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GESUNDHEIT [ RÜCKEN +

GESUNDHEIT [ RÜCKEN + SCHMERZ ] Die Wirbelsäule soll im Schlaf optimal gestützt und dadurch entlastet werden. Voraussetzung dafür sind eine anpassungsfähige Matratze und eine flexible Unterfederung. Fotos:AGR/Lattoflex/Betten Heller Mit der richtigen Matratze Schmerz vermeiden Susanne Heller ist Inhaberin des Göttinger Bettenfachgeschäfts Betten Heller und Expertin für rückengesunden Schlaf. Die Beratung von Kunden, die morgens regelmäßig mit Rückenschmerzen aufwachen, gehört für sie zum Alltag. Robin Kreide sprach mit ihr über Seitenlage, Rückenlage und Bauchlage und welche Anforderungen diese Schlafpositionen mit Blick auf die Rückengesundheit an die Matratze und das Bettsystem stellen. Frau Heller, die Vorstellung, dass eine etwas härtere Matratze gut gegen nächtliche Rückenschmerzen sei, ist weit verbreitet. Was sagen Sie als Expertin dazu? Diese Vorstellung, eine harte Matratze sei zwangsläufig besser, ist falsch. Denn wenn die Matratze für den Körper des Schläfers zu hart ist, passiert beim seitlichen Liegen Folgendes: Die am weitesten herausstehenden Körperteile, also die Schultern und der Hüftbereich, sinken nicht weit genug in die Matratze ein, sodass die übrigen Körperbereiche zu wenig Kontakt mit der Matratze haben und nicht ausreichend von ihr gestützt werden. Infolgedessen müssen unsere Muskeln diese Bereiche auch in der Nacht, wenn sie eigentlich entspannen sollten, kontinuierlich stützen. Das führt bei den meisten Menschen zu schmerzhaften Muskelverspannungen im Nackenbereich oder im unteren Rücken, die bereits während der Nacht auftreten können und einem den Schlaf rauben. Was passiert, wenn umgekehrt die Matratze für das Gewicht des Schläfers zu weich ist? Dann wird die Wirbelsäule in der Seitenlage wie in einer Hängematte durchgebogen und die Verspannungen und Schmerzen entstehen an anderer Stelle. Die Frage, ob eine Matratze zu weich oder zu hart oder genau richtig und gut für den Rücken ist, hat also immer mit dem Gewicht des Schläfers zu tun? Zum einen mit dem Gewicht, zum anderen aber mit seiner Größe und seiner Körperform. Denn eine kleine Person, die 90 Kilo wiegt, bringt pro Quadratzenti- Susanne Heller meter mehr Gewicht auf eine Matratze als ein schlanker Zwei-Meter-Mann. Folglich muss die Matratze für Letzteren weicher sein. Was ist mit denjenigen, die auf einer für ihr Gewicht eigentlich viel zu harten Matratze schlafen, und Stein und Bein schwören, dass genau dies sie vor nächtlichen Rückenbeschwerden bewahrt? Diese Menschen haben das große Glück, dass ihre Muskelstruktur es ihnen noch ermöglicht, auf einer für sie eigentlich ungeeigneten Matratze zu schlafen. Oft sind es jüngere oder sehr durchtrainierte Menschen, deren Körper eine für sie zu harte Matratze noch gut ausgleichen können. Doch wenn jemand aus dieser Gruppe bei uns eine neue Matratze oder ein neues Bettsystem, also eine Kombination aus Matratze und Unterfederung kauft, raten wir auch ihm grundsätzlich dazu, sich für eine passende, und das heißt in diesem Fall weniger harte Matratze zu entscheiden. In der Regel dauert es dann ein paar Tage, bis sich diese Kunden an das neue Schlafgefühl gewöhnt haben. Danach wollen sie aber die Unterstützung von Knochen und Muskeln durch das neue Bettsystem nicht mehr missen. Wie sollte man mit Unterstützung der Matratze am Ende am besten liegen? Wenn wir von der Seite schauen, sollte in der Seitenlage die Wirbelsäule in ihrer ganzen Länge parallel zum Bett, also waagerecht, zum Liegen kommen. In der Rückenlage sollte die Wirbelsäule in ihrer natürlichen S-Form liegen und gestützt werden. Wie sieht es mit der Bauchlage aus? Die sollte man vermeiden. Man muss nämlich wissen: Nur ein ganz kleiner Prozentsatz von uns sind natürliche 26 in

GESUNDHEIT [ RÜCKEN + SCHMERZ ] Bauchschläfer. Alle anderen schlafen nur deshalb auf dem Bauch, weil sie eine falsche Matratze oder ein falsches Bettsystem haben und wegen dessen Unbequemlichkeit in die Bauchlage ausweichen. Meistens liegen sie zu hart. Denn dann wird, wie ich bereits beschrieben habe, in der Seiten- und der Rückenlage der Körper nicht ausreichend gestützt. Die Betroffenen lösen dieses Problem, indem sie sich auf den Bauch drehen. Die vordere Körperseite ist bei allen − auch bei sehr schlanken Menschen − mit mehr Weichteilen bedeckt als die Seite oder der Rücken. Insbesondere der Bauchbereich federt dann in der Bauchlage sozusagen die zu harte Matratze ab, sodass deren negative Wirkung nicht mehr auf die Wirbelsäule durchschlägt. In Hotels ertappe ich mich selbst manchmal dabei, dass ich auf dem Bauch schlafe, weil das Bett zu hart für mich ist. Warum ist die Bauchlage denn schlecht? Sie löst doch zunächst mal ein Problem auf recht einfache Art? Das Problem der Bauchlage besteht darin, dass Sie, auf dem Bauch liegend, ja noch Luft bekommen müssen. Also drehen Sie den Kopf zur Seite; und wenn Sie den Kopf auf einem Kopfkissen haben, müssen Sie ihn ziemlich weit zur Seite drehen, um atmen zu können. Dadurch kann es zu erheblichen schmerzhaften Verspannungen im Bereich der Halswirbelsäule und im Schulterbereich kommen. Kommen wir nach der Frage, ob hart oder weniger hart, zur zweiten Gretchenfrage: Welche Matratzenart ist die beste? Darauf gibt es keine eindeutige Antwort. Wir achten in der Beratung immer erst einmal darauf, dass der Kunde gut liegt. Hierfür kommen alle drei Matratzenarten, also Taschenfederkern-, Latexoder Kaltschaum-Matratze in Frage. Im nächsten Schritt muss der Kunde dann herausfinden, auf welchem Material er sich am wohlsten fühlt. Alle drei haben etwas unterschiedliche Liegeeigenschaften − darauf zu liegen, fühlt sich also jeweils etwas unterschiedlich an. Was einem besser gefällt, ist subjektiv. Was die Rückengesundheit angeht, so sind alle drei Matratzentypen miteinander vergleichbar. Welche Rolle kommt der Unterfederung zu, also dem Lattenrost oder im Falle eines Boxspringsystems der zweiten Matratze? Eine ganz wichtige! Denn der Druck des aufliegenden Körpergewichts geht auch durch die Matratze durch und muss unterhalb von ihr elastisch aufgenommen werden. Ist dies nicht der Fall, verliert die Matratze ihren optimalen Stützcharakter. Nur mit einer elastischen Unterfederung kann sich die Wirkung einer guten Matratze voll entfalten, indem sie den Körper in der richtigen Weise stützt. Oft haben Kunden, die bei uns eine neue Matratze kaufen, bereits eine Unterfederung in ihrem Bett, etwa einen Lattenrost. Wenn dieser nicht aufgrund seines Alters an Elastizität verloren hat und wenn er sich auf die Bedürfnisse des Körpers des Schläfers einstellen lässt, kann er zunächst weiterverwendet werden. Für jede der drei Matratzenarten gibt es aber auch eine spezielle Unterfederung, deren Eigenschaften optimal zur Matratze passen. Durch diese Kombination lässt sich ein Bettsystem mit optimalen Eigenschaften, was die Rückengesundheit angeht, zusammenstellen. Die Experten für Ihren besseren Schlaf… Wir sind von der Aktion Gesunder Rücken e.V. (AGR) geschult und für unsere rückengerechte Produktberatung ausgezeichnet. Mit diesem Know-how stellen wir Ihnen Ihr optimales Bett individuell zusammen. Wir sind AGR-Premium-Zertifiziert Gö I Kornmarkt 8 + Geismar Landstraße 16 Tel. 05 51 - 52 20 00 I www.betten-heller.de