Henke-Infoblatt: Barnard Modell 07

mreimer

Bericht über die Präzisionsbüchse Modell 07 von Barnard aus der Fachzeitschrift DWJ

Jagd & Schießsport

Infoblatt

BN07

„Direkt aus Kiwi-Land“

Präzisionsbüchse Barnard Modell 07

Mit freundlicher Genehmigung der Fachzeitschrift


Präzisionsbüchse Barnard Modell 7

Direkt aus

Kiwi-Land

Heinz Henke, bekannt für sein breites Angebot an Präzisionsbüchsen, erweitert sein Sortiment

um die Gewehre der neuseeländischen Firma Barnard Precision, die in Neuseeland gefertigte

Läufe verwendet. Wir hatten Gelegenheit, die Barnard Modell 7 einem Test zu unterziehen.

X

HANS J. HEIGEL

Auf einen Blick

X Dreiwarzenverriegelung

X Matchlauf aus Neuseeland

X Solide Verarbeitung

X Leichtmetallschaft

X Verstellbare Schaftelemente

X Ausgezeichnete Schussleistung

Wenigen Insidern aus der Long-

Range-Szene war die Firma Barnard

Precision hierzulande bisher ein Begriff.

Seit der IWA 2014 hat sich dies

geändert, da die Firma Heinz Henke

ihr Sortiment um die Marke aus

Neuseeland erweitert hat. Gegründet

wurde die Firma Barnard Precision

im Jahr 1993. Der Firmensitz befindet

sich in Avondale auf der Nordinsel im

Ballungsgebiet Auckland.

Die Erfolgsgeschichte der Barnard-

Büchsen begann mit dem von Peter

Barnard entwickelten System P, das

vor allem bei schweren Matchbüchsen

sowie F-Class-Gewehren zu finden ist.

Das P-System wird in verschiedenen

Versionen auch aktuell bei Barnard

produziert. Unsere Testwaffe Barnard

Modell 7 baut jedoch auf dem kleineren

SM-System auf.

Neuseeländische Systeme. Grundsätzlich

ist festzuhalten, dass alle Systeme

drei Verriegelungswarzen am Kammerkopf

aufweisen und die Systemhülsen

rund ausgeführt sind. Je nach

Patrone werden jedoch verschiedene

Abmessungen verwendet, und es gibt

Einzellader- und Repetierersysteme.

Das Barnard-System P ist ein Einzelladersystem,

das es mit den Stoßbodenmaßen

für die kleinen Büchsenpatronen

(.223 Remington), die

Standardpatronen (.308 Winchester)

und die Standardmagnums (.300 Winchester

Magnum) gibt. Wählen kann

man zwischen einer Rechts- und einer

Linkshänderversion. Die Systemhülse

hat einen Außendurchmesser

von 37 mm und der Verschlusszylinder

einen Durchmesser von 22 mm.

Als System PC gibt es in den gleichen

Abmessungen Optionen nach Kundenwunsch.

Dies bedeutet, dass beispielsweise

der Kammergriff rechts

angeordnet, die Ladeöffnung jedoch

links ist. Natürlich gibt

es auch die umgekehrte

Alternative sowie

Ladeöffnungen auf beiden

Seiten. Dabei kann

man dann nochmals zwischen einem

rechts oder links positionierten Kammergriff

wählen.

Mit der Bezeichnung PL bekommt

man eine lange Ausführung des Systems

P. Beim Stoßboden kann man

zwischen den Abmessungen der .300

Winchester Magnum und der .338 Lapua

Magnum wählen. Während der

Außendurchmesser der Systemhülse

wie beim System P 37 mm beträgt, beträgt

der Kammerdurchmesser beim

System PL 24 mm.

PLM steht für das Modell PL in Repetiererversion

und wird ausschließlich

mit dem Stoßboden für die .338

Lapua Magnum gefertigt.

Der Name P-Chey verrät bereits das

Einsatzfeld, nämlich Präzisionsbüchsen

im Kaliber .408 Chey-Tac. Die

Angepasste

Abmessungen

Systemhülse hat beim P-Chey einen

Außendurchmesser von 39 mm und

der Verschlusszylinder weist einen

Durchmesser von 24,9 mm auf.

Das Barnard-System GP ist optimiert

für die .50 BMG und als Einzelladerversion

in Rechts- und Linkshänder-Ausführung

zu haben. Die

Systemhülse misst außen im Querschnitt

49,5 mm und der Verschlusszylinder

ist 34 mm dick.

S-Serie. Neben diesen äußerst massiv

ausgeführten Barnard-Systemen

gibt es die S-Serie. Die Abmessungen

sind wie beim System Remington

700, doch hat die Barnard-Konstruktion

drei

Verriegelungswarzen

am Kammerkopf. Das

Remington-System hat

bekanntlich zwei Warzen. Die runde

Systemhülse mit einem Außendurchmesser

von 34,5 mm ist beim S-System

207 mm lang. Der Kammerdurchmesser

beträgt 20 mm. Es handelt sich um

ein Einzelladersystem, das in Rechtsund

Linksausführung angeboten wird.

Mit der Bezeichnung SC gibt es dieses

System wahlweise mit rechtem Kammergriff

und links angeordneter Ladeöffnung

sowie umgekehrt. Das S- und

das SC-System ist mit den Stoßbodenabmessungen

für .223 Remington und

.308 Winchester zu haben.

Die SM-Version gibt es mit dem

Stoßboden für die Patrone .308 Winchester.

Ferner ist das SM-System

als Repetierer konzipiert. Die Abmessungen

stimmen mit denen des S-Systems

überein.

10/2014 31


Präzisionsbüchse Barnard Modell 7

1 Standfest. In der Standardausführung

hat die Barnard Modell 7 unter dem Hinterschaft

einen abnehmbaren Erdsporn.

2 Gefüllt. Die Barnard Modell 7 ist mit

einem H-S-Einsteckmagazin für zehn

Patronen .308 Winchester bestückt.

3 Gewölbt. Der 32" (813 mm) lange Lauf

der Barnard Modell 7 hat eine nach innen

gedrehte tellerförmige Matchsenkung.

4 Markiert. Die Herstellerangabe sowie die

Herstellungsnummer findet man auf der

linken Seite der runden Systemhülse.

Für den Wettbewerb F/TR. Von der Firma

Heinz Henke in Werlte erhielten

wir zum Test eine Barnard Modell 7,

eingerichtet für die Patrone .308 Winchester

und optimiert für den F-Class-

Wettbewerb TR. Das Modell 7 baut auf

dem SM-System auf.

Die Systemhülse wird aus 4340er-

Chrom-Molybdän-Stahl gefertigt. Wie

viele Hersteller setzt man auch bei

Barnard auf die runde Systemhülse,

die wesentlich einfacher in der Fertigung

ist als kantige Konturen.

Wie bereits angesprochen, trägt

die Verschlusskammer am Kopf drei

Verriegelungswarzen, die sehr massiv

ausgeführt sind. Dem heute üblichen

Standard entspricht auch der

in den Kammerkopf zurückversetzte

Stoßboden, sodass ein überstehender

Bund die Patrone rundum umfasst.

Der Ausstoßer sitzt als Druckbolzen

im Stoßboden. Der Auszieher nach

Sako-Vorbild ist seitlich in den Kammerkopf

eingesetzt.

Der Verschlusszylinder hat auf der

linken Seite eine Führungsnut. Die

Kammerfangtaste sitzt links in der

Hülsenbrücke. Der Kammergriff wird

mit einem Kegelstumpf abgeschlossen.

Das Schlösschen ist rund ausgeführt

und hat rundum eine griffige

Rändelung, die beim Zerlegen hilft.

1

3

5

2

Barnard gibt für das S-System eine

Zündverzugszeit von nur 1,9 ms an.

Dies ist ein ausgezeichneter Wert,

wenn man bedenkt, dass Remington

für das System 700 eine Zündverzugszeit

von 3,2 ms nennt.

Beim Abzug kann der Kunde zwischen

dem Barnard-Abzug sowie einem

Timney-Abzug wählen. Unsere

Testwaffe ist mit einem Timney-Abzug

ausgestattet, der tadellos justiert

ist und ohne jedes Kriechen trocken

nach der Überwindung von 800 g Widerstand

bricht. Für einen Repetierer

hierzulande eigenartig ist das Fehlen

einer Sicherung. Diese gibt es als Zusatzausstattung,

sie hat dann ihren

Sitz rechts hinter dem Kammergriff.

Dank der Führungsnut in der Verschlusskammer

sowie der tadellos

polierten Kammeroberfläche ergibt

sich ein geschmeidiger, ruckfreier

Kammergang.

Barnard verwendet für das Modell

7 Magazine des US-amerikanischen

Waffenbauers H-S Precision. Die

4

6

5 Konventionell. Die Taste für den Kammerfang

beim SM-System hat ihren Sitz

auf der linken Seite der Hülsenbrücke.

6 Ergonomisch. Vorne im Abzugsbügel

des Modells 7 hat die Taste für das Lösen

des Magazins ihren Platz.

7

7 Militärisch. Die Barnard 7 präsentiert

sich im typischen Gewand eines Scharfschützengewehrs

mit Leichtmetallschaft.

8 9

8 Zurückversetzt. Der über den Stoßboden

stehende Bund umfasst die Pa trone.

Der Ausstoßer sitzt im Stoßboden.

9 Massiv. Der Verschlusszylinder der Barnard

7 hat einen Außendurchmesser von

20 mm und trägt drei Warzen.

32

Das Magazin für Waffenbesitzer


Barnard 7 wird mit einem zehn Patronen

fassenden Magazin geliefert. Der Magazinlöseknopf

ist vorne im Abzugsbügel untergebracht.

Die Patronenzufuhr aus dem

Magazin funktionierte an unserer Testwaffe

reibungslos.

Langes Rohr aus Neuseeland. Das Konzept

der Barnard Modell 7 ist auf den F-Class-

Wettbewerb TR abgestimmt. Insider wissen

damit, dass dafür nur

die Patronen .223 Remington

und .308 Winchester zugelassen

sind. Angesichts der

weiten Distanzen gilt es, die

optimale ballistische Leistung der betreffenden

Patrone zu erreichen. Daher werden

– gemessen an anderen Präzisionsbüchsen

– extrem lange Läufe verwendet.

So ist dann auch unsere Testwaffe mit einem

32" (813 mm) langen Lauf ausgerüstet.

Der Außendurchmesser beträgt an der

Laufmündung 22 mm. Die Matchsenkung

ist handwerklich perfekt ausgeführt.

Der Stainless-Lauf wird von der neuseeländischen

Firma True Flite hergestellt.

Dort fertigt man Läufe auf US-Maschinen

Technische Daten und Preis

Hersteller Barnard Precision

www.barnard.co.nz

Vertrieb

Heinz Henke

www.henke-online.de

Modell Barnard Modell 7

Waffenart Zylinderverschluss-Büchse

Kaliber

.308 Winchester

Lauflänge 32" (813 mm)

Dralllänge 10" (254 mm)

Magazinkapazität 10 Patronen

Visierung Picatinny-Schiene

Sicherung Ohne

Gesamtlänge 1295 mm

Waffen gewicht 6,365 kg (ungeladen)

Werkstoff Stahl

Schaft

Leichtmetall

Preis

6240 Euro (ohne Zielfernrohr)

Matchläufe aus

Neuseeland

schießsport

aus US-Stahl. Verwendet wird 416R-Stainless-Stahl.

Dass man bei True Flite die Fertigungstechniken

beherrscht, belegt die

erzielte Schusspräzision.

Der Lauf unserer Testwaffe weist einen

10" (254 mm) langen Drall auf, was das

Verschießen auch schwerer Geschosse gestattet.

Der Lauf wird in den Hülsenkopf

konventionell eingeschraubt und kann

über die gesamte Länge frei

schwingen.

Rückstoßbewältigung. Eine

eigenwillige Sache ist die

Funktion des Rückstoßstollens

bei den Barnard-Systemen. Der neuseeländische

Hersteller überlässt es dem

Büchsenmacher, zwischen verschiedenen

Lösungen zu wählen. Man kann wie beim

Remington 700 zwischen Hülsenkopf und

Lauf eine Rückstoßplatte einsetzen. Man

kann aber auch eine quer verlaufende

Ausfräsung auf der Unterseite der Systemhülse

nutzen und einen Stollen einsetzen,

der sein Gegenlager im Schaft findet. Möglich

ist auch eine Lösung mit Schrauben

auf der Unterseite, was in Verbindung mit

einem Alu-Bettungsblock denkbar ist.

Schaft aus Leichtmetall. Die Schaftgestaltung

des Modells 7 führt zu einer nochmals

etwas anderen Lösung dieser Problematik.

Dazu muss man sich zunächst einmal das

Schaftkonzept näher betrachten. Am System

angeschraubt ist der Leichtmetallschaft,

der nach vorne nur über die Länge

der Systemhülse reicht. Nach hinten verlängert

sich dieses Basiselement zur Aufnahme

der verschiedenen Teile des Hinterschafts.

Der Pistolengriff aus Kunststoff

ist direkt an den Abzugsbügel angelegt. So

ergibt sich für den Schützen ein sehr sicherer

Halt im Anschlag, zumal der Pistolengriff

eine ergonomisch günstige Form

aufweist. Den Vorderschaft bildet ein mit

Längsausfräsungen versehener Leichtmetallrohrschaft,

der rund 300 mm lang ist.

Dieser ist mit einer starken, auf der Au-

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Abgehandelt werden hier

sowohl historische als

auch moderne Entwicklungen.

Im einleitenden

Teil wird die historische

Entwicklung der Flintenlaufgeschosse

dargestellt

und die unterschiedlichen

Bau- und Wirkungsprinzipien

sowie die

unterschiedlichen Ausgestaltungen

für verschiedene

Einsatzbereiche

verständlich erläutert.

Anschließend

werden die Entwicklungen

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10/2014

33


Präzisionsbüchse Barnard Modell 7

Riemenbügelöse. Auf

der Unterseite des Hinterschafts

kann man wahlweise einen

Erdsporn montieren oder eine horizontal

verlaufende Kufe (Bag Rider).

Durch diese Kufe kann man beim

aufgelegten Schießen den vom Benchrest-Anschlag

bekannten Ohrensack

unter dem Hinterschaft nutzen, der

die stabilste Auflage bietet.

Was an der Barnard Modell 7 grundsätzlich

auffällt, sind zwei Dinge. Da

ist zunächst einmal eine handwerk-

Ballistische Daten/Ladedaten Kaliber .308 Winchester in der Barnard Modell 7

Hülse Geschossgewicht

[gr/g]

Geschosstyp Zündhütchen Treibladung [gr] Patronenlänge

[mm]

v 0

[m/s]

E 0

[J]

Streukreis

100 m

[mm]*

Streukreis

300 m

[mm]*

Lapua 167/10,8 Lapua Scenar Fabrikpatrone 70,7 839 3809 12,4 37,5

Hornady 168/10,9 HPBT Fabrikpatrone 71,1 846 3896 14,9

Sako 168/10,9 Sierra HPBT MK Fabrikpatrone 70,5 828 3732 11,0 38,2

Norma 168/10,9 HPBT Moly Fabrikpatrone 70,9 825 3705 11,8 39,5

Remington 155/10,0 Sierra HPBT Fed. 210 M 43,0 Norma 202 70,8 872 3819 12,5 41,3

Remington 167/10,8 Lapua Scenar Fed. 210 M 43,0 Norma 203-B 71,0 847 3882 10,2 33,1

Lapua 168/10,9 Sierra HPBT Fed. 210 M 41,5 IMR 4895 71,0 810 3571 9,0

Norma 168/10,9 Berger LTB HPBT Fed. 210 M 43,5 Norma 203-B 71,0 842 3859 6,1 26,7

Norma 170/11,3 Lapua VM D-46 Fed. 210 M 41,5 IMR 4895 71,0 805 3569 5,9 23,9

Lapua 175/11,3 Sierra HPBT Fed. 210 M 46,6 Hodgdon CFE 223 71,0 819 3803 10,1 32,8

Norma 180/11,7 Sierra HPBT Fed. 210 M 42,5 IMR 4064 71,0 783 3576 19,1

* Es handelt sich um Schussgruppen zu 10 Schuss, gemessen von Schusslochmitte zu Schusslochmitte.

Testwaffe: Barnard Modell 7, Lauflänge: 32" (813 mm), Hülsenlänge .308 Winchester: 2.015" (51,18 mm), Geschossdurchmesser: .308"

(7,82 mm), Maximalgasdruck .308 Winchester: 4150 bar, Maximale Patronenlänge: 2.800" (71,12 mm). Das Verwenden der Ladedaten

erfolgt auf eigene Gefahr. Autor und Verlag übernehmen keinerlei Haftung. Jeder Wiederlader handelt eigenverantwortlich.

q Stabil. Die Testwaffe war mit einem

Nightforce 8–32×56 NXS mit Parallaxenverstellung

im linken Turm bestückt.

w Optimiert. Zum Schießen im Benchrest-

Anschlag kann wahlweise unter dem Hinterschaft

eine Kufe montiert werden.

q

ßenseite gerändelten Schraube fixiert.

Dazu wurde zwischen Laufrückseite

und der Stirnseite der Systemhülse

eine Platte mit Gewinde eingesetzt.

In Verbindung mit dem massiv gehaltenen

Leichtmetallschaft ergibt sich

die Beherrschung der Rückstoßkräfte.

Auf der Unterseite

des Rohrschafts befindet

sich eine Riemenbügelöse,

die als Montagebasis

für ein Zweibein

dient. Beim Wettbewerb F/TR wird

bekanntlich nicht mit einer Auflage

unter dem Vorderschaft, sondern mit

einem Zweibein gearbeitet.

Vielfach verstellbar. Auch der Hinterschaft

stammt von Barnard selbst. Am

Basisschaftelement ist zunächst eine

in der Höhe verschiebbare Schaftbacke

angebracht, die mit einer griffigen

Schraube auf der rechten Seite gelöst

werden kann. In den oberen Teil

Verstellbare

Schaftelemente

des Alu-Schafts wird die Einheit mit

der Schaftkappe eingeschoben und

mit zwei Innensechskantschrauben

fixiert. Diese Einheit ist nochmals

unterteilt, sodass die Schaftkappe

nach dem Lösen von zwei weiteren

Innensechskantschrauben

w

verdreht

werden kann. An der

Vorderseite der Schaftkappe

befindet sich eine

34

Das Magazin für Waffenbesitzer


schießsport

lich ansprechende Verarbeitung aller

Teile, wie sie in der Preisklasse von

rund 6000 Euro auch verlangt werden

muss. Weiter ist festzustellen, dass

man bei Barnard alle Teile der Waffe

äußerst massiv und stabil auslegt. Das

gilt für das System ebenso wie für den

Leichtmetallschaft mit seinen verstellbaren

Bauteilen. Diese Konstruktionsweise

macht die Büchse robust

und deutet auf Langlebigkeit hin.

Auf 100 und 300 m. Getestet haben wir

die Barnard Modell 7 in Verbindung

mit einem Nightforce-

Zielfernrohr 8–32×56

NXS. Zur einfachen

Montage besitzt das Barnard-Modell

7 eine Picatinny-Schiene

mit 17 MOA Neigung.

Bedingt durch den Durchmesser der

Befestigung des Vorderschafts ist die

Picatinny-Schiene erhöht ausgeführt

und skelettiert.

Nach dem üblichen Einschießen

des 32" (813 mm) langen Matchlaufs

ging es ans Schießen der ersten Gruppen

auf die Entfernung von 100 m.

Eingesetzt wurden Benchrest-Auflagen.

Der runde rohrartige Vorderschaft

erschwerte das Ruhighalten

der Waffe. Durch den Einsatz eines

Sandsacks mit passender Wölbung

nach innen löste sich dieses Problem

jedoch akzeptabel.

Der 10"-Drall ist für die Patrone

.308 Winchester eher ungewöhnlich,

lässt jedoch auch schwere Geschosse

hinsichtlich der Stabilisierung zu.

Alle verschossenen Patronensorten

Überzeugende

Schussleistung

haben sich bereits bei früheren Tests

von Matchbüchsen in .308 Winchester

bewährt. Durchweg wurden Matchgeschosse

eingesetzt, da dies dem

ausschließlichen Zweck der Barnard

Modell 7 entspricht. Die Geschossgewichte

lagen zwischen 155 gr (10,0 g)

und 180 gr (11,7 g).

Um das Warmschussverhalten

des True-Flite-Laufs zu erproben,

wurden Schussgruppen mit je zehn

Schuss geschossen. Beim Laborierungswechsel

erfolgte eine gründliche

Laufreinigung. Die

beiden ersten Schüsse

wurden danach in den

Geschossfang gefeuert,

ohne in die Schussgruppe

einzufließen. Bekanntlich können

auch minimale Rückstände an Reinigungsmitteln

bei den ersten beiden

Schüssen geringe Treffpunktlageveränderungen

ergeben. Angesichts

einer Long-Range-Büchse wurde mit

dem überwiegenden Teil der Testlaborierungen

auch auf die Distanz von

300 m geschossen. Für weitere Distanzen,

für die diese Büchse eigentlich

gebaut ist, stand kurzfristig leider

kein Schießstand zur Verfügung.

Wie der sonst bei der .308 Winchester

übliche Drall von 12" (305 mm) lieferte

auch der Lauf der Testwaffe mit

10" (254 mm) langem Drall mit den

Geschossgewichten im Bereich von

167 gr (10,8 g) bis 170 gr (11,0 g) die

engsten Schussgruppen. Erwartungsgemäß

schoss auch das 175 gr (11,3 g)

schwere Sierra-Matchking-Geschoss

ausgezeichnet. Eher enttäuscht waren

wir über das 180 gr (11,7 g) schwere

Matchking-Geschoss, von dem man

sich aus theoretischer Sicht mit dem

kurzen Drall eine bessere Präzision

erwartet hätte. So beließen wir es mit

dieser Laborierung beim Einsatz auf

100 m. Dies bestätigt einmal mehr die

Tatsache, dass jeder Lauf anders auf

Geschosse reagiert.

Die einzelnen Ergebnisse gibt die

Datenübersicht wieder. Die v 0

-Werte

zeigen, dass der lange Lauf eine spürbare

Leistungssteigerung gegenüber

den sonst üblichen Lauflängen von

etwa 600 mm ergibt.

Funktionsstörungen traten während

des gesamten Schießens nicht

auf. Zu loben ist die ruckfreie Zuführung

aus dem Magazin.

X

Das Redaktions-Fazit

X Das Modell 7 der neuseeländischen Firma

Barnard Precision ist optimiert für

den F-Class-Wettbewerb TR, der nur

mit Waffen in .223 Remington und .308

Winchester geschossen wird. Um eine

bestmögliche ballistische Leistung zu

erzielen, werden bei diesen Büchsen

extrem lange Läufe verwendet, so auch

bei unserer Testwaffe, die über einen

32" (813 mm) langen Matchlauf von True

Flite verfügt. Geprägt wird das äußere

Erscheinungsbild der Barnard Modell 7

durch den Leichtmetall-Schaft, bei dem

als Vorderschaft ein Rohrschaft Verwendung

findet. Das System Barnard SM

verfügt über einen Verschlusszylinder

mit drei Warzen am Kammerkopf.

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