wein.kaltern Magazin 2017

tourismusverein.kaltern

Kaltern. Heimat des Kalterersee

[

MAGAZIN 2017

ZEI T SCHRIFT D ER INIT I A T I V E

F Ü R Q UAL I T ÄT UND W EINKULTUR

DER W E INW I R T SCH A F T K A L T E RN

17.Jahrgang, 2017

# NO.26


INHALT

[ wein.kaltern magazin2017, no. 26

FESTLEGUNG Kaltern–Südtirols WeindorfNummer Eins p.10

GRUNDLAGE Kaltern 2016 p.16

STAND DER DINGE wein.kaltern –Der Kalterersee p.18

GRUNDLAGE Kalterer Wirtshausschilder p.22

BLICKRICHTUNG Wo derWein wohnt p.28

GRABUNGEN Die Geschichte der Kellereigenossenschaften in Kaltern p.34

GESCHICHTE Der Blauburgunder in Kaltern p.40

WISSENSWERTES Die Qualitätsstufen der Südtiroler Weine p.42

KÜCHE &REZEPTE Kalbsragout mit Polentanocken p.44

KURZPORTRÄT »Es wareineSchinderei –und eine schöne Zeit« p.46

WEIN & KUNST Der Lichtfänger im Weinberg p.48

WEIN & KULTUR Produkte, Weinmuseum, Termine und Südtiroler Weinakademie p.50

IMPRESSUM [wein.kaltern m a g a z i n . Zeitschriftder Initiativefür Qualität und Weinkulturwein.kaltern • EintragungbeimLandesgericht Bozen, Nr.9/

01vom04.05.2001 • Herausgeber: wein.kalternGen.mbH, Marktplatz 8, I-39052 KalternamSee an der Südtiroler Weinstraße • Verantwortlicher Direktor und redaktionelle

Leitung:HerbertTaschler•Redaktionsbeirat:SarahFilippi,MartinaStürz,HerbertTaschler,KurtHöretzeder•Fotografen:RichardKrill,BildarchivTourismusvereinKaltern,

HelmuthRier,Dietmar Meraner,Klaus Peterlin, Tschager Foto,Südtiroler Weinmuseum Kaltern, Florian Andergassen, Verlag Foto Fränzl, Verlag Foto Tappeiner, KurtBerge,

ErichDapunt,BildarchivVereinfürKultur-undHeimatpflege•GrafischeGestaltung:hœretzedergrafischegestaltung,Scheffau/Tirol•Druck:AthesiaDruckGmbH,Bozen.•

Änderungen und Irrtümer vorbehalten • ©03.2017


KOPFNOTE

[ MAGAZIN2017

Aufschwung

fürden Kalterersee

Das Projekt wein.kalternhat das gesamte Weindorfmobilisiertund in

den letzten Jahren entscheidend mitgeprägt. wein.kalternversteht sich

als Qualitätsoffensivefür den Wein, insbesondereden Kalterersee-Wein.

Bei der Gründung im Jahr 1999 stand deshalb ein GedankeimMittelpunkt:dem

Kalterersee, über Jahrzehnte hinweg einer der beliebtesten

Rotweine des Landes, wieder neue Qualität und ein zeitgemäßes Image

zu geben. Die Saat, die wein.kalternvor knapp zwei Jahrzehnten gesät

hat, geht auf. Das freut uns ganz besonders. Undist für uns Verpflichtung,

den eingeschlagenen Qualitätsweg mit Kraft, Begeisterung und

aller Konsequenz weiterzugehen.

Im neuen wein.kalternMagazin 2017, der „Zeitschriftfür Qualität

und Weinkultur“, steht die Geschichte der Kalterer Kellereigenossenschaften

bis hin zur neuen Kellerei Kalternsowie der Kalterer Jahrgang

2016 im Mittelpunkt. Hinzu kommen spannende Berichte über den

Blauburgunder in Kaltern, die Qualitätspyramide der Kalterer Weine,

ein einladendes Rezeptfür Kalbsragout mit Polentanockensowie unterhaltsame

und anregende literarische und kulturelle Beiträge.

Viel Freude und Genuss

mit dem neuen wein.kalternMagazin 2017

wünschen

SighardRainer

Präsident wein.kaltern

HerbertTaschler

Chefredakteur wein.kalternMagazin

Sighard Rainer

HerbertTaschler

Die zahlreichen vonwein.kalternorganisierten Veranstaltungen

rund um den Wein haben wesentlichzur Anhebung

der Weinkultur und des Images vonKalternbeigetragen.

[wein.kaltern [wein.kaltern magazin2017—p.3 magazin2017—p.5


VORSPANN

In der Zeit zwischen 1900 bis 1932 wurden in Kalternfünf

„Wein-Produktions-Genossenschaften“, später Kellereigenossenschaften

genannt, gegründet. Diese haben im Laufeeines Jahrhunderts

die Entwicklung des Weindorfeswesentlichmitgeprägt.

[wein.kaltern magazin2017—p.4


[wein.kaltern magazin2017—p.5


EINSTIEG

Sonntag, 23. April 2017,10–18 Uhr

Kalterer Weinwandertag

Samstag, 6. Mai 2017,ab20Uhr

Kalterer Wineparty

Die wärmenden Strahlen der Frühlingssonne

verlockenGroßund Klein einen

TagimFreien zu verbringen. Wandern

Sie vonPartnerbetrieb zu Partnerbetrieb

und lassen Sie sichvon der

Vielfältigkeit des Weindorfs Kaltern

überraschen. Die Partnerbetriebe von

wein.kalternbieten über den ganzen

Tagverteilt ein abwechslungsreiches

Programm mit ausgezeichneten

Weinen, kulinarischen Köstlichkeiten,

Musik,Kunsthandwerkund vielem

mehr.Einen ganzenTag lang bietetsich

das WeindorfKalternzum

Entdeckenan.

Erfrischende

Tropfenam

Kalterersee

Der fruchtig-frische Kalterersee

Vernatsch und die zahlreichen Weinlastigen

Veranstaltungen der Gemeinde

Kalternmachen dieses himmlische

Platzerlzueinem absoluten

Must-Go für jeden vinophilen Genießer

und Freund des süßen Lebens.

Das malerische Örtchen Kalternlockt

Weinfans und Besucher nicht nur

durch die im Sommer erfrischende

See-Nähe und die im Herbsterkletterbaren

Berge–vielmehr istdie hiesige

Initiativewein.kaltern, ein Zusammenschluss

von Gastronomie, Weinanbau

und Hotellerie, der Veranstalter

diverser Events, Festeund Aktionen,

welche für Einheimische und Touristen

gleichermaßen attraktiv sind.

Egal, ob die Kalterer Weinparty im

Mai, die jährliche Präsentation der

Weißweine beim stimmungsvollen Fest

Kalternganz in weiß oder die Seespiele

mit internationalen Musikstars–

wein.kalternbringt im wahrsten Sinne

des Wortes eine Sacheauf den Punkt:

In dieser Region sind Wein, Kultur und

Geschichteuntrennbar miteinander

verwoben.

Magazin für Gastronomie und Reisen,

www.jadorefood.de, Verena Borell,

Oktober 2016

Urlaub für

Genießer

Einen stimmungsvollen Abend mit erlesenen Weinen in einer lockeren

Atmosphäreverbringen. Dies können jung- und junggebliebene Weinliebhaber

im edlen Ambiente vomwinecenter.Kalterns Weinproduzenten

präsentieren persönlichihreerlesensten Rot-und Weißweine.

Auch kulinarischwerden die Besucher mit feinen Gerichten verwöhnt.

Sobald es dunkel wird, sorgt ein DJ für die richtige Tanzlaune und es

wirdmit klirrenden Gläsernbis spät in die Nachtgefeiert.

Wernach einem Urlaubfür Genießer

sucht und gerneUrlaubinItalienmachen

möchte, der findet in Südtirol am

Kalterer See sein perfektes Reiseziel.

[…] Feinschmeckerhaben es in Kaltern

generell sehr gut: Die Küche Südtirols

isttraditionell bodenständig, aber

verfeinertdurch mediterrane Gewürze

und den Charme Italiens.

www.seen.de, Herbst 2016

[wein.kaltern magazin2017—p.6


DieQualitätsoffensive

wein.kaltern

Kalternund der Wein gehören zusammen

wie Kalternund sein See. […] Das

Projekt wein.kalternhat das gesamte

Weindorfmobilisiertund in den letzten

Jahren entscheidend mitgeprägt. wein.

kalternversteht sich als Qualitätsoffensivefür

den Wein, insbesondereden

Kalterersee-Wein. […] Erstklassige

Kalterersee-Weine sind das Ziel der

neuen Kalterersee-Charta.Und die

Kalterer sind wieder stolzauf ihren

Kalterersee.

99 ×Südtirol –wie Sie es nochnicht kennen,

HerbertTaschler/Udo Bernhart,

Bruckmann Verlag 2016

Wein und

Architekturin

Kaltern

Die vielen unterschiedlichen Weinkeller,

ein jeder mit eigener Philosophie und

dazu passendem Sortiment, machen

die Gegend auch für Touristeninteressant,

die wandernd, mit dem Fahrrad

oder dem Lokalbus von einer Verkostung

zur nächstenziehen. Dabei wird

auch architektonisch etwas geboten.

Die Kellerei Kalternund so manches

Weingut würde man dank ihres

modernen Designs eher in Berlin oder

Mailand vermuten als in Südtirol.

Rasso Knoller,September 2016

Freitag, 26. Mai 2017,19–23 Uhr

Kaltern Ganz in Rot

Die bestenKalterersee und

Rotweine auf einer Bühne

Der Kalterersee steht früher wie heute

im Mittelpunktder Kalterer Weinwirtschaft.

DerLokalmatador ist vor

allem für sein fruchtig-frisches Aroma

bekannt. Der moderne Wein steht für

leichten, unkomplizierten Genuss und

überzeugt als vielseitiger Speisenbegleiter.IndreiVorverkostungen

wurden

auchdieses Jahrwieder die besten vom

Kalterersee Jahrgang 2016 mit dem

Kalterersee-ChartaGütesiegel ausgezeichnet.

Alle selektierten Weine

können im Vergleichverkostet werden.

Neben dem Lokalmatador stehen weitereausgezeichnete

Kalterer Rotweine

zur Verkostung bereit.

Dienstag, 20. Juni2017, 18–23 Uhr

Kaltern Ganz in Weiß

Um dieVielfalt derKalterer Weißweine zu präsentieren, verwandelt sich

der Marktplatz wieder ganz in Weiß.KalternsWeinproduzentenpersönlich

präsentieren ihreauserwählten Weißweine: vonfrischüberfruchtig,

bis hin zu würzig und aromatisch, mit Noten vonheimischen Obstsorten,

exotischen Früchten, Blumen und Gräsern.Esdarfgekostet, gerochen,

geschmeckt undgestaunt werden. DieHGV Ortsgruppe Kalternserviert

raffinierte, zu den Weißweinen passende Köstlichkeiten,während musikalische

Klänge dieVeranstaltungbegleiten.

[wein.kaltern magazin2017—p.7


EINSTIEG

Do., 7. &Fr.,8.September 2017,18–23 Uhr

Kalterer Weintage

Kino im

Bahnhof

Die Kalterer Weintage stehen für

Tradition und Weinvielfalt. Unterdem

Motto „Einganzes Dorf wirdverkostet“

bietendie Weinproduzenten persönlich

an zwei Tagenüber 150Weine zum

verkosten an. Den Besucherinnen und

Besuchernwirdeine Übersicht über

den lokalen Sortenreichtum geboten,

wobei derKalterersee im Mittelpunkt

steht.Die HGVOrtsgruppe Kaltern

und die Kalterer Bäuerinnenbegleiten

die Weinverkostung mitkulinarischen

Köstlichkeiten.Umdie Kalterer Weintage

nicht nur in eno-kulinarischer

Hinsicht in Erinnerung zu behalten,

bietetein abwechslungsreiches Rahmenprogramm

viel Informatives und

Aufschlussreiches über die reiche

WeinkulturinKaltern.

Samstag, 7. Oktober 2017,10–18 Uhr

Kalterer Weinkulinarium

Seit über fünf Jahren freuen sichJung

und Alt über das abwechslungsreiche

Kinoprogramm im ehemaligen Bahnhof

am Ortseingang vonKaltern. Dieser

wurde 2011 restauriert. Das Kalterer

Kino, das Platz für 118Personen bietet,

fand hier sein neues Zuhause. Neben

normalen 35mm-Filmen werden auch

3D-Filme gezeigt. An drei Tagen in

der Woche, am Freitag, Samstag und

Sonntag, werden Filmvorführungen

für alle Altersgruppen angeboten. Das

vollständige Programm findetsich

unter www.filmtreff-kaltern.it

ForumMusik

Während die letzten Traubenfür die neuen Jahrgänge nochgelesen

werden, feiertKalternvor Saisonsende nocheinmal seine Weine.

Genießen Sie einen Taglangbei diesem Fest füralleSinne die Vorzüge

des Goldenen Herbstes mit edlen Tropfen,kulinarischen Köstlichkeiten

und Musik.Die Weinproduzenten persönlichpräsentieren ihreauserwählten

Weine und die Gastbetriebe mit dem roten Punkt, die Bauernjugend

und der Kalterer Bauernmarkt verwöhnen mit traditionellen

Gerichten.

Seit über 20 Jahrenorganisiertder

Verein ForumMusik überdas ganze

Jahr verteilt Musik-Aufführungen

an verschiedenen Veranstaltungsorten

in Kaltern. Ziel des Vereins ist es,

Konzerte aufhohemund internationalem

Niveau darzubieten. ForumMusik

fördertaber auchörtliche Musiker

und istaufgrund seiner Tätigkeit wichtiger

Bestandteil deskulturellen Lebens

vonKaltern. www.forum-musik.it

[wein.kaltern magazin2017—p.8


PEPPI

TISCHLER’S

SICHT D ER DINGE

»Wer dieWahrheitimWein findenwill,

darfdie Suchenicht gleichbeim ersten Glas aufgeben.«

[wein.kaltern magazin 2017—p.9


FESTLEGUNG

[Kaltern–

SüdtirolsWeindorf

Nummer Eins

Wein istinKalternLeidenschaftund Beruf, Stammtischthema

und Lebensaufgabe, harte Arbeit und Philosophie,

Speisenbegleiter undGenussmoment –auf jeden Fall

aber fester Bestandteil destäglichen Lebens. Dieses Lebensgefühl

am Kalterer See werden die Kalterer in Zukunft

gemeinsam in die Welt hinaus tragen.

Kalternund der Wein gehören zusammen

wie Kalternund sein See. Undbeim Wein ist es

wie beim Tourismus: Direkt oder indirekt lebt

das ganze Dorfdavon.

[wein.kaltern magazin2017—p.10


TEXT

HerbertTaschler

Die beiden Mitgliederversammlungen der Erste+Neue und der Kellerei

Kaltern haben sichimApril 2016 fürden Zusammenschluss der beiden

Betriebe ausgesprochen. Damit wurde ein wesentlicher Meilenstein in

der Geschichte des Kalterer Weinbaus gesetzt und die Weichen für die

Zukunftder Kalterer Weinwirtschaftgestellt. Die neue Kellerei Kaltern

zählt 700 Mitglieder und vertritt damit einen großen Teil der Kalterer

Familien, die mit dem Weinbau verbunden sind. Die Rebfläche der neuen

Kellerei entspricht mit 480 Hektar Weinbergen in etwa zehn Prozent der

gesamten Südtiroler Weinbaufläche.

Durch denZusammenschluss eröffnen sichden Kalterernneue Möglichkeiten.

Im Weinbau wirdman „nochbesser auf die Eigenheiten der

vielen einzelnen Lagen im Weindorfeingehen, die angebauten Sorten

darauf abstimmen und so die Charakteristikades Terroirs optimal herausarbeiten

und die Qualitätsoffensiveder letzten Jahrefortsetzen“, wie

Andrea Moser,Kellermeister der neuen Kellerei Kalternunterstreicht.

Kalterngeht neue Wege. „Wir sind das WeindorfNummer Eins in

Südtirol, ja in ganz Tirol“ zeigen sichdie Kalterer und mit ihnen der

Präsident vonwein.kaltern, SighardRainer,stolz. Durch denZusammenschluss

wirddie neue Kalterer Kellerei flächen- und produktionsmäßig

auchzur größten Kellerei Südtirols. Die Verantwortlichen der Kellerei

Kalterngeben sichselbstbewusst:„Waswir anstreben, ist nicht die

Größe, sonderndie Stärke,die wir aus dem Zusammenschluss gewinnen.

Unser Ziel ist es nicht, quantitativ mehr zu verkaufen, sondernsowohl

die Qualität im Weinbergals auch jene des Endproduktes nochweiter zu

verbessern.“ Im Weindorfspricht man von„einem historischen Moment,

der nachjahrzehntelangem Bemühen ins Geschichtebuchdes Südtiroler

Weinbaus eingehen wird. Wirsind stolz dass wir es geschafft haben.“

„Einer der Gründe für die Fusion war, dass wir in ZukunftKaltern

mit einer Stimme vertreten“, begründetTobias Zingerle, der Geschäftsführer

der neuen Kellerei Kaltern, den Schritt. „Der Fokuswirdauf die

Marke Kalterngelegt.“

VomKalterersee überzeugt. Das ehrgeizige Ziel der Kalterer ist es,

Kalternund seine Weine in der Welt nochbekannter zu machen.

Wichtigste Sorte ist dabei der Vernatschmit dem Kalterersee, dem sich

die Kalterer in besonderer Weise verpflichtetfühlen. „Wir in Kaltern

sind die Kalterersee-Erzeuger“, gibt man sichimWeindorfselbstbewusst.

HelmuthHafner,der Obmann der Kellerei Kaltern, setzt sichzum

[wein.kaltern magazin 2017—p.11


FESTLEGUNG

[ Kaltern

Südtirols WeindorfNummer Eins

Ziel „den Wert des Vernatschzusteigern, weil es ein guter Wein ist und

weil wir davonüberzeugt sind!“ Dabei möchte man schauen, dass die

guten Lagen, wo der Vernaschhingehört, erhalten bleiben. Durch den

Zusammenschluss der beiden großen Kellereien können diese Lagen neu

geordnetund zusammengelegt und die Qualität des Kalterersee-Weines

weiter gesteigertwerden.

Der Jahrgang 2016 wirdinSüdtirol gemeinsam unter der Marke

„Kellerei Kaltern“ auf den Markt gebracht. Die Marke Erste+Neue bleibt

für einige Auslandsmärkte und den nationalen Markt bestehen. Bis zur

Ernte 2017 soll auf dem Standortder Kellerei Kalterneine moderne

Kellereistruktur entstehen, in der die gesamte Traubenanlieferung

schonend verarbeitet werden kann.

wein.kalternals Qualitätsoffensive. Kalternund der Wein gehören

zusammen wie Kalternund sein See. Undbeim Wein ist es wie beim

Tourismus: Direkt oder indirekt lebt das ganze Dorfdavon. Wasdas

Landschaftsbild so starkprägt, spielt aucheine entscheidende wirtschaftliche

Rolle im bekanntesten und beliebtesten WeindorfSüdtirols.

Das Projekt wein.kalternhat das gesamte Dorfmobilisiertund in den

letzten Jahren entscheidend mitgeprägt. wein.kalternversteht sichals

Qualitätsoffensivefür den Wein, insbesondereden Kalterersee-Wein.

Beider Gründung im Jahr 1999 stand deshalb ein GedankeimMittelpunkt:dem

Kalterersee, über Jahrzehnte einer der beliebtesten Rotweine

des Landes, wieder neue Qualitätund ein zeitgemäßes Image zu geben.

Die Weinpresse ist mittlerweile voll des Lobes für den Kalterer:

„Zu viele Weintrinker lassen sichvon der relativhellen Farbe, dem eher

schlanken Körper sowie der Tannin- und Säurearmut des Kalterersee

dazu verleiten, ihnals einfachen Durstlöscher abzutun. Werjedocheinen

zweiten, genaueren Blickwagt, dem eröffnetsicheine weitereDimension:

Gute Kalterer sind ofttieferund komplexer als so mancher deutlich

teurerePrestigewein aus dem Barrique. Ein typischer Kalterersee malt

das Bild seiner Herkunftinfeinen Pinselstrichen, er erzählt keine Geschichte

vonübertriebenem Ehrgeiz und großer Show, sonderneine von

Fingerspitzengefühl, Leidenschaftund –nicht zuletzt –Lebenslust. Denn

trotzseiner Komplexität und Finesse lädt auchder beste Kalterersee

nicht nur zum Philosophieren, sondernebenauchzum unbeschwerten

Zechen ein. Das machen ihm nicht viele Weine nach.“

[wein.kaltern magazin2017—p.12


»Einer der Gründefür die Fusion war,

dasswir in ZukunftKaltern

miteiner Stimme vertreten.«

Tobias Zingerle, Geschäftsführer

der neuen Kellerei Kaltern

Ein Qualitätssiegel für den Kalterersee. Erstklassige Kalterersee-

Weine sind das Ziel der neuen Kalterersee-Charta.Seit dem Jahrgang

2010 überprüfteine FachjuryinBlindverkostungen dieQualität der

eingereichten Weine. Werden strengen Kriterien entspricht, erhält das

Qualitätssiegel mit dem Jahrgang und dem Vermerk„Selection Kalterersee

Charta“. Unddie Kalterer sind wieder stolzauf ihren

Kalterersee.

Die Kalterersee-Charta ist Kalterns persönliches Gütesiegel, das an

die besten Kalterersee-Weine eines jeden Jahrganges vergeben wirdund

für Qualität bürgt. Klar definierte Qualitätskriterien für

den Kalterersee steigernseine Qualität und sein Image.

Die Charta berücksichtigt die Charakteristik des Kalterersee-Weines

und richtetihreAufmerksamkeit auf

die Lagen, in denen der ortstypische Wein angebaut

wird. Ein Mindestalter der Reben unddie damit reduzierten

Ertragsmengen tragen wesentlichzur Qualitätssteigerung

bei. Eine unabhängige Juryverkostetinmehreren

Durchgängen im Rahmen einer Blindverkostung die Kalterersee-Weine

eines Jahrganges. Bei positiver Bewertung erhalten die Weine die geschützte

Kapsel mitdem Kalterersee-Charta-Selectionssiegel.

Beeindruckende Sortenvielfalt. Aber nicht nur mit ihren Rotweinen,

auchmit ihren Weißen sorgen Kalterns Weinproduzenten immer wieder

für Schlagzeilen. „Kalternbietetein breites Spektrum an spektakulären

und zugleichpreiswerten Weißweinen. […] Ichbin beeindruckt vonden

Weinen aus Weißburgunder,Sauvignon, PinotGrigio und Kerner,die

alle für weniger als 20 Dollar im Handel erhältlichsind. Diese wundervollen

Weine […] sind sehr empfehlenswert“, schwärmt Monica Larner,

die Chefverkosterinvon Weinpapst RobertParkerfür Italien. Das Magazin

„Falstaff“ schließt sichdem an:„Die angebotene Sortenvielfalt in

Kalternist wahrlichbeeindruckend. Das warmeSeeklimaund diekühlen

Fallwinde desMendelgebirges machen es möglich, dass sowohl kraftvolle

und strukturierte Rotweine als auch spritzige und frischeWeißweine

erzeugt werden können.“ Undmit Blickauf die Kellerei Kalternfügtdas

Magazin hinzu: „Der CabernetSauvignonRiserva Pfarrhof ist seit Jahren

Garant für hervorragendeQualität,der Sauvignon Blanc Castel Giovanelli

ein Paradebeispielfür einen im Holzfass ausgebauten, leicht gereiften

Sauvignon. DerGoldmuskateller Serenade schließlichbestätigt einmal

mehr seine Ausnahmestellung als einer derbesten Süßweine Italiens.“

Charta

Die Kalterersee-Charta ist

Kalterns persönliches Gütesiegel,

das an die besten

Kalterersee-Weine eines jeden

Jahrganges vergeben wirdund

für Qualität bürgt. Kurz gesagt:

eine Selbstverpflichtung der

Kalterer Weinwirtschaft. 2010

vonwein.kalternins Leben

gerufen, steigern klar definierte

Qualitätskriterien für den

Kalterersee seine Qualität und

sein Image.

[wein.kaltern magazin 2017—p.13


FESTLEGUNG

[ Kaltern

Südtirols WeindorfNummer Eins

Der

Kalterersee

Der Kalterersee istkein schwierigerWein,

nicht einer dieser Rotweine

mit unaussprechlichem

Namen, über die stundenlang

diskutiertwerden kann. Leicht

ister, der Kalterersee und zugänglich.

In seiner Ehrlichkeit

und Geradlinigkeit ähnelt er

dem Menschenschlag in Kaltern.

Unkompliziertund doch ein

wenig eigen.

Tradition und Innovation. Josef Sölva ist mit seinem Weingut Niklas

in St. Nikolaus in KalternGründungsmitglied vonwein.kalternund von

der ersten Stunde an engagierter Partner.Das Weingut blickt auf eine

900 Jahrewährende Weinbautradition zurück.

Für Josef Sölva hat sichdas Ansehen des WeindorfesKalterndurch

wein.kalternpositiv verändert: „Die Zusammenarbeit und der gemeinsame

Auftritt aller Partnerbetriebe haben das Dorfvorangebracht.

Kalternist heute über die Grenzen Südtirols hinaus zum Vorzeige-Weindorfgeworden.“

Die gemeinsamen Anliegen und Ziele können gemeinsam

kommuniziertund beworben werden, waszueiner wichtigen Imagesteigerung

beigetragen hat. Vorallem hat sichinKalterneine ganz neue

Trinkkultur rund um den Wein entwickelt, ist Josef Sölva überzeugt:

„Auchdie edlen wein.kaltern-Riedel-Gläser haben mit dazu beigetragen,

dass heute in Kalterns Gastronomie überall eine Weinkultur gepflegt

wird, die man bis vorkurzem nochsuchen musste.“

Für die Zukunftwünscht sichder engagierte Winzer,dass die

Gemeinsamkeiten weiterhin im Mittelpunkt stehen und die Zusammenarbeit

prägen mögen: „Wir kleinen Weinbauernund Mitglieder von

wein.kalternmüssen angesichts unseres neuen, großen Partners noch

stärkeraneinem Strang ziehen und mit diesem gemeinsam unsere

Interessen vertreten.“

ArminMorandell vomWeingut Morandell in St. Josef am See ist das

jüngste Mitglied vonwein.kaltern. Das kleine Weingut liegt direkt oberhalb

des Kalterer Sees.

Die Arbeit im Weinbergbegleitetdie FamilieMorandell schon seit

Generationen und prägt deren Lebensrhythmus im Laufeder Jahreszeiten.

Seit dem Jahrgang 2014 fülltArmin Morandell seine Weine selbst ab.

Ein ganzheitlicher Ansatz und eine nachhaltige Bewirtschaftung sind

für ihn vongrundsätzlicher Bedeutung. „Verwurzelt und frei“ ist nicht

nur das Motto des Weinguts, sondernauchGrundeinstellung und

Lebenshaltung des jungen Winzers vomKalterer See.

wein.kalternsteht für michfür die Aufwertung der Weinkultur in

Kaltern“, ist ArminMorandell überzeugt. „Diese Kultur und die gemeinsamen

Wertemüssen wir auchgemeinsam weitertragen und kommunizieren

–verwurzelt in der Tradition und dem Erbe unserer Väter

sowie kreativ,innovativ und aufgeschlossen für Neues.“

[wein.kaltern magazin2017—p.14


»Von wein.kalternsind einige wichtige

Impulse und Anregungen fürdie Qualitätsoffensive

beim Kalterersee ausgegangen.«

Josef Sölva,Weingut Niklas

Seit 2005 bearbeitet Andreas Dichristin mit seiner Familieseinen

Tröpfltalhof biodynamischund mit Demeter-Zertifizierung. „Ganz nahe

an der Natur bleiben, bei allem wasich tue. Undden rechten Zeitpunkt

erkennen.“ Nach diesen Grundsätzen richtetAndreas Dichristin seine

Arbeit in den Weingärten und im Keller aus. „Mein Traumist es, einen

Wein aus gänzlichunbehandelten Trauben zu keltern.“ Diese Philosophie

hat er auchauf den Keller übertragen, wo er seine naturbelassenen

Trauben in Tonamphoren ausbaut.

„Das WeindorfKalternist gut aufgestellt, es tut sichviel undeszeigt

sichviel Engagement vonallen Seiten“, ist Andreas Dichristin überzeugt.

Die Veranstaltungen vonwein.kalternwerden gut angenommen

und zeigen hohes Niveau. Dass der große Teil der Kalterer Weinbauern

nunmehr in der neuen Kellerei Kalternmit einerStimme spricht, das

findetder Demeter-Winzer gut. Die kleineren Weingüter und Freien

Weinbauernbleiben für Dichristin dabei „Garanten für Vielfalt und eine

breit gestreute Qualität, wobei in Zukunftvon allen Seiten nochmehr

Augenmerkauf einen naturnahen Weinbau gelegt werden muss. Dies sei

die große Chance und Herausforderung für Kaltern.“

Das Weingut Oberpreyhof ist alsFamilienbetriebseit 1885 im Besitz

der Familie Seppi. Die Weingüter befinden sichinKalternamSee, in

den Lagen Prey,Barleit und Lavason. „Das Erbe der Väter zu erhalten

und an die nächste Generation weiter zu geben“, das ist der Grundsatz

vonMarkusSeppi.Für ihn bringt „nur ein gesunder und lebendiger

Boden gesunde und widerstandsfähige Reben hervor, diewiederum gute

Trauben tragen, aus denen wir exzellente Weine gewinnen können.“

Die Zusammenarbeit zwischen Weinwirtschaftund Tourismus hat für

MarkusSeppi das„WeindorfKalternsehr aufgewertet.Der gemeinsame

Auftritt hat sichäußerstpositiv ausgewirkt.“ Vorallem die zahlreichen

vonwein.kalternorganisierten Veranstaltungen rund um den Wein

haben für ihn wesentlichzur Anhebung der Weinkultur und des Images

vonKalternbeigetragen.„Auch dieKalterersee-Charta hat ganz wesentlichzueiner

neuen Qualität des Kalterersee-Weines beigetragen“, ist

MarkusSeppi überzeugt. In Zukunftmüsse allerdings nochverstärktan

einer größeren Wertschöpfung für den Kalterer Lokalmatador gearbeitet

werden. “ ]

[wein.kaltern magazin2017—p.15


GRUNDLAGE

[Kaltern

2016

EinJahrgangmit

Höhenund Tiefen.

[wein.kaltern magazin2017—p.16


»2016ist in Kalternein Jahrgang mitsaftigen,

lebendigenund vielschichtigen Weißweinensowie

mit vielversprechenden Rotweinen mitgroßem

Entwicklungspotenzial.«

Thomas Unterhofer, Weingut Unterhofer

Einen sehr spannendenund qualitativ guten Jahrgang erwarten

sichKalterns Weinbauernund Kellermeistervon der Ernte2016:

mit saftigen,lebendigenund vielschichtigenWeißweinen und

vielversprechenden,gut strukturierten Rotweinen.

TEXT

Thomas Unterhofer

DasJahr 2016 fingmit einem Jänner an, der als

wärmster Jänner seit50Jahren in die Geschichte

eingegangen ist. Das warenkeine optimalen

Bedingungen für eine normale Winterruhe für

Boden, Pflanzen und Natur.Weiter ging es dann

mit überdurchschnittlichvielNiederschlag. Im

Märzkam der erste ergiebige Schneefall und es

wurde endlichnochein bisschen Winter.Doch

wie meist um diese Jahreszeit, wardiesnicht von

langer Dauer.Inden ersten drei April-Wochen

gabesschon wieder sommerliche Temperaturen.

Die letzten Tage im April wurden wieder sehr

kalt und es begann eine Regenperiode. Diese

Niederschläge setzten sichbis Ende Juli durch.

Der launische Sommer stellte die Weinbauern

vorsomanche Herausforderung: Neben einigen

heißen Sonnentagen gabeszahlreichefeuchte

Tage mit überdurchschnittlichvielRegen. Der

Pilzdruck, etwa durch Peronospora, stieg dadurch

erheblichan. Dies erforderte im Weinberg

viel Aufmerksamkeit und Fleiß. Die Bauern

mussten große Sorgfalt walten lassen. Erforderlichwaren

eine sehr genaue Beobachtung der

Reben sowie gezielte Maßnahmen, wie etwa das

Traubenteilen. All das bedeutete harte Arbeit

und besonders viel Einsatz im Weinberg.

mehr.Die großenTemperaturunterschiede zwischen

Tagund Nachtförderten das Heranreifen

schöner,fruchtbetonter Weine mit einer tollen

Säure. Die kühleren Temperaturen beim Reifebeginn

verlangsamten zudem den Reifeprozess

der Trauben. Die Lese 2016 begann deshalb rund

zehn Tage später als 2015.

Die Mühen in den Weinbergen haben sichgelohnt.

Noch nie konnten die Bauernden Trauben

so viel Zeit bei der Ernte lassen, mit Ruhe den

richtigen Erntezeitpunkt wählen und derartmit

den einzelnen Sorten und Lagen spielen. Die

Qualität der Traubenbeim Eintreffeninden

Kellereien wardementsprechend perfekt. Die

Säure- und Zuckerwerte warendurchwegs ideal,

die pH-Werteniedrig: Die Grundlage für saftige,

lebendige und vielschichtige Weißweine mit

einer ausgeprägten Tiefeund Frucht undfür vielversprechende

Rotweine mit großem Entwicklungspotenzial,

mit intensiver Farbe

undStruktur.

In den Kellernreiftein sehr sortentypischer

Jahrgang 2016 heran, der den Kellermeistern

und den Weingenießernviel Freudebereiten

wird.]

Dochdannwendete sichdas Blatt. DerAugust

brachte viele Sonnenstunden ohne große Hitzewellen.Der

Herbst insgesamtpräsentierte sich

vonseiner besten Seite, so wie schon lange nicht

[wein.kaltern magazin 2017—p.17


STAND D ER DINGE

[wein.kaltern

Der Kalterersee –

ein Wein, der den Namen

seiner Herkunftträgt

[wein.kaltern magazin2017—p.18


DerKalterersee

kann durchaus

für ein gesamtes

Menüzum idealen

Begleiter werden.

TEXT

Martina Stürz

DerKalterersee

aus KalternamSee

Ein Wein, der den Namenseiner Herkunftträgt?

Werkann das schon behaupten? Da gibt es einige

wenige wie Barolo, Brunello di Montalcino, Chablis,

Bordeaux, Tokaji. Unterihnen ist auchunser

Wein zu finden: Der fruchtig-frische Kalterersee.

Er gilt als vielseitiger Speisenbegleiter und als

Wein, der Lebensfreude mit Trinkvergnügen verbindet.

Mit der Kalterersee-Charta verpflichten

sichdie Kalterer Weinproduzenten die Kriterien

zur Qualitäts- und Imageförderung des Kalterersee

gewissenhafteinzuhalten und entsprechend

zu kontrollieren. Für uns ist der Kalterersee ein

moderner,gebietstypischer und einzigartiger

Rotwein.

Im Trend

Der Kalterersee überzeugt mit seinen fruchtig-frischen

Aromen, mit Noten vonKirschen und Himbeeren,

Bittermandel- und Veilchentönen sowie

mit harmonischmilder,trocken-samtiger Struktur,

weichen Gerbstoffenund angenehmer Säure.

Diese Eigenschaften erlauben es, den Kalterersee

sehr abwechslungsreicheinzusetzen. Im Sommer

schön gekühlt, ist er ein perfekter Wein zum Aperitif

und Einstieg in den Abend. Der Kalterersee

kann durchaus für ein gesamtes Menü zum idealen

Begleiter werden. Natürlich passt er am besten

zur traditionellen Südtiroler Küche, aber ebenso

zu mediterranen Gerichten, zu Pizza und sogar zu

Sushi. Bei einem sommerlichen Grillabend gibt er

sowohl zu Fleisch, als auchzuFischden passenden

Begleiter.Inden internationalen Küchen geht der

Trend in Richtung leichter und einfacher Gerichte.

Der Kalterersee lässt sichhier aufgrund seiner

Eigenschaften bestens kombinieren. Außerdem

zeigten die Kalterersee-Piraten GerhardSanin

undAndrea Moser auf Ihrer Radtour mit dem

Tandem vonKalternamSee nachCapri, wie gut

der Kalterersee zu traditionellen Gerichten aus

den unterschiedlichen Regionen Italiens passt.

Kaltererseeund

Kalterer Plent

Die Kalterer essen zu einem Glas Kalterersee am

liebsten den gelben Maisgries, in Südtirol einfachPlent

genannt. Früher wurde dieses Gericht

während der Weinlese direkt in den Weinbergen

zur Stärkung der Arbeiter gekocht. Heute findet

der Plent Einzug in die moderne Kücheund wird

auf kreativeArt und Weise verfeinert. Das Projekt

findetimDorfsehr großen Anklang und interessiertGroßund

Klein. Jedes Jahr kommen die

Grundschüler,umbei derMaisernte Interessantes

und Wissenswertes rund um den Kalterer Plent zu

erfahren. Bevorder großeAnsturmauf das Feld

beginnt, erklären die Verantwortlichen den Kindern,

welche Arbeiten übers Jahr notwendig sind,

um schlussendlichdas fertige Gericht auf dem

[wein.kaltern magazin 2017—p.19


STAND D ER DINGE

DerKalterer Plent

wirdauf

natürliche Weise

angebaut.

Teller zu haben. Bis der Kalterer Plent in den Verkauf

gelangt, bedarfeseiner Vielzahl an sorgsamen

Handgriffen, Arbeitseinsatz und Pflege. Ende

April beginnt gewöhnlichdas Arbeitsjahr mit dem

Auflockerndes Bodens durchsEggen, dem Pflügen

sowie der Aussaat der Maissamen. Nachdem

der Mais eine Höhe von40–50cmerreicht, wird

er gehäufelt, damit die Pflanzen im Wachstum

nicht knicken. Je nachWitterung werden die Maiskolben

Ende Oktober in liebevoller Handarbeit

geerntet, getrocknetund schonend gemahlen. Der

Kalterer Plent wirdauf natürliche Weise angebaut

und ist deshalb sehr vonden äußeren Umständen

abhängig. Der Plent zieht auchJournalisten nach

Kaltern, da diese immer mehr auf der Suche nach

authentischen Geschichten sind. Dabei schätzen

sie vorallem die große Leidenschaft, mit welcher

hier regionale Produkte produziertwerden.

Hand in Hand

KalternamSee ist eine der tourismusstärksten

Gemeinden in Südtirols Süden. Die Gäste schätzen

die Kombination aus alpiner und mediterraner

Landschaft, das Gefühl der italienischen Dolce

Vita,wenn sie durch diehistorischen Gassen bummeln,

die abwechslungsreichen Urlaubsangebote,

die verschiedenen Aktivitäten aber vorallem die

vielfältigen Genussmöglichkeiten, welche das

WeindorfKalternbietet. Mit Hilfevon Weinveranstaltungen,

welche sichdurch dasgesamte Jahr

ziehen, bietetKalternamSee seinen Gästen und

Einheimischen einen geselligen Zugang zum

Thema Wein. Jede Veranstaltung hat ein eigenes

Thema, wie der Kalterer Weinwandertag, die

Wineparty,die Verkostung der Kalterersee-

Charta-Weine bei Kalternganz in Rot, Kaltern

Ganz in Weiß oder das Weinkulinarium.

Das Südtiroler Weinmuseum erzählt auf sehr

anschauliche Weise die jahrhundertealte Weinkultur

vondiesem Land und ist immer einen Besuch

wert.Die Südtiroler Weinakademie vermittelt mit

zahlreichen Kursangeboten auf professionelle Art

und Weise Wissen zum Thema Wein. VonEinsteigerkursenbis

hin zu anspruchsvollen Verkostungen

findetjeder Weinliebhaber das passende

Angebot. Hand in Hand gehen Tourismus und

Landwirtschaft. Beide Wirtschaftszweige wissen,

dass sie voneinander profitieren und nur gemeinsam

weiterhin starksind. Hier in KalternamSee,

einem der schönsten Weindörferder Welt, ist alles

mit der Weinkultur verbunden, deshalb haben

wir aucheinen Wein, der den Namendes Dorfes

trägt.]

Eine Übersicht über die Veranstaltungs-

Highlights 2017 in Kaltern, sowie

über das Veranstaltungsprogramm

des Südtiroler Weinmuseums und der

Südtiroler Weinakademie finden Sie

auf den Seiten 50–55.

Die Kalterersee-Charta im Wortlaut:

www.wein.kaltern.com

[wein.kaltern magazin2017—p.20


Kalterer Weinführer

Der Kalterer Weinführer begleitet

Weinliebhaber auf eine önologische

Entdeckungsreise durch Kaltern.

Die wichtigsten Weinsorten vonKaltern

werden beschrieben, der Jahreskreislauf der

Rebe erklärtund die Weingeschichte kurz

erzählt. Der Leser bekommt zusätzlicheine

kleine Anleitung, wie man Weine verkostetund

welche Charakteristikadiese aufweisen.

Eine interessante Reise durch die Weinwelt

vonKalternist garantiert.Erhältlichist

der Weinführer in allen Partnerbetrieben

und im TourismusbüroKaltern.

Kalternverteidigtseine

Position bei prämierten Weinen

2016 regnete es wieder zahlreiche Auszeichnungen

für die Weine vonKalterer Produzenten. Nach

wie vorist der GamberoRosso italienweit einer

der wichtigsten Weinführer.Dieser vergab dieses

Jahr wieder die höchste Auszeichnung, die Drei

Gläser,anfolgende Kalterer Weine:

• Terlaner Weißburgunder Eichhorn2015,

Weingut Manincor

• Gewürztraminer Auratus 2015,

Weingut Ritterhof

• Bischofsleiten KaltererseeAusleseklassisch2015,

CastelSallegg

• CabernetSauvignon Riserva Puntay 2012,

Erste+Neue

[wein.kaltern magazin 2017—p.21


GRUNDLAGE

Das Wirtshausschild beim Sternwirt

verbindetbarocke und romantische Formen.

Über dem Sternreicht die Schankwirtin

einem Gast ein Glas Wein.

[wein.kaltern magazin2017—p.22


Im Mittelaltergenügte eineinfacher grüner

Kranzals Hinweisfür eine Wirtsstätte.

Erst im 18.Jahrhundert entstanden dieältesten

der erhaltenen Wirtshausschilder, zumeistaus

geschmiedetemEisen geformt, dasandauernde

Haltbarkeitversprach.Der Kunsthistoriker

LeoAndergassen wirfteinen Blickauf die

historischen Wirtshausschilder in Kaltern.

DieZeichnungen dazu stammenvon Heinrich

Simmerle.

[Kalterer

Wirtshausschilder

TEXT

Leo Andergassen

Wirtshausschilder gehören der Form nachzuden Nasenschildern, weil sie

nasenförmig aus dem Gesicht, der Fassade eines Hauses vorragen. Nasenschilder

gibt es auchfür Zunft- und Handwerksbetriebe. Sie gelten als Vorläufer moderner

Reklameschilder.

Kreuzwirt, Sternwirtund Turmwirt Im Kalterer Ansitz Hansenheim gabes

im späten 18.Jahrhundertein Wirtshaus, das nachdem Kreuz benannt war. Die

Bezeichnung „Kreuz“ für ein Gasthaus pflegt die Erinnerung an ein Wappen,

an dem das Kreuz erschien. Weniger ist es als sakrales Symbol, sondernmehr als

heraldisches Motiv zu sehen. Der Kreuzwirtreichte jedenfalls ins Spätmittelalter

zurück, 1630 wirdLorenzMorandell als Kreuzwirt genannt.

Der Sternwirt,eigentlichdie „Wirtstafernezum Goldenen Stern“ hat anlässlich

seiner letzten Restaurierung einige Geheimnisse der ursprünglichen Fassadengestaltung

preisgegeben. Den Wandmalereien nachbefand sichhier bereits im

[wein.kaltern magazin2017—p.23


GRUNDLAGE

[ Kalterer Wirtshausschilder

frühen 15.Jahrhundertein Wirtshaus. Nursokann man sichdie Präsenz

des Pilgerpatrons St. Jakobus erklären, der an einem alten Wandbild aufscheint.

Der Sternerinnertprinzipiell an die Drei Könige. Diese wiederum

sind die Patrone derer,die unterwegs sind, bei helllichten Tagnatürlich.

Aber,und dasscheint paradox, nur Gasthausfreunden die lieber das

Nachtlicht genießen, erscheint auchder Stern. So gelten die Könige aus

dem Morgenland als Beschützer der Wirtshausgänger.Die Bezeichnung

Sterngasse istnicht so alt, und entstand im 19.Jahrhundert. Das Wirtshausschild

verbindetbarocke und romantischeFormen.Überdem Stern

reicht die Schankwirtin einem Gast ein Glas Wein. Der alte Besitz des

Hofes warumfangreichund ging über mehrereAnwesen.

Die Bezeichnung des Turmwirtes ist nicht alt, wohl aber der Begriff

„Turmwirt“.Das Wirthausschild zeigt auchden Kalterer Pfarrturm,

dessen Errichtung bis ins 13.Jahrhundertzurückreicht, der aber erst

im 15.Jahrhundertfertiggestellt wurde. Der 67 Meter hohe Turm wurde

als wohl kühnstes historisches Gebäude des Marktes zu seinem Markenzeichen.

Das Wirtshausschild hat neubarocke Formen und entstand

im 20. Jahrhundert. Unter der Darstellung des vonWeintrauben

umfangenen Turmes ist das Kalterer Gemeindewappen angebracht.

Mondschein, Weißes Rössl und Roter Adler Man kann freilich

auchden Mondschein zu den Nachtlichternrechnen. Bis zum Mondenschein

im Wirtshaus hocken, das warfrüher gewiss keine Seltenheit.

Der Mondschein spielt in den „Verlobten“ vonAlessandroManzonieine

nicht unbedeutende Rolle, verirrtsichdochder Bräutigam Renzo im

nämlichen Mailänder Wirtshaus und wirdOpfer eines Betrugs. Die beherrschende

Stellung am Marktplatz trug auchzum Erfolg der Gaststätte

bei. Im 16.Jahrhundertist hier Bartlme Dienstman als Wirt genannt.

DasWirtshausschild ist in den Stilformen des Empiregestaltet, dürfte

aber aus der Zeit nachden Tiroler Freiheitskriegen stammen, da derlei

Formen sichweiter ins 19.Jahrhunderthinein zogen.

Das „Weiße Rössl“ besitzt das gewiss prunkvollste Wirtshausschild, das

auchzeitlichzuden ältesten zählt. Der RösslwirtgründetimSpätmittelalter.1586

wurde das Wirtshaus durch denBaumeister Silvester delGall

[wein.kaltern magazin2017—p.24


Das „Weiße Rössl“ besitzt das

prunkvollste Wirtshausschild in Kaltern,

das auchzeitlichzuden ältesten zählt.

[wein.kaltern magazin2017—p.25


GRUNDLAGE

[ Kalterer Wirtshausschilder

Das aus Schmiedeeisen geformte Wirtshausschild

in der Goldgasse zeigt den roten Adler,

umgeben vomgrünen Ehrenkranz.

Kunstvoll ist die Aufhängevorrichtung mit

barock-klassizistischen Motiven gestaltet.

[wein.kaltern magazin2017—p.26


umgebaut, um 1900 um ein Stockwerkerhöht. Im 19.Jahrhundertwar

hier ein Salon untergebracht, ein Lesesaal für aufgeklärte Kalterer,die

hier gleichinachtZeitungen blätternkonnten. Hier nächtigte auch

Guido Görres, als er Maria vonMörl, diestigmatisierte Jungfrau von

Kalternaufsuchte und das Kalterer Herrgottskinderlied schrieb, das

den Bewohnerndes Markfleckens den Übernamen „Herrgottskinder“

bescherte. Das kunstvoll geschmiedete Schild, das vorallem vonSüden

sichgut gegen den blauen Himmel abhebt, entstand um 1770. Das trabende

weiße Rössl ist das Markenzeichen des erfolgreichen Beherbergungsbetriebs.

Auch der „RoteAdler“ hat heraldische Wurzeln, er bezeichnetden

Tiroler Adler, ganz im Gegensatz zum schwarzen Kaiseradler,der auch

oftzweiköpfig gegeben ist. Während sichdie Benennungsfreudigkeit

im 19.JahrhundertzuGunsten des „Roten Adlers“ verschiebt, derals

Landeswappen verstärkt dieEigenrolle des Landes betonte, bietet die

Benennungdes „Schwarzen Adlers“den älteren historischen Hintergrund.Das

ausSchmiedeeisen geformte Wirtshausschild in derGoldgasse

zeigt den rotenAdler,umgeben vomgrünen Ehrenkranz. Kunstvoll

ist die Aufhängevorrichtung mit barock-klassizistischen Motiven gestaltet.

DieInitialenerinnern an die Besitzerfamilie Trettl. DasGasthaus

zumschwarzen AdlerinMitterdorf zeigt hingegennicht denzweiköpfigenkaiserlichen

Adler,sondernden einköpfigen königlichen Adler.

Vom„goldenen Löwen“ zum „lustigen Krokodil“ Undwoheute

die Bar „zum lustigen Krokodil“ liegt, gabesinder Historie das Wirtshaus

zum Goldenen Löwen, eine Bezeichnung, die auchinder Heraldik

ihreWurzeln hat. Die Wildheit des Tieres spiegelt sichnochimKrokodil,

nichtaber seine Würde, die vom„König der Tiere“ zum „König

der Sümpfe“ abschlittert. Visàvis lag das Wirtshaus „an der Rose“.

Auch die Rose istheraldischzusehen, vielleicht auchals ein auf Maria

bezogenesSymbol. Jedenfalls hatte die Blume gewiss weiblicheAllegorien

zu bedienen.Die „weiße Rose“ erscheint am Wirtshausschild, der

Namenszug FranzAtz erinnertanden früheren Gastwirt. Nüchternist

dasWirtshauszeichen „zum Hirschen“ in St. Anton gestaltet, das ein

aufspringendes Tier in einem Rechteckfeld zeigt. Der Wirtshausname

„zum Hirschen“ ist ohne Bezug zur alpinen Erschließung und zur Jagd

nicht zu erklären. Der Hirschwurde im 19.Jahrhundertzum Symbol

einer neuen Gebirgsleidenschaft.]

Leo Andergassen

Kaltern, Kunsthistoriker,

Direktor von

Schloss Tirol

[wein.kaltern magazin2017— p.27


[Wo

derWein

in Kaltern

wohnt

2016

[wein.kaltern magazin2017—p.28


ZurJahrtausendwendewurde ein

Neubeginn fürden Wein ausKaltern

am Seeeingeläutet:mit demVorhaben

namens „wein.kaltern“.Führende

Betriebe tragen dasProjekt unddamit

zahlreiche Maßnahmeneiner Qualitätsoffensive.

DenEinheimischen istder

kaltererseerotePunkt,Symbolfür

wein.kaltern,selbstverständlichgeworden,

denPartnerbetriebenein willkommenesUnterscheidungsmerkmalund

denGästenschließlich einQualitätssiegel.

DasHauptaugenmerkwirdauf die

Weinwirtschaft gelenkt(„wein“), aber

dasist ebennur diehalbe Formel:

Hinter demPunkt steht„kaltern“,

also dasDorfinseinerGesamtheit.

[wein.kaltern magazin 2017—p.33


Weinproduzenten

&Vinotheken

1. weinhaus PUN

KT

www.wein.kaltern.com

2. Andi Sölva

www.andisoelva.com

3. Baron DiPauli

wwww .barondipauli.com

4. Castel Sallegg

www.castelsallegg.it

5. Weingut Dominikus

ww

w w.dominikus.it

6. Josef Brigl

www.brigl.com

7. Kellerei Kaltern–

winecenter

www.kellereikaltern.com

www.winecenter.it

8. Kettmeir

www.kettmeir.com

9. Weingut Klosterhof

ww

w w.weingut-klosterhof.it

10. Weingu

t Lieselehof

www.lieselehof.com

11. Luggin –Steffelehof

www.luggin-steffelehof.com

12. Manincor

ww

w w.manincor.com

13. Weingut Morandell

www.weingutmorandell.com

14. Weingut Niklas

www.niklaserhof.it

15. Oberpreyhof

www.oberpreyhof.it

16. Weingut Peter Sölva

www.soelva.com

17. Weingut Prälatenhof

www.praelatenhof.it

18. Ritterhof

ww

w.ritterhof.it

19. Weingut Seeperle

www.seeperle.com

20. Bio-Bauernhof St. Quirinus

www.st-quirinus.it

21. Weingut Steflhof

ww

w.steflhof.it

22. Weingut T. Pichler

wwww .thomas-pichler.it

23. Tröpfltalhof

www.bioweinhof.it

24. Weingut Unterhofer

wwww .weingut-unterhofer.com

25. Walter Schullian

wwww.lacus-wine.com

26. Weindiele

Tel. +39 0471964 606

Beherbergungsbetriebe

27. Hotel Das Badl

Genuss&Romantikhotel

ww

w w.hotelbadl.com

28. Das Wanda

www.das-wanda.com

29. Dissertorihof ÃÃÃÃ

www.dissertorihof.com

30. Lifestyle- & Designhotel

Gius la Residenza

www.designhotel-kaltern.com

31. Hotel Weinbar

Goldener Stern

www.goldener-stern.it

32. Haus am Hang

www.hausamhang.it

33. Hotel Hasslhof

Wohnen im Weinberg

www.hasslhof.com

34. Jagdhof–Torgglkeller S

www.torgglkeller.com

35. Kalterer SeeHof

www.kaltereseehof.com

36. Kreithof

www.kreithof.it

37. Lärchenhof ÃÃÃ

ww

w w.kalterersee.com/laer-

chenhof

38. Leuchtenburg

www.leuchtenburg.it

39. Hotel Masatsch

www.masatsch.it

40. Panorama Hotel

www.designhotel-panorama.

com

41. Parc Hotel am See S

www.parchotel.cc

42. Garni-Hotel Peterlinhof

www.peterlinhof.it

44. Remichhof

www.remichhof.it

45. Schlosshotel Aehrental

www.schlosshotel.it

46. Seehotel Ambach

www.seehotel-ambach.com

47. Seeleiten

www.seeleiten.it

48. Siganatenhof ÃÃÃÃ

ww

w w.siganatenhof.it

49. Sonnleitenhof

www.sonnleitenhof.it

50. Hotel Thalhof am See

www.thalhof.it

51. Torgglhof

www.torgglhof.it

52. Traubenhof ÃÃÃÃ

www.traubenhof.it

53. Wastlhof ÃÃ

www.wastlhof-kaltern.com

54. Gasthof Weißes Rössl

www.weisses-roessl-kaltern.com

Gastronomie

&Genuss

55. Seegarten

www.seegarten.it

56. Goldener Stern

ww

w.goldener-stern.org

57. Gretl am See

ww

w.gretlamsee.com

58. Panholzer

ww

w w.panholzer.com

59. Restaurant Ritterhof

www.restaurant-ritterhof.it

60. Seehofkeller

www.seehofk

eller.com

61. Siegi’sEssen & Trinken

www.siegis.it

62. Vinothek Battisti

Tel. +39 0471 963 299

63. Weinschmiede

Tel. +39 366 8190299

64. Konditorei Alex

www.konditorei-alex.com

65. Kalterer Bauernmarkt

www.kaltern.com

B

43. Premstalerhof ÃÃÃÃ

www.premstalerhof.com

[wein.kaltern magazin 2017—p.29


LICKRICHTUNG

ALTENBURG

5

Weingut

Dominikus

Haus am Hang

ST.JOSEFAMSEE

Hotel Hasslhof

33

Seehofkeller

32

60

Sonnleitenhof

Weingut

Morandell

13

49

Kalterer See Hof

35 47 Seeleiten

19 Weingut Seeperle

Remichhof

44

50 Hotel Thalhof am See

58 Panholzer

12

Manincor

GretlamSee

57

Seegarten

55

46

Seehotel Ambach

41

Parc Hotel am See

38

Leuchtenburg

36

Kreithof


Siganatenhof

48

29

Dissertorihof

27

Hotel Das Badl

Luggin –Steffelehof

11

ST.ANTON –PFUSS

Niklas

14

10

Lieselehof

Andi Sölva

2

T. Pichler

22

Castel Sallegg

4

MITTER

15 Oberpreyh

Traubenhof

52

40 Pan

Lifestyle- &Designhotel

Gius la Residenza

30

KALTERNDORF

Torgglh

Ritterhof

18 59

Restaurant Ritterhof

Konditorei Alex

Kettmeir

8

64

Kellere

3 7

BaronDiPau

Weindi

Weinwanderweg

Aufdem WeinwegwirddieKleinteiligkeit

undTradition der Kalterer Weinwirtschaft

sinnfällig vermittelt.Entlang des Weges

sind am Boden kalksteinweiße Schwellen

eingelassen. Darin sind die Riegelnamen m

Metallbuchstaben eingeschrieben. Das Ergebnis:

Über 60 verschiedene Riegelnamen

finden sich im klein strukturierten Kalterer

Weinbaugebiet. Sie sind teils rätischen, teil

romanischen Ursprungs. Ihr Klang? Lautmalerische

Poesie: Keil undÖlleiten,Vial

und Prunar,Puntaraund Palurisch, Salt un

Plantaditsch…


16

Weingut Peter Sölva

45

Schlosshotel

Aehrental

Tourismus Büro

DORFF

of

25 Walter Schullian

ST.NIKOLAUS

53 Wastlhof

23 Tröpfltalhof

65

Gasthof Weißes Rössl

62

Vinothek

Battisti

54

Kalterer

Bauernmarkt

weinhaus

PUNKT

1

Goldener

Stern

63

Weinschmiede

56

Hotel Weinbar

Goldener Stern

31

21

Weingut Steflhof

34

Jagdhof–

Torgglkeller

orama Hotel

PREY

of

51

37

42

Garni-Hotel

Peterlinhof

Lärchenhof

28

Das Wanda

OBERPLANITZING

9

Klosterhof

KLAVENZ

Siegi’sEssen &Trinken

24 Unterhofer

61

39

Hotel Masatsch

i Kaltern –winecenter

li

43

20

Premstalerhof

Bio-Bauernhof St. Quirinus

26

ele

Prälatenhof

17

UNTERPLANITZING

Josef Brigl

6

à

it

Der Weinwegweiser dient

als handliche Orientierung

auf dem Weg durch die Weinberge.

Aufder Übersichtskarte

sind die einzelnen Riegel markiert,

der Verlauf des Weinweges

isteingezeichnet.

s

d

[wein.kaltern magazin2017—p.32


GRABUNGEN

G N

Das Gebäude der

Kellereigenossenschaft

Kalternum1900

Das ursprüngliche Gebäude der Neuen

KellereigenossenschaftKaltern

Maischefuhrwerkevor der

Kellereigenossenschaft

Josef Baron di Pauli, um 1950

[wein.kaltern magazin 2017— p.34


[DieGeschichte

derKellereigenossenschaften

in Kaltern

umgebaut, um 1900 um ein Stockwerkerhöht. Im 19.Jahrhundertwar

hier ein Salon untergebracht, ein Lesesaal für aufgeklärte Kalterer,die

hier gleichinachtZeitungen blätternkonnten. Hier nächtigte auch

Guido Görres, als er Maria vonMörl, diestigmatisierte Jungfrau von

Kalternaufsuchte und das Kalterer Herrgottskinderlied schrieb, das

den Bewohnerndes Markfleckens den Übernamen „Herrgottskinder“

bescherte. Das kunstvoll geschmiedete Schild, das vorallem vonSüden

In der Zeit zwischen 1900 bis1932wurden in

Kalternfünf „Wein-Produktions-Genossenschaften“,

späterKellereigenossenschaften genannt,gegründet.

Diese haben im LaufeeinesJahrhunderts dieEntwicklung

des Weindorfeswesentlichmitgeprägt. Die Zeiten

haben sichabergeändert. Seit 2016 sprichtKalterns

Weinwirtschaft miteiner Stimme –vereint in der

neuen undeinzigen Kellerei Kaltern.

sichgut gegen den blauen Himmel abhebt, entstand um 1770. Das trabende

weiße Rössl ist das Markenzeichen des erfolgreichen Beherbergungsbetriebs.

Auch der „RoteAdler“ hat heraldische Wurzeln, er bezeichnetden

Tiroler Adler, ganz im Gegensatz zum schwarzen Kaiseradler,der auch

oftzweiköpfig gegeben ist. Während sichdie Benennungsfreudigkeit

im 19.JahrhundertzuGunsten des „Roten Adlers“ verschiebt, derals

Landeswappen verstärkt dieEigenrolle des Landes betonte, bietet die

Benennungdes „Schwarzen Adlers“den älteren historischen Hintergrund.Das

ausSchmiedeeisen geformte Wirtshausschild in derGoldgasse

zeigt den rotenAdler,umgeben vomgrünen Ehrenkranz. Kunstvoll

TEXT

Martin Sölva

ist die Aufhängevorrichtung mit barock-klassizistischen Motiven gestaltet.

DieInitialenerinnern an die Besitzerfamilie Trettl. DasGasthaus

zumschwarzen Probleme AdlerinMitterdorf und Chancen imzeigt Weinbau hingegennicht nach1850. Zwischen denzweiköpfigenkaiserlichen

erlebte der Adler,sondernden Weinbau in Kalternmehrmals einköpfigen schwereKrisen. königlichenDie Adler. Weinbauern

1850 und 1900

kämpften um das Überleben. Vorallem der Schimmelpilz, der 1851 erstmals im

Weindorfauftrat, bereitete den Weinbauerngroße Sorgen. Erstum1860 konnte

Vom„goldenen die Pilzkrankheit Löwen“ erfolgreichbekämpftwerden.

zum „lustigen Krokodil“ Undwoheute

die Bar „zumMit lustigen Bildungsmaßnahmen Krokodil“ liegt, wurdegabesinder versucht, denHistorie Weinbau zu das verbessern: Wirtshaus

zum Goldenen Löwen, eine Bezeichnung, die auchinder Heraldik

Ab 1872

vermittelten Wanderlehrer aktuelle Erkenntnisse über Schädlingsbekämpfung,

Produktionssteigerung und Marktlage. 1874 wurde in St. Michael an der Etsch

ihreWurzeln unterhat. Edmund Die Wildheit Machaus Klosterneuburgeinelandwirtschaftliche des Tieres spiegelt sichnochimKrokodil,

nichtaber und Versuchsanstalt seine Würde, errichtet. die vom„König der Tiere“ zum „König

Landeslehr-

Die Jahrevon 1876 bisetwa1886 warenwieder KatastrophenjahreimWeinbau:

der Sümpfe“ abschlittert. Visàvis lag das Wirtshaus „an der Rose“.

Starke Regenfälle, Mehltau, Rost, eisige und lang andauernde Kälte, gewaltiger

Auch die Rose Schneefall istheraldischzusehen, sowie die Peronosporawaren vielleicht dafürauchals verantwortlich. ein auf Maria

bezogenesSymbol. Mit der Eröffnung Jedenfalls der hatte Brennerbahn die Blume 1867,der gewiss PustertalerBahn weiblicheAllegorien

zu bedienen.Die Arlbergbahn 1884 „weiße konnten Rose“ Maische erscheint und Wein amschneller Wirtshausschild, und billigerder

nachNordtirol,

1871 und der

Bayern,Kärnten, Vorarlbergund in die Schweiz geliefertwerden.

Namenszug FranzAtz erinnertanden früheren Gastwirt. Nüchternist

dasWirtshauszeichen Der Genossenschaftsgedankeverbreitetsich. „zum Hirschen“ in St. Anton gestaltet, 1893 entstanden das ein

Andrian,

aufspringendes Terlan und Tier Neumarkt-Montan in einem Rechteckfeld die erstenzeigt. Kellereigenossenschaften. Der Wirtshausname 1898 folgten

jene vonTramin und 1899 jene vonAuer.Der Zusammenschluss zu Wein-Produktions-Genossenschaften

löste die kleineren Weinbauernaus der totalenAbhängig-

„zum Hirschen“ ist ohne Bezug zur alpinen Erschließung und zur Jagd

nicht zu erklären. keit vonden Der sogenannten Hirschwurde Weinherrenund im 19.Jahrhundertzum Weinhändlern. Symbol

einer neuen Gebirgsleidenschaft.]

Leo Andergassen

Kaltern, Kunsthistoriker,

Direktor von

Schloss Tirol

[wein.kaltern magazin20172017—p.35 p.27


GRABUNGEN

[ Die Geschichteder

KellereigenossenschafteninKaltern

1900 entsteht in Kalterndie erste Kellereigenossenschaft. Die „I. constituierende

Generalversammlung“ der ersten KellereigenossenschaftinKaltern

trägt das Datum vom28. Jänner 1900. Josef Gutmann wurde zum Obmann des

Vorstandes,Dekan GeorgPsaier zum Vorsitzenden des Aufsichtsrates gewählt.

Im Februar 1900 erteilte die Gemeinde die Bewilligung zum Bau des Kellereigebäudes.

Für die Wahl des Bauplatzes warder Kalterer Bahnhof ausschlaggebend

gewesen. Im Herbst 1900 konnte im neuen Haus die erste Ernte eingelagert

werden. 51 Weinbauernaus Kalternnahmendamals das Risikoauf sich, die Ernte

der eigenen Weingüter einer neuen Einrichtung zu überlassen, die mit geliehenem

Geld ein neues Kellereigebäude gebaut und keinerlei Erfahrung in der Weinbereitung

und Vermarktung hatte. Ein vollkommen neuer StockanMaische- und

Weinkunden musste aufgebaut werden. Der Hauptabsatz ging entlang der Bahnlinien

über den Brenner in den TirolerRaum und in die anderen österreichischen

Länder.

1906 folgtdie Bauernkellerei-GenossenschaftKaltern. Am 25. April 1906

schlossen sich33weitereWeinbauernimGasthof zum Goldenen Sternzur

„Bauernkellerei-GenossenschaftKaltern“ zusammen. Zunächst wurde vonAnton

Ambachdie Weinkellerei in der Ambachgasse angemietet. 1911 wurde unter der

Leitung des Architektenbüros der Brüder Alois und GustavLudwig, München-

Bozen, das eigene Kellereigebäude fertig gestellt.

1908 wird die Jubiläums-Kellerei-GenossenschaftKalterngegründet.

Im Jahredes sechzigjährigen Regierungs-Jubiläums vonKaiser FranzJosef I., am

6. Dezember 1908, wurde eine weitereGenossenschaft, die dritte in Kaltern, von

207Weinbauerngegründet: die„Jubiläums-Kellerei-GenossenschaftKaltern“.

Im Februar 1909 genehmigte die Gemeinde Kalterndas vomArchitektenbüro

Fridolin C. Munnichund F. Weber in Bozen ausgearbeitete Projekt für das Kellerei-Gebäude,

das im gleichen Jahr ausgeführtwurde.

Zwischen 1850 und 1900

erlebteder Weinbau in Kaltern

mehrmals schwereKrisen.

Die Weinbauernkämpftenum

das Überleben des Weinbaues.

Ein wesentlicher Fortschritt

warder Zusammenschluss

vonWeinbauernzuWein-

Produktions-Genossenschaften.

In Kalternwurden von1900

bis 1932 fünf Kellereigenossenschaftengegründet.

Mit dem Ersten Weltkrieg in eine ungewisse Zukunft. Während der

Kriegszeit von1914bis 1918 litten Weinbau und Kellerwirtschaftvor allem unter

dem Mangel an Arbeitskräften, Spritzmitteln zur Schädlingsbekämpfung und

Düngemitteln. Durch dieAbtrennung Südtirols vonÖsterreichimJahr 1918 ging

dasHauptabsatzgebietder Kalterer Genossenschaften verloren. Die Kellereigenossenschaften

bemühten sichzwar, den Exportwieder in Gang zu setzen. Der

schwierige Bahntransport, die neue Grenze am Brenner und die starke Inflation

in Österreichverhinderten aber eine Normalisierung des Weinexports.

1924 nahm die KellereigenossenschaftKalterneinen Zubau im Norden des

Kellereigebäudes in Angriff,umdas Fassungsvermögen zu vergrößern.Der Bau

konnte wegen großer Probleme bei den Bauarbeiten erstimSeptember 1925

abgeschlossen werden.

1925 entsteht die Neue KellereigenossenschaftKaltern. Am 4. November

1925 gründeten 62 Kalterer Weinbauerndie „Neue Kaltererwein Genossenschaft“.

1926 wurde angrenzend an das Bahnhofsgelände das Kellereigebäude nachden

Plänen des Architekten Walter Norden aus Bozen erbaut. Im Herbst 1926 wurde

im neuen Gebäude zum ersten Mal eingekellert.

Somit bestanden in KalternvierKellereigenossenschaften. Um Verwechslungen

mit den anderen zu vermeiden, beschloss die Vollversammlung der Kellerei-

[wein.kaltern magazin2017—p.36


Das Kellereigebäude der

Bauern-Kellerei-Genossenschaftum1911

genossenschaftKalternam3.Oktober 1926, die eigene Bezeichnung in „Erste

KellereigenossenschaftKaltern“ zu ändern. Die Jubiläums-Kellerei-Genossenschafthingegen

wurde um 1927 –wohl auf Grund der herrschenden politischen

Verhältnisse –in„Großkellerei-GenossenschaftKaltern“ umbenannt.

Die Wirtschaftskrise trifft die Kellereigenossenschaften. In den 1920er-

Jahren bekamen die Kellereigenossenschaften die Wirtschaftskrise zu spüren.

Die Kunden im In- und Ausland schoben die Zahlungen immer weiter hinaus,

gelieferter Wein wurde zum Teil über Jahrenicht bezahlt. Der Absatz lahmte.

Am 31.Juli 1929 warfast die ganze Erntevom Herbst 1928 nochunverkauft

im Keller.Die Weinpreise im Großhandel und im Detailhandel sanken, die Löhne

mussten herabgesetzt werden.

Die KellereigenossenschaftJosef Baron Di Pauli. Am 26. August1932fand

die Gründungsversammlung der KellereigenossenschaftJosef Baron Di Pauli statt.

36 Weinbauernunterzeichneten anschließend die Beitrittserklärung. Nach Klärung

verschiedener Details wurde das Kellereigebäude samt Einrichtung, Geräten

und Lagerbestand vomEigentümer GeorgFreiherrDiPauli erworben. Im Herbst

1932 wurde die erste Ernte der Genossenschaftsmitglieder eingekellert.

UnsichereJahrebis nachdem Zweiten Weltkrieg. AufGrund der Wirtschaftskrise

stieg die Verschuldung der Genossenschaften bei den Banken zunehmend

an. 1934 spitztesichdie Lage derErsten Kellereigenossenschaftdramatischzu. Im

letzten Moment konnte ein Konkurs abgewendetwerden: In der außerordentlichen

Vollversammlung vom5.August 1934 entschieden die Mitglieder mit Stimmenmehrheit

einen Teil der Schulden freiwillig zu übernehmen. Im Dezember 1934

erhielt die Genossenschaftzudem aus Rom einen außerordentlichen Zinsbeitrag

auf 25 Jahre, rückwirkend ab Juli 1931.

Um dieKunden im Detailgeschäftbesser undschneller beliefernzukönnen,

wurde um die Mitte der Dreißigerjahreauf den Lastkraftwagen als Transportmittel

gesetzt. Die Eisenbahn verlor an Attraktivität.

[wein.kaltern magazin 2017—p.37


GRABUNGEN

[ Die Geschichteder

KellereigenossenschafteninKaltern

Die Jubiläums-Kellerei-Genossenschaft

Kalternum1910

Das 1939 abgeschlossene Options-Abkommen zwischen Italien und Deutschland

bedeutete auchfür die Genossenschaften und deren Mitglieder große

Unsicherheit. Der Ausbruchdes Zweiten Weltkrieges brachte wieder ähnliche

Erscheinungen, wie sie vomErsten Weltkrieg her bekannt waren.

Auf- und Ausbau nach1945. 1953 und 1967 erweiterte die Erste Kellereigenossenschaftihr

Betriebsgebäude durch Erweiterungsbauten an der Nordseite des

Kellereigebäudes.

Bereits Mitte der Fünfzigerjahrewurde Wein in Flaschen abgefüllt und verkauft.

Es warenLiter-und Zweiliterflaschen, 7/10-Liter-Flaschen und Chianti-Flaschen.

Das Transportfass warabernachwie vorder am meisten verwendete Behälter für

den Weinversand. In den folgenden Jahren gewann die Glasflasche jedochzusehends

an Bedeutung.

Ab Herbst 1969 wurden in allen Kalterer Genossenschaften nicht mehr Maische,

sondernnur nochTrauben angeliefert.

Nach jahrelangem Tauziehen wurde 1970 die DOC-Regelung für Weine mit der

Bezeichnung „Kalterer“ und „Kalterersee“ eingeführt. Die Europäische Gemeinschafterließ1970die

grundlegenden Richtlinien für den gemeinsamen Weinmarkt.

Die Umstellung auf den Detailverkauf in Flaschen erforderte neue Räume für

Füllanlagen, Flaschenlager und Verkaufs- und Verkostungslokale. Die Genossenschaften

erweiterten zwischen 1970 und 1980 ihreBetriebsgebäude mit geeigneten

Um-, Zu- und Neubauten.

1979 kaufte die GenossenschaftJosef Baron Di Pauli das großeKellereigebäude

der Kellerei Alois Morandell &Sohn in der Bahnhofsstraße. Der Kellereibetrieb

wurde vomDorfzentrum in das angekaufte Gebäude am Dorfeingang übersiedelt.

Die Neue Kellereigenossenschaftverdoppelte 1981 dieKubatur ihres Kellereigebäudes

durch einen großzügigen Zubau gegen Norden.

1986 verschmelzen Erste und Neue Kellereigenossenschaft. Am 16.und

23. Mai 1986 beschlossen die Vollversammlungen der Ersten und der Neuen Kellereigenossenschaft,

sichzusammenzuschließen. Die Erste Kellerei verfügte

[wein.kaltern magazin2017—p.38


Der Zusammenschluss zu Wein-Produktions-

Genossenschaftenlöste die kleineren Weinbauern

ausder totalenAbhängigkeitvon den

sogenannten Weinherrenund Weinhändlern.

zum Zeitpunkt der Fusion über ein Fassungsvermögen von43.211 Hektoliter,

280 Mitglieder und eine Anbaufläche von169 Hektar,die Neue Kellerei über ein

Fassungsvermögen von28.000 Hektoliter,142 Mitglieder und eine Anbaufläche

von70Hektar.

Am 9. Dezember 1986 wurde der Fusionsvertrag unterzeichnet. Die Vollversammlung

legte am 20. Dezember 1986 nachlängererDiskussion für den fusionierten

Betrieb die neue Bezeichnung „Erste &Neue Kellereigenossenschaft

Gen. m. b. H. Kaltern“ fest.

Einkellerung und Lagerung erfolgten nur mehr in der ehemaligen Ersten Kellerei,

Füllung und Versand nur mehr in der ehemaligen Neuen Kellerei. 1990 wurde

die große Versandhalle mit vier Falttoren erbaut.

Qualität steht im Mittelpunkt. Nach den Weinskandalen in Österreichund

Italien wuchs Mitte der 1980er-Jahreder BedarfanQualitätsweinen. Gleichzeitig

ging der Weinkonsum proKopf starkzurück. Daraus ergaben sichzwangsläufig

Umstellungen auchfür den Weinbau. Gute Trauben-Ware erzielte nunmehr einen

höheren Preis. Die Weinqualität nahm zu, die Palette an Sorten wurde erweitert.

1988 wurde die Puntay-Qualitätslinie eingeführt. Seit Juli 1989 wurde Kalterersee

Auslese nur mehr in der 0,75-Liter-Flasche ausgeliefert.

Die KellereigenossenschaftDiPauli gliedertsichindie Erste &Neue ein.

Mit der Unterzeichnung des Fusionsaktes am 1. Juli 1991 trat die Erste &Neue

Kellereigenossenschaftinalle Rechte und Pflichten der GenossenschaftJosef

Baron Di Pauli ein. Das Kellereigebäude und ein Verkaufslokal in der Goldgasse

im Dorfzentrum wurden übernommen. Durch dieneuerliche Fusion warinder

Ersten &Neuen Kellerei ein Überhang an Raum und Fassungsvermögen entstanden.

Am 12.Februar 1992 wurde deshalb das Kellereigebäude der ehemaligen

Kellerei Di Pauli verkauft.

In den folgendenJahren wurden zahlreiche Maßnahmen zur Modernisierung

der Einrichtung und Ausstattung des angewachsenen Betriebes getroffen. Andererseits

wurdeversucht, die laufenden Ausgaben zu vermindern.

1992 vereinen sichBauernkellerei und Großkellerei. Beide Kellereigenossenschaften

beschlossen am 25. April 1992 zu fusionieren. Am 21.August1992fand

die erste Vollversammlung der neu gebildeten Genossenschaftstatt,die sichdie

Bezeichnung „Kellerei KalternGen.m.b.H.“ gab. Ab 1. September 1992 waren

die zwei Betriebe mit allen Rechten und Pflichten zusammengelegt.

Zum Zeitpunkt der Fusion lieferten die 116Mitglieder der Bauernkellerei

15.000 Doppelzentner,die 286 Mitglieder der Großkellerei 22.000 Doppelzentner

Weintrauben. Die Geschäftsbereiche der beiden Betriebe wurden nachund nach

zusammengeführtund harmonisiert. Beibehalten wurden die zwei Kellereigebäude

mit Verkaufslokalen in der Bahnhofs- und der Kellereistraße.

Als letzten größeren Genossenschaftsbau in Kalternerrichtete die Kellerei

Kaltern2006 das „winecenter“, ein Verkaufs- und Verkostungsgebäude in moderner

Architektur.

2016 –die Kellerei Kaltern. Derletzte Akt in der Geschichte der Kalterer

Kellereigenossenschaften seit 1900 wird2016geschrieben. Die Kellerei Kaltern

und die Erste +Neue Kellerei schließen sichzusammen und sprechen in Zukunft

mit einer Stimme: mit der Kellerei Kaltern.]

Martin Sölva

Kaltern, Historiker

[wein.kaltern magazin2017—p.39


GESCHICHTE

[ Der Blauburgunder in Kaltern

[Der

Blauburgunder

in Kaltern

DerBlauburgunder oder PinotNoir gilt vielen

Weinkennernals dieedelste Rotweinsorte.

Nach Südtirol kamdie edle RebsorteMitte des

19.Jahrhunderts. Einer der Pioniere,die den

BlauburgundernachSüdtirol brachten undauch

in Kalternkultivierten,war Anton vonPosch.

TEXT

IvoMaran und Stefan Morandell

Der „Wohlgeboren HerrAnton vonPosch, TirolerLandmann und Doktor der

Rechte“ wurde am 25. März1812inLandeckimOberinntal geboren und heiratete

1865 das wohlgeborene Fräulein MariaLauravon Roeggla zu Aehrenthal aus

Kaltern. Poschheiratete damit in eine große,damals wahrscheinlichwohl die

größte Weinbaufamilie in Kalternein.

Nach Christian Single wurde

„der schwarzblaue Klevner

häufig, ja sogar allgemein mit

dem schwarzblauen Burgunder

verwechselt und umgekehrt“.

Erstspäter erkannteman,dass

der hier abgebildete blaue

Burgunder mit dem blauen

Klevner identischist.

Aus: Abbildungen der Traubensorten

Württembergs. Christian Single,

Stuttgart1860

Verschiedene Synonyme

für Blauburgunder aus

„Ampélographie Rhénane“

vonM.J.L. Stoltz

aus dem Jahre1852

• Klebroth(Rheingau)

• Schwarzer Burgunder,

Gentil noir (Elsaß)

• Clevner,Auvernat

(Württemberg)

• Morillon noir (Epernay)

• Pinotdru,Noirien

(Côte-d’Or)

Anton vonPoschmuss aber schon vorseiner Verbindung mit Kalternseine

Leidenschaftfür den Wein entdeckt haben. Im Jahr 1846 fand nämlichinGraz

unter der Schirmherrschaftvon Erzherzog Johann die 10.Versammlung deutscher

Land- und Forstwirte statt. Diese Tagung gabdie Initialzündung für den Anbau

edler und in Tirolbis dato unbekannter Rebsorten wie Riesling, Weißburgunder

und Blauburgunder,den man damals nochKlevner nannte. Poschwar der einzige

Tiroler bei der Tagung, bei der einige der bekanntesten Weinbauexperten aus

dem deutschen Sprachraum über den Anbau edler Rebsorten referierten. Die

Ampelographie, die Lehrevon den Rebsorten, steckte nochinden Kinderschuhen

und es warnochnicht Allgemeingut, dass die richtige Rebsorte der Hauptfaktor

für die Weinqualität ist.

Sowohl Erzherzog Johann wie auchAnton vonPoschdürften auf dieser Tagung

entscheidende Anregungen erhalten haben. Der Erzherzog wurde zunächst

Weinbaupionier in der Steiermarkund dann in St. Valentin bei Eppan. Während

auf St. Valentin vorallem Weißweine angebaut und dann als „Bergweine“ vermarktetwurden,

reüssierte Poschinder Riegel Badleit in Kalternmit Klevner,also mit

Blauburgunder.Bei der dreitägigen Weinprobe auf der Weinausstellung in Bozen

vomSeptember 1867 erhielt er für seinen „Kalterer Klevner 1865er“ als einziger

eine bronzene Medaille in der Kategoriefür „rothe Flaschenweine vonausländischen,

nachTirol verpflanzten Reben“.

[wein.kaltern magazin2017—p.40


Bronzene Medaille, verliehen

anlässlichder „5. südtirolischen

Früchte- und Weineausstellung“ 1867

im Merkantilgebäude in Bozen

„Nur“ Anerkennung fand hingegen bei der Verkostung Franzvon Zallinger für

seinen Klevner 1866er.Die Familievon Zallinger besaß den Kreuzbichlerhof auf

dem WegnachRafenstein am Eingang des Sarntales. Der Blauburgunder von

dortgalt aufgrund der alten Reben und der sorgfältigen Vinifikation durch die

Kellerei BriglinGirlan nochbis in die 1980er-Jahreals eine Referenzgröße für

Südtiroler Blauburgunder und warbekannt für seine lange Lebensdauer.

Poschwählte als Erziehungsformfür die neuen Rebsorten nicht die übliche

Pergola, sondernden sogenannten Steckelerebenanbau. Mit welchen Schwierigkeiten

und mit wieviel Misstrauen vonseiten anderer Weinproduzenten er zu

kämpfenhatte, kann manerahnen, wenn man erfährt, dass nochdreißig Jahre

später manche glaubten,das plötzliche Auftauchen der Reblaus in Kalternwäre

nur auf die fortschrittlichen Anbauversuche vonPoschzurückzuführen.

Der hoffnungsvolle Beginn des Blauburgunderanbaues in Kalternfandjedoch

mit dem frühen Toddes Anton vonPoschzunächst ein Ende. Am 5. Oktober 1871

wurde auf „Ansuchen der Vormundschaftder Kinder des Dr.Anton vonPosch

die gesamte auf dem HofezuBadleit ober dem Kalterer See und auf dem sogenannten

Etschgute befindliche Praschletvon ca. 400 Yhren (ca. 320 hl) –worunter

solche vonRiesling und Clevner-Reben, weiters 110Yhren (ca. 88 hl) reiner,

tadelloser alter Rothwein und mehrereStanderund Panzen“ versteigert.

(Volksblatt, 30.09.1871)

Der Kalterersee-Wein gilt einigen Kennernals „kleiner Bruder des Blauburgunders“.

Dem Blauburgunder selbst haben sicheinige Kalterer Weinproduzenten

erst in den letzten Jahrzehnten wieder intensiver gewidmetund versuchen, ihm

auchinKalternnachüber150 Jahren wieder eine Heimat zu geben.]

IvoMaran

führtnach seinem

naturwissenschaftlichen

Studium eine Pension

am Kalterer See.

Stefan Morandell

istHistorikerund

hauptberuflichals

Bibliothekar tätig.

[wein.kaltern magazin 2017—p.41


WISSENSWERTES

[Die

DOC/

DOP

Qualitätsstufen

der Südtiroler

IGT/

IGP

Weine

Vino

(Tafelwein)

Südtirol istmit rund 5.300Hektar eines der

kleinstenWeinbaugebieteItaliens, produziert aber

im Vergleichzuden anderen Weinregionendie

meisten DOC-Weine. 98 Prozentder Weinbauflächen

stehen unterDOC-Schutz. Aber wofür steht

diese Bezeichnung DOC?

[wein.kaltern magazin2017—p.42


TEXT

Susanne Gasser

Um der Massenproduktion nachdem Zweiten

Weltkrieg entgegenzuwirkenund die Qualität der

Weine zu erhöhen, wurde in Italien im Jahre1963

die Qualitätsbezeichnung DOC (Denominazione

di Origine Controllata) eingeführt. Die Bezeichnung

verpflichtete den Staat, die Herkunftder

Weine und weitereAuflagen wie den Ertrag im

Weinberggenau zu kontrollieren. Erst1980folgten

weitereQualitätsstufen.

Im Jahre2010wurde in Anpassung an die neue

EU-Weinmarktordnung das staatliche Weingesetz

DL Nr.61vom 8. April 2010 erlassen, das die Qualität

der Weine in Pyramidenformordnet, wobei

die Tafelweine die unterste Stufebildenund die

weiteren Bezeichnungen IGT, DOCund DOCG

der Qualität entsprechend aufsteigend angeordnet

sind.

Vino (früher Vino da Tavola VdT /Tafelwein)

Für diese Weine müssen –sei es im Anbau wie in

der Kellerwirtschaft–nur die gesetzlichen Mindeststandards

eingehalten werden. Verschnitte

vonunterschiedlichen Regionen, Rebsorten sowie

Jahrgängen sind erlaubt. Deshalb sind auf dem

Etikettnur die Bezeichnungen BIANCO (weiß)

und ROSSO (rot)zulässig.

IGT (Indicazione GeograficaTipica) oder

IGP (Indicazione Geografica Protetta)

Der Wein muss dem Wesen nacheine typische,

geografischbedingte Charakteristik aus einem

klar definierten Herkunftsgebietoder einer

Rebsorte aus einer bestimmten Region aufweisen.

Die Südtiroler IGP-Weine sind „MitterbergIGT/

IGP“ und „WeinbergDolomiten/Vigneti delle

Dolomiti IGT/IGP“.

DOC/DOP

Die Bezeichnung DOC „Denominazione di

Origine Controllata“ oder DOP „Denominazione

di Origine Protetta“steht für „Wein mit kontrollierter

Herkunftsbezeichnung“. Weine aus einem

DOC-Gebietunterliegen strengen Vorschriften.

Diese betreffen:

• den Höchstertrag, der proHektar

Anbaufläche zugelassen ist

• die zulässigen Rebsorten

• die Artder Verarbeitung

• Mischverhältnisse

• die geschmacklichen Eigenschaften

wie Farbe, Geruch,Geschmack,

Mindestalkoholgehalt, Säuregehalt u.a.

• die Lagerung bzw.die Lagerungsjahre

• die Reberziehung.

Durch chemische und organoleptische Analysen

wirddie Einhaltung dieser Vorschriften regelmäßig

überprüft. Dadurch schützt die DOC-Bezeichnung

den Produzenten vordem Missbrauchder Ursprungsbezeichnung

und ist für den Konsumenten

Garantie der Herkunftder Weine.

Die Ursprungsbezeichnung Südtiroler DOC-

Weine sind „Südtirol“ oder „Südtiroler“ und

„Kalterersee“.Weiters gibt es sieben DOC-

Unterregionen, darunter auchden „Südtirol Kalterersee“.

Scheint neben dem Zusatz „Südtirol“

oder Südtiroler“ die Bezeichnung einer Rebsorte

auf, muss der Wein zu mindestens 85 Prozent aus

der angegebenen Sorte hergestellt sein.

DOCG

DOCG heißt „Denominazione di Origine ControllataeGarantita“

und ist in Italiens Weinpyramide

die höchste Qualitätsstufe. Es sind dies Weine

mit kontrollierter und garantierter Ursprungsbezeichnung.

Sie machen 5Prozent der Produktion

Italiens aus. In Südtirol wirddie DOCG-Regelung

nicht angewandt.

Zusätzliche Qualitätsbezeichnungen weisen

bei DOC- und DOCG-Weinen auf eine Qualität

hin, die über dem Standardliegt:

• Klassisch/Classico bezeichnetTraditionsgebiete

innerhalb eines bestimmten Bereichs

(z.B. Kalterersee klassisch)

• Superiore darfverwendetwerden, wenn

einige Qualitätsmerkmale überstiegen

werden (z.B. Kalterersee classico superiore/

Kalterersee klassischAuslese)

• Riserva darfangegeben werden,

wenn die Fassreifelängerals

vorgeschrieben ist (2 –4Jahre) ]

Susanne Gasser,

Diplom-Sommelière,

Kaltern

[wein.kaltern magazin2017—p.43


KÜCHE & R EZEPTE

[Kalbsragout

mitPolentanocken

Eine Spezialitätaus Kaltern

[wein.kaltern magazin2017—p.44


HubertUnterhauser,

ChefkochimHotel Hasslhof

Familie Anton Morandell

St.Josef am See 62, Kaltern

T+39 0471 960 059

info@hasslhof.com

www.hasslhof.com

Rezeptfür etwa 6Portionen

Zutaten Kalbsragout

40 ml Samenöl

75 gZwiebel

40 gKnollensellerie

40 gKarotten

400 gKalbsnuss, pariert

Salz und Pfeffer

20gTomatenmark

50ml Rotwein

750mlbraune Kalbsgrundsauce

1Thymianzweig, 1Lorbeerblatt,

1Rosmarinzweig, 1Knoblauchzehe

Kartoffelstärkezum Binden

Zutaten Polentanocken

250ml Milch

250ml Wasser

Salz

30gButter

300gKalterer Plent

3Eier

100gMehl

Zubereitung

Kalbsragout: Pariertes Kalbfleischin

kleine Würfelschneiden. Aufgussmittel

(braune Kalbsgrundsauce) vorbereiten.

Klein geschnittenes Mirepoix (Zwiebel,

Knollensellerie und Karotten) in

einem flachen Kochgeschirrinheißem

Öl andünsten. Geschnittenes Kalbsfleischdazugeben,würzen

und unter

gelegentlichem Rühren den austretenden

Fleischsaftsolange einkochen

lassen, bis das Fleischzurösten beginnt.

Tomatenmarkdazugeben und kurz

mitrösten. Mit Rotwein deglacieren

(ablöschen). Den Ansatz mit der braunen

Kalbsgrundsauce auffüllen, zum

Siedepunkt bringen, gehackte Kräuter

dazu geben und ca. 30 Minuten köcheln

lassen. Zum Schluß das Kalbsragout

abschmeckenund mit Kartoffelstärke

binden.

Polentanocken: Die Milchzusammen

mit dem Wasser,dem Salz und der

Butter aufkochen. Das Polentamehl

unterrühren und solange rühren bis

die Masse fest ist. Die Masse abkühlen

lassen, dann die Eier unterrühren und

das Mehl dazu kneten. Ausdem Teig

gleichmäßige Stränge formen und

daraus dann die Nocken schneidenund

in Salzwasser kochen.

Weinempfehlung

Zum Kalbsragout mit Polentanocken

passt hervorragend ein kühl servierter,

frisch-fruchtiger und einladend

trinkiger,klassischer Kalterersee.

Gutes Gelingen und

guten Appetit wünscht

HubertUnterhauser ]

[wein.kaltern magazin2017—p.45


KURZPORTRÄT

[»Eswar

eine Schinderei –

undeine

schöne Zeit«

„Wenn keine Schule war, verbrachte ich

auchmal den ganzenTag im Weinberg.“

[wein.kaltern magazin2017—p.46


HanniSölva:

DasOchsenführen

warfür

unsKinder die

härteste Arbeit.

TEXT

Elisabeth Turker

Um 5Uhr morgens ging es los: Dann machte sich

Johanna Andergassen gemeinsam mit ihrem Vater

und ihrer Schwester auf in die Weingüter.Sie

warennicht groß, dieGüter in Planitzing, Barleit

und Moos –dennochwartete viel Arbeit. „Meine

beiden älteren Brüder arbeiteten damals schon

für den Baron Di Pauli, und mein jüngerer Bruder

lernte den Maurerberuf. Also kamenvor allem

meine Schwester und ichinden heimischen

Güternzum Handkuss“, erinnertsichHanni,

heute verheiratete Sölva,anihreKindheit. Damals

warensie vorallem für die Bodenbearbeitung

zuständig. Hinter dem blumigen Wort Bodenbearbeitung

steckte aber harte Arbeit:„UnsereHauptaufgabe

wares, den Ochsen vordem Pflug zu

führen. Im Frühjahr wurde die Erde mit dem Pflug

vonder Rebe weggebaut, damit diese Luft bekam.

Im August wurde sie dann wieder hin geschöpft.“

Wasder Pflug nichtschaffte, musste mit Haue

und Schaufel händischerledigt werden: „Eine

Knochenarbeit“, erzählt die damals 13-Jährige

heute. Das Ochsenführen ist HanniSölva als härteste

Arbeit in Erinnerung geblieben: „Wennder

Pflug wegen uns nicht gerade fuhr,warfder Bauer

vonhinten mit Steinen nachuns, um uns wieder

auf den richtigen Wegzubringen“, berichtetdie

72-Jährige lachend.

Nach der Schule in den Weinberg Auch in ihrer

Freizeit verbrachte die gelernte Verkäuferin viel

Zeit unter den Reben. So lief sie gemeinsam mit

ihrer Schwester häufig nach demUnterrichtins

Weingut. Dortgab es immer etwaszutun: „Nach

dem Hin- oder Wegpflügen mussten wir Kinder

den Weinberggrasen. Das warnatürlichanstrengend.

Aber wir hatten auchunseren Ehrgeiz. So

haben wir immer verglichen, weramsaubersten

gearbeitethatte. Gejammertwurde nicht.“ Wenn

keine Schule war, verbrachte Johanna auchmal

den ganzenTag im Weinberg. „Zu essen gabes

dann drei Mal Polenta. Es gabjanichtsanderes.“

Polenta, Leps und Wasser aus dem Trog für die

Kinder: „Das warsicher alles andereals hygienisch.

Heutzutage würde man uns wohl dafür

einsperren“, lacht Hanni. Aber obwohl die Arbeit

hartund die Verköstigung bescheiden war, fehlte

es nicht an Frohmut.„Während der ganzenErnte

wurde gesungen, gelacht und getratscht. Es war

eine Schinderei –abereswar aucheine schöne

Zeit.“

Mit der Modernisierung endete der Spaß

Undnocheinen Brauchaus alten Tagen wird

Hanni Sölva ewig in Ehren halten: „Nachgetaner

Arbeit hat man sichamAbend stets die Zeit genommen,

bei den Nachbarn einzukehren. Vorfast

jedem Haus stand eine Bank,auf der man sichzusammensetzte.

Man erzählte sichvom erlebten Tag

und half, wenn Hilfenötig war“, erzählt sie mit

Sehnsucht in der Stimme. „Das gibt es heute nicht

mehr.“ Nach derHeirat stieg das Nesthäkchen der

Familie Andergassen gemeinsam mit ihrem Mann

endgültig in die Weinwirtschaftein und übernahm

einen großen Teil der Arbeiten. Inzwischen hat

der Sohn den Niklaserhof übernommen, und auch

die Enkelkinder helfen bereits fleißig mit. Dank

der landwirtschaftlichen Maschinen wurde die

Schinderei im Weinbergdeutlichweniger,weiß

Hanni Sölva –aber auchdie Freude. „Heutzutage

verlangt jeder immer mehr.Die Landwirtschaft

verlangt mehr,die Genossenschaftverlangt mehr.

Alles wirdaufs Genaueste kontrolliert, alles muss

exakt passen. Das hat der Sache den

Spaß genommen.“ Niemand singt

mehr in den Weinbergen, niemand

lacht oder witzelt. Ganz anders als

zu Hannis Kindertagen: „Da hieß es

immer: Singt fest und laut, dann esst

ihr weniger Trauben.“]

ElisabethTurker

Journalistin, lebt in

Kalternund istinder

Welt zu Hause.

[wein.kaltern magazin 2017—p.47


WEIN & K UNST

[DerLichtfänger

im Weinberg

Kurt Mosers bezauberndePhotokunst

[wein.kaltern magazin2017—p.48


»Ich willLicht in

Kunstwerke verwandeln,

Geschichtenihrer

Vergänglichkeit

entreißen.«

KurtMoser, Fotograf

Kurt Moser und Barbara Holzknecht

vor dem Atelier im Castel Campan

TEXT

Patrick Rina

Schönheit setzt Ruhe voraus. Nicht vonungefähr

befindetsichdas Atelier vonKurtMoser an einem

Ortder Muße: im beschaulichen Castel Campan

in Kaltern. Moser ist Photograph, besser:Ambrotypist.

Hermetischist die Berufsbezeichnung,

erinnertKundige an die Kinderjahredes „Zeichnens

mit Licht“. Um 1850 wurde die Ambrotypie

(altgriech. ambrotos =unsterblich) entwickelt.

In sie hat sichder Mann mitdem Braveheart-

Kopfschmuckverliebt. Der frühereTV-Kameramann

schafft Photos aus reinem Silber auf

50×60cmgroßen, schwarzen Glasplatten. Es ist

die Schwärze, die den Ablichtungen eine Dreidimensionalität,

Tiefeund Schärfe verleiht,gegen

die sichein normaler Papierabzug wie eine verschwommene

Photokopie ausnimmt.

Die Ambrotypie ist eine Direktpositiv-Technik,

die nie breitenwirksam wurde, weil sie arman

praktischer Vernunft, aber reichanunpraktischen

Capricen ist. So muss der Portraitierteeine halbe

Minute lang nachgerade zur Salzsäule erstarren–

einzig dann gelingt eine Aufnahme mit der zwei

Meter großen Holzkamera. Das Vertrackte reizt

Moser:„Die Glasplatten müssen geschnitten und

gesäubert, das Kollodium gemischt, Fixierlösungen

angesetzt werden. Die Photos werden dann

sofortentwickelt,fixiert, getrocknetund mit

Firnis versiegelt. Das Ergebnis sind unverfälschte

Einzelstücke.Sie sind für eine kleine Ewigkeit

haltbar.“

Kleine Ewigkeit. Ja, Moser ist ein Feingeist.

Der Photographie will er etwasvon ihrer historischen

Würde zurückgeben. Es ist eine Reaktion

auf unserenervösen Tage, die einem Hochamt des

Digitalfotos (mit sterilem f, nicht mit edlem ph

geschrieben) ähneln. Überall ertönt das Hosianna

auf die Handykamera. Moser reiht sichnicht in

diesen Chor ein. Er ist ein Solistund –ipse dixit –

ein Tagträumer.Die Anmut der Dolomiten will er

in den nächsten drei Jahren mit seiner sonderbarschönen

Kunst festhalten. Sein Vorhaben wird

vonder UNESCOunterstützt:„Es warmir ein

Anliegen, die Schutzherrschaftder UNESCO-

Stiftung Dolomiten für mein Projekt zu erhalten.

Gerade versuchen BarbaraHolzknecht –die Projektleiterin

vonLightcatcher –und ich, in Rom

eine weitereUNESCO-Anerkennung zu erhalten.“

Die Bilder der bleichen Berge und ihrer knorrigen

Bewohner sollen in einem alten sowjetischen

Ural-LKW entstehen. Moser ist dabei, das gigantische

Vehikel in eine fahrbareKamerazuverwandeln.

„In meinem Ural werdeich wortwörtlich

IN der Kamerasein. Ichkann dann das durch die

Optikeinfallende Licht berühren und einfangen“,

schwärmt der Wahl-Kalterer.Das macht aus ihm

tatsächlicheinen Lichtfänger,einen Experimentator

empfindsamer Bildwerke.

Bevordas Abenteuer beginnt, sinnierterim

Castel Campan: „Hier bereiten wir nicht nur die

Platten für die Bergaufnahmen vor. Vonhier aus

steuernwir das gesamte Projekt. Diese Mauern

sind die Herzkammer meines Schaffens. Ichfühle

michhierwohl. Dieses Refugium verdankeich

dem Schlossherrn,Michael Graf Goëss-Enzenberg,

einem sehr kunstsinnigen Mann.“ Der langhaarige

Schöndenker schöpftIdeen im Weinberg,

beschallt seine Dunkelkammer mit fein nuancierter

Barockmusik vonPachelbel, labt sicham

„Meditationswein“, schmiedet(wohl weinbedingt)

Zukunftspläne: „Bislang galt mein

Augenmerkvor allem den Dolomiten.

Jetzt schwirrenauchGedanken über

Kalterndurch meinen Kopf.

Die Gegend hier hat viele spannende

Winkel. Ichwürde gerne eine Serie

über traditionelle Holzmasken aus

dem Überetschsowie abstrakte

Portraits realisieren.“]

PatrickRina

ORF-Journalistaus

Meran, liebt Kalterer

Plent und Rebensaft.

[wein.kaltern magazin2017—p.49


WEIN & K ULTUR

Vonwein.kaltern

FürSie.

Sie erhalten die hier vorgestellten Produkte bei wein.kalternimBürodes Tourismusvereins

KalternamSee am Marktplatz in Kaltern, sowie bei den Mitgliedsbetrieben der Qualitätsinitiative.

NähereInformationen: www.wein.kaltern.com

Das wein.kaltern-Glas

Das vonRiedelkreierteKalterersee-Glas

mit dem Schriftzug wein.kaltern,verpackt

in edlem Karton,natürlichmit typischer

Kalterer Weinbegleitung. Fest steht:Nicht

nur der Kalterersee, sondernalleWeine

aus Kalternentfalten sichbesondersgut,

wenn sie im wein.kaltern-Glas kredenzt

werden.

(→ Im Geschenkskarton 2Stück €22,-)

Der „Kalterer Plent“

Lange Zeit stand im heutigen Weindorf

Kalternein Getreide im Mittelpunkt des

Dorflebens: der Mais. Früher allgegenwärtig,

dann zumeist verdrängt, gedeiht der

Mais jetzt wieder in Kaltern: EinGrundstückamSee

wurde gepachtetund durch

fleißige Bauernund Helfer bewirtschaftet.

Der ideale Begleiter zu einem guten Glas

Kalterersee-Wein. (→ €6,–)

Weinführer &

Weinwegweiser

Der Weinführer bieteteine genaue

Darstellung des Anbaugebietes Kaltern

und beleuchtetneben dem geologischen

auchden kulturgeschichtlichen Hintergrund.

Im Mittelpunktstehen die Weine

ausKaltern,inihren verschiedenen Ausprägungen

und Qualitäten. Abgerundet

wirddie Darstellung durch die Beschreibung

der Partnerbetriebe. (→ €5,–)

Der Weinwegweiserstellt alle Partnerbetriebe

vonwein.kalternvor und präsentierteinen

beliebten Spazierweg–

den Weinweg.

WeinleseninKaltern

AufEinladung vonwein.kalternist vor

einigen Jahren ein besonderes Buchentstanden:

Kurzgeschichten zum Thema

Wein. Ein Sammelband verschiedenster

Erzählungen bekannter Autorinnen und

Autoren –etwaAlfred Komarek,Sabine

Gruber und Franzobel –rund um die KaltererWeinwirtschaftund

Weinkultur.

Ein Muss für Kaltern-Liebhaber! (→ €10,–)

Ältereund neuereBauten

Der Wein prägt die Architektur und unser

Ortsbild. Zwei Broschüren erzählen von

der historischen Architektur Kalterns

ebenso wie vonder zeitgenössischen. Denn

neben den wunderschönen historischen

Bauten im „Überetscher Stil“ ist in der

Gegenwartauchvon einem „Architekturwunder“

Kalterndie Rede. (→ €2,–)

[wein.kaltern magazin2017—p.50


[Südtiroler

Weinmuseum

Das Südtiroler Weinmuseum befindetsichimZentrum vonKaltern, wenige Schritte vom

Marktplatz entfernt, im ehemaligen Zehentkeller der HerrschaftKaltern-Laimburg. Es

dokumentiertdie lokale Weinbautradition in verschiedenen Facetten: Geräte führen durch

das bäuerliche Arbeitsjahr,sakrale Objekte weisen auf Bräuche und Feste hin und belegen die

Rolle des Weines in der Religion. Die Fassbinderwerkstattzeugt beispielhaftvom Zusammenspiel

zwischen Handwerkund Weinbau. Im Weingarten wachsen auf historischen Rebgerüsten

über dreißig, teils alte lokale Rebsorten, die im Herbstauchverkostetwerden können.

Programm 2017

6. April bis 9. November

jeden Do, 10 –11.30 Uhr

Führung durch das

Weinmuseum mit

Weinprobe

23. April, 10 –17Uhr

Kalterer Weinwandertag

21.Mai, 10 –17Uhr

Experiment Geschichte:

Wein und Brot beiden

alten Römern

Internationaler Museumstag

3. Juni, 19 –21Uhr

Verkostung vonWeinen

aus alten Rebsorten und

Abendführung

19.Juli–30. August, jeden

Mi, 10 –11.30 Uhr

Fassbinderwerkstatt

14.Juli bis 25. August, jeden

Freitag, 10 –11.30 Uhr

Töpferwerkstatt

8. September,16Uhr

Alte Südtiroler Rebsorten.

Themenführung durch

den Weingarten

7. und 9. September,15.30

bis 17 Uhr

Verkostung vonWeinen

aus alten Südtiroler

Rebsorten

5. November,10–14Uhr

Kastanienbraten

im Weingarten

Südtiroler

Weinmuseum |

Museo provinciale del vino

T./F.(+39) 0471 963 168

weinmuseum@landesmuseen.it

www.weinmuseum.it

Öffnungszeiten:

1. April bis

11.November 2017

Di bis Sa: 10–17Uhr

Sonn- und Feiertags:

10–12Uhr

1. November: geschlossen

[wein.kaltern magazin 2017—p.51


WEIN & K ULTUR

[Weinhighlights 2017

Kalterer

Weıṅwandertag

Wandern

und genießen

Kalterer

Wineparty

Das Saison-

Opening

Kaltern

Ganz in Rot

Die besten

Kalterersee und

Rotweine auf

einerBühne

23.April 2017,10–18 Uhr

Kalterer Weinwandertag —ErwandernSie

Kalternmit Freunden und

Familie. Die Partnerbetriebe von

wein.kalternladen zu Weinverkostungen,

Kellerbesichtigungen,

kulinarischen Genüssen und einem

abwechslungsreichen Programm ein.

www.wein.kaltern.com

6. Mai 2017,ab20Uhr

Kalterer Wineparty —Mit erhobenen

Gläsernwirdimstilvollen Ambiente die

Saison eröffnet. Edle Weine, moderne

Architektur,Musik und Kulinarik

treffenbei der Kalterer Wineparty aufeinander.

www.wein.kaltern.com

26. Mai 2017,19–23 Uhr

Kalternganz in Rot —Die gekürten

Kalterersee-Charta-Weine 2016 stehen

im Mittelpunkt, während der Marktplatz

in roterstrahlt. Neben den besten

Kalterersee-Weinen, stehen eine Vielzahl

an weiteren Rotweinen aus Kaltern

zurVerkostung bereit.

www.wein.kaltern.com

Kaltern

Ganz in Weiß

Kalterns beste

Weißweine

auf einer Bühne

Kalterer

Weintage

Ein ganzesDorf

wird verkostet

Kalterer

Weinkulinarium

Ein Genussspaziergang

20. Juni 2017,18–23 Uhr

Kalternganz in Weiß —Einen Abend

lang stehen die besten Weißweineaus

KalternimMittelpunkt des Geschehens.

Genießen Sie einen unvergesslichen

Abend ganz in weiß am Marktplatz

in Kaltern.

www.wein.kaltern.com

7. und 8. September 2017,18–23Uhr

Kalterer Weintage —Unter dem Motto

„Ein ganzes Dorfwirdverkostet“ bieten

die Kalterer Weinproduzenten ihrebesten

Weinezum Verkosten an. Kulinarische

Genüsse und ein abwechslungsreiches

Rahmenprogramm begleiten die

Veranstaltung.

www.wein.kaltern.com

7. Oktober 2017,10–18 Uhr

Kalterer Weinkulinarium —Während

die letzten Traubennochgelesen

werden, feiert Kalternden Herbst mit

seinen besten Weinen,kulinarischen

Köstlichkeiten und verschiedenen

Musikgruppen.

www.wein.kaltern.com

Jeden Freitag im April, Mai und

Juni in Kalternvon 14–18Uhr:

Genusswanderung: Ganz nach

dem Motto„Immer schön im

Gleichgewicht zwischen Bewegungund

kulinarischem Genuss“

Erleben Sie eine gemütliche

Wanderung zu einer Auswahl der

verschiedenen Kalterer Weinproduzenten

mit Betriebsbesichtigung

und Verkostung der selbstproduzierten

Weine. Nützen Sie die Gelegenheit,

einen Nachmittag lang

tiefer in die Weinwelt einzutauchen.

Anmeldung innerhalb Donnerstag

im TourismusbüroKaltern.

Dauer:ca. 4Stunden.

Kostenbeitragab14Jahre: €19,–

[wein.kaltern magazin2017—p.52


Kaltern

Wochenprogramm

Montag

15 Uhr –Mit derKutsche

auf den Spuren des Weines

Krönung ist der Besucheines Weingutes mit

anschließender Weinverkostung. Anmeldung bis

Montag 12 Uhr im Tourismusbüro. Erwachsene:

€20,–; Kinder bis 14 Jahren: €8,– (Juli bis Mitte

September um 16 Uhr,abJuni auchdonnerstags.)

In undum Kaltern

Das Südtiroler Weinjahr

16.bis 18.März2017

Bozner Weinkost

www.bolzano-bozen.it

9. bis 12.April 2017

VinitalyinVerona

www.vinitaly.it

22. bis 23. September 2017

Südtirol Wine Summit

www.suedtirolwein.com

29. und 30. September 2017

Traminer Törggeletage

www.tramin.com

Dienstag

16.30 Uhr –Fachweinprobe

Tiefer in die Welt desWeines eintauchen: Nach

einer Kellerbesichtigung wirdzusammen mit dem

Weinfachmann eine Auswahl verschiedener Weine

verkostet. Anmeldung im Tourismusbürobis

Dienstagmittag! Kostenbeitrag ab 16 Jahren:

€19,– (inklusiveWeinführer)

Mittwoch

10–14Uhr –Kalterer Polenta:

Natur und Genuss (im April, Mai und Juni)

EntdeckenSie mit unserer Natur- und Landschaftsführerin

die einzigartige Rastenbachklamm

und lernen Sie Kalterns Qualitätsprodukte mit

dem Kalterer Plent und dem Kalterersee-Wein,

näher kennen. Anmeldung im Tourismusbürobis

Dienstagabend. Dauer der Führung: ca. 4Stunden.

Kostenbeitrag ab 14 Jahren €15,– (inkl. Mittagessen)

16.30 Uhr –Weinbergbegehung

Das Ergebnis in der Flasche hängt größtenteils

davonab, wo und wie der Wein wächst. Ein Weinbauer

erklärtamwein.weg Interessantes zu Anbaumethoden,

Rebsorten und Weinlagen. Der

Abschluss der Wanderung mit Weindegustation

findetineiner Weinkellerei statt. Kostenbeitrag

ab 14 Jahren: €10,– (inklusiveWeinführer und

Weinverkostung)

Donnerstag

10 Uhr –ZwischenaltenReben

und jahrhundertealten Traditionen:

Geführter Rundgang durch das

Südtiroler Weinmuseum

Begeben Sie sichauf die Spuren der jahrtausendealten

Südtiroler Weinbaugeschichte. Der geführte

Rundgang durch das Südtiroler Weinmuseum lässt

Sieeintauchen in eine vergangene Welt.AmEnde

der Führung wirdimstimmungsvollen „Tiefen“

Keller ein Glas Kaltererseeverkostet. Kostenbeitrag

inklusiveWeinprobe und Führung: €5,–

Freitag:

14–18Uhr Genusswanderung:

Ganz nachdem Motto„Immer schön

im Gleichgewicht zwischen Bewegung

und kulinarischen Genüssen“

Mehr Informationen dazu auf Seite 52.

22. April 2017

Tagdes Weines Eppan

www.eppan.com

22. April bis 10.Juni 2017

Südtiroler

WeinstraßenWochen

www.suedtiroler-weinstrasse.it

6. bis 8. Mai 2017

Südtiroler

Blauburgundertage

www.blauburgunder.it

28. Mai 2017

Gewürztraminer

Weinwandertag

www.tramin.com

10.Juni 2017

Nachtder Keller

www.suedtiroler-weinstrasse.it

1. Juli2017

Gschleier Weinkost

www.eppan.com

7. Juli2017

Gewürztraminer

Weinstraßen -Fest

www.tramin.com

20. bis 30. Juli

WeinKulturWochen

www.eppan.com

4. August 2017

Montiggler Weis(s)e

www.eppan.com

1. bis 3. September 2017

Girlaner Kellerfest

www.eppan.com

14.Oktober 2017

Letzte Traubenfuhre

www.eppan.com

21.Oktober 2017

Traminer Weingassl

www.tramin.com

26. bis 28. Oktober 2017

Traminer Sinnesfreuden

www.tramin.com

10.bis 14.November 2017

Meran/o International

WineFestival

www.meranowinefestival.com

17.November 2017

TopofSüdtirol Wein

Verkostung der mit Bestnoten

ausgezeichneten Südtiroler Weine

www.suedtirolwein.com

[wein.kaltern magazin 2017—p.53


WEIN & K ULTUR

[Südtiroler

Weinakademie

Vielfalt, Qualität und Genuss –das Kurs- und Bildungsangebotumfasst neben den traditionellen

Weinverkostungen, auchspannende Abende rund um das Thema Bier und Genuss.

Wein —Das breite AngebotanKursen und Verkostungen richtetsichsowohl an Neugierige,

die bisher nochwenig über Wein wissen, wie auchanWeinkenner und -liebhaber.

Bier —Die Vielfalt vonBier zu entdecken, Bierstile und Bieraromen kennen zu lernen, ist ein

Erlebnis der etwasanderenArt.Bei den Verkostungen,Workshops und kulinarischen Abenden

werden Sie vonBier-Sommeliers und Bier-Experten in eine neue Welt entführt.

Genuss —ObWein &Kochen oder Kurse zu spezifischen Lebensmitteln wie Fleisch, Käse,

Öl und anderen Produkten –für jeden Genuss ist das passende dabei!

Programm 2017 rund um dasThema Wein &Genuss

Jänner

Di 17.01.

Das kleine Wein-ABC

Kaltern

Mi 25.01.

Die WeineSüdtirols

Neustift

Do 26.01.

Beef-Tasting

Burgstall

Di 31.01.

Australien –Verkostung

mit T. Curtius

Marling

Februar

Do 02.02.

Das kleine Wein-ABC

Terlan

Di 07.02.

Wein &Gesundheit –

Workshop mit A. Thöni

Neustift

Di 07.02.

Stammtischder Sommeliers

Bozen

Do 09.02.

Wein &Kochen

WarmeFischvorspeisen

Bozen

Mi 15.02.

Das kleine Sekt-ABC

Neustift

Do 16.02.

Aroma Schule 1

Bozen

Do 16.02.

Amerikanische Biere

Bozen

März

Mo 06.+ 13.+ 20.+ 27.03.

Let’stalk about wine

Bozen, Kardaun

Di 07.03.

Stammtischder Sommeliers

Bozen

Mi 08.03.

Das kleine Wein-ABC

Sexten

Do 09.03.

Italien und seine Weine–Teil 1

Kaltern

Di 14.03.

Aroma Schule 1

Bozen

Di 14.03.

Das kleine Bier-ABC

Algund

Do 16.03.

Das vertiefende Wein-ABC

Meran

Fr –Sa17. –18.03.

Basis-Seminar Südtirol

Neustift

Mi 22.03.

Wokeria: Sushi

Neustift

Do 23.03.

Italien und seine Weine–Teil 2

Kaltern

April

Di 04.04.

Aroma Schule 2

Bozen

Di 04.04.

Stammtisch der Sommeliers

Bozen

Mi 05.04.

Schokolade &Wein

Neustift

Mi 05.04.

Das kleine Wein-ABC

Montan

Do 06.04.

Wein &Kochen

Spargelmenü

Bozen

Fr 07.04.

Das kleine Öl-ABC

Lana

Fr 07.04.

Let’stalk about wine

Margreid

Mai

Di 02.05.

Stammtischder Sommeliers

Bozen

Mi 03.05.

Wokeria:

Thailändische Küche

Meran

Fr –Sa05.–06.05.+ 12.–13.05.+

19.–20.05.

Diplom-Speck-Expert

Südtirol

Di 09.05.

Käse &Wein

Neustift

Mi 17.05.

Das kleine Wein-ABC

Meran

Do 18.05.

Weine der Welt

Bozen

Di 23.05.

Weißburgunder –

Verkostung mit U. Pedri

Bozen

[wein.kaltern magazin2017—p.54


Do 25.05.

Aroma Schule 3

Bozen

Fr 26.05.

Sommelier-Prüfungsvorbereitung

Klausen

Di 30.05.

Riesling International –

Highlight-Verkostung

mit MW F. Smulders

Bozen

Juni

Di 06.06.

Stammtischder Sommeliers

Bozen

Di 13.06.

Das vertiefende Wein-ABC

Bruneck

Mi 14.06.

Das kleine Wein-ABC

Neustift

Fr –Sa16.–17.+23.–24.06.

Aufbau-Seminar 1–

Weinland Italien

Neustift

Do 22.06.

Wein &Kochen

Sommerparty –Fingerfood

Bozen

Juli

Mi 05.07.

Online Marketing –

Workshop mit N. Reddig

Tramin

Di 11.07.

Das kleine Wein-ABC

Eppan

August

Di 29.08.

Das kleine Wein-ABC

Bruneck

Mi 30.08.

Die WeineSüdtirols

St. Pauls

Do 31.08.

Italien und seine Weine–Teil 1

Neustift

September

Di 05.09.

Stammtischder Sommeliers

Bozen

Fr –Sa08.–09.09.

Basis-Seminar Südtirol

Bozen, Kardaun

Di 12.09.

Italien und seine Weine–Teil 2

Neustift

Mi 13.09.

Das kleine Wein-ABC

Nals

Do 14.09.

Wein &Kochen

Rund um den Reis

Bozen

Do 21.09.

Das kleine Sekt-ABC

Mölten

Di 26.09.

Das kleine Bier-ABC

Bozen

Mi 27.09.

Das vertiefende Wein-ABC

Girlan

Do 28.09.

Knigge–Workshop

mit K. v. Bruchhausen

Neustift

Oktober

Di 03.10.

Stammtischder Sommeliers

Bozen

Do05.10.

Beef-Tasting

Burgstall

Mi 11.10.

Das kleine Wein-ABC

Neustift

Fr –Sa13.–14.10.+ 20.–21.10.

Aufbau-Seminar 1–

Weinland Italien

Bozen, Kardaun

Di 17.10.

Aroma Schule 1

Bozen

Di 24.10.

Sensorik –Workshop

mit Ch. Mayr

Neustift

November

Di 07.11.

Stammtisch derSommeliers

Bozen

Mi 08.11.

Das vertiefende Wein-ABC

Neustift

Mi 08.11.

Sommelier –Prüfungsvorbereitung

Marling

Do 09.11.

Aroma Schule 2

Bozen

Mi 15.11.

Champagner im

internationalen Vergleich–

Highlight-Verkostung mit

MW A. Wickhoff

Eppan

Mi 22.11.

Das kleine Wein-ABC

Kurtatsch

Fr 24.11.

Aroma Schule 3

Bozen

Fr 24.11.

Weine der Welt

Neustift

Di 28.11.

Böden, Terroir, Standort–

Workshop mit U. Pedri

Kaltern

Do 30.11.

Wein &Kochen

Nordische Spezialitäten

Bozen

Dezember

Mo 04.12.

Das kleine Öl-ABC

Neustift

Mi 13.12.

Sommelier –Prüfungsvorbereitung

Bozen

Do 14.12.

Das kleine Wein-ABC

Sterzing

Wein,Bier

&Genuss

Vino,birra

&delizie

2017

Das gesamteAngebot,

aktuelle Informationen

und Anmeldung:

Südtiroler

Weinakademie,

Marktplatz 12,

39052 Kaltern,

Tel. +390471964 609,

info@weinakademie.it,

www.weinakademie.it

Diese Ausgabe des wein.kaltern-

Magazins erscheint mit freundlicher

Unterstützung von:

[wein.kaltern magazin 2017—p.55


HALT ABSPANN

ein.kaltern magazin2017, no. 26

ESTLEGUNG Kaltern–Südtirols WeindorfNummer Eins p.10

RUNDLAGE Kaltern 2016 p.16

TAND DER DINGE wein.kaltern –Der Kalterersee p.18

RUNDLAGE Kalterer Wirtshausschilder p.22

LICKRICHTUNG Wo derWein wohnt p.28

RABUNGEN Die Geschichte der Kellereigenossenschaften in Kaltern p.34

ESCHICHTE Der Blauburgunder in Kaltern p.40

ISSENSWERTES Die Qualitätsstufen der Südtiroler Weine p.42

ÜCHE &REZEPTE Kalbsragout mit Polentanocken p.44

URZPORTRÄT »Es wareineSchinderei –und eine schöne Zeit« p.46

EIN & KUNST Der Lichtfänger im Weinberg p.48

EIN & KULTUR Produkte, Weinmuseum, Termine und Südtiroler Weinakademie p.50

PRESSUM [wein.kaltern m a g a z i n . Zeitschriftder Initiativefür Qualität und Weinkulturwein.kaltern • EintragungbeimLandesgericht Bozen, Nr.9/

vom04.05.2001 • Herausgeber: wein.kalternGen.mbH, Marktplatz 8, I-39052 KalternamSee an der Südtiroler Weinstraße • Verantwortlicher Direktor und redaktionelle

itung:HerbertTaschler•Redaktionsbeirat:SarahFilippi,MartinaStürz,HerbertTaschler,KurtHöretzeder•Fotografen:RichardKrill,BildarchivTourismusvereinKaltern,

lmuthRier,Dietmar Meraner,Klaus Peterlin, Tschager Foto,Südtiroler Weinmuseum Kaltern, Florian Andergassen, Verlag Foto Fränzl, Verlag Foto Tappeiner, KurtBerge,

ichDapunt,BildarchivVereinfürKultur-undHeimatpflege•GrafischeGestaltung:hœretzedergrafischegestaltung,Scheffau/Tirol•Druck:AthesiaDruckGmbH,Bozen.•

derungen und Irrtümer vorbehalten • ©03.2017

[wein.kaltern magazin2017—p.56


Die zahlreichen vonwein.kalternorganisierten Veranstaltungen

rund um den Wein haben wesentlichzur Anhebung

der Weinkultur und des Images vonKalternbeigetragen.

[wein.kaltern magazin2017— p.57


»Kaltern undder Wein gehören

zusammen wieKaltern und

sein See. UndbeimWeinist

es wiebeimFremdenverkehr:

Direkt oder indirekt lebt das

ganzeDorfdavon.Was das

Landschaftsbildsostark prägt,

spielt auch eine entscheidende

wirtschaftlicheRolle im

bekanntesten undbeliebtesten

Weindorf Südtirols.«]

99 xSüdtirol –wie Sie es noch nicht

kennen, HerbertTaschler/Udo Bernhart,

Bruckmann Verlag 2016

Eine Initiativefür

Qualität und Weinkultur

der Weinwirtschaft

in KalternamSee.

Marktplatz 8

I-39052 Kaltern

T+39 0471 965 410

F+39 0471 963 469

info@wein.kaltern.com

www.wein.kaltern.com

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