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14 Algorithmen zur Frühmobilisierung auf Intensivstationen

14 Algorithmen zur Frühmobilisierung auf

Pflege MedKlinIntensivmedNotfmed2017 ·112:156–162 DOI 10.1007/s00063-016-0210-8 Eingegangen: 18. Mai 2016 Überarbeitet: 9. Juli 2016 Angenommen: 12. August 2016 Online publiziert: 6. September 2016 © Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2016 Redaktion R. Riessen P. Nydahl 1 ·R.Dubb 2 · S. Filipovic 3 ·C.Hermes 4 ·F.Jüttner 5 ·A.Kaltwasser 2 · S. Klarmann 6 ·H.Mende 7 · S. Nessizius 8 ·C.Rottensteiner 9 1 Pflegeforschung, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, Kiel, Deutschland 2 Akademie der Kreiskliniken Reutlingen, Kreiskliniken Reutlingen GmbH, Reutlingen, Deutschland 3 Abteilung Physiotherapie, Universitätsklinikum Marburg, Marburg, Deutschland 4 Anästhesie und Intensivpflege, HELIOS Klinikum Siegburg, Siegburg, Deutschland 5 Anästhesie und Intensivpflege, Asklepios Paulinen Klinik Wiesbaden, Wiesbaden, Deutschland 6 Zentrale Einrichtung Physiotherapie, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, Kiel, Deutschland 7 Klinik für Neurologie, Neurophysiologie, Frührehabilitation und Schlafmedizin, Christophsbad Göppingen, Göppingen, Deutschland 8 Institut für Physikalische Medizin und Rehabilitation, Bereich Innere Medizin/Intensivstation, LKH- Universitätskliniken Innsbruck, Innsbruck, Österreich 9 Universitätsklinik für Physikalische Medizin und Rehabilitation Wien, Wien, Österreich Algorithmen zur Frühmobilisierung auf Intensivstationen Hintergrund Unter dem Oberbegriff „general deconditioning“ werden die negativen Effekte der länger dauernden Immobilisierung als nachhaltig und outcomerelevant beschrieben. Hierrunter fallen beispielhaft die prolongierte neuromuskuläre Schwäche, eine erhöhte Inzidenz von Delir und posttraumatischer Belastungsstörung, die Reduktion der kardiovaskulären Autoregulation, Reduktion von Gelenkfunktionen, Einschränkungen des Immunsystems und Störungen der intestinalen Motilität [9]. Demgegenüber sind in den letzten Jahren verschiedene systematische Übersichtsarbeiten zur Frühmobilisierung erwachsener Patienten auf Intensivstationen erschienen [26, 28, 39, 48], die unabhängig zu dem Schluss kommen, dass Frühmobilisierung machbar und sicher ist und die beschriebenen Effekte verhindern bzw. therapieren kann. Unter Frühmobilisation auf der Intensivstation wird der Beginn von Mobilisationsmaßnahmen innerhalb von 72 h nach Aufnahme verstanden. Sie soll bei allen intensivmedizinischen Patienten, auch wenn diese beatmet sind, durchgeführt werden, wenn keine definierten Ausschlusskriterien bestehen [24]. Dabei werden passive oder aktive Bewegungsübungen mit dem Ziel eingeleitet, die Bewegungsfähigkeit zu fördern und/ oder zu erhalten [2, 18]. Frühmobilisation verbessert das funktionale Outcome sowie die Lebensqualität und reduziert die Beatmungs- und Verweildauer im Krankenhaus. Neuere Studien haben auch die Machbarkeit, Sicherheit und Effektivität der Frühmobilisierung bis zum Gehen unter speziellen Bedingungen untersucht. Hierzu gehören 4 sehr adipöse Patienten [17], 4 Patienten mit linksventrikulären Unterstützungssystemen [42], 4 Patienten mit femoralen Zugängen [41], 4 Patienten unter laufenden Nierenersatzverfahren [54] undextrakorporaler Membranoxygenierung [1] sowie 4 spezielle Populationen wie z. B. jsehr alte Intensivpatienten [12], jPatienten nach Verbrennungen und Traumen [11]oder jPatienten mit neurologischen Erkrankungen [53]. Unstrittig ist, dass Frühmobilisierung im Rahmen eines Gesamtkonzepts verortet und–z. B.nachmodifiziertemABCDEF- Konzept ([5]; . Abb. 1)–umgesetztwerden muss. Ziel ist der stress- und angstfreie Patient, der assistiert beatmet und regelmäßig bez. eines Delirs gescreent wird. Der wache Patient kann in Gegenwart seiner Familie an seiner Rehabilitation und Mobilisierung aktiv teilhaben. » Frühmobilisation beginnt innerhalb von 72 h nach Aufnahme auf die Intensivstation Problematisch ist, dass die Entwicklung vonspezifischenAlgorithmenzwarinder deutschen Leitlinie zur Lagerungstherapie und Mobilisierung allgemein empfohlen wird [24], hierzu aber sehr verschiedene Ansätze und Ansichten beschriebenwurden[15, 19, 31, 36]. Frühmobilisierung bedarf eines interprofessionellen Ansatzes, in dem neben Verantwortungen und Zuständigkeiten auch Zeitpunkt, Intensität und Dauer abgesprochen werden müssen [37, 38]. Zu klären ist eine Adaption der verfügbaren Algorithmen an spezifische Popula- 156 Medizinische Klinik - Intensivmedizin und Notfallmedizin 2 · 2017

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