September 2012 - Der Monat

dermonat.li

September 2012 - Der Monat

september 12

www.dermonat.li

aussenpolitik: Kleinstaaten müssen Prioritäten setzen

liHGa 2012: Schauplatz der Wirtschaft – Treffpunkt des Publikums

bucHneuHeit: Grenzenlose Vielfalt auf kleinstem Raum


FÖRDERER

Gemeinde Schaan

PATRONAT

Wirtschaftskammer Liechtenstein

für Gewerbe, Handel und Dienstleistung www.lihga.li

Es ist höchste Zeit für

natürliche Energiequellen.

Wir beraten, planen und bauen für Sie :

- Solaranlagen

- Photovoltaikanlagen

- Wärmepumpen

- Erdwärme

- Holzfeuerungsanlagen

www.ospelthaustechnik.li

Ein Produkt der Gutenberg AG

T +423 239 50 50 • www.gutenberg.li

ÖFFNUNGSZEITEN

Ausstellung

SA/SO 11 – 21 Uhr

MO – FR 14 – 21 Uhr

Schlusstag Samstag 11 – 21 Uhr

Festzelt

SA / SO 11 Uhr – Polizeistunde

MO – FR 14 Uhr – Polizeistunde

Schlusstag 11 – 01 Uhr

GASTLAND


inHalt | editorial

Treffpunkt LIHGA

lockt uns wieder

die liHGa – wirtschaftlich ein schaufenster,

panorama 4

liHGa 2012

schauplatz der Wirtschaft –

treffpunkt des publikums 6

innovation

Innovativer partner der Automobilindustrie 10

jaHr der enerGie

energieeffizienz – Geiz ist geil 12

porträt

baron eduard von Falz-Fein –

ein pionier wird 100 Jahre alt 14

aussenpolitik

Kleinstaaten müssen prioritäten setzen 16

treuHandwesen

mögliche szenarien für die treuhänder 18

lifestyle

Kaffeebohnen direkt vom strauch 20

denkmaltaG 2012

Die Geheimnisse von schalun –

Wildschloss oberhalb Vaduz 22

bucHneuHeit

Grenzenlose Vielfalt auf kleinstem raum 24

briefmarken

Der Zeppelin auf Liechtenstein-briefmarken 26

vor 50 jaHren

24. september 1962 –

Liechtenstein geht in richtung europa 27

rätsel 28

scHlusspunkt 30

gesellschaftlich ein treffpunkt

Ein besonderes Ereignis im September, jeweils

im Zwei-Jahres-Rhythmus, ist die LIHGA.

Wirtschaftlich ein Schaufenster,

gesellschaftlich ein Treffpunkt.

Als die diesjährige LIHGA an

einer Medienkonferenz vorgestellt

wurde, war die Rede davon, dass die Gründung

der Ausstellung 1978 im Zeichen einer Wirtschaftskrise

stand, wie derzeit auch. Die Gründer

wollten mit der LIHGA ein Zeichen für den positiven

Aufbruch setzen, was zweifellos

gelungen ist. Wir haben

einen Rückblick gemacht und

fest gestellt, dass auch die Landesausstellungen

1895 und 1934 vor

einem wirtschaftlich schwierigen

Hintergrund ein Zeichen für

eine bessere Zukunft setzen

wollten. In diesen Zusammenhang

passt auch der Beitrag über

die Zukunft unserer Treuhand-

Günther Meier

branche in dieser Ausgabe: Ein

neues Buch sieht die Treuhänder-

Zukunft nicht nur düster.

Chefredaktor «Der Monat»

impressum: 6. Jahrgang, Nr. 70, september 2012, 18 750 exemplare

HerausGeber: Alpenland Verlag AG, Feld kircher strasse 13, FL-9494 schaan,

tel. +423 239 50 30, Fax +423 239 50 31, office@alpenlandverlag.li

redaktion: Günther meier, tel. +423 380 09 30, redaktion@dermonat.li

verlaGsleitunG: max meinherz, tel. +423 239 50 20, m.meinherz@gutenberg.li

sekretariat: eva rubin, tel. +423 239 50 30, office@gutenberg.li

anzeiGen: tel. +423 239 50 30, Fax +423 239 50 31, office@gutenberg.li

GestaltunG: barbara schmed, Gutenberg AG

satz und druck: Gutenberg AG, FL-9494 schaan;

papier: planoJet, 100 g/m²

online: «Der monat» im Internet: www.dermonat.li

titelbild: Die Jugend interessiert sich für Fürstentum und

Geschichte. Aus dem neuen buch «Die schönsten bilder

und briefmarken». (Foto: martin Walser)

Feldkircherstrasse 13 | 9494 Schaan

Tel. +423 239 50 50 Bücher für Liechtenstein

Feldkircher Strasse 13 • FL-9494 Schaan

september 2012

3


4

5

panorama

Exklusive Oldtimer

auf neuen briefmarken

Die einen sammeln Briefmarken, die anderen

legen sich alte Fahrzeuge zu. Die Philatelie Liechtenstein

bringt nun beide Sammelleidenschaften

zusammen und gibt am 3. September erstmals eine

Briefmarkenserie «Veteranenfahrzeuge» heraus.

Die Oldtimer, die auf der ersten Serie abgebildet

sind, geben den Startschuss für

eine fünfteilige Serie von Briefmarken,

die unter dem Titel

«Sammlungen in Liechtenstein –

klassische Fahrzeuge» ausgegeben

wird. Geplant ist die Serie bis

2016, mit jeweils 4 Fahrzeugen

aus den folgenden Kategorien:

Sport- und Tourenwagen, Limousinen,

Spezial- und Nutzfahrzeuge sowie Motorräder.

Die Briefmarken können in einem Sammelalbum

bestellt werden. Das Album enthält pro

Fahrzeug zwei Albumblätter, eine postfrische und

eine gestempelte Marke sowie eine Maximumkarte.

Neben interessanten Informationen zu den Fahrzeugen

und deren Geschichte enthalten die Albumblätter

auch zahlreiche Fotos der Originalfahrzeuge

und zeitgenössische Abbildungen aus der jeweiligen

Epoche. Die Philatelie Liechtenstein geht noch

einen Schritt weiter. Sämtliche Fahrzeuge, die auf

Briefmarken erscheinen, werden auch als Modelle

im Massstab 1:43 hergestellt und können in einer

attraktiven Sammelbox gekauft werden.

Foto: philatelie Liechtenstein

wo das vieh die sommerferien verbringt

Liechtensteinische Gemeinden, Alpgenossenschaften und bürgergenossenschaften

besitzen Alpen im Inland und im bundesland Vorarlberg.

Zudem besitzen einige privatpersonen kleine privatalpen oder

Anteile an Alpen im bundesland Vorarlberg.

� In Liechtenstein gibt es 3 Kuh-Alpen mit Verkäsung der milch

und 21 Galtvieh-Alpen

� In Vorarlberg stehen den bauern 6 Galtvieh-Alpen zur Verfügung.

Die Liechtensteiner Alpen sind für die Landwirtschaft eine wichtige

Futtergrundlage. Die Alpen im Inland umfassen rund 2170 Hektar

und die Liechtensteiner Alpen in Vorarlberg rund 760 Hektar.

Foto: Günther meier

Der Landtag

feiert 150 Jahre

Der Landtag feiert am 26. September 2012 das

Jubiläum «150 Jahre Landtag». Im Unterschied zur

100-Jahr-Feier wird es aber keine Landtagssitzung

mit Ansprachen geben, sondern einen Festanlass.

Ende Juni wurde bereits ein Fest auf dem Peter-

Kaiser -Platz durchgeführt, zu dem die gesamte

Bevölkerung eingeladen war. Die Jubiläumsveranstaltungen

sollen in Erinnerung rufen, dass mit der

konstitutionellen Verfassung von 1862 der Parlamentarismus

in Liechtenstein seinen Anfang nahm.

Jene Verfassung war einerseits vom Gedanken geprägt,

dem Volk Mitwirkungsrechte zuzugestehen,

und andererseits vom Willen, das monarchische

Prinzip zu wahren.

Liechtenstein für

nachhaltige entwicklung

Liechtenstein hat im Juni am Rio-Gipfel für

nachhaltige Entwicklung teilgenommen und sich

dabei für eine Stärkung der zentralen Rolle der

UNO im System der globalen Gouvernanz eingesetzt.

Die liechtensteinische Delegation sprach sich

auch für die Schaffung eines Rates für nachhaltige

Entwicklung aus, der eine breitere und politisch

relevantere Mitarbeit erlauben soll. Konkret wird es

darum gehen, besser auf aktuelle Entwicklungen

reagieren zu können und nachhaltige Entwicklungsziele

und Entwicklungsverpflichtungen durch

einen Überprüfungsmechanismus besser umzusetzen.

Bei den Verhandlungen zum Rio+20-Ergebnisdokument

setzte sich Liechtenstein dafür ein, dass

der Schutz der Menschenrechte, von Geschlechtergleichstellung,

guter Regierungsführung und

Rechtsstaatlichkeit als Grundlagen für eine nachhaltige

Entwicklung akzeptiert werden.

september 2012


LGT Bank in Liechtenstein

Interesse an Österreich

Die LGT Bank (Österreich) AG eröffnet Ende 2012 eine Niederlassung

in Salzburg. Damit bietet die Bank des Fürstenhauses von

Liechtenstein ihre Private-Banking-Dienstleistungen in Österreich –

neben Wien – künftig auch vermögenden Privatanlegern aus Salzburg

an. «Österreich ist ein wichtiger Bestandteil unserer strategischen

Ausrichtung in Europa und zählt zu unseren Kernmärkten», erklärte

dazu Prinz Max von Liechtenstein, CEO der LGT Group. «Seit fünf

Jahren ist die LGT Bank sehr erfolgreich in Wien tätig. Mit der neuen

Niederlassung in Salzburg möchten wir unsere Marktposition in

Österreich weiter ausbauen.»

Liechtensteinischer Vorsitz

bei internationalen Kuratoren

Die Internationale Vereinigung von Kuratoren zeitgenössischer

Kunst (IKT) hielt ihren Kongress 2012 in Tel Aviv und Jerusalem ab.

Interessant ist, dass die IKT derzeit unter liechtensteinischer Präsidentschaft

steht. Präsident der einzigen internationalen Berufsvereinigung

für freie und institutionelle Ausstellungsmacher ist nämlich

seit der Generalversammlung 2011 Friedemann Malsch, der Direktor

des Kunstmuseums Liechtenstein. Der Vereinigung gehören rund 500

Kuratoren aus Europa, Nord- und Südamerika, Asien und Australien

an. Den Kuratoren ist auch der Wirkungsort ihres derzeitigen Präsidenten

bekannt, denn der Kongress 2007 fand in Liechtenstein statt.

Hilti-Bohrer

erhielt Auszeichnung

Produkte müssen funktionell sein, gut in der

Hand liegen und leicht bedienbar sein. Wenn sie

zusätzlich auch noch schön gestaltet sind, erregen

sie noch mehr Aufmerksamkeit. Hilti legt schon

seit vielen Jahren grossen Wert auf Design, auch

wenn die Geräte zumeist auf staubigen Baustellen

zum Einsatz kommen. Der Kombihammer TE 600

von Hilti konnte vor kurzem die Auszeichnung

«Best of the Best» als Gesamtproduktsystem

in Empfang nehmen.

Neben dem Kombihammer erhielten

auch eine Elektro-Wandsäge,

ein Akku-Schlagschrauber,

ein Akku-Trennschleifer sowie

ein automatisches Stativ für

Rotationslasergeräte eine Design-

Auszeichnung.

Foto: Hilti

Foto: exportmarktplatz

Export-Marktplatz

für regionale Unternehmen

Liechtenstein und das Rheintal zeichnen

sich durch eine hohe Dichte an Betrieben aus,

die im internationalen Exportwettbewerb erfolgreich

mitmischen. Um die hohe Standortqualität

und die bestehende Wettbewerbsfähigkeit

erhalten zu können, ist der Export-Marktplatz

ins Leben gerufen worden. In Zusammenarbeit

zwischen dem KMU Zentrum der

Universität Liechtenstein, dem Berufs- und

Weiter bildungszentrum BZB Buchs und dem

BMC Establishment findet bereits die dritte

Auflage statt. Träger der Informations- und

Netzwerkveranstaltung sind wiederum das

Land Liechtenstein und die Region Sarganserland-Werdenberg.

Auch die dritte Durchführung des Export-

Marktplatzes wird auf zwei Schienen aufgebaut:

Den Teilnehmern werden vier verschiedene

Forumsveranstaltungen angeboten und gleichzeitig

steht für Auskünfte ein Marktplatz mit

diversen Informationsständen zur Verfügung.

Mit dem Export-Marktplatz bietet das Ressort

Wirtschaft der Regierung in Zusammenarbeit

mit externen Partnern eine Informations- und

Austauschplattform an, die zur Verbesserung der

Rahmenbedingungen der Exportwirtschaft beiträgt.

Mit der Osec, dem Schweizer Kompetenzzentrum

zur Förderung der Aussenwirtschaft,

konnte Liechtenstein eine Leistungsvereinbarung

abschliessen, die Grundleistungen für

ratsuchende Unternehmen sowie «Export-Starter»

für eine weitergehende Beratung umfasst.

Der Export-Marktplatz findet am Donnerstag,

20. September 2012, im SAL Saal am Lindenplatz

in Schaan statt.

Informationen: www.exportmarktplatz.com


6

7

Von Günther Meier

liHGa 2012

Schauplatz der Wirtschaft

treffpunkt des publikums

«Euro-Krise, Staatsverschuldung,

Zukunft Europas». Das sind die Stichworte, die der

bayerische Politiker Peter Gauweiler für sein Referat

am LIHGA-Montag ausgewählt hat. Auch Regierungschef-Stellvertreter

und Wirtschaftsminister

Martin Meyer stellt zur Vorstellung des Wirtschaftsstandortes

Liechtenstein die höchst aktuelle

Frage: Was bringt die Zukunft?

Ungewissheit über die Weltwirt-

informieren, erleben und

schaft, über Wechselkurse und

geniessen lautet die botschaft drohende Bankrotte europäischer

Länder bestimmen derzeit

der liHGa an das publikum

die Diskussionen. Die LIHGA

2012 ist damit in ein weltwirtschaftliches

Umfeld eingebettet, das mehr Unsicherheiten

als Hoffnungen ausstrahlt. Das war

schon einmal so, bei der ersten Veranstaltung der

Liechtensteinischen Industrie-, Handels- und Gewerbeausstellung

im Jahre 1978. Damals prägten

Stichworte wie Rezession nach der Ölkrise, fehlende

Aufschwungssignale und schwindender Glaube

an Wirtschaftserholung die Debatte. Mit einer

Ausstellung, welche die Wirtschaftskraft Liechtensteins

über alle Sektoren hinweg demonstrieren

die liechtensteinische industrie-, Handels- und Gewerbeausstellung liHGa

steht unter dem motto «kumm gi luaga!». mit dem Gastland südtirol und vier

sonderschauen rundet die liHGa 2012 ihre ausrichtung als wirtschafts-

messe ab.

und dem verzagten Publikum vor Augen führen

sollte, wurde der Grundstein für die LIHGA-

Erfolgsstory gelegt, die bei der nächsten Austragung

schon das Jubiläum «20. LIHGA» feiern kann.

Signal setzen in einer

schwierigen Zeit

Die LIHGA sei in einer Wirtschaftskrise

gegründet worden, erinnerte Martin

Meyer an einer Medienkonferenz und schlug den

gedanklichen Bogen zur heutigen Zeit, die mit ähnlichen

Problemen zu kämpfen habe. Heute stehe

Liechtenstein vor einer tief greifenden Veränderung

des Finanzplatzes, der Produktionssektor habe

weltweit mit Absatzschwierigkeiten und auf den

Hauptabsatzmärkten mit Wechselkursproblemen

zu kämpfen. In einer schwierigen Zeit voller Unsicherheiten

über die nähere Zukunft sei es wichtig,

betonte der Wirtschaftsminister, dass mit einer

Leistungsschau der liechtensteinischen Wirtschaft

ein positives Signal gesetzt werde. Der Staat selbst

geht mit einer Sonderschau über das neue Standortmarketing

mit gutem Beispiel voran. Unter dem

Slogan «Grösse erleben» und dem Leitsatz «Kleines

Land ganz gross» soll ein Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort

Liechtenstein abgelegt werden. Für

Liechtenstein sei es ein neuer Schritt, in dieser Form

aktiv aufzutreten und für den Standort zu werben.

Ausstellungen zur moralischen

Aufrichtung

Wenn wir einen Blick zurück auf

die Vorgänger der LIHGA werfen, dann bildeten

1895 bei der 1. Liechtensteinischen Landesausstellung

und bei der 2. Auflage im Jahre 1934 ähnliche

Überlegungen den Anlass zur Durchführung einer


Ausstellung. Besonders die 1930er-Jahre waren geprägt

von wirtschaftlichen Problemen, die mit Hilfe

des Staates gelöst werden mussten. Notstandarbeiten

wie der Aushub des Binnenkanals, Strassenbauten

und Rüfeverbauungen sind heute noch sichtbare

Zeichen für die damalige Zeit. Peter Geiger berichtet

in seinem Buch «Krisenzeit» über die Krisenerscheinungen

in Industrie, Gewerbe und Handel

sowie auch für die Landwirtschaft: Der Absatz von

Produkten ins Ausland gestaltete sich zunehmend

schwieriger, die Textilindustrie musste die Arbeitszeit

reduzieren und Kurzarbeit anordnen, die Viehpreise

hatten einen neuen Tiefststand erreicht, insgesamt

ging die Beschäftigung zurück, die Finanzmittel

des Staates wurden immer knapper. In dieser

Situation zeigte es sich, dass eine Landesausstellung

für die moralische Aufrichtung positive Signale

ausschicken konnte. Mit Nachdruck wurden die

lobenden Worte der Regierungsvertreter aus Graubünden,

St. Gallen und Vorarlberg an der Eröffnung

der Ausstellung zitiert, die sich von der Leistungsschau

und von der «Prosperität der Wirtschaft

des Ländchens» beeindruckt zeigten.

Leistungsfähigkeit und Vielfalt

der Wirtschaft

Was damals Arbeitslosigkeit und

fehlende Absatzmöglichkeiten waren, sind heute

Finanzplatzprobleme und Wechselkurse. Gemeinsam

ist den Ausstellungen, ob Landesausstellungen

oder LIHGA, dass zur richtigen Die LIHGA soll als Leistungs-

Zeit die Leistungsfähigkeit und schau der liechtensteinischen

die Vielfalt der Wirtschaft den Wirtschaft ein positives Signal in

Einheimischen und den Besu- schwieriger Zeit aussenden.

chern aus der Region vor Augen

geführt werden. Mit rund 200 Ausstellern ist die

LIHGA 2012 hervorragend bestückt – und ist trotzdem

nur ein Schaufenster, in dem nicht die ganze

Palette der Wirtschaftsleistungen präsentiert werden

kann, sondern nur eine Auswahl. Das Ressort

Wirtschaft der Regierung hat die Liechtenstein-

Variante der Europäischen KMU-Woche auf die

LIHGA-Zeit ausgerichtet. «Unternehmer on Tour»

lautet die Aufforderung an die Teilnehmer, ein Produkt

«Made in Liechtenstein» über die ganze Wertschöpfungskette

an verschiedenen Produktionsorten

zu begleiten. Ausgangs- und Endpunkt der «Tour

de Liechtenstein» ist – natürlich die LIHGA. |

kumm gi luaga!

Die 19. Liechtensteinische Industrie-, Handels- und Gewerbeausstel-

lung LIHGA findet vom 1. bis 8. september 2012 in schaan statt.

patronat hat wiederum die Wirtschaftskammer Liechtenstein. Gast-

land ist südtirol. Vier sonderschauen geben einblicke in die Gesund-

heitsprävention, die berufsbildung, den Grenzwachtdienst und das

standortmarketing Liechtenstein.

samstag und sonntag von 11 bis 21 Uhr geöffnet, montag bis Freitag

von 14 bis 21 Uhr.

september 2012

Fotos: LIHGA/Nora brunhart


8

liHGa 2012

Von der Landesausstellung

zur LIHGA

Eingang zur Landesausstellung Die 1. Liechtensteinische Indust-

1934 in Vaduz.

rie-, Handels- und Gewerbeausstellung

LIHGA öffnete am 16.

Juni 1978 ihre Tore. Die von Günther Wohlwend

und Fritz Sprenger ins Leben gerufene Ausstellung

präsentierte mit rund 100 Ausstellern einen Querschnitt

durch die Wirtschaft Liechtensteins.

Die LIHGA 1978 war aber nicht die erste Ausstellung

über die Wirtschaft in Liechtenstein. Bereits

1895 fand die 1. Liechtensteiner Landesausstellung

statt, lange Zeit danach, im Jahre 1934, folgte

die 2. Landesausstellung, die gleichzeitig auch das

Dach für die 1. Liechtensteinische Briefmarkenausstellung

bildete.

Den Anstoss für die 1. Liechtensteiner Landesausstellung

1895 gab der «Landwirthschaftliche

Verein», der in jenem Jahr das zehnjährige Bestehen

feierte und der Bevölkerung zum kleinen Jubiläum

etwas Besonderes bieten wollte. Die Landesausstellung

in Vaduz öffnete am 29. September 1895 ihre

Tore und war in vier Sparten gegliedert: Zuerst

Vieh-, Pferde- und Schweinezucht, gefolgt von

landwirtschaftlichen Produkten, dann das Gewer-

september 2012

Foto: Landesarchiv

be und am Schluss noch Verschiedenes. Nach Angaben

der Veranstalter war die Landesausstellung

ein voller Erfolg: «Über 10'000 Besucher wurden

von der Eröffnung bis zur Schliessung ihrer Tore

gezählt, ein Menschenstrom, wie ihn Vaduz noch

nie gesehen hatte.»

Eine grosse Zahl, wenn man bedenkt, dass

Liechtenstein damals rund 7'500 Einwohner hatte.

Und noch eine Besonderheit ist in die Geschichte

eingegangen: An der Eröffnung wurde die Landeshymne

gesungen, die erste nachweisbare Aufführung

der Hymne «Oben am deutschen Rhein...» vor

einem grossem Publikum.

Aufgrund des Publikumserfolgs waren sich

die Veranstalter einig, dass eine solche Ausstellung

jedes Jahr oder zumindest regelmässig stattfinden

sollte. Doch dauerte es bis 1934, bis die 2. Landesausstellung

eröffnet werden konnte. Auch hier war

der Zuspruch des Publikums vorhanden, denn die

am 29. September eröffnete Ausstellung wurde bis

zum 20. Oktober verlängert. Liechtenstein befand

sich damals in einer schwierigen Zeit, mit wirtschaftlichen

Problemen und politischer Unrast, so

dass bei der Ausstellungseröffnung vor allem die

Gemeinsamkeit hervorgehoben wurde: «Wo Gemeinsinn

und Zusammenarbeit eine Landesausstellung

schaffen, da können die Schatten einer bedrohlichen

Zukunft nicht ihre Ringe ziehen, ein

solches Land gewährleistet eine ruhige Wirtschaftsentwicklung

der Zukunft und will fernab von politischen

Verwicklungen für alle Zukunft nur dieser

ruhigen Fortentwicklung dienstbar sein.»

Die Landesausstellung 1934 fand auch Beachtung

in der Region. An der Eröffnung nahmen Regierungsvertreter

aus Graubünden, St. Gallen und

Vorarlberg teil. Aber auch über die nähere Region

hinaus wurde die Ausstellung beachtet. So würdigte

die Zürcher Handelskammer, dass die Ausstellung

«ein abgerundetes und vollständiges Bild

liechtensteinischer Leistungsfähigkeit zu bieten»

habe. Und zur Eröffnung war auch der Direktor der

Mustermesse aus Basel angereist, um den «Gruss

der grossen Schwester» zu übermitteln. |


Einfach mehr

Zukunft

Bauen Sie auf uns

Als älteste Bank Liechtensteins sind wir nicht nur unserer über 150-jährigen Tradition

verpflichtet, sondern auch der Zukunft. Daher sind wir seit 1861 bestrebt, Ihnen, Ihrer

Familie und Ihrem Unternehmen das Beste zu bieten.

Persönliche Beratung, massgeschneiderte Lösungen sowie innovative Produkte sind dabei

unser Fundament für Ihre finanziellen Ziele und für eine Beziehung mit Zukunft.

Wir freuen uns auf Sie:

Liechtensteinische Landesbank +800 880 110 00

www.llb.li


10

11

Von Günther Meier

innovation

Innovativer Abenteuerspielplatz Partner

der rund Automobilindustrie

um den Walensee

Ford, Fiat, Jaguar, BMW und

Aston Martin haben etwas gemeinsam: Eine gebaute

Nockenwelle, entworfen, entwickelt und als Prototyp

gebaut im ThyssenKrupp Presta TecCenter

AG in Eschen. Die Palette der Autos, deren TecCenter-Nockenwellen

die Aus- und Einlassventile der

Motoren steuern, ist noch bedeuden

weltweiten erfolg verdankt tend breiter und reicht von A wie

Alfa Romeo bis V wie Volkswa-

das thyssenkrupp presta

gen. Kaum ein namhafter Autoteccenter

hauptsächlich seinem Hersteller, der nicht auf die Technologie

der gebauten Nocken-

patentierten fügeverfahren

wellen aus Eschen zurückgreift.

Seit die Mechanisierung die

Menschheit erfasste, spielen Nockenwellen überall

eine wichtige Rolle, weil damit eine rotierende Bewegung

in eine lineare umgewandelt werden kann.

Im Automobilbau kamen die Nocken für die Ventilsteuerung

bei den Verbrennungsmotoren von

Anfang an zum Einsatz, wurden zuerst aufgrund

ihrer oft komplizierten Form geschmiedet und später

gegossen. Die Krone der Entwicklung aber setz-

verbrennungsmotoren benötigen zur ventilsteuerung eine nockenwelle. das

thyssenkrupp presta teccenter in eschen hat die nockenwelle zur perfektion

entwickelt. auch für Hybrid-antriebe steht das teccenter mit innovationen in

den startlöchern.

te das TecCenter den Nockenwellen auf, denn auf

deren Reissbrettern und Computern entstanden

die gebauten Nockenwellen: Die im heutigen Motorenbau

komplizierte Nockenwelle wird aus Einzelteilen

zusammengebaut.

Das Erfolgsgeheimnis des Tec-

Centers heisst Vielfalt und Kompetenz. Die innovative

Techno logie wird auf die Bedürfnisse der Kunden

aus gerichtet. Immer mit dem Ziel, wie CEO Peter

Wiesner betont, die Besten auf dem Markt zu

sein. Wenn Wiesner die Automarken aufzählt, die

sich der TecCenter-Technologie bedienen, gleicht

dies dem Rundgang durch eine internationale Automobil-Ausstellung.

Aber auch die grössten Hersteller

von Lastwagen, wie Renault Trucks, Iveco,

MAN oder DAF gehören zu den Kunden, ebenso

Motorrad-Bauer wie BMW und Harley-Davidson.

Das Geschäft brummt, auch derzeit bei sonst meist

gedrückter Konjunktur, die Umsatzentwicklung

zeigt kontinuierlich nach oben.

Kombination verschiedener

Materialien möglich

Den weltweiten Erfolg verdankt

das ThyssenKrupp Presta TecCenter hauptsächlich

seinem patentierten Fügeverfahren. Damit werden

die Nocken und auch andere Komponenten, wie

CEO Wiesner erklärt, auf ein Trägerrohr montiert

und dann zur einbaufertigen Nockenwelle geschliffen.

Für die Nockenwelle, die auf diese Art gebaut

wird, resultiert eine Gewichtseinsparung von rund

30 Prozent im Vergleich zu konventionell gefertigten

Teilen im Guss- oder Schmiedeverfahren. Ausserdem

bietet die gebaute Version die Möglichkeit

zur Werkstoffoptimierung, indem verschiedene

Werkstoffe für Welle, Nocken und weiteren Kompo


nenten verwendet werden können. Die Bauweise

ermöglicht die Kombination verschiedener Materialien,

beispielsweise Sinternocken oder Gussnocken

für die Tassenstössel der Ventile oder Stahl für den

Rollenabgriff. Ebenso ist der Aufbau verschiedener

Komponenten möglich: Auf die Welle können nicht

nur Nocken, sondern auch Geberräder, Sechskantringe

oder Zahnräder aufgesetzt werden. Das Fügeverfahren

beim Aufbau der Nockenwelle erlaubt die

Verwendung unterschiedlicher Rohre für die Welle.

Je nach Gebrauch kann es sich um ein Vollrohr oder

um ein dünnwandiges Rohr handeln. Neben der

Gewichtseinsparung, die bei der gegenwärtig dominierenden

Leichtbauweise in der Autoherstellung zu

einem der entscheidenden Faktoren geworden ist,

fallen durch die Verwendung von unterschiedlichen

Materialien und die direkte Integration von zusätzlichen

Funktionen weniger Kosten an, was die Konkurrenzfähigkeit

zusätzlich erhöht.

Prototypen für Elektromotoren

bereits entwickelt

Die Verwendung von Nockenwellen

für die Steuerung der Ventile ist so alt wie der

Motorenbau. In den Entwicklungsabteilungen der

Motorenbauer werden Systeme entwickelt, die eine

Ventilsteuerung ohne Nockenwellen ermöglichen

sollen. Diese Systeme lassen sich aber nicht in die

bestehenden Motorenkonzepte einbauen, erfordern

einen hohen Strombedarf und erhöhen die

Abhängigkeit der Motoren von einer komplizierten

Elektronik. Peter Wiesner ist deshalb zuversichtlich,

dass die bewährte Nockenwelle Die gebauten Nockenwellen

weiterhin eines der Kernstücke werden mit Laser vermessen.

der Motoren bilden wird: «Die

Nockenwelle liefert den Motoren die Steuerung der

Einlass- und Auslassventile, ohne dass zusätzliche

elektronische Systeme zur Ventilsteuerung eingebaut

werden müssen.» Zuversicht äussert der CEO

des TecCenters auch hinsichtlich der neuen Trends

zu mehr Elektromobilität bei den Autos. Ob rein

elektrische Fahrzeuge oder Hybridantriebe als

Kombination von Elektro- und Verbrennungsmotoren,

gebraucht werden Elektromotoren, die

Rotorwellen benötigen. Die Montagetechnik, wie

sie das TecCenter für die Nockenwellen entwickelt

hat, lässt sich in leicht abgeänderter Form auch bei

den Rotorwellen anwenden. Prototypen wurden

bereits entwickelt und an Hersteller von Elektromotoren

geliefert, die nun diese Prototypen bei

Motoren- und bei Fahrzeugtests einsetzen. Die Zeichen

stehen günstig, dass sich daraus für das Tec-

Center ein neuer Entwicklungs- und Produktionszweig

entwickeln könnte. |

teccenter

thyssenKrupp presta tecCenter AG gehört zum thyssenKrupp Konzern

und innerhalb des Konzerns zur Camshafts Gruppe mit 5 standorten.

Das tecCenter ist das entwicklungszentrum der thyssen-

Krupp Camshafts Gruppe und beschäftigt in eschen rund 200

mitarbeiter. schwerpunkt ist die entwicklung und der prototypenbau

von Nockenwellen.

september 2012

Fotos: tecCenter


12

13

Von Anton Frommelt

jaHr der enerGie

Energieeffizienz

Abenteuerspielplatz

Geiz rund ist um geil den Walensee

Geiz ist geil – dieser bekannte slogan eines discounters löste anfang dieses

jahrhunderts eine hitzige debatte über das preisbezogene kaufverhalten aus.

bezieht man aber diese phrase auf das energieproblem, offenbart sie den

kern der lösung.

Umweltbewusstsein ist in: Geradezu

unmöglich ist es heutzutage, einen Kühlschrank

oder ein Auto zu kaufen, ohne dass der

Verkäufer plakativ auf die Energieeffizienzklasse

mit den A’s und den vielen Plus-

nicht zuletzt muss

sen hinweist. Etliche Firmen

werben mit einer CO2-Neutrali-

es das ziel sein, tät, welche sie sich mit der Beteiligung

an Waldschutzprojekten

energie gar nicht

in fernen Ländern erkauft haben.

erst zu verbrauchen

Dem Käufer geben diese Engagements

das gute Gefühl, verantwortlich

gehandelt zu haben. Dem überbordenden

Energiebedarf unserer Gesellschaft wird damit

aber freilich noch nicht entgegengewirkt. Aber

genau hier liegt die Krux, denn wenn wir unseren

Energieverbauch nicht massiv verringern, wird sich

die Natur nicht erholen können und unsere

gewohnte Lebensqualität wird längerfristig nicht

haltbar sein. Dabei ist es ohne höhere finanzielle

Aufwendungen und ohne Komfortverlust möglich,

mit Energie zu geizen. Grob lassen sich diese Einsparpotenziale

in drei Bereiche einteilen. Erstens

Potenzial der Energieeinsparung im Lebenszyklus eines Gebäudes

Erstellung Betrieb Recycling

die überlegte Auswahl an Gütern, Materialen und

Herstellungsverfahren, zweitens die Bevorzugung

lokaler Produktionen und drittens die Nutzung

von Bestehendem – das Recycling.

Energiesparen bei Material,

Produktion und Betrieb

Bereits heute spart die regionale

Bevölkerung emsig Betriebsenergie. Immer stärker

ist die Nachfrage nach verbrauchsarmen Produkten

oder, wie in unserem Falle, nach betriebsenergiefreien

Gebäuden, sogenannten Null- oder sogar

Plusenergiehäusern, spürbar. Die meisten Käufer

oder Bauherren sind sich dabei aber nicht bewusst,

dass ihr Haushaltgerät, Auto oder Eigenheim in der

Produktion schon so viel Energie verbraucht hat,

dass die Gesamtbilanz des Energieverbrauches

schlechter ist als es auf den ersten Blick erscheint.

Wieviel graue Energie in den Produkten steckt,

zeigt das Beispiel einer handelsüblichen Getränkedose

aus Aluminium. Die Herstellung von zwei

Dosen benötigt genausoviel Energie wie eine durchschnittliche

vierköpfige Familie an einem Tag verbraucht.

Dies ist im Hausbau nicht anders. Bei der

Erstellung eines bereits sehr energieeffizienten

Passiv hauses kann man je nach Bauweise nochmals

den Energiewert einer 80-jährigen fossilen Beheizung

eines konventionellen Gebäudes sparen. Und

zwar, indem man beim Bau seines Hauses mit der

Auswahl der richtigen Materialien und einer Produktionsfirma,

die bewusst auf energieeffiziente

Produktion setzt, achtet. Dabei erreicht man einen

dreifachen Einspareffekt. Namentlich bei der Rohmaterialgewinnung,

der Verarbeitung, im Unterhalt

und der Entsorgung. Dies beginnt schon bei

kleinen Details, zum Beispiel bei der Auswahl des


Dämmmaterials. Oft sind die angebotenen Werkstoffe

identisch in Preis, Beständigkeit und Wirkung,

unterscheiden sich aber frappant im Energieverbrauch

bei der Herstellung.

Lokale Wertschöpfung spart

Energie

Der mit der Globalisierung einhergehende

Trend, Herstellungsprozesse einzelner

Produkte über Kontinente verteilt durchzuführen,

bringt vielleicht etwas günstigere Produkte, ganz

sicher aber einen um einiges höheren Energiebedarf.

Die in Russland mit dem Material aus Brasilien

erstellte, mit der chinesischen Unterlagsscheibe

in den USA versehene, in Australien

lackierte und in Vaduz verwendete Schraube

verstärkt die Umweltbelastung und schwächt die

lokale Wirtschaft. Tendenziell gilt, wenn man den

heimischen Betrieb berücksichtigt, ist dies für die

Umwelt gut. Denn wer lokales Material verwendet

und es in der Region verarbeiten lässt, verursacht

ungleich weniger transportbedingte Kosten und

Schadstoffe. Nutzt man den Baustoff Holz für sein

zur person

Der Holzbauingenieur und Ökonom Dipl. Ing.

anton frommelt leitet mit seinem bruder Christoph

Frommelt den traditionsbetrieb Frommelt Zimmerei

und Ing. Holzbau AG in schaan. Zusammen

wurden sie 2011 zum «entrepreneur of the

Year» ernannt.

Gebäude, bindet man sogar noch

zusätzliches CO2, was sich auf

die CO2-Bilanz positiv auswirkt.

Der verantwortungsvolle Käufer ist also gut beraten,

seine Geschäfte in der Region zu tätigen und

der innovative Anbieter wird wieder vermehrt

seine eigene Produktionsfähigkeit verlockenden ausländischen

Halbfertigprodukten vorziehen. Denn

je mehr von der Wertschöpfungskette in der Region

verbleibt, desto besser ist dies durch den Wegfall der

Transporte für die Umwelt.

Foto: Frommelt

Ziel muss es sein, Energie gar

nicht erst zu verbrauchen.

Die perfekte Energie ist die

nicht gebrauchte Energie

Nicht zuletzt muss es das Ziel

sein, Energie gar nicht erst zu verbrauchen. Oftmals

können Bestandteile oder Materialien von Altbauten

neue Funktionen in Neubauten übernehmen.

Deshalb lohnt es sich bei bestehender Bausubstanz

immer genau zu erwägen, ob man diese nicht weiternutzen

kann. Im besten Fall kann der Materialverbrauch

und damit auch der Energie verbrauch

verringert werden. Lohnenswert sind normalerweise

auch energetische Sanierungen. Die Betriebsenergie

kann deutlich reduziert werden und die

durch die Renovation verwendeten Ressourcen sind

meistens innerhalb kurzer Zeit ausgeglichen.

Zusammenfassend kann festgehalten werden,

dass sich die Hersteller, der Staat und letztlich auch

die Konsumenten stärker mit der Produktionsenergie,

der oftmals vergessenen grauen Energie also,

auseinandersetzen müssen. Wer dann noch auf Produkte

aus lokalen und energetisch hochwertigen

Mate rialien aus regionalen Produktionsstätten setzt,

dabei bestehende Bausubstanzen intelligent integriert,

der tut sich und der Umwelt was Gutes. |

september 2012


14

Baron von Falz-Fein mit

dem erfolgreichen Radrennfahrer

Adolf Heeb.

kopf porträt des monats

Baron Eduard von Falz-Fein

ein pionier wird 100 Jahre alt

Eduard Alexandrowitsch von Falz-Fein kann

am 14. September 2012 seinen 100. Geburtstag feiern.

Der «Baron», wie ihn Freunde und Bekannte

nennen, ist eine weltgewandte Persönlichkeit, in

vielen Dingen ein Pionier für

Liechtenstein. Diese Persönlichkeit

zu beschreiben, ist auf beschränktem

Raum kaum möglich.

Sein Freund Prinz Nikita

Lobanow-Rostowskij hat dafür die knappe Formel

gefunden: Emigrant, Playboy, Sportler, Geschäftsmann

und Mäzen! Wenn der Baron aus seinem Leben

erzählt, spult ein turbulentes

Jahrhundert vor dem geistigen

Auge ab, das alles vom leidenschaftlichen

Jet-Set-Liebhaber

bis zum selbstlosen Förderer von

Sport und Kunst vereint. Zum

Emigranten ist der Baron geworden,

weil seine begüterte Familie

während der Revolution 1917 aus

dem zaristischen Russland flie-

Foto: Landesarchiv

hen musste. Er wusste die engen

Beziehungen zu nutzen, die seine

Familie mit dem früheren Botschafter

Österreich-Ungarns im

Zarenreich, dem späteren Fürs-

ten Franz I. von Liechtenstein, aufgebaut hatte. Die

Gemeinde Ruggell nahm ihn 1936 in ihren Bürgerverband

auf, nachdem der Baron schon zwei Jahre

zuvor Liechtenstein aufgesucht hatte und Aufbauarbeit

für das Liechtensteinische Olympische Komitee

leistete, was den liechtensteinischen Sportlern

ermöglichte, 1936 an den Olympischen Spielen

in Garmisch-Partenkirchen und Berlin teilzunehmen.

Der Sportförderer war selbst aktiver Sportler,

sass im Bob, vor allem aber auf dem Rennrad, fuhr

Radrennen und feierte Siege – beispielsweise beim

Bergrennen Vaduz – Triesenberg. Seinen Verbindungen

in die Sportszene ist es zu verdanken, dass

die Tour de Suisse schon 1947 einen Abstecher nach

Liechtenstein machte. Als Korrespondent der

september 2012

schnelle autos und radsport, zwei dinge,

die baron eduard von falz-fein mit leidenschaft pflegte

einflussreichsten französischen Sportzeitung

«L’Equipe» standen ihm viele Türen zu Sportlern

und anderen Prominenten offen, die nicht zuletzt

seinen Aufstieg zum «Souvenirkönig» in Liechtenstein

beeinflussten. Weil Touristen in der Regel wenig

Zeit haben und alles schnell, also «quick» gehen

muss, taufte der Baron seinen neuen Souvenirladen

in Vaduz «Quick Tourist Office».

Sein Tourismuskonzept verriet der Baron seine

Biographin Nadeshda Danilewitsch für das Buch

«Ein russischer Aristokrat in Liechtenstein»: «Reiseführer

bringen von überall Busse zu mir. Und hier

lassen die Touristen ihr ganzes Taschengeld. Ich war

der Erste, der einen Parkplatz für grosse internationale

Busse direkt vor seinem Geschäft hatte. Niemand

wollte für die Pacht des Grundstückes bezahlen,

um einen Parkplatz zu bekommen, denn der

Boden in Vaduz ist unglaublich teuer. Ich aber habe

sie bezahlt. Wenn gerade Saison ist, habe ich bis zu

vierzig Busse am Tag, in jedem sitzen vierzig Touristen

– sie alle sind Kunden in meinem Geschäft.»

Auch bei anderen Geschäften bewies der Baron

seine Geschäftstüchtigkeit. So kaufte er Kunstwerke

bei Auktionen, die er nach dem Zusammenbruch

der Sowjetunion dem russischen Staat übergab

und dafür im Jahr 2007 von Russlands Präsidenten

Putin mit der Puschkin-Medaille geehrt

wurde. Seine diplomatischen Fähigkeiten bewies

der Baron auch bei einem Geschäft zwischen Liechtenstein

und Russland, als das Fürstenhaus das Sokolow-Archiv

über die Ermordung der Zarenfamilie

gegen einen Teil des Liechtenstein-Familienarchivs,

das die Rote Armee 1945 in Österreich geraubt

und nach Moskau gebracht hatte. |


Aufladen der E-Bikes

an den neuen electranten

enerGiestrateGie 2020

Eine erfreuliche Nachricht für die Besitzer von Elektro-Fahr-

rädern. Liechtenstein verfügt schon bald über mindestens

16 Standorte, an welchen die Akkus der beliebten E-Bikes unter-

wegs bequem und rasch aufgeladen werden können. Als

eine Massnahme aus der Energiestrategie 2020, die in einem

Ziel die Reduktion des Treibhausgas-Ausstosses und damit

auch die Förderung des Langsamverkehrs formuliert, soll der

Electrant ein zusätzlicher Anreiz und Service für E-Biker sein.

Beim Electranten handelt es sich um eine Ladestation, welche sowohl

die Akkus der Fahrradmodelle Flyer als auch der übrigen Anbieter in

zwei unterschiedlichen Ladeboxen auflädt. Geöffnet wird die Ladestation

mit Hilfe der Electranten-Mitgliederkarte, welche von LieMobil

kostenlos abgeben wird. Der Nutzer wird lediglich registriert. Im

Electranten selber ist der Akku beziehungsweise das Steckmodul

während der maximalen Ladezeit von zwei Stunden geschützt versorgt.

Damit auch nachfolgende E-Biker die Dienstleistung nutzen

können, wird das Gerät nach zwei Stunden wieder freigeschalten. Der

Nutzer ist also angehalten, spätestens dann seinen Akku zu entfernen.

Um den Service rund um den Electranten zu komplettieren, gibt es

die Homepage www.electrant.li, von welcher die Mitgliedschaft beantragt

und die Funktionsweise und die Standorte eingesehen werden

können. Zusätzlich gibt es das App «Electrant», welches dem Electranten-Mitglied

den nächstgelegenen Ladestandort anzeigt.

Regierungschef-Stellvertreter und Wirtschaftsminister Martin Meyer

ist überzeugt, dass mit entsprechender Weiterentwicklung der Idee

das Angebot auch für den Langsamverkehr-Tourismus eine wichtige

Rolle spielen kann. Immerhin ist Liechtenstein nicht nur für heimische

E-Biker, sondern auch für solche aus dem nahen Ausland ein

attraktives Ziel, wenn hier bequem Strom nachgeladen werden kann.

Dazu braucht es aber noch weitere Partner aus Hotellerie und Gastronomie

und eine enge Zusammenarbeit mit Liechtenstein Tourismus.

All das ist in Planung. Der erste Schritt soll zeigen, wie sich der Electrant

in der Praxis bewährt und wie die Akzeptanz ist.

Der Electrant kann übrigens nicht übersehen werden. An den jeweiligen

Ladestationen erklärt der personifizierte Electrant – ganz im

Sinne eines freundlichen Tankwarts – die Handhabe und lädt zum

Aufladen ein. |

Attraktives Serviceangebot

«Ich freue mich, dass wir mit dem Angebot der

Electranten einen Servicebeitrag leisten können zur

Steigerung der Attraktivität im Langsamverkehr.

Natürlich ist dies nur ein kleiner Schritt zur Zielsetzung

der Reduktion des Treibhausgas-Ausstosses.

Es ist aber in jedem Fall ein sympathischer Schritt.»

Wirtschaftsminister Martin Meyer


16

17

Von Günther Meier

aussenpolitik

Kleinstaaten müssen

prioritäten setzen

liechtenstein beschränkt sich bei den vereinten nationen auf

einige wichtige themen wie die menschenrechte und die

friedenspolitik. ein vergleich der uno-politik der drei nach-

barländer liechtenstein, schweiz und Österreich.

Die UNO führt jeweils im Herbst

ihre Generalversammlung durch. Am Hauptsitz in

New York wird dieses Jahr die 66. Generalversammlung

am 13. September eröffnet. Nach der

Eröffnungswoche werden sich

die ausstrahlung liechten-

die Staats- und Regierungschefs

für drei hochrangige Tagungen

steins in den vereinten während der zweiten Septemberhälfte

treffen, unter ihnen auch

nationen geht weit über

Liechtensteins Aussenministerin

seine landesgrösse hinaus Aurelia Frick. Die erste dieser Tagungen

widmet sich der Verhütung

und Kontrolle von nicht ansteckenden Krankheiten

und den Herausforderungen für die Entwicklungsländer.

Die zweite hochrangige Tagung

konzentriert sich auf die Themen

Wüstenbildung, Bodenerosion

und Dürre im Zusammenhang

mit nachhaltiger Entwicklung

und Armutsbekämpfung

im Hinblick auf die Konferenz

«Rio+20» vom vergangenen Juni.

Das dritte hochrangige Treffen

der Versammlung wird den

zehnten Jahrestag der Erklärung

von Durban feiern – den Plan der

internationalen Gemeinschaft

für den Kampf gegen Rassismus.

Liechtenstein kann aufgrund

seiner beschränkten personellen

und finanziellen Ressourcen

nicht bei allen Themen eine aktive

Rolle wie grössere Staaten

spielen, sondern muss sich

zwangsläufig auf einige wenige

Politikbereiche konzentrieren.

Auch den Nachbarländern

Schweiz und Österreich geht es

so, wie aus einer Studie von Günther

Unser, dem Verfasser des

Standardwerks «Die UNO – Aufgaben,

Strukturen, Politik» hervorgeht.

Günther Unser, der

auch Lehrbeauftragter am Institut

für Politische Wissenschaft

der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule

Aachen und ein versierter Kenner der liechtensteinischen

UNO-Politik ist, bringt es in der

Studie bereits im Titel auf den Punkt: «Prioritäten

setzen!» Die Untersuchung der drei Nachbarländer

und ihrer UNO-Politik geht insbesondere der Fra-

liechtenstein und uno

Liechtenstein setzt sich aktiv für diverse reformen der Vereinten Nationen

ein, um die effektivität, Legitimität und transparenz ihrer Arbeit

zu stärken. Liechtenstein ist mitglied der sogenannten s-5-Gruppe

(gemeinsam mit Costa rica, Jordanien, singapur und der

schweiz), welche einen Dialog mit den mitgliedern des sicherheitsrates

sowie allen anderen UNO-mitgliedstaaten führt, und die bereits

einige Verbesserungen in den Arbeitsmethoden des rates durchgesetzt

hat. Liechtenstein setzt sich weiters seit Jahren für die reform

des menschenrechtssystems der UNO ein. Liechtenstein war zentral

an der einrichtung des UNO-menschenrechtsrates beteiligt. ein

wichtiges aktuelles reformanliegen ist das Verhältnis der UNO zur

Gruppe der G-20, die in den letzten Jahren eine zentrale rolle im

bereich der internationalen Finanz- und Wirtschaftspolitik eingenommen

hat. Liechtenstein ist mitglied der informellen Global Governance

Group (3G), die sich für ein besseres Arbeitsverhältnis zwischen

der UNO und den G-20 einsetzt, und mehr transparenz und

Legitimität in den entscheidungen der G-20 einfordert.


ge nach, welche Handlungsmöglichkeiten mittlere

und kleinere Staaten in den Vereinten Nationen

haben und wo die Grenzen liegen.

Die Schwerpunkte der Mitarbeit

in der UNO

Unter den drei Nachbarländern

nehme Österreich hinsichtlich seines Mitwirkens

auf dem weiten Feld der Friedenssicherung eine

vergleichsweise herausgehobene Stellung ein, erwähnt

Günther Unser und führt aus: «Einmal

durch die mehrfache Mitgliedschaft im Sicherheitsrat,

zum anderen als langjähriger Truppensteller.»

Seit 1960 hätten nahezu 60'000 Österreicher

– durchweg Freiwillige – an UN-Missionen

teilgenommen. Für die Schweiz sei eine Mitgliedschaft

im Sicherheitsrat aufgrund neutralitätspolitischer

Vorbehalte lange Zeit ein Tabu gewesen,

doch steuere die Eidgenossenschaft, wie Simon

Gemperli in einem NZZ-Artikel schrieb, in jüngster

Zeit «lautlos in Richtung UNO-Sicherheitsrat».

So habe der Bundesrat im Jahr 2011 beschlossen,

die Kandidatur für eine nichtständige Mitgliedschaft

für die Jahre 2023/2024 anzumelden. Derartige

Ambitionen hegt Liechtenstein nicht, doch setze

das Fürstentum beim Schutz und der Weiterentwicklung

des Völkerrechts sowie bei der Wahrung

von Frieden und Sicherheit entsprechende

Prioritäten. Besonders

unterstreicht Günther Unser

den Beitrag Liechtensteins,

und insbesondere von UNO-

Botschafter Christian Wenaweser,

für den Internationalen

Strafgerichtshof: Unter der liechtensteinischenVerhandlungsführung

hätten sich die Vertragsstaaten – nach

langjährigen vergeblichen Bemühungen – im Jahr

2010 auf eine Definition des Verbrechens der Aggression

geeinigt.

Foto: presseamt

Aussenministerin Aurelia Frick mit

UNO-Generalsekretär Ban Kimoon

während der Generalversammlung

der Vereinten Nationen.

Positive Bilanz der Regierungen

über UNO-Mitgliedschaft

Aus der Sicht der drei Regierungen,

stellt Günther Unser fest, falle die Bilanz der

bisherigen Mitgliedschaft in den Vereinten Nationen

im Rahmen der jeweiligen Aussenpolitik überaus

positiv aus. Das Wiener Aussenamt fasst zusammen:

«Österreich hat sich durch die aktive Mitarbeit

in den UN ein hohes Profil erworben.» Der

schweizerische Bundesrat habe anlässlich der zehnjährigen

Mitgliedschaft 2012 ausgeführt, dass die

Schweiz «als initiativer, selbstbewusster und solidarischer

Teamplayer in der internationalen Gemeinschaft

anerkannt» worden sei. Für Liechtenstein

wird UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon zitiert,

der bei seinem Besuch in Vaduz meinte, dass die

«Ausstrahlung Liechtensteins weit über seine Landesgrösse»

hinausgehe. Auch die Aussenansicht

fällt nach Einschätzung von Günther Unser positiv

aus: Das Engagement der drei Länder finde innerhalb

der UNO und unter den grösseren Mitgliedstaaten

grosse Anerkennung. |

september 2012


18

19

Von Günther Meier

treuHandwesen

Mögliche Szenarien

für die treuhänder

die liechtensteinische treuhändervereinigung hat eine zu-

kunftsstrategie für treuhänder entwickelt. neu liegt eine

studie aus wissenschaftlicher sicht über mögliche künftige

entwicklungen der liechtensteinischen treuhandbranche vor.

«Die Treuhandbranche bekennt

sich zur Einhaltung internationaler Standards», so

lautet die neue Strategie der Liechtensteinischen

Treuhändervereinigung, die sich im veränderten

Umfeld der Finanzwirtschaft mit den Forderungen

nach Transparenz und Steuerehrlichkeit neu

positionieren möchte. Mit der Einhaltung internationaler

Standards möchte die Treuhandbranche

ihr «Image als verlässlicher Partner,

attraktive Arbeitgeberin

interessant ist, dass

und leistungs-fähige Dienstleis-

liechtenstein etwa doppelt terin im Bereich der qualitativ

hochwertigen Vermögenspla-

so viele stiftungen wie

nung» fördern. Über die Formu-

die schweiz aufweist lierung ihrer Strategie versucht

die Treuhändervereinigung die

Weichen für eine erfolgreiche

Zukunft zu stellen. Nun liegt eine Studie vor, die

sich mit der Neupositionierung, den Entwicklungen

und dem künftigen Handlungsbedarf der

Treuhandbranche auseinandersetzt. Pieter van

Eck, der die Studie als Bachelorarbeit am Institut

für Banking and Finance an der Universität Zürich

verfasste, gelangt zur Schlussfolgerung, dass der

Treuhand-sektor unter bestimmten Voraussetzungen

noch Zukunft hat: «Unter Gewährleistung optimaler

Rahmenbedingungen kann dem Fürstentum

Liechtenstein ein sehr professioneller und

spezia-lisierter Treuhandsektor erhalten bleiben,

auch wenn nur in dezimierter Form.» Ob es zu einer

ausschliesslich positiven Veränderung der momentanen

Situationen kommen wird, lässt der

Autor der Studie offen, sieht aber am Beispiel der

Verträge mit Grossbritannien, dass durchaus positive

Ergebnisse bei Verhandlungen erreicht werden

können.

Regulierungen verwässerten

frühere Vorteile

Der internationale Druck zur

Verhinderung der Steuerumgehung

hat die Treuhänder und

die bisherige Ausrichtung der

Geschäftstätigkeit des Treuhandsektors

vor grosse Herausforderungen

gestellt. Die «rechtliche

Flexibilität und Diskretion

der Strukturen sowie die Stabilität Liechtensteins»

seien das wichtigste Differenzierungsmerkmal für

den in der Vergangenheit erfolgreichen Treuhandsektor

gewesen, hält Pieter van Eck fest, doch die

verstärkte internationale Transparenz und Regulierungen

hätten diese Vorteile verwässert. Die aktuelle

Situation erfordere für den Treuhandsektor

und das Anforderungsprofil des Treuhänders notwendige

Anpassungen: «Das ertragsreiche, von einer

grossen Anzahl von Treuhändern praktizierte

Massengeschäft, das durch den schwerpunktmässig

administrativen Umgang mit nicht deklariertem

Kapital charakterisiert ist, wird somit unattraktiver,

je länger es dauert.»

Treuhandwesen im internationalen

Vergleich

Offshore-Finanzplätze wie Liech-

ten stein konnten sich vor allem deshalb ent wickeln,

weil das Kapital international von einer erhöhten

Mobilität profitierte. Interessant dabei ist die Feststellung

von Pieter van Eck, dass Liechtenstein

etwa doppelt so viele Stiftungen wie die Schweiz

und bedeutend mehr solche Konstrukte als der

Finanzplatz Luxemburg aufweist, obwohl alle drei

Länder international zu den Kleinstaaten gehören


und einen ausgeprägten Finanzdienstleistungssektor

aufgebaut haben. Die Hauptursache liege in

der Gesetzgebung, kommentiert der Autor und

fügt die unterschiedliche Ausgestaltung des Stiftungsrechts

in den drei Ländern an: Die Schweiz

anerkenne zwar Stiftungen zu eigennützigen Zwecken,

gestatte jedoch keine reinen Unterhaltsstiftungen,

während Luxemburg die Nutzung von

Stiftungen für privatnützige Zwecke verbiete und

sich ausschliesslich über die Philanthropie positioniere.

In Liechtenstein jedoch ist die Stiftung für

die Nachfolge-Planung möglich, zudem habe

Liechtenstein als einziges Land Kontinentaleuropas

die Trust in seine Gesetzgebung eingebaut. In

jüngster Vergangenheit hätte sich aber weltweit

Konkurrenz ergeben: So etwa habe Panama die

liechtensteinische Gesetzgebung übernommen

und andere Länder hätten andere attraktive Wege

gefunden, ausländisches Kapital in ihr Land zu

locken, wie Singapur, Hongkong oder Dubai.

Mögliche Szenarien für die

Zukunft

Wie es mit dem Treuhandwesen

in Liechtenstein in Zukunft weitergehen wird,

wagt im Moment kaum jemand zu prognostizie-

ren. Die Treuhändervereinigung

geht davon aus, dass ihre Strategie

zum Erfolg führen wird:

«Das umsatz- und margenträchtige

Geschäft mit standardisierten

Strukturen ohne eine vertiefte

Beratung des Endkunden

wird sich über die kommenden

Jahre hin zu einer umfassenderen

aktiven Kundenberatung sowie

einer vermehrten Ansiedlung von Unternehmen

mit Substanz verschieben.» Der Treuhänder

nimmt nach dieser Vorstellung als Vertrauensperson

bei dieser integrierten Vermögensplanung

für eine internationale Kundschaft vermehrt eine

zentrale Beraterfunktion ein, sofern die internatio

nalen Standards mit gebührender Rücksichtnahme

auf die wirtschaftlichen Auswirkungen des

Landes umgesetzt würden.

Pieter van Eck entwickelt drei

Szenarien für das Treuhandwesen der Zukunft.

Das Worst-Case-Szenario geht von der Annahme

aus, dass sich die Zusammenarbeit zwischen Regierung

und den Treuhändern weiterhin schlecht

entwickelt. Fehlende Abstimmung mit der Regierung

und erhöhter internationaler Druck würden

sich damit negativ für die Treuhänder auswirken –

und: «Da durch die veränderten Rahmenbedingungen

positive Attribute wie die Privatsphäre sowie

die Rechts- und Planungssicherheit endgültig

verloren gehen, können die Treuhänder ihre

Dienstleistungen zudem nicht mehr glaubwürdig

am Markt präsentieren und werden grosse Mühe

haben, Kunden zu akquirieren.» Das ist natürlich

die schlechteste Version der Szenarien, nur kommt

sie dem aktuellen Zustand bedrohlich nahe. |

Fotos: Günther meier

Die Zukunft des Treuhandwesens

scheint ungewiss, wie

eine neue Studie aufzeigt.

september 2012


20

lifestyle

Kaffeebohnen

direkt vom strauch

Adrian Riesen auf einer Kaffee- Für viele beginnt der Tag erst

Plantage in Brasilien.

richtig nach einem fein duftenden

Kaffee, andere geniessen einen

Espresso nach dem Essen, wieder andere werden den

ganzen Tag von Kaffee begleitet. So vielfältig das

Angebot an Kaffee, so verschieden auch die Gewohnheiten

mit dem Genuss. Und ebenso verschieden die

Geschmäcker und die Zubereitungsarten. Neuerdings

zeichnet sich eine weitere Variante ab, die bei

anderen Lebens- und Genussmitteln schon zum

Standard gehört, nämlich die genaue Herkunft.

Man holt am liebsten die Kartoffen und Äpfel

auf dem Hof beim Bauern, man weiss genau, wo das

Gemüse gewachsen ist, der Weinbauer bevorzugt für

seinen Wein spezielle Lagen. Kurzum, die Konsumenten

wollen wissen, woher die Ware kommt.

Diese Transparenz setzt sich langsam auch beim Kaffee

durch, wobei in der Regel das Herkunftsland

genannt wird. Adrian Riesen geht nun einen Schritt

weiter, indem er Kaffee aus Brasilien bezieht, der auf

einer bestimmten Plantage gewachsen ist. Mehr

noch, auf den Kaffee-Säcken zu 30 Kilo ist festgehalten,

aus welcher Lage der Plantage die Kaffeebohnen

geerntet wurden. Wie beim Wein, kann auch Kaffee

je nach Lage innerhalb eines grossen Anbaugebietes

ein unterschiedliches Aroma haben.

Adrian Riesen hat sich in Brasilien auf den

Plantagen der Kaffeedynastie Dutra umgesehen, die

september 2012

Foto: riesen AG

ihren Kaffee, vergleichbar mit dem Weinbau, nach

Lagen ernten. Wer diesen exklusiven Kaffee bei

Riesen in Triesen geniesst, kann auf einer Karte

nachschauen, aus welcher Ecke die Kaffeebohnen

stammen. Dieser Kaffee hat den Nachteil aller

Naturprodukte, die je nach Erntejahr leicht unterschiedlich

schmecken. Gleichzeitig aber den Vorteil

gegenüber den sonst im Handel üblichen Mischungen,

dass der Charakter der Kaffeebohnen stärker im Geschmack

zum Ausdruck kommt. Der Parzellen- oder

Lagenkaffee, den Adrian Riesen direkt aus Brasilien

bezieht, wird in 30-Kilo-Säcken geliefert, während

normaler Brasil-Kaffee in Säcken zu 60 Kilo oder gar

als Schüttgut verschifft wird. Die Sorgfalt, die damit

verbunden ist, kommt dem Konsumenten zugute,

der einen Kaffee aus einer speziellen Lage geniessen

kann, der zudem beim Transport eine spezielle

Behandlung erfahren hat.

Kaffee gehört zu den bedeutendsten Agrarprodukten

im Welthandel, denn nach Schätzungen werden

täglich auf der Welt 1,5 Milliarden Tassen Kaffee

getrunken. Interessant bei diesem Genussmittel ist,

dass der Anbau auf der Südhalbkugel der Erde erfolgt,

am meisten Kaffee jedoch auf der nördlichen Erdhälfte

konsumiert wird. Wer nun daran denkt, die

Italiener würden mit ihrem Espresso an der Spitze der

Konsumenten rangieren, liegt falsch. Laut einer Statistik

der International Coffee Organization schlürften

die Italiener 2010 pro Kopf 5,77 kg Kaffee, die

Schweizer brachten es auf 7,99 kg, während in Europa

die Finnen mit 12,12 kg die Rangliste anführen.

Nach Berechnungen des Rohwarenhandels

wurden im vergangenen Jahr 138 Millionen Sack

Kaffee verkauft, mit wenigen Ausnahmen der Sack

zu 60 kg. Gesamthaft ergibt das über 8 Milliarden

Kilo Kaffee. Kein Wunder, dass Kaffee zu den bedeutendsten

Handelswaren der Landwirtschaft zählt.

Die 138 Millionen Sack Kaffee haben nach dem

aktuellen Handelspreis einen Wert von rund 20 Milliarden

US-Dollar.

Kaffee aus Brasilien, zubereitet von Riesen AG,

kann an der LIHGA in der Halle 3 genossen werden.

|


VON DER IDEE

BIS ZUR UMSETZUNG

Als Print- und Medienunternehmen

führen wir Botschaften zum Erfolg.

Kompetent. Persönlich. Flexibel.

Preis- und qualitätsbewusst.

Jetzt ist wieder Saunazeit,

gönnen Sie sich diesen Jungbrunnen.

relaxen,

entspannen,

geniessen

und dabei

etwas für die

Gesundheit

tun

«

»

Heizung

Klima

Sanitär

Wellness

Gewerbeweg 23 � Postfach 939 � 9490 Vaduz LI

Tel. 00423 232 86 86 � E-mail: info@vogt-ag.li � www.vogt-ag.li

Gutenberg AG

Feldkircher Strasse 13

FL-9494 Schaan

Tel. +423 239 50 50

office@gutenberg.li

www.gutenberg.li


22

23

Von Günther Meier

denkmaltaG 2012

Die Geheimnisse von Schalun

Wildschloss oberhalb Vaduz

Einmal vor vielen hundert Jahren

gingen an Maria Himmelfahrt einige Mädchen

zum Schloss Schalun hinauf, um Himbeeren zu

sammeln. Auf einmal sahen sie zwei Ritter in ihrer

Nähe auf- und abgehen. Da rief

einer der Ritter: «Mädchen,

die burg schalun, oberhalb

kommt herauf!» Die Mädchen

von vaduz, hält ihre Geheim- erschraken und liefen davon,

und als sie zurückschauten, wanisse

bis heute zurück

ren die Ritter verschwunden. Die

Mädchen erzählten nun daheim,

was sie gesehen und gehört hatten. Seither heisst es,

dass die ehemaligen Raubritter um Maria Himmelfahrt

vernichtet worden sind und dass seit jenem

Tage jedes Jahr an Maria Himmelfahrt zwei von

den Rittern dort geistern müssen. So erzählt Eugen

Nipp vor ungefähr hundert Jahren die Sage vom

Wildschloss. Die Burg Schalun, oberhalb von

Vaduz, hält ihre Geheimnisse bis heute zurück, und

deshalb ist es kein Wunder, dass früher auch

Geschichten von verborgenen Schätzen in unterirdischen

Gängen nacherzählt wurden. Die Geheimnisse

der sagenumwobenen Burgruine lüften

sollte das Ziel der ersten Ausgrabungen sein, die

kurz vor dem Zweiten Weltkrieg durchgeführt

wurden. Aber auch die Grabungen in den Jahren

1982–1985, die zugleich der Sicherung der Ruine

und des Felsens dienten, brachten keine nennenswerten

Neuigkeiten. Die fünf Jahre später nochmals

durchgeführten Arbeiten beschränkten sich

auf weitere Sicherungsmassnahmen der einzelnen

Gebäudeteile und der Ringmauer, so dass das Wildschloss

heute gefahrlos bestiegen werden kann. Die

Ausgrabungen und Untersuchungen des Mauerwerks

ergaben, dass die Burg wahrscheinlich in

zwei Bauetappen errichtet wurde. Experten gehen

Geheimnisumwittert ist die burg schalun, die oberhalb von vaduz als ruine

erhalten blieb. auch ausgrabungen konnten die Geheimnisse nicht lüften.

zum europa-tag des denkmals 2012 werden führungen beim «wildschloss»

durchgeführt.

davon aus, dass der erste Teil gegen Ende des

12. Jahrhunderts entstanden ist und im folgenden

Jahrhundert erweitert wurde. Zu einem etwas anderen

Ergebnis gelangte Johann Baptist Büchel, der

im Jahrbuch des Historischen Vereins 1919 schrieb:

«Entstanden ist die Burg in romanischer Zeit, im 10.

oder 11. Jahrhundert, darauf weist erstens die Bauart

hin, die sie mit der benachbarten Burg Wartau

gemein hat, die ebenso alt ist, ferner ihre aussergewöhnlich

hohe Lage, die nur den ältesten Burgen

eigen ist, und endlich ihr rätoromanischer Name

Schalun.» Büchel leitete Schalun vom lateinischen

Wort «scala» ab, das so viel wie Stiege bedeutet.

Neuere Forschungen gehen vom alträtoromanischen

Wort «scaluna» aus, das für den Begriff

«gros se Treppe» steht.

Die Burg – zuerst geräumt,

dann angezündet

Auch Peter Kaiser (1793–1864)

hat sich mit dem Wildschloss befasst und schreibt

in der berühmten Chronik: «Zwischen Vaduz und

Schaan auf einem vorspringenden Felsenhügel im

Walde lag die Burg Schalun, die nun in Trümmern

zerfallen ist. Sie hütete den Weg, der von Schaan auf

Profatscheng, den Triesenberg und über den Gulmen

in die Alpen führt, sowie die Landstrasse nach

Chur. Weder die Zeit der Erbauung noch Zerstörung

ist bekannt.» Die äusserst spärlichen Funde,

die bei den Grabungen gemacht wurden, ein paar

Tonscherben, Pfeilspitzen und vier Münzen, können

auf das 12./13. Jahrhundert datiert werden.

Dass nicht mehr Fundstücke übrig geblieben sind,

lässt nach Experten darauf schliessen, dass die Burg

zuerst geräumt und anschliessend angezündet

wurde – vermutlich im 13. Jahrhundert. Schon vor


den Grabungen und Sicherungen des Historischen

Vereins gegen Ende des 20. Jahrhunderts wurde gerätselt,

warum das Wildschloss an dieser ziemlich

unzugänglichen Stelle gebaut worden war. Peter

Kaiser vermutete die Wegsicherung von Schaan

nach Triesenberg. Johann Baptist Büchel ging noch

einen Schritt weiter und schrieb 1919 im Historischen

Jahrbuch: «Die Burg Schalun hütete den Pass,

der von Schaan her nach dem Triesenberg und in

die Alpen führte; sie bewachte auch die Reichsstrasse

im Tale und zwar zu einer Zeit, da die Burg

Vaduz noch nicht stand.» Diese Gewissheit wurde

von Anton Frommelt im Historischen Jahrbuch

1939 etwas erschüttert, der zu bedenken gab: «Die

Behauptung, die Burg sei als Wegschutz hiefür

erbaut worden, scheint mir etwas gewagt, umsomehr

als sie ja vor der Walliseransiedlung erbaut,

sicher an wenig begangenem Wege lag. Der Blick

ins Tal ist zwar gut, aber der alte Stras senzug nach

Chur nur stellenweise zu erspähen unter der unwahrscheinlichen

Voraus set zung, dass weniger

Wald als heute bestanden hätte.» Auch die früheren

Besitzverhältnisse der Burg Schalun sind nicht einwandfrei

belegt. Gesichert gilt, weil in einer Urkunde

erwähnt, dass es einen Ritter Ulrich von Schalun

gegeben hat, der am 8. März 1237 in Chur als Zeuge

bei einer Schenkung an das Kloster Churwalden

auftrat. Urkundlich erwähnt wird 1290 auch eine

Foto: marco Nescher

Das Wildschloss war auch schon

Gegenstand einer Briefmarken-

Ausgabe zu 3 Rappen im Jahre

1937.

«Domina de Scala», deren Einkünfte

dem Bischof von Chur als

zinspflichtig festgehalten wurden.

Johann Baptist Büchel geht davon

aus, dass es sich dabei um eine

«Schalunerin» gehandelt habe,

weil ansonsten im gesamten rätischen

Gebiet kein Geschlecht von

Scala aufschien. Mit der «Domina de Scala» verschwindet

dieses Adelsgeschlecht aus den Urkunden,

was Büchel zur Spekulation verleitet, vielleicht habe

der letzte Ritter von Schalun den Feldzug nach Italien

mitgemacht und dabei sein Leben gelassen.

Verkauf und Rückkauf durch

die Gemeinde Vaduz

Nur ein Besitzer und ein Besitzerwechsel

der Burg Schalun ist der Nachwelt erhalten:

Die Gemeinde Vaduz verkaufte am 15. Oktober

1880 die Ruine und den umliegenden Wald für 100

österreichische Gulden an Ignaz Banko aus Wien,

der im Zusammenhang mit dem Kirchenbau nach

Vaduz gekommen war. Am 13. April 1933 machte

die Gemeinde Vaduz von ihrem vertraglich zugesicherten

Rückkaufsrecht Gebrauch und kaufte das

Wildschloss für 450 Schweizer Franken wieder in

den Gemeindebesitz zurück. |

ruine aus stein und beton

Landesarchäologie und Landesdenkmalpflege

berichten am Denkmaltag 2012, am 1. september,

Interessantes über das «Wildschloss». Führungen

um 13.00, 14.00 und 15.00 Uhr durch

patrik birrer und Hansjörg Frommelt.

september 2012


24

25

Von Günther Meier

bucHneuHeit

Grenzenlose Vielfalt

auf kleinstem raum

Zahlreiche Bücher beschreiben

Liechtenstein, seine Staatsform, die Wirtschaft, die

Politik, die Kultur und die Gesellschaft. Fast so zahlreich

sind die Bildbände, die den Schönheiten der

Natur, der Landschaft und der Bergwelt nachgespürt

haben. Für die Philatelisten bieten die Buchhändler

ebenfalls etliche Werke an. Noch nie aber gab es bisher

ein Werk, das alle drei Varianten auf sich vereinigte.

Das neue Buch mit dem

Titel «Fürstentum Liechtenstein –

briefmarken gehören

die schönsten Bilder und Brief-

seit 100 jahren zu den marken», das aus Anlass des Jubiläums

«100 Jahre liechtensteini-

attraktivsten kultursche

Briefmarken» erscheint, gibt

botschaftern unseres landes als «Lesebuch» einen Überblick

über das Land, fasziniert mit

Fotos aus den unterschiedlichsten Perspektiven und

zeichnet mit einer Auswahl besonderer Briefmarken

die Geschichte der liechtensteinischen Philatelie

nach. Erbprinz Alois von Liechtenstein hält dazu im

Vorwort fest: «Diese Kombination von Bildern und

Briefmarken passt wohl nirgends besser als in Liechtenstein.

Briefmarken und Bilder haben etwas

gemeinsam: eine grenzenlose Vielfalt auf kleinstem

Raum, die es zu entdecken gilt. So wird auch der

Besucher Liechtensteins erst bei einem längeren Aufenthalt

und genauerem Hinsehen die landschaft-

ein neuer bildband porträtiert liechtenstein von seiner schönsten seite.

die kombination von fantastischen fotos und attraktiven briefmarken ist

erstmals in einem buch, das auch texte über liechtenstein enthält, verwirk-

licht worden.

liche und kulturelle Vielfalt entdecken, die das Land

zu bieten hat.» Es ist die Absicht des Bildbandes, die

Schönheiten Liechtensteins zu zeigen. Mit zumeist

grossformatigen Bildern, die Fotografen der Liechtensteinischen

Gesellschaft für Photographie bei

ihren Streifzügen durch das Land eingefangen haben,

lädt das Buch zu einer Reise durch Liechtenstein ein.

Die begleitenden Texte stammen von verschiedenen

Autoren, die in geraffter Form auf die wesentlichsten

Aspekte über Geschichte und Staatswesen, über das

Fürstenhaus und das Leben im Fürstentum, über

Kultur und Brauchtum, über Natur und Landschaft,

Freizeit und Sport eingehen. Der Bildband wird

damit zu einem reich illustrierten Werk, das mit

knappen Texten einen Überblick über die grosse

Vielfalt im kleinen Staat gibt.

Briefmarken als Abbild zeit -

genössischer Kunst

Die zweite Absicht des Werks besteht

darin, die bereits hundertjährige Geschichte

der liechtensteinischen Briefmarken mit ausgewählten

Beispielen zu begleiten. Die auf diese Art präsentierte

Leistungsschau der Liechtenstein-Philatelie

begeistert nicht nur Briefmarkensammler, sondern

ruft auch Nicht-Philatelisten in Erinnerung, wie die

Postwertzeichen im Verlaufe eines Jahrhunderts die

wesentlichsten Ereignisse des Landes begleitet und

auf ihre spezielle Weise dargestellt haben. Die Briefmarken

stellen aufgrund ihrer künstlerischen Gestaltung

auch ein Abbild zeitgenössischer Kunst und

Kultur dar, die dem Wandel der Zeit unterworfen

sind und den Zeitgeist in der Rückschau widerspiegeln.

Eine Reihe der prominentesten Briefmarkengestalter

aus dem In- und Ausland werden in kurzen

Texten porträtiert, womit die Verbindung zwischen


Briefmarken und Kultur in Liechtenstein eindrücklich

hergestellt wird. Unter ihnen der Graphiker und

Künstler Eugen Zotow und Hermann Kosel, der Gestalter

der beliebten Kosel-Serie, die 1930 in Philatelie-Kreisen

grosse Beachtung gefunden hatte. Unter

den einheimischen Entwerfern und Kunstschaffenden

befinden sich Eugen Verling, Josef Seger, Louis

Jäger, Hans-Peter Gassner und Sabine Bockmühl.

Weltneuheit im Jahr 2009 mit

Selbstklebe-Briefmarken

Auch Wissenswertes über den

Druck der Postwertzeichen ist zwischen den Bildern

und Briefmarken zu finden: Bis in jüngste Zeit wurden

die meisten Briefmarken bei der Österreichischen

Staatsdruckerei in Wien in Auftrag gegeben,

die schon 1912 die erste liechtensteinische Briefmarken-Ausgabe

gedruckt hatte. In der Schweiz kam vor

der bildband

«fürstentum liechtenstein – die schönsten bilder und briefmarken»

Herausgeber: LpHV, Liechtensteiner philatelisten Verband, Vaduz

verlag: Alpenland Verlag AG, schaan, 2012

umfang: 208 seiten, Format: 23,5 x 28,5 cm

preis: CHF 58.00 / euro 47.00. erhältlich im Alpenland Verlag AG,

schaan, unter www.buchzentrum.li, in den philatelieshops und poststellen

oder im buchhandel. IsbN: 978-3-905437-29-4

Fotos: marco Nescher

Die Kombination von Fotos und

Briefmarken zeigt die Schönheiten

Liechtensteins auf eine bisher

nicht realisierte Präsentation.

allem die Druckerei Courvoisier

in Biel in Frage. Im Jahre 2009

aber konnten erstmals Briefmarken

in Liechtenstein selbst gedruckt

werden: Die Gutenberg

AG in Schaan hatte in Zusammenarbeit

mit der Philatelie Liechtenstein

die Herstellung selbstklebender Briefmarken

mit echter Perforation und Schlitzung auf der

Vorder seite entwickelt. Mit dieser Weltneuheit

konnte die Gutenberg AG sogleich Fuss fassen in der

Königs disziplin des Drucks – des Briefmarkendrucks.

Die Geschichte des Postwesens

in Liechtenstein

Eine wertvolle Abrundung findet der neue Bildband

durch die ausführliche Zeittafel über die «Geschichte

des Postwesens und der Wertzeichen im Fürstentum

Liechtenstein». Angefangen mit dem Nord-Süd-Verkehr

aus dem süddeutschen Raum über Liechtenstein

nach Mailand, wird die Geschichte des internationalen

und liechtensteinischen Postwesens über

die Jahrhunderte aufgezeichnet. Anschliessend folgt

die Chronologie, die 1863 mit der ersten liechtensteinischen

Postkutsche beginnt, die damals jeden Vormittag

von Balzers nach Feldkirch fuhr und am

Nachmittag die Rückreise unter die Hufe und Räder

nahm. Die Leser erfahren, wann der erste Postbote

in Liechtenstein seinen Dienst antrat und die erste

Telegrafenlinie von Feldkirch nach Vaduz in Betrieb

genommen wurde. Festgehalten wird, wann die erste

Briefmarke zur Ausgabe gelangte und wie sich die

Philatelie in Liechtenstein in den vergangenen hundert

Jahren – von 1912 bis 2012 – einen hervorragenden

Ruf bei Sammlern und Händlern erwarb. |

september 2012


iefmarken

26 Der Zeppelin

auf Liechtenstein-briefmarken

Die ersten Zeppelin-Briefmarken Die Entwicklung der Luftfahrt

aus Liechtenstein erschienen nach dem Ersten Weltkrieg be-

1931 und zeigen einen Zeppelin flügelte die Fantasie der Brief-

über dem Malbuntal und ein Flugmarken-Hersteller, der Händler

schiff über dem Saminatal. und der Sammler. Liechtenstein

gab schon 1930 eine Serie Flugpostmarken

in sechs verschiedenen Wertstufen heraus,

die kleine Flugzeuge über einem Gletscher,

über dem Rheintal sowie über Schloss Vaduz zeigen.

Noch mehr Faszination lösten die Zeppeline aus,

die gewaltigen Luftschiffe, deren Erscheinen über

Liechtenstein jeweils für Begeisterung und Staunen

in der Bevölkerung sorgten. Kein Wunder, dass

schon 1931 die ersten beiden Briefmarken mit einem

Zeppelin herausgegeben wurden: Die 1-Franken-Marke

mit dem Zeppelin über dem Malbuntal,

das 2-Franken-Postwertzeichen mit dem Zeppelin

über dem Saminatal. Die Ausgabe dieser zwei Briefmarken

erfolgte am 1. Juni 1931 und erhielt die

Frankaturgültigkeit nur für die Zeppelin-Fahrt am

10. Juni 1931.

Schon vor dieser ersten Zeppelin-Ausgabe war

das Luftschiff «Graf Zeppelin» am 19. August 1930

über Liechtenstein geflogen und hatte in Vaduz die

Luftschiff-Post abgeworfen. Auf der Post Vaduz

wurden die abgeworfenen Luftpost-Briefe mit dem

Ankunftsstempel «Vaduz 19.VIII30-16» versehen.

Damit war dokumentiert, dass ein Luftschiff auch

september 2012

Foto: philatelie Liechtenstein

nach Liechtenstein geflogen war. Für die Philatelie

Liechtenstein bedeutete die Beförderung von Briefpost

mit dem Zeppelin einen Meilenstein, denn

damit wurden die liechtensteinischen Briefmarken

mit der europäischen Luftpost in Verbindung gebracht

– für Händler und Sammler ein attraktives

Betätigungsfeld! Der Postflug des Luftschiffs «Graf

Zeppelin» von Vaduz nach Lausanne war für die

Philatelie Liechtenstein ein besonderes Ereignis.

Der Zeppelin flog am 10. Juni 1931 über Liechtenstein,

blieb über dem damaligen Flugplatz in Schaan

(gegenüber der heutigen Ivoclar) stehen und warf

Seile aus, an welche die vorbereiteten Postsäcke

gehängt und an Bord gezogen wurden. Insgesamt

beförderte der Zeppelin 7'145 Luftpostkarten und

6'697 Luftpostbriefe. In Vaduz erhielten die Briefe

mit den neuen Zeppelin-Briefmarken einen roten

Sonderstempel mit dem Aufdruck «Vaduz Juni 1931

Zeppelin-Post nach Lausanne». Neben diesem

Stempel wurde ausserdem der Vaduzer Ortsstempel

mit dem Datum «10. VI. 31» aufgedrückt,

jedoch in schwarzer Farbe. Beim Ankunftsort

Lausanne erfolgte nochmals eine Abstempelung

«Lausanne Poste Aérienne Suisse 10. VI. 31 – 13».

Sammler und Händler tüftelten immer wieder

philatelistische Raritäten aus, die dann bei Auktionen

oder Ausstellungen stolz präsentiert wurden.

Im Zusammenhang mit der Zeppelin-Post gelangten

einige Briefmarken-Sammler ohne ihr Zutun zu

einer Spezialität. Ein Zeppelin stieg am 28. Juni 1932

in Friedrichshafen zu einem Postflug nach Zürich –

mit 36 Fahrgästen an Bord – in die Luft. Auf dem

Rückweg vom Flughafen Zürich, wo Postsäcke abgeworfen

wurden, machte der Zeppelin einen kurzen

Stopp beim Schaaner Flugplatz, um Postsäcke

für die «Zeppelin-Post» mit einem besonderen

Stempel aufzunehmen. Einer der Postsäcke wurde

offenbar nicht fachgerecht an einem Seil befestigt

und fiel in einen Graben, wodurch die meisten Briefe

beschädigt wurden. Diese schadhaften Briefe erhielten

zusätzlich einen besonderen Stempel mit

dem Text «Während der Postaufnahme beschädigt.

Postamt Vaduz». Eine Rarität für die Sammler! |


24. September 1962

Liechtenstein geht in richtung europa

Die Schweiz beschreitet den Weg der bilateralen

Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft,

nachdem das Volk im Jahre 1992 den Beitritt zum

Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) ablehnte.

Liechtenstein schlug damals einen eigenen Weg

ein, unabhängig von der Schweiz, und gehört seither

dem EWR als Mitglied an. Bis zu jenem Zeitpunkt

hatte sich Liechtenstein in der Integrationspolitik

an die Schweiz gehalten. Eine bedeutende

Wegmarke auf dem gemeinsamen Weg mit der

Schweiz war das Assoziierungsgesuch, das vor 50

Jahren – am 24. September 1962 – vom schweizerischen

Bundesrat in Brüssel der Europäischen

Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) übergeben wurde.

Die Schweiz, die als Reaktion auf die EWG mit

anderen Ländern die EFTA gegründet hatte, wollte

offenbar dem grösseren Wirtschaftsraum gegenüber

nicht abseits stehen und ersuchte um eine

Assoziation. Das schweizerische Gesuch hatte auch

Auswirkungen auf Liechtenstein, denn in der Erklärung

der Schweiz wurde unser Land erwähnt:

«Seit dem 29. März 1923 ist das Fürstentum Liechtenstein

mit der Schweiz durch einen Zollunionsvertrag

verbunden. Nach Ansicht der schweizerischen

und liechtensteinischen Regierungen wäre

daher im Laufe der Verhandlungen zwischen der

Schweiz und der EWG im Einvernehmen mit der

fürstlichen Regierung die Frage der Beziehungen

zwischen dem Fürstentum Liechtenstein und der

EWG zu prüfen, wobei den engen Banden zwischen

der Schweiz und dem Fürstentum Rechnung

zu tragen sein wird. Die Lösung dürfte, wenn ein

Assoziationsvertrag zwischen der Schweiz und der

EWG zustande kommt, im Beitritt des Fürstentums

Liechtenstein zu diesem Vertrag bestehen.»

Schon bevor die Schweiz das Assoziierungsgesuch

in Brüssel einreichte, befasste man sich in

Liechtenstein mit dieser aussenpolitischen Frage.

Fürst Franz Josef II. sagte in seiner Thronrede am

27. Juni 1962 zu diesem Thema: «Zum Unterschied

von früher wird in den kommenden Jahren das

Verhältnis Liechtensteins zur Aussenwelt an Bedeutung

stark zunehmen. Schon in den letzten

Foto: Zeitungsausschnitt

vor 50 jaHren

Jahren haben sich Landtag und Liechtenstein wurde beim As-

Regierung mit den Fragen der soziierungsgesuch von der

europäischen Integration befas- Schweiz in Brüssel mitvertreten.

sen müssen, und unser Land

konnte sich, dank der zwischen uns und der

Schweizerischen Eidgenossenschaft bestehenden

Verträge, unter Zustimmung aller Partner der

EFTA dieser Letzteren anschliessen. Im Zuge der

Weiterentwicklung der EWG haben nun die Partner

der EFTA Schritte unternommen, um in einer,

den speziellen Voraussetzungen der einzelnen

Staaten angemessenen Form mit der EWG arbeiten

zu können. Dieser ganze hiermit verbundene Fragenkomplex

berührt unser Land in hohem Masse,

und es kann dieses Problem nicht ernst genug

genommen werden.»

Ängste und Befürchtungen, kleine Länder

könnten bei einer Weiterentwicklung der EWG

unter die Räder kommen, haben offenbar damals

schon bestanden. Diese Sorgen sprach der Fürst in

seiner Thronrede ebenfalls an, äusserte aber gewisse

Hoffnungen: «Unsere beiden Staaten – Liechtenstein

und Schweiz – haben für Europa den

Beweis geliefert, dass ein enger wirtschaftlicher

Zusammenschluss die Wahrung und Achtung der

Souveränität sowie des ungestörten politischen

Eigenlebens des schwächeren Partners nicht ausschliesst.»

|

september 2012

27


28

rätsel-spass

kreuzworträtsel september 2012

senden sie das Lösungswort mit dem betreff «Kreuzwort-

rätsel September 2012» an folgende mail-Adresse und gewin-

nen sie einen preis: wettbewerb@dermonat.li oder benutzen sie

eine post karte und senden diese an Alpenland Verlag AG, post-

fach, 9494 schaan.

Der Gewinner / die Gewinnerin wird durch den Alpenland

Verlag schriftlich benachrichtigt. Der Name des Gewinners / der

Gewinnerin wird unter www.dermonat.li sowie in der nächsten

Ausgabe von «der Monat» auf der Rätselseite veröffentlicht.

Einsendeschluss ist der 12. September 2012

september 2012

Lässt Sie

gut aussehen.

federerbuchs.ch

kreuzworträtsel august 2012

lösungswort: energie

Gewinner eines einkaufsgutscheines

über CHF 100.– von

Federer Augenoptik, buchs, ist:

Frau Angelika Bargetze

Stotz 18

9488 Schellenberg

Gewinnen sie im september einen

einkaufsgutschein über CHF 100.–

von Federer Augenoptik AG,

Grünaustrasse 25, 9470 buchs


Alpenland Verlag PANORAMA LIECHTENSTEIN

Panorama Liechtenstein

Ein neuer Bildband, der Liechtenstein

in ungewöhnlichen Perspektiven zeigt

PANORAMA

LIECHTENSTEIN

Alpenland Verlag | Marco Nescher

Dieser neue Bildband dokumentiert die unterschiedlichen, teils

verborgenen Schönheiten Liechtensteins in 33 farbigen Panoramabildern.

Der Betrachter wird an Orte herangeführt, die einen

einzigartigen Rundblick ermöglichen und zum Innehalten und

Bestaunen verleiten.

Herausgeber Alpenland Verlag AG, Schaan

Fotos Marco Nescher, Schaan / Text Günther Meier, Vaduz

Umfang 80 Seiten, farbig, davon 33 Panoramabilder

Format 22 ¬ 15,8 cm, Pappband

CHF 18.– / EUR 14.– (zuzüglich Versandkosten)

Erhältlich in deutsch, englisch, französisch, italienisch, spanisch,

russisch, chinesisch, japanisch

Zu beziehen beim Alpenland Verlag, www.buchzentrum.li oder im

Buchhandel

alpenland

verlag

Alpenland Verlag AG

Feldkircher Strasse 13 · FL-9494 Schaan ·Telefon +423 239 50 30

Fax +423 239 50 31 · offi ce@alpenlandverlag.li · www.buchzentrum.li

alpenland

verlag

alpenland

verlag

Jetzt

erhältlich

in

8 Sprachen

September 2012

Ausstellungen

Günter Fruhtrunk. Farbe Rhythmus Existenz

25. Mai bis 2. September 2012

Don’t smile

Vom Humor in der Kunst

21. September 2012 bis 20. Januar 2013

Führung

Donnerstag, 27. September 2012, 12.30 und 18 Uhr

Aus der Sammlung

Regel und Zufall

6. Juli bis 14. Oktober 2012

Veranstaltungen ( Auswahl )

Sonntag, 2. September 2012, 10 – 17 Uhr

Reiseziel : Museum !

Sonntag, 2. September 2012, 11 Uhr

Eine Stunde: Rhythmus

Führung mit Christiane Meyer-Stoll

Donnerstag, 6. September 2012, 18Uhr

Carte Blanche

mit Helena Becker und Stan Lafleur

Donnerstag, 13. September 2012, 18 Uhr

Führung

Hinter den Kulissen

Das gesamte Veranstaltungs-

programm unter www.kunstmuseum.li

Städtle 32, 9490 Vaduz

Tel +423 235 03 00

www.kunstmuseum.li

KUNSTMUSEUM

LIECHTENSTEIN

KML_Inserat_DerMonat_September12.indd 1 24.08.12 10:00


30

scHlusspunkt

Martin Meyer

Grösse erleben

Liechtenstein Marketing tritt an der LIHGA 2012 mit einer Sonderschau

auf, die unter dem Motto «Grösse erleben» steht. Grösse ist ein relativer

Begriff, je nach Standpunkt können Dinge gross oder klein erscheinen.

Mit unserem Slogan «Grösse erleben» wollen wir nicht auftrumpfen,

sondern auf unseren Wirtschaftsstandort

aufmerksam machen, der die leistungsfähigkeit der wirtschaft nach aussen

im Vergleich zur Staatsfläche und

zur Bevölkerungszahl gross ist. tragen und mit selbstbewusstsein auftreten

Und – was für die Zukunft von

entscheidender Bedeutung sein kann – noch mehr Potenzial besitzt. Wir

stehen zu unserem Wirtschaftsstandort, wir stehen zu unserer Vielfalt

von Branchen und Unternehmen, die sich in der Vergangenheit bei wirtschaftlichen

Schwierigkeiten bewährt haben. Mit der neu errichteten

Standortförderungsorganisation «Liechtenstein Marketing»

geben wir ebenfalls ein Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort

Liechtenstein ab. Bei der Konzeption

der Organisation gingen wir von der Überlegung aus,

dass es nicht ausreicht, nur selbst an die Leistungsfähigkeit

der eigenen Wirtschaft zu glauben, sondern

diese Erkenntnis auch nach aussen zu tragen und mit

Selbstbewusstsein aufzutreten. Andere haben uns

vorgemacht, dass man auf dem Marktplatz treten und

seine Vorzüge aktiv darstellen muss. Nach dieser

Überlegung funktioniert unser «Liechtenstein Marke-

Dr. Martin Meyer

ting», das neue Perspektiven schaffen will. Drei unter-

Regierungschef-Stellvertreter schiedliche Funktionsbereiche umfasst diese Dach-

und Wirtschaftsminister

organisation, die aber zusammenarbeiten und gemeinsame

Synergien nutzen. Einheimische Unternehmen

sollen gefördert, die Wettbewerbschancen der Betriebe erhalten

und verbessert werden. Ausserdem zielt «Liechtenstein Marketing»

darauf ab, unser Land als attraktiven Standort für neue, innovative,

zukunftsträchtige und wertschöpfungsintensive Unternehmen bekannter

zu machen – und natürlich solche Unternehmen für unser Land zu

gewinnen. Auch das Tourismusland Liechtenstein bietet noch Potenzial,

besonders für Gäste, die das reizvolle Nebeneinander von Berg und Tal,

Kultur und Natur, Urbanität und Ruhe suchen. Nicht zuletzt soll «Liechtenstein

Marketing» auch kreativ mitarbeiten beim attraktiven Segment

der Grossveranstaltungen – wie etwa die LIHGA. Die LIHGA, die bei der

nächsten Veranstaltung das Jubiläum der 20. Auflage feiern kann, ist

nicht einfach eine Ausstellung. Vielmehr ist die LIHGA eine Informations-

und Kontaktbörse für Besucher und Aussteller. Ausserdem wirkt

sie als attraktives Schaufenster unserer Wirtschaft, der Vielfalt unserer

Wirtschaft und als Signal für unsere Zukunft. |

Foto: roland Korner

september 2012


chn

n-

tn-

en

eren

f-

Deutsche Ausgabe

ISBN 978-3-905437-29-4

9 783905 437294

FÜRSTENTUM LIECHTENSTEIN

Fürstentum Liechtenstein

Die schönsten Bilder und Briefmarken

FÜRSTENTUM

LIECHTENSTEIN

DIE SCHÖNSTEN BILDER UND BRIEFMARKEN

In der Kombination von Bildern aus Liechtenstein und den schönsten Brief -

marken aus 100 Jahren ist ein zeitloses Werk entstanden. Dieses Buch zeigt die

Schönheiten Liechtensteins in aktuellen und faszinierenden Ansichten und verbindet

dabei Fotografie und Philatelie auf spannende Art und Weise miteinander.

Kurz gefasste Textbeiträge sowie knappe Beiträge zur Philatelie ergänzen die

reich bebilderten Kapitel mit vielfältigen Informationen über das Land und über

die grosse Briefmarkentradition.

Herausgeber LPHV Liechtensteiner Philatelisten Verband, Vaduz

Verlag Alpenland Verlag AG, Schaan

Umfang 208 Seiten

Format 23,5 x 28,5 cm

Bindeart Gebunden, Pappband

Sprache deutsch (englisch in Vorbereitung)

Preis CHF 58.00 / Euro 47.00

ISBN 978-3-905437-29-4

Erhältlich beim Alpenland Verlag AG, Schaan, Telefon +423 239 50 30,

unter www.buchzentrum.li oder im Buchhandel sowie in den Poststellen

und Philatelieshops

alpenland

verlag

Alpenland Verlag AG

Feldkircher Strasse 13 · FL-9494 Schaan ·Telefon +423 239 50 30 · Fax +423 239 50 31

office@alpenlandverlag.li · www.buchzentrum.li

alpenland

NEU

Liechtenstein in Bildern und Briefmarken

Von seiner schönsten Seite präsentiert

sich das Fürstentum Liechtenstein in diesem

Bild- und Textband, der aus Anlass des

100-Jahr-Jubiläums der liechtensteinischen

Briefmarken entstanden ist.

Für seine Briefmarken ist das kleine Fürstentum

weltberühmt, aber auch seine Schönheiten

in Natur und Landschaft stehen den

postalischen Wertzeichen in nichts nach.

Das Werk aus dem Alpenland Verlag zeichnet

ein zeitgenössisches Bild Liechtensteins aus

der Sicht einheimischer Fotografen und Texter.

Kombiniert mit ausgewählten Briefmarken,

mit Wissenswertem über die traditionsreiche

Philatelie und mit einer kleinen Geschichte

des liechtensteinischen Postwesens ergibt sich

ein faszinierender Einblick in das Fürstentum,

inmitten der Alpen und im Herzen Europas.


EINFACHERLEBEN.

MIT TELECOM LIECHTENSTEIN.

■ Fernsehen

für die Zukunft

■ Trendige

Mobile-Geräte

■ Attraktive

Aktionen

■ Kreativ-

Kinderecke

■ LIHGA-

Wettbewerb

■ Modernste

Kommunikations technik

■ Cloud-Services live erleben

■ « Professional Services »

■ KMU-Lösungen

LIHGA

1. – 8. SEPTEMBER 2012

HALLE 1

STAND 12

Telecom Liechtenstein. einfacherleben. www.telecom.li

Aktionen und Detailinfos unter www.telecom.li.

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine