Vestisches Handwerk - Das Magazin der Kreishandwerkerschaft ...

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Vestisches Handwerk - Das Magazin der Kreishandwerkerschaft ...

Vestisches

Handwerk

Juni 2008

Das offizielle Magazin der Kreishandwerkerschaft Recklinghausen

Kinder-Werktag

Schmieden, sägen,

mauern, malen

Mit Sonderteil

SHK-Spezial

Johannes Erwig

Tischlermeister

aus Passion

Annika Schröer

Wir sind

Handwerk


Nr. 10 Juni 2008

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

auch in diesem Jahr werden wieder viele junge Menschen

ihren persönlichen Start ins Berufsleben mit einer Ausbildung

in einem Innungsbetrieb beginnen. Und die meisten

von ihnen werden diesen Schritt nicht bereuen. Nach einer

aktuellen Umfrage der Handwerkskammern in NRW unter

3.500 Lehrlingen würden zwei Drittel von ihnen sofort

noch einmal die Ausbildung in ihrem Betrieb beginnen.

Nur jeder siebte dagegen bereut diese Entscheidung.

Beeindruckende Zahlen, die eines zeigen: Die Ausbildung

im Handwerk ist nicht nur von den Inhalten her

hochprofessionell und auf der Höhe der Zeit, sondern

auch die „Chemie“ in den Betrieben scheint zu stimmen.

Dies kommt sicherlich nicht von ungefähr. Schließlich sind

es die selbständigen Meisterinnen und Meister, die nicht

nach dem Prinzip eines falsch verstandenen Shareholder

Value arbeiten, sondern unter Einsatz ihres Privatvermögens

langfristig mit den Mitarbeitern planen. Und diese

relative Arbeitsplatzsicherheit schafft eben auch eine hohe

Arbeitszufriedenheit. Wie hoch die Identifikation bei Auszubildenden

mit dem Handwerk ist, mag man auch daran

ablesen, dass ein knappes Drittel sogar die Meisterprüfung

in ihrem Gewerk anstrebt.

Leider konnten die Schulen an die guten Zahlen

nicht anknüpfen. Lediglich mit einem knappen „Befriedigend“

werden die Bildungseinrichtungen bewertet. Neben

der verständlichen Freude über die hohe Attraktivität des

Handwerks macht gerade das letzte Umfrageergebnis sehr

betroffen. Schließlich sind wir Unternehmer auf gut vorbereitete

und ausbildungsfähige Jugendliche angewiesen.

Hieran scheint es – wir erleben es in der betrieblichen Praxis

jeden Tag – in der Tat mittlerweile stark zu hapern.

Deutschland ist nicht nur durch seine Dichter und

Denker wohlhabend und erfolgreich geworden, sondern

auch durch einen erstklassig ausgebildeten gewerblichen

Mittelstand. Nur um gut ausbilden zu können, brauchen

wir eine exzellente Vorbereitung in den allgemeinbildenden

Schulen. Statt hier aber endlich einmal durchgreifende

Verbesserungen umzusetzen, scheint die Politik die Verantwortung

für die Ausbildungsfähigkeit von Jugendlichen

wieder einmal auf die Wirtschaft abschieben zu wollen.

In einem Gesetz zur Verbesserung der Ausbildungschancen

für förderungsbedürftige junge Menschen,

allein der Titel lässt schon Schlimmes erahnen, möchte die

Bundesregierung sogenannte Problem-Jugendliche durch

eine Prämie von bis zu 6.000 Euro in die Betriebe bringen.

Bei aller bekannten gesellschaftlichen Verantwortung gerade

des Mittelstandes, so kann es nicht funktionieren. Wir

wären eindeutig überfordert, wenn wir einen Teil unseres

notwendigen Nachwuchses aus diesem Reservoir gewinnen

müssten. Das Handwerk ist nicht der Reparaturbetrieb

für soziale Fehlentwicklungen.

Hans-Walter Bugzel,

Kreishandwerksmeister im Vest Recklinghausen.

Statt ständig neue Ideen in die Welt zu setzen, die

an der Wirklichkeit vorbeigehen, sollten besser die bestehenden

Instrumentarien stärker genutzt werden. So ist im

Ausbildungskonsens NRW in der Vergangenheit ein gutes

und bewährtes System von individuellen Förderungen, sozialpädagogischer

Betreuung und betrieblicher Praktika

entwickelt worden. Damit eröffnete sich für viele Jugendliche,

die sonst keine Chance auf dem Ausbildungsmarkt

gehabt hätten, eine langfristige Perspektive, doch noch

einen Beruf zu erlernen. Es gibt daher aus der Sicht des

Handwerks keinen Grund, hiervon abzuweichen. Wohlfeile

Versprechen im beginnenden Bundestagswahlkampf helfen

weder den Jugendlichen noch den Betrieben. Auch ohne

den Ausbildungsbonus von 6.000 Euro wird das Handwerk

im Vest wieder alles versuchen, auch im kommenden

Ausbildungsjahr möglichst vielen Schülerinnen und Schülern

eine Lehre zu ermöglichen. Die Bundespolitik sollte

uns dabei unterstützen und nicht behindern.

In diesem Sinne grüßt Sie herzlichst

Hans-Walter Bugzel

Kreishandwerksmeister

Editorial

Vestisches Handwerk 3


Impressum

Herausgeber:

Kreishandwerksmeister Vest Recklinghausen

Hans-Walter Bugzel

Verlag und Redaktion:

Haidhausen-Verlag

Grafik.PR.Werbung GmbH

Niederlassung Herten

Lise-Meitner-Straße 11, AufEwald, 45699 Herten

Tel.: 0 23 66 / 8 87 09 - 0

Fax: 0 23 66 / 8 87 09 - 19

redaktion@haidhausen-verlag.de

ISSN 1862-6246

Verantwortliche Redaktion:

Oliver Mau, Otto Lerchenmüller, Andreas Mnich

Verlagsrepräsentant:

Dr. Hans-Georg Geißdörfer

Schlussredaktion: Brigitte Pechlivanis

Gesamtherstellung und Anzeigen:

Haidhausen-Verlag

Grafik.PR.Werbung GmbH

Niederlassung Herten

Anschrift wie Verlag und Redaktion

info@haidhausen-verlag.de

Verantwortlich:

Andreas Mnich, Tel.: 0 23 66 / 8 87 09 - 13

Mitarbeiter dieser Ausgabe:

Monika Blankenburg, Dr. Frank Bruxmeier,

Petra Föhn, Dr. Hans-Georg Geißdörfer, Karl-Heinz

Gosciek, Susanne Höltken, Sophia Immohr,

Renata Kaczmarek, Peter Kempen, Paul Laser,

Otto Lerchenmüller, Oliver Mau, Karla Mehlan,

Andreas Mnich, Marie-Luise Münch, Janna Pankoff,

Brigitte Pechlivanis, Christiane Tölle, Martina Torz,

Ralf Ullrich

Titelfoto: Oliver Mau

Foto „Wir sind Handwerk“:

Markus Arns

Fotostudio AufEwald

Konzeption, Grafik, Design:

Haidhausen-Verlag GmbH

Dörthe Bäumer

Grafik, Satz, Reinzeichnung:

Tom Stahlhut

Aboservice:

Haidhausen-Verlag

Grafik.PR.Werbung GmbH

Niederlassung Herten

Lise-Meitner-Straße 11, AufEwald, 45699 Herten

Fax 0 23 66 / 8 87 09 - 19

abo-vh@haidhausen-verlag.de

Vier Ausgaben inkl. Versand kosten € 16,-

Einzelverkaufspreis € 4,-

Ausgabe Juni 2008, Auflage 3.000

Postalischer Versand an die Innungsmitglieder

der Kreishandwerkerschaft Recklinghausen.

Der Bezugspreis ist im Mitgliedsbeitrag

enthalten.

Inhalt

8

Reportage und Hintergrund

Ein Kameradschaft wie im Kegelclub

Handwerk aktuell

Künftig sind Umwelthandwerker gefragt 6

Wissenschaft trifft Handwerk 6

Vestischer Unternehmerpreis 6

Reportage und Hintergrund

Eine Kameradschaft wie im Kegelclub 8

Interview mit Hans-Walter Bugzel 12

Meister von morgen

Sägen, malen, schmieden, schrauben, mauern 7

Handwerk sucht Lehrling, Lehrling sucht Handwerk 16

Recht & Finanzen

Neue Probezeit-Regelung 14

Anspruch auf Teilzeit 14

Recht auf Freistellung 14

Wir sind Handwerk

Annika Schröer im Portrait 18

4 Vestisches Handwerk Juni 2008 Nr. 10


7

Meister von morgen

Sägen, malen, schmieden, schrauben, mauern

Innungen heute

Keine Zeit zum Ausruhen 11

Innungen werben Mitglieder 15

Zu Besuch beim Ministerpräsidenten 20

Mindestlohn im Friseurhandwerk 20

Brote bestehen Prüfung 20

Kleine Preise bei den Malern 21

Renate Krietemeyer hat 50 Jahre gearbeitet 22

Der Schein trügt 22

11 Zutaten, 1 Brot 22

Styling, Trends und Technik 22

Elektro Breickmann ist frische 85 Jahre 23

Zweimal Gold für Konditoren 24

Schnelle Fahrt, gutes Jahr 24

Ein goldener Brief für Meister Zschörper 25

39 Maler auf Reisen 25

Nr. 10 Juni 2008

16

Meister von morgen

Handwerk sucht Lehrling, Lehrling sucht Handwerk

20

Innungen heute

Meisterhaft und erfolgreich

Redaktion Intern

Janna Pankoff – Neu im Team 33

Schön wie immer 33

Neue Foto-Aktion: machen Sie mit 33

Vestischer Kalender

Messen 34

Seminare 34

Veranstaltungen 34

Spezial SHK

Unsere Betriebe sind wichtige Partner 27

Leitfaden zur Planung barrierefreier Bäder 28

Angebotspalette des modernen SHK 29

Gegen Modernisierungsstau im Heizungskeller 30

Deutsche Sanitärwirtschaft 31

Inhalt

Vestisches Handwerk 5


Handwerk aktuell

Künftig sind Umwelthandwerker gefragt

ZDH-Generalsekretär Hanns-Eberhard Schleyer sieht im Klimaschutz neue Arbeitsfelder

Der Zentralverband des Deutschen

Handwerks (ZDH) stellt sich auf ein

schwieriges Jahr 2008 ein. Vor allem

dem Baugewerbe stehe ein weiteres

problematisches Jahr bevor: „Der private

Wohnungsbau kommt nicht auf

die Beine, und das trifft die Bauwirtschaft

hart“, so Schleyer am Rande

der Internationalen Handwerksmesse

(IHM) in der bayerischen Landeshauptstadt.

Dort haben über 1.000

Aussteller aus 30 Ländern Neuheiten

unter anderem im technischen Bereich,

bei Werkzeugen und im Kunsthandwerk

gezeigt. Die Schau gilt als

Leitmesse der Branche und hatte

2007 über 170 000 Besucher. Die

Unsicherheit in der Bevölkerung etwa

wegen der steigenden Energiepreise

bekomme das Handwerk deutlich zu

spüren, sagte Schleyer. Auch in Sparten

wie dem Kfz-Gewerbe oder bei

Neuer Preisträger gesucht

Bewerbungen jetzt einreichen

Handwerksunternehmen, die sich für

den Vestischen Unternehmenspreis

2008 bewerben möchten, können

sich noch bis zum 12. Juli die erforderlichen

Unterlagen unter www.

vestischer-unternehmenspreis.de herunterladen.

Unternehmer können sich nicht nur

mit dem eigenen Betrieb bewerben,

sondern andere Unternehmen vorschlagen.

Eine unabhängige Jury aus

Vertretern aus der Region kürt den

Sieger. Im Vordergrund der entscheidenden

Kriterien steht das regionale

Engagement des Unternehmens.

Bewertet werden deshalb Ausbildung

und Arbeit in der Region, der

Beitrag zur Imageverbesserung der

Region, Verbundenheit und Soziales

Engagement mit der Region, der Umweltschutz

im Unternehmen und das

Unternehmenskonzept. Teilnehmen

kann jedes Unternehmen aus der Emscher-Lippe-Region.

Gewinner des Vestischen Unternehmenspreis

2007 sind die Unternehmen

„Schloemer GmbH“ aus

Recklinghausen und „Hase Spezial-

den handwerklichen Dienstleistern

sehe es nicht gut aus. Die genauen

Zahlen für die Entwicklung im vergangenen

Jahr lägen zwar noch nicht vor,

aber „mehr als Stagnation wird 2007

nicht gebracht haben“, sagte Schleyer.

Langfristig fürchtet der Generalsekretär

allerdings nicht um die Handwerker,

denn die Diskussion über den

Klimaschutz schaffe neue Arbeitsfelder.

In Zukunft seien „Umwelthandwerker“

gefragt, die etwa beim energieeffizienten

Bauen und Sanieren

helfen und das dafür nötige Wissen

mitbringen. Auch für die Autowerkstätten

eröffneten sich dank moderner,

energiesparender Techniken neue

Umsatzmöglichkeiten. Klimafreundliche

Techniken bilden deshalb auch einen

Schwerpunkt auf der diesjährigen

IHM. So konnten sich die Besucher

über Hybrid-Motoren oder Autogas

der“ aus Waltrop geworden. Die

Auszeichnung hat NRW-Wirtschaftsministerin

Christa Thoben überreicht.

Mit staatlicher Förderung zum Meisterbrief.

Das Meister-Bafög macht

es möglich.

Infotipp

www.vestischer-unternehmenspreis.de

Auf Wanderschaft: Bundeskanzlerin Angela Merkel im

Gespräch mit jungen Handwerkern.

Infotipp

Internationale Handwerksmesse,

www.ihm.de

Wissenschaft trifft Handwerk

Teilnehmen und gewinnen

Innovationen müssen gefördert. Da

wird wohl niemand widersprechen.

Innovative Handwerksbetriebe, die

mit innovativen Wissenschaftlern

partnerschaftlich zusammen arbeiten,

will die Handwerkskammer besonders

fördern und schreibt daher

seit 2002 im Zwei-Jahres-Rhythmus

den Wettbewerb „Handwerk trifft

Wissenschaft“ aus. Ausgezeichnet

wird in drei Kategorien: Technologie-

und Wissenstransfer, bei dem Wissenschaftler

und Studierende Handwerksunternehmen

neue Erkenntnisse

und Lösungen bei Entwicklungsvorhaben

vermitteln; Umsetzung einer Produkt-

oder Dienstleistungsidee aus

der Wissenschaft in ein marktfähiges

Angebot durch ein Handwerksunternehmen

und handwerks- und mittelstandsorientierte

Diplomarbeiten. Zu

gewinnen gibt es Geldpreise

bis zu 5.000 Euro. Die Wettbewerbsbeiträge

müssen bis

zum 15. Juli eingereicht worden

sein. Im Herbst werden

dann offiziell die Preise verliehen.

informieren sowie das nach Angaben

des Veranstalters „erste solare Prozesswärme-Kraftwerk“

sehen, das den

Heizölverbrauch beim Bierbrauen um

die Hälfte reduzieren soll.

Infotipp

Innovative Zusammenarbeit

wird von der

Handwerkskammer

Münster durch Hauptgeschäftsführer

Hermann

Eiling ausgezeichnet.

Ansprechpartner:

Michaele Artmann-Paschke

Tel.: 02 51 / 5 20 33 27

www.handwerk-und-wissenschaft.de

6 Vestisches Handwerk Juni 2008 Nr. 10


Sägen, malen, schmieden, schrauben, mauern

Polsumer Kinder-Werktag auf dem Pausenhof der Bartholomäus-Grundschule ist ein Erlebnis

Eine internationale Leitmesse ist es keine. Aber für die

Kinder im Vest spielt das keine Rolle. Der erste Polsumer

Kinder-Werktag ist ein Erlebnis. Fragen Sie meine dreijährige

Tochter. Die sprudelt noch heute wie ein Wasserfall,

wenn sie an den Nachmittag auf dem Pausenhof der

Marler Bartholomäus-Grundschule denkt.

Buchstäblich von der ersten Minute an, ist Merthe (3)

fasziniert. Geduldig stellt sie sich in die Schlange, um Trecker

zu fahren. Baggert mit Oliver Hermann Rindenmulch,

schmiedet zum Abschluss mit Bernhard Mengede ein Herz

zum Muttertag. „An allen Ständen sind die Kinder aktiv dabei

gewesen. Das Kribbeln, etwas Neues kennen zu lernen,

war geradezu spürbar“, freute sich Waltraud Maas, Organisationschefin

über die Premierenveranstaltung.

Bei strahlend blauen Himmel profitiert die veranstaltende

Werbegemeinschaft vom besonderen Gemeinschaftsgefühl

im Dorf: Die Schützen betreuen die Hüpfburg,

die Feuerwehr organisiert Wasserspiele. „Wie gut, wenn ein

schöner Schulhof auch für so ein Fest genutzt wird“, freute

Nr. 10 Juni 2008

perfekte

Maschinen

Aufnahme: photocase.com motivierte Menschen

Fleißige Handwerkerin:

Nicole mauert ...

... während Merthe dicke

Steine knackt.

Infotipp

Werbegemeinschaft Polsum

Waltraud Maas

Tel.: 0 23 65 / 7 15 25

sich Rektorin Elisabeth Schroiff als „Hausherrin“ über die

besondere Lern-Atmosphäre. Gewonnen haben nicht nur

die Mädchen und Jungen, die selbst Hand anlegten und etwas

Neues ausprobierten. Der Erlös des Werktages kommt

dem Förderkreis der Bartholomäus-Grundschule und dem

Förderverein des St.-Placida-Kindergartens zu.

Waltraud Maas denkt bereits über eine Neuauflage

des Werktages nach: „Wir haben im Vorfeld vereinbart, dass

wir die Veranstaltung bei entsprechendem Erfolg wiederholen

werden.“ Wir jedenfalls werden auf jeden Fall auch im

nächsten Jahr auf den Polsumer Kinder-Werktag gehen. Um

zu sägen, malen, schmieden, schrauben, mauern...

Hinweis

Meister von morgen

Folgende Innungsbetriebe, alle aus Marl, stellten ihre

Gewerke vor:

Schreinerei Michael Erwig

Hufbeschlagschmiede Bernhard Mengede

Brittas Haarstübchen, Britta Reglinski

Malermeister Hans-Josef Maas

Heizung und Sanitär Dieter Schnabel

P.B. Bausanierung, Johannes Büning

Hötten Maschinenbau GmbH

Burenkamp 9

D-46286 Dorsten

Telefon: +49 (0) 23 69 / 9 31-0

Telefax: +49 (0) 23 69 / 9 31-300

Internet: www.hoetten.de

E-Mail: info@hoetten.de

Vestisches Handwerk 7


Reportage und Hintergrund

Ein Kameradschaft wie im Kegelclub

Johannes Erwig ist Obermeister der Tischler-Innung Dorsten

Altendorf-Ulfkotte: Ein Dorf am südlichen Stadtrand von

Dorsten. Gelsenkirchen und Marl sind nur einen Steinwurf

entfernt. 2.150 Menschen leben hier. Davon haben

81 einen Migrationshintergrund, so heißt es wohl heute.

Drei Babys sind in den ersten drei Monaten des Jahres

geboren worden, ein Mensch ist gestorben. Es gibt eine

gute Fußballjugendabteilung, einen Tennisclub, eine Bürgerinitiative

zum Schutz vor Bergbau- und Umweltschäden,

selbstverständlich einen Schützenverein und sogar

dorfeigenes Liedgut. Hier lebt Johannes Erwig. Tischlermeister

aus Passion. Und Obermeister der Tischler-Innung

Dorsten.

Er hat ein geradezu jugendliches Lachen, als er aus seinem

Büro heraus stürmt und Gäste begrüßt. Das Büro ist direkt

an der großen Firmenhalle und gegenüber steht sein

Wohnhaus. Den Wohnzimmerschrank hat er selbst getischlert.

Ehrensache. Zusammen mit Ehefrau Annette und den

Kindern Jan (18 Jahre) und Katharina (14) hat der 48-

Jährige hier seine Wurzeln. Und die pflegt Johannes Erwig.

Er ist im Schützenverein („beim letzten Schützenfest wäre

ich um ein Haar König geworden“) und Löschzugführer bei

der Feuerwehr („mein Vater war auch bei der Feuerwehr“).

Der Vater hat übrigens die Gaststätte Erwig geführt, direkt

neben dem heutigen Firmengelände. Wer was auf sich

hielt, ging zu Erwig in die Kneipe. Und das ist immer noch

so. Besucht man das Dorf am Eingang des Münsterlandes,

kommt man unweigerlich zu dem Schluss: „Hier in Altendorf-Ulfkotte

ist die Welt noch in Ordnung.“

Ein Satz wie „Das Ehrenamt ist mir wichtig“ ist bei

Johannes Erwig keine Floskel. Der Tischlermeister lebt das

Ehrenamt. Der Alarm-Melder von der Feuerwehr ist immer

mit dabei. Seit 1990 ist er im Vorstand der Tischler-Innung

Dorsten. ’99 ist er dann zum Obermeister gewählt worden.

„Wir haben in Dorsten ein sehr kameradschaftliches Verhältnis,

das läuft alles sehr gut. Es ist ein bisschen wie ein

Kegelclub“, erzählt er. Der Obermeister bereitet die Themen

vor für die regelmäßigen Versammlungen, zu denen

ja auch eingeladen werden muss. Auch das macht Johannes

Erwig. Dann werden Ausflüge organisiert, Beitragslisten

aktualisiert und Prüfungen durchgeführt. Der Kontakt

zur Innungsbetreuerin der Kreishandwerkerschaft Recklinghausen,

Marie-Luise Münch, will auch gepflegt werden.

Alles zusammen viel Arbeit. Wenn es zu viel wird, nutzt Johannes

Erwig da ein Geheimrezept: „Wenn man nicht mehr

weiter weiß, den Terminkalender einfach einen Tag weiter

blättern.“ Er schmunzelt selbst ein wenig. Und beim Blick

durchs Büro werden die wahren Entspannungsinseln deutlich.

Da hängen ein Familienfoto und ein großes Kalenderbild

aus Berchtesgaden. Mit Blick auf den Watzmann. Seit

zehn Jahren fahren die Erwigs dahin. Wandern viel. Schwär-

„Sind die nicht schön?“,

fragt Johannes Erwig mit

Fingerzeig auf preisgekrönte

Möbelstücke.

8 Vestisches Handwerk Juni 2008 Nr. 10


Hier packt der Meister noch selbst mit an.

men von der Landschaft, und von der großen Holzkunst.

Das Tischlerhandwerk hat da einen großen Stellenwert“,

sagt er und fügt an: „Bei uns ist die Marke Tischler aus den

Köpfen verschwunden.“

Da unten in Berchtesgaden gefällt es den Erwigs

wirklich gut. Auch weil es eine bundesweit renommierte

Tischlerschule gibt. „Vielleicht will mein Sohn da mal hin?“

Der 18-jährige Jan hat die Weichen für eine erfolgreiche

Nachfolge zumindest schon gestellt. Einen edlen Koffer für

sein Notebook hat er schon fertig. Irgendwann wird auch

er für die Meisterprüfung büffeln. Der Meisterbrief vom Vater

hängt neben dem Berchtesgaden-Bild. Ausgestellt am

8. Juli 1982. Der Tag – da wir ja zurzeit das Große Sommermärchen

Teil 2 bei der Fußball-Europameisterschaft

feiern –, an dem mit Uli Stielike in der „Nacht von Sevilla“

Nr. 10 Juni 2008

Reportage und Hintergrund

Moderne Maschinen und

Sägen stehen in Erwigs

Werkstätte.

Das Tischler-Material wird

fein-säuberlich sortiert

und aufbewahrt.

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Reportage und Hintergrund

zum letzten Mal ein Spieler der Nationalmannschaft einen

Elfmeter verschoss. Im Halbfinale der WM gegen Frankreich.

Wer kann sich nicht erinnern? Nun gut. Deutschland

verliert das Finale und in Altendorf-Ulfkotte beginnt eine

Tischler-Karriere mit Meisterbrief.

Im Jahr 1987 wird eine große, moderne zweite

Halle auf dem Firmengelände gebaut. Johannes Erwig

richtet Arztpraxen ein, übernimmt die gesamte Möblierung

der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen

in Gelsenkirchen, weitere Arztpraxen in

Hamburg und Berlin, arbeitet Hand-in-Hand mit großen

Wohnungsbaugesellschaften und macht auch viel Trockenausbau.

„Mit Rigipsplatten und so“, erzählt er. Man ahnt,

dass der Tischlermeister dabei ein wenig wehmütig an die

holzduftgeschwängerte Luft in Berchtesgaden denkt.

„Ich bin beruflich zufrieden“, sagt der 48-Jährige.

Und dass das so ist, das hat er auch der Tischler-Innung

zu verdanken. „Eine Mitgliedschaft macht wirklich Sinn.“

Die Gründe: „Es gibt eine Rechtsberatung, reduzierte Prüfungsgebühren,

die Zugehörigkeit zum Landesfachverband

und vieles mehr.“ Johannes Erwig liebt gutes Handwerk,

und er lebt das Ehrenamt. Mit Fingerspitzengefühl geht Meister Erwig ans Werk.

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Aufbau einer staatlich

geförderten lebenslangen

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� Der Einschluss von Invaliditäts-

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10 Vestisches Handwerk Juni 2008 Nr. 10


Monika Blankenburg vor

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Nr. 10 Juni 2008

Keine Zeit zum Ausruhen

Innungsbetreuerin Monika Blankenburg ist auch in der Freizeit viel beschäftigt

Sie wirkt fröhlich und jung, wenn man das Büro im ersten

Stock der Kreishandwerkerschaft Recklinghausen betritt.

Hier arbeitet die Innungsbetreuerin Monika Blankenburg

mit ihrem Kollegen Karl-Heinz Gosciek.

Die Frau mit den langen, blonden Haaren und den graublauen

Augen ist die dienstälteste Mitarbeiterin bei der

KH. 1976 kam die gelernte Groß- und Außenhandelskauffrau

zu ihrem Arbeitgeber. Sie hat jede Menge zu tun als

Betreuerin der Innungen Bau, Dachdecker und Zimmerei.

Bei diesen Gewerken denkt man ja eher an starke Männer

als an zarte Frauen. „Nein, die Innungen habe ich mir nicht

selbst ausgesucht, die wurden nach der Umstrukturierung

an die Mitarbeiter delegiert.“

Was eine Innungsbetreuerin so macht? „Zweimal

im Jahr, im Frühling und im Herbst, finden die Innungsversammlungen

statt, da muss ich bei allen Innungen hin. Und

dann verfasse ich noch die Rundschreiben und versende

sie an die Betriebe.“ Darüber hinaus führt Monika Blankenburg

die Tarifberatung für alle Innungen durch. „Die

Beitragsabteilung machst du doch auch noch für alle“, ruft

Kollege Gosciek. Sogar in der Buchhaltung hilft die gewählte

Personalrätin noch aus, wenn Not am Mann (der

Frau) ist. Das Tätigkeitsfeld der dynamischen 58-Jährigen

mit den netten Grübchen beim Lachen ist umfangreich und

sie „hat keine Zeit zum Ausruhen“. Auch in der dienstfreien

Zeit ist „Däumchen drehen“ nicht angesagt. „Ich wohne

jetzt wieder in meinem Elternhaus. Ja, 1.800 Quadratmeter

Garten, das ist ein gutes Stück Arbeit. Aber meine

Tochter hilft mir ja mit.“ Abwechslung hat die dreifache

Mutter und fünffache Großmutter auch durch eine im Haus

lebende Enkelin.

Bei so viel Arbeit braucht man da nicht auch einen

Ausgleich? „Ich habe zwei Hunde und zwei Pferde.“ Letztere

waren ein Weihnachtsgeschenk für die Tochter gewesen.

„Aber irgendwann hatte sie keine Lust mehr.“ Andere

Eltern hätten die Pferde verkauft. Nicht so Monika Blankenburg.

„Was einmal bei mir ist, das geb‘ ich nicht mehr

ab.“ Die Tiere waren es, die ihr „in schwerer Zeit geholfen“

haben. Zum Beispiel als ihr Mann sehr krank wurde und

dann vor zweieinhalb Jahren verstarb. Monika Blankenburg

strahlt viel Optimismus aus. Man merkt ihr an, dass sie

gerne lacht. „Nur Herumnörgeln nutzt nichts, man muss

nach vorne schauen, die

Dinge positiv sehen“, sagt

die Innungsbetreuerin und

wird sich das Büro noch

eine Weile mit ihrem Kollegen

teilen.

Leistungen:

• Fahrt im modernen Nichtraucher-Fernreisebus mit WC, Waschraum, Bordküche

• Kleines Busfrühstück und Begrüßungssekt

• Kostenlos Kaffee während der Fahrt (außer bei der Stadtrundfahrt)

• Zwei Übernachtungen mit Frühstück im 4-Sterne Hotel Holiday Inn Munich-City

Centre. Das frisch renovierte und sehr komfortable Hotel liegt in zentraler

Stadtlage am Isarufer, gegenüber dem Deutschem Museum

• Zimmer mit Bad/Dusche, WC, TV, Minibar, Klimaanlage, Kaffee-/Teezubereiter

• Stadtrundgang mit Otto Lerchenmüller

• Ausfl ug und Führung zu den Herrmannsdorfer Landwerkstätten

• Spaziergänge und Rundgänge laut Programm

Vestisches Handwerk- und Germann-Reiseleitung

• Insolvenzversicherung

Innungen heute

Infotipp

Leserreise

Leserreise

KH Recklinghausen

Monika Blankenburg

Tel.: 0 23 61 / 4 80 30

mit Vestisches Handwerk & Germann-Reisen

München + Herrmannsdorfer Landwerkstätten

17. bis 19. Oktober 2008

Preis pro Person: im Doppelzimmer e 229,- oder im Einzelzimmer e 319,-

Mindestteilnehmerzahl: 30 Personen

Vestisches Handwerk 11


Reportage und Hintergrund

Mehrwert für das regionale Handwerk

Interview mit Kreishandwerksmeister Hans-Walter Bugzel

Im Blickpunkt der

Öffentlichkeit: Kreishandwerksmeister

Hans-Walter

Bugzel im Interview mit

Emscher-Lippe-TV.

Seit Oktober 2005 ist er der „Kapitän“ im Steuerhaus

der Kreishandwerkerschaft Recklinghausen und über

Mangel an Arbeit kann er sich in seinem Ehrenamt nicht

beklagen. Denn er ist Obermeister der Innung für Elektrotechnik

Recklinghausen und vertritt seine Innung wie

auch die Kreishandwerkerschaft in zahlreichen Gremien

und Ausschüssen: Hans-Walter Bugzel, Kreishandwerksmeister

und Inhaber eines handwerklichen Fachbetriebes

für Elektrotechnik in Herten. Vestisches Handwerk

sprach mit ihm über seine Arbeit.

Herr Bugzel, seit zwei Jahren üben Sie das Amt des Kreishandwerksmeisters

aus. Sie sind ein viel beschäftigter

Mann. Warum haben Sie die Aufgabe übernommen?

Die Handwerksorganisation lebt vom ehrenamtlichen

Engagement. Das gilt für alle Gliederungen – von

der Innung angefangen über die Kreishandwerkerschaften,

Kammern und Verbände bis hin zum Zentralverband des

Deutschen Handwerks in Berlin. Wir müssen als Handwerksmeister

und Unternehmer gemeinsam für unsere Interessen

eintreten, auf lokaler, regionaler und überregionaler

Ebene. Nur durch gemeinsames Engagement können

wir unsere handwerkspolitischen Positionen gegenüber

anderen Interessengruppen in Wirtschaft und Politik erfolgreich

vertreten. Außerdem muss man auch die Chancen

sehen, die im Ehrenamt stecken: Man kann Vieles aktiv

mitgestalten. Zum einen nehmen Innungen und Kreishandwerkerschaften

als Körperschaften des öffentlichen

Rechts ja hoheitliche Aufgaben wahr, zum Beispiel bei der

Beratung von Behörden oder bei der Ausgestaltung der

beruflichen Bildung. Und zum anderen sind Innungen und

Kreishandwerkerschaften heutzutage immer mehr auch

moderne Dienstleister, die den angeschlossenen Betrieben

und ihren Beschäftigten mit vielfältigen Angeboten

helfen, ihre Marktchancen optimal zu nutzen. Von daher

ist mein Ehrenamt sehr interessant und spannend.

Wie beurteilen Sie die Position der Kreishandwerkerschaft

im Gefüge der Handwerksorganisation?

Gut. Wir sind mit vielen anderen Gliederungen der

Organisation eng vernetzt: mit der Kammer, aber vor allem

auch mit den Landesinnungsverbänden, mit denen wir

einen regelmäßigen und intensiven Kontakt pflegen. Aber

auch mit anderen Organisationen und Institutionen – zum

Beispiel mit der Agentur für Arbeit, mit der Kreisverwaltung,

mit den Städten und Gemeinden, mit Banken und

Versicherungen, stehen wir in ständigem Dialog.

Wichtig ist, dass wir uns aktiv einbringen ins Tagesgeschehen;

dass wir auch in der Öffentlichkeit Präsenz

zeigen, damit das Handwerk in der Region sieht: wir tun

was, wir setzten uns aktiv für seine Anliegen und für die Lösung

seiner Probleme ein! Er reicht nicht, dass wir nur den

Katalog unserer gesetzlichen Pflichtaufgaben abarbeiten,

sondern wir müssen unseren angeschlossenen Innungen

und deren Mitgliedern einen echten „Mehrwert“ in Form

von Beratung und Informationsvorsprüngen, aber auch in

Form finanzieller Vorteile bieten. Denn der Kostendruck im

Handwerk wächst. Da muss sich die Mitgliedschaft in einer

Innung für unsere Betriebe auch rechnen.

Lassen Sie uns beim Stichwort „Probleme“ gleich einhaken:

Die deutsche Wirtschaft hat eine erhebliche Durststrecke

hinter sich. Wie hat sich das Handwerk im Bezirk

der Kreishandwerkerschaft entwickelt?

Auch an unserer Region sind die konjunkturellen

und strukturellen Verwerfungen natürlich nicht spurlos

vorüber gegangen. Wenn nicht nur der Bergbau, sondern

auch große Industrie- oder Dienstleistungsunternehmen

Arbeitsplätze abbauen, bekommt das auch das heimische

Handwerk massiv zu spüren. Die meisten unserer Unternehmen

leben vom regionalen Markt. Und über Jahre hinweg

sind Kaufkraft, Konsum- und Investitionsneigung auch

12 Vestisches Handwerk Juni 2008 Nr. 10


im Kreis Recklinghausen gesunken. Erschwerend kam hinzu,

dass wir auch hierzulande – insbesondere im Bausektor

und im baunahen Gewerbe – immer mehr Konkurrenz durch

Billiganbieter aus osteuropäischen Staaten bekommen haben,

die unseren Betrieben mit Dumpingpreisen das Leben

schwer machen; und dass öffentliche Aufträge angesichts

leerer Haushaltskassen kräftig zurückgegangen sind bzw.

gern an die billigsten Anbieter und nicht an die mit dem

besten Preis-Leistungs-Verhältnis vergeben werden.

Zudem mussten wir erleben, dass Arbeiten, mit

denen öffentliche Stellen früher das regionale Handwerk

beauftragt haben, mehr und mehr durch Ein-Euro-Jobber

erledigt wurden (ich nenne nur das Stichwort „Hausmeistertätigkeiten“);

und dass man gegen den dringenden Rat

des Handwerks den Meisterbrief in über 40 Gewerken ausgehebelt

hat. Das rächt sich jetzt. Denn bei dem derzeitigen

Kosten- und Konkurrenzdruck ist die Chance, sich

im Wettbewerb zu behaupten, um so größer, je besser es

gelingt, sich durch meisterliche Qualität und ein ausgewogenes

Preis-Leistungs-Verhältnis gegenüber Mitanbietern

zu profilieren.

Trotz aller Probleme hat sich das Handwerk der

Region jedoch als sehr robuster und leistungsstarker

Wirtschaftsfaktor erwiesen. Mit seinen 1.500 Betrieben,

10.150 Beschäftigten und 2.551 Lehrlingen ist und bleibt

es eine der tragenden Säulen des Arbeitsmarktes. Die Kreishandwerkerschaft

tut was sie kann, um die Betriebe bei der

Wahrnehmung von Zukunftschancen zu unterstützen.

Halten Sie die Dienstleistungspalette der Kreishandwerkerschaft

für ausreichend?

Im Wettbewerb gilt die Devise: „Wer immer nur

auf der Stelle tritt, fällt zurück.“ Das gilt auch für eine

Kreishandwerkerschaft. Wir müssen immer die Augen auf

halten und schauen, was sich im Markt bewegt, damit wir

rechtzeitig eingreifen, positive Tendenzen zu Gunsten

des Handwerks unterstützen oder Schaden von unseren

Betrieben abwenden können. Da sind wir mit den Angeboten

der „Vestischen Handwerker-Service GmbH“ gut

aufgestellt. Als 100-prozentige Tochter unserer örtlichen

Innungen hat sie Angebote, die genau auf die Bedürfnisse

unserer Betriebe zugeschnitten sind. Diesen Mehrwert

einer Innungsmitgliedschaft werden wir in den nächsten

Monaten noch deutlicher herausstellen.

Wo würden Sie gern Schwerpunkte setzen?

Wir sind zum Beispiel gerade dabei, unseren Internetauftritt

auszubauen, um unseren Unternehmen auch

auf diesem Wege mehr Service zu bieten. Des Weiteren

könnte ich mir vorstellen, dass wir in Zusammenarbeit mit

den angeschlossenen Innungen auch unser Veranstaltungsangebot

für die Betriebe erweitern – ich denke da an Seminare

zur Unternehmensführung oder handwerkspolitische

Veranstaltungen.

Nr. 10 Juni 2008

Wo sehen Sie in naher Zukunft Risiken für das Handwerk

allgemein bzw. für die Betriebe im Bezirk der Kreishandwerkerschaft

Recklinghausen?

Risiken für das Handwerk allgemein sehe ich insbesondere

in der hohen Inflationsrate, die natürlich die

Kaufkraft in Deutschland schwer belastet; aber auch im

anhaltenden Kostendruck. Vor allem die hohen Sozialabgaben

sind eine große Belastung für unsere personalintensiven

Betriebe. Risiken sehe ich aber auch in der demografischen

Entwicklung. Wir werden uns künftig mehr denn

je um tüchtige junge Nachwuchskräfte bemühen müssen.

Das gilt auch für die hiesige Region: zurzeit ziehen mehr

Menschen aus dem Kreisgebiet Recklinghausen fort als

zuwandern und es gibt weniger Geburten als Sterbefälle;

außerdem streben viele junge Menschen keine handwerkliche

Ausbildung an, sondern eine akademische. Da müssen

wir gegensteuern.

Experten haben nachgewiesen, dass der deutsche Mittelstand

während der letzten Jahre deutlich Schaden

genommen hat. Was muss ihrer Ansicht nach dagegen

unternommen werden?

Die Politik soll nicht nur versprechen, den Mittelstand

zu fördern, sondern es auch tun! Das heißt für uns

vor allem: Eine Steuerreform, die den Namen auch tatsächlich

verdient, zur Entlastung unserer Betriebe und Mitarbeiter,

gestaffelte Mehrwertsteuersätze, von denen das

Handwerk profitieren kann – das würde im Übrigen auch

der Schwarzarbeit entgegenwirken –, eine mittelstandsfreundliche

Vergabepraxis bei öffentlichen Aufträgen und

Schluss mit überflüssigen Bürokratien!

Reportage und Hintergrund

Hans-Walter Bugzel bei

einer seiner zahlreichen

Begrüßungsreden.

Infotipp

Kreishandwerkerschaft

Recklinghausen

45665 Recklinghausen

Tel.: 0 23 61 / 48 03 19

Vestisches Handwerk 13


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Recht und Finanzen

Neue Probezeit-Regelung:

Vorsicht bei Standardformularen

Eine Arbeitnehmerin, die ein befristetes

Arbeitsverhältnis von 1.11.

2005 bis 31.10.2006 eingegangen

war, das aber nach Ablauf der vertraglich

festgelegten Probezeit von

sechs Monaten ohne Kündigung beendet

wurde, zog vor Gericht – und

gewann! (AZ 7 AZR 132/07).

Der Arbeitgeber hatte für den Vertrag

ein „Standardmuster“ verwendet,

in dem der Unternehmer zwar

das Befristungsdatum drucktechnisch

hervorgehoben hatte, nicht aber das

Ende der Probezeit.

Die Klausel sei wegen Verstoßes

gegen § 305c Abs.1 BGB unwirksam,

so das Bundesarbeitsgericht.

Die Arbeitnehmerin habe nicht damit

rechnen müssen, dass ihr Vertrag

noch eine weitere Befristung, nämlich

die der Probezeit, enthalte, weil diese

nicht hervorgehoben war und damit

der AGB-Kontrolle unterlag. Für

Sie also wichtig: Fristen grundsätzlich

optisch hervorheben, zum Thema Probezeit

vielleicht sogar lieber einen eigenen

Absatz einfügen. Für die Dauer

der Probezeit gilt generell: Je länger

der befristete Vertrag dauert, desto

Aufstockung

der Teilzeit

Teilzeit bedeutet für Arbeitnehmer

eine größere persönliche Gestaltungsfreiheit.

Das gilt aber auch für

ein Wiederaufstocken der Arbeitszeit.

Unter bestimmten Voraussetzungen

haben Arbeitnehmer einen Anspruch

darauf. Voraussetzung ist, dass der

Arbeitgeber einen Arbeitsplatz mit

entsprechend längerer Arbeitszeit

zur Verfügung hat (§ 9 Teilzeit- und

Befristungsgesetz). Dieser Anspruch

kann nicht dadurch unterlaufen werden,

dass ohne arbeitsplatzbezogene

Erfordernisse ausschließlich Teilzeitstellen

mit einem bestimmten Stundenmaß

eingerichtet werden (BAG 9

AZR 8/06). Ob das auch für Branchen

gilt, in denen überwiegend in Teilzeit

gearbeitet wird (Reinigungsgewerbe),

ist noch nicht geklärt.

länger kann die Probezeit sein. Bei

Befristungen auf sechs Monate also

zwei bis drei Monate Probezeit, bei

Vertragslaufzeit von zehn Monaten

etwa vier bis fünf Monate und bei

Befristungsdauer zwölf Monate etwa

fünf bis sechs Monate. Ganz wichtig:

Länger als sechs Monate sollte

die Probezeit nicht dauern, weil der

Arbeitnehmer im Nachhinein argumentieren

könnte, eine solch lange

Probezeit sei gar nicht nötig, so dass

dann auch gar kein Sachgrund mehr

für eine Befristung bestehe!

Weitere Informationen für Mitgliedsbetriebe

erteilt Petra Föhn

(Ass.jur.) bei der Kreishandwerkerschaft

unter 0 23 61 / 9 04 19 55.

Pflegegesetz: Recht

auf Freistellung

Zum 1. Juli tritt die Reform des Pflegezeitgesetzes

in Kraft. Das bedeutet

für Sie unter Umständen organisatorische

Kraftakte. Denn jeder Mitarbeiter

hat dann das Recht, sich bis

zu zehn Arbeitstage freistellen zu lassen,

um einen nahen Angehörigen zu

versorgen. Wenn Sie in Ihrem Unternehmen

dauerhaft mehr als fünfzehn

Mitarbeiter beschäftigen, dürfen Ihre

Angestellten sogar eine sechsmonatige

Pflegezeit beantragen. Im Übrigen

besteht für die Zeit der kurzeitigen

Arbeitsverhinderung ein Sonderkündigungsschutz

des jeweiligen Arbeitnehmers.

14 Vestisches Handwerk Juni 2008 Nr. 10


Kreishandwerkerschaft Recklinghausen:

Die Innungen stärken – zum Wohl des Handwerks

Dr. Frank Bruxmeier,

Verwaltungsleiter der

KH Recklinghausen.

Karsten Röhring, Obermeister

der Metall-Innung

Vest Recklinghausen.

Theo Ribbrock, Obermeister

der Maler- und Lackierer-

Innung Mittleres Ruhrgebiet

Recklinghausen und

Gelsenkirchen.

Nr. 10 Juni 2008

Hans-Walter-Bugzel,

Kreishandwerksmeister

Vest Recklinghausen.

Thomas Kluwe, stellver.

Obermeister der Innung

für Elektrotechnik

Recklinghausen.

Obermeister Gerhard

Schlegel, Fachinnung

Sanitär-Heizung-Klempnerei

Recklinghausen.

Die Gewinnung neuer Innungsmitglieder

ist zu einer Schwerpunktaufgabe der Kreishandwerkerschaft

Recklinghausen erklärt worden. Da

die Bedeutung der Innung als Basisorganisation

des regionalen Handwerks nicht überall im

Kreis Recklinghausen bekannt ist, werden in den

kommenden Wochen verstärkt Nicht-Innungsmitglieder

angesprochen.

Das Ziel ist klar definiert: Die Vorteile

einer Innungsmitgliedschaft erkennt man erst

dann, wenn man sie hat. Denn von der Zahl

der Mitglieder und der Bereitschaft zur aktiven

Mitarbeit hängt es ab, ob sich ihre Innung auch

in Zukunft als eine moderne, handlungsfähige

Organisation präsentieren kann, die sich mit

Nachdruck dort Gehör verschafft, wo dies zum

Wohl des Handwerks wichtig und notwendig ist.

Die Aktion wird bereits von mehreren Innungen

unterstützt.

Jürgen Vogt, Obermeister

der Tischler-Innung

Recklinghausen.

Wir unterstützen die Aktion

zur Mitglieder-Werbung

Innungen heute

Tischler-Innung Recklinghausen

Metall-Innung Vest Recklinghausen

Maler- und Lackiererinnung

Mittleres Ruhrgebiet, Gelsenkirchen und

Recklinghausen

Innung für Elektrotechnik Recklinghausen

Fachinnung Sanitär-Heizung-

Klempnerei Recklinghausen

Vestisches Handwerk 15


Meister von morgen

Handwerk sucht Lehrling, Lehrling sucht Handwerk

Neue Aktion: Die Ausbildungsbörse im Vestischen Handwerk.

Schulen und Schüler suchen Partner-Betriebe und Ausbildungsplätze.

Handwerksbetriebe und Meister suchen

Lehrlinge. Das Vestische Handwerk richtet deshalb eine

Ausbildungsbörse ein. Hier stellen sich 21 Schüler aus

Herten, Recklinghausen und Oer-Erkenschwick vor, die

nach einer Lehrstelle im Handwerk suchen. Wenn Sie einen

freien Ausbildungsplatz haben, finden Sie hier bei uns

den passenden Lehrling. Die Telefonnummer zum neuen

Lehrling finden Sie im Infokasten.

Falls Sie einen Auszubildenden suchen, hier aber

nicht der richtige dabei ist, melden Sie sich doch bei uns.

Hier haben Sie die Möglichkeit, Ihren Betrieb vorzustellen

und mit dem Vestischen Handwerk auf die Suche nach einem

passenden Auszubildenden zu gehen.

Jenny Ernst

Alter: 17

Berufsziel: Kosmetikerin

Wohnort: Recklinghausen

Schulabschluss:

Hauptschulabschluss

Infotipp

Kürekci Serdar

Alter: 17

Berufsziel: Friseur,

Kfz-Servicemechaniker

Wohnort: Herten

Schulabschluss:

Hauptschulabschluss

Die Börsennummer

Redaktion Vestisches Handwerk

Lise-Meitner-Straße 11

45699 Herten

Tel.: 0 23 66 / 8 87 09 14

Mike Löw

Alter: 17

Berufsziel: Tischler

Wohnort: Oer-Erkenschwick

Schulabschluss:

Hauptschulabschluss Typ A

Marvin Stegemann

Berufsziel: Industriemechaniker,

Kraftfahrzeug-

Mechatroniker

Wohnort: Oer-Erkenschwick

Schulabschluss:

Fachoberschulreife

Bastian Elfert

Alter: 16

Berufsziel: IT-Techniker

Wohnort: Recklinghausen

Schulabschluss:

Fachoberschulreife

Marÿa Weber

Berufsziel: Friseurin

Wohnort: Recklinghausen

Schulabschluss:

Hauptschulabschluss

Kevin van Wickeren

Berufsziel: Feinwerkmechaniker,Fachinformatiker

beider Bereiche

Wohnort: Oer-Erkenschwick

Schulabschluss:

Fachoberschulreife

Gülseven Akkurt

Alter: 16

Berufsziel: Friseurin

Wohnort: Oer-Erkenschwick

Schulabschluss:

Hauptschulabschluss

Natascha Milak

Alter: 16

Berufsziel: Friseurin

Wohnort: Recklinghausen

Schulabschluss:

Hauptschulabschluss

Jens Köbberig

Alter: 17

Berufsziel: Mechatroniker

Wohnort: Oer-Erkenschwick

Schulabschluss:

Fachoberschulreife

16 Vestisches Handwerk Juni 2008 Nr. 10


Maxim Lolenko

Alter: 17, Berufsziel: Isolierer,

Metallbauer

Wohnort: Recklinghausen

Schulabschluss:

Hauptschulabschluss

Sergej Naumenko

Berufsziel: Kfz-Mechatroniker,

Kfz-Servicemechaniker

Wohnort: Herten

Schulabschluss:

Hauptschulabschluss

Ismail Gür

Alter: 16

Berufsziel: Maurer,

Metallbauer

Wohnort: Herten

Schulabschluss:

Hauptschulabschluss

Nr. 10 Juni 2008

Umut Kabaci

Berufsziel: Mechatroniker,

IT-Systemelektroniker

Wohnort: Oer-Erkenschwick

Schulabschluss:

Fachoberschulreife

Mario Bertram

Alter: 16

Berufsziel: Fachkraft für

Lagerwirtschaft

Wohnort: Gelsenkirchen

Schulabschluss:

Hauptschulabschluss

Diese 21 Schüler von der

Hauptschule Wasserbank,

der Gesamtschule Herten

und von der Paul-Gerhard-

Schule aus Oer-Erkenschwick

suchen noch einen

Ausbildungsplatz.

Dominic Cebrail

Alter: 17

Berufsziel: Mechatroniker

Wohnort: Oer-Erkenschwick

Schulabschluss:

Hauptschulabschluss Typ A

Recep Kaudemir

Alter: 17

Berufsziel: Metallbauer,

Elektriker

Wohnort: Herten

Schulabschluss:

Hauptschulabschluss

Yunnus Kogagöz

Alter: 17

Berufsziel: KFZ-Mechatroniker, Lackierer

Wohnort: Oer-Erkenschwick

Schulabschluss: Hauptschulabschluss

Okan Emral

Alter: 17, Berufsziel: Stahl-

und Metallbauer

Wohnort: Oer-Erkenschwick

Schulabschluss:

Hauptschulabschluss Typ A

Justin Dietsch

Berufsziel: Stukateur,

Elektroniker für Maschinen

und Antriebstechnik

Wohnort: Recklinghausen

Schulabschluss:

Hauptschulabschluss

Meister von morgen

Claudine Schamme

Alter: 15

Berufsziel: Friseurin

Wohnort: Recklinghausen

Schulabschluss:

Hauptschulabschluss

Vestisches Handwerk 17


Wir sind Handwerk

„Wenn mein Vater zur Baustelle gefahren ist, bin ich als

kleines Mädchen oft hinterher gerannt und habe gefragt,

ob ich mitkommen darf. Ich durfte“, erzählt Annika

Schröer. Heute muss sie nicht mehr fragen. Aus dem

Mädchen ist eine Frau geworden – und eine Handwerkerin

mit Meisterbrief. „Handwerk ist lebendig“, sagt sie.

„Mein Job ist abwechslungsreich und macht Spaß.“

Für unsere neue Serie „Wir sind Handwerk“ hat sie allen

Mut zusammen genommen und unserem Fotografen

Markus Arns Modell gestanden. Das ist das Handwerk im

Vest: hübsch, erfolgreich, modern.

Nr. 10 Juni 2008


Innungen heute

Meisterhaft und erfolgreich

Malermeisterin Annika Schröer beim Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers

Er ist der Sohn eines Elektromeisters,

und er ist der Ministerpräsident von

Nordrhein-Westfalen: Jürgen Rüttgers

(CDU). Zu Beginn des Jahres hat er

17 Meister im Rahmen seiner Jugendsprechstunde

„O-Ton Zukunft“ in die

Mindestlohn auch im

Vestischen Friseurhandwerk

Gutes Gehalt für qualifizierte Leistung

Auch Friseurmeister

Robert Schott hält sich an

den neuen Tarifvertrag.

Staatskanzlei eingeladen. Auch die

Marlerin Annika Schröer hat die Einladungspost

bekommen. „Es war wirklich

ein schöner Tag und eine nette

Anerkennung“, erzählt die 24-jährige

Maler- und Lackierermeisterin. In lo-

Obermeister Peter Klein freut sich

über den neuen Tarifvertrag für Friseure.

„Der Mindestlohn für die unterste

Gesellengruppe von 7,60 Euro

pro Stunde, aber auch die im Durchschnitt

um 7,5 Prozent gestiegenen

Löhne für die qualifizierten Gesellen

und angestellten Meister sind ein gutes

Signal“, sagt der oberste Friseur

im Vest. „Gerade in unserem besonders

kostenintensiven Handwerk kam

es bisher durch die Niedriglöhne bei

manchen qualitativ zweifelhaften Billigfriseuren

zu klaren Wettbewerbsverzerrungen.

Das ist zum Glück durch

den neuen Tarifvertrag jetzt ausgeschlossen.“

Ein Geselle bzw. eine Gesellin

erhält zukünftig in der untersten

Tarifgruppe eine Monatsvergütung

von 1. 300 Euro.

Infotipp

Vestische Friseur-Innung

Innungsbetreuer Peter Kempen

Dortmunder Straße 18

45665 Recklinghausen

Tel.: 0 23 61 / 48 03 11

Annika Schröer im Gespräch

mit dem nordrheinwestfälischenMinisterpräsidenten

Jürgen Rüttgers.

Brote bestehen ihre Prüfung

Karl-Ernst Schmalz ist der Brotprüfer

Bäckermeister Willi Lensmann, KH-Verwaltungsleiter Dr. Frank Bruxmeier,

Obermeister Michael Martin und Halterns stellvertretende Bürgermeisterin

Renate Sauerbier während der Brotprüfung.

Elf von 28 Betrieben der Bäcker-Innung

Recklinghausen haben ihr Brot

zur Prüfung nach Haltern am See

gebracht. Keine leichte Aufgabe für

Brotprüfer Karl-Ernst Schmalz. 101

Proben galt es zu testen und zu bewerten.

Form und Aussehen, Krusteneigenschaft,

Lockerung und Krumenbild,

Elastizität, Struktur, Geruch und

Geschmack müssen geprüft werden.

Die elf Betriebe aus dem Vest haben

bei der Prüfung gut abgeschnitten. 25

Mal vergibt Prüfer Schmalz die Note

„sehr gut“, 51 Mal die Note „gut“ und

ckerer Runde habe der Ministerpräsident

interessante Fragen gestellt

und einen sehr positiven Eindruck

hinterlassen, berichtet die sympathische

Handwerkerin, die bereits mit 22

Jahren die Meisterprüfung erfolgreich

abgelegt hat. Schon im November des

vergangenen Jahres war sie zum „Tag

der Besten“ in Köln eingeladen gewesen.

Nach dem Gespräch mit Rüttgers

gab es noch einen Weiterbildungsgutschein

und den Eintrag in das Goldene

Buch der Staatskanzlei.

Infotipp

Maler-Meister-Betrieb

Friedrich Schröer

Schillerstraße 24, 45768 Marl

Tel.: 0 23 65 / 1 52 86

für 22 Brote die Note „befriedigend“.

Karl-Ernst Schmalz ist nicht nur Prüfer:

„Ich sehe mich vor allem in der

Rolle des Beraters. Schließlich wollen

wir den Bäckern helfen, die Brote

noch besser zu backen.“ Die Brotprüfung

ist freiwillig. Teilnehmen kann

jeder Bäckereibetrieb, der Mitglied in

der Innung ist.

Infotipp

Bäcker-Innung Recklinghausen

Tel.: 0 23 61 / 48 03 19

20 Vestisches Handwerk Juni 2008 Nr. 10


Kleine Preise bei den Malern

Die Maler-Innung senkt ihre Beiträge

Zum sechsten Mal in Folge konnten

bei der Maler- und Lackierer-Innung

Mittleres Ruhrgebiet in diesem Jahre

die Beiträge gesenkt werden. Diese

hervorragende wirtschaftliche Entwicklung

ist einerseits eine Folge der

Fusion der ehemals selbstständigen

Innungen Gelsenkirchen sowie Recklinghausen

Stadt und Land, als auch

der überdurchschnittlich guten Auslastung

der dreizügigen überbetrieblichen

Ausbildungswerkstatt. So zahlen

Innungsmitglieder zukünftig nur noch

einen jährlichen Grundbeitrag von

200,- Euro (vorher 218,- Euro) und

der Zusatzbeitrag nach Lohnsumme

konnte von 2,6 auf 2,0 Promille gesenkt

werden. Alle weiteren Zusatzbeiträge,

wie auch die Gebühren für

die Lehrgänge in der überbetrieblichen

Lehrlingsunterweisung wurden

bereits abgeschafft.

Nr. 10 Juni 2008

Bei so großem wirtschaftlichen

Erfolg fielen auch die Vorstandswahlen

einstimmig aus. Neben Obermeister

Theo Ribbrock wurden auch

seine Stellvertreter Ludger Röwer und

Jan Jülkenbeck sowie die Beisitzer

Angelika Mendrina-Böhner, Carsten

Jagusch, Harald Laß und Fritz Schröer

wieder in den Vorstand gewählt.

Neu im Vorstand sind dagegen Alfons

Bruins aus Gelsenkirchen und Ludger

Glatz aus Haltern am See. Weiterhin

wurde Annika Schröer als beratendes

Mitglied in den Vorstand berufen.

Innungen heute

Freude in der Maler- und

Lackierer-Innung: Die Beiträge

werden gesenkt.

Infotipp

Maler- und Lackierer-Innung

Mittleres Ruhrgebiet

Innungsbetreuerin

Petra Föhn

Tel.: 0 23 61 / 48 03 21

Vestisches Handwerk 21


Innungen heute

Renate Krietemeyer hat 50 Jahre gearbeitet

Gladbecker Bäckerei hat wohl die treueste Mitarbeiterin im Vest

Seit 50 Jahren arbeitet Renate Krietemeyer

in der Bäckerei Krietemeyer.

Die gelernte Feinkostverkäuferin ist

seit 1958 in der Bäckerei beschäftigt.

In den 60ern und 70ern hat die 69-

Jährige morgens in der Backstube geholfen

und dann im Laden verkauft.

Renate Krietemeyer ist wegen

ihrer offenen und freundlichen Art bei

den Kunden sehr beliebt. Auch im Betrieb

ist die Verkäuferin sehr beliebt.

In 50 Jahren Betriebszugehörigkeit

hat Renate Krietemeyer 14 Gesellen

ausgebildet.

Obermeister Hermann Imping und

Renata Kaczmarek gratulieren Renate

Krietemeyer. Bäckerei-Chef Eugen

Krietemeyer (v.l.) freut sich.

Styling, Trends und Technik

Vestische Friseur-Innung schaltet offizielle Internetseite frei

Ein Monitor, ein Knopf und zwei bezaubernde

Lächeln. Mit diesen Zutaten

garnierte die Vestische Friseur-

Innung die Präsentation der neuen

Homepage. Die Friseurmeisterin aus

dem Salon Beckmann Randa Abdul-

Majid und die Auszubildende Sarah

Stuhl schalteten im Salons Geuss in

Haltern-Sythen die offizielle Internetseite

frei. Die Adresse: www.vestischefriseurinnung.com.

Rund um das Thema Haar

kann man auf der Internetseite alles

erfahren. Farben, Styling, Trends und

Technik. Obermeister Peter Klein: „Innungsmitgliedern

bietet die Seite viele

Vorteile. In einem separaten Bereich

können sie sich über Schulungen informieren

und anmelden. Außerdem

erhalten die 160 Innungsbetriebe

Hilfe beim Erstellen eines eigenen Internetauftritts.“

„Und für die Kunden

sucht ein Salon-Finder auf der Seite

ein Friseurgeschäft in seiner Nähe

heraus“, ergänzt Programmierer Guido

Geuss. Mit dem Internetauftritt will

man sich an die neuen Medien anpassen

und das Angebot für die eigenen

Mitglieder erweitern. „Friseur ist ein

Beruf, der der Mode unterliegt, und

die wechselt oft. Die Innung will sich

als moderner Dienstleister präsentieren“,

erklärt Dr. Frank Bruxmeier, Verwaltungsleiter

der Kreishandwerkerschaft

Recklinghausen.

Randa Abdul-Majid (li.),

Sarah Stuhl (re.), Obermeister

Peter Klein, Programmierer

Guido Geuss

und Dr. Frank Bruxmeier

schalten die neue Website

der Vestischen-Friseur-Innung

frei.

Infotipp

Bäcker-Innung Dorsten

Dortmunder Straße 18

45665 Recklinghausen

Tel.: 0 23 61 / 48 03 19

Ein Großteil der Fotos auf

der Homepage ist im Sythener Salon

Geuss entstanden. Die Frisuren der

Modelle, die zum Teil Auszubildende

sind, wurden von Mitarbeitern kreiert.

Infotipp

Vestische Friseur-Innung

Innungsbetreuer Peter Kempen

Dortmunder Straße 18

45665 Recklinghausen

Tel.: 0 23 61 / 48 03 11

Der Schein trügt

Reizthema Baukonjunktur

Die Baukonjunktur, von der in der

deutschen Bauindustrie die Rede ist,

ist gar keine. Das sagen zumindest

die Obermeister Hugo Heitfeld von

der Baugewerbe-Innung Recklinghausen

und Winfried Krukenberg von der

Baugwerke-Innung Dorsten. „Immer

wieder ist zu lesen oder zu hören, der

milde Winter und ein dickes Auftragspolster

hätten die Bauwirtschaft beflügelt.

Das ist nur bedingt richtig“,

sagt Hugo Heitfeld und Kollege Winfried

Krukenberg ergänzt: „Auch für

2008 können wir keine Verbesserung

erkennen. Zwar ist die Bauwirtschaft

2007 wieder auf die Beine gekommen,

aber viele kleine und mittlere

mittelständische Betriebe in ländlichen

Gegenden bekommen vom allgemeinen

Konjunkturaufschwung leider

nichts mit“, erzählt Obermeister

Hugo Heitfeld.

Infotipp

Baugewerbe-Innung Recklinghausen

Baugewerken-Innung Dorsten

Innungsbetreuer Ralf Ullrich

Tel.: 0 23 61 / 48 03 17

11 Zutaten, 1 Brot

Das Brot zur EM

Die Bäcker der Bäckerinnung Recklinghausen

backen extra zur Europameisterschaft

ein ganz besonderes

Brot. Aus genau elf Zutaten wird das

„11-Freunde-Brot“ hergestellt. Im Teig

befinden sich Sonnenblumenkerne,

Leinsamen, Kürbiskerne, Haferflocken,

Sesam, Sojaschrot, Weizen- und Roggenmehl,

Salz, Sauerteig und Wasser.

Das runde Fußballbrot ist bei allen

teilnehmenden Mitgliedern der Innung

erhältlich. Und wenn die elf

Zutaten auch elf Freunde sind, dann

sollte doch eigentlich nichts mehr

schiefgehen für die Brotmahlzeit während

der EM....

Infotipp

Bäcker-Innung Recklinghausen

Dortmunder Straße 18

Tel.: 0 23 61/ 48 03 19

22 Vestisches Handwerk Juni 2008 Nr. 10


Elektro Breickmann ist frische 85 Jahre

Traditionsbetrieb von Beginn an in Waltrop zuhause

Handwerkskammer

Präsident Hans Rath,

Kreishandwerksmeister

Hans-Walter Bugzel und

der stellvertretende Obermeister

Thomas Kluwe

gratulieren Ute und Hans-

Theo Schröer zum Jubiläum.

Seniorchef Hermann

Breickmann war Ehrengast

an diesem Tag.

Großer Festtag bei Breickmann in

Waltrop. Familie, Prominenz aus Handwerk

und Politik, Mitarbeiter, Lieferanten,

Kunden, Nachbarn und Freunde

kamen zum 85. Firmengeburtstag zu

Elektro Breickmann. Seit der Firmengründung

in Waltrop ansässig, hat die

Sie haben Fragen zur Rente?

Kommen Sie zu uns.

Seit dem 1. Februar 2008 erreichen Sie uns in

der neuen Auskunfts- und Beratungsstelle in

45657 Recklinghausen, Königswall 16/18,

Telefon 02361 3066740

Eine Terminabsprache ist nicht erforderlich,

aber telefonisch unter 0251 238-4646 möglich.

Termine können auch online vereinbart werden:

www.deutsche-rentenversicherung-westfalen.de

(Menüpunkt Beratung/Online-Terminvergabe)

Gartenstraße 194, 48147 Münster

Telefon 0251 238-0, Telefax 0251 238-2960

kostenloses Service-Telefon 0800 1000 48011

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1 09.05.2008 06:58:21

Firma heute Ihren Sitz in der Sandstraße.

Zur Feierstunde am Vormittag

konnte Hans-Theo Schröer mit seiner

Frau Ute in der festlich geschmückten

Ausstellungshalle nicht nur Seniorchef

Hermann Breickmann unter großem

Beifall der Gäste begrüßen. In ganz

persönlichen Grußworten überbrachten

der stellvertretende Bürgermeister

Norbert Frey, der Präsident der

Handwerkskammer Hans Rath und

der Kreishandwerksmeister Hans-Walter

Bugzel ihre Glückwünsche. Und

abends wurde das besondere Jubiläum

im Festzelt mit großer Ausdauer

bei köstlichem Essen, erfrischenden

Getränken und wunderbarer Musik

gefeiert. Einhellige Meinung: Man sollte

nicht auf das 100. Gründungsjahr

warten, um wieder gemeinsam auf das

Elektrohandwerk, die Schröers und

die Firma Breickmann anzustoßen.

Infotipp

Elektro Breickmann

Tel.: 0 23 09 / 28 89

Sandstraße 25

45731 Waltrop

Innungen heute

Vestisches Handwerk 23


Innungen heute

Zweimal Gold für Konditoren

Karl Sindern (75) und Johannes Schwinges (78) haben gemeinsam die Meisterprüfung abgelegt

Manfred Fischer, Karl-

Heinz Zweiböhmer,

Johannes Schwinges, Frank

Bruxmeier, Dirk Sternemann

und Karl Sindern (v.

l.) feiern die Übergabe der

goldenen Meisterbriefe.

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45711 Datteln • Tel. 02363/3805-0

Heute stehen die beiden wieder zusammen

zwischen Torten und Marzipanspezialitäten.

Dieses Mal aber nicht, um ihr

Können unter Beweis zu stellen, sondern

um den goldenen Meisterbrief

entgegen zu nehmen. Die Meisterprüfung

im März 1958 in Münster war

alles andere als ein Kinderspiel. „Die

Infotipp

Konditoren-Innung

Recklinghausen

Tel.: 0 23 61 / 9 04 19 25

Umstände haben es uns nicht gerade

leicht gemacht“, erinnert sich Karl

Sindern.

„Wir hatten noch nicht einmal

das nötige Werkzeug. Aber es

hat ja zum Glück trotzdem alles gut

funktioniert.“ Der Stress von damals

ist heute vergessen. In der Konditorei

Sindern wird feierlich der goldene

Meisterbrief überreicht.

Bei Kaffee und Kuchen wird

ausgelassen und entspannt über alte

Zeiten geplaudert. Andreas Sindern

(44) führt nun den väterlichen Betrieb

weiter. Vor ihm liegen jedoch

noch viele arbeitsreiche Jahre, bis er

seinen goldenen Meisterbrief einmal

in den Händen halten wird.

Schnelle Fahrt, gutes Jahr

Metall-Innung Vest Recklinghausen feiert

Aufgrund der guten Konjunkturlage

konnte die Metall-Innung Vest Recklinghausen

das Haushaltsjahr 2007

überaus positiv abschließen.

Im Brauhaus „Zeche Jakobi“ in Oberhausen

konnte Obermeister Karsten

Röhring die gut besuchte Innungsversammlung

über die durchaus erfreuliche

Entwicklung, insbesondere in der

Lehrwerkstatt, informieren. Der Versammlung

vorausgegangen war vorab

der Besuch der Kartbahn, ebenfalls in

Oberhausen.

Ausbildungsmeister Paul

Cohaupt in rasanter Fahrt.

Infotipp

Innungsbetreuer Ralf Ullrich

Tel.: 0 23 61 /48 03 17

24 Vestisches Handwerk Juni 2008 Nr. 10


Ein Goldener Brief für Meister Zschörper

Ernst Zschörper ist seit 50 Jahren KFZ-Meister

„Mit so einem Bahnhof habe ich gar

nicht gerechnet“, sagt Ernst Zschörper

und blickt sprachlos in die Runde.

Viele Gäste, seine Frau, Kinder

und Enkelkinder sowie Freunde sind

ins Restaurant „Nachtigallental“ gekommen,

um mit dem 71-Jährigen

seinen Goldenen Meisterbrief zu feiern.

Vor allem die Rede seiner Enkeltochter

Anna Zschörper und seiner

Tochter Dr. Steffi Zschörper-Arens

hat Ernst Zschörper gerührt. Die

wichtige Urkunde wird dem Kfz-Meister

von Innungsbetreuer Paul Laser,

Obermeister Horst Bollrath und Bürgermeisterin

Uta Heinrich überreicht.

Mit 21 Jahren, als jüngster Meister in

Sachsen, hat der Marler seine Prüfung

bestanden. Von Dresden geht es mit

den Eltern nach Marl. Noch heute

schraubt Ernst Zschörper an kaputten

Motoren herum. In seinem Betrieb an

der Carl-Duisberg-Straße arbeiten 30

Mitarbeiter. Die Geschäftsführung hat

mittlerweile Sohn Ralf übernommen.

39 Maler auf Reisen

Drei Tage in der Hansestadt Hamburg

39 Maler aus der Maler- und Lackierer-Innung

Mittleres Ruhrgebiet haben

sich auf die Reise gemacht. Das Ziel

ihrer Innungsfahrt: die Hansestadt

Hamburg.

Prächtige Stimmung herrschte

bei den Teilnehmern nach der

Hafenrundfahrt. Immer dabei: die

Lammfell-Rolle am Teleskopstiel,

Erkennungszeichen der Innung.

Nr. 10 Juni 2008

Bürgermeisterin Uta Heinrich und

Obermeister Horst Bollrath übergeben

den Goldenen Meisterbrief an

Ernst Zschörper (Fo. mi.).

Infotipp

Neben dem Besuch des Deutschen

Maler- und Lackierer-Museums

in Hamburg-Billwerder gehörten

eine ausgiebige Hafenrundfahrt und

der Besuch der Revue „Villa Sonnenschein“

in Schmidt’s Theater auf der

Reeperbahn zum prall gefüllten Programm

der dreitägigen Reise, die von

Ehrenobermeister Harald Laß und seiner

Ehefrau Jutta organisiert und geleitet

wurde.

Nach drei spannenden, aber

auch anstrengenden Tagen zeigten

sich alle Teilnehmer hellauf begeistert,

besonders, da sie für die Teilnahme

nur 20 Euro pro Person zu

entrichten hatten. Die Innung

hat neben Sponsoren

einen großen Teil der Kosten

selbst aus ihrem Haushalt

getragen.

Innungen heute

Vestische Innung des KFZ-Gewerbes

Recklinghausen + Gelsenkirchen

Dortmunder Straße 18

45665 Recklinghausen

Innungsbetreuung:

Martina Torz

0 23 61 / 48 03 34

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Maler- und Lackierer-Innung

Mittleres Ruhrgebiet

Innungsbetreuerin

Petra Föhn

Tel.: 0 23 61 / 48 03 21

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Fachanwalt für Strafrecht

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Fachinnung Sanitär-Heizung-

Klempnerei

Innungsbetreuerin Petra Föhn

Dortmunder Straße 18

45655 Recklinghausen

Tel.: 0 23 61/ 48 03 21

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Vestisches Handwerk 25


26 Vestisches Handwerk Juni 2008 Nr. 10


Betriebe sind die wichtigsten Partner und Berater der Verbraucher

Gerhard Schlegel ist neuer Obermeister der Fachinnung Sanitär-Heizung-Klempnerei Recklinghausen

Seit 1990 leitet er die Schlegel GmbH, einen Fachbetrieb

für Sanitär-, Heizungs-, Klima- und Lüftungstechnik mit

acht Beschäftigten in Datteln; seit 1996 gehört er dem

Vorstand und seit 1996 dem Gesellenprüfungsausschuss

seiner Innung an: der neue Obermeister der Fachinnung

für Sanitär-Heizung-Klempnerei Recklinghausen, Gerhard

Schlegel. Daheim im Unternehmen steht ihm sein

Sohn Thorsten als Geschäftsführer zur Seite. Das verschafft

ihm die notwendige Entlastung für ehrenamtliche

Aufgaben.

Und das ist gut so, denn in der Innung werden die Herausforderungen

auf absehbare Zeit nicht geringer: Den

133 Mitgliedsunternehmen bläst nach wie vor ein rauer

Wind im Markt entgegen. „Die Konjunktur ist derzeit eher

durchwachsen“, erklärt Gerhard Schlegel. „Unsere Betriebe

kommen einfach nicht an größere Bauvorhaben heran. Die

gehen bei Ausschreibungen immer wieder am heimischen

Handwerk vorbei. Die Branche lebt größtenteils von Modernisierungs-

und Instandsetzungsmaßnahmen, von der

Wartung und Pflege haustechnischer Anlagen im Ein- und

Zweifamilienhausbereich.“ Eine wachsende Rolle spielen

aber auch die regenerativen Energien. Das Problem: „Die

Verbraucher sind zur Zeit angesichts der Lage am Energiemarkt

verunsichert. Sie sehen, dass sie reagieren müssen

und befinden sich ganz offensichtlich in einer Entscheidungsphase.

Jetzt haben wir gute Chancen, uns noch stärker

als ihre kompetenten Partner zu profilieren. Denn unsere

Betriebe sind die wichtigsten Berater des Kunden!“

Gerhard Schlegel sieht in mehreren Betätigungsfeldern

interessante Perspektiven für die SHK-Branche. Dazu

zählt neben der verstärkten Nutzung regenerativer Energien

auch die wachsende Sensibilisierung der Eigenheim-

Obermeister Gerhard Schlegel sieht neue Perspektiven

für sein Handwerk.

Nr. 10 Juni 2008

Eine gute Ausbildung ist

die wichtigste Grundlage

für Erfolg im Sanitär- und

Heizungsberuf.

besitzer für die Sicherheit und Funktionstüchtigkeit ihrer

haustechnischen Anlagen. Gas-Check, Heizungs-Check,

Trinkwassercheck – all diese Leistungsangebote müssen

nach Ansicht Schlegels noch stärker bekannt gemacht

werden. Denn „Trinkwasser ist ein Lebensmittel. Dass es

immer hygienisch einwandfrei aus der Leitung kommt, ist

keine Selbstverständlichkeit. Wir müssen unseren Kunden

klar machen, wie wichtig die regelmäßige Überprüfung der

Leitungssysteme ist.“

Nach Ansicht Schlegels sollten die SHK-Fachbetriebe

ihr Image in der Öffentlichkeit durch „vorbildliche

handwerkliche Tätigkeit“ noch weiter aufbessern. Die

Grundlagen hierfür sind vorhanden. Zum einen sorgen in

der Innung zwei Meister dafür, dass alle Anforderungen

im Rahmen des neuen Berufsbildes „Anlagenmechaniker

für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik“ im Rahmen der

überbetrieblichen Unterweisung bestmöglich vermittelt

werden. Und zum anderen arbeitet die Innung an Konzepten,

um ihre Mitgliedsunternehmen bei der Profilierung im

Markt zu unter-

stützen. Schlegel:

„Wir können den

Fachbetrieben

der Region nur

raten, die Vorteile

einer Innungsmitgliedschaft

zu

nutzen.“

Infotipp

Spezial SHK

Fachinnung Sanitär-Heizung-

Klempnerei Recklinghausen

Innungsbetreuerin Petra Föhn

Dortmunder Straße 18

45655 Recklinghausen

Tel.: 0 23 61 / 48 03 21

Vestisches Handwerk 27


Spezial SHK

Leitfaden zur Planung barrierefreier Bäder

Exklusiv für Innungsmitglieder neu aufgelegt / Angabe zu Montagezeiten und Werkspreisen

Eine alternde Gesellschaft verlangt neue, barrierefreie

Wohn- und Ausstattungskonzepte.

Das gilt auch für den Kreis Recklinghausen. Denn hier

hat sich die Altersstruktur der Bevölkerung im Laufe der

letzten Jahrzehnte deutlich verändert. Ende 2006 hatten

20,5 Prozent der Wohnbevölkerung das 65. Lebensjahr

bereits überschritten, ein knappes Fünftel war zwischen

50 und 65 Jahre alt.

Bei der professionellen Planung barrierefreier Bäder

sind vielfältige Details zu berücksichtigen. Um Fachbetrieben

des SHK-Handwerks die Arbeit zu erleichtern,

hat der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK)

seinen vor einem Jahr erstmals erschienenen Katalog „Barrierefreies

Bad und WC“ jetzt neu aufgelegt.

Die Anzahl der im Katalog gelisteten Hersteller

barrierefreier Sanitärprodukte wurde um 15 auf 65 Unternehmen

erhöht. Und um dem Kundenwunsch nach

Komplettleistung aus einer Hand gerecht werden zu können,

wurden im neuen Katalog auch die Produktgruppen

Heizung, Beleuchtung, Steckdosen, Be- und Entlüftung,

Bodenbeläge sowie Türen gelistet. Ferner finden sich in

der Neuauflage erstmals auch Angaben über durchschnittliche

Montagezeiten der einzelnen Artikel. In Verbindung

mit den ebenfalls aufgeführten Werkspreisen erleichtern

sie Anwendern die Kalkulation.

Die Onlineversion des Kataloges ist frei abrufbar.

Gegenüber der Printfassung bietet er nach Mitteilung

des ZVSHK noch umfangreichere Produktinformationen.

Werkspreise, Montagezeiten, Einbauanleitungen und vieles

mehr blieben aber ausschließlich den Innungsbetrieben

vorbehalten.

Bei der Planung eines

barrierefreien Bades ist

kompetente Beratung

wichtig.

Infotipp

www.shk-barrierefrei.de

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28 Vestisches Handwerk Juni 2008 Nr. 10


Vielseitig und anspruchsvoll: Das moderne Sanitär-, Heizungs- und Klimahandwerk

Kreativität und Kompetenz sind im SHK-Handwerk mehr denn je gefragt

Die Meisterbetriebe des Sanitär-, Heizungs- und Klimahandwerks

sind heute wahre Allrounder. Ihre Angebotspalette

erstreckt sich von der individuellen Beratung der

Haus- und Eigenheimbesitzer über die regelmäßige Wartung,

Überprüfung, Modernisierung und Optimierung

haus- und gebäudetechnischer Anlagensysteme bis hin

zum Ausstellen von Energieausweisen.

In jedem Betätigungsfeld ist ein Höchstmaß an Wissen

und Können gefragt. Denn natürlich erhoffen sich Hauseigentümer

von „ihrem Heizungsbauer“ Aufschluss darüber,

welches Heizsystem sich in Zeiten steigender Energiepreise

langfristig rechnet; selbstverständlich möchten sie von

„ihrem Klempner“ wissen, welches Metall sich für eine stilgerechte

Dach- und Fassadenverkleidung empfiehlt. Und

keine Frage, dass sie bei der Badmodernisierung von „ihrem

Installateur“ auch eine von A bis Z perfekte Planung

und Realisierung erwarten.

Peter Arning, Werkstattmeister Sanitär-Heizung-Klempnerei,

bei der Abgasverlustmessung einer Gastherme.

Hinzu kommt, dass Verbraucher beim Fachhandwerk

heute nicht nur ein angemessenes Preis-Leistungs-

Verhältnis voraussetzen, sondern auch aufmerksamen und

verlässlichen Service. Und dass öffentliche oder gewerbliche

Auftraggeber an die Unternehmen immer höhere

Qualitätsanforderungen stellen – bei Niedrigpreisen, versteht

sich. Denn sonst haben sie bei Ausschreibungen das

Nachsehen.

Kreativität und Kompetenz sind im SHK-Handwerk

also mehr denn je gefragt, dazu permanenter Leistungs-

und Fortbildungswillen. Und in Zukunft auch eine

verstärkte Ausbildungsbereitschaft, denn schon jetzt machen

sich mancherorts qualifizierte Nachwuchskräfte rar.

Die Zahl der Schulabgänger/innen wird in den kommenden

Jahren weiter sinken. Das heißt: Die SHK-Fachbetrie-

Nr. 10 Juni 2008

be werden angesichts steigenden Konkurrenzdrucks nicht

nur offensiv um das Vertrauen der Verbraucher, der gewerblichen

und öffentlichen Auftraggeber werben müssen,

sondern zunehmend auch um das Interesse bzw. die

Sympathie qualifizierter Jugendlicher. Denn nur so können

sie ihre Existenzfähigkeit langfristig sichern. Dabei kommt

ihnen zugute, dass sie der jungen Generation ein hoch

modernes Berufsbild mit vielseitigen Perspektiven bieten

können. Denn qualifizierten Nachwuchskräften steht heute

nicht nur der Weg zur Hochschule offen, sondern auch der

Schritt in die Selbständigkeit oder in andere unternehmerische

Führungspositionen.

Weitere Infos

Messe Essen GmbH

Postfach 10 01 65, D-45001 Essen

Telefon +49(0)201.72 44-0

Telefax +49(0)201.72 44-384

www.shkessen.de

Infotipp

Spezial SHK

Uwe Gudella, Obermeister

Sanitär-Heizung Dorsten.

Seinen Betrieb hat er 1996

vom Vater übernommen.

Zentralverband Sanitär Heizung

Klima (ZVSHK)

www.wasserwaermeluft.de

DIE FACHMESSE FÜR

SANITÄR, HEIZUNG, KLIMA

UND ERNEUERBARE ENERGIEN

10. - 13. MÄRZ 2010

Vestisches Handwerk 29


Spezial SHK

Gegen Modernisierungsstau im Heizungskeller

ZVSHK-Vorsitzender Schliefke: Wer nicht friert, modernisiert nicht

Seit Jahren wirbt die Sanitär-, Heizungs- und Klimabranche

bei Hausbesitzern für Energie sparende Modernisierungsmaßnahmen.

Aber nur jede zehnte Anlage in

Deutschlands Heizungskellern ist auf dem Stand modernster

Heizungstechnologie.

Bruno Schliefke, Präsident des Zentralverbandes Sanitär

Heizung Klima (ZVSHK) / Gebäude- und Energietechnik

Deutschland, spricht vom „Modernisierungsstau im Heizungskeller“.

Nach wie vor schätzt der Verband das Potenzial

an veralteten, erneuerungsbedürftigen Heizungsanlagen

bundesweit auf rund vier Millionen. Schliefke:

„Der Verbraucher hört die Signale, aber er handelt nicht.“

Offenbar sehen die Heizungsbesitzer – so lange die alte

Anlage zufriedenstellend arbeitet – keinen Handlungsbedarf.

Schliefke bringt es auf den Punkt: „Wer nicht friert,

modernisiert nicht.“

Da die rund 50.000 Fachhandwerksbetriebe in

Deutschland die „entscheidende Schnittstelle zwischen

Angebot und Nachfrage im Markt“ bilden, sieht der

ZVSHK hier eine ganz besondere Verpflichtung. Nach einer

vom Meinungsforschungsinstitut Emnid durchgeführten

Untersuchung ist der Heizungsfachbetrieb für 69 Prozent

der Eigenheim- und Hausbesitzer erste Anlaufstelle

für Fragen und Informationen zu Einsparmöglichkeiten im

Heizungskeller. Hier muss deshalb der Hebel ansetzen, um

die Hemmschwelle für Modernisierungsinvestitionen beim

Kunden zu überwinden: mit dem Angebot eines Heizungs-

Checks, einem standardisierten Verfahren für die energetische

Inspektion der Heizungsanlage.

Individuelle Bewertung einzelner

Anlagekomponenten

Dabei wird die Energieeffizienz von Heizungsanlagen

mit Hilfe eines kostengünstigen Checklisten-Verfahrens

festgestellt. Es dauert etwa eine Stunde und kostet

etwa 100 Euro. Der Check beinhaltet die Überprüfung

des gesamten Heizsystems – vom Wärmeerzeuger (Kessel)

über die Wärmeverteilung (Pumpen und Rohre) bis

zur Wärmeübergabe (Heizkörper). Dabei entspricht er den

Die Träger der „Initiative

Solarwärme Plus“ (v.l.n.r.):

Stephan Kohler (dena),

Bruno Schliefke (ZVSHK),

der ehemalige Bundesumweltminister

Jürgen Trittin,

Helmut Jäger (BSi).

Durch kompetente Beratung

und die Wartung der

Heizkessel können Hausbesitzer

viel Geld sparen.

Vorgaben der entsprechenden DIN-Norm und erfüllt die

Anforderungen der EU-Richtlinie Gesamtenergieeffizienz

von Gebäuden. Bruno Schliefke: „Im Unterschied zu den

bisher durchgeführten Aktivitäten und Infokampagnen erhält

ein potenzieller Anlagenmodernisierer jetzt durch einen

qualifizierten Fachbetrieb unmittelbar Auskunft über

die energetische Qualität seiner Heizungsanlage und – damit

verbunden – begründete Vorschläge für Modernisierungsmaßnahmen.“

Mit geringen Investitionen bis zu 20 Prozent

Einsparung möglich

Ein wichtiger Vorteil für Hausbesitzer: In vielen Fällen

lässt sich die Effizienz der Heizungsanlage auch ohne

kostenintensiven Kesseltausch steigern. Denn die individuelle

Bewertung einzelner Anlagekomponenten zeigt

Möglichkeiten auf, wie sich durch geringe investive Maßnahmen

bis zu 20 Prozent Energie und Kosten einsparen

lassen (siehe nachstehende Übersicht). Die wissenschaftliche

Auswertung eines Feldtests in Hessen, bei dem ausgewählte

Fachbetriebe 500 Heizungs-Checks durchgeführt

haben, ergab drei für das Handwerk wichtige Resultate:

• Über das Checklistenverfahren wurden so gut wie keine

fehlerhaften oder widersprüchlichen Daten erhoben.

• Die Durchführung der Checks wurde von den Anlagenbetreibern

durchweg positiv bewertet; fast jeder dritte

Kunde gab die empfohlenen Sanierungsmaßnahmen in

Auftrag oder wollte sie innerhalb der nächsten sechs

Monate durchführen lassen.

• Bei den Anlagenkomponenten Wärmeerzeuger und Wärmeverteilung

sind ebenbürtige Energieeinsparpotenziale

vorhanden. So können beispielsweise durch eine optimierte

Regelung der Heizungsanlage mittels hydraulischem

Abgleich oder die Wärmedämmung der Heizungsrohre

beträchtliche Einspareffekte erzielt werden. Bei über 90

Prozent der in

Hessen durchgechecktenAnlagen

fehlte der

hyd ra u l i s c h e

Abgleich!

Infotipp

Zentralverband Sanitär Heizung

Klima (ZVSHK)

www.wasserwaermeluft.de

30 Vestisches Handwerk Juni 2008 Nr. 10


Mineralölwirtschaft fördert den Heizungs-

Check

Mit einer Marketingkampagne „Wir checken für

Deutschland“ will das Handwerk Haus- und Eigenheimbesitzer

für den Heizungscheck, aber auch für weitere Services

in der Haus- und Gebäudetechnik sensibilisieren.

Das Institut für wirtschaftliche Ölheizung (IWO) hat am

29. April in Berlin mit dem ZVSHK vereinbart, dass es

den Heizungs-Check an Ölheizungsanlagen, die älter als

15 Jahre sind, fördern wird.

Hinweis

EMNID: Modernisierung schon bis zu 20 Prozent

Einsparung attraktiv

Um die Marktaussichten für den Heizungs-Check

noch besser einschätzen zu können, hat der ZVSHK

mit Hilfe des Meinungsforschungsinstitut EMNID

ermittelt, von welcher Grenze an Hausbesitzer nach

einem Check die Modernisierung ihrer Anlage für lukrativ

halten. Resultat: 44 Prozent aller deutschen

Hausbesitzer halten eine Heizungsmodernisierung

schon bei einer finanziellen Einsparung von bis zu

20 Prozent für attraktiv. 13 Prozent der Hauseigentümer

erwarten mindestens eine Kostenentlastung von

25 Prozent. Und 28 Prozent der Anlagenbetreiber

wollen mit Investitionen in ihre Heizung mindestens

30 Prozent Kosteneinsparung erreichen.

Nr. 10 Juni 2008

Richter+Frenzel GmbH + Co. KG

45657 Recklinghausen • Hubertusstraße 62

Telefon 02361 208-0

Deutsche Sanitärwirtschaft

VDS-Vorsitzender sieht exzellente Perspektive

Das Barometer zeigt es

an: Ganz leicht steigen die

Balken wieder an.

Infotipp

Vereinigung Deutsche

Sanitärwirtschaft e. V.

Rheinweg 24

53113 Bonn

Tel.: 02 28 / 92 39 99-30

www.sanitaerwirtschaft.de

Spezial SHK

Das Jahr 2007 hat mit einem Gesamtumsatz von 15,2

Mrd. Euro (minus 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr)

die Erwartungen der Sanitärbranche nicht erfüllt.

Für 2008 hält der Vorsitzende der Vereinigung Deutsche

Sanitärwirtschaft (VDS), Fritz-Wilhelm Pahl, jedoch eine

Prognose des ifo-Instituts, nach der für 2008 ein um zwei

Prozent auf 15,5 Mrd. Euro wachsender Branchenumsatz

erwartet wird, „unter dem Strich“ für realistisch. Vor allem

im Inlandsgeschäft, das um knapp zwei Prozent

auf 12,3 Mrd. Euro zulegen soll, sei man vor

Überraschungen allerdings nie sicher.

Der Exportboom verliere vermutlich an

Schwung. Hier rechne ifo im laufenden Jahr nur

noch mit einem Plus von gut drei Prozent auf 3,2

Mrd. Euro. Mittelfristig räumt der VDS-Vorsitzende

dem Badgeschäft jedoch „exzellente Perspektiven“

ein.

Besuchen Sie

unser Bad-Center.

Vestisches Handwerk 31


Hocheffizienzpumpe Wilo-Stratos ECO.

Die Wilo-Stratos ECO ist die Hocheffizienzpumpe für Ein- und Zweifamilienhäuser.

Sie ist mit der Energieeffizienzklasse A ausgezeichnet und erreicht im Vergleich zu

ungeregelten Heizungspumpen Stromeinsparungen bis zu 80 %.

Genial? Wir nennen das Pumpen Intelligenz.

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Grüner wird's nicht.

32 Vestisches Handwerk Juni 2008 Nr. 10


Janna Pankoff - Neu im Team

Jubiläum, Ehrung oder Auszeichnung: Rufen Sie uns an!

Als Kind habe ich stundenlang mit

meinem Papa im Keller gebastelt und

geschraubt. Handwerkliche Tätigkeiten

haben mich schon immer sehr

interessiert.

Jetzt bin ich zwanzig Jahre und sitze

nur noch selten an der Werkbank. Dafür

umso häufiger in der Uni, denn ich

möchte mein Hobby zum Beruf machen

und studiere seit zwei Semestern

an der Ruhr-Universität Bochum

Elektro- und Informationstechnik.

Seit zwei Jahren schreibe und fotografiere

ich zudem für den Haidhausen-Verlag.

Jung und neugierig:

Janna Pankoff.

Möchten Sie, liebe Handwerkerinnen

und Handwerker, dass wir in

unserer Rubrik „Innungen heute“ von

einer Auszeichnung, einem Firmenjubiläum,

einem langjährigen Mitarbeiter

oder einem besonderen Ereignis berichten,

rufen Sie uns an. Auch wenn

Sie eine Idee für eine Reportage haben.

Ich bin gespannt, was mich bei

der Zusammenarbeit mit Ihnen erwartet.

Ich freue mich sehr auf Sie und

Ihre Geschichten!

Infotipp

Wir sind Handwerk

Neue Serie: Machen Sie mit und stellen sich vor die Kamera

Wie sieht der moderne Handwerker

aus? Wie sieht er sich selbst? Frech,

witzig, selbstbewusst, hoch geschlossen

oder tief dekolletiert?

Auf Seite 18 und 19 sehen Sie die Premiere

unserer neuen Fotoserie „Wir

sind Handwerk“. Unser Fotograf Markus

Arns hat die Maler- und Lackierermeisterin

Annika Schröer fotografiert.

Diese Reihe wollen wir fortsetzen. Wir

suchen interessante Frauen und auch

Männer aus dem Handwerk, die sich

in unserem professionellen Fotostudio

AufEwald ablichten lassen. Wie? Das

Nr. 10 Juni 2008

Z U K U N F T S Z E N T R U M . H E RT E N

entscheiden wir gemeinsam, ebenso

wie Sie auch ein Mitspracherecht bei

der Auswahl haben. Rufen Sie uns an!

Tel.: 0 23 66 / 8 87 09 13

Annika Schröer.

Infotipp

Das ZukunftsZentrum Herten

Haidhausen-Verlag GmbH

Tel.: 0 23 66 / 8 87 09 13

Ein Dienstleistungszentrum für innovative Jungunternehmer

und eine Keimzelle für zukunftsfähige Technologien

Raumangebot

Das ZZH verfügt mit seinen Büro-, Labor-,

Werkstatt- und den Technikumbereichen

über ein hochspezialisiertes Raumprogramm.

Die insgesamt vermietbare ZZH-Fläche

umfasst 3.400 m 2 .

Aufgaben

Den Aufgabenschwerpunkt

im ZZH bildet die Umwelttechnologie.

Die technologischen Arbeitsfelder der

angesiedelten Unternehmen beinhalten:

• Zukunftsenergien

• Brennstoffzellenentwicklung

• Umwelttechnik

• Mikroelektronik und IT

Kontakt

ZukunftsZentrum Herten · Konrad-Adenauer-Str. 9-13 · Telefon: 0 23 66 / 3 05-0

Fax: 0 23 66 /3 05-100 · E-Mail: zzh@herten.de · Internet: www.zzh-herten.de

Redaktion intern

Schön wie immer

Redaktionsfest bei Elektro

Croonenbrock in Marl

Es war wieder mal eine ganz besondere

Atmosphäre: Die Vorstellung

der neuen Ausgabe vom Vestischen

Handwerk. Dieses Mal hatte Bernd

Croonenbrock von der gleichnamigen

Elektro-Firma in Marl eingeladen.

Rund 70 Gäste aus Handwerk, Politik

und Verwaltung sind gerne gekom-

Ein vorbildlicher Gastgeber: Bernd

Croonenbrock.

men, um die frisch gedruckte März-

Ausgabe in den Händen zu halten.

Der Kreishandwerksmeister Hans-

Walter Bugzel, Marls stellvertretende

Bürgermeisterin Anneliese Scheffler

und Agentur-Chef Otto Lerchenmüller

begrüßten die Gäste. Geschäftsführer

Bernd Croonenbrock hatte sich etwas

Besonders ausgedacht. Er veranstaltete

ein kleines Frage-und-Antwort-

Spiel. Eine Super-Idee. Vielen Dank.

Vestisches Handwerk 33


Vestischer Kalender

Geburtstage von Innungsmitgliedern

86. Geburtstag

Heinrich Schlenkert, 28.Juni,

Ehrenobermeister Metall-

Innung Vest Recklinghausen

85. Geburtstag

Franz Borkowski, 17. Juni,

Ehrenobermeister Baugewerken-Innung

Dorsten

84. Geburtstag

Erich Büchte, 1. Mai, Baugewerbe-Innung

Recklinghausen

Albert Wissing, 13. Juni, Baugewerken-Innung

Dorsten

83. Geburtstag

Werner Kilimann, 11. Juni,

Vestische Informationstechniker-Innung

Hermann Breickmann, 19. Juni,

Innung für Elektrotechnik

Recklinghausen

Paul Gudella, 27. Juni, Sanitär-

und Heizungstechnik-Innung

82. Geburtstag

Franz Barczak, 9. April, Tischler-Innung

Recklinghausen

81. Geburtstag

Josef Rawers, 11. April, Bäcker-

Innung Recklinghausen

75. Geburtstag

Harold Rostek, 27. Juni, Vestische

Friseur-Innung

70. Geburtstag

Rudolf Schäfer, 1. April,

Maler- und Lackierer-Innung

Mittleres Ruhrgebiet

Erhard Scholten, 21. April,

Raumausstatter-Innung

Karl Stuhldreier, 23. April,

Fachinnung Sanitär-Heizung-

Klempnerei

Friedhelm Stüer, 24. April,

Vestische Friseur-Innung

Werner Stoerbrauck, 9. Mai,

Maler- und Lackierer-Innung

Mittleres Ruhrgebiet

Verstorbene Innungsmitglieder

Hans Peters, 21. Mai,

Vestische Friseur-Innung

Heinrich Westhoff, 25. Mai,

Maler- und Lackierer-Innung

Mittleres Ruhrgebiet

Hans-Dieter Strate, 19. Juni,

Vestische Innung des KFZ-

Gewerbes

Gerd Hachmann, 30. Juni, Bäcker-Innung

Recklinghausen

65. Geburtstag

Claus-Peter Crölle, 2. April,

Innung für Elektrotechnik

Recklinghausen

Otto Stöveken, 10. April,

Fachinnung Sanitär-Heizung-

Klempnerei

Bernhard Bertelwick, 20. April,

Bäcker-Innung Dorsten

Erhard Rohde, 27. April,

Vestische Informationstechniker-Innung

Ernst Müller, 30. April, Innung

für das Zweiradmechanikerhandwerk

Klaus Urban, 28. Mai, Maler-

und Lackierer-Innung Mittleres

Ruhrgebiet

Herbert Baier, 15. Juni, Vestische

Friseur-Innung

60. Geburtstag

Hans Naler, 2. April, Fachinnung

Sanitär-Heizung-

Klempnerei

Franz-Josef Kaczor, 5. April,

Vestische Innung des Kfz-

Gewerbes

Johann Krause, 26. April, Vestische

Innung des Kfz-

Gewerbes

Bodo Kuhn, 14. Mai, Tischler-

Innung Recklinghausen

Wilhelm Richter, 21. Juni,

Innung für Elektrotechnik

Recklinghausen

Vestische Friseur-Innung

Friseurmeister Erwin Risch, Hochstr. 71,

45661 Recklinghausen, 15. Februar 2008

Friseurmeister Manfred Schreiter, Eifelstr. 45,

45665 Recklinghausen, 13. Februar 2008

Maler- und Lackierer-Innung Mittleres Ruhrgebiet

Malermeister Friedrich Timmermann, Schützenstr. 56,

45657 Recklinghausen, 27. Februar 2008

Metall-Innung Vest Recklinghausen

Drehermeister Alfons Theune, Luciagasse 7,

45894 Gelsenkirchen-Buer, 06. Mai 2008

Messen

Aluminium 2008

Dienstag, 23. September bis

Donnerstag, 25. September

Weltmesse für Aluminiumherstellung

und -verarbeitung, Messe Essen

www.aluminium-messe.com

Friseurmeister Robert Schott bei

der kreativen Frisurensuche.

Beratung

Fort- und Weiterbildung

Informationen über staatliche Finanzierungsmöglichkeiten

ihrer Fort- und

Weiterbildung:

Tel.: 02 51 / 7 05 33 33 oder mittwochs

ab 17 Uhr, Handwerkskammer

Münster, Bismarckallee 1,

www.weiterbildung.in.nrw.de

Hinweis

Veranstaltungstipps rund ums

Handwerk und Handwerk in der

Öffentlichkeit sowie Weiterbildungs-

und Beratungsangebote

der Innungsmitglieder, auch festliche

Aktionen, nehmen wir gerne

in den „Vestischen Kalender“ auf.

Kontakt:

Haidhausen-Verlag

Grafik.PR.Werbung GmbH,

AufEwald, Lise-Meitner-Straße 11,

45699 Herten.

Fax: 0 23 66 / 8 87 09 19, E-Mail:

redaktion@haidhausen-verlag.de

Stichwort: „Vestischer Kalender“.

Veranstaltungen

75 Jahre Innung für Elektrotechnik

Recklinghausen

Samstag, 30. August, 18 Uhr

Festakt mit Innungsgeschichte, Tanz

und Tombola, Gartenpavillon „Haus

Bergedick“, Hochlarmarkstraße 66,

45661 Recklinghausen

Informationen und Anmeldung:

Marie-Luise Münch

Tel.: 0 23 61 / 48 03 20

Seminare

Meisterprüfung

Fachlicher Vorbereitungslehrgang auf

die Meisterprüfung im Maurer- und

Beton- und Stahlbetonbauer-Handwerk

- ab September

Weitere Infos: Ralf Ullrich

Tel.: 0 23 61 / 48 03 17

ralf.ullrich@khre.de

AdA (Ausbildereignungsprüfung)

Lehrgang zur Erlangung der Ausbildungsberechtigung

(AdA) der Kreishandwerkerschaft

Recklinghausen,

gleichzusetzen mit Teil 4 der Meisterschule.

16. August, 8 Samstage (80

Stunden), Kosten: 420 Euro

Weitere Infos: Ralf Ullrich

Tel.: 0 23 61 / 48 03 17

ralf.ullrich@khre.de

Damen-Haarschnitt

Vestische Friseur-Innung,

13. August, 20. August und

27. August, 19.30 Uhr

Sämtliches Werkzeug, Material und

Modelle sind mitzubringen

Kosten: 40 Euro für Innungsmitglieder

(sonst: 50 Euro)

Weitere Infos: Peter Kempen

Tel.: 0 23 61 / 48 03 11

Herren-Haarschnitt

Vestische Friseur-Innung, mittwochs

3., 10. und 17. September, 1. Oktober,

19.30 Uhr

Sämtliches Werkzeug, Material und

Modelle sind mitzubringen

Kosten: 60 Euro für Innungsmitglieder

(sonst: 70 Euro)

Weitere Infos: Peter Kempen

Tel.: 0 23 61 / 4803 11

34 Vestisches Handwerk Juni 2008 Nr. 10

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