17.03.2017 Aufrufe

s'Magazin usm Ländle, 19. März 2017

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VOLKSNAH

Hannes

Jochum: Vom

Theater zum

Marketing

GOTTESNAH

Robert Weber:

Das Opus Dei

unter neuer

Führung

SONNTAG, 19. MÄRZ 2017

CRIME &DINE

KRIMI IN DER

KÜCHE

Eva Rossmann undManfred

Buchinger zu BesuchinZürs

Foto: Mathis Fotografie, Kristian

Bissuti, Hannes Jochum


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19. MÄRZ 2017 | INHALT

Fotos: Firma Wucher,MathisFotografie (3),Lisa Mathis

Tinder oder „Stubate“?

Stefan Vögel kennt die Antwort!

12

Gift und Ex!

Detoxen im Selbsttest

17

4

Baum fällt!

Die Extremholzer von Wucher

18

TonumTon:

Wie Evelyn Fink-Mennel

Fremdes heimisch werden lässt

Wasverbindet Promis

und Lehrlinge?

Richtig, Peter Schenk!

4 AKTUELL

Was Heli-Piloten und Holzfäller

im extremen Gelände leisten

6 INTERVIEW

Der Bregenzer Robert Weber

ist neuer Leiter des Opus Dei

9 SCHNEIDERS BRILLE

Robert Schneider ist das Protokoll

des Ländle-Ufos zugespielt worden

10 KÜCHENREPORTAGE

AutorinEva Rossmann kocht mit

ManfredBuchinger in Zürs auf

12 GEGENGIFT

Krone-Redakteurin Sandra

Nemetschke im Detox-Himmel

14 GSIBERGER Z’WIAN

Carola Purtscher trifft den

Architekten Ulrich Burtscher

15 ORIGINALE

Frisör,Faschingsprinz und

Dompteur: Ein echtes Original!

16 HISTORISCHES BILD

Bauern beim Pflügen anno 1939

17 MUNDART

Stefan Vögel über Genvermischung

und das Stubenhocken

20 EVENTS

Was Sie kommende Woche auf

keinen Fall versäumen sollten!

21 KULINARIK

Ein Genuss: Salz-Karamellen

selbst gemacht!

22 WAS WURDE AUS...

...Hannes Jochum?

15

s’Magazin 3


AKTUELL

Nichts für

Menschen mit

Höhenangst:Mit

der Kettensäge

steigen die

Kletterer in

schwindelerregende

Höhen.

Männer mit

Holz im Blut

Fotos: Karl-Rudolf Huber,ServusTV,Wucher Helikopter

Es ist ein faszinierender und abwechslungsreicher Job, den Oliver

Jampen und seine Kollegen ausüben. Aber auch ein knochenharter und

gefährlicher. Zu Land und in der Luft rücken die Holzfäller-Teams von

Wucher Helikopter dort an, wo Holzarbeit in extremem Terrain ansteht.

Sie sinddort im Einsatz,

wo konventionelle

Forstmaschinen an ihre

Grenzen stoßen: die

Holzerdes Helikopter-

Unternehmens Wucher in Ludesch.

Mehrere Teams sind das

gesamte Jahr über im ganzen

Land im Einsatz. Soauch kürzlich

im steilen Gelände rund um

die Burg Neu-Ems - auch als

Schloss Glopper bekannt - in

Emsreute. Während Kletterer

Oliver Jampen (36) hier vom Boden

aus den Einsatz überblickte,

steuerte Heli-Pilot Wolfgang Jä-

Neben Greifkrallen kommt auch

eine fliegende Säge zum Einsatz.

Das Gerät mit zahlreichen

Sägeblättern wirdunterhalb des

Helikoptersbefestigt.

ger seine Maschine des Typs Airbus

SA 315 B - kurzgenannt „Lama“

- über dem Areal rund um

die Burg und manövrierte ein 30

Meter langes Seil samt Greifkralle

in den darunterliegenden

Wald. Das Bodenpersonal befestigte

diese an den jeweiligen Bäumen,

rückte ihnen mit der Kettensäge

zu Leibe, und der Pilot

schwebte mit den bis zu einer

Tonne schweren Stämmen zum

Abladepunkt. Ein echtes Spektakel

- das allerdings genauestens

abgestimmt werden muss.

Spannend, aber riskant

Oliver Jampens Truppe

ist bestens aufeinander eingespielt

- in der Regel gehen

immer dieselben

Teams ans Werk. Der 36-

Jährige ist gelernter Schreiner

und seit sechs Jahren als

professionellerBaumkletterer tätig:

„Der Job ist spannend, kein

Tagist wie derandere. Doch es ist

auch ein harter - undmitunter gefährlicher

Job.“ Zehn bis zwölf

Stunden sind die Männer im Gelände

unterwegs, dalassen Kraft

und Konzentration schon einmal

4

s’Magazin


AKTUELL

Damit jeder Einsatz

problemlos über die Bühne

geht,muss das Team eine

Einheit bilden. Simon Fink

(o.) koordiniert die Aufträge,

Wolfgang Jäger (m.) pilotiert

den Helikopter,und Kletterer

Oliver Jampen (u.) ist am

Boden mit dem

„Fichtenmoped“ unterwegs.

nach. Umso wichtiger ist es, dass

die Zusammenarbeit zwischen

Pilot, Flughelfern und Holzern

reibungslos funktioniert, wie

auch „Lama“-Pilot Wolfgang Jäger

mitteilt: „Wer in diesem Job

antreten will, muss seine Sorgen

zuhause lassen - ein klarer Kopf

ist hier unerlässlich. Aber wir

kennen uns gut und verbringen

sehr viel Zeit miteinander. Die

Crew ist einfach super.“ H. Küng

s’Magazin 5


RELIGION

6

s’Magazin


RELIGION

Ist das Opus Dei ein

elitärer Klub, Herr Weber?

INTER

VIEW

Deraus Bregenz stammende Theologe und Jurist Robert Weber ist der neue

Regionalvikar des österreichischen Opus Dei. Das „Werk“, wie es auch genannt wird, gilt

als erzkonservativ und wird oft in Zusammenhang mit Verschwörungstheorien genannt.

Emanuel Walser und Angelika Drnek haben bei Robert Weber nachgefragt.

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InDan Browns Bestseller„Sakrileg“

kam das Opus Dei

nicht gerade gut weg. Aber

auch außerhalb von Romanwelten

kann das „Werk“ den

Ruf des Geheimbündlerischen nicht

ganz abschütteln. Umso überraschender,

dass der neue Regionalvikar

wie selbstverständlich dem Interview

zustimmt.

Dem Opus Dei eilt der Ruf voraus,

hinter verschlossenen Türen zu agieren.

Washat es mit der Geheimniskrämerei

tatsächlich auf sich?

Ich hoffe, dass wir durch die Bereitschaft,

dieses Interview so unkompliziert

und spontan zu geben, das

Gegenteil unter Beweis stellen. Ich

freue mich, wenn jemand sich informieren

will. Das zeigt wohl, dass es

mit dem Vorwurf der Geheimniskrämerei

nicht weit her ist.

Die Außenwahrnehmung steht oft in

Widerspruch zur Innenansicht.Haben

Sie damit öfterszukämpfen?

Wir versuchen natürlich, auf die

Menschen zuzugehen. Wenn man

von du zu du mit solchen Meinungen

konfrontiert wird,kann man das

auch von du zu du aufklären. Dalösen

sich diese Widersprüche meistens

schnell in Luft auf.

Einer der Vorbehalte ist, dass es sich

beim Opus Dei um eine Art elitären

Klub handelt. Auch aufgrund der

vielen Akademiker, die Mitglieder

sind.

Allesind eingeladen, das Opus Dei

kennenzulernen. Unsere Bildungstätigkeiten

richten sich nicht nur

an Akademiker.Ich habebeispielsweise

mit Lehrlingen zu tun gehabt,oderauch

mit Flüchtlingen.

Fakt ist aber, dass der Führungszirkel

des Opus Dei ausnahmslos aus

Akademikern besteht.Warum?

DasOpus Deiversucht, Menschen

zu helfen, ihren Alltag ernst zu

nehmen und zu heiligen. Das

schließt auch ein, die eigenen beruflichen

Verpflichtungen ernstzunehmen,

als Mutter, als Fabrikarbeiter,

als Akademiker. Wenn die

Lebenssituation im Mittelpunkt

steht und zur Begegnung mit

Christusführen soll, muss man den

Beruf ernst nehmen. Anfangs war

es auchsinnvoll, mit Akademikern

zu starten, dannaber in alle Gesellschaftsschichten

vorzustoßen. Das

ist auch die Realität anderer Länder,

wodas Opus Dei stärker vertreten

ist. Ich hoffe, dass wir in Österreich

bald soweit sind.

Aber im Führungszirkel ist der akademische

Titel ein Muss. Ein Lehrling

wird esnie zum Numerarier schaffen.

Die Numerarier sind jene, die im

Besonderen verfügbar sein sollen für

die Weiterbildung anderer. Eine

akademische Ausbildung ist da natürlich

sinnvoll, das wird auch so

bleiben. Aber Numerarier sind nur

ein kleiner Teil des Opus Dei - und

sie sind nichtmehr Opus Dei als andereMitglieder.

Ein anderes Vorurteil ist, dass das

Opus Dei nach Einfluss sowohl in der

Kirche als auch in der Politik strebt.

Finden Sie es gut,wenn Mitglieder des

Opus Dei wichtige Positionen etwa in

der Politik einnehmen?

DieMitglieder sollen ihreberufliche

Realität zu heiligen versuchen, sollen

dort Christus finden, sollen ihre

Arbeit gut machen. Dass sie dadurch

auch manchmal in einflussreiche

Positionen gelangen, ist nachvollziehbar.

Dass aber gezielt versucht

würde, Opus Dei-Mitglieder

in Machtpositionen zu steuern, ist

nicht die Realität, die ich kenne –

und ich bin immerhin derneue Regionalvikar.

Haben Sie sich mit der Geschichte des

Opus Dei kritisch auseinandergesetzt,

etwa mit den Verwicklungen mit dem

spanischen Franco-Regime?

Für mich ist das ein Thema mit völlig

untergeordneter Bedeutung.

Natürlich habe ich den-


s’Magazin 7


RELIGION

FORTSETZUNG

noch einiges dazu gelesen. Derjetzige

Oberhirte des Opus Dei stammt aus

einer Familie, die wegen Franco ins

Exil gehen musste, man sollte also

mit Schwarz-Weiß-Deutungen vorsichtig

sein. Inden vergangenen Jahren

gab es wohl den einen oder anderen

Minister in Spanien, der Opus-

Dei-Mitglied war. Aber sicher nicht,

weil er vom Opus Dei war, sondern

weil er seine Arbeit ernst genommen

hat. Deshalb würde ich fast sagen, er

wurdeMinister, obwohl er zumOpus

Dei gehört.

Muss ein guter Christ Ehrgeiz im Beruf

zeigen?

Wir sollten das Beispiel Jesus Christus

ernst nehmen, der 30Jahre lang

im Verborgenen gewirkt hat. Auch an

Tagen, an denen er müde war, hat er

in Nazareth froh gearbeitet und

pünktlich seine Aufträge abgeliefert.

Das ist kaum vereinbar mit einer bequemen,

nachlässigen Haltung.

Ehemalige Mitglieder des Opus Dei

sprechen oft über die starken Strukturen

des Werks, die sehr verführerisch

für sie waren, allerdings auch von Manipulation

und Gehirnwäsche.

Ich kenne nur die Realität, dass man

die Freude am Glauben entdeckt –

und diese konsequent zu leben lernt.

Von diesenStrukturenund Vorgaben

spüre ich nichts. Aber natürlich bindet

man sich ein, man nimmt das

christliche Leben ernst. Aber auf eine

unkomplizierte Art und Weise.

Ist jemand ein guter Christ, auch wenn

er nicht regelmäßig in die Kirche geht

oder betet?

Selbstverständlich kann eine solche

Person ein guter Mensch und ein guter

Christ sein. Aber vielleicht sollte

er noch etwas mehr entdecken: Dass

Christus durch seine Kirche den

Menschenvon heute erreichen möchte

–durch die Sakramente, die Eucharistie,

er möchte sich berührbar

machen lassen für den Menschen.

STECK

BRIEF

Das muss man entdecken, damuss

man staunen, sich begeistern.

Sie haben Ihr Studium von Anfang an

mit dem Dienst im Opus Dei verbunden.

Die Seelsorge und das Priesteramt

im klassischen Sinn auszuüben, war für

Sie keine Option?

Kaum. Das war ganz kurz vielleicht

ein Gedanke. Sowie jeder als Kind

einmal Feuerwehrmann werden will.

Aber der liebe Gott hat andere Wege

für mich gewählt.

Sie sind studierter Jurist, also auch ein

Kopfmensch. Stand das jemals im Widerspruch

zu Ihrem Glauben?

Gerade das Kopflastige hat mich dazu

geführt, den Glauben in der Tiefe

kennenlernen zu wollen, nachzufragen,

zu suchen. Das ist ja die Antriebskraft

zu Gott hin, das sind die

Anfängeder Theologie,wenn man so

will.

Wasist der Sinn des Lebens?

Meine große Entdeckung war, dass

Christus mich sucht, dass Gott auf

mich zugeht, dass er nach einer Antwort

ruft –und dass ich diese Antwort

inmitten meines Alltags geben

kann. Ich kann es nur jedem wünschen,

im Alltag Christus zu finden

und die Freude des Glaubens mitten

Geboren 1977 in Bregenz,lernt schon als Jugendlicher

das Opus Dei kennen. Jusstudium in Wien, danach wissenschaftlicher

Mitarbeiter am Institut für Europarecht

an der Uni Graz.2006 Umzug nach Rom, wo Weber

Theologie studiert.2011 wirderzum Priester geweiht,

seit 2017 ist er Regionalvikar des Opus Dei Österreich.

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im Leben zu entdecken. Das ist ein

erfülltes Leben.

Dem Glauben Platz zu geben, spiegelt

sich auch in vielen Ritualen des Opus

Dei. Unter anderem gibt es die Selbstgeißelung.

Haben Sie heute schon den

Bußgürtel getragen?

Wenn mich das Freunde imCafé fragen,

antworte ich gerne. Ich habe lernen

dürfen, die Buße mitten im Alltag

zuleben - mit einfachen Dingen:

Rechtzeitig aufstehen, die Arbeit anpacken.Über

alle anderen Dinge gebe

ich gerne imFreundeskreis Auskunft.

ImOpus Dei ist es vorgeschrieben, einmal

in der Woche zu beichten. Warum

braucht es da noch Buße, mit der man

symbolisch Schuld auf sich nimmt?

Darfich eine Gegenfrage stellen? Haben

Sie am Aschermittwoch gefastet?

Ja.

Warum?

80 Prozent Tradition, 20 Prozent religiöse

Prägung aus der Kindheit.

Gut. Ich denke, es ist einleuchtend,

dass jeder Mensch auch eine Zeit der

geistigen Entschlackung braucht, um

sich zu orientieren und sich auf Christus

neu auszurichten. Die Fastenzeit

ist dafür da, doch sollte esauch das

ganze Jahr über Momente geben, in

8

s’Magazin


RELIGION


Das Ufo

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Der frisch gekürte Opus Dei-Regionalvikar Robert Weber in

seinem Büroinder Wiener Argentinierstraße.

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denen man sich neu ausrichtet. Dafür

ist die Buße da.

Haben Sie Fastenvorsätzegefasst?

Ja. Ich möchte meine Zeiten des Gebets

ernster nehmen und stärker gegen

Zerstreuungkämpfen. Auch das rechtzeitige

Aufstehen und Zubettgehen

versuche ich Christuszuschenken.

Braucht der Mensch nicht ab und zu

Zerstreuung?

Unbedingt. Sport oder andere Erholungist

wichtig.Ich bin beispielsweise

begeisterter Tennisspieler. Aber alles

zu seinerZeit.

Gerade junge Menschen fühlen sich derzeit

zu klaren Strukturen und festen Regeln

hingezogen. Merken Sie einen zunehmenden

Zulauf?

Es gibt sicher einen absoluten

Wunsch nach der Suche nach Gott.

Die Kirche hat einen Schatz anzubieten,

denviele Menschenwiederzuheben

beginnen. Das Opus Dei versucht

natürlich mitzuhelfen, auch bei der

Jugend.

Ist es eines Ihrer Ziele, die Menschen

zum Opus Dei zu bringen?

Mein großer Wunsch ist, Menschen

zu Christuszubringen. Das Opus Dei

ist ein Weg dazu. Diesem Wunsch

widme ich auch mein Leben.

Fotos: KRISTIAN BISSUTI

Natürlich war es ein Ufo, das in den vergangenen

Wochen über dem Hohen Kasten schwebte. Ein Ufo,

nicht etwa die Venus oder der Abbildungsfehler einer

Kameralinse. Es war ein Ufo. Jener besorgte

Feldkircher,der die seltsame Erscheinung umgehend

an die Tageszeitung meldete, musste sich viel

Spott gefallen lassen. Aber ist das nicht immer so?

Der Prophet im eigenen Land? Außerdem wurde seine

Beobachtung vonmehreren Personen bestätigt,

etwa einer unbedarften Kleinfamilie, die in WasserburgamBodensee

spazieren ging: „Dann passierte

etwas, was wir alle drei uns nicht erklären konnten -

das Ding ist in nur wenigen Sekunden über den See

in unsereRichtung geflogen und flog schließlich ca.

50 bis 100 Meter über uns komplett geräuschlos

hinweg.“Auch über dem Karren bei Dornbirn wurde

das außerirdische Flugobjekt gesichtet.Esgibt Beweismaterial:

Ein grauer,matschiger Punkt auf

nächtlichem Hintergrund. Ist das nicht Beweis genug?

Glauben Sie es noch immer nicht?

In Wahrheit ist Vorarlbergum„agotzigs Hörle“,

wie man im Dialekt sagt,aneiner Katastrophe vorbeigeschlittert.Dawaren

Außerirdische auf der Suche

nach einer neuen Kolonisation. Auf ihrer Lichtjahrelangen

Reise blieben sie schließlich in der Nähe

des Hohen Kastens stehen. Ein guter Ort,dachte

die Kommandobrückeder Aliens und drosselte die

Triebwerke. Nette, anständige Leute. Hier könnte

man sich ansiedeln. Hier wirddas neue Geschlecht

entstehen - der Gsi-Berger-R3T4. Lange Stunden

wurde auf der Kommandobrückehin und her diskutiert,wie

die Dechiffrierung der Radiowellen mittels

spezieller Empfangsgeräte belegt.Offensichtlich

kam es zu Meinungsverschiedenheiten im Rat der

Weisen. Anständig seien die Leute jenseits des Hohen

Kastens schon, aber mundfaul, sperrig und nur

aufs„schaffa“ aus. Es kam zu unschönen Wortgefechten,

der Rat überstimmte am Ende die Kommandobrücke,

und so flog das Raumschiff - wie der

besorgte Vater in Wasserburgberichtete - über das

Ländle hinweg. Wasist uns erspart geblieben!

s’Magazin 9


CRIME &DINE

Krimi-Autorin Eva Rossmann und

Starkoch Manfred Buchinger

haben zum wiederholten Male

Halt am Arlberg gemacht: Bei

ihrem „Wine Dine &

Crime“-Abend in Zürs gab es

Kostproben sowohl literarischer

als auch kulinarischer Art.

Die Zeiten, in denen es

fast schon als Auszeichnung

galt, in einer

Profiküche als

wandelnde Zielscheibe

für Pfannen und Messer zu dienen,

scheinen vorbei zusein. Zumindest

im Hotel Enzian in Zürs, wodie Küchencrew

für einen Tag unter neuer

Flagge arbeitet. Das Sagen haben an

diesem Tag nämlich die Autorin Eva

Rossmann und der Koch Manfred

Buchinger. Rossmann ist bekannt für

ihr politischesund feministisches Engagement

–und für ihre sympathische

Krimi-Protagonistin Mira Valensky,

die im neuesten Roman „Gut

aber tot“ zwischen die tödlichen

Fronten vonFleischessern und Veganern

gerät. Buchinger dagegen hat

sich im internationalen Küchen-Jetset

einen Namen gemacht, diesen

aber frühzeitig verlassen und im

Fotos: Mathis Fotografie

Manfred

Buchinger kann

laut

Selbstaussage

aus „Ackergäulen

Rennpferde

machen. Warum

auch nicht?

Anderemachen

es umgekehrt.“

Weinviertel zum Entsetzen mancher

Adabeis ein Wirtshaus aufgesperrt.

In der „Alten Schule“ in Riedenthal

steht auchEva Rossmann regelmäßig

hinterm Herd –als Souschefin. Am

vergangenen Dienstag allerdings

wurdenicht in Niederösterreich, sondern

in der Enzian-Küche aufgekocht

–für hundert Gäste. Aufgetischt wurdenvegane

und nichtvegane Gerichte

und eine Häppchenlesung aus dem

Krimi.

Retro-Igel

Und so nehmen die Möhrenscheiben

gerade ein zermürbend-heißes

Wasserbad, während Buchinger mal

in die Runde fragt, wie es „dem

Schweinderl“ geht. „Prächtig“,

kommt es zurück. Das Schwein, oder

besser der Schweinebauch, bei Niedrigtemperatur

gegart, kommt als

Cocktailspieß auf den Retro-Krautigel,

gemeinsam mit Wurst vom Hirschen.

Retro-Igel? „Ja, man muss

sich auch über sich selbst lustig machen

können“, meint Buchinger,

während er Rotwein, Zwiebel, Zucker,

Salz und Pfeffer für einen Fond

aufkochen lässt. „Da kommt dann

noch ein bisserl Butter dazu“, erklärt

der Koch und stemmt dabei mit Unschuldsmiene

einen Kilotopf des

Fetts aufden Herd.

Langsam aber sicher wird es ein

wenighektischer: „Wo ist das Gemü-

10

s’Magazin


CRIME &DINE

Eva Rossmann und

Manfred Buchinger

sind ein eingespieltes

Team: Demnächst

werden sie ein

gemeinsames

Österreich-Kochbuch

veröffentlichen.

Ein Herdfür zwei

se?“, „Wo ist der Couscous?“, schallt

es durch die Küche. Und während

Buchinger bereits „seit einer Stunde“

das Salz sucht, meint Rossmann,

dass das Kochen inder Enzianküche

fast schon wie Nachhausekommen

ist. „Naja, ab 1700 Metern Seehöhe

ist alles ein weniganders...“gibt Buchinger

seinen Senf dazu macht sich

erneut auf die Suche –diesmal nach

Papaya-Eis. Er verschwindet im

Kühlraum. Rossmann nimmt’s entspannt

und erzählt von ihrer Recherche

für das Buch. Was sind die wirklich

guten Dinge in der veganen Küche?

Falafel zum Beispiel, etwa jene

des syrischen Flüchtlings Hussam,

der nicht ohne Grund „Mr. Falafel“

genannt wird. Kiloweise haben Rossmann

und Buchinger Kichererbsenmasse

nachHussams Rezept zubereitet.

Wieviel genau? „Sehr viel. ..“

sagt Rossmann, während sie die kleinen

hellgelben Küchlein in die Fritteuse

schichtet. „Wir wären wirklich

blöd, wenn wir aus dem Wissen, das

die Flüchtlinge mitbringen, nichts

machenwürden“,brichtdie glühende

Europäerin eine Lanze fürmehrIntegration

– und wohl auch für Toleranz.

Letztere geht so manchem auch ab,

wennesums Essengeht. Gerade zwischen

Veganern und Fleischessern

werden oft die Messer gewetzt. Warum

wird da oft diskutiert,als gingees

um einen Glaubenskrieg? „Eigentlich

sollte doch jederessen können, waser

will. Aber das mit der Toleranz funktioniert

leider nicht. Dabei würde das

allen das Leben leichter machen –

nichtnur beimEssen.“

Und was hält Buchinger vom Vegan-Trend?„Ich

fürchte michnicht.“

Auchgut.

Angelika Drnek

Kleiner Auszug aus dem

Rossmann-Buchinger-Menü:

Falafel und

Kürbispralinen, Zander

mit roten Rüben und

Algen-Wasabi-Kaviar und

zum süßen Abschlussein

„Schneegipfel im

Grünen“.

s’Magazin 11


SELBSTTEST

Detox&Health: Bei

der Massage wirdder

Lymphfluss angeregt.

Fotos: Mathis Fotografie

Der Begriff Detox ist derzeit in aller Munde, das „Entgiften“

hat sich längst zum Trend entwickelt. Auch

„Krone“-Redakteurin Sandra Nemetschke will in der

Fastenzeit die sogenannten Schlacken loswerden und hat sich

zum Selbstversuch ins Seehotel am Kaiserstrand aufgemacht.

Einmal entgiften, bitte!

Fühlen Sie sich auch manchmal

träge und schlapp? Also mir

geht’s leider so. Kein Wunder.

Stress im Alltag, unregelmäßiges

Essen und statt Spaziergängen

in der frischen Luft lümmelt man lieber

auf der Couch herum.

Helga Ritsch

erklärt die

Wirkung von

Detox-

Behandlungen.

Aber jetzt ist Schluss!

Die Fastenzeit ist für

mich der ideale Anlass,

endlich auf meinen Körper

zu hören. Doch bevor

ich gesunde Ernährung

und ein Sportprogramm

starte, will ich

alle in meinem Körper

angesammelten Giftstoffe

loswerden. Bekanntlich

belasten die

Folgen von schlechtem

Essverhalten, Schadstoffen,

stressbedingter Hormonvergiftung

und Umweltverschmutzung den Körper.

Zwar haben wir Organe wie die Haut,

Lunge, Leber, Galle, Nieren und den

Darm, die uns von Haus aus entgiften,

aber wenn diese überlastet sind, braucht es

Unterstützung von außen. Tees oder Basenbäder

sind gute Hausmittelchen, doch

um meinen Stoffwechsel so richtig anzukurbeln,

unterziehe ich mich zudem einer

Wellnessbehandlung. Unter dem Namen

Detox &Health warten auf mich im Seehotel

am Kaiserstrand Massage und Gesichtsbehandlung

- eine Auszeit am See

sozusagen.

Schon im Eingangsbereich des Spas

werde ich von Helga Ritsch herzlich in

Empfang genommen. Bei gedämpftem

Licht, Kerzen und wohlriechendem Tee erklärt

sie mir, was auf mich zukommt. Ich

merke gleich: Da ist eine Expertin am

12

s’Magazin


SELBSTTEST

Werk, und ich begebe mich

mit einem guten Gefühl in ihre

zarten Hände.

Erst folgt die Massage mit

Schröpfgläsern. „Die Gläser

werden an Reflexpunkten, die

mit den Entgiftungsorganen

verbunden sind, aufgesetzt. Dort

regen sie die Durchblutung an und

wirken so belebend.“ Mit gekonnten

Handgriffen wird auch mein Lymphfluss

wieder auf Touren gebracht. Die Lymphen

sind nämlich für den Abtransport der Schlacken

im Gewebe verantwortlich.

Die beruhigende Musik lässt mich entspannen

und die darauf folgende Gesichtsbehandlung

mit Grünalge und einer Maske

aus Tonerde tut ihr Übriges. „Kräuteröle,

Grünalgen und Mineralien ziehen die Giftstoffe

aus dem Körper.“

Auf ein Peeling folgt ein Fluid, dann

Maske und Creme. Wie angenehm doch ein

gesundes Leben ist! Leider holt mich Frau

Ritsch schnell in die Realität zurück: „Diese

Behandlungen sind eine tolle Unterstützung.

Aber die Lebensweise, Psyche und

Bewegung spielen eine wesentliche Rolle.“

Doch allein schon der Gedanke, dass ich

etwas Gutes für mich getan habe, lässt mein

Wohlbefinden steigen. „Detox ist so beliebt,

weil die Menschen merken, dass es ihnen

guttut und sie sich danach leichter fühlen.“

Also steht einem schwungvollen Start

in den Frühling nichts mehr im Wege!

Entspannung pur: wohltuende

Gesichtsbehandlung mitAlgenampulle mit

anschließender Tonerde-Maske.

s’Magazin 13


GESELLSCHAFT



Ulrich Burtscher

Architekt

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Das hätte ich nicht für möglich gehalten: Ich lebe

in einer Wohnung in Wien, deren Bau voneinem

Vorarlberger in Auftrag gegeben und dazu noch von

einem Landsmann und Namenskollegen geplant

wurde. Klar,dass ich den Architekten natürlich kennenlernen

muss und die Gelegenheit für ein Interview

für „Gsiberger z’Wian“nutze. Ulrich Burtscher

(52) kam im Kindergartenalter mit den Eltern von

Linz nach Rankweil. Dort besuchte er die HTL und

absolvierte die Hochbau-Ausbildung. „Ich habe immer

schon gern gezeichnet und mich für Architektur

interessiert.“ Und so schaffte er es auf die Hochschule

für Bildende Kunst in der Bundeshauptstadt.

In den Ferien arbeitete er regelmäßig bei renommierten

Architekten im Ländle, und gleich nach seiner

Sponsion heuerte er bei einem Wiener Büroan.

1998 setzte er dann den Schritt in die Selbstständigkeit.Gemeinsam

mit seiner Kollegin und Landsfrau

Marianne Durig und sieben Mitarbeitern hat er zahlreiche

tolle Projekte wie Schulen oder Wohnbauten

umgesetzt.„Wir möchten schöne Architektur machen“,

erklärt der Vater eines erwachsenen Sohnes

voller Leidenschaft.ImLändle ist der begeisterte

Lindy Hop-Tänzer nur

selten, aber dann

muss ein Besuch im

CaféZanona dabei

sein. „Da fühl ich

mich wohl!“ Das kann

ich gut verstehen!

Die Vorarlberger Kommunikationsberaterin

Carola

Purtscher (PR-Agentur Purtscher

Relations) lebt seit

über 30 Jahren in Wien. Als

Netzwerkerin lädt sie regelmäßig

zu ihrer exklusiven

„Tafelrunde“.

twitter.com/

CarolaPurtscher

Sein Selfie: der Architekt

Ulrich Burtscher im Büroauf

der Mariahilfer Straße.

Der Leithammel

Wenn bei einem Lehrlings-Wettbewerb

plötzlich ein beschlussfähiger Landtag

anwesend war, dann konnte nur ein Mann

hinter der Organisation des Events stehen:

Peter Schenk. Der rührige Star-Figaro mit

dem markanten Bärtchen stand bei allem,

was er anfasste, immer an vorderster Front

–und das mit Erfolg.

Dass er am 1. 11. geboren

wurde, wurmt ihn

ein wenig: „Ein so lustiger

Mensch kommt

am traurigsten Tag

des Jahres auf die Welt –ein Witz“,

scherzt der nie um eine Aussage verlegene

gebürtige Oberösterreicher.

Dass er lustig ist, sollte sich noch zeigen.

Dass er fleißig war, stellte er

schnell unter Beweis. „Ich konnte bei

den besten Linzer Frisören lernen,

und man ließ mich auch ans Haupthaar

von Julius Raab“, erinnert sich

der 69-Jährige. Die gute Ausbildung

sollte sich bezahlt machen: Nach einem

Aufenthalt in der Schweiz lernte

er seine Gattin Gerti kennen, und die

beiden eröffneten 1972 ihren Salon in

Tisis. Zu Beginn war es nicht einfach:

„Ich kannte niemanden und als

Innerösterreicher musste man sich

die Herzen der Bevölkerung buchstäblich

erobern.“

Dies gelang ihm, als er 1977 als

Faschingsprinz der Spältabürger

auch seine Entertainer-Qualitäten

unter Beweis stellen konnte. „Seitdem

fühle ich mich als richtiger Feldkircher“,

so der Stammtisch-Geher

und langjährige Präsident der Faschingsinnung,

der maßgeblich daran

beteiligt war, dass der Fasching

54

s’Magazin


ORIGINALE

in der Montfortstadt via ORF weithin

bekanntwurde. Viele Jahre koordinierte

Peter die Fernsehteams mit

den Umzugsteilnehmern und erinnerte

dabei in Habitus und seinem grellroten

Kostüm an einen Dompteur.

„Fast zwei Stunden die Spannung eines

Umzugs aufrechtzuerhalten, war

nicht einfach“, so der begabte Organisator,

der sich selbst als „Leithammel“

bezeichnet. Der Erfolg gab ihm

recht: Der Umzug wurde sogar in

Neuseeland verfolgt. Fast noch spektakulärer

waren aber Peters Erfolge

in seinem eigentlichen Beruf.

Treffpunkt der Promis

„Als ich 1989 Innungsmeister wurde,

setzte ich alles daran, dass die hohe

Qualität und das Können unserer

Frisöre in der Öffentlichkeit mehr

wahrgenommen werden“, bricht er

eine Lanze für die Branche. Das gelang

ihm vor allem bei den „Lehrlingswettbewerben“

auf spektakuläre

Weise: Einzig Festspielpremiere und

Messe-Eröffnung wiesen eine ähnliche

Dichte an Prominenz auf wie die

Leistungsschau seiner Frisör-Lehrlinge.

Mit Beharrlichkeit und perfekter

Organisation machte er aus einem

kleinen Event ein Ereignis – kein

Wunder, dass er als einziger seiner

Innung statt der üblichen 15 ganze 22

Jahre vorstand. Mittlerweile genießt

auch Peter seinen Ruhestand –auch

dank Tochter Sandra, die 2012 seinen

Salon in der Innenstadt übernahm

und als Meister-Frisörin,

Buchautorin und Besitzerin der einzigen

Perücken-Lounge im Land seine

Fußstapfen mehr als nur ausfüllt. Einer

der vielen positiven Momente in

seinem reichen Leben: „Ich habe viel

Glück gehabt, wofür ich sehr dankbar

bin. Vor allem meiner Frau, denn

ohne sie wäre das Unternehmen nie

so groß und vor allem so beliebt geworden!“

Der „Leithammel“ hat zu

seiner Herde gefunden. ..

Raimund Jäger

Foto: lisamathis.at

s’Magazin 55


PflügendeBauern in Gaschurnanno 1939

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Wenngleich die Berge noch

schneebedeckt sind, bereitet

eine Gaschurner Bauernfamilie

schon den Boden für die

kommende Aussaat, zwei gehorsame

Montafoner Rinder

ersetzen den Traktor. Dieses

Bild aus dem Jahre 1939 ist

ein wunderbares Zeitdokument,räumt

es doch mit dem

großen Missverständnis auf,

dass die Landwirtschaft in

Vorarlberg seit jeher von der

Milchwirtschaft dominiert

war. Über Jahrhunderte produzierten

die Vorarlberger

Bauern alles, was für eine

ganzjährige Versorgung der

gesamten Bevölkerung von

Nöten war - Milchprodukte,

Fleisch, Obst, Gemüse und

Getreide.

Erst ab den 1950er-Jahren

wendete sich das Blatt,fortan

gewann die lukrativereMilchwirtschaft

immer mehr die

Oberhand, Obst und Gemüse

wurden nur noch auf wenigen

fruchtbaren Böden im Rheintal

angebaut.Heute besinnen

sich aber immer mehr Bauern

- nicht zuletzt aus Gründen

16

s’Magazin


MUNDART



Stubate

Hauptwort

der Nachhaltigkeit - auf die

alten Zeiten zurück.

Haben Sie auch historische Fotoschätze

zuhause, dann schicken

Sie sie uns per E-Mail an vorarlberg@kronenzeitung.at.

Die besten

Bilder werden veröffentlicht.

Foto: Sammlung Risch-Lau,Vorarlberger Landesbibliothek

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Abgeleitet vonder Stube bezeichnet die Stubate (Betonung

auf u, nicht a!) den Besuch junger,unverheirateter

Männer bei einer angebeteten Jungfrau in deren elterlichem

Hause, um sie dort zu umwerben. In seiner ursprünglichsten

Form suchten gleich mehreremiteinander

buhlendeBurschengemeinsamdiefremdeWohnstattauf,

wo ihnen die erhoffte zukünftige SchwiegermutternachalterTraditioneinenKuchen

servierte, die testosterongeladenen

Jungmänner zugleich überwachte

und als potenzielle Schwiegersöhne

unter die Lupe nahm. Die erotische

Präferenz der Angehimmelten und

die daraus folgenden Andeutungen

gegenüber ihren Besuchern ließenden

Strom der Hoffnungsvollen vonWoche

zu Woche ausdünnen, sodass am Ende nur

„Wogosch zur

Stubat?“

noch ein einziger Bewerber übrig blieb,mit welchem der

Bund der Ehe geschlossenwurde. Ob dieses Auswahlverfahren

erfolgreicher war als heutige Paarungsmethoden

(vgl. Tinder oder Speeddating), sei dahingestellt.Diese

schöne Sitte stubenhockerischer Kuppelei ist inzwischen

fast ausgestorben, weshalb der Begriff zur Stubate goh

heute weit seltener und meist verallgemeinernd verwendet

wird, im Sinnevon: eine feste Freundin haben.Aber immer

noch ist es der Mann, der zur Stubat(e) goht,niemals

die Frau! Als besondersgefährlich galt einst die Stubate in

Nachbarorten, wo man sich vorden Prügeln der dort ansässigen

Burschen in Acht nehmen musste –und dies, obwohl

eine Gendurchmischung so manchem Weiler im

Nachhinein betrachtet durchaus gutgetan hätte.

s’Magazin 17


KULTUR

Im Gespräch mit Anna Mika gibt

Fink-Mennel Einblick in ihr aktuelles

Projekt „migraton“.

Fülle strömt einem entgegen,

wenn man mit Evelyn

Fink-Mennel spricht. Eine

Fülle von Wissen, das

sich ausdrückt in einem

breitgefächertenSpektrumvonTätigkeiten.

DieBregenzerwälderin ist weit

über die Grenzen Vorarlbergs hinaus

eine geschätzte Kennerin und Forscherin

für Volks- und Ethnomusik

mit Lehraufträgen anrenommierten

Universitäten sowie Musikerin bzw.

Sängerin in mehreren Formationen,

der „Hausmusik Fink“ etwa oder

„zündschnur&bänd“.

Im Rahmen ihres Lehr- und Forschungsauftrages

am Vorarlberger

Landeskonservatorium hat sie nun

mit Unterstützung der Internationalen

Bodenseehochschule ein Projekt

geschaffen, das derzeit invier Abendenam„vorarlberg

museum“ zu erleben

ist. Es nennt sich „migraton“und

machtkulturelle Facetten hörbar, die

durch vergangene und aktuelle Migrationsbewegungen

ins Ländle gekommensind:

„Vorarlberg istein Wanderland“,

sagt Fink-Mennel, „und jeder

Mensch, der hierher kommt, bringt

seine Kultur mit sich“. GeradeMusik

sei oft eng mit derFamilie, mit Erinnerungen

verbunden, führt sie weiter

aus, und erzählt folgende Geschichte

18

s’Magazin


KULTUR

Evelyn Fink-Mennel ist

eine weit über die

Grenzen Vorarlbergs

hinaus geschätzte

Kennerin und

Forscherin für Volksund

Ethnomusik.

Fotos: Mathis Fotografie

Vielstimmiges Vorarlberg

„Vorarlberg ist ein Wanderland“, sagt Evelyn Fink-Mennel und spielt

damit auf die vielen Migrationsströme in Vergangenheit und

Gegenwart an. Und wann immer Menschen neu im Ländle heimisch

geworden sind, brachten sie ihre Kultur, vor allem aber auch ihre

Musik mit. Mit ihrem Projekt „migraton“ macht die Musikexpertin

die unterschiedlichen musikalischen Facetten Vorarlbergs hörbar.

einer SüdtirolerFamilie: Im Zuge der

„Option“ –Südtiroler mussten sich

um 1940 entscheiden, ob sie zuhause

bleibenund damit italianisiertwerden

wollten oder ins Deutsche Reich auswandernwollten

–kam diese nach Österreich.

Hier wurde der Sohn gezwungen,

seinen italienischenVornamenLuciano

abzulegen und sich fortan

Georg zu nennen. Das Lieblingslied

der Familie aber war und blieb

„SantaLucia“.

Als Musikergeboren

Mit Familie zu tun hat auch vieles

um die „Cissokho Brothers“, die am

vergangenen Donnerstag imvorarlberg

museum auftraten. Moussa Cissokho

lebt im Ländle, seineBrüderin

der Schweiz. Sie stammen aus einem

bedeutenden Clan von Musikern, der

Großvater wird im Rough Guide der

Weltmusik genannt. „Im Senegal

wird man nicht Musiker,man ist Musiker,indemman

zudieserFamilie gehört“,

weiß Fink-Mennel, und führt

aus, dass dort Musik weit mehr ist als

pureUnterhaltung, etwa rituelleoder

heilende Funktionen hat. Die „Cissokho

Brothers“ machen sowohl populäre

als auch heimatliche Musik.

Fink-Mennel schwärmt vom intimen

Klang der Kora, einer Art Harfe, die

nach einem afrikanische Tonsystem

gestimmt ist, und auch von den fast

magischen Dimensionen, die der Gesang

dieser Menschen annehmen

kann:„Wenn ein Sänger voll drinnen

ist, dann ist da nichts mehr an Angelerntem

oderGlattem“.Zuden beiden

soeben beschriebenen Konzerten ist

zu sagen, dass sie unter Einbeziehung

der Universität Zürich stattgefunden

haben, indem die Literaturwissenschaftlerin

Ana Sobral die Moderation

übernommen hat. Beim Konzert

am Donnerstag, dem 23. März, wird

der Fokus auf die Gastarbeiterkultur

Exjugoslawiens gerichtet, hier vor allem

Serbiens.„Wir habendiese Menschen

doch nur als Arbeiter wahrgenommen“,

meint Fink-Mennel, weiß

aber, dass es, vielfachauch im privaten

Bereich,ein starkeskulturelles Leben

gibt. Sie hatfür das Konzert die Musikerfamilie

Mikic eingeladen. Miodrag„Miki“

Mikic spielt am Akkordeon

alte Volksliederseiner Heimat, ist

aber auch Popular- und Jazzmusiker,

seine Söhne Stefan und David sind

klassische Pianisten, Tochter Tea ist

in Deutschland eine gefragte Balkan-

Rock-Sängerin. Sie ist an diesem

Abend aber nicht dabei. Es singt ein

befreundeter Sänger derFamilie. Türkische

Musiker aus dem Ländle sind

am 20. April zu erleben, dem letzten

Abend der vierteiligen Reihe. A.Mika

s’Magazin 19


EVENTS

Foto: Musikladen

Das Shen-Yun-Ensemble

hat sich der

Wiederbelebung der

alten chinesischen Kultur

verschrieben.

Inspiration des Lebens

Lassen Sie sich vom „Shen Yun“-Ensemble

auf eine Reise in Chinas göttliche

Zivilisation entführen. Klassischer

chinesischer Tanz, Volkstänze verschiedener

Ethnien, authentische Kostüme

und grandiose Bühnenbilder erzählen eine

erstaunliche Geschichte. Musikalisch

„Die Herrlichen Damen“

Travestie Revue der Spitzenklasse

Die wohl beste Travestie-Gruppe Österreichs stellt im

neuen Programm „. ..Zart!“einmal mehr ihreenormeVielseitigkeit

und ihr großes Können unter Beweis-großartiger

Gesang, schwungvolle Choreografien, beeindruckende

Kostüme! Am Freitag (20 Uhr), dem 24.März,ist die bunte

Truppe im Götzner AmBach zu Gast. Tickets: Musikladen

untermalt wird das Event von einem

weltweit einzigartigen Orchester. Die

Veranstaltung findet am Mittwoch, dem

5. April, um 20 Uhr im Festspielhaus in

Bregenz statt. Tickets: Musikladen Kartenbüros,

www.v-ticket.at, Bregenz

Tourismus 0557484959-0

Foto: Musikladen

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Sinatra&

Friends im

Festspielhaus

in Bregenz

Stephen Triffitt (Frank Sinatra),

Mark Adams (Dean

Martin) und George Daniel

Long (SammyDavis Jr.) lassen

in ihrer Show „Sinatra

& Friends“ einen unverwechselbaren

Las-Vegas-

Abend der Swinging Sixties

wieder lebendig werden. Zu

sehen

am 2.

April ab

20 Uhr

im Festspielhaus

Bregenz.

Tickets:

Musikladen

Foto: AndreJuchli

„Die Raubtieredes Alpenraums“

Sonderausstellung in der inatura

Auf leisen Pfoten kehren sie zurück und erobern

Stück für Stück wieder den Alpenraum: Luchs, Wolf,Bär

oder Wildkatzesind wieder auf dem Vormarsch - wenn

auch mit Hindernissen. Die großen Beutegreifer faszinieren

uns Menschen

seit jeher. Die

inatura Dornbirn

nimmt dies zum Anlass,

den heimischen

Räubern eine Sonderausstellung

zu

widmen. Info: Dauer

der Ausstellung bis

24. Februar 2018.

Geöffnet: täglich

von10bis 18 Uhr.

Foto: Inatura

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Impressum

Medieninhaber: KRONE-Verlag GmbH &Co. KG .Herausgeber und Chefredakteur: Dr.Christoph Dichand

Verleger: Mediaprint Zeitungs- und Zeitschriftenverlag GmbH &CoKG, Alle: 1190 Wien, Muthgasse 2

Redaktionsleitung: EmanuelWalser, Redaktion: Harald Küng, Sandra Nemetschke, Angelika Drnek, Sekretariat: Nicole Kinzel, Quellenstr.16, 6900 Bregenz, Tel. 057060-59300

vorarlberg@kronenzeitung.at, emanuel.walser@kronenzeitung.at, harald.kueng@kronenzeitung.at, sandra.nemetschke@kronenzeitung.at, angelika.drnek@kronenzeitung.at

Herstellung:Druckzentrum Salzburg Betriebsges. m. b. H. ,5020 Salzburg; Offenlegung gem. §25 MedienG online unter www.krone.at/krone-offenlegung

20

s’Magazin


KULINARIK

Weiche Karamellen mit einer

PriseSalz

Zubereitung:

1 Schokoladefein hacken und einkleines

Backblech odereine Form mit Backpapier auslegen.(Meine

Form hat die Größeeines halben

Backblechs,und das war ideal.)

2 Zucker,Kondensmilch und Butter in einen

Topf geben und unterständigemRühren (am

bestenmit einem Gummispatel) aufkochen.

3 Hitzereduzieren undauf kleinerFlamme 12

Minuten weiterkochen, dabeioft umrühren.

DenTopf vomHerdnehmenund zügig die weiße

Schokolade einrühren.

4 Karamellmasse in die vorbereitete Form

gießen und gleichmäßigverstreichen.Nach

Belieben mit Salzflocken bestreuen und am

bestenüber Nacht bei Zimmertemperatur auskühlenlassen.

5 Karamellmit einem scharfen Messerin

Stückchen schneiden und als BonbonsinButterpapier

verpacken.

Fotos: Mathis Fotografie, Nadin Hiebler (2)


Dieser kulinarische Grußaus der

Kindheit ist blitzschnell selbst

gemacht und eignet sich hervorragendals

kleines Mitbringsel!

Noch mehr

schmackhafte

Rezeptideen

findet man auf

Nadin’s

Foodblog.

Zutaten für ca. 100 Stück:

250 g braunerZucker

1Dose (= 400 g) gezuckerte

Kondensmilch

125 g Butter

150 g weißeKuvertüre

Salzflocken

Diese Karamellbonbons gehören definitiv in die Kategorie„süße

Kindheitserinnerungen“.Bei meiner Omagab

es nämlich immer so ähnliche Bonbons, die ich geliebt

habe. Selbst gemacht sind diese Bonbons ein ganz besonderes

Highlight und eignen sich hervorragend als

kleines Mitbringsel aus der eigenen Küche. Das Salzauf meiner selbst

gemachten Variante sorgt für das gewisse Etwas und die richtige Balance.

Natürlich ist die Mischung von Salz und Karamell nicht jedermanns

Sache, deshalb kann man das Salz auch ganz einfach weglassen.

Die Herstellung ist denkbar einfach und funktioniert ganz ohne

Zuckerthermometer –inwenigen Minuten ist die Mischung fertig

gekocht.

www.diegluecklichmacherei.com

s’Magazin 21


WAS WURDE EIGENTLICH AUS ...

...Hannes Jochum?

Immer wieder mal etwas Neues und bloß nicht stehen bleiben. Wenn

man den Werdegang des 46-Jährigen genauer unter die Lupe nimmt,

ergibt sich ein äußerst buntes Bild: Vom Einzelhändler zum

Marketing-Mann, Geschäftsführer des Vorarlberger Volkstheaters,

und heute leitet er die Geschicke des Illwerke Tourismus.

2006: Hannes Jochum

(Mitte) und das

VOVO-Team präsentierten

sich auf der Herbstmesse

in Dornbirn der

Öffentlichkeit.

wurde er doch bereits nach vergleichsweise

kurzer Zeit zum Geschäftsführer

des Stadtmarketings ernannt.

Plötzlich wirbeltedie Liebesein Leben

ordentlich durcheinander: Er

lernte Katja kennen, seine heutige

Ehefrau und Mutter seiner drei Kinder.

Halbe Sache war das von Beginn

wegkeine: Von heuteauf morgen kündigteerseinen

Jobund verbrachte mit

ihr ein halbesJahr in Barcelona. Nach

derRückkehrwar seineFrauinanderen

Umständen und Hannes übernahm

kurzerhand ihren Jobals Stefan

Vögels Manager. „Wir hatten viel

Zeit, um zu reden, und haben schlussendlich

drei Monatespäterdie Vorarlberger

Volkstheater GmbH gegründet.“

Viele Abonnenten, enorme Beliebtheit-aberleiderkeine

schwarzen

Zahlen. „Shit happens! Wir haben es

probiert - es ist nicht aufgegangen.“

Heuteist das VOVO eine erfolgreiche

Produktionsfirma. Hannes selbst

fand seine neue Herausforderung im

Montafon. Seitüber drei Jahren ister

nun Geschäftsführer des Illwerke

Tourismus - vieleshat sich getan, seine

Einstellung ist geblieben: „Ich habe

nie Angst vor Neuem, nur so kann

man Dingebewegen.“ S.Nemetschke

Hannes Jochum ist ein

Mann der Veränderung.

Aufgewachsenin

Frastanz, entdeckte er

beim Absolvieren des

Polytechnischen Lehrgangs in Feldkirch

die Liebezur Montfortstadt. Eine

Einzelhandelslehre beim Modehaus

Garzon folgte. So wurdeaus dem

eher introvertierten Burschen - „Das

kann man sich heute kaum noch vorstellen“

- schon bald ein kommunikativer,

junger Mann, der esverstand,

auf Menschenzuzugehen. Nacheiner

weiteren Stationhatteerdie Nase voll

vom Einzelhandel und wechselte in

die Versicherungsbranche. „Ich konnte

hinter die Fassade des Menschen

blicken und habe im Verkauf viel gelernt

- jedoch die Emotionen haben

mir im Laufe der Jahre gefehlt.“ Diese

sollte er aberbald finden - als Koordinator

der Werbegemeinschaft Feldkirch.

Undeben weil er sichindiesem

Job so richtig angekommen fühlte,

bildete er sich in Sachen Marketing

konsequent weiter. Die neuen Fähigkeitensollte

er alsbald nutzen können,

2017: Als Geschäftsführer des IllwerkeTourismus

hat er die Verantwortung

für rund 200 Mitarbeiter.

Fotos: PATRICK SAELY PHOTOGRAPHY,VoVo

22

s’Magazin


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