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KULTUR [ MUSIK ]

KULTUR [ MUSIK ] Foto:Peter Grant Begeistert seit 2012 das Publikum in Göttingen: Laurence Cummings „BEI LOTARIO WAR HÄNDEL AUF DEM HÖHEPUNKT SEINES SCHAFFENS“ Seit 2012 ist Laurence Cummings Künstlerischer Leiter der Internationalen Händel-Festspiele Göttingen. Neben zahlreichen weiteren Funktionen als Dirigent und Solist rund um Händel und Barockmusik kümmert er sich als Leiter des Bereichs Historische Auffühungspraxis an der Royal Academy of Music in London auch um den Nachwuchs. Über die kommende Festspiel-Saison in Göttingen und die weltweit stetig wachsende Popularität Händels sprach Robin Kreide mit ihm. 44 in

KULTUR [ MUSIK ] Herr Cummings, die in diesem Jahr aufgeführte Oper Lotario ist eine der am wenigsten bekannten Opern Händels. Woran liegt das Ihrer Meinung nach? Auf keinen Fall an ihrer Qualität: Die Dramaturgie ist erstklassig, musikalisch gehört die Oper aus meiner Sicht mit zu den besten Werken Händels, und auch die Charaktere sind spannend. Die Figur des Lotario hat sogar das Zeug zu einem echten Publikumsliebling. Ich finde, die Oper wird zu Unrecht von anderen Werken überschattet. Sie sind also ein echter Lotario-Fan … Ja, denn man hört, dass Händel in ihrer Entstehungszeit eindeutig auf dem Höhepunkt seines musikalischen Schaffens war. Man hat das Gefühl, dass er in dieser Periode großartige Melodien und Harmoniefolgen geradezu aus dem Ärmel schüttelte. Wissen Sie bereits, wie Carlos Wagner die Oper in Göttingen als Regisseur inszenieren wird? Carlos und ich haben bereits ein wenig darüber gesprochen, aber ich würde es ihm überlassen, sein Konzept zu erläutern, schließlich ist er der Regisseur. Nur so viel: Ich schätze seine Inszenierungen sehr und kann daher bereits versprechen, dass es garantiert ein Fest für die Sinne werden wird. Carlos und ich kennen uns schon zwanzig Jahre. 1997 haben wir beim Festival in Aixen-Provence zusammengearbeitet. Wir waren damals beide als Assistenten an der Produktion beteiligt. Seither planen wir, einmal gemeinsam eine Oper mit ihm als Regisseur und mir als musikalischem Leiter auf die Bühne zu bringen. In diesem Jahr ist es nun so weit. Welche weiteren Werke werden Sie in diesem Jahr in Göttingen noch dirigieren? Brockes-Passion, ein Oratorium, das Händel auf den vielfach vertonten Text von Barthold Heinrich Brockes geschrieben hat. Das Werk ist nicht zuletzt deshalb besonders, weil es die einzige geistliche Komposition Händels auf einen deutschen Text ist. Bach stützt sich in seiner Johannes-Passion ja auf denselben Text. Händels Version ist sehr viel dramatischer und hat schon fast opernhafte Qualitäten. Ein Besuch des Konzertes lohnt sich! Sie dirigieren jetzt im sechsten Jahr für die Festspiele das Festspiel-Orchester Göttingen (FOG) und haben ihm sicher nach all der Zeit einen eigenen Stempel aufgedrückt. Wie sieht dieser Ihrer Meinung nach aus? Sehr viel habe ich, glaube ich, gar nicht verändert. Nicholas McGegan hat mir ein wirklich hervorragendes Orchester übergeben. Was bei mir anders als bei meinem Vorgänger ist, ist, dass ich wirklich alle Werke vom Cembalo aus dirigiere. Ich stehe also nie am Pult. Das verstärkt aus meiner Sicht für den Zuschauer den kammermusikalischen

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