09.03.2017 Aufrufe

Alnatura Magazin - März 2017

Verwandeln Sie Ihre PDFs in ePaper und steigern Sie Ihre Umsätze!

Nutzen Sie SEO-optimierte ePaper, starke Backlinks und multimediale Inhalte, um Ihre Produkte professionell zu präsentieren und Ihre Reichweite signifikant zu maximieren.

alnatura.de<br />

MÄRZ 2 017<br />

ISSN 1612-7153<br />

#KunstKochen:<br />

Blumenstillleben trifft<br />

Wildkräuter-Blüten-Salat


ANZEIGE<br />

Besonders wertvoll<br />

Ihr tägliches Plus an Ωmega-Fettsäuren<br />

Diese kostbaren OXYGUARD®-Öle werden im Hause Rapunzel durch das besonders<br />

schonende OXYGUARD®-Verfahren gewonnen. So bleiben die wertvollen Inhaltsstoffe<br />

wie die mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren optimal erhalten.<br />

Ein rundum gesunder Genuss!<br />

NEU<br />

www.rapunzel.de<br />

Wir machen Bio aus Liebe.


Liebe Kundinnen,<br />

liebe Kunden,<br />

das Frühjahr kommt und nach und<br />

nach verwandelt sich das Angesicht<br />

der Erde von Graubraun zu frischem<br />

Grün. Die ersten Frühlingsblumen schieben ihre grünen Triebe durch<br />

den Boden. Die Natur ist in ihrer aktiven Phase. Neues entsteht –<br />

aus Altem. Die Blumenzwiebeln und Saatkörner im Boden vergehen,<br />

neue Wurzeln und Triebe kommen hervor. Zumeist schauen wir nur<br />

auf das, was frisch und dynamisch neu entsteht, weniger auf das, was<br />

zugleich vergeht. Dies ist jedoch ein Grundgesetz aller Entwicklung:<br />

»Stirb und Werde« (Johann Wolfgang von Goethe). Das Neue wächst<br />

aus dem Alten. Das gilt für die Entwicklungen in der Natur und ebenso<br />

auch für die Entwicklung des Menschen.<br />

Nur wenn wir Gewohntes hinter uns lassen, entsteht etwas Neues.<br />

Das Gewordene in Form unserer festen Vorstellungen müssen wir<br />

zurücklassen, wenn wir neue Ideen verwirklichen wollen. Erst ein<br />

Entlernen ermöglicht Neulernen. Nur wenn wir uns immer wieder<br />

offen und vorurteilsfrei mit der Wirklichkeit befassen, können wir sie<br />

ganz erfassen. »Stirb und Werde« gelingt uns nur, wenn wir den<br />

Mut aufbringen, loszulassen und durch eine Phase der Offenheit zu<br />

Neuem vorzudringen.<br />

Mit herzlichen Grüßen<br />

Prof. Dr. Götz E. Rehn,<br />

Gründer und Geschäfts -<br />

führer <strong>Alnatura</strong><br />

<strong>März</strong> <strong>2017</strong><br />

4 PANORAMA<br />

6 WARENKUNDE<br />

8 REZEPTIDEEN<br />

10 ZWEI, DIE SICH MÖGEN<br />

15 KOLUMNE<br />

16 HERSTELLER-REPORTAGE GEPA<br />

20 ALNATURA MARKENPRODUKTE<br />

22 HERSTELLER-REPORTAGE Palaterra<br />

24 ALNATURA EINBLICKE<br />

26 HERSTELLER-REPORTAGE foodloose<br />

30 NATURKOSMETIK<br />

34 GESELLSCHAFT<br />

36 LEITBILD LANDWIRTSCHAFT<br />

38 NACHHALTIG LEBEN<br />

40 ZEIT LEO<br />

43 KLEINES IMKER-TAGEBUCH<br />

44 Titel #KUNSTKOCHEN<br />

46 ÜBER DEN TELLERRAND KOCHEN<br />

48 PUNKTE SPENDEN – GUTES TUN<br />

50 VORSCHAU, FILIALEN, IMPRESSUM<br />

20 46<br />

34<br />

<strong>Alnatura</strong> <strong>Magazin</strong> 03.<strong>2017</strong> 3


Panorama<br />

NEU!<br />

Drei Dessertklassiker von <strong>Alnatura</strong><br />

Ob die beliebte französische Nachspeise Mousse au<br />

Chocolat, das nach original italienischem Rezept<br />

hergestellte Tiramisu oder die mit Schweizer Milch<br />

gemachte Pannacotta – ab sofort finden Sie drei neue<br />

<strong>Alnatura</strong> Sélection Spezialitäten im Kühlregal. Für<br />

erlesenen Bio-Genuss zum Verwöhnen und Teilen.<br />

Freude im Garten<br />

Endlich, es wird Frühling, die Gartenzeit beginnt! Wieder den<br />

Geruch feuchter Erde atmen, die Lieblingsblumen pflanzen,<br />

das Wunder des Wachsens beobachten und nach getaner Arbeit<br />

müde, aber glücklich im Garten sitzen. Rund ums ökologische<br />

Gärtnern bieten wir in unseren Filialen ein besonderes<br />

Sortiment an. Zum Beispiel Palaterra-Erde. Diese fermentierte,<br />

torffreie Schwarzerde sorgt für eine gute Durchlüftung des<br />

Bodens und kräftiges Pflanzenwachstum. Dazu ökologisches<br />

Saatgut, wie von Bingenheimer oder ProSpecieRara, einer<br />

Stiftung, die alte Gemüsesorten vor dem Aussterben bewahrt.<br />

Auch optisch ist dieses Gemüse ein Genuss. Schon etwas gewachsen<br />

und auch im Angebot sind die Bio-Stecklinge, sie<br />

stammen aus regionalem Anbau. Weshalb ökologisches Saatgut<br />

so sinnvoll ist und warum Bio, schöne Gärten und Viel -<br />

falt zusammengehören, erfahren Sie auf Seite 24 und unter<br />

vielfalterleben.info<br />

Fürs Osterkörbchen<br />

Fröhlich, zwitschernd und Vorfreude verbreitend – so<br />

kommen die neuen Verpackungen des <strong>Alnatura</strong> Frühlingsund<br />

Ostersortimentes daher. Zehn feine Bio-Produkte –<br />

vom Schoko-Oster hasen und Kräutertee über Nougat-<br />

Mandeln und Marzipan-Konfekt bis hin zu knusprigen<br />

Schoko-Eiern – warten darauf, Frohsinn und Genuss<br />

auf die Festtagstafel, die Picknickdecke oder ins Osterkörbchen<br />

zu bringen.<br />

Gentechnik – Nein Danke!<br />

Einen Konzernatlas <strong>2017</strong> haben sechs Organisationen<br />

vorgelegt, die Naturschutzorganisation BUND, die<br />

Heinrich-Böll-Stiftung, die Rosa-Luxemburg-Stiftung,<br />

Oxfam Deutschland, Germanwatch und Le Monde<br />

Diplomatique. Drei oder vier Großkonzerne besitzen<br />

den Großteil der Patente auf Saatgut, Pestizide und<br />

die Lizenzrechte auf die relevanten Züchtungsverfahren.<br />

Die großen Agrochemie-Giganten können – gegebenenfalls<br />

fusioniert zu Bayer / Monsanto, DuPont / Dow<br />

Chemical und ChemChina / Syngenta – die Welt-Landwirtschaft<br />

und -Lebensmittelerzeugung kontrollieren.<br />

Drei Konzerne beherrschen heute 60 Prozent der Märkte<br />

für Saatgut und Agrochemikalien. Über Rechte an<br />

Züchtungsverfahren, die mit Mitteln der Gentechnik<br />

arbeiten, wie zum Beispiel CRISPR- Cas9, streiten sich<br />

die Firmen. Der Konzentrationsprozess in dem Sektor<br />

geht weiter und erfasst inzwischen auch die Landmaschinenhersteller<br />

(keine-gentechnik.de, 10. 1. <strong>2017</strong>). MH


KURZ UND KNACKIG<br />

»Wandel ist notwendig<br />

wie die Erneuerung<br />

der Blätter im Frühling.«<br />

Vincent van Gogh (1853–1890)<br />

Bargeldlos bezahlen mit Payback Pay<br />

Immer mehr Kunden von <strong>Alnatura</strong> nutzen die neue Bezahlfunktion<br />

der Payback-App. Dank Payback Pay bezahlen Sie<br />

Ihre Einkäufe statt mit Bargeld oder Karte bequem mobil<br />

mit dem Smartphone. Das Ganze ist komfortabel, sicher<br />

und komplett gebührenfrei: Einmal die Bankverbindung hinterlegen,<br />

persönliche Pay-Pin festlegen und schon kann’s losgehen. Sie aktivieren<br />

an der Kasse einfach die Pay-Funktion auf Ihrem Smartphone und<br />

halten Ihr Smartphone über den Scanner – schon sind die Einkäufe bezahlt<br />

und die Payback-Punkte auf dem Konto. Mehr Informationen<br />

finden Sie unter alnatura.de/alnatura-maerkte/payback<br />

»Bio ist zu teuer!«<br />

Fragen Sie sich manchmal, was Sie erwidern können, wenn<br />

andere sagen, Bio-Produkte seien zu teuer? Ja, der Preis,<br />

den man für Bio-Lebensmittel zahlt, ist häufig höher als<br />

der für konventionell erzeugte Produkte. Denn Bio macht<br />

dem Bauern mehr Arbeit, weil er dem Unkraut mechanisch<br />

zu Leibe rücken muss, er kann nicht mit der Spritze arbeiten.<br />

Bei vielen Kulturen erntet er weniger von seinen Flächen.<br />

Denn er verzichtet auf die treibenden mineralischen Stickstoffdünger,<br />

die zwar Massenerträge ermöglichen, aber<br />

dies häufig zulasten von Produktgeschmack, Pflanzengesundheit,<br />

Biodiversität und Grundwasserqualität. Oft sind<br />

bei Bio Verarbeitung und Handel kleiner strukturiert als<br />

im konventionellen Bereich. Skaleneffekte der Kosteneffizienz<br />

lassen sich da in geringerem Maß realisieren. Aber<br />

der Bio-Bauer geht mit den Gemeingütern Boden, Wasser,<br />

Luft und Artenvielfalt sorgsamer um als viele konventionelle<br />

Kollegen. Er belastet die planetaren Stoffströme, zum<br />

Beispiel von Stickstoff und Phosphat (vgl. Rockström et al.,<br />

2009), erheblich weniger. Die Preise für Bio-Lebensmittel<br />

sagen ökologisch weit eher die Wahrheit als die Preise, die<br />

wir alle üblicherweise für unsere Nahrung zahlen – ohne die<br />

Umweltkosten zu kennen oder überhaupt zu bedenken. MH<br />

18 ABBI-Bauern stellen <strong>2017</strong> auf Bio um<br />

Am 16. Februar haben auf der Biofach in Nürnberg –<br />

der größten Messe für Bio-Lebensmittel weltweit –<br />

13 Bauern einen Förderpreis erhalten, der vom Naturschutzbund<br />

Deutschland e. V. (NABU) und <strong>Alnatura</strong><br />

verliehen wird. Damit erhalten die Preisträger <strong>2017</strong> eine<br />

Förderung durch das NABU-Projekt »Gemeinsam Boden<br />

gut machen«. Fünf weitere werden am 11. Juni auf<br />

dem Umweltfestival in Berlin vorgestellt. <strong>Alnatura</strong> unterstützt<br />

das Projekt finanziell durch die <strong>Alnatura</strong> Bio-<br />

Bauern-Initiative (ABBI): Die Bauern erhalten eine Fördersumme<br />

zwischen 18.500 und 60.000 Euro für die<br />

Umstellung auf biologische Landwirtschaft. Damit können<br />

in diesem Jahr rund 2014 Hektar auf Bio-Landbau<br />

umgestellt werden.<br />

Kennen auch Sie einen Bauern, der seinen Hof auf<br />

Bio-Landbau umstellen möchte? Wussten Sie, dass Sie<br />

das Projekt mit dem Kauf von <strong>Alnatura</strong> Produkten mit<br />

dem Hinweis »Gemeinsam Boden gut machen« automatisch<br />

unterstützen? Mehr unter alnatura.de/abbi<br />

Film-Tipp: Der Film »Bauer unser« (Filmstart:<br />

23. <strong>März</strong> <strong>2017</strong>) zeigt gleichermaßen ungeschönt wie<br />

unaufgeregt, wie es auf Bauernhöfen zugeht – der Tenor<br />

ist einhellig: »So kann und wird es nicht weitergehen.«<br />

Infos unter mfa-film.de/kino/id/bauer-unser/<br />

<strong>Alnatura</strong> <strong>Magazin</strong> 03.<strong>2017</strong> 5


Gütesiegel beim Fischkauf<br />

MSC-Siegel (Marine Stewardship Council): Fisch und<br />

Meeresfrüchte aus nachhaltiger Fischerei, die 3 Prinzipien<br />

folgt: Schutz der Fischbestände, minimale Auswirkungen<br />

auf das Ökosystem, verantwortungsvolles und<br />

effektives Management.<br />

Naturland: Die Richtlinien für ökologische Aquakultur<br />

und nachhaltigen Fischfang schaffen Rahmenbedingungen<br />

für Erzeuger von Fisch und Meeresfrüchten, die der<br />

genutzten Art sowie deren Ökosystem nicht schaden.<br />

Friend of the Sea: International anerkanntes Gütezeichen<br />

zur Kennzeichnung von Produkten aus nachhaltiger<br />

Fischerei – weder Fischbestände noch Meeresumwelt<br />

werden gefährdet, keine ungewollten Arten als Beifang.


WARENKUNDE<br />

Fisch<br />

Schön, diese Vorstellung: Eine Handvoll Männer fährt<br />

mit kleinen Kuttern dem Morgengrauen entgegen.<br />

Im Gepäck Angeln und selbst gemachte Netze, um den<br />

Fisch zu fangen, der einige Tage später auf unserem Teller liegen<br />

wird. Doch dieses hemmingwaysche Bild vom alten Mann und<br />

dem Meer – das wissen wohl die meisten – ist mittlerweile<br />

weit entfernt von der Realität. Große Hochseefangflotten, technisch<br />

bestens ausgerüstet und oft mit großen Schleppnetzen<br />

»bewaffnet«, haben die Oberhand über das Meer und seine<br />

Fischbestände gewonnen. Schätzungen der Welternährungsorganisation<br />

(FAO) zufolge sind circa 61 Prozent der Fischbestände<br />

bis an die Grenze genutzt, etwa 29 Prozent gar überfischt<br />

beziehungsweise erschöpft. Diese Zahlen gelten weltweit,<br />

für europäische Gewässer lesen sich die Zahlen noch dramatischer.<br />

Im Mittelmeer sind gar 93 Prozent der Bestände überfischt.<br />

Umweltorganisationen warnen deshalb: Das Meer steckt<br />

in der Krise, den Fischen steht das Wasser bis zum Hals. Dabei<br />

geht es nicht nur um das Verschwinden einer Delikatesse oder<br />

der Lebensgrundlage vieler Kleinfischer, sondern ein ganzes<br />

Ökosystem droht zu kollabieren. Andererseits hält die Deutsche<br />

Gesellschaft für Ernährung (DGE) an ihrer Empfehlung fest,<br />

ein- bis zweimal pro Woche Fisch zu verzehren. Schließlich ist<br />

Fisch ein wertvolles Lebensmittel, welches seit Menschengedenken<br />

den Speiseplan bereichert. Doch kann man Fisch noch<br />

mit gutem Gewissen verzehren? Die etwas zögerliche Antwort:<br />

Ja, das ist möglich, erfordert aber einiges an Wissen.<br />

Ob tiefgefroren, aus der Dose oder geräuchert:<br />

Oberstes Gebot bei der Auswahl des <strong>Alnatura</strong><br />

Fischsortiments ist die Nachhaltigkeit.<br />

Wildfang und Aquakultur Wasser ist der Lebensraum des<br />

Fisches. Dabei wird in Süßwasser- und Seefisch unterschieden.<br />

Süßwasserfische leben überwiegend in Flüssen und Seen,<br />

zu den bekanntesten Beispielen gehören Karpfen, Lachs und<br />

Forelle. Seefische wie Kabeljau, Rotbarsch, Heilbutt und Co.<br />

hingegen leben im Meer. Wird ein Fisch gefangen, der frei in<br />

seinem natürlichen Lebensraum aufgewachsen ist, so spricht<br />

man von Wildfisch. Wird er hingegen vom Menschen gehalten,<br />

so ist der Fisch in Aquakultur aufgewachsen. So viel zu den<br />

Definitionen. Für verantwortungsvollen Fischkonsum muss<br />

man bei beiden Varianten genau hinschauen.<br />

Wildfang Wild gefangener Fisch wächst in seinem natürlichen<br />

Umfeld auf – im Meer, See oder Fluss. Da man bei<br />

diesen frei lebenden Tieren keinen direkten Einfluss auf Lebensraum<br />

und Futterqualität hat, gilt die EG-Öko-Verordnung nicht.<br />

Das Siegel sucht man auf Wildfisch daher vergebens. Stattdessen<br />

geben andere Symbole Aufschluss über die Nachhaltigkeit<br />

des Fisches. Das wohl bekannteste ist das Siegel des MSC (Rat<br />

zum Erhalt der Meere). Die weiße Fischsilhouette auf blauem<br />

Grund zertifiziert Fischereien, die nachhaltigen Fisch fang betreiben<br />

– also beispielsweise nur in stabilen Beständen fischen.<br />

Umweltorganisationen wie Greenpeace gehen weiter. Sie betrachten<br />

auch die Fangmethode, Schleppnetze beispielsweise<br />

sind für einen von Greenpeace empfohlenen Fisch tabu. Zu<br />

hoch sind der Beifang und die mögliche Zerstörung des Meeresbodens<br />

durch die meist schweren Gerätschaften.<br />

Aquakultur Das Halten von Fischen, Muscheln und Krebstieren<br />

in einer Art Teich oder Gehege kann einen Beitrag leisten,<br />

um dem Meer und seinen Bewohnern Erholung zu gönnen.<br />

Aber es kommt darauf an, wie die Haltung erfolgt. Konventionelle<br />

Aquakultur, beispielsweise von Lachs oder Garnelen, ist<br />

oft Massentierhaltung. Einhergehend mit den üblichen Problemen:<br />

viele Tiere auf engen Raum, Überdüngung der Gewässer<br />

durch Ausscheidungen, wenig nachhaltiges Futter, Medikamentenrückstände<br />

und einiges mehr. Die EG-Öko-Verordnung<br />

regelt daher seit 2009 die Bio-Aquakultur; ihr grünes Siegel ist<br />

verpflichtend auf den Produkten zu finden. Die Regeln: geringere<br />

Bestandsdichte, Fütterung mit Bio-Komponenten oder<br />

nachhaltig gefangenem Beifang, keine vorbeugende Antibiotikagabe<br />

und so weiter. Naturland ist hier besonders engagiert.<br />

Bereits 1996 hat dieser Bio-Verband Richtlinien für ökologische<br />

Aquakultur erarbeitet, die noch heute strenger als die Vorgaben<br />

der EG-Öko-Verordnung sind.<br />

Fisch bei <strong>Alnatura</strong> Zugegeben: Es ist nicht leicht, bei nachhaltigem<br />

Fischkonsum den Überblick zu behalten. <strong>Alnatura</strong> schließt<br />

sich daher den Vorgaben des Bundesverbands Naturkost Naturwaren<br />

(BNN) an. Hier wird klar geregelt, dass in BNN-zertifizierten<br />

Bio-Läden ausschließlich Fisch zu finden ist, der entweder<br />

aus Bio-Aquakultur stammt oder im Fall von Wildfisch zwei<br />

grundsätzlichen Vorgaben entspricht. Erstens: Unabhängige<br />

Experten wie Greenpeace müssen die Fischart, ihre geografische<br />

Herkunft und Fangmethode als vertretbar einstufen. Zweitens:<br />

Fang, Gewinnung und Herstellung müssen durch eine unabhängige<br />

Einrichtung kontrolliert werden. Aus diesem Grund<br />

finden Sie bei <strong>Alnatura</strong> ein eher übersichtliches, dafür aber<br />

ökologisch vertretbares Fischsortiment. AW<br />

<strong>Alnatura</strong> <strong>Magazin</strong> 03.<strong>2017</strong> 7


REZEPTIDEEN<br />

8 <strong>Alnatura</strong> <strong>Magazin</strong> 03.<strong>2017</strong>


Lachs-Couscous-Päckchen<br />

Surf and Turf<br />

Gebratenes Entrecote mit Garnelen,<br />

Kartoffelecken und Tomaten-Salsa<br />

Zutaten für 4 Portionen<br />

200 g Black-Tiger-Garnelen (über Nacht im Kühlschrank<br />

aufgetaut) / 2 Entrecote-Steaks vom Rind à 200 g /<br />

Meersalz / schwarzer Pfeffer / Butterschmalz oder<br />

Ghee zum Braten / Tomaten-Salsa: 2 rote lange Chilischoten<br />

/ 1 rote Zwiebel / 2 reife Tomaten / 1 kl. Bund<br />

Koriander / 3 EL Olivenöl / Meersalz / 1 Prise Zucker /<br />

1 Limette / Kartoffelecken: 600 g kl. fest kochende<br />

Kartoffeln / 3 EL Olivenöl / Meersalz / 1 TL Paprikapulver /<br />

1/2 TL Curry / 2–3 Prisen schwarzer Pfeffer / 6–8 Zehen<br />

Knoblauch, angedrückt<br />

Zubereitung<br />

Garnelen schälen, mit Küchenpapier trocken tupfen<br />

und halbieren, dann beiseitestellen.<br />

Steaks mit Küchenpapier trocken tupfen, mit Frischhaltefolie<br />

abdecken und Raumtemperatur annehmen lassen.<br />

Für die Salsa Chilischoten vom Stiel befreien, längs<br />

halbieren, entkernen und in sehr feine Würfel schneiden.<br />

Zwiebel abziehen und in feine Würfel schneiden.<br />

Tomaten vierteln, entkernen, das Fruchtfleisch fein<br />

würfeln.<br />

Koriander grob schneiden und alles zusammen in einer<br />

Schüssel mischen, mit Olivenöl, Salz, Zucker und<br />

wenigen Spritzern Limettensaft abschmecken. Beiseitestellen.<br />

Backofen auf 180 °C Umluft vorheizen. Ein Backblech<br />

mit Backpapier auslegen.<br />

Kartoffeln sehr gründlich unter fließendem Wasser<br />

waschen, dann trocknen und längs halbieren. Olivenöl<br />

mit Gewürzen verrühren. Kartoffeln mit der Würzmarinade<br />

einreiben. Kartoffeln und Knoblauch auf dem<br />

Backblech verteilen, für ca. 20 min knusprig backen.<br />

In der Zwischenzeit Steaks und Garnelen mit Salz<br />

und Pfeffer würzen. Butterschmalz in einer großen<br />

Pfanne heiß werden lassen, Steaks je nach Belieben<br />

3–5 min je Seite anbraten, aus der Pfanne nehmen<br />

und kurz ruhen lassen. Garnelen in die heiße Pfanne<br />

geben und für 1,5–2 min anbraten.<br />

Kartoffeln aus dem Ofen nehmen und bei Bedarf<br />

mit etwas Salz nachwürzen.<br />

Steaks mit Garnelen, Kartoffeln und Salsa anrichten<br />

und servieren.<br />

• Zubereitungszeit: ca. 30 min + ca. 20 min Garzeit<br />

(+ Auftauen über Nacht) • Nährwerte pro Portion:<br />

Energie 535 kcal, Eiweiß 33 g, Kohlen hydrate 31 g,<br />

Fett 41 g<br />

Buongiorno! Neben meinem Job als Chemie- und Biologielehrerin habe<br />

ich noch zwei weitere Leidenschaften: Kochen und Backen. Mein Fokus<br />

liegt auf gelingsicheren saisonalen Rezepten, meist aus der italienischen<br />

Küche, die mir quasi in die Wiege gelegt wurde. Wer auf der<br />

Suche nach der perfekten Pannacotta ist oder Tipps und Tricks für ein<br />

leckeres Risotto braucht, wird auf meinem Blog sicherlich fündig.<br />

Zutaten für 2 Portionen<br />

200 g Karotten / 100 g Zucchini / 1 Bund Frühlingszwiebeln / 1 EL Olivenöl<br />

/ Meersalz, Pfeffer / 1 TL Zimt / 1 TL Curry / 1 Prise Kreuzkümmel /<br />

160 g Couscous / 200 ml heiße Gemüsebrühe (+ ca. 100 ml als Reserve) /<br />

2 Lachsfilets à ca. 200 g / 1 Zitrone / etwas glatte Petersilie / Backpapier<br />

oder Pergamentpapier / Backgarn<br />

Zubereitung<br />

Gemüse putzen, waschen und wenn nötig schälen. Karotten und<br />

Frühlingszwiebeln in etwa 0,5 cm dicke Scheiben, Zucchini in kleine<br />

Würfel schneiden. In einer beschichteten Pfanne Öl erhitzen, Gemüse<br />

für ca. 4 min anbraten. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.<br />

Restliche Gewürze unter den Couscous mischen und diesen mit der<br />

Gemüsebrühe zum Pfannengemüse geben. Verrühren und bei kleiner<br />

Flamme zugedeckt etwa 5 min quellen lassen. Sollte der Couscous<br />

danach noch trocken sein, etwas Gemüsebrühe nachgießen und nochmals<br />

2 min quellen lassen.<br />

Lachsfilets von allen Seiten salzen und pfeffern. Zitronenschale fein<br />

abreiben und gemeinsam mit der gehackten Petersilie auf die Oberseite<br />

der Lachsfilets geben. Zitrone in dünne Scheiben schneiden und<br />

zunächst beiseitelegen.<br />

Backofen auf 200 °C (Ober- und Unterhitze) vorheizen.<br />

Für die Päckchen 2 Bögen Back- oder Pergamentpapier auslegen,<br />

Couscous jeweils in der Mitte der beiden Bögen verteilen. Lachsfilets<br />

mit der Petersilienseite nach oben auf die Couscous-Portionen setzen<br />

und mit Zitronenscheiben belegen. Zum Schluss die Enden des Backpapiers<br />

zudrehen und mit etwas Backgarn zubinden, sodass man eine<br />

Art Bonbonverpackung erhält. Geschlossene Päckchen auf ein Backgitter<br />

geben und auf der zweiten Schiene von unten ca. 20 min backen.<br />

• Zubereitungszeit: ca. 30 min + ca. 20 min Backzeit • Nährwerte pro<br />

Portion: Energie 768 kcal, Eiweiß 54 g, Kohlen hydrate 73 g, Fett 26 g<br />

Blogger-Rezept des Monats<br />

von Elena Giuseppino<br />

heute-gibt.es


ZWEI, DIE SICH MÖGEN<br />

Fisch<br />

Petersilie<br />

Sinnt man darüber nach, warum zwei Menschen gut<br />

zuein ander passen, sich gar lieben und ein harmonisches<br />

Paar bilden, hört man Erklärungen wie: Gegensätze ziehen<br />

sich an. Oder: Gleich und gleich gesellt sich gern. Wie<br />

dem auch sei, die kulinarische Pärchenbildung ist ebenso<br />

vielfältig wie überraschend und auf keinen Fall monogam.<br />

Kombiniert man Speisen, Gewürze und Getränke miteinander,<br />

gibt es immer noch einen dritten, vierten oder noch<br />

mehr Partner, die mindestens genauso gut passen. Lassen<br />

Sie sich inspirieren und probieren Sie es einfach aus.<br />

Lachs, Karpfen, Sardinen und Co. – Fisch ist ein vielseitiges<br />

Lebensmittel. Schon allein aufgrund der vielen<br />

verschiedenen Arten, die sich in Meer, See oder Fluss<br />

tummeln. Bei <strong>Alnatura</strong> wird das Sortiment nach strengen Krite<br />

rien ausgewählt, oberste Priorität hat bei Wildfisch die<br />

Nachhaltigkeit des Fangs; bei Fisch aus Aquakultur ist es die<br />

Einhaltung der Bio-Richtlinien – mehr dazu lesen Sie in unserer<br />

Warenkunde auf Seite 7. Der weltweite Pro-Kopf-Verzehr für<br />

Fisch und Meerestiere liegt bei über 20 Kilogramm; besonders<br />

beliebt sind dabei Lachs, Alaska-Seelachs, Hering, Thunfisch<br />

und Forelle. Letztere steht im deutschen Beliebtheits-Ranking<br />

ganz weit oben. Sicher auch weil einige Forellenarten – so die<br />

Bach- und Regenbogenforelle – in mitteleuropäischen Seen<br />

und Flüssen schon lange heimisch sind. Ihr weißes Fleisch ist<br />

zart und aromatisch, Verwendungsmöglichkeiten gibt es viele.<br />

So schmeckt die Forelle – im Ganzen oder lediglich das Filet –<br />

geräuchert sehr delikat. Auch die Zubereitung auf dem Grill<br />

oder im Ofen ist eine Gaumenfreude, egal ob puristisch oder<br />

raffiniert gefüllt. Ein Klassiker der Hausmannskost ist Forelle<br />

blau – eine sanfte Garmethode des frischen Fisches, in einem<br />

speziellen Sud, der für die charakteristische Farbe sorgt. Wer<br />

es aber knusprig mag, dem sei Forelle Müllerin Art ans Herz<br />

gelegt: Der Fisch wird zunächst in Milch, dann in Mehl gewendet,<br />

um anschließend in Butter ausgebacken zu werden.<br />

Oder noch einfacher: ein paniertes Fischfilet aus weißfleischigem<br />

Fisch, wie zum Beispiel vom Kabeljau.<br />

Doch ob geräuchert, gegart oder gebacken, es gibt ein<br />

Küchenkraut, welches das feine Aroma der Forelle besonders<br />

gut zur Geltung bringt: die Petersilie. Ihre grünen Blätter und<br />

Stiele wusste man schon in der Antike zu schätzen, damals<br />

allerdings eher als Heil- und Kultpflanze. Heute unterscheiden<br />

wir zwei Varietäten des Doldenblütlers: die krause und die<br />

glatte Petersilie. Erstere hat ein mildes Petersilienaroma,<br />

während die Blätter und Stiele der glatten Variante etwas<br />

kräftiger im Geschmack sind. Das Bemerkenswerte an<br />

der Petersilie ist ihre Eigenschaft, mit fast allen anderen<br />

Küchengewürzen zu harmonieren. Und auch wenn sie<br />

einen eigenen, typischen Geschmack hat, überlagert<br />

sie ihre Begleiter nicht – das kommt nicht nur dem zarten<br />

Forellengeschmack sehr entgegen, auch andere<br />

weißfleischige Fischsorten und Krustentiere ergänzt<br />

Petersilie aufs Feinste. AW<br />

REZEPT<br />

Fisch nach Art der Müllerin<br />

Zutaten für 2 Portionen<br />

2 Forellen (TK, alternativ Kabeljaufilets) / 1 Bund glatte<br />

Petersilie / 2 Zitro nen / 3 EL gehobelte Mandeln / 150–<br />

200 ml Milch / Meer salz / ca. 200 g Mehl Type 405 /<br />

150 g Butter / Pfeffer<br />

Zubereitung<br />

Am Vortag den gefrorenen Fisch über Nacht im Kühlschrank<br />

auftauen lassen.<br />

Am Folgetag Petersilie grob hacken und beiseitestellen.<br />

Schale von 1 Zitrone dünn abreiben und den Saft<br />

auspressen. Die 2. Zitrone vierteln. Gehobelte Mandeln<br />

in einer Pfanne trocken anrösten, bis sie gold braun sind und ihr<br />

Aroma entfalten. Anschließend beiseitestellen.<br />

Forellen kurz unter kaltem fließendem Wasser abbrausen,<br />

trocken tupfen und die Flossen mit einer Schere abschneiden.<br />

Zwei längliche, tiefe Auflaufformen bereitstellen. (Der Fisch<br />

sollte der Länge nach hineinpassen.) Milch mit 2 guten Prisen<br />

Salz würzen und in eine der Formen gießen. Mehl in die<br />

zweite Form geben.<br />

Fisch auf ein Backblech geben, von innen und außen mit<br />

Zitronensaft einreiben und für 4 min marinieren. Pfanne erhitzen<br />

und 1 guten EL Butter darin zerlassen.<br />

Fisch in der Milch wenden und anschließend rundherum im<br />

Mehl wenden. Überschüssiges Mehl von den Forellen abklopfen<br />

und Forellen in die Pfanne geben.<br />

Bei mittlerer Temperatur für ca. 3–4 min je Seite in der Butter<br />

10 <strong>Alnatura</strong> <strong>Magazin</strong> 03.<strong>2017</strong>


HERSTELLER-<br />

EMPFEHLUNG*<br />

Zum Fisch ein Gedicht:<br />

Der ausdrucksvolle,<br />

feinrassige Grauburgunder<br />

mit angenehmer Säure<br />

wird hergestellt vom Weingut<br />

Knobloch aus Ober-<br />

Flörsheim in Rheinhessen,<br />

einem Bio-Winzer der<br />

ersten Stunde.<br />

knusprig ausbacken. Mit Salz und Pfeffer würzen, aus der<br />

Pfanne nehmen und auf etwas Küchenpapier abtropfen lassen.<br />

Nussbutter: Übrige Butter in die Pfanne geben, bei mitt lerer<br />

Temperatur leicht aufschäumen und etwas Farbe annehmen<br />

lassen. Geröstete Mandeln und gehackte Petersilie zugeben.<br />

(Vorsicht! Das kann etwas spritzen.) Einrühren und vom Herd<br />

nehmen.<br />

Fisch auf Tellern anrichten, mit der Petersilien-Nuss-Butter<br />

übergießen und mit Zitronenspalten servieren. Dazu passen<br />

Salzkartoffeln.<br />

• Zubereitungszeit : ca. 25 min (+ Auftauen über Nacht)<br />

• Nährwerte pro Portion: Energie 1 316 kcal, Eiweiß 57 g,<br />

Kohlen hydrate 81 g, Fett 79 g<br />

KNOBLOCH<br />

GRAUER BIO-BURGUNDER<br />

»GUTSWEIN«<br />

• nussige Aromen gepaart mit frischer<br />

Zitrusfrucht<br />

• passt zu Fisch Müllerin Art,<br />

gebratenem Lachsfilet, aber auch zu<br />

sauer eingelegten Fischen,<br />

gegrillten Garnelen oder Huhn<br />

• zusammen mit zarten bis kräftigen<br />

Käsesorten wie Gouda mittelalt,<br />

Cheddar und Bergkäse sowie Frühlingsgemüse<br />

ein Genuss<br />

• empfohlene Trinktemperatur: 10–12 °C<br />

0,75 l 7,99 € (1 l = 10,65 €)<br />

* Bei Produkten, die als »Hersteller-Empfehlung« gekennzeichnet<br />

sind, handelt es sich um Anzeigen. Diese<br />

Produkte erhalten Sie in Ihrem <strong>Alnatura</strong> Super Natur Markt.


MARKENSEITE*<br />

Reinheit und besonderer Geschmack<br />

Seit über 40 Jahren steht Yogi Tea für köstliche Kräuter- und Gewürztees,<br />

die auf ayurvedischen Teerezepturen basieren. Yogi Tea hat seine<br />

Wurzeln in der 3 000 Jahre alten indischen Weisheitslehre des Ayurveda,<br />

der Lehre über die Balance von Körper, Geist und Seele. Eine einzigartige,<br />

auf einem Originalrezept von Yogi Bhajan basierende Teemischung<br />

aus Zimt, Kardamom, Ingwer, Nelken und schwarzem Pfeffer<br />

wurde in Europa erstmals in den 1970er-Jahren angeboten. Heute<br />

schätzen Menschen auf der ganzen Welt die besonderen Geschmacksnoten<br />

von mehr als 80 ausgewählten Kräutern und Gewürzen aus<br />

kontrolliert biologischem Anbau, die den 44 verschiedenen Sorten ein<br />

unvergleichbares Aroma verleihen.<br />

Der Markentisch des Monats<br />

Die hier abgebildeten Bio-Produkte<br />

finden Sie in Ihrem <strong>Alnatura</strong><br />

Super Natur Markt<br />

auf dem Markentisch<br />

und im Regal.<br />

BIO-TEE KLARER GEIST<br />

Zeit für eine Auszeit – mit der<br />

Kräuter teemischung aus Basilikum,<br />

Kardamom und Zitronenmelisse.<br />

Abgerundet wird der Tee mit Ginkgo.<br />

17 Teebeutel à 1,8 g = 30,6 g<br />

3,29 € (100 g = 10,75 €)<br />

BIO-TEE CLASSIC<br />

Die Kraft exotischer Gewürze in<br />

einem Tee vereint: mit süßem Zimt,<br />

spritzigem Ingwer, Kardamom,<br />

Nelken und schwarzem Pfeffer.<br />

17 Teebeutel à 2,2 g = 37,4 g<br />

3,29 € (100 g = 8,80 €)<br />

12 <strong>Alnatura</strong> <strong>Magazin</strong> 03.<strong>2017</strong>


* Bei den Markenseiten-Produkten handelt es sich um Anzeigen. Diese Produkte erhalten Sie in Ihrem <strong>Alnatura</strong> Super Natur Markt.<br />

BIO-TEE GRÜNE ENERGIE<br />

Grüntee vereint mit dem herbfruchtigen<br />

Geschmack von Guarana.<br />

Mit Kräuterauszügen aus Holunderblüten,<br />

getrocknetem Kombuchaextrakt<br />

und Zitronenverbene.<br />

17 Teebeutel à 1,8 g = 30,6 g<br />

3,29 € (100 g = 10,75 €)<br />

BIO-TEE INGWER ZITRONE<br />

Die Schärfe des Ingwers kombiniert<br />

mit der Frische von Zitronenschalen<br />

und Zitronenöl. Zitronengras, Pfefferminze,<br />

Süßholz und schwarzer<br />

Pfeffer geben dem Tee »Biss«.<br />

17 Teebeutel à 1,8 g = 30,6 g<br />

3,29 € (100 g = 10,75 €)<br />

BIO-TEE NATÜRLICHE ABWEHR<br />

Der feinherbe Geschmack der Echinacea<br />

trifft auf fruchtige Holunderbeere und<br />

aromatisches Basilikum. Mit natürlichem<br />

Vitamin C aus getrocknetem Acerolasaft.<br />

17 Teebeutel à 2 g = 34 g<br />

3,29 € (100 g = 9,68 €)<br />

<strong>Alnatura</strong> <strong>Magazin</strong> 03.<strong>2017</strong> 13


HERSTELLER-EMPFEHLUNG*<br />

Hafervollkornflocken<br />

und knusprige Flakes<br />

werden mild geröstet,<br />

bis sie goldbraun sind.<br />

Für einen genussvollen<br />

und unbeschwerten<br />

Start in den Tag.<br />

ALLOS<br />

BIO-HOF ROASTIE CASHEW & VANILLE** vegan<br />

• extra-knusprig im Allos Hof-Ofen geröstet<br />

• mit Agavendicksaft und Reissirup gesüßt (30 % weniger<br />

Zucker als herkömmliche Crunchies)<br />

• mit Cashewnüssen und Bourbonvanille<br />

• auch in den Sorten Wildbeere und Schokolade erhältlich<br />

300 g 3,69 € (1 kg = 12,30 €)<br />

D’ANGELO<br />

BIO-CAPPELLETTI GEMÜSE VOLLKORN** vegan,<br />

BIO-RAVIOLI MIT VEGANEM SCHMELZ** vegan<br />

ODER BIO-STROZZAPRETI DINKEL** vegan<br />

• Cappelletti: gefüllt mit einer ausgewogenen Gemüsemischung<br />

• Ravioli: zart schmelzende vegane Füllung in goldgelber Teigtasche<br />

• Strozzapreti: kleine Nudelröllchen aus Dinkelgrieß mit einer<br />

leicht nussigen Geschmacksnote<br />

je 250 g 2,99 € (100 g = 1,20 €)<br />

Was wäre die mediterrane Küche<br />

ohne richtig gute Nudeln! D’Angelos Pasta<br />

ist biofrisch und trotzdem bis<br />

zu zwölf<br />

Monate<br />

ungekühlt<br />

haltbar.<br />

* Bei Produkten, die als »Hersteller-Empfehlung« gekennzeichnet sind, handelt es sich um Anzeigen.<br />

Diese Produkte erhalten Sie in Ihrem <strong>Alnatura</strong> Super Natur Markt. / ** Nicht in allen Filialen erhältlich.<br />

Sonntag morgen,<br />

duftender Kaffee<br />

und dazu ein<br />

Croissant mit Marmelade<br />

von LaSelva. Herrlich fruchtig!<br />

In den Geschmacksrichtungen Orange<br />

und Zitrone.<br />

LASELVA<br />

BIO-MARMELADE ZITRONE**<br />

ODER ORANGE** vegan<br />

• ausschließlich aus frisch geernteten Früchten und<br />

Rohrzucker hergestellt<br />

• Orange: harmoniert als Aufstrich mit Ricotta-Käse und<br />

eignet sich als Basis für Kuchen- und Tortenkreationen<br />

• Zitrone: ideal auf frischen Croissants, in Joghurt<br />

oder Quark, Müsli, Desserts und Gebäck<br />

je 220 g 2,79 € (100 g = 1,27 €)<br />

14 <strong>Alnatura</strong> <strong>Magazin</strong> 03.<strong>2017</strong><br />

ALNAVIT<br />

BIO-SUPER-PORRIDGE »BEERENSCHMEICHLER«<br />

»NUSSSCHMEICHLER« ODER »KAKAOSCHMEICHLER«<br />

• BeerenSchmeichler: mit Aronia und Hanfsamen<br />

• NussSchmeichler: mit Quinoa und Cashewnüssen<br />

• KakaoSchmeichler: mit Chia und Kakao<br />

• vegan laut Rezeptur<br />

je 300 g 3,99 € (1 kg = 13,30 €)<br />

Öfter mal was Neues – warum nicht<br />

auch beim Frühstück? Von Alnavit gibt es<br />

dafür drei glutenfreie Super-Porridges,<br />

die blitzschnell<br />

zubereitet<br />

sind.


KOLUMNE<br />

Zu viel des Guten<br />

Nicht »normal«? Schief gewachsene<br />

Karotten und Co. landen oft im Müll.<br />

Dabei verkennen wir die Schönheit<br />

des Makels, und geschmacklich sind<br />

die Sonderlinge genauso lecker.<br />

istockphoto / akiyoko: Paprika / Lagui: Mülltonne / Ohotnik: Möhre / siloto: Kartoffel<br />

Wien, die größte Stadt Österreichs, wirft täglich<br />

so viel Brot weg, wie Graz, die zweitgrößte<br />

Stadt, benötigt.« Dieser Satz aus dem Dokumentarfilm<br />

»We Feed the World« hat mich geschockt und ist mir<br />

seither im Gedächtnis geblieben. Noch leben wir in einer<br />

Wegwerfgesellschaft: Elektronische Geräte wie Handys oder<br />

Computer haben einen geplanten Produktlebenszyklus, der<br />

nach einer bestimmten Nutzungsdauer enden soll, damit wir<br />

uns das Modell der nächsten Generation besorgen und so den<br />

dauerhaften Konsum sicherstellen. Das gilt auch für Bekleidung,<br />

Autos und viele weitere Güter des täglichen oder unregelmäßigen<br />

Bedarfs. Die jeweilige Mode ändert sich so schnell, dass<br />

wir ständig weiter kaufen müssen, wenn wir den aktuellen<br />

Trends folgen wollen. Wer trägt heute überhaupt noch geflickte<br />

Kleidung oder lässt seinen Fernseher reparieren?<br />

Beim Essen ist das Ausmaß der Verschwendung besonders<br />

schlimm. Angesichts der anhaltenden Armut in der Welt wird<br />

sehr deutlich, wie dringend wir unsere Einstellung dazu überdenken<br />

und Initiative ergreifen sollten. 15 Millionen Tonnen<br />

Lebensmittel pro Jahr sind es allein in Deutschland! Heutzutage<br />

liefern Großhändler Obst oder Gemüse in perfekter Reife<br />

schon gar nicht mehr aus, weil es für viele Käufer am nächsten<br />

Tag im Regal nicht mehr frisch genug wäre. Mindesthaltbarkeitsdatum<br />

erreicht? Ohne Prüfung ab in die Tonne.<br />

Die sogenannten »Misfits«, also schief gewachsene, nicht der<br />

Norm entsprechende Karotten und Co., bleiben liegen, weil<br />

man lieber ein perfekt geformtes Exemplar in seinen Salat reiben<br />

will. Ein Profil mit Ecken und Kanten ist anscheinend<br />

weniger attraktiv als eine makellose Erscheinung,<br />

auch wenn diese für kaum jemanden<br />

wirklich erreichbar ist. Denn das Leben mit<br />

allem, was daraus hervorgeht, hat selten<br />

eine perfekte Form. Wir streben nach dem<br />

Unmöglichen und verkennen dabei oft die<br />

Schönheit des Makels.<br />

Am Ende des Tunnels erscheint zum Glück immer wieder<br />

Licht: Es gibt bereits Restaurants und Food Trucks, die ausschließlich<br />

mit aussortierter Ware kochen. Repair Cafés öffnen<br />

in immer mehr Städten die Tore und bringen das in Ordnung,<br />

was nicht funktioniert, aber noch weit weg von unbrauchbar<br />

ist. Trotz dieser Entwicklungen und auch wenn Unternehmen<br />

durch enge Zusammenarbeit mit Lieferanten die Menge übrig<br />

bleibender Lebensmittel minimieren oder das, was letztlich<br />

doch entsorgt werden muss, an Organisationen wie die Tafeln<br />

geben: Die Verschwendung von Gütern in Grenzen zu halten,<br />

ist eine globale Verantwortung, die von jedem Einzelnen getragen<br />

werden muss: Über die Art und Weise, wie wir konsumieren<br />

und welche Meinung wir diesbezüglich vertreten, werden<br />

wir zur Veränderung, die wir in der Welt sehen wollen. Sich<br />

der Thematik im Makrokosmos, also dem Großen und Ganzen,<br />

bewusst zu werden, ist wichtig. Das Handeln findet aber<br />

im eigenen Einflussbereich, unserem Mikrokosmos, statt.<br />

Mit zunehmender Weltbevölkerung wird uns irgendwann<br />

gar nichts anderes übrig bleiben, als Dinge länger zu nutzen<br />

und weniger verschwenderisch mit Nahrung umzugehen. Wir<br />

sollten daher unsere Güter umso mehr wertschätzen, je länger<br />

wir sie schon besitzen und nutzen. Der Kauf von Neuem<br />

muss eine lästige Notwendigkeit sein, nicht Hobby oder Ersatzbefriedigung.<br />

Und wenn man kurz vor Geschäftsschluss<br />

noch einkaufen geht, ist doch eigentlich klar, dass nicht mehr<br />

alles in vollem Umfang zur Auswahl steht. Ansonsten wird<br />

Wien weiterhin Graz mit Brot versorgen können. Aber leider<br />

nur theoretisch.<br />

››› Julian Stock, 34, ist Sortiments manager bei <strong>Alnatura</strong>.<br />

Er befasst sich mit den Entwicklungen und Trends<br />

bei den Ernährungsgewohnheiten und setzt sich für<br />

eine nach haltige Lebensweise ein. Seine Artikel finden<br />

Sie auch online unter alnatura.de/vegan-kolumne<br />

Schreiben Sie ihm, wenn Sie möchten:<br />

julian.stock@alnatura.de<br />

<strong>Alnatura</strong> <strong>Magazin</strong> 03.<strong>2017</strong> 15


»Empowerment ist mein<br />

Lieblingswort, wenn es um<br />

fairen Handel geht: der<br />

Prozess der Emanzipation der<br />

Menschen von ›Objekten‹ zu<br />

Akteuren ihres Schicksals.«<br />

Andrea Fütterer, Leiterin der GEPA-Grundsatzabteilung<br />

16 <strong>Alnatura</strong> <strong>Magazin</strong> 03.<strong>2017</strong>


HERSTELLER-REPORTAGE<br />

Für einen Wandel im Handel<br />

Seit mehr als 40 Jahren kämpft Europas größte Fair-Trade-Handelsorganisation<br />

für mehr Gerechtigkeit in der Welt. <strong>Alnatura</strong> traf Andrea Fütterer,<br />

Leiterin der GEPA-Grundsatzabteilung, und sprach mit ihr über aktuelle<br />

Herausforderungen und neue Wege des fairen Handels.<br />

Für Andrea Fütterer war bereits in der Schulzeit klar,<br />

dass sie einen »grünen« Beruf ergreifen möchte und<br />

in der Entwicklungsarbeit tätig sein will. Nach ihrem<br />

Studium zur Gartenbauingenieurin wollte sie 1989 mit einem<br />

Praktikum in Honduras herausfinden, ob ihr die Arbeit liegt.<br />

Sie wurde nicht enttäuscht. Ersten Kontakt zur GEPA knüpfte<br />

Fütterer bereits während eines Projekts in Honduras, bei dem<br />

es um die Umstellung auf Bio-Kaffee ging. Mithilfe der Fair-<br />

Trade-Organisation konnten 1999 die ersten 22 Kaffeesäcke in<br />

Bio-Qualität aus dem Land exportiert werden. In dieser Zeit<br />

lernte Fütterer die GEPA von der Produzentenseite aus kennen<br />

und sah, wie sie bei der Vermarktung, aber auch in juristischen<br />

und logistischen Fragen unterstützte. Das überzeugte<br />

sie. Zurück in Deutschland leistete Fütterer im Auftrag des Fair<br />

Trade e. V. Bildungsarbeit in Schulen über fairen Handel. Und<br />

seit 2002 ist Andrea Fütterer für die GEPA tätig, erst im Bereich<br />

Monitoring innerhalb der Grundsatzabteilung und seit<br />

2008 als Leiterin ebendieser. Was sie antreibt? Es sind die prägenden<br />

Jahre, die sie in Mittelamerika verbracht hat, und die<br />

regelmäßigen Besuche der Handelspartner vor Ort. Die Menschen<br />

bei ihrem täglichen Kampf ums Existenzielle und für ein<br />

besseres Leben unterstützen zu können, ist für Fütterer eine<br />

gewaltige Motivation.<br />

Interview mit Andrea Fütterer<br />

<strong>Alnatura</strong> <strong>Magazin</strong>: Frau Fütterer, Sie sind seit 2008 Leiterin<br />

der GEPA-Grundsatzabteilung. Wie lange gibt es diese<br />

Abteilung schon?<br />

Andrea Fütterer: »Eigentlich schon immer, nur nicht unter diesem<br />

Namen. GEPA-Mitbegründer Gerd Nickoleit hatte 1977 einen<br />

Kriterienkatalog zum fairen Handel verfasst. Dieser enthielt<br />

übrigens bereits ökologische Aspekte, um Menschen beim Anbau<br />

und in der Produktion vor Chemikalien zu schützen.«<br />

Welche Aufgaben und Ziele hat die Grundsatzabteilung<br />

der GEPA? »Die GEPA hat das große Ziel, den Welthandel fair<br />

zu machen. Wir leisten unseren Beitrag, indem wir den direkten<br />

Handel zu fairen Bedingungen gestalten. In den Aufgabenbereich<br />

fällt das Monitoring der Handelspartner und die Netzwerk-Arbeit,<br />

jetzt auch ver stärkt politische Arbeit.<br />

Dafür holen wir Informationen zu den Handelspartnern<br />

mittels Fragebögen ein, sie basieren auf den zehn Standards<br />

der World Fair Trade Organization (WFTO), unser wich tigstes<br />

Gremium, das Kriterien für Fair-Trade-Organisationen festgelegt<br />

hat.<br />

Die Weiterentwicklung des fairen Handels ist ein weiterer<br />

sehr wichtiger Bereich, hier haben wir beispielsweise vor Kurzem<br />

das Konzept ›Fairer Handel im Norden‹ erstellt.«<br />

GEPA kurz gefasst<br />

Die Gesellschaft zur Förderung der Partnerschaft mit<br />

der Dritten Welt mbH (GEPA) ist das größte europäische<br />

Fair-Handels-Unternehmen mit Genossenschaften und<br />

sozial engagierten Privatbetrieben aus Lateinamerika,<br />

Afrika, Asien und Europa. Hinter der GEPA stehen<br />

MISEREOR, Brot für die Welt, die Arbeitsgemeinschaft<br />

der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V. (aej),<br />

der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ)<br />

und das Kindermissionswerk »Die Sternsinger«.<br />

Gründung 1975<br />

Mitarbeiter 166<br />

Auszeichnungen Deutscher Nachhaltigkeitspreis 2014<br />

(Kategorie: Deutschlands nachhaltigste Marke)


Wie kam es dazu? »Durch die Globalisierung gilt das alte<br />

Nord-Süd-Gefälle von armen Produzentenländern und reichen<br />

Industrie- und Konsumentenländern so nicht mehr. Es gibt auch<br />

starke Benachteiligungen in Deutschland und anderen europäischen<br />

Ländern, Kleinbauern können erforderliche Produktionsstrukturen<br />

nicht erfüllen und wachsendem Preisdruck und<br />

Vermarktungszwängen nichts entgegensetzen. Das ist eine<br />

existenzielle Bedrohung für sie. Zusammen mit dem internen<br />

Fair-Trade-Ausschuss haben wir deshalb das Konzept ›Fairer<br />

Handel im Norden‹ entwickelt. Das erste Produkt war faire<br />

Milch, ein Thema, das durch den Verfall der Milchpreise in der<br />

deutschen Öffentlichkeit stark diskutiert wurde. Bauern bekommen<br />

20 Cent pro Liter, während sie eigentlich 40 Cent<br />

brauchen. Damals schütteten die Bauern ihre Milch auf die<br />

Straße. Das ist ein krasses Signal, wenn Produzenten ihr eigenes<br />

Produkt wegwerfen und so zeigen: Wir können davon nicht<br />

mehr leben. Wir hoffen, mit unserem Konzept noch mehr<br />

Menschen anzusprechen, weil es ganz in ihrer Nähe passiert.«<br />

Was hilft Ihnen bei Ihrer Arbeit? »Zum einen ist es wichtig, sich<br />

gut und immer weiter zu vernetzen, denn nur mit Verbündeten<br />

kann man große Ziele erreichen. Eine einmalige Chance sind für<br />

uns die von der UN verabschiedeten SDGs, also Sus tainable Developement<br />

Goals (Nachhaltigkeitsziele, siehe Infokasten). Eine<br />

solche internationale Vorgabe gab es noch nie! Und sie deckt<br />

sich mit den Zielen der GEPA.<br />

Daraus müssen wir jetzt etwas machen, denn es gibt noch<br />

sehr viel zu tun. Auch wenn die GEPA bewiesen hat, dass fairer<br />

Handel sehr gut funktioniert, stammen im deutschen Kaffeemarkt<br />

insgesamt beispielsweise beim Kaffee nur zwei bis drei Prozent<br />

aus fairem Handel. Hinzu kommt der Klimawandel, der vor allem<br />

arme Länder trifft und uns alle vor große Herausforderungen<br />

stellt. Dass ein Klimawandelleugner wie Rick Perry Energieminister<br />

der USA wird, macht die Angelegenheit nicht einfacher.«<br />

UN-Nachhaltigkeitsziele<br />

Im September 2015 verabschiedete die UN die Sustainable<br />

Developement Goals (nachhaltige Entwicklungsziele).<br />

Die Ziele für nachhaltige Entwicklung sollen bis<br />

2030 realisiert werden und lauten: Armut und Hunger<br />

auf der Welt beenden, Gesundheitsversorgung und<br />

Bildung sichern, Gleichberechtigung der Geschlechter<br />

durchsetzen, Zugang zu sauberem Wasser und erneuerbaren<br />

Energien ermöglichen, gute Arbeitsplätze und<br />

wirtschaftliches Wachstum schaffen, gute Infrastrukturen<br />

und nachhaltige Industrialisierung aufbauen, Ungleichheiten<br />

zwischen Staaten reduzieren, Städte und Gemeinden<br />

nachhaltiger gestalten, verantwortungsvoll konsumieren,<br />

Maßnahmen zum Klimaschutz und zum Schutz<br />

der Meere ergreifen, Landökosysteme schützen, Frieden<br />

und Gerechtigkeit bewahren und schaffen, globale<br />

Partnerschaften für nachhaltige Entwicklung stärken.<br />

Es gibt keine verbindliche Regelung zur Umsetzung der<br />

Ziele. Diese sind freiwillig und jeder Staat<br />

entscheidet selbst, welche Maßnahmen<br />

ergriffen werden sollen.<br />

Engagement für mehr<br />

Klimagerechtigkeit<br />

Gerade arme Länder sind von den Folgen des Klimawandels<br />

betroffen, so wird beispielsweise die Niederschlagsmenge<br />

immer unberechenbarer: zu viel Regen,<br />

zu wenig Regen oder Regen zur falschen Zeit. Einige<br />

Regionen Mittelamerikas werden für den Kaffeeanbau<br />

zu warm, die Pilzkrankheit Kaffeerost ist zu einem<br />

Problem geworden, die Kaffeebauern fürchten um<br />

ihre Existenz. Eine Überlegung ist es, in höheren Gegenden<br />

anzubauen, aber der Boden dort wird karger<br />

und das Land ist außerdem nicht immer verfügbar.<br />

Um konkret gegen den Klimawandel vorzugehen,<br />

hat die GEPA ein Wiederaufforstungsprojekt bei<br />

einem Handelspartner (ATC, siehe Foto) auf den Philippinen<br />

ins Leben gerufen, um einen Beitrag zum<br />

Klimaschutz zu leisten.<br />

Im Rahmen der weltgrößten Bio-Fachmesse<br />

»Biofach« lädt die GEPA Handelspartner zu einem<br />

Workshop mit dem Thema »Klimawandel<br />

und politische Lobbyarbeit« ein.<br />

Im Juni lädt die GEPA außerdem Vertreter aus<br />

Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zur Konferenz<br />

»UN-Nach haltigkeitsziele, Schwerpunkt<br />

Klimagerechtigkeit« ein. GS<br />

Andrea Fütterer (2. v. r.), und Veselina Vasileva<br />

(Politische Referentin GEPA, rechts) mit<br />

nepalesischen Handelspartnern der Kaffeekooperative<br />

Lalitpur.<br />

18 <strong>Alnatura</strong> <strong>Magazin</strong> 03.<strong>2017</strong>


Der Vollrohrzucker stammt von<br />

ATC Philippinen und ist auch in der<br />

Schokolade »Cardamom« enthalten.<br />

Andrea Fütterer im Gespräch mit Vandana Shiva, Gründerin<br />

der Stiftung Navdanya und Trägerin des Alternativen<br />

Nobelpreises (links). Auch <strong>2017</strong> ist wieder ein Workshop mit<br />

Handelspartnern geplant, Thema: Klimawandel und politische<br />

Lobbyarbeit.<br />

Besuch des GEPA-Partners ATC auf den Philippinen: Andrea<br />

Fütterer mit Exportmanagerin Elizabeth Mondejar (unten).


MARKENPRODUKTE<br />

Frühstücksfreuden<br />

Die ersten Sonnenstrahlen, Vogelgezwitscher und der Wecker<br />

verkünden: Ein neuer Tag beginnt. Manche springen nun gut<br />

gelaunt aus dem Bett, andere kostet das Aufstehen eine kleine<br />

bis große Überwindung. Doch die Belohnung wartet bereits,<br />

denn ein schönes Frühstück ist die erste Gelegenheit des Tages,<br />

sich etwas Gutes zu tun. Was genau ein Frühstück schön<br />

macht, hängt ganz individuell von Appetit und Vorlieben ab.<br />

Die Vielfalt<br />

des Frühstücks<br />

Ob süß oder salzig, kalt oder warm, deftig<br />

oder leicht, vegan, vegetarisch oder<br />

omnivor, wir haben für jeden Geschmack<br />

das Richtige im Regal. Zum Beispiel eine<br />

Vielfalt an verschiedenen Müslis und Frühstücksflocken,<br />

ganz neu sind unsere<br />

gerösteten Müslisorten mit Kokos und<br />

Kakaonibs oder Goji und Aronia.<br />

Die knusprig gerösteten Bio-Müslis sind mild und natürlich<br />

gesüßt: Die Sorte Goji und Aronia kombiniert kernige Hafervollkornflocken<br />

mit Reissirup, Goji- und Aroniabeeren geben dem<br />

Müsli eine fruchtig-säuerliche Note. Das geröstete Müsli Kokos<br />

und Kakaonibs besteht aus Hafer, Einkorn, Dinkel und Emmer,<br />

kombiniert mit Dattelsaftkonzentrat. Kokos und Kakaonibs verleihen<br />

ihm einen exotisch-herben Geschmack. Beide Müslispezialitäten<br />

schmecken mit Milch, Getreidedrinks oder Joghurt.<br />

Wer sein Müsli gerne selbst rösten und mischen möchte, dem<br />

empfehlen wir unser Rezept für geröstetes Müsli.<br />

Und für noch mehr Abwechslung probieren Sie doch einmal<br />

unsere außergewöhnlichen Rezeptideen wie die Frühstückspizza<br />

oder den fruchtigen Kokos-Mandel-Porridge, die sich ganz einfach<br />

auf den Frühstückstisch zaubern lassen. Wir wünschen einen<br />

guten Morgen – und natürlich guten Appetit!<br />

Das <strong>Alnatura</strong> Markensortiment<br />

• 100 % Bio-Lebensmittel – seit 1984<br />

• über 1 200 <strong>Alnatura</strong> Markenprodukte – für<br />

jeden Tag und für den besonderen Genuss<br />

• transparente Qualität – von unabhängigen<br />

Fachleuten geprüft<br />

• ganzheitlich und nachhaltig verarbeitet – von<br />

der Herkunft der Zutaten bis zur Verpackung<br />

• erhältlich im <strong>Alnatura</strong> Super Natur Markt, bei<br />

ausgewählten Handelspartnern und im <strong>Alnatura</strong><br />

Onlineshop unter alnatura-shop.de<br />

Schauen Sie doch mal rein!<br />

REZEPT<br />

Frühstückspizza<br />

Zutaten für 1 Springform Ø 26 cm<br />

150 g Heidelbeeren (TK) / 150 g Himbeeren (TK) /<br />

250 g Datteln / 200 g geröstetes Müsli Kokos & Kakaonibs /<br />

20 g Amaranth, gepufft / 1 EL Kakaopulver / 2 EL Kokosöl /<br />

300 g Schafquark / 60 g Schafjoghurt / 2 EL Akazienhonig /<br />

1 Msp Bourbonvanille / 30 g Bananen-Chips / 20 g Kokos-<br />

Chips / 4 EL geröstetes Müsli Kokos & Kakaonibs<br />

Alle Produkte sind als <strong>Alnatura</strong> Markenprodukte erhältlich.<br />

Zubereitung<br />

Beeren in einer Schüssel antauen lassen. Datteln halbieren<br />

und mit Müsli, Amaranth, Kakao und Kokosöl in einem Mixer<br />

zerkleinern.<br />

Die etwas klebrige Masse in eine mit Backpapier ausgelegte<br />

Springform geben und fest andrücken. Für 30 min kalt stellen.<br />

In der Zwischenzeit in einer Schüssel Quark mit Joghurt,<br />

Honig und Vanille verrühren.<br />

Den Rand der Springform entfernen. Quark auf dem<br />

Müsli boden verteilen und mit Bananen- und Kokos-Chips,<br />

Heidelbee ren, Himbeeren und Müsli bestreuen. In 12 Stücke<br />

schneiden.<br />

Zubereitungszeit: ca. 20 min + ca. 30 min Kühlzeit<br />

Außerhalb der Saison empfehlen wir<br />

saisonale Früchte oder TK-Obst.


Tipp: In jeder <strong>Alnatura</strong><br />

Filiale steht eine Getreidemühle<br />

bereit: So ist die Basis<br />

für ein vollwertiges Frühstück<br />

im Handumdrehen selbst<br />

gemahlen.<br />

REZEPT<br />

Geröstetes Müsli<br />

Zutaten für ca. 700 g<br />

50 g Cashewkerne / 50 g Paranusskerne /<br />

70 g Cranberrys / 150 g Haferflocken Großblatt /<br />

150 g Din kel flocken Großblatt / 100 g Birchermüsli /<br />

1 EL Lein samen / 40 g Kokosraspel / 1 TL Bourbonvanille<br />

/ 1 TL Zimt / 100 g Kokosblütensirup /<br />

2 EL Kokosöl / 100 g Dinkel-Crunchy<br />

Alle Produkte sind als <strong>Alnatura</strong> Markenprodukte<br />

erhältlich.<br />

Zubereitung<br />

Cashewkerne, Paranüsse und Cranberrys grob hacken.<br />

Eine beschichtete Pfanne erhitzen und Haferflocken,<br />

Dinkelflocken, Birchermüsli, Cashewkerne, Paranüsse,<br />

Leinsamen und Kokosraspel bei mittlerer Hitze für<br />

ca. 10 min unter Rühren rösten. Vanille, Zimt, Cranberrys,<br />

Kokosblütensirup und Kokosöl zugeben und<br />

für weitere 2–3 min erhitzen. Auf ein mit Backpapier<br />

belegtes Blech geben und erkalten lassen.<br />

Das Dinkel-Crunchy untermischen.<br />

In einem luftdichten Schraubglas hält sich das Müsli<br />

ca. 3 Wochen. Es schmeckt pur mit Milch sowie<br />

Milchalternativen, Saft oder Joghurt.<br />

Zubereitungszeit: ca. 15 min<br />

REZEPT<br />

Fruchtiger Kokos-Mandel-Porridge<br />

Für den britischen Frühstücksbrei werden klassischerweise Haferoder<br />

Dinkelflocken mit Wasser oder Milch aufgekocht und mit Beeren<br />

oder Nüssen verfeinert.<br />

Zutaten für 2 Portionen<br />

6 Stk Datteln, entsteint, getrocknet / 750 ml Mandeldrink, ungesüßt /<br />

3 EL Agavendicksaft / 1 Msp Bourbonvanille, gemahlen / 60 g Buchweizen /<br />

120 g Haferflocken Feinblatt / 1 EL Kokos-Mandel-Creme / 50 g Himbeeren<br />

(TK) / 1 Apfel / 1 TL Kokosöl nativ / 1 EL Kokos, geraspelt / 10 Stk Gojibeeren<br />

/ 4 EL geröstetes Müsli Goji & Aronia<br />

Alle Produkte sind als <strong>Alnatura</strong> Markenprodukte erhältlich.<br />

Zubereitung<br />

Datteln klein schneiden.<br />

Mandeldrink, Agavendicksaft und Vanille in einem Topf aufkochen.<br />

Datteln und Buchweizen hinzufügen und 5 min leicht köcheln lassen.<br />

Haferflocken hinzugeben und in weiteren 10 min weich kochen.<br />

Vom Herd nehmen, Kokos-Mandel-Creme und Himbeeren unterrühren.<br />

Apfel klein schneiden und entkernen, in einer Pfanne mit Kokosöl für<br />

3 min anbraten.<br />

Kokosflocken hinzugeben und kurz anrösten. Zusammen mit Gojibeeren<br />

und geröstetem Müsli auf dem Porridge verteilen.<br />

Zubereitungszeit: ca. 25 min<br />

<strong>Alnatura</strong> <strong>Magazin</strong> 03.<strong>2017</strong> 21


HERSTELLER-REPORTAGE<br />

Eine Erde für die Erde<br />

Wie kann man eine Erde ohne die umweltbedenkliche Verwendung von Torf<br />

herstellen, die sogar noch fruchtbarer ist? Eine Frage, auf die die Pfälzer Forscher von<br />

Palaterra eine Antwort im Amazonasbecken fanden: Sie heißt Terra Preta.<br />

2005 stieß Joachim Böttcher, Geschäftsleiter von<br />

Palaterra, auf das Phänomen der anthropogenen 1<br />

Terra Preta 2 . Wissenschaftler fanden die außerordentlich<br />

fruchtbare Erde im Amazonasbecken und sie weckte ihre Neugier.<br />

Denn eine solche Bodenbeschaffenheit ist untypisch für<br />

die Region und gab den Forschern ein Rätsel auf. Archäologen<br />

fanden schließlich zahlreiche auf eine Hochkultur hindeutende<br />

Tonscherben. Und mit diesem Fund bestätigten sie die Aussagen<br />

des Francisco de Orellana, der im 16. Jahrhundert als erster<br />

Europäer eine Expedition in das Amazonasgebiet unternahm.<br />

Er berichtete von großen Siedlungen mit mehreren hunderttausend<br />

Einwohnern, die in landwirtschaftlich hoch entwickelten<br />

»Gartenstädten« lebten. Aussagen, die man damals als<br />

Fantasterei abtat, wurden somit Jahrhunderte später bestätigt.<br />

Ein Forscherteam der Universität Bayreuth lieferte den Beweis,<br />

dass die Terra Preta von Menschenhand geschaffen wurde.<br />

Man wusste auch, wie alt der Boden ist und was darin zu finden<br />

ist, unter anderem Holzkohle, aber das große Rätsel blieb:<br />

»Wie wurde der Boden hergestellt?« Die Wissenschaftler versuchten<br />

organische Biomassen mit Holzkohle zu vermischen<br />

und zu kompostieren, aber das Resultat, ein Kompost, ist kein<br />

Vergleich zur Terra Preta. Denn das Besondere dieser Erde ist<br />

ihre stabile Fruchtbarkeit, vergleichbar mit einem Dauerhumus.<br />

Sie ist den anspruchsvollen Pflanzbedingungen des Amazonas<br />

gewachsen: hohe Temperaturen, eine Natur, die viel Biomasse<br />

entwickelt und viele Nährstoffe braucht.<br />

22 <strong>Alnatura</strong> <strong>Magazin</strong> 03.<strong>2017</strong><br />

»Mir war klar: Wenn wir herausfinden, wie Terra Preta hergestellt<br />

wird, haben wir ein riesiges Potenzial, um zahlreiche<br />

Probleme in der Welt zu lösen«, so Böttcher begeistert.<br />

»Und ich dachte, das kann doch nicht sein, dass wir das nicht<br />

herausbekommen!«, erzählt er lachend von dem Moment, als<br />

es ernst wurde. Ihn hatte der Ehrgeiz gepackt, das Geheimnis<br />

der Terra Preta zu lüften. Ursprünglich war Böttcher am heutigen<br />

Palaterra-Standort in einem Unternehmen im Bereich der<br />

Umwelttechnik tätig und beschäftigte sich mit nachhaltiger<br />

Wasserwirtschaft. »In der Wasseraufbereitung hatten wir mit<br />

Mikroorganismen schon viel zu tun und es war für uns klar,<br />

dass Mikroorganismen für die Terra Preta eine zentrale Rolle<br />

spielen«, so Böttcher über den Forschungsansatz. Böttcher und<br />

sein Team begannen damit, organische Biomassen gemischt<br />

mit Holzkohle zu fermentieren, also ganz bewusst nicht Sauerstoff<br />

hinzuzufügen, sondern Sauerstoff zu entziehen. Sie verdichteten<br />

die Masse und deckten sie ab, um den Fermentationsprozess<br />

in Gang zu setzen. Optimiert wurde der Prozess, indem<br />

bestimmte Mikroorganismen geimpft wurden. Im ersten<br />

Versuch wurden vier Regentonnen mit vier verschiedenen Mischungen<br />

in einem Zeitraum von vier Wochen angesetzt. Das<br />

Substrat wurde auf einem 20 Quadratmeter großen Versuchsfeld<br />

getestet, man pflanzte schwach-, mittel- und starkzehrendes<br />

3 Gemüse. Das gleiche Gemüse wurde zum Vergleich auf<br />

dem Nachbarfeld mit Kompost gepflanzt. Nach drei Wochen<br />

dann die Ernüchterung: Die Pflanzen auf dem Kompostbeet<br />

wuchsen besser. Aber an Aufgeben war nicht zu denken, also<br />

gingen Böttcher und sein Team jeden Tag mit Hoffnung und<br />

einem Zollstock in den Garten. »Nach der vierten Woche haben<br />

sie richtig aufgeholt und man konnte sie sogar zwei Wochen<br />

früher als die Pflanzen im Kompostfeld ernten«, erzählt Böttcher<br />

voller Freude. »Die Pflanzen im Terra-Preta-Beet haben sich<br />

besser entwickelt. Sie waren zwar nicht größer, aber viel vitaler<br />

und stabiler, sie hatten mehr Triebe, bessere Wurzeln und sahen<br />

gesünder aus. Das erste Wachstum ging in die Tiefe, nicht in<br />

die Höhe und das ist natürlich die bessere Basis«, erklärt er. 2007<br />

haben Böttcher und sein Team den Code Terra Preta geknackt.<br />

Was folgte, war die Entwicklung eines Konzentrats, das Terra<br />

Preta in ihren Eigenschaften ähnlich ist, das Palaterra Initial.<br />

Dieses Konzentrat kann überall weiterverarbeitet werden, indem<br />

es mit biogenen, organischen Reststoffen vermischt oder<br />

nachfermentiert wird. Biomassen können also dort verarbeitet<br />

werden, wo sie anfallen. Es ist ein regionales Konzept, das<br />

dazu beitragen kann, ein globales Problem zu lösen. GS<br />

Torferde, ein Klimakiller<br />

Moore schützen das Klima. Im Boden ist die größte<br />

Menge an Kohlenstoff gespeichert, 1 600 Gigatonnen.<br />

In den Mooren, die nicht einmal 5 % der Erd oberfläche<br />

ausmachen, ist der allergrößte Teil des Kohlenstoffs gespeichert.<br />

Moore können der Atmosphäre permanent<br />

CO2 entziehen, in Deutschland 200 000 Tonnen pro<br />

Jahr. Wenn die Moore trockengelegt sind, tritt der umgekehrte<br />

Effekt ein, der gespeicherte Kohlenstoff wird<br />

freigesetzt.<br />

Achtung: Manche Erden mit einem Anteil von 30–50 %<br />

Torf dürfen Bio-Erde genannt werden, bei Aussaaterde<br />

sogar bis 70 %.


Joachim Böttcher (rechts),<br />

technischer Geschäftsleiter von<br />

Palaterra, und Ron Richter,<br />

Kundenbetreuer.<br />

Linke Seite Pflanzen in Palaterra-Erde, rechts mit Kontrollfläche<br />

mit Kompost (links).<br />

Palaterra arbeitet mit Partner-Erdenwerken zusammen, die mit<br />

dem Initial-Substrat fertige Mischungen herstellen. So werden<br />

Transportwege gespart und die Qualität gesichert. Hier Initial bei<br />

der Herstellung (oben).<br />

1 durch menschliche Aktivität (mit)gestaltet<br />

2 portugiesisch: schwarze Erde<br />

3 Bedeutet, wie viel Nährstoffbedarf eine Pflanze hat.<br />

Kohl ist ein Starkzehrer und braucht viele Nährstoffe.<br />

Beide Erden enthalten garantiert<br />

keinen umweltbedenklichen Torf<br />

und haben in Tests eine bessere<br />

Wirkung auf das Pflanzenwachstum<br />

erzielt als handelsübliche<br />

Blumenerden auf Torfbasis.<br />

Palaterra kurz gefasst<br />

Palaterra setzt sich zusammen aus Palatina für Pfalz<br />

und Terra für Erde.<br />

Am Standort Hengstbacherhof wird das Palaterra<br />

Initial hergestellt, das in anderen Erdwerken zur Herstellung<br />

von torffreien Kultursubstraten & Bodenverbesserern<br />

verwendet wird. Palaterra bietet neben dem Produktgeschäft<br />

innovative, schlüsselfertige Lösungen zur ökologischen<br />

Aufbereitung und Wiederverwertung von organischen<br />

Reststoffen in Landwirtschaft, Kommunen und<br />

Industrie an. Weitere Geschäftsfelder sind der umweltfreundliche<br />

Schutz unseres Trinkwassers vor Nitratbelastung<br />

und Mikroschadstoffen sowie der<br />

naturverträgliche Hochwasserschutz.<br />

Gründung als Palaterra Betriebs- und<br />

Beteiligungs gesellschaft mbH 2011<br />

Mitarbeiter 10


ALNATURA EINBLICKE<br />

Kleine Tüte, große Wirkung<br />

Sie lassen das unscheinbarste Fleckchen Erde erblühen, sie stehen<br />

für Vielfalt im Bio-Regal und sie haben es sogar bis in den Bundestag geschafft:<br />

die <strong>Alnatura</strong> Saatgut-Tütchen.<br />

Biologie-Unterricht, mendelsche Regeln, Erbsen und<br />

Drosophila – erinnern Sie sich? So theoretisch die<br />

Vererbungslehre schon damals anmuten mochte, so bestimmend<br />

ist sie für fast alles, was heute bei uns auf den Tisch<br />

kommt. Gemüse, Obst und Getreide, so wie wir es kennen,<br />

wäre ohne die gezielte Anwendung der mendelschen Regeln<br />

bei der Züchtung nicht denkbar. Form, Geschmack, Ertrag und<br />

andere Eigenschaften lassen sich nämlich durch Kreuzung<br />

oder Auslese beeinflussen. Dieses Prinzip haben die Menschen<br />

bereits vor rund 12 000 Jahren erkannt, als sie in Mesopotamien<br />

erstmals Getreide kultivierten. Seitdem bestimmt die Landwirtschaft<br />

mit ihrem Kreislauf von Aussaat, Wachstum und Ernte<br />

unsere Ernährung. Saatgut hat also eine existenzielle und damit<br />

auch eine wirtschaftliche Bedeutung. Das zeigt sich in der<br />

Konzentration der globalen Saatgutbranche. Über 70 Prozent<br />

des weltweiten kommerziellen Saatgutmarktes werden von<br />

nur zehn Agrarkonzernen beherrscht. Hochleistungssorten,<br />

häufig gentechnisch manipuliert, prägen das Angebot. Sortenschutz<br />

und Patente erschweren Landwirten den Zugang zu<br />

freiem Saatgut beziehungsweise lassen dieses immer teurer<br />

werden. Eine Handvoll Unternehmen diktiert somit zunehmend,<br />

was in den Supermärkten landet. Gleichzeitig verschwinden<br />

immer mehr Sorten von den Äckern. Drei Viertel<br />

der Kultursorten sind bereits verloren, sagt die Welternährungsorganisation<br />

der Vereinten Nationen. Vielfalt verträgt<br />

sich eben nicht mit Effizienz und Shareholder Value.<br />

Doch es gibt Alternativen. Denn auch die Bio-Branche treibt<br />

die Züchtung alter und neuer Sorten voran. <strong>Alnatura</strong> unterstützt<br />

diese Initiativen, vor allem durch – so banal es auch klingen<br />

mag – Saatgut-Tütchen. Deren Samenmischungen lassen jedes<br />

Jahr vom Frühling bis zum Herbst Gärten und Balkone erblühen.<br />

»Bienenschmaus«, »Essbare Blütenmischung«, »Schmetterlingsgruß«<br />

und Co. kommen nicht nur bei Bienen und anderen<br />

Insekten, sondern auch bei unseren Kunden sehr gut an. Sie<br />

haben in den vergangenen sechs Jahren rund 1,5 Millionen<br />

Saatguttütchen gekauft und so die Unterstützung von Organisationen<br />

ermöglicht, die für Vielfalt in Flora und Fauna sorgen.<br />

So spendet <strong>Alnatura</strong> den Reinerlös aus dem Tütchenverkauf –<br />

seit 2010 immerhin über 600.000 Euro – unter anderem<br />

an Mellifera (mellifera.de), einen gemeinnützigen Verein für<br />

24 <strong>Alnatura</strong> <strong>Magazin</strong> 03.<strong>2017</strong>


wesensgemäße Bienen haltung. Bienen brauchen inzwischen<br />

Schutz, weil Pestizide und Monokulturen der<br />

Agrarindustrie ihnen das Leben schwer machen. Auch<br />

der Saatgutfonds der Zukunftsstiftung Landwirtschaft<br />

erhält Spenden (zukunftsstiftung-landwirtschaft.de/<br />

saatgutfonds). Dieser fördert gemeinnützige Initiativen,<br />

die sich für die Erforschung der ökologischen Pflanzenzüchtung<br />

engagieren.<br />

Vielfalterleben – eine<br />

<strong>Alnatura</strong> Initiative<br />

Dass Saatgut-Tütchen auch eine politische Botschaft<br />

tragen können, zeigt »Vielfalterleben«. Dieses Bündnis<br />

aus Verbrauchern, Landwirtschaft, Handel, Herstellung<br />

und Umwelt gründete sich 2011 auf Initiative von<br />

<strong>Alnatura</strong> und steht für mehr Vielfalt und gegen Agro-<br />

Gentechnik. Vielfalterleben forderte von der Politik<br />

einen Zulassungsstopp für den Anbau gentechnisch<br />

veränderter Pflanzen und unterstützte damit eine öffentliche<br />

Petition des BÖLW, des Dachverbands der<br />

Bio-Branche. Der »Vielfalter«, das Symbol der Initiative,<br />

wurde von <strong>Alnatura</strong> entwickelt und flattert seitdem<br />

auf jedem Saatgut-Tütchen. In kurzer Zeit sammelten<br />

die Partner über 105 000 Unterschriften. Damit schaffte<br />

es die BÖLW-Petition als eine der ganz wenigen Initiativen<br />

bis in den Petitionsausschuss des Bundestages.<br />

Dessen Bewertung kam schließlich 2014: »Wir sehen<br />

die Bedenken des Petenten als berechtigt an.« Ein<br />

Erfolg! Auch wenn die Petition es nicht bis auf den<br />

Kabinettstisch schaffte, hat sie die weitere Diskussion<br />

um die Agro-Gentechnik beeinflusst.<br />

Natürlich geht Vielfalterleben weiter, auf ganz<br />

praktischer Ebene. Zum Beispiel mit jedem <strong>Alnatura</strong><br />

Saatgut-Tütchen und auf dem gerade aktualisierten<br />

Wissensportal vielfalterleben.info Dort finden Sie<br />

Wissenswertes rund um Landwirtschaft und Garten.<br />

Vor allem der Videokanal gibt einfache Antworten auf<br />

komplexe Fragen (»Was ist der Unterschied zwischen<br />

Hybrid- und samenfestem Saatgut?«) oder auch eine<br />

Anleitung zum Bau einer Samenbombe. Über so viel<br />

spielerische Klarheit zu seinem Forschungsthema hätte<br />

Gregor Mendel, der »Vater der Genetik«, bestimmt<br />

seine Freude gehabt!<br />

››› Volker Laengenfelder<br />

vielfalterleben.info<br />

ALNATURA BIO-BAUERN-INITIATIVE<br />

Mut zu Bio<br />

25 Höfe stellen aktuell mit Unterstützung der <strong>Alnatura</strong> Bio-<br />

Bauern-Initiative (ABBI) auf den Bio-Landbau um. Die Initiative<br />

spendet für das Projekt »Gemeinsam Boden gut machen« des<br />

NABU, das Bauern gezielt bei der Umstellung auf Bio-Landbau<br />

fördert. <strong>Alnatura</strong> Kunden unterstützen das Projekt, indem sie<br />

ABBI-Produkte mit dem Hinweis »Gemeinsam Boden gut machen«<br />

kaufen: Jeweils ein Cent geht an ABBI. Im <strong>Alnatura</strong> <strong>Magazin</strong><br />

lernen Sie jeden Monat eine der Bio-Bauern familien kennen.<br />

Sie sind jung, sie wollen etwas Neues und sie haben Mut –<br />

Alexandra und Jan Knöfel aus Anraff in Nordhessen. Sie ist Agraringenieurin,<br />

er Landmaschinenmechaniker, beide haben vor einigen<br />

Jahren von ihren Familien einen Hof übernommen. Weiter wie<br />

bisher und so wie die große Mehrheit der Bauernhöfe in der Region<br />

Edertal arbeiten – das wäre das Naheliegendste gewesen. Doch<br />

einen 50 Hektar großen Nebenerwerbsbetrieb konventionell bewirtschaften,<br />

mit all den bekannten Vor- und Nachteilen, das wollte<br />

das Paar nicht. »Hier fehlte uns die Perspektive, vor allem aber<br />

wollen wir für unsere drei Töchter eine Landwirtschaft aufbauen,<br />

die einen Beitrag zum Schutz der Umwelt leistet«, sagt Alexandra<br />

Knöfel. »Deshalb kam für uns nur Bio mit regionaler Vermarktung<br />

infrage.« Sie nahmen Kontakt zu Bioland auf, gemeinsam erstellten<br />

sie einen Betriebsplan. Zwei Ställe für 6 000 Bio-Hühner, Verpackung<br />

der Eier über eine Werkstatt für behinderte Menschen, eine Imkerei<br />

und dazu Bepflanzung mit Haselnuss, Holunder und alten Obstsorten<br />

– dieses Konzept hat auch den ABBI-Beirat überzeugt. Seit<br />

Sommer letzten Jahres läuft die Umstellung. Die Ställe sind gebaut,<br />

die Bio-Hühner legen wie geplant. Die Bienenstöcke und Obstbäume<br />

folgen dieses Jahr. »Schritt für Schritt geht’s nur«, sagt Alexandra<br />

Knöfel lachend. Den vielleicht übernächsten Schritt kennt sie<br />

schon, denn sie interessiert sich auch für das Konzept der solidarischen<br />

Landwirtschaft. Das wäre wieder etwas Neues.<br />

››› Volker Laengenfelder<br />

alnatura.de/ABBI


foodloose kurz gefasst<br />

Hersteller von Nussriegeln und Smoothieriegeln<br />

Gründung 2010 von Katharina Staudacher<br />

und Verena Ballhaus-Riegler in Hamburg<br />

Mitarbeiter 8<br />

Auszeichnungen Best New Product 2014,<br />

anuga taste award als Top Innovation 2015 (SMU:DI)<br />

Mehr Infos unter foodloose.net<br />

Der Isemarkt und Reisen<br />

– Inspirationsquelle für<br />

Katharina Staudacher,<br />

Gründerin von foodloose<br />

(ganz rechts).<br />

Kreativ in der Küche –<br />

Katharina Staudacher<br />

entwickelt die Rezepturen<br />

für foodloose (rechts).<br />

Verena Ballhaus-Riegler,<br />

Gründerin von foodloose<br />

und zuständig für den Vertrieb<br />

(unten).<br />

Außergewöhnliche Kreationen<br />

und nur natürliche Zutaten –<br />

die Bio-Riegel von foodloose.<br />

Übrigens: Der Name foodloose ist<br />

abgeleitet von Staudachers<br />

Mädchennamen Loose.<br />

26 <strong>Alnatura</strong> <strong>Magazin</strong> 03.<strong>2017</strong>


HERSTELLER-REPORTAGE<br />

Riegelmäßig Neues<br />

Müsliriegel und Fruchtschnitten haben beim Hamburger<br />

Unternehmen foodloose eine spannende Evolution durchlebt, herausgekommen<br />

sind Kreationen wie »Poesie Amelie« oder »SMU:DI«.<br />

<strong>Alnatura</strong> besuchte die Schöpferin der foodloose-Riegel in Hamburg.<br />

Erst mit der U3 zum Eppendorfer Baum, dann unter<br />

die U3 zum Isemarkt – so kommt man zu Hamburgs<br />

beliebtestem Wochenmarkt. Dieser Markt war und ist<br />

für Katharina Staudacher, Gründerin von foodloose, von zentraler<br />

Bedeutung. Nicht nur als Quelle der Inspiration, sondern<br />

auch, weil Staudacher hier erstmals ihre Produkte verkaufte.<br />

Bei der ersten Produktion halfen ihre Eltern aufopferungsvoll<br />

mit, zwei Wochen lang, von morgens um sieben bis abends<br />

um neun. Die Bruchreste verkaufte sie auf dem Isemarkt und<br />

unterzog die Rezepturen gleichzeitig einem – im wahrsten<br />

Sinne des Wortes – Markttest. Die Reaktionen waren durchweg<br />

positiv. Das gab Mut und so überzeugte sie Verena Ballhaus-<br />

Riegler, die sie während eines Erasmus-Auslandssemesters in<br />

Barcelona 2002 kennengelernt hatte und mit der sie seitdem<br />

eng befreundet ist, von der Geschäftsidee »Riegel«. Ballhaus-<br />

Riegler ist seitdem für den Vertrieb verantwortlich.<br />

Die Idee für foodloose entstand während ihres Studiums in<br />

Berkeley, Kalifornien. Der Praxisteil bestand darin, ein Konzept<br />

innerhalb eines Unternehmens zu realisieren. Staudacher suchte<br />

sich hierfür ein Müsliriegel-Start-up aus, für das sie einen Marketingplan<br />

schrieb. Im Gegenzug lernte sie alles, was für die<br />

Gründung wichtig ist. Zur gleichen Zeit mischte die Gründerin<br />

ihren ersten Nussmix und begeisterte damit ihre Kommilitonen.<br />

In Sekunden war alles weggeknabbert. Doch ganz zufrieden<br />

war Staudacher noch nicht. »Ich dachte, da müsste es noch etwas<br />

anderes geben, ein Nusssnack, der nicht krümelt. Es sollte auch<br />

kein herkömmlicher Müsliriegel sein, die schmecken alle gleich.<br />

Nur auf Basis von Nüssen und Früchten wäre ideal, ganz natürlich,<br />

ohne Glukosesirup oder raffinierten Zucker«, erklärt<br />

Staudacher. Als sie schließlich ihre ersten Rezepturen entwickelte,<br />

war es schwierig, eine Alternative zum Glukosesirup zu<br />

finden, denn Agavendicksaft gab es 2010 in der Müsliriegelherstellung<br />

noch nicht. Auch die Produzenten rieten dazu, einfach<br />

weiterhin Zucker und Glukosesirup zu nehmen, auch im Hinblick<br />

auf die Maschinen. Aber weder Zusatzstoffe noch konventionelle<br />

Süßungsmittel kamen für die junge Gründerin infrage. Denn die<br />

Affinität zu vollwertiger Ernährung wurde ihr quasi in die Wiege<br />

gelegt: Sie stammt aus einem Elternhaus, in dem Korn selbst geschrotet<br />

wurde, es Süßholzstäbchen als Naschwerk gab und großer<br />

Wert auf Bio-Qualität der Lebensmittel gelegt wurde.<br />

Also experimentierte sie<br />

so lange, bis sie gute<br />

Bindung und natürliche<br />

Zutaten in den Riegeln<br />

vereinen konnte. Am<br />

An fang mit Reissirup,<br />

später dann mit Agavendicksaft.<br />

Es sei<br />

nicht leicht gewesen,<br />

einen Produzenten<br />

zu finden, der neue Wege mitgeht,<br />

berichtet Staudacher. Sie entschied sich schließlich für eine<br />

Produktion in Griechenland. Das Vertrauen zu ihrem Produktionspartner<br />

ist dank intensiver Zusammenarbeit sehr groß,<br />

auch für den Rohstoffeinkauf ist der Produzent verantwortlich.<br />

Sie haben im Vorfeld jedoch genau abgesprochen und<br />

definiert, wo und bei welchen Herstellern die Rohstoffe gekauft<br />

werden dürfen. Die Anforderungen sind hoch, außergewöhnliche<br />

Zutaten wie getrocknete Drachenfrüchte in Bio-<br />

Qualität und allergenfrei zu bekommen, ist ebenso schwer wie<br />

die Beschaffung von getrockneten Bio-Früchten wie Physalis<br />

oder absolut steinfreien Sauerkirschen.<br />

Die Smoothieriegel werden in Deutschland hergestellt.<br />

Erstmalig wird auch Gemüse als Zutat verwendet, und da die<br />

Riegel in Rohkostqualität hergestellt werden, stellen sich so<br />

besondere Herausforderungen. Die Zutaten dürfen nicht wärmer<br />

als 45 Grad Celsius verarbeitet werden, das erfordert<br />

erhöhte Hygienemaßnahmen zum Beispiel bei Spinat.<br />

Am allerliebsten widmet sich Staudacher jedoch der Produktentwicklung.<br />

Woher sie die Ideen für ihre Rezepturen<br />

nimmt? »Die meisten Riegel sind von meinen Reisen inspiriert.<br />

Einen habe ich nach einem Tunesienurlaub entwickelt. Dort<br />

bin ich auf einem Kamel durch die Sahara geritten und habe<br />

erstmals eine Drachenfrucht probiert. Und einmal wurde ich<br />

von Einheimischen in eine Lehmhütte zum besten Curry meines<br />

Lebens eingeladen, aus dieser Erfahrung entstand der Riegel<br />

›Delhi Delight‹ aus Curry, Mango und Ananas«, erzählt Staudacher<br />

und ihre Begeisterung für andere Kulturen und das Komponieren<br />

neuer, teils exotischer Rezepturen ist deutlich spürbar.<br />

Die neueste ist schon in Vorbereitung und so viel darf schon<br />

ver raten werden: Sie enthält Mohn, Cashew und Zitrone. GS<br />

<strong>Alnatura</strong> <strong>Magazin</strong> 03.<strong>2017</strong> 27


MARKENSEITE*<br />

Natürlich schön<br />

Seit der Gründung der Marke lavera ist es das Ziel des Unternehmens, Natur pur<br />

und Schönheitspflege miteinander zu vereinen. lavera ist aus dem Lateinischen<br />

abgeleitet und steht für »die Wahre« – und so werden bei lavera Naturkosmetik nur<br />

natürliche Inhaltsstoffe verarbeitet. Natürlichkeit und Verträglichkeit – dies sind<br />

die Grundsätze für Produkte, die alle Pflegewünsche erfüllen, auch die der besonders<br />

empfindlichen Haut. Jeder Hautzustand soll geschützt, gepflegt und ausbalanciert<br />

werden. lavera steht für hundert Prozent NATRUE-zertifizierte Naturkosmetik mit<br />

natürlichen Pflanzenwirkstoffen und Bio-Pflanzenauszügen oder Bio-Ölen.<br />

Alle Produkte sind frei von Silikonen, Paraffinen und Mineralöl.<br />

STRAFFENDE AUGENPFLEGE<br />

KARANJA vegan<br />

Die Augenpflege mit Karanjaöl und<br />

weißem Bio-Tee ist ideal für die zarte<br />

Haut rund um die Augenpartie. Wirkt<br />

gegen Zeichen der Hautalterung.<br />

15 ml 12,95 € (100 ml = 86,33 €)<br />

STRAFFENDES SERUM<br />

KARANJA vegan<br />

Feuchtigkeitsspendende Anti-Falten-<br />

Pflege mit Soforteffekt. Anwendung:<br />

Auf die ge reinigte Haut von Gesicht,<br />

Hals und Dekolleté auftragen,<br />

Augenpartie aussparen.<br />

30 ml 13,95 € (100 ml = 46,50 €)<br />

STRAFFENDE PFLEGEMASKE<br />

KARANJA vegan<br />

Intensive Anti-Aging-Pflege mit<br />

natürlicher Hyaluronsäure.<br />

Anwendung: 10–15 min oder über<br />

Nacht auf der gereinigten Haut<br />

einwirken lassen.<br />

Stk. 1,45 €


STRAFFENDE TAGESPFLEGE<br />

KARANJA vegan<br />

Die Rezeptur mit natürlicher<br />

Hyaluronsäure, Karanjaöl und weißem<br />

Bio-Tee spendet der Haut intensive<br />

Feuchtigkeit, zieht schnell ein und<br />

polstert die Haut von innen auf.<br />

50 ml 11,95 € (100 ml = 23,90 €)<br />

STRAFFENDE NACHTPFLEGE<br />

KARANJA vegan<br />

Pflegt die Haut intensiv und unterstützt<br />

die hauteigene Regeneration<br />

in der Nacht. Mildert Falten im Schlaf<br />

und strafft das Hautbild.<br />

50 ml 12,95 € (100 ml = 25,90 €)<br />

Der Markentisch des Monats<br />

Die hier abgebildeten Naturkosmetik-Produkte<br />

finden Sie<br />

in Ihrem <strong>Alnatura</strong> Super<br />

Natur Markt auf<br />

dem Markentisch<br />

und im Regal.<br />

<strong>Alnatura</strong> <strong>Magazin</strong> 03.<strong>2017</strong> 29<br />

* Bei den Markenseiten-Produkten handelt es sich um Anzeigen. Diese Produkte erhalten Sie in Ihrem <strong>Alnatura</strong> Super Natur Markt.


NATURKOSMETIK<br />

Bedürfnis nach Zuwendung<br />

Braucht es wirklich noch mehr Cremes im Bad – extra für Hände und Füße?<br />

Die Antwort ist ein klares Ja. Schließlich hat deren tagtäglich arg<br />

beanspruchte Haut ganz andere Bedürfnisse als die von Gesicht und Körper.<br />

Unsere Füße und Hände sind einzigartig – so wie<br />

wir selbst! Doch sie müssen einiges aushalten.<br />

Die Füße etwa, kommen im Schnitt auf eine tägliche<br />

Leistung von rund 10 000 Schritten. Vor allem im Winter<br />

sind sie dabei eingesperrt in festen Schuhen. Bei den Händen<br />

trägt dann neben Wind und Wetter der häufige Kontakt<br />

mit Wasser und Reinigungsmitteln dazu bei, dass die Haut<br />

ständig Feuchtigkeit und Fett verliert. Und das, wo Austrocknung<br />

mit Alterung einhergeht … Hände und Füße<br />

haben daher regelmäßige und liebevolle Pflege verdient.<br />

Das gilt für die besonders dünne Haut der Oberfläche mit<br />

ihren wenigen Talgdrüsen, die Nägel und die Sohle beziehungsweise<br />

Handinnenfläche gleichermaßen.<br />

Doch welches ist die richtige Fuß-, welches die beste<br />

Handcreme? Eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht,<br />

denn Haut unterscheidet sich von Mensch zu Mensch.<br />

Auch je nach Alter, Jahreszeit und Beanspruchung variieren<br />

die Bedürfnisse stark. Was aber sicher jede Haut<br />

mag, sind Pflegeprodukte aus natürlichen und pflanzlichen<br />

Inhaltsstoffen, wie sie die Naturkosmetik bereithält. Generell<br />

handelt es sich um gut einziehende Emulsionen aus<br />

Wasser und bewährten Basisölen, die für ein geschmeidiges<br />

Hautgefühl sorgen. Für reichhaltigere Cremes kommt<br />

teils Pflanzenbutter wie Shea- oder Kakaobutter dazu, die<br />

durch die enthaltenen gesättigten langen Fettsäuren erst<br />

bei Körpertemperatur flüssig werden. Sie ziehen langsamer,<br />

aber auch tiefer ein und zeichnen sich durch eine gute<br />

Rückfettung aus. Spezielle Wirköle und Pflanzenextrakte<br />

ergänzen die Rezepturen. Da finden sich etwa Granatapfel-,<br />

Avocado-, Sanddornsamenöl oder auch Auszüge<br />

aus Eibisch, Ingwer, Brutblatt und mehr. Abgesehen<br />

von einigen notwendigen funktionellen Zutaten runden<br />

häufig zart duftende ätherische Öle das Spektrum ab. BP<br />

Extras für die Füße<br />

Strapazierten Füßen und Beinen schmeichelt nicht nur<br />

Fußcreme, sondern auch ein belebendes Beintonikum,<br />

zum Beispiel mit Rosmarin oder Rosskastanie (am besten<br />

von unten nach oben in Richtung Herz einmassieren).<br />

Unabhängig von der Jahreszeit bieten sich zudem warme<br />

Bäder mit Fußbadesalz, Kräuterextrakten oder<br />

manch mal hornhautaufweichenden Inhaltsstoffen<br />

an. Wichtig: beim Abtrocknen die<br />

Zehenzwischenräume nicht vergessen.<br />

Dazu noch ein Geheimtipp: edles<br />

Seidenpuder auftragen – das soll<br />

Feuchtigkeit binden und übermäßiger<br />

Schweißproduktion vorbeugen.<br />

30 <strong>Alnatura</strong> <strong>Magazin</strong> 03.<strong>2017</strong>


HERSTELLER-EMPFEHLUNG*<br />

Schönheit für die Nägel<br />

Wer Nägeln und Nagelhäutchen etwas<br />

Gutes tun, sie stärken möchte, findet spezielle<br />

Nagelöle. Naturkosmetikhersteller<br />

setzen wieder auf überlegte Wirkstoffkompositionen,<br />

beispielsweise Neemblatt,<br />

Wundklee und Kamille, Teebaum- und<br />

Lavendelöl oder Rizinusöl.<br />

Tipp: Wer auf eine Ernährung mit genügend<br />

Mineralstoffen (Kieselsäure, Kalzium,<br />

Zink und andere) und Vitaminen (vor allem<br />

Biotin, Folsäure, Cobalamin) achtet, beugt<br />

brüchigen Nägeln vor.<br />

Sinnlich durch den Tag<br />

In die Haut eingebettet sind die Sinneszellen,<br />

mit denen wir Oberflächen, Temperatur oder<br />

Schmerz erspüren. Dabei haben wir mit rund<br />

72 000 Nervensensoren an den Füßen mehr<br />

als im Gesicht! Kein Wunder, dass Fußmassagen<br />

so intensiv wirken. Probieren Sie es aus …<br />

Hände, die handeln, Füße, die tragen.<br />

Folgende Yoga-Übung vereint sie harmonisch<br />

und fördert zugleich die Fußbeweglichkeit:<br />

Verschränken Sie sitzend mit übergeschlagenem<br />

linken Bein alle Finger der rechten Hand<br />

mit den Zehen des linken Fußes; Hand- und<br />

Fußballen dabei aneinandergeschmiegt. Nach<br />

ein paar Minuten des Wahrnehmens die<br />

Seite wechseln.<br />

Die Macadamianuss ist unter<br />

Feinschmeckern beliebt und wird auch<br />

»Königin der Nüsse« genannt –<br />

und das völlig zu Recht: Ihr leicht<br />

buttrig-nussiges Aroma macht sie<br />

zu einer besonderen Köstlichkeit. Die<br />

Morgenland Macadamianüsse stammen<br />

aus einem eigenen Anbauprojekt.<br />

MORGENLAND<br />

BIO-MACADAMIANÜSSE vegan<br />

• ohne Schale und ungesalzen<br />

• ideal als Snack zwischendurch<br />

• schmecken auch in Kombination mit exotischen Früchten<br />

• ohne Zusatzstoffe<br />

• Tipp: Macadamianüsse eignen sich zum Backen von<br />

süßem Gebäck, sie passen aber auch zu pikanten<br />

Gerichten – als saftige Kruste für Lachs, mit frischen<br />

Kräutern zu Pesto verarbeitet oder einfach grob<br />

gehackt über Gemüsegerichte gestreut<br />

100 g 4,99 €<br />

<strong>Alnatura</strong> <strong>Magazin</strong> 03.<strong>2017</strong> 31<br />

* Bei Produkten, die als »Hersteller-Empfehlung« gekennzeichnet sind, handelt es sich um Anzeigen.<br />

Diese Produkte erhalten Sie in Ihrem <strong>Alnatura</strong> Super Natur Markt.


HERSTELLER-EMPFEHLUNGEN*<br />

BENECOS<br />

NAGELLACK »WILD ORCHID«** vegan<br />

ODER NAGELLACK »MINTY DAY«** vegan<br />

• bis zu 90 % der Inhaltsstoffe basieren auf natürlichen,<br />

nachwachsenden Rohstoffen<br />

• mit Avocado und Biotin<br />

• u. a. frei von Formaldehyd, Parabenen und Silikonen<br />

pro Stk. 3,89 €<br />

Die Nagellacke von<br />

Benecos überzeugen<br />

nicht nur durch ihre<br />

strahlenden Farben,<br />

sondern auch durch<br />

Natürlichkeit und<br />

Nachhaltigkeit.<br />

Der Colour Intense<br />

Lipstick verleiht<br />

den Lippen atemberaubende<br />

Farbe<br />

dank hochwertiger<br />

Pigmente – der klassische Lippenstift<br />

für jeden Anlass.<br />

LAVERA<br />

LIP COLOUR INTENSE »TIMELESS RED«**<br />

ODER »MAROON KISS«**<br />

• cremige Formulierung<br />

• hoher Tragekomfort mit samtigem Finish<br />

• Textur mit Bio-Blütenbutter aus Rose,<br />

Malve und Linde<br />

• zarte Pflege mit sanftem Schutz<br />

pro Stk. 5,49 €<br />

SANTAVERDE<br />

ALOE VERA HYDRO REPAIR GEL vegan<br />

• kann bei unreiner, fettiger und Mischhaut allein,<br />

bei allen anderen Hautbildern wie ein Serum<br />

ergänzend vor der Creme angewendet werden<br />

• Tipp: auch als Aftershave-Balsam und<br />

After-Sun-Pflege beliebt<br />

30 ml 25,90 € (100 ml = 86,33 €)<br />

Das Gel aus reinem<br />

Aloe-vera-Saft, Holunderblütenextrakt,<br />

Nachtkerzenöl<br />

und Mangokernbutter<br />

regeneriert die Haut und<br />

baut den Feuchtigkeitshaushalt<br />

neu auf.<br />

32 <strong>Alnatura</strong> <strong>Magazin</strong> 03.<strong>2017</strong>


Sonnenlicht tut gut, ein<br />

Übermaß kann die<br />

Haut allerdings schädigen.<br />

Deshalb schützt<br />

die Sonnenpflege von<br />

Algamaris zuverlässig<br />

mit mineralischen Lichtschutzfiltern.<br />

ALGAMARIS<br />

SONNENSPRAY SPF 50+** ODER<br />

SONNENCREME FÜR DAS GESICHT SPF 50**<br />

• mit dem patentierten Wirkstoff Alga-Gorria, einem<br />

Extrakt aus der Rotalge<br />

• UVA- und UVB-Schutz dank Titandioxid und Zinkoxid<br />

• keine weißen Rückstände und wasserfest<br />

• auch mit SPF 30 erhältlich<br />

PRIMAVERA<br />

AUTOBEDUFTER**<br />

• Gerät zur Beduftung mit Duftmischung und<br />

ätherischen Ölen<br />

• an der Lüftung angebracht, verteilt sich der Duft<br />

• inklusive 5 individuell beduftbarer Vliese<br />

• 100 % naturreine, spritzig-fruchtige Duft -<br />

mischung »Fahr fit«<br />

pro Stk. 9,90 €<br />

Der Autobedufter und die Duftmischung<br />

»Fahr fit« sorgen für<br />

frischen Fahrspaß und guten Duft<br />

im Auto – so macht selbst der<br />

Weg zur Arbeit morgens Spaß.<br />

Sonnenspray SPF 50+ 125 ml 19,95 € (100 ml = 15,96 €)<br />

Sonnencreme SPF 50 50 ml 16,45 € (100 ml = 32,90 €)<br />

Der Deo Roll-On Bio-<br />

Limette erfrischt sanft die<br />

Achselhaut und bietet<br />

einen zuverlässigen und<br />

natürlichen Deo-Schutz –<br />

den ganzen Tag.<br />

ALVIANA<br />

DEO ROLL-ON BIO-LIMETTE vegan<br />

• wirkt mit dem Saft der Aloe-vera-Pflanze<br />

und Salbeiwasser desodorierend<br />

• ohne Aluminiumsalze<br />

• fruchtig-frischer Duft nach Limette<br />

• NATRUE-zertifiziert<br />

50 ml 3,99 € (100 ml = 7,98 €)<br />

CMD<br />

TEEBAUMÖL-ZINKSALBE** ODER<br />

TEEBAUMÖL-INTENSIVCREME**<br />

• Zinksalbe: getönte Salbe zum Abdecken von Unreinheiten<br />

und Pickeln sowie bei irritierter Haut<br />

• Intensivcreme: unterstützende Pflege bei Lippenbläschen,<br />

Herpes, Pickeln und irritierter Haut; mit hohem Anteil<br />

Bio-Teebaumöl<br />

Zinksalbe 15 ml 10,75 € (100 ml = 71,67 €)<br />

Intensivcreme 10 ml 9,25 € (100 ml = 92,50 €)<br />

Nicht immer ist<br />

unsere Haut so schön,<br />

wie wir sie uns wünschen.<br />

Die Teebaumöl-Zink salbe<br />

und -Intensivcreme<br />

unterstützen sie bei<br />

ihrem Heilungsprozess.<br />

<strong>Alnatura</strong> <strong>Magazin</strong> 03.<strong>2017</strong> 33<br />

* Bei Produkten, die als »Hersteller-Empfehlung« gekennzeichnet sind, handelt es sich um Anzeigen.<br />

Diese Produkte erhalten Sie in Ihrem <strong>Alnatura</strong> Super Natur Markt. / ** Nicht in allen Filialen erhältlich.


GESELLSCHAFT<br />

Neue Technik, alte Risiken<br />

Petra Boie, Vorstand der Bingenheimer Saatgut AG, zur Entwicklung neuer<br />

Gentechnik-Verfahren und deren Risiken für Menschen, Tiere und Umwelt.<br />

Durch die Entwicklung verschiedener neuer Gentechnik-Verfahren<br />

werden uns rasante Fortschritte<br />

in der Pflanzen- und Tierzucht versprochen. Doch<br />

eine langfristige, sachliche Beurteilung der Vorteile und Risiken<br />

der vermeintlich zielgerichteten genetischen Eingriffe steht<br />

noch aus – genauso wie eine Entscheidung in der Frage, ob<br />

die Techniken als Gentechnik und ihre Endprodukte damit als<br />

gentechnisch verändert einzustufen sind. Die rechtliche Beurteilung<br />

und Einordnung hat auch weitreichende Folgen für<br />

uns als Verbraucher: Ohne Kennzeichnungspflicht wird uns<br />

die Wahlfreiheit für ein ökologisches und gentechnikfreies<br />

Produkt genommen.<br />

Die seit einigen Jahren in der Entwicklung befindlichen<br />

verschiedenen neuen gentechnischen Verfahren lassen sich sowohl<br />

in der Pflanzen- und Tierzüchtung als auch in der Humanmedizin<br />

anwenden. Neben Verfahren wie der Cis-Gentechnik,<br />

die der bekannten Gentechnik sehr ähnlich sind, stehen in der<br />

aktuellen Diskussion vor allem die sogenannten Genome-<br />

Editing-Verfahren im Fokus. Im Gegensatz zur »alten« Gentechnik<br />

soll es mit diesen Verfahren, allen voran CRISPR/Cas9<br />

(Methode, um DNA gezielt zu schneiden und zu verändern),<br />

möglich sein, ganz präzise in das Erbgut von Pflanzen, Tieren<br />

(und Menschen) einzugreifen. Nachdem man drei Jahrzehnte<br />

lang im Bereich der »alten« Gentechnik mit ungenauen Schrotschussverfahren<br />

gearbeitet hat – der Ort des Einbaus der<br />

Bingenheimer Saatgut AG kurz gefasst<br />

Die Bingenheimer Saatgut AG bietet ökologisches Saatgut<br />

für Acker, Gewächshaus, Garten und Balkon kasten.<br />

• nachbaufähige, samenfeste Sorten<br />

• keine Hybrid- Sorten, Patente, Gen- oder Biotechnologie<br />

• Förderung der biodynamischen / ökologischen Züchtung<br />

• Bio von Anfang an<br />

• beste Saatgutqualität und hohe Keimfähigkeit<br />

• Regionalität: 70 % des Saatgutes in Deutschland erzeugt<br />

• Sortenvielfalt: 380 Sorten, davon 150 Sorten in<br />

Demeter-Qualität<br />

• Transparenz: Rückverfolgung bis zum Vermehrungsacker.<br />

• partnerschaftliches Netzwerk: mit Saatguterzeugung<br />

und Züchtung<br />

• Integration: Unterstützung der Lebensgemeinschaft<br />

Bingenheim, indem pflegebedürftigen Menschen eine<br />

sinnvolle Arbeit ermöglicht wird<br />

neuen Gen-Konstrukte konnte nicht kontrolliert werden und<br />

komplexere gentechnische Veränderungen ließen sich kaum<br />

herstellen –, glaubt man sich jetzt in der Lage, das Erbgut und<br />

die Genregulation zielgerichtet, planvoll und ohne erhebliche<br />

Nebenwirkungen manipulieren zu können. Wortneuschöpfungen<br />

wie »Genome Editing« (sinngemäß übersetzt: gezieltes<br />

Umschreiben von Genomen) oder »Präzisionszüchtung« sollen<br />

glauben machen, dass man die Ära der Steinzeit-Gentechnik<br />

verlassen hat. Ungeachtet der weitverbreiteten Euphorie gibt<br />

es inzwischen einige Wissenschaftler, die die Verfahren und ihre<br />

vermeintliche Zielgerichtetheit kritisch hinterfragen. Deshalb<br />

sollten die neuen Techniken vor ihrem kommerziellen Einsatz<br />

unbedingt einer umfassenden, unabhängigen Risikobewertung<br />

unterzogen werden. Eine solche Prüfung wird es jedoch nur<br />

geben, wenn diese als das reguliert werden, was sie sind:<br />

Gentechnik.<br />

Welche Position hat der Bio-Landbau? Die Wochenzeitschrift<br />

»Die Zeit« titelte im Sommer 2016: »Wo bleibt der Aufschrei?«<br />

Die Autorin Thea Dorn forderte eine gesellschaftliche Debatte<br />

über die Grenzen der Anwendung der neuen gentechnischen<br />

Verfahren. »Gerade erfinden Forscher das Menschsein neu«, so<br />

ihre These. Dies gilt für die angeblichen Möglichkeiten in der<br />

Humangenetik, aber auch für die Pflanzen- und Tierzüchtung.<br />

Wir müssen uns fragen, wo die Grenzen des direkten Eingreifens<br />

in das Genom von Pflanzen und Tieren liegen.<br />

Der BÖLW (Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft) hat<br />

eindeutig Stellung bezogen und lehnt neuartige Verfahren,<br />

die auf molekularer Ebene direkt in die DNA und/oder Genregulation<br />

eingreifen, grundsätzlich ab. Der BÖLW fordert eine<br />

konsequente Umsetzung des EU-Gentechnikrechts und die<br />

notwendige Kennzeichnung der Verfahren.<br />

In der Schweiz ist das Konzept der »Würde der Kreatur« sogar<br />

in der Verfassung verankert. Der Bio-Landbau hat sich freiwillig<br />

zu diesem Konzept verpflichtet. Daraus resultiert ein absoluter<br />

Verzicht auf die Verfahren der Gentechnik, auch bei der<br />

Tier- und Pflanzenzüchtung. Die Erfahrungen mit der »alten«<br />

Gentechnik sollten eigentlich ausreichen, um in Bezug auf die<br />

neuen Techniken besonders kritisch und wachsam zu sein –<br />

nicht nur in der Landwirtschaft, sondern auch in der Politik.<br />

Hinzu kommt: Auch bei der Anwendung der Verfahren der<br />

»neuen« Gentechnik spielen Patentrechte eine große Rolle.<br />

Damit gerät der Bio-Landbau doppelt in Bedrängnis, denn<br />

»neue« Gentechnik und Patente werden die Sortenwahl und<br />

34 <strong>Alnatura</strong> <strong>Magazin</strong> 03.<strong>2017</strong>


ANZEIGE<br />

www.kunst-koerperpflege.at<br />

Petra Boie mit Jungpflanzen bei der<br />

Bingenheimer Saatgut AG (links).<br />

Möhren-Saatgut-Vermehrung der biodynamischen<br />

Sorte »Milan« auf dem Betrieb von<br />

Peter Kiefer, Allgäu. (unten).<br />

eine eigenständige biologische Züchtung einschränken. Es sind Grundsatzfragen,<br />

die die Akteure aus Anbau, Herstellung und Handel zusammen mit ihren Kunden<br />

beantworten müssen: Welche Sorten können die Grundlage für einen nachhaltigen,<br />

qualitätsbewussten und biologischen Anbau sein? Wie erhalten wir Wahlfreiheit<br />

angesichts einer weltweit hochgradig mono polisierten konventionellen Saatgutbranche?<br />

Der Aufbau einer eigenständigen, den Grundsätzen des Bio-Landbaus<br />

verpflichteten Pflanzen-und Tierzüchtung ist wichtiger denn je!<br />

In der Zwischenzeit gibt es vielfältige Möglichkeiten, an konstruktiven Gegenentwürfen<br />

zur Gentechnik mitzuwirken: Achten Sie beispielsweise beim Kauf<br />

von Gemüse und Saatgut auf samenfeste Sorten aus ökologsicher Züchtung oder<br />

unterstützen Sie den Saatgutfonds für ökologische und gentechnikfreie Züchtung<br />

der Zukunftsstiftung Landwirtschaft.<br />

››› Gastbeitrag von Petra Boie, Dipl.-Ing. Agr., Vorstand für Vertrieb & Marketing,<br />

Bingenheimer Saatgut AG – Ökologische Saaten –<br />

Apfel–kiwi<br />

körpercreme<br />

Den Genuss frischer knackiger Äpfel<br />

und fruchtiger Kiwis in den Tiegel<br />

gepackt. Begleitet von zarter Süße,<br />

erfrischt die Körpercreme die Haut mit<br />

einer spritzig belebenden Duftnote.<br />

Die Verschmelzung von Apfel und Kiwi in<br />

der STYX-Körpercreme bildet einen<br />

wahren Vitaminbooster für die Haut und<br />

ist reich an Antioxidantien.<br />

Bild: Apfel-Kiwi (Detail), Öl auf Leinwand,<br />

©Krassimir Kolev 2016


LEITBILD LANDWIRTSCHAFT<br />

Mitwirken an der Evolution<br />

»Wir sind auf einer Mission – zur Bildung der Erde sind wir berufen.«<br />

Friedrich von Hardenberg alias Novalis<br />

Durch kaum etwas anderes<br />

greift der Mensch so sehr<br />

in seine Umwelt ein wie<br />

durch Landwirtschaft. 30 Prozent der<br />

festen Erdoberfläche werden land wirtschaft<br />

lich genutzt – der Rest sind Wälder,<br />

Wüsten oder Felsen. Alles Getreide,<br />

Obst und Gemüse wird auf dieser Fläche<br />

angebaut. Es ist leicht einsehbar, dass es auf das<br />

Wie ankommt, wenn es um die Nachhaltigkeit bei der<br />

Bewirtschaftung dieser Flächen geht.<br />

Nach den schwedischen Wissenschaftlern Rockström und<br />

Kollegen (2009) haben wir bereits in vier Bereichen die Belastungsgrenzen<br />

der Erde überschritten – bei der Stickstoffund<br />

der Phosphorbelastung (vorwiegend der Gewässer), beim<br />

Klima wandel und beim Verlust von Biodiversität. Alle diese<br />

Überschreitungen hängen eng mit der Landwirtschaft zusammen<br />

– Landwirtschaft trägt beispielsweise mit künst licher<br />

Düngung mit dem gesamten Ernährungs sektor zu etwa 40<br />

Prozent zum Klimawandel bei, bei dem Biodiversitätsverlust<br />

ist die Landwirtschaft sogar Hauptverursacher.<br />

Gleichzeitig wird die Weltbevölkerung von heute<br />

7,5 Milliar den Menschen auf 10 Milliarden im Jahr 2050 anwachsen,<br />

was einen stark erhöhten Lebensmittelbedarf<br />

mit sich bringen wird.<br />

Wie sollte zukünftige Landwirtschaft also aussehen? Ich<br />

persönlich glaube, dass der Ansatz des »etwas weniger schädlich<br />

für die Umwelt« nicht ausreichen wird. Ich glaube, wir<br />

brauchen eine grundsätzlich neue Orientierung für eine Landwirtschaft<br />

mit Zukunft – statt »Ertrag pro Fläche«, was zugegebenermaßen<br />

auch wichtig ist, brauchen wir eine Entwicklungsorientierung,<br />

die den Gesamtplaneten umfasst.<br />

Landwirtschaft ist als einer<br />

von wenigen Wirtschaftszweigen<br />

prinzipiell in der<br />

Lage, die Produktionsgrundlage<br />

während des Produktionsprozesses<br />

stetig zu verbessern. Bis Großkonzerne<br />

das Geschäft übernahmen,<br />

hat die Landwirtschaft<br />

Kulturpflanzen und Kulturtiere selbst<br />

weiterentwickelt. Der Züchtungsfortschritt<br />

hin zu großen Getreideähren und süßen Äpfeln sowie<br />

zu viel Milch gebenden Kühen fand in der Landwirtschaft<br />

selbst statt. Auch die Bodenfruchtbarkeit kann während des<br />

Anbaus von Feldfrüchten verbessert werden. Natürlich haben<br />

Spezialisierung und Industrialisierung im letzten Jahrhundert<br />

die Produktivität der Landwirtschaft erhöht – allerdings überwiegend<br />

erdölbasiert und mit Umweltschäden erkauft, die die<br />

Belastungsgrenzen des Planeten mittlerweile übersteigen.<br />

Wie kaum ein anderer Wirtschaftszweig lebt die Landwirtschaft<br />

vom Sonnenlicht. Kein Pflanzenwachstum ohne Sonnenlicht.<br />

Und Pflanzennahrung ist letztlich Grundlage aller tierischen<br />

Erzeugung. Werden heute jedoch oftmals zehn fossile<br />

Energieeinheiten verbraucht, um eine Lebensmittelenergieeinheit<br />

zu erzeugen, müsste sich das Verhältnis in der Zukunft<br />

geradezu umkehren: zehn Lebensmittel-Energieeinheiten<br />

sollten direkt aus Sonne und vielleicht eine Energieeinheit zur<br />

Unterstützung des Produktionsprozesses aus fossilen Energien<br />

hergestellt werden. Das wäre das Einläuten eines wahren<br />

solaren Zeitalters.<br />

Mit einem Mix aus erneuerbaren Energien – Wind, Sonne,<br />

Biomasse – können heute schon manche Landwirtschaften<br />

energieautark produzieren. Ich meine jedoch, dass zukunfts-<br />

36 <strong>Alnatura</strong> <strong>Magazin</strong> 03.<strong>2017</strong>


ANZEIGE<br />

Serie konzipiert und redaktionell betreut von Manon Haccius.<br />

fähige Landwirtschaft darüber hinausgehen sollte. Denn<br />

auch der Biodiversitätsverlust ist ein gravierendes Problem.<br />

Ohne Biodiversität kein Leben, könnte man es kurzfassen.<br />

Alles höhere Leben ist komplex. Die Evolution hat sich<br />

dahin entwickelt, dass wir heute als Menschen Ergebnis<br />

dieses komplexen Lebens sind und gleichzeitig durch unser<br />

Bewusstsein diese Komplexität verstehen und gestalten<br />

können. Wenn Landwirtschaft in Monokulturen stattfindet,<br />

nimmt der Energieaufwand zum Erhalt der Gesundheit<br />

dieses unnatürlichen Systems mittels chemischer Pflanzenschutzmittel<br />

überproportional zu. Biodiverse Ökosysteme<br />

dagegen sind deutlich weniger krankheitsanfällig.<br />

Leitbild für eine zukünftige Landwirtschaft sollte der<br />

Mensch sein. Als evolutiv sehr weit entwickeltes Wesen<br />

trägt der Mensch alle Voraussetzungen für ein kulturell<br />

höher entwickeltes Leben in sich. Legt man sein Gestaltungs<br />

prinzip der Arbeit mit der Natur – also der Landwirtschaft<br />

– zugrunde und gestaltet die Landwirtschaft gemäß<br />

einem lebendigen Organismus mit individuellen Zügen,<br />

dann hat man wesentliche Elemente für eine Weiterentwicklung<br />

der Natur beziehungsweise des Erd organismus<br />

beieinander. Das Ganze geht produktiv, wie viele Demeterund<br />

manche Bio-Bauern heute schon beweisen, hat jedoch<br />

noch Entwicklungspotenzial.<br />

Eine Schlüsselkomponente ist dabei die Frage, wem<br />

das Land gehört. Landwirtschaften mit gemeinnützigem<br />

Träger werden erstaunlicherweise immer vielfältiger,<br />

während privatwirtschaftlich betriebene Landwirtschaft<br />

dazu tendiert, immer »einfältiger« zu werden. Eine wie<br />

oben beschrieben weiterentwickelte ökologische Landwirtschaft<br />

erzeugt im Sinne integraler Produktivität neben<br />

ausreichend Lebensmitteln bei eingeschränktem Fleischverzehr<br />

der Konsumenten auch essenzielle weitere Güter<br />

wie Biodiversität, Bodenfruchtbarkeit und sauberes Wasser.<br />

››› Gastbeitrag Nikolai Fuchs<br />

Nikolai Fuchs (geb. 1963) ist gelernter und studierter Landwirt<br />

mit Fachrichtung Naturschutz und Landschaftsökologie.<br />

Nach Jahren in der Umweltpädagogik war er zuerst<br />

auf Landes-, dann auf Bundesebene für den Demeter-Verband<br />

geschäftsführend tätig, bevor er das Brüsseler Büro<br />

von Demeter International leitete und die weltweite Weiterentwicklung<br />

der biodynamischen Arbeit koordinierte. Vier<br />

Jahre arbeitete er in Genf im Umkreis der Welthandelsorganisation.<br />

Heute ist er Stiftungsrat der Zukunftsstiftung<br />

Landwirtschaft sowie Aufsichtsrat<br />

der BioBoden Genossenschaft. Sein<br />

jüngstes Buch trägt den Titel:<br />

»Evolutive Agrarkultur – Landwirtschaft<br />

nach dem Bildeprinzip des<br />

Menschen« (Verlag Lebendige Erde<br />

Demeter e.V., Darmstadt, 2014,<br />

ISBN 978-3-941-232-12-9).<br />

Für Salate, Soßen oder als Suppe<br />

Querbeet<br />

Garten Eden lässt grüßen<br />

Für unsere Gewürzmischung Querbeet haben wir aus<br />

dem Vollen geschöpft: Mit einem ungewöhnlich hohen<br />

Anteil von 37 % Gemüse und 9% Kräutern! Da stecken<br />

mehr als 20 verschiedene Gemüse, Pilze, Kräuter und<br />

Gewürze in Querbeet. Natürlich ganz ohne Hefe, Zucker,<br />

Maltodextrin oder Öl. Und alles kommt aus zertifiziertem<br />

Bioland-Anbau. Ergebnis: ein echtes Allround-Talent! Ob<br />

Kartoffelsalat, frische Suppe oder cremiges Risotto –<br />

Querbeet gibt den entscheidenden Kick. Und als klare<br />

Suppe schmeckt Querbeet auch mal solo. So wird<br />

Kochen und Genießen schön leicht gemacht.<br />

sos-design<br />

www.herbaria.de<br />

Erhältlich in den <strong>Alnatura</strong>-Filialen oder online unter www.alnatura-shop.de


NACHHALTIG LEBEN<br />

Landwirtschaft und Naturschutz im Dialog<br />

Drei Beispiele für mehr Vielfalt in der Agrarlandschaft<br />

Der Verlust an biologischer Vielfalt nimmt immer<br />

dramatischere Ausmaße an – vor allem auf landwirtschaftlich<br />

genutzten Flächen. Ehemalige »Allerweltsvögel«<br />

wie Feldlerche und Rebhuhn oder wichtige Bestäuberinnen<br />

wie Wildbienen und Hummeln sind stark gefährdet,<br />

blumenbunte Wiesen und Ackerrandstreifen verschwinden<br />

vielerorts. »Diesen Abwärtstrend müssen wir unbedingt aufhalten«,<br />

sagt NABU-Landwirtschaftsexperte Jochen Goedecke.<br />

»Und das wird nur gelingen, wenn Naturschutz und Landwirtschaft<br />

zusammenarbeiten.«<br />

Ein Schritt auf diesem Weg ist das Projekt »Dialogforum<br />

Land wirtschaft und Naturschutz«. Der NABU Baden-Württemberg<br />

hat es ins Leben gerufen, um Vertreterinnen und Vertreter<br />

aus Landwirtschaft, Naturschutzverbänden und Behörden<br />

an einen Tisch zu bringen. »Wir wollen voneinander lernen<br />

und die Sorgen und Zwänge der anderen besser verstehen«,<br />

erklärt Goedecke. »Daher veranstalten wir gemeinsame Workshops<br />

und Exkursionen, um Vorurteile abzubauen und Kontakte<br />

zu knüpfen – und um zu zeigen: Jeder Hof kann auf seine<br />

Weise etwas für die biologische Vielfalt tun.«<br />

Beispiel 1: Gestaffelte Mahd rettet Insektenleben<br />

Normalerweise werden Wiesen in einem Schwung gemäht.<br />

Insekten finden dort von einem Tag auf den anderen keine<br />

Nahrung und keinen Lebensraum mehr. Ihnen hilft es, wenn<br />

man stattdessen bei der ersten Mahd im Jahr Teilbereiche ausspart<br />

und »Inseln« stehen lässt. Diese Inseln dienen zum Beispiel<br />

Wildbienen oder Schwebfliegen auch dann noch als Nahrungsquelle,<br />

wenn die umliegenden Blüten bereits abgemäht<br />

sind. Die Larven des imposanten Grünen Heupferdes oder des<br />

stimmgewaltigen Feldgrashüpfers können hier ihre Entwicklung<br />

vervollständigen. Und von den Wieseninseln aus schaffen<br />

es die Insekten, die gemähten Bereiche wieder zu besiedeln.<br />

Auch Feldhasen oder Rebhühner profitieren von der gestaffelten<br />

Mahd, sie finden Rückzugsmöglichkeiten, die sonst in<br />

der ausgeräumten Agrarlandschaft rar sind.<br />

Beispiel 2: Blühstreifen sind Lebensraum und Augenweide<br />

Bunt blühende Feldränder mit Wiesensalbei, Klatschmohn,<br />

Sonnenblumen und Co. sind eine Augenweide – und sie leisten<br />

einen wertvollen Beitrag, um die biologische Vielfalt zu bewahren:<br />

Sie bieten Lebensraum für viele Wildtiere und verbinden<br />

unterschiedliche Biotope miteinander. Während der Erntezeit<br />

können sich Feldhasen oder Feldvögel darin verstecken. Ihre<br />

Blütenvielfalt sorgt für einen reich gedeckten Tisch für Schmetterlinge,<br />

Wildbienen und zahlreiche Vogelarten – je vielfältiger<br />

die Mischung, desto mehr Arten profitieren. So stehen zum<br />

Beispiel auf dem Speiseplan der Raupe des auffällig rotgefleckten<br />

Esparsetten-Widderchens die prächtig blühenden Esparsetten.<br />

Damit viele Tiere auch im Herbst noch Nahrung finden,<br />

werden die Blühstreifen möglichst spät gemäht, auf Teilen<br />

sogar erst im Frühjahr. So finden die Tiere noch lange Nahrung.<br />

Eier und Puppen vieler Insekten können in den trockenen Halmen<br />

und Stängeln den Winter überstehen.<br />

Beispiel 3: Ziegen als Landschaftspflegerinnen<br />

In unserer Kulturlandschaft sind viele Flächen, auf denen bedrohte<br />

Pflanzenarten wie die Gewöhnliche Kuh- oder Küchenschelle<br />

wachsen, über Jahrhunderte hinweg entstanden und<br />

würden heute ohne Bewirtschaftung zuwachsen und verloren<br />

gehen. Gerade in Mittelgebirgsregionen wie der Schwäbischen<br />

Alb oder der Rhön sind solche Grünlandflächen oft nur schwer<br />

zugänglich und stellen Landwirtinnen und Landwirte vor<br />

Herausforderungen. Hier bewährt sich eine auf die speziellen<br />

Gegebenheiten angepasste Beweidung – mit Ziegen als unerschrockenen<br />

Landschaftspflegerinnen. Denn neben Gras<br />

fressen sie auch holzige junge Heckenpflanzen oder Baumsprösslinge.<br />

So verhindern sie, dass die artenreichen Wiesen<br />

von Schlehen, Ahorn und Ebereschen überwuchert werden.<br />

Kommen dabei seltene Nutztierrassen wie Thüringer Waldziege<br />

oder Schwarzwaldziege zum Einsatz, trägt die Beweidung<br />

auch dazu bei, deren Bestände zu sichern.<br />

››› Gastbeitrag Jochen Goedecke und Anke Beisswänger,<br />

NABU Baden-Württemberg<br />

Im Dialog eröffnet sich die Möglichkeit, unterschiedliche<br />

Sichtweisen zu besprechen und gemeinsam Lösungen<br />

zu finden (links).<br />

38 <strong>Alnatura</strong> <strong>Magazin</strong> 03.<strong>2017</strong>


Der NABU – Gemeinsam für Mensch und Natur<br />

Seit 1899 setzt sich der NABU dafür ein, unsere<br />

Natur zu schützen und für zukünftige Generatio nen<br />

zu sichern. Mit mehr als 600 000 Mitgliedern und<br />

Förderern ist er Deutschlands mitgliederstärks ter<br />

Umweltverband. In den rund 2 000 NABU-Gruppen<br />

und 70 Infozentren in ganz Deutschland steht<br />

praktischer Naturschutz genauso auf dem Programm<br />

wie Lobbyarbeit, Umweltbildung, Forschung<br />

und Öffentlichkeitsarbeit.<br />

Blühstreifen mit Klatschmohn<br />

und Co. bieten Lebensraum<br />

und verbinden Biotope<br />

miteinander (oben).<br />

Die Feldlerche ist auf ein Miteinander<br />

von Naturschutz und<br />

Landwirtschaft angewiesen<br />

(unten).<br />

HERSTELLER-<br />

EMPFEHLUNG*<br />

Das Projekt »Dialogforum Landwirtschaft<br />

und Naturschutz« ist auf zwei Jahre<br />

angelegt. Es wird von der Stiftung Naturschutzfonds<br />

Baden-Würt temberg gefördert.<br />

NABU-BW.de/dialogforumlawi<br />

Wer den zarten Schmelz<br />

Schweizer Schokolade<br />

am Gaumen liebt, liegt mit<br />

dem Swiss ChocoRoc aus<br />

feiner Vollmilchschokolade<br />

genau richtig. Genuss pur<br />

für alle Schokoladenfans!<br />

CHOCOLAT SCHÖNENBERGER<br />

BIO-SWISS CHOCOROC VOLLMILCH-<br />

SCHOKOLADE MIT NOUGAT<br />

• Schweizer Bio-Spezialität mit<br />

erlesener Kuvertüre<br />

• mit feinstem weißen Nougat<br />

• Kakaogehalt mind. 33 %<br />

• Kakao nach Fairtrade-Standards gehandelt<br />

• Tipp: hochwertiger Schokoladengenuss<br />

ideal zum Verschenken am Osterfest<br />

• Genusstipp: die Schokolade schmeckt<br />

am besten bei einer Zimmertemperatur<br />

zwischen 20 und 23 °C<br />

100 g 2,19 €<br />

* Bei Produkten, die als »Hersteller-Empfehlung« gekennzeichnet<br />

sind, handelt es sich um Anzeigen. Diese<br />

Produkte erhalten Sie in Ihrem <strong>Alnatura</strong> Super Natur Markt.


ZEIT LEO<br />

Mach mit,<br />

lach mit!<br />

Was braucht dein Haustier Foto: Kathrin Spirk, Text: Frauke König / Leo-Löwe Maren Amini / »Denk ums Eckchen«, »Füll den Stern!« Eckstein<br />

Denk ums Eckchen<br />

Findest du die Antworten und – in den lilafarbenen<br />

Feldern – ein Plätzchen für Süßigkeiten?<br />

1 Kugelrund am Himmel: Kurz nach dem ersten …<br />

im Frühling wird Ostern gefeiert.<br />

2 Der hat viel zu tun an den Feier- und Eiertagen.<br />

3 Wenn Knospen sprießen, gibt’s bald grüne Blätter<br />

zu sehen – oder bunte …<br />

4 Diese Vögel ziehen im Frühjahr nach Norden;<br />

diese Blümchen bringen Farbtupfer auf die Wiese.<br />

5 Liegt Ostern nicht im <strong>März</strong>, dann liegt’s im …<br />

6 Der in der Woche vor Ostern wird grün genannt.<br />

7 Das hört man nicht nur auf dem Fußballplatz,<br />

sondern auch von allen Vögeln, die schon da sind,<br />

vor dem Zwitschern und Tiriliern.<br />

8 Spaß für Hobbydetektive am Ostermorgen.<br />

9 Kleine, schnurrende tapsen auf vier Pfoten, noch<br />

kleinere, flauschige sitzen auf den Weidenzweigen.<br />

Hahaha<br />

Hier stehen die Lieblingswitze<br />

von ZEIT-LEO-Lesern.<br />

Vielleicht ist deiner auch dabei?<br />

Mit dem<br />

Bizeps anzugeben<br />

ist echt oberarm.<br />

›› von Theo<br />

1<br />

4<br />

8<br />

3<br />

6<br />

L D<br />

A<br />

Ü<br />

Ä<br />

I<br />

O<br />

F<br />

I<br />

C<br />

Familie Krause kämpft beim<br />

Zelten ständig gegen Mücken. Als<br />

es dunkel wird, kommen ein paar<br />

Glühwürmchen angeflogen.<br />

»Bloß weg hier«, sagt Herr Krause,<br />

»jetzt suchen uns die Biester<br />

schon mit Taschenlampen!«<br />

›› von Laura-Marie<br />

2<br />

5<br />

7<br />

9<br />

Kennst du auch einen guten Witz?<br />

Schreib an DIE ZEIT / ZEIT LEO,<br />

20079 Hamburg oder zeitleo@zeit.de<br />

Sitzen zwei Fliegen<br />

auf einem Misthaufen.<br />

Die eine Fliege pupst. Da ruft<br />

die andere: »Benimm dich!<br />

Ich esse gerade!«<br />

›› von Joni<br />

Wie macht ein<br />

unentschlossenes<br />

Schaf? – »Ähm.«<br />

›› von Maggy<br />

H<br />

N<br />

A<br />

40 <strong>Alnatura</strong> <strong>Magazin</strong> 03.<strong>2017</strong>


Was braucht dein Haustier?<br />

Aaron, 9 Jahre, hat ein Kaninchen: »Manchmal<br />

nehme ich diesen Deutschen Riesen auf den Arm.<br />

So heißt die Kaninchenrasse, die meine Familie<br />

züchtet. Namen kriegen unsere Tiere nie. Dieses<br />

Kaninchen wiegt sieben Kilo, deshalb kann ich es<br />

nicht lange tragen. Aber ich streichle es oft,<br />

wenn es im Stall sitzt. Den muss man einmal pro<br />

Woche säubern. Gefüttert wird das Kaninchen<br />

jeden Tag – mit trockenen Brötchen, Heu und<br />

Karotten. Und es kann sogar Kunststücke: Wenn ich<br />

ihm eine Möhre hinhalte, macht es Männchen.«<br />

Füll den Stern!<br />

11<br />

Setz die Zahlen 2, 3, 4, 5, 6, 7, 10<br />

und 15 in die freien Felder ein.<br />

Zusammengezählt soll jede<br />

Viererreihe die Zahl 33 ergeben.<br />

13<br />

14 9<br />

Dein Leseabenteuer startet jetzt …<br />

…mit ZEIT LEO, dem Kindermagazin der ZEIT für<br />

Jungen und Mädchen ab 8 Jahren. Daraus stammen<br />

alle Rätsel und Texte dieser Seite. Jetzt überall im<br />

Handel erhältlich. Oder gemeinsam mit den<br />

Eltern eine ZEIT-LEO-<br />

Leseprobe anfordern:<br />

Einfach den Gutschein-<br />

Code ZL5992A03 unter<br />

zeit.de/leo-gutschein<br />

eingeben.<br />

So passt Du beim Surfen<br />

und Posten auf Dich auf<br />

Mutig wie<br />

Maui: Andreas<br />

Bourani<br />

Was will der<br />

neue Präsident<br />

der USA?<br />

Wie geht es<br />

Tieren im<br />

Tierheim?<br />

Ausgabe 1<br />

<strong>2017</strong><br />

Noch mehr spannende<br />

Themen für Kinder findest<br />

du auch jede Woche<br />

auf der ZEIT-LEO-Seite in<br />

der ZEIT.<br />

Lösung 1 Vollmond, 2 Hase, 3 Blüten, 4 Gänse, 5 April, 6 Donnerstag,<br />

7 Pfeifen, 8 Eiersuche, 9 Kätzchen, Lösungswort: OSTERNEST


ANZEIGE<br />

Wirkung zeigen.<br />

Pflegt beanspruchte Hände und zieht schnell ein<br />

Dr. Hauschka Kosmetik ist nach dem internationalen Standard für echte Naturkosmetik NATRUE zertifiziert und bei ausgewählten Vertriebspartnern erhältlich<br />

www.dr.hauschka.com


KLEINES IMKER-TAGEBUCH<br />

<strong>März</strong><br />

Foto Biene: istockphoto / defun<br />

Der Frühling hält Einzug und vermutlich<br />

haben auch die Bienen<br />

ihren Stock schon das ein oder<br />

andere Mal verlassen – um Schneeglöckchen<br />

und Salweide zu besuchen,<br />

Wasservorräte aufzufüllen oder ihren<br />

Reinigungsflug anzutreten. Für einen<br />

Imker gibt es noch nicht viel zu tun, für<br />

einen, der noch nicht einmal ein Volk<br />

hat, erst recht nicht. Könnte man meinen,<br />

stimmt aber nicht! Auch wenn die Standortfrage<br />

geklärt, die Beutenart entschieden und das wichtigste<br />

Equipment vorhanden war –, für mich galt es damals, den<br />

Garten bienenfreundlicher zu gestalten. Bis der Imkerkurs begann,<br />

dachte ich, er wäre bereits ein Paradies für Insekten<br />

jeglicher Art. Aber leider gehöre ich zu denen, die dicht gefüllte<br />

Blumen lieben – Rosen oder Dahlien beispielsweise. Doch<br />

ist es den Bienen da kaum möglich, an den Blütengrund und<br />

damit den Nektar zu kommen. Auch die leider Deutschlands<br />

Blumenkästen dominierenden Geranien taugen als Bienennahrung<br />

kaum. Sie liefern weder Nektar noch Pollen. Von Letzterem<br />

benötigt ein Bienenvolk pro Jahr stattliche 25 bis 30 Kilogramm,<br />

die Ammenbienen stellen daraus Futtersaft für die<br />

Brut her. Doch wenn man bedenkt, wie zart dieser Blütenstaub<br />

ist, und sich vorzustellen versucht, welche Blütenmassen angeflogen<br />

werden müssen, wird klar: Mein kleiner Garten allein<br />

kann kein Volk ernähren, eine giftfreie Landwirtschaft schon<br />

eher. Und doch ist ein blühendes Stück Grün sehr wichtig, nicht<br />

nur für die Honigbiene, sondern auch als Lebensraum für die<br />

anderen 560 Bienenarten, die man in Deutschland zählt, so<br />

zum Beispiel die Hummel. Also auf in den Garten. Zunächst<br />

wurde eine Rasenfläche zur Wildblumenwiese. Dafür muss die<br />

Grasnarbe grob abgetragen und die Erde mit Sand vermischt<br />

werden. Denn: Je magerer der Boden, umso vielfältiger die<br />

Pflanzen. Kleinwüchsiger Klee, Schafgarbe und Co. sollen hier<br />

künftig stehen. Auch sieht die Beetplanung ab sofort – und<br />

konsequenter als in den letzten Jahren – Blühstreifen vor: mit<br />

Borretsch, Ringel- sowie Kornblumen, Goldmohn und einigem<br />

Lese-Tipp: »Bienenweide« von Günter<br />

Pritsch ist ein Nachschlagewerk für<br />

all jene, die sich für einen bienenfreundlichen<br />

Garten interessieren. Der Autor,<br />

viele Jahre Bienenweideobmann, porträtiert<br />

hier 200 Pflanzen: mit Fotos, Kurzbeschreibungen<br />

und dem für die Bienen<br />

so wichtigen Nektar- und Pollenwert.<br />

Kosmos-Verlag, Stuttgart 2007,<br />

ISBN 978-3-44010-481-1, 22,90 Euro.<br />

Ein Imker orientiert sich am phänologischen Kalender – das<br />

Jahr wird anhand der Naturereignisse eingeteilt. So startet der<br />

Vorfrühling mit der Blüte von Schneeglöckchen und Hasel, der<br />

Erstfrühling mit blühenden Forsythien, Beerensträuchern und<br />

Obstbäumen wie Kirsche oder Pflaume. Stehen Apfel und Flieder<br />

in voller Pracht, so sind wir mitten im Vollfrühling.<br />

mehr. Für den direkten Küchennutzen wurde das Kräuterbeet<br />

erweitert; neben Salbei und Lavendel machen auch Koriander,<br />

Wiesenkümmel oder Ysop den Bienen und ihren Verwandten<br />

eine große Freude. Im Staudenbeet unverzichtbar: Fette Henne,<br />

Sonnenhut, Malven und die Flockenblume beispielsweise. Eine<br />

neu angelegte Him- und Brombeerhecke war das i-Tüpfelchen.<br />

Ganz wichtig: Die hohlen Stängel winters stehen lassen, sie sind<br />

ein beliebter Unterschlupf für Wildbienen. Überhaupt darf in<br />

solch einem naturnahen Garten gefühlte Unordnung herrschen:<br />

Totholz bleibt liegen, Stauden werden im Herbst nicht abgeschnitten<br />

und irgendwo türmt sich immer ein kleiner Laubhaufen.<br />

Schöner Nebeneffekt: Ihrem Ordnungsprinzip hinterherhinkende,<br />

gestresste Gärtner wie ich dürfen entspannen. Und wenn<br />

nun ein Bienenfreund weder Grünfläche noch Garten sein Eigen<br />

nennt? Auch Balkon und Fensterbank können vielfältig blühen,<br />

Baumscheiben oder kleine Dächer gar bepflanzt werden. Denn<br />

die Imker allein können kein Bienenparadies schaffen – so viel<br />

ist sicher, da braucht es die Unterstützung vieler.<br />

››› Anja Waldmann, Ernährungswissenschaftlerin, arbeitet schon<br />

über 17 Jahre für <strong>Alnatura</strong>. Seit vergangenem Jahr steht ein<br />

Bienenvolk in ihrem kleinen Garten. Jeden Monat lässt sie uns<br />

an ihren Imker-Erfahrungen teilhaben.<br />

Sie haben eine Ausgabe verpasst oder<br />

möchten etwas nachlesen? Das Imkertagebuch<br />

finden Sie auch unter alnatura-blog.de<br />

<strong>Alnatura</strong> <strong>Magazin</strong> 03.<strong>2017</strong> 43


SERIE<br />

#KunstKochen<br />

Ein Pinselstrich, eine Komposition, eine Farbe,<br />

ein Motiv: All das kann kulinarisch inspirieren.<br />

Mit #KunstKochen begeben wir uns<br />

auf einen Streifzug durch die 700 Jahre Kunst<br />

umfassende Sammlung des Städel Museums<br />

und lassen uns zu außergewöhnlichen Rezeptideen<br />

anregen. Hier trifft die Begeisterung<br />

für Kunst auf die Freude am Kochen.<br />

Blumenstillleben<br />

Beim Anblick des farbenprächtigen Blumenstraußes<br />

möchte man – wie der Schmetterling<br />

am linken Bildrand – am liebsten selbst gern<br />

von den Blüten kosten. Dekorativ fanden diese<br />

Art von Stillleben auch vermögende Auftraggeber<br />

aus dem 17. Jahrhundert, die sich oft zwei<br />

Bilder als Pendants an die Wand hängten. Der<br />

niederländische Maler Jacob van Walscapelle<br />

(1644–1727), geschätzt für seine Blumen- und<br />

Früchtestücke, schuf 1677 dieses Stillleben mit<br />

Blumenstrauß in einer Terrakottavase. Blumen<br />

und Tiere sind gekonnt gemalt. Die kompakte<br />

Mitte des Blumenstraußes bilden weiße und<br />

rosa Rosen zusammen mit gelben Anemonen<br />

und zwei Pfingstrosen; ergänzt um blaue Winden,<br />

Türkenbundlilien, eine blaue Schwertlilie,<br />

die feinen Blüten einer Kamille sowie eine Erdbeerranke<br />

und einen Pflaumenzweig. Wer genau<br />

hinsieht, kann einige Tiere im Strauß sowie<br />

auf dem steinernen Sockel mit der Terrakottavase<br />

entdecken. Eine Eidechse lauert auf ein<br />

vor beiflatterndes Tagpfauenauge, eine Fliege<br />

labt sich am ausgetretenen Saft überreifer Pflaumen<br />

– Sinnbilder der Vergänglichkeit aller irdischen<br />

Pracht. Auf den Blüten sitzen eine Libelle,<br />

eine Hummel und ein grüner Käfer. Das Gemälde<br />

gelangte 1817 ins Städelsche Kunstinstitut.<br />

Über van Walscapelles Leben ist wenig bekannt,<br />

offenbar war er nur kurze Zeit (von 1667 bis<br />

1685) als Maler tätig.<br />

Jacob van Walscapelle (1644–1727)<br />

Blumenstillleben, 1677<br />

Öl auf Leinwand, 71 × 58 cm<br />

Städel Museum, Frankfurt am Main<br />

Städel Museum<br />

Im Jahr 1815 von dem Bankier und Kaufmann Johann Friedrich<br />

Städel begründet, ist das Städel Museum heute die älteste und<br />

bedeutendste Museumsstiftung Deutschlands. Die inter national<br />

renommierte Sammlung umfasst rund 3 100 Gemälde, 660<br />

Skulpturen, über 4 600 Fotografien und über 100 000 Zeichnungen<br />

und Grafiken – darunter Meisterwerke von Rembrandt van Rijn,<br />

Claude Monet und Gerhard Richter. staedelmuseum.de


REZEPT<br />

Wildkräuter-Blüten-Salat<br />

mit Himbeer-Vinaigrette<br />

Zutaten für 4 Portionen<br />

150 g Himbeeren, tiefgekühlt / 150–200 g Wildkräutersalat nach<br />

Verfügbarkeit (z. B. roter Rucola, Blutampfer, Taubnessel, junge Brunnenkresse,<br />

Franzosenkraut, Spitzwegerich, Gartenmelde, Löwenzahn,<br />

Kapuzinerkresseblätter; alternativ:<br />

Babyspinat und / oder Rucola) /<br />

8 EL Olivenöl / 2 EL Himbeeressig /<br />

2 EL Wasser / Salz und Pfeffer aus der<br />

Mühle / 2–3 Prisen Rohrohrzucker /<br />

ca. 40 g gemischte Blüten nach<br />

Verfügbarkeit (z. B. Pe largonie,<br />

Studentenblume, Sonnenblume,<br />

Kapuzinerblüten)<br />

Zubereitung<br />

Himbeeren auftauen lassen.<br />

Wildkräutersalat waschen, verlesen<br />

und in kleine Stücke zupfen. In<br />

einem Küchensieb abtropfen lassen<br />

oder trocken schleudern.<br />

Für das Dressing Olivenöl, Essig,<br />

Wasser und Himbeeren in einen<br />

hohen Mixbehälter geben und mit<br />

einem Stabmixer fein pürieren. Mit<br />

Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken.<br />

Dressing durch ein feines Sieb<br />

streichen, um die Kerne zu entfernen.<br />

Salat auf Tellern verteilen und mit<br />

dem Himbeer-Dressing beträufeln.<br />

Blüten oder Blütenblätter ggf. von<br />

den Stielen zupfen und auf dem Salat<br />

verteilen.<br />

• Zubereitungszeit: ca. 15 min<br />

(+ ca. 2 h Auftauzeit)<br />

• Nährwerte pro Portion:<br />

Energie 300 kcal, Eiweiß 2 g,<br />

Kohlen hydrate 7 g, Fett 28 g<br />

Weitere Infos unter kunstkochen.de<br />

Jetzt vormerken: große Mitmachaktion<br />

ab 24. April<br />

Essbare Blüten selber ziehen?<br />

Ab sofort finden Sie Saatgut in Demeter-Qualität<br />

in Ihrem <strong>Alnatura</strong> Super Natur Markt für 1,45 Euro;<br />

Auch in der Variante »Bienenschmaus« erhältlich.<br />

<strong>Alnatura</strong> <strong>Magazin</strong> 03.<strong>2017</strong> 45


ÜBER DEN TELLERRAND KOCHEN<br />

Borani Banjan in Bremen<br />

Was haben wir Menschen auf der Erde gemeinsam, egal<br />

welcher Religion, Kultur oder Nation wir angehören?<br />

Wir müssen essen und trinken. Was uns schmeckt und wie<br />

wir es zubereiten, unterscheidet uns, aber es kann uns<br />

auch verbinden, wenn wir miteinander teilen. Im <strong>Alnatura</strong><br />

<strong>Magazin</strong> zeigen wir jeden Monat ein Rezept von geflüchteten<br />

Menschen, das sie gemeinsam mit ihren deutschen<br />

Freunden für uns kochen.<br />

Heute Abend wollen wir zusammen ein typisch<br />

afghanisches Gericht kochen: Borani Banjan. Zum<br />

Einkaufen treffen wir uns mit der Familie Hashemi und<br />

Pia Dames-Willers in der Bremer <strong>Alnatura</strong> Filiale. Sayed, der<br />

neunjährige und jüngste Sohn der Familie Hashemi, schiebt<br />

unseren Einkaufswagen direkt zum Gemüse – denn hiervon<br />

brauchen wir ganz viel. Auberginen und Tomaten sind die<br />

Grundlage des Gerichts, dazu kommen noch Zwiebeln, Knoblauch,<br />

saure Sahne, Tomatenmark, Öl, Gewürze und Brötchen.<br />

Sayeds älterer Bruder Mojeeb, 17 Jahre alt, kennt das Rezept<br />

genau und im Nu ist der Wagen gefüllt. Währenddessen unterhalten<br />

sich Pia und Mojeeb darüber, wie es in der Schule läuft<br />

und wie es gemeinsamen Bekannten geht. Schnell merkt man,<br />

wie sehr sich die beiden mögen. Seit fünf Monaten kennen sie<br />

sich jetzt und haben schon mehrmals zusammen gekocht.<br />

Mojeeb und seine Familie sind vor einem Jahr nach Deutschland<br />

geflüchtet. Sie kamen aus der afghanischen Hauptstadt<br />

Kabul, sein Vater hatte dort eine Apotheke, die Familie ein Haus,<br />

ein Auto. Was sie nicht hatten, war Sicherheit in ihrer kriegsgeplagten<br />

Heimat. All das erzählt Mojeeb ruhig und sachlich.<br />

Richtig aufgeregt wird er hingegen, wenn er von seinen Berufsplänen<br />

spricht, Polizist will er werden. Mojeeb lernt seit acht<br />

Monaten Deutsch und ich bin tief beeindruckt. Nicht nur davon,<br />

wie rasend schnell er sich unsere Sprache angeeignet hat.<br />

Mit unseren Einkäufen fahren wir zu Pias Agentur Bernstein<br />

und beginnen, in der großen Küche zu kochen. Nachdem<br />

die Auberginen geschält sind, reibt Mojeeb die Tomaten. Das<br />

habe ich so noch nie gesehen: Er halbiert sie und reibt sie mit<br />

der Schnittfläche an der Reibe. Eine viel schnellere Art des<br />

Passierens und Enthäutens, finde ich. Als er eine ganze Knoblauchknolle<br />

(richtig, nicht Zehen) durch die Knoblauchpresse<br />

drückt, kann ich die Ungläubigkeit in meinem Blick nicht ganz<br />

verbergen. »Manche Leute in Deutschland mögen ja keinen<br />

Knoblauch«, stellt Mojeeb lächelnd fest. Wir gehören aber<br />

46 <strong>Alnatura</strong> <strong>Magazin</strong> 03.<strong>2017</strong>


REZEPT<br />

Borani Banjan<br />

Afghanisches Gemüsegericht<br />

Zutaten für 10 Portionen<br />

11 Auberginen / 9 Tomaten / 1 Knoblauchknolle / 5 Zwiebeln /<br />

1 Chilischote / 2 Flaschen Bratöl / 1/2 Tube Tomatenmark /<br />

Paprikapulver / Pfeffer, Meersalz / 1 EL Kurkuma / 1 Glas Wasser /<br />

4 Becher saure Sahne / 3 Fladenbrote oder 15 Brötchen<br />

weder zu den Knoblauch- noch zu den Fettverächtern, sonst<br />

wäre Borani Banjan nicht ganz das Richtige für uns. Denn die<br />

Auberginen werden nicht nur mit Knoblauch gewürzt, sondern<br />

auch frittiert, bevor sie mit den anderen Zutaten eine halbe<br />

Stunde köcheln.<br />

Pia erzählt, dass sie und ihre Familie schon vor der Tellerrand-Aktion<br />

erste Kontakte mit Geflüchteten hatten: »Wo ich<br />

arbeite und lebe, gibt es sehr viele Flüchtlingsstationen, auf<br />

meinem Arbeitsweg liegt ein Containerdorf. Meine Mutter hat<br />

einen Syrer angesprochen, wir haben ihn kennengelernt und<br />

privat mit ihm zusammen gekocht. Das hat uns so gut gefallen,<br />

einfach eine tolle Erfahrung. Wir haben den Kontakt gehalten<br />

und ich dachte: Das möchte ich gern häufiger machen.«<br />

Also hat sie den Berliner Verein »Über den Tellerrand kochen«<br />

angeschrieben und eine Gruppe in Bremen gegründet. Jetzt,<br />

da viele der Flüchtlinge nicht mehr hier in den Notunterkünften<br />

untergebracht sind, wo sie nicht selbst kochen durften,<br />

sondern in ihren eigenen Wohnungen leben, hat sich die Situation<br />

auch etwas verändert, es ist schwieriger geworden,<br />

Kontakt zu halten. Allerdings nicht zwischen Pia und Mojeebs<br />

Familie, der nächste Termin für ein gemeinsames Kochen steht<br />

schon. Und während wir das köstliche Borani Banjan zusammen<br />

essen, überlegen Pia und Mojeeb schon, was das nächste<br />

Mal auf den Tisch kommt. Vielleicht ein deutsches Gericht?<br />

Kartoffelsalat und Spätzle hat Mojeeb jedenfalls schon getestet<br />

und für sehr gut befunden. So wie wir Borani Banjan, ein Rezept,<br />

das einen Stammplatz in meiner Küche gefunden hat. GS<br />

Die Tellerrand-Kochgruppe Bremen präsentiert<br />

das afghanische Gericht Borani Banjan<br />

(ganz links).<br />

Gemeinsam geht’s leichter: Pia Dames-<br />

Willers, Zohra Hashemi und ihr Sohn Mojeeb<br />

(v. l. n. r.) bei der Zubereitung (links).<br />

Zubereitung<br />

Gemüse vorbereiten Auberginen schälen und in runde<br />

Scheiben schneiden, 5 Tomaten halbieren und an der Schnittstelle<br />

grob reiben (mit einer gewöhnlichen Reibe), Tomatenhäute<br />

entsorgen. Zehen von 1 Knoblauchknolle durch die<br />

Knoblauchpresse drücken. Zwiebeln schälen und in etwas<br />

breitere Ringe schneiden. 4 Tomaten in Scheiben schneiden,<br />

Chilischote entkernen und in Scheiben schneiden.<br />

Bratöl in eine Pfanne geben, sodass der Boden etwa 2 cm<br />

mit Öl bedeckt ist. Auberginen darin frittieren, bis sie eine<br />

goldene Farbe haben. Mit einem Pfannenheber herausnehmen<br />

und abwechelnd mit Zwiebeln, Tomatenscheiben und Chili in<br />

einem großen Topf schichten.<br />

Geriebene Tomaten mit der Hälfte des gepressten Knoblauchs,<br />

dem Tomatenmark, Paprikapulver, Pfeffer, Salz und<br />

Kurkuma vermischen. Die Masse dann zu den frittierten<br />

Auberginen, Tomaten- und Zwiebelstücken geben. Das Wasser<br />

hinzugeben und bei mittlerer Hitze 30 min zugedeckt köcheln<br />

lassen. Dabei den Deckel mit einem Geschirrtuch umschließen,<br />

das nimmt den Dampf auf.<br />

Die andere Hälfte des gepressten Knoblauchs zusammen<br />

mit der sauren Sahne zu einem Dip verrühren und mit Salz<br />

und Pfeffer abschmecken.<br />

Anrichten Gemüse mit Dip und Brot servieren.<br />

Dazu passt: nach Belieben ein Salat beispielsweise mit<br />

Ka rotten, Spinat und gelber Paprika.<br />

• Zubereitungszeit: ca. 45 min • Nährwerte pro Portion:<br />

Energie 611 kcal, Eiweiß 20 g, Kohlen hydrate 87 g, Fett 19 g<br />

Über den Tellerrand wurde im Oktober 2013 gegründet<br />

im Glauben an eine Welt, die bestimmt wird von sozialem<br />

Zusammenhalt, gegenseitigem Respekt und Offenheit<br />

gegenüber Vielfalt. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, Miteinander<br />

zu ermöglichen. Wie wir das tun? In erster Linie<br />

mit gemeinsamem Kochen und Begegnungen auf Augenhöhe.<br />

Wir schärfen bei Men schen mit und ohne Fluchterfahrung<br />

das Bewusstsein für Gestaltungsmöglichkeiten<br />

in der Gesellschaft, greifen beim Aufbau interkultureller<br />

Communities unter die Arme und schaffen belastbare,<br />

nachhaltige Netzwerke zwischen Engagierten. Inzwischen<br />

umfasst unser Netzwerk ca. 1 500 engagierte Menschen<br />

in 25 Städten. ueberdentellerrandkochen.de


HERSTELLER-EMPFEHLUNG*<br />

* Bei Produkten, die als »Hersteller-Empfehlung« gekennzeichnet sind, handelt es sich um Anzeigen.<br />

Diese Produkte erhalten Sie in Ihrem <strong>Alnatura</strong> Super Natur Markt. / ** Nicht in allen Filialen erhältlich.<br />

Das Fruchtpulver von Sanatur hat<br />

ein großes Spektrum an oligomeren<br />

Proanthoyanidinen (OPC), eine Gruppe<br />

sekundärer Pflanzenstoffe mit<br />

Bitterstoffen. OPC aus Trauben kernen<br />

und das Vitamin C aus der Acerolakirsche<br />

verbinden sich zu einem<br />

natürlichen Nahrungsergänzungsmittel.<br />

SANATUR<br />

TRAUBENKERN OPC & VITAMIN C** vegan<br />

• die Traubenkerne stammen von den sonnenverwöhnten<br />

Weinbergen zahlreicher Bio-Winzer<br />

• feines Traubenkernmehl wird mit Acerolapulver vermischt<br />

und in pflanzliche Cellulose-Kapseln gegeben<br />

• mit natürlichem Vitamin C aus der Acerolakirsche<br />

• Vitamin C trägt zum Schutz der Zellen vor oxidativem Stress<br />

und zu einem normalen Energiestoffwechsel bei<br />

49 g 14,95 € (100 g = 30,51 €)<br />

48 <strong>Alnatura</strong> <strong>Magazin</strong> 03.<strong>2017</strong><br />

PUNKTE SPENDEN – GUTES TUN<br />

Hilfe für Kinder in Syrien<br />

Die Lage der Menschen in Syrien und den umgrenzenden<br />

Ländern ist weiterhin dramatisch. Kinder und Familien fliehen<br />

vor Krieg, Gewalt, Hunger und Hoffnungslosigkeit und<br />

stranden nach endlosen Strapazen an Ländergrenzen. Die<br />

Kinder leiden am meisten: Sie mussten miterleben, wie Bomben<br />

ihre vertraute Umgebung, ihre Familien, ihr Zuhause und<br />

ihre Schulen zerstörten. Sie wurden obdachlos, schwer verletzt<br />

und verloren Familienmitglieder und Freunde. Die<br />

SOS-Kinderdörfer lassen Familien und unbegleitete Kinder<br />

auf der Flucht nicht allein und geben Hoffnung inmitten des<br />

Krieges. Sie versorgen die Flüchtenden mit Lebensmittelpaketen,<br />

Babynahrung, Windeln und Kinderkleidung. Familien<br />

in Not erhalten zudem Medikamente, Hygieneprodukte und<br />

Matratzen. Auch die seelische Not wird dabei nicht außer<br />

Acht gelassen: SOS-Helfer bieten traumatisierten Kindern und<br />

Eltern psychologische Hilfe an. 2014 konnte außerdem eine<br />

Nothilfe-Kita in Damaskus eröffnet werden, in der täglich<br />

200 Kinder wieder Halt finden und unbeschwert spielen können.<br />

Die SOS-Kinderdörfer unterstützen außerdem mit<br />

Schultaschen, Heften, Stiften und Büchern sowie beim Schulgeld.<br />

Dadurch können die Kinder endlich wieder lernen.<br />

Auch <strong>Alnatura</strong> Kunden können SOS-Kinderdörfer unterstützen,<br />

indem sie ihre Payback-Punkte spenden.<br />

payback.de/spendenwelt<br />

<strong>Alnatura</strong> Kunden können ihre Payback-Punkte<br />

spenden und damit zahlreiche Initiativen unterstützen.<br />

payback.de/spendenwelt


ANZEIGE<br />

Der Geschmackssieger*<br />

– jetzt mit noch mehr Vielfalt!<br />

NEU!<br />

Entdecke unsere neuen Sorten!<br />

NEU!<br />

*unabhängige Marktforschungen: ttz Bremerhaven 2014 (Erdbeere), Opinion 2015 (Sauerkirsche + Aprikose), Consens 2016 (Erdbeere + Himbeere)<br />

NEUES AUS DER ALLOS<br />

R E Z E P T U R - S C H M<br />

I E D E<br />

Der hohe Fruchtanteil, das Allos Kurzkochverfahren und der natürlich fruchtige Geschmack<br />

machen Frucht Pur 75% so einzigartig lecker. Das gilt natürlich auch für unsere neuen Sorten.<br />

Hole dir jetzt noch mehr Vielfalt auf den Frühstückstisch!<br />

Weitere Informationen zu unseren Bio-Originalen findest du auf<br />

unter AllosBioOriginale oder unter www.allos.de


VORSCHAU<br />

Freuen Sie sich auf das<br />

<strong>Alnatura</strong> <strong>Magazin</strong> im April:<br />

Über den Tellerrand kochen<br />

Mit Amer und Mohamad kochten wir in Köln für<br />

25 Personen das syrische Gericht Moussaka.<br />

Entspannt Ostern feiern<br />

Freuen Sie sich schon jetzt auf ein entspanntes<br />

Osterfest. In unserer April-Ausgabe liefern wir<br />

Ihnen Inspirationen für Ihr kreatives Osterbuffet.<br />

Gesellschaft<br />

50 Jahre Terre des Hommes –<br />

Gründer Lutz Beisel im Interview.<br />

IMPRESSUM<br />

Herausgeber <strong>Alnatura</strong> Produktions- und<br />

Han dels GmbH, Darmstädter Straße 63, 64404<br />

Bi cken bach, Tel. 06257 9322-0, alnatura.de<br />

Gründer u. Geschäftsführer von <strong>Alnatura</strong><br />

Prof. Dr. Götz E. Rehn Redaktions leitung<br />

Susanne Salzgeber, Darmstädter Straße 63,<br />

64404 Bickenbach, susanne.salzgeber@alnatura.de<br />

Anzeigen Daniel Fehling, Darmstädter Straße 63,<br />

64404 Bi cken bach Redaktion Jana Benke,<br />

Matthias Fuchs, Dr. Manon Haccius (MH), Anke<br />

Helène, Constanze Klengel, Bet tina Pabel (BP),<br />

Lisa Rhein, Rena Schäfges, Tina Schneyer, Julian<br />

Stock, Gabriele Storm (GS), Anja Waldmann<br />

(AW), Bianca Weis, Eva Wohlgemuth Verlag<br />

mfk corporate pub lishing GmbH, Prinz-Christians-Weg<br />

1, 64287 Darmstadt, Tel. 06151<br />

96960 - 00 Fotos <strong>Alnatura</strong>: 3 Porträt Rehn, 4<br />

Garten, Ostern, 21 Illustration, 24; Maren Amini:<br />

40 Leo Löwe; Bingenheimer Saatgut AG: 3 Biene,<br />

35; Oliver Brachat: 1, 6, 8, 11, 45; Coffee Cooperative<br />

Union Lalitpur: 18; Marc Doradzillo: 23<br />

Männer, Bagger, 25, 50 Tellerrand, 16–17, 26–27,<br />

43 Porträt, 46–47; Eckstein: 40–41 Rätsel; Bernhard<br />

Etspüler: 39 Feldlerche; Fotolia / Matin: 30<br />

Salz / Serg Zastavkin: 32 / Sugar0607: 31 Lavendel;<br />

GEPA: 19; heute-gibt.es: 9; istockphoto / akiyoko:<br />

15 Paprika / defun: 43 Biene / Lagui: 15 Mülltonne<br />

/ Ohotnik: 15 Möhre / siloto: 15 Kartoffel;<br />

Palaterra: 23 Pflanzen; Privat: Porträts 15 u. 37;<br />

Sebastian Schwarz: 38; Robert Seegler / usus kommunikation:<br />

Illustrationen 4 Mais, 10, 30/31, 36;<br />

SOS-Kinderdörfer weltweit: 48; Kathrin Spirk:<br />

40/41 Foto; Matthias Strobel: 39 Landschaft; VIS-<br />

COM Fotografie: 12/13, 28/29; Robert Waldmann:<br />

43 Blüten; Frank Weinert: 20–21, 50 Ostern;<br />

Städel Museum: 44 Foto Kunstwerk<br />

Gestaltung usus.kommu nika tion, Berlin, ususdesign.de<br />

Druck alpha print medien AG, Kleyerstraße<br />

3, 64295 Darmstadt<br />

Gastbeiträge geben nicht unbedingt die Meinung<br />

der Redaktion wieder – sie sind aus der<br />

Perspektive des Verfassers geschrieben. Nachdruck,<br />

Aufnahme in Online-Dienste und Internet und<br />

Vervielfältigung auf Datenträger wie CD-ROM,<br />

DVD-ROM etc. nur nach vorheriger schrift licher<br />

Zustim mung des Verlags. Für unverlangte Einsendungen<br />

keine Gewähr. Irrtümer und Druckfehler<br />

vorbehalten.<br />

Mehr als 100 <strong>Alnatura</strong> Filialen, auch in Ihrer Nähe<br />

24 Stunden geöffnet<br />

AACHEN (2×)<br />

ALSBACH-HÄHNLEIN<br />

ASCHHEIM<br />

AUGSBURG NEU<br />

Inninger Str. 97 c<br />

BAD SÄCKINGEN<br />

FREIBURG (4×)<br />

GÖTTINGEN (2×)<br />

GRENZACH- WYHLEN<br />

HAMBURG (6×)<br />

HAN NOVER (3×)<br />

HEIDELBERG (2×)<br />

MÖNCHENGLADBACH<br />

MÜNCHEN (12×)<br />

NEUSÄSS<br />

NORDERSTEDT<br />

PFORZHEIM<br />

RAVENSBURG<br />

alnatura-shop.de<br />

Großes <strong>Alnatura</strong> Markensortiment,<br />

attraktive Bio-Marken und Naturkosmetik.<br />

Ab 49 Euro bundesweit versandkostenfrei,<br />

Versand in viele EU-Länder.<br />

BENSHEIM<br />

INGOLSTADT<br />

REGENSBURG (2×)<br />

BERGISCH GLADBACH<br />

BERLIN (15×) NEU<br />

Konstanzer Str. 2<br />

BONN (2×)<br />

KAISERS LAU TERN<br />

KARLSRUHE (3×)<br />

KERPEN NEU<br />

Kerpener Str. 177<br />

REUTLINGEN<br />

NEU Markthalle Reutlingen<br />

(Obere Wässere 3–7)<br />

STADTBERGEN<br />

Erfahren Sie mehr:<br />

alnatura.de/filialen<br />

facebook.de/alnatura<br />

BREMEN (2×)<br />

DARMSTADT (3×)<br />

KOBLENZ (2×) NEU<br />

Görgenstr. 14–16<br />

STUTTGART (3×)<br />

TÜBIN GEN (2×)<br />

alnatura.de/angebote<br />

twitter.com/alnatura<br />

DRESDEN<br />

DÜSSELDORF<br />

KÖLN (4×)<br />

KÖNIGSTEIN<br />

ULM (2×)<br />

UNTERHACHING<br />

alnatura.de/newsletter<br />

pinterest.com/alnatura<br />

ESSLINGEN<br />

KONSTANZ<br />

VIERNHEIM<br />

alnatura.de/payback<br />

instagram.com/alnatura<br />

ETTLINGEN<br />

KRIFTEL<br />

WEIL AM RHEIN<br />

FILDERSTADT<br />

LANDSBERG AM LECH<br />

WIESBADEN (2×)<br />

youtube.com/alnatura<br />

FRANK FURT A. M. (6×)<br />

LÜBECK<br />

LUDWIGSBURG<br />

WITTEN<br />

–› alnatura.de/filialen<br />

MAINZ<br />

MANNHEIM<br />

MEERBUSCH<br />

50 <strong>Alnatura</strong> <strong>Magazin</strong> 03.<strong>2017</strong><br />

Die <strong>Alnatura</strong> Super Natur<br />

Märkte sind zertifizierte<br />

Naturkost Fachgeschäfte und<br />

nutzen bis auf eine Ausnahme<br />

zu 100 Prozent Öko-Strom.


ANZEIGE<br />

Viva la Pizza!<br />

DE-ÖKO-006<br />

NEU<br />

Original italienisch & von Hand belegt<br />

Biopolar Pizza wird in einem kleinen italienischen FAMILIENBETRIEB in Berlin hergestellt.<br />

Einzigartig ist die 48 STUNDEN lange SAUERTEIGFÜHRUNG, die dem Boden sein<br />

besonderes Aroma und den typisch ITALIENISCHEN PIZZADUFT verleiht.<br />

VON HAND BELEGT schmeckt die Pizza wie beim LIEBLINGSITALIENER.<br />

Holen Sie sich ein Stück Italien nach Hause.


ANZEIGE<br />

NEU<br />

LOGONA<br />

von Natur aus schön.<br />

Entdecken Sie jetzt Ihr Pflegeritual<br />

mit der neuen LOGONA Gesichtspflege.<br />

AB MÄRZ IM HANDEL<br />

Erhältlich im<br />

Bio-Fachhandel<br />

www.logona.de

Hurra! Ihre Datei wurde hochgeladen und ist bereit für die Veröffentlichung.

Erfolgreich gespeichert!

Leider ist etwas schief gelaufen!