BREMISSIMA Magazin | März-April 2017

vogelmediabremen

Das Magazin für die Bremerin

Bremissima

Das Magazin für die Bremerin

#02

März | April 2017

ISSN 2364-3498

frühjahrs-mode

Die Bremer Mode-Experten zeigen

die neuesten Frühjahrs- & Sommerkollektionen

Franca

reitzenstein

Die Kommunikationsexpertin

erobert unbekanntes Terrain

Kacosta

Das junges Mode-Label

aus Schwachhausen

Vollblut-Gitarristin und YouTube-Phänomen

Tatyana Ryzhkova


2017

BritTaste

Event

April 6th


Seien Sie dabei.

Am 6. April 2017 bei unserem ersten Hackett-BritTaste Event.

Britischer Stil. Coole Mode von Hackett. Einzigartige Atmosphäre.

Herrliche Köstlichkeiten von Whisk(e)y & More

und ein perfektes Catering vom Pier 6.

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Ostertorsteinweg 42-43, 28203 Bremen

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Hindenburgstraße 65 c, 28717 Bremen

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EDITORIAL

Liebe Bremerinnen, liebe Bremer,

„Ohne die Kälte und Trostlosigkeit des Winters gäbe es die Wärme und die

Pracht des Frühlings nicht“ – Laozi.

Mit diesen Worten leiten wir bereits jetzt ganz offiziell den Frühling ein.

Mit der Vorfreude auf die ersten warmen Sonnenstrahlen und die herrlich

blühenden Wiesen haben

wir die Frühjahrsausgabe

unserer BREMISSIMA

geschmiedet, die übrigens

ganz im Zeichen der Mode

steht.

In der Titelstory stellen

wir die Vollblut-Gitarristin

Tatyana Ryzhkova vor,

die uns erzählt, wie sie

zur klassischen Gitarre

gefunden hat und welche

Schwierigkeiten sie auf

dem Weg zum Erfolg meistern

musste.

Mondän wird es mit Sandra

Nennecke und Katharina

Costa. 2016 haben die zwei

Freundinnen das Modelabel

gegründet, inzwischen

haben sie ihre erste Kollektion auf den Markt gebracht und wir dürfen

gespannt sein, was noch alles kommt. Wer jetzt auf den Geschmack gekommen

ist und in seinem Kleiderschrank Platz für neue Modetrends schaffen

möchte, kann sich in unserem Fashion Editorial Tipps und Anregungen

für das perfekte Frühlingsoutfit holen. In der Modestrecke stellen wir die

frisch eingetroffenen Frühjahrs-/Sommerkollektionen des Bremer Modefachhandels

vor.

Besonders beeindruckt hat uns EPSYMO, ein Elternverein für Psychomotorische

Entwicklungsförderung. Unter dem Motto „Kinder fördern und

stärken“ hat Maren Maetze den Verein vor 27 Jahren ins Leben gerufen

und bis heute ist ihr der Mut nicht abhanden gekommen.

Der unbändige Wunsch nach Entwicklung wirkt wie ein innerer Motor

und Antrieb bei Franca Reitzenstein, Geschäftsführerin der Kommunikationsagentur

neusta communications. Die Powerfrau spricht mit uns über

ihren beachtlichen Werdegang.

JETZT

AUCH ALS

LADENGESCHÄFT

Schwachhauser

Heerstr. 293

Bremen

In diesem Sinne: Geniest diese wunderbare, langersehnte Jahreszeit. Bleibt

gesund und nehmt euch zwischendurch immer mal Zeit für die Dinge, die

euch wichtig sind.

Schwachhauser Heerstr. 293

28211 Bremen

(0421) 244 070 30

www.stilbegeistert.com

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die Gitarristin

Die Vollblut-Gitarristin und YouTube-Phänomen

Tatyana Ryzkova ist in Weißrussland

geboren und im Alter von 19 Jahren für ihr

Studium nach Deutschland gekommen. Heute

hat sie in Bremen ihre eigene Gitarrenschule

und spielt regelmäßig Solokonzerte oder tritt

bei Musikfestivals auf. Ihr YouTube-Channel ist

mit momentan 83.000 Followern und 18 Millionen

(!) Klicks der erfolgreichste, der sich mit

der klassischen Gitarre auseinandersetzt.

Die MODE

Der Bremer Modefachhandel

stellt seine Kollektionen für

Frühjahr und Sommer vor. Auf

zehn Seiten könnt ihr euch

inspirieren lassen und über

die angesagten Fashiontrends

informieren. Es wird höchste

Zeit, für frischen Wind in den

Kleiderschränken zu sorgen.

die Kommunikative

Mit direktem Blick auf den Europahafen

in der Überseestadt hat Franca

Reitzenstein, Geschäftsführerin

der Kommunikationsagentur neusta

communications ihren Arbeitsplatz.

Uns hat sie erzählt, wie es dazu kam

und was sie immer wieder aufs Neue

antreibt.

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das modelabel der film & mode die gastronomen die gründerin die bewegten

Sandra Nennecke und

Katharina Costa erfüllen

sich mit ihrem

eigenen Modelabel

KaCosta einen Traum

Die Mode und Set

Designerin Lara Packheiser

beschäftigt

sich mit der Frage

„Wieso ein Film erst

durch die richtige

Mode an Ausstrahlung

gewinnt“

Die Vollblutgastronomen

Cathrin Bußler

und Marcus Tu,

lieben den Service

am Kunden. Im Fishermans

servieren

die beiden norddeutsche

Fischgerichte.

Die Gründerin von

EPSYMO und Dipl.

Psychologin Maren

Maetze weiß: „Nur

mit Selbstbewusstsein

können Kinder über

ihre Grenzen gehen“

Seit 29 Jahren würdigt

„Women in (e)

motion“ herausragende

und authentische

Beiträge speziell von

Musikerinnen aus

dem Bereichen Fado,

Jazz, Folk und Artverwandtem.

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Inhalt

10 Frisch gemischt

Ausgesuchte Trends und News für Bremerinnen

24 Hautnah

Tatyana Ryzkova hat in Bremen ihre eigene

Gitarrenschule, spielt regelmäßig Solokonzerte

und hat einen erfolgreichen YouTube-Kanal

30 Fashion Editorial

Der Bremer Modefachhandel stellt seine

Kollektionen für Frühjahr und Sommer vor

40 Pole Position

Kommunikation ist alles für Geschäftsführerin

Franca Reitzenstein von neusta

46 Auf Kultour

Konzerttipps und Comedy von der Redaktion

für Dich zusammengetragen

50 Herzenssache

Dipl. Psychologin Maren Maetze baut das

Selbstbewusstsein von Kindern auf

54 Küchenglück

Die Vollblutgastronomen Cathrin Bußler

und Marcus Tu lieben ihren Laden Fishermans

58 Angepackt

Zwei gute Freundinnen haben sich ihren Traum

erfüllt: KaCosta, ihr eigenes Modelabel

64 Fashion Backstage

Surrealismus und Mode, seit den 1920er Jahren

Kooperieren Modedesigner und Regisseure. Lara

Packheiser stellt hat ein paar Klassiker vor

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IMPRESSUM

Herausgeber:

Lars Hendrik Vogel

Verlag:

Chefredakteur:

redaktionsleitung:

Titelfoto:

Redaktion:

VOGEL & CREW Media

Mühlenweg 9, 28355 Bremen

T. +49 (0)421 200 75 90

F. +49 (0)421 200 75 99

Lars Hendrik Vogel [V.i.S.d.P.]

lhv@bremissima.de

Annette Rauber

Birgit Rehders

Julia Rücker

Ina Seyer, www.inaseyer.de

Irina Lenz (Haare & Make-up)

Mit freundlicher Unterstützung

der Wiethe Group, www.wiethe.com

Dr. Nadine Andrick

Joerg Dudziak

Cynthia Hoedoro

Anke Juckenhöfel

Tania Melms

Heike Mörschel

Lara Packheiser

Annette Rauber

Birgit Rehders

Julia Rücker

Ira Scheidig

Harrel von Ahnen

Liebevoll gestaltetes Memo

w Das Hamburger Online-Unternehmen Kleine Prints produziert von seinen

Kunden selbstgestaltete, altersgerechte Fotoprodukte für Kinder und Kleinkinder.

Markenzeichen von Kleine Prints sind das robuste Material sowie das einzigartige,

klare Design, das regelmäßig für echte Foto-Euphorie bei kleinen und großen

Fans sorgt.

Gegründet wurde Kleine Prints 2014 von Geschäftsführerin Eva Malawska. Als

die Grafikdesignerin und bekennende Yoga-Fanatikerin auf der Suche nach einem

robusten, stylischen Fotobuch für ihre Tochter war und keines fand, entwarf sie es

kurzerhand selbst. Das Sortiment von Kleine Prints umfasst derzeit ein Fotobuch

in verschiedenen Ausführungen sowie ein individualisiertes Memospiel. Weitere

Produkte rund um Fotogeschenke für Kinder und spannende Kooperationen mit

jungen Designern erweitern das Sortiment stetig.

www.kleineprints.de

illustrationen:

Diana Meyer-Soriat

www.sketchnotes-by-diana.com

Fotos:

Ina Seyer

Marta Urbanelis

Lars Hendrik Vogel

Anzeigen:

Lars Hendrik Vogel

lhv@bremissima.de

Tania Melms

t.melms@bremissima.de

Es gilt die Anzeigenpreisliste

Nr. 01/2017

Gestaltung:

Art-Director:

VOGEL & CREW Media

Stevie Schulze

Druck:

Druckerei Girzig+Gottschalk

28309 Bremen, www.girzig.de

Erscheinungsweise:

alle zwei Monate, kostenlose Abgabe in Fachgeschäften,

öffentlichen Einrichtungen usw.

Rechte:

Keine Haftung für unverlangt eingesandte Manuskripte, Bilder,

Dateien und Datenträger. Kürzung und Bearbeitung von Beiträgen

und Leserbriefen bleiben vorbehalten. Zuschriften und Bilder

können ohne ausdrückliche Vorbehalte veröffentlicht werden.

Nachdruck, auch auszugsweise, ist nur mit Genehmigung und

Quellenangabe gestattet. Sämtliche Rechte der Vervielfältigung

liegen beim Verlag.

ISSN 2364-3498

www.bremissima.de

Das nächste bremissima Magazin erscheint

am 02. Mai 2017

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Designschmuck mit Wiedererkennungswert

aus der Hansestadt

w Wunderschöne Schmuckstücke entstehen, wo

der Übergang von Inspiration zu Leidenschaft

fließend ist. Die Marke bastian inverun steht seit

1974 für ausdrucksstarke Designkreationen aus

echten Materialien wie strahlendem Sterlingsilber

in Kombination mit funkelnden Diamanten, schimmernden

Perlen und charakterstarken Edelsteinen.

Das international agierende Unternehmen, das

einst von einem Juwelier in der Hansestadt Bremen

gegründet wurde, ist bekannt für seine Schmuckkreationen,

die sowohl am Puls der Zeit, aber immer

auch für die Ewigkeit gemacht sind. Die Liebe

und Hingabe zum kleinsten Detail sowie eine den

höchsten Ansprüchen gerecht werdende Verarbei-

tung lassen erahnen, weshalb Schmuck von

bastian inverun so einzigartig ist. Die neue

Spring/ Summer-Kollektion von bastian

inverun zeigt sich mit Ecken und Kanten

und setzt mit geometrisch inspirierten,

avantgardistischen Formen und Strukturen

starke Akzente. Klare Kontraste und

eine markante Formgebung mit hohem

Wiedererkennungswert prägen die neue

Kollektion des deutschen Designschmucklabels.

Individualität und Eigenständigkeit

sind die zentralen Attribute, die der neuen

Kollektion ihr unverwechselbares Gesicht

geben. www.bastian-inverun.de

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GESTALTEN * LEBEN * GENIESSEN * INSPIRATION * EINRICHTEN * REISEN

ENDECKUNGEN VON LANDLUST-STYLISTIN HEIKE MÖRSCHEL

w V O R N E W E G

Ob als Einrichterin, Stylistin,

Trendscout, Künstlerin oder auf

meinen Reisen luschere ich ständig

herum auf der Suche nach Do-ityourself-Ideen,

Modetrends,

himmlischen Kochrezepten, inspirierenden

Wohnideen und individuellen

Reisetipps.

Die Welt ist groß und das

Schöne lauert überall.

Eure Heike!

Shabby Chic und israelische Küche

In Deutschland ist der Anspruch

extrem groß, alles perfekt

machen zu wollen. Ist es

nicht so, dass Gegenstände,

an denen die Zeit ihre Spuren

hinterlassen hat, einen unwiderstehlichen

Charme bekommen?

Shabby Chic ist so ein Stil mit

Ecken und Kanten, ein Wohnstil, in

dem man lebt und in dem Kratzer,

anstelle glattpolierter Oberflächen

vorkommen. Das sind Möbel, die

eine Geschichte aus fernen Ländern

erzählen, in denen Elemente der

englischen Cottages, französischen

Chateaus und alten venezianischen

Pallazzi aufeinandertreffen. Ein

Klassiker, denn diesen Stil gab es

schon immer. Auch die Fassmalerei,

die bei uns so wenig bekannt

ist, gibt es schon seit dem 18. Jahr-

hundert und ist nichts anderes, als das

farbige Einfassen von Möbeln. Egal wie

man es nennen mag, Upcycling, Shabby

Chic oder Vintage. Ich glaube, dass dieser

Trend in unserer Wohnkultur einen

bereits festen Platz eingenommen hat.

Dieser Stil passt zu Personen, denen

Persönlichkeit wichtiger ist als Perfektion,

Gerade weil hier mit unterschiedlichen

Epochen gearbeitet werden darf,

ob puristisch auf romantisch oder modern

auf antik trifft. Genau dieser eklektische

Einrichtungsstil trifft unseren

Zeitgeist.

Eine gute Atmosphäre erzeugt man

durch eine ausgewogene Mischung von

Kontrasten, harmonischen Farben und

natürlichen Materialien. Ein Multi-

Kulti-Trend, der aber nicht nur in der

Einrichtung zu beobachten ist. Immer

mehr spüren wir im Food-Bereich ei-

nen deutlichen Einfluss der israelischen

Küche durch Yotam Ottolenghi

oder Haya Molcho.

Warum? In Israel kamen, nach dem

Zweiten Weltkrieg Menschen aus

über 60 Nationen zusammen die

ihre Prägung und die Zutaten mitgebracht

haben. Daraus entsteht heute

dieser ganz besondere Mix, der

fantastisch schmeckt! Wer Lust hat,

einmal diese Küche auszuprobieren,

der geht ins Restaurant „Neni“. Zum

Beispiel in Hamburg, Berlin oder

Zürich gehört es zu der wundervollen

25hours Hotelgruppe und zum

„Neni“ in Wien am Naschmarkt gehört

sogar eine Kochschule.

Und in der nächsten Bremissima

„Heike’s Welt“ erscheint ein kleiner

Shabby Stil-Guide to go über

Bremens Adressen und Tipps und

Anregungen zum DIY.

Bis dahin mix it up and shak it!

www.heikemoerschel.de

www.25hours-hotels.com

www.neni.at

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Sportlich auf französich

w Die 1933 vom französischen Tennis-Profi René Lacoste,

dessen Spitzname „Alligator“ war, gegründete Marke bietet

französisch-sportlichen Chic für jede Gelegenheit. Neben

dem klassischen Poloshirt, das seit mehr als 80 Jahren unverändert

erfolgreich verkauft wird, bieten Marion Beyer,

Filialleiterin von der Lacoste-Boutique in der Domshof-

Passage und ihre Mitarbeiterin Gül Orhan immer die neusten

Kollektionen von Lacoste für Damen und Herren.

Besonders stolz ist die Store-Managerin auf die neue Möglichkeit,

das Sortiment in der Boutique durch den Zugriff

auf das Online-Sortiment mithilfe von Tablets zu erweitern.

Dadurch steht in Bremen das gesamte Lacoste-Sortiment zur

Verfügung.

Die Lacoste-Boutique in der Domshof-Passage hat montags

bis freitags von 10 Uhr bis 19 Uhr sowie sonnabends von 10

Uhr bis 18 Uhr geöffnet.

www.lacoste.com

Kreativmarkt im Citylab Bremen

w In Kooperation mit DaWanda

präsentiert am 26. März von 11 - 17

Uhr Deine eigenART einen Tag der

besonderen Art im Hanseatenhof in

der Bremer City. Jeder, der Handgefertigtes

liebt, ist herzlich eingeladen,

eine Vielfalt an selbstgefertigtem

Schmuck, selbstkreierter Kleidung,

eigens erstellten Illustrationen und

vielem Mehr zu entdecken. Zusätzlich

gibt es angesagte Designer-Mode in

einem Fashion Exchange Pop-up-

Store. Inszeniert wird das Shoppingerlebnis

in einer Location, die zum

Stöbern, Bewundern und Verweilen

einlädt. Mitmach- und Bastelaktionen

von DaWanda, verlocken dazu,

selber kreativ zu werden und seinem

Ideenreichtum freien Lauf zu lassen.

www.deine-eigenart.de

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Doofer schöner Frühling!

Heute ist wieder einer dieser Tage, die zu Anfang des Jahres frech

aufblitzen, einen Anflug von Frühling verbreiten und sich dann

wieder denken: „Ach nö, ich bin eigentlich noch gar nicht so weit,

ich geh mal lieber wieder schlafen. Winter, übernimmst du?“ Diese

Tage sind aus zwei Gründen sehr gemein. Erstens: Was soll denn das

bitte, uns Hoffnung auf einen baldigen Frühling zu machen und

dann wieder zu verschwinden? Fast noch schlimmer ist allerdings

zweitens: Scheint die Sonne, wird man unangenehm daran erinnert,

dass die Hose kneift und der Sweater irgendwie geschrumpft sein

muss. Noch schlimmer ist es dann, wenn es in der Sonne so warm ist,

dass man sich zuerst zwar traut, den Thermopulli in hohem Bogen

von sich zu werfen, nur um dann festzustellen, dass sich die Röllchen

am Bauch so doll abzeichnen. Den Rest der Zeit sitzt man dann da,

am Shirt herumzupfend und tut dabei so, als sei nichts. Wie doof das

ist! Dieses unsichere Gefühl wegen der paar Kilos zum Jahreswechsel

mehr ist völliger Quatsch. Denn ehrlich, zwei, drei, vier, fünf Kilo

mehr auf der Waage machen uns nicht weniger attraktiv. Wenn man

jemanden toll findet, sind die nämlich egal. Das weiß ich aus eigener

Erfahrung – und zwar in beide Richtungen. Und wenn wir jetzt so in

uns hineinhorchen: Leute, denen so etwas wichtig ist, wollen wir gar

nicht erst im Leben haben. So.

Pünktlich zur Frühlingssaison startet übrigens die millionste Staffel

„Germany’s Next Topmodel“. Ganz perfide Sache. Jetzt piekst uns

nicht mehr nur der Frühling in die „Muffin Tops“ (ich persönlich bevorzuge

„Love Handles“), sondern auch noch das olle Fernsehen und

die möchtegern-authentische Heidi. Jetzt heißt es also, sich flott mit

der eigenen Figur versöhnen und vor dem Fernseher sitzend (mit vielen,

vielen Snacks, Käse und Crémant!) die armen Mädels bedauern,

die sich so sehr quälen, weil sie „hübsch“ sein wollen. Natürlich ist es

besonders lustig am Tag des Umstylings,

danach flacht die ansonsten

schon sehr flache Sendung sehr

ab.

Es soll ja wiederum Leute

geben, die sagen, dass alle

Menschen schön seien.

Das finde ich nicht. Müssen

sie auch nicht. Ich

glaube aber, dass alle OK

sind, so wie sie sind. Und

ja, ganz egal, ob im Winter

oder im Frühling.

Musikalische

Talente gesucht

w Leute die Singer/Songwriter sind

und in Bremen oder Umgebung leben,

können sich noch für die dritte Runde

des „Hafensänger Contest“ bewerben

Die Regeln sind einfach: höchstens

drei Leute auf der Bühne, kein Schlagzeug

(Cajon und Becken sind erlaubt).

Gespielt werden dürfen nur eigene

Stücke, also keine Coversongs.

Zu gewinnen gibt es u.a. eine professionelle

Studioaufnahme, einen Gig beim

„Rocken am Brocken“-Festival, Equipment

von Musikland OHZ u.v.m.

Die ersten beiden Runden am 14. April

und 2. Juni sind schon komplett

ausgebucht! Jetzt kann man sich noch

schnell für die dritte und letzte Runde

am 8. September anmelden! Schickt

eine Mail an programm@tower-bremen.

de und erfahrt alle Einzelheiten.

Das Finale ist am 29. Dezember 2017

im Tower.

www.tower-bremen.de

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Promotion

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Traumküchen bei Meyer & Rojahn

w Auf die Frage nach dem Mittelpunkt

des Hauses oder der Wohnung

haben die meisten Menschen

vor einiger Zeit sicherlich noch mit

„Wohnzimmer“ geantwortet. Heute ist

das ein bisschen anders. Denn heute

spielt sich das Leben immer häufiger in

der Küche ab. Hier wird gekocht, sich

unterhalten, gefeiert, getrunken – und

je schöner die Küche selbst ist, desto

wohler fühlen wir uns natürlich.

Absolute Spezialisten der Kücheneinrichtung

ist die Meyer & Rojahn

GmbH: Seit mehr als 35 Jahren macht

das familiengeführte Fachgeschäft

Menschen mit einer eigens auf sie zugeschnittenen

Küche glücklich. Besonders

wichtig ist, dass bei der Planung

nicht nur die jeweiligen Ansprüche an

die Küche erfüllt werden, sondern auch

die Individualität der Menschen zum

Ausdruck kommt.

Beratung, Planung, Montage

aus einer Hand

Geschäftsführer Dirk Meyer (Foto)

ist bereits vor über 15 Jahren in das

Unternehmen seines Vaters Dieter

Meyer und dessen Partner Wolfgang

Rojahn eingestiegen. Er weiß, dass Stil

und Charakter einer Küche genauso

wichtig sind wie Funktionalität, Ergonomie

und Bequemlichkeit. Ob außergewöhnliche

Materialien, kräftige

Farbtöne und eine außergewöhnliche

Optik oder doch lieber traditionelle

Formen und Farben: Neben hochwertigen

Einbauten und Geräten spielt

bei der Küchengestaltung auch der

persönliche Geschmack der Kunden

immer eine große Rolle. Und erlaubt

ist, was gefällt! Damit die Qualität

genauso stimmt, begleiten er und sein

Team den Weg zur Traumküche von

Anfang an. Nach der ersten Beratung

folgt eine Besichtigung vor Ort, eine

maßgeschneiderte Küchenplanung und

die professionelle Endmontage – alles

aus einer Hand, kompetent, schnell

und mit einem guten Blick für Details.

Übrigens: Wer noch gar nicht so genau

weiß, wie die Traumküche eigentlich

aussehen soll, kann sich in der umfangreichen

Küchenausstellung bei Meyer

& Rojahn inspirieren lassen.

Meyer & Rojahn GmbH

Friedrich-Ebert-Straße 26

28199 Bremen

www.meyer-rojahn.de

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unser Buchtipp

Eine Million Minuten

Wie ich meiner Tochter einen Wunsch erfüllte

und wir das Glück fanden

w Der gebürtige Bremerhavener

Wolf Küper ist zweifacher Vater

und vielbeschäftigter Umweltwissenschaftler,

der sich gerade auf der

Karriereleiter zwischen der Sprosse

„fantastisch bezahlter Gutachter

für die Vereinten Nationen“ und der

Sprosse „hervorragende Position als

Wissenschaftler ein einem renommierten

Forschungsinstitut in Kapstadt“

befindet, als seine vierjährige

Tochter Nina beim abendlichen

Vorlesen einen besonderen Wunsch

äußert.

„Ach Papa, ich wünschte, wir hätten

eine Million Minuten. Nur für

die ganzen schönen Sachen, weißt

du?“

Der kindliche Wunsch der Vierjährigen

lässt ihn nicht mehr los und so

beginnt Wolf Küper sich zu fragen,

was man mit einer Million Minuten

alles anfangen könnte. Was würde

die Familie alles verlieren? Was

würde sie gewinnen?

Als ein psychologisches Gutachten

über Ninas „kognitiv-wahrnehmungsmäßige“

Herausforderungen

per Post eintrudelt, steht für ihn

fest, seiner Tochter diesen Wunsch

zu erfüllen. Und so verkauft die

Familie alles Hab und Gut und

plant eine Weltreise. Eine Reise, die

genau eine Million Minuten dauert.

Ein kleiner Auszug:

Mitten in den neuseeländischen

Bergen kommt die Familie mit

dem Wohnmobil von der Straße

ab, landet im Tiefschnee. Es dämmert,

kein Geräusch außer gelegentlichen

Windstößen, Schnee,

so weit das Auge blicken kann.

Sie müssen auf Hilfe am nächsten

Tag warten. Es ist der Punkt, an

dem die Küpers am weitesten von

Deutschland weg sind, ziemlich

genau auf der anderen Seite der

Erde. Mit bis zu drei Schichten

Fleecejacken gewappnet liegen

sie im Wohnmobil, Eisblumen

am Fenster, die Nacht schluckt

alles. Als ob man den Stecker

zur übrigen Welt herausgezogen

hätte. Und plötzlich:

Eine Stimme flüstert in der Dunkelheit:

„Papa?“

„Ja!“

„Bist du da?“

„Ja.“

„Ich auch“.

„Das habe ich mir fast gedacht“,

flüstere ich.

„Und Mama und Mr. Simon sind

ja auch da.“

„Ja.“

„Jetzt ist es soo schön zuhausig,

ne?“

LIKE US & GEWINNE

Unter unseren Facebook-Freunden

verlosen wir ein Exemplar von

„Eine Million Minuten“

www.facebook.com/bremissima

Also: liken, teilen & gewinnen

Gebundene Ausgabe: 256 Seiten

Albrecht Knaus Verlag

ISBN: 978-3813507430

EURO 19,99

bremissima


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Frisch in den Teefrühling mit MyCupOfTea

w Seit nunmehr einem Jahr begeistert

das Bremer Start-up MyCupOfTea mit

Spitzentees in höchster Bioqualität,

welche maßgeblich zur Entschleunigung

des stressigen Alltags beitragen

und zum Entspannen einladen. Warum

Tee nicht nur ein Thema für gemütliche

Abende zur kalten Jahreszeit ist

und welche Tees sich besonders im

Frühling empfehlen, erläutert Geschäftsführer

Timo-Noé Chitula.

Rückblick

Ein spannendes, sowie arbeitsreiches

Jahr liegt hinter der jungen Teefirma,

welche es sich zur Aufgabe gemacht

hat, das Qualitätsbewusstsein von

Teekonsumenten in der ganzen Bundesrepublik

neu zu definieren. Hierfür

tourte Chitula durch Deutschlands

Metropolen und tummelte sich auf

namenhaften Feinkostmessen, um

seine von Hand abgefüllten Premiumtees

den Feinschmeckern der Nation zu

präsentieren. Mit Erfolg, denn sowohl

die außergewöhnlichen Mischungen,

als auch die extrem seltenen Manufakturtees

konnten bereits eine Vielzahl

von Kunden begeistern.

Fit in den Frühling

Warum nicht den Morgenkaffee gegen

eine wohlschmeckende Tasse Grüntee

eintauschen? Gründe dafür gibt es

laut des Bremer Jungunternehmers zur

Genüge: „Das im Kaffee enthaltene

Koffein finden Sie auch im Tee, der

Effekt des „Wach-machens“ wird also

von beiden Getränken bedient und

hält im Falle von Tee sogar wesentlich

länger an – doch Tee kann noch vieles

mehr! Wer seinen Körper in Sommerform

bringen möchte, ist mit dem

täglichen Konsum von Grüntee bestens

beraten! Die Kombination von Teein

(Koffein) und Catechinen ist hauptverantwortlich

für die verschlankende

Wirkung von Tee! Durch sie wird die

Fettaufnahme über Magen und Darm

reduziert, Fett aufnehmende Enzyme

gehemmt und der Stoffwechsel

angekurbelt.“ Ergo macht regelmäßiger

Teekonsum nicht nur schlank, er ist

auch sehr wirtschaftlich, da Spitzenqualitäten

mehrfach aufgegossen

werden können! „Besonders empfehlen

kann ich unseren Genmaicha Tee,

welcher auf der idyllischen Vulkaninsel

Jeju angebaut wird. Da es sich um

mit Matchapulver bestäubten Grüntee

handelt, darf mit der geballten Power

der Teepflanze gerechnet werden!“

Die leckeren Heißgetränke von My-

CupOfTea sind online unter www.

mycupoftea-shop.com oder offline bei

Selfair, Nur Manufaktur, Mex Coiffeur,

Onkel Ba, Lucy’s Kitchen, Jaya

und seit neusten auch bei Holtorf im

Viertel erhältlich.

www.mycupoftea-shop.com

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Mein

LieblingstücK

w Wenn mich einer fragt, ob ich etwas

sammle, dann würde ich ganz klar sagen:

Koffer! Ich liebe es, über Floh- und

Antikmärkte zu schlendern und nach

neuen Schätzen Ausschau zu halten.

Dieser Koffer ist mein Lieblingsstück

unter allen. Als ich meinen heutigen

Mann kennengelernt habe, habe ich

ihm diesen Koffer zu einem Spottpreis

abgeluxt, wohl wissend, dass er deutlich

mehr wert ist. Als wir dann verheiratet

waren, musste ich irgendwann mit der

Sprache rausrücken und gestehen, dass

er damals keinen guten Deal gemacht

hat. Er hat es mir nicht mehr böse genommen.

Corinn Stamm

Modewochen im Weserpark

w Über die angesagten Fashiontrends

können sich Besucher des Weserparks

am 24. und 25.03. bei einer Live-

Modenschau informieren. Auf dem

Catwalk, im Lichthof vor P&C, präsentieren

die Geschäfte wieder aktuelle

Modeinspirationen aus den Kollektionen

für Frühjahr und Sommer 2017.

Für musikalische Unterhaltung sorgt

Stargast Jay Khan (Foto). Der ehemalige

US5-Sänger präsentiert am Samstag

live auf der Bühne seine Lieblingsmusik

und auch schon ein paar seiner

neuen Songs. Begleitet wird er von

internationalen Tänzerinnen und

Tänzern, die die angesagten Fashiontrends

vorführen.

Inspirieren lassen kann man sich

bereits ab dem 6. März bei der statischen

Modenschau. Auf Podesten

und in den Schaufenstern präsentieren

durchgestylte Puppen die aktuellen

Frühlingstrends und laden zum

Shoppen ein.

www.weserpark.de

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Wenn Technik auf Schönheit trifft

w Mit unternehmerischem Fleiß und großem Sinn für

Kunst und Kultur hat das Familienunternehmen aus der

norditalienischen Provinz Reggio Emilia ein kleines Imperium

geschaffen. Zunächst als Schmiede gegründet, wuchs

der Betrieb Schritt für Schritt zum Hersteller von Küchengeräten.

Das Rezept für den Erfolg benötigte dabei – wie die

italienische Küche – nur wenige, aber dafür hochwertige

Zutaten: Erfindungsreichtum und Hingabe zum technischen

Detail, gepaart mit einem konsequenten Bekenntnis zu sorgfältiger

Formfindung. Bezeugt wird der Wille zur Perfektion

hierbei durch die Reihe weltberühmter Designer und Architekten,

welche bei der Gestaltung der SMEG-Produkte traditionell

viel Entfaltungsspielraum genießen. SMEG-Produkte

haben inzwischen selbstverständlich Einzug in hochfunktionale

Kochwerkstätten von professionellen Gastronomen

gehalten.

www.smeg.de/point/bremen/

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Intensivschwimmkurse in den Ferien

w In den Schulferien bietet die

Bremer Bäder GmbH in vielen Einrichtungen

Intensivschwimmkurse

an. Die in allen Schwimmkursen

angewendeten Übungen fördern

und trainieren den Gleichgewichtssinn

sowie die Koordination des

Nachwuchses. Angeboten werden

für Kinder ab fünf Jahren Seepferdchen-

(auch für Fortgeschrittene)

sowie Bronze-Kurse. Die Kurse

haben eine Laufzeit von bis zu

acht Unterrichtseinheiten à 30 bzw.

45 Minuten und werden in folgenden

Schwimmbädern angeboten:

Aquafit, Hallenbad Huchting,

OTeBAD, Schloßparkbad, Südbad,

Bad in der Tegeler Plate, Freizeitbad

Vegesack, Vitalbad Vahr und

Westbad. Anmeldungen werden

in den jeweiligen Bädern und im

Bremer Bäder-Shop bei Karstadt

sports entgegengenommen. Weitere

Informationen – auch zu den

Intensivschwimmkursen während

der Osterferien – gibt es auf

www.bremer-baeder.de

Kosmetik im Abo

w Seit der Gründung im Jahr 2011 hat sich GLOSSY-

BOX kontinuierlich weiterentwickelt. Als Pionier

auf dem Gebiet des monatlichen Beauty Abos hat

GLOSSYBOX dieses Angebot kontinuierlich

ausgebaut. Monatlich bekommt ihr eine Box

mit fünf Beauty-Highlights nach Hause

geschickt, zum Freuen und Ausprobieren.

Mit dem 30 Seiten starken

Magazin, greift die Redaktion

aktuelle Themen auf, versorgt

die Leser/innen mit Tutorials

und Beautytipps rund um

Haare, Make-up und Pflege.

www.glossybox.de

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Leon Löwentraut:

Kunst-Shootingstar

w Leon Löwentraut fährt auf der Überholspur. Schon

sein Name klingt nach Extravaganz gewürzt mit einer

fetten Prise Schrillheit. Schrill ist der junge Maler aus

Düsseldorf weniger, seine Bilder dafür umso mehr. Der

18-Jährige wird in Szenekreisen als junger Picasso gefeiert.

Vor dem Hype war er ein ganz normaler Schüler. Beendet

hat Leon das Gymnasium aber nicht: «Die Kunst hat irgendwann

zu viel Raum eingenommen und es war einfach

zu viel los», sagt er. Der Schulabbruch hat der Karriere

jedoch nicht geschadet. Mittlerweile kann der Kreativkopf

gut von seiner Kunst leben. Bei stolzen Preisen von

bis zu 16.000 Euro pro Bild, die Sammler für einen echten

Löwentraut tatsächlich hinblättern, ist das kein Wunder.

Leon nimmt seine Kunst verdammt ernst. „Kunst bedeutet

für mich Freiheit. Man kann sich ausdrücken wie man will

und durch die Farben und Formen indirekt zeigen, was

man denkt und fühlt.“ Und diese Gefühle klatscht er Tag

für Tag auf seine Leinwand – höchst erfolgreich noch dazu.

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Sneaker. Für seine Freunde und ihn waren sie

nicht nur praktisch, sondern auch ein modisches

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Leider nahm die Qualität der Sneaker aus der

Massenproduktion immer weiter ab. Vor einigen

Jahren lernte er einen Schuhmacher kennen, der

edle Lederschuhe für den Geschäftsalltag fertigte.

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Tatyana Ryzhkova

Vollblut-Gitarristin und

YouTube-Phänomen

Cynthia Hoedoro /

Ina Seyer, Libertina Fotografie

Sie ist eine tolle Musikerin“, sagt die Redaktion über

meine nächste Gesprächspartnerin. „Klassische Gitarre

spielt sie, und das sehr erfolgreich. Schau dir

mal ihre Videos an.“ Ich gebe es zu: Bis zu diesem

Moment war mir als Musikbanause nicht so recht

klar, dass es offenbar auch eine klassische Gitarre gibt. Also

gebe ich bei YouTube „Tatyana Ryzhkova“ ein, um mir einmal

anzusehen und anzuhören, was sie da eigentlich macht

und wie das wohl so klingt. Und ich bekomme direkt beim

ersten Ton Gänsehaut. Da ist jemand, der liebt, was er macht,

denke ich. Den Weg nach Syke – hier lebt sie – nehme ich

also gern auf mich. Und natürlich bin ich sehr gespannt, wer

mich hier erwartet.

Von der Domra zur klassischen Gitarre

Tatyana Ryzhkova und ihr Ehemann und Manager Evgeni

Jolondz öffnen mir die Tür, beide sehr freundlich, sehr

sympathisch und offenbar sehr erfreut, mich zu treffen.

„Als kleines Kind hatte ich noch gar nicht den Plan, irgendwann

einmal etwas mit Musik zu machen“, erzählt sie mir

lachend, nachdem wir uns hingesetzt haben. „Meine Mutter

war hier die treibende Kraft. Sie hat sich immer vorgestellt,

dass ihre Tochter, sollte sie eine bekommen, unbedingt klassische

Gitarre lernen sollte. Sie fand den Gedanken einfach

sehr schön.“ Tatyana ist in Weißrussland geboren. Hier gehört

die Gitarre zu den populärsten Instrumenten – allerdings

nicht unbedingt in der klassischen Variante, sondern

ganz typisch als Begleitung zu einem Gesang. Wie erklärt

sich Tatyana die Liebe ihrer Mutter zu der Gitarre? „Meine

Eltern sind beide Physiker“, antwortet sie. „Und irgendwie

scheinen Wissenschaftler bei uns große Fans von sogenannten

Barden-Liedern zu sein.“ Als sie acht Jahre alt ist, bringt

ihre Mutter sie also zu einer großen Musikschule in Minsk.

Gitarre gespielt hat sie da vorher noch nie. So wird sie auch

nicht sofort zur Gitarrenklasse zugelassen: Der Gitarrenlehrer,

immerhin einer der besten und bekanntesten der Stadt,

ist einer der alten Schule. Ihm ist wichtig, dass die Musikschüler

Durchhaltevermögen beweisen. In seiner Vorstel-

lung interessieren sich Mädchen mit elf, zwölf Jahren nicht

mehr für ihr Instrument, weil Mode und andere Dinge wichtiger

seien (was ich zugegebenermaßen ein wenig empörend

finde). Sie müssen sich also beweisen und zeigen, dass großes

Interesse und vor allem Talent in ihnen steckt. Deshalb beginnt

Tatyana zunächst, die Domra zu spielen. Das dreisaitige

Zupfinstrument gilt als Vorgänger der Balalaika und ist

einer Mandoline ähnlich – und sie weckt ihr Interesse an

der Musik. „Die Domra war nicht gerade mein Trauminstrument“,

sagt sie schmunzelnd. „Aber dank ihr habe ich schon

früh die tollen Seiten der Musik kennengelernt. Ich habe

beispielsweise gesehen, wie es ist, wenn man sich plötzlich

mit der eigenen Musik ausdrücken kann. Auf der anderen

Seite standen allerdings die eher unangenehmen Erfahrungen.

Die Erwartungen, der Druck.“ In Weißrussland, so erfahre

ich, werden Kinder in der musikalischen Erziehung

sehr früh gefördert und gefordert. Es wird nicht einfach so

toleriert, wenn jemand keine Lust hat, regelmäßig zu üben.

„Ich erinnere mich noch an meine blutigen Finger im ersten

Jahr“, verrät sie. „Es hat furchtbar wehgetan, ich wollte

zwischendurch auch mal aufgeben. Doch meine Mutter sagte,

komm, wir ziehen das durch.“ Denn Tatyana zeigt von

Anfang an Talent: Nach zwei Jahren an der Domra wechselt

sie schließlich in die Gitarrenklasse des bekannten Lehrers.

Die Empfehlung ihrer damaligen Lehrerin überzeugen ihn

schließlich, sie aufzunehmen.

Erste Erfolge, erste Niederlagen

Der Erfolg stellt sich bald ein: Bereits ein Jahr nach dem

Wechsel zur klassischen Gitarre treten Tatyana und ihre

Mitschüler bei einem internationalen Gitarrenwettbewerb

in Polen auf – und werden in ihrer Altersklasse Gruppenerste.

„Die Auftritte habe ich schon geliebt“, strahlt sie. „Ich

war begeistert von der Reaktion des Publikums auf unsere

Musik. Das hat mich natürlich angespornt, noch mehr zu

üben und noch besser zu werden.“ Nur stoppt sie jetzt eine

hartnäckige Handverletzung, die zudem nicht richtig behandelt

worden ist. Komplikationen sorgen dafür, dass sie

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wahnsinnige Schmerzen in der Hand hat – zeitweise kann

sie nicht einmal einen Stift halten. 13, 14 Jahre alt ist sie

damals. „Das war für mich eine sehr schlimme Zeit“, denkt

sie nachdenklich zurück. „Die Verletzung kam zu einer Zeit,

in der ich mir ein Leben ohne Musik kaum mehr vorstellen

konnte. Ich dachte, ich müsste das Gitarrenspiel für immer

aufgeben.“ Darüber hinaus bekommt Tatyana mit ihrem Gitarrenlehrer,

den sie inzwischen nicht mehr nur als Lehrer,

sondern auch als Freund ansieht, Probleme: „Ich fühlte mich

von ihm nicht wirklich unterstützt, als es mir so schlecht

ging, bekam Zweifel an meinen Fähigkeiten. Seitdem sind

wir getrennte Wege gegangen.“

Zwei Jahre kann Tatyana nicht spielen. Zwei Jahre, in denen

sie sich Gedanken darüber macht, ob Musik vielleicht doch

nicht der einzige Weg ist. „Ich hätte auch BWL oder Physik

studieren können“, lacht sie. „Zum Glück hat sich die Verletzung

nach einigen Jahren wieder beruhigt, ich hatte keine

Schmerzen mehr und konnte tatsächlich wieder langsam

anfangen zu spielen.“ Jetzt trifft sie auf einen neuen Gitarrenlehrer,

der sie unterstützt, motiviert und so die Selbstzweifel,

die sie seit ihrer Verletzung geplagt haben, nach und

nach ausräumt. „Ich dachte außerdem, dass es bestimmt sehr

lange dauern würde, bis ich wieder auf dem gleichen Level

war wie vor den Schmerzen“, meint sie. „Doch ein, zwei Monate

später war ich genau da, wo ich vorher gewesen bin.“

Nach dem Schulabschluss stellt Tatyana sich erneut die Frage,

was sie aus ihrem Leben machen soll – bloß, dass dieses

Mal die Musik im Fokus steht. Auch mit ihrem Bruder, der

damals in Dresden studiert, unterhält sie sich darüber. Er

schlägt ihr vor, eine Videokassette von ihrem Gitarrenspiel

einem Musikdozenten an seiner Universität vorzuspielen.

Gesagt, getan: Tatyana schickt ihm das Video, er zeigt

es einem Professor. Dieser ist auf Anhieb begeistert,

sagt, sie müsse unbedingt nach Deutschland kommen,

um dort Musik zu studieren. Er sagt aber auch, dass

sie besser nach Köln oder Weimar gehen solle, weil

es dort die besseren Dozenten für klassische Gitarre

gebe. Und er wolle ihr Video bei einer Reise nach Weimar

einem Kollegen dort zeigen.

Musikstudium in Weimar

„Ich habe dann eine ganze Weile nichts mehr aus Deutschland

gehört“, erzählt Tatyana. „Ich hatte es beinahe wieder

vergessen.“ Sie studiert mittlerweile am Musikkonservatorium

in Minsk, als sich ein Musikprofessor aus Weimar bei

ihr meldet. „Er sagte mir, dass ich unbedingt bei der nächsten

Eignungsprüfung vorspielen solle.“ Eine Voraussetzung:

Sie muss Deutsch verstehen und sprechen können, damit sie

weiß, was die Prüfer von ihr wollen. Innerhalb von acht Monaten

bis zur Prüfung lernt sie deshalb mithilfe eines Privatlehrers

die fremde Sprache. Wenn sie nicht übt oder in der

Gitarrenklasse sitzt, paukt sie Vokabeln, immer ihr Ziel vor

Augen. Die Prüfung besteht sie dann sofort – mit 18, 19 Jahren

zieht sie nun ganz allein nach Weimar. „Es war eine tolle

Zeit!“, sagt sie mit leuchtenden Augen. „Ich bin selbständig

geworden, hatte mein eigenes Zimmer im Wohnheim, und

ich konnte das machen, was ich am meisten geliebt habe:

S

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28

S

die klassische Gitarre spielen. Das Problem kam dann nach

dem Abschluss. Denn während des Studiums wurden wir

alle sehr, sehr gut ausgebildet, waren technisch auf höchstem

Niveau. Aber was wir mit unseren Fähigkeiten machen,

wie wir uns vermarkten sollten, das wurde uns nicht beigebracht.“

Der übliche Weg, ständig an Musikwettbewerben

teilzunehmen, zermürbt sie auf Dauer. „Dieses sich immer

wieder messen müssen, hat mich fertiggemacht“, denkt Tatyana

zurück. „Ich habe gemerkt, wie ich langsam den Spaß

an der Musik verloren habe und musste unbedingt etwas

Anderes ausprobieren.“

Eine YouTube-Erfolgsgeschichte

Vor beinahe neun Jahren, im Jahre 2008, als YouTube langsam

immer größer wird, lernt sie Evgeni kennen. Ohne sich

großartige Gedanken darüber zu machen oder sich etwas

davon zu versprechen, drehen die beiden ein Video von Tatyana,

wie sie klassische Gitarre spielt. Und laden es bei You-

Tube hoch. „Als dann die ersten positiven Kommentare kamen,

haben wir einfach noch mehr Videos aufgenommen.

So hat sich der YouTube-Channel immer weiterentwickelt,

es kamen mehr Abonnenten, mehr Aufrufe hinzu.“ Heute ist

Tatyanas YouTube-Kanal mit momentan 83.000 Followern

und 18 Millionen (!) Klicks der erfolgreichste, der sich mit

der klassischen Gitarre auseinandersetzt. Und es werden täglich

mehr Fans – nicht nur online, sondern auch bei ihren

Solokonzerten, die Tatyana inzwischen von Europa bis nach

Südamerika führen. „Toll ist es, dass ich so mit meiner Musik

auch Menschen erreichen kann, die nicht in Deutschland

leben. Und die Leute lernen mich und meine Musik kennen

und kommen aus aller Welt zu meinen Konzerten“, freut sie

sich. „Gerade bei Konzerten liebe ich es, in ihre strahlenden

Gesichter zu sehen, mit dem Publikum zu interagieren. Ihre

Begeisterung wärmt mir das Herz.“ Sie möchte die Menschen

abholen, nicht erziehen: „Ohne das Publikum gäbe es

die Musik ja nicht. Deshalb ist mir die Zusammenstellung

des Konzertprogramms sehr wichtig. Und: Ich möchte insbesondere

die Zuschauer von der klassischen Gitarre überzeugen,

die sie eben noch nicht kennen und vielleicht zufällig in

eines meiner Konzerte geraten sind.“

Crossover: Das neue Band-Projekt

Ein Leben ohne die Musik ist für Tatyana heute nicht mehr

vorstellbar. Neben der Pflege ihres YouTube-Kanals spielt sie

regelmäßig Solokonzerte oder tritt bei Musikfestivals auf

und leitet inzwischen sogar ihre eigene Gitarrenschule (Tatyanas

Gitarrenschule) in Bremen/Barrien – und weltweit: Die

digitalen Möglichkeiten wie Skype, Video-Tutorials und Co.

ermöglichen es ihr, auch Schülerinnen und Schülern in den

USA oder Südamerika die klassische Gitarre näherzubringen.

Darüber hinaus arbeitet sie seit zwei Jahren gemeinsam

mit anderen klassischen Musikern an einem gemeinsamen

Crossover-Projekt. „Wir haben großartige Musiker mit an

Bord, einen Saxophonisten, einen Bassisten, eine Pianistin,

einen Perkussionisten und mit mir eine klassische Gitarre“,

freut sie sich. „Mein Traum ist es, mein Klassik-Publikum

zu erweitern – ich finde die Mischung Klassik, Jazz und Pop

einfach unglaublich spannend.“ Momentan produziert die

Band neue Musikstücke, interpretiert klassische Musik neu,

mit Schwung und Pep. Und das Beste: Alle Stücke werden

selbstverständlich auf Tatyanas YouTube-Channel zu finden

sein, bevor die ersten gemeinsamen Live-Auftritte und die

CD kommen. Die Neugier auf Tatyanas Musik oder die ihres

aktuellen Projekts stillt man also am besten, indem man sich

durch ihre Videos klickt. Oder eines ihrer Konzerte besucht.

www.tatyana-guitar.com

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Blickwinkel

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Spring

t ime

Er ist´s

Frühling läßt sein blaues Band

Wieder flattern durch die Lüfte;

Süße, wohlbekannte Düfte

Streifen ahnungsvoll das Land.

Veilchen träumen schon,

Wollen balde kommen.

Horch, von fern ein leiser Harfenton!

Frühling, ja du bist‘s!

Dich hab ich vernommen!

Eduard Mörike (1804 - 1875)

Langsam und zart erwacht auch in Bremen die Frühlingszeit. Grund

genug, das graue Winterfell abzustreifen und sich von den neusten

Modetrends inspirieren zu lassen. In unserem Fashion Editorial stellt

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Sommerkollektionen vor. Von sportlich-schick bis luftig-leicht ist alles

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Backstage beim Fotoshooting

Oben links: Ab in die Maske. Krisztina verleiht

unseren Mädels den ultimativen Look.

Oben rechts: Die Outfits bekommen den letzten

Schliff, noch einmal glatt bügeln – ready to wear.

Unten rechts: Kritische Blicke beim Fitting. Am

Ende waren wir mit der Auswahl aber mehr als

zufrieden.

Unten links: Die richtige Vorbereitung ist alles!

Der Schuh zum Outfit oder doch eher andersrum!?

Mitte: Licht und Position sind perfekt. Kamera

ab, es kann losgehen.

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Seit über drei Jahren ist

neusta communications

die Kommunikations- und

CI-Agentur innerhalb

der Unternehmensgruppe

team neusta

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pole position

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Immer in Bewegung

Im Gespräch mit Kommunikationsexpertin Franca Reitzenstein

über die Lust, unbekanntes Terrain zu erobern

Lena Richter /

Winnie Schmitz

Industriecharme, Loftflair, Birkenstämme

zwischen Arbeitsinseln

und ein direkter Blick auf

den Europahafen in der Überseestadt

– wir sprechen mit Franca

Reitzenstein, Geschäftsführerin der

Kommunikationsagentur neusta communications

in den kreativen Räumlichkeiten

ihrer Firma. Nicht ohne

Stolz zeigt sie den Ort, an dem sie gemeinsam

mit Geschäftspartner Frank

Lenk und ihrem 13-köpfigen Team seit

nunmehr drei Jahren Corporate Identity-Prozesse,

Marketingkampagnen,

Webseiten, Kommunikationskonzepte

und -strategien entwickelt sowie für

Unternehmen verschiedener Branchen

umsetzt. Wir kommen ins Gespräch

und merken schnell: Man könnte der

Unternehmerin, die uns aufmerksam

anblickt, stundenlang zuhören – von so

vielen beruflichen Stationen und Engagements

hat die 42-Jährige zu erzählen.

Eine Linie lässt sich schnell erkennen,

die sich wie ein roter Faden durch ihr

Schaffen zieht und wiederkehrend als

innerer Motor und Antrieb wirkt – der

unbändige Wunsch nach Entwicklung.

„Jeden Tag den gleichen Aufgaben nachzugehen,

erfüllt mich nicht“, erzählt

sie, „Ich möchte von den Menschen um

mich herum lernen, mich inspirieren

lassen, andere Sichtweisen einnehmen

und eigene Ideen weiterentwickeln.“

Von Dresden über Afrika

in die Hansestadt

Die Agenturchefin studiert Jura in ihrer

Heimat Dresden, während ihres

Referendariats bewirbt sie sich für einen

Auslandsaufenthalt in Togo. 1999

arbeitet sie für fünf Monate in der

Deutschen Botschaft in der Hauptstadt

Lomé – rückblickend eine der prägendsten

Zeiten ihres Lebens und ein großes

Abenteuer: „Der Afrika-Aufenthalt hat

mir einen unglaublich intensiven Einblick

ermöglicht, ein tiefes Eintauchen

in eine fremde Welt“, erzählt Reitzenstein

begeistert. „Was mich bis heute

begleitet, ist das Wissen, dass ich auf

die meisten materiellen Dinge verzichten

kann und es mir gut dabei geht.

Und, dass ein Leben ohne Uhr tatsächlich

funktioniert.“ Von da an kehrt sie

immer wieder auf den afrikanischen

Kontinent zurück, reist unter anderem

durch Namibia, Botswana und Südafrika.

Bis heute verbindet sie vor allem

innere Freiheit und Ruhe mit dem

schwarzen Kontinent.

Im Jahr 2000 zieht es die Volljuristin

für ein spannendes Jobangebot nach

Bremen: Sie übernimmt eine Stelle als

wissenschaftliche Referentin in der

CDU-Fraktion der Bremischen Bürgerschaft,

kehrt zwischenzeitlich für

einige Monate als Büroleiterin in die

Sächsische Staatskanzlei nach Dresden

zurück. Ab 2001 ist sie mit gerade 27

Jahren Geschäftsführerin der Bremer

CDU-Fraktion. Nach mehreren Jahren

Festanstellung ist es der Drang nach

neuem Input und Herausforderungen,

der sie antreibt, sich auf eine weitere

Reise zu begeben. „Ich merkte, dass ich

an einen Punkt gelangt war, am dem

nichts Neues mehr kam. Die Routine

und die Gewohnheit wurden zu groß“,

erklärt die Unternehmerin. Also nutzt

sie ihr über die Jahre gewonnenes Netzwerk,

frischt Kontakte auf, vertieft diese,

und macht sich im Jahr 2005 selbstständig

– zunächst schreibt sie als freie

Journalistin für die Wirtschaftspresse,

anschließend wirkt sie als PR-Managerin,

entwickelt komplette Kommunikationskonzepte

und bringt ihre Kunden

in die Medien. „Eine aufregende Zeit“,

sagt sie rückblickend. „Ich habe die

Selbstständigkeit zunächst nur als Versuch

gesehen. Ich wollte schauen, wie

weit ich komme.“ Der Erfolg der ersten

Monate bestätigt sie in ihrer Entscheidung:

Schnell vergrößert sie ihre eigene

Agentur um die erste Angestellte und

eine Volontärin.

Als junge Unternehmerin trifft sie immer

wieder auf Frank Lenk, ehemaliger

Sprecher der Handwerkskammer Bremen.

Weil sie ähnliche Vorstellungen

verbinden und sich auf Anhieb sympathisch

sind, beschließen sie 2008,

gemeinsame Sache zu machen. Die

Aufgaben werden vielfältiger, die Projekte

komplexer. Frank Lenk bringt den

großen Bereich Eventkommunikation

mit in die gemeinsame Agentur, die damals

unter dem Namen „Reitzenstein I

Lenk“ firmiert. Gemeinsam realisieren

die Unternehmer Großveranstaltungen

wie die UNICEF-Gala. Schwerpunkt

ihrer Dienstleistungen liegt weiterhin

im Bereich Konzeption sowie Presseund

Öffentlichkeitsarbeit. Die Zahl der

Kunden wächst und damit die Branchen,

mit denen die beiden zu tun haben.

„Es gibt nichts Schöneres, als sich

in neue Themen hineinzudenken, die

Bedürfnisse der Kunden zu erkennen

und sie voranzubringen“, sagt die Agenturchefin.

Auch privat bewegt sich in

dieser Zeit einiges: 2009 bringt Reitzenstein

ihre Tochter zur Welt und balanciert

von nun an Kind und Business

parallel.

Engagement für

Unternehmertum

Mit dem Start in die Selbständigkeit

engagiert sich Reitzenstein in verschie-

S

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42

Ich möchte eine Lanze brechen für die

Freiheit, denn jeder hat die Möglichkeit,

seine Geschäftsidee zu verwirklichen

und das zu tun, wofür er wirklich brennt.

Unternehmergala Mai 2016 -

Franca Reitzenstein spricht

als Regionalvorsitzende

zu Wirtschaft und Politik

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pole position

43

S

denen Verbänden und tritt für die Belange

von Unternehmern ein. Sie wird

Mitglied von „Die Familienunternehmer“,

seit 2007 agiert sie im Vorstand

des Verbands, der es sich zur Aufgabe

macht, als Stimme von inhabergeführten

Unternehmen für langfristige und

nachhaltige Wirtschafts- und Steuerpolitik

einzutreten. Der Vollblutunternehmerin

geht es vor allem um

diese Botschaft: Familienunternehmer

stehen in höchstem Maße persönlich

in Verantwortung, denken in Jahrzehnten

anstatt in Quartalsergebnissen

und sollten deswegen Freiraum für

Wachstum und Entwicklung haben.

„Ich möchte eine Lanze brechen für

die Freiheit, denn jeder hat die Möglichkeit,

seine Geschäftsidee zu verwirklichen

und das zu tun, wofür er

wirklich brennt.“ Was häufig fehle, sei

der Mut, den Weg wirklich zu gehen.

Im Rahmen der Reihe „Unternehmer

im Klassenzimmer“ erzählt die Vorsitzendes

des Bremer Regionalkreises von

„Die Familienunternehmer“ deswegen

Schülern von ihren persönlichen Erfahrungen

als Selbstständige. „Ich möchte

dazu beitragen, dass junge Leute sich

mehr trauen. Es gibt ein Berufsleben außerhalb

der klassischen Festanstellung.“

Kreativagentur neusta

communications

Im Jahr 2013 eröffnet sich für Franca

Reitzenstein und Frank Lenk die Chance,

ihre Agentur zu vergrößern und ihr

Leistungsspektrum auf einen Schlag

zu vervielfachen: Mit team neusta gewinnen

die beiden einen dynamisch

wachsenden Kunden, der sie mit der

Unternehmens-PR betraut. Wenig später

folgt das Angebot, die bereits zu

team neusta gehördende Werbeagentur

via roeper und die PR-Agentur Reitzenstein

I Lenk unter einem Dach zu

führen. „Solche Chancen muss man

einfach nutzen. Die Kompetenzfelder

der beiden Agenturen gingen perfekt

zusammen. Digitales Know-how, Design,

Marketing und PR passen wie

Puzzleteile zusammen, um ein großes

Ganzes zu ergeben.“ Die Full-Service-

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44

S

Agentur neusta communications geht

an den Start und wieder einmal ist es

ein Aufbruch zu neuen Ufern: „Analoge

und digitale Kommunikation kreativ

zu verbinden, ist eine Herausforderung.

Die unglaubliche Schnelllebigkeit, ja

fast Flüchtigkeit von Kommunikation

im Internet wirkt wie ein Gegenpol zu

klassischen Printprodukten. Und doch

lassen sich diese Pole verbinden und

wechselseitig befruchten. Die Corporate

Identity ist damit für unsere Kunden

heute wichtiger denn je. Hier eine

klare und authentische Positionierung

zu erarbeiten ist für mich immer wieder

Herzensangelegenheit und Lieblingsjob“,

erzählt die Kommunikationsexpertin.

Neues kreieren

„Ich bin total glücklich, ein so tolles

Team um mich zu haben. Wir tauschen

uns aus, lernen voneinander und entwickeln

gemeinsam Neues. Ich komme

morgens gern ins Büro, ich freu mich

auf die Jobs und mein Team – das bereichert

mich ungemein“, sagt Reitzenstein.

Auch wenn es natürlich mal

anstrengende Zeiten gebe – die Entscheidung

sich selbstständig zu machen,

würde sie immer wieder treffen.

„Kein Tag gleicht dem anderen, immer

wieder tun sich neue Chancen und Projekte

auf. Und was mir besonders wichtig

ist: Wir lassen hier aus Ideen Realität

werden. Wenn ich zum Beispiel im

Supermarkt einen von uns gestalteten

Joghurtbecher in der Hand halte und

meiner Tochter sagen kann, schau mal,

den haben wir gemacht, ist das ein richtig

gutes Gefühl.“

Die Unternehmerin scheint angekommen,

ohne still zu stehen. Auf die Frage,

welche nächste große Herausforderung

auf sie warte, antwortet sie: „In unserer

Branche bewegt sich so viel. Durch die

Digitalisierung eröffnen sich ständig

neue Themengebiete, die es zu erobern

gilt – da gibt es kein fertig.“ Und dieser

Spirit ist allgegenwärtig im Schuppen

Eins in der Bremer Überseestadt. Die

Geschäftsfläche ist in den vergangenen

Jahren kontinuierlich gewachsen. Im

Sommer 2016 packte Reitzenstein dann

die Gelegenheit beim Schopf: Sie gestaltete

die neuen Agenturräume nach

ihren Ideen und gesammelten Inspirationen.

„Ich bin ein echter Einrichtungsfan

und liebe es, Räumen Charakter

und Flair einzuhauchen. Vielleicht werde

ich ja im nächsten Leben auch noch

Designerin oder Architektin“, sagt sie

schmunzelnd.

Teamwork und enger Austausch

sind der Unternehmerin

wichtig.

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Küchenglück

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S

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2. April

LIKE US & GEWINNE Unter unseren

Facebook-Freunden verlosen wir 1 x 2 Karten.

www.facebook.com/bremissima

Good Weibs und Mädchenkantorei

Good Weibs – Good vibrations fühlen und

dabei Gutes tun – das haben sich die rund

80 „Good Weibs“ vorgenommen, ob jung

oder alt, von weit her oder immer schon

in Bremen. Sie verbreiten gute Stimmung

bei Events aller Art. Die ersungene Gage spenden sie

stets für wohltätige Zwecke. Huberta Muhle holte diese

Idee 2011 von Hamburg nach Bremen. Zahlreiche Frauen

meldeten sich bei ihr, um miteinander zu singen, zusammenzugehören

und dabei Gutes zu tun, also „Good

vibrations“ zu erleben, in einem Heer von Frauen.

Die „Good Weibs“ gaben ihren Einstand im Sommer

2011 beim zehnjährigen Geburtstag des Mamma-Screening

in der Bremer Innenstadt. Auch private Events

wie Geburtstage und Hochzeiten haben sie schon

bereichert – egal ob in großer oder kleiner Besetzung.

Der Chor besteht inzwischen aus ca. 80 Frauen. Das

Repertoire wächst langsam, aber beständig. Es sind vor

allem Popsongs, wie Lieder von Adele, Balladen, Klassiker,

wie zum Beispiel „You’ve got a friend“, „Hallelujah“

von Leonard Cohen, „Son of a Preacher Man“, „Unwritten“

von Natasha Bedingfield und u.v.m. Das Kernteam

der „Good Weibs“ besteht aus der Chorleiterin Joana

Toader, dem Pianisten Benny Grenz und der Gründerin

Huberta Muhle.

Unter der Leitung von Markus Kaiser (Mädchenkantorei)

und Joana Toader (Good Weibs ) sowie Benny

Grenz am Klavier treten die beiden Chöre erstmalig

gemeinsam auf und singen Klassiker aus Gospel, Pop

und Soul. Die „Good Weibs“ verzichten wie immer auf

ihre Gage, die diesmal zugunsten der Mädchenkantorei

am Bremer Dom gespendet wird.

So. 2. April, 17 Uhr, St. Petri Dom

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auf Kultour

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9. bis 18. März

Women in (e)motion Festival

Seit inzwischen 29 Jahren präsentiert das Festival

bekannte Künstlerinnen und auch weniger bekannte

junge Talente, die Stars von morgen. „Women in (e)

motion“ würdigt herausragende und authentische Beiträge

speziell von Musikerinnen aus den stilistischen Nischen

des heutigen Musikgeschäfts – aus Fado, Jazz, Folk und

Artverwandtem.

Do. 9. März, 20 Uhr im Rathaus Stuhr

Carla Pires (P)

Sie gilt international als eine der großen Fado-Stimmen

unserer Zeit und trat in den bekanntesten europäischen

Konzerthäusern sowie in Japan, Lateinamerika, Marokko

und Algerien auf. Mit ihren musikalischen Begleitern zeigt

Carla Pires in ihren Konzerten auch die Verbindungslinien

des Fado zu Tango und Samba auf.

Sa. 11. März, 21 Uhr, Music Hall Worpswede

Honeyfeet (GB)

Kopf der in Manchester ansässigen Folk-Hop-Band ist die

aus Irland stammende Sängerin und Flötistin Rioghnach

Connolly. Sie spielen eine Mixtur aus traditioneller irischer

Musik, Jazz, Blues, Soul und Hip-Hop-Elementen.

Mo. 13. März, 20 Uhr, Moments

Sogesong (N) und Lula Pena (P)

Dieses Doppelkonzert bringt an einem Abend Künstlerinnen

aus dem hohen Norden und von der südlichen Atlantikküste

Europas auf die Bühne. Das norwegische Duo

Anne Hytta (Geige) und Oyonn Groven Myhren (Gesang

und Lyra) haben es sich zur Aufgabe gemacht, mittelalterliche

Balladen wieder zum Leben zu erwecken.

Die portugiesische Sängerin und Gitarristin Lula Pena arbeitet

mit Versatzstücken aus Folk, Blues, Flamenco, Chanson

und Bossa Nova.

Di. 14. März, 20 Uhr, Moments

Sivan Talmor (ISR)

Sie singt und spielt Folk, Pop und Jazz auf ihrer akustischen

Gitarre. Ihre Partnerinnen auf der Bühne sind die Keyboarderin

Shelley Levy und die E-Gitarristin Rotem Frimer.

Mi. 15. März, 20 Uhr, Moments

Zoe Rahman (GB)

Nach klassischer Klavierausbildung in London und Oxford

sowie Jazz-Stipendium in Berklee gründete Zoe Rahman ihr

eigenes Label, auf dem sie seither diverse preisgekrönte CDs

veröffentlicht hat. Im Moments wird sie solo zu erleben sein.

Fr. 17. März, 20 Uhr, Moments

Joanna Wallfisch (GB)

Die englische Sängerin und Multi-Instrumentalistin (unter

anderem Ukulele und Piano) ist gleichberechtigt zwischen

Folk, Jazz, Pop und Indie unterwegs. Sie wird begleitet von

dem englischen Pianisten Liam Dunachie.

Sa. 18. März, 20 Uhr, Moments

Ellen Andrea Wang (N)

Und auch die Norwegerin Ellen Andrea Wang (Foto) gehört

zu denen, die sich musikalisch nicht eindeutig verorten lassen

wollen. So kommen bei der Sängerin und Bassistin Singer-

Songwriter-Hipstertum und Jazz-Klarheit zum Einsatz. In

Bremen wird sie mit Andreas Ulvo (Keyboards) und Erland

Dahlen (Schlagzeug) zu hören sein.

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6. März

The Boomtown Rats

feat. Bob Geldof

Als er 2013 von der Isle of Wight Festival-Bühne kam,

rief Bob Geldof heiter „Komisch. Ich hatte ganz vergessen,

was für eine mächtige Band die Rats sind!“

Andere hatten das nicht vergessen. Eigentlich sollte es nur

eine kurze „Reunion“ sein, es wurde aber zur triumphalen

Rückkehr der Boomtown Rats. 1975 in Dublin gegründet

barsten die Boomtown Rats ‘76 aus Irland – ihre schnelle,

laute, stürmische Musik und ihre schnelle, laute, stürmische

Haltung machten sie zum Teil der wachsenden Punk-Szene.

Sänger Bob Geldofs arrogante Revolverschnauze und Respektlosigkeit

vor Autoritätsfiguren machten ihn und seine

Band bei allen Jugendlichen beliebt, die sich von den unbeholfenen

Zureden von Kirche und Staat erdrückt fühlten.

Im Vereinten Königreich gingen die Boomtown Rats zuerst

mit den Ramones und Talking Heads auf Tour. Sie wurden

mit einer Reihe von Top-Ten-Hits und Platinum-Alben zu

einer der größten Bands der späten 70er/80er Jahre. Mit „I

Don’t Like Monday“ waren sie in 32 Ländern an der Spitze

der Charts.

Mo. 6. März, 20 Uhr im Pier2

25. März

Rhonda

Schnell, sehr schnell hatte man Rhonda ins Herz

geschlossen, kaum dass vor zweieinhalb Jahren ihr Debütalbum

„Raw Love“ erschienen war. Mit gewaltiger

Lässigkeit und einer irrsinnigen Nonchalance spielte sich

das Quintett um die Bremer Sängerin Milo Milone direkt

in die Herzen der Musikfans. Northern-Soul-Lads , Soulpunks

aber auch Popfans gleichermaßen waren infiziert!

Und so avancierte „Raw Love“ zu einem der Geheimtipps

2014 – über alle Szenen und Genres hinweg. Rhonda legen

mit „Wire“ also ein zweites Album vor, das den ungezwungenen

Gedanken ihrer ursprünglichen Entstehung mit viel

Verve und Seele niederschreibt.

Sa. 25. März, 20 Uhr im Lagerhaus

25. April

En Vogue

Sie sind unbestritten die Königinnen des R´n´B &

Soul. Mit weit über 20 Millionen verkauften Alben

zählen sie zu den erfolgreichsten Damen-Trios der

Musikgeschichte. „Free Your Mind“, „Whatta Man“,

„Don´t let go“ und „Never Gonna Get It“ waren

Welthits und dürfen in keiner gepflegten Plattensammlung

fehlen.

Leider haben sich En Vogue über die Jahre hinweg

live sehr rar gemacht; umso erfreulicher ist es, dass

Terry Ellis, Cindy Herronbraggs und Rhona Bennet

nun im April nach Europa kommen und dabei auch

viermal ihre Aufwartung in Deutschland machen.

Der April wird also heiß, sehr heiß sogar…

Di. 25. April, 20 Uhr im Schlachthof Bremen

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19. Mai

auf Kultour

Daphne de Luxe

Daphne de Luxe „Comedy in Hülle und Fülle“

Daphne de Luxe ist Entertainerin mit Leib &

Seele und bringt getreu ihrem Slogan „Comedy

in Hülle und Fülle“ auf die Bühne. Dahinter

verbirgt sich ein ausgewogenes Showkonzept aus

Kabarett, Comedy, Live-Gesang und hautnahem

Kontakt zum Publikum.

Wenn die charismatische „Barbie im XL-Format“

scharfzüngig, lebensbejahend und gewollt

zweideutig über ihre Sicht der Dinge plaudert,

beweist sie ganz nebenbei allen verbissenen Gewichtskontrolleuren

und Kalorienzählern, dass

man nicht Größe 36 tragen muss, um zu gefallen.

Ob temperamentvoll, leise, spontan, direkt, selbstironisch

oder hintergründig - immer zieht die

blonde Powerfrau ihr Publikum in ihren Bann.

Fr. 19. Mai, 20 Uhr im KITO

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27. bis 30. April

jazzahead!

Die jazzahead! ist ein internationaler Branchentreff mit

integriertem Showcase-Festival. Für das Festival reichten

insgesamt 547 Bands aus 55 Ländern ihre Bewerbungen ein.

Die Jury hat nun 40 Bands aus 19 Ländern ausgewählt. In

diesem Jahr gibt es folgende Module: Finnish Night (8 Konzerte),

European Jazz Meeting (16 Konzerte), German Jazz

Expo und Overseas Night (mit je 8 Konzerten).

Eines der Highlights bei der finnischen Nacht ist das Aki

Rissanen Trio“. In den vergangenen Jahren hat sich Aki

Rissanen, sowohl als Bandleader und auch als Sideman,

einen Namen in der internationalen Jazzwelt gemacht. Mit

„Amorandom“, dem hochgelobten Album seines Trios, präsentiert

er sein bisher persönlichstes Werk. Minimal Music,

klassischer Impressionismus und nordische Poesie bilden die

Bühne für das energiegeladene und hochversierte Spiel des

Trios.

Do. 27. & Fr. 28. April, 23 Uhr in der Halle 7

17. Mai

Les Yeux d‘la Tête

Liberté, Chérie” – treffender könnte man den Esprit und

die Musik von Les Yeux d’la Tête nicht beschreiben.

Das aktuelle Album vermischt gekonnt mitreißende

Melodien mit dem berüchtigten Pariser Spott. Französischer

Folk, Chanson, Swing, östliche Klänge, Rock: Les Yeux d’la

Tête bedienen sich wagemutig verschiedener Genres und

kreuzen diese auf brillante Weise mit humorvollen und

poetischen Texten. Von “Dancefloor Chansons” bis hin zu

bezaubernden Balladen, Les Yeux d’la Tête wissen, wie man

das Publikum begeistert. Von Paris bis Berlin, von London

bis Budapest, mit mehr als 500 Konzerten in nicht weniger

als 10 Ländern im Gepäck, geht die Band aus Montmartre ihren

ganz eigenen Weg mit viel Talent und Freigiebigkeit. Es

wartet eine lebendige, aufregende Show, schier überbordend

von liberté, chérie!

Mi. 17.Mai, 20 Uhr im Lagerhaus

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herzenssache

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Das schönste

Spiel der Welt

Anke Juckenhöfel /

EPSYMO e.V., Anke Juckenhöfel

„Da gehe ich wieder hin, die Gruppe

braucht mich!“ So reagieren die meisten

Kinder auf ihre ersten Psychomotorik-

Stunden bei EPSYMO, dem Elternverein

für psychomotorische Entwicklungsförderung

e.V. Diese Reaktion

kommt nicht von ungefähr, genau so

soll sie ausfallen. Maren Maetze, die

Leiterin von EPSYMO, hat sich zwischen

der Babymassage-Stunde und

dem nächsten Beratungsgespräch viel

Zeit für mich und meine Fragen genommen.

„Zuerst machen wir eine Befunderhebung

mit den Kindern und deren

Eltern, lernen die Kinder gut kennen.

Dann suchen wir die zum Kind passende

Kleingruppe bei uns aus und bauen

eine Bewegungslandschaft auf, die die

Stärken des Kindes zur Geltung bringt.

Die Erfolgserlebnisse ganz am Anfang

sind von größter Bedeutung, dazu machen

wir genau das, wovon wir wissen,

dass es das wirklich gut kann. Das Kind

muss gleich zu Beginn ein ganz großes

Ich bekommen!“ Um den Schritt zu den

Dingen wagen zu können, an denen mit

dem Kind gearbeitet werden soll, soll

es Mut gefasst haben und gerne kommen.

„Denn nur mit Selbstbewusstsein

können Kinder über Grenzen gehen“,

erklärt die Diplom-Psychologin. „Ganz

langsam und spielerisch verläuft der

Prozess, die Kinder empfinden unsere

Gruppenstunden nicht als Therapie.

Meine eigene Tochter erklärte mir damals

voller Überzeugung: ‚Mama, da

muss ich nichts lernen, es ist einfach

nur das schönste Spiel der Welt!’“

Eine Idee wird geboren

„Unser Motto ist ‚Kinder fördern und

stärken’“, erläutert Maren Maetze. Sie

ist auch Gründungsmitglied des Vereins.

Deshalb, weil sie damals mit ihrer

dreijährigen Tochter genau die Erfahrungen

gemacht hat, die viele Eltern mit

ihren Kindern machen. „Ich weiß, welche

Sorgen diese Eltern haben, welche

Fragen sich stellen, denn es sind genau

die gleichen, die ich damals hatte. Die

Entwicklung unserer Kinder braucht

deutlich länger, aber das macht nichts!

Ohne Stress und Hetze bleiben wir

am Ball. Dabei ist das Problem nicht

schichtenspezifisch, es kann jedem

passieren, beispielsweise ein Frühchen

oder behindertes Kind zu bekommen.

Das verbindet uns hier auch im Elternsein.“

Heute ist ihre Tochter dreißig

Jahre alt und hat selbst schon zwei

Kinder, sie hat ihren Weg gemacht und

steht gut verwurzelt im Leben. Damals

war sie bei einer Physiotherapeutin in

Behandlung. Doch diese Therapie war

nicht ausreichend, denn dass es ein

längerer Entwicklungsprozess werden

würde, war klar. Und dafür brauchte es

eine Gruppe. „Es gab damals eine Gruppe

in der Innenstadt, da wurden Kinder

aber erst ab einem Alter von sechs, sieben

Jahren aufgenommen. Das war mir

und anderen Eltern mit ähnlichen Erfahrungen

zu spät. Also überlegten wir

uns ein Konzept und arbeiteten es aus.

So ist EPSYMO entstanden, und nun

sind wir schon seit 27 Jahren ein eingetragener

gemeinnütziger Verein.“

Psychomotorik bei EPSYMO

Aber was ist Psychomotorik? Der aktuelle

Flyer von EPSYMO erläutert

sie so: „Psychomotorik beschreibt den

engen Wechselbezug zwischen Psyche

und Motorik. Psyche kennzeichnet

Gefühlserleben/Wahrnehmung und

Motorik bedeutet Bewegung/Handeln.

Über die Entwicklung von Wahrnehmung

und Bewegung erwirbt ein Kind

zunehmend die Fähigkeit, sich mit sich

selbst, seiner gegenständlichen und

seiner sozialen Umwelt auseinanderzusetzen.“

Dazu bietet EPSYMO Kindern

eine therapeutisch ausgerichtete Ent-

S

Maren Maetze, Gründungsmitglied und Leiterin von EPSYMO

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Der Deutsche Kinderpreis

2007, eine von

vielen Auszeichungen,

die EPSYMO im Laufe der

Jahre bekommen hat

Oben: „Pferde, Wind

und Blätterwald“, die

Psychomotorik am

Pferd von EPSYMO

Oben: Das schönste Spiel

der Welt – Psychomotorik-

Stunden bei EPSYMO.

Links: Die Turnhalle im

Haus der Zukunft

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herzenssache

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S

wicklungsförderung über das Medium

„Bewegung an Land und im Wasser“

an. Sie richtet sich an Kinder im Alter

von drei bis 16 Jahren, die von Behinderung

bedroht sind, die Störungen

in der Bewegung, der Wahrnehmung,

der Sprache und im Verhalten haben,

deren Entwicklung verzögert ist sowie

Kinder mit Körperbehinderungen und

geistigen Behinderungen. Dabei ist ein

möglichst früher Beginn enorm wichtig.

„Das optimale Eingangsalter liegt

ungefähr bei vier Jahren. Nur dann

haben wir die Zeit und die Möglichkeiten,

die die Kinder brauchen. Deshalb

machen wir viel Öffentlichkeitsarbeit,

sind unterwegs in Kitas und anderen

Einrichtungen, um auf unser Angebot

aufmerksam zu machen. Auch Weiterbildungen

bieten wir an. Die Kontaktaufnahme

erfolgt entweder direkt über

die Eltern, oder Ärzte, Kitas, Schulen

und andere kommen auf uns zu. Wir

freuen uns darüber, niemand sollte

davor zurückschrecken!, betont Maren

Maetze. Ein Punkt ist ihr dabei

besonders wichtig: „Keinesfalls sollen

Eltern befürchten, dass unser Angebot

zu teuer sein könnte! Der jährliche Mitgliedsbeitrag

im Verein beträgt 84,- €,

der monatliche Beitrag an den Gruppenstunden

15,- €. Doch für diejenigen,

die das nicht aufzubringen können, finden

wir immer Wege. Aber: Ein Engagement

der Eltern erwarten wir schon,

vier Stunden Vereinsarbeit im Jahr gehören

dazu!“

Frühberatung für Schwangere

und junge Familien

Seit 2006 ist sie bei EPSYMO mit im

Portfolio. Ziel ist, jungen Familien einen

guten Start zu ermöglichen. „Es

gibt so viele Entwicklungsfragen um

die ersten Lebensjahre herum, damit

möchten wir die Eltern mit ihren zum

Teil benachteiligten Kindern nicht alleine

lassen.“ 2012 ist diese Beratung

laut Gesetz zur Pflichtaufgabe für Bremen

geworden und EPSYMO wurde

gefragt, die Trägerschaft für Bremen-

Nord zu übernehmen. Nun gibt es fünf

Beratungsstellen, alle wohnortnah

und unterstützt von Psychologen, Pädagogen

und Hebammen. Ein großes

Kursangebot zu Themen wie Geburt

und Rückbildung, Babymassage, Babyschwimmen,

Babyturnen aber auch

Ernährungsberatung und vieles mehr

steht auf dem Programm. „Wir sind eine

Anlaufstelle für alle Fragen rund um

das Elternwerden und -sein. Vor allem

aber können Eltern hier mit anderen

zusammenkommen und sich austauschen.

Das Ziel ist eine gute Bindung,

sie gewährleistet Schutz. Das funktioniert

nur, wenn Eltern ihre Bedürfnisse

erkennen“, erklärt Maren Maetze.

Viel erreicht und noch viel vor

„In 27 Jahren sind wir älter geworden,

haben aber immer neue Themen gefunden

und wachsen weiter – und in all den

Jahren ist uns der Mut nicht abhanden

gekommen“, lächelt Maren Maetze. Der

Verein hat viele Auszeichnungen erhalten

und mit Eddi Hüneke von den Wise

Guys einen prominenten und sympathischen

Botschafter. Über die Jahre

hinweg hat EPSYMO bereits über 1.000

Kinder gefördert, momentan sind es

mehr als 100 in 24 Kleingruppen. Eine

eindrucksvolle Bilanz! Durchschnittlich

zwei bis vier Jahre sind die Kinder

mit dabei, doch es gibt auch eine coole

Gruppe von Jugendlichen, die sich

einfach weiterhin treffen wollten, weil

sie doch so viel Spaß zusammen hatten

und wussten, dass es schwer wäre, ein

anderes Sportangebot für sich zu finden.

Nun treffen sie sich wöchentlich

in einer Spiel- und Sportgruppe. In den

hellen und freundlichen Räumen von

EPSYMO fühlt man sich sofort wohl.

Auch ein wichtiger Punkt für die Kinder

und deren Eltern, die sich oft zunächst

scheuen, das Hilfsangebot anzunehmen.

Maren Maetze erklärt: „Ein

Großteil unserer Kinder sind Frühchen,

und davon gibt es immer mehr. Manchmal

ist es schwierig, den Eltern im Elterngespräch

ihre Scheu zu nehmen

und sie davon zu überzeugen, dass es

kein Makel ist, ein benachteiligtes Kind

zu haben. Es gibt keine Kritik, keine

Schuld, keinen Grund, sich zu schämen.

Denn es kann wirklich jedem passieren,

keiner sucht sich das freiwillig aus.

Doch es gibt unser Hilfsangebot, es ist

wirklich erfolgreich, wir haben nach 27

Jahren unendlich viel Erfahrung. Aber

noch immer berührt es uns besonders

stark, wie gut die Kinder sich sozial entwickeln,

eigene Kinder bekommen, im

Leben stehen – die meisten haben uns

überrascht!“

Jeder kann EPSYMO unterstützen:

Durch die Mitgliedschaft im Verein, als

Fördermitglied, als Pate für ein Kind

oder durch Spenden. „Für uns werden

auch Benefizveranstaltungen und

unterschiedlichste Spendenaktionen

durchgeführt, und wir freuen uns wirklich

über jede Zuwendung, egal, wie

hoch sie ist!“

EPSYMO e.V., im Haus der Zukunft,

Lüssumer Heide 6, 28777 Bremen

Tel. 0421/609 98 40

EPSYMO@t-online.de

Sparkasse Bremen, BIC SBREDE22

IBAN DE70 2905 0101 0001 0217 40

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54

Ein Paar mit gemeinsamer Profession:

Cathrin Bußler und Partner

Marcus Tu.

Auch ein starker Trend im

FISHERMAN‘s: Burger – als

„Fischburger de luxe mediterranean

Style“ mit Fjordlachs-Filet aus

nachhaltiger Fischwirtschaft.

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küchenglück

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Die F leißigen

Wer

neben einem Bürojob

als Reservierungsleitung

in einem Hotel, auf die Idee kommt,

als Nebenjob abends und nachts und auch

an Wochenenden in Landgasthöfen zu arbeiten,

muss mutmaßlich entweder einen teuren

Lebensunterhalt pflegen oder einfach den Service

am Kunden lieben. Zweites trifft wohl eher auf die

Vollblutgastronomen Cathrin Bußler und Marcus Tu

zu. Beste Voraussetzungen, eine anspruchsvolle Gastronomie,

wie das „FISHERMAN’s” in der „Wache 6”

Am Wall, zu führen.

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Cathrin Bußler vor dem alten

Polizeihaus am Wall, in dem sie

das „FISHERMAN‘s SEAFOOD-

Restaurant“ betreibt.

Alles läuft im Takt und Team:

Für die Mittagszeit werden einige

Hände gebraucht …

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küchenglück

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/ Joerg Dudziak

Es ist einer der sonnigen Tage im Februar.

Während ich sie so bei unserem gemeinsamen

Interviewtermin, verbunden mit einem

gemeinsamen Essen, in ihrem „Seafood-

Restaurant” erzählen höre, verfestigt sich

immer mehr der Eindruck, dass diese Frau wirklich in

ihrem Beruf eine Berufung gefunden zu haben scheint.

In ihren jungen Jahren steht für Cathrin Bußler früh

fest, dass sie den Starterberuf par excellence für ihre

Karriere erlernen möchte und sich zur Hotelfachfrau

im Ramada-Überseehotel Bremen ausbilden lässt. Mit

dem Nachwuchs zufrieden und die Prüfung absolviert,

entscheidet sich die Geschäftsleitung des Hotels

schnell dazu, ihr den Posten der Empfangsleitung und

später der Reservierungsleitung zu übertragen. Doch

die engagierte junge Frau ist mit dem ruhigen Büroleben

nicht allzu ausgelastet und stürzt sich wieder ins

Getümmel. Aus reinem Spaß an der Sache, wie sie sagt:

„Nach einem ganzen Tag im Büro verspürte ich immer

mehr einen Drang nach Bewegung.” Ein voller Laden,

in dem der Service auch wie geschmiert die Gäste mehr

als zufrieden stellt, trifft vollends ihre Vorstellungen.

Und so macht ihr die Doppelbelastung mehr Freude

als Mühe bis sie sich dazu entschließt, insgesamt etwas

kürzer zu treten.

Der Knurrhahn in der Innenstadt sucht zu dieser Zeit,

das muss so 2006 gewesen sein, eine Interimsleitung.

Was als Teilzeitkraft beginnt, wird immer mehr zur

Vollzeitstelle, Cathrin Bußler ist zur rechten Zeit am

rechten Ort und übernimmt immer mehr das Tagesgeschäft

des Hauses bis sich die damalige familiäre

Geschäftsführung entschließt, in den Ruhestand zu

gehen und das renommierte Lokal zu veräußern. Bis

sich ein Käufer findet, schmeißt sie mit dem Koch den

Laden und lernt auch die betriebswirtschaftliche Seite

eines solch hohen Gästeaufkommens kennen. Nun

sind wieder beide Dinge gefragt. Cathrin Bußler ist

mit Herz – und Kopf voll bei der Sache. Die nun gefundenen

neuen Geschäftsführer hätten wohl gerade

zu Beginn ohne ihre rechte Hand auf dem Schlauch

gestanden – aber „auf Cathrin ist Verlass.”

Und so entwickelt sich nicht nur die gemeinsame

Leidenschaft für die Küche zwischen einem der Geschäftsführer,

Marcus Tu und der Profigastronomin

– sie werden auch privat ein Paar. Erst als die beiden

zusammenziehen, wird Marcus Tu bewusst, welch ein

Engagement seine Freundin wirklich beweist. Während

er noch die ersten Stunden des Vormittags zu

Hause verbringt, ist Cathrin bereits früh auf und mit

den Vorbereitungen in der Küche beschäftigt. Abends

schließt sie den Laden ab. Bis die beiden entscheiden,

ein eigenes Eisen zu schmieden. Durch die lange Zeit,

die Marcus Tu im Ausland in der Gastronomie-Branche

verbrachte und die Herkunft aus einer der ersten

asiatischen Familien, die in Bremen mehrere chinesische

Restaurants eröffneten, ist sich das Paar mit gemeinsamer

Profession schnell einig: Es soll ein Fischlokal

werden, da kennt Mann wie Frau sich aus. Es

dauert ein gutes Jahr, bis das Gesamtkonzept und der

Geschäftsplan steht. Das besondere daran: Marcus Tu

bringt eines Tages die Idee mit nach Hause, spezielles

Augenmerk auf die Nachhaltigkeit der Fischbestände

zu legen. Er wendet sich an den weltweit organisierten

Rat „MSC” (Marine Stewardship Council). Er ist

eine internationale, unabhängige und gemeinnützige

Organisation zur verantwortungsvollen Fischerei und

Erhaltung der Fischbestände. Das Vorhaben gelingt

und Cathrin Bußler muss zur Tauglichkeitsprüfung

einen umfassenden Test zum professionellen Umgang

mit der Materie bestehen, bevor sie das Zertifikat verwenden

darf.

Schnell merke ich bei den Erläuterungen von Catrin

Bußler, dass dieses Versprechen an den Kunden nicht

nur so dahingesagt ist. „Jeder Fisch aus der MSC-Fischerei

wird separat gelagert, um dessen Herkunft bei

einer unangekündigten Prüfung sofort zurückverfolgen

zu können. Wenn ein Lieferant uns die Zertifizierung

nicht auf der Rechnung bescheinigt, gehen wir

der Sache auf den Grund. Denn schließlich tragen wir

für jedes Stück Fisch, das so bei uns auf dem Teller landet,

die Verantwortung. Auch unsere Speisekarte wird

laufend bezüglich der eingesetzen und deklarierten

Fischsorten vom Rat geprüft. Es ist schon beachtlich,

aus welchen Ländern ich überall für sämtliche Verfahren

Post bekomme.”

Und so lasse ich mir den gerade servierten „Sylter Grillteller”

besonders gut schmecken. Es scheint mir, als

wenn sie und ihr Lebensgefährte alles richtig gemacht

haben. Man soll tun, was man liebt.

Auch wenn sie zugibt, viel zu arbeiten, momentan

kaum noch Zeit für Privates oder Freunde zu haben,

scheint Cathrin Bußler zufrieden damit zu sein, was

im November 2015 begonnen wurde. „Ich wusste vorher,

worauf ich mich einlasse. Man muss dem Ganzen

mindestens 2 Jahre Zeit geben, bis man aus dem Gröbsten

raus ist,” so die Mittdreißigerin. Ich denke, Cathrin

Bußer sollte es wissen – selten war ich sicherer davon

überzeugt, dass eine Frau, die sich was vornimmt, auch

wirklich zum Ziel kommt und eine Weisheit zutrifft –

ohne Fleiß kein Preis.

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La Nouvelle

Tendresse

KaCosta, das sind Katharina Costa und Sandra

Nennecke, zwei junge, dynamische und äußerst

sympathische junge Damen. Mein Hund Dallas

und ich besuchen sie in ihrem Schwachhauser

Atelier. Die helle und freundliche Atmosphäre

im Dachgeschoss lässt Dallas und mich erst mal

entspannen. Auf dem großen Holztisch fällt

mein Blick sofort auf ein kleines Buch. Darf ich

einfach reinschauen? Ich frage. Beherzt zeigt

Katharina mir Entwürfe, Stoff- und Farbproben.

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angepackt

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Harrel von Ahnen zu

Besuch im Atelier

bei kacosta in Bremen-

Schwachhausen.

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Harrel von Ahnen /

KaCosta

Katharina Costa wagt sich an Muster. Nach

der von bezaubernden Pudertönen geprägten

jüngsten Kollektion mag es als gewagt

und zu früh erscheinen. Der Unterschied

wird mir schnell deutlich. Durch sehr raffinierte

Details versteht sie es blendend und nahtlos eine

Handschrift zu entwickeln. Wer erinnert sich nicht

noch an den Film „Working Girl“ und das berühmte

Zitat: „Ich habe einen Kopf fürs Geschäft und einen

Körper für die Sünde.“

KaCostas Mode ist generationsübergreifend. Spricht

nicht von Selbsteingenommenheit, korrespondiert mit

sehr subtilen Tools. Nichts „schreit“ und setzt genau

dadurch ein Ausrufezeichen. Sie hat es nicht nötig, die

moderne Frau, die sich in jeder Dekade neu zu erfinden

scheint und es wohl auch muss, um den Ansprüchen

des Alltags gerecht zu werden. Warum sich Gedanken

machen müssen, wenn nach Feierabend ein spontanes

Meeting ansteht. Diesen Spagat versteht KaCosta

wunderbar zu meistern, ohne in der Beliebigkeit zu

verschwinden. Gerade in Zeiten von sozialen Medien,

wie sie die Welt noch nicht gesehen hat, schafft sie mit

Dezentheit und Cleverness auf sich aufmerksam zu

machen.

Was mich zu Sandra Nennecke bringt, ihrer Team-Partnerin.

Die beiden wirken wie ein gut eingespieltes Paar,

dessen Charme man sich kaum entziehen kann. Sandra

S

Die Namensgeberin und Chefdesignerin

Katharina Costa (oben)

und die Business Managerin

Sandra Nennecke, die bereits eine

lange Freundschaft verbindet.

bremissima


angepackt

61

Aktuelle Kreationen

aus der KACOSTA

Pre-Selection

Ich habe einen Kopf

fürs Geschäft

und einen Körper

für die Sünde

aus dem Film „Working Girl“

bremissima


62

S

schreibt auch für die Webseite, ein persönlicher Blog,

und bringt noch mehr Authentizität hinzu. Ebenso wie

Katharina ist sie in zurückhaltenden Farben gekleidet,

zugegeben eins meiner Lieblingsteile der jüngsten Reihe.

Ein Bolero, in leicht changierendem Grün. Montana,

Cassini, Halston kommen mir in den Kopf. Katharina

trägt ein Ensemble in dunklem Camel-Ton. Man möchte

den Stoff berühren, fast kuschelig wirkt es. Die Frage

nach Pelz, ich komme nicht umhin. Sie versichern mir,

keinen Pelz zu verwenden und dies auch in Zukunft

nicht zu tun. Redakteurskrise abgewendet. Strike.

Wir sprechen über Märkte für das Label. Europäische

Kundinnen mögen sich an US-Designer erinnert

fühlen, US-Kundinnen derweil an Europa und dessen

Modekultur. Ich halte KaCostas Mode für international

tragbar und unaufdringlich. Gut gefallen würde mir ein

Statement, um die Raffinesse ihrer Mode noch mehr zu

unterstreichen.

Ich wünsche den beiden, ihren Weg entschlossen zu

gehen. Sich von Etwaigkeiten des Zeitgeistes unbeirrt

ihren Inspirationen zu widmen. Der Markt ist hart.

Knallhart. Sie werden es schaffen sich zu positionieren.

Und damit etwas neu zu erfinden, was sich jede Frau

wünscht. Urban chic at its finest.

www.kacosta.com

Das Newcomer Modelabel

KACOSTA präsentiert die

Modenshow Park-Couture

am 24. März in der Bar Freytag.

Tickets sind für € 15 bei Stilplus

oder unter frank@park34.de

erhältlich.

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fashion backstage

63

bremissima


64

Oben: Szene

aus „Letztes Jahr

in Marienbad“ einem

französich-italienischen

Spielfilm von Alain

Resnais aus dem

Jahr 1961.

Vier Szenen aus

„Das goldene Zeitalter“

(L’Âge d’Or) ist

ein surrealistischer

Tonfilm des Regisseurs

Luis Buñuel aus dem

Jahr 1930.

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Fashion Backstage

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Mode und Film

LARA PACKHEISER

In meiner letzten Kolumne

ging es um die Ausdruckskraft

von Mode in bestimmten

Filmen und wie Charaktere

geformt werden. An dieses

Thema möchte ich noch einmal anknüpfen

und darstellen, wieso ein

Film erst durch die richtige Mode an

Ausstrahlung gewinnt. Hierbei interessieren

mich besonders phantastische

Filme und dessen Entstehung.

Wie vieles Künstlerische findet auch

der phantastische Film seine Ursprünge

in Frankreich. Allerdings

durch zwei sehr bekannte Spanier.

Diese Filmkunst ist eng mit der

Kunstrichtung Surrealismus verbunden.

Einer der Wegbereiter ist Luis

Buñuel. Er lernte während seiner

Studienzeit Salvador Dalí kennen.

In Paris kam Buñuel zum ersten Mal

überhaupt mit dem Surrealismus zusammen

und überlegte, selbst Filme

zu drehen. Diese Richtung ist geprägt

von einer provokativ-antibürgerlichen

Haltung, dessen Ideen aus dem

innersten Seelenleben geschöpft werden,

dem unterbewussten Traum.

1929 drehte Buñuel zusammen mit

Dalí seinen ersten Film „Un Chien

Andalou“ (Ein andalusischer Hund).

Mit diesem Werk wollten beide einen

Film aus zwei Träumen schaffen.

Der Film beinhaltet nicht, wie wir

vermuten, eine logische Handlung,

sondern hat etwas Fremdartiges. Wir

können diese Art von Film nicht logisch

erfassen, da es aneinander gereihte

Szenerien sind, ohne Sinn.

Reiner Automatismus! Wir kennen

es, wenn wir träumen. Unsere Träume

sind oft aneinander gereihte Bilder

und Erlebnisse, die wir oft nur

noch bruchstückartig rekonstruieren

können. Nach diesem Werk folgt die

Aufnahme Buñuels in die Gruppe

der Surrealisten. Bald darauf folgt

ein weiterer Film Buñuels, allerdings

ohne Dalí, da man sich nicht einigen

konnte. „L’Âge d’Or“ (Das goldene

Zeitalter) 1930, wird ein riesiger

Skandal für die damalige Zeit. Dieser

Film kritisiert die Werte der Bourgeoisie

und des Christentums. Szenen

zeigen beispielsweise einen Vater, der

seinen Sohn mit einem Jagdgewehr

erschießt und skelettierte Geistliche.

Die Menschen waren derart aufgebracht,

dass rechtsgerichtete Gruppen

die Leinwände zerstörten. Erst

durch ein Verbot seitens der Polizei,

diesen Film zu zeigen, beruhigten

sich die Massen. Trotz Skandal oder

gerade deshalb, sehe ich diesen Film

als einen Meilenstein. Nur wenige

kennen ihn und wissen um die Geschichte.

S

Luis Buñuel Portolés (* 1900 Spanien; † 1983 Mexiko) war ein spanischmexikanischer

Filmemacher, der in der Frühzeit des Films als surrealistischer

Regisseur bekannt wurde. Er zählt zu den wichtigsten Filmregisseuren

des 20. Jahrhunderts. Buñuel arbeitete mit Salvador Dalí

und der Pariser Surrealisten-Gruppe um André Breton zusammen. Das

bekannteste Werk aus dieser Zeit ist der Film „Ein andalusischer Hund“

aus dem Jahr 1929. Eines der zentralen Themen seiner Filme ist der

Kampf gegen ein in sinnloser Wiederholung erstarrtes Bürgertum.

Salvador Dalí (* 1904, † 1989 Spanien), war ein spanischer Maler, Grafiker,

Schriftsteller, Bildhauer und Bühnenbildner. Als einer der Hauptvertreter

des Surrealismus zählt er zu den bekanntesten Malern des 20.

Jahrhunderts. Um das Jahr 1929 hatte Dalí seinen persönlichen Stil und

sein Genre gefunden, die Welt des Unbewussten, die in Träumen erscheint.

Schmelzende Uhren, Krücken und brennende Giraffen wurden

zu Erkennungsmerkmalen in Dalís Malerei. Seine Bilder sind in einem

altmeisterlichen Stil gemalt, die an den späteren Fotorealismus erinnern.

bremissima


66

S

Letztes Jahr

in Marienbad:

Delphine Seyrigs

Kostüme wurden von

Coco Chanel entworfen.

Die Kunsthalle Bremen,

widmete dem Film

eine Ausstellung

2015/2016

S

Warum ich das jetzt erzähle? Darauf

komme ich jetzt. Viele Kunstinteressierte

aus Bremen kennen sicherlich die

letztlich veröffentlichte Ausstellung

der Kunsthalle über den Film „Letztes

Jahr in Marienbad“ verfilmt von Alain

Resnais im Jahre 1961. Wir sehen schon

an der Jahreszahl, deutlich später als

die Filme von Buñuel. Dieser Film hat

einen deutlich größeren Bekanntheitsgrad

erreicht als die eigentlich viel früheren

Filme.

Auch der Film von Resnais ist ein Avantgardefilm.

Die Struktur ähnelt diesen

Vorgängern sehr, denn auch hier haben

wir unlogische, aneinander gereihte

Abfolgen, die keine zeitlichen Eingrenzungen

haben. Wir können auch hier

schwer mit einer gewissen Filmidee

herangehen, denn wir werden ihn anschauen

und es nicht rational begreifen.

Auch hier leben wir in einer Welt des

Traumes. Es kann sehr anstrengend und

verstörend sein, einen solchen Film zu

schauen. Nun fragte ich mich also, wieso

gibt es eine Ausstellung zu dem Film,

wo die Werke Buñuels noch nicht einmal

erwähnt werden? Obwohl, wie ich

finde, die Vorgänger deutlich innovativer

waren.

Ich kann es mir nur über die Ästhetik

des Films erklären. Denn niemand geringeres

als Coco Chanel entwarf Kostüme

für „Letztes Jahr in Marienbad“.

Traumhafte Roben mit Federn, um die

Idee des Traumes zu verdeutlichen. Alles

wirkt leicht und schwebend, wie

eine Art Rausch. Das komplette Gegenteil

zu Buñuel. Seine Filme sind geprägt

von einer Grausamkeit und Brutalität.

Augen werden ausgestochen, Skelette,

etc. Das ist nichts für die funkelnde Gesellschaft.

So werden solche Werke verbannt

in die hintersten Ecken, obwohl

es wahre Meisterwerke sind, da sie endlich

anders waren, zum Nachdenken

bewegten und provozierten.

Für mich sind diese avantgardistischen

Filme Vorläufer für die heutigen Fantasy-,

Horror- und Science Fiction-Filme.

Wer nun also auch Interesse an diesem

Thema gefunden hat, sollte unbedingt

mal einen kleinen, etwas anderen Filmabend

versuchen.

Die Bremerin Lara Packheiser

ist erfolgreiche Illustratorin,

Mode- und Set- Designerin.

www.larapackheiser.de

bremissima


67

Lachen

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68

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