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WEEDPREISE

ein kleiner Überblick

SHANTIBABA

im Interview

HANF ZEIT

die Ernte wird eingefahren

MESSE SPEZIAl

Hanf total

Bis an die

Schmerzgrenze

und darüber hinaus:

Gestrecktes Gras als Gefahr für Millionen Cannabis, noch ungestreckt - Foto: Archiv

Text: Michael Knodt

Die Kaliforiner/innen dürfen kommenden Monat über die

Legalisierung von Cannabis abstimmen, in Österreich,

Belgien, den Niederlanden, der Schweiz, Spanien, Portugal

oder Tschechien wird der Anbau von ein paar Hanfpflanzen

für den eigenen Bedarf toleriert oder nur noch mit Geldbußen

versehen, während die Hanfraucher/innen hierzulande

immer noch meist auf den Schwarzmarkt angewiesen sind.

Denn anders als unsere Drogenbeauftragte behauptet, werden

Menschen, die ein paar Hanfpflanzen für den eigenen Bedarf

anbauen, weitaus härter bestraft als solche, die eine Geringe

Menge Gras besitzen.

Der illegale Schwarzmarkt bietet jedoch immer mehr Cannabisprodukte

mit gesundheitsgefährdenden Beimischungen an,

die die Gewinne der Verkäufer steigern und als netten Nebeneffekt

die zu erwartende Strafe, sollte man erwischt werden,

geringer ausfallen lässt. Denn 100 Gramm gestrecktes Gras enthalten

weniger THC als die gleiche Menge ungestrecktes, und

nur darauf kommt es beim Strafmaß an. Strafen für’s Strecken

gibt es, anders als bei legalen Drogen, nicht.

Anscheinend hat sogar das Landeskriminalamt in Nordrhein-

Westfalen weiter reichende Erkenntnisse (siehe Bericht Seite

21), veröffentlicht sie aber aus uns unbekannten Gründen bis

dato nicht. Ein arrogantes „Selbst Schuld, wenn man kifft“ ist

alles, was die Politik dazu zu sagen hat, selbst eine lapidare

Warnung vor gesundheitsschädlichen Streckmitteln könne laut

der Drogenbeauftragten als „Aufforderung zum Konsum“

mißverstanden werden.

Geändert hat sich seit 2007 nichts, im Gegenteil: Der Streckmittelmelder

des DHV wird stärker frequentiert als je zuvor,

auch die Auswertung unserer Umfrage auf Seite 21 lässt ebenso

Schlimmes vermuten. Wieso also wird dieses Thema, obwohl

seit über drei Jahren aktuell und auch immer wieder von den

großen Medien aufgegriffen, von der Politik tot geschwiegen?

Weil eine öffentliche Warnung zu Streckmitteln in Cannabis,

anders als bei Heroin oder Koks, die öffentliche Diskussion

über eine Legalisierung neu entfachen könnte. Die kann man

aber nur verlieren, weil, mehr als je zuvor, die Argumente fehlen.

Ein Blick über den großen Teich reicht, um vorauszuahnen,

was passieren wird, wenn das Thema Cannabislegalierung

auch hier wieder Gegenstand einer öffentlichen Diskussion

würde.

Mediziner und Wissenschaftler sind sich mittlerweile einig,

dass ein Cannabisverbot mehr schadet als nützt – so einig, dass

unabhängig, überparteilich, legal

5

8

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24

weiter auf Seite 27 ›››

hanfjournal.de / Ausgabe #123 / 10.10

Cannabizz backstage

So eine Messe ist ja immer eine Vorbereitung wert. Und

nachdem unser Matze sämtliche Reisetermine für ebenso

sämtliche Redakteure und Legalizer festgelegt hatte, war

ich ganz entzückt, Freitagmorgen um 3:00 in der Nacht aufzustehen,

um eine Stunde später Richtung Ostbahnhof zu

schlafwandeln. Die Stimmung erreichte ihren vorzeitigen

Höhepunkt, als der Bummelzug letztendlich eine Stunde

später losfuhr. Matze selbst hatte nachts zuvor ähnlich

viel Spass mit den Eisenbahnern. Die Fahrt selbst erlebte

ich im Halbschlaf, das teilweise äusserst wirre Gequatsche

um mich herum hätte ich bei vollem Bewusstsein sowieso

nicht ertragen. Eine halbe Stunde bevor die Messetore der

Thámova-Hallen geöffnet werden sollten, erreichten wir die

tschechische Hauptstadt. Steffen bemühte sich, ein gutes

Tempo vorzulegen, doch an jeder Ampel zückte eine(r) aus

dem Legalizer-Team einen Stadtplan und wusste es besser.

Das regelmässige „Können-wir-uns-nicht-ein-Taxi-rufen?“-

Genöhle machte den Weg mit schwerem Gepäck nicht

angenehmer. Die Messe an sich übertraf in Sachen Besucherandrang

und positivem Feedback alle Erwartungen. Allerdings

war im Seminarraum meist noch genügend Platz,

und ständig begegneten mir diverse Legalizer, die mit ihren

akribisch vorbereiteten Vorträgen hektisch durch die Halle

irrten. Zur Beruhigung des Gemüts war die „rollende Pizzeria“

mit Günther und Thilo immer wieder eine herzhafte

Angelegenheit. Die flüssige Nahrungsaufnahme dagegen

gab’s in der Business Lounge, in der man manchmal den

Eindruck bekam, man wäre inmitten einer Legalisierungsdemo

für tschechisches Bier, Sekt oder Desperados Red,

auch wenn zwischendurch mal ein Becher Hanfkorn aus einer

Wassermelone geschöpft wurde. Als ich das erste Mal in

besagter Lounge auftauchte, kamen Assoziationen zu einem

Swinger Club auf. Zumindest wunderte ich mich über den

halbnackten Frauenkörper, den mein diskreter Blick hinter

der Bar erhaschte. Freudig erregt lief ich am Sonntag auch

in diese vermeintliche Kuschelzone, um 30 schmerzhaftwohltuende

Minuten später berichten zu können, dass dort

ein professioneller Masseur für alle „Exhibitors“ for free

einen verdammt guten Job machte – wie im Übrigen auch

der DJ, der diesen Chill Out Floor drei Tage lang mit feinstem

House und ganz bezauberndem Drum’n’Bass bespielte.

Von Prag selbst habe ich leider viel zu wenig gesehen, aber

der abendliche Spaziergang zur Karlsbrücke war mindestens

so lustig wie Frau Chabalala auf der Messe und diese

launische Rückfahrt mit dem Zug, den wir fast verpasst hätten

… danke, dass ich das noch erleben durfte.

Text: Roland Grieshammer


2

kommentar

Online Videos für

interessierte Hanf Nutzer

www.hanfjournal.de/exzessiv

www.hanfjournal.de/

www.hanfjournal.de/exzessiv

Exzessiv 166 - Hanfparade 2010. Wie war‘s?

Am 07. August hatte

sich A. Chiche unter

die 2.000 Teilnehmer

der Hanfparade gemischt

- wie immer

auf alles vorbereitet

- aber irgendwie demonstriert

man in

Deutschland anders als in seiner Heimat. Nun wollte er

von Steffen wissen, warum die meisten Besucher die

Hanfparade toll fanden, obwohl noch nichtmal ein Polizeiauto

brannte und was mit den Leuten passierte, die

wegen vermuteten Delikten polizeilich „kontrolliert“ wurden

(samt Videoaufnahmen!). Steffen erklärt A. Chiche

außerdem, was seine politischen Höhepunkte der größten

Demonstration für die Legalisierung von Hanf waren.

Noch mehr Bilder und Infos findest du unter:

www.hanfparade.de

www.hanfjournal.de

Exzessiv 167 - Mahl Zeit, Grinder Test

Nachdem wir hunderte

von Einsendungen

mit der Bitte um Grindertests

bekommen

haben, war es naheliegend

eine Grinderfolge

zu bringen.

„Was ist ein Grinder?“,

„wie funktioniert das?“, „welche Typen gibt‘s

denn so?“ waren typische Fragen. Getestet wurde mit

wilden Oreganoblüten aus der Türkei (kommt dem, was

ihr eigentlich sehen wollt, am nächsten). Also entspannt

zurücklehen und die kleine Grinderkunde von exzessiv

genießen. Ach ja, natürlich haben wir den Near Dark

Preis für August schon verlost und wie es der Zufall so

wollte, war das ein Grinder der Extraklasse. Auch diesen

Monat wird wieder verlost, also ran an die Tasten und

schreib bis zum 31.10.2010 eine Mail an gewinnen@

exzessiv.tv, Betreff: Abonnentenname, vielleicht gehörst

Du bald zu den glücklichen Gewinnern des nächsten

Überraschungspreises (ein Tipp: es ist aus Glas)!

www.hanfjournal.de

www.neardark.de

Diskutieren? www.hanfjournal.de/forum

Verreisen? www.cannabis-cafe.info

Lesen? www.hanfjournal.de

Polen? www.spliff.pl

Tschechien? www.konoptikum.cz

Ukraine? www.konopravda.ua

Legalize It?! www.ELF-online.eu

Einen eigenen Film? film@exzessiv.tv

impressum

HERAUSGEBER:

Agentur Sowjet GmbH

Dunckerstraße 70

10437 Berlin

Tel.: 030/44 79 32 84

Fax.: 030/44 79 32 86

Email: redaktion@hanfjournal.de

Geschäftsführer: Emanuel Kotzian (V.i.s.d.P.)

Sitz der Gesellschaft: Berlin AG Charlottenburg, HRB Nr. 89200

Steuer-Nr. 37 220 20818

REDAKTION:

Michael Knodt (CvD), Roland Grieshammer, Matthias Meyer, Mark Meritan.

MITARBEITER DIESER AUSGABE:

Dr. Franjo Grotenhermen, mze, Kerstin Koch, KIMO, Kascha, Hans

Cousto, Steffen Geyer, Doktor Hanf.

LAYOUT:

mark marker.

ILLUSTRATIONEN:

mark marker, Lukas Tkotz.

FOTOS:

mark marker, Peter Marks, oder im Auftrag des Hanf Journals.

ANZEIGEN:

Emanuel Kotzian

030/44 67 59 02

vertrieb@hanfjournal.de

VERTRIEB:

Das Hanf Journal wird im gesamten deutschsprachigen Raum verteilt.

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kann das Hanf Journal beim Herausgeber als Prämium-Abo bezogen

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Manuskripte, Bilder und Beiträge sind willkommen, es wird aber

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Im Sinne des Urteils des LG Hamburg vom 12. Mai 1998 - 312 0 85/98

distanziert sich der Herausgeber ausdrücklich von allen Inhalten der angegebenen

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Jeder Missbrauch von Drogen ist gefährlich! Wir wollen niemanden

dazu auffordern oder animieren, Drogen zu konsumieren oder zu

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Feuer auf Mechthild Dyckmans

Text: Hans Cousto

Mechthild Dyckmans

unaufrichtig und einfach krass konservativ

Auf eine Frage zur »Notwendigkeit für Repression im Bezug

auf Cannabis« antwortete Mechthild Dyckmans auf

Abgeordnetenwatch am 19. Januar dieses Jahres u.a. mit den

folgenden Worten: »Dass einige psychoaktive Substanzen dem

Betäubungsmittelgesetz unterstellt sind und andere nicht, hat

in erster Linie historische und gesellschaftliche Gründe. So

sind Alkohol und Tabak in unserer Kultur akzeptiert, Cannabis

nicht.« Dem fügte Dyckmans noch folgenden Absatz hinzu:

»Die Zahl der Hilfesuchenden in Beratungsstellen nimmt nach

dem Bericht des IFT München „Cannabisbezogene Störungen:

Umfang, Behandlungsbedarf und Behandlungsangebot in

Deutschland“ bei allen Zugangswegen in etwa gleichem Maße

zu. Die Hypothese, dass der Anstieg der Hilfesuchenden bei

Cannabisproblemen in den Beratungsstellen vor allem auf verstärkten

Druck aus Justiz und sozialer Verwaltung zurückzuführen

ist, konnte nicht bestätigt werden.«

Das Verbot des Umgangs mit Cannabis begründet die Drogenbeauftragte

mit »historischen und gesellschaftlichen Gründen«

und nicht auf Basis der Gefährlichkeit der Substanz. Damit argumentiert

sie wie das Bundesverfassungsgericht vor mehr als

einem halben Jahrhundert in einer anderen Sache, nämlich in

Sachen homosexuelle Betätigung. Geklagt hatte jemand gegen

das Verbot der homosexuellen Betätigung zwischen Männern

(§ 175 StGB) u.a. mit der folgenden Begründung: »Es fehle

ferner schlechthin jeder zureichende sachliche Grund dafür,

gleichgeschlechtliche Beziehungen zu bestrafen, falls nicht besondere

Erschwerungsgründe hinzutreten, denn durch gleichgeschlechtliche

Beziehungen als solche werde ein öffentliches

Interesse nicht verletzt. Die Bestrafung der männlichen Homosexualität

sei also willkürlich und verstoße dadurch auch gegen

den allgemeinen Gleichheitssatz des Art. 3 Abs. 1 GG.«

Am 10. Mai 1957 stellte der erste Senat des Bundesverfassungsgerichtes

fest, dass homosexuelle Betätigung gegen das

Sittengesetz verstoße. Wörtlich heißt es in dem Urteil (Bverf-

GE 6, 389): »Die §§ 175 f. StGB verstoßen auch nicht gegen das

Grundrecht auf die freie Entfaltung der Persönlichkeit (Art. 2

Abs. 1 GG), da homosexuelle Betätigung gegen das Sittengesetz

verstößt und nicht eindeutig festgestellt werden kann, dass jedes

öffentliche Interesse an ihrer Bestrafung fehlt.« In Absatz 55

des Urteils heißt es dann: »Die besondere Gefährdung sei demnach

direkt in dem charakteristischen Lusterleben der männlichen

Sexualität zu suchen und als eine Gefahr der Akzentverschiebung

zugunsten des bloßen Lustgewinns zu bezeichnen.

[…] Aus der natürlichen Ungleichartigkeit der Geschlechter

folge das stärkere Sexualbedürfnis des Mannes, das sich im

regulären Sexualverhalten z.B. in der Form der Promiskuität

und im Umkreis sexueller Verfehlungen als Perversion zeige.

Die geringe Beteiligung der männlichen Sexualität am Generativ-Vegetativen

gefährde den Mann stärker zum Verfall an

die Sinnlichkeit des Erlebens; die Frau sei wegen ihrer stärkeren

Beteiligung am Generativ-Vegetativen weniger gefährdet.«

Und in Absatz 80 heißt es dann »Eine Gefährdung sei stets dann

gegeben, wenn die Werbung für homosexuelle Betätigung oder

diese selbst in der Öffentlichkeit ausgeübt werde. Die stärkste

Gefährdung liege aber auf dem Gebiet der Verführung durch

ältere homosexuelle Personen.«

Erst am 23. November 1973 führte die sozialliberale Koalition

schließlich eine umfassende Reform des Sexualstrafrechts

durch. Der entsprechende Abschnitt im StGB wurde von »Verbrechen

und Vergehen wider die Sittlichkeit« in »Straftaten gegen

die sexuelle Selbstbestimmung« umbenannt. Ebenso wurde

der Begriff der Unzucht durch den der »sexuellen Handlungen«

ersetzt. Im § 175 blieb nur noch der Sex mit Minderjährigen als

qualifizierendes Merkmal zurück, wobei man das sogenannte

Schutzalter von 21 auf 18 Jahre absenkte. Erst am 11. Juni 1994

wurde der § 175 vollständig abgeschafft.

Inzwischen ist die Diskriminierung von Homosexuellen ein

Straftatbestand und das Bundesverfassungsgericht stellte am

17. Juli 2002 fest, das die gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft

verfassungskonform ist (BverfGE 105, 313): »Die Einführung

des Rechtsinstituts der eingetragenen Lebenspartnerschaft

für gleichgeschlechtliche Paare verletzt Art. 6 Abs. 1 GG nicht.

Der besondere Schutz der Ehe in Art. 6 Abs. 1 GG hindert den

Gesetzgeber nicht, für die gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft

Rechte und Pflichten vorzusehen, die denen der Ehe

gleich oder nahe kommen. Dem Institut der Ehe drohen keine

Einbußen durch ein Institut, das sich an Personen wendet, die

miteinander keine Ehe eingehen können.«

Die Tatsache, dass die homosexuelle Betätigung in Deutschland

verboten war, hatte in erster Linie historische und gesellschaftliche

Gründe. So war die Heterosexualität in unserer Kultur

akzeptiert, die Homosexualität nicht. Inzwischen hat die

Gesellschaft hierzulande verstanden, dass der Leitsatz von Artikel

4 der Menschenrechtserklärung vom 26. August 1789 »Die

Freiheit besteht darin, alles tun zu dürfen, was einem anderen

nicht schadet.« nicht nur für Heterosexuelle, sondern auch für

Lesben und Schwule zu gelten hat. Dass dieser Satz auch für

Kiffer zu gelten hat, will die Drogenbeauftragte partout nicht

einsehen und argumentiert wie die Richter vor einem halben

Jahrhundert.

Besonders ärgerlich dabei ist, dass sie dazu noch unaufrichtig

argumentiert. Die Behauptung, dass die Hypothese, der

Anstieg der Hilfesuchenden bei Cannabisproblemen in den

Beratungsstellen sei vor allem auf verstärkten Druck aus Justiz

und sozialer Verwaltung zurückzuführen, nicht bestätigt werden

konnte, ist sachlich falsch. Tatsache ist nämlich, dass von

den Personen, die eine Beratung wegen Cannabis aufsuchen,

nur etwa 15% diese freiwillig aufsuchen und alle anderen auf

Druck von Justiz, Polizei, Schule oder Elternhaus (Evaluierung

Landschaftsverband Westfalen-Lippe Januar bis Juni 2006).

Für die Drogenbeauftragte Dyckmans ist der Genuss von Haschisch

oder Gras offenbar aufgrund historischer Gründe gesellschaftlich

nicht akzeptabel. Wissenschaftliche Erkenntnisse

bezüglich der Gefährlichkeit von Drogen blendet sie bei der

Begründung des Verbotes völlig aus. Sie offenbart damit eine

krass konservative Haltung, die dem Geist einer freiheitlichen

Gesinnung in herausfordernde Weise widerspricht. Zudem ist

die Entscheidung zum Genuss von Haschisch oder Gras (und

die dazugehörigen Vorbereitungshandlungen) eine Frage der

Individualethik. Der Genuss von psychotropen Substanzen wie

Cannabis betrifft nur den Konsumenten selbst, er untersteht somit

nur individualethischen Regeln und entzieht sich folglich

als Verhalten des Einzelnen dem Recht als Regelung menschlicher

Beziehungen. Jedem Menschen einen großen Spielraum

einzuräumen, wie er sein Leben in eigener Verantwortung führen

will, ist Kennzeichen einer liberalen Rechtsordnung.

Mit der Begrenzung des Rechts auf eine Regelung der Beziehungen

zu anderen Menschen hängt ein Grundsatz des heutigen

Strafrechts zusammen: Nur ein Verhalten, das die Rechtsgüter

anderer Menschen oder einer ganzen Gruppe unmittelbar

beeinträchtigen könnte, kann strafwürdig sein. Es genügt dazu

nicht, dass die Mehrheit einer Gruppe, selbst eine kompakte

Mehrheit, ein Verhalten moralisch verurteilt. Damit wird dem

Strafrecht ethische Bedeutung nicht abgesprochen. Die Menschen

zu bewahren vor äußerlich zugefügtem Schaden an Leib

und Leben sowie Freiheit, Ehre und Eigentum, ist ebenfalls

eine Aufgabe der Ethik, jedoch nicht der Individual- sondern

der Sozialethik. Abgelehnt wird einzig die Auffassung, die Gebote

der Individualethik oder gar der Religion strafrechtlich zu

sichern. Ein Blick auf das Wirken der Inquisition oder das Wüten

des Strafrechts in totalitären Staaten zeigen, welche Irrwege

eröffnet werden, wenn das Strafrecht das Einhalten religiöser,

moralischer oder politischer Überzeugungen gewährleisten

soll.

Wir wissen‘s einfach besser - jeden Monat auf‘s Neue

#123 / 10.10

Zieh‘s Dir rein: www.hanfjournal.de


4 #123 / 10.10

#123 / 10.10 5

club med

weed news

Dr. med. Franjo Grotenhermen

Mitarbeiter des nova Institutes in Hürth bei Köln und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin (ACM). Ach was waren das für Zeiten ...

ie „taz“ oder das Berliner Stadtmagazin „Zitty“ haben ihren Leser/innen in den

...d1980er und 1990er Jahren regelmäßig einen Überblick über die aktuellen

Haschpreise verschafft. Damals kostete alles so um die 10 Mark, schlechtes Hasch

zwei Mark weniger, gutes zwei oder drei Mark mehr. Gras gab es in der heutigen Form

gar nicht, höchtens in Form von halb-feuchten, dunkelgrünen, schlecht beschnittenen und

gepressten Blüten aus Afrika oder Asien mit einem Samenanteil von 10-50% und dazu

ohne echte Wirkung.

Bei beiden Zeitungen ist die Kategorie dem Zeitgeist zum Opfer

gefallen, die Redakteur/innen/e und Mitarbeiter/innen kiffen heute

lieber heimlich. Seit der Umstellung der Konsumenten von importiertem

Hasch zu in der EU angebautem Weed hat sich sehr

viel geändert. Nicht nur die Preise und der Repressionsdruck

sind höher, auch der Stellenwert von Cannabis in der Gesellschaft

hat sich geändert. Gras ist keine Hippie-Droge mehr, sondern eine

Alltagsdroge, die mehr als vier Millionen Menschen, der Großteil

von ihnen zur gelegentlichen Entspannung an Stelle von Alkohol,

nutzen. Last but not least sind die Beimischungen profitgie- profitgie-

PLZ: 2

KS: 9.5

KP: 9

G: ja

Quali:

PLZ: 1

KS: 10

KP: 7.7

G: ja

Quali:

riger Dealer immer dreister geworden und es ist mancherorts

kaum noch möglich, saubere Ware zu erhalten. PLZ: 4

KS: k.A.

KP: 6

G: nein

Quali:

PLZ: 3

KS: 14.5

KP: 8.5

G: nein

Quali:

Kürzlich habe ich ein Gutachten für einen jungen Mann

erstellt, dem wegen mangelnder Fahreignung der Führerschein

entzogen worden war, obwohl er völlig nüchtern

am Straßenverkehr teilgenommen hatte. Zwei Tage bevor er

von der Polizei angehalten worden war, habe er zuletzt zwei

Cannabiszigaretten geraucht. Er war sehr verwundert darüber,

dass etwa 40 Stunden später in seinem Blutserum THC in einer

Konzentration von immer noch 2,1 ng/ml (2 Nanogramm pro

Milliliter) nachweisbar war.

Er habe das Internet nach einer möglichen Erklärung durchsucht

und sei dabei auf eine Untersuchung gestoßen, nach der

sportliche Aktivität bzw. der Abbau von Fett das im Fettgewebe

abgelagerte THC freigeben und so noch lange nach dem letzten

Konsum zu einem erneuten Anstieg der THC-Konzentration

im Blut führen könne. Tatsächlich konnte ich diese Auffassung

in meinem Gutachten bestätigen.

Im konkreten Fall fuhr der Betroffene auf einem Roller zum

Training, als er von einem Kleintransporter aus dem Gleichgewicht

gebracht wurde, als dieser versuchte, die gemeinsam

befahrene Spur nur für sich zu beanspruchen. Die einzige Möglichkeit,

diese brenzlige Situation heil zu überstehen, bestand in

einer sofortigen Beschleunigung. Das führte dazu, dass er nicht

mehr rechtzeitig vor einer roten Ampel halten konnte. Dann

wurde er von der Polizei angehalten, die offenbar nur gesehen

hatte, dass er die rote Ampel überfahren hatte. Er wurde zur

Entnahme einer Blutprobe zur Untersuchung auf Drogenkonsum

auf die Polizeiwache mitgenommen. Dort dauerte es etwa

20 Minuten bis zum Eintreffen des Arztes. In dieser Zeit machte

er Kraftsport-Übungen (Liegestütze, etc.), um seinen Ärger

über die gesamte Situation besser zu bewältigen.

Doktor Hanf alias Lars Scheimann leidet an Tourette

sowie ADHS und ist seit Anfang 2009 Besitzer einer

Erlaubnis, seine Symptome mit Cannabis zu lindern.

Doktor Hanf - Lars Scheimann

liebe Hanf JournalLeserinnnen

und Leser,

bereits im Dezember

letzten Jahres

berichteten wir euch

von Marcel Knust,

einem Tourette Patienten,

der aufgrund

der zuvor verordnetenDronabinol-Therapie

eine Chance

haben sollte, in dieser

Gesellschaft Fuß

zu fassen.

Da jedoch die

zuständige Krankenkasse

die Übernahme

der Therapie-Kosten

bis zum

Tage der Sozialgerichtsentscheidung

im Oktober 2010

Der Arzt hat dann eine Blutprobe entnommen und einige

Tests durchgeführt. Er musste die Fingerspitzen bei geschlossenen

Augen zusammenführen, auf einer Linie gehen und

bei geschlossenen Augen einen Zeitraum von 30 Sekunden

abschätzen. Der Arzt stellte fest, dass er topfit war und die 30

Sekunden genau geschätzt hatte. Dann erhielt er seine Fahrzeugschlüssel,

seinen Führerschein und das Einverständnis zur

Weiterfahrt. Die Untersuchung des Blutes in einem Institut für

Rechtsmedizin ergab eine Konzentration von 2,1 ng/ml THC

und 7,6 ng/ml THC-COOH (THC-Carbonsäure). Daraufhin

wurde ihm von der Führerscheinstelle der Führerschein entzogen,

da wegen des Nachweises des Konsums von THC und der

nachgewiesenen Teilnahme am Straßenverkehr „die Nichteignung

gegeben“ sei, da „das erforderliche Trennungsvermögen“

nicht gewährleistet sei. Der Arztbericht zur Untersuchung war

übrigens bei der Polizei verloren gegangen und nicht mehr auffindbar.

Nach einer tierexperimentellen Untersuchung an der Universität

von Sydney aus dem Jahr 2009 kann Stress und akute Gewichtsabnahme

zu einem positiven Test auf THC lange nach

dem letzten Konsum führen. Die Studie wurde durch anekdotische

Berichte inspiriert, nach denen die THC-Konzentrationen

im Blut bei Menschen zunahmen, die in der jüngeren Zeit

keinen Cannabis konsumiert, jedoch starken Stress oder einen

schnellen Gewichtsverlust erlebt hatten.

Die Autoren zitieren das Beispiel eines Athleten, der geschworen

hatte, seit Monaten keinen Cannabis geraucht zu haben,

jedoch unmittelbar vor einem positiven Drogentest schnell 4

Kilogramm an Gewicht verloren zu haben.

In der Untersuchung erhielten Ratten mehrere Tage lang

THC. Die Gabe eines Stresshormons als auch ein 24-stündiger

Nahrungsentzug erhöhten die Blut-Konzentration von THC.

Die Autoren der Studie folgerten, dass ein Abbau von Fett die

Freisetzung von THC aus den Fettreserven zurück ins Blut verstärkt.

Schon wenige Minuten nach Beginn des Rauchens einer

Cannabiszigarette beträgt die THC-Konzentration im Blutserum

etwa 75 bis 250 ng/ml. Sie sinkt innerhalb von zwei bis

drei Stunden auf wenige Nanogramm pro Milliliter ab. Diese

schnelle Abnahme der THC-Konzentration im Blut beruht vor

allem auf einer Umverteilung von THC aus dem Blut in fettreiche

Gewebe. Dies liegt an der schlechten Wasserlösilichkeit

und der guten Löslichkeit in Fett bzw. Öl. Aus dem Fettgewebe

wird THC nur langsam wieder ins Blut abgegeben, sodass ein

THC-Konsum noch mehrere Tage oder sogar mehrere Wochen

nach dem letzten Konsum nachweisbar ist. Stress oder der Abbau

von Fett können offenbar die Freisetzung von THC aus dem

Fettgewebe beschleunigen. Im oben dargestellten Fall spricht

auch die sehr niedrige Konzentration der THC-Carbonsäure

dafür, dass es zu einer akuten Mobilisierung von THC aus dem

Fettgewebe durch die sportlichen Übungen gekommen war.

Denn normalerweise würde man bei einer Konzentration der

THC-COOH von nur 7,6 ng/ml eine THC-Konzentration von

unter 1 ng/ml erwarten. Ein Wert von 1 ng/ml ist die Grenze,

die allgemein toleriert wird.

Fazit: Wer einen Bluttest auf THC vor sich hat, sollte entgegen

mancher Empfehlung nicht viel Sport treiben, sondern hinsichtlich

sportlicher Aktivitäten besser zurückhaltend sein. Er sollte

lieber einen Beruhigungstee trinken und sich entspannen, um

das Ergebnis nicht zu den eigenen Ungunsten zu verfälschen.

Doktor-Hanfs Patienten Ecke 17

Tourette Patient erhält Dronabinol

Kostenzusage durch das Sozialgericht

verweigerte, konnte er nicht den ursprünglichen geplanten

Weg der Lehre und der anschließenden Übernahme in den Ausbildungsbetrieb

antreten. Zur Erinnerung; Ihm wurde das Benutzen

der Werkzeuge sowie der Maschinen, die üblicherweise

im Garten und Landschaftsbau eingesetzt werden, unter einer

erfolgreichen Dronabinol (THC) Therapie zugesagt und auch

ärztlich bescheinigt. Die damaligen Ausbilder sowie die behandelnde

Ärztin von Marcel konnten sich ein Bild davon machen,

wie erfolgreich die THC Therapie bei Marcel einschlug und

dass er diese Maschinen völlig Tic-frei bedienen konnte. Ohne

die Therapie mit Dronabinol wäre es unmöglich für Marcel,

mit diesen Hilfsmitteln umzugehen, da er unter sehr schweren

Tics litt und er sich sehr wahrscheinlich hätte verletzten können.

Doch auch dieses Argument ließ die Krankenkasse kalt

und Marcel musste gezwungenermaßen und ungewollt soziale

Bezüge in Anspruch nehmen, obwohl er viel lieber gearbeitet

hätte. Nach der zweiten Ablehnung der Krankenkasse begleitete

Lars (Doktor Hanf) ihn unter der Mithilfe seines Rechtsbeistandes

vor das zuständige Sozialgericht. Ein Vertreter der

gegnerischen Krankenversicherung war ebenfalls persönlich

anwesend. Marcel und seine kleine Familie, bestehend aus seiner

Ehefrau und seiner noch nicht einmal ein Jahr alten Tochter,

zwei Schöffen und einer Richterin die in der folgenden Stunde

über Recht und Unrecht, Gewissen und weiterer Lebensqualität

entscheiden sollte. Vor der Türe wartete ein Kamera-Team von

RTL, das über Ausgang der Entscheidung berichten sollte und

am Ende eine für Marcel lebenswichtig positive Urteilsverkündung

im Kasten hatte. Der gegnerische Vertreter der Krankenkasse

wollte mit üblichen Argumenten überzeugen, indem er

immer wieder darauf hinwies, dass es geeignete Medikamente

für das Tourette Syndrom gäbe. Aber die gibt es eben nicht.

Marcel hat genau wie Lars seine erfolgreiche Therapie längst

gefunden. Nachdem auch Lars sich nicht mehr zurückhalten

konnte und Umstände aus seinen eigenen Erfahrungen erläuterte,

beriet sich die Richterin mit ihren Schöffen und vollzog

noch am selben Tag in dieser Stunde das so genannte Stuhlurteil,

das dazu geführt hat, dass Marcel nun seine THC Therapie

von seiner Krankenkasse bezahlt bekommt. Marcel eröffnete

bereits während seiner Phase des Hoffens und Bangens eine informative

Homepage für Patienten, auf der alle Informationen

über seine Geschichte nachzulesen sind (www.konzumenten.

de) . Desweiteren hat er sich vor kurzem selbstständig gemacht

und hat einen kleinen Laden, in dem er T-Shirts verkauft und

bedruckt. Es läuft gut für ihn und das freut uns sehr. Wieder ein

Beweis dafür, dass es sich lohnt zu kämpfen.

Wege entstehen, in dem man sie geht.

euer Doktor Hanf

All das hat natürlich natürlich auch direkte Auswirkungen auf Preis

und Verfügbarkeit von Cannabisprodukten im deutschsprachigen

Raum. Wir haben die Einsendungen nach fünf

Kriterien sortiert:

• Postleitzahl.

• Qualität

(Subjektive Einschätzung des/r Einsenderin/s)

• Kaufort öffentlich oder privat?

• Gestreckt oder nicht.

(Subjektive Einschätzung des/r Einsenderin/s)

• Preis.

Innerhalb der vergangenen zwei Monate haben

wir dann erfreulicherweise eine Menge Einsendungen

erhalten, die uns die Arbeit erleichtert

haben.

Nach unserer Auswertung stand dann viel auf dem

Papier, das wir vorher so erwartet hatten:

• Die Preise sind in den letzten Jahren stark

angestiegen.

• Dort, wo der Repressionsdruck hoch ist,

sind die Preise höher.

• Es gibt ein Nord-Süd Gefälle, im Norden ist

Cannabis günstiger.

• Es gibt kaum noch Haschisch, nur jede zehnte

Einsendung konnte dazu überhaupt Angaben

machen.

PLZ: 5

KS: k.A.

KP: 7.5

G: nein

Quali:

Was wir nicht erwartet hätten, sind die vielen Streckmittelmeldungen

aus Gegenden, wo Gras eigentlich leicht

verfügbar ist, selbst in Berlin und Hamburg klagen viele Menschen

über Nebenwirkungen von augenscheinlich gestrecktem Gras,

die sie bei sauberem Ganja nicht kennen.

Wir haben versucht, die Einsendungen grafisch in einer Drei-Länder

(Österreich, Schweiz, Deutschland)-Karte darzustellen, wobei wir für

die Richtigkeit der Angaben keine Gewähr übernehmen können ;-).

Wie versprochen haben wir an drei Einsender je einen

Überraschungspreis im Werte von 50 Euro verlost:

Die Gewinner von

• 1x „Grow-Boost-Package“ mit Wuchs und

Blütebooster von BioNova (BN-X-Cel) und Atami

(Bloombastic)

• 1x „Safe Set“: 2 Pakete CleanUrin +

Spezialunterhose von CleanU

• 1x Vapong Vaporizer & 1x

Seyfrieds Cannabis Playing

SCHWEIZ

Cards

KS: k.A.

KP: 7

wurden bereits per e-mail

G: ja

benachrichtigt.

Quali:

PLZ: 6

KS: 10

KP: 7

G: nein

Quali:

PLZ: 7

KS: k.A.

KP: 10

G: ja

Quali:

PLZ: 9

KS: k.A.

KP: 10

G: ja

Quali:

PLZ: 8

KS: k.A.

KP: 9.5

G: ja

Quali:

ÖSTERREICH

KS: k.A.

KP: 10

G: nein

Quali: k.A.

PLZ: 0

KS: 10

KP: 8

G: ja

Quali:

LEGENDE

PLZ: Postleitzahl

KP: Kurs privat Ø €/g

KS: Kurs Straße Ø €/g

G: gestreckt ja/nein

Quali: max.


6

news

A - Hanf im Salzburger Nashorngehege

Grünen-Stadtrat fordert zweite Chance für Tierpfleger-

Hanfbauern

Laut einem Bericht der „Salzburger Krone“ duldeten die

Nashörner nur einen bestimmten Pfleger in ihrer Nähe. Der,

ganz pfiffig, nutzte diese Tatsache, um in einer abgelegen Ecke

des Geheges Weed anzubauen. Die goldenen Grower-Regel

„Reden ist Silber - Schweigen ist Gold“ hingegen kann er nicht

befolgt haben, denn anders hätten die Beamten seine Zucht

nicht enttarnt.

Nachdem der betroffene Pfleger zuerst fristlos gekündigt

worden war, setzte sich jetzt der Grünen Stadtrat Johann

Padutsch für eine „zweite Chance“ des Ertappten ein.

USA - Bierbrauer vs. Cannabis

Kalifornien: Alkohol-Dealer spenden 10.000 Dollar für

die Gegner von Gesetzesinitiative 19

Der Vorsitzende von SAFER, Mason Tvert, diskutiert auf CNN

über die Gesetzesinitiative 19, der zufolge Marihuana in Zukunft

ähnlich wie Alkohol behandelt würde. Die Debatte dreht

sich um die jüngste Spende in Höhe von 10.000 US$ der Alkoholindustrie

an die Gegner von „Proposition 19“. Ein so genannter

„Berater in Kommunikationsfragen“, also ein gemieteter

PR-Spezialist, vertritt die Position der Alkohollobby.

USA - Fünf Jahre Haft für Marc Emery

Hanfaktivist in Seattle verurteilt

Foto: Marc Emery

Nachdem er sich bereits im Mai schuldig bekannt hatte, Samen

in die USA versendet zu haben, wurde Marc Emery gemäß seines

Deals mit den US-Behörden kürzlich zu den erwarteten

fünf Jahren in einem US-Bundesgefängnis verurteilt. Richter

Ricardo S. Martinez schlug vor, Emery seinen eigenen Wünschen

entsprechend im Bundesgefängnis von Lompoc/ Kalifornien

unterzubringen.

Helft Marc, seine Haftzeit in Kanada absitzen zu dürfen.

cannabisculture.com/v2/content/2010/08/20/Worldwide-Rallies-

Free-Marc-Emery-Saturday-September-18

cannabisculture.com/v2/content/2010/09/10/Prince-Pot-Marc-

Emery-Sentenced-Five-Years-US-Prison

www.cannabisculture.com/SendMarcMail

UK - Cannabislizenz statt Prohibition?

Mitentdecker des THC-Moleküls fordert kontrollierte

Freigabe von Cannabisprodukten

Laut eines Artikels des „Telegraf“ fordert der Mitentdecker

des THC-Moleküls, Professor Roger Pertwee, eine Art

Hanfführerschein, deren Inhaber legal Cannabis erwerben

könnten, wenn sie über 21 Jahre seien und kein erkennbares

Risiko einer psychischen Erkrankung vorläge.

Zudem führt der Wissenschaftler zahlreiche Beispiele wie die

Streckmittelproblematik, fehlende Information bezüglich des

Wirkstoffgehalts oder die neu entstandene Grauzone für legale,

künstliche Cannabinoide an, die verdeutlichten, dass das Verbot

das Gefahrenpotenzial von Cannabis in jeder Hinsicht erhöhe.

Die Aussagen von Professor Pertwee haben in Großbritannien

die Aufmerksamkeit von Kollegen auf sich gezogen, da Pertwee

als der führende Cannabinoidspezialist gilt und weltweit auf

die längste und intensivste Forschungsarbeit sowie Ergebnisse

zurückgreifen kann.

www.telegraph.co.uk

USA - Gesetzesvorschlag

kriminalisiert Touristen

Meldung der Hanfplantage

Ein im Repräsentantenhaus (Kongress) vom texanischen Abgeordneten

Lamar Smith vorgebrachter Gesetzesvorschlag

macht die Drogengesetzreformer zu schaffen. Kritiker des sogenannten

„Gesetzes zur Eliminierung der sicheren Häfen des

Drogenhandels von 2010″ (Drug Trafficking Safe Harbor Elimination

Act of 2010) argumentieren damit, dass dieses Gesetz

Amerikaner dazu zwingen könnte, ihre verdrogten Trips nach

Amsterdam oder das Haschischprobieren in Marokko abzusagen.

„[Der Gesetzvorschlag] versucht die US-Strafverfolgungsbehörden zu

ermächtigen, jeden in den USA, der verdächtigt wird mit jemanden

anderen oder mehreren Personen zu konspirieren oder dabei hilft, an

einem Ort ausserhalb der Vereinigten Staaten eine Tat durchzuführen,

die nach dem US-Drogengesetz illegal wäre, so zu verfolgen, als

geschähe sie innerhalb der USA”, schreibt die Drug Policy Alliance

auf ihrer Facebook Seite. „Diese Strafen gelten auch, wenn

die verbotene Substanz in dem anderen Land unter irgendwelchen

Umständen legal ist.”

Weiterlesen? www.hanfplantage.de

CZ - Verlockend

Ein Gramm für den Parteieintritt

Einer Meldung der Tagesschau zu Folge hat ein nordböhmischer

Ortsverband der tschechischen Sozialdemokraten ein ganz

besonderes Mittel zur Mitgliederwerbung eingesetzt: Ein

Gramm Gras für jede/n, die/der in die Partei eintritt. Das

Angebot wurde jedoch nicht offiziell beworben, sondern

sollte über einen Mittelsmann an potenzielle Neu-Mitglieder

herangetragen werden: Da dieses Vorgehen aber selbst in

der liberalen Tschechischen Republik illegal ist, haben einige

Mitglieder entscheidende Sitzungspassagen auf Tonband

aufgezeichnet und der Polizei übergeben.

www.tagesschau.de/tschechien214.html

D - Das Cannabisverbot ist gefährlich

US-Bundesstaatsanwalt a.D. fordert grundlegende

Reformen

John McKay war vor nicht allzu langer Zeit noch damit beschäftigt,

Marc Emery in den USA wegen Samenhandels zu

verfolgen und schlussendlich hinter Gitter zu bringen.

Mittlerweile arbeitet er als Professor für Rechtswissenschaften

und hat das Cannabisverbot in einem Artikel der Seattle Times

für gescheitert erklärt:

„Ich rauche kein Gras. Und ich glaube sogar, dass viele Leute, die das

tun, Idioten sind. Das gilt gewiss auch für Marc Emery, den selbst

ernannten „Prince of Pot“ aus Kanada, den ich 2005 angeklagt habe,

weil er Marihuanasamen an jede/n, Männer, Frauen und Kinder, versendet

hat. Emery hat sich kürzlich schuldig bekannt und wird diesen

Monat in Seattle verurteilt, wo ihm fünf Jahre in einem US-Bundesgefängnis

bevorstehen. Wenn es je sein Anliegen war, die US-Marihuana-Politik

zu ändern, ist das Beste, was man (über ihn) sagen

kann, dass er den falschen Weg gewählt hat.

Als Emerys Strafverfolger und ehemaliger Bundesstaatsanwalt

scheue ich mich hingegen nicht, etwas auszusprechen, von dem ein

großer Teil meiner ehemaligen Kollegen weiß, dass es wahr ist: Unsere

Marihuana-Politik ist gefährlich und falsch, sie sollte durch den

Gesetzgeber geändert werden, um die öffentliche Sicherheit besser zu

gewährleisten.

Der Kongress hat verpasst zu realisieren, was viele bereits über das

Cannabis-Verbot sowie die Politik zu dessen Durchsetzung wissen:

Beides ist schlechterdings gescheitert“

D - Weshalb die Prohibition scheitert

Professor Quensel vom Schildower Kreis erklärt

seine Gründe für eine Wende in der Drogenpolitik

Professor Stephan Quensel ist Jurist und Soziologe. Er hat mehr

als 30 Jahre an der Universität Bremen über Drogen und Drogenpolitik

gelehrt und geforscht. Er hat darüber fünf Bücher

veröffentlicht, zuletzt im vergangenen Jahr das Buch „Wer

raucht, der stiehlt“, in dem er das Freizeit- und Drogenverhalten

von 4000 Schülerinnen und Schülern aus fünf europäischen

Städten untersucht. Herr Quensel ist auch Mitglied im Schildower

Kreis, einem Expertengremium, das sich für eine Wende

in der Drogenpolitik einsetzt und die Drogenprohibition für

gescheitert hält. In diesem Video erklärt er warum er dies tut.

Mehr unter:

www.youtube.com/watch?v=Kq2f8sqXLJQ

www.schildower-kreis.de

D - Guerilla: Hanfpflanzen

vor Polizeiakademie

#123 / 10.10

Es ist wieder Saison. Scherzkekse verlieren Hanfsamen

Die Badische Zeitung meldete am 4. September:

„Cannabis-Alarm in St. Georgen

Hundehaufen, Kippen, Scherben: Zu Füßen von Straßenbäumen lässt

sich allerlei finden. In Haslach gedeihen in solchen Biotopen sogar

Cannabis-Pflänzchen – und das unter den Augen der Polizei-Elite

von heute und morgen. (...) Zwischen Löwenzahn, Efeu und Gras lugen

verräterisch gezackte Blätter hervor. Hanf in der Lörracher Stra-

#123 / 10.10 7

news

Fortsetzung von Seite 6 ›››

ße. Zwei Setzlinge. Der eine unglaubliche 20 Zentimeter hoch, von

der Wurzel bis zur noch geschlossenen Blüte gemessen, daneben sein

halb so großer Bruder. Eine XXS-Cannabis-Plantage in aller Öffentlichkeit

– und das auch noch direkt vor der Nase der Ordnungsmacht.

Denn der sicher nicht dem Grünflächenamt gemeldete Freilandversuch

findet genau gegenüber der Akademie der baden-württembergischen

Polizei statt.“

Schicke Bilder liefert die Zeitung auch, inklusive Polizeieinsatz:

badische-zeitung.de/fotos-cannabis-pflaenzchen-werden-vernichtet

www - Neu bei Wikipedia: Proposition 19

Meldung der Hanfplantage

Der Hanfplantage ist aufgefallen, dass die deutschsprachige

Wikipedia noch gar keinen Eintrag zu dem Gesetzesvorschlag

19 in Kalifornien hat, der die Wähler des Bundesstaates Kalifornien,

USA, im November die Legalisierung von Cannabis in

bestimmten Rahmen abstimmen lässt. Ergänzungen im Sinne

der Enzyklopädie sind immer gerne gesehen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Proposition_19_%28Kalifornien%29

USA - Straflos in L.A.

Entkriminalisiert Kalifornien endgültig?

Kurz vor der Abstimmung über

eine komplette Legalisierung am

2. November diesen Jahres, hat

das kalifornische Unterhaus, die

„California State Assembly“ ein

Gesetz verabschiedet, das den

Besitz von weniger als einer Unze

(28,5 Gramm) Cannabis von einer

geringfügigen Straftat zu einer

Ordnungswidrigkeit umgestuft.

Das heißt, dass es zukünftig nur

noch einen Strafzettel für den

Besitz der dortigen „Geringen

Menge“ gibt, eine Strafanzeige und das bisher notwendige

darauffolgende Procedere (Gerichtsverhandlung, Anlegen

einer Akte usw.) entfallen.

Nachdem im Juni das Oberhaus, der Senat von Kalifornien, das

Gesetz bereits durchgewunken hatte, wird es nun Gouverneur

Arnold Schwarzenegger vorgelegt, der jetzt mit seiner

Unterschrift über ein Inkrafttreten entscheidet.

BRA - Cannabidiol nützlich bei

sozialer Angststörung

Neue Anwendungsgebiete möglich?

Eine kleine klinische Studie wurde an der Klinik für Psychiatrie

der Universität von Sao Paulo (Brasilien) mit 10 Patienten,

die an einer generalisierten sozialen Angststörung litten,

durchgeführt. In der ersten Sitzung erhielten die Teilnehmer

eine orale Dosis Cannabidiol (CBD) (400 mg) oder ein Placebo,

in einem doppelblinden Design. In der zweiten Sitzung erhielten

sie auf die gleiche Art und Weise das andere Präparat,

das sie nicht in der ersten Sitzung erhalten hatten. Während

jeder Sitzung wurde die regionale Hirndurchblutung in Ruhe

mittels einer etablierten Methodik gemessen (Single-Fotonen-

Emissions-Computertomografie, SPECT). Verglichen mit dem

Placebo war CBD mit einer signifikant verringerten subjektiven

Angst assoziiert. CBD verursachte auch Veränderungen

des regionalen zerebralen Blutflusses. Die Forscher folgerten,

dass „diese Ergebnisse nahe legen, dass CBD die Angst bei der SAS

[soziale Angststörung] reduziert, und dass dies mit Wirkungen auf

die Aktivität in limbischen und paralimbischen Hirnregionen einher

geht.“

Quelle: IACM, www.cannabis-med.org

UK - Cannabisextrakt wirkt auf Harnblase

Sativex wirksam bei Harnblasen-Funktionsstörungen

An Krankenhäusern in Großbritannien und Belgien wurden

135 Patienten mit multipler Sklerose und überaktiver Blase in

eine doppelblinde, placebokontrollierte Parallelgruppen-Studie

aufgenommen, um die Wirkung des Cannabisextrakts Sativex

zu untersuchen. Über einen Zeitraum von acht Wochen erhielten

sie entweder den Extrakt oder das Placebo. Es gab nur einen

geringen Unterschied zwischen dem Cannabisextrakt und dem

Placebo hinsichtlich des primären Endpunkts, die Reduzierung

der täglichen Anzahl der Urin-Inkontinenz-Episoden vom

Ausgangspunkt bis zum Ende der Therapie. Vier der sieben

sekundären Endpunkte wiesen signifikante Veränderungen zu

Gunsten von Sativex auf: die Zahl der nächtlichen Harnblasenentleerungen

(Leerungen), der allgemeine Harnblasenzustand,

die Zahl der Leerungen pro Tag und der allgemeine Eindruck

der Veränderung durch den Patienten. Die Autoren folgerten:

„Auch wenn der primäre Endpunkt keine statistische Signifikanz

erreichte, so folgern wir doch, dass Sativex einen gewissen Einfluss

auf die Symptome der überaktiven Blase bei Patienten mit MS hatte,

was Hinweise auf eine Verbesserung von Symptomen bei Harnblasen-

Dysfunktion bei diesen Personen liefert.“

Quelle: IACM, www.cannabis-med.org

E - Ruf nach Legalisierung

In Spaniens wichtigster Tageszeitung (El Pais) rief der ehemalige

Drogenbeauftragte des Landes, Araceli Manjon-Cabeza, zu

einem Ende der Drogen-Prohibition auf. Manjon-Cabezas

Ruf nach Legalisierung kommt nur eine Woche, nachdem

der ehemalige spanische Ministerpräsident Felipe Gonzalez

ebenfalls eine Drogen-Legalisierung forderte. „Prohibitionismus,

der zu Beginn des 20. Jahrhunderts in den Vereinigten Staaten

installiert wurde und durch dieses Land dem Rest des Planeten

aufgedrückt wurde, ist gescheitert“, schrieb Manjon-Cabeza. „Es

gibt eine Vielzahl rechtlicher und gesundheitlicher Gründe, die eine

Legalisierung nahe legen.“

Quelle: IACM, www.cannabis-med.org


8

guerilla growing

’Nough Niceness

Ein Interview mit Shantibaba

Zwei der besten Hanfzüchter der Welt haben sich 1996 mit Howard

Marks, alias Mr. Nice, zusammengetan, um die Mr.Nice

Seedbank zu gründen.

Der eine, Shantibaba, züchtet seit 1980 Cannabis und ist für legendäre

Sorten wie „White Family“ oder „G13“ verantwortlich, die er in

seiner Zeit als Besitzer von Greenhouse Seeds entwickelt hat.

Der andere, Neville Shoemaker, ist eine lebende Hanf-Legende. Er

gründete in den 1980er Jahren die erste Samenbank weltweit - die

Dutch Seed Bank, die von den späteren Besitzern in „Sensi Seed

Bank“ umgetauft werden sollte.

Heute arbeiten die beiden Cannabis-Veteranen Hand in Hand an

der Entwicklung von CBD-lastigen Varianten für die medizinische

Anwendung sowie der Züchtung von Sorten mit den intensivsten

Aromen und immer neuen Geschmackserlebnissen.

Ha Jo: Wie, wann und wo hast du angefangen,

Cannabisamen zu züchten?

Shantibaba: 1979/80 habe ich den ersten Growraum angelegt,

bei dem mein Vater mein Partner war. Das war damals in Mel-

Black Widow

bourne/Australien und hat die gesamte Doppelgarage unseres

Hauses in Anspruch genommen. Meine Leidenschaft fürs Growen

wuchs und wuchs und allmählich fing dann auch das Experimentieren

mit Landrassen, die ich von meinen zahlreichen

Auslandsreisen gesammelt hatte, an. So entstanden schon bald

neue Samen und Sorten. MULLUMBIMBY MADNESS (Anm.

d. Redaktion: Eine legendäre Sorte der 1980er Jahre aus Australien)

war eine der ersten Strains, mit denen ich zu tun hatte.

Seitdem habe ich diese Samen und spiele auch immer wieder

gerne mit ihnen ...

Ha Jo: Wie ist dann Mister Nice Seeds entstanden?

Shantibaba: 1996 stand ich einem Mann namens Howard

Marks gegenüber, der mich fragte, ob die Möglichkeit bestehe,

dass ein alter Haudegen wie er im Namen von „Mr. Nice“

irgendetwas für und mit Cannabissamen tun könne. Nachdem

ich sein Buch gelesen hatte, entschied ich mich, dass das der

Mann war, der neben Nevil mein Partner sein sollte. Beide sind

auf mr.nice.nl aktiv und Teil der Mister Nice Seedbank. Die Firma

war und ist in den Niederlanden registriert, nachdem ich

die Greenhouse Seed Company 1998 an Arjan verkauft hatte.

In diesem Jahr wurde ich in die Schweiz „abgeworben“, um

dort eine Firma für medizinisches Cannnabis zu gründen, da

Holland mehr oder weniger eine Art Coffeeshop-Erfahrung

darstellte.

Ha Jo: Ist Howard an der Zucht und Entwicklung

beteiligt?

Shantibaba: Nein, nur Nevil und ich. Howard vertritt uns sozusagen

in der Öffentlichkeit, ist unser Markenzeichen. Natürlich

probiert er alles von uns ein paar hundert mal, man kann

sagen, er ist insofern beteiligt, als dass er die Sorten in ausgereiften

Zustand testet.

.

Ha Jo: Wie viele Generationen benönigt man

durchschnittlich, einen stabilen, neuen Strain zu

züchten?

Shantibaba: Wenn alles wie geplant verläuft und die paar

hundert Hürden, die es zu überwinden gilt, problemlos genommen

werden, kann man es in fünf Generationen schaffen.

Indoor sind das zwei Jahre.

Ha Jo: Welche Eigenschaften, abgesehen von der Geduld,

zeichnen einen guten Breeder aus?

Shantibaba: Hauptsächlich die richtige Kombination und Auswahl

der Sorten, die er ganz alleine treffen muss. Nevil und ich

arbeiten immer mit Sorten, die wir wirklich bewundern und als

etwas Besonderes betrachten. Man kann es mit dem Bau eines

Hauses vergleichen. Wenn der Entwurf vielversprechend aussieht,

wird es gebaut. Aber es sind immer noch die Wahl und

Kombination der Sorten und das Gespür, die einen guten Hobbybreeder

von einem echten Könner unterscheiden.

Ha Jo: Was hältst du von Sorten mit drei, vier oder gar

fünf verschiedenen Phänotypen?

Shantibaba: So eine Sorte ist entweder absichtlich so gezüchtet

oder unfertig. Manchmal ist es schwer, beide Elternpflanzen im

Original zu bekommen, was die Stabilität der jeweiligen Sorte

reduziert, bis sie jemand wieder zurückkreuzt. Das wiederum

kann eine größere Anzahl möglicher Phänotypen hervorrufen.

Die meisten gekauften Samen, die solche Eigenschaften aufweisen,

sind polyhybrid und somit nicht stabil genug selektiert.

Ha Jo: Was hältst Du von feminisierten Samen?

Shantibaba: Wenn man weiß, dass ich für zahlreiche Hanffachzeitschriften

weltweit schreibe, ist es einfach, meine Einstellung

#123 / 10.10

Interview: KIMO - Fotos: Shantibaba, mrnice.nl

gegenüber dem Thema „feminisierte Samen“ zu erfahren: Ich

glaube, dass MNS der letzte wirkliche Breeder sein wird. Wir

betrachten feminisierte Samen nicht als Züchtung, für uns ist

es lediglich ein chemisch herbeigeführtes Ereignis, das etwas

hervorbringt, was der „Schaukelstuhl-Grower“ verlangt. Es ist

schnelles Geld für so genannte Samenbanken, hat aber nichts

mit dem Fortbestand oder der Verbesserung irgendeiner Pflanzenart

zu tun. Wenn das der einzige Fortschritt in der Zukunft

ist, wird in Zukunft eine Art McDonalds die Samenwelt ernähren.

Ha Jo: Das war eindeutig. Als Biologe weisst du auch

eine Menge über komplexere Vorgänge der Hanfpflanze.

Es gibt eine Menge Gerüchte darüber, wie man

Samen feminisiert und wenig Transparenz. Gibt es

eine „natürliche“ Methode, feminisierte Samen zu

züchten oder benötigt man immer Chemikalien wie

Silberthiosulfat?

Shantibaba: Für die Hersteller feminisierter Samen ist es einfacher

und zuverlässiger, Chemikalien wie Silberthiosulfat,

Gibberellinsäure oder ähnliche Stoffe zu verwenden. In der

Natur treten solche Veränderungen nur unter extremen Bedingungen

auf, hier jedoch wird das Merkmal der Zwittrigkeit

in eine Pflanze „hineingezüchtet“. Ein Merkmal, das die

Züchter seit den Anfängen der Cannabiszucht versucht haben,

nicht weiterzugeben. Die meisten, inklusive einiger so genannter

Samenbanken, die feminisierte Samen produzieren, scheinen

nicht wirklich zu verstehen, dass eine zu 100% männliche

Pflanze keine lebensfähige Pollen produziert, wenn sie umgepolt

wird. Deshalb neigen feminisierte Samen häufiger zum

Zwittern. Für so etwas stehen wir nicht, und es dient auch nicht

der Verbesserung der Eigenschaften eines Strains. Deshalb ist

es in meinen Augen keine gute Alternative für die Zukunft der

Samenzucht. Auch wir bieten Lösungen für Grower an, die

auf begrenztem Raum anbauen müssen und/oder nur nur blühende

Pflanzen haben wollen. Es handelt sich nicht um etwas,

wofür man Geschick oder Erfahrung braucht, eher um einen

neuen, kommerziellen Trend für Firmen und das schnelle Geld.

Es geht hier nicht um Sortenvielfalt.

Ha Jo: An welchem Projekt/welchem Strain arbeitest du

gerade?

Shantibaba: Eine kleine Gruppe gleich gesinnter Wissenschaftlter

und ich waren die vergangenen beiden Jahre damit

beschäftigt, einen Sorte mit medizinischen Eigenschaften zu

entwickeln. Man nennt uns die „CBD-Crew“ und wir werden

im Oktober in London mit unserem Projekt an die Öffentlichkeit

gehen. Aus diesem besonderen Anlass ist die Mr.Nice

Seedbank zum ersten Mal eine Kooperation mit einer anderen

Samenbank sowie verschiedenen anderen Firmen eingegangen.

Obwohl oder gerade weil wir wissen, dass es in diesem

Geschäft keine oder wenig Regularien, Standards oder Normen

gibt, versuchen wir eine Art Grundregelwerk zu erarbeiten, die

eine Sorte erfüllen muss, um sich „medizinisch“ nennen zu

dürfen. Unsere erste Sorte wird „The Remedy“ heißen.

Außerdem sind Neville und ich dabei, zusammen mit den

Mr.Nice Forum-Mitgliedern einen neuen Haze-Hybriden, den

wir „The Holy Grail“ getauft haben, zu entwickeln. Auch das

ist durch den weltweiten Support der Growergemeinde im Internet

sehr aufregend.

Ha Jo: „The Remedy“ enthält dann also die gleiche

Wirkstoffkombination wie Sativex, ist nur billiger?

Shantibaba: Ohne vor unserer Presseerklärung zuviel vorweg

zu nehmen: Es soll für Home- und Medical-Grower zugänglich

und erschwinglich sein und auch das Potential von Sativex ha-

›››

#123 / 10.10 9

guerilla growing

››› Fortsetzung von Seite 8: Nough Niceness

ben, wie wir hoffen. Im Unterschied zu Sativex kann es ohne

Vorurteile und finanzielle Hürden von denen angebaut, kontrolliert

und angewendet werden, die eine Alternative zu Fertigpräparaten

der Pharma-Unternehmen suchen. Man könnte

sagen, der Patient wird in der Lage sein, eine Pflanze zu wählen

oder gar (mit) zu entwickeln, die den speziellen Ansprüchen

seines Krankheitsbildes gerecht wird, und zudem in Bio-Qualität

gekauft und gezüchtet werden kann.

Ha Jo: In den meisten EU-Ländern sind nur synthetische

oder halbsynthetische Cannabinoide zur medizinischen

Behandlung zugelassen, pflanzliches Cannabis ist also

immer noch illegal.

In Kalifornien, den Niederlanden oder Kanada helfen

auch einige deiner Sorten, das Leid von Kranken legal

zu lindern. Was muss passieren, damit Du Deinen ersten

Samen verkaufen kannst, den ein Patient in Ländern

wie Großbritannien, Deutschland oder der Schweiz legal

anbauen kann?

Shantibaba: Wie bei allen Produkten müssen Daten gesammelt

werden, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen

und Versuchsreihen an Freiwilligen durchgeführt werden.

Aber um ehrlich zu sein: In einer botanisch genormtem Welt

existieren wir doch momentan gar nicht, praktisch werden wir

irgendwo anfangen und die direkte Zusammenarbeit mit denen

suchen, die am Programm teilnehmen wollen.

Ha Jo: In den 1990er Jahren wollte jeder möglichst hohe

THC-Werte haben. Worauf achtest Du heute, wenn Du

einen Strain für den/die Genießer/in kreierst?

Shantibaba: Mittlerweile geht es mir viel mehr um den Geschmack

und das Aroma. Wie ich feststellen musste, hat meine

eigene Entwicklung der 1990er Jahre, die „White Family“, später

sogar eher gegen mich gearbeitet. Ein hoher THC-Gehalt

birgt Gefahren, manches Gras ist einfach zu stark für viele Nut-

zer. Stärker heisst nicht immer besser, verschiedene Geschmäcker

und unterschiedliche Aromen hingegen schon.

Ha Jo: Seit ein paar Jahren ist es selbst für erfahrene

Grower schwer, bei der explosionsartigen Entwicklung

auf dem Samenmarkt den Überblick zu wahren.

Es gibt auch ein paar schwarze Schafe, die dem

ambitionierten Breeder oder Grower das Leben

schwer machen. Mal angenommen, es wäre überhaupt

irgendwie möglich: Sollte es Deiner Meinung nach

eine Art Regelwerk für Züchter geben, so wie ein

Copyright für Strains? Inklusive mehr Transparenz

bezüglich des Zuchtvorgangs, natürlich ohne die

„wahren“ Geheimnisse preiszugeben? Dann könnte

niemand mehr einen F2 als F5 deklarieren oder Sorten

„klauen“ Oder gar MNS-Samen feminisieren?

Shantibaba: Ich habe versucht, eine Gewerkschaft für Samenhersteller

zu gründen, indem ich verschiedene Samenfirmen an

eine Art runden Tisch eingeladen habe. Aber es ist eine seltsame

Industrie mit noch seltsameren Leuten im Hintergrund.

Es steht eine Menge auf dem Spiel, es gab auch für einige echt

negative Entwicklungen und Ereignisse. Auch tun alle so, als

handle es sich beim Breeden um irgendein großes Geheimnis

(vielleicht weil sie die Ursprünge nicht mehr kennen), was es

in Wirklichkeit gar nicht ist. Bei uns kann man nicht nur die

Sorte, sondern auch deren Entwicklung zurückverfolgen. Wir

wollen Growern helfen anstatt sie zu hemmen. Wir wissen, wo

unserer Samen herkommen, weil wir dorthin gereist sind, wo

sie herkommen. Das unterscheidet uns.

Ha Jo: Die Gerüchte über Gen-manipuliertes Gras

werden wohl nie aufhören. Kannst Du uns als Züchter

bestätigen, was wir eigentlich schon zu wissen glauben:

Es handelt sich um ein Gerücht, hohe THC-Gehalte sind

ausschließlich auf natürliche Selektion zurückzuführen?

Shantibaba: Es gibt bis heute weder Hinweise auf Gen-manipuliertes

Gras noch sind Bemühungen in dieser Hinsicht

für die Zukunft bekannt. Alle Eigenschaften sind auf natürliche

Auslese zurückzuführen. Das einzige, was der Mensch

gemacht hat, ist, spezielle Ereignisse in der Natur zu nutzen,

Landrassen in einem Indoor Raum zu kreuzen, die es aufgrund

der Entfernung voneinander in der Natur nicht gegeben hätte.

Keiner modifiziert die Gene der Hanfpflanze, Hanf ist so schon

eine gewinnbringende Pflanze, wieso sollte man das also tun?

Hohe oder niedrige THC-Werte können im selben Feld der

gleiche Sorte auftreten und hängen von vielen Faktoren wie

zum Beispiel Klima, Stress oder Lichtintensität ab. Die einzige

chemische Manipulation tritt bei der Herstellung feminisierter

Samen auf: Die Chemikalien dienen als Katalysator, sogar die

selbst blühenden Sorten sind ein natürliches Phänomen und

können, verglichen mit der chemischen Behandlung bei der Feminsierung,

einfach gezüchtet werden.

Ha Jo: Bitte vervollständige die beiden folgenden Sätze:

Ich bin stolz, dass ...

Shantibaba: ... die Mister Nice Seedbank ihrer ursprünglichen

Philosophie und Praxis treu bleibt: Der Produktion von hochqualitativen

Pflanzen, um der weltweiten Growergemeinde

weiterzuhelfen. Und natürlich darauf, dass ich mit Neville,

Howard und einer Gemeinschaft von exzellenten und ambitionierten

Growern weltweit zusammenarbeiten darf.

Ha Jo: Ich mag nicht, dass ...

Shantibaba: ... Politik, Liebe oder Religion mit hineingezogen

werden, wenn es um eine Bewertung einer Pflanze geht, die

schon lange da war, bevor es solche Dinge oder gar Menschen

gab.

Ha Jo: Vielen Dank für das Interview, alles Gute und

pass auf Dich auf.

Shantibaba: Grüße an die deutschen Grower, see you ...


#123 / 10.10 11

wirtschaft

leise lüften

Schallgedämmte Rohrventilatoren

Neu bei der Grow In AG

lästige Nebengeräusche sind häufige Begleiter des Pflanzenanbaus

@home, die viele Hobbygärtner zu umgehen

suchen, indem sie zu laute Lüfter mit nützlichen Hilfsmittel

wie Schalldämpfern oder schallgedämmten Abluftschläuchen

versehen, die die störende Geräuschkulisse deutlich senken.

Seit Neuestem bietet die Grow In AG schallgedämmte Rohrventilatoren

an, die selbst bei höchster Drehzahl nur ein leises

Surren von sich geben. Die neuen Lüfter können wahlweise

mit zwei Geschwindigkeitsstufen betrieben werden, je nach

Größe des Zuchtraums und der Lichtintensität. Außerdem

kann die Funktionseinheit mit zwei Handgriffen aus dem stabilen

PVC-Gehäuse herausgenommen werden, ohne dabei die

Schlauchanschlüsse zu demontieren. Das ist vor allen Dingen

bei Umbau- oder Umzugsarbeiten von immensem Vorteil.

Der schallgedämpfte Rohrlüfter wird mit einer praktischen

Wandhalterung geliefert und sollte auf jeden Fall von einem

Fachmann angeschlossen werden, da ein nicht fachgerechtes

Verkabeln bei diesem Modell zu einem Motorschaden führen

kann. Das Gerät ist nicht nur geräuscharm, es verbraucht zudem

wenig Strom: Im langsameren Modus braucht die kleinste

Hochwertige Cannabisprodukte

Direkt um die Ecke von unserem Messestand auf der

Cannabizz in Prag hatten sich die Jungs und Mädels

von Bayer & Romsy eingerichtet, und hier habe ich dann auch

meine letzten tschechischen Kronen auf den Kopf gehauen.

Für kalte Herbsttage und den bevorstehenden Winter gibt’s

für mich nämlich nichts Besseres als deren Cannabis Balsam

„Lipsticann“. Das Unternehmen Bayer Romsy beschäftigt sich

mit der Forschungs- und Entwicklungsarbeit, Herstellung und

dem Verkauf von hochqualitativen Hanfprodukten.

Aufmerksam ausgewählte Inhaltsstoffe bieten eine

ausgezeichnete Hilfe und spenden

lang anhaltende Feuchtigkeit

bei trockenen Lippen und

helfen bei der Heilung

aufgesprungener Lippen

und verhindern

Herpes. Es verleiht

ihnen ein gesundes

Aussehen und

schützt sie auch

vor Sonne und

rauem Klima. Neben

meinem Lieblings-Lippenbalsam

bekommt man auch

weitere einzigartige

Cannabisprodukte von Bayer

& Romsy in ihrem E-Shop

oder in Apotheken und ausgewählten

Shops in ganz Europa.

Bayer & Romsy s.r.o.

Sokolská 20

77900 Olomouc

Czech Republic

tel: +420 725 404 888

e-mail: shop@konopnamast.cz

www.konopnamast.cz

www.hemp-cosmetics.com

Ausführung bei einer Leistung von 180m³/h lediglich 18 W, der

schnelle Modus schlägt bei einer Leistung von 240m³/h auch

nur mit 24 W zu Buche. Die leisen Helfer für den Indooranbau

sind in allen handelsüblichen Leistungsstärken, von 180/240m³/

h für den Hobbybedarf bis hin zur 800 m³/h/1100 m³/h Ausführung

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Die neuen, superleisen Rohrlüfter gibt es ab 192,20 € im Ladengeschäft

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Berlin. Händleranfragen an die Grow In AG in der Flottenstr. 24c

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Modelle und viele andere Neuheiten gibt es auch online, zuverlässig

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Von Idealisten für Rauschkunden

Rauschkunde.net

Aus persönlicher Leidenschaft gab es schon lange innige

Kontakte zum Grow!-Shop in Darmstadt. Gefesselt von

den dort angebotenen Büchern entstand der Buchversand

Rauschkunde.net, der sich einzig und allein auf den Versand

von Büchern, CDs und DVDs zum Thema Rausch konzentriert.

Der Namen „Rauschkunde” wurde von Werner Pieper „ausgeliehen”,

der mit seinen Grüne-Kraft-Medienexperimenten die

Edition Rauschkunde herausgibt und für diese Sparte den Namen

geprägt hat. Die Grundidee ist, in einem Shop alle lieferbaren

Bücher zum Thema „Rausch” von vielen verschiedenen

Verlagen bestellen zu können, was in Deutschland einzigartig

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Kraft und Interessantes vom AT-Verlag. Dazu kommen noch

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Sowohl der Gross- als auch der Einzelhandel wird

abgedeckt, und für Lieferungen innerhalb Deutschlands an

Endkunden gibt es keine Versandkosten. Ausserdem wird dem

Zwischenhändler oder Headshop ein Rabatt von 35% und aufwärts

(je nach Höhe der Anfrage) angeboten. Der Buchversand

ist auch immer interessiert daran, mit weiteren Verlagen und

Händlern zu kooperieren. Das Angebot soll ständig erweitert

werden, um es so vollständig wie möglich zu gestalten. Hinweise

auf Titel, die im Rauschkunde-Sortiment noch fehlen,

werden gerne entgegen genommen. Klassische Bücher sind

auch in Zeiten von iPad, Kindl und Co. wichtige Informationsträger

in unserer Gesellschaft. Das soll und muss auch so bleiben.

Schaut doch einfach mal auf die Webseite und lasst euch

berauschen – von aufklärender und informativer Literatur.

Rauschkunde.net

Erbacher Str. 107

64287 Darmstadt

Tel: 06151- 4 28 91-0

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Rohrventilator - Foto: Grow In

Produktpalette - Foto: Bayer&Romsy

Rauschkunde Crew - rauschkunde.net


12 #123 / 10.10

#123 / 10.10 13

cooltour

cooltour

Rolys Silberscheiben des Monats 1000 Robota: UFO

Roland Grieshammer

(buback / indigo)

Various Artists: G.I. Disco

(The History of the Cold War’s hottest

80’s club music in West Germany)

(bbe music)

Also die Liebhaber von guter Musik

sollten inzwischen das Label „BBE Music“

auf dem Schirm haben. Da wird

kontinuierlich feinster Sound veröffentlicht, und für diesen Monat

möchte ich vier schicke Releases kurz erwähnen, bevor ich

auf das fünfte näher eingehe: Das Album „Elephancycle“ von

Bara Bröst (schwedisch: nackte Brüste - gleichnamiges neo-feministisches

Aktionsbündnis) werden die Fans von groovigem

Deep House und funkigem Techno feiern. „Legendary Rockin’

R&B” (im wahrsten Sinne) aus den 50er und frühen 60er Jahren

liefern uns Keb Darge & Little Edith, während DJ Spinna

& BBE Soundsystem mit „Strange Games & Funky Things 5“

die Freunde von 70’s Soul und Rare Grooves glücklich machen

und die Sick Girls auf „Revolution N°5“ mit wilden Sick Tricks

& Urban Bass die Membranen wackeln lassen. Das breiteste

Grinsen in mein B-Boy-Gesicht zaubern mir allerdings Kalle

Kuts & Daniel W. Best mit ihrer „G.I. Disco“ und dem Sound,

der hierzulande in den späten 70er, 80er und frühen 90er Jahren

immer zuerst im US Army Radiosender AFN sowie den

Clubs der in Deutschland stationierten US Soldaten zu hören

war. Nicht zufällig entwickelten sich viele der westdeutschen

Städte wie Westberlin, Frankfurt a.M., Stuttgart oder meine

Geburtsstadt Heidelberg sowohl zu Mekkas für DJs und Feierwütige,

als auch zu Keimzellen neuer Musikrichtungen wie

Techno oder deutschem Rap. Diese exzellenten Tunes zwischen

Soul, Funk, R&B und Disco von Timex Social Club, Freeez, BB

& Q Band, The O’Jays, Surface, The Cool Notes sowie Wish ft.

Fonda Rae haben meine Kindheit sehr geprägt und zeigen den

Einfluss der G.I.s auf die Popkultur der 80er Jahre. Historisch

interessant und nach wie vor unheimlich groovy!

www.gidisco.de

www.bbemusic.com

Hjaltalín: Terminal

(kimi records)

Glückliches Island! Kaum ein Jahr vergeht,

ohne dass uns die talentreiche Atlantikinsel

mit frischen Künstlern und

vielversprechenden Bands versorgt. Ihr

bejubeltes 2007er Debutalbum „Sleepdrunk

Seasons“ wurde von Benni Hemm Hemm und Gunni

Zynes von múm produziert und brachte es auf Gold in Island.

Ihr zweites Album nahm die siebenköpfige Band Hjaltalín mit

aufwendiger Orchesterbesetzung in einem alten Kaufhaus in

der Nähe von Reykjavíks Hafen und im Hljóðriti Studio (Islands

ältestes und berühmtestes Studio) auf. Wieder gab es

Gold und „Terminal“ wurde von zahlreichen Kritikern in ihrer

Heimat wie auch Islands grösster Tageszeitung Fréttablaðið

zum besten Album gewählt – „a true masterpiece“ und „the

best Icelandic album in years“ hiess es. Nun erscheint „Terminal“

auch in Deutschland, und ich kann mich den Lobpreisungen

nur anschliessen. Wie eine Art Musical begeistert Hjaltalín

mit den bezaubernden Stimmen von Högni Egilsson und

Sigrídur Thorlacius sowie filmischen Orchesterarrangements,

die neben Gitarre (Högni Egilsson), Bass (Gudmundur Óskar

Gudmundssson) und Drums (Axel Haraldsson) durch Keyboard

(Hjörtur Ingvi Jóhansson), Violine (Viktor Orri Arnason)

und ein grandioses Fagott (Rebekka Bryndís Björnsdóttir) komplementiert

werden. Soul, exzellentes Crooning und umwerfende

Chöre sind omnipräsent und begeistern mich vor allem

in Songs wie „Suitcase Man“, „Sweet Impressions“, „Feels Like

Sugar“, „Song From Incidental Music“, „Montabone“, „Stay

By You“, „Sonnet For Matt“ und „Vanity Music“. Mit unglaublichen

Soundlandschaften und einem sympathischen Mix aus

Euphorie, Melancholie und Romantik nimmt das Septett den

Zuhörer von Sekunde 0 an gefangen und lässt ihn bis zum letzten

Ton nicht mehr los.

www.myspace.com/hjaltalinband

www.hjaltalinmusic.com

System: B

(rump recordings)

Die Nordlichter unserer Erde sind ja

bekannt für schwere Melodien und deepe

Electronica, ob das nun an den Temperaturen

oder an den kürzeren Tageszeiten

liegt, weiss ich immer noch nicht.

Aber gerade im Herbst kann ich mir nichts Schöneres vorstellen

als melancholische Musik aus Skandinavien, und da kommen

mir diese Dänen hier goldrichtig. Was die Elektroniker Thomas

Knak (Opiate), Jesper Skanning (Acustic) und Anders Remmer

(Dub Tractor) mit ihren Soloaktivitäten leisten, gebührt schon

allergrösster Anerkennung. Als „Future 3“ erschaffen sie bereits

seit 1994 aber auch zusammen eine wahrhaft hypnotische

Musik und zusammen mit Sängerin Sara Savery dürften sie

auch einigen als „People Press Play“ ein Begriff sein. Im Jahre

2002 erschien das erste Album unter dem Projektnamen „System“

mit gleichnamigem Titel auf ~scape, und selten klangen

digitale Delays derart kraftvoll natürlich. Nach ihrer ziemlich

dubsteppigen Tempo EP sind sie nun mit ihrem neuen Werk

mit „B“ zurück auf Rump Recordings. Stilistisch bewegen sich

die neun Tracks zwischen Ambient und Electronica, auch eine

Liebe zum Dub(step) wie in „Alpha“, „Well Blank“ und „Stanley“

sowie zu einer verrauschten Rhythmik sorgen für diese

wohlfühlige Wärme. Traumhafte Klangschaften wie „Drk“,

„Stars“, „Wouldn’t“ und „Meadow And Stuff“ sind der (!)

Soundtrack für meine Lieblingsjahreszeit. Spätestens jetzt verstehe

ich, warum Björk mit Thomas Knak für zwei gemeinsame

Produktionen zusammengearbeitet hat. Mit den Jungs würde

ich jetzt auch gerne Kastanien sammeln. Herbst Vibes!

www.myspace.com/cphsystem

www.rump-recordings.dk

Gonjasufi:

The Caliph’s Tea Party

(warp records)

Nachdem der Sohn koptischer Christen

die Bekanntschaft mit dem Islam, insbesondere

mit dessen mystischer Strömung,

dem Sufismus, macht, nennt er

sich Gonjasufi, lässt sich zum Yogi ausbilden und erteilt Yoga-

Unterricht. Inzwischen schwärmen Flying Lotus, J Dilla-Buddy

Mainframe und The Gaslamp Killer von der Stimme des dreadgelockten

Ex-Rappers und beteiligten sich an seinem Debüt „A

Sufi And A Killer“, welches im Frühjahr bereits auf Warp erschien

und als „psychedelischer Electro-Hop-Ethno-Blend mit

Ritualgesängen“ gefeiert wurde. Unter dem Titel „The Caliph’s

Tea Party” folgt nun eine hervorragende Remixversion dieses

Werks, die sich anhört wie ein neues Studioalbum. Gonjasufi,

der sich auf der Flucht vor Polizeiwillkür und Repression in die

Abgeschiedenheit der Mojave Wüste zurückzog, hat eine Schar

von Künstlern in seine musikalische Welt eingeladen. Mark

Pritchard beschwört Ennio Morricone mit einer epischen, dystopischen

Orchestrierung auf seinem Remix von „Ancestors“

ohne dabei die Gravität der originalen Produktion von Flying

Lotus zu verlieren. Für weitere brilliante Bearbeitungen sorgen

u.a. Bibio, Dam Mantle, Jeremiah Jae, MRR, Shlomo und Hezus.

Das Herzstück liefern Broadcast & The Focus Group mit dem

Titeltrack, einer Neuinterpretation von „DedNd“, die wie eine

Suite aus übereinander geschichteten Kompositionen und radiophonischen

Übertragungen im Stil der BBC der 60er erklingt.

Gonjasufi ist mit Sicherheit die aussergewöhnlichste neue Stimme

des Jahres in einer weiten musikalischen Landschaft, die

sich fortwährend Klassifizierungen entzieht. Warp beglückt

mich wieder mit dieser subtil mechanisierten Melancholie.

www.myspace.com/gonjasufi

www.sufisays.com

Various: Sync:Saphir LP

(sync:saphir records)

Die beiden deutschen Drum’n’Bass Labels

Blu Saphir und Syncopix Records

bündeln die Kräfte und haben das gemeinsame

neue Label „BluSync“ gegründet.

Die Soundphilosophie von DJ

Rome aus Wien und Syncopix aus Hamburg switcht irgendwo

zwischen minimalem Drum’n’Bass und dem, was mal als Liquid

bezeichnet wurde. Da ich diese ganzen Etiketten schon

seit Jahren nicht wirklich förderlich finde, sei dem geneigten

Leser dieser Rezension gesagt, dass es sich hier um eine liebevoll

gestaltete Compilation handelt, die das deepe und experimentelle

Spektrum abdeckt. Der rote Faden liegt auf konsequenter

musikalischer Innovation und einem Höchstmass an

Qualität der Produktionen, die zu einem grossen Teil von russischen

Künstlern arrangiert wurden. Neben Electrosoul System,

Implex, Sobersoul, Mr. Sizef und Paul B ist vor allem der

22jährige Enei aus St. Petersburg ein grosses Talent. Inzwischen

ist er auf Med School gesigned und hier zeigt er mit seinen dynamischen

Tracks „Brick“ und „Right On“, warum man sicherlich

auch in Zukunft noch einiges von ihm hören wird. Der verträumte

Opener „Seven Tones Of Romantic“ erwärmt das Herz

ebenso wie Henree’s kickender Remix von Electrosoul System’s

„Fun“ und Edward Oberon’s souliges „Ain’t It Funny“. Meine

Lieblingstracks aufgrund ihrer Vibes kommen allerdings von

Bionic1 und Joe Syntax. In einem Interview sagte DJ Rome:

„Ich finde es sehr schade, das viele Leute immer nur auf einen

spezifischen Style abfahren und Drum’n’Bass nicht als Ganzes

akzeptieren. Meiner Meinung nach ist es definitiv das, was der

Szene am meisten schadet.“ Word – also freut euch auf ein Ausnahmealbum,

das mit Leichtigkeit alle Genregrenzen hinter

sich lässt. Für mich ist es Jungle mit Herzblut und Seele.

www.myspace.com/syncsaphir

www.grooveattack.com

›››

›››Rolys Silberscheiben des Monats - Fortsetzung

Im Jahre 2008 war das damals knapp

volljährige Trio aus Hamburg trotz oder

gerade wegen seiner deutschen Texte

plötzlich ein kleiner Hype in London,

bejubelt vom New Musical Express und

auf eine Stufe gehoben mit Gang Of Four und anderen Königen

des Postpunk. Nach ihrer EP mit dem überaus shirtkompatiblen

Titel „Hamburg brennt“ und dem jugendlich aggressiven

Parolen-Album „Du nicht er nicht sie nicht” wechselten Anton

Spielmann und seine Kollegen zur Hamburger Indie-Institution

Buback und haben mit Mense Reents und Ted Gaier von

den Goldenen Zitronen den Nachfolger „UFO“ produziert.

Distanziert und erbarmungslos schmettern 1000 Robota dem

Zuhörer in zehn Songs ihre wütenden Gedanken entgegen.

„UFO“ ist ein cleveres Spiel mit Postpunk- und Krautrockreferenzen,

das Wiederholungen und Instrumentalpassagen zulässt,

um plötzlich doch düstere Killerhooklines zu servieren

– „Guten Menschen kommen oft die Tränen“. Die Jungs spielen

mit der Erwartungshaltung, lassen Aussagen aus, wenn sie erwartet

werden, und sprechen Klartext, wenn die Musik runterfährt

– „Verneinen ist einfach und Einsicht ist schwer“. Beim

finalen Song „Alter Mann“ setzt sich Spielmann mit der Angst

auseinander, eines Tages die Wut zu verlieren, die seine Musik

befeuert. Man hat das Gefühl, das Album wäre vor 30 Jahren

produziert worden, und da ich die Musik der frühen Achtziger

sehr schätze, ist das als Kompliment gemeint. Auch der viel zu

früh verstorbene Joy Division-Sänger Ian Curtis hätte seine helle

Freude an dieser blutjungen Band. Druckvoll, spielfreudig

und verstörend.

www.myspace.com/1000robota

www.1000robota.com

Le Fly: St.Pauli Tanzmusik

(lacrima records)

Nicht nur als langjähriger Fan des 1.FC

Köln pflege ich seit fast 30 Jahren eine

innige Freundschaft zu St.Pauli. Vor gut

zehn Jahren wäre ich fast selbst dort hingezogen,

und über den Wiederaufstieg

zum 100. Jubiläum habe ich mich mindestens so gefreut wie

die Jungs von Le Fly, die am 9.Mai 2010 mit als 50.000 St. Paulianern

auf dem Spielbudenplatz die Aufstiegsfeier ‚ihres’ Fussballclubs

mit einem Mördergig feierten. Seit 2005 begeistern

die sechs Mucker- und Schlucker-erfahrenen Schnacker mit

dem süffisant norddeutschen Schalk im Augenwinkel das Publikum

auf Festivals und in den Clubs. „St. Pauli Tanzmusik“

ist eine schrille Mischung aus Schnaps, Qualm und Konfetti

bzw. ein Clash aus Rock, HipHop, Reggae, Funk und Punk mit

einer Portion Turntablism. 15 Kracherpeitschen plus der nicht

weniger stimmungsvolle Bonustrack „We Love FC St.Pauli“

sorgen für einen abrissartigen High-Energy-Irrsinn. Dort, wo

sich Hamburgs Glamour und Schmutz so selbstverständlich

mischen wie die Körpersäfte der Herbertstrassen-Freier mit

denen ihrer auserwählten Kurzbegleiterinnen, mischen sich

wild und ironisch ihre deutschen, englischen und spanischen

Texte auf Songs wie „Fliegen“, „Suck It Or Lick It“ und „Uh

Girl“ oder Rap-Ska-Raketen wie „No Tan Solo“, „Weiter“ und

„Face On The Cover“ mit einem Humor, dem sie selbst attestieren,

„angenehm bescheuert“ zu sein. Mit „St. Pauli Tanzmusik“

haben die Jungs eine knackig-spackige Trümmer-Platte

zusammengejammt. Mit Melodien, die man auch nach einem

St. Pauli-Auswärtssieg noch rückwärts schunkeln kann – aber

nicht gegen Köln ;-)

www.myspace.com/fliegmitlefly

www.lefly.de

V.A.: Pacha Flower Power

(pacha recordings)

Als ich diese Doppel-CD zugeschickt

bekam, dachte ich zuerst, sie wäre falsch

adressiert worden. Diese Hippiemucke

ist nun wirklich nicht mein Genre, aber

ich bin ja musikalisch aufgeschlossen.

„Dabei geht es nicht um Nostalgie, sondern um einen ganz

besonderen Spirit“, sagt DJ Piti, also hören wir doch mal rein.

- Ende der 60er tanzten Blumenkinder auf Ibiza zu Beat, Folk

und Psychedelic Rock bei den „Flower Power“ Clubnächten im

legendären Pacha. Ur-Hippies und Aussteiger mit bemalten

VW-Bussen träumten am Mittelmeer von einem alternativen

Leben. Disco sollte erst ein Jahrzehnt später erfunden werden.

Eingebettet in die Nightclubbing-Szenerie von heute gibt’s diese

farbenfrohen Happenings, zu denen die Leute in spektakulären

Outfits kommen, inzwischen wieder sieben Mal im Jahr.

Und diese Compilation von DJ Piti ist eine Hommage an dieses

Happy Hippie Fiesta Party-Konzept. Die Supremes und die

lustigen Beach Boys habe ich selbst mehrfach auf Vinyl, aber

überraschenderweise habe ich hier auch mit Klassikern wie

„Mr. Tambourine Man“, „California Dreamin“, „Will You Love

Me Tomorrow“, „Runaway”, „The Wanderer“, „C’mon Everybody“,

„Great Balls Of Fire“, „The Locomotion“, „Do Wah

Diddy Diddy“, „Shout“, „Wild Thing“, „Get It On”, „Keep On

Running”, „I Got You”, „Sweet Soul Music”, „War”, „Don’t Let

Me Be Misunderstood” und „Papa Was A Rolling Stone”, die

wohl den Geist von „Flower Power“ am besten vermitteln, eine

ziemlich amüsante Zeit. Ja, es lebt noch, das Hippie-Ibiza. Also

rein in die Schlaghosen und auf eine Zeitreise in die 70er!

www.yamabooki.com

www.pacha.com

Various:

Best Of Bossa Lounge Vol. 2

(chet records)

Schon bei der ersten Folge dieser Compilation-Serie

war ich sehr überrascht,

wie gut Cover-Versionen eigentlich klingen

können, vor allem wenn ich Fan vom

Original bin. Es gibt ja oft nichts Schlimmeres, wenn aus einer

guten Pop-Ballade ein belangloses HipHop-Remake entsteht

oder wenn ein Rock-Klassiker unter die Techno-Trash-Fittiche

genommen wird. Die vorliegende Doppel-CD „Best Of Bossa

Lounge Vol. 2“ setzt dagegen inhaltlich erneut auf 40 grosse

Klassiker der Popgeschichte im entspannten Bossa-Gewand.

Sämtliche Titel stammen auch diesmal aus den Studios des argentinischen

Produzenten Miko Jackson, dem Mastermind der

Fusionsalben „Bossa N Marley“, „Bossa N Roses“ oder „Jazz

n 80s“, die sich weltweit millionenfach verkauft haben. Neben

ausgewählten Songs aus den 70ern und 90ern freue ich mich

natürlich ganz besonders über die gefühlvoll und erotisch interpretierten

Kompositionen der 80er Jahre. Was im Untertitel

bereits mit „jazzy flavoured“ versprochen wird, swingt sehr angenehm

in unvergesslichen Songs wie „New Year’s Day“ (U2),

„Boys Don’t Cry“ (The Cure), Don’t You Want Me“ (Human

League), Da Ya Think I’m Sexy“ (Rod Stewart), „Material Girl“

(Madonna), „Hungry Like The Wolf“ (Duran Duran), „Beat

It“ (Michael Jackson), „Shout“ (Tears For Fears), „Think For A

Minute” (Housemartins) oder auch „99 Red Balloons” (Nena).

Coole Kaffeehausmusik, die den Originalen den nötigen Respekt

erweist und doch eigenständig, mit neuen Impulsen und

unglaublich stilvoll zu gefallen weiss. Supersinnlicher Sound!

www.chet-records.de

www.groove-attack.com

Dubmatix: System Shakedown

Dubblestandart: Marijuana Dreams

(echo beach / collision)

Das Label Echo Beach bürgt immer

wieder für hochwertige Releaes und

mischt gerade wieder die zeitgenössische

Dub-Szene mit zwei sehr empfehlenswerten

Alben auf: Der Kanadier Jesse King alias Dubmatix

bietet auf seinem vierten Album „System Shakedown“ einen

vielfältigen Mix aus fanfarenartigen Bläsersätzen und fetten

Old School Riddims, auf denen sich zahlreiche Gastvokalisten

das Mikro in die Hand geben. Im ersten Track fordert Kulcha

Ites den Hörer auf, den „Wobble Webble” zu tanzen, bevor man

in Omar Perry’s „Dem Mo Like It“ auf Drum’n’Bass steppen

kann. Rub-A-Dub Style gibt’s mit „Rough Likkle Sound“ von

Brother Culture, während Jay Douglas in „Celebrate My Love“

den Rough Out Riddim veredelt. Auch die guten Ragga Twins

und Ammoye zeigen mal wieder, wie cool und experimentierfreudig

sie sind. Textlich überzeugt „Struggle“, in dem Dennis

Alcapone von steinigen Wegen singt, die es im Leben zu meistern

gilt. U Brown’s „Whatchya Gonna Do?“ drückt mit dickem

Drum’n’Bass, bevor am Ende noch dem traditionellen Rootsdub

gehuldigt wird. – Mindestens genauso gut gefällt mir das

neue, mittlerweile zwölfte Dubblestandart Album „Marijuana

Dreams“, das auf dem Sublabel Collision erscheint. Tracks wie

„They Became One“, Build To Last Dub“, „Saints Go Marchin’

Through All The Popular Tunes“, „Vampire Informer” (Dub)

und „Marijuana Dreams“ führen den Zuhörer in einen angenehmen

Zustand der Schwerelosigkeit. Zusammen mit Anthony

B, Elephant Man, Lee „Scratch“ Perry sowie den einzigartigen

Spoken Word Performances von Filmregisseur David

Lynch und Poet/Schriftsteller William S. Burroughs sorgen die

Wiener Soundtüftler hier für einen sehr spacigen 21 Century

Dub Showcase par excellence.

www.dubmatix.com

www.dubblestandart.com

Wir wissen‘s einfach besser...

www.hanfjournal.de


14

cooltour

>> DVD - Polit-Thriller

V.A.: Babylon Central –

A Film By Eric Hilton Of Thievery Corporation

“ Die

esl music

Wurzel meiner Inspiration

hat immer schon

darin gelegen, sich so weit wie

möglich auszubreiten und zu

schauen, was aktuell auf der

Welt los ist”, beschreibt Eric

Hilton den Ausgangspunkt

seines kreativen Schaffens. Er

ist Mitglied des bekannten

und allseits beliebten US-amerikanischen

Downbeat-Duos

Thievery Corporation und veröffentlicht in diesem Jahr sein

Filmdebüt. Bereits im Juli feierte das Werk in den Vereinigten

Staaten und Kanada Premiere, in Deutschland wird es im

Herbst in ausgewählten Kinos zu sehen sein. „Babylon Central“

ist eine fiktive Geschichte, die Eric Hilton gemeinsam mit

Philip Hawken vor vier Jahren zu einem Drehbuch ausgearbeitet

hat. „Babylon ist ein Begriff der Rastafaris für das herrschende,

westliche Gesellschaftssystem, das oft als korrupt und

unterdrückend wahrgenommen wird. Und Washington, D.C.,

der Schauplatz von ‚Babylon Central’, repräsentiert für viele

Menschen genau dieses System“, erklärt Hilton den Babylon-

Begriff im Titel seines Independent-Films. Darin geht es um

Sebastian James (Joe Steger), der tagsüber als Kurierfahrer arbeitet

und nachts als DJ tätig ist. Als Seb eines Tages vergisst,

eine wichtige Sendung zu überbringen, findet er sich plötzlich

ungewollt als Figur in einem Machtkampf um wirtschaftliche

Interessen mit einem arabischen Öl-Prinzen (amr Mounib) wieder.

Als Seb sich dann auch noch in die hübsche und emanzipierte

Tochter des Prinzen (Neda Zaharie) verliebt und sein

Freund und DJ Partner in die Fronten des hochexplosiven Konflikts

gerät, werden die Steuermechanismen des modernen Babylons

schamlos aufgedeckt - und damit wird plötzlich das

gesamte US-Imperium in Frage gestellt. Ein wesentlicher Bestandteil

zum Gelingen dieses bewegenden Polit-Thrillers ist

nicht zuletzt der beeindruckende Soundtrack, der zusammen

mit der DVD auf einer Extra-CD erscheint. Jedes einzelne der

siebzehn absolut raren Stücke ist von Eric Hilton sorgsam ausgewählt

und mit viel Fingerspitzengefühl für Sound und

Klangästhetik an das Projekt herangeführt worden. Jeder Track

greift die Visualität des Films auf, verstärkt sie und erzählt die

Geschichte über das Bild hinaus weiter. Eine tiefgreifende und

packende Geschichte, die die Menschen berührt und sie zum

Nachdenken bringt.

www.myspace.com/thieverycorporation

www.babyloncentralfilm.com

www.thieverycorporation.com

www.eslmusic.com

Johannes Honecker

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht

Badensche Straße 33

D-10715 Berlin

TEL (030) - 86 20 17 87

FAX (030) - 86 20 17 86

e-mail: anwalt.honecker@t-online.de

>> DVD - Klassiker

Dieter Hallervorden:

Didi – Der Untermieter

D eutsche

turbine medien

Sitcoms sind nicht gerade

als weltweite Verkaufsschlager

in die TV-Geschichte eingegangen.

Doch Dieter Hallervorden verlieh Mitte

der Achtziger der Situationskomödie

neuen, ungekannten Glanz. Unter der

Regie von Ralf Gregan, der schon vorher

mit Hallervorden zusammengearbeitet

hatte, entstanden insgesamt 26

humoristische Episoden, die an die

BBC-Serie „Goodbye, Mr. Kent“ angelehnt

waren. Ursprünglich unter dem Titel „Die Nervensäge“

gesendet, musste aufgrund eines skurrilen Rechtsstreits mit

einem Filmverleih der Titel geändert werden. Und so landete

das ZDF mit „Didi – Der Untermieter“ zwischen 1985 und 1986

einen furiosen Serienhit, den auch ich jeden Donnerstag um

18:20 Uhr am Schwarz-Weiss-Fernseher verfolgen durfte. Mit

einem Marktanteil von 30% und regelmässig 12 Millionen Zuschauern

war die Vorabendserie konkurrenzlos. - Katharina

Keller muss aus Geldmangel untervermieten. Doch wenn sie

gewusst hätte, was da in Gestalt von Willi Böck vor der Tür

steht, wäre sie wohl lieber freiwillig pleite gegangen. Denn

schlimmer als Böck hätte es nicht kommen können, denn er

schnorrt sich rücksichtslos durch, stürzt von einer Katastrophe

in die nächste und schon bald ist die Zweckgemeinschaft im

völligen Chaos versunken. Und jedes Mal stellt sich die Frage:

Wann setzt Katharina diesen Nichtsnutz endlich vor die Tür? -

Das Dreamteam Dieter Hallervorden und Rotraud Schindler

(„Nonstop Nonsens“) sowie die gemeinsame Tochter Nathalie

Hallervorden schrieben mit „Didi – Der Untermieter“ ein

kleines Stück deutsche TV-Geschichte. Dank Turbine Medien

gibt’s nun zum Anlass von Dieter Hallervordens 75. Geburtstag

alle 26 Episoden der Kultserie plus eine lang vergriffene Bonus-

DVD in einer attraktiven 5-DVD-Box. Nicht nur, dass er einer

der erfolgreichsten und beliebtesten Komiker Deutschlands ist

und sich mit Sprüchen, Sketchen und Filmerfolgen im komödiantischen

Gedächtnis hierzulande verewigt hat – nein, als Komiker,

Kabarettist, Schauspieler, Sänger, Moderator und Theaterleiter

ist er einer der umtriebigsten Kulturschaffenden der

letzten Jahrzehnte. Grund genug nicht nur den Junggebliebenen

ein Wiedersehen mit dem legendären Willi Böck ans Herz

zu legen, sondern auch denjenigen, die aus Altergründen den

zahllosen, meist peinlich unwitzigen deutschen Sitcoms der

Jetzt-Zeit ausgesetzt sind. Eine zehnstündige Erinnerung an

die guten, alten Zeiten.

www.turbine.de

>> DVD - Comedy

Jerry Cotton

Tramitz Ulmen Cruz

I n

#123 / 10.10

constantin film

den 50er und 60er Jahren feierte

ein New Yorker FBI-Agent als Held

von Groschenromanen grosse Erfolge.

Und auch heute noch werden die allwöchentlich

erscheinenden Bahnhofsklassiker

in 14 Sprachen übersetzt und

in mehr als 60 Länder verkauft. Allerdings

hatte ich mit dieser Trivialliteratur

noch nie was am Hut, daher konnte

ich ganz unbefangen die filmische Umsetzung

dieser Agentenklamotte geniessen.

Die Drehbuchautoren und Regisseure Cyrill Boss und

Philipp Stennert nehmen sich den FBI-Agenten Jerry Cotton

(Christian Tramitz) vor, dessen tadelloser Ruf in Gefahr ist. Die

Leiterin der Dienstaufsichtsbehörde, Daryl Zanuck (Christiane

Paul), wirft ihm einen Doppelmord vor. Er soll Gangsterboss

Sammy Serrano (Moritz Bleibtreu) erschossen haben, da er ihm

den States Union Goldraub nicht nachweisen konnte. Und er

soll den eigenen Kollegen Ted Conroy ermordet haben, um den

einzigen Zeugen zu beseitigen. Deshalb muss Jerry seinen Leuten

vom FBI entkommen, die New Yorker Unterwelt durchforsten

und schnellstmöglich den wahren Mörder finden. Jerrys

einzige Verbündete sind sein roter Jaguar E-Type, seine Smith

& Wesson, Kaliber 38 und sein neuer, unbeholfener Partner Phil

Decker (Christian Ulmen) – ein kompletter Trottel. Und so beginnt

eine irrwitzige und abenteuerliche Jagd nach den wahren

Tätern und vielen weiteren zwielichtigen Vögeln, darunter der

einarmige und einäugige Schwabe Klaus Schmidt (Heino Ferch)

und die Ganovenbraut Malena (Penélopes kleine Schwester

Mónica Cruz). Dieses Bestreben wird allerdings durch die

Übermotivation der unfähigen Nervensäge Phil deutlich erschwert.

Mit wirklich guten Darstellern ist diese mit Gags gespickte

und actiongeladene neue Leinwandadaption eine typisch

deutsche Krimi-Komödie mit hohem Unterhaltungswert.

Mit einem Audiokommentar von Christian Tramitz, Christian

Ulmen, Cyrill Boss & Philipp Stennert (Regie), Christian Becker

(Produktion) sowie zahlreichen Extras (Making of - Dreharbeiten,

Making of - Digitale Effekte / CGI, Deleted Scenes, Funreel/

Outtakes, Interviews und Set Videotagebuch) ist ein amüsanter

Videoabend garantiert.

www.jerrycotton.film.de

www.constantin-film.de

In freundlicher Zusammenarbeit mit Constantin Film verlosen

wir drei DVD-Exemplare. Sollte dein Interesse durch dieses

Review geweckt worden sein, schreibe uns eine Mail mit dem

Betreff „Jerry Cotton“ und deiner Postanschrift an gewinnen@

hanfjournal.de – Einsendeschluss ist der 31.10.2010.

#123 / 10.10 15

fun&action

Die Hanfberatung im HanfJournal

Erste Hilfe für Kiffer

kascha@hanfjournal.de

Kascha ist ab sofort per e-Mail zu erreichen. Also ran an die Tasten, dumme Fragen

gibt es nicht, nur blöde Antworten.

M. (auf Wunsch anonym, ohne Alter und

Wohnort) fragt:

„Tachschön Kascha,

ich habe schon viele deiner Antworten im Hanf Journal

gelesen. So hab auch ich nun mal auch ein paar

Fragen:

1. Ich suche nach einem Tabakersatz, da ich auch so

keinen Tabak rauche und ohne Tabak ist die ganze

Sache eh wesentlich angenehmer. Welchen Tabakersatz

würdest du empfehlen? Ich habe schon bissl

durch probiert: Earth impact (ganz schlecht und

richtig mies); von dem Knasterzeugs bin ich auch

nicht überzeugt (muss ich zugeben, nur eine Sorte

probiert zu haben oder kann man da guten Gewissens

eine Sorte empfehlen?); Damiana war an sich

nicht schlecht. Seit geraumer Zeit benutze ich Kräuteretten

aus der Apotheke, doch ich denke, es geht

vor allem geschmacklich noch besser. Irgendetwas

Leckeres muss es da doch geben, oder?

2. Zudem benutze ich zwei Aktivkohleadapter. Als

ich mich letztens mit meinem Kumpel unterhalten

habe, sind wir auf das Thema Auswurf gekommen.

Er hat direkt nach dem Rauchen schwarzen Auswurf,

nimmt er die Aktivkohleadapter ab, ist dieser

weg. bei mir macht sich der schwarze Auswurf erst

am nächsten Morgen bemerkbar, ist aber dann auch

wieder schnell vorbei. Was sagst du dazu? Wie kann

man das Problem umgehen? Reicht ein Aktivkohleadapter

aus? An sich will ich nicht auf die Dinger

verzichten, denn man hat, als ich noch mit

Tabak geraucht habe, den positiven Aspekt

deutlich gemerkt, auch den Unterschied

zwischen einem und zwei.

Ich weiß, dass ich mit einem Vaporizer beide

Probleme mit einmal umgehen kann, aber

manchmal muss eben auch die Vase her und der

Vap bleibt liegen ;-) Ich bin dir dankbar für deine

Bemühungen und hoffe, dass du mir helfen

kannst.“

Kascha antwortet:

„High M.,

ich glaube, die Frage nach dem perfekten Tabakersatz ist schon

älter als wir alle zusammen – es ist sicher kein Zufall, dass gerade

die Sachen, die üblicherweise geraucht werden, dabei eine

bessere Performance machen als wenn man z.B. ersatzweise

Damiana oder (auch das geht) Pfefferminztee nimmt. Deshalb

kommen nur weniger Tabakersatz-Produkte an die Abbrenneigenschaften

und den Geschmack von Tabak an – aber warum

überhaupt mischen? Pur rauchen ist im Endeffekt, da weniger

unnötiges Pflanzenmaterial inhaliert wird, die geschmacklich

und gesundheitlich vorzuziehende Variante. Ansonsten kann

ich dir nur raten weiter zu probieren, bis du eventuell deinen

Geschmack getroffen hast, z.B. die verschiedenen erhältlichen

Knaster-Varianten. Das geschmackliche Optimum dürfte

meines Erachtens aber der Purkonsum sein.

Zu den Aktivkohleadaptern: Mir ist eigentlich nicht bekannt,

dass dadurch Auswurf entsteht. Möglicherweise inhaliert ihr

den Rauch durch die Adapter tiefer, so dass ein Hustenreiz

entsteht der wiederum bereits vorhandene Teerablagerungen

aushusten lässt? Vielleicht probierst du mal ein anderes Filtersystem

und guckst, ob damit dein Problem besser wird? Bei

der Abwägung Vapo vs. Vase kann ich dich gut nachvollziehen,

Faustregel ist hierbei: schädlichere Konsumformen möglichst

seltener anzuwenden, und in der Regel auf die sauberen

zurück greifen. Der Auswurf kommt wohl eher von insgesamt

längerem und intensiverem Rauchen und wird durch bewussteren

Konsum längerfristig reduziert.“

Dominik, 26 aus der Oberpfalz möchte wissen:

„Hi,

ich bin Dominik und ich bin seit ca. 8 Jahren Kiffer, täglicher

Kiffer.

Ich war zum Relaxen vor einigen Wochen mal wieder in Maastricht,

um mal wieder richtiges Gras zu rauchen. Denn unsere

Region wird aus Tschechien versorgt und da ist Brix momentan

der absolute Renner! Ich will aber noch länger leben, deshalb

hab ich mich entschlossen mir eine Growbox zuzulegen.

Ich dachte an die XL 144 x 144 x 200 cm, glaube ich. Ich habe

mir unabhängig davon aus NL mal 5 Samen Amnesia Haze,

welches mein Herz im Sturm erobert hat, als ich es geraucht

habe, mitgebracht. Jetzt zu meinen Fragen:

Welche Box empfiehlst du mir als Einsteiger und sind die Amnesia

Samen beginnertauglich - wie fahr ich am besten?“

Kascha rät:

„Hallo Dominik,

so riskant der Konsum von Schwarzmarkt-Cannabis zur

Zeit auch ist, der Anbau auch zum Eigenbedarf ist in der

Bundesrepublik strafbar und ich möchte hier weder zu

strafbaren Handlungen aufrufen noch dazu anleiten. Deshalb

kann ich dir keine Tipps zum Anbau geben.

Amnesia Haze Pflanzen werden, soweit ich informiert bin,

nur ca. 1 Meter hoch, da sie eine Indica-Sativa Kreuzung

sind, und liefern pro Pflanze idealerweise einen Ertrag

von etwa 600g, doch die recht späte Blütezeit, erst nach

etwa 13 Wochen, ist für Anfänger vielleicht etwas riskant.

Mit Geduld und der richtigen Ausrüstung sollte aber auch

ein Anfänger einigermaßen brauchbare Resultate mit den

Samen hinbekommen. Eine Growbox mit 144x144x200 ist

für Anfänger schon relativ groß, bei einem zu erwartenden

Ertrag von etwa 500-600g pro Pflanze ist es vielleicht auch

nicht notwendig, mehr als eine oder zwei Pflanzen zugleich

aufzuziehen, während zeitversetztes Einpflanzen

wegen der unterschiedlichen Lichtzyklen nicht empfehlenswert

ist. Insofern ist für den Einstieg ein kleineres

Modell vielleicht ausreichend, eine Höhe von 200cm ist

allerdings ratsam, damit die Pflanzen auch im ausgewachsenen

Zustand nicht zu dicht an die Lampen

kommen und eventuell verbrennen.“

Anna (23) aus Hamburg fragt:

„Hi Kascha,

ich habe letztens Gras bekommen, das sehr preiswert

war, aber auch nicht sehr gut. Es hatte viele Samen

und war ziemlich nass. Ich würde vermuten, dass das

Homegrow war, aber es war auch feucht und schwer

und hat nicht gut gebrannt, meinst du, dass das gestreckt

war?“

Kascha antwortet:

„Hi Anna,

wenn in dem Gras viele Samen waren, ist es wahrscheinlich,

dass du da Homegrow bekommen hast. Wir haben auch gerade

Erntezeit und von überall her mischt sich preiswertes Outdoorgras

auf den Markt. Dass das noch jemand streckt, ist mir

eigentlich noch nicht bekannt, das kennt man eher von den

„besseren“ Sorten, bei denen es sich preismäßig auch rentiert.

Wahrscheinlich ist es einfach zu früh verkauft worden und war

noch nicht ordentlich getrocknet: Dann ist das Gras feucht und

schwer und lässt sich daher dann auch schlecht rauchen.

Du solltest es also noch ordentlich trocknen und aufpassen,

dass es nicht beginnt zu schimmeln. Wenn es aber auch merkwürdig

riecht, vor allem strenge, chemische Gerüche, könnten

auch Streckmittel im Spiel sein.“


16

#123 / 10.10

#123 / 10.10 17

fun&action fun&action

Muah, schon wieder ein Spielerjahr vorbei und ich habe es nicht geschafft, versprochene Spiele zu beschreiben,

dafür sind weitere noch nicht gespielte dazugekommen. Diese - „God‘s Playground“, das

Cthulhu- Rollenspielbuch „New York“ und „Lluna Lena“ - stelle ich euch kurz genauer vor.

Kerstin Koch

GoD‘S PlAyGRouND …

… entführt genau drei Spieler als Repräsentanten polnischer

Adelsfamilien nach Polen und ihr Ziel ist es, gemeinsam polnisches

Gebiet gegen die Feinde rundherum zu verteidigen

und gleichzeitig die meisten Siegpunkte zu erringen. Welche

Feinde gestärkt in den Angriff gehen können, wird zweimal

pro Runde ausgewürfelt.

Da es nur einen Sieger geben kann, müssen sich die Spieler

in den Regionen ausbreiten, indem sie Ländereien besetzen,

diese mit Armeen schützen und in Feindesland vordringen, so

dass keine Invasion droht. Dafür benötigen sie Adelige. Da es

von diesen nicht allzu viele gibt, heißt es genau abwägen, wo

und wie viele sie platzieren, welche sie für den Kauf von Ländereien

benutzen und welche sie gegen die Feinde schicken.

Kommt es zur Invasion, können die Armeen versuchen, die

Eindringlinge zu dezimieren. Für jede Armee darf einmal gewürfelt

werden. Bleiben nach allen Verteidigungswürfen mehr

Feinde in polnischen Regionen als eigene Adelige übrig, breiten

sich die Eindringlinge auch in andere Regionen aus, Ländereien

gehen verloren und ihre Werte sinken. Die Folge sind

geringere Einnahmen und damit weniger Armeen und schon

sind die Invasoren langfristig im Vorteil.

Doch wenn die drei Spieler darauf achten, vor allem in der

ersten Runde die Regionen unter sich aufzuteilen und gemeinsam

die Grenzen zu verteidigen, ist der Einstieg ins Spiel

geschafft. Sollte es mal nicht so klappen, dann wissen die Spieler

zumindest, wie es den Polen die 400 Jahre ging, die in vier

Runden je 16 Phasen abgearbeitet werden.

Mir gefällt das Spiel, aber wie immer bei den Warfrog Spielen

gilt: Nichts für Gelegenheitsspieler, denn 1. dauert es mindestens

drei Stunden und 2. die Regel ist lang und nicht besonders

gut, 3. der Glücksfaktor ist relativ hoch, was wohl auch den

einen oder anderen reinen Strategiespieler etwas abschrecken

könnte. Der größte Pluspunkt ist, dass es ein Spiel für drei ist,

denn davon gibt es immer noch zu wenig.

God‘s Playground

Autor: Martin Wallace

Verlag: Warfrog Games

Spieler: 3

Alter: ab 13

Dauer: ca. 3 Stunden

Preis: ca. 40 Euro

NEW yoRK

- IM SCHATTEN DER WolKENKRATZER

Das Quellenbuch für weitere 1920ger Cthulhu-Tischrollenspiele

entführt die Spieler nach New York. Die einführende

Chronologie der Stadt beginnt im Jahr 3000 v. Chr. mit der

Besiedelung durch die Indianer und endet im Jahr 1930. Den

Schwerpunkt des Bandes bilden Prohibition und organisiertes

Verbrechen, was auch die Grundlage für die Abenteuer ist. Es

werden die verschiedenen Schichten vorgestellt, wo diese ihre

Zeit verbringen und in welchen Stadtteilen sie sich am liebsten

aufhalten. Die Schönen und Reichen trifft man eher in den

Nachtclubs oder Theatern der Stadt und ins Viertel Central

Wir wissen‘s einfach besser...

www.hanfjournal.de

Park West kommen nur hochangesehene Leute. Den Stadtvierteln

wie Downtown Manhattan oder Bronx sind ganze Kapitel

gewidmet, so bekommt der Spielleiter einen guten Einblick in

die verschiedenen Milieus und den dazugehörigen Szenarien

und kann auch bei den Spielern die entsprechende Atmosphäre

erzeugen. Eine Karte ergänzt das Material. Das Buch gibt

ausführliche Anknüpfungspunkte für Abenteuer, wie den Fall

von Josefina Terranova, die auch einen ausführlichen Ablauf

eines Gerichtsprozesses aufzeigt. Zahlreiche typische New

Yorker Charaktere werden beschrieben und auch cthuluide

Wesen, die in den Abenteuern auftauchen können, werden mit

ihren ihren Werten vorgestellt. vorgestellt. Zwei Abenteuer runden „Im SchatSchatten der Wolkenkratzer“ ab. Der Inhalt

des Buches macht Lust auf auf cthuluide cthuluide

Abenteuer im im Mafiamilieu der

1920er Jahre in den Bars und und

auf den Straßen von New New

York. Viel Spaß.

New York –

im Schatten der Wolkenkratzer

Quellen- und Abenteuerband von Pegasus Press

Hardcover, 224 Seiten

ISBN: 978-3-941976-05-4, 29.95 Euro

luNA llENA

Wie alles begann: Nach der ersten Nacht im Wald finden

die Camper ein zerstörtes Zelt, die beiden Bewohner sind

verschwunden. Eine Blutspur verheißt nichts Gutes. Doch es

kommt noch schlimmer, denn die Zwei hatten die Karte des

Gebietes. Also müssen sie den Spuren folgen, um an die Karte

zu kommen und den Wald möglichst vor Einbruch der Dunkelheit

wieder zu verlassen. Das Spiel beginnt …

Luna Llena entführt zwei bis sieben Spieler in ein schön umgesetztes

Werwolf-Szenario. Ein Spieler übernimmt die Rolle

des Werwolfs und zeichnet auf einer Karte geheim seinen Weg

zum Lager, sozusagen die Blutspur. Die anderen Spieler sind

harmlose Menschen, die mit ihren Aktionskarten die Route finden

müssen, um eventuell ihre Mitcamper zu befreien, aber

zumindest die Karte wiederfinden sollten, um dem Wald zu

entfliehen. Natürlich lauern auch die Wölfe tagsüber im Wald,

sind aber schwächer als in der Nacht. Ihr Ziel ist es, die Menschen

zu infizieren und deren Flucht zu vereiteln. Von den

Menschen muss es mindestens einem gelingen, den Wald an

der richtigen Stelle zu verlassen. Atmosphärisch gut umgesetztes

Spiel, das Finden der Wege, das Suchen nach Gegenständen,

die Kämpfe mit den Werwölfen, eines der innovativsten

Spiele, die ich im vergangenen Jahr gespielt habe. Ich freue

mich schon auf die nächste Partie Partie Luna Llena.

Luna Llena

Autor: Servando

Carballar

Verlag: Gen X Games

Spieler: 2-7

Alter: ab 14

Dauer: ca. 3 Stunden

Preis: ca. 30 Euro

KuRZVoRSTElluNGEN

Tja und diese Spiele sind leider liegen geblieben und das

nicht, weil sie nicht so toll sind, sondern schlichtweg weil ich

nicht dazu gekommen bin, sie auszuprobieren. Alle Spiele

dauern mindestens 90 Minuten und thematisch sollte für jeden

etwas dabei sein.

Spartacus von John B. Firer ist ein Spiel für Zwei. Der Karton

enthält 400 Spielsteine, einen großen Spielplan und zahlreiche

Karten, die den Spielablauf steuern. Angesiedelt ist Spartacus

80 v. Chr., dem römischen Reich steht ein Aufstand bevor. Ein

Spieler übernimmt die Rolle Sertorius, der die Stämme Lusitaniens

gegen Rom führt, um den Zusammenbruch des römischen

Reiches herbeizuführen. Der römische Spieler muss

dies verhindern und seinerseits versuchen die Verräter vom

Angesicht der Erde fegen. Möge ihm der Kriegsgott Mars

wohlgesonnen sein. (Phalanx Games).

Machtspiele - „Unsere Firma läuft wie geschmiert“ von

Bauldric & Friends ist ein Wirtschafts-Aufbau-Spiel von eggertspiele,

in dem es – wie der Untertitel vermuten lässt – vor

allem ums Schmieren der Mitspieler. Drei bis fünf Führungskräfte

stellen Mitarbeiter ein, bilden neue Abteilungen, gründen

Hauptabteilungen, um die Positionen der Bereichsleiter

einzunehmen. So gelangen sie an Privilegien und Einfluss, um

in den Vorstand zu wechseln. Wer genug Geld hat, kann Aktienpakete

kaufen oder seine Mitspieler bestechen. Je geschickter

die Spieler dabei vorgehen, umso schneller erreichen sie

vier von sechs möglichen Siegpunkten., die sie in folgenden

Bereichen erringen können: Einfluss, Aktien, Hauptabteilungen,

Korruption, Berater, Erzfeind besiegen. (ab 12).

Nachdem ich euch schon im vergangenen Jahr einen ausführlichen

Bericht zu Steel Driver versprochen habe, gesellen sich

stattdessen zwei weitere Spiele (Warfrog / Treefrog Line, ab 13)

von Martin Wallace dazu und ich muss euch weiter vertrösten.

Schande über mein Haupt.

Last Train to Wendsleydale schickt drei bis vier Spieler in

unwegsames Gelände. Dort sollen sie Eisenbahnlinien bauen,

um Steine, Passagiere und vor allem Käse zu transportieren.

Aber vor allem die Farmer sind von Eisenbahnschienen auf ihrem

Land nicht begeistert. Früher oder später müssen unprofitable

Strecken an größere Gesellschaften abgegeben werden.

Dieses Eisenbahnspiel gewinnt, wer am Ende viel von allem

transportiert und dabei wenig Minuspunkte eingefahren hat.

Tinner‘s Trail entführt drei bis vier Spieler in die Kupfer-

und Zinnminen des 19. Jahrhunderts in Cornwall. Spielziel ist,

die Minen in möglichst lukrative Ecken zu bauen, um hohe

Gewinne zu erzielen. Wenn da nur nicht das Problem mit dem

Wasser wäre, das aus den Minen gepumpt werden muss, wofür

verschiedene Techniken genutzt werden können. Die geschürften

Metalle müssen zur richtigen Zeit verkauft, die Gewinne

in neue Industrien investiert werden. Doch dabei nie

vergessen, Rücklagen zu schaffen, um neue Minen zu bauen.

Glaubt man dem Text auf dem Spielkarton, soll es einfacher

sein als andere Warfrog Spiele, doch so komplex, dass es auch

die routinierten Wallace-Spiele-Spieler noch herausfordert.

Na, dann.

Test & Text: mze

Spiderman: Shattered Dimensions

Adrett im Quartett

Spidey´s back! Dieses Mal gleich im Viererpack und der hat

es in sich. Mysterio zerstört mit Hilfe von Spiderman eines der

wichtigsten mystischen Artefakte des Manhattaner Museums,

dessen Einzelteile nun von euch wieder zusammengebracht

werden müssen. Nicht nur um das Schicksal unserer Welt, sondern

auch das von drei alternativen Zeitschienen zu retten. Ihr

seid somit nicht nur mit dem Amazing Spiderman in seinem

rot-blauen Strampelanzug unterwegs, sondern auch mit dem

symbiotischen schwarzen Kostüm, mit Spiderman aus dem

Jahr 2099 sowie der düsteren Variante „Noir“, die in den dreissiger

Jahren spielt.

Die Fähigkeiten des jeweiligen Spinnenmannes sind sich

insgesamt zwar sehr ähnlich, jedoch hat jeder seine gewissen

Eigenheiten, mit denen die entsprechend gestalteten Level gemeistert

werden wollen. So hat sich Activision´s Beenox Team

neben den schon erhältlichen Spidey-Games auch am letzten

und sehr erfolgreichen Konkurrenzsuperhelden „Batman“ orientiert,

um gewisse Schleichpassagen aus Arkhum Asylum in

die dreissiger Jahre der Noir Welt zu transportieren.

In der Zukunft lasst ihr dagegen Jedikräfte sprechen und

stürzt euch durch dicht befahrene Himmel-Highways an Fahrzeugen

vorbei, durch Häuserschluchten und Tunnelsysteme, in

die Verfolgungsjagd auf zukünftige Superschurken.

Ansonsten schwingt ihr in allen Welten serientypisch durch

die comichafte Umgebung, nutzt Simse, Fahnenstangen und

Vorsprünge, um euer Netz zu spinnen und entlegene Stellen

zu erreichen. Hinzukommend prügelt ihr zahlreich vertretenen

Miesepetern ihre verkorkste Erziehung aus den Latschen, damit

ihr nicht als Spinnenbrei endet, bevor die vier Welten gerettet

sind und Mysterio wieder nur ein gewöhnlicher Taschentrickser

ist. Einzusammelnde Spinnenembleme in den Level ermöglichen

das notwendige Entwickeln neuer Fähigkeiten und Kostüme,

die euch im Kampf gegen viele beliebte Bösewichter zu

Seite stehen. Die Riege spiegelt fast alle interessanten Erzfeinde

unseres beliebten Wandkrabblers wider und weiß mit Hintergrundinformationen

mehr als gut zu gefallen. Von Kraven

bis Carnage wird der Spiderman-Fan sich von Angesicht zu

Angesicht mit seinen Lieblingsschurken wiederfinden. Wirklich,

denn während der Bossfights schaltet die third-person

Perspektive immer wieder einmal in den direkten Blickwinkel

des Helden, um euch die exakte Kontrolle über seine Arme zu

ermöglichen. Während ihr also Aug in Aug mit den Wiederlingen

rangelt, nutzt ihr beide Analogsticks, um ein Backpfeifengewitter

auf den aktuellen Bösewicht nieder prasseln zu lassen.

Die verzogenen Mienen und blauen Flecken des Gegenübers

sorgen dabei für äußerst spaßige Momente. Spidey Style eben!

Grafisch bietet der neueste Spinnenstreich ebenso vier verschiedene

Grafikstile, die sich so authentisch wie möglich

an den glorreichen Comicvorlagen orientieren. Während in

Amazing und Ultimate Spiderman knallige Farben und Cell-

Shading Look verwendet werden, schaltet die Optik bei Noir

fast in eine Schwarz/Weiß- und im Jahr 2099 auf eine futuristische

Polygonoptik.

Während Bildrate und Darstellungsqualität konstant auf ansprechendem

Niveau laufen, hat das Spiel aber leider kleine

technische Macken. Die Steuerung beim Wandkrabbeln ist etwas

verkorkst und kleinere Bugs schmälern das Erlebnis etwas,

sich frei und ungebunden wie die Spinne zu fühlen. Ansonsten

ist die Steuerung zu Beginn zwar etwas gewöhnungsbedürftig,

aber erlernbar und sie geht mit der Zeit in Fleisch und Blut

über. Die Spinne ist dabei sympathisch wie eh und je und unterhält

den Spieler mit gewohnt frechen Sprüchen, genauso wie

man es von ihr erwartet.

Durch die Story führt einen im englischen Originalton kein

geringerer als Stan “the man“ Lee, was den Fan ein weiteres

Mal zur Entzückung bringt und dessen Enthusiasmus durch

die Lautsprecher auf euch überspringen wird.

Spiderman: Shattered Dimensions ist somit ein feines, nicht

perfektes, aber mit Innovationen geschmücktes Comicabenteuer,

das vor allem durch die Abwechslung sowie die vier Protagonisten

zu gefallen weiß. Fans des Wandkrabblers freuen sich

ebenso auf ein Wiedersehen mit vielen bekannten Bösewichten

und werden sich an den kleineren, technischen Macken nicht

weiter stören. Shazam!

PS3-ASIN: B003URR28I

XBOX360-ASIN: B003URR292

Cicra:60€ USK12

Abb.: Activision

Halo Reach

Das Beste kommt zum Schuss

Mit Halo Reach erscheint der vorerst letzte Teil der erfolgreichsten

Konsolen-Egoshooter Serie aus dem Hause Bungie

wieder exklusiv für die Xbox 360.

Nicht zuletzt durch die riesige Fangemeinde ist die Halo

Franchise ein Phänomen geworden, das sich von anderen

Shootern abhebt. Kaum eine andere Serie wurde durch die

Fanbase über einen solch langen Zeitraum konstant gespielt

und in allen erdenklichen Formen genutzt. Neben kreierter

Level, die von Spielern gebastelt wurden, hatte sich sogar

eine Community gebildet, die die Vorgänger von Halo Reach

zum Filme drehen nutzte. So ist der nun erschienene fünfte

Teil der Serie dementsprechend entwickelt worden, um jedem

Halo Fan und Nutzer die Möglichkeiten zu geben, die

er sich wünscht. Zu der perfekt ausbalancierten Spielbarkeit

wird dem Shooterfan zur Kampagne ein weiterverbesserter

Multiplayer Modus, sowie das spitzenmäßige Leveleditor

Tool „Forge“ überlassen. Dazu ist das Hauptaugenmerk

auf professionelles Spielen ausgelegt, da jede Spielminute

zwecks Analyse auf den Servern von Halo Reach als Video

bereitgestellt wird. Ihr könnt somit eure vollbrachten Taten

aus allen erdenklichen Perspektiven bewundern, spezielle

Momente auf eurer Festplatte sichern oder euch an den

Filmschnipseln als Regisseur versuchen. Thematisch bleibt

man der Serie treu, auch wenn einige neue Waffen und

Gimmicks sowie Jetpack- und Weltraumflüge den Weg nach

Halo Reach gefunden haben. Ihr seid auch nicht als Master

Chief, sondern als Newbie einer Truppe unterwegs, der

erstmal beweisen muss, dass er seinen Helm plus Kampfanzug

verdient hat. Die Verteidigung des Planeten Reach ist

dabei das Ziel und die Notwendigkeit für den Fortbestand

der menschlichen Spezies. Natürlich, was auch sonst.

Halo Fans werden von Bungie´s letztem Ausflug in die

grünen Kampfanzüge jedoch mehr als nur zufrieden gestellt.

Jeder Halo Spieler erhält mit Halo Reach sein persönliches

Abschiedsgeschenk, über das er für die nächsten Jahre

frei verfügen kann. Was euch nach der toll präsentierten

Kampagne alles noch erwartet und wie groß und wie lange

Halo Reach weiter enwickelt wird, liegt nun ganz in euren

Händen. Use the Forge!

Xbox360-ASIN: B003N7NNLA

Circa 55€ USK18

Abb.: Microsoft Bungie Studios


#123 / 10.10 19

gss

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schon den ersten Teil der neuen Verfassung für Deutschland veröffentlicht,

nun folgt der zweite. Also lesen, auswendig lernen und dran

halten! Und solltest du den ersten schon wieder aus deinem Gedächtnis

rausgekifft haben, dann sofort auf www.grossstadtsurvivor.de und nachlernen

... Nächste Woche kommen wir vorbei und fragen dich aus.

§4. Staatssymbole

§4.1. Flagge: die Ärsche eurer Könige, und zwar auf jeder Seite einer.

§4.2. Hymnen: Crazy vom Synapsenkitzler (Hörprobe unter www.grossstadtsurvivor.

de)

§4.3. Wappentier: der Arschkriecher

§4.4. Maskottchen: Guido Westerwelle, als lebendes Wappentier

§4.5. Staatsgeräusch: das Geräusch, das ein iphone 4.0. macht, wenn es eine Email

versendet - zu hören ab 720 Euro unter apple.com.

§5. Staatsorgascheiß

§5.1. Eine menschliche Ansiedlung darf sich erst dann als Stadt bezeichnen, wenn

über 3,4 Millionen Einwohner darin wohnen. Alle anderen Siedlungen bekommen den

Titel Saukaff (bis 2 Millionen) oder Saukaff mit Kuhstall (2-3,4 Millionen Einwohner).

Hamburg bekommt als einzige Ausnahme den Ehrentitel „na ja wenn’s sein muss“.

§5.2. Ab sofort wird ein flexibles Bahnnetz eingeführt. Anzeigen werden willkürlich

aufgerufen, Ziele spontan geändert, Zugteile nicht immer mitgenommen. Deutschland

braucht mehr Flexibilität. (gilt natürlich nicht, wenn die Könige mitfahren, die

müssen ja alles am Laufen halten)

§5.3. Soldaten der Bundeswehr bekommen MDMA Wasserpistolen, außerdem wird

Schlammrobben durch Schlammcatchen ersetzt.

§5.4. Den Königen wird gehuldigt ... dreimal täglich, per Chip im Kopf, des Weiteren

drehen sich die Bilder der Könige um den Fernsehturm.

§5.5. Auf jeder Party muss einmal Stille-Post gespielt werden.

§5.6. Über das ganze Land werden Boxen aufgestellt, mit denen dreimal täglich die

Hymne abgespielt wird. Bei Lust und Laune dürfen die Könige auch mehrstündige

Ansprachen ans Volk richten. Während dieser Ansprachen ist es den Bürgern nur gestattet

zuzuhören, ein weiteres Arbeiten, sich unterhalten, aufs Klo gehen, etc. wird

mit mindestens 242 Peitschenhieben bestraft.

§6. Bräuche und Sitten

§6.1. Einmal im Jahr kommt das ganze Volk zusammen und alle tanzen Bilder zur

Huldigung der Könige, jedes Jahr gibt es ein neues Lied, dass anschließend das ganze

Jahr im Radio läuft und nur durch die Hymne variiert werden darf.

§6.2. Die Könige bekommen beide eine Krone von Burger King, alle anderen werden

vernichtet und unter Todesstrafe verboten nicht weiter zu tragen.

§6.3. Lottozahlen werden zwei Wochen vorher angesagt.

§6.4. Es darf nichts mehr gefunden werden (suchen ist ok, mehr nicht).

§7. Medien

§7.1. Die Medien werden wahrgeschaltet und drucken nur noch das Wort der Könige

- wörtlich, alles, äh nee lieber doch nicht, also vieles.

§8. Gesundheitspolitik

§8.1. Der Dinkelanteil in Vollkornbroten wird um 30 Prozent erhöht.

§8.2. Der Heroinanteil im Heroin wird um 95 Prozent erhöht.

§8.3. Grasstrecken und der Ausdruck „Alter“ wird mit dem Tod durch Ameisenpisse

bestraft.

§8.4. Jeden siebten Menschen, den man trifft, muss man umarmen.

§8.5. Drogenquiz statt Einbürgerungstest.

§8.6. In allen Kinderzimmern müssen täglich zwei Zigaretten geraucht werden. Es gilt

dabei zu versuchen, mit jedem Ausatmen das Kind auch zu treffen.

Eure grossstadtsurvivor.de

Teil2

be a supporter

save a part of

Berlin

http://saveyouricon.blogspot.com/


20

fun&action

HANF TIMES - Episode 2, Teil 1 siehe Hanf Journal #123/09.2010

#123 / 10.10

Zum ausschneiden und an die Wand hängen!

Doktor von Patrick Rennwanz Hanfs Patienten Ecke ist den Leserinnen und Lesern des Hanf Journals schon lange ein Begriff, jetzt gibt‘s den Duisburger Cannabis-Patienten auch als Comic im Hanf Journal. Doktor-

Hanf gestattet uns freundlicherweise, seine Geschichte in Form eines Episoden-Comics, großartig gezeichnet und umgesetzt von Patrick Rennwanz, erstmals in gedruckter Form zu veröffentlichen.

Deshalb gibt es ab jetzt jeden Monat eine neue Folge aus dem Leben von Doktor-Hanf, die Ähnlichkeit mit lebenden Personen ist, .........ach, lest am besten selbst, hier Teil 2:

#123 / 10.10 21

dhv news

DHV-Kampagne:

Cannabiskonsumenten

staatlich verfolgt

Der Deutsche Hanf Verband startet eine Kampagne, um

die staatliche Verfolgung von Cannabiskonsumenten publik

zu machen und eine öffentliche Diskussion über Sinn und

Unsinn der Kriminalisierung normaler Bürger anzuregen. Der

DHV wird dabei finanziell vom OPEN SOCIETY INSTITUTE

unterstützt, die PR-Kampagne gestaltet die Werbeagentur Berlin.

Viele Politiker und Medienvertreter glauben immer noch,

Cannabiskonsumenten seien entkriminalisiert. Sogar einige

Konsumenten glauben, man könne in Deutschland relativ problemlos

kiffen - bis zum bösen Erwachen. Der DHV wird konkrete

Fälle dokumentieren, bei denen Konsumenten unverhältnismäßig

hart bestraft wurden oder den Führerschein verloren

haben, ohne berauscht gefahren zu sein. Die Werbeagentur

Berlin filmt Menschen, die einfach skurrile Geschichten und

Erlebnisse mit der Staatsmacht zu erzählen haben, die von Polizisten

wie Schwerverbrecher behandelt, unsinnig überwacht,

kontrolliert und belästigt wurden. Sie alle sind Opfer im staatlichen

Kampf gegen den Hanf.

Den Anfang macht der Fall von Toni Leon, dem der Führerschein

entzogen wurde, weil er nüchtern, aber mit unwirksamen

Restmengen des Cannabis-Wirkstoffs THC im Blut Auto

gefahren ist.

Die vor allem in Bayern übliche Praxis, wegen ein paar Gramm

Cannabis gleich Fotos und Fingerabdrücke von den Betroffenen

zu machen und Hausdurchsuchungen zu veranstalten,

wird der DHV rechtlich überprüfen.

Die Verfolgung von Cannabiskonsumenten ist schmerzliche

und teilweise bizarre Realität in Deutschland, allem Gerede

um die Einstellung von Strafverfahren bei „geringen Mengen“

Cannabis zum Trotz. Das will der DHV klar machen und zur

Diskussion stellen.

Dazu dient die DHV-PR-Kampagne „Schluss mit Krimi. Cannabis

normal.“ Es gibt über 3 Millionen aktuelle Cannabiskon-

Was weiß das lKA NRW

über gestrecktes Gras?

Pressemitteilung des DHV vom 23.09.2010

Das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen scheint seit

Monaten konkrete Kenntnisse über Streckmittel in Marihuana

zu verschweigen. Das ist eine erhebliche Gefahr für Leib

und Leben von Millionen deutschen Cannabiskonsumenten.

Derweil haben Hanffreunde über 1.000 Funde von gestrecktem

Marihuana beim Deutschen Hanfverband (DHV) gemeldet.

Die Probleme, die Streckmittel in Marihuana verursachen,

sind seit der Bleiepidemie in Leipzig Ende 2007 nicht abgeebbt.

Im Gegenteil: Nach Informationen des DHV hat der Prozentsatz

gestreckter Ware seitdem noch einmal dramatisch zugenommen.

Konsumentenaussagen zufolge sind bereits ganze

Städte mit dem gefährlichen Stoff überschwemmt. Gleichzeitig

berichten fast alle, die dieses Gras geraucht haben, von erheblichen

gesundheitlichen Problemen. Manche tragen sogar

schwere und dauerhafte Krankheiten davon, die für den Konsum

von Cannabis an sich nicht typisch sind. Kunststoff und

Zucker sind zwei häufig vermutete Streckmittel. Was genau

die Ware zum Teil ungenießbar, aber auf jeden Fall gefährlich

macht, weiß niemand so genau. Klar ist nur, dass es sich nicht

um reine Hanfblüten handelt. Das „Ekelgras“ funkt und fackelt

ab wie eine Wunderkerze, riecht nach Plastik und die Asche

hinterlässt ölige Rückstände.

Der DHV fordert schon seit langem, dass staatliche Institutionen

systematisch untersuchen, welche Streckmittel auf dem

Markt sind und welche Auswirkungen sie auf die Gesundheit

der Konsumenten haben. Aber die Bundesregierung will davon

nichts wissen. Man solle halt kein Cannabis rauchen, ist

die lapidare Antwort.

Bisher wurde nur ein kleines Fenster zur Aufklärung der Gefahr

geöffnet: es ist zwar möglich, bei der Apotheke der Rheinischen

Kliniken Viersen „unbekanntes Pflanzenmaterial“ auf

ganz bestimmte, vermutete Verunreinigungen testen zu lassen.

Das ist jedoch wenig hilfreich, wenn es keinen konkreten Verdacht

gibt, mit welchen Stoffen die Probe genau verunreinigt

wurde. Darüber hinaus ist die Fachapotheke technisch gar

nicht dazu in der Lage, alle Verunreinigungen herauszufiltern.

Und hier kommt das LKA NRW ins Spiel, ebenso wie die

Betroffene Julia Roth, die nach dem Konsum von gestrecktem

Marihuana schwer erkrankt war und wissen wollte, mit was sie

sich vergiftet hatte. Da sich die Studentin nicht anders zu helfen

wusste, hat sie ihre Erfahrungen mittlerweile auf einer eigens

eingerichteten Webseite veröffentlicht:

„Ich schickte einen Teil des vergifteten Marihuanas an die Apotheke

in Viersen, welche in der Lage ist, unbekannte Substanzen analytisch

zu untersuchen. Von dort wurde das vergiftete Marihuana an das

Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen weitegegeben, welches zu

diesem Zeitpunkt (Oktober 09) bereits eine Untersuchung zu diesem

Giftstoff durchführte, da laut Dr. Hellmut Mahler, der mit dieser Untersuchung

beauftragt worden war, einige Menschen, welche dieses

Marihuana ebenfalls konsumiert hatten, stationär behandelt werden

sumenten in Deutschland, über 12 Millionen haben Cannabis

zumindest probiert. Cannabis ist keine exotische Randerscheinung,

sondern für einen großen Teil der Bevölkerung normal.

Diese Leute sind keine Verbrecher und sollten auch nicht so

behandelt werden.

Nach einer repräsentativen EMNID-Umfrage, die der DHV

in Auftrag gegeben hat, spricht sich eine Mehrheit der Deutschen

für eine liberalere Cannabispolitik aus. Vor allem mit der

derzeitigen Verfolgung von Cannabiskonsumenten sind die

Befragten nicht einverstanden.

Die Zeit ist reif für einen entspannteren Umgang mit Hanf.

Schluss mit Krimi!

Betroffene, die bereit sind, der Öffentlichkeit ihre Geschichte zu

erzählen, melden sich beim Hanfverband:

info@hanfverband.de

oder bei der Werbeagentur Berlin, Leonie Franke:

lf@werbeagentur-berlin.de

mussten. (...) Ursprünglich sollte eine Pressemitteilung an die Bevölkerung

herausgegeben werden, da es sich laut LKA NRW bzw. der

Apotheke in Viersen um einen „gesundheitsschädlichen chemischen

Stoff“ handelt, welcher durch eine komplexe Untersuchung im Marihuana

identifiziert werden konnte. (...) Da nach ein paar Wochen

immer noch keine Pressemitteilung herausgegeben worden war, rief

ich erneut die Viersener Apotheke an, welche mir mitteilte, dass keine

neuen Informationen vorlägen. (...) Inkognito rief ich von einem

öffentlichen Apparat das LKA NRW an, um mit Dr. Mahler zu sprechen,

der eine Veröffentlichung der Informationen in Aussicht gestellt

hatte. Dies wurde mir allerdings verweigert und man stellte mich zu

Frau Hawelka von der Führungskommission Abteilung 5 durch. Ich

teilte ihr die Vorfälle mit und fragte, warum die Informationen, das

vergiftete Marihuana betreffend, nicht an die Presse weitergegeben

wurden. Daraufhin sagte Frau Hawelka: Was denken Sie eigentlich

wer Sie sind; Sie sprechen hier mit dem LKA NRW! Dann hätten Sie

das Marihuana eben nicht rauchen sollen!“

Die ungewöhnlichen Eigenschaften der untersuchten Probe

ähneln denen, die mittlerweile hunderte Konsumenten beim

Streckmittel-Melder des DHV beschrieben haben. Auch die gesundheitlichen

Folgeschäden, die Julia Roth auf ihrer Webseite

beschreibt, sind demnach kein Einzelfall.

Die derzeitige Bundesdrogenbeauftragte Dyckmans begründet

die Untätigkeit der Bundesregierung auch mit dem Argument,

man habe keine Hinweise auf Streckmittel in Marihuana

außer vom Deutschen Hanfverband.

Beim LKA NRW liegen nun offensichtlich entsprechende Hinweise

vor.

Dazu Georg Wurth vom Deutschen Hanfverband:

„Im LKA NRW wird eine Warnung vor gefährlichen Streckmitteln

scheinbar von ganz oben verhindert. Man will dort wohl das Thema

ebenso unter den Teppich kehren wie im Bundesgesundheitsministerium.

So gefährden die Behörden die Gesundheit eines erheblichen Teils

der Bevölkerung.“


22 #123 / 10.10

#123 / 10.10

23

hanf news

anderswo

Hanf-Ernte-Zeit

Die Hanfblütenernte bei Nutzhanf

Über Nutzhanffelder zur Faser,- Schäben- und Samengewinnung

haben wir schon häufiger berichtet, doch auch

die (fast) THC-freien, legalen Blüten des Nutzhanfs haben eine

Menge Anwendungsgebiete, von denen selbst die meisten Bauern,

die in der EU zugelassene Hanfsorten kultivieren, wenig

wissen. Momentan gibt es in Deutschland nur einen Betrieb,

der sich der Weiterverabeitung von legalen Hanfblüten, grown

in Germany, widmet: Hanf-Zeit.

Im Juni 1997 begann die Firma Hanf-Zeit mit einem kleinen

Hanf-, Head-, und Growshop im westfälischen Detmold. Dort

wurden langsam mehr und mehr Kontakte zur Hanfszene geknüpft.

1999 folgte dann der Umzug nach Steinheim. Als sich

dann im Sommer des selben Jahres die Möglichkeit bot, ein

kleines Nutzhanffeld zu ernten und zu verarbeiten, entstanden

die ersten eigenen Produkte. Die Pflanzen wurden per Hand

geerntet, nach alt bewährter Methode gebündelt und in großen,

gut gelüfteten Scheunen auf Leinen zum schonenden Trocknen

aufgehangen. Da sich so die Aromen am besten entfalten

können und um eine höchstmögliche Qualität der Waren zu

erzielen, verarbeiten und trocknen die Hanf-Pioniere aus Ostwestfalen

ihre Blüten auf diese aufwendige Art und Weise und

bürgen somit für einen hohen Rohstoffstandart.

Mittlerweile bringen die beiden Firmeninhaber Bianca und

Stefan jedes Jahr aufs Neue eine fette, legale Hanfernte ein und

verarbeiten Blüten und Blätter und Samen zu den verschiedensten

Produkten, wobei ihr Angebot mittlerweile über 50 Artikel,

vom ätherischem Öl über Hanföl , Kosmetika bis hin zu

Wasserpfeifen-Tabak umfasst. Selbstverständlich alle THC-frei,

lebensmitteltechnisch geprüft und legal.

Das exzessiv-Team hat die Einladung von Hanf-Zeit gerne angenommen,

sich die Hanfernte und Verarbeitung einmal näher

anzuschauen, das Video gibt es dann ab Mitte Oktober auf unserem

exzessiv-channel: youtube.de/exzessivdasmagazin

Angekommen in Steinheim interessieren sich die beiden exzessiven

Reporter dann natürlich brennend für das Hanffeld,

das ganz unauffällig hinter dem örtlichen Supermarkt wächst

und gedeiht. Als wir ankommen, ist Stefan gerade dabei, eine

Reihe Hanfpflanzen mit Hilfe einer am Traktor befestigten

Schneidvorrichtung zu ernten.

Anders als bei der reinen Faserhanfgewinnung wird hierbei

sehr behutsam vorgegangen, um so auch Blüten und Blätter

weitesgehend zu schonen. Vor ein paar Tagen haben die

fleißigen Helferinnen und Helfer bereits einen guten Teil der

unteren Blätter abgeerntet, so dass jetzt nur noch der oberste

Teil der Pflanzen Blüten und Blätter trägt. Der wird dann abgeschnitten

und in der nebenstehenden Halle weiter verarbeitet:

Zuerst werden, ähnlich wie beim illegalen Cannabis-Anbau,

die noch verbliebenen großen Blätter abgezupft, dann separat

gesammelt und getrocknet. Zusammen mit den zuvor geernteten

Blättern dienen sie so als Grundlage für viele Teemischungen.

Die verbleibenden Blütenstände werden jetzt zu Sträußen gebunden

und zwei bis drei Wochen luftgetrocknet, im Gegensatz

zur Schnelltrocknung bleibt so das volle Aroma der Pflanze

erhalten. Nun beginnt die eigentliche Weiterverarbeitung

der Blütenstände:

Die Hanfblüten werden von Stiel getrennt, mehrfach handgesiebt

und gereinigt, wobei Samen und kleine Ästchen entfernt

werden. So entsteht das „Hanfblütenmehl“, die Grundlage für

die Tee- und Backwarenproduktion.

Für die auch in der Apotheke erhältlichen Anti-Stress-Duftkissen

werden ganze, stark duftende Blüten handverlesen und

in Säckchen vernäht. Durch die Körperwärme werden die ätherischen

Öle der Hanfblüten freigesetzt und entfalten so ihre

wohltuende, entspannende Wirkung.

Last but not least fallen bei der Blütenverarbeitung eine Menge

Samen an, die dem kleinen Familienbetrieb in der hauseigenen

Ölmühle zu hochwertigen Hanföl weiterverarbeitet werden.

Alle zwei bis drei Wochen, also immer frisch, kaltgepresst

und somit reich an hochwertigen Inhaltsstoffen.

Hanföl ist ein hervorragendes und sehr wohlschmeckendes

Speiseöl, einzigartig in der Natur ist sein Verhältnis von etwa

3:1. Linolsäure (50-70%) sowie Alpha-Linolensäure (15-25%).

Diese langkettigen Fettsäuren, auch Omega-3 und Omega-6

Fettsäuren genannt, üben einen positiven Effekt auf verschiedenste

Stoffwechselvorgänge aus.

Nach getaner Arbeit zeigen Stefan und Bianca uns noch den

ein paar hundert Meter entfernt gelegen kleinen Laden, in dem

sie ihre hausgemachten Produkte sowie ein kleines Sortiment

für die örtlichen „Cannasseure“ anbieten. Nebenan ist auch

gleich die Küche, in denen die leckeren Hanfblütenkekse und

allerlei Naschwerk hergestellt werden und fast noch ofenwarm

zum Verkauf angeboten werden können. Wie ein Hofladen,

eben nur für Hanf.

HANF-ZEIT

Lother Höhe 7

32839 Steinheim / Germany

Tel.: +49 52 33 / 99 74 76

Fax: +49 52 33 / 99 74 77

info@Hanf-Zeit.com

www.Hanf-Zeit.com

Mo.- Fr.: 13.00 - 18.30 Uhr Ha Jo: Hallo Bianca, Hallo Stefan.

Hanf-Zeit: Hallo Ha Jo.

Text & Fotos: Michael Knodt

Ein Gespräch am Rande

des Hanffelds:

Ha Jo: Seid ihr zufrieden mit der diesjährigen Ernte?

H-Z: Oh ja. Wir hatten zu Anfang Probleme mit dem Saatgut

und mussten ein zweites Mal aussähen. Eigentlich viel

zu spät, aber wie man sehen kann, ist es ja doch noch geworden.

Dank des guten Wetters im Juli und einiger extra Stunden

für die Bewässerung ist das Ergebnis dennoch gut.

Ha Jo: Nehmt ihr eigene Samen von den vergangenen

Ernten?

H-Z: Nein, das geht aufgrund der EU-Verordnung zu

Nutzhanf nicht. Es gibt einen Sortenkatalog, aus dem wir

wählen können, wo wir welches Saatgut kaufen. Das Blöde

dabei ist, dass der sowieso schon begrenzte Sortenkatalog

nie verfügbar ist, wenn wir Saatgut einkaufen wollen. Wir

haben dieses Jahr wieder mal die Sorte Chamaeleon, die wir

eigentlich wollten, nicht bekommen. Außerdem sind bei der

ersten Aussaat nur 10 Prozent der Samen gekeimt und wir

mussten neues Saatgut besorgen.

Ha Jo: Also ist die Situation für Hanfbauern immer

noch besonders?

H-Z: Auf jeden Fall. Anderes Beispiel. Ich kann meine

Fasern nicht gewinnbringend verkaufen, weil hier in der

Gegend zu wenig Bauern Hanf anbauen. Eie mobile Aufschlussanlage

für Hanffasern lohnt sich nur, wenn mehrere

kleine Bauern sich zur Ernte und Verarbeitung zusammentun

oder wenn es wie in der Uckermark einen größeren,

Hanf verarbeitenden Betrieb gibt. Wir sind in der Gegend

die einzigen und bekämen noch nicht einmal die Produktionskosten

wieder rein, wenn wir alleine so ein Gerät mieten

oder gar kaufen.

Ha Jo:Trotzddem seid ihr mittlerweile Arbeitgeber

und habt auch den Rückhalt der Alt-Eingessenen hier

vor Ort?

H-Z: Ja, zur Erntezeit beschäftigen wir ja auch schon ein

paar Leute aus dem Ort. Wir machen das ja schon über zehn

Jahre hier und mittlerweile kennen uns alle und wissen

auch, was es mit unseren Hanf auf sich hat. In den ersten

Jahren hat wohl hier und da jemand versucht, ein paar geklaute

Pflanzen zu konsumieren, und schnell gemerkt, dass

es sich dabei um ein sinnloses Unterfangen handelt. Mittlerweile

lassen sie den Hanf in Ruhe, bis wir selbst zur Tat

schreiten.

Ha Jo:Auch die Polizei?

H-Z: Die kennt uns ja auch schon und weiß, dass wir ausschließlich

zugelassene Sorten mit einem THC-Gehalt von

nicht mehr als 0,2 Prozent anbauen. Wie fast überall auf

dem Lande haben sich die Ermittler auch bei mir schon einmal

per Hausdurchsuchungsbefehl von der THC-Freiheit

unseres Anliegens überzeugt, aber seitdem lassen sie unseren

Betrieb und uns eigentlich in Ruhe.

Ha Jo:Dann wünsche wir euch weiterhin viel Erfolg

und eine erfolgreiche Ernte 2010. Tschüss und danke

für das Gespräch .

H-Z: Tschüüs.

California Dreamin‘

Die Proposition 19

Während die Drogengesetze in Deutschland fest in Bundeshand

sind, können US-amerikanische Einzelstaaten

in diesem Politikbereich auch gegen den Willen der Regierung

in Washington aktiv werden. Traditionell werden entsprechende

Initiativen jedoch nicht von den Gouverneuren oder

Parlamenten, sondern von engagierten Bürgern eingebracht

und per Volksentscheid (ballot proposition) entschieden.

Die Einwohner Kaliforniens nutzen ihr aktives Mitbestimmungsrecht

relativ häufig. Keine der Entscheidungen der letzten

Jahre wird jedoch mit solcher Spannung erwartet wie die

„Proposition 19“ genannte „Initiative zur Legalisierung von

Cannabis als Genussmittel“ (Der Spiegel).

Aber halt: Ganz so frei wie es deutsche Schlagzeilen vermuten

lassen, will die Initiative den Umgang mit Marihuana und Haschisch

nicht gestalten. Nicht umsonst lautet der wirkliche Titel

„Regulate, Control and Tax Cannabis Act of 2010“, also etwa

„Regulierungs-, Kontroll- und Steuergesetz für Cannabis“.

Tritt das Gesetz in Kraft, bringt Prop19 den Kaliforniern folgende

Neuregelungen:

• Personen, die älter als 21 Jahre sind, dürfen bis zu 28 Gramm

Marihuana für den persönlichen Bedarf besitzen, auf Privatgelände

für den persönlichen Bedarf auf bis zu 2,3 m² Cannabis

anbauen und es an „nichtöffentlichen Orten“ bzw. in

lizenzierten Konsumräumlichkeiten verbrauchen

• Kommunen wird es möglich sein, Läden zu genehmigen, in

denen der Verkauf von bis zu 28 Gramm Cannabis pro Transaktion

legal ist, die Öffnungszeiten dieser Läden zu bestimmen

und räumliche Einschränkungen zu verordnen

• Kommunen dürfen die staatlichen Mengenbeschränkungen

für Besitz, Anbau und Transport für das Stadtgebiet außer

Kraft setzen und eigene (höhere) Grenzwerte bestimmen

• Kommunen und Staat dürfen spezielle Cannabissteuern und

andere Abgaben erheben (um die Kosten des legalen Marihuanamarktes

zu finanzieren)

Primäres Ziel des „California Cannabis Act“ ist dabei nicht

die Entkriminalisierung der Cannabiskonsumenten, dank äußerst

liberaler „Medical Marijuana“-Regeln sind Konsumenten

in Kalifornien nur noch selten Ziel staatlicher Drogenjäger, sondern

die Gesundung der Staatsfinanzen.

50 Dollar pro Unze bzw. 1,35 Euro pro Gramm soll die neue

Steuer nach Empfehlungen des State Board of Equalization

(BOE, kalifornisches Finanzamt) betragen. Sie würde mindestens

1,4 Milliarden US-Dollar (rund 1 Milliarde Euro) pro Jahr

in die stets klamme Staatskasse spülen.

Die Erfolgsaussichten der „Proposition 19“ sind gut. Zwar lagen

die Befürworter bei Live-Interview-Studien mit 44 zu 48

Prozent hinten, bei anonymeren Befragungsmethoden z.B. der

automatisierten, maschinellen Telefonbefragung erreichte die

Initiative hingegen durchweg gute Zustimmungswerte (zuletzt

47% Ja/ 38% Nein).

Die Aussicht auf einen Sieg der Initiative am 2. November

2010 hat indes zu einem Bruch in der Legalisierungsszene Kaliforniens

und ganz Nordamerikas geführt. Inzwischen wird

szeneintern weit heftiger über Für und Wider gestritten, als

zwischen den Initiatoren und „Anti-Drogen-Kriegern“.

Mehr zum Thema auf Seite 7 und auf:

http://de.wikipedia.org/wiki/Proposition_19_%28Kalifornien%29

No on Proposition 19

Die Prop19-Gegner, getragen wird der szeneinterne Widerstand

vor allem von Anwälten und Patientenvertretern,

bemängeln die unklare Formulierung des Gesetzes.

So sei völlig unklar, ob die Kommunen überhaupt Verkaufsstellen

und Anbauorte lizensieren, welche Höhe die

Cannabissteuer und welche Folgen Verstöße z.B. gegen das

Verbot des Konsums von Cannabis in der Öffentlichkeit haben

werden.

Die Gegner der Initiative stören sich darüber hinaus daran,

dass es sich bei Prop19 primär um ein Steuergesetz handelt.

Sie fühlen sich an den Marijuana Tax Act von 1937 erinnert,

der die Hanfprohibition einläutete, und befürchten, dass gewonnene

Privilegien ebenso schnell wieder entzogen werden

können.

Außerdem bemängeln sie übertrieben harte Regeln zum

Jugendschutz. Insbesondere die Bestrafung der Weitergabe

an Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahre mit drei bis fünf

Jahren Gefängnis bzw. an Jugendliche zwischen 18 und 21

Jahren mit sechs Monaten Gefängnis und 1000 US-Dollar

Geldstrafe wird scharf kritisiert.

Die Höhe der Strafe stehe in keinem Verhältnis zum möglichen

Schaden durch das risikoarme Genussmittel.

Last but not least ruft die geplante Regelung des Anbaus

Widerspruch hervor. Laut Prop19 darf der Cannabisanbau

nur in Privaträumen bzw. an lizensierten Orten geschehen

und darüber hinaus nicht delegiert werden.

Patienten mit Erkrankungen des Bewegungsapparates,

Menschen in Mietwohnungen und Trailerparks werden, so

die Befürchtung, durch den Cannabis Act vom legalen Anbau

ausgeschlossen.

Yes on Proposition 19

Text: Steffen Geyer

Die Befürworter der Initiative, insbesondere das Netzwerk

rund um den Kanadier Marc Emery und die US-

Konsumentenvereinigung NORML engagieren sich, sehen

in der Prop19 einen wichtigen Schritt hin zu einem vollständig

legalen Hanfmarkt. Sie versprechen sich, dass die

sprudelnden Steuereinnahmen andere Bundesstaaten zur

Nachahmung motivieren und bereiten bereits analoge Entscheidungen

in den „Medical-Marijuana-States“ vor. Im

California Cannabis Act sehen sie den Türöffner für eine

mittelfristig weltweite Legalisierung von Hanf als Rohstoff,

Medizin und Genussmittel.

Chris Conrad gerichtserprobter Marijuana-Sachverständiger

und offizieller Sprecher der Initiative legt in Interviews

besonderes Augenmerk darauf, dass mit Inkrafttreten der

Initiative Cannabiskonsumenten erstmals „legal“ leben können.

Bisher werden selbst Cannabispatienten nur „geduldet“

und müssen Verfolgung befürchten, wenn ihre Aktivitäten

in das Visier bundesstaatlicher Behörden wie der DEA

kommen. Prop19 hindert diese Behörden an der Strafverfolgung,

solange keine Staatsgrenzen überschritten werden.

Wichtig ist den Initiatoren außerdem, dass die Kommunen

deutlich mehr Einfluss in der Cannabispolitik bekommen.

Die Anzahl und Art der Verkaufsstellen, ja sogar die beliebige

Steigerung der Bedarfsgrenzen liegt in ihrer Hand. Dies

soll schnellere Reaktionen auf „Fehlentwicklungen und Marihuanaprobleme“

ermöglichen. Die Entlastung der Polizei,

von Gerichten und Gefängnissen ist zwar nicht Bestandteil

des Initiativtextes, wird aber von Organisationen wie LEAP

(Law Enforcments Against Prohibition, etwa Gesetzeshüter

gegen das Drogenverbot) als gefälliger Bonus begrüßt.


24

messe news

29. – 31.10.2010 Wien

Cultiva Hanfmesse 2010

Eventpyramide Wien -

Das Kultevent

Zum dritten Mal findet die Hanfmesse CULTIVA vom 29.

- 31. Oktober in der Eventpyramide bei Wien statt. Nach

dem Erfolg des Vorjahres mit über 9.000 Besuchern wurde die

Ausstellerfläche um 2.000 m² vergrössert. In dem einzigartigen

botanischen Garten der 42m hohen Glaspyramide präsentieren

über 100 internationale Aussteller alles um das Thema Hanf.

Neben Kleidung, Kosmetik, Baustoff, Ernährung und Literatur

werden viele Kuriositäten die Besucher begeistern. Jeder Messegast

kann sein eigenes Hanfseil drehen oder an der Kochshow

von Hanfkoch Friedrich Pinteritsch teilnehmen. Marrokanische

Köche schlagen ihr Beduinen-Zelt im Garten auf und servieren

frische mediterrane Küche und Hanfbier.

Erstmalig finden auf einer deutschsprachigen Hanfmesse drei

Kongresse parallel statt: Dieses Jahr ist das Schwerpunktthema

Hanf in der Medizin. Mehr als 20 Ärzte und Medizinwissenschaftler

aus aller Welt stellen Forschungsergebnisse vor und

präsentieren Neuheiten über die vielen Anwendungsmöglichkeiten

in der modernen Medizin. In den Workshops und

Podiumsdiskussionen können sich Besucher mit Ärzten über

individuelle Themen austauschen. Parallel finden auf einem

allgemeinen Hanfkongress Vorträge über Hanf als Baustoff,

Hanf und Recht und vielen weiteren Themen statt.

Da auf einer Hanfmesse auch die Unterhaltung nicht zu kurz

kommen darf, spielen DJs während der gesamten Messe angenehm

chillige Grooves. Erstmalig findet auf der Hauptbühne

eine internationale Modeshow und Dance-Performance statt.

Internationale Designer präsentieren ihre Kreationen aus Hanf

und Naturfasern. Darüber hinaus gibt es Lesungen und Filmpräsentationen.

Den guten Klang von Hanf demonstriert die

Gruppe „Umbrella Jungle“ mit einer Performance auf Instrumenten

aus Hanf. Mit Spannung wird dieses Jahr die Show von

Mr. Nice, dem weltweit erfolgreichsten „Hanfverkäufer“, erwartet.

Die offizielle Cultiva Party findet am 30. Oktober in der

Messediskothek „Park Royal“ statt, wo internationale Bands

und namhafte DJs auftreten.

Und vergesst nicht, das Hanf Journal- und Exzessiv-Team am

Messestand 41 zu besuchen.

Weitere Infos auf Anfrage an info@cultiva.at und auf der Cultiva

Homepage www.cultiva.at …

Cannafest

Výstaviště Incheba Holešovice / Prag CZ

Tram-Station: Výstaviště

Linie: 9, 12, 14, 15, 17

Öffnungszeiten

Freitag, 19. November 2010 11:00 – 19:00

Sonnabend, 20. November 2010 11:00 -20:00

Sonntag, 21. November 2010 11:00 19:00

Preise:

Tagesticket: CZK 150 (EUR 6)

3-Tagesticket CZK 300 (EUR 12)

Ermäßigt (Studenten, Rentner, Erwerbslose...) CZK 125 (EUR 5)

Handicapped FREE

Besucher unter 18 Jahren müssen in Begleitung eine Erziehungsberechtigten

sein. Ermäßigte Tickets nur gegen Vorlage

eines entsprechenden Ausweises

Mutterpflanze von Flowery Fields, Cultiva 2009 - Foto: marker

3. Hanffachmesse Cultiva

Eventhotel Pyramide

Parkallee 2

A-2334 Vösendorf

Öffnungszeiten 11:00 - 20:00

#123 / 10.10

Preise:

Vorverkaufspreis: 12,- Euro

Tageskasse: 15,- Euro

Tageskasse: 12,- Euro für Studenten, Pensionisten, Behinderte

Personen mit gültigem Ausweis.

Für Gruppen ab 10 Personen Preis nach Vereinbarung unter

info@cultiva.at

Jugendliche unter 18 Jahren nur unter Begleitung eines

Erwachsenen.

19. – 21.11.2010 Prag

Cannafest Hanfmesse 2010

Blühender Hanf - Foto: Peter Marks

Die grösste internationale

Hanfmesse in Tschechien

Nach der Messe ist vor der Messe, so geht’s in Prag am

19.November gleich munter weiter mit der „Cannafest“

im Messezentrum „Lunapark“. Neben den Bereichen natürliche

Rohstoffe, Growing, Zubehör, Medien, Institutionen und

Kunst beinhaltet das begleitende und professionelle Programm

den medizinischen Gebrauch von Cannabis sowie Cannabis

als Baustoff und Kleidung. Ausserdem gibt es kompetente

Beratung in Sachen Growing, Workshops, Kochlektionen, das

Cannafest Cinema, eine Hanfmodeshow, eine Ausstellung zur

Geschichte von Cannabis sowie gute DJs und allerlei Wettbewerbe.

Unsere tschechische Schwesterzeitung Konoptikum ist

natürlich ganz vorne mit am Start, und auch das Hanf Journal,

exzessiv.tv sowie die Redakteure vom Spliff und unserer ukrainischen

Konoplyana Prawda werden vor Ort sein, um Fragen

zu beantworten und hanfige Kontakte zu knüpfen. Das riesige

Messegelände ist etwas abseits aber dennoch zentral gelegen,

gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Auto zu erreichen

und bietet neben einem großzügigen Ausstellungsgelände

noch zahlreiche Freizeitmöglichkeiten für einen mehrtägigen

Besuch. Auch die wunderschöne Altstadt ist nur ein paar

Tram-Stationen entfernt und Prag hat in Sachen Hanfkultur ja

eine Menge zu bieten, wovon sich unsere Leser/innen besonders

im Laufe des vergangenen Jahres immer wieder überzeugen

konnten.

Ende November feiert Prag zusammen mit der stetig wachsenden

Hanfgemeinde unseres kleinen, liberalen Nachbarlandes

das Cannafest. Denn anders als wir verstehen es die Bürger/innen

Tschechiens, die ökonomischen Vorteile der Hanfpflanze

großflächig zu nutzen. So ist uns Prag nicht nur eine, sondern

gleich zwei Messen wert.

Alle Informationen unter www.cannafest.cz


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messe news

Hanfboom in Prag

Die Cannabizz in Tschechien wird zum Besuchermagnet

Text: Michael knodt - Fotos: Susanne Winter, Roly, marker

Die erste Hanfmesse der Tschechischen Republik war überfällig.

Das haben die über 12.000 Besucher der Cannabizz

vom 17. bis 19.September 2010 eindrucksvoll bewiesen. Nicht

nur aufgrund der relativ liberalen Gesetzeslage, sondern auch

weil in unseren kleinen Nachbarland das Wort Toleranz noch

mehr als eine leere Blase ist, wurden die drei Tage im Zeichen

der Hanfpflanze ein voller Erfolg, zu dem auch das Sowjet-

Team in Form von Konoptikum, Spliff, Konoplyana Prawda,

Hanf Journal und exzessiv.tv als Mit-Organisatoren einen kleinen

Teil beitragen durften.

Den exzessiven Messefilm zur cannabizz gibt es selbstredend

demnächst auf www.youtube.de/exzessivdasmagazin.

Schon am ertsen Tag, an dem traditionell eher Austeller und

Händler zugegen sind, fanden im Prager Feierabendverkehr

die Zuschauerströme den Weg Richtung Veranstaltungsort. Bei

der Thomava Halle handelt es sich nicht um eine Messehalle

im übliche Sinne, der riesige Gebäudekomplex erinnert an eine

Industruine aus sozialistischer Zeit, in der dem Zeitgeist ent-

sprechend auch in unregelmäßigen Abständen Theateraufführungen

stattfinden. Also genau das Richtige für eine Messe, die

sich ein wenig abseits vom Mainsteam bewegt. Zugegeben, einige

Dinge wirkten aufgrund der baulichen Vorraussetzungen

ein wenig improvisiert, jedoch immer im Detail liebevoll gelöst.

All das sowie die Großzügigkeit der Halle, die trotz hohem

Andrangs kaum Besucherstaus entstehen ließ, verbreitete

eine gute Atmosphäre unter Besuchern und Austellern, die ihre

Produkte aus allen nur erdenklichen Bereichen der Hanfkultur

anboten:

Natürlich waren wieder zahlreiche Grow- und Headshops

vertreten, viele davon aus der Tschechischen Republik, in der

es mittlerweile in fast jeder Kleinstadt ein solches Fachgeschäft

gibt. Auch der Nutzhanfbereich ist in Tschechien wieder kräftig

auf dem Vormarsch und so konnte man an den verschiedensten

Ständen Nutzhanfpflanzen bewundern und sich über deren

Weiterverarbeitung zu Cremes, Kleidung oder Speiseöl informieren.

Die Cannabinoidmedizin ist zwar in der Tschechischen

Republik noch illegal, in der Praxis werden Menschen, die ein

paar Pflanzen als Schmerzmittel oder Appetitanreger anbauen,

aber nicht verfolgt. Auch in tschechischen Apotheken finden

sich zahlreiche Cremes, Salben und allerlei andere Produkte

auf Hanfbasis, selbstverständlich (noch) alle THC-frei oder -

arm.

Auch die Stecklingshändler aus Österreich, Flowery Field und

Botanix, konnten ihre nicht blühenden Mutterpflanzen ausstellen,

ohne dass irgendjemand daran Anstoß genommen hätte.

Last but not least waren auch alle Samenbanken von Rang und

Namen vor Ort und konnten fast unbehelligt arbeiten, lediglich

der zu erwartende THC-Gehalt der jeweiligen Sorte musste in

den ausgelegten Katalogen unkenntlich gemacht werden. Das

ist zwar sonst in Tschechien anders, doch auf Messen ticken die

Uhren nicht nur hier ein wenig anders, mehr dazu später.

Wie immer hat sich unser Team auch nach Tops und Flops

umgeschaut, ohne jedoch wirklich Bahnbrechendes zu finden.

#123 / 10.10

And the winners are

Natürlich gab es auch wieder je einen Preis für

den coolsten Stand und das innovativste Podukt:

Den Preis für den besten Auftrittt, den Cannabizz

New Markets Award, hat das Hesi-Team eingeheimst,

wofür es auf der kommenden Cannabizz

2011 eine Freifläche von 20m² sowie ein fettes

Werbepaket vom Veranstalter gibt.

Das Produkt, das in der Gunst von Publikum und

Veranstalter ganz vorne lag, war der Vapocane,

den wir Euch ja schon im Hanf Journal vorgestellt

haben und von dessen Wirkungsgrad sich unser

Team vor Ort direkt überzeugen konnte :-).

Die fast nutzfreien LED-Ufos sind ganz verschwunden und

die hochgepriesene, neue LED-Technik scheint sich noch nicht

durchzusetzen, was unsere guerillia growing Redaktion schon

vor einiger Zeit vorausgesagt hatte. LED-Leuchtmittel für blühende

Pflanzen sind einfach noch nicht ausgereift. Der einzig

echte Hingucker im Growbereich war das neue aeroponische

System vom GrowTool: Für unter 500 Euro bietet die Grow In

AG in Zusammenarbeit mit growTool das GrowDeck an: Hierbei

handelt es sich um ein aeroponisches System, das mit hochwertigen

Sprühdüsen, die im Gegensatz zu allen bisher erhältlichen

Systemen einen feinen Sprühnebel erzeugen, anstatt nur

gegen die Wurzel zu tropfen. Die Einzelteile des GrowDecks

sind DIN-genormt, somit wirklich dicht und im Notfall sind in

jedem Baumarkt passende Ersatzteile zu haben.

Ganz groß im Kommen sind auch in Tschechien die Vaporizer:

Am Stand Verdampftnochmal.de, wo es fast alle hochwertigen

Vapos, die zur Zeit in Europa auf dem Markt sind,

zu bestaunen gab, bildeten sich ständig Trauben interessierter

Zuschauer, auch wenn ab Tag zwei keine selbst mitgebrachten

;-) Kräuter mehr inhaliert werden konnten, um Ärger mit den

ob der dichten Rauch- und Dampfschwaden unter der Hallendecke

leicht vergrätzten Ordnungshüter zu vermeiden.

Ein großes Big Up geht von dieser Stelle auch noch einmal an

Dipse: Der norddeutsche Waagenhersteller hat unser Team aus

einer Notlage befreit und mit einem edlen „Aktivistengrinder“

ausgestattet, der uns während der gesamten Zeit beste Dienste

geleistet hat.

Am zweiten Tag wurde die allzu öffentliche Kifferei den

reichlich präsenten Zivilkräften zu bunt und sie verlangten

vom Veranstalter, Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Das war es

dann mit dem Rauchen in der Halle, wer es dennoch tat, lief

Gefahr, festgenommen zu werden.

So leider auch der bekannte Hanfaktivist und Breeder Soma

aus den Niederlanden, der während seines Vortrages über Cannabis

als Medizin festgenommen und fast 48 (!) Stunden we-

›››

#123 / 10.10 27

news

››› Fortsetzung von Seite 26: Hanfboom in Prag

gen „der Weitergabe von Drogen“ festgehalten wurde, weil er

seinen Joint weitergereicht hatte. Ein solch kleinkariertes Verhalten

hätten auch wir von der Polizei vor Ort nicht erwartet,

aber man muss auch immer daran denken, dass Hanf auch dort

nur toleriert, nicht legalisiert ist und das kleine Land gerade

in dieser Hinsicht darauf bedacht ist, kein Aufsehen zu erregen.

Angst vor Schlagzeilen wie „Hanfparadies Tschechien“

sind nach der Berichterstattung der deutschen Medien der

vergangenen Jahre nicht ganz unberechtigt. Wo solche Aufmerksamkeit

hinführt, beweist eindrucksvoll das Beispiel Niederlande:

Das Coffeeshop-Modell läuft immer mehr Gefahr, an

der Gleichmacherei und dem Druck der anderen EU-Staaten

zu scheitern. Mittlerweile herrschen selbst in Ländern mit liberalen

Hanfgesetzen auf Hanf-Messen besondere Regelungen,

um dem allzu öffentlichen Konsum Herr zu werden, was wieder

mal die Doppelmoral einer „Tolerierung“ ohne gesetzliche

Grundlage offenbart:

• In Basel kann man während der Cannatrade in jedem Hanflädli

legal Hanfsamen kaufen - auf der zeitgleichen Hanfmesse

gibt es dafür Festnahmen.

• In Prag konnte man ungestört vor dem Nationaldenkmal kiffen,

während man in der Halle Gefahr lief, deshalb festgenommen

zu werden.

• In Amsterdam konnte man auswählen, in welchen Shop man

welche Sorte kauft und ungestört genießen. Auf der letzten

Amsterdamer Highlife-Messe wurde sogar versucht, den

Konsum komplett zu verbieten, selbst in den Raucherbereichen.

• In Österreich erklärt sich das Messehotel einfach komplett

zum Nichtraucherhotel, selbstverständlich nur, während der

vorwiegende Teil der Gäste auf der Hanfmesse tätig ist. Nach

Ende der Messe darf wieder wie gewohnt in der Bar und den

dafür vorgesehenen Zimmern geraucht werden.

Natürlich sind an so etwas nicht die Veranstalter schuld, die

Ordnungshüter hören einfach mal zufällig genau zur Messe

auf, wie sonst auch wegzuschauen, um daran zu erinnern, dass

man der ganzen Sache einfach mal den Saft abdrehen könnte,

wenn so eine Veranstaltung zu bekannt oder zu groß wird.

Nichtsdestotrotz herrschte die gesamten drei Tage eine sehr

entspannte Atmosphäre und besonders in der von Eurosales

gesponsorten Business Lounge konnte man bei einer gepflegten

Sportzigarette interessante Gespräche über neueste Growtechniken,

Produkte oder die besten Grassorten Prags führen. Am

Ende hatte jeder das Gefühl, noch eine Menge verpasst zu haben,

weil die Zeit einfach zu knapp war, die Informationsgier

unserer Nachbarn zu befriedigen. Aber dafür gibt es ja dann

schon bald die nächste Gelegenheit, denn in nur sechs Wochen

geht es weiter: Vom 19. bis 21.November 2010 findet schon die

nächste Hanfmesse in Prag statt. In den Messehallen von Holesevice

trifft sich die immer größere werdende Hanfszene, natürlich

auch unsere Konoptikum- Hanf Journal, Spliff und Konoplyana

Prawda Redakteure, zum CannaFest, um auch dort

wieder über die zahlreichen Anwendungs- und Nutzungsformen

einer der ältetsen Kulturpflanzen der Menschheit zu

informieren und daran zu erinnern, dass die Prohibition nicht

mehr zeitgemäß ist.

Wir freuen uns.

Fortsetzung von Seite1 ›››

„Bis an die Schmerzgrenze...

und darüber hinaus:

Gestrecktes Gras als Gefahr für Millionen“

die dort unabhängigen staatlichen Drogenberater in Großbritannien,

reihenweise gefeuert werden oder zurücktreten. Bei

uns geht die Regierung erst gar nicht das Risiko ein, das Gefahrenpotenzial

von Drogen von Wissenschaftlern bewerten zu

lassen, in Deutschland sind Politiker ohne Vor- oder Fachwissen

dafür zuständig. In Berlin weiß man ganz genau, dass das

große Lügengerüst, auf dem die Drogenpolitik und hier insbesondere

die Cannabisprohibition basiert, bei dem heutigen

Informations- und Vernetzungsstand der Bevölkerung schnell

zusammenbrechen könnte, sobald Emotionen durch rationales

Denken ersetzt werden.

Bedenkt man noch, dass weltweit agierende Terrornetzwerke

und Drogenkartelle 500 Milliarden US$ aus dem Geschäft mit

der Gier nach Rausch einnehmen, so erscheint es noch viel

unglaublicher, dass dieser Kreislauf durch seit 40 Jahren unwirksame

Gesetze weiterhin angeheizt wird. Matthias Bröckers

fasst es in seinem neuen Buch „Die Drogenlüge - Warum

Drogenverbote den Terrorismus fördern und Ihrer Gesundheit

schaden“ treffend zusammen: „[...]Dass die Ökonomie des Terrors

nicht von Mitüberweisungen und Kleinspenden gefüttert wird, ist

zwar alles andere als ein Geheimnis, wird aber dennoch nicht thematisiert[...].“

Diese Tatsache hat ganz direkt etwas mit dem Status unseres

Feierabendjoints zu tun. Viele, die nur „Bio“ oder „Fair Trade“

kaufen, sind bei der Auswahl ihrer Grasquelle weniger wählerisch,

aber: Während man schön entspannt vor der Glotze seine

wohlverdiente Tüte raucht, vermengen korrupte Großdealer

zwei Kilo Gras aus Profitgier mit allem, was glänzt, in Mexiko

stirbt ein Journalist, der kritisch berichtet, in Afghanistan wird

ein Hanf-Bauer bei einem „Road Block“ erschossen und einen

Tag später zerbombt dessen Bruder einen Konvoi der Bundeswehr.

In der gleichen Zeit werden in Deutschland zehn kleine

Hanfbauern verhaftet, deren Gras nie und nimmer in den Handel

käme.

Komplexe Zusammenhänge sind aber schwerer vermittelbar

als das zur Zeit geltende schwarz/weiß Schema: „Gute Droge

- böse Droge“ und so nimmt man verbleite Cannabiskonsumenten

als Kollateralschaden im War on Drugs einfach hin.

Dazu gibt es Propaganda passend zum Feindbild: „Selbst

Schuld an der Bleivergiftung“ klingt wie „Keiner hat die Absicht,

eine Mauer zu bauen“: Wer zu spät kommt, den bestraft

die Geschichte.

Nicht nur im Osten.

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