com/Ivoha, Aleksandrov Ilia, cdbr225

Ganz schön perfid, wenn man ein oder zwei

Gläser getrunken hat, und dann doppelt,

sondern sogar dreifach sieht. Oder wenn

man sich, völlig nüchtern, auf einem anderen

Planeten wähnt, weil plötzlich drei Sonnen

am Himmel stehen. Wie kann das sein?

Die beiden Zusatzsonnen erscheinen bei

einem speziellen Lichteffekt jeweils in einem

Winkel von 22 Grad links und rechts von der

echten Sonne, leuchten aber deutlich schwächer.

Diese Nebensonnen entstehen, wenn

sich das Sonnenlicht an Eiskristallen in der

Atmosphäre bricht und spiegelt. Dünne, hexagonal

geformte Eisplättchen richten sich

in ruhiger Luft waagerecht aus und wirken

dann wie Prismen: An der Seite des Prismas

tritt das weisse Sonnenlicht ein und an der

übernächsten wieder aus. Dabei wird es je

nach Wellenlänge in einem bestimmten Winkel

gebrochen, so dass die Nebensonnen

einen Farbverlauf erhalten, der an einen

Regenbogen erinnert. Das Phänomen kann

überall auf der Welt auftreten und ist meistens

bei leichter Schleierbewölkung zu sehen.

Manchmal zeigt sich auch nur eine Nebensonne.

Die englische Bezeichnung für das

Phänomen lautet «Sun Dogs»: Sonnen, die

wie zwei Hunde rechts und links nicht von

der echten Sonne weichen.

3

s’Positive 2 / 2017 21


OBERAARGAU

VOM IMPERIUM

zum Verwaltungsbezirk

Oberaargau? Einem Fremden diesen

Begriff zu erklären ist überaus

schwierig. Wie soll denn

einer verstehen, dass eine Gegend,

die einen Kanton in ihrem

Namen trägt (Aargau) mit diesem Kanton

nichts zu tun hat? Das ist so, als ob es einen

Landesteil «Oberbern»gäbe, der aber mit

Bern nichts am Hut hätte.

Die einfachste Erklärung: Der Oberaargau

besteht aus dem Verwaltungskreis

Oberaargau. Bis 2009 bestand er aus den

beiden bernischen Amtsbezirken Wangen

und Aarwangen. Die heute zum Verwaltungskreis

Oberaargau gehörenden Gemeinden

Eriswil, Huttwil, Walterswil und Wyssa-

chen sind «umgezont» worden: Sie gehörten

vorher zum Amtsbezirk Trachselwald und

damit zum Verwaltungskreis Emmental.

Diese «Umzonung» ist ein erster Hinweis

darauf, wie schwierig es ist, den Oberaargau

zu definieren. Es gibt zwei weitere Beispiele

für die Schwierigkeit, zwischen Oberaargau

und dem Emmental zu unterscheiden. Im

Schwingen ist das Bernbiet in die Gaue Oberland,

Mittelland, Seeland, Emmental, Jura

und Oberaargau aufgeteilt. Zum oberaargauischen

Schwingerverband gehören die

Schwingklubs von Herzogenbuchsee, Burgdorf,

Kirchberg, Langenthal, Huttwil, Niederbipp

und Limpach. Burgdorf, das Tor zum

Emmental? Ja, so ist es. Deshalb dürfen die

Mitglieder des Schwingklub Burgdorf für

den emmentalischen oder den oberaargauischen

Gauverband ins Sägemehl steigen. Im

Volk der Schwinger gilt: Wer sich vom Emmental,

von Oberburg her Burgdorf nähert,

befindet sich im Emmental. Wer Burgdorf

Richtung Zürich verlässt, befindet sich im

Oberaargau.

Das Eidgenössische Schwingfest von 2013

war ein gemeinsames Werk der Emmentaler

und der Oberaargauer – von aussen wurde

es jedoch als ein Fest der Emmentaler wahrgenommen.

Ein «Doppel leben» zwischen

Oberaargau und Emmental fristet seit allen

Zeiten Huttwil im oberen Tal der Langeten.

Huttwil gehörte zum Amtsbezirk Trachsel-

Fotos: Marcel Bieri

22 s’Positive 2 / 2017


Der Oberaargau ist ein

unbekanntes Wesen:

Auf der Spur von Menschen

und Geschichten in den «Highlands»

der Schweiz. TEXT: KLAUS ZAUGG

Blick auf die Alpen:

Von Wiedlisbach

ins Bipperamt,

Oberaargau.

wald, also politisch zum Emmental. Auch im

Poststempel hiess es: «Das Blumenstädtchen

im Emmental». Inzwischen gehört Huttwil

zum Verwaltungsbezirk Oberaargau.

Wir ahnen: den Oberaargau auf den Verwaltungsbezirk

Oberaargau einzugrenzen,

wäre etwa so sinnvoll, wie den Kanton

Schwyz als ganze Schweiz auszugeben.

Der Oberaargau bildet keine «ethnische

Einheit» wie das Emmental oder das Berner

Oberland und der Oberaargau ist auch kein

Sehnsuchtsort wie das Emmental. Es gibt wie

selbstverständlich den Emmentaler und den

Oberländer. Aber den Oberaargauer? Es gibt

nur wenig Gemeinsamkeiten zwischen einem

Bauern aus dem oberen Tal der Langeten

und einem Industriearbeiter aus Niederbipp.

Wenn einer sagt, er sei Emmentaler

oder Oberländer, leuchtet bei seinem Gegenüber

Verständnis in den Augen auf. Aber mit

dem Begriff «Oberaargauer» stiften wir eher

Verwirrung. Aargauer sind wir ja nicht.

Was also ist der Oberaargau? Um eine

Antwort zu finden, müssen wir tief in die

Geschichte eintauchen und viel Literatur

durchforsten. In der grossen Gesamtdarstellung

des Kantons Bern gibt uns Hans-Rudolf

Schmid eine gute Definition:

«Der Oberaargau gehört – wir sagen es

gleich – zum Kanton Bern. «Aargau» – das

war in alten Zeiten ein viel weiterer Begriff

als heute. Er war einstmals der Gau der Aare,

das Einzugsgebiet unseres grössten Mittellandgewässers,

das an der Grimsel entspringt

und bei Koblenz dem Rhein zufliesst.»

Wow! Von der Grimsel bis nach Koblenz.

Ein mächtiger, grosser «Gross-Oberaargau».

Beinahe ein Imperium. Wir Oberaargauer

dürfen uns also fast fühlen wie die Briten,

die einst auch ein weltumspannendes Imperium

besassen und nun auf eine Insel reduziert

werden. Wir lesen bei Hans-Rudolf

Schmid weiter: «Noch im Mittelalter hat man

die Gegend von Thun zum Aargau gerechnet,

später wenigstens noch Burgdorf und

Fraubrunnen. Ein so grosses Gebiet mochte

freilich eine Unterscheidung zwischen

s’Positive 2 / 2017 23


OBERAARGAU

ZUSATZINFOS

Das Geheimnis hinter den stattlichen Bauernhöfen

Warum gibt es in keiner anderen

Landesgegend so viele

stattliche, mittelgrosse Bauernhöfe

wie im Emmental und

im Oberaargau, die das Landschaftsbild

derart prägen?

Die Antwort auf diese Frage

finden wir im alten Erbrecht,

das den Hof stets dem jüngsten

Sohn um billigen Preis zusprach.

Nicht dem ältesten –

denn wenn der älteste den Hof

hätte übernehmen können,

war der Vater noch lange nicht

alt genug, um sich ins Stöckli

zurückzuziehen. Die älteren

Geschwister wurden durch

meist schäbige Auszahlungen

abgefunden und gingen. Oder

sie zogen es vor, als ledige

Söhne oder Töchter zeitlebens

als Knechte oder Mägde auf

dem Hof zu arbeiten. Bedingt

war dieses Erbrecht durch die

Bewirtschaftungsart der Höfe.

Der Getreidebau und die oft

steilen Zufahrten zu den Bauernhäusern

verlangten unbedingt

«den Zug». Also das Halten

von Pferden oder Zugochsen.

Wäre der Boden durch

Erbteilung zu stark zerstückelt

worden, so hätten die zu

kleinen Bauerngüter keine

Zugtiere mehr zu halten

erlaubt. Die gründliche

und intensive

Bearbeitung des

Die typischen

stattlichenBauernhöfe

prägen das Landschaftsbild

im

Emmental und

Oberaargau.

Bodens wäre vernachlässigt

und dadurch seine Ertragsfähigkeit

bedeutend herabgemindert

worden.

Auswanderung gefördert

Es lag im Interesse einer richtigen

Bewirtschaftung, den

Hof in einem gewissen Umfang

zu erhalten, ihm Getreide,

Kartoffelland, Matten und

Heuwiesen sowie etwas Wald

zu sichern, damit die Arbeitskraft

das ganze Jahr hindurch

genügend Betätigung fand und

die Existenz gesichert

war. Den Ausweg,

den man anderorts

durch die

Einführung

einer Hausindustrie

(Heimarbeit),

wie

der Uhrmacherei

im Jura

oder der Stickerei

und Weberei in

der Ostschweiz fand,

lag dem Oberaargauer und

dem Emmentaler nicht. Dazu

war und ist er zu sehr Landwirt

mit Leib und Seele. Entweder

Bauer oder Industriearbeiter.

Die starke Bevorzugung des

jüngsten Sohnes hatte auch

Nachteile. Die älteren Geschwister

waren zur Auswanderung

in Gegenden gezwungen,

wo sie Arbeit in der sich

im vorletzten Jahrhundert

rasch entwickelnden Industrie

fanden. Heute haben mehr als

ein Drittel aller Schweizer ihre

Wurzeln im Emmental oder im

Oberaargau. Aber nicht alle

fanden ihr Glück in der Fremde.

Viele kehrten verarmt in

die Heimat zurück und die Folge

war eine drückende Armenlast

der Heimatgemeinden. Die

Lösung der Armenfrage beschäftigte

den bernischen

Staat in den 1800er Jahren

stark. 1898 wurde schliesslich

entschieden, dass die Unterstützung

der Armen, die vor

ihrer Rückkehr mindestens

zwei Jahre ausserhalb des

Kantons gelebt hatten, vom

Staat (also vom Kanton) bestritten

werden sollte. Heute

gibt es eine noch einfachere

Lösung: Nicht mehr die Heimat-,

sondern die Wohnortsgemeinde

ist für die Sozialfürsorge

zuständig.

Das Schweizerische Zivilgesetzbuch,

das am ersten

Januar 1916 in Kraft trat, hat

das Erbvorrecht des jüngsten

Sohnes ausser Kraft gesetzt.

24 s’Positive 2 / 2017


Der vielfältige

Oberaargau.

Links: Huttwil. Rechts

oben: Rohrbach,

Niederauswil;

unten Reisiwil.

«Oben» und «Unten» ertragen. So reichte der

Unteraargau von der Mündung der Aare in

den Rhein bis hinauf zur Einmündung der

Rothmurg. Dort begann der Oberaargau.

Daran erinnert heute noch der Name des

Flüsschens. Denn «Murg» bedeutet Grenze.

Im weiten Sinne nennt man die Gegend zwischen

Solothurn und Willsau, Aarburg und

Burgdorf den Oberaargau. Also das Mittelstück

des schweizerischen Mittellandes,

dort, wo die Voralpen am weitesten gegen

den Jura hinausragen.»

Nun wissen wir, wo der Oberaargau zu

finden ist. Und dass wir mit dem Kanton

Aargau nichts zu schaffen haben. Der

Oberaargau ist ein Teil des Schweizerischen

Mittellandes, ist bernisch und grenzt an die

Kantone Solothurn, Aargau und Luzern. Im

Süden wird der Oberaargau vom Napfbergland

begrenzt, im Norden vom Jura. Der

höchste Punkt ist mit 1231 Metern das

Höllchöpfli (Gemeinde Rumisberg) und der

tiefste mit 405 Metern über Meer liegt an der

Aare bei Wynau.

Der Oberaargau ist Durchgangsland.

Nicht nur die Aare durchzieht ihn von West

nach Ost, sondern auch die Autobahn A 1

und die Bahnstrecke Bern–Zürich. Die wichtigsten

Zentren des Oberaargaus finden wir

an dieser Bahnlinie. Die Stadt Langenthal

und das Dorf Herzogenbuchsee. An beiden

Orten halten Züge von Bern nach Zürich.

Wir finden reichlich Literatur über das

Emmental und das Oberland. Aber nur verhältnismässig

wenige Beschreibungen des

Oberaargaus. Eine der besten liefert uns

wiederum Hans-Rudolf Schmid. Sie ist inzwischen

mehr als 70 Jahre alt – und doch

immer noch so treffend.

VERMITTLER ZWISCHEN KULTUREN

«Der Oberaargau ist ein Grenzland. Das Gebiet

war also immer zugleich nach Westen

und nach Osten orientiert. Denn hier haben

sich zwei Kulturkreise überschnitten: Der

alemannische und der burgundische, ehe die

mächtige Stadt Bern das Land an sich zog.

Durch seine Mittelstellung innerhalb der

schweizerischen Hochebene ist der Oberaargau,

auch wenn er keine grosse Stadt hervorgebracht

hat, zu einem Vermittler zwischen

westlicher und östlicher Lebensart und

Kultur geworden. Die eigentlichen heutigen

Zentren des Oberaargaus sind Herzogenbuchsee

und Langenthal, zwei stattliche

Dörfer und bedeutungsvolle Marktflecken.

Langenthal liegt an einem Knoten von sechs

Landstrassen und fünf Bahnlinien. Fleiss und

Wohlhabenheit reichen sich da die Hand,

und die Musen haben hier – nicht nur im

hübschen kleinen Theater – ein Heim. Blühende

Industrien zeugen von Unternehmergeist

und Geschicklichkeit. Die Erzeugnisse

Langenthals reichen von Senf bis zur Leinwand

und zum Porzellan. Herzogenbuchsee

ist etwas weniger gross an Umfang, aber man

rühmt seine Schulen und seinen Gewerbefleiss.

Das Dorf hat übrigens eine schöne

alte Kirche und stämmige Gasthöfe. Und

eine schöne, freundliche Landschaft, in die

es eingebettet ist. Eine Landschaft mit gewässerten

Wiesen, mit Obstgärten und Kornfeldern,

Birken und Pappeln. Die Dörfer

ringsum muten heimatlich an, lauschig sind

sie versteckt zwischen den Obstbäumen und

Waldzipfeln.

Roggwil ist eins der schönsten Bauerndörfer

der Schweiz mit seinen gewaltigen Dächern,

seinen alten Nussbäumen. Gondiswil

hat sein Braunkohlenlager (es wurde während

des Krieges ausgebeutet). Thunstetten

hat sein zierliches Schloss, und in Bad Gutenburg,

wo nach der Sage die Metzger und Gerber

der Stadt Bern sich vom Blut der Schlacht

bei Laupen reingewaschen, springen die Forellen

heute noch direkt aus dem Wasser der

Langeten in die Pfanne hin ein. Rohrbach

kan n sich rühmen, die älteste Pfarrei der Gegend

zu sein, weiss man doch, dass es schon

im Jahre 975 dort eine Kirche gab.»

Dies ist eine Schilderung aus einer Vergangenheit,

die weit zurück im letzten Jahrhundert,

im letzten Jahrtausend liegt. Und doch

immer noch zutreffend.

Der Oberaargau ist, viel mehr als das Emmental,

bis heute beides geblieben: Bauernland

und Industriezentrum. Nicht umsonst

sind hier die Ausgangspunkte des Bauerns’Positive

2 / 2017 25


OBERAARGAU

krieges von 1658 zu suchen, und wenn dieser

Krieg auch scheiterte, so ist der Versuch des

Aufstandes doch typisch für den bodenständigen

bäuerlichen Menschenschlag, der seit

Jahrhunderten diese Scholle bewohnt und

bearbeitet. «Noch mehr als die anderen

Schweizer Stämme» schreibt Pfarrer Robert

Schedler in seinem «Wanderbuch für

Oberaargau und Unteremmental» aus dem

Jahre 1925, «tritt beim Oberaargauer eine

kühle, äusserst zurückhaltende Stimmung

gegen alles Fremde zutage. Er geht nur

schwer aus sich heraus, hält mit seiner Meinung

zurück, bis er die Dinge und Menschen

erprobt und weiss, was er von ihnen zu halten

hat.

Er ist der Landwirt par exzellence, nirgends

findet man besser bebautes Land,

reichere Ernten, schöneres Vieh. Bedächtig

und langsam ist er bei seinen Hantierungen,

so dass es für Landesfremde fast wie etwas

Phlegma aussieht. Aber ohne Ruhepausen,

in gleichmässigem Tempo, stundenlang,

tagelang ausharrend, bringt er viel mehr

zustande als der nach einigen hitzigen Anläufen

seine Kraft rasch verbrauchende

Übereifrige. Nichts ist ihm bei der Arbeit

Betörender Sonnenuntergang:

Schwarzenbach Richtung Emmental.

verhasster als ein «Zwaspli», ein zappliger,

unsteter Mensch, der bald hastet, bald ruht,

bald dieses beginnt und bald etwas anderes.

Ruhige klug überlegte, abgemessene, aber

zähe und ausdauernde Arbeit liegt in seiner

Hand. Darum heftet sich an sein Schaffen

der Erfolg.»

KULTURELLE VIELFALT

Der Oberaargau hat aber auch eine reiche

Kultur. So hat hier Gotthelf fünf – wesentliche

– Jahre verbracht. Heute wird kaum mehr

bestritten, dass ihn die bäuerliche Welt des

Oberaargaus und nicht des Emmentals zu den

Klassikern der Weltliteratur inspiriert hat.

Im Oberaargau ist Pedro Lenz aufgewachsen.

Sein Roman «Der Goalie bin ig» ist inzwischen

sogar verfilmt worden. Durch Maria

Wasers Roman «Land unter Sternen» ist Herzogenbuchsee

in die Weltliteratur eingegangen.

In Herzogenbuchsee fand Ferdinand

Hodler in schwierigen Zeiten bei seinem Onkel

Friedrich Neukomm Unterschlupf. In den

Buchsibergen hat Cuno Amiet sechs Jahrzehnte

lang seine Wahlheimat Oschwand

gemalt. «Chumm mir wei go Chrieseli gewinne»

– auch Volkslieder hat der Oberaargau zu

bieten. Karl Geisers Mailanderlied «S wott

aber e luschtige Summer gä» ist ebenso zum

Volkslied geworden wie Emma Hofers «Wenn

d Schneeballe blüeit im Mai».

Wie wir es auch drehen und wenden: wir

werden dem Oberaargau nicht gerecht,

wenn wir ihn einfach auf den Verwaltungsbezirk

Oberaargau reduzieren.

ZUSATZINFOS

Die «Central Highlands» der Schweiz

Haben Sie schon mal versucht,

einem Fremden, also einem

Ausländer oder gar einem

Zürcher, zu erklären, wo der

Oberaargau liegt? Wenn ich

sage, ich sei Emmentaler, dann

leuchten die Augen. Alleine

mit diesem Wort zaubern wir

Begriffe und Bilder ins Kopfkino

unserer Mitmenschen, von

Gotthelf bis Grunder, Käse und

Kühen, Hügeln und Wäldern,

Schwingen und SCL Tigers.

Aber Oberaargau? Es ist eigentlich

gar nicht möglich,

kurz und bündig zu erklären,

wo der Oberaargau liegt. Das

Wort Aargau ist dabei störend

und verwirrend zugleich. Wir

werden gleich dem Aargau zugerechnet.

Und das ist überaus

ärgerlich und verletzt uns

im Stolz. Und wenn wir sagen,

es sei das Land zwischen Napf

und Jura, so kommen wir auch

nicht weit. Wer weiss denn

schon, was der Napf überhaupt

ist? Und die oberaargauischen

Flüsse Oenz, Oesch

und Langete helfen auch nicht,

um den Oberaargau zu lokalisieren.

Diese Flussnamen sind

einem Fremden so unbekannt

wie die Zuflüsse

des oberen Xingu

im Amazonas.

Nun, ich habe

inzwischen einen

eigenen Begriff für den

Oberaargau gefunden, den

alle kapieren und der sich in

alle Sprachen übersetzen lässt

und sofort die Augen verständnisvoll

leuchten lässt. Ich

sage, dass ich aus dem «Zentralen

Hochland» oder den

«Central Highlands» der

Schweiz komme. Der Fremde,

der Amerikaner, der Kanadier,

der Australier, der Südafrikaner,

selbst der Chinese, versteht

sofort: Aha, einer

aus den Hügeln im

Herzen der

Schweiz. Und

das ist es ja

Markante

wirklich. Zentraler

als im

Höhen unterschiede:

Blick von

Oberaargau

Oberwald

geht es gar

Richtung Huttwil.

nicht. Die Zeit,

die ein Zürcher

braucht, um mit

dem Auto aus seiner

Stadt herauszukommen,

reicht uns bei weitem, um

nach Frankreich zu gelangen

und dort am Tisch mit erlesenen

Speisen und edlen Weinen

zu sitzen. In weniger als

einer Stunde sind wir «z Bärn

obe» (in Bern oben), «z Basu

unge» (in Basel unten), «z Züri

usse» (in Zürich draussen)

oder «im Wäutsche hinge» (im

Welschland hinten). Aber wir

müssen eigentlich gar nicht

weit wegfahren. Im «Zentralen

Hochland» gibt es ja alles

auch: Einerseits so dunkle

Wälder, dass meine Freundin

aus der grossen Stadt vom unheimlichen

«Wolfsland»

spricht und immer noch nicht

sicher ist, ob es nicht doch

Wölfe hat bei uns. Und andererseits

Strassen, Autobahnen,

Wirtshäuser, Nachtlokale, Fabriken,

Freudenhäuser, Eisenbahnen

und Ateliers wie im

urbanen Zürich.

Und dazu eine Geschichte, die

weiter zurückgeht als die

Gründung des römischen

Reichs. Von den erratischen

Blöcken, die der Rhonegletscher

bei seinem Rückzug aus

der Eiszeit bei Herzogenbuchsee

hinterlassen hat und wo

sich die Höhlenbären vor langer,

langer Zeit kratzten bis

zum Glatteis zu Schoren, wo

in neueren Zeiten sogar die

vornehmen SCB-Herren ausgerutscht

und schmählich gebodigt

worden sind.

26 s’Positive 2 / 2017


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RETO KLÄY

Reto Kläy sorgte

beim SC Langenthal

für viel Aufmerksamkeit.

Beharrlich

zum Erfolg

Er war Sportchef beim

SC Langenthal, als dieser

2012 die NLB-Meisterschaft

gewann. Jetzt versucht er

beim EV Zug auf derselben

Position, auch den NLA-Titel

zu gewinnen. Momentan

ist Reto Kläy auf Kurs.

TEXT: BRUNO WÜTHRICH

Reto Kläy ist der lebende Beweis dafür,

dass es nicht nötig ist, eine grosse Spielerkarriere

hinter sich zu haben, um ein

grosser Trainer oder ein guter Sportchef zu

werden. Wie er es geschafft hat, und was ihm

wichtig ist, erzählt er uns im Interview.

s’Positive: Sie haben seinerzeit als Sportchef

in Langenthal dafür gesorgt, dass

alle Blicke auf die NLB und in den Oberaargau

gerichtet waren, als während der

laufenden Saison 2009/10 bekannt wur­

de, dass auf die nächste Saison hin Jeff

Campbell und Brent Kelly vom ärgsten

Konkurrenten Olten nach Langenthal

wechseln würden. Die beiden waren in

dieser Spielzeit gemeinsam für 173

Skorerpunkte verantwortlich.

Reto Kläy: Ja, das war damals lustig. Ich

freue mich heute noch, wenn ich die beiden

sehe. Wir hatten zuvor keine Top-Ausländer,

und deshalb hatte ich verschiedene Namen

auf meiner Liste. Der erste, den ich anrief,

war Brent Kelly. Von seinem Agenten wusste

ich, dass er in Olten noch keine Vertragsofferte

hatte, und wir trafen uns um die

Weihnachtszeit in Rothrist. Ich erzählte ihm

von unseren Plänen in Langenthal, zeigte

mich überzeugt, dass es ihm bei uns gefallen

würde. Kelly sagte zu. Als wir uns verabschiedeten,

fragte er mich noch, ob denn Jeff

Campbell nicht auch einer für den SCL wäre.

Der habe nämlich auch noch keinen Vertrag.

Da ich noch einen Center suchte, sass ich

bereits am folgenden Tag mit dem nächsten

Oltener in Rothrist.

Fotos: Marcel Bieri

28 s’Positive 2 / 2017


Etwas ganz anderes: Können Sie uns den

Begriff «Psychoneuroimmunologie» erklären?

Das ist eine Mischung von Psychologie, Immunologie

und Endokrinologie. Dabei geht

es um das Konstrukt Mensch und die Zusammenhänge

zwischen Leib und Seele.

Geht es etwas genauer?

Haben Sie etwas am Herzen, gehen Sie zum

Kardiologen. Bei einer Hormonstörung steht

ein Besuch beim Endokrinologen an. Wir

gehen also immer zum Spezialisten. Doch es

gibt Zusammenhänge mit anderen Bereichen

wie zum Beispiel der Psychologie und

der Immunologie.

Wir fragen Sie dies, weil wir wissen, dass

Sie darin bewandert sind. Wie kann man

dies erlernen?

Durch einen Lehrgang, in dem es darum

geht, diese Zusammenhänge zu verstehen.

Helfen Ihnen diese Kenntnisse bei der

Aufgabe als Sportchef?

Ja. Ich habe mit Menschen zu tun. Da erkenne

ich immer wieder Zusammenhänge. Diese

Erkenntnisse erleichtern meine Aufgabe.

Aber ich befasste mich auch noch mit vielen

anderen Dingen wie Ernährung, Fitness und

Management. All dieses Wissen hilft bei der

Ausübung meines Berufes.

Waren sie deshalb bereits als junger

Sportchef sehr erfolgreich?

Für die Leistungen auf dem Eis sind der Trainer

und die Spieler verantwortlich. Natürlich

kann ich als Sportchef gewisse Dinge beeinflussen.

Dabei geht es auch um Bereiche, die

gegen aussen direkt mit Erfolg verbunden

werden. In Langenthal war ich nach dem

Aufstieg in die NLB als Spieler mit dabei und

erlebte, wie diese Organisation nach und

nach wuchs und wie es Schritt für Schritt

aufwärts ging. 2012 wurde diese Entwicklung

dann mit dem Meistertitel gekrönt.

Doch das ist ja eigentlich nur das Kerngeschäft.

Dies gilt auch für Zug. Gegen

aussen werden wir an den Erfolgen gemessen.

Die erste Mannschaft ist nur die sichtbare

Spitze des Eisbergs. Alles was unter der

Oberfläche ist, wird nicht gesehen. Doch

auch diese Bereiche wollen aufgebaut werden

und müssen solide und stabil sein.

Um die jungen Profis an höhere Aufgaben

heranzuführen, haben wir die

Academy aufgebaut und spielen auch

in der NLB. Dieser Puzzlestein fehlte bisher.

Sie kamen in Langnau zum Eishockey,

durchliefen dort sämtliche Nachwuchsstufen.

Es wird immer wieder proklamiert,

dass Klubs wie die SCL Tigers die

Ausbildungsklubs sein müssten. Doch in

Tat und Wahrheit sind es doch Organisationen

wie die ZSC Lions oder der EV Zug,

die diese Rolle mit ihren Akademien inzwischen

übernommen haben. Oder handelt

es sich da um eine falsche Wahrnehmung?

Als ich mit Eishockey begann, war Langnau

wahrscheinlich der beste Ausbildungsklub

überhaupt. Die Tigers haben immer noch

eine gute Nachwuchsabteilung, aber da nur

ein Eisfeld zur Verfügung steht, ist nicht alles,

was es zum Gedeihen braucht, zur Genüge

vorhanden. Durch die Academy und

das NLB-Team haben wir in Zug die Möglichkeit,

die eigenen Spieler bei uns zu halten

und sie bei uns an die NLA heranzuführen.

Ist der Erfolg der ersten Mannschaft mit

Nachwuchsförderung vereinbar?

Für jeden Klub in der NLA ist der Abstieg ein

Horrorszenario,der Verbleib in der Liga ist

enorm wichtig. Weil der Druck für gefährdete

Teams so gross ist, wird es schwierig, junge

Spieler einzubauen. Ich bin der Überzeugung,

dass der Erfolg der ersten Mannschaft

und der Einbau junger Spieler möglich sind.

Doch dies geht nicht auf Knopfdruck.

ZUR PERSON

Reto Kläy

Reto Kläy wurde am 31.

August 1978 als Sohn eines

Architekten geboren

und wuchs in Langnau

auf. Zum Eishockey kam

er durch den SC Langnau.

Nach zwei Jahren bei

EHC Visp spielte er auch

zehn Spiele für den SC

Rapperswil-Jona in der

Wenn ich Sie richtig verstehe, gelingt dies

bei Teams mit einem grossen spielerischen

Potential leichter.

Das stimmt. Es braucht einen Stamm an Qualitätsspielern,

um den herum die Nachwuchskräfte

eingebaut werden können. Der Einbau

junger Spieler erfordert manchmal trotzdem

eine gehörige Portion Mut. Wir sehen dies

am Beispiel des HC Davos, der in dieser Saison

mit zwei sehr jungen Torhütern antritt.

Wobei es sich bei den Torhütern um zentrale

Figuren handelt, während junge Feldspieler

in zunächst kurzen Einsätzen mit

der vierten Linie noch keine entscheidende

Rolle spielen.

Torhüter sind natürlich sehr zentral. Und wir

sahen in Davos, dass Nachwuchskräfte zu

Beginn Fehler machen. Sie brauchen Einsätze,

um an Sicherheit zu gewinnen. Gilles

Senn und Joren van Pottelberghe zeigen uns

anhand ihrer Entwicklung, dass es sich lohnen

kann. Es bleibt jedoch immer ein Ab-

NLA, und wechselte

nach einem Jahr beim

EHC Olten auf die Saison

2002/03 hin zum SC

Langenthal, dem er sechs

Jahre als Spieler und danach

fünf Jahre als

Sportchef erhalten blieb.

In seine Wirkungszeit fiel

auch der Gewinn der NLB

Reto Kläy spielte

sechs Jahre

lang für den SC

Langenthal.

Meisterschaft des SCL.

Seit dem Sommer 2014

ist seine neue Wirkungsstätte

in gleicher Funktion

beim ambitionierten

A-Ligisten EV Zug. Kläy,

dessen Freundin in Langenthal

lebt, ist mit dem

Städtchen immer noch

verbunden.

s’Positive 2 / 2017 29


RETO KLÄY

wägen. Wenn es der Mannschaft nicht läuft,

reklamieren diejenigen, die vorher den Einbau

von Jungen gefordert haben, als erste.

Was kann dieses Abwägen beeinflussen?

Die richtigen Jungen. Man muss ihnen nicht

den roten Teppich ausrollen. Eishockey ist

«Man darf den Jungen nicht

den roten Teppich ausrollen.

Eishockey ist keine Wohlfühloase.

Es braucht den Willen,

den schweren Weg zu gehen.»

keine Wohlfühloase. Es braucht den Willen

und die Bereitschaft, den schweren Weg zu

gehen und den Preis dafür zu zahlen.

Fabian Haberstich und Ihr Bruder Fabio

sind zwei Langnauer, die in Ihrer Organisation

an höhere Aufgaben herangeführt

werden.

Mein Bruder besuchte mit 15 Jahren die

Okanagan Hockey School Europe in Östereich

und wechselte danach für drei Jahre

nach Übersee. Er wäre geblieben, hätten wir

ihm in Zug nicht diese Möglichkeit bieten

können. Fabian Haberstich tut die Luftveränderung

gut. Er merkt in Zug, was es wirklich

braucht. Immer im gleichen Klub zu

spielen, kann bei gewissen Spielern zu Bequemlichkeit

führen.

Kann sich Nachwuchsförderung überhaupt

finanziell auszahlen?

Sicher nicht so wie im Fussball.

Doch wer Spieler ausbildet, die

später in der NLA Karriere machen

und zu Nationalspielern gedeihen,

wird durch die Ausbildungsentschädigungen

belohnt. Es geht für

Ausbildner darum, möglichst viele

gute Spieler auszubilden.

Die Rechnung geht nicht auf,

wenn ein Spieler in die NHL

wechselt.

Das stimmt. Wir haben kein Agreement

mit der NHL. Ein solches hat Nachteile,

wie man in Schweden sieht. Dort werden

die Klubs bei einem Wechsel in die NHL

mit 250 000 Dollar entschädigt. Im Gegenzug

kann sich die NHL zu jedem Zeitpunkt

bedienen. Der Schaden, der entsteht, wenn

im Juli einer der besten Spieler wechselt, ist

grösser, als diese Entschädigung.

Sie heuerten bereits in jungen Jahren

beim SC Langenthal an.

Weil ich mich immer auch auf anderes konzentrierte,

wurde aus mir ein mittelmässige

r Spieler. Ich weiss heute, was ich falsch

gemacht habe, bin aber mit meiner Karriere

als Spieler im Reinen. Als ich nach dessen

Aufstieg zum SCL wechselte, hatte ich bald

einmal das Gefühl, dass hier etwas entsteht.

Stefan Anliker war damals bereits Präsident.

Eines Tages kam Geschäftsführer Heinz

Schlatter auf mich zu und offenbarte mir,

dass er meinen Vertrag – aus finanziellen

Gründen, oder weil ich nicht ganz gut genug

war – nur unter der Bedingung verlängern

könne, wenn ich selbst für meine Finanzierung

sorgen würde. Ich sollte Sponsoren für

meine Weiterbeschäftigung finden. Ich war

damals bereits nebenbei im Marketing des

SCL tätig und nahm diese Herausforderung

an. So wurde ich zum wahrscheinlich damals

bestverdienenden Spieler der NLB.

Wie kam es dazu, dass Sie Sportchef wurden?

Nach dem Weggang von Heinz Schlatter kam

Präsident Anliker auf mich zu und meinte,

dass es einen Sportchef brauche. Damals

machte mir eine hartnäckige Handgelenkverletzung

zu schaffen. Ich beendete mitten

in der Saison meine Karriere als Spieler und

wechselte innerhalb des Klubs die Aufgabe.

So wurde ich zuerst zum Assistenten des

Sportchefs, obwohl es in Langenthal gar keinen

Sportchef gab. Ich merkte dann schnell,

dass es einiges zu optimieren gab. Ich hatte

bereits in Langenthal die Idee einer Aca-

Reto Kläy mit Langnau-Trainer Heinz Ehlers (ex Langenthal).

Aussenansicht der Eishalle (Bossart Arena) in Zug.

Reto Kläy während eines Spiels in im Schoren in Langenthal.

Reto Kläy mit SC Langenthal-Geschäftsführer Gian Kämpf.

30 s’Positive 2 / 2017


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RETO KLÄY

demy. Doch Geld und Ressourcen waren

nicht vorhanden. Um den Klub und mich

selbst weiter zu bringen, bildete ich mich in

Konditions- und Ernährungslehrgängen etc.

weiter und landete schliesslich beim Lehrgang

über Psychoneuroimmunologie.

Sie veränderten in Langenthal vieles.

Das Ziel einer Fördergruppe war, ausgewählte

Spieler speziell zu coachen,

mit ihnen Spezialtrainings durchzuführen

und sie damit möglichst lange

an den SCL zu binden. Yannick Blaser

war der erste, den ich persönlich betreute.

Ihn traf ich später in Zug wieder. Aber

die Initialzündung erfolgte mit Sven Bärtschi.

Er war als Lehrling beim SCL angestellt.

Sven hatte damals von fast jedem anderen

Klub eine Vertragsofferte, und ich sass mit

ihm und seiner Mutter an einen Tisch, um

zu sehen, wie es weitergehen könnte. Sven

teilte uns mit, sein Ziel sei die NHL. Ich

machte ihm das Angebot, ihm dabei zu helfen

und ihn persönlich zu betreuen. Wir

wurden uns einig und verbrachten dann

viele Stunden zusammen. Vier Jahre später

unterschrieb er in der NHL einen Millionenvertrag.

Doch ich betreute auch weitere

Spieler persönlich.

Die jungen Talente wollen Spielpraxis. Die

Spezialtrainings allein dürften sie nicht

in Langenthal gehalten haben.

Das war das Wichtigste. Wir sorgten dafür,

dass diese Spieler immer auf dem höchstmöglichen

Level eingesetzt wurden. Gegebenenfalls

liehen wir sie nach Biel oder

Langnau aus, behielten jedoch die Ausbildungseinheiten

bei uns.

Welches sind die Aufgaben eines Sportchefs?

Viele Leute haben den Eindruck, ein Sportchef

schaue sich Spieler an, schliesse Verträge

ab und suche den Trainer. In meiner heutigen

Tätigkeit machen diese Aufgaben etwa

fünf Prozent des Zeitaufwands aus. Ich habe

die Verantwortung für den ganzen Sportbereich.

Dies betrifft eine NLA-, eine NLB- und

diverse Nachwuchsmannschaften, inklusive

die Finanz- und Budgetverantwortung. Dieser

Bereich ist riesig. Klar ist die NLA-Mannschaft

das Hauptthema. Aber es hängt enorm

viel hinten dran.

Weiterbildung ist

für Reto Kläy ein

ständiges Thema.

Für sich selbst –

und für den Klub.

«Als Sportchef trage ich die

Verantwortung für eine NLA-,

eine NLB- und die Nachwuchsmannschaften,

inklusive des

Budgets und der Finanzen.»

Unterscheiden Sie sich von anderen

Sportchefs?

Das glaube ich schon. Dies ist allein schon

in meinem Aufgabenbereich begründet. Auf

jeden Fall bin ich von meiner Ausbildung her

breit abgestützt. Es ist nicht ausgeschlossen,

dass ich deswegen in Zug gelandet bin.

Ist es ein grosser Unterschied, Sportchef

einer NLB- oder einer NLA-Organisation

zu sein?

Wenn man die Aufgabe mit Leidenschaft

angeht, ist beides mit sehr viel Aufwand verbunden.

Aber mein jetziger Job in Zug unterscheidet

sich schon von dem in Langenthal.

Die Aufgabe hier ist viel

umfangreicher, es sind auch viel

mehr Leute involviert. Wir operieren

mit einem ganz anderen Budget

und auch die Medienpräsenz

ist viel grösser.

Sind Sie noch oft in Langenthal?

Ja, das bin ich. Meine Freundin

wohnt immer noch hier. Allerdings

habe ich nicht mehr so oft

die Gelegenheit, mir Spiele des

SCL anzuschauen, was schade ist.

Bei Ihrem Wechsel von Langenthal nach

Zug schien eine engere Zusammenarbeit

zwischen den beiden Klubs möglich.

Die Zusammenarbeit zwischen zwei ambitionierten

Teams ist oft schwierig. Die Ansprüche

können zu Konflikten führen. Hinzu

kommen logistische Probleme, denn die

Nachwuchsspieler, um die es geht, müssen

hin und her geführt werden, und wissen zeitweise

nicht mehr, wohin sie gehören. Das

Wichtigste aber ist, dass ich nicht über das

andere Partnerteam bestimmen kann. Wenn

ich einen Spieler, von dem ich gerne möchte,

dass der im Powerplay eingesetzt wird, nach

Langenthal gebe, kann ich dies vom SCL

nicht verlangen. Dort gibt es genügend Spieler,

die in Überzahl eingesetzt werden können,

und die Ansprüche der Fans und Sponsoren

an die eigene Mannschaft sind hoch.

Mit unserem eigenen NLB-Team ist dies

anders. Hier kann ich mit den Coaches reden

und ihnen sagen, wie ich welchen Spieler

gerne eingesetzt haben möchte. Im Pflichtenheft

der Coachs der Academy steht nicht

ein bestimmter Tabellenrang, sondern dass

sich jede Saison zwei bis drei NLA-Spieler

entwickeln sollten.

Deshalb ist es kein Drama, dass Ihr NLB-

Team die Playoffs verpasst hat, obwohl es

lange Zeit gut unterwegs war?

Das ist richtig. In der Academy wird gut gearbeitet.

Wir hatten sechs Spieler in der U20-

Nationalmannschaft. So viele wie nie zuvor.

Viele Spieler wurden bereits auf Stufe NLA

eingesetzt. Das Erreichen der Playoffs wäre

trotzdem gut gewesen. Wir wollen die jungen

Spieler auf Sieg programmieren. Es soll

ihnen nicht gleichgültig sein, ob Spiele gewonnen

oder verloren werden.

Der EVZ schliesst die aktuelle Qualifikation

in den vordersten Positionen ab.

Nächstes Jahr ist es genau zwanzig Jahre

her, seit die Organisation ihren ersten und

bisher einzigen Meistertitel gewann. Steht

jetzt nach zwanzig Jahren der nächste

Titel an?

Das ist eine gute Frage (lacht). Ich rede nicht

gerne über den Meister. Aber es wäre zumindest

gut, wenn mal wieder eine Wachtablösung

stattfinden würden.

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IN EIGENER SACHE

Leserbriefe

Berührend und faszinierend

Herzliche Gratulation zu Ihrem Blatt. Geschichten

wie jene vom Hai-Flüsterer sind

berührend und faszinierend. Sie zeigen

uns Menschen, welche Wunder die Natur

bereitstellt. Vieles ist uns unbekannt, und

im Gegensatz zu den vielen «Fake news»

wahr und auf eine andere Weise geheimnisvoll.

Leute, die Sinnhaftes tatsächlich

machen und nicht nur davon reden, beeindrucken.

Wir bringen seit bald 10 Jahren Menschen

die Freude am Schreiben näher und haben

selber Freude daran. Im letzten Mai und

Juni zum Beispiel mit dem Schreibparcours

rund um den Burgäschisee.

Ich wünsche Ihnen viel Positives bei Ihrer

grossartigen Arbeit.

Ulrich Marbot,

Präsident Verein CARDNIGHTS.ch

Kompliment

Wenn ich dem Briefkasten fast jeden Tag

eine Menge abonnierten und unverlangten

Lesestoff entnehme, gegen Ende Monat jedoch

ein wenig ungeduldig aufs

«s’Positive» warte, soll dies als ein Kompliment

und ein Dankeschön verstanden

werden.

Ich lasse mich jedes Mal gerne von Ihren

interessanten Beiträgen überraschen. Da

sind Autoren mit Herzblut am Werk.

Heinrich Gottfried Megert,

Langenthal

Aufgepasst auf Amphibien

Sobald im Frühling in feuchten Nächten

die Temperaturen wenige Grad über Null

liegen, beginnen verschiedene Amphibien

(Kröten, Frösche, Molche), ihre Laichplätze

aufzusuchen. 70 % der zwanzig in der

Schweiz lebenden Amphibienarten stehen

auf der roten Liste!

Sie sind zwar gesetzlich geschützt, trotzdem

sind ihre Bestände bis zur Hälfte zurückgegangen.

Meistens fehlen die Lebensräume,

manchmal sind es Pestizide oder

der Strassenverkehr, die dazu beitragen,

dass immer mehr Arten verschwinden.

In der Schweiz werden im Frühling an verschiedenen

Orten Rettungsaktionen, sogenannte

Zugstellen, durchgeführt.

Seit Februar werden provisorische Fangzäune

aufgestellt und Fangkübel vergraben.

Freiwillige Helfer leeren die Kübel

zweimal täglich (morgens und nachts) und

tragen die Tiere über die Strasse.

Auch im Oberaargau werden Rettungsaktionen

durchgeführt.

Zum Beispiel:

- am Inkwilersee, Strasse Langenthal /

Bleienbach (Sängeliweiher / Moosseeli)

- Madiswil (Bürgisweiher),

- Thunstetten / Bützberg

(Byfang Schulhaus /Fussballplatz),

- Niederbipp (Strasse nach Aarwangen,

Strasse nach Wolfisberg Antere).

Achtung: Auch zwischen Oberönz und

Graswil (Aeschisee)!

Nach ca. zwei Wochen beginnt der «Rückzug»

in den Sommerlebensraum. Dieser

wird leider vielerorts nicht mehr beachtet.

Bitte beachten Sie entsprechende Signaltafeln

(«Achtung Amphibienwanderung»).

Schritttempo fahren, max. 30 km/h, auch,

um die Helfer zu schützen, die Nachts die

Tiere, die trotz der Zäune auf die Strasse

gelangen, einsammeln.

Béatrice Dällenbach

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interessiert uns

Sind Sie mit etwas nicht einverstanden?

Haben Sie Fragen, die auch andere Leser

interessieren könnten? Oder haben Sie eine

Ergänzung zu einem Artikel? Dann schreiben

Sie uns. Ab der kommenden Ausgabe

reservieren wir Platz für Sie.

Oder möchten Sie über ein Thema, das wir

noch nicht gebracht haben, mehr erfahren?

Wir können Ihnen zwar keinen Artikel darüber

garantieren. Aber prüfen werden wir

Ihren Vorschlag ganz bestimmt.

Wir wissen noch nicht, was auf uns zukommt,

wenn wir die Möglichkeit zu Leserreaktionen

bieten. Möglich, dass keine einzige

kommt. Ebenfalls möglich, dass wir

nicht alle Ihre E-Mails und Briefe publizieren

können, und deshalb eine Auswahl treffen

müssen. Werden Sie bitte nicht zu lang.

Sonst müssten wir Ihren Beitrag eventuell

kürzen.

Beiträge mit beleidigenden, diffamierenden,

rassistischen und sexistischen Inhalt werden

nicht veröffentlicht.

Wir freuen uns auf Ihr Feedback.

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34 s’Positive 2 / 2017


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• Gratis Eintritt für

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Mo. & Di. Ruhetag; Mi. & Do. 14.00 – 23.00 Uhr; Fr. & Sa. 14.00 – 24.00 Uhr; So. 12.00 – 22.00 Uhr

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