Dokumentation Lina Müller und Luca Schenardi
Verwandeln Sie Ihre PDFs in ePaper und steigern Sie Ihre Umsätze!
Nutzen Sie SEO-optimierte ePaper, starke Backlinks und multimediale Inhalte, um Ihre Produkte professionell zu präsentieren und Ihre Reichweite signifikant zu maximieren.
Eine<br />
Zeichnungsreise<br />
durch<br />
Frankreich<br />
<strong>und</strong><br />
Nordspanien<br />
<strong>Lina</strong> <strong>Müller</strong><br />
<strong>und</strong><br />
<strong>Luca</strong> <strong>Schenardi</strong><br />
Februar / März<br />
2014
Französischer Jura 7.<br />
– 12. Februar<br />
Burg<strong>und</strong> bis Auvergne 12.<br />
– 15. Februar<br />
Nach einer Woche mit Probefahrten <strong>und</strong> dem nötigen Wechsel<br />
von Sommer- auf Winterpneus starten wir unsere Reise<br />
offiziell am 7. Februar <strong>und</strong> treffen, nach einem Zwischenhalt in<br />
Solothurn, am 8. Februar im französischen Jura – in Lods – ein.<br />
Fre<strong>und</strong>e stellen uns dort für fünf Tage Unterkunft mit konfortablem<br />
Atelier zur Verfügung. Ein idealer Ort, um unsere<br />
Zeichnungsreise zu beginnen. Kurz nach der Ankunft fangen<br />
wir mit Zeichnen an. Der weite, einsame französische Jura bietet<br />
unter anderem Gelegenheiten für unsere ersten ausgedehnten<br />
Wanderungen in der vorfrühlingshaften Landschaft. Wir<br />
sind sehr glücklich, nun eine längere Zeit in diesem Rhytmus<br />
<strong>und</strong> ohne Computer <strong>und</strong> Internet verbringen zu können.<br />
Am 12. Februar brechen wir Richtung Auvergne auf. Wir<br />
wollen uns genügend Zeit nehmen, um immer wieder anhalten<br />
zu können, zu fotografieren <strong>und</strong> die erste Frühlingswärme zu<br />
geniessen. Das kleine Dorf Château-Chalon im französischen<br />
Jura begeistert uns sehr. Es scheint, als wäre es seit h<strong>und</strong>erten<br />
von Jahren in seiner architektonischen Substanz praktisch unverändert<br />
geblieben <strong>und</strong> fügt sich traumhaft in die Landschaft<br />
ein. Trotz des musealen Charakters ist das Dorf nicht unbelebt.<br />
Viele Gemüsegarten sind bewirtschaftet. Solche Dörfer sollten<br />
wir in den nächsten Wochen noch viele sehen! Der Beschluss,<br />
unsere Fahrt ausschliesslich auf Landstrassen fortzusetzen <strong>und</strong><br />
folglich Autobahnen zu meiden, ist gefasst. Wir übernachten<br />
auf dem Dorfplatz von Montpont-en-Bresse, direkt vor der<br />
„Mairie“ <strong>und</strong> essen später in Louhans unser erstes französisches<br />
Drei-Gang-Menu mit Ile Flottante zum Dessert. Am Morgen<br />
zeichnen wir in einer französichen Bar, in der Männer mit Perrets<br />
<strong>und</strong> Baguettes unter dem Arm bereits um 10 Uhr morgens<br />
ihr erstes Glas Weisswein zu sich nehmen. Es geht weiter, <strong>und</strong><br />
auf der Druchreise halten wir in der charmanten Stadt Tournus<br />
an der Saône. Nach einer Übernachtung in Cours-la-Ville am<br />
13. Februar kommen wir am Abend des 14. Februar im w<strong>und</strong>erschönen<br />
Dorf Sauxillanges in der Auvergne an. Es ist warm<br />
<strong>und</strong> die ersten Amseln haben zu singen begonnen. Zufrieden<br />
machen wir uns in ein unspektakuläres aber umso besseres<br />
Restaurant zum Nachtessen auf. Papier <strong>und</strong> Stifte sind unsere<br />
ständigen Begleiter. Das zeichnerische Resultat der ersten Tage<br />
stellt uns zufrieden.
Blesle, Auvergne 15.<br />
– 24. Februar<br />
Aufgr<strong>und</strong> der „Off-Saison“ war es kein Kunststück, eine “Gite“<br />
(einfaches Ferienhaus) in der Auvergne zu finden. Wir haben<br />
uns dazu entschlossen, weil das Wetter anfänglich schlecht war<br />
<strong>und</strong> weit <strong>und</strong> breit keine Aussicht auf geöffnete Campingplätze<br />
bestand. Das Haus wird am 15. bezogen. Es liegt im einsamen<br />
Weiler La Vialle, ca. 10 km ausserhalb des kleinen Städtchens<br />
Blesle. Zu unserer grossen Freude hat es im Haus ein Cheminée<br />
<strong>und</strong> genügend Holz. Durch die konfortablen Platzverhältnisse<br />
<strong>und</strong> das grosse Wohlbefinden vor dem Cheminéefeuer erhält<br />
unsere Arbeit in diesen Tagen einen entscheidenden Schub.<br />
Nach längeren Märschen über die Hochplateaus der Auvergne<br />
sind wir spätnachmittags <strong>und</strong> abends ausschliesslich mit Zeichnen<br />
befasst. Die Natur hat noch einen winterlichen Charakter,<br />
Touristen hat es kaum. Wir fühlen uns sehr wohl. Nach diversen<br />
Gesprächen <strong>und</strong> Ausflügen mit dem rot-leuchtenden Bus sind<br />
wir im äusserst dünn besiedelten Tal schnell ein Begriff <strong>und</strong><br />
gehören nach kürzester Zeit fast schon zum Dorfleben. R<strong>und</strong>touren<br />
in höhere Regionen der Auvergne versetzen uns,<br />
angesichts der gewaltigen Landschaft, die teilweise noch in<br />
tiefem Schnee liegt, in Staunen. Durch den zuweilen im Nebel<br />
verhüllten Horizont <strong>und</strong> das stürmische Wetter wähnt man sich<br />
in in den Weiten Skandinaviens - auch Irland kommt uns oft<br />
in den Sinn. Dabei sind wir ja eigentlich, fuhre man über die<br />
Autobahn, nur fünf bis sechs St<strong>und</strong>en von Luzern entfernt.<br />
Nach einem zehntägigen stationären Aufenthalt mit vielen<br />
Wanderungen reizt uns das Busleben wieder <strong>und</strong> so geht die<br />
Fahrt am Morgen des 24. Februar Richtung Südwesten weiter.
Turenne, Cazals, Condom,<br />
Arreau, Midi-Pyrénées 24. Februar – 1. März<br />
Passüberfahrt nach<br />
Spanien 1. – 2. März<br />
Die Strasse führt uns über den gigantischen, nicht sehr schmucken<br />
Skiort Le Lioran. Die grässlichen Hotelanlagen <strong>und</strong><br />
Massen von Skitouristen verleihen dem Ort einen surrealen<br />
Charakter, so, dass die Szenerie schon wieder einen gewissen<br />
Reiz hat.<br />
Am Nachmittag nähern wir uns dem Gebiet des Flusses Dordogne.<br />
Die Landschaft wird grüner <strong>und</strong> üppiger. Der Süden<br />
naht. Viele Hotels sind geschlossen, Dörfer scheinen teilweise<br />
menschenleer zu sein. Man merkt, dass sich die Region auf den<br />
Ansturm des Sommertourismus, es sollen vorallem Amerikaner<br />
sein, vorbereitet. Nach einer langen Fahrt über diverse Landstrassen<br />
erreichen wir den Stellplatz in Turenne. Das schmucke,<br />
auf einen Hügel gebaute Städtchen ist völlig ausgestorben. Am<br />
25. Februar verirren wir uns auf der Weiterfahrt komplett, da<br />
das GPS in die eine, die Karte in die andere Richtung will. Zudem<br />
enden die meisten, wenn nicht alle regionalen Dorfnamen<br />
auf „ac“, was einem den Überblick gänzlich verlieren lässt.<br />
Wir scheinen im Tal der Dordogne gefangen zu sein! Schlussendlich<br />
gelingt es auszubrechen, <strong>und</strong> wir stellen den Bus im<br />
Dörfchen Cazals ab.<br />
Nach dem morgendlichen Zeichnen in der Dorfbar, geführt<br />
von einem ehemaligen Rugbyspieler (Rugby ist gross in Frankreich!),<br />
fahren wir über Agen durch schon sehr üppig grünende<br />
Feldflur immer weiter in südlicher Richtung. Dank seines<br />
klingenden Namens fällt ein uns bislang gänzlich unbekanntes<br />
Städtchen auf der Karte auf: Condom. Die riesenhafte Kathedrale<br />
winkt von Weitem. Aufgr<strong>und</strong> des wiederholt miserablen<br />
Sturmwetters entschliessen wir uns in der Kleinstadt ein<br />
erschwingliches Hotel zu nehmen. Diese Entscheidung war<br />
richtig! Den nächsten Regentag verbringen wir zeichnend im<br />
Hotelzimmer. Ein längeres Kartenstudium bringt uns zu einem<br />
nächsten, sehr richtigen Entschluss: Wir wollen dem grässlichen<br />
Wetter entfliehen <strong>und</strong> in wärmere Regionen vorstossen.<br />
Was liegt da näher als Spanien? – mit der Passüberfahrt<br />
von Arreau nach Bielsa ziemlich leicht zu erreichen.<br />
So fahren wir am 28. Februar über Lannemezan ins verschneite<br />
<strong>und</strong> sturmumpeitsche Pyrenändorf Arreau. Vor dem Dorfeingang<br />
kreisen Gänsegeier. Der nächtliche Sturm rüttelt an<br />
unserem Bus.<br />
Am Morgen liegt nicht wenig Schnee. Wir können uns kaum<br />
vorstellen, dass bei diesem Wetter eine Passüberfahrt möglich<br />
sein soll. Im lokalen Tourismusbüro werden wir eines Besseren<br />
belehrt – zudem klart das Wetter plötzlich auf. Wir sind glücklich<br />
<strong>und</strong> auch etwas aufgeregt. Der Bus wird startklar gemacht.<br />
Das Durchqueren der nächsten Skiorte erweist sich als nicht<br />
halb so eindrücklich wie die Pyrenäen selber. Es mag sein,<br />
dass die neblige Luft der ganzen Szenerie noch mehr Aufwind<br />
verleiht. Die schroffen Berge wirken einschüchternd, ja gar<br />
aggressiv. Die Strasse steigt schnell an <strong>und</strong> windet sich immer<br />
stärker die Hänge hinauf. Nach ungefähr eineinhalb St<strong>und</strong>en<br />
stehen wir auf 1800 m ü.M. vor dem Tunnel, dessen Ausgang<br />
in Spanien liegt. Nach einer langen Fahrt durch einsame, mit<br />
Föhren bewachsene Täler wird die Landschaft schnell mediterran,<br />
gar wüstenhaft. Riesige Stauseen säumen die Strassen.<br />
Grössere Gruppen von Kranichen verstärken den Eindruck von<br />
Wildheit.<br />
Die Nacht verbringen wir auf dem einsamen Campingplatz in<br />
Ligüerre.<br />
Der 2. März beginnt neblig <strong>und</strong> wandelt sich zum Prachtstag.<br />
Nach einer Wanderung in einer nahe gelegenen Schlucht fahren<br />
wir weiter Richtung Süden mit dem Ziel Caspe am Ebro.
Caspe am Ebro 2.<br />
– 7. März<br />
Der dünn besiedelte Campingplatz Lake Caspe liegt w<strong>und</strong>erschön<br />
an einem Stausee des Ebro. Die Landschaft zeichnet sich<br />
durch schier unendliche Weite aus. Der wüstenhafte Charakter<br />
mit Tafelbergen wird durch vereinzelte Oliven- <strong>und</strong> Mandelhaine<br />
ergänzt. Es gefällt uns sehr gut. Die folgenden fünf Tage<br />
verbringen wir mit intensivem Zeichnen sowie mit Wandern<br />
<strong>und</strong> Joggen. Bis auf den Wind ist das Klima schon fast sommerlich.<br />
Die Abende bieten in kulinarischer Hinsicht ein absolutes<br />
Highlight: Im Campingrestaurant werden die täglich wechselnden<br />
Dreigangmenüs inklusive Vino Tinto vom Chef Eladio mit<br />
viel Schalk serviert. Eine wahre Freude.<br />
Störend ist das lärmintensive Besprühen des benachbarten<br />
Mandelhains mit Pestiziden, das Tag <strong>und</strong> Nacht andauert.<br />
Auf einem Ausflug werden wir von zwei Beamten der Guardia<br />
Civil wegen eines lächerlichen Einspurfehlers mit einer Trillerpfeife<br />
verfolgt <strong>und</strong> mit h<strong>und</strong>ert Euro gebüsst. Drei Pfeifen in<br />
w<strong>und</strong>erschöner Landschaft!
Villafranca, Parco Naturale<br />
Bardenas Reales 7.<br />
– 9. März<br />
Baskenland, Zarautz,<br />
San Sebastian 9. – 20. März<br />
Etwas wehmütig nehmen wir am 7. März Abschied von Caspe<br />
<strong>und</strong> fahren wieder nordwärts. Auf der Karte ist uns der Naturpark<br />
Bardenas Reales aufgefallen – auch weil dort einer der<br />
wenigen zu dieser Jahreszeit geöffneten Campingplätze liegt.<br />
Die Strasse durchquert den Park schon bevor wir am Camping<br />
angekommen sind. Vor uns liegt eine bis an den Horizont<br />
reichende Wüste, in welche grosse, helle Tafelberge eingestreut<br />
sind. Es ist ein eigenartiges Gefühl, sich in einer Landschaft zu<br />
bewegen, die man von Bildern aus dem „Wilden Westen“ schon<br />
seit der Kindheit zu kennen meint. Die Sonne steht vertikal<br />
über unseren Köpfen, die Geier kreisen <strong>und</strong> die Luft flimmert<br />
– trotzdem ist es angenehm kühl <strong>und</strong> im Hintergr<strong>und</strong> singen<br />
Haubenlerchen <strong>und</strong> Grauammern. Nach einer nicht minder<br />
beeindruckenden Wanderung im Naturpark werden wir am<br />
Abend des 8. März Zeugen eines grossen Fasnachtsumzuges im<br />
Städtchen Villafranca. Zu unserem Erstaunen ist ein stattlicher<br />
Teil der hiesigen Bevölkerung indigener Abstammung, was der<br />
Szenerie eine gewisse „mexikanische Stimmung“ verleiht.<br />
Über beinahe leere Autobahnen <strong>und</strong> bei strahlendem Wetter<br />
erreichen wir am frühen Sonntagnachmittag den atemberaubend<br />
gelegenen Campingplatz bei Zarautz im Baskenland.<br />
Unser Bus erhält einen Standplatz mit freiem Blick aufs Meer.<br />
Es ereilt uns eine Ahnung, dass dieser Ort zu einem längeren<br />
Aufenthalt verlocken könnte. Die nächsten elf Tage verbringen<br />
wir vorwiegend auf dem Campingplatz <strong>und</strong> steigern<br />
unsere Zeichnungsaktivität. Bereits in Caspe haben wir damit<br />
begonnen, unsere Zeichenblätter gegenseitig auszutauschen<br />
<strong>und</strong> so entstehen hier noch mehr gemeinsame Werke, die uns<br />
überraschen <strong>und</strong> zur Weiterarbeit motivieren. Neue Bildwelten<br />
entstehen. Auch klassische Naturstudien (Wellen, Felsen)<br />
werden betrieben <strong>und</strong> vermischen sich in anderen Arbeiten mit<br />
surrealen Ideen.<br />
Die benachbart liegende Stadt San Sebastian besuchen wir<br />
mit dem Zug. Wir sind begeistert von der Atmosphäre <strong>und</strong> der<br />
gigantischen Anzahl von Tapasbars mit nicht minder grosser<br />
Auswahl an verschiedensten kulinarischen Kreationen.<br />
Die Bucht von Zarautz ist eine Pracht. Viele Abende verbringen<br />
wir am Strand <strong>und</strong> beobachten den Wellengang <strong>und</strong> die<br />
Surfer. Am Sonntag dem 16. März machen wir einen Ausflug<br />
an die Küste nördlich von Bilbao. In unserer Abwesenheit wird<br />
das Mobil auf einem belebten Parkplatz von einem Einbrecher<br />
besucht, der ausser einem Chaos nichts hinterlässt, geschweige<br />
denn mitnimmt. Dieser Vorfall lässt uns vorsichtiger werden,<br />
was die Parkplatzwahl betrifft.<br />
Die Lage über dem Meer <strong>und</strong> das angenehme Klima haben<br />
den Aufenthalt in Zarautz zu einem der Höhepunkte unserer<br />
Reise gemacht. Die Vermischung von Freiheit, Musse <strong>und</strong><br />
lustvoller Arbeit war absolut berauschend!
Region Aquitaine<br />
<strong>und</strong> Bordeaux 20.<br />
– 23. März<br />
Heimreise über Clermont-<br />
Ferrand 23. – 27. März<br />
Schweren Herzens, im Angesicht des Abschieds von Zarautz,<br />
machen wir uns auf die letzte Etappe: die Atlantikküste der<br />
französischen Region Aquitaine, die wir aufgr<strong>und</strong> der Stürme<br />
Ende Februar nicht besuchen konnten. Das Gefühl der „Heimfahrt“<br />
<strong>und</strong> vom Ende einer w<strong>und</strong>erbaren Zeit schwingt zwar<br />
mit, lässt uns aber die Tage an den endlosen Sandstränden <strong>und</strong><br />
gewaltigen Dünen (Dune du Pilat) trotzdem geniessen. Erwähnenswert<br />
ist der Stellplatz im Ort Contis-les-Bains, wo die<br />
Spuren der Februarstürme eindrücklich sichtbar sind: statt den<br />
uns vertrauten Schneeverwehungen finden wir Sandverwehungen<br />
vor. Die Dorfstrassen sind voll davon, die Häuser teilweise<br />
vollgestopft. Der grosse Unterschied zu Schnee: Sand schmilzt<br />
bekanntlich nicht – so sind die Aufräumaktionen in vollem<br />
Gange. Nach einer Übernachtung im Parc Ornithologique von<br />
Le Teich <strong>und</strong> der Beobachtung tausender Zugvögel besuchen<br />
wir Bordeaux.<br />
23. März: Noch wissen wir nicht, dass die letzte Übernachtung<br />
im Bus bereits hinter uns liegt. Motiviert, möglichst weit<br />
vorwärtszukommen, fahren wir los <strong>und</strong> erreichen nach fünf<br />
St<strong>und</strong>en bereits die Mitte Frankreichs bei Clermont-Ferrand.<br />
Direkt vor einer Mautstelle schüttelt es den geliebten Bus<br />
durch. Die Schaltung funktioniert nicht mehr. Mit Mühe <strong>und</strong><br />
Not schaffen wir es auf einen Parkplatz neben der Autobahn.<br />
Wir rufen den TCS an <strong>und</strong> nach 30 Minuten ist der Abschleppwagen<br />
der Garage Cottier bereits da: „Oui - c‘est l‘embrayage“.<br />
Die Kupplung ist kaputt. Da die Reparatur erst in einer Woche<br />
erfolgen kann, ist das für uns das Ende mit dem Pfeifermobil.<br />
Der TCS organisiert uns ein Hotel <strong>und</strong> am nächsten Tag einen<br />
Fiat Panda. Wir packen um <strong>und</strong> fahren weiter Richtung französischer<br />
Jura. In Paray-le-Monial, einem schmucken Städtchen<br />
im Burg<strong>und</strong>, machen wir einen Zwischenhalt <strong>und</strong> übernachten<br />
in einem einfachen aber schönen Hotel. Wir vermissen die<br />
nächtliche Gemütlichkeit im Bus.<br />
Vom 25. bis am 27. März beherbergen uns nochmals unsere<br />
lieben Fre<strong>und</strong>e in Lods im französischen Jura. Es sind schöne<br />
Tage mit vielen Erzählungen <strong>und</strong> der ersten Präsentation unserer<br />
Zeichnungen.<br />
Das Mietauto geben wir am 28. März in Luzern zurück <strong>und</strong><br />
machen uns aufs nächste Abenteuer gefasst: der Akklimatisation<br />
in der Heimat.
Résumé <strong>und</strong> Ausblick<br />
In den zwei Monaten mit dem Pfeifermobil ist eine beachtliche<br />
Zahl an Zeichnungen entstanden. Die enspannte Atmosphäre,<br />
frei von Einflüssen aus der Medien- <strong>und</strong> Digitalwelt,<br />
hat uns gestalterisch auf neue Fährten gebracht <strong>und</strong> war<br />
unglaublich wertvoll für uns beide. Jede(r) hat für sich Neues<br />
entdeckt, <strong>und</strong> auch die gemeinsame Arbeit hat sich als sehr<br />
erfrischend <strong>und</strong> überraschend erwiesen.<br />
Die neuen Errungenschaften werden in unsere tägliche<br />
Arbeit als Illustratoren <strong>und</strong> Künstler einfliessen.<br />
In den kommenden Monaten wollen wir ein Buch mit den<br />
Zeichnungen entwickeln. Es soll im September mit<br />
Originalzeichnungen in der Galerie Das Ding in Luzern<br />
präsentieret werden.<br />
Wir möchten uns bei der Otto Pfeifer Stiftung herzlich bedanken<br />
für dieses unvergessliche Erlebnis!<br />
<strong>Lina</strong> <strong>Müller</strong> & <strong>Luca</strong> <strong>Schenardi</strong>