Jahresbericht 2009 - Stadtjugendring Kempten

stadtjugendring.kempten.de

Jahresbericht 2009 - Stadtjugendring Kempten

eport

Jahresbericht 2009

des Stadtjugendrings

Kempten

Stadtjugendring

Kempten


FOTO: SJR

REPORT* � AUSGABE 2009 INHALT

Jugendpolitische Interessenvertretung ab Seite 8

Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände ab Seite 14

Offene Jugendarbeit in den Jugendzentren ab Seite 22

Offene Jugendarbeit: Pädagogische Aktionen ab Seite 29

Sozial-integrative Jugendarbeit � SiJ ab Seite 34

Jugendarbeit – Schule und Beruf ab Seite 40

Kontakte und Zusammenarbeit ab Seite 55

* Ein Report (engl. report „Bericht“ von lat. reportare „zurückbringen, zusammentragen“)

ist eine wenig verwendete journalistische Darstellungsform. Der Report ist ausführlicher

und oft anspruchsvoller als ein Bericht. Quelle: Wikipedia

Impressum

Report – Jahresbericht des Stadtjugendrings Kempten 2009

Herausgegeben im April 2010.

Herausgeber:

Stadtjugendring Kempten KdöR, Bäckerstraße 9, 87435 Kempten (Allgäu)

Telefon: (08 31)13438, Fax: (0831)22534, info@stadtjugendring-kempten.de

www.stadtjugendring-kempten.de

V.i.S.d.P.: Regina Liebhaber, 1. Vorsitzende

Redaktion: Rolf Disselhoff, Sabine Fixmer, Isa Gail, Alexander Haag, Sandra Hefter,

Manuel Hess, Hannah Klinger, Susanne Horn, Thomas Klughardt, Regina Liebhaber,

Nicole von Struensee, Marina Wanner

Layout: Rolf Disselhoff � Druck: AZ Druck und Datentechnik, Kempten

Foto Titelseite: Bäckerstraße 9 (Foto: SJR)

Bildnachweis Seitentitel: Vorwort, Interessenvertretung (Foto: dieprojektoren agentur

für gestaltung und präsentation); Sozialintegrative Jugendarbeit (Foto: röhr:wenzel journalistenbüro);

Jugendarbeit – Schule und Beruf (Foto: Hermann Ernst)


Echter Idealismus besteht

nicht in der Jagd nach augenblicklicher

Verwirklichung, sondern

im täglichen, unermüdlichen,

beständigen Kampf um

die allmähliche Annäherung an

das, was uns als Ideal vorschwebt.

(nach Eduard Beneš)

Der jährlich im Frühjahr erscheinende

Jahresbericht (seit 2009 unter

dem Titel „Report“) hat vordergründig

das Ziel, die im Vorjahr

erbrachten Leistungen des Stadtjugendrings

Kempten darzustellen

und den interessierten Leserinnen

und Lesern einen möglichst umfassenden

Einblick in die vielfältigen

Angebote zu geben – und auch

neue Entwicklungen aufzuzeigen.

Für alle daran Beteiligte bedeutet

dies durchaus Anstrengung, vor

allem aber die gute Möglichkeit,

unsere Arbeit nochmals Revue

passieren zu lassen. So können

Planungen und Ziele verglichen

werden, schöne Erinnerungen an

nicht mehr so präsente Aktionen

und Maßnahmen wieder aufleben

und aufgrund der konzentrierten,

in einem Heft zusammengefassten

Darstellung aller durchgeführten

Projekte so manchen von uns darüber

zum Staunen bringen, was

ein gutes Team innerhalb eines

Jahres zu leisten vermag.

Dieses Team aus hauptamtlichen

Mitarbeitern und ehrenamtlichen

Jugendleitern und Vorstän-

Wir brauchen Idealismus!

den ist in der täglichen Arbeit mit

und für Kinder und Jugendliche

meiner Ansicht nach vor allem

deshalb so erfolgreich, weil es

über einen großen Schatz an unterschiedlichen

Kenntnissen, Fertigkeiten

und Fähigkeiten verfügt,

vor allem über Idealismus. Und

dieser war 2009 vielerorts ganz

besonders gefragt, was ich an drei

Beispielen näher aufzeigen möchte:

Jugendverbände

Ehrenamtliche Jugendleiter bewegen

sich häufig in einem Spannungsfeld.

Die hohen qualitativen

und zeitlichen Erfordernisse zum

Leiten einer Kinder- oder Jugend-

Vorwort 3

gruppe erfordern von Haus aus ein

hohes Maß an Idealismus, da sie

oft nur schwer mit den Anforderungen

von Familie, Schule, Ausbildung,

Beruf, Freundeskreis und

persönlichen Interessen in Einklang

gebracht werden können.

Im Vergleich zu früher erfordern

Gruppenstunden, Freizeit- und

Bildungsmaßnahmen eine immer

aufwändigere Vorbereitung und

verlangen eine fundierte Gruppenleiterausbildung,

um erfolgreich

den heutigen Anforderungen von

Betreuung, Erziehung und außerschulischen

Bildungsaufgaben gerecht

zu werden.

Vermehrt auftretende finanzielle

Schwierigkeiten bei den Gruppenmitgliedern

stellen Jugendleiter

immer öfters vor das Problem, die

erforderlichen Mittel für die Teilnahme

an Wochenendmaßnahmen

oder Freizeitfahrten „auftreiben“

zu müssen, damit die ohnehin

Benachteiligten hieran teilnehmen

können. Hierfür bedarf es

dringend einer Regelung für Kinder

aus Kempten, wie z.B. einen

eigenen Fördertopf, um zeitnah

und ohne großen Aufwand dieser

Form von Kinderarmut gerecht zu

werden.

Der in der Definition beschriebene

tägliche und unermüdliche

Kampf spiegelt sich beim Jahresthema

2008/2009 „Rechtsextremismus

und Fremdenfeindlich-

���


4 Vorwort

keit“ besonders wider. In der aktiven

Auseinandersetzung mit dem

Thema und dem entstandenen

Bündnis gegen Rechts bringen die

Jugendverbände zum Ausdruck,

dass sie bereit sind, für das einzig

richtige Ideal – eine Gesellschaft,

in der jeder Mensch, unabhängig

seiner Herkunft und Religion

gleichberechtigt seinen Platz hat –

einzustehen.

Meine ganz persönliche Hochachtung

im Jahr 2009 gehört den

Mitgliedern der DPSG Sankt Lorenz.

Aufgrund einer Neuorientierung

der Kinder- und Familienarbeit

in der Pfarrei und einer damit

verbundenen fehlenden Kapazität

an Räumen wurden ihnen

ihre bisherigen Jugendgruppenräume

gekündigt.

Die Erfolge einer traditionsreichen,

gut 60-jährigen ehrenamtlich

geleisteten Kinder- und Jugendarbeit

konnten dies ebenso

wenig verhindern wie diverse

Vermittlungsversuche. Diese Vorgehensweise

hinterlässt bei uns

Unverständnis und Fassungslosigkeit.

Dass die aktiven Jugendleiterinnen

und Jugendleiter mit ihrer Arbeit

in den neuen Räumen in der

Pfarrei St. Michael weitermachen,

obwohl sie so wenig Anerkennung

erfahren haben und sie durch den

„Umzug“ ihre jüngsten Gruppenmitglieder

verloren haben, da der

Weg in die neuen Räume zu weit

und über den stark befahrenen

Ring alleine kaum zu bewältigen

ist, ist wohl alleinig ihrem Idealismus

zu verdanken und verdient allerhöchsten

Respekt!

Die Rückseite des Gebäudes

Bäckerstraße 9 im Januar 2008

und im Juli 2009.

FOTOS: LAURA LOEWEL UND SOZIALBAU

Geschäftsstelle

und Bäckerstraße 9

Die Sanierungs- und Baumaßnahmen

waren weit davon entfernt,

im Sinne der Definition von

Idealismus eine „augenblickliche

Verwirklichung“ zu erfahren. Im

Bewusstsein darüber, dass es sich

um ein denkmalgeschütztes Ge-

bäude handelt, sind wir nie ernsthaft

von dem ursprünglich angedachten

Einzugstermin Ende des

Jahres 2008 ausgegangen. Wir hatten

uns auf eine interessante Bauphase

eingestellt. Gut, dass wir zu

Baubeginn nicht wussten, wie viel

echter Idealismus in Form „von

täglichem, unermüdlichen und beständigem

Kampf um die allmähliche

Annäherung an das, was uns

als Ideal vorschwebt“ von uns abverlangt

würde.

Der ehemalige Schwarze Adler

entpuppte sich als Wundertüte.

Wir mussten uns daran gewöhnen,

jeden Tag unsere Arbeit positiv zu

beginnen und darauf zu warten,

welche Überraschung wohl heute

auf uns warten würde. Wäre dabei

nicht das tägliche Alltagsgeschäft

zu absolvieren gewesen und hätten

nicht andere Entwicklungen in

der Jugendarbeit zusätzlich auch

noch viel Aufmerksamkeit und

Einsatzkraft verlangt, hätte diese

Zeit durchaus Chancen gehabt, als

kreative Phase in unsere Annalen

einzugehen.

Der mit unermüdlichem Idealismus

geleistete Einsatz, vor allem

von unserem Geschäftsführer Alexander

Haag, ließ uns Schritt für

Schritt dem nähern, was „unserem

Ideal“ entspricht: Ein Haus, in dem

sich alle wohl fühlen und das uns

für unsere tägliche Arbeit wirklich

gute Bedingungen bietet. Der tägliche

Geschäftsbetrieb und die aktive

Nutzung der Gruppen- und

Veranstaltungsräume sowie der

Seminarküche zeigen, dass wir mit

der Planung und Umsetzung wirklich

den Anforderungen einer zeit-


gemäßen Jugendarbeit gerecht

werden konnten. Einen herzlichen

Dank Allen, die uns dies ermöglicht

und uns so engagiert und hilfreich

begleitet haben!

Jugendarbeit

in den Stadtteilen –

Soziale Stadt Thingers

Die Entstehung des Projektes

„Soziale Stadt Thingers“ ermöglichte

dem Stadtjugendring, seine

offene Jugendarbeit konzeptionell

den Erfordernissen im Stadtteil anzupassen.

Durch die Projektfinanzierung

konnten gleichzeitig mit

der im Jugendzentrum dringend

erforderlichen Mitarbeitererweiterung

Angebote der mobilen, aufsuchenden

Jugendarbeit im Stadtteil

geschaffen werden.

Die zusätzliche Vernetzung mit

der Nordschule in Form des neu

geschaffenen Projektes „Sozialintegrative

Jugendarbeit“ mit einem

Mitarbeiter, der zu 50 Prozent im

Jugendzentrum und zu 50 Prozent

an der Schule arbeitet, brachte uns

unserem Ziel näher, die Jugendlichen

in ihrem Sozialraum möglichst

umfassend mit hohem Wirkungsgrad

in verschiedenen Angebotsformen

zu begleiten. Die

Erfahrungen der darauf folgenden

Jahre zeigte, dass dies realistische

Zielvorstellungen sind. Die Scharnierfunktion

Schule und Jugendzentrum

funktioniert und ist besonders

gut dazu geeignet, Jugendliche

effektiv zu begleiten

und zu fördern. Deshalb haben

wir in unseren Jahresberichten

und Wahlprüfsteinen bereits in

den letzten Jahren darauf gedrängt,

die bestehenden Projektstellen

in einen Planstellenstatus

überzuleiten.

Die unerwartete Beendigung

der Finanzierungen über die soziale

Stadt zum 31. Dezember 2009

stellte uns jedoch alle früher als

geplant vor die Herausforderung,

dies zu meistern.

Anfängliche Überlegungen, nur

Teile davon weiterzuführen, waren

für uns kein gangbarer Weg. In

den vielen Gesprächen, die wir

geführt haben, ging es uns nicht

darum, unsere „Pfründe zu sichern“,

sondern sehr effektive und

immer noch notwendige Angebote

zu erhalten. Wir sind sehr froh,

dass der Stadtrat entschieden hat,

die bewährte und wirklich sinnvolle

Arbeit in dieser Form in kommunaler

Finanzierung weiterzu-

Inge Nimz †

Vorwort 5

führen. Und wir sind zuversichtlich,

dass die durch den Wegfall

der Nordschule als Teilhauptschule

bedingte, notwendige inhaltliche

Fortschreibung es dem

Jugendring ermöglichen wird, in

den sich bewährten Vernetzungsstrukturen

der Jugendarbeit in Jugendzentrum,

Schule und Stadtteil

langfristig gesichert erfolgreich

weiter zu arbeiten.

Dank

Ich bedanke mich bei allen ehren-

und hauptamtlich in der Jugendarbeit

Engagierten und allen

Förderern und Unterstützern ganz

herzlich für die in 2009 geleistete

Arbeit.

Regina Liebhaber, Vorsitzende �

Der Stadtjugendring Kempten trauert um Inge Nimz, die am

7. Oktober 2009 im Alter von 84 Jahren gestorben ist.

Inge Nimz wurde erstmals am 6. Juli 1966 zur Einzelpersönlichkeit des Stadtjugendrings

berufen. Durch ihre Integrität und große Akzeptanz, die sie sich nicht nur in

Kempten erworben hatte, war sie 43 Jahre eine wichtige „Botschafterin“ des Stadtjugendrings

und der Kemptener Jugendarbeit.

Ein besonderes Anliegen war für sie die Integration von Kindern und Jugendlichen, die

mit ihren Familien in Kempten eine neue Heimat gefunden hatten. Ein Sinnbild dafür

war das internationale Burghaldefest.

„Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren von Liebe, die wir hinterlassen, wenn

wir weggehen.“ Im Sinne dieser Worte von Albert Schweitzer wird Inge Nimz uns in

Erinnerung bleiben. Danke für die Unterstützung und Hilfe in den vielen gemeinsamen

Jahren. �


Jugendpolitische

Interessenvertretung

FOTO: DIEPROJEKTOREN AGENTUR FÜR GESTALTUNG UND PRÄSENTATION


8 Interessenvertretung

Sozialintegrative Maßnahmen

in Thingers werden fortgesetzt

Der Stadtjugendring Kempten

engagiert sich für eine lebenswerte,

kind- und jugendgerechte

Stadt Kempten und vertritt die Interessen

von Kindern und Jugendlichen.

Wir entwickeln, gestalten und

realisieren ziel- und dienstleistungsorientiert

zukunftsweisende

Ideen und Angebote für Kinder

und Jugendliche. Unsere Angebote

knüpfen an die Interessen junger

Menschen an und sollen von

ihnen mitbestimmt und mitgestaltet

werden. Unsere pädagogische

Arbeit soll zur Selbstbestimmung

befähigen, zu gesellschaftlicher

Mitverantwortung und sozialem

Engagement anregen und hinführen.

Die außerschulische Jugendbildung

ist für uns von zentraler

Bedeutung.

Die „Standbeine“

des Stadtjugendrings

Der Stadtjugendring Kempten

hat fünf „Standbeine“:

� politische Interessenvertretung

von Kindern und Jugendlichen

� Interessenvertretung, Unterstützung

und Förderung von Jugendverbänden

und Jugendinitiativen

� Übernahme von Betriebsträgerschaften

� sozialräumliche Jugendarbeit

Stadtjugendring-Vorstand

Regina Liebhaber

1. Vorsitzende | Jugendverband: SJD - Die Falken

Johannes Messe

bis 11. Mai 2. Vorsitzender | Evangelische Jugend

ab 11. Mai Beisitzer

Stefan Keppeler

bis 11. Mai Beisitzer | Gewerkschaftsjugend im DGB

ab 11. Mai 2. Vorsitzender

Christian Bernert

ab 11. Mai Beisitzer | Bayerische Trachtenjugend

Bernd Fischer

Beisitzer | Johanniter-Jugend

Uwe Gail

bis 11. Mai Beisitzer | Bayerische Trachtenjugend

Daniela Mayr

Beisitzerin | Christliche Pfadfinderschaft Kreuzträger

Matthias Surovcik

Beisitzer | Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg

� Jugendinformation und Veranstaltungsmanagement

Wir streben Vielfalt und einen

hohen Wirkungsgrad an. Dies erreichen

wir einerseits durch den

Zusammenschluss der Kemptener

Jugendverbände als Interessenvertretung

und Arbeitsgemeinschaft,

und andererseits durch die

Übernahme von Betriebsträgerschaften

der Jugendarbeit. Die

hohe Fachkompetenz unserer Beschäftigten

wird vorausgesetzt und

ist für unser Handeln selbstverständlich.

Die Vertretung der Interessen

von jungen Menschen wird also

unmittelbar durch politische Arbeit

durchgeführt und mittelbar

durch Meinungsbildung und Lobbyarbeit.

Politische

Interessenvertretung

Der Stadtjugendring vertritt direkt

die Belange von Kindern und

Jugendlichen im Jugendhilfeausschuss

(drei Sitze), in seinen

Unterausschüssen und beteiligt

sich an diversen Verwaltungsverfahren,

wie z.B. an Flächennutzungs-

und Bauleitplanungen.

So arbeitete der Stadtjugendring

2009 an drei Jugendhilfeplanungen

und in vier Unterausschüssen

mit. Neu hinzugekommen

ist, dass wir auch in der

Kinderkommission und im Integrationsbeirat

mit Sitz und Stimme

vertreten sind.

Zusätzlich vertritt der Jugendring

die Interessen von Kindern

und Jugendlichen in (über-) regionalen

Arbeitsgruppen. Hier sind

im Besonderen auf Landesebene

die AG Sozialpolitik (Stefan

Keppeler), die AG Personalentwicklung

(Regina Liebhaber) sowie

die Teilnahme am Hauptausschuss

des Bayerischen Jugendringes

durch die Vorsitzende als Delegierte

der 97 Stadt- und Kreisjugendringe

zu nennen.


Die strategische Steuerungsebene

des Stadtjugendrings Kempten

ist der Vorstand. Dieser besteht

aus der Vorsitzenden, ihrem Stellvertreter

und fünf Beisitzer/innen.

Als Berater nimmt der Geschäftsführer

in der Regel an allen Sitzungen

teil. Im Jahr 2009 fanden elf

Vorstandssitzungen, zwei Vollversammlungen

und eine Vorstandsklausur

statt. Die jugendpolitische

Interessenvertretung war hierbei

als Thema durchgängig präsent.

NPD-Verbot

2009 hat der Stadtjugendring

Kempten im Bereich der politischen

Interessenvertretung auch

aktiv an gesellschaftlichen Themen

gearbeitet. So wurde in der

Vollversammlung der Einsatz für

ein NPD-Verbot beschlossen. Die

Initiative dazu kam von der Naturfreundejugend.

Gekämpft wurde auch für ein

kommunales Wahlrecht für alle in

Deutschland dauerhaft lebenden

Nicht-EU-Bürger. In diesem Zusammanhang

warb der Jugendring

dafür, die Kampagne „Kommunales

Wahlrecht für Alle“ zu unterstützen.

Sozialraum Thingers

Ein großes Thema im Bereich

der politischen Interessenvertretung

war es, die Fortführung der

sozialintegrativen Maßnahmen im

Sozialraum Thingers einzufordern.

Eine unerwartete Beendigung

der Maßnahme „Soziale

Stadt in Thingers“ hatte dazu ge-

führt, dass alle sozialintegrativen

Maßnahmen in ihrem Bestand gefährdet

waren. Die über Jahre (fast

ein Jahrzehnt) hinweg geleistete

pädagogische Arbeit mit Kindern

und Jugendlichen aus Thingers

war gefährdet. Zur Absicherung

des Erreichten war es unerlässlich,

dass sich der Stadtjugendring aktiv

Für ein Verbot der NPD setzte sich

der Stadtjugendring 2009 ein.

Auch ist der Stadtjugendring dafür,

dass alle in Deutschland lebenden

Nicht-EU-Bürger wählen dürfen.

FOTOS: VVN-BDA, AGABY

Interessenvertretung 9

für die nachhaltige Fortführung

der sozialintegrativen Maßnahmen

einsetzte. So konnte über den

Jugendhilfeausschuss und den

Haupt- und Finanzausschuss erreicht

werden, dass die Maßnahmen

in veränderter und angepasster

Form weitergeführt werden.

Lobbyarbeit für Kinder

und Jugendliche

Lobbyarbeit bedeutet für uns,

täglich die Interessen und Bedürfnisse

von Kindern und jungen

Menschen verständlich zu machen

und Entscheidungsträgern aller

Art nahe zu bringen. Vordergründiges

Ziel ist dabei, die Situation

von Kindern und Jugendlichen

direkt und damit auch indirekt

die von Erziehenden zu verbessern.

Hierfür stehen exemplarisch Aktionen,

Veranstaltungen und Veröffentlichungen,

die meinungsbildend

waren. So hat der Stadtjugendring,

vertreten durch den Geschäftsführer

Alexander Haag, an

der Diskussionsrunde „Montags

bei Müller“ teilgenommen. Der

Allgäuer Bundestagsabgeordnete

und Staatssekretär Dr. Gerd Müller

hatte dazu eine Expertenrunde

zum Thema „Jugend und Alkohol“

eingeladen. Bei dieser Art von

Diskussionsrunden nutzen wir die

Chance, als „Anwalt“ von jungen

Menschen die Sichtweise auf deren

Bedürfnisse, Hintergründe und

Lebensumstände zu lenken, nicht

zuletzt in der Absicht, bei Problemen

jugendgerechte und präventi-

���


10 Interessenvertretung

ve Maßnahmen anzustoßen, die

dazu geeignet sind, wirklich zu

helfen.

Anstoßen möchte auch unser

„Impuls“, das Magazin des Stadtjugendrings

Kempten – anstoßen

zum Nachdenken, aber auch anstoßen

zur Veränderung von Sichtweisen

durch Sichtbarmachung

von Realitäten aus Sicht der Jugendlichen,

aber auch durch Weitergabe

von wichtigen Informationen

zu verschiedenen Themen.

2009 stand der „Impuls“ ganz im

Zeichen der Bundestagswahl. Vordergründiges

Ziel war es, junge

Menschen zum Wählen zu motivieren

und ihnen hierfür das notwendige

Know How zu vermitteln.

Mit einem Fokus auf jugendpolitische

Themen und Forderungen

gaben wir den Bundestagskandidaten

unseres Wahlkreises

die Möglichkeit, ihre persönlichen

Vorstellungen hierzu transparent

zu machen.

Pädagogische

Basisarbeit

Der Stadtjugendring mit seinen

ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter/innen

arbeitet das ganze

Jahr über direkt mit Kindern und

Jugendlichen zusammen. Hier ist

eine kontinuierliche Förderung

und Begleitung selbstverständlich.

Daneben ist ein guter Teil der pädagogischen

Arbeit aber auch, bei

den Erwachsenen Verständnis zu

wecken, indem wir versuchen, die

Situation von Kindern und Jugendlichen

verständlich und erlebbar

zu machen. Dies wird durch alle

Mitarbeiter/innen geleistet und

auch in viele Vernetzungsstrukturen

getragen.

Jahresthema

2008 und 2009:

„Rechtsextremismus“

Die Auseinandersetzung mit

Rechtsextremismus ist eine der

zentralen Aufgaben der Jugendringarbeit.

Unsere Satzung weist

schon in der Präambel darauf hin,

dass „wir bereit sind am demokratischen

Aufbau unseres Staates

und seiner sozialen und kulturellen

Gestaltung mitzuarbeiten“ und

uns insbesondere gegen jede Form

einer Diktatur wehren.

Durch Thematisierung und Aufklärung

wollen wir Flagge zeigen

und versuchen, eine Einnistung

des Rechtsextremismus in der Mitte

der Gesellschaft zu verhindern.

Mit „Recht gegen Rechts“, unserer

Broschüre zum Hinschauen und

Handeln, wollen wir die Interes-

sen aller nicht rechtsradikalen Kinder

und Jugendlichen schützen

und helfen, den Rechtsextremismus

mit allen legalen Mitteln einzudämmen.

Durch verschiedene

Aktionen der Jugendverbände und

eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit

ist es gelungen, dieses Thema

in die Kemptener Bevölkerung zu

tragen und dadurch präsenter zu

machen. Wir wollen hier die Menschen

positiv sensibilisieren und

beeinflussen und sie zu einem

mündigen „Nein“ zu allen rechtsextremen

Auswüchsen motivieren.

Die Verlängerung des Jahresthemas

„Rechtsextremismus“ hat sich

sehr bewährt. So wurde speziell in

den Verbänden und in der offenen

Jugendarbeit das Thema sehr breit

aufgegriffen und pädagogisch umgesetzt.

Das Jahresthema „Rechtsextremismus“

wurde 2009 abgeschlossen.

FOTO: STEFAN FRANKE, WWW.JUGENDFOTOS.DE


2010: „Armut hat

ein junges Gesicht“

In der Herbstvollversammlung

2009 wurde das neue Jahresthema

für 2010 verabschiedet: „Armut

hat ein junges Gesicht. Armut verhindert

Gleichheit, grenzt aus und

schränkt Entwicklungsmöglichkeiten

nachhaltig ein. Kinder und

Jugendliche brauchen faire Chancen

– regional, national, international.“

Dieses Thema ist nicht neu.

Immer wieder mussten Jugendringe

und Jugendverbände gegen Armut

aktiv werden. Die Zahl der

von Armut betroffenen Kinder und

jungen Menschen steigt seit einiger

Zeit jedoch wieder stetig an,

weshalb wir es als dringend sehen,

hier aktiv zu werden. Mit unseren

Jugendverbänden und Einrichtungen

der offenen Jugendarbeit wollen

wir aufzeigen, wo Handlungsbedarf

besteht, die Auswirkungen

auf Betroffene benennen, zu Lösungen

auffordern und zu deren

Umsetzung drängen.

Leben

statt schweben

Die im Jahr 2004 gestartete Präventionsmaßnahme

„Leben statt

schweben“ wurde auch 2009 fortgeführt.

Wir waren drei Tage lang

im Forum Allgäu präsent und haben

in einem starken Verbund mit

dem Jugendamt Kempten, Suchtfachdienst,

Sozialprofis, Selbsthilfegruppen

und anderen Flagge

gegen Sucht und Alkoholmissbrauch

gezeigt und dafür bewusst

einen der am stärksten besuchten

„Armut hat ein junges Gesicht“ heißt

das neue Jahresthema.

FOTO: MATTHIAS RIENS, WWW.JUGENDFOTOS.DE

Orte in Kempten gewählt. Dies hat

uns viele gute Gespräche mit interessierten

Menschen und eine klare

Positionierung zum Thema auf

breiter Ebene ermöglicht.

Öffentlichkeitsarbeit

Wir setzen Öffentlichkeitsarbeit

gezielt dazu ein, Ziele, Werte und

Wege der Jugendarbeit darzustellen.

Hierfür nutzen wir vielfältige

Wege, um die Interessen und Bedürfnisse

von jungen Menschen

öffentlich aufzuzeigen und gleichzeitig

die in der Jugendarbeit geleistete

Arbeit, aber auch den direkten

Nutzen „unserer Kunden“

daraus zu dokumentieren. Um

dies möglichst erfolgreich zu tun,

haben wir 2009 die Überarbeitung

unseres Corporate Design begonnen

und die Flyer zur Schulsozialarbeit

neu gestaltet.

Interessenvertretung 11

Fazit

Jugendpolitik und Interessenvertretung

zielen stets darauf ab, für

die Belange aller jungen Menschen

einzutreten. Wir suchen

immer die Zusammenarbeit mit

unseren Jugendverbänden, allen

öffentlichen Stellen, Institutionen

und Organisationen, die in diesem

Bereich wirken.

Wir wollen dazu beitragen, dass

junge Menschen zur Entfaltung

und Selbstverwirklichung ihrer

Persönlichkeit in der Lage sind.

Wir wollen junge Menschen zur

aktiven Mitgestaltung der freiheitlichen

und demokratischen Gesellschaft

befähigen.

Als Lobbyist für alle Kinder und

Jugendlichen in Kempten ergreifen

wir Partei, ohne parteipolitisch

zu sein. �


Arbeitsgemeinschaft

der Jugendverbände

FOTO: SJR


14 Jugendverbandsarbeit

Dem Stadtjugendring Kempten

gehören aktuell 24 Jugendorganisationen

an. 2008 waren es noch

25. Kein Vertretungsrecht mehr im

Stadtjugendring hat seit Mai 2009

die „Schülerorganisation Kempten-Oberallgäu“

(SchOK), nachdem

sie viermal in Folge nicht an

den Vollversammlungen des Stadtjugendrings

teilgenommen hatte.

Bis auf wenige Ausnahmen sind

die meisten Jugendgruppen in Verbänden

organisiert (siehe Kasten),

die in ganz Bayern aktiv sind.

Ein neues Haus

für die Jugendgruppen

Der Stadtjugendring Kempten

versteht sich als eine Arbeitsgemeinschaft

der örtlichen Jugendverbände

und vertritt in dieser

Funktion die Interessen der organisierten

Jugendarbeit gegenüber

Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit.

Der Stadtjugendring ist jedoch

gleichermaßen auch Unterstützer

der Kemptener Jugendorganisationen.

Für beide Bereiche

gilt: Jeder Jugendverband ist eine

eigenständige Organisation und

hat sein eigenes Verbandsleben.

Jugendverbände im Stadtjugendring Kempten

(in Klammer Anzahl der Delegierten bei Vollversammlungen)

Bayerisches Jugendrotkreuz (1) � Bayerische Sportjugend im BLSV (4) � Bayerische Trachtenjugend im

Bayerischen Trachtenverband e.V.: Trachtenjugend Bergmännle und Edelweiß (4) � Bayerisch-Schwäbische

Fasnachtsjugend: Faschingsgilde Rottach (1) � Bund der Deutschen Katholischen Jugend – BDKJ

(4): Christliche Arbeiterjugend – CAJ, Katholische Junge Gemeinde – KJG, Katholische Landjugendbewegung

– KLJB, Kolpingjugend � Evangelische Jugend in Bayern (4) � Gewerkschaftsjugend im

DGB (4) � Jugend des Deutschen Alpenvereins – JDAV (2) � Jugendfeuerwehr Bayern im BFV e.V.:

Jugendfeuerwehr Kempten (1) � Jugendgruppe Inter (1) � Jugendnetzwerk Lambda Bayern e.V.:

Ortsgruppe BONITO (1) � Landesjugendwerk der Arbeiterwohlfahrt (1) � Naturfreundejugend Deutschlands

(2) � Sammelvertetung HUM (humanitäre Jugendorganisationen) (2): Johanniter-Jugend; Jugend

des Technischen Hilfswerks � Sammelvertretung KLECK (Jugendorganisationen kleiner christlicher

Kirchen) (2): Adventjugend Bayern; Christliches Jugendforum Kempten – CJK; Gemeindejugendwerk

Bayern im Bund Evang.-freikirchlicher Gemeinden � Sammelvertretung MUSIK (musizierende Jugendorganisationen)

(1): Bläserjugend im Allgäu-Schwäbischen Musikbund – Musikverein Sankt Mang �

Sammelvertretung PFAD (Jugendorganisationen der Pfadfinderorganisationen) (2): Christliche Pfadfinderschaft

Kreuzträger; Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg – DPSG � Schützenjugend der

Schützengesellschaft Hildegardis 1883 e.V. (1) � Solidaritätsjugend Deutschlands (1) � Sozialistische

Jugend Deutschlands (SJD) - Die Falken (2)

Die Kemptener Jugendzentren (Bühl, Sankt Mang, Thingers) und das städtische Jugendhaus sind bei

Vollversammlungen mit insgesamt zwei Delegierten vertreten.

Die eigentliche Jugendarbeit findet

in den Gruppen und Aktionen

der Verbände statt.

Finanzielle

Unterstützung

Die zielgerichteste und für die

meisten Jugendgruppen auch die

wichtigste Unterstützung ist die finanzielle

(siehe Kasten). Nach der

Einführung neuer Zuschussrichtlinien

zum 1. Januar 2008 können

nunmehr zwei Jahre bewertet werden.

Offensichtlich gab es aufgrund

der bis dahin nicht mehr

zeitgemäßen Zuschussrichtlinien

im Jahr 2008 einen starken Nachholbedarf

der Jugendverbände im

Bereich der Investitionen (Arbeitsund

Informationsmaterial, Ausstattung

von Jugendräumen und Zeltlagern).

Dies hat sich wieder normalisiert,

was der doch deutliche

Rückgang bei den Investitionen

von über 50 Prozent in 2009 im

Vergleich zu 2008 zeigt.

Überraschend blieben einige Jugendverbände,

die in den Vorjahren

zu den führenden Antragstellern

zählten, in 2009 weit unter

ihren sonst „üblichen“ Zuschusssummen.

Die Gründe dafür zu benennen,

ist bei den meisten Gruppen

nicht einfach. Oft reicht hier

schon eine große Maßnahme, die

nicht stattgefunden hat, und des-


Zuschüsse an die Jugendverbände

2009 wurden insgesamt 75 Zuschussanträge bewilligt (2007: 60 Anträge; 2008: 91 Anträge). Drei

Anträge wurden abgelehnt. Ausbezahlt wurden insgesamt 16.506,50 Euro (2007: 11.238,15; 2008:

20.658,62). Der Haushaltsansatz von 16.200 Euro wurde damit um 1,9 Prozent überschritten. Die

Zuschussbereiche im Einzelnen (in Klammern die Anzahl der Anträge): Euro

Ausbildung und Fortbildung von Jugendleiter/innen ............................................................. 316,73 (4)

Jugendbildungsmaßnahmen ................................................................................................... 2.940,36 (7)

Freizeitmaßnahmen mit Jugendbildungsanteilen ................................................................. 1.713,11 (5)

Freizeitmaßnahmen ................................................................................................................ 8.125,76 (40)

Investitionen ........................................................................................................................... 2.565,63 (12)

Sonderzuschüsse ........................................................................................................................ 844,91 (7)

Die Zuschussrichtlinien können unter www.stadtjugendring-kempten.de (Link: Service/Verleih) herunter

geladen werden.

halb auch nicht bezuschusst wurde.

Positiv ist, dass immer mehr Jugendverbände

die Zuschussrichtlinien

des Stadtjugendrings „für

sich entdecken“. Die Entwicklung

zeigt, dass „der Kuchen auf immer

mehr Esser verteilt wird“.

Für einen Jugendverband lässt

sich die schwierige Situation, die

er 2009 durchleben musste, auch

an den gestellten bzw. nicht gestellten

Zuschussanträgen überdeutlich

ablesen. Die Zuschüsse

für die Deutsche Pfadfinderschaft

Sankt Georg gingen um 67 Prozent

zurück. Der „Rauswurf“ aus

ihrer angestammten Gemeinde St.

Lorenz und der nicht gewollte

Umzug in die Gemeinde St. Michael

haben viel Zeit und Kraft gekostet,

die dann für die Arbeit mit

Kindern und Jugendlichen fehlten.

Zuschussrichtlinien

konkretisiert

In den beiden Jahren seit Einführung

der neuen Zuschussrichtlinien

wurden mehr Zuschüsse aus-

bezahlt als ursprünglich im Haushalt

dafür vorgesehen waren. Die

praktischen Erfahrungen, die in

den zurückliegenden zwei Jahren

in der Bearbeitung von Zuschussanträgen

insgesamt gemacht wurden,

bewogen den Vorstand des

Stadtjugendrings in einigen Punkten

„Nachzujustieren“ und Änderungen

vorzuschlagen. Die Vollversammlung

im November 2009

nahm dies auf und konkretisierte

die Zuschussrichtlinien. So wurde

der Kreis der Teilnehmer an Maßnahmen,

für die Zuschüsse bezahlt

werden, genauer beschrie-

Jugendverbandsarbeit 15

ben. Neu eingeführt wurde ein Betreuungsschlüssel,

der das zahlenmäßige

Verhältnis von Jugendleitern

und Teilnehmern festlegt.

Der Grundsatz, dass es sich um einen

Zuschuss für und nicht um die

Finanzierung einer Maßnahme

oder Investition handelt, findet

sich jetzt auch im Text der Richtlinien

wieder.

Materialien für

die Jugendgruppenarbeit

Eine weitere, für die verbandlich

organisierte Jugendarbeit wichtige

Form der Unterstützung ist der

Verleih von verschiedenen Materialien

und Geräten. Hier liegt der

Anspruch des Stadtjugendrings darin,

möglichst das Verleihsortiment

anzubieten, das von den

Jugendgruppen auch nachgefragt

wird. Dass dies nicht immer einfach

ist, ergibt sich schon allein

aus der Tatsache, dass es 24 Verbände

sind, die ein sehr breites

Spektrum abdecken. Auch verändert

sich Jugendarbeit und die Anforderungen

an eine adäquate

���

Seminare 2009

Erlebnis Niederseilgarten � Rechtsfragen der Jugendarbeit � Bootsführerkurs 1 für Anfänger �

Bootsführerkurs 2 für Fortgeschrittene � Geocaching – Die GPS-Schnitzeljagd � „Ohne Kooperation

geht gar nix“ – Interaktionsspiele in der Praxis � Landart – Landschaftskunst

An den 7 Seminaren nahmen insgesamt 66 Personen teil.

Leider ausgefallen sind bzw. abgesagt wurden die Seminare: Bouldern mit Kinder und Jugendlichen �

Kochen im Zeltlager/Kochen in der Jugendgruppe

Verleih von Materialien

Wir verleihen Materialien für die Jugendarbeit. Unser vollständiges Angebot finden Sie im Internet

unter www.stadtjugendring-kempten.de (Link Service/Verleih).


16 Jugendverbandsarbeit

Ausstattung, beispielsweise im

Medienbereich.

Aus dem Verleihfundus des Jugendrings

wurden und werden die

Geräte stark nachgefragt, die technisch

dem heutigen Standard entsprechen

und/oder die zu teuer

sind, um sie für gelegentliche Einsätze

selbst zu kaufen oder bei

kommerziellen Anbietern auszuleihen.

Ganz sicher galt dies 2009

für die hochwertigen Funkmikrofone,

die für einige Theatergruppen

zum fest eingeplanten Equipment

gehörten.

Dass ein Daten-Video-Projektor

(Beamer) in der heutigen Zeit

nichts mehr besonderes ist, zeigte

sich 2009 bei den Verleihtagen

der Stadtjugendring-Geräte. Immer

mehr Jugendverbände haben

eigene Beamer und sind auf eine

kostengünstige Ausleihmöglichkeit

nicht mehr oder nur noch selten

angewiesen. Hinzu kommt,

dass moderne Veranstaltungsräume

in der Regel auch mit moderner

Technik ausgestattet sind. Ein

fest installierter Beamer gehört

heute meist mit dazu.

Nicht ganz freiwillig musste der

Stadtjugendring Kempten 2009 in

ein neues PA-System investieren.

Die alte Verstärkeranlage wurde

inklusive Boxen aus dem Vereinsheim

eines ausleihenden Jugendverbandes

gestohlen. Dank einer

guten Versicherung blieb der finanzielle

Schaden überschaubar.

Dafür können die Jugendgruppen

jetzt beim Jugendring eines der aktuell

innovativsten und trotzdem

einfach zu bedienenden PA-Komplettsysteme

ausleihen.

Bootsführerkurs für Jugendleiter. FOTO: SJR

Seminare für

Jugendleiter/innen

Grundsätzlich gilt für den Stadtjugendring

Kempten: Die Ausbildung

der Jugendleiter/innen findet

in den jeweiligen Jugendverbänden

statt – genau dort, wo sie sich

ehrenamtlich engagieren und aktiv

sind. Der Jugendring, gemeinsam

mit der Kommunalen Jugendarbeit

der Stadt Kempten, bietet

mit einem Seminarprogramm (siehe

Kasten) eine Ergänzung in Bereichen,

die für einzelne Verbände

ein zu hohes finanzielles Risiko

darstellen, z.B. wenn ein sehr guter

Referent auch sehr teuer ist,

oder für die es vor Ort zu wenig

Interessenten aus einer einzelnen

Organisation gibt.

Darüber hinaus hat der Stadtjugendring

den Anspruch, aktuelle

Themen besonders in den Fokus

zu stellen oder neue Trends zu för-

dern. So wurde 2009 erneut ein

Geocaching-Seminar angeboten.

Die dafür notwendigen GPS-Geräte

können Jugendgruppen jetzt

auch beim Jugendring ausleihen.

Besonders erfreulich war es,

dass nach vielen Jahren wieder ein

Bootsführerkurs für Fortgeschrittene

auf dem Inn (Imster Schlucht)

stattfinden konnte. Die im Seminar

unter extremen Bedingungen vermittelten

Kenntnisse und Fertigkeiten

befähigen die Jugendleiter

dazu, auf langsam fließenden Gewässern,

wie beispielsweise der

Iller, ihre Gruppe sicher und professionell

ans Ziel zu bringen.

Der Nachweis für die Qualifikation

und den Status „Jugendleiter/

in“ ist die bundesweit einheitliche

und anerkannte Juleica. Ausgegeben

wird diese von den örtlichen

Jugendringen. 2009 wurden vom

Stadtjugendring Kempten 18 neue

Juleicas ausgestellt.


Neue Jugendräume

in der Bäckerstraße 9

Sicher das herausragende Ereignis

auch für die Jugendverbände

im Stadtjugendring war 2009 die

Eröffnung und Inbetriebnahme des

neuen „Jugendverbandshauses“ in

der Bäckerstraße 9. Ohne Wenn

und Aber, für alle Jugendgruppen,

die bereits in der Kronenstraße 1

einen Gruppenraum hatten, war

der Umzug in das von Grund auf

renovierte, historische Haus in der

Altstadt von Kempten eine Verbesserung.

So bekamen die Naturfreundejugend,

die Falken und der Tauchsportclub

nicht nur größere und

den heutigen Anforderungen (z.B.

EDV) entsprechende Gruppenräume,

sondern auch die Möglichkeit,

zukünftig eine im Gebäude

eingerichtete, professionell ausgestattete

Gruppenküche und einen

größeren Veranstaltungsraum

mitzunutzen. Vervollständigt wird

die Infrastruktur für die Jugendgruppenarbeit

– nutzen können

diese alle Jugendorganisationen

im Stadtjugendring – noch durch

einen Werkraum und eine große

Terrasse.

Neu mit eingezogen in die Bäkkerstraße

9 ist Bonito, die „schwule

Jugendgruppe im Allgäu“. Bisher

musste dieser Jugendverband,

der Teil der bayernweit tätigen

Organsisation „Lambda“ ist, seine

Gruppenarbeit von einem Raum

in einer Gaststätte aus improvisieren,

was den Anforderungen in

keinster Weise gerecht werden

konnte.

Zwei weitere Gruppenräume

stehen wechselnden Jugendgruppen

zur Verfügung oder können

beispielsweise für Seminare genutzt

werden. Insgesamt bedeutet

der Einzug in die Bäckerstraße 9

für die gesamte Jugendverbandsarbeit

in der Stadt Kempten eine

Aufwertung und Verbesserung der

Bedingungen, was auch durch viele

positive Rückmeldungen bestätigt

wird.

Jugendverbandsarbeit 17

Jugendzeltplatz Kempten-Rothkreuz 2009

1214 Übernachtungen, 515 Personen, 55 Belegungstage

Bei 153 möglichen Belegungstagen (Mai bis September) entspricht dies einer Quote von 36 Prozent

(Mai: keine Belegung; Juni: 50 Prozent; Juli: 32,2; August: 87,1; September: 10). Einzugsbereich der

insgesamt 17 Gruppen: Kempten (12), Schwaben (3), andere Bundesländer (2).

In der Bäckerstraße 9 können

eine professionell ausgestattete Küche

und eine große Terrasse von allen

Kemptener Jugendgruppen genutzt

werden. FOTOS: SOZIALBAU

Im Rahmen der offiziellen Eröffnung

der Bäckerstraße 9 im Juli

präsentierten sich die Jugendgruppen

im Haus einer breiten Öffentlichkeit.

Schön war, dass sie dabei

von zwei „externen“ Jugendverbänden,

dem Christlichen Jugendforum

und der Johanniter-Jugend,

unterstützt wurden. Sicher kamen

viele Besucher an diesem Tag der

offenen Tür, weil sie neugierig darauf

waren, was aus der früheren

Gastwirtschaft „Schwarzer Adler“

und dem Wohnturm aus dem 15.

Jahrhundert geworden ist. Also die

Chance für die Jugendgruppen,

sich vielen Menschen zu präsentieren,

die sie sonst kaum oder gar

nicht erreichen. Auch scheint es

so, dass viele Kinder in diesem

Teil der Altstadt geradezu auf einen

Treffpunkt gewartet hatten.

Eine Kindergruppe, die sich Woche

für Woche in der Bäckerstraße

trifft, bekam so einen enormen Zuwachs.

Jugendzeltplatz

Der Jugendzeltplatz im Stadtteil

Kempten-Rothkreuz ging 2009 in

seine 10. Saison. Es war eine gute.

Noch nie zelteten so viele verschiedene

Gruppen auf dem Gelände

bei der ehemaligen Rottachmühle.

Auffallend ist, dass die

���


18 Jugendverbandsarbeit

Belegungsquote trotzdem nicht

die Spitzenwerte der Jahre 2004

bis 2007 erreichte. Die Gründe

dafür sind für 2009 schnell gefunden:

Ein großes Zeltlager für den

Juli musste von den Veranstaltern

aufgrund einer zu geringen Nachfrage

abgesagt werden. In der Kürze

der Zeit war es nicht mehr möglich

die jetzt freien Belegungszeiten

in einem vergleichbaren

Umfang zu vermieten. Die Mehrzahl

der Reservierungsanfragen

konzentrierte sich außerdem auf

die ersten beiden Wochen der

bayerischen Sommerferien. Ab einer

gewissen Gruppengröße kann

der Kemptener Jugendzeltplatz jedoch

nur einmal vergeben werden.

In die Infrastruktur des Platzes

wurde 2009 kräftig investiert. Eine

in den Lärmschutzwall eingebaute

Doppelgarage ersetzte die beiden

maroden Container, die sowohl

als Lager- oder Gruppenraum genutzt

wurden.

Jahresthema

„Rechtsextremismus“

Das 2008 begonnene Jahresthema

„Rechtsextremismus und

Fremdenfeindlichkeit“ wurde im

Jahr 2009 fortgesetzt. Nachdem es

im ersten Jahr darum gegangen

war, das Thema einzuführen, Wissen

zu vermitteln und Impulse zu

geben, waren jetzt die Jugendverbände

aufgefordert, ihrerseits

aktiv zu werden.

Viele Verbände haben dies getan.

Besonders zu erwähnen sind

hier die Evangelische Jugend und

Baumaßnahmen auf dem Jugendzeltplatz

im Kemptener Stadtteil Rothkreuz. FOTO: SJR

die Johanniter-Jugend. Während

sich die Evangelische Jugend im

Dekanat Kempten zu einem „Aktionstag

gegen Rechtsextremismus“

traf, führte die Johanniter-Jugend

eine „Vortragsreihe gegen

Rechts“ durch. Dabei erzählten

Zeitzeugen von ihren Kriegserlebnissen.

Ebenfalls behandelt wurde

Weihnachtsmarkt der Jugendverbände,

Schulen und sozialen Organisationen.

FOTO: SJR

das Thema „Juden und Christen im

Dritten Reich“.

Der Stadtjugendring setzte außerdem

zum Jahresbeginn die

bereits 2008 begonnene Verteilung

seiner Informationsbroschüre

„Recht gegen Rechts“ in Kemptener

Schulen fort.

Öffentlichkeit

für Jugendverbände

Der Stadtjugendring Kempten

hat den Anspruch und auch den

Auftrag, den Jugendverbänden regelmäßig

eine Plattform zu bieten,

ihre Inhalte und praktische Arbeit

einer größeren Öffentlichkeit zu

präsentieren. Zusätzlich zur Website

„Jugendverbände in Kempten

(seit 2007 online) gibt es hier zwei

feste Größen im Jahr: Den Kindertag

im Rahmen des Altstadtfestes


im Juli und den Weihnachtsmarkt

zu Beginn der Adventszeit.

Alles war vorbereitet und einem

erfolgreichen Kindertag stand eigentlich

nichts mehr im Weg – bis

auf das Allgäuer Wetter. Ausgerechnet

das einzige Wochenende

des Monats mit Dauerregen und

Sturm verhinderte erstmals in seiner

Geschichte die Durchführung

des Kindertages. Ein zwischenzeitlich

gestarteter Versuch, die

Veranstaltung im September nachzuholen,

hatte leider keinen Erfolg.

Kurz nach den Sommerferien

wären es zu wenig Gruppen für

einen ansprechenden Kindertag

gewesen.

Weihnachtsmarkt

Unter einem besseren Stern

scheint da der Weihnachtsmarkt

zu stehen. Ohne Unterbrechung

findet dieser seit 1975 statt. 2009

verkauften 20 Gruppen ihre selbst

gefertigten Waren auf dem August-

Fischer-Platz vor dem Forum Allgäu.

Seit 2005 ist hier der Standort

des Weihnachtsmarktes. An einem

von den Gruppen gemeinsam betriebenen

Stand engagierten sich

über 20 freiwillige Helferinnen

und Helfer und verkauften Getränke

und kleine Speisen.

Der Gewinn aus dem Verkauf

fließt in die Jugendarbeit der beteiligten

Gruppen oder in verschiedene

soziale Projekte. Auch wenn

sie selbst nichts verkaufen, gehören

die Jugendfeuerwehr und die

THW-Jugend zu den unverzichtbaren

Helfern beim Auf- und Abbau

sowie der Stromversorgung.

Der Weihnachtsmarkt ist abgesehen

von den Vollversammlungen

die Veranstaltung des Jugendringes,

zu derem Gelingen Jahr für

Jahr die meisten Jugendverbände

beitragen. Neben dem vorweihnachtlichen

Markt wird die Veranstaltung

immer mehr auch zu einer

Informationsbörse der verschiedenen

Jugendgruppen, die

unter den vielen Besuchern für

ihre Organisationen werben.

Ausblick

In der Vollversammung im November

beschlossen die Delegierten

der Jugendverbände für 2010

ein neues Jahresthema: „Armut hat

ein junges Gesicht. Armut verhindert

Gleichheit, grenzt aus und

schränkt Entwicklungsmöglichkeiten

nachhaltig ein. Kinder und Jugendlichen

brauchen faire Chancen

– regional, national, international.“

Ein Ziel wird sein, die Verbände

mit ihren Jugendgruppen zu motivieren,

sich mit der Thematik auseinander

zu setzen und eigene Aktivitäten

zu starten. Der Stadtjugendring

wird auch die Aufgabe

haben, diesen Prozess zu begleiten

und zu fördern, sowie Aktionen

und Initiativen zu verknüpfen.

Ein weiterer Schwerpunkt in der

Förderung der Jugendverbandsarbeit

liegt in der Öffentlichkeitsarbeit.

Hier soll im Herbst eine Ausgabe

des SJR-Magazins „Impuls“

die einzelnen Verbände vorstellen.

Gleichzeitig wird die Jugendverbandswebsite

neu aufgebaut.


Jugendverbandsarbeit 19

Geschäftsstelle

Stadtjugendring Kempten

Alexander Haag

Geschäftsführer | 39 Wochenstunden

Aufgabenschwerpunkte: Leitung des Dienstbetriebs,

Einsatz der Ressourcen, verantwortlich für Vollzug der

Beschlüsse der Vollversammlung und des Vorstands,

Erstellen von Richtlinien für die operative Arbeit des

Stadtjugendrings

Rolf Disselhoff

Fachberater Jugendverbandsarbeit | 39 Wochenstunden

Aufgabenschwerpunkte: Förderung und Unterstützung

der Jugendverbandsarbeit, Beratung des Vorstandes

in Fragen der Jugendverbandsarbeit, Öffentlichkeitsarbeit

Sabine Fixmer

Pädagogische Fachberaterin/Abteilungsleiterin Projekte

39 Wochenstunden

Aufgabenschwerpunkte: Leitung der Abteilung Projekte,

Beratung und Coaching, Weiterentwicklung der pädagogischen

Arbeit des Stadtjugendrings

Beate Eschbaumer

Verwaltungsangestellte | 19,5 Wochenstunden

Aufgabenschwerpunkte: Haushalt

Gudrun Hörmann

bis 30.9. Verwaltungsangestellte | 19,5 Wochenstunden

Aufgabenschwerpunkte: Administration

Susan Kiehstaller

ab 1.9. Verwaltungsangestellte | 19,5 Wochenstunden

Aufgabenschwerpunkte: Administration, Haushalt

Sabine Lienert

Verwaltungsangestellte | 19,5 Wochenstunden

Aufgabenschwerpunkte: Personalverwaltung

Hermann Mayr

handwerklich, pädagogischer Mitarbeiter

39 Wochenstunden

Aufgabenschwerpunkte: Reparatur-, Renovierungs- und

Wartungsarbeiten in den Einrichtungen des Stadtjugendrings;

Fertigung und Einbau von Einrichtungsgegenständen;

pädagogische Angebote im handwerklichen

und sportlichen Bereich

Christoph Enderle

bis 31.7. Zivildienstleistender | 39 Wochenstunden

Manuel Haas

ab 1.7. Zivildienstleistender | 39 Wochenstunden

Monika Baumberger

Platzwartin Jugendzeltplatz | nach Bedarf


Offene Jugendarbeit

in den Jugendzentren

Jugendliche gestalten den Platz

vor dem Jugendzentrum Bühl neu.

FOTO: SJR


22 Jugendzentren

Personelle Entwicklung

Das Jugendzentrum Bühl bekam

im Mai 2009 mit Nicole von

Struensee eine neue Leitung. Wie

im Jahr zuvor wurde das Team bis

April bzw. bis Juni von zwei

Mitarbeiterinnen aus den anderen

Jugendzentren und der Ganztagesbetreuung

Nordschule unterstützt.

Im März verließ Susanne Reiter

das Jugendzentrum. Im Juni wurde

die „Mobile Aufsuchende Jugendarbeit“

(Moja) im Stadtteil Bühl installiert

und mit der SiJ-Stelle

(Sozialintegrative Jugendarbeit) an

der Lindenbergschule verbunden.

Hannah Klinger übernahm diese

Aufgabe im Juni und arbeitete neben

SiJ und Moja mit 15 Wochenstunden

im Jugendzentrum.

Die Teambildung, die Beziehungsarbeit

und die Ausarbeitung

sinnvoller Regeln stand im Vordergrund.

Nach den Sommerferien

wurde mit dem Team die neue

Jugendzentrum Bühl

Nicole von Struensee

ab 1.5. Leiterin Jugendzentrum

34,25 Wochenstunden

Christian Wanner

pädagogischer Mitarbeiter | 25 Wochenstunden

Claudia Kujawa

Reinigungskraft | 7 Wochenstunden

+ Projektleitung Sozial-integrative Jugendarbeit

+ Moja (siehe Kapitel SiJ)

„Moja“ zieht in

die Jugendzentren ein

Arbeitskonzeption für das Jugendzentrum

Bühl erarbeitet.

Auch im Jugendzentrum Sankt

Mang veränderte sich die Zusammensetzung

der hauptamtlichen

Mitarbeiter. Neben dem üblichen

Wechsel der Jahrespraktikantin

verstärkte nach den Sommerferien

die neue Mitarbeiterin Michaela

Hampl (Moja) das Team.

Das Team des Jugendzentrums

Thingers veränderte sich nach den

Sommerferien. Angela Klotz beendete

ihre Tätigkeit beim Stadtjugendring.

Für sie kam ab September

Susanne Horn, die anteilig

als pädagogische Mitarbeiterin im

Jugendzentrum und im Projekt

Jump arbeitet.

Besucherinnen

und Besucher

Das Jugendzentrum Sankt Mang

wurde nach den Sommerferien

von vielen neuen Jugendlichen

besucht. Auffallend ist, dass der

Mädchenanteil stark zunahm. Das

Durchschnittsalter der Jugendlichen

stieg 2009 leicht an.

Im Jugendzentrum Thingers

machte sich 2009 ein Generationenwechsel

bei den Besuchern

bemerkbar. Viele der älteren

Stammbesucher lösten sich vom

Jugendzentrum und schauten nur

noch sporadisch vorbei. Das Haus

Jugendzentrum Sankt Mang

Marina Wanner

Leiterin Jugendzentrum | 39 Wochenstunden

Dagmar Geismayr

pädagogische Mitarbeiterin | 19,5 Wochenstunden

Nicole von Struensee

bis 30.4. pädagogische Mitarbeiterin

24 Wochenstunden

Michaela Hampl

ab 1.9. pädagogische Mitarbeiterin + Moja

29,25 Wochenstunden

Franziska Filser

bis 31.8. Jahrespraktikantin, Erzieherin

im Anerkennungsjahr | 39 Wochenstunden

Barbara Dempfle

ab 1.9. Jahrespraktikantin, Erzieherin

im Anerkennungsjahr | 39 Wochenstunden

Claudia Fischer

Reinigungskraft | 5 Wochenstunden

Kathrin Pellegriti

Reinigungskraft | 7 Wochenstunden

+ Projektleitung Sozial-integrative Jugendarbeit

wird seitdem von relativ jungen

Jugendlichen mit einem Durchschnittsalter

von ca. 15 Jahren besucht.

Der Großteil der Jugendlichen

hat nach wie vor einen russisch-deutschenMigrationshintergrund.

Geschlechtsspezifische

Arbeit

Im Bühl fanden über den

Mädchentag hinaus neue Besucherinnen

in den offenen Betrieb

des Jugendzentrums. Den „Zu-


gang“ bekamen sie über verschiedene

Ausflüge des Jugendzentrums.

Mittlerweile haben die Mädchen

ihren festen Platz im Haus

und eine enge Bindung zu den

Betreuerinnen. Das Programm des

Mädchentages wurde und wird

zusammen mit den Besucherinnen

festgelegt. So fand an einem Samstag

beispielsweise ein Beautytag

mit der Kosmetikerin Frau Schall

und ein „Klamottenpimping“ statt.

Die Jungenarbeit findet in vielen

Themen und Diskussionen mit

Christian Wanner statt. Zudem

wurden die Trainingszeiten im

Fitnessraum weiterhin mit einem

externen Mitarbeiter angeboten.

Im Jugendzentrum Sankt Mang

stieg der Mädchenanteil ab dem

Sommer 2009 deutlich an. Auf

Wunsch der Besucherinnen wurde

der Mädchentag aufgelöst und die

Mädchenarbeit in den offenen Betrieb

integriert. Vereinzelt fanden

Jugendzentrum Thingers

Manuel Hess

Leiter Jugendzentrum | 34,25 Wochenstunden

Katja Schäfle

pädagogische Mitarbeiterin | 29,25 Wochenstunden

Nina Vaas

pädagogische Mitarbeiterin | 29,25 Wochenstunden

Angela Klotz

bis 30.8. Leiterin Projekt Mobile,

aufsuchende Jugendarbeit | 19,5 Wochenstunden

Susanne Horn

ab 1.9 Leiterin Projekt Mobile,

aufsuchende Jugendarbeit | 19,5 Wochenstunden

Ekatarina Bengs

Reinigungskraft | 7 Wochenstunden

Lidia Gerok

Reinigungskraft | 5 Wochenstunden

+ Projektleitung Sozial-integrative Jugendarbeit

(siehe Kapitel SiJ)

jedoch auch Angebote für Mädchen

außerhalb des offenen Betriebs

statt.

Im Jugendzentrum Thingers ist

weiterhin jeden Donnerstag der

Mädchennachmittag. Um auch

den Bedürfnissen der männlichen

Jugendlichen gerecht zu werden,

wurde seit September 2009 parallel

zum Mädchennachmittag geschlechtsspezifische

Jungenarbeit

angeboten. Im Keller steht den

männlichen Hausbesuchern dafür

ein Jungenraum zur Verfügung.

Im Rahmen der Mädchenarbeit

wurde im März das Malprojekt

„Mädchen machen Kunst“ gestartet.

An drei Tagen bauten sich die

Mädchen ihre eigene Leinwand

und konnten dann beim Bemalen

der Leinwände ihrer Kreativität

freien Lauf lassen. Dieses Kunstprojekt

war eine gelungene Aktion.

Die Teilnehmerinnen hatten

große Freude am Malen.

Angebote

Am Samstag ist das Jugendzentrum

Sankt Mang regelmäßig geöffnet.

Die Jugendlichen nehmen die

besonderen Angebote gerne und

zahlreich wahr. Neben einigen

Partys, wie z.B. einem Hip-Hop-

Battle, das von den Tänzern des

Hauses veranstaltet wurde, fanden

Workshops, wie z.B. Zaubern,

und Ausflugsfahrten statt. Während

des offenen Betriebes wurden

am Samstag gezielt aufwändigere

Programmpunkte gesetzt,

wie z.B. zum Thema „Essen in anderen

Ländern“ oder tiefere Einstiegsmöglichkeiten

zu Monats-

Jugendzentren 23

Spezielle Angebote für Jungen und

Mädchen: Hüttenwochenende des Jugendzentrum

Thingers (Bild oben), Mädchentreff

im Jugendzentrum Thingers (Bild

Mitte) und Aktivenfrühstück im Jugendzentrum

Bühl. FOTOS: SJR

programmen ermöglicht. Die Öffnung

des Hauses am Samstag bot

somit eine besondere Qualität in

der Woche.

Das Team im Bühler Jugendzentrum

arbeitete 2009 daran, den Jugendlichen

eine bewusste Ernährung

näher zu bringen. Jeden Mittwoch

wurde gemeinsam ein Essen

ausschließlich mit Bioprodukten

zubereitet.

���


24 Jugendzentren

Von April bis September lief im

Jugendzentrum Thingers das Projekt

„Move it“. Ziel war es, bei den

Jugendlichen ein Bewusstsein für

eine die Gesundheit erhaltende

Lebensführung zu wecken. Erlebnisreiche

Freizeitgestaltung, aktive

Betätigung, eine ausgewogene

Ernährung sowie Entspannungstechniken

regten die Jugendlichen

dazu an, mit ihrem Körper achtsam

um zu gehen.

Partizipation

Im Jugendzentrum Bühl gab es

zum Ende des Jahres als Partizipationsorgan

die „Machbar“. Allerdings

waren die Jugendlichen

am Freitag schon sehr auf das Wochenende

eingestellt. Aus diesem

„Dreharbeiten“ im Jugendzentrum

Sankt Mang. FOTO: SJR

Grund wurde die „Machbar“ auf

den ersten Mittwoch im Monat

verlegt. Seitdem stößt sie auf viel

Zuspruch bei den Jugendlichen.

Das Jugendzentrum Sankt Mang

hält weiterhin seine „Machbar“ jeden

Dienstag ab. Die Jugendlichen

bringen sich und ihre Themen

hier in hohem Maße ein, so

dass das Programm des Jugendzentrums

zum großen Teil durch

die Jugendlichen in der „Machbar“

gestaltet wurde.

Auch im Jugendzentrum Thingers

kamen die Jugendlichen jeden

Dienstag zur „öffentlichen Sitzung“

zusammen. Diese Möglichkeit,

bei Entscheidungen im Haus

mitzuwirken, wurde gut angenommen

und hat auch eine lange Tradition.

Ausflüge

Die Besucherinnen und Besucher

des Jugendzentrums Bühl erlebten

gemeinsam mit ihren Betreuern

zwei Städtetrips nach

München und Stuttgart. Besichtigt

wurden die historischen Innenstädte

mit ihren Sehenswürdigkeiten.

Außerdem gab es ein erlebnispädagogisches

Angebot mit einer

Wasserskifahrt in Blaichach.

Veranstaltet vom Jugendzentrum

Sankt Mang fanden 2009

mehrere eintägige Freizeitfahrten

statt. Highlight war dabei in den

Sommerferien die Fahrt zur „Skylinepark-Nacht“.

Insgesamt drei

Kleinbusse machten sich hier auf

die Reise.

Ein voller Erfolg war die Mädchenfreizeit

des Jugendzentrums

Thingers in den Pfingstferien. Die

Maßnahme in Augsburg stand unter

dem Motto „5 Tage rund um

Gesundheit, Fitness, Ernährung

und Wellness“. Gegen Ende der

Sommerferien wurde eine gemeinsame

Hüttenübernachtung in

Oberjoch organisiert. Für viele der

Jugendlichen war es das erste Mal,

dass sie auf einer Berghütte übernachteten.

Daher genossen sie die

zwei Tage in den Bergen beispielsweise

beim Sammeln von

Feuerholz oder einer Bachbettwanderung

sehr.

Feste

Programmpunkte

In allen drei Jugendzentren gab

es 2009 neben den besonderen

Programmpunkten kontinuierliche


Angebote. Im Jugendzentrum Bühl

findet nach wie vor immer montags

die „Mucki Bude“, ein Angebot

im Fitnessraum, statt. Der

Mädchentag wurde nach den

Sommerferien auf Donnerstag verlegt.

Jeden Mittwoch bereiteten

beim „Biokochen“ Jugendliche

und Betreuer gemeinsam ein Essen

aus Bioprodukten zu, das anschließend

an die Hausbesucher

verkauft wurde.

Im Jugendzentrum Sankt Mang

konnten die Jugendlichen, wie

auch die Jahre zuvor, immer mittwochs

mit Hermann Mayr in einer

Turnhalle im Stadtteil Fußball

spielen. Das Angebot wurde von

den männlichen Hausbesuchern

begeistert angenommen. Am Mittwoch

hatten die Jugendlichen außerdem

die Gelegenheit, kostenlos

den Internetzugang im Jugendzentrum

zu nutzen. Am Freitag

gab es „Kicker und Billard umsonst“.

Aktionen

Das Team des Jugendzentrums

Bühl behandelte in verschiedenen

Aktionen die Themen „Rechtsradikalismus“

und Alkohol“. Als Präventionsmaßnahme

mixten die Jugendlichen

passend zur „Alkoholwoche“

im Forum Allgäu alkoholfreie

Cocktails. Auch absolvierten

sie einen „Rauschbrillen-Parcours“.

Zum Thema „Rechtsradikalismus“

entwarfen und gestalteten

die Jugendlichen multikulturelle

Fahnen.

Auch das Jugendzentrum Sankt

Mang griff die Themen „Fremden-

feindlichkeit“ und „Alkohol“ im

Rahmen seiner Monatsprogramme

auf. Die Highlights waren für die

Jugendlichen jedoch die halbjährlichen

Übernachtungen im Jugendzentrum.

Besonders an die

Übernachtung im November mit

vorherigem Besuch im Wonnemar

erinnern sich die Jugendlichen

gerne zurück. In der ersten Woche

der Sommerferien wurde auf Antrag

der Jugendlichen das Café neu

gestaltet. Die Jugendlichen entschieden

sich in der „Machbar“ für

eine neue Farbe sowie für aufklebbare

Wandtatoos.

Das Jugendzentrum Thingers

nahm im Rahmen der „Allgäuer

Herbstmilchwochen“ an der Gestaltung

einer Milchkanne teil, die

anschließend im Forum Allgäu

zugunsten der „Kartei der Not“,

dem Leserhilfswerk der Allgäuer

Zeitung, versteigert wurde. Die Jugendliche

hatten die Milchkanne

mit einem Kuh-Graffiti besprüht.

Wasserskifahren mit dem

Jugendzentrum Bühl. FOTO: SJR

Jugendzentren 25

Gegen Ende des Jahres stand die

Umgestaltung der Räume im Jugendzentrum

im Vordergrund. So

wurde im Rahmen eines Graffiti-

Workshops die Disco von Jugendlichen

eigenhändig neu gestaltet.

Sowohl durch das neu gestrichene

Foyer, als auch durch den neu verlegten

Boden wurde es den Jugendlichen

ermöglicht, ihre handwerklichen

Fähigkeiten unter Beweis

zu stellen. Arbeitserzieher

Herbert Seltmann unterstützte und

begleitete die Aktion.

Weihnachtsmärkte

und Adventskalender

Wie jedes Jahr nahmen auch

2009 die Jugendzentren am Weihnachtsmarkt

des Stadtjugendrings

teil. Hierfür wurden in den Wochen

zuvor in den Häusern verschiedene

Verkaufsartikel hergestellt.

Beliebt bei den Jugendli-

���


26 Jugendzentren

chen und den Besuchern des

Weihnachtsmarktes waren wieder

selbst eingekochte Chutneys und

Öle. Das Jugendzentrum Sankt

Mang war darüber hinaus erneut

auf dem Kotterner Weihnachtsmarkt

vertreten.

Wie schon im Jahr zuvor gestalteten

Jugendliche im Jugendzentrum

Sankt Mang einen Adventskalender.

Das Jugendzentrum Bühl

entschied sich dagegen für ein großes

Weihnachts- und Jahresabschlussessen

mit den Jugendlichen

und verzichtete auf den Adventskalender.

Sozialräumliche Arbeit

Das Jugendzentrum Bühl beteiligte

sich dieses Jahr am Fähigkeitenparcours

des Projektes Jump

an der Hauptschule auf dem

Lindenberg. Außerdem wurde zusammen

mit dem technischen Leiter

des Stadtjugendrings, der Stadt

Kempten sowie Jugendlichen der

Vorplatz des Jugendzentrums umgestaltet.

Damit ist im Stadtteil ein

Platz für die Jugendlichen entstanden,

auf dem Fußball und Basketball

gespielt werden kann.

Im Stadtteil Sankt Mang startete

die erste Runde von „Stärken vor

Ort“. Das Jugendzentrum konnte

dabei eines seiner eingereichten

Projekte umsetzen: Da in Sankt

Mang die ehemalige BMX-Bahn

zum Bürgerpark umgestaltet werden

sollte, ergab sich hier für Jugendliche

aus dem Stadtteil die

Möglichkeit, die Wand einer Fabrikhalle

mit einem Graffiti passend

zum Bürgerpark zu gestalten.

Spielespaß im Jugendzentrum

Sankt Mang. FOTO: SJR

Es fanden sich drei Jugendliche,

die von der Planungsphase, über

das Auswählen unterstützender,

professioneller Sprayer bis hin zur

tatsächlichen Gestaltung am Projekt

arbeiteten. Höhepunkt war für

die Jugendlichen der große Pressebericht

sowie die Präsentation der

Wand im Rahmen der Einweihung

des Bürgerparks – u.a. mit dem

Oberbürgermeister.

Neben diesem Projekt gab es

auch 2009 wieder eine enge Kooperation

mit dem Stadtteilbüro

Sankt Mang und dem Quartiersmanager

Oliver Stiller. Z.B. übernahm

das Jugendzentrum Sankt

Mang die Betreuung der Jugendlichen

im Rahmen eines Austauschs

mit den Bürgern zur Neugestaltung

des an die Seniorenanlage im

Oberösch angrenzenden Parks.

„Moja“

Mit dem Ende der Sommerferien

wurden zwei Jugendzentren um

Stellen erweitert: „Moja“ zieht als

ergänzender Anteil zu den bisherigen

Angeboten in die Stadtteile

Sankt Mang und Bühl ein. Diese

Stellen haben die Aufgabe der

„Mobilen aufsuchenden Jugendarbeit“

(= Moja) und sind damit für

die Jugendlichen im Stadtteil zuständig,

die sich außerhalb der Jugendzentren

auf Straßen und Plätzen

in Sankt Mang und Bühl aufhalten.

Da dies einen ganz neuen

Bereich für die Jugendarbeit in den

Stadtteilen darstellt, wurde das

Aufgabenfeld zunächst konzeptionell

erfasst.

Mobile Jugendarbeit beinhaltet

aus konzeptioneller Sicht vier Säu-


len: aufsuchende Jugendarbeit,

Stadtteilarbeit, Gruppenarbeit sowie

Einzelfallhilfe. Die Moja-

Mitarbeiterinnen begannen sich in

ihrer Einarbeitungsphase mit den

fachlichen Standards der mobilen

Jugendarbeit auseinanderzusetzen

und ihre Arbeitskonzeptionen zu

erstellen. Es fand ein regelmäßiger

Austausch zwischen den Moja-

Mitarbeiterinnen und einmonatige

Treffen mit der pädagogischen

Fachberatung des Stadtjugendrings

und den Jugendzentrumsleitungen

statt. Die Orientierung

im jeweiligen Stadtteil, das Suchen

von Kooperationspartnern

und Begehungen waren erste

praktische Schritte. Erste Kontakte

mit Jugendlichen und Kooperationspartnern

haben stattgefunden.

Ein Unterschied zwischen

den Stadtteilen wurden erkennbar:

In Bühl bestehen im Vergleich zu

Sankt Mang weniger ausgeprägte

soziale Strukturen. Moja kümmert

sich um Probleme, die Jugendliche

haben, nicht um Probleme,

die sie machen.

Pädagogische

Fachberatung

Sabine Fixmer als pädagogische

Fachberaterin konnte auch 2009

die Kollegen und Kolleginnen aus

der offenen Kinder- und Jugendarbeit

sowie der schulbezogenen Jugendarbeit

u.a. bei der Einarbeitung

neuer Kollegen/innen und

bei den konzeptionellen Ausgestaltungsmöglichkeiten

fachlich

unterstützen und entlasten. Konkrete

Beratungen der Teams gab es

auch bei Konflikt- und Problemsituationen

von jugendlichen Besucher/innen

(z.B. Kindswohlgefährdung

§8a KJHG).

Als beratende Verbindungsstelle

zwischen der Vorstandschaft, der

Geschäftsleitung und den Einrichtungen

der „Offenen Jugendarbeit“

konnte somit den anstehenden

Schritten zur Fort- und Weiterentwicklung

in der Jugendarbeit

Rechnung getragen werden. Die

Fachberatung hatte mindestens

einmal pro Monat in jedem Jugendzentrum

Kontaktzeiten, um

so die Bedürfnisse und Interessen

der jugendlichen Besucher in den

verschiedenen Stadtteilen wahrzunehmen

und für die Kollegen/

innen in den Jugendzentren ansprechbar

und präsent zu sein.

Des Weiteren bildete die Zuarbeit

und Beratung des Geschäftsführers

in pädagogischen, konzeptionellen

und organisatorischen

Fragen ein weites Aufgabenfeld

(z.B. Vorbereitung der Dienst-

Malaktion im offenen Betrieb

des Jugendzentrums Bühl. FOTO: SJR

besprechung, Newsletter, Gespräche,

Stellungnahmen). Die Fachberaterin

übernahm bei Abwesenheit

des Geschäftsführers die fachliche

Vertretung im Bereich der

offenen Jugendarbeit. Außerdem

bündelte und leitete sie die Entwicklung

und Durchführung des

Ferienprogramms „Aktiv Sommer“

und unterstützte von Seiten des

Stadtjugendrings die Vorbereitung

und Umsetzung der Aktionen bei

„Leben statt schweben“.

Exklusiv –

Deine Meinung

ist gefragt

Jugendzentren 27

Gegen Ende des Jahres wurde

von der pädagogischen Fachberatung

und der Anerkennungspraktikantin

Romy Scheuer ein pädagogisches

Angebot für Jugendliche

in allen drei Jugendzentren

durchgeführt, das seinen Ausfluss

im SJR-Magazin „Impuls“ unter der

Rubrik „Exklusiv – Deine Meinung

ist gefragt“ im Frühjahr 2010 finden

wird. Hier konnten Jugendliche

eigene Zeitungsartikel zu den

für sie relevanten Themen schreiben.

Im Rahmen von Arbeitsgruppen

und Gremienarbeit nahm die pädagogische

Fachberatung im Jahr

2009 an vielen Austausch- und

Planungsforen zur Jugendarbeit

des Stadtjugendrings teil, wie z.B.

mit dem Jugendamt, verschiedenen

Kemptener Schulen, Integrationsbeirat

Kempten, dem Stärkenvor-Ort-Begleitausschuss

für Sankt

Mang, Bezirksjugendring, Fachberater

Bayerischer Jugendring. �


Offene

Jugendarbeit:

Pädagogische

Aktionen

Auch Action-Painting ist „Kult“. FOTO: SJR


Eine gemeinsame Aktion der Abteilung

„Offene Jugendarbeit“ war

2009 wieder der „Aktiv Sommer“.

Mitarbeiter/innen aus drei Jugendzentren,

unterstützt von der Geschäftsstelle,

erarbeiteten gemeinsam

ein abwechslungsreiches Ferienprogramm

für die Sommerferien.

Es wurden insgesamt sechs

verschiedene Angebote und Maßnahmen

geplant. Die Sommerferienangebote

waren alle ausgebucht.

Sehr interessant ist, dass

viele Jugendliche an mehreren Angeboten

teilnahmen. Ein Grund

dafür sind wohl die positiven Erfahrungen

aus dem Vorjahr. Inhaltlich

wurden die Angebote von den

Mitarbeiter/innen qualitativ gut

und ansprechend für und mit den

Jugendlichen umgesetzt. Der „Aktiv

Sommer“ war für 127 Jugendliche

aus Kempten und Umgebung

eine wirkliche Bereicherung ihrer

Ferienzeit. Ohne die Mitwirkung

vieler Mitarbeiter/innen könnte

der „Aktiv Sommer“ nicht in dieser

Form umgesetzt werden.

„Kult“ –

das Jugendkulturevent

Am 4. Juli wurden im Rahmen

des Kemptener Stadtfestes den

ganzen Tag über jugendkulturelle

Workshops und offene Mitmachaktionen

für Jugendliche im und

rund um das Künstlercafé angeboten.

Im Einzelnen waren dies:

Aktiv Sommer 2009

Geocaching im Allgäu – die moderne Form

der Schatzsuche und Schnitzeljagd. FOTO: SJR

Poetry Slam, „Wiederbelebung“ –

Kunst aus Treibholz und Schrott,

Trommelbau, Ytongskulptur, „Improtheater“,

Malen als Abenteuer,

Hip Hop, Capoeira, Devilstickbau

und Jonglage, Didgeridoo. Trotz

der vielfältigen und qualitativ guten

Workshops konnten sich nur

wenige Jugendliche bis zum Ende

der Anmeldefrist zu einer Teilnahme

entschließen. Deshalb mussten

leider acht Workshops abgesagt

werden. An den zwei Workshops

(Ytongskulptur, Malen als

Abenteuer), die stattfinden konnten,

beteiligten sich 16 Jugendliche.

An den offenen Mitmachangeboten

„Filzen“ und „Action-

Painting“ waren rund 35 Jugendliche

beteiligt. Zudem wurde ein

großes Gästebuch mit der Frage

Pädagogische Aktionen 29

„Was ist für dich Kult“ in der Fußgängerzone

aufgebaut. Mitarbeiter

des Stadtjugendrings stellten die

Angebote Kindern, Jugendliche

und deren Eltern persönlich vor

und luden sie zur Beteiligung ein.

Abgerundet wurde das Programm

auf den Treppen des Künstlercafés

durch die von den Zuschauern

sehr begeisternd aufgenommene

Performance „Beat-box“ eines Jugendzentrumsbesuchers

und dem

abschließenden einstündigen Auftritt

der Hip-Hop-Crew „Flamehawk

S.H. + GSI“ aus dem Unterallgäu.

Die Jugendlichen, die an

den Angeboten teilnahmen, hatten

sichtlich Freude. Auch Eltern, deren

Kinder teilgenommen haben,

fanden es prima, dass neben den

���


30 Pädagogische Aktionen

diversen Angeboten am Stadtfest

auch zielgerichtet Angebote für Jugendliche

gemacht wurden. Ein

besonderer Dank gilt in diesem

Zusammenhang Gerry Kantor und

seinem Team vom Künstlercafé,

Frau Müller vom Citymanagement

Kempten, Herrn Raabe (Ytong),

Frau Zettl (Malen), allen sehr kooperativen

Referenten der Workshopangebote

und „Performern“

für die flexible und konstuktive

Zusammenarbeit zur Realisierung

von „Kult“.

Geocaching –

Die GPS-Schnitzeljagd

Zu Beginn der Sommerferien erprobten

elf Jugendliche, ausgestattet

mit GPS-Empfängern, „Geocaching“

als moderne Form der

Schatzsuche und Schnitzeljagd.

Nachdem den Jugendlichen die

Handhabung der GPS-Geräte erklärt

worden war, machten sie sich

in Kleingruppen auf den Weg, die

Reitfreizeit auf dem Erlenweiherhof

in Prittriching. FOTO: SJR

sogenannten „Caches“ (Verstecke)

durch in der Schatzkarte angegebene

Koordinaten zu finden. Auf

der Suche nach dem versteckten

Schatz hatten die Jugendlichen die

Möglichkeit, sich aktiv in der Natur

zu bewegen und diese für sich

zu entdecken. Daneben war kreatives

Kombinieren bei der Suche

nach dem richtigen Weg gefragt.

Nachdem der Schatz gefunden

war, klang der Tag beim gemeinsamen

Grillen aus.

Erlebnistage

„Rund ums Pferd“

Zum zweiten Mal nach 2008

konnte vom 17. bis 21. August die

Reitfreizeit auf dem Erlenweiherhof

in Prittriching mit Mädchen im

Alter von 12 bis 15 Jahren durchgeführt

werden. Für die 15 Teilnehmerinnen

bedeutete dies Freude

im Umgang mit Pferden, Spaß

beim Reiten und den verschiedensten

Freizeitaktivitäten in der

Gruppe. Die meisten Teilnehmerinnen

kannten sich untereinander

schon aus dem Vorjahr.

Abenteuer

Hochseilgarten

„Dem Himmel näher...“ konnten

sich 23 Jugendlichen im

Kletterwald Bärenfalle bei Immenstadt

am 24. August fühlen. Im

größten Hochseilgarten Deutschlands

mussten die Jugendlichen im

Alter von 12 bis 17 Jahren in verschiedenen

Parcours unter fachkundiger

Begleitung diverse Aufgaben

lösen und ihre eigenen

Das Angerloch am Walchensee

wurde erkundet. FOTO: SJR

Grenzen austesten. Die Ausrüstung

wurde vom Hochseilgarten

gestellt. Vorerfahrungen waren

nicht notwendig. Zum Abschluss

stand eine rasante Talabfahrt mit

dem Alpsee-Coaster auf dem Programm.

Bereits zum dritten Mal in

Folge war das Angebot „Hochseilgarten“

ausgebucht. Deshalb wird

es auch 2010 wieder eine ähnliche

Aktion geben.

Eine Reise

zum Mittelpunkt

der Erde

Zehn Jugendliche im Alter von

12 bis 17 Jahren machten sich am

27. August auf, das „Angerloch“

am Walchensee zu erkunden. Die

Begehung der akiven Wasserhöhle

führte die Jugendlichen in

eine unbekannte Welt ins Innere

der Erde. Da hieß es für die Teilnehmer/innen

klettern, auf dem

Hosenboden rutschen, abseilen

und laufen, um an den Bach am


Grund der zweistöckigen Höhle

zu gelangen. Die Begehung der

Höhle erfolgte unter fach- und

ortskundiger Anleitung des Erlebnispädagogen

Herrn Hoffmann.

Die Ausrüstung wurde gestellt.

Städtetrip Berlin

Zum Abschluss der Sommerferien

startet eine Gruppe von zehn

Jugendlichen im Alter von 14 bis

17 Jahren vom Allgäu Airport

Memmingen zum Städtetrip in die

deutsche Haupttstadt. In der Woche

vom 31. August bis 4. September

checkten die Jugendlichen in

einem zentral gelegenen Hostel

ein und erkundeten von hier aus

mit öffentlichen Verkehrsmittel

Berlin. Neben einer klassischen

Die 2004 gestartete Kampagne

„Leben statt schweben“, die auf

den bewussten und selbst bestimmten

Umgang von Jugendlichen

mit diversen Rausch- und

Genussmitteln (v.a. Alkohol, Drogen)

abzielt, wurde auch 2009

von den Projektinitiatoren des

Stadtjugendrings Kempten und der

Stadt Kempten weitergeführt.

Stadtrundfahrt standen die Besichtigung

des Reichstages und des

Holocaust-Mahnmals sowie Museumsbesuche

(Checkpoint Charly,

Story of Berlin) auf dem Programm.

Als Highlight wurde die

„Tropical Island“ besucht. In die-

Städtetrip Berlin. FOTO: SJR

Leben statt schweben:

Aktionswoche Alkohol

Aktionswoche

Alkohol

Vom 17. bis 19. Juni fand im Forum

Allgäu als Teil einer bundesweiten

Veranstaltung die „Aktionswoche

Alkohol“ unter Beteiligung

von Stadtjugendring, Stadtjugendamt,

des Fachdienstes für Suchtfragen

und Prävention, der Sucht-

Pädagogische Aktionen 31

ser einzigartigen Tropenlandschaft

mit dem weltweit größten Indoor-

Regenwald, weißem Sandstrand,

einer Lagune und Wasserrutschen

fühlten sich die Jugendlichen wie

in der Südsee. Das abwechslungsreiche

Abendprogramm bestand

u.a. aus einem „Singstar-Abend“

im Hostel, einem Kinobesuch und

dem Besuch des „D-light-Clubs“,

einer Diskothek für Jugendliche

unter Berücksichtigung des Jugendschutzes.

Auch beim Shoppen

hatten die Jugendlichen viel

Spaß. Abgerundet wurde die Reise

mit einem Treffen aller Teilnehmer/innen

im November, bei dem

der Film über den Städtetrip, den

ein Teilnehmer gedreht hatte, gezeigt

und Fotos ausgetauscht wurden.


beratungs- und Behandlungsstelle

der Caritas, Selbsthilfegruppen

(Blaues Kreuz, Freundeskreis, Guttempler),

AVUS und der Fachklinik

Römerhaus statt. Durchgängige

Mitmachaktionen waren: Alkoholquiz,

Rauschbrillenparcours,

Suchtrad, Bodenzeitung, Alkoholwissenstest,

alkoholfreie Geträn-

���


32 Pädagogische Aktionen

Aktionswoche „Alkohol“ im Forum Allgäu.

FOTO: STADT KEMPTEN

ke. Diese dienten als Methode,

um mit den Besucher/innen des

Forums ins Gespräch zu kommen.

An den drei Tage war außerdem

die Bilderausstellung zum Thema

„Alkohol – Kenn’ dein Limit“, gestaltet

von Schülern des Allgäu-

Gymnasiums Kempten, zu sehen.

Am 17. Juni wurde vom Ensemble

„EUKITEA“ ein Suchtpräventionstheater

mit dem Titel „Lebensquelle“

für Schüler/innen aus

Kemptener Realschulen aufgeführt.

Am 18. Juni stand die Aktionswoche

unter dem Thema „Alkohol

im Straßenverkehr“. Hierzu

wurde neben den Mitmachaktionen

der Kurzfilm „Warum“ und

die Ausstellung „Discofieber“ gezeigt.

Am 19. Juni stand die Aktionswoche

unter dem Titel „Fachkliniken,

Selbsthilfegruppen“. Abschließend

fand am 21. Juni in der

Pfarrei St. Hedwig ein Jugendgottesdienst

zum Thema „Raus aus

der Suchtfalle, rein ins Leben“

statt.

Die Veranstaltung war professionell

und ansprechend organisiert

und gestaltet. Die beteiligten Kooperationspartner

äußerten sich

sehr positiv über die gelungene

Einbindung und Durchführung der

Aktionswoche. Die Zusammenarbeit

mit dem Centermanagement

des Forums Allgäu war konstruktiv

und zielführend. Es konnten viele

Besucher/innen (Streuung durch

alle Altersgruppen vorhanden) auf

das Thema „Umgang mit Alkohol“

angesprochen und dafür sensibilisiert

werden. Punktuell waren

auch intensivere Beratungsmomente

gegeben, nachgefragt und

möglich. Das Angebot, sich über

das Thema zu informieren, wurde

von vielen durch die Mitnahme

von Informationsbroschüren genutzt.

Es gab einige Schulklassen, die

die Aktionswoche im Forum bewusst

besucht und die einzelnen

Mitmachangebote zum Thema genutzt

haben. Viele Berufsschüler/

innen, die während der Mittagszeit

im Forum waren, konnten angesprochen

werden. Auch das in

der gleichen Woche stattgefundene

Konzert der „Toten Hosen“

wurde phasenweise miteinbezogen.

Mitarbeiter/innen von „Leben

statt schweben“ suchten vor dem

Forum gezielt Kontakt zu den jungen

Konzertbesuchern.

Familientag auf

der Allgäuer Festwoche

„Leben statt schweben“ war

auch 2009 wieder beim Familientag

der Allgäuer Festwoche auf der

Wiese im Stadtpark präsent. Mitarbeiter/innen

der Stadt Kempten,

des Stadtjugendrings und des

Fachdienstes für Suchtfragen und

Prävention kamen über das Suchtrad,

Informations- und Aufklärungsbroschüren,

Selbsttest-, Rätsel-

und Quizsequenzen zwanglos

mit Menschen verschiedener Altersgruppen

ins Gespräch und sensibilisierten

so für einen verantwortungsvollen

Umgang mit Alkohol.

Ein besonderer Dank gilt an dieser

Stelle allen Kooperationspartnern,

der Center-Managerin des

Forum Allgäu, Justine Kluger, mit

ihren Mitarbeitern und allen Sponsoren,

die „Leben statt schweben“

2009 unterstützt haben. �


FOTO: RÖHR:WENZEL JOURNALISTENBÜRO

SiJ

Sozialintegrative

Jugendarbeit

���


34 Sozialintegrative Jugendarbeit

Die Projekte der „Sozialintegrativen

Jugendarbeit“ (SiJ) Thingers,

Sankt Mang und Bühl erfuhren im

Jahr 2009 starke Veränderungen,

die durch den Umbau sozialer

Landschaften, durch Angebotsveränderungen

und durch Personalwechsel

bedingt waren.

Die SiJ im ursprünglichen Sinn

ist durch zwei Schwerpunkte geprägt:

die außerschulische Bildungs-

und Jugendarbeit in einem

Stadteiljugendzentrum und die

klassische Schulsozialarbeit. Die

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

arbeiten zirka je zur Hälfte im Jugendzentrum

und in der Hauptschule

des jeweiligen Stadtteils.

Durch die Verknüpfung der Tätigkeiten

werden Synergieeffekte genutzt

und unterstützt.

Umbau

sozialer Landschaften

Im Stadtteil Bühl mit der Schulsozialarbeit

an der Lindenbergschule

wurden die zwei Schwerpunkte

der sozialintegrativen Jugendarbeit

durch einen dritten erweitert:

die mobile Jugendarbeit.

Seit Juli 2009 ist die SiJ-Mitarbeiterin

neben der Schule und dem

Jugendzentrum auch im Stadtteil

unterwegs. Sie ist Ansprechpartnerin

für Jugendliche im Stadtteil,

die das Jugendzentrum nicht besuchen

bzw. schwer oder nicht in

das Jugendzentrum zu integrieren

Ein Jahr des Wandels

SiJ Bühl

Susanne Reiter

bis März Leiterin SiJ Bühl | 39 Wochenstunden

je zur Hälfte in der Lindenbergschule (Hauptschule)

und im Jugendzentrum Bühl

Hannah Klinger

ab Juli Leiterin SiJ & Moja Bühl | 35 Wochenstunden

in der Lindenbergschule (Hauptschule),

im Jugendzentrum Bühl und im Sozialraum

SiJ Sankt Mang

Sandra Hefter

Leiterin SiJ Sankt Mang | 35 Wochenstunden

je zur Hälfte in der Robert-Schuman-Schule

(Hauptschule) und im Jugendzentrum Sankt Mang

SiJ Thingers

Thomas Klughardt

Leiter SiJ Thingers | 35 Wochenstunden

je zur Hälfte in der Nordschule (Teilhauptschule)

und im Jugendzentrum Thingers

und 2 Wochenstunden für die Mittagsbetreuung

in der Nordschule

sind. Die Schulsozialarbeit an der

Lindenbergschule wurde damit

zeitlich als auch inhaltlich verändert.

Auch die Erweiterung durch

aufsuchende, mobile Arbeit soll

Synergieeffekte schaffen. Die Mitarbeiterin

hat durch die drei

Schwerpunkte einen umfassenden

Blick auf die verschiedenen Jugendlichen

und Jugendcliquen im

Stadtteil.

Für die SiJ im Jugendzentrum

Thingers und an der Nordschule

brachte gerade die zweite Jahreshälfte

Neuerungen mit einschneidenden

Auswirkungen. Im September

2009 wurde bekannt, dass

die Finanzierung des Projektes

durch Mittel der Sozialen Stadt

nach fast acht Jahren bereits mit

Wirkung zum 31. Dezember 2009

eingestellt werden soll. Mit Beschluss

des Haupt- und Finanzausschusses

des Kemptener Stadtrates

wurde entschieden, das Projekt ab

Januar 2010 in gleicher Form bis

August des gleichen Jahres weiterzuführen

und danach in fortgeschriebener

Form. Aktuell laufen

die Abstimmungsgespräche zur inhaltlichen

Fortschreibung mit dem

Jugendamt auf Hochtouren, um

möglichst schnell für den Stadtjugendring

und die beteiligten

Mitarbeiter zu klären, wie es konkret

ab dem 1. September 2010

weiter geht.

Durch die durchwegs positiven

Rückmeldungen zur sozialintegrativen

Jugendarbeit in Thingers von

Seiten der Stadt Kempten, allen

Partnern im Sozialraum, der Schule

und darüber hinaus wird mit Sicherheit

auch ab dem nächsten

Schuljahr eine passende Form der

Sozialarbeit gefunden, welche die

Nordschule und den dazugehörigen

Sozialraum mit dem dortigen

Jugendzentrum angemessen bedient.

Mit Beginn des laufenden

Schuljahres im September 2009

machte sich zudem die Teilhauptschulreform

in der Nordschule bemerkbar.

Von den vormals vier

Klassen der Hauptschule (zwei

fünfte und zwei sechste Klassen)

sind nur noch die beiden sechsten

Klassen übrig geblieben.


Die SiJ Thingers ist seit dem Jahr

2009 auch mit 1,5 Wochenstunden

in die neugebildete Ganztagesklasse

eingebunden. Hier wurden

Aktionen wie Computer und

neue Medien, Jonglieren oder einfach

nur Spielen im Pausenhof umgesetzt.

Die SiJ war auch in der

Übergangszeit zwischen Mittagessen

und Nachmittagszeiten tätig.

Neue soziale

Angebote

In Sankt Mang hat sich die SiJ

seit ihrer Installation neben den typischen

Aufgaben der Schulsozialarbeit

schwerpunktmäßig um den

Übergang von der Schule in den

Beruf gekümmert. Dabei wurden

im sogenannten Berufsbarometer

Schüler beim Übergang in das Berufsleben

durch intensives Coaching

unterstützt. Ziel war es vor

allem, die Jugendlichen zu bestärken,

selbstständig ihre (berufliche)

Zukunft in die Hand zu nehmen.

Im Februar 2009 wurde dann die

Berufseinstiegsbegleitung an der

Robert-Schuman-Schule installiert.

Bei dieser Maßnahme werden die

Teilnehmer bei Fragen der Berufswahl

und Praktika, bei Problemen

in der Schule und mit den Eltern

unterstützt. Um eine Doppelung

der Angebote zu vermeiden, wurde

beschlossen, das Berufsbarometer

der SiJ an der Robert-Schuman-Schule

im Schuljahr 2009/

2010 einzustellen. Stattdessen

wurde die SiJ dem Bedarf der frühen

sozialen Förderung in den unteren

Klassen gerecht. Ab dem

Schuljahr 2009/2010 unterstützte

die SiJ verstärkt die Jahrgangsstufen

5 bis 7 z.B. durch Klassentrainings

und Coachingangebote.

Zu Beginn des neuen Schuljahres

stand daher die konzeptionelle

Umgestaltung der SiJ Sankt Mang

im Mittelpunkt.

Personeller

Wechsel

Neben den bisher beschriebenen

Veränderungen gab es auch

personelle Veränderungen. Susanne

Reiter beendete im März ihre

Tätigkeit in der SiJ Bühl. Ab Juli

übernahm Hannah Klinger ihre

Nachfolge. In der SiJ Sankt Mang

ergab sich gegen Ende des Jahres

eine personelle Erweiterung. Da

Sandra Hefter im Jahr 2010 in

Elternzeit gehen wird, arbeitete

sich ab November Dagmar Geis-

„Montagsaction“ der SiJ Thingers –

Heute: Seifenkistenbau ! FOTO: SJR

Sozialintegrative Jugendarbeit 35

mayr, die zusätzlich im Jugendzentrum

Sankt Mang und an der

Staatlichen Realschule tätig ist, in

ihre neue Aufgabe an der Robert-

Schuman-Schule ein, um so 2010

einen reibungsarmen Übergang

zu ermöglichen.

Angebote der SiJ

An allen drei SiJ-Standorten fanden

natürlich die regulären Angebote

der Schulsozialarbeit statt,

wie z.B. die sozialpädagogische

Gruppenarbeit, Einzelberatungen,

die Arbeit mit Schulklassen, Elternarbeit

und Elternberatung, Krisenintervention,

Übergang Schule-Arbeit

und Kooperation im Gemeinwesen.

Je nach Stadtteil und

Schule fanden die Angebote in unterschiedlicher

Ausprägung statt.

���


36 Sozialintegrative Jugendarbeit

Trotz der ungewissen Situation

der sozialintegrativen Jugendarbeit

in Thingers ging alles „seinen

normalen Gang“. Es liefen wieder

viele verschiedene Aktionen, die

aus den Vorjahren bekannt waren.

Ein Beispiel ist die Pausendisco

alle 14 Tage im Pausenhof der

Nordschule, bei der die Kinder als

DJanes und DJ´s auftreten, zum

Teil tanzen oder einfach nur der

Musik zuhören und Kontakt zur SiJ

aufnehmen.

Das Elternfrühstück, bei dem

sich Eltern zirka alle acht Wochen

zu ausgewählten Themen aus dem

Bereich Erziehung und Schule informieren

lassen und ihre Fragen

auch an geladene Referenten und

Fachleute aber auch andere Eltern

stellen können, wurde insgesamt

viermal organisiert. Themen waren

die „Brüllfalle“, „Ferien und

Freizeitangebote“, „der Elternbeirat

stellt sich vor“ und „Pedibus“.

Im Jugendzentrum Thingers gab

es für die Hauptschüler der Nord-

SMV-Seminar in der Robert-

Schuman-Schule. FOTO: SJR

schule die Montagsaction. Hier

stand auch jüngeren Besuchern,

die noch nicht 12 Jahre alt waren,

das Jugendzentrum in einem gelenkten

Angebot offen. Für die übrigen

Besucher war in dieser Zeit

der Zutritt verboten. Ziel war es,

den Jüngeren den Weg zur zusätzlichen

Sozialisationsinstanz Jugendzentrum

zu bahnen. In der

Regel nahmen bis zu 14 Kinder

das Angebot wahr.

Am Donnerstag liefen in gewohnter

Form in der Nordschule

Freizeitangebote zur Beziehungsarbeit.

Ab dem Zwischenzeugnis

galt dies natürlich auch für alle

Kinder der 4. Klassen. In jeweils

fünf- bis sechswöchigen Angebotseinheiten

wurden die Kletterhalle

der Nordschule (Geschicklichkeit),

der Computerraum (Umgang

neue Medien) und der Sportplatz

(Baseball) genutzt.

In der SiJ Bühl stand das Jahr

2009 vor allem unter dem Aspekt

„Ankommen“. Hannah Klinger ar-

beitete sich in die neuen Aufgaben

ein, lernte die Schüler und die

Lehrer der Lindenbergschule kennen

und nahm Kontakt zu Einrichtungen

in und außerhalb der Schule

auf. Wichtig bei der Kontaktaufnahme

zu den Schülern war

ihre Anwesenheit im Schülercafé.

Die SiJ Sankt Mang konnte bestehende

Angebote ausbauen und

festigen. So wurde der „Kaffeeklatsch“

(eine Art Schülercafé in

der Mittagspause in den Räumlichkeiten

des SiJ-Büros) auf drei Tage

in der Woche erweitert. Immer

mehr Schülerinnen und mittlerweile

auch Schüler nutzten dieses

Angebot. Hier wurde gespielt, geredet,

gegessen und gekickert.

Einmal in der Woche in der großen

Pause besuchte die Mitarbeiterin

der SiJ Sankt Mang die Schüler

im Nebengebäude an der Duracher

Straße, das zwei Gehminuten

vom Hauptgebäude entfernt

liegt. In diesen Pausen wurde mit

den Schülern gespielt oder auch

„geratscht“. Auch die Beziehungspflege

zu den Lehrern war hierbei

ein wichtiger Aspekt.

Unterstützung

der SMV

Die Unterstützung und Begleitung

der SMV (Schülermitverantwortung)

durch die SiJ war im Jahr

2009 weiterhin ein wichtiger Pfeiler

der Arbeit. Die Mitglieder der

SMV trafen sich einmal in der Woche

in der großen Pause um Fragen

zu klären, Aktionen zu planen

oder um sich einfach auszutauschen.

Die SMV wird, auch durch


die Unterstützung der SiJ, immer

mehr zu einer wichtigen Einrichtung

in der Schule. Neben der Vorbereitung

der Klassensprecher in

einem Seminar, soll es zukünftig

auch während des Jahres immer

wieder Seminare für die Klassensprecher

und die SMV geben. Die

SMV wurde auch zunehmend in

Fragen der Schulentwicklung einbezogen,

z.B. durfte sie bei der

Neugestaltung der Hausordnung

ihre Meinung einbringen. Der

Ausbau der Elternarbeit an der Robert-Schuman-Schule

wurde nicht

wie geplant umgesetzt, da gegen

Ende des Jahres eine Form der

Elternarbeit über das Projekt „Stärken

vor Ort“ starten sollte.

Aktionen

Die SiJ Bühl war vor allem durch

Planungs- und Organisationsarbeiten

geprägt. So unterstützte Hannah

Klinger die Mitarbeiterin des

Projektes Jump, Isa Gail, bei der

Durchführung des Fähigkeitenparcours,

plante verschiedene Klassenaktionen,

wie zum Beispiel einen

Gewaltpräventions- bzw.

Selbstbehauptungskurs oder „PIT“

(Prävention im Team) in Zusammenarbeit

mit Wolfgang Götz von

der Polizei Kempten sowie die

Vorstellung der Kompetenzagentur

Kempten. Zudem wurde der

erlebnispädagogische Ausflug einer

Klasse in einen Hochseilgarten

vorbereitet.

Seit September 2009 wird auf

Initiative der SiJ Thingers im großen

Stil „Pedibus, ein Schulbus auf

Füßen“ an der Nordschule durch-

geführt. Wie bei einem richtigen

Linienbus führten ausgewählte Eltern

eine Gruppe von 10 bis 12

Kindern ab festgelegten Pedibushaltestellen

und festen „Abfahrtszeiten“

zur Schule. Das Angebot

wurde sehr gut angenommen.

Zum zweiten Mal wurde im

Rahmen der Montagsaction eine

Seifenkiste gebaut bzw. die des

Vorjahres verbessert und so ein

Team zur Teilnahme am Seifenkistenrennen

gebildet.

Neben den wiederkehrenden

Aktionen der SiJ Sankt Mang, wie

die Unterstützung der SMV bei der

Schulparty, wurden verschiedene

Klassenaktionen durchgeführt. Es

war eine gesteigerte Nachfrage an

Klassentrainings zu verzeichnen.

Inhaltlich wurde hierbei meist an

der Förderung der Klassengemeinschaft

gearbeitet. Höhepunkt des

Jahres war die Unterstützung der

SMV bei der Teilnahme am Wettbewerb

„SOS Schulhof“. Hier be-

Faschingsparty in der Lindenbergschule.

FOTO: LINDENBERGSCHULE

Sozialintegrative Jugendarbeit 37

legten die Schüler/innen der Robert-Schuman-Schule

bayernweit

den 1. Platz. Die drei Schulsprecher

durften dann ein Wochenende

in Schwerin verbringen. Dort

traten sie gegen andere Hauptschulen,

aber auch Realschulen

und Gymnasien aus anderen Bundesländern

an. Sie setzen sich u.a.

in Kategorien wie Allgemeinwissen,

Mathematik und Sachkunde

durch und belegten bundesweit

den 2. Platz.

Ausblick

Es wird spannend bleiben, wie

sich die sozialintegrative Jugendarbeit

des Stadtjugendrings weiter

entwickeln wird. Erfreulich wäre

es, wenn die Stellen nach einer inhaltlichen

Entwicklung und Anpassung

zu einem festen, dauerhaft

abgesicherten Angebot in der

sozialen Landschaft in Kempten

werden könnten. �


Jugendarbeit –

Schule und Beruf

Mittagsbetreuung in der Nordschule.

FOTO: HERMANN ERNST


40 Jugendarbeit – Schule und Beruf

Bewährte Projekte fortgesetzt

und neue eingeführt

Die im Jahr 2008 erfolgte Zuordnung

der Jugendarbeit mit Projektstatus

in eine eigene Abteilung für

Projektarbeit konnte 2009 kontinuierlich,

fachlich und qualitativ

fundiert weiter entwickelt werden.

Somit konnten alle bewährten Pro-

Praxisklassen 2009

jekte in Trägerschaft des Stadtjugendrings

erfolgreich fortgesetzt

werden.

Im Rahmen von „Stärken vor

Ort“ im Stadtteil Sankt Mang wurden

durch den Stadtjugendring

Kempten zusätzlich zwei Mikro-

FOTO: SJR

projekte angeboten und durchgeführt.

In den nachfolgenden Beiträgen

werden alle Projekte des

Stadtjugendrings für Jugendliche

und junge Heranwachsende mit

ihren inhaltlichen Schwerpunkten

vorgestellt. �

Vertiefte Berufsorientierung

Bau eines Hühnerstalls im Kempodium und eines Badebeckens für Hühner im Technologiezentrum für das Marienheim inklusive der Einweihung mit

Bewohnern des Seniorenheims � Bau eines behindertengerechten Kleiderschrankes für einen Rollstuhlfahrer � Gestalten von Kunstbildern mit einer

Malermeisterin � Herstellung eines Gürtels im Kunsthandwerkerhaus � individuelle Praktika in Betrieben im Zeitraum von März bis Juli � Technologiezentrum

der Handwerkskammer Schwaben in Kempten zur Basisorientierung – Bereiche: Friseur, Bau, Metall, Elektro, Raumausstatter und Landschaftsbau � Bau von

Plakatständern im Kempodium für den Sankt-Mang-Tag � Beteiligung am Sankt-Mang-Tag am 4. April: Praxisklassen haben Bewirtung übernommen � Besuch

des Berufsinformationszentrums

Praktische, pädagogische Erprobungen

spielerische Beschäftigung mit Bewohner/innen des Marienheims � Mädchenarbeit durch Jugendzentrum Sankt Mang � Jungenarbeit mit Aktivitäten/

Exkursionen (z.B. sexualpädagogische Themen) � wöchentliche Einheiten zum Thema „Lerntechniken“ � Kochen im Jugendzentrum zur Steigerung der

sozialen Kompetenzen � Fahrt nach Dachau mit der P9 � Betriebsbesichtigung bei der Firma Fendt Traktoren � Aktionswoche mit der P8 � Abschlussfahrt

mit der P9 � erlebnispädagogische Angebote: Bergabenteuer, Hochseilgarten, Niederseilgarten, Boulderhalle � Geocaching

Besondere Aktivitäten

Vernissage und Sponsorentag am 9. Mai im Rahmen des Schulfestes: Präsentation von erstellten Bildern und Handwerksgegenständen der Praxisklassen �

Einblick für Praktikantin ins Arbeitsfeld ermöglicht � Fertigstellung des Flyers für die Praxisklassen � Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern

Finanzierung durch: Europäischer Sozialfond, Agentur für Arbeit, Regierung von Schwaben, Stadt Kempten.


Vor fünf Jahren wurden die

Praxisklassen (P8 und P9) an der

Robert-Schuman-Schule installiert,

um Schüler und Schülerinnen aufzufangen,

die ansonsten mit geringer

beruflicher Perspektive die

Schule nach der 7. oder 8. Klasse

ohne erfolgreichen Hauptschulabschluss

verlassen würden.

Von Lehrkräften und der Sozialarbeit

wird der jeweilige Schüler

dort abgeholt, wo er steht. Die sozialpädagogische

Betreuung verfolgt

das Ziel, die Lernbereitschaft

und Motivation der Jugendlichen

individuell und entsprechend ihrer

Stärken zu fördern. Es ist primäres

Ziel der Arbeit, den Schüler/

Seit 2007 hat der Stadtjugendring

die Trägerschaft der Schulsozialarbeit

an der Staatlichen Realschule

an der Salzstraße. Neben

dem Ausbau der Schulsozialarbeit

an den Kemptener Haupt- und

Schulsozialarbeit

in den Praxisklassen

Schulsozialarbeit

in den Praxisklassen P8/P9

an der Robert-Schuman-Schule

Georg Holzmann

bis 31. August Pädagogische Leitung Projekt

„Praxisklassen“ | 34,75 Wochenstunden

innen Selbstvertrauen mit positiven

Erfahrungen in der Leistungsgesellschaft

zu vermitteln. Speziell

durch den hohen Praxisanteil wird

den Schülern eine berufliche Orientierung,

ein beruflicher Erprobungsrahmen

und das „Hineinwachsen“

ins Berufsleben ermöglicht.

Bereits im Januar konnten die

ersten Erfahrungswerte aus den zu

Schulsozialarbeit

an der Realschule

Grundschulen ist dies die einzige

Realschule, an der Schulsozialarbeit

aufgrund einer dreijährigen

Unterstützung durch den Rotary-

Club Kempten realisiert werden

konnte.

Jugendarbeit – Schule und Beruf 41

Beginn des Schuljahres stattgefundenen

berufsorientierenden Projekten

aus „Praxis bildet“ ausgewertet

und die Erfahrungen in die

Planungen des nächsten Schuljahres

einbezogen werden.

Die Praxisklassen P8/P9 waren

mit jeweils 13 Schülern belegt.

Sieben Schüler der P9 haben zum

Abschluss eine Ausbildungsstelle

gefunden, zwei Schüler ein EQJ

und drei Schüler ein BVJ. Das Projekt

Schulsozialarbeit in den Praxisklassen

konnte durch die Schaffung

einer Planstelle unter der

Trägerschaft der Stadt Kempten ab

dem 1. September 2009 perspektivisch

gesichert werden. �

Die Schulsozialarbeit setzt sich

zum Ziel, Jugendliche im Prozess

des Erwachsenwerdens zu begleiten,

sie bei einer für sie befriedigenden

Lebensbewältigung zu un-

���


42 Jugendarbeit – Schule und Beruf

terstützen und ihre Kompetenzen

zur Lösung von persönlichen und/

oder sozialen Problemen zu fördern.

Für über 30 Klassen und über

900 Schüler/innen fanden im Jahr

2009 eine Vielzahl von Beratungen

und Einzelfallhilfen durch die

Schulsozialarbeit statt. Themen

waren u.a.: Mobbing, Gewalt in

der Familie/Peergroup, Konfliktlösung/Konsensbildung,Schulverweigerung,

Schulausschluss, destruktives

Verhalten und Unterrichtsstörungen,Leistungsprobleme,

„Ritzen“, Diebstahl, Schulwechsel,

Probleme mit den Eltern,

Freizeitgestaltung, gesundheitliche

Probleme, Identitätsfindung.

Mit einem Stundenumfang von

8,5 Stunden pro Woche war hier

allerdings nur selten eine längerfristige

Auseinandersetzung mit

dem Einzelfall möglich. Zudem

waren Klassentrainings zur Förderung

des sozialen Umgangs innerhalb

der Klassen und ein schnell

einsetzbarer Mobbing-Interven-

Vertreter des Rotary-Club Kempten

informierten sich in der Realschule

an der Salzstraße über die Arbeit der

Schulsozialarbeit. FOTO: SJR

tionsansatz weitere Schwerpunkte

des Jahres. Ebenfalls wurden von

der Schulsozialarbeit anfragende

Eltern in verschiedensten Kontexten

(u.a. Hortunterbringung, Mobbing,

Vermittlung Hilfsangebote

bei finanziellen Notsituationen,

Moderation Lehrergespräch, Ver-

Schulsozialarbeit 2009

mittlung an Fachstellen, Klassensituation

des Kindes, thematische

und/oder pädagogische Ratschläge)

beraten.

Ebenso vielfältig entstanden bei

Lehrer/innen Fragen zum sozialen

Lebensbereich der Schüler/innen

oder im rechtlichen Bereich, die

Aktivitäten

Teilnahme an Lehrerkonferenzen, pädagogischen Konferenzen, Lenkungsrunde der Schule � Klärungen zur räumlichen Verortung der Schulsozialarbeit � Projekt

MUT (Miteinander umgehen trainieren) als Projekt zur Stärkung des sozialen Lernens und zur kooperativen Konfliktlösung in acht Klassen � Litfaßsäule mit

aktuellem Aushang von offenen Lehrstellen � Ausarbeitung von Unterstützungsmöglichkeiten für finanziell schwache Familien � Durchführung von Einheiten

mit dem Thema „Gruppendruck widerstehen“ in zwei Klassen � Informationseinheiten zum Thema „Diebstahl“ in zwei Klassen � Vorbereitung der

Abschlussklassen zu einem verantwortlichen Umgang und Verhalten bei den geplanten Schuljahresabschlussfeiern � Kooperation und Vernetzung (u.a.

Interessensgemeinschaft Schulsozialarbeit, Polizei) � Unterstützung von Schüler/innen bei Ausgrenzung/Mobbing durch den Ansatz „No blame approach“ �

Zusammenarbeit mit Jugendämtern, Pro Familia, Erziehungsberatung und weiteren Fachstellen im Rahmen der Einzelfallhilfe � Vorstellung der Schulsozialarbeit

bei neuen Lehrkräften, Eltern, Schüler/innen der 5. Klassen zum Schuljahresbeginn � kontinuierliche Bereitstellung von Kontakt- und Beratungszeiten an der

Schule � Öffentlichkeitsarbeit: Pressebericht über die Schulsozialarbeit am 5. November in der Allgäuer Zeitung

Die Finanzierung der Schulsozialarbeit konnte dankenswerter Weise durch den Rotary Club Kempten, die Stadt Kempten und den Stadtjugendring

Kempten sichergestellt werden.


an die Schulsozialarbeit herangetragen

und bearbeitet wurden.

Auch spielten in den Anfragen Impulse

und Rückmeldungen zu Situationen

mit Schüler/innen eine

Rolle. Weiterhin wurde die von

Seiten der Lehrkräfte gewünschte

Unterstützung in Elterngesprächen

umgesetzt.

Im Bereich der offenen Angebote

nutzten Schüler/innen die Möglichkeit

des aktiven Kontakts zur

Jump – Jugend meets Praxis

Isa Gail

Projektleitung Jump | 23 Wochenstunden

Angela Klotz

bis 15. Juli Projektleitung Jump | 16 Wochenstunden

Susanne Horn

ab 1. Februar Projektleitung Jump

16 Wochenstunden

Das Projekt Jump ist seit Jahresbeginn

2007 ein fester Bestandteil

des Projektangebots unter der Gesamtinitiative

„Zukunft bringt´s“

der Stadt Kempten. Aufgrund der

positiven Resonanz ist die Projektstelle

seit 2008 durch die Mitfinanzierung

der Agentur für Arbeit

mit 39 Wochenstunden ausgestattet.

Seit Januar 2009 ist Jump

im Haus des Stadtjugendrings in

der Bäckerstraße 9 verortet.

Schulsozialarbeit Staatliche

Realschule an der Salzstraße

Dagmar Geismayr

Pädagogische Leitung Schulsozialarbeit

8,5 Wochenstunden

Schulsozialarbeit in Form eines

Meinungsaustausches, in Diskussionen

und im Spiel.

Die Schulsozialarbeit an der Realschule

an der Salzstraße wurde

in den vielfältigen Unterstützungs-

Jump – Jugend meets Praxis

Jump unterstützt und begleitet

schwerpunktmäßig die 8. Jahrgangsstufen

der Hauptschule auf

dem Lindenberg und der Volksschule

bei der Hofmühle im Rahmen

der vertieften Berufsorientierung.

Jump setzt Impulse auf unterschiedliche

Weise hinsichtlich

einer frühzeitigen Förderung der

beruflichen Orientierung und Berufsfindung.

Im Schuljahr 2008/2009 wurde

an der Hauptschule auf dem Lindenberg

die Durchführung des

schuljahresdurchgängigen Praktikumstages

u.a. durch eine Praktikumsvermittlung

unterstützt. Die-

���

Fahigkeitenparcours im Juli 2009:

An der Station „Holzwerkstatt“

entsteht ein Holzwürfel. FOTO: SJR

Jugendarbeit – Schule und Beruf 43

leistungen genutzt und benötigt,

konnte aber aufgrund der geringen

Wochenarbeitszeit leider nur in

Form von Schwerpunktsetzungen

helfen. Hier besteht nach Ansicht

der Schule und des Stadtjugendrings

dringender Bedarf, mit einer

sicheren Finanzierung den Erhalt

bzw. perspektivisch den Ausbau

von Schulsozialarbeit an der Realschule

langfristig sicher zu stellen.


44 Jugendarbeit – Schule und Beruf

Jump 2009

Aktivitäten an der Hauptschule auf dem Lindenberg | Isa Gail

Durchführung der Evaluation des schuljahresdurchgängigen Praktikumstages bei Schülern, Eltern und Betrieben � Planung und Durchführung von

pädagogischen Einheiten zur Praktikumsvorbereitung und Praktikumsreflexion einschließlich Telefonleitfaden und Ordnungssystem � Organisation AOK-

Bewerbertraining � Vermittlungsgespräche für Praktika mit Schüler/innen in den Präsenzzeiten an der Schule � Kooperationsgespräche mit Schulleitung,

Klassleitern der 8./7. Jahrgangsstufen, Fachlehrkräften und der Jugendsozialarbeit an der Schule zur Abstimmung von Aktivitäten � Nachbetreuung von

Praktikumsstellen nach aufgetretenen Schwierigkeiten, um diese für andere Schüler zu erhalten � Teilnahme an Elternabenden � Durchführung von

berufsorientierenden Einheiten zur Vorbereitung der jeweiligen Profilbereiche (Wirtschaft, Technik, Soziales) � Organisation des Fähigkeitenparcours unter

Einbeziehung diverser externer Mitwirkender; Teilnahme bei der Durchführung sowie Auswertung und Besprechung der Ergebnisse mit den Schüler/innen �

Öffentlichkeitsarbeit: Pressebericht � Erstellung eines Arbeitspapiers zur Organisation von Betriebserkundungen � Akquise von Betrieben für Betriebserkundungen

durch die 8. Jahrgangsstufen

Aktivitäten an der Volksschule bei der Hofmühle | Angela Klotz und Susanne Horn

Vorbereitung auf die Profilbereiche KtB, GtB, HsB, Praktikumsvermittlungen, Praktikumsreflexion mit drei 8. Klassen im Schuljahr 2008/2009 � Evaluation des

Projekts Jump an der Schule � Vorstellung von Susanne Horn bei der Agentur für Arbeit und beim Amtsleiter für Jugendarbeit � Abstimmungsgespräch mit

den Klassenlehrern der 8. Jahrgangsstufen zur konkreten Zusammenarbeit mit Jump im Schuljahr 2009/2010 � Vorstellung bei den Elternabenden der 8.

Klassen � Durchführung einer erlebnispädagogischen Einheit mit zwei 8. Klassen zum Thema Schlüsselqualifikationen � Durchführung von pädagogischen

Einheiten zur Vorbereitung auf die jeweiligen Profilbereiche (HsB, KtB, GtB) der Praktika in den vier 8. Klassen � Vermittlungs- und Beratungsgespräche mit

Schüler/-innen in der wöchentlichen Präsenzzeit � Praktikumsbesuche der Schüler/innen bei ihren Praktikumsstellen zur Betriebspflege � Nachbetreuung von

Praktikumsstellen nach aufgetretenen Schwierigkeiten während der Praktika � Vorbereitung und Durchführung von Praktikumsreflexionseinheiten �

Abstimmungsgespräche mit anderen Projekten

Querschnittsaktivitäten

Lehrstellenbörse am 7. März: Präsenz am „Zukunft bringt’s“-Stand und Kontaktaufnahme zu anwesenden Betrieben zur Praktikumsstellenakquise �

Kontaktpflege zu Betrieben, Mailing- und Telefonakquise für Praktikumsstellen � Pflege einer Datenbank für Praktikumsstellen zur zielorientierten und

passgenauen Vermittlung � Teilnahme am Familientag der Allgäuer Festwoche im Rahmen von „Zukunft bringt’s“ � gezielte Bearbeitung von externen

Praktikumsanfragen (u.a. Jugendamt, Kompetenzagentur) � Teilnahme an der Regionaltagung zum Thema „neue Mittelschule“ in Memmingen � Fortbildung

beider Mitarbeiterinnen zur zertifizierte ProfilPASS-Beraterin � Überarbeitung und Aktualisierung des Flyers � Presseberichte/Beiträge Homepage „Zukunft

bringt’s“

ses Modell konnte aufgrund einer

Änderung in den Vorgaben des

Kultusministeriums im Schuljahr

2009/2010 nicht weiter geführt

werden.

Jump setzt in den 7. Jahrgangsstufen

der Lindenbergschule mit

einem frühen, niederschwelligen

Kontakt zum Thema „Berufsorientierung

und Berufsfindung“ mit der

Durchführung des so genannten

Fähigkeitenparcours an.

Kooperation

mit Betrieben

Das Angebot an beiden Schulen

umfasst in bewährter Form die

Vermittlung möglichst passgenauer

Praktikumsstellen und der

Möglichkeit von Betriebserkundungen

für die Schüler/innen.

Hierfür bestehen zwischen Jump

und einer Vielzahl von Ausbildungs-

und Wirtschaftsbetrieben

in und um Kempten Kooperationen.

Trotz der Wirtschaftkrise stehen

nach wie vor mehr als 200

Praktikumsplätze in verschiedensten

Bereichen zur Vermittlung zur

Verfügung.

Wesentlich zum Erfolg des Projekts

trägt die gute, vertrauensvolle

und engagierte Zusammenarbeit

mit Lehrkräften und Leitungen

der beiden Schulen sowie den

Praktikumsbetrieben bei. �


Seit ihrem Start im Juli 2007 hat

sich die Kompetenzagentur Kempten

zu einer gefestigten und bekannten

Institution zur sozialen

und beruflichen Integration von

jungen Menschen (bis 25 Jahre)

aus Kempten entwickelt. Nach ihrem

Umzug führte die Kompetenzagentur

ab Januar 2009 in eigenen

Räumlichkeiten in der Geschäftsstelle

des Stadtjugendrings

in der Bäckerstraße 9 ihre Arbeit

weiter.

Die Trägerschaft liegt bei der

Stadt Kempten, wobei die fachliche

Ausgestaltung und Erbringung

des Casemanagements von einer

Mitarbeiterin und einem Mitarbeiter

des Stadtjugendrings Kempten

geleistet wird. Die inhaltliche Arbeit

wurde entsprechend der Vorgaben

des vom Bundesministerium

für Familien, Senioren, Frauen

und Jugend beauftragten Projektträgers

stetig weiterentwickelt

und den aktuellen Anforderungen

angepasst. So ist z.B. die Einschränkung

der Zielgruppe entsprechend

des letzten Pflichtschuljahres

publik gemacht und inhaltlich

umgesetzt worden.

Ebenso wurde der aufsuchende

Ansatz in der Arbeit mit jungen

Menschen in der Kompetenzagentur

ausgebaut. Hierher kommen

Jugendliche, die direkt im Übergang

zwischen Schule und Beruf

Kompetenzagentur –

gefestigt und bekannt

Schüler/innen der Fachakademie

für Sozialpädagogik informieren sich

über die Kompetenzagentur. FOTO: SJR

Kompetenzagentur Kempten

Rebecca Hagspiel

Casemanagerin Kompetenzagentur Kempten

39 Wochenstunden

Torben Döring

Casemanager Kompetenzagentur Kempten

39 Wochenarbeitsstunden

sind, sich nach der Schule in keiner

Ausbildung oder in keinem

Beschäftigungsverhältnissen befinden

und vor allem auch Jugendliche,

die von den anderen Hilfsangeboten

und Unterstützungsleistungen

nicht profitieren können.

Das Casemanagement der Kompetenzagentur

verknüpft das „klientenzentrierte“

mit dem „systemzentrierten“.

Das bedeutet, dass

neben der individuellen Einzelfallhilfe

im Rahmen des pädagogischen

Auftrags mit dem Jugendlichen

zusätzlich Netzwerkarbeit

Jugendarbeit – Schule und Beruf 45

im Sinne einer Lotsenfunktion erfüllt

wird, durch die für den jungen

Menschen ein umfassendes

und für ihn erreichbares Unterstützungsmaßnahmenpaketkoordiniert

und begleitet werden kann.

Das Casemanagement besteht

aus mehreren aufeinander folgenden

Schritten, die in ihrer Dauer

und Intensität individuell auf den

Einzelfall abgestimmt sind. Es wird

die Bedarfslage des Klienten erhoben,

es wird das Leistungspotential

mit Hilfe eines Verfahrens zur

Feststellung der Kompetenz benannt

und es wird auf der Basis

des individuellen Entwicklungsplanes

der Klient begleitet. Wesentliche

Handlungsschritte werden

im Casemanagement umgesetzt.

Dabei versteht die Kompetenzagentur

das Gender- und

Cultural-Mainstreaming als Quer-

���


46 Jugendarbeit – Schule und Beruf

schnittsaufgabe in ihrem originären

Arbeitsauftrag. Insbesondere

Kompetenzagentur 2009

Besondere Aktivitäten

Lehrstellenbörse: Präsenz am „Zukunft bringt´s“-Stand und Kontaktaufnahme � Besuch des Projektträgers

SPI aus Berlin zum Fachaustausch und zur Besichtigung der Kompetenzagentur in Kempten

Mitgestaltung des „Zukunft bringt`s“-Standes am Familientag der Allgäuer Festwoche � Teilnahme an

der Nachvermittlungsbörse der Agentur für Arbeit � Mitwirkung an der „Aktionswoche Alkohol“ unter

der Kampagne „Leben statt schweben“ � Unterstützung des Fähigkeitenparcours an der Hauptschule

auf dem Lindenberg und Jump � Öffentlichkeitsarbeit: Presseartikel, Flyer überarbeitet und Erstellung

weiterer Materialien � Besuch der Fachakademie für Sozialpädagogik in der Kompetenzagentur �

Jugendkonferenz an der Schule zur Erziehungshilfe � Teilnahme und Präsentation der Kompetenzagentur

Kempten als „Gutes Praxisbeispiel“ an der bundespolitischen Auftaktveranstaltung zur Initiative

„Jugend stärken“ in Berlin mit der Übergabe eines von Jugendlichen erstellten Kunstwerks an

den parlamentarischen Staatssekretär Dr. Kues � diverse Kooperationstreffen u.a. mit der Agentur für

Arbeit, der Arbeitsgemeinschaft zur Grundsicherung, Jugendamt, Flexible Jugendhilfen, Schuldnerberatung,

Jugendmigrationsdienst, Jugendgerichtshilfe, Jump, um klare Absprachen bei der Vermittlung von

Jugendlichen zu sichern, die Zusammenarbeit zu gewährleisten und das Netzwerk zu pflegen

Angebote an der Nordschule:

Das erste Schuljahr

erfolgreich abgeschlossen

In der erweiterten Mittagsbetreuung

konnte im Juli der erste

Schuljahresdurchlauf 2008/2009

an der Nordschule erfolgreich abgeschlossen

werden. Neben den

Mitarbeiter/innen des Stadtjugendrings

ergänzten Ulrike Furtwängler

(Essensausgabe und Abwick-

konnte 2009 im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft

zur Grundsi-

lung Catering), Marianne Wagner

(Betreuung Auffanggruppe) und

Rosalia Kubedinow (Hausaufgabenbetreuung)

als Mitarbeiterinnen

der Stadt Kempten die erweiterte

Mittagsbetreuung. Praktikanten

der Fachoberschule unterstützen

v.a. in der Hausaufgabenbe-

cherung damit begonnen werden,

einzelne junge Menschen unter

25 Jahren in einer intensivierten

Form der Einzelfallbegleitung auf

ihrem Weg in die berufliche Integration

zu begleiten. Im Bereich

„Information zur sozialen und beruflichen

Integration“ konnte die

Kompetenzagentur Kempten 2009

über 130 Jugendliche bei Klassenbesuchen

in der JoA-Klasse an der

Berufsschule I, bei der Vorstellung

der Aktivierungshilfen St. Georg

und in Jugendzentren erreichen.

Im Bereich „Beratung“ profitierten

über 45 Jugendliche von der

Arbeit der Kompetenzagentur. Im

Casemanagement wurden im zurückliegenden

Jahr über 50 Jugendliche

und junge Erwachsene

in intensivierter Form begleitet. �

treuung das Angebot. Insgesamt

42 Kinder wurden hier seit Beginn

des Schuljahres 2008/2009 von

der ersten bis zur fünften Klasse

betreut. Die Kinder konnten im

Rahmen der erweiterten Mittagsbetreuung

von Montag bis Donnerstag

und am Freitag versorgt


werden. Diese Form umfasst neben

dem ausgewogenen Mittagessen,

die Hausaufgabenbetreuung,

die Betreuung in der Kernzeit und

die Abholzeit. Alle angemeldeten

Kinder und vor allem Kinder der

1./2. Klassen wurden ab 11.10 Uhr

betreut, konnten sich entspannen

oder bereits mit anderen Kindern

spielen. Nach dem gemeinsamen

Essen machten die Kinder in verschiedenen

Gruppen ihre Hausaufgaben.

Die Kinder der höheren Klassen

aßen nach dem Unterricht ebenfalls

im Speiseraum und kümmerten

sich danach in betreuter Form

um die Erledigung ihrer Hausaufgaben.

Daneben gab es noch eine

zusätzliche Gruppe von Kindern,

die an einzelnen Tagen nach Ende

des Unterrichts bis zu ihrer Abholung

(bis 13 Uhr) betreut wurden.

Zum Schuljahr 2009/2010 wurden

einige Veränderungen vorgenommen.

Dies betrifft z.B. den

Umzug der erweiterten Mittagsbe-

Erweiterte Mittagsbetreuung

& gebundene Ganztagesklasse

an der Nordschule

Eva Scharpf

Erzieherin | 22 Wochenstunden

Agnes Czech

bis 31.8. Freiwilliges Soziales Jahr

39 Wochenstunden

Maria Lerchl

Hausaufgabenbetreuung | 8 Wochenstunden

Romy Scheuer

ab 1.9. Praktikantin, Erzieherin im Anerkennungsjahr

39 Wochenstunden

+ Projektleitung Sozial-integrative

Jugendarbeit (siehe Kapitel SiJ)

Ihre Bedürfnisse einbringen konnten

die Kinder bei der Ausgestaltung

des neuen Raumes für die erweiterte

Mittagsbetreuung. FOTO: SJR

treuung in neue Räumlichkeiten

an der Nordschule und die Nutzung

des Foyers. Dies wirkte sich

positiv auf die Ausgestaltung der

pädagogischen Arbeit aus.

Der Raum wurde neu eingerichtet

und unter Beteiligung der Kinder

entsprechend ihren Bedürfnissen

gestaltet. Somit finden die Kinder

einen Rahmen und pädagogische

Angebote vor, um am Nachmittag

zu spielen, zu lesen, zu basteln,

zu bauen oder sich zu bewegen.

Die Angebote orientierten

sich dabei an thematischen Monatsprogrammen.

Im Vordergrund steht die Beziehungsarbeit

als ein wesentliches

Kriterium. Im Foyer konnte

außerdem eine große Infowand für

Eltern gestaltet werden, auf der mit

Bildern und Aushängen auf Aktivitäten

der Mittagsbetreuung aufmerksam

gemacht wurde. Eine

Turnhalle mit Boulderwand, das

Jugendarbeit – Schule und Beruf 47

Sportgelände und die Spielflächen

im Außenbereich konnten ebenfalls

genutzt werden.

Zudem wurde ab September die

pädagogische Arbeit in fünf Unterrichtsstunden

im Rahmen der gebundenen

Ganztagesklasse in der

3. Jahrgangsstufe zusätzlich als

rhythmisierte Bausteine geleistet.

Wechselseitig wurden hier Einheiten

für jeweils die halbe Klasse zur

Steigerung der sozialen und persönlichen

Kompetenzen durch die

Klassenlehrerin und den Stadtjugendring

durchgeführt. So konnten

in der Gesamtbetreuung über

80 Kinder in den unterschiedlichen

Gruppen und Betreuungsangeboten

versorgt werden (zirka 35

Kinder in der erweiterten Mittagsbetreuung,

neun in der verlängerten

Mittagsbetreuung, 24 in der

gebundenen Ganztagesklasse in

der 3. Jahrgangsstufe und 20 Kinder

in der Auffanggruppe). �


48 Jugendarbeit – Schule und Beruf

„Kulturbrücke“ Elternarbeit

an der Nordschule und

an der Volksschule bei der Hofmühle

Plakate für die Aktionswoche an der

Nordschule werden präsentiert. FOTO: SJR

Die seit 2007 bestehende integrative

Elternarbeit richtet sich an

alle Eltern mit Migrationshintergrund,

vor allem aus der ehemaligen

GUS. Elena Fuhrmann hat zur

Hauptzielgruppe der Eltern einen

muttersprachlichen Zugang und

kann somit zwischen den Eltern,

der Lehrerschaft und anderen sozialen

Netzwerkpartnern vermittelnd

und übersetzend im Sinne

einer „Scharnierfunktion und Kulturbrücke“

bei gemeinsamen Gesprächen

agieren.

Hauptthemen in den angefragten

Beratungsgesprächen von Seiten

der Eltern bezogen sich u.a.

auf die schulischen Leistungen des

Kindes, das richtige Verhalten ge-

Integrative Elternarbeit

Elena Fuhrmann

Pädagogische Mitarbeiterin | 19,5 Wochenstunden

genüber der Schule, Erziehungsfragen,

Konfliktklärung, Familienklima,

Informationen zum Schulsystem

und zu Schulübergängen,

sinnvolle Freizeitgestaltung mit

Kindern.

Es ist nach wie vor erkennbar,

dass viele Eltern aus der benannten

Zielgruppe Scheu haben, ihre

Gedanken und Fragen auf deutsch

auszudrücken. Dies kann sich in

Isolation und Perspektivlosigkeit

niederschlagen. Die „Integrative

Elternarbeit“ nimmt hierbei durch

den persönlichen Kontakt im Vor-

feld Ängste und bietet Begleitung

an. Es hat sich gezeigt, dass durch

die persönliche und gezielte Ansprache

Vertrauen geschaffen werden

kann und die Eltern und ihre

Kinder gestärkt aus den bearbeiteten

Situationen herausgehen.

Das Projekt ist hauptsächlich an

der Nordschule sowie der Volksschule

bei der Hofmühle im Rahmen

von kontinuierlichen Präsenzzeiten

vertreten. Es gibt aber

auch eine wöchentliche Telefonzeit,

die häufig über den zeitlichen

Rahmen hinaus von den Eltern in

Anspruch genommen wurde. Neben

den konkreten situationsbezogenen

Beratungskontexten wurde

die positiv besetzte Beteiligung

der Eltern an den Schulen weiter

voran getrieben. Von Seiten der Eltern

und der Schule gab es hier

sehr positive Rückmeldungen:

„Hätte nicht gedacht, dass ich als

Mama so viel Spaß in der Zusammenarbeit

mit der Schule haben

werde.“

Die Unterstützungen von Eltern

mit Migrationshintergrund, die

keine Bindung an eine der beiden

Schwerpunktschulen hatten und

über andere soziale Netzwerkpartner

erfolgten, waren 2009 ungebrochen

hoch. So zum Beispiel

auch durch Eltern, die durch die


Elternarbeit 2009

Besondere Aktivitäten

Aufbau neuer Elternkontakte und Aktivierung bisheriger Elternkontakte � Teilnahme an Schuleinschreibung,

Elternabenden, Elternsprechtagen, Elternbeiratssitzungen, Schulentwicklungstreffen, der

schulinternen Evaluation und Festen � Kooperationstreffen und Netzwerkarbeit mit Schulsozialarbeitern,

Beratungslehrern, erweiterter Mittagsbetreuung, Jugendamt, Jugendmigrationsdienst, Sprachpaten,

Elterntalk, Stadtteilbüro Thingers � Aufbau einer festen Gruppe aus aktiven Müttern mit

Beteiligung und Gestaltung an der Nordschule und im Stadtteil Thingers (Müttterfrühstück, Internationaler

Frauentag, Kaffee-/Kuchenverkauf beim Elternempfang am 1. Schultag, Mitgestaltung Projektwoche

„Winter, Advent, Weihnachten“ durch verschiedene Angebote für die Schüler/innen) � Öffentlichkeisarbeit:

Presseartikel, Entwicklung eines mehrsprachigen Projektflyers

Die Finanzierung der „Integrativen Elternarbeit“ konnte durch die Stadt Kempten und den

Stadtjugendring Kempten sichergestellt werden.

„Der Arbeitserzieher“ wurde als

Projekt zur Unterstützung beim Erlangen

von handwerklichen Fähigkeiten

und von Schlüsselqualifikationen

für die Schüler/innen am

sonderpädagogischen Förderzentrum

(Agnes-Wyssach-Schule) im

Schuljahr 2007/2008 initiiert.

Selbstwertgefühl stärken

Grundverständnis ist immer,

dass der Lernprozess im Vordergrund

steht und nicht die Ge-

Agnes-Wyssach-Schule:

Selbstwertgefühl

von Förderschülern stärken

Arbeitserzieher

Agnes- Wyssach- Schule

Herbert Seltmann

Pädagogische Leitung | 35,25 Wochenstunden

schwindigkeit, in der eine Aufgabe

erledigt wird. Außerdem ist entscheidend,

dass die Schüler/innen

mit kleinen Erfolgserlebnissen in

ihrem Selbstwertgefühl bestärkt

werden.

Herbert Seltmann arbeitete mit

Kleingruppen aus der Oberstufe

(7. bis 9. Klassen), um die Schüler/

Jugendarbeit – Schule und Beruf 49

positive Mundpropaganda vom

Angebot der integrativen Elternarbeit

erfahren hatten.

Allein die Vielfalt (z.B. Robert-

Schuman-Schule, Agnes-Wyssach-

Schule, Flex, SKF, Arge, Einrichtungen

der stationären Jugendhilfe,

Jugendamt, Klinikum, Psychologen,

Flexible Jugendhilfe) der

unterschiedlichen, anfragenden

Netzwerkpartner oder sozialen

Einrichtungen, an die Weitervermittlungen

stattgefunden haben,

zeigt die Bedeutung dieses Projektangebots.


innen individuell in ihren motorischen

Fertigkeiten wie auch sozialen

Kompetenzen zu stärken. Es

bestand von Seiten der Schüler/

innen sehr viel Interesse an der

Teilnahme an einem frei wählbaren

„Arbeitstraining“. Die Schüler/

innen konnten in der Arbeit Kritikund

Teamfähigkeit, Eigeninitiative,

Selbstständigkeit und Durchhaltevermögen

weiter entwickeln.

Dies wird ihnen im späteren Arbeitsbereich

hilfreich sein.

���


Herbert Seltmann, Arbeitserzieher

an der Agnes-Wyssach-Schule, mit seinen

Schülern in der Holzwerkstatt: (von links)

Dominic, Herbert Seltmann, Maximilian,

Christian. FOTO: HERMANN ERNST


In das Fachteam

der Schule eingebunden

Herbert Seltmann konzipierte

verschiedenste Projekte, strukturierte

mit den Schüler/innen die

Zusammenarbeit und setzte die

Projekte in Form von fachlicher

bzw. handwerklicher Anleitung

praktisch mit den Schülerteams

bzw. Arbeitsgruppen um. Eingebunden

in das Fachteam der Schule

unterstützte der Arbeitserzieher

die externe Praktikumsbetreuung

der Schüler/innen, um so Schwächen

und Entwicklungspotentiale

der Schüler/innen im Praktikum in

der schulinternen Projektarbeit zu

bearbeiten. Herbert Seltmann engagierte

sich unterstützend auch

innerhalb des Lernbereichs „Berufs-

und Lebensorientierung“ an

der Schule. Außerdem nutzte er

die Möglichkeit, weiterführende

Einrichtungen kennen zu lernen

(z.B. Herzogsägmühle). So konnte

er die Schüler/innen fachkundig

zu einer Anschlussperspektive beraten.

Projekte in der

offenen Jugendarbeit

Neben der Arbeit an der Agnes-

Wyssach-Schule unterstützte der

Arbeitserzieher mit sechs Wochenstunden

die offene Jugendarbeit

des Stadtjugendrings durch

handwerklich orientierte Projekte

oder Aktionen. 2009 wurden hier

beispielsweise Regale gebaut, Böden

gelegt und Wände gestrichen.

Zudem konnte der Arbeitserzieher

als „Schnittstelle“ auch Schüler/

Arbeitserzieher 2009

Jugendarbeit – Schule und Beruf 51

Besondere Aktivitäten

Bau eines Gartenhauses (3 x 4,50 m) mit Einweihungsfest � Einrichten und Gestalten eines eigenen

Werkraums für die Arbeit mit den Arbeitsgruppen � Weg zum Gartenhaus gepflastert (7. bis 9. Klasse)

� Buchablagetisch für Lehrerzimmer gebaut (8. Klasse) � Raum in Schule und Büroraum streichen (9.

Klasse) � Einführung von Schüler/innen ins Zeichenprogramm � Basteln von Bumerangs � Vermessungs-

und Planungsarbeiten � Öffentlichkeitsarbeit: u.a. Presseartikel, Projektmappen, Darstellung

Homepage

Die Sachaufwandsträger sind der Schulverband der Stadt Kempten/Landkreis Oberallgäu und

das Jugendamt Kempten.

Schüler der Agnes-Wyssach-Schule

pflastern den Weg zum schuleigenen

Gartenhaus. FOTO: SJR

innen des Förderzentrums an die

Jugendzentren heranführen und

diese in Zusammenarbeit mit den

jeweiligen Mitarbeiter/innen der

Jugendzentren in den dortigen

Freizeitbereich integrieren. �


FOTO: SJR


Im Rahmen des Förderprogramms

„Stärken vor Ort“ hatten

drei Jugendliche aus dem Jugendzentrum

Sankt Mang die Gelegenheit,

sich aktiv an der Gestaltung

des neuen Spielparks in Sankt

Mang zu beteiligen. Konkret wurde

die Lagerhallenwand des Elektroschmelzwerks

hinter dem neu

gebauten Fußballplatz besprüht.

Die Wand dominiert optisch einen

großen Teil des Spielparks.

Spots aus der Filmdokumentation

„Move in the park“.

Stärken vor Ort

(Soziale Stadt Sankt Mang):

„Move in the park“

Unterstützung

aus München:

Lando und Loomit

Unterstützt wurden die Jugendlichen

dabei von den Graffiti-Künstlern

Loomit und Lando aus München.

Die Projektarbeit mit den Jugendlichen

sollte mit dazu beitragen,

das Wohnumfeld im Stadtteil

zu verbessern. Ziel dieser vom Jugendzentrum

Sankt Mang konzipierten

und in Zusammenarbeit

mit der verantwortlichen Architektin

Katrin Helmchen sowie dem

Stadtteilbüro Sankt Mang geplanten

Aktion war die Qualifizierung

von Jugendlichen im Stadtteil.

Jugendliche

planen mit

Dabei wurden die Jugendlichen

in den gesamten Prozess der Projektplanung

mit einbezogen: Von

der Entwicklung der Idee, dem

Finden eines geeigneten Graffitistils

über die Prüfung und Kalkulation

der finanziellen Mittel bis hin

zur Suche nach geeigneten Künstlern

sowie der Präsentation eigener

Ideen der Gestaltung.

Die Jugendlichen sammelten so

erste Erfahrungen, wie es ist, sich

an der Planung und Durchführung

Jugendarbeit – Schule und Beruf 53

Das Graffiti ist fertig – der Spielpark

kann eröffnet werden. FOTO: SJR

einer Idee über einen langen Zeitraum

kontinuierlich zu beteiligen.

Die tatsächliche Gestaltung der

Wand erfolgte in der Zeit vom 7.

bis 9. August. An diesem Wochenende

arbeiteten die Jugendlichen

hoch motiviert und mit viel Ausdauer

an ihrem Kunstwerk. Interessierte

aus der ganzen Stadt verfolgten

die Sprayerarbeiten.

Im Oktober konnten die Jugendlichen

dann im Rahmen der Eröffnung

des Spielparks ihr Werk der

Öffentlichkeit vorstellen. Außerdem

dokumentierte ein Film das

Projekt, das aus Mitteln des Europäischen

Sozialfonds der Europäischen

Union kofinanziert wurde.


54 Jugendarbeit – Schule und Beruf

„Mütter für Mütter“ richtete sich

an Mütter mit unterschiedlichen

kulturellen und nationalen Hintergründen

aus dem Stadtteil Sankt

Mang. Ziel war es, die Frauen mit

ihren Herausforderungen in der

Erziehung aus der Anonymität zu

lösen und durch Netzwerkarbeit

dazu zu befähigen, Eigeninitiative

zu entwickeln. Die Mütter konnten

ihre erzieherischen Herausforderungen

reflektieren, Erfahrungen

austauschen, sich über Möglichkeiten

der Kompetenzerweiterung

informieren und andere

Frauen aus dem Stadtteil kennen

lernen. Das Projekt arbeitete bewusst

mit dem geschlechtsspezifischen

Ansatz, damit sich die

Teilnehmerinnen mit ihren Stärken

und Schwächen in der Rolle

der Frau und Mutter öffnen konnten.

Themen orientierten sich

an Interessen der Frauen

Es wurden zur Implementierung

regelmäßige, moderierte, thematisch

und methodisch vorbereitete

Treffen mit insgesamt neun Frauen

(u.a. türkische, indische, russische

Mütter) durchgeführt. Die Themen

orientierten sich an den Interessen

der Teilnehmerinnen. Im Einzel-

Stärken vor Ort

(Soziale Stadt Sankt Mang):

„Mütter für Mütter“

Mütter für Mütter

Elena Fuhrmann

1. Oktober bis 31. Dezember

Pädagogische Mitarbeiterin | 10,5 Wochenstunden

nen waren dies: „Kennenlernen“,

„kulturelle Unterschiede/Gemeinsamkeiten“,

„Mein Kind, seine

Schule und ich“, „Weihnachten

ist, wenn ...“.

Neben den Gruppentreffen wurden

zwei Frauen auf deren Anfrage

hin in Einzelgesprächen zu Pro-

blemen bei der Erziehung ihrer

Kinder beraten und unterstützt.

Die Frauen konnten über Einladungen

und durch die persönliche

Präsenz von Elena Fuhrmann bei

Elternabenden, durch Elternbriefe,

die Erstellung und Verteilung von

viersprachigen Flyern und Plakaten

(deutsch, russisch, italienisch,

türkisch) und durch persönliche

Ansprache aktiviert und gewonnen

werden. Die Mütter bauten

erste, neue Kontakte zu gleichgesinnten

Frauen aus dem Stadtteil

auf und erweiterten ihr persönliches

Netzwerk. So haben sie sich

im Laufe der Zeit mehr und mehr

getraut, ihre Themen zu äußern

und sich zu öffnen. Auch konnten

sie ihre Erfahrungen und Probleme

bei den erzieherischen Herausforderungen

einbringen und reflektieren.

Das Projekt zeigte sich als sehr

passgenau für den Stadtteil Sankt

Mang. Die Ressonanz der Mütter

war sehr gut. Die soziale Infrastruktur

für Frauen im Stadtteil

konnte verbessert und ausgebaut

werden. Umgesetzt wurde das

Projekt im Rahmen des Förderprogramms

„Stärken vor Ort“ und

somit aus dem Europäischen Sozialfonds

der Europäischen Union

kofinanziert. �


Danke

Der Stadtjugendring Kempten bedankt sich

für die im Jahr 2009 geleistetet Zusammenarbeit

und Förderung bei folgenden

Kooperationspartnern und Unterstützern:

Bayerischer Jugendring � Bezirksjugendring Schwaben � Rotary Club Kempten � Partner der

Projekte Soziale Stadt Sankt Mang und Soziale Stadt Thingers � Kemptener Schulen: im

Besonderen die Rektoren Herr Rotter, Herr Hatt und Herr Mendl, Herr Dobler, Herr Hartmann

und Herr Oberdörfer, Herr Kronmueller, Herr Dossenbach � Stadt Kempten: stellvertretend

Oberbürgermeister Dr. Ulrich Netzer � Stadt Kempten, Referat Jugend, Schule und Soziales:

Referent Benedikt Mayer; Thomas Baier-Regnery (Amt für Jugendarbeit); Matthias Haugg

(Jugendamt); Jugendpfleger Konrad Huger mit ihren Mitarbeiter/innen � Arge (Herr Müller

mit seinem gesamtem Team) und die Agentur für Arbeit (Herr Preißedanz und Herr Gabler)

� Partner und Sponsoren der Aktion „Leben statt schweben“ � Polizei Kempten � Pro

Familia (geschlechtsspezifische Arbeit) � Sparkasse Allgäu, die uns mit Spenden unterstützt

hat � alle Betriebe, die Praktikumsstellen für das Projekt „Jump“ zur Verfügung stellten �

Vertreter der Justiz (Richter und Staatsanwälte) für die Zuweisung von Bußgeldern, ohne die

umfassende Präventionsarbeit und Aktionen wie der Aktiv Sommer und „Leben statt schweben“

nicht durchführbar wären

Ganz besonders danken wollen wir allen Verantwortlichen und

Umsetzern für die Generalsanierung der Bäckerstraße 9.

Namentlich wollen wir uns hier besonders bedanken bei der Sozialbau Kempten, hier

stellvertretend bei Herrn Singer, Herrn Langenmaier und Herrn Bartzack; beim Architekturbüro

Maucher & Höß, hier stellvertretend bei Herrn Höß und Herrn Manz; beim Bayerischen

Jugendring, hier stellvertretend bei Herrn Kopriwa und Frau Haas; bei allen Praktikern,

Planern, Handwerkern und Umsetzern, die dem ehemaligen „Schwarzen Adler“ wieder neuen

Glanz gegeben haben; und im Besonderen bei der Stadt Kempten, hier stellvertretend beim

Oberbürgermeister und dem Stadtrat für die Ermöglichung der Generalsanierung.

Wir freuen uns auch in 2010 auf eine gute

Zusammenarbeit mit allen ehrenamtlichen

Jugendleiter/innen, hauptamtlichen Kolleginnen

und Kollegen sowie allen Kooperationspartnern

und Unterstützern!

Kontakte und Zusammenarbeit 55

Auch 2009 zog der Stadtnikolaus –

organisiert vom Stadtjugendring und

dem Amt für Tourismus – durch die

Innenstadt von Kempten. FOTO: RALF LIENERT


Die Rückseite des Gebäudes Bäckerstraße 9

mit der Geschäftsstelle des Stadtjugendrings

und Jugendgruppenräumen. Ebenfalls im Haus

untergebracht sind die Kompetenzagentur,

Jump und bis Ende 2009 die Anlaufstelle der

Streetwork. FOTO: SOZIALBAU

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