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BLATTWERK AUSGABE 02*2016

Zeitschrift für Kunst und Kultur am Ort + OHO-Programm August bis November 2016

Zeitschrift für Kunst und Kultur am Ort
+ OHO-Programm August bis November 2016

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P.b.b. GZ 03Z034973 M Offenes Haus Oberwart, Lisztgasse 12, 7400 Oberwart Josef 3/2016 Foto: Werk von Klaus Ludwig Kerstinger<br />

<strong>BLATTWERK</strong><br />

ZEITSCHRIFT FÜR KUNST UND KULTUR AM ORT<br />

+ OHO-PROGRAMM AUGUST BIS NOVEMBER 2016<br />

<strong>02*2016</strong><br />

DESIGN SCHAFFT ARBEIT<br />

Designentwicklung und Experimentierwerkstätten<br />

DER ZAUBER DES UMSCHLAGS<br />

Essay von Michaela Frühstück<br />

EIN OFFENES HAUS VOLLER BÜCHER<br />

Die 10. Buchwochen im OHO<br />

6<br />

10<br />

20


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PRICKELNDE<br />

ERFRISCHUNG<br />

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LIEBE FREUNDINNEN<br />

UND FREUNDE DES<br />

INHALT<br />

04 OHO-Programm<br />

06 Design schafft Arbeit<br />

09 Tanz im OHO<br />

10 Der Zauber des Umschlags<br />

12 Manege Leben + Gewinnspiel<br />

der Herbst lugt um die Ecke, zögerlich noch, aber sicher mit zunehmendem<br />

Selbstvertrauen. Perfektes Lesewetter naht, denkt<br />

die eingefleischte Bücherwürmin und malt sich Kamin und Kuscheldecke<br />

aus (während sie sich noch am Strand und auf der<br />

Terrasse der seitenweisen Leidenschaft hingibt). Aber Lesen ist<br />

viel mehr als Vergnügen, mehr als die oft strapazierte Reise im<br />

Kopf. Wer liest, nimmt in gewisser Weise auch Verantwortung wahr:<br />

Wer zum Buch greift, um mehr über die Welt zu erfahren, wird zur<br />

Bürgerin, zum Bürger. Und nimmt am endlosen Wortwechsel teil,<br />

der Literatur (auch) ist.<br />

Wir leben, wie es scheint, in turbulenten Zeiten (wobei die unturbulenten,<br />

wenn man die Masse von Vergangenheit betrachtet, in<br />

der Minderheit liegen dürften): Gute Literatur bildet sie bereits<br />

jetzt ab. Wir haben anlässlich der zehnten Wiederkehr der Buchwochen<br />

ein Programm für Sie zusammengestellt, das auf den Punkt<br />

kommt, das spannend ist, vergnüglich, anregend – mit Büchern<br />

und Texten, die die Welt ohne Scheu betrachten, mit AutorInnen,<br />

die mit Sprache umgehen können wie andere MeisterInnen ihres<br />

jeweiligen Fachs mit Leinwand und Farben, Klavieren oder Kobe-Rind.<br />

Clemens Bergers großer neuer Roman „Im Jahr des Panda“ ist<br />

genau das, was wir meinen, wenn wir vom scharfen Blick auf heutige<br />

Zustände sprechen. Jürgen und Theodora Bauer sowie Petra<br />

Piuk werden uns zeigen, was die junge Literatur aus dem Burgenland<br />

drauf hat. Und außerdem trauen wir der Wortkunst zu, dass<br />

sie überrascht und Türen öffnet: Zum 100. Geburtstag von Dada<br />

erwartet Sie, geschätztes Publikum, eine Performance zwischen<br />

Sprache und Musik, die genauso mit den Sprachen des Burgenlands<br />

jongliert wie die kollektive Erzählung quer durch die Volksgruppen,<br />

zu der wir Sie im Stadtwirt begrüßen dürfen.<br />

Wenn Sie dort übrigens immer schon die Blaudruck-Tischtücher<br />

bewundert haben, können Sie beim OHO-Stand auf der INFORM<br />

mitverfolgen, wie Künstlerinnen und Näherinnen gemeinsam in<br />

offenen Werkstätten die Idee von kleinen Textilmanufakturen als<br />

Alternative zum Fließband ausloten. Das OHO setzt damit sein<br />

Social Design Projekt fort.<br />

Ganz nebenbei gibt es Kabarett, Konzerte und zeitgenössischen<br />

Tanz: Das Genießen von Kultur ist auch in turbulenten Zeiten<br />

durchaus erlaubt, ja, vielleicht sogar eine Form von Widerstand<br />

gegen das Kleingeistige, das sich so gern in Schwarz-Weiß-Mustern<br />

gefangen halten lässt. Wir wünschen Ihnen viel Freude mit dem<br />

Programm des OHO!<br />

13 Buchtipps<br />

14 Darf ich bitten?<br />

16 Juwelen der Region<br />

18 Lyrik von Michael Hess<br />

20 10. Buchwochen im OHO<br />

23 Interview mit Clemens Berger<br />

24 Spurensuche +<br />

Interview mit Faek Rasul<br />

25 Honigdachs +<br />

Interview mit Gregor Seberg<br />

26 Welt! Du darfst wieder<br />

besser werden<br />

27 Wir stellen vor<br />

28 Die lauten und die leisen Töne<br />

29 Dada und das Heute –<br />

Interview mit Markus Kupferblum<br />

30 Jenseits der Schwerkraft<br />

31 Moai – Rapa Nui<br />

32 Was tut sich im Lande?<br />

34 Gustotipps<br />

Impressum: Medieninhaber und Verleger: Offenes Haus Oberwart,<br />

A-7400 Oberwart, Lisztgasse 12; DVR 0648281; ZVR 387081290;<br />

Verlagspostamt: 1230 Wien; Zulassungsnr.: GZ 03Z034973 M;<br />

Druck: Druckerei Schmidbauer, Oberwart; Fotos: zVg, shutterstock;<br />

Gestaltung: RABOLD UND CO. / www.rabold.at;<br />

Redaktionelle Mitarbeit: Michaela Frühstück, Michael Hess, Alfred Masal,<br />

Ursula Neubauer, Wolfgang Weisgram, RABOLD UND CO.<br />

Lektorat: Brigitte Krizsanits<br />

Stand bei Drucklegung, Änderungen und Ergänzungen vorbehalten.<br />

Katharina Tiwald<br />

für das OHO<br />

3


DETAILLIERTE INFORMATIONEN<br />

ZU DIESEN UND WEITEREN<br />

VERANSTALTUNGEN AUF<br />

www.OHO.at<br />

Falls nicht anders angegeben, finden<br />

alle Veranstaltungen im OHO statt.<br />

MI., 31.8. bis<br />

SO., 4.9.2016<br />

INFORM (HALLE I / 509)<br />

JEWEILS 09:00 – 19:00 UHR<br />

DESIGNENTWICKLUNG UND<br />

EXPERIMENTIERWERKSTÄTTEN<br />

Social Designprojekt<br />

Informkarte gilt als Eintritt<br />

FR., 9.9.<br />

19:30 UHR<br />

VERNISSAGE DER AUSSTELLUNG<br />

„MANEGE LEBEN“<br />

Klaus Ludwig Kerstinger<br />

Eintritt frei<br />

FR., 23.9.<br />

20:00 UHR<br />

TANZ<br />

„PAULA“<br />

Iris Heitzinger & Editta Braun Company<br />

AK € 14,– / VVK € 12,–<br />

(* ermäßigt AK € 12,– / VVK € 11,–)<br />

SA., 1.10.<br />

20:00 UHR<br />

APOLLON’S RETURN, DOPPELDECKER,<br />

WHORY JONYS, THIRD DECADE<br />

Rock, Alternative<br />

AK € 10,– / VVK € 8,–<br />

FR., 7.10.<br />

19:30 UHR<br />

KONZERT<br />

RINGO & COMBO –<br />

SUPPORT: BEST OF UDO JÜRGENS<br />

Konzert zum 15-jährigen Bestehen<br />

der Band Ringo & Combo<br />

Gastveranstaltung<br />

Sitzplatz € 19,– / Stehplatz € 15,–<br />

Vorverkauf in allen Raiffeisenbanken im Bezirk Oberwart<br />

THE URBAN TREASURE COLLECTION<br />

SO., 9.10.<br />

17:00 UHR<br />

ERÖFFNUNG DER BUCHWOCHEN 2016<br />

Lesung von Clemens Berger<br />

Ausstellung von Doris Diettrich<br />

Eintritt frei<br />

SA., 24.9.<br />

20:00 UHR<br />

TANZ<br />

„OHNE NIX“<br />

Dom & Luke<br />

AK € 14,– / VVK € 12,–<br />

(* ermäßigt AK € 12,– / VVK € 11,–)<br />

FR., 30.9.<br />

20:00 UHR<br />

KONZERT<br />

RUSSIAN GENTLEMEN CLUB<br />

Worldmusic mit dem Sänger / Frontman der Band Russkaja<br />

– Georgij Alexandrowitsch Makazaria<br />

AK € 20,– / VVK € 17,–<br />

(* ermäßigt AK € 17,– / VVK € 15,–)<br />

* Ermäßigte Kartenpreise gelten für: OHO-Mitglieder,<br />

Ö1-Club-Mitglieder, SchülerInnen, Lehrlinge,<br />

StudentInnen, Zivil- & Präsenzdiener.<br />

Do., 13.10.<br />

19:30 UHR<br />

LESUNG UND GESPRÄCH<br />

„JUNGE AUTORINNEN DES BURGENANDS“<br />

Petra Piuk, Theodora Bauer, Jürgen Bauer<br />

AK € 5,–<br />

4


AUGUST BIS NOVEMBER 2016<br />

SA., 15.10.<br />

20:00 UHR<br />

BUCHVORSTELLUNG<br />

„A GUADA TOG ODER A ZPRACKTA<br />

BRAUCHT KAAN KARAKTA“<br />

Harri Stojka und Walter Schmögner<br />

Mit Musik, Mundartgedichten von Harri<br />

sowie Bildern von Walter und dem Harri Sojka Trio<br />

AK € 18,– / VVK € 16,–<br />

(* ermäßigt AK € 17,– / VVK € 15,–)<br />

SO., 16.10.<br />

NMS RECHNITZ<br />

17:00 UHR<br />

LESUNG, KONZERT<br />

25 JAHRE INITIATIVE R.E.F.U.G.I.U.S.<br />

mit Lutz Popper und Paul Gulda<br />

Kooperation von R.E.F.U.G.I.U.S. mit OHO<br />

MI., 19.10.<br />

19:30 UHR<br />

LESUNG<br />

„UND ORPHEUS SCHWEIGT“<br />

Ilija Dürhammer<br />

Mit musikalischer Begleitung des Saxophonisten<br />

Edgar Unterkirchner und im Dialog mit Franz Stangl<br />

AK € 8,– / VVK € 5,–<br />

SO., 23.10.<br />

17:00 UHR<br />

LESUNG UND KULINARIK<br />

„DIE SPRACHE DES BURGENLANDS“<br />

Im „Stadtwirt“ in Oberwart<br />

Eintritt mit Kulinarium:* AK € 17,– / VVK € 15,–<br />

Eintritt ohne Kulinarium: AK € 7,– / VVK € 5,–<br />

* Um Vorbestellung wird gebeten!<br />

DI., 25.10.<br />

20:30 UHR<br />

KAMA PARTY<br />

AK € 6,–<br />

FR., 28.10.<br />

19:30 UHR<br />

VERNISSAGE<br />

„SPURENSUCHE“<br />

Faek Rasul und Tania Raschied<br />

Eintritt frei<br />

RINGO & COMBO<br />

SA., 5.11.<br />

20:00 UHR<br />

KABARETT<br />

„HONIGDACHS“<br />

Gregor Seberg<br />

Burgenlandpremiere<br />

AK € 22,– / VVK € 18,–<br />

(* ermäßigt AK € 18,– / VVK € 16,–)<br />

FR., 11.11.<br />

20:00 UHR<br />

DADAISTISCHE PERFORMANCE<br />

„BABYLON BURGENLAND“<br />

Entwickelt von ElektronikerInnen und AutorInnen<br />

AK € 14,– / VVK € 12,–<br />

(* ermäßigt AK € 12,– / VVK € 10,–)<br />

SO., 13.11.<br />

17:00 UHR<br />

BELGRADER KAMMERORCHESTER<br />

„LJUBICA MARIC“<br />

Dirigent:<br />

Rade Pejcic<br />

Solistinnen:<br />

Natasa Jovic-Trivic und Aima Maria Labra-Makk<br />

Kooperation des Vereins KIBU mit dem OHO<br />

AK € 20,– / VVK € 17,–<br />

(* ermäßigt AK € 17,– / VVK € 15,–)<br />

FR., 18.11.<br />

19:30 UHR<br />

KONZERT UND AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG<br />

„ZOOMING CULTURE“<br />

Eintritt frei<br />

FR., 25.11.<br />

19:30 UHR<br />

VERNISSAGE EINER INSTALLATION<br />

UND AUSSTELLUNG<br />

„MOAI – RAPA NUI“<br />

Paul Mühlbauer und Egon Griessmann<br />

Eintritt frei<br />

Werden Sie Fan unserer Facebook Seite und erhalten Sie so aktuelle Infos zu Veranstaltungen und vielem mehr. www.facebook.com/offeneshausoberwart<br />

5


KOO BLAUDRUCK<br />

PETRA MARK<br />

MI., 31.8.<br />

DO., 1.9.<br />

FR., 2.9.<br />

SA., 3.9.<br />

SO., 4.9.<br />

JEWEILS 09:00 – 19:00 UHR<br />

INFORM (HALLE I / 509)<br />

DESIGNENTWICKLUNG UND<br />

EXPERIMENTIERWERKSTÄTTEN<br />

… als erste experimentelle Werkstätte und zeitgemäße Antwort auf die<br />

Schließung der Triumph GmbH sowie als Versuch, das Vertrauen in die<br />

Textilproduktion wiederzufinden.<br />

Die Frauenarbeitslosigkeit ist im Südburgenland hoch. Das Projekt soll zur Sensibilisierung<br />

und Aufwertung der Textilbranche als mögliche kleinstrukturierte Beschäftigungsmöglichkeit<br />

in der Region Südburgenland beitragen.<br />

Die Textilindustrie hat im Südburgenland besonders als Arbeitgeberin für Frauen Tradition.<br />

Im Laufe der Zeit sind allerdings immer mehr Arbeitsplätze in Billiglohnländer abgewandert.<br />

Jüngstes Beispiel dieser Entwicklung ist die Einstellung der Triumph-Produktion am Standort<br />

Oberwart im Juli 2015. Umgekehrt gibt es abseits der Massenproduktion Trends in Richtung<br />

6


MICHAELA PUTZ<br />

BREZOVITS OG<br />

KORYPHÄEN<br />

Upcycling und individuelles Design in Manufakturen. Das könnte zu einer<br />

neuen Einkommenschance für arbeitslos gewordene Näherinnen werden.<br />

(Renate Holpfer, Verein Frauen für Frauen Oberwart)<br />

Mit den Design- und Experimentierwerkstätten setzt das Offene<br />

Haus Oberwart in Zusammenarbeit mit dem Verein Frauen für<br />

Frauen Oberwart sein Social Designprojekt fort. Dazu haben wir<br />

Künstlerinnen, Designerinnen und ExpertInnen eingeladen,<br />

gemeinsam in öffentlich zugänglichen Werkstätten vorzuzeigen,<br />

was unter textiler Produktion alles zu verstehen ist und welche<br />

Ideen hierfür entwickelt werden können. Mit zwei Experimentierwerkstätten<br />

– einmal in Jennersdorf (Dezember 2016) zum Thema<br />

Upcycling und einmal auf der INFORM mit neuen und extra gefertigten<br />

Materialen – werden Produkte und Wege ausgelotet, die für<br />

eine Manufaktur oder kleinere Werkstätten reizvoll sein könnten.<br />

ANDREA OCHSENHOFER<br />

In einer Zeit der Massenproduktion ist gerade den „Manufakturen“,<br />

die auf die individuellen Bedürfnisse der KundInnen eingehen<br />

können, eine neue Zukunft beschieden, wie Untersuchungen in<br />

Deutschland zeigen. Die kreative Kraft und die Individualität solcher<br />

Produktionsprozesse werden im Rahmen des Projekts klar zur<br />

Geltung kommen.<br />

Auf der INFORM werden dazu drei Arbeitsbereiche geschaffen und<br />

so das Bild einer lebendigen Produktion und Arbeitssituation<br />

widergespiegelt. Der erste Bereich beschäftigt sich mit textiler<br />

Möbelproduktion mit der Künstlerin Andrea Ochsenhofer und der<br />

Sattlerin Manuela Brezovits, unterstützt durch ihre Firma RMB.<br />

Der zweite Bereich ist der burgenländischen Tradition des Blaudrucks<br />

gewidmet, hier arbeitet die Künstlerin Michaela Putz mit<br />

Näherinnen an Produkten aus teils von ihr bedruckten Stoffen,<br />

unterstützt und begleitet von der „Original burgenländischen Indigo-Handblaudruck<br />

Blaudruckerei Koó“. Der dritte Bereich befasst<br />

sich mit dem modischen Textildesign der Designerin Petra Mark<br />

unterstützt durch das sozialökonomische Projekt „ Textilwerkstatt<br />

- Koryphäen“.<br />

In dieser offenen Werkstätte auf der Inform können Sie den Künstlerinnen<br />

und Handwerkerinnen bei ihrer Arbeit zusehen, fertige<br />

Produkte bewundern, teilweise auch käuflich erwerben und sich<br />

über die Möglichkeiten textiler Kleinproduktion anhand von Beispielen<br />

informieren. Wir möchten Sie herzlich an unseren Stand<br />

Halle I / 509 einladen<br />

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der mit seinen vier unterschiedlich großen und individuell<br />

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lässt. Jede Ferienwohnung im Arkadenhof verfügt über<br />

einen offenen Zugang zum zauberhaften, weitläufigen<br />

Garten und damit zu Panoramasauna, Grillplatz, Naturschwimmteich<br />

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7


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Paula<br />

PAULA<br />

„Heimatlandl“ sang Iris Heitzinger in ihrer letzten Produktion und traf damit<br />

bei Editta Braun, Oberösterreicherin wie sie, einen zentralen Nerv.<br />

Sie wusste schon lange, dass sie mit der charismatischen jungen Tänzerin und<br />

Choreografin arbeiten wollte, deren Bewegungsqualitäten sie ebenso schätzt wie<br />

ihre Choreografien. Die überfällige Zusammenarbeit beglückt nun beide durch eine<br />

tiefe Komplizität, die sich aus der gemeinsamen Herkunft speist, aus ländlich-kleinstädtischer<br />

Sozialisation und verbindenden Erinnerungen. Das Arbeiten im Dialekt<br />

eröffnet zusätzliche Dimensionen von Einverständnis.<br />

Als Inspirationsquelle dienten zwei Romane: In „Die Wand“ erzählt die gleichfalls aus<br />

Oberösterreich stammende Marlen Haushofer von einer Frau, die in der Einsamkeit<br />

der Berge, mitten unter Tieren, plötzlich ganz auf sich gestellt ist, abgeschnitten vom<br />

Rest der Welt – oder was davon noch übrig ist. An Sten Nadolnys „Ein Gott der Frechheit“<br />

faszinierte Editta Braun die Rolle des Metalls als Inbegriff der modernen Welt,<br />

Symbol der Inbesitznahme der Natur durch den Menschen. Von hier ausgehend,<br />

schaffen Editta Braun und Iris Heitzinger im von Arturas Valudskis geschaffenen Spiel-<br />

Raum, getragen von Thierry Zaboitzeffs Kompositionen, gemeinsam eine kleine Welt,<br />

in der erstaunlich viel Platz ist für Menschliches.<br />

Tanz, Kreation, Performance, Choreografie: Iris Heitzinger|Komposition: Thierry<br />

Zaboitzeff|Bühne: Arturas Valudskis|Lichtdesign: Thomas Hinterberger|Dramaturgie:<br />

Gerda Poschmann-Reichenau|Regie: Editta Braun|Inspirationsquellen:<br />

Marlene Haushofer: Die Wand (Hamburg 1968), Sten Nadolny: Ein Gott der Frechheit<br />

(München 1994)<br />

OHNE NIX<br />

Luke Baio und Dominik Grünbühel sind vor allem eines: experimentierfreudig,<br />

voller Spiellust und immer mit einer Prise Selbstironie ausgestattet.<br />

Ihre neue Arbeit „ohne nix“ entsteht sprichwörtlich in Ultraleichtbauweise. Wie in<br />

einem Reisezirkus, jederzeit zum Aufbruch bereit und unabhängig von räumlichen<br />

Bedingungen, tragen sie ihr Material quasi in der Hosentasche, um es pompös – stets<br />

mit der Möglichkeit eines eleganten Scheiterns in der Hinterhand – wieder auf die<br />

Bühne zu bringen. Das Material, aus dem die beiden Tänzer-Choreografen ihre<br />

kompakt- kompatible Performance basteln, greift auf ihre eigenen Biografien und<br />

Erfahrungen im zeitgenössischen Tanzgeschäft zurück: erfolgversprechende Rezepte,<br />

nackte Haut als Projektionsfläche für allerlei Fantasien und viel erprobte Anleihen aus<br />

dem Sprechtheater, um eine Choreografie zu entwickeln, die sich über die Grenzen<br />

künstlerischer Disziplinen und ihrer Ausdrucksformen hinweg spannt.<br />

FR., 23.9.<br />

20:00 UHR<br />

TANZ<br />

„PAULA“<br />

Iris Heitzinger & Editta Braun Company<br />

Eintritt: AK € 14,– / VVK € 12,–<br />

(* ermäßigt AK € 12,– / VVK € 11,–)<br />

SA., 24.9.<br />

20:00 UHR<br />

TANZ<br />

„OHNE NIX“<br />

Dom & Luke<br />

Eintritt: AK € 14,– / VVK € 12,–<br />

(* ermäßigt AK € 12,– / VVK € 11,–)<br />

ohne nix<br />

Konzept und Performance: Luke Baio & Dominik Grünbühel<br />

Musik: Andreas Berger<br />

Unterstützt vom MA7 – Kulturabteilung der Stadt Wien,<br />

BKA – Kunst und Kultur und coproduziert vom Tanzquartier Wien<br />

9


Foto: shutterstock, Roman Motizov<br />

DER ZAUBER<br />

DES UMSCHLAGS<br />

Von Michaela Frühstück<br />

Ich träume manchmal davon, Klappentexterin zu werden.<br />

Ich wäre eine der meistgelesenen Autorinnen und stets<br />

in zauberhaften zehn Zeilen am Ziel. Wenn ich nur daran<br />

denke, wie viele Bücher ich selbst lediglich wegen der<br />

Lektüre des Klappentextes gekauft und wie viele davon<br />

ich nicht zu Ende gelesen habe! Beharrlich immer wieder<br />

begonnen, gelangweilt durchgeblättert, originalverschweißt<br />

unter wacklige Gartentische geschoben. Manche<br />

der besonders ungeliebten Exemplare aus meinen Beständen<br />

stelle ich in unbeobachteten Momenten in Bücherregale<br />

eines kleinen Möbelhauses. Ich platziere sie<br />

mit Vorliebe zwischen Buchattrappen russischer Weltliteratur<br />

und Märchensammlungen aus aller Welt. Es ist<br />

schon öfters vorgekommen, dass ich auch dort, zwischen<br />

Stehlampen und Retro-Bettwäsche, auf Kuhfell-Imitaten<br />

und unter rosenroten Bilderrahmen dem Zauber des<br />

Umschlags verfalle und mich von Klappentext zu Klappentext<br />

der tatsächlich inhaltsleeren Literaturattrappen lese.<br />

„Schade“, denke ich mir an einem einkaufsschwachen<br />

Dienstagmorgen, als ich ein überteuertes shabby chic<br />

Bücherregal mit einem Roman bestücke, der mir um die<br />

Jahrtausendwende vom Literarischen Quartett empfohlen<br />

wurde, „schade“ seufze ich in die Buchrücken hinein, „dass<br />

diese Klappenschreiber niemand kennt. Weltweit adeln ihre<br />

Texte Buchcover um Buchcover! Minimal literature in ihrer<br />

mondänsten Gestalt! Zumindest sollten diese Gärtner des<br />

literarischen Bonsais einen eigenen Literaturpreis bekommen.<br />

Den Undercover-Publikumspreis!“<br />

Und während ich darüber nachdenke, wie ich eine Lobby<br />

für diese unterschätzte literarische Gattung finden könnte,<br />

beginne ich die Buchattrappen des Provinzmöbelhauses<br />

nach Farben zu sortieren. Eine überaus spannende<br />

Form der Ordnung, die ich einmal im eleganten Salon<br />

einer Freundin bewundern konnte. Von Gelb nach Grün<br />

verlaufend hatte sie ihre Bücher mit den Farben der<br />

Vorhänge und Teppiche abgestimmt. Ich überlege, ob<br />

man Bücher tatsächlich irgendwo auch nach Farben<br />

kaufen kann und stelle mir vor, wie interieurverliebte<br />

TrendsetterInnen Buchhandlungen stürmen, um ihr<br />

Wohnzimmer für die Home Story im Fernsehen fit zu<br />

machen. „Haben Sie auch was in Grün da?“<br />

„Haben Sie auch was von Graham Greene da?“, fragt jemand<br />

neben mir. „Ich habe schon ewig nichts von ihm gelesen,<br />

meine Liebe. Ach übrigens, das Buch, das Sie vergangene<br />

Woche in das Bücherregal bei den Stilmöbeln im ersten Stock<br />

gestellt haben, hat mir ganz und gar nicht gefallen. Der Klappentext<br />

war noch das Beste daran. Es hat mich ein wenig an<br />

10


einen Roman erinnert, den das Literarische Quartett schon<br />

vor vielen Jahren empfohlen hat.“<br />

Neben mir steht eine kleine Frau in Jogginganzug und Flip<br />

Flops. Ihre weißen Haare umgibt ein wolkenweicher Hauch<br />

von Violett. Heiligenscheingleich schimmert der Farbkranz<br />

über ihrem Kopf, was mich einerseits an meine Großmutter<br />

denken lässt, andererseits an die fleischgewordene<br />

Quintessenz feministischer Weltanschauungen.<br />

„Sie könnten hin und wieder ruhig ein Buch vorbeibringen, das<br />

man auch zu Ende lesen will, meine Liebe“, sagt meine Idealvorstellung<br />

einer heimischen Alice Schwarzer zu mir.<br />

„Und die Schwarte, die Sie heute ins Regal geschummelt haben,<br />

hat mich schon in den 1980er Jahren zu Tode gelangweilt.“<br />

Alice Schwarzer lässt sich in das Kunstledersofa fallen<br />

und legt die Füße auf einen Palettentisch. „Ich heiße Elfriede<br />

Hrabal“ sagt Alice Schwarzer, „in meinem früheren Leben<br />

war ich Kritikerin. Ich habe Bestseller und Schreibstars gemacht.<br />

Oder habe sie ignoriert. Das ist aber schon ein paar<br />

Jahre her. Seit jeder Dichter ein Image haben muss, halt ich<br />

die Szene gar nicht mehr aus. Überall Hunde! Zöpfchen!<br />

Schmollmünder!“ Alice Schwarzer zündet sich eine Zigarette<br />

an und bläst kleine Kringel an die Möbelhausdecke.<br />

„Wer älter ist als fünfundzwanzig, wird retuschiert oder muss<br />

einen Eigenverlag gründen.“ Gestikulierend hinterlässt Alice<br />

Schwarzer ein Brandloch auf dem Kunstledersofa.<br />

„Seit einem Jahr lebe ich jetzt in diesem kleinen, leicht überteuerten<br />

Möbelhaus. Ich bin Teil eines Kunstprojekts, haben<br />

Sie davon noch nicht gehört?“ Wenn ich gewusst hätte, dass<br />

Alice Schwarzer alias Elfriede Hrabal Teil eines Kunstprojektes<br />

in diesem kleinen, leicht überteuerten Möbelhaus<br />

ist, hätte ich ganz andere Bücher in die Regale geschmuggelt.<br />

Plötzlich ist es mir peinlich, dass ich einmal Klappentexterin<br />

werden wollte.<br />

„Was lesen Sie eigentlich gerne außer den Klappentexten<br />

drittklassiger Buchattrappen?“ bläst Schwarzer mir entgegen.<br />

Ich setze mich auf die Kante des Sofas und murmle<br />

„HmallesMögliche MarianneGruberundChristophRansmayrundHaroldPinterundNicoleKraussundJanoschundwasmachteigentlichderManndamitdemBildda?“<br />

Die Rauchkringel meiner Gesprächspartnerin schweben<br />

in Richtung Dekoabteilung. „Ach der.“ Rauchkringel. „Das<br />

ist ein Künstler.“ Rauchkringel. Rauchkringel. „Er schneidet<br />

den billigen Nachdruck von van Goghs Sonnenblumen aus<br />

dem Bilderrahmen und setzt dafür eines seiner eigenen Bilder<br />

ein. Wenn jemand das Bild kauft, bekommt der Künstler den<br />

gekennzeichneten Preis, den auch die Sonnenblumen gekostet<br />

hätten. Das ist so mit dem Eigentümer des Möbelhauses<br />

ausgemacht.“ Rauchkringel. „Kunstprojekt halt.“<br />

Alice Schwarzer dämpft ihre Zigarette in einem riesigen<br />

Aschenbecher aus, auf dem „Rauchgebot“ steht, und lädt<br />

mich auf einen Ausflug in ihre eigene Bibliothek ein. Auf<br />

dem Weg dorthin kommen wir an der Haushaltsabteilung<br />

vorbei, in der ich den Percussionisten einer heimischen<br />

Ska-Band mit einem Holzlöffel auf Plastiktiegel und Bratpfannen<br />

trommeln sehe. Er kreischt und schreit dazu<br />

Parolen gegen Rechts. Ein Herr in Jeans und Strickpullover<br />

hört zu und dirigiert diskret mit seinem Zeigefinger mit.<br />

In der Schlafzimmerabteilung sitzt ein nackter Mann auf<br />

einer Ottomane, die einer My-Fair-Lady-Inszenierung alle<br />

Ehre machen würde. Er ist nicht nur von Teilnehmerinnen<br />

und Teilnehmern eines Lehrganges über Aktstudien<br />

umringt. Wir drängen uns durch eine Menschenmenge<br />

und gelangen über eine Wendeltreppe in den ersten<br />

Stock.<br />

Wir lassen Badezimmer hinter uns und stehen schließlich<br />

vor einer elefantengroßen Bücherwand. Papierenes Paradies<br />

für schwindelfreie Querleser. Seile und bunte<br />

Kletterhilfen sind an dem Bücherregal angebracht, Alice<br />

Schwarzer lädt mich aber Gott sei Dank dazu ein, mit ihr<br />

den adaptierten Treppenlift namens „Hohe Literatur“ zu<br />

besteigen. Sie wirft mit einer Kurbel den Motor an und<br />

wir fahren gemütlich „ich nenne es Light-Geschwindigkeit“<br />

bis ganz hinauf. Zigarette. Rauchkringel.<br />

„Hier sehen Sie alle meine Lieblinge Rücken an Rücken stehen.“<br />

Alice Schwarzer streicht mit einer zärtlichen Geste über<br />

die Einbände und ascht dabei einen Gedichtband von<br />

Petra Ganglbauer an. „Marcel hätte nie eines von denen<br />

besprochen, meine Liebe. Ich weiß, ich weiß, Sie würden sicher<br />

sagen, es wird wohl an den Klappentexten liegen. Ich aber<br />

glaube, es liegt an den Verlagen. Sie haben weder das nötige<br />

Kleingeld noch die richtigen Kontakte. Viele von ihnen sind so<br />

unabhängig, dass selbst die hauseigenen LektorInnen immer<br />

wieder nach dem Weg zum Büro fragen müssen.“<br />

„Entschuldigen Sie bitte! Können Sie mir sagen, wo es hier zu<br />

den Lesungen geht?“ Ein etwa fünfzehnjähriges Mädchen<br />

legt den Kopf in den Nacken, um zu uns heraufzuschauen.<br />

„Schieben Sie einfach die Bestseller zur Seite, junge Frau.<br />

Dahinter finden Sie eine Tür. Der Weg zu den Lesungen ist<br />

angeschrieben.“ Dankend verschwindet das Mädchen in<br />

Alices Wonderland.<br />

„Kunstprojekt, Frau Hrabal?“, frage ich. „Kunstprojekt, versteht<br />

sich!“ Ich nehme noch einen letzten Zug von Alice<br />

Schwarzers Zigarette, küsse ihre Hand und ihre Flip Flops,<br />

klettere an Kurzgeschichten und Essays vorbei und verschwinde<br />

selbst hinter der Bücherwand.<br />

Elfriede Hrabal tuckert mit der „Hohen Literatur“ an Jorge<br />

Luis Borges vorbei und nimmt einen Band von Edgar Allen<br />

Poe zur Hand. „Ach, wie blendend“, murmelt sie zufrieden,<br />

während sie die Geschichte mit der schwarzen Katze<br />

sucht, „ach, wie blendend meine Idee doch war, mein kleines<br />

Kunsthaus als Möbelhaus zu tarnen. Da sieht man wieder, dass<br />

im Grunde alles nur vom Klappentext abhängt.“<br />

Peter Wagner<br />

KREUZIGUNGEN.<br />

EIN TRIPTYCHON<br />

Roman in drei Richtungen<br />

ISBN 978-3-902-93100-9<br />

512 Seiten | Hardcover<br />

Edition Marlit<br />

€ 29,90<br />

Das Buch wurde mit dem Adebar (Bgld. Werbepreis) für seine<br />

besondere und hochwertige Gestaltung ausgezeichnet.<br />

11


FR., 9.9.<br />

19:30 UHR<br />

VERNISSAGE DER AUSSTELLUNG<br />

„MANEGE LEBEN“<br />

Klaus Ludwig Kerstinger<br />

Eintritt frei<br />

MANEGE<br />

LEBEN<br />

Klaus Ludwig Kerstingers Kunst ist eine<br />

Reaktion auf die schnell lebige, oft nicht<br />

fassbare Gegenwart unserer Zeit. Der Kampf<br />

um Aufmerksamkeit, die Verdichtung von<br />

Reizen und das Gedränge von Informationen<br />

gehen in seiner Werksprache Hand in Hand.<br />

Eröffnung durch den Bürgermeister von Oberwart<br />

Georg Rosner und den Bürgermeister von<br />

Groß warasdorf Rudolf Berlakovich.<br />

Zum Werk des Künstlers spricht die<br />

Kuratorin Barbara Wetzlmair.<br />

Die Ausstellung ist bis zum 1.10.2016<br />

zu besichtigen.<br />

Machtverhältnisse in der Gesellschaft, Banales und Flüchtiges, Ironie und<br />

Schicksale, das Individuum Mensch – all das ist eng in seinen Bilderwelten<br />

verbunden. Verschachtelte Sujets greifen ineinander, gehen auf Konfrontation –<br />

Fragen werden aufgeworfen, Denkanstöße oder Irritationen herbeigerufen. Realitäten<br />

werden verschoben, entfremdet, neu codiert – Parallelwelten entstehen.<br />

Mittels Zeichnungen und Objekten bespielt der Künstler seine Lebenswelt.<br />

Inhalte der Alltagswelt werden entnommen und neue Bedeutungszusammenhänge<br />

gezeichnet – eine „Manege Leben“ entsteht.<br />

Kerstingers persönliche Erfahrungen der einjährigen Karenzzeit spielen vermehrt<br />

eine Rolle in seiner Kunstwelt. Zwischenmenschliche Gefühle, das Thema Sprache<br />

– Verständigung, Identität und das Individuum Mensch treten zunehmend an<br />

die Oberfläche. Sehnsüchte, Ängste und Träume werden beschrieben, Widersprüchlichkeiten<br />

und Konflikte bewusst platziert. Persiflierend Überzeichnendes<br />

stimmt nachdenklich. Formales, rein Visuelles wird emotional verknüpft. Es folgt<br />

eine Zeitreise in die persönliche Lebenswelt – in den erlebten Alltag.<br />

Mittels Einbeziehung der Kunstgeschichte wird die unmittelbare Manege Leben<br />

gezeigt, neu zitiert – inhaltliche Komponenten zurückliegender Gegebenheiten<br />

werden mit den Bedürfnissen der Gegenwart ergänzt. Eine Art Neubefragung<br />

tritt mit Seitenblicken und Rückblicken ein. Alltagsgegenstände erfahren neue<br />

Zuweisungen und Lesemöglichkeiten, zwischenmenschliche Beziehungen, Ängste<br />

und Bindungen – nun gebündelt und konzentriert.<br />

GEWINNEN!<br />

JETZT MITMACHEN UND EIN OHO PACKAGE GEWINNEN!<br />

Im Package enthalten: Buch „Und Orpheus schweigt“ (Hrsg. Ilija<br />

Dürhammer); 1 Flasche Rotwein vom Weingut Rennhofer; 2 Eintrittskarten<br />

für OHO-Veranstaltungen und 2 köstliche Produkte von „Biobackstube<br />

Waltraud Kedl“.<br />

Um an unserem OHO-Gewinnspiel teilzunehmen, senden Sie<br />

bitte den angekreuzten Abschnitt unter Angabe Ihres Namens,<br />

der vollständigen Adresse und E-Mail an: Offenes Haus Oberwart,<br />

Lisztgasse 12, 7400 Oberwart oder info@oho.at<br />

Gewinnspielfrage<br />

Zum wievielten Mal finden die Buchwochen statt?<br />

Zum 5. Mal Zum 20. Mal Zum 10. Mal<br />

Der Gewinner wird unter allen ausgefüllten Gewinnkarten, Post- und E-Mail-Einsendungen ermittelt. Ihre Daten werden elektronisch weiterverarbeitet<br />

und nicht an Dritte übermittelt! Mitarbeiter sind von der Ziehung ausgeschlossen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinne<br />

können nicht in bar abgelöst werden. Einsendeschluss ist der 31.10.2016, die Ziehung erfolgt Mitte November. Der Gewinner / die Gewinnerin<br />

wird schriftlich verständigt.


Am 19. Oktober stellt Autor<br />

Ilija Dürhammer seinen Kurznovellen-<br />

Roman im Rahmen der<br />

OHO-Buchwochen im<br />

Offenen Haus Oberwart vor.<br />

A GUADA TOG<br />

ODER A ZPRACKTA<br />

BRAUCHT KAAN<br />

KARAKTA<br />

Harri Stojka & Walter Schmögner<br />

Ein literarisch-bildnerisches Meisterwerk<br />

eines kongenialen Duos!<br />

Jede Seite ein eigenes Kunstwerk.<br />

In überwältigender Verquickung von Wort<br />

und Bild präsentiert der vorliegende Band<br />

erstmalig die inspirierende Kooperation<br />

zwischen dem genialen Jazzmusiker und<br />

Gitarristen Harri Stojka, einem Tonkünstler<br />

von internationalem Ruf und Format, und<br />

seinem kongenialen Freund Walter Schmögner,<br />

seit über fünf Jahrzehnten ein Superstar<br />

auf dem bildnerischen Sektor. Von der<br />

ersten bis zur letzten Seite eine geglückte,<br />

glückhafte Konstellation, jede Seite ein<br />

eigenes Kunstwerk.<br />

01 A GUADA TOG ODER A ZPRACKTA<br />

BRAUCHT KAAN KARAKTA<br />

Harri Stojka & Walter Schmögner<br />

edition keiper<br />

ISBN: 978-3-902901-99-6<br />

€ 25,–<br />

Erhältlich unter www.editionkeiper.at und im<br />

gut sortierten Buchhandel.<br />

UND ORPHEUS<br />

SCHWEIGT<br />

Ilija Dürhammer<br />

Insgesamt 27 Kurznovellen versammelt<br />

dieser außergewöhnliche Roman, und<br />

alle drehen sich um eine besondere Frau:<br />

Nadežda Bauer. Zeit ihres Lebens dem<br />

Orpheus-Kult auf der Spur, führt der Zufall<br />

sie eine Zeitlang nach Bulgarien, wo sie an<br />

unterschiedlichen Orten Menschen verschiedenen<br />

Alters, Geschlechts und verschiedener<br />

Gesellschaftsschichten kennen<br />

lernt, die in den jeweiligen Novellen aus<br />

eigener Perspektive von Nadežda erzählen.<br />

Stets dabei, in Kopf und Herz, trägt sie Rilkes<br />

Sonette an Orpheus, welche sie in Fragmenten<br />

ausstreut – und die jenen, deren Wege<br />

sich mit ihrem zumeist amourös kreuzen,<br />

bisweilen zu tieferen Erkenntnissen verhelfen.<br />

Während sie so eine ganze Reihe von<br />

Menschen innerlich aufwühlt und verwirrt,<br />

findet Nadežda selbst immer mehr zum<br />

Wesentlichen, bis sie den Schritt setzt, der<br />

sie Orpheus ganz nahe bringt …<br />

02 UND ORPHEUS SCHWEIGT<br />

Ilija Dürhammer<br />

edition lex liszt 12<br />

ISBN: 978-3-99016-103-6<br />

€ 25,–<br />

Erhältlich unter www.lexliszt12.at und im gut<br />

sortierten Buchhandel<br />

03 NIEMAND<br />

WEISS, WIE<br />

SPÄT ES IST<br />

René Freund<br />

Deuticke<br />

€ 20,60<br />

04 TRAM 83<br />

Fiston<br />

Mwanza<br />

Mujila<br />

Zsolnay<br />

€ 20,60<br />

05 TO ALL<br />

THE BOYS<br />

I’VE LOVED<br />

BEFORE<br />

Jenny Han<br />

Hanser<br />

€ 16,50<br />

06 DIE VER-<br />

LOCKUNG<br />

Andrea<br />

Camilleri<br />

Nagel &<br />

Kimche<br />

€ 18,50<br />

Erhältlich bei<br />

Buch-Papier Pokorny<br />

Schulgasse 9<br />

7400 Oberwart<br />

www.buchpokorny.at<br />

13


FR., 30.9.<br />

20:00 UHR<br />

KONZERT<br />

RUSSIAN GENTLEMEN CLUB<br />

AK € 20,– / VVK € 17,–<br />

(ermäßigt AK € 17,– / VVK € 15,–)<br />

ALLSTARBAND MIT VIEL HERZBLUT<br />

UND NOSTALGIEGEFÜHL<br />

14


Foto: Winkelmann (2)<br />

Georgij Makazaria, der sich mittlerweile sogar<br />

durch eine Staffel Dancing Stars gewirbelt hat,<br />

ist nicht nur mit seiner Band Russkaja live und<br />

im TV unterwegs, sondern frönt mit einer<br />

kleinen Schar ausgewählter Musiker einer<br />

besonderen Leidenschaft: dem russischen<br />

Chanson.<br />

Weit weg vom totgedröhnten Donkosaken-Kitsch<br />

lassen die Russian Gentlemen die sowjetische<br />

Varieté-Bühne wiederauferstehen. Huldigen der Wehmut,<br />

finden Perlen in der Filmmusik einer untergegangenen<br />

Ära und in der Folklore eines zerbrochenen<br />

Vielvölkerstaates – und das, stimmgewaltig (Georgij A.<br />

Makazaria), charmant und mit ausgezeichneter Fingerfertigkeit<br />

auf Geige (Aliosha Biz), Klavier (Roman Grinberg)<br />

und Akkordeon (Alexander Shevchenko). Der<br />

Name kommt nicht von ungefähr: Das sympathische<br />

Quartett wurde in der ehemaligen UdSSR geboren und<br />

verließ diese noch bevor sich daraus Russland, Moldawien<br />

und Ukraine bildeten.<br />

Mehr vom Russian Gentlemen Club unter www.r-g-c.at<br />

IM GESPRÄCH MIT EINEM GENTLEMAN<br />

mit Georgij Makazaria<br />

Wie kam es zur Gründung des Russian Gentlemen Club? Man<br />

kennt dich immerhin als Frontman der 2005 gegründeten Band<br />

Russkaja und verbindet dich mit der ORF-Sendung „Willkommen<br />

Österreich“.<br />

Einige Jahre nach der Gründung von Russkaja habe ich das Projekt<br />

„Russian Gentlemen Club“ ins Leben gerufen. Der Grund dafür war<br />

meine Passion zu den alten Romancen und Volksliedern. Nachdem<br />

mir mein Onkel eine Kassette mit den Songs von Aljoscha Dimitrijewitsch<br />

geschenkt hat, war für mich klar: Ich will diese Lieder<br />

singen!<br />

Der RGC besteht aus ziemlichen „Kapazundern“ der (russischen)<br />

Musikszene – teilweise auch mit sehr interessanten<br />

Vorgeschichten. Kennt ihr euch aus anderen Projekten? Oder<br />

wie habt ihr zusammengefunden?<br />

Alle meine Kollegen habe ich bei ihren anderen Projekten kennengelernt.<br />

Aliosha Biz zum Beispiel sah ich erstmals bei seinem<br />

Projekt „Dobrek Bistro“. Ich war vom ersten Moment an ein großer<br />

Fan. Der Part von Aliosha hat mich besonders fasziniert! Roman<br />

Grinberg erlebte ich als Gast bei einer Hochzeit. Die Hochzeit war<br />

für mich persönlich relativ langweilig, bis zu dem Moment als sich<br />

Roman an das Klavier gesetzt und einen geilen Song nach dem<br />

anderen performed hat. Alexander Shevchenk wurde von Aliosha<br />

in die Band eingeladen, ich kannte ihn bis zu diesem Zeitpunkt<br />

nicht. Mittlerweile ist er ein tragender Teil der Band und ist durch<br />

seine Virtuosität auf einem riesigen Bajan ein markanter Punkt im<br />

Programm. Es gibt allerdings noch einen Gentlemen, der mit uns<br />

immer wieder die Bühne teilt, wenn einer von uns verhindert ist:<br />

und zwar Sasha Danilov. Er ist ein begnadeter Klarinettist, der auch<br />

Akkordeon spielt. Lauter wunderbare Leute, mit denen ich das<br />

Gentlemantum teilen darf. Bin sehr froh darüber!<br />

Warum Russian Gentlemen Club? Seid ihr alle richtige Gentlemen?<br />

Wir versuchen es zumindest. Wir sind schon alle in einem bestimmten<br />

Alter angelangt, in dem das Gentleman-Sein Spaß macht. Tut es<br />

uns wirklich! Ich habe mein ganzes Leben Rock, Punk und Metal<br />

gesungen. Habe Fetzen von T-Shirts getragen mit Lederjacken und<br />

Camouflage-Hosen. Mit RGC ziehen wir uns fein an. Es ist dann auch<br />

so eine Art Kostüm, das einem eine gewisse Eleganz gibt und auch<br />

in ein entsprechendes Benehmen versetzt. Es sieht einfach gut aus.<br />

Welche musikalische Ausrichtung erwartet uns? Wird es sehr<br />

gediegen sein?<br />

Gediegen wird es sowieso, aber dann kommt noch was, was wir<br />

noch nicht wissen: Die Stimmung. Jedes Konzert von RGC ist anders,<br />

es hängt sehr viel von diversen Umständen ab und welche Leute<br />

es sich anhören. Musikalisch wird es eine breite Palette an verschiedenen<br />

Musikeinflüssen geben. Wir haben den Musikrichtungen<br />

Namen gegeben wie Soviet Gypsy Soul, Moscow Street Pop,<br />

Sibirien Traditionell, Cossack Folk, Historic Russian Romances.<br />

Wie kommt der RGC ins OHO?<br />

Er reitet auf einer Troika vor! :-)<br />

15


POLKA AUF BURGENLÄNDISCH<br />

Egal ob Polka, Marsch oder Walzer<br />

– der tuba-musikverlag ist eine<br />

wahre Fundgrube für Freunde der<br />

böhmisch-mährischen Blasmusik.<br />

Und er bietet auch heimischen<br />

Komponisten die Möglichkeit, ihre<br />

Blasmusik-Werke Musikerinnen und<br />

Musikern zugänglich zu machen.<br />

Wie z.B. die Rot-Gold Polka des<br />

Burgenländers Thomas Zsivkovits.<br />

Erhältlich auf<br />

www.tuba-musikverlag.at<br />

E-BIKE VERLEIH UND VERKAUF<br />

Verschiedene Modelle und Rahmengrößen,<br />

Bj. 2015 und 2016, top Zustand, 2 Jahre Garantie<br />

auf Motor, Rahmen und Akku.<br />

Natürlich vom E-Bike-Profi Martin Ochsenhofer.<br />

E-Bike Südburgenland:<br />

0660 5243515 oder 03352 34580.<br />

EIN WALDVIERTLER AUS AFRIKA<br />

Der Stoff zu diesem Seebag von<br />

Waldviertler stammt aus Tansania,<br />

gerade einmal 100 Stück Seebag<br />

sind sich damit ausgegangen.<br />

Diesen hier gibt’s im GEA-Shop<br />

in Oberwart.<br />

TRAUMSCHUH FÜR DIE TRAUMHOCHZEIT<br />

Billy heißt dieser edle Satin-Schuh mit<br />

Glitzer, der außerdem über ein spezielles<br />

Fußbett verfügt und so der Braut eine<br />

bequeme Hochzeit garantiert. Und nach der<br />

Hochzeit lässt sich das schöne Stück beliebig<br />

neu einfärben.<br />

Gesehen im Modehaus Balaskovics.<br />

16


NICHT NUR SCHARF SEHEN …<br />

sondern auch scharf aussehen. Rahmen ist<br />

wieder total angesagt und bunt darf es sein.<br />

Die aktuellsten Brillen-Trends gibt es bei<br />

Optik Ohrenhofer in Hartberg, Güssing<br />

und Fürstenfeld.<br />

WÄRME IN IHRER SCHÖNSTEN FORM<br />

Allein schon der Blick in die Flammen<br />

lässt es einem warm ums Herz werden.<br />

Das neue Modell des heimischen<br />

Traditionsherstellers Austroflamm,<br />

der Kaminofen CLOU Xtra, überzeugt mit<br />

Speichermasse und serienmäßiger<br />

externer Luftzufuhr.<br />

Erhältlich natürlich bei DEM Ofenprofi:<br />

Fliegenschnee in Oberwart.<br />

AUCH SCHON HUNGRIG?<br />

Saftige Steaks, knusprige Pizzen und<br />

von Montag bis Freitag täglich drei<br />

verschiedene Mittagsmenüs. Und wer<br />

es nicht ins Restaurant Leonardo im<br />

Oberwarter Impulszentrum schafft,<br />

der nutzt das bequeme Lieferservice<br />

des Leonardo – gratis im Großraum<br />

Oberwart!<br />

DA WÄR’ MAN SELBER GERN<br />

NOCHMAL BABY<br />

Entzückendes Baby-Kleidchen,<br />

mit viel Liebe handgestrickt<br />

von Klaudia Ebner und erhältlich<br />

in ihrer Näh-, Strick und Bastelecke in<br />

Oberwart, Schulgasse 5.<br />

PURER LUXUS FÜR IHR HAAR<br />

Haarpflege ohne Sulfate, Parabene, Silikone und<br />

synthetische Duftstoffe, reich an wertvollen Inhaltsstoffen.<br />

Das ist HARMONIC. Erhältlich als Shampoo und<br />

Conditioner verleiht es dem Haar Volumen,<br />

Geschmeidigkeit und beugt Frizz vor.<br />

Erhältlich bei Frisör Figaro in Oberwart.<br />

… DENN DAS GUTE LIEGT SO NAH!<br />

Man muss nur genau hinsehen, um festzustellen: Es gibt sie noch, die Fachhändler in unserer Region,<br />

die mit einem feinen Sortiment an Qualitätsprodukten und kompetenter Beratung punkten.<br />

Wir haben sie besucht und ein paar Juwelen für Sie zusammengestellt.<br />

17


Bild: Tania Raschied<br />

Die Omama<br />

Die Omama<br />

A Häferlkaffee mit an Butterkipferl<br />

A weiße Kleiderschiazn mit Fettfleckn<br />

Da Geruch noch ogstaundanan Parnierfett<br />

Die Omama<br />

A Teppichvorleger am Kuchlbodn<br />

A Schneekugl mit der heiligen Maria<br />

A 20 Joa oide Weihnochtskoatn vo de Enkerln<br />

Die Omama<br />

A 20er zum Geburtstog<br />

A Gruß aus Mariazell


A Plastiküberzug auf da Wohnzimmercouch<br />

Die Omama<br />

Nudeln mit an Brot<br />

A Strumpfhosn am Nudlwoika<br />

A söwagmochta Hollasoft<br />

Die Omama<br />

Da Jesus üban Doppelbett<br />

Radio Burgenland zum Mittogessn<br />

Blombnreißa in da Speis<br />

Die Omama<br />

wird fehlen<br />

Michael Hess


SO., 9.10.<br />

17:00 UHR<br />

ERÖFFNUNG DER<br />

BUCHWOCHEN 2016<br />

Lesung, Ausstellung<br />

Eintritt frei<br />

Eröffnung<br />

durch den Vorstandsvorsitzenden der Energie<br />

Burgenland, Mag. Michael Gerbavsits.<br />

Eröffnungsrede<br />

von Katharina Tiwald<br />

Ausstellungseröffnung<br />

„The Urban Treasure Collection“<br />

von Doris Dittrich<br />

10 JAHRE BUCHWOCHEN IN OBERWART<br />

Happy birthday, Buch! Im OHO wirst du heuer gefeiert! Na gut, nicht ganz<br />

direkt du, Buch, aber ein Programmschwerpunkt, bei dem sich alles um<br />

Bücher dreht: Das Bücherhaus, die Buchwochen im OHO, werden 10!<br />

Was 2006 als erster Programmschwerpunkt von OHO-Geschäftsführer Alfred Masal<br />

gemeinsam mit Katharina Tiwald und Jürgen Pokorny ins Leben gerufen wurde, ist<br />

zum erfolgreichen Fixpunkt geworden: Aus der ursprünglichen Buchwoche wurden<br />

Buchwochen, an der Buchmesse der Buchhandlung Pokorny gibt es nach wie vor<br />

großes Interesse und die Liste der Autoren, die hier schon einmal am Podium saßen,<br />

lässt einen anerkennend eine Augenbraue nach oben ziehen: Marlene Streeruwitz,<br />

Franzobel, Thomas Raab, Julya Rabinowich oder Erika Pluhar. Oder die burgenländischen<br />

Autoren Peter Wagner, Jutta Treiber, Katharina Tiwald oder Clemens Berger.<br />

Letzterer wird die Jubiläumsbuchwochen am 9. Oktober mit einer Lesung aus seinem<br />

neuen Roman „Im Jahr des Panda“ eröffnen – begleitet von der Ausstellung „The Urban<br />

Treasure Collection“ von Doris Dittrich, die gleichzeitig startet. Denn das Buch wird<br />

hier ganzheitlich verstanden – als etwas, in und aus dem man lesen kann, als Kunstobjekt<br />

und als etwas, das vereint: nämlich wenn sich z.B. am 23. Oktober eine Gruppe<br />

von Autoren auf die Suche nach der „Sprache des Burgenlandes“ macht und im<br />

Stadtwirt liest.<br />

20


SO., 9.10.<br />

AB 17:00 UHR<br />

AUSSTELLUNG ZUR ERÖFFNUNG<br />

„THE URBAN TREASURE COLLECTION“<br />

Doris Dittrich<br />

Eintritt frei<br />

THE URBAN TREASURE COLLECTION<br />

Diese Serie ist eine künstlerisch-archäologische Untersuchung von zeitgenössischem<br />

urbanem Raum und Leben, verdichtet in collagierten Radierungen,<br />

Malerei und keramischen Objekten.<br />

Der Fokus von Doris Dittrichs Recherchen liegt auf den formalen Manifestationen<br />

der politischen, geistigen und künstlerischen Mentalität und Geschichte der<br />

verschiedenen untersuchten Städte und Kulturen. Auch deren Sprache, die historische<br />

Entwicklung von Migration und Einflüsse von (benachbarten) Kulturen werden in<br />

Dittrichs Nachforschungen mit einbezogen.<br />

Dittrichs Anliegen ist es, ein umfassendes, poetisches und persönliches Archiv an<br />

Eindrücken der unterschiedlichen Städte und Kulturen aufzubauen. Die Ergebnisse<br />

der vorab geführten Recherchen bilden die Grundlage für den intuitiven künstlerischen<br />

Prozess des Sammelns vor Ort.<br />

Mit der Ambition, die Essenz eines Ortes einzufangen, fokussiert sich das Sammeln<br />

auf formale und menschliche Aspekte – die Struktur und Funktionalität von Architektur<br />

und Städtebau einerseits, die Narrative der Alltagskultur der dort lebenden Menschen<br />

und Besucher andererseits.<br />

Unter der Verwendung eines speziellen Silikons nimmt sie Abdrücke von Strukturen,<br />

Ornamenten, Reliefen sowie Schriften von scheinbar insignifikanten Objekten wie z.B.<br />

Türknäufen, Straßenlampen, Hydranten, Kanaldeckeln etc. Die Künstlerin sammelt<br />

Papiere und Objekte in den Straßen und Flohmärkten und macht unzählige Fotos von<br />

Graffitis und Aufklebern, Straßenzügen und von Menschenhorden und Individuen.<br />

Sie knüpft Kontakte und ermutigt die Menschen, ihr Geschichten aus ihrem Leben zu<br />

erzählen.<br />

„Ich lege großen Wert auf das der Kunst zugrunde liegende Handwerk und strebe<br />

kontinuierlich nach der Weiterentwicklung meiner Fähigkeiten, finde Inspiration in<br />

der Aneignung und dem Meistern neuer Techniken.“ Doris Dittrich, Künstlerin<br />

Doris Dittrich lebt und arbeitet seit dem<br />

Abschluss ihres Bildhauereistudiums 2007<br />

an der Wiener Kunstschule als freischaffende<br />

Künstlerin in Wien und im Südburgenland.<br />

Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen Ausstellungen<br />

im In- und Ausland gezeigt und mit<br />

nationalen und internationalen Preisen<br />

ausgezeichnet.<br />

Sie ist in nationalen wie internationalen<br />

Sammlungen vertreten (Land Burgenland,<br />

EPA / Irland, The Jaffe Center for Book Arts /<br />

USA)<br />

www.dorisdittrich.com/<br />

Die Ausstellung ist bis zum 19. 10. 2016 zu besichtigen.<br />

21


SO., 9.10.<br />

AB 17:00 UHR<br />

LESUNG ZUR ERÖFFNUNG<br />

„IM JAHR DES PANDA“<br />

Clemens Berger<br />

Eintritt frei<br />

LESUNG VON CLEMENS BERGER AUS SEINEM NEUEN ROMAN<br />

„IM JAHR DES PANDA“<br />

Macht Geld glücklich? Kann uns Geld zumindest freier machen? Gibt es ein richtiges Leben<br />

im falschen? Und was passiert, wenn wir uns plötzlich aus der gewohnten Umlaufbahn<br />

unseres Lebens herauskatapultieren? Dies sind die Fragen, die Clemens Berger in seinem<br />

neuen großen Roman umkreist.<br />

Ein international gefeierter Künstler entdeckt seine subversive Ader; zwei junge Leute fragen<br />

sich, ob sie wirklich ihr Leben lang Bankomaten befüllen wollen und eine Tierpflegerin erlebt<br />

durch die Geburt eines Pandabären unerwartet einen zweiten Frühling.<br />

In meisterlicher Manier fühlt Clemens Berger der Zeit ihren Puls und entwirft einen lustvoll<br />

erzählten Reigen um Geldscheine, Schwerelosigkeit und Kuckucke, um Kunst, Auflehnung und<br />

Subversion, der den Leser von Wien nach Neapel und Saigon, Bordeaux und Chengdu führt.<br />

Nichts ist, was es scheint: nicht einmal ein kleiner Panda.<br />

DO., 13.10.<br />

19:30 UHR<br />

LESUNG UND GESPRÄCH<br />

„JUNGE AUTORINNEN DES<br />

BURGENLANDES“<br />

Petra Piuk<br />

Theodora Bauer<br />

Jürgen Bauer<br />

Eintritt frei<br />

Moderation<br />

Katharina Tiwald<br />

Die drei Autoren lesen aus ihren ersten Büchern, die auch in der österreichweiten Rezeption<br />

einen Widerhall hinterlassen haben. Ein Abend, der spannende Romanerzählungen<br />

vorstellt.<br />

Theodora Bauer strickt in ihrem Romanerstling „Das Fell der Tante Meri“ eine Familiengeschichte<br />

zwischen 2. Weltkrieg und Achtzigern – in liebevoller Sprache und mit skurrilen Wendungen:<br />

Als im Dorf eine faszinierende Chilenin eintrifft, die auch auf Tante Meris Begräbnis erscheint,<br />

beginnt es in Ferdinand zu arbeiten. Er denkt an seine Mutter Susanne, die in einem früheren<br />

Leben Anni hieß und deren Beziehung zu Tante Meri stets zwischen Zuneigung, Verpflichtung<br />

und Hass changierte.<br />

Lucy ist 23 und heißt eigentlich Linda. Sie ist süchtig nach Bewunderung und hat ein großes<br />

Ziel: Hollywood. Wie sie dorthin kommt, um eine berühmte Schauspielerin und Oscar-Preisträgerin<br />

zu werden, ist ihr ziemlich egal, Hauptsache, es geht schnell. Allerdings steht ihr da so<br />

einiges im Weg. – Petra Piuks erster Roman hat in der österreichischen Literaturszene ziemliche<br />

Wellen geschlagen.<br />

Der gebürtige Eisenstädter und Wien lebende Journalist und Schriftsteller Jürgen Bauer setzt<br />

sich in seinem Roman „Was wir fürchten“ mit Wahn und Wahrheit auseinander: „Das erste Mal<br />

fühlte ich die Angst, als mein Vater Kornkreise in ein Feld am Ortsrand trat und meine Mutter<br />

mich losschickte, um ihn nach Hause zu holen, bevor die Nachbarn etwas bemerken konnten.“<br />

SA., 15.10.<br />

20:00 UHR<br />

BUCHVORSTELLUNG<br />

„A GUADA TOG ODER A<br />

ZPRACKTA BRAUCHT KAAN<br />

KARAKTA“<br />

Harri Stojka und Walter Schmögner<br />

mit Musik, Mundartgedichten von<br />

Harri und Bildern von Walter und<br />

dem Harri Stojka Trio<br />

AK € 18,– / VVK € 16,–<br />

(ermäßigt AK € 17,– / VVK € 15,–)<br />

Harri Stojka Trio mit Goran Kristic – perc.<br />

Peter Strutzenberger – bass<br />

Harri Stojka –gitt.<br />

Das volle Programm von Gipsy Swing- bis<br />

zu typischen Stojka Jazznummern<br />

Wir stellen im konzertanten Stil mit Musik, Gespräch und Projektionen ein Buch vor, das<br />

Harri Stojka und Walter Schmögner gemeinsam geschaffen haben. Harri Stojka hat in<br />

diesem Buch seine Musik in Wort gefasst, die er auch selbst vortragen wird, Walter Schmögner<br />

hat diese Gedichte in „Bildgeschichten“ verwandelt, die wir auf der Leinwand betrachten können.<br />

Wolfgang Horwath führt ein Gespräch mit dem Künstler Walter Schmögner.<br />

ZUM BUCH DER BEIDEN GIGANTEN:<br />

In überwältigender Verquickung von Wort und Bild präsentiert der vorliegende Band erstmalig<br />

die inspirierende Kooperation zwischen dem genialen Jazzmusiker und Gitarristen Harri<br />

Stojka, einem Tonkünstler von internationalem Ruf und Format, und seinem kongenialen<br />

Freund Walter Schmögner, seit über fünf Jahrzehnten ein Superstar auf dem bildnerischen<br />

Sektor. Von der ersten bis zur letzten Seite eine geglückte, glückhafte Konstellation, jede Seite<br />

ein eigenes Kunstwerk. Harri Stojka, der sich in der letzten Zeit neben der Musik auch der<br />

Wortkunst zugewandt hat, legt hier eine erste Textauswahl vor – Dialektgedichte, im wienerischen<br />

Idiom gehalten, mit seiner augenfälligen Sinnlichkeit und ganzen Klangfülle, die auf den<br />

ersten Blick auch in thematischer Hinsicht typisch wienerisch daherkommen. Walter Schmögner<br />

hat jedem dieser Texte Zeichnungen beigestellt, die wesentliche Themen und Motive des<br />

jeweiligen Textes aufgreifen, sie gleichsam grafisch-bildhaft ‚durchführen’, die aber doch weit<br />

mehr sind als einfach Illustrationen, indem sie im Zusammenwirken mit dem Wort in glücklichster<br />

Manier neue Dimensionen erschließen. (Edition Keiper)<br />

22


MI., 19.10.<br />

19:30 UHR<br />

LESUNG<br />

„UND ORPHEUS SCHWEIGT“<br />

Ilija Dürhammer<br />

mit musikalischer Begleitung des Saxophonisten<br />

Edgar Unterkirchner und im Dialog mit Franz Stangl<br />

AK € 8,– / VVK € 5,–<br />

Der Roman von Ilija Dürhammer, in der „edition lex<br />

liszt 12“ erschienen, besteht aus 27 Kurznovellen auf<br />

den Spuren des Orpheuskultes. Die 27 Geschichten fügen<br />

sich zu einem sehr sinnlichen, zugleich aber auch spirituellen<br />

und überaus facettenreichen Roman, der vieles zu<br />

entdecken einlädt und geradezu überquillt vor Leben und<br />

Vitalität, und der verschiedene Nationen und Kulturen,<br />

Generationen und Bildungsschichten sowie erotische<br />

Neigungen auf mitunter überraschende Weise verbindet.<br />

Ein mystischer Abend, der durch die Klänge des Saxophons<br />

von Edgar Unterkirchner verzaubert wird. Durch<br />

den Abend führt Franz Stangl, dem der Autor und Lehrer<br />

des Gymnasiums Oberschützen Ilija Dürhammer Rede<br />

und Antwort stehen wird.<br />

SO., 23.10.<br />

17:00 UHR<br />

LESUNG UND KULINARIK<br />

„DIE SPRACHE DES BURGENLANDES“<br />

Im „Stadtwirt“ in Oberwart<br />

Eintritt mit Kulinarium:* AK € 17,– / VVK € 15,–<br />

Eintritt ohne Kulinarium: AK € 7,– / VVK € 5,–<br />

* Um Vorbestellung wird gebeten!<br />

Die Volksgruppen des Burgenlandes: ein unerschöpfliches<br />

Thema, wenn es um die Vielfalt des Burgenlandes<br />

geht. Unsere Frage aber war: Können diese verschiedenen<br />

Sprachen auch zu einer werden? Zu einer<br />

Sprache, einem Text, der dieses vielgestaltige Burgenland<br />

widerspiegelt. Wir haben AutorInnen und JournalistInnen<br />

eingeladen, gemeinsam einen Text zu schreiben, eine<br />

Erzählung, in der diese Sprachen mit einfließen – aber<br />

nicht nur die uns bekannten Sprachen, auch Menschen,<br />

die neu ins Burgenland gekommen sind, werden hier zu<br />

Wort kommen.<br />

Die AutorInnen und JournalistInnen, die sich auf dieses<br />

Wagnis einlassen sind: Ana Schoretits, Elizabeth Hausmann-<br />

Farkas, Josef Schmidt, Wolfgang Millendorfer, Michael<br />

Pekovics, Hamed Abboud<br />

Im Gasthof „Der Stadtwirt“ in Oberwart werden die Autor-<br />

Innen eigene Texte und gemeinsam diesen einen ganz<br />

besonderen gemeinschaftlich entstandenen Text zum<br />

besten geben. Wir dürfen gespannt sein und uns so ganz<br />

nebenbei an burgenländischen Köstlichkeiten aus der<br />

Küche laben.<br />

EINEN MOTORROLLER<br />

FÜR DEN PANDA<br />

Es geht um Geld, um einen Künstler, ein junges Paar – und ein Pandababy<br />

samt Pflegerin. Und vielleicht um die Frage, wie wir leben wollen.<br />

„Im Jahr des Panda“ heißt der neue Roman des aus Oberwart stammenden<br />

Autors Clemens Berger, der am 19. September im Verlag Luchterhand<br />

(€ 24,-) erscheint. Bei der Eröffnung der 10. Buchwochen im OHO liest<br />

er daraus, im <strong>BLATTWERK</strong>-Interview verrät er, worum es (ihm) geht:<br />

Herr Berger, kurz umrissen, worum geht’s im Roman?<br />

Es sind drei Geschichten, die miteinander verbunden sind. Da ist ein junges Paar,<br />

deren Job es ist, Bankomaten aufzufüllen und das dann mit einer halben Million<br />

Euro untertaucht. Dann gibt’s einen sehr erfolgreichen Maler, den es nervt, Kunst<br />

nur für Superreiche zu machen und der anfängt, kleine anarchistische Scherzchen<br />

zu treiben. Und eine Tierpflegerin in Schönbrunn, die für Pandas zuständig ist.<br />

Ein Pandababy ist jetzt nicht unbedingt eine klassische Romanfigur, warum ist<br />

der Panda wichtig für die Geschichte?<br />

Das kam so im Zuge des Recherchierens, als ich draufgekommen bin, wofür der<br />

Panda eigentlich steht. Dass er als diplomatisches Pfand verwendet wird, um<br />

große Deals zwischen China und anderen Staaten zu besiegeln, dass er viel wert<br />

ist und für die meisten Zoos eigentlich ein Minusgeschäft ist. Ich fand spannend,<br />

dass auch die Tierwelt so ökonomisiert ist.<br />

Geld ist ein zentrales Thema im Roman, warum war es Ihnen wichtig, dieses<br />

Thema anzugehen?<br />

Das Thema ist vielleicht die Zeit und die Gesellschaft, in der wir leben und Geld<br />

ist einfach der Ausdruck des Kapitalismus. Das Problem ist, dass alle Lebensbereiche<br />

durchökonomisiert sind. Und es geht in allen drei Geschichten um die<br />

Auflehnung dagegen, auf die eine oder andere Weise, alle Figuren haben die<br />

Sehnsucht nach einem echten Leben, sie wollen etwas entdecken und nicht nur<br />

so in einem Getriebe sein.<br />

Sie schreiben an einer Stelle „Frei kann man nur sein, wenn man Geld hat“,<br />

ist das so?<br />

Ich habe die Antwort darauf nicht, ich kenne viele Menschen, die reich und alles<br />

andere als frei sind, und andere, wo es umgekehrt ist, aber das sind alles Klischees.<br />

Ich bin aber z.B. schon für ein bedingungsloses Grundeinkommen, weil<br />

ich denke, dass Geld bis zu einem gewissen Punkt freier macht, weil man freier<br />

ist, wenn man seine Basisbedürfnisse einmal abgedeckt hat und sich nicht<br />

ständig sorgen muss.<br />

Was halten Sie für einen gesunden Umgang mit Geld?<br />

Ich denke, wir sollten das alles nicht so wichtig nehmen. Und von mir persönlich<br />

kann ich nur sagen: Wenn ich Geld habe, gebe ich es aus, wenn ich keines habe,<br />

gebe ich es auch aus. (lacht.) Und als ich mit dem Roman fertig war, hab ich mir<br />

endlich einen Motorroller gekauft, das war schon lange mein Traum. Und wenn<br />

ich mit dem jetzt unterwegs bin, fühle ich mich schon richtig frei.<br />

23


Faek Rasul<br />

Tania Raschied<br />

SPURENSUCHE<br />

Tania Raschied und Faek Rasul<br />

Ab 28. Oktober werden in der OHO-Galerie<br />

Arbeiten von Faek Rasul und seiner Frau<br />

Tanja gezeigt. Und sie werden hausumfassend<br />

sein, erklärt der bildende Künstler<br />

und Leiter der „Kleinen Galerie Wien“ im<br />

Kurzinterview:<br />

Was werden Sie in Oberwart zeigen?<br />

Die Ausstellung mache ich gemeinsam mit meiner<br />

Frau Tanja, sie zeigt Fotografien, ich Malereien.<br />

Das Schwerpunktthema ist „Spuren“, ich werde<br />

Arbeiten aus den letzten zwei Jahren präsentieren,<br />

in verschiedenen Größen. Und wir haben<br />

ausgemacht, dass wir im ganzen Haus ausstellen.<br />

Was verbindet Sie mit dem OHO?<br />

Eigentlich meine Kontakte zu den Künstlern im<br />

Burgenland. Zum Beispiel zu Wolfgang Horwath.<br />

Und in der Galerie in Wien, die ich leite, habe ich<br />

auch schon burgenländische Künstler ausgestellt,<br />

da sind sogar sowas wie Freundschaften<br />

entstanden.<br />

Was bedeutet es Ihnen, im OHO auszustellen?<br />

Ich bin begeistert von der Räumlichkeit, es ist sehr<br />

schön da. Mich freut, dass wir unsere Kunst einem<br />

Publikum zeigen können, das uns fremd ist und<br />

dem wir fremd sind.<br />

FR., 28.10.<br />

19:30 UHR<br />

VERNISSAGE<br />

„SPURENSUCHE“<br />

Faek Rasul und Tania Raschied<br />

Eintritt frei<br />

Tania Raschied trägt die Liebe zu abstrakten Gemälden in sich und setzt diese<br />

in ihren Fotografien gekonnt um. Mit ihrem sicheren Gespür für außergewöhnliche<br />

Bilder werden ganz alltägliche Motive auf besondere Art in Szene gesetzt.<br />

Spuren auf Hauswänden, alte Türen, Farbspuren auf Gläsern u.v.m. erweckt das<br />

Auge der Künstlerin zu neuem Leben.<br />

Die Fotos von Tania Raschied sind ungewöhnlich, obwohl sie Gewöhnliches<br />

darstellen. Ihre Motive sind Spuren des Lebens, die zu abstrakten Kompositionen<br />

geworden sind. Durch ihre besondere Art des Sehens verhilft uns Tania Raschied<br />

die Schönheit darin zu sehen, indem sie sie aus ihrer Umgebung herausschält<br />

und allein der Betrachtung preisgibt.<br />

Durch die Montage der Fotos auf Holz und die Rahmung in Schattenfugen wird<br />

die Illusion vom abstrakten Gemälde noch verstärkt.<br />

Geboren 1958 in Suleimaniya, Kurdistan, Irak<br />

Künstlerischer Schwerpunkt: Fotografie (Reiseimpressionen und Naturmotive)<br />

Das Erlebte gehört zu Faek Rasuls Geschichte, seinem Werden als Künstler,<br />

es beeinflusst sein Denken und Sein. Mal zeigt sich das Erlebte vordergründiger,<br />

mal taucht es im Hintergrund auf, es hinterlässt seine Spuren in all seinen<br />

Arbeiten nach 1988. Eingeritzt und eingehauen in die Wände seiner Gefängniszelle,<br />

eintätowiert in die Seele, eingekratzt in die Oberflächen seiner Bilder findet<br />

man es immer wieder.<br />

In den früheren Arbeiten wird die Botschaft der Bilder sehr unmittelbar erzählt<br />

– der Schrecken und die Sinnlosigkeit der Kriegsjahre. Später löst er sich fast<br />

gänzlich vom Gegenständlichen, zieht sich aus konkreten Räumen und Raumdarstellungen<br />

zurück, ändert den Blickwinkel, seine Perspektive. Und – seine<br />

Werke werden bunt. In diesen Phasen tauchen Zeichen, Symbole und Ziffern auf<br />

– eingeritzt und eingekratzt.<br />

Faek Rasul verwendet Dreiecke, Kreise, Kreuze, Spiralen, Augen, kleine Sonnen,<br />

auch mathematisch anmutende Formeln, für die Betrachtenden nicht verständlich,<br />

nicht auflösbare Codes – wie Faek Rasuls Erinnerungen. Es sind seine<br />

Geheimcodes und Verschlüsselungen zu seinen persönlichen Erinnerungen –<br />

schöne, wie etwa aus seiner Kindheit sowie schmerzvolle, aus Zeiten des Krieges.<br />

Wie eine künstlerische Handlungsmatrix breiten sich diese Erlebnisse über seine<br />

Arbeiten aus und erlauben ihm die Kontrolle über seine Vergangenheit und<br />

seine Erinnerungen.<br />

1955 in der Nähe von Kirkuk im Norden Iraks (Kurdistan) geboren.<br />

1980 absolvierte er das Institut für Kunst in Bagdad.<br />

In der Zeit des Iran-Irak Krieges (1980-1988) verbrachte er als Kurde ein Jahr im<br />

Militär- und im Zivilgefängnis in Kirkuk.<br />

24


SA., 5.11.<br />

20:00 UHR<br />

KABARETT<br />

„HONIGDACHS“<br />

Gregor Seberg<br />

Burgenlandpremiere<br />

AK € 22,– / VVK € 18,–<br />

(ermäßigt AK € 18,– / VVK € 16,–)<br />

Foto: Jan Frankl<br />

EINE TIERISCHE VORSTELLUNG<br />

Gregor Seberg, bekannt aus zahlreichen Fernsehfilmen und -serien wie z.B.<br />

Soko Donau, hat mit seinem Solokabarett „Hast Angst Mayer“ gezeigt, dass<br />

er nicht nur als Polizist ein ruppiges Gemüt hat. Auch im Offenen Haus<br />

Oberwart im Theaterstück „Oberwart. Mon amour“ von Peter Wagner war<br />

dieser Ausnahme schauspieler schon zu sehen.<br />

Über sein neues Soloprogramm lässt er nicht viel verlauten, denn die Premiere ist<br />

am 19. Oktober in der Kulisse Wien und mehr oder weniger kurz darauf dürfen<br />

wir ihn bei uns im OHO begrüßen. Nur soviel sei verraten: „Der Honigdachs hat einen<br />

stämmigen Körperbau. Wie ein Stinktier verfügt er über eine Drüse, mit der er ein<br />

übelriechendes Sekret absondern kann. Sogar Löwen fürchten sich vor ihm, da er<br />

deren wundeste Stelle kennt …“ Wir erkennen Greger Seberg hier auf alle Fälle wieder.<br />

Mehr vom Honigdachs unter www.gregorseberg.at<br />

NACHGEFRAGT – HONIGDACHS<br />

mit Gregor Seberg<br />

Wer oder was ist der Honigdachs?<br />

Ja, wenn ich das wüsste. Er schlummert<br />

in jedem von uns. Wehe, wenn<br />

er losgelassen wird.<br />

Welche Rolle spielt er in Ihrem neuen<br />

Programm?<br />

Um eines klarzustellen: Ich spiele in<br />

seinem Programm.<br />

Müssen wir uns als Zuseher vor<br />

diesem „Getier“ fürchten?<br />

Ja, fürchterlich fürchten.<br />

Würden Sie sich auch als „Frechdachs“<br />

oder eher als „Schlawiner“<br />

bezeichnen?<br />

Überhaupt nicht. Ich habe schon ein<br />

schlechtes Gewissen, wenn ich bei<br />

Grün über die Straße gehe.<br />

Sie bedienen ja nun nahezu alle<br />

Sparten der Schauspielkunst von<br />

Kino- über Fernsehfilmen und<br />

-serien, Theater bis Kabarett. Gibt<br />

es da eine bestimmte Vorliebe?<br />

Es ist immer das, das ich gerade<br />

nicht mache.<br />

Wie wir aus vertraulichen Quellen<br />

wissen, waren Sie bereits 1997 im<br />

Stück „Oberwart. Mon amour.“ von<br />

Peter Wagner im OHO (Offenes Haus<br />

Oberwart) als „Wanz“ zu sehen. Wie<br />

ist Ihnen das OHO in Erinnerung<br />

geblieben?<br />

Ich habe mir damals ernsthaft überlegt<br />

nach Oberwart zu ziehen, weil<br />

es so eine lässige Zeit war.<br />

Was können wir uns von Ihrem neuen<br />

Kabarett programm erwarten?<br />

Ich weiß es, doch darf ich nicht darüber<br />

sprechen.<br />

25


DU DARFST WIEDER<br />

BESSER WERDEN<br />

Bezahlte Anzeige<br />

PERFEKTE AUFTRITTE<br />

HINLEGEN!<br />

Lehrgang Systemischer Coach<br />

Infoveranstaltung: 29.9.2016<br />

Kurstermin: 21.10.2016 – 14.10.2017<br />

(1051016)<br />

Kurskosten: € 2.500,–<br />

Lehrgang Mediation und<br />

Konfliktmanagement<br />

Infoveranstaltung: 26.9.2016,<br />

Kurstermin: 04.11.2016 – 24.11.2018<br />

(66016)<br />

Kurskosten: € 6.750,–<br />

Diplomlehrgang Rhetorik Akademie<br />

Infoveranstaltung: 16.9.2016<br />

Kurstermin: 15.10.2016 – 17.06.2017<br />

(12016)<br />

Kurskosten: € 2.200,–<br />

Die Teilnahme an den Infoveranstaltungen<br />

ist kostenlos. Um Anmeldung unter<br />

Tel.: 05 90 90 7-2000 oder<br />

info@bgld.wifi.at wird gebeten.<br />

Kontakt:<br />

Mag. a Claudia Gönitzer<br />

goenitzer@bgld.wifi.at<br />

Telefon: +43 (0) 5 90 90 7 – 5140<br />

Es ist rauer geworden. Ungemütlicher. Da draußen in der Welt. Da drinnen in<br />

Firmen und Familien. Der Druck steigt, alles wird komplexer. Was wir uns<br />

wünschen, wissen wir genau: Eine friedliche Welt, in der man wieder gerne<br />

Nachrichten schaut, weil nicht nur Horrormeldungen verbreitet werden. Glückliche<br />

Familien, in denen auf eine gute Weise Lösungen miteinander gefunden<br />

werden. Firmen, in denen Teams richtig gut zusammenarbeiten, Führungskräfte<br />

einen guten Job machen. Eine Welt, in der Scheidungen oder Nachbarschaftsstreits<br />

nicht eskalieren. Eine Gesellschaft, in der Integration funktioniert.<br />

Und tief in uns drin wissen wir, mit alten Holzhammermethoden kommen wir<br />

nicht mehr weiter. Nein, jetzt braucht es neue Wege. Neue Kompetenzen. Mehr<br />

Coaches und Mediatoren in der Welt, in unserem Land, unserem Umfeld. Mehr<br />

Menschen, die wissen, wie Konflikte auf eine friedliche Weise geregelt werden<br />

können. Mehr Menschen, die wissen, wie gute Kommunikation funktioniert.<br />

Mehr Menschen, die andere unterstützen können, ihr Potenzial zu entfalten.<br />

Mehr Menschen, die motivieren können. Mehr Menschen, die ihre persönlichen<br />

Stärken finden und leben können. Ganz einfach mehr Menschen, die sich beim<br />

WIFI in den Bereichen Mediation, Konfliktmanagement, Rhetorik oder zum Systemischen<br />

Coach ausbilden lassen und ihr Wissen dann auf eine gute Art weitertragen<br />

und einen kleinen Teil zu dieser angenehmeren Welt beitragen. Und<br />

ja, all das kann man einfach lernen.<br />

Zum Beispiel Konflikte lösen: „Die meisten<br />

„<br />

Konflikte lassen sich ganz schnell in den Griff<br />

kriegen, wenn man die richtigen Methoden kennt<br />

und sich ein bisschen Unterstützung holt“, sagen AN<br />

Experten. Und kein scheinbar unlösbarer<br />

Konflikt ist unlösbar, sagte Herbert Drexler,<br />

der Präsident des Österreichischen Bundesverbandes für Mediation, unlängst<br />

in einem Interview mit der Presse: „Es kann immer gelingen, tragfähige Lösungen zu<br />

finden.“ In Konfliktsituationen prallen immer subjektive Wahrheiten aufeinander,<br />

erklärt Drexler und jeder reklamiere für sich, dass seine Wirklichkeit die Wahrheit<br />

ist. In der Mediation sei der erste Schritt, die Menschen erkennen zu lassen, dass<br />

die subjektive Wirklichkeit eben subjektiv ist. Und dass sie andere Wirklichkeiten<br />

erkennen und anerkennen können.<br />

LÖSUNGEN LAUERN<br />

JEDER ECKE!<br />

Tragfähige Lösungen erarbeitet auch ein Systemischer Coach mit seinem Coachee.<br />

Oder für ihn nützliche. Jedenfalls keine „richtigen“. Denn was ist schon „richtig“?<br />

Auf jeden Fall gehe es auch um eine andere Sicht auf Probleme schreibt<br />

Dr. Constantin Sander in seinem Online-Blog mind-steps.de: „Im Coaching lautet<br />

die Frage nicht: ‚Was genau ist die Ursache für das Problem?’ Sondern sie lautet: ‚Was<br />

genau muss geschehen, damit das Problem nicht mehr auftritt?“ Allein dieser Perspektivenwechsel<br />

kann schon zur Lösung beitragen, erklärt er. Oft auch dazu,<br />

nicht immer gegen die Wand zu rennen, obwohl die Türöffnung nur 10 Zentimeter<br />

weiter links ist. Und einen kleinen Hinweis hat er auch noch für uns: „Lösungen<br />

lauern an jeder Ecke!“ Man muss sie sehen, sehen wollen, vielleicht erkennen<br />

lernen. Und dann ist alles gut.<br />

26


WIR STELLEN<br />

VOR:<br />

APOLLON’S RETURN<br />

apollon’s return ist burgenländischer experimental Rock<br />

kombiniert mit Poesie und Tiefgang.<br />

Aus zwei Freunden, einem gemütlichen Acoustic Lakeside<br />

Festival und der Liebe zum Jammen, entstand 2012 die Idee,<br />

eine Band zu gründen, nämlich die Experimentalrocker apollon’s<br />

return. Das Trio, bestehend aus zwei akustischen Gitarren mit<br />

E-Gitarren Sounds, einem Schlagzeug mit exzessivem Spiel, sich<br />

in seinen Songtexten mit sozialkritischen Themen auseinander.<br />

Im Herbst 2013 hatte die Band ihre ersten Gigs und baute sich eine<br />

liebevolle Fangemeinde auf. Höhepunkt war ihr Auftritt beim<br />

„America is waiting“-Bandcontest, den sie – zu ihrer Überraschung<br />

– auch gewonnen haben. An einem „Freitag den 13.“ im Frühjahr<br />

2015 wurde dann ihr erstes Studioalbum im OHO präsentiert. Das<br />

Album trägt den Titel „Im Schatten deiner Selbst“ und beinhaltet<br />

7 Songs, die live im WebrosStudio aufgenommen wurden. Die Band<br />

setzt sich auch darin mit sozialkritischen Themen wie der immer<br />

größer werdenden Kluft zwischen Arm und Reich, der wachsenden<br />

Gier und Völlerei in unserer narzisstischen Konsumgesellschaft<br />

sowie der Verarbeitung eigener Erlebnisse auseinander.<br />

Ihr neuester Song und das dazugehörige erste Musikvideo „Mit<br />

Beifall untergehen“ sorgten im Sommer auf Facebook für Furore.<br />

HINTER DEN<br />

KULISSEN<br />

Im Interview Georg Müllner, genannt „Da MILLER“,<br />

Wunderwuzzi der OHO-Technik.<br />

Was ist dein Aufgabenbereich?<br />

Alles, was in irgendeiner Weise mit Technik zu tun hat.<br />

Von der Glühbirne, die ausgetauscht werden muss, über<br />

die Beschallung von Konzerten und das Ausleuchten<br />

von Ausstellungen bis hin zu Multiscreen-Projektionen<br />

bei Theaterstücken.<br />

Seit wann bist du schon im OHO tätig?<br />

Mit 14 stand ich zum ersten Mal auf der Bühne des OHOs.<br />

2005 half ich dann das erste Mal in der Technik aus. Seit<br />

4 Jahren bin ich jetzt für die technische Abwicklung im<br />

Haus zuständig. (… und von dort nicht mehr wegzudenken<br />

… Anm. d. Red.)<br />

Was sind so deine Highlights? … Deine Gustostückerl?<br />

Da gibt‘s viele:<br />

Die Tanztage sind immer eine Herausforderung, da es<br />

nie einfach ist, bis zu 12 internationale Produktionen in<br />

drei Tagen über die Bühne zu bringen. Die „Nacht ohne<br />

Schlaf“ nicht nur technisch bemerkenswert.<br />

Ganz besonders stolz bin ich nach wie vor auf die „Crystl“,<br />

eine sechs Meter hohe Skulptur, die ich mithilfe von<br />

Projektion-Mapping zum Leben erweckt hab.<br />

CD „IM SCHATTEN DEINER SELBST“<br />

von apollon’s return<br />

Download-Preis: € 4,–<br />

Preis: € 7,–<br />

CD Bestellung<br />

apollonsreturn.bandcamp.com<br />

apollons.return@hotmail.com<br />

Gibt es jemanden, der dir in Erinnerung geblieben ist?<br />

Da gibts auch viele: Wanda und Fiva, die vor zwei Jahren<br />

beim zooming culture unser Haus beehrten. Simon<br />

Mayer, ein junger oberösterreichischer Choreograph<br />

und shootingstar der österreichischen Tanzszene. Und<br />

natürlich die Ausstellungen von Manfred Bockelmann<br />

und Sepp Laubner.<br />

Erhältlich auch im Musikhaus<br />

Oberwart und im Underground<br />

Piercingstudio Pinkafeld.<br />

27


FR., 11.11.<br />

20:00 UHR<br />

DADAISTISCHE PERFORMANCE<br />

„BABYLON BURGENLAND“<br />

AK € 14,– / VVK € 12,–<br />

(ermäßigt AK € 12,– / VVK € 10,–)<br />

SO., 13.11.<br />

17:00 UHR<br />

BELGRADER KAMMERORCHESTER<br />

„LJUBICA MARIC“<br />

Dirigent: Rade Pejcic<br />

Solistinnen: Natasa Jovic-Trivic (Gesang) und<br />

Aima Maria Labra-Makk (Klavier)<br />

Kooperation des Vereins KIBU mit dem OHO<br />

AK € 20,– / VVK € 17,–<br />

(ermäßigt AK € 17,– / VVK € 15,–))<br />

Einmal laut und einmal leise, so kommt es immer wieder daher, das kleine Festival der zeitgenössischen Musik im OHO.<br />

28<br />

BABYLON<br />

BURGENLAND<br />

Jedes Jahr gibt das Offene Haus Oberwart jungen elektronischen<br />

MusikerInnen die Möglichkeit, interdisziplinär in ihrem<br />

Fach zu arbeiten.<br />

Weil vor 100 Jahren erstmals der Begriff „Dada“ in der Literaturszene<br />

auftauchte, haben wir uns diesmal ganz vom<br />

Dadaismus inspirieren lassen und stellen MusikerInnen und<br />

AutorInnen eine extravagante Aufgabe: Die Sprachenvielfalt des<br />

Burgenlandes bietet sich geradezu in kongenialer Weise an, ganz<br />

im Sinne von Dada eine verrückte, verschobene, verwinkelte Performance<br />

zu erarbeiten.<br />

Lässt sich aus dem „Sprachenwirrwarr“ eine gemeinsamer Klang<br />

erarbeiten, ein Sound des Burgenlandes? Inwieweit sind die Sprachen<br />

in ihrer Eigenständigkeit ein Teil des Ganzen? Kommt es zu<br />

einer Verschmelzung, zu einem klanglichen Austausch oder gar<br />

zur Konfrontation? Inwieweit haben Sprachmelodie, Wörter und<br />

Grammatik Einfluss auf Elemente wie Melodie und Rhythmus? Wo<br />

verrücken die Dinge, wo fallen sie auseinander, um den Blick auf<br />

das Ganze freizugeben?<br />

Damit wir nicht nur einen Ohrenschmaus bieten, haben wir für<br />

Bühne und Kostüm auch bildende KünstlerInnen eingebunden:<br />

Pascal Holper, Robert Frittum, Sandra Selimovic, u.a.<br />

Konstrultion und Dekonsturktion … Dada lebt!<br />

WERDEN SIE<br />

OHO–MITGLIED<br />

Das OHO ist ein gemeinnütziger Verein, der nicht<br />

gewinnorientiert arbeitet. Die Mitglieder unterstützen<br />

durch ihren Beitrag eine Arbeit im Kunstund<br />

Kulturbereich, die ohne öffentliche, aber<br />

auch private Förderung nicht denkbar ist.<br />

Mitglieder erhalten bei allen Veranstaltungen<br />

ermäßigten Eintritt. Der Mitgliedsbeitrag beträgt<br />

BELGRADER<br />

KAMMERORCHESTER<br />

Einmal laut und einmal leise, so kommt es immer wieder<br />

daher, das kleine Festival der zeitgenössischen Musik<br />

im OHO. Diesmal stolz verkündend mit „Ljubica Maric“!<br />

Das Belgrader Kammerorchester „Ljubica Maric“ wurde im Jahr<br />

2006 unter der künstlerischen Leitung von Herrn Pejicic Rade<br />

gegründet, der auch der Dirigent des Orchesters ist. Das Orchester<br />

widmet sich insbesondere der Interpretationen von Werken serbischer<br />

KomponistInnen aller Generationen, beginnend mit den<br />

ältesten bis hin zu Studierenden der Komposition. Die letzteren<br />

werden mit besonderem Enthusiasmus aufgeführt in der Hoffnung<br />

der besten Unterstützung, im In- wie im Ausland.<br />

Das Orchester trägt den Namen der serbischen Komponistin<br />

Ljubica Maric (1909-2003) und spielt an diesem Abend zeitgenössische<br />

Kompositionen, unter anderem auch ein Komposition die<br />

vom Verein KIBu ausgeschrieben wurde. Wieder einmal Konzerterlebnis<br />

im OHO, dass sie sich nicht entgehen lassen sollten.<br />

Das Orchester spielt Werke von:<br />

Milorad MARINKOVIC (1976*), Jenö TAKACS (1902-2005), Bozana<br />

MEIDL-BRAJIC (1974*), Branka POPOVIC (1977*), Aleksandar<br />

OBRADOVIC (1927–2001), Josip SLAVENSKI (1896-1955)<br />

URAUFFÜHRUNG – ein Stück für Mezzosopran und Streich orchester<br />

auf Grund einer Ausschreibung für alle KomponistInnen des<br />

Vereins KIBU, die Auswahl des Stücks wird im September bekannt<br />

gegeben (nähere Informationen: www.kibu.net und www.oho.at)<br />

€ 30,– im Jahr (ermäßigt: € 15,– für StudentInnen, Schüler-<br />

Innen, PensionistInnen und Menschen ohne Einkommen).<br />

Sie möchten Mitglied werden und<br />

zusätzlich die OHO-Zeitschrift <strong>BLATTWERK</strong> kostenlos<br />

zugeschickt bekommen?<br />

Schreiben Sie uns eine E-Mail oder eine Postkarte:<br />

OHO, 7400 Oberwart, Lisztgasse 12<br />

verwaltung@oho.at


DADA UND<br />

DAS HEUTE<br />

„<br />

„Der Dadaismus steht zum ersten Mal dem Leben<br />

nicht mehr ästhetisch gegenüber, indem er alle<br />

Schlagworte von Ethik, Kultur und Innerlichkeit,<br />

die nur Mäntel für schwache Muskeln sind, in<br />

seine Bestandteile zerfetzt.“<br />

Dadaistisches Manifest, 1918<br />

100 Jahre ist es her, dass mit der Eröffnung der Züricher<br />

Kleinkunstbühne „Cabaret Voltaire“ die Kunstbewegung<br />

Dadaismus entstanden ist. Revolutionär wird noch immer<br />

genannt, wie Literatur- und Kunstschaffende damals<br />

ästhetische Formen und Maßstäbe negiert haben, um sich<br />

gegen die Parolen des Ersten Weltkrieges aufzulehnen,<br />

sich gegen den Missbrauch der Sprache zu richten.<br />

Auf den einzigen österreichischen Dadaisten, Raoul<br />

Hausmann, der hier – man könnte sagen in typisch<br />

österreichischer Manier – wenig bekannt ist, will Regisseur<br />

Markus Kupferblum mit seiner Musiktheaterproduktion<br />

„Die Wolkenpumpe“ (zu sehen wieder ab November im<br />

Cafe Siebenstern in Wien, kupferblum.com), aufmerksam<br />

machen. Wir haben ihn zum Gespräch getroffen.<br />

Sie haben eine Hommage an den Dadaismus geschaffen, warum<br />

haben Sie dieses Jubiläum aufgegriffen?<br />

Das war mir fast ein körperliches Bedürfnis, weil der Dadaismus<br />

eine Kunstbewegung war, die mich selbst als ganz junger Mensch<br />

unfassbar beeindruckt hat. Ich bin, heute würde man sagen, in<br />

einer fast altmodischen Art und Weise aufgewachsen, in einer<br />

relativ rigiden Gesellschaft, wo vorgegeben war, was richtig und<br />

was falsch ist, wie die Sachen zu sein haben. Und als ich dann mit<br />

18, 19 den Dadaismus entdeckt habe, das war ein ungeheurer<br />

Befreiungsschlag für mich persönlich, menschlich und irgendwie<br />

auch künstlerisch.<br />

Wie sind Sie dem Dadaismus damals begegnet?<br />

Mir ist in der Bibliothek einer Freundin ein Buch von Philippe Soupault<br />

in die Hände gefallen und dann hab ich mich auf Hugo Ball<br />

gestürzt und hab mich mit den ganzen Urdadaisten beschäftigt,<br />

die sich da in Zürich, in der denkbar langweiligsten Stadt, versammelt<br />

hatten. Das waren ja die, die es grade noch geschafft hatten,<br />

vor dem Krieg zu flüchten. Und für die war es angesichts der<br />

Grausamkeit des Krieges und der Absurdität der Waffen unvorstellbar,<br />

jetzt Landschaften zu malen und das Wahre, Gute und<br />

Schöne zu feiern. Sondern die haben gesagt, wie kann ich darauf<br />

reagieren und haben die konventionelle Formensprache komplett<br />

über den Haufen geworfen.<br />

Ist es das, was Sie daran so fasziniert?<br />

Ja, ich bin beeindruckt, dass diese Menschen in ihrer Not so einen<br />

unglaublich tollen Weg gefunden haben, mit der Absurdität ihrer<br />

Realität umzugehen, dass sie so viel Freiheit besessen haben oder<br />

sich genommen haben. Sie haben sich von Formensprache und<br />

Karriereplanung verabschiedet und nur mehr mit den Elementen<br />

selber jongliert, wie ein Zirkuskünstler in Wirklichkeit. Sie haben<br />

genommen, was sie hatten, ihren scharfsinnigen Geist, ihr Handwerk,<br />

ihre Phantasie und daraus haben sie Gedichte, Lieder und<br />

Malereien erschaffen.<br />

Ihr Musiktheaterprojekt arbeitet unter anderem mit Texten von<br />

Raoul Hausmann – das ist der einzige österreichische Dadaist, aber<br />

hier eigentlich eher unbekannt.<br />

Genau, Raoul Hausmann halte ich für eine ganz typisch österreichische<br />

Figur, er ist in Wien aufgewachsen und in die Schule ge-<br />

gangen, in der Ernst Jandl dann unterrichtet hat, aber es gibt nirgendwo<br />

eine Gedenktafel zum Beispiel. Bemerkenswert ist, dass<br />

Jandl, der ja ein großartiger Dichter war, ohne Hausmann gar nicht<br />

denkbar wäre. Hausmann war ein wichtiger Künstler, weil er mit<br />

diesen Lautgedichten und Sprachspielen angefangen hat.<br />

Die Dadaisten wollten sich auch gegen den Missbrauch der Sprache<br />

richten, kriegt das im Moment Ihrer Ansicht nach auch wieder<br />

zunehmende Aktualität, wenn man sich anschaut, wie Populisten<br />

heute vorgehen?<br />

Es hat diese Aktualität bestimmt wieder bekommen, weil der Populismus<br />

oder Rechtsradikalismus oder Faschismus, wenn man<br />

so will, der verbirgt sich hinter einem sanften Antlitz, aber das<br />

haben ja nicht Politiker von heute erfunden, sondern das sind alte<br />

Muster.<br />

Wie würde ein Dadaismus von heute ausschauen?<br />

Das ist eine gute Frage … also der wäre sicher anders, weil ja das<br />

Schockierende damals war, dass sich die Dadaisten von der konventionellen<br />

Formensprache abgekehrt haben und nachdem es<br />

heute so etwas wie eine Formensprache gar nicht mehr gibt, weil<br />

alles erlaubt und alles möglich ist, man schon alles gesehen hat,<br />

bräuchte man etwas anderes. Vielleicht müsste ein Dadaismus von<br />

heute wieder zurück, vielleicht müsste er sich auf etwas Bestimmtes<br />

besinnen.<br />

In Ihrem Projekt wird auch das Dadaistische Manifest zitiert –<br />

was meinen Sie, welche Erkenntnis daraus würde uns heute auch<br />

gut tun?<br />

Unbedingt selbstbestimmt zu sein und Eigenverantwortung zu<br />

übernehmen für das, was man tut. Das finde ich ganz wichtig. Auch<br />

das Hinterfragen der Dogmata, dass man eben versucht zu schauen,<br />

was meint denn ein Politiker, wenn er sagt, wir werden uns<br />

noch wundern, was meint der konkret, und muss ich das hinnehmen<br />

oder sollte ich da nicht nachfragen und misstrauisch werden,<br />

weil meine eigene Freiheit vielleicht auf dem Spiel steht.<br />

Zur Person: Markus Kupferblum hat an der Hochschule für Musik und<br />

darstellende Kunst Wien und der Uni Wien studiert, arbeitet als Autor,<br />

Arrangeur und Regisseur und unterrichtet u.a. am Max Reinhardt<br />

Seminar.<br />

Foto: Gianmaria Gava<br />

29


DAS BURGENLAND GRAVITIERT NICHT,<br />

UND DIESE CHANCE LIESSE SICH NÜTZEN<br />

von Wolfgang Weisgram<br />

Das Burgenland ist ein in vielerlei Hinsicht begnadetes Land.<br />

Auch oder gerade in kultureller Hinsicht. Die Turbulenzen der<br />

wirren Geschichte, die diesem Land auferlegt worden ist vom Kismet<br />

des Weltenlaufs, haben es gänzlich stadtlos auf die Reise geschickt.<br />

Die Provinz in ihrem Seinszustand, dem Provinziellen, ist hier also<br />

immer noch weitgehend unverfälscht vorhanden, den gegenläufigen<br />

Bemühungen zum Trotz, die auf allerlei hinter hältige Weise versuchen,<br />

den kulturellen Angelegenheiten einen anderen Drall – „spin“<br />

hieße das in der Politik – zu geben.<br />

Man möge sich nur vorstellen, wie das Burgenland sich mit seinem<br />

logischen Zentrum – Ödenburg – entwickelt hätte. Wie das Kulturland<br />

Burgenland also aussehen würde mit diesem schmucken, am Wiener<br />

Jugendstil hübsch orientierten Landestheater; einem Landesmuseum,<br />

das sich nicht bloß aufs ehrenwerte Verdienst eines verjagten<br />

Juden gründen würde; einer Landes-Philharmonie; einer<br />

hauptstädtischen Schnellverbindung nach Wien und Budapest und<br />

Bratislava; einem Gemeinwesen mit traditionellem, über die Jahrhunderte<br />

gewachsenem Bürgersinn; einer Universität; mit Forschungseinrichtungen<br />

gar!<br />

So ein ödenburgisches Burgenland wäre wohl ein 08/15-Bundesland,<br />

wie es Österreich acht, gut: sieben andere eh schon hat. Zwischen<br />

Ödenburg und Bécsújhely, Wiener Neustadt also, erstreckte sich<br />

eine kleine, feine, urbane Agglomeration, eine Art Rheintal des<br />

Ostens. In Mattersburg stünde womöglich auch ein Kulturzentrum,<br />

wenn auch mit etwas mehr Augenzwinkern als jetzt, da man da und<br />

dort schon darangeht, dessen Sichtbeton zu einer Art Weltkulturerbe<br />

adeln zu wollen. Und in Agendorf, Loipersbach, Rohrbach, Marz<br />

undsoweiter (Deutschkreutz wäre ja eingemeindet!) wohnte dann<br />

das Speckgürtel-Publikum, das die Nähe der Stadt so sehr schätzt,<br />

weil es hier eben ein reiches kulturelles Leben gibt. Eines, in dem<br />

man dann sogar die Honoratioren träfe, die aus ihren Villen vom<br />

Lövér, vom Brennberg und aus Wandorf hinabstiegen, um mit dem,<br />

sagen wir: Schattendorfer Häuselbauervolk Prosecco zu schlürfen.<br />

(Uhudlerfrizzante unter Umständen.)<br />

Dem Burgenland blieb das alles aber bekanntlich erspart. Dem Land<br />

fehlt darum vorteilhaft jede voreilige Selbstgewissheit, weshalb es<br />

zu ständiger Selbstvergewisserung verpflichtet wäre. Nicht zuletzt<br />

dadurch, weil alles Selbstbewusste im Burgenland schnell als popanzhaftes<br />

Aufplustern sich enttarnt. Was für eine herausragende<br />

kulturschaffende Chance ergäbe sich daraus! Eine Chance, die einem<br />

kein städtisches Ambiente – die hübsch auf geräumten Biosphärenreservate,<br />

die einem garantieren, unter sich bleiben zu können –<br />

böte.<br />

Es ist kein Wunder, dass die einzig wirklich sozialdemokratische<br />

Kulturinitiative jedenfalls der Zweiten Republik im Burgenland seinen<br />

Ausgang genommen hat – und hier aber auch stecken geblieben ist.<br />

Die Idee der Kulturzentren war ja nicht, die Menschen „am Land“<br />

zuzupappen mit x-beliebigen Tourneetheater- und Kabarettaufführungen.<br />

Das kam dann erst später. Der kluge Fred Sinowatz und der<br />

nimmermüde Gerald Mader hatten die Selbstgestaltung des umfassenden<br />

kulturellen Lebens im Auge. Je steifer dann nach und<br />

nach aber das sozialdemokratische Kultur empfinden wurde, desto<br />

gönnerhafter – patenähnlich, wenn nicht -gleich – trat man auf, um<br />

am Ende bloß noch den Tourismuskasperln die Klingelbeutel zu<br />

füllen im hehren Bewusstsein, das wär’s dann schon.<br />

Neben den landeskulturellen Emanationen – so benennt man Hervorbringungen,<br />

in unserem Kontext meint das aber eher Ausstülpungen<br />

– haben sich beinahe zeitgleich auch jene unabhängigen<br />

Einrichtungen eingerichtet (das OHO wäre sowas), die im Lauf der<br />

Zeit allmählich auch den Charakter der Halbamtlichkeit angenommen<br />

haben durch die Brosamen, die der öffentlichen Hand entbröseln<br />

im Bewusstsein, das wär’s eh schon.<br />

Halbamtlichkeit ist aber auch ein hinreichend gefährlicher Zustand.<br />

Es darf den Protagonisten stets auch bewusst sein: Wie schnell das<br />

geläufige Jammern übers Zuwenig umschlagen kann in ein bloßes<br />

Geiern nach mehr. Wer aber auf die, sagen wir: Kobersdorfer Völlerei<br />

mit schielendem Neid reagiert, lebt nicht minder in schwefelgelber<br />

Todsünde. (Der vom Kultbischof Ägidius Z. unlängst gemaßregelte<br />

Pfarrer Lang, Impressario der St. Margarethener Passion,<br />

könnte einem das detailliert auseinandersetzen.)<br />

Dass die Unabhängigen, Kritischen, Nachdenklichen, Querliegenden<br />

es zum Beispiel in all den Jahrzehnten ihrer Unabhängigkeit, ihres<br />

Kritisierens, Nachdenkens, Querliegens nie zu etwas Zusammengehörigem<br />

geschafft haben, darf man da durchaus als Fingerzeig<br />

nehmen. Bis heute hat man es sich nicht erlaubt, einander und<br />

damit auch sich etwas Gemeinsames zuzugestehen. Nicht einmal<br />

ein gemeinsames Medium – egal ob Print oder Online – gönnt man<br />

sich; eine Plattform, die sich mit Hartnäckigkeit der Aufgabe stellt,<br />

den von der verwordagelten Geschichte aufgeworfenen Fragen<br />

immer und immer wieder nachzugehen. Und zwar übers eigene<br />

Haus, das vergleichsweise immer bloß ein Häuserl sein muss, endlich<br />

hinaus.<br />

Stattdessen neigt man in eingeübter solipsistischer Jammerlappigkeit<br />

nicht selten dazu, den durchaus nötigen Materialismus<br />

und wackeren Empiriokritizismus (man verzeihe die dumme,<br />

leninistische Anspielung) durchs zielgerichtete Klinkenputzen<br />

zu ergänzen.<br />

Dass dies im ausschließlich ruralen Biotop sich vollzieht, mag ein<br />

gewisser Trost sein. Ein Land ohne Gravitationszentrum bietet<br />

Freiraum auch dann, wenn grantig-autoritäre Landesvaterschaft als<br />

ubiquitärer Kulturauftrag missverstanden wird. (Oder, seien wir so<br />

gut: verstanden würde.)<br />

Niederösterreich war einmal ein buntes, vielfältiges Land. Bis es<br />

einem gewissen Siegfried Ludwig in den Sinn kam, St. Pölten zu<br />

begründen. Der dazugehörige Slogan lautete: „Ein Land ohne Hauptstadt<br />

ist wie ein Gulasch ohne Saft.“<br />

Herausgestellt hat sich, dass das Gegenteil der Fall ist: viel Saft,<br />

wenig Fleisch im Heißluftherd. Das schöne, hauptstadtlose Burgenland<br />

lasse sich das – kérem szépen – ein bisserl als Warnung und<br />

nicht als Vorbild dienen.<br />

30


Egon Griessmann<br />

Moai<br />

Paul Mühlbauer<br />

Rapa Nui<br />

FR., 25.11.<br />

19:30 UHR<br />

VERNISSAGE EINER INSTALLATION<br />

UND AUSSTELLUNG<br />

„MOAI – RAPA NUI“<br />

Paul Mühlbauer und Egon Griessman<br />

Eintritt frei<br />

Französische Wissenschaftler sind dem Sinn von Humor auf die Spur<br />

gekommen. Die Ergebnisse könnten helfen, Autismus besser zu verstehen.<br />

(Schlagzeile „DieWelt 4.10.2012)<br />

Foto: shutterstock, siro46<br />

Diese Sätze könnte Paul Mühlbauer ohne zu zögern unterschreiben.<br />

Sind doch seine Werke voller Ironie und wollen auf die Ungereimtheiten<br />

und Paradoxien unseres Daseins aufmerksam machen.<br />

Diesmal hat er sich die Figur des Rapanui Moai, wie die riesigen<br />

Steinfiguren der Osterinseln genannt werden, als Vorbild für eine<br />

Statue erkoren. Die Herstellung der Giganten hatte vor ca. 1200<br />

Jahren die Ökologie, Ökonomie und schließlich das Überleben auf<br />

der Insel mitten im Pazifik zerstört und unmöglich gemacht. Ein<br />

kleines Experiment für das Raumschiff Erde, das uns zu denken<br />

geben sollte.<br />

Wie wir auf Facebook verfolgen können, wächst „Mühlbauers Moai“<br />

täglich und wird mit seinen stattlichen 5,5 Meter Höhe das Prunkstück<br />

einer Installation und Ausstellung des Meisters der ironisch<br />

figurativen Skulptur sein. Und wie die steinernen Bewohner der<br />

Osterinseln kahl sind, so rauft sich auch Paul Mühlbauer die Haare<br />

über der Frage, wie er den Koloss überhaupt ins OHO schaffen, wie<br />

er ihm eine würdige Umgebung gestalten und uns beweisen kann,<br />

dass nicht nur sein Kopf raucht, sondern auch der seiner Figur.<br />

Paul Mühlbauer wird seine jährliche Gesamtschau von seinem<br />

Atelier im Skulpturen Park Süd in Olbendorf ins OHO nach Oberwart<br />

verlegen und hat zu dieser Ausstellung seinen Freund, den<br />

einfallsreichen Künstler, Bühnenbildner, Lichtdesigner und ehemaligen<br />

Theatermacher Egon Griessmann (OTHEATER), der sich<br />

mit seiner Hampelmann-Animation e.U. auf „animierte Standbilder“<br />

spezialisiert hat, eingeladen, um mit ihm und den gegenseitig inspirierten<br />

Werken eine Ausstellung zu gestalten.<br />

Auch Egon Griessmann hat sich mit seinen „Videobildern“ ganz<br />

dem ironischen Element verschrieben und ist ein kongenialer<br />

Partner in dieser Ausstellung, die den oberen und unteren Stock<br />

des OHO bespielen wird. Unser Mitarbeiter Georg Müllner wird<br />

mit Videoprojektionen einen würdigen Rahmen für den saalbeherrschenden<br />

„Moai“ entstehen lassen und zum Zauber der Installation<br />

beitragen.<br />

Eröffnung durch Kulturlandesrat Helmut Bieler; Mag.a Margit Fröhlich<br />

(Landesmuseum Burgenland) spricht über die Künstler.<br />

31


FR., 2.9. BIS SO., 4.9. 2016<br />

FEST DER KULTUREN<br />

Hier greifen die Veranstalter die Themen „Natürliche<br />

Ressourcen und kulturelles Erbe“ sowie die „Pflege der<br />

kulturellen Vielfalt und Mehrsprachigkeit als nachhaltiges<br />

Kapital“ auf und mithilfe anderer Vereine wird das große<br />

dreitägige „Fest der Kulturen“ gefeiert. Grundlage dafür:<br />

ein EU-Strategiepapier, das die Bedeutung der sprachlichen<br />

und kulturellen Vielfalt hervorhebt und positiv für<br />

die Entwicklung einer Region einstuft.<br />

Das Jahr 2016 wurde von der Kulturabteilung des Landes<br />

Burgenland als „Jahr der Vielfalt“ ausgerufen. Ein idealer<br />

Zeitpunkt, um – bedingt durch den Lauf der Geschichte<br />

– ein Bekenntnis zur Vielfalt und Toleranz zu setzen.<br />

Das Fest der Kulturen ist ein Festivalwochenende der<br />

besonderen Art. Von Menschen für Menschen – österreichischer<br />

und nichtösterreichischer Herkunft, im Speziellen<br />

mit der Vertretung aller Volksgruppen aus der Region.<br />

Die lustvolle Auseinandersetzung miteinander zeigt einerseits<br />

den relativ guten Status quo und stärkt aber auch<br />

das integrative Zusammenleben. Vom interkulturellen<br />

Fußballturnier über Musik von Harri Stojka, Ramazuri,<br />

u.v.m. Filmen und Lesungen, bis hin zum Frühschoppen<br />

und Mulatság ist für jeden etwas dabei!<br />

Eintritt frei / Ulaznina slobodno<br />

Nähere Infos, Programmpunkte und Uhrzeiten unter<br />

www.kuga.at<br />

FR., 9.9.2016 BIS SO., 11.9.2016<br />

LITERATURTAGE KOHFIDISCH<br />

Zum dritten Mal veranstaltet das burgenländische Verlagshaus<br />

edition lex liszt 12 in Kooperation mit der Marktgemeinde Kohfidisch<br />

und diversen AutorInnen-Vereinigungen wie dem Österreichischen<br />

SchriftstellerInnen-Verband und dem burgenländischen P.E.N.-<br />

Club heuer die „Literaturtage Kohfidisch“. Das Programm findet<br />

wie gewohnt am Schlossgelände und am Csaterberg statt.<br />

Der Freitagabend ist heuer ganz einem der bedeutendsten burgenländischen<br />

Künstler gewidmet: Peter Wagner. Der Autor hat<br />

zu seinem 60. Geburtstag ein Buch vorgelegt, in dem er eine Auswahl<br />

seiner Reden, Kommentare und offene Briefe aus den letzten<br />

drei Jahrzehnten versammelt hat, die angesichts gegenwärtiger<br />

politischer und gesellschaftlicher Entwicklungen erstaunlich aktuell<br />

wirken.<br />

Eine Wanderung entlang des Literaturweges am Csaterberg mit<br />

einigen am Literaturweg vertretenen AutorInnen eröffnet dann<br />

das Programm am Samstag, das am Abend in einer Präsentation<br />

neuer literarischer Werke aus der edition lex liszt 12 mündet: Der<br />

in Rechnitz lebende Autor Ilija Dürhammer stellt seinen außergewöhnlichen<br />

Kurznovellen-Roman „Und Orpheus schweigt“ vor und<br />

die mit dem burgenländischen Seewinkel verbundene Autorin<br />

Mechthild Podzeit-Lütjen liest aus ihrem mitunter sehr persönlichen<br />

Lyrik- und Prosaband „welch eine liebe – der geheime grund“.<br />

Musikalisch umrahmt wird der Abend von den burgenländischen<br />

Musikern Michael Komjati und Hannes Pauleschitz alias „ois & nix“,<br />

die auch den Sonntag musikalisch begleiten.<br />

Am Sonntag präsentiert schließlich Autor Jakob Michael Perschy<br />

im Rahmen einer literarischen Matinée seine neuen Bücher: zum<br />

einen den „fantastischen“ Kurzgeschichten-Band „Das Gespenst<br />

mit dem Strohhut“, der von dem in Kotezicken lebenden Werner<br />

Schönolt kongenial illustriert wurde, und zum anderen „Der Blaue<br />

Tiefseehund und das Tiefenfurter“, mit dem die Knaxi-Fisch-Buch-<br />

Reihe nach Skulpturen des Künstlers Paul Muehlbauer um ein<br />

weiteres Heftchen erweitert wird.<br />

Weitere Informationen unter www.lexliszt12.at<br />

I<br />

L<br />

D<br />

32


17. & 18.9.2016 | AUGARTEN GRAZ<br />

MOVE - WIR WOLLEN<br />

BEWEGEN!<br />

Das move-Festival für Ethik, Diskurs, Kunst und Musik findet heuer zum 8. Mal und dieses Jahr im Grazer<br />

Augarten statt! Die Besucher erwartet auch wieder ein zweitägiges Festival mit großem Angebot an veganem<br />

Essen, Infoständen lokaler sozialkritischer und ökologiebewegter NGOs, einem Großaufgebot lokaler und<br />

nationaler Musikschaffender und Workshops, Vorträgen sowie Filmvorführungen.<br />

Die Veranstalter freuen sich auf viele Menschen, die sich austauschen und das gute Essen genießen! Frei<br />

nach dem Motto: „Auch eine kleine Gruppe von Menschen kann schon viel bewegen – gemeinsam können<br />

wir so Vieles!“<br />

M<br />

SA., 24.9. | 18:00 UHR | FREILICHTMUSEUM ENSEMBLE GERERSDORF<br />

ZEICHNUNGEN UND SKULPTUREN<br />

Ausstellung von Oskar Höfinger<br />

Der 1935 in NÖ geborene, vielfach ausgezeichnete Holz-, Stein- und Metallbildhauer erwarb sein Diplom<br />

AN–<br />

1961 bei Prof. Fritz Wotruba. Seine großdimensionierten Arbeiten sind vor allem im öffentlichen Raum zu<br />

finden. In dieser Ausstellung sind sein zeichnerisches Werk und einige Bronze- und Edelstahlskulpturen zu<br />

sehen.<br />

Die Ausstellung ist bis zum 11. November 2016 zu besichtigen.<br />

E?<br />

DI., 25.10.2016 | 20:00 UHR | CSELLEY MÜHLE<br />

SCOTTISH COLOURS – Bunt,<br />

kräftig, beeindruckend<br />

Burgenlandpremiere<br />

Wie immer bunt, kräftig und beeindruckend präsentiert sich auch<br />

die Besetzung der neunten „Scottish Colours”-Tournee.<br />

Mit zwei sehr gegensätzlichen Ensembles werden die aktuellen<br />

Strömungen in Schottland und Nova Scotia gezeigt. Einerseits<br />

tauchen die Schwestern Cassie & Maggie MacDonald tief in die<br />

Sphäre der schottisch/kanadischen Tradition ein. Andererseits<br />

entführt der gefeierte Sänger/Piper/Gitarrist Iain Morrison, der von<br />

den Äußeren Hebriden - genauer von der Isle of Lewis - kommend,<br />

zuerst eine klassische Ausbildung an den schwierigen Highland<br />

Pipes absolvierte, sich danach dem Indie-Rock zuwandte, in seine<br />

Welt der Musik. Auf seiner neuen wunderbaren CD „EAS*“ kehrt<br />

er zu seinen Wurzeln zurück, wenn auch mit einer sehr „angeschrägten“<br />

Sichtweise auf die Tradition. Mit in seinem Trio ist die Aus nahme-<br />

Geigerin Lori Watson, die schon mehrmals mit tourte!<br />

www.weltenklang.at | www.cselley-muehle.at<br />

* gälisch für Wasserfall<br />

VVK: € 25,00 | AK: € 29,00 | NTRY: € 27,70<br />

Ermäßigung für Club Ö1 Mitglieder<br />

(Nur über die Cselley Mühle direkt erhältlich!)<br />

www.weltenklang.at präsentiert: 9th „SCOTTISH COLOURS”-Tour<br />

33


Fotos: Fotografie Iris<br />

WO SICH FUCHS UND HASE GUTE<br />

NACHT SAGEN …<br />

lässt es sich ausgezeichnet speisen – nämlich in Harmisch, im Gasthaus<br />

Csencsits. Eine Institution, die über viele Jahrzehnte nicht nur mit<br />

sagenhaften Schnitzeln und Schweinsbraten, sondern auch mit legendären<br />

Bandauftritten das Südburgenland gerockt hat. Das tut es heute<br />

auch noch: Wenn auch mit viel feineren Tönen, die Melanie und Jürgen<br />

Csencsits hier nun mit ihrem Zwei-Hauben-Restaurant anschlagen.<br />

Das wissen Einheimische wie auch viele Gäste von weit her zu schätzen.<br />

Niemals abgehoben, aber stets gehoben“ – so lautet das Credo von Küchenchef<br />

Jürgen Csencsits, Mitglied der „Jeunes Restaurateurs de Éurope“. In 15<br />

Jahren beim Taubenkobel von den Lehrjahren über den Sous-Chef bis hin zum<br />

Küchenchef hat er von Anfang an gelernt, ein feine, subtile Küchenklinge zu<br />

führen. Daraus hat er jetzt seine eigene, unverkennbare Linie entwickelt: Auf<br />

Basis von Qualitätsprodukten aus der Region und Zutaten nach Saison werden<br />

zeitgemäße, jahreszeitlich inspirierte Gerichte kreiert, die höchsten Genuss auf<br />

gut Burgenländisch bieten.<br />

Melanie Csencsits sorgt mit ihrem Team dafür, dass alles perfekt und mit der<br />

idealen Weinbegleitung auf Ihren Tisch kommt, entweder im elegant zeitlosschönen<br />

Restaurantteil, in größerer Runde im Extrazimmer oder im umgestalteten<br />

Festsaal.<br />

Gasthaus Csencsits<br />

7512 Harmisch 13<br />

Reservierungen unter 03366/77220<br />

oder gasthaus@csencsits.at<br />

www.csencsits.at<br />

Öffnungszeiten:<br />

Donnerstag, Freitag, Samstag, Sonntag<br />

Küchenannahmezeiten:<br />

11.30 – 14.00 Uhr, 18.00 – 20.30 Uhr<br />

Sonntag von 11.30 – 18.30 Uhr<br />

Und sonntags haben wir ein großes Herz für alle<br />

klassischen Mittagsesser, Spätaufsteher,<br />

Zwischendurch-Esser und Abendesser: Zwischen<br />

11.30 und 18.30 Uhr gibt‘s bei uns durchgehend<br />

warme Küche.<br />

Eisenberg DAC Reserve 2013 – ein Blaufränkisch mit tiefem Rubingranat und intensivem<br />

Duft nach reifen, dunklen Beeren. Tabakige Nuancen, lebendige Säurestruktur. Mineralisch<br />

und würzig am Gaumen mit kräftigem Abgang.<br />

UNSER WEINGUT<br />

Die ENOTECA<br />

… liegt am Fuße des Eisenberges, da<br />

Wir, die Rennhofers, lieben den Ge-<br />

leben die Rennhofers schon seit Gene-<br />

nuss, die italienische Küche und das<br />

rationen. Und da wächst auch der<br />

Flair des Südens. Mit unserer Enoteca<br />

Blaufränkisch besonders gut. Ihm gilt<br />

holen wir uns von allem etwas in unser<br />

34<br />

Mit den besten Empfehlungen vom<br />

WEINGUT RENNHOFER<br />

unsere ganze Aufmerksamkeit, ihn<br />

haben wir ins Herz geschlossen. Das<br />

können Sie auch jederzeit überprüfen,<br />

Glas für Glas.<br />

Weingut – an 5 Wochenenden im Jahr.<br />

Und wann sehen wir uns?<br />

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