MarienKonkret 85 Frühling 2017

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Unternehmensmagazin | St. Marien-Krankenhaus Siegen, GSS Gesundheits-Service Siegen und MVZ Medizinisches Versorgungszentrum am St. Marien-Krankenhaus Siegen

Unternehmensmagazin 85 | Frühling 2017

MarienKonkret

St. Marien-Krankenhaus Siegen, GSS Gesundheits-Service Siegen und MVZ Medizinisches Versorgungszentrum am St. Marien-Krankenhaus Siegen

Herz- und Gefäßzentrum

Südwestfalen gegründet

Seite 12

14 Report

18 Strategie

Deutschlands erster OP-

Roboter neuen Typs steht

in Siegen

Bundesgesundheitsminister

Gröhe besucht

St. Marien-Krankenhaus

26 Perspektive

Digital ankommen –

neuer Kugelschreiber

mit Datenerfassung


Inhalt

8

14

Konkret

4 Frühjahrsmüdigkeit

Mailbox

6 Kurznachrichten

7 Termine

Schwerpunkt

8 Nicht ganz dicht?

12 Alles fließt

Report

14 Bundesgesundheitsminister Gröhe

besucht St. Marien-Krankenhaus

28 Erster Spatenstich

Strategie

18 Zukunft beginnt heute

26

Gesundheit

22 Der stille Killer: Darmkrebs

Perspektive

16 Pflege kann siegen

26 Digital ankommen

34 Zulassung erhalten

Soziales

20 Besuch von Sabine Bätzing-Lichtenthäler

30

Großes Preisrätsel

Gewinnen Sie einen

Überraschungspreis

Panorama

24 Gesundheits-Tipps

30 Rätsel

32 Auf Leben und Tod

Intern

36 Wechsel in der Leitung der

Medizinischen Klinik III

38 Personalnews

Impressum:

Herausgeber: St. Marien-Krankenhaus Siegen gem. GmbH, Kampenstraße 51,

57072 Siegen, Siegen - HRB 3188, USt.-IdNr.: DE176257881,

Geschäftsführer: Christoph Rzisnik und Hans-Jürgen Winkelmann,

Vorsitzender des Verwaltungsrats: Bruno Sting

Kommunikation & Marketing: Dr. Christian Stoffers (V.i.S.d.P.), Tabea Wagener

Druck: Vorländer, Siegen

Satz & Layout: Dr. Christian Stoffers; Wilke kreativ, Hilchenbach

Bildnachweis: Fotolia, shutterstock, Thinkstock, K-MediaNews, Abbott,

Diagramm Halbach, TransEnterix

Leserbriefe, Bildbeiträge und Anmerkungen an die Redaktion „MARIEN konkret“

adressieren. Die Redaktion behält sich die Veröffentlichung und Kürzungen

eingereichter Unterlagen vor. Beiträge für die MARIEN konkret 2/2017 können

bis zum 15. Mai 2017 eingereicht werden.

MARIEN konkret Nr. 85, März bis Mai 2017, ISSN 1863-9356

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Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

Seit der letzten MARIEN konkret hat sich eine ganze Menge getan im und um das St. Marien-Krankenhaus.

Ein ganzer Strauß an Themen, allesamt berichtenswert. Wir wollen

Ihnen in der neuen Ausgabe unseres Magazins einiges davon präsentieren.

Nach intensiver Vorarbeit haben wir unlängst das neueste und zugleich größte „Kind“ unserer

„Zentrenfamilie“ der Öffentlichkeit vorgestellt: Das „Herz- und Gefäßzentrum Südwestfalen“

ist zweifellos ein Meilenstein unserer Entwicklung zum Schwerpunktversorger

im Bereich der Herz- und Gefäßerkrankungen. Interdisziplinäre Zusammenarbeit, ein intersektorales

Netzwerk an Fachleuten und ein spezialisiertes Ärzte- und Pflegeteam sind

die Erkennungszeichen dieses Zentrums, welches in seiner Größenordnung und Ausprägung

regional und überregional einzigartig ist.

Ebenfalls haben wir in unserem Schwerpunkt der Minimal-Invasiven Chirurgie investiert.

Gerade dort sind die Entwicklungsschritte in der Medizintechnik gewaltig und schreiten

insbesondere in puncto Digitalisierung massiv voran. Unser neues Robotic-Assistenz-System

in unserem Zentral-OP steht hier für einen weiteren Meilenstein auf dem Weg unseres

Unternehmens, die Zukunftsfähigkeit im Bereich dieser patientenschonenden Eingriffe im

OP sicherzustellen.

Das vergangene Jahr hat uns gezeigt, dass wir in den Ausprägungen und Teilbereichen

unseres Gesundheitsunternehmens, die nicht das reine Krankenhaus betreffen, ebenfalls

sehr gut aufgestellt sind: Eine herausragende Auslastungsquote unserer Plätze in den

Wohn- und Pflegeeinrichtungen, die erstmalige Zertifizierung unserer MVZ-Praxen und

unseres ambulanten Reha-Zentrums und der wachsende Markt für unsere Präventionsleistungen

sind hierfür deutliche Anzeichen.

Und für das Jahr 2017 haben wir uns einiges vorgenommen: So sind wir dabei, zusammen

mit anderen Krankenhausträgern der Region, das gemeinsame Aus- und Weiterbildungszentrum

für Gesundheitsberufe zu errichten. In unserem Altenhilfebereich werden wir

ein besonderes Projekt starten: eine spezielle Pflegeeinrichtung für dementiell erkrankte

Menschen in Netphen. Und nicht zuletzt haben wir auch mit dem regional bedeutsamen

Projekt der Umsetzung eines Medizinstudiengangs an der Universität Siegen eine exzellente

Möglichkeit, in Kooperation mit den anderen Siegener Krankenhausträgern, dem

Medizinernachwuchs eine Alternative zu den großen Metropolstudiengängen zu bieten.

Wir dürfen Sie alle einladen, diesen spannenden Weg zur ständigen Weiterentwicklung

unseres Unternehmens gemeinsam mit uns zu gehen.

Christoph Rzisnik

Geschäftsführer

Hans-Jürgen Winkelmann

Geschäftsführer

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Konkret

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35Krokusse sprießen, Birken ergrünen, Forsythien strahlen. Und wir?

Wir machen die Augen zu und schlafen – natürlich nicht im OP. Denn

wieder einmal geht sie um – die große Frühjahrsmüdigkeit. Was

kann man dagegen tun? Am besten hilft Sport. Bewegung ist gut für

den Blutdruck und macht insgesamt fit. Neueinsteiger ab 35 Jahre

und chronisch Kranke lassen sich am besten vor dem Start Grünes

Licht vom Arzt geben. Auch leichte Bewegung wie ein Spaziergang

um die Obernau lohnt sich schon.

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Mailbox

Neustart

Der Bereich Altenhilfe der GSS Gesundheits-Service Siegen

gem. GmbH, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der

St. Marien-Krankenhaus Siegen gem. GmbH, steht seit Januar

2017 unter neuer Leitung. Diana Ruhmöller, zuvor Geschäftsführerin

bei den AGO-Seniorenzentren, übernahm die Leitung

der Altenhilfe von Heimdirektor Willi Ax, der im Dezember 2016

in den Ruhestand getreten ist. Der neuen Leiterin gefällt an ihrer

Aufgabe, dass es hier „ein wirklich gutes Miteinander“ gibt.

„Es ist eine tolle Atmosphäre bei einem hohen Qualifikationsniveau

der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das kann man

nicht überall so finden.“

Besuch

Dass Altenpflege ein Beruf mit

Zukunft ist, darüber informierte

sich Sabine Bätzing-Lichtenthäler

(im Bild: zweite Person von

links), Ministerin für Soziales,

Arbeit, Gesundheit und Demografie

des Landes Rheinland-

Pfalz, im Winter bei den Wohnund

Pflegeeinrichtungen des

GSS Gesundheits-Service Siegen.

In einer lockeren Runde stellten

Auszubildende aus den Einrichtungen

Haus St. Klara Friesenhagen

und Haus Mutter Teresa

ihren spannenden Beruf vor.

Babyboom

Siegen hat nunmehr zwei gleich große Geburtskliniken. Unser Krankenhaus

hat erstmals die 1.200er Marke geknackt – 46% Mädchen und 54%

Jungen. 2009 gab es noch unter 700 Geburten in der Kampenstraße. Besonders

erfreulich: Der Anteil der Kaiserschnitte liegt unter 24 % (Region

35–45 %) und 94 % aller Geburten erfolgen ohne Dammschnitt. 88% der

Frauen haben bei Entlassung gestillt. Ein Dank an die Hebammen, Ärzte

und Pflegenden der Geburtshilfe.

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Pflege

Frank Schaan ist seit Januar

2017 der neue Pflegedirektor des

St. Marien-Krankenhauses Siegen.

Er durchlief den klassischen

Werdegang eines Pflegedienstleiters.

Nach seiner Ausbildung

zum Krankenpfleger leistete er seinen Zivildienst in einem Krankenhaus

und arbeitet viele Jahre als Intensivfachpfleger in verschiedenen

Kliniken im Ruhrgebiet. Seit 2000 war er in leitenden Positionen als

Pflegedienstleiter in unterschiedlichen Krankenhäusern tätig, zuletzt

als Pflegedirektor in Unna. Schaan studierte Pflegemanagement beim

Diözesan Caritasverband in Essen und erwarb an der Hessischen Berufsakademie

den Bachelor of Arts mit dem Schwerpunkt Business

Administration.

Preis

Die Katholische Sozialstiftung

Siegen-Wittgenstein verleiht zum

vierten Mal den Katholischen

Sozialpreis für herausragendes

soziales Engagement. Ausgezeichnet

werden Personen und

Organisationen, die sich mit den

besonderen Situationen oder Problemen notleidender oder sozial

benachteiligter Menschen in der Region des Dreiländerecks von

Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz intensiv beschäftigen.

Der Preis ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert und soll zu den

wichtigsten Auszeichnungen kirchlicher Einrichtungen in der Region

gehören. Die Teilnahmebedingungen sind im Internet unter katholische-sozialstiftung.de

zu finden.

Austausch

Ärztinnen und Ärzte aus sechs

Krankenhäusern zwischen Freiburg

und dem Niederrhein informierten

sich über das Siegener

Refluxzentrum. Ernährungsmedizin,

Diagnostik und operative

Optionen standen im Zentrum

der Veranstaltung. Vorträge und Diskussionen wurden gefolgt von

Operationen. Hier konnten zwei verschiedene Operationen bei einer

Refluxerkrankung (Sodbrennen) demonstriert werden. Dabei kann

Dr. Dietmar Stephan als verantwortlicher Operateur auf eine große

Erfahrung bei der Implantation von Neuromodulatoren der Speiseröhre

verweisen.

Termine

500 Jahre Reformation

Am 17. März um 19.30 Uhr findet im

Ambulanten Zentrum Albertus Magnus

die Podiumsdiskussion „500 Jahre Reformation

– vom Konflikt zur Gemeinschaft“

statt.

6. Siegener Gelenktag

Am 25. März um 9.00 Uhr organisiert

die Orthopädische Klinik den sechsten

Siegener Gelenktag. Die Veranstaltung

findet im Apollo-Theater in Siegen statt.

Wie in den Vorjahren werden über 800

Besucher erwartet.

Abschied von Professor Gassmann

Am 7. April um 18.00 Uhr verabschiedet

das St. Marien-Krankenhaus Siegen Prof.

Dr. med. Winfried Gassmann offiziell in

den Ruhestand. Bei dem Festakt – es

wird hierzu gesondert eingeladen – wird

auch sein Nachfolger, Prof. Dr. med.

Ralph Naumann, vorgestellt werden.

2. Siegener Pflegekongress

Nach der sehr guten Resonanz zum

ersten Siegener Pflegekongress im

Kulturhaus Lÿz, freuen sich die Veranstalter

schon jetzt den Termin zur zweiten

Veranstaltung am 26. April ankündigen

zu können. Ein Ziel dieser Veranstaltung

ist es, dass sich Pflegende aller Versorgungsbereiche

mit aktuellen Themen

der Berufsgruppe Pflege und deren

Weiterentwicklung auseinandersetzen.

Benefiz-Konzert

Am 11. Juni findet in der Siegener

Altstadt-Kirche St. Marien ein Benefiz-

Konzert zugunsten des Hospizbaus

statt. Organisiert wird das Konzert von

Tanja Wagener, Landtagsabgeordnete

und Mitglied im Stiftungsrat der

Katholischen Sozialstiftung Siegen-

Wittgenstein.

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Schwerpunkt

Nicht ganz

dicht?

MitraClip bei Mitralklappen-

Insuffizienz im neuen Herz- und

Gefäßzentrum Südwestfalen

Noch vor ein paar Jahren hätte Werner G.*

keine andere Wahl: Nach aufschiebender

medikamentöser Behandlung hätten Mediziner

dem 69-Jährigen den Brustkorb aufgesägt,

sein Herz zum Stehen gebracht, die verkalkte

Herzklappe zwischen der linken Herzkammer und

der Hauptschlagader entnommen und eine neue

Klappe eingenäht. Jetzt liegt der Rentner äußerlich

kaum versehrt auf dem Operationstisch eines

der Herzkatheter-Labore des Herz- und Gefäßzentrums

Südwestfalen; gleich wird der Schlauch des

Herzkatheters über seine Leiste eingeführt, mit

mittels dessen der Mann einen „MitraClip“ erhalten

soll.

Die MitraClip-Therapie ist in Anlehnung an ein

lang erprobtes herzchirurgisches Rekonstruktionsverfahren,

dem „Alfieri-Stich“, entwickelt worden.

Hierbei wird eine Verminderung der Klappenundichtigkeit

durch Schaffung einer Nahtverbindung

in der Mitte der beiden Mitralsegel erreicht. Erst

wenn diese Therapie nicht mehr greift, müsste eine

Herzklappe eingesetzt werden – dann jedoch auch

nicht zwangsläufig mit dem großen Schnitt.

Routine bei Eingriff

Die Fachkrankenpfleger im Herzkatheter-Labor

bereiten für den MitralClip alles vor. Stress kommt

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Schwerpunkt

Das Verfahren

nicht auf, da ein solcher Eingriff mittlerweile Routine

in der Siegener Kampenstraße geworden ist.

Der Kardiologe schiebt mit viel Fingerspitzengefühl

den Katheter von der Leistenarterie über die Bauchschlagader

peu à peu bis ins Herz.

Die Platzierung des Clips erfolgt unter vor allem

unter echokardiographischer Kontrolle. Dadurch

sind die erforderlichen Durchleuchtungszeiten relativ

gering. Röntgenkontrastmittel sind regelmäßig

nicht erforderlich, so dass eine Anwendung diesbezüglich

auch bei schwerer Nierenschwäche unproblematisch

ist. Die echokardiographische Ultraschallkontrolle

ermöglicht eine exakte Platzierung

des Clips an der undichtesten Stelle.

Der Schlauch des Herzkatheters wird danach

langsam wieder herausgezogen. Die Wunde an

der Leiste wird schließlich geschlossen, mit einem

Druckverband kommt der Patient in den Aufwachraum.

Ein paar Stunden später kann Werner G.

wieder aufstehen.

Der Clip wird an der Stelle der größten Undichtigkeit der Klappe gesetzt,

woraus eine doppelte Öffnung der Mitralklappe resultiert und dadurch

die Mitralinsuffizienz entscheidend verringert bzw. im besten Falle vollständig

behoben wird. Dieses Verfahren ist einem chirurgischen Verfahren,

dem sogenannten Alfieri-Stich, nachempfunden. In Abhängigkeit

von der Anatomie können auch mehrere Clips implantiert werden.

Eine Frage des Alters

Die Mitralklappen-Insuffizienz ist die zweithäufigste

Form von Herzklappenerkrankungen in Europa;

weltweit sind Millionen von Menschen davon betroffen.

Wird sie nicht therapiert, führt das bei den

Betroffenen ab einem gewissen Schweregrad zu einer

chronischen Volumenüberlastung des Herzens,

welche später zur Herzschwäche führt.

Die gültigen Leitlinien empfehlen eine Operation

bei moderater bis schwerer Mitralklappen-Insuffizienz

mit begleitenden Symptomen (auch Herzrhythmusstörungen)

oder Zeichen einer linksventrikulären

Dysfunktion. In einer gewissen Zahl von

Patienten ist dieser operative Eingriff aufgrund der

Begleiterkrankungen und des damit verbundenen

Operationsrisikos nicht durchführbar. Für diese

Hochrisikopatienten, die bis zu 50 Prozent ausmachen

können, sind alternative Therapieverfahren

dringend erforderlich. In den verschiedenen katheterbasierten

Verfahren hat sich der MitraClip mit

über 10.000 Implantationen jährlich durchgesetzt.

Alleine in Deutschland sind bei über 30.000 Menschen

eine oder mehrere ihrer vier Herzklappen

alters- oder krankheitsbedingt in ihrer Funktion beeinträchtigt,

sie schließen nicht mehr richtig oder

sind verengt. Das Herz vermag deswegen das Blut

nicht mehr so gut zu pumpen, wie es eigentlich

sollte. Meist registrieren die Betroffenen hiervon

über Jahre nichts, erst später treten Symptome auf.

Dann jedoch, wenn Kurzatmigkeit die Betroffenen

zunehmend schwächt, sinkt die Lebenserwartung

auf zwei bis drei Jahre.

Der minimal invasive Charakter der Prozedur hat

Anteil an einer schnellen Mobilisation der Patienten

nach Intervention. Sie ermöglicht dem leidenschaftlichen

Chorsänger Werner G. auch eine zeitnahe Integration

in das gewohnte Lebensumfeld. Durch die

Verbesserung der Mitralklappen-Insuffizienz wurden

bei ihm die Symptome wie Leistungsschwäche,

Müdigkeit und Kurzatmigkeit günstig beeinflusst.

Sinnvolle Alternative

Und tatsächlich: Im Vergleich zum chirurgischen

Verfahren treten insgesamt signifikant weniger

Komplikationen auf. Außerdem konnte in einer

randomisierten Studie im Vergleich zur Chirurgie

eine gleichwertige Verbesserung der Lebensqualität

als auch eine Verbesserung der linksventrikulären

Parameter erzielt werden. Allerdings bleibt immer

zu bedenken, dass in einem Teil der Fälle eine Verringerung

der Mitralklappen-Insuffizienz durch das

MitraClip-Verfahren nicht komplett möglich ist. Zu-

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30.000

Alleine in Deutschland sind bei über 30.000 Menschen

eine oder mehrere ihrer vier Herzklappen alters-

oder krankheitsbedingt in ihrer Funktion beeinträchtigt,

sie schließen nicht mehr richtig oder sind

verengt. Das Herz vermag deswegen das Blut nicht

mehr so gut zu pumpen, wie es eigentlich sollte.

dem kann dieses Verfahren ausschließlich bei geeigneter

Klappenmorphologie verwendet werden.

„Das Verfahren ist eine Alternative für alte, an

vielen verschiedenen Krankheiten leidende Patienten“,

sagt der Kardiologe Professor Michael Buerke,

Chefarzt der Kardiologie und Leiter des Herzund

Gefäßzentrums Südwestfalen. „Diese Patienten

können länger leben, als wenn man sie nur mit

Medikamenten behandelte.“

Auswahl der Patienten

Es ist immer eine sorgfältige Vorauswahl für dieses

innovative Verfahren unter Beachtung der

Anatomie der Mitralklappe als auch der Begleiterkrankungen

notwendig. Die multidisziplinäre

Zusammenarbeit im Herz- und Gefäßzentrum bei

der Indikationsstellung und der Durchführung der

MitraClip-Implantation stellt dabei einen wesentlichen

Qualitätsfaktor des Zentrums dar. Somit wird

für jeden Patienten seine Eignung in Abhängigkeit

von seinem individuellen Risikoprofil, seinen kardialen

Begleiterkrankungen, seinen anatomischen

Voraussetzungen und seiner Lebenserwartung für

das Verfahren geprüft.

Obwohl die neue Methode so verlockend simpel

klingt, ist sie nicht frei von weiteren Risiken. Beim

Hantieren mit dem Katheter können Plaques von

den Herzklappen und Gefäßen gelöst werden, die

ins Gehirn gelangen und dort einen Schlaganfall

auslösen können.

* Name von der Redaktion geändert

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Schwerpunkt

Alles fließt

Herz- und Gefäßzentrum

Südwestfalen gegründet

Hohe Maßstäbe in der Behandlung von Patienten

mit Herz- und Gefäßerkrankungen

setzt das St. Marien-Krankenhaus Siegen

mit dem neuen Herz- und Gefäßzentrum, welches

in Kürze seinen Betrieb aufnehmen wird. Dessen

Herzstück befindet sich auf der ersten Ebene des

achtgeschossigen Klinikums. Damit wird sichergestellt,

dass die gesamte Funktionsdiagnostik,

die drei modernen kardiologischen OP-Säle und

die diagnostische und interventionelle Radiologie

über kurze Wege miteinander verbunden sind. In

7.000 Patienten

Die kardiologischen und chirurgischen Praxen des im

März 2017 gegründeten Herz- und Gefäßzentrums sind

für die jährlich rund 7.000 Patientinnen und Patienten die

erste Anlaufstelle; eine wohnortnahe Versorgung mit vertrauten

Ärzten wird dadurch sichergestellt.

diesen Bereichen ist in den letzten Jahren im Vorfeld

der Neugründung einiges investiert worden.

Eigene Stationen mit speziell qualifiziertem Personal

wurden zudem für das Zentrum eingerichtet.

Weiter gehört eine Brustschmerz-Einheit in

der Notaufnahme zum neuen Zentrum. Insgesamt

macht das Herz- und Gefäßzentrum gut 1/3 des

gesamten Behandlungsspektrums des St. Marien-

Krankenhaus Siegen aus. Vor- und nachgelagert

sind Einrichtungen der ambulanten Versorgung,

die aus dem eigenen Unternehmen eingebunden

oder partnerschaftlich ins Zentrum integriert sind.

Ebenfalls besteht eine enge Kooperation mit der

Kerckhoff-Klinik in Bad Nauheim, die sich auf die

Herzchirurgie spezialisiert hat und bereits langjähriger

Kooperationspartner ist.

„Die enge Verflechtung der Fachdisziplinen Kardiologie,

Gefäßchirurgie und interventionelle Radiologie,

moderne Medizintechnik und eine patientenorientierte,

interdisziplinäre Ablauforganisation

– dies sind die drei Säulen des neuen Zentrums, mit

dem das St. Marien-Krankenhaus Siegen sich weiter

als regionaler Schwerpunktversorger positioniert“,

stellt Geschäftsführer Hans-Jürgen Winkelmann

fest.

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Für die rund 7.000 Patienten, die jährlich ins

Herz- und Gefäßzentrum kommen, sind die kardiologischen,

chirurgischen und radiologischen Praxen

des Zentrums die erste Anlaufstelle; eine wohnortnahe

Versorgung mit vertrauten Ärzten wird

dadurch sichergestellt. Danach koordinieren die

Mitarbeiter vor Ort alle weiteren Schritte bis hin zur

stationären Aufnahme im St. Marien-Krankenhaus

Siegen. Dort werden in den Funktionsräumen am

Tag der Aufnahme alle noch ausstehenden Untersuchungen

und Arztgespräche durchgeführt. Dafür

sind Fachärzte aller drei Fachdisziplinen vor Ort.

„Wir werden zukünftig noch enger als bisher zusammenarbeiten

und noch mehr Patienten gemeinsam

behandeln“, ist sich Prof. Dr. med. Michael Buerke,

Chefarzt der kardiologischen Klinik sicher.

Hoch modern

Das neue Herz- und Gefäßzentrum ist hoch modern

ausgestattet. Die Herzkatheter-Labore wurden sukzessive

erneuert. Hinzu kommen Neuanschaffungen

in der Diagnostischen Radiologie und der Chirurgie.

Über die Zusammenarbeit mit spezialisierten externen

Einrichtungen – Kliniken und Praxen niedergelassener

Fachärzte – wird ein für die Region einmaliges Leistungsangebot

für Patienten bereitgehalten.

Sinnvolle Alternative

Den Patienten bleiben weite Wege zu den Untersuchungen

und Ärzten der benachbarten Fachdisziplinen

erspart. „Wir haben bewusst auf ein ‚virtuelles‘

Zentrum verzichtet, um die Versorgung für jeden

Patienten spürbar zu verbessern und lokal zu konzentrieren.

Das ist vor allem für unsere immer älter

werdenden Patienten wichtig“, betont Prof. Dr. med.

Frank Willeke, Chefarzt der chirurgischen Klinik.

Neben den Herzkatheter-Laboren stehe eine Ebene

höher auch die modernen OP-Säle der Chirurgie zur

Verfügung, die mit neuester Technologie ausgestattet

sind. Für die Patienten kann im Herz- und Gefäßzentrum

Südwestfalen auf alle denkbaren Diagnose-

und Therapieformen zurückgegriffen werden.

„Das Herz- und Gefäßzentrum Südwestfalen wird

ganz neue Möglichkeiten der interdisziplinären und

intersektoralen Versorgung schaffen, die in dieser

Form und Größenordnung bisher regional und auch

überregional nicht möglich waren“, betont Prof. Dr.

Michael Buerke abschließend.

Prof. Dr. med. Frank Willeke und Prof. Dr. med. Michael Buerke

leiten das Herz- und Gefäßzentrum Südwestfalen.

Gefäßchirurgen im OP

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Report

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Symposium

Mit einem Impulsvortrag leitete Bundesgesundheitsminister

Hermann Gröhe (im Bild) im Februar in das Wirtschaftssymposium

im Ambulanten Zentrum Albertus Magnus

ein. Vor rund 150 Medizinern, Pflegern und Vertretern weiterer

Berufe aus der Gesundheitswirtschaft referierte der

Minister über die Bedeutung medizinischer Versorgung für

den Wirtschaftsstandort Nordrhein-Westfalen.

Dabei ging Hermann Gröhe auch auf das schwierige

Verhältnis der Kommunen zum Land sowie den Mangel

an Fachkräften in der Pflege und bei den Hausärzten ein

und traf, so Mit-Organisator Dr. Bernd Schulte, den Nerv

der Teilnehmer.

In der anschließenden Podiumsdiskussion loteten

Andrea Klausing (Mitglied im Bundesvorstand der Jungen

Union), Dr. med. Oliver Haas (praktizierender Arzt), Bernd

Brandemann (Fraktionsvorsitzender der Siegener CDU)

und Hans-Jürgen Winkelmann (Geschäftsführer des St.

Marien-Krankenhauses) aus, wie in der ländlich geprägten

Region Siegen-Wittgenstein dem Mangel an Medizinern

begegnet werden kann. Gröhe und seine Mitdiskutanten

stellten sich dann bereitwillig den Fragen aus dem Publikum.

Johannes Winkel, Moderator des Wirtschaftssymposiums,

fasste danach des Ergebnis des Symposiums kurz zusammen

und schloss mit einer konkreten Forderung für die Region:

„Mit einer medizinischen Fakultät an der Universität

Siegen könnten für Südwestfalen wichtige Impulse gesetzt

werden.“

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Perspektive

Pflege kann

siegen

2. Siegener Pflegekongress

Pflegekammer

Kann Pflege siegen? Die Organisatoren

des Siegener Pflegekongresses meinen

„ja, Pflege kann siegen“ und laden am

26. April 2017 von 9.00 bis 17.00 Uhr zum zweiten

Kongress für Pflegeprofis ins Kulturhaus Lÿz Siegen

ein. Ein Ziel der Veranstaltung, deren Schirmherrschaft

Landrat Andreas Müller übernommen

hat, ist es, dass sich Pflegende aller Versorgungsbereiche

mit aktuellen Themen der Berufsgruppe

„Pflege“ und deren Weiterentwicklung auseinandersetzen.

Weiter bietet die Veranstaltung ihnen

die Möglichkeit zum Austausch und stärkt damit

die Zusammenarbeit der Einrichtungen untereinander.

„Nach dem großen Erfolg der ersten Veranstaltung

möchten wir diesen Kongress zu einer festen

Größe in unserer Region für Pflegekräfte machen“,

sind sich die Organisatoren einig. „Mit dem Pflegekongress

bieten wir eine Fortbildungsmöglichkeit

für Pflegekräfte aller Versorgungsstufen an.“ Man

wolle die bestehenden Wettbewerbssituation überwinden

und einen regen Austausch ermöglichen.

Eine Pflegekammer ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts, in der

kraft Gesetzes Angehörige der Pflegeberufe Pflichtmitglieder sind. Pflegekammern

sind landesweit organisiert. Den gesetzlichen Rahmen geben

die Bundesländer in den jeweiligen Heilberufe-Kammergesetzen oder

separaten Kammergesetzen vor. Die Rechtsaufsicht obliegt dem jeweils

zuständigen Ministerium des Bundeslandes.

Sicherstellung einer sachgerechten

professionellen Pflege

Ganz oben auf der Agenda der Veranstaltung stehen

Erörterungen zur Einrichtung einer Pflegekammer.

Deren Hauptziel ist die Sicherstellung einer sachgerechten

professionellen Pflege für Bürgerinnen und

Bürger des Landes. Erstmals definiert hier die Berufsgruppe

der Pflege selbst die Inhalte, das Spektrum

und das Qualitätsniveau ihres Berufes. Weitere

Aufgaben einer Kammer sind die Etablierung

einer einheitlichen Berufsethik und Berufsordnung,

die Abnahme von Prüfungen sowie die Beratung

des Gesetzgebers. Das Programm orientiert sich

außerdem an aktuellen Themen der Pflegeberufe:

Erhaltung und Förderung der Mobilität, Lernen im

interprofessionellen Team, Verhinderung eines Altersdelirs

als Folge von Operationen, der professionellen

Begegnung von Menschen mit Demenz und

die Gesundheitsförderung für Pflegende.

Übergreifendes Projekt aller Kliniken

in Siegen

Organisiert wird die Veranstaltung von den Siegener

Kliniken, dem Kreisklinikum, dem Diakonie

Klinikum, der DRK-Kinderklinik und dem St. Marien-Krankenhaus

und den dazugehörigen Fort- und

Ausbildungseinrichtungen. Die Anmeldung kann

über die Homepage http://www.pflege-kann-siegen.de/

erfolgen.

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Das Bild zeigt das Organisationsteam:

Uwe Mayenschein, Petra Nick, Frank Fehlauer, Petra Gahr,

Kati Böcker, Sonja Mechlinsky und Henning Klappert.

Welche Entwicklungen wünschen Sie sich für das

St. Marien-Krankenhaus Siegen?

Frank Schaan: Wir brauchen angepasste und zukunftsweisende

Pflegekonzepte, die sich an den Bedürfnissen

der Patienten orientieren; hierzu gehören sicherlich auch

Pflegestandards, die die Pflege transparent und beurteilbar

machen. Das sichert die hohe Qualität in der pflegerischen

Versorgung.

Auf jeden Fall müssen wir uns mit den neuen Konzepten

und Ideen auseinandersetzen, die bereits in der Vergangenheit

hier im St. Marien-Krankenhaus auf den Weg gebracht

wurden. Um den zukünftigen Versorgungserfordernissen

der Patienten zu entsprechen sind diese aber sicherlich

den Gegebenheiten anzupassen und weiter zu verbessern.

Der Anspruch an die Stationskoordination ist in den letzten

Jahren deutlich gestiegen und hier können und müssen

wir sicherlich noch einiges optimieren. Stichworte sind

hier, Aufnahmeplanung, Entlassmanagement und bessere

Verteilung der Aufgaben im Pflegedienst und zwischen den

Berufsgruppen, hier insb. eine strukturierte verbindliche und

gemeinsame Visite mit den Ärzten und den Pflegekräften.

Interview

Pflege entwickeln

Herr Schaan, seit Januar sind Sie neuer Pflegedirektor.

Was haben Sie sich vorgenommen?

Frank Schaan: Da ich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

und deren Arbeitsabläufe erst einmal genau kennenlernen

möchte, habe ich jetzt noch keine konkreten Ziele. Nach den

ersten 2 ½ Monaten scheint es sinnvoll, sich auf Maßnahmen

zur Reduktion der Arbeitsbelastung der Pflege vor Ort sowie

der Entlastung der Stationsleitungen zu konzentrieren. Hier

ist es mir ein Anliegen, die Wertigkeit und das Selbstbewusstsein

der Pflege zu stärken. Es ist mir beispielsweise sehr

wichtig, dass wir die Arbeitsstruktur im Pflegebereich optimieren

und die Zusammenarbeit mit allen Berufsgruppen

verbessern. Daher werde ich auch in den nächsten Tagen

und Wochen auf den Stationen im Arbeitsablauf mitarbeiten.

Hier liegt sicherlich ein Schlüssel um dauerhaft die Arbeitsatmosphäre

zu verbessern. Hiervon profitieren dann nicht

zuletzt auch unsere Patienten.

Was ist Ihr Credo in puncto Zusammenarbeit mit anderen

Berufsgruppen?

Frank Schaan: Das A und O für einen gute Zusammenarbeit

in und mit den verschiedenen Berufsgruppen ist die offene

und konstruktive Kommunikation auf Augenhöhe: Hier sollte

immer gelten „sprechen Sie miteinander anstatt übereinander“.

Denn die gute Zusammenarbeit zwischen Pflegekräften,

Ärzten und allen anderen Berufsgruppen die an der Patientenversorgung

beteiligt sind ist der entscheidende Faktor

für hohe Versorgungsqualität und, heute immer wichtiger,

betriebswirtschaftliche Leistungserbringung. Die Zufriedenheit

unserer Pflegekräfte spielt hier auch eine entscheidende

Rolle und ist mit sehr wichtig. Dazu gehören Förderung und

Personalentwicklung, ein geordnetes Arbeitsumfeld, moderne

Pflegehilfsmittel und ein wertschätzender Führungsstil.

Wie bewerten Sie die aktuellen Unternehmensentwicklungen

z. B. in Bezug auf das Herz- und Gefäßzentrum?

Frank Schaan: Dies ist sicherlich der richtige Weg um

die pflegerische und medizinische Expertise weiter zum

Wohle unserer Patienten zu bündeln. Hierbei handelt es

sich ja überwiegend um eine Patientengruppe mit einer

systemischen Erkrankung mit der sie ein Leben lang umgehen

müssen. Der schnelle Umsetzungsprozess stellt die

Pflegenden hier im Unternehmen aber auch vor große Herausforderungen

und sorgt beim ein oder anderen auch für

Verunsicherung. Es werden sich Pflegeteams neu aufstellen

und finden müssen. Hierzu spreche ich gerade mit den Pflegenden

im Rahmen einer Pflegekonferenz. Ziel ist die offene

Kommunikation und die Gestaltung eines gemeinsamen

Handelns. Bis zum 01.05. ist ja auch nicht mehr viel Zeit. Sehr

positiv finde ich, dass wir im Zuge des Zentrums einen qualifizierten

Patiententransport implementieren können und wir

40 moderne Pflegebetten für unsere Patienten anschaffen

können.

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Strategie

Zukunft beginnt heute

St. Marien-Krankenhaus Siegen setzt modernstes OP-Robotic-

Assistenzsystem als erstes Krankenhaus in Deutschland ein

Minimale Einschnitte, hochpräzises und

schonendes Operieren, geringere Belastung

für den Patienten und mehr

Komfort für den Chirurgen. Das St. Marien-Krankenhaus

Siegen verfügt seit März 2017 als erstes

Krankenhaus in Deutschland über das modernste

OP-Robotic-Assistenzsystem; vier Geräte des gleichen

Herstellers sind zurzeit überhaupt erst in

Europa im Einsatz. Das Robotic-System ist einzigartig.

Es wird in Siegen zunächst bei der Behandlung

von Leistenbrüchen und von Sodbrennen

eingesetzt. Im Weiteren werden Darmeingriffe

und auch gynäkologische Operationen folgen. In

der zurückliegenden Woche konnten mehrere Patienten

erfolgreich operiert werden.

„Das St. Marien-Krankenhaus Siegen ist eines

der größten chirurgischen Zentren für Minimal-

Invasive Chirurgie in Nordrhein-Westfalen mit

weit über 1.000 Eingriffen pro Jahr und verfügt

über eine umfangreiche und langjährige Expertise

in diesem Bereich. Die Erweiterung der operativen

Möglichkeiten der minimal invasiven Chirurgie

durch das aktuell modernste OP-Robotic-System

ist ein konsequenter Schritt“, erklärte Dr. med.

Dietmar Stephan, Leiter Minimal-Invasive Chirurgie

im St. Marien-Krankenhaus Siegen. Große

chirurgische Zentren ständen nicht nur für ein

breites Spektrum an Behandlungen und ihre hohe

Qualität, sondern gerade auch für die Anwendung

modernster Technik. Klinische Studien haben den

Vorteil roboterunterstützter Chirurgie zeigen können.

„Die Entscheidung für die Anschaffung des

Systems ist auch im Zusammenhang mit der Gesamtstrategie

des Unternehmens, die eine ständige

Weiterentwicklung der Kernkompetenzen

vorsieht, zu sehen“, unterstreicht Geschäftsführer

Hans-Jürgen Winkelmann. Die Anschaffung des

OP-Robotic-Systems kostete zwei Millionen Euro.

Niedrige Komplikationsrate

„Mehrere Operationsformen haben ihren Platz in

der Chirurgie“ sagte Prof. Dr. med. Frank Willeke,

Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral-,

und Gefäßchirurgie im St. Marien-Krankenhaus

Siegen. „Doch setzen wir zunehmend auf die neuen

schonenden Technologien, auch für komplexe

Operationen.“ Die Patienten profitieren von der

18 _ Marienkonkret / 85/17


Drei Operationsmethoden

Die Chirurgie hat in den letzten 30 Jahren eine

technische Revolution durchlaufen. Für viele Operationen

stehen heute drei Operationsmethoden

zur Verfügung:

Offene Chirurgie:

Die Bauchhöhle oder der Brustkorb werden mit einem

größeren Schnitt eröffnet und während der OP offen

gehalten. Der Chirurg steht am Operationstisch, hat von

oben Einblick in das Operationsfeld und operiert gemeinsam

mit Assistenten. Dabei benutzt er Instrumente

wie Skalpell, Klemme, Laser- und Klammergerät etc.

Minimal-Invasive Chirurgie:

Über eine kleine Öffnung in der Bauchdecke wird ein Endoskop

mit einer Kamera in den Bauchraum eingeführt,

die das Operationsfeld auf einen Bildschirm überträgt.

In weiteren kleinen Öffnungen des Bauchraums sind

fixe „Rohre“, die feine Instrumente enthalten, platziert.

Der Chirurg betätigt die Instrumente manuell von außen

und verfolgt seine Operation dabei am Bildschirm.

hohen Präzision, von insgesamt kürzeren OP-

Zeiten, geringerem Blutverlust, einer kürzeren

Erholungsphase sowie besseren kosmetischen Ergebnissen.

Auch die Komplikationsrate nach der

Operation ist niedriger.

„Die hohe Bildqualität des neuen Robotic-Systems

ermöglicht eine präzise Zuordnung von feinen

Strukturen wie Nerven und Blutgefäßen“, führte

Prof. Willecke weiter aus. Mit Prof. Dr. med. Frank

Willeke, Dr. med. Dietmar Stephan und Dr. med.

Heike Sälzer wurden drei Ärzte des St. Marien-

Krankenhauses speziell für den Einsatz mit dem

Robotic-System in Mailand geschult. Auch die OP-

Fachpfleger und Operationstechnische Assistenten

mussten für den Einsatz trainiert werden. Anne

Sarges und Jasmin Trapp aus dem OP-Pflegeteam

werden in Zukunft speziell für das Robotic-System

zuständig sein. Der neue OP-Roboter hat Vorteile,

die dem Patienten und dem operierenden Chirurgen

zugute kommen. „Die Roboter-Arme sind

für den Chirurgen in ergonomisch hervorragender

Position einfach zu bedienen, das Operationsfeld

kann sehr genau beurteilt werden“, so Dr. med.

Stephan. „Kein Zittern der Hand beeinträchtigt

OP-Robotic-Assistenzsysteme:

Der Chirurg steht nicht mehr am OP-Tisch, sondern sitzt

an einer Steuerkonsole. Wenige Meter von ihm entfernt

liegt der Patient auf dem Operationstisch, über ihm das

beweglichen OP-Robotic System. Dessen Greifarme mit

einer endoskopischen Kamera und Operationsinstrumenten

werden durch kleine Schnitte in der Bauchdecke

in den Bauchraum eingeführt. Der Chirurg sieht auf

dem Bildschirm das Operationsfeld im Körperinnern in

starker Vergrößerung. Über seine Augenbewegungen

kann er die Kameraposition in der Bauchhöhle verändern

und das Bild optimieren. Zusätzlich wird die 3-D-

Technik verwendet, die eine räumliche natürliche Sichtweise

erlaubt. Die Handbewegungen des Chirurgen an

den Instrumenten des Cockpits werden computergestützt

auf die elektronischen Roboterarme übertragen

und millimetergenau im Bauch ausgeführt. Gegenüber

der minimalinvasiven Chirurgie hat die Robotic-Chirurgie

den Vorteil, dass die Instrumente, die an die Freiheitsgrade

der menschlichen Hand angepasst sind mit

äußerst hoher Präzision bewegt werden können, und

dies bei jederzeit optimaler Sicht.

das Arbeiten.“ Das Robotic-System ermöglicht es

dem Chirurgen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren,

er ist zu keiner Zeit durch eine unangenehme,

einschränkende Haltung am OP Tisch

beeinträchtigt. Die technischen Eigenschaften entsprechen

alle dem modernsten Stand der Technik

und können mit anderen Geräten oder Bildgebung

vernetzt werden. Dies ermöglicht eine effektivere

und präzisere Chirurgie.

Marienkonkret / 85/17 _ 19


Soziales

20 _ Marienkonkret / 85/17


Praxis

Sabine Bätzing-Lichtenthäler, Ministerin für Soziales, Arbeit, Gesundheit

und Demografie des Landes Rheinland-Pfalz, absolvierte Ende Februar einen

Praxistag in der Friesenhagener Wohn- und Pflegeeinrichtung Haus St. Klara.

Sie arbeite dabei im Bereich für dementiell veränderte Menschen. Anschließend

fand ein Austausch mit Heimleiterin Gabriele Vaccalluzzo über die Situation

der Pflege vor Ort statt. Die Ministerin fasste anschließend ihre Eindrücke

in einem Statement zusammen: „Hut ab und Respekt vor der Leistung der

Altenpflegerinnen und Betreuungsfachkräfte.“

Marienkonkret / 85/17 _ 21


Gesundheit

Der stille Killer: Darmkrebs

Der Monat März gilt als Darmkrebsmonat.

In einem Experten-

Interview beantwortet Dr. med.

Heinrich Franz die wichtigsten

Fragen zur Darmkrebsvorsorge.

Schmerzen bei Untersuchung?

Es wird eine Injektion angeboten, mit der Patienten in einen

kurzen Dämmerschlaf versetzt werden. Diese verschlafen

die Untersuchung dann im wahrsten Sinn des Wortes. Die

gesamte Untersuchung dauert nicht länger als circa 20 Minuten.

Ohne die Dämmerschlafspritze ist man nach einer

Darmspiegelung voll arbeitsfähig. Wenn hingegen die angebotene

Kurznarkose in Anspruch genommen wird, ist der

Patient danach nicht sofort wieder arbeitsfähig. Er darf auch

nicht Auto fahren und wird gebeten, sich möglichst von einer

Begleitperson in der jeweiligen Praxis abholen zu lassen.

Das Darmzentrum wurde vor zehn Jahren

gegründet. Das Thema Prävention ist aber

kein alter Hut. In einem Interview befragt

MARIEN konkret Dr. med. Heinrich Franz, Chefarzt

der Medizinischen Klinik I, über die Darmspiegelung

als Vorsorgeuntersuchung.

Ab welchem Alter soll man zur Darmkrebsvorsorge

gehen?

Dr. med. Heinrich Franz: Ab dem Alter von 50,

wenn kein erhöhtes Risiko vorliegt. Die Krankenkasse

zahlt ab diesem Alter einen Stuhltest, mit dem

sich versteckte Spuren von Blut im Stuhl erkennen

lassen. Diese können ein Anzeichen für Polypen

oder ein Karzinom sein. Ab dem Alter von 55 Jahren

haben Versicherte einen Anspruch auf eine Darmspiegelung.

Mit dieser lassen sich gutartige Vorstufen

von Darmkrebs erkennen und entfernen. Ein

bereits vorhandener Krebs wird bei der Vorsorgedarmspiegelung

mehrheitlich so früh erkannt, dass

er komplett geheilt werden kann. Wenn aufgrund

von Darmkrebs in der Familie oder einer chronischentzündlichen

Darmerkrankung ein erhöhtes Risiko

vorliegt, sollte wesentlich früher, bei Darmkrebs

in der Familie spätestens 10 Jahre vor dem Lebensalter

des Index-Patienten, eine Darmspiegelung gemacht

werden.

22 _ Marienkonkret / 85/17


Polypen werden direkt entfernt

Gibt es Symptome für Darmkrebs?

Dr. Heinrich Franz: Symptome für Darmkrebs treten

oft erst dann auf, wenn die Krankheit bereits

weit fortgeschritten ist. Es empfiehlt sich aber, bei

allen länger anhaltenden Beschwerden und Unregelmäßigkeiten

des Verdauungstrakts einen Arzt

aufzusuchen. Der Gastroenterologe wird mit dem

Patienten zusammen entscheiden, welche Untersuchungen

zur Abklärung seiner Beschwerden

gemacht werden sollten. Symptome, die die Durchführung

einer Darmspiegelung notwendig machen,

sind zum Beispiel: Sichtbares Blut im Stuhl, Auffällige

Veränderungen der Stuhlgewohnheiten wie beispielsweise

Durchfall und Verstopfung im Wechsel

und anhaltende Schmerzen im Bauchbereich.

Die bei der Darmspiegelung erkannten Polypen werden während

der Untersuchung entfernt. Der Darm ist schmerzunempfindlich, so

dass die Prozedur keine Schmerzen verursacht. Über den Arbeitskanal

des Endoskops wird eine feine Drahtschlinge vorangeschoben,

um den Polypen gelegt und zugezogen. Für einen kurzen Moment

wird dabei ein Hochfrequenz-Strom durch die Drahtschlinge geleitet.

Durch die Hitzeeinwirkung wird der Polyp abgeschnitten

und die Blutgefäße werden verschlossen. Der abgeschnittene Polyp

wird dann zusammen mit dem Endoskop aus dem Darm herausgezogen.

Anschließend wird der Polyp zur feingeweblichen

Untersuchung ins Labor geschickt. Dort wird analysiert, ob bereits

Krebszellen vorhanden waren und ob der Polyp vollständig entfernt

werden konnte.

Woher weiß ich, ob ich familiär belastet bin?

Dr. med. Heinrich Franz: Bei etwa 30 Prozent der

Darmkrebserkrankungen sind Darmkarzinome

und -polypen bereits bei anderen Familienmitgliedern

aufgetreten. Dies bedeutet für alle direkten

Verwandten der Betroffenen – das sind Eltern, Geschwister

und Kinder –, dass sie ein erhöhtes Risiko

für Darmkrebs haben. Nur ein direkter Verwandter

mit Darmkrebs erhöht das eigene Risiko für die Entwicklung

dieser Erkrankung um das Zwei- bis Dreifache.

Wer familiär belastet ist, sollte frühzeitig eine

Darmspiegelung durchführen lassen. Ein Stuhltest

ist dann auf jeden Fall nicht zu empfehlen, weil sich

damit nicht alle vorhandenen Polypen und Karzinome

erkennen lassen.

Reicht ein Stuhltest nicht zur Vorsorge aus?

Dr. med. Heinrich Franz: Der Test auf verstecktes

Blut im Stuhl bietet keine Sicherheit, dass sich im

Darm nicht eventuell doch ein Karzinom oder Polypen

gebildet haben. In dem Test finden sich nur

dann Blutspuren, wenn vorhandene Tumore und

Polypen gerade bluten, was diese aber nicht immer

tun. Aus diesem Grund wird auch empfohlen, den

Test jedes Jahr zu wiederholen. War ein Test positiv,

muss die Ursache unbedingt durch eine Darmspiegelung

abgeklärt werden. Diese ist die effektivste

Vorsorgemethode, da sich mit ihr bereits die

gutartigen Vorstufen von Darmkrebs, die Polypen,

erkennen lassen. Durch Entfernung der Vorstufen

wird verhindert, dass die Polypen später zu Krebs

entarten.

Wie oft sollte ich zur Darmspiegelung gehen?

Dr. med. Heinrich Franz: Im Normalfall reichen

die Empfehlungen der gesetzlichen Krankenkassen

aus: erste Vorsorgedarmspiegelung ab dem Alter

von 55 Jahren, bei befundloser Darmspiegelung

eine Wiederholung nach 10 Jahren. Anders ist es

im Fall eines erhöhten Risikos. Hier gelten individuelle

Empfehlungen, die Sie mit Ihrem (Haus-)Arzt

besprechen sollten.

Chefarzt

Dr. med. Heinrich Franz

Marienkonkret / 85/17 _ 23


Panorama

Durchstarten

Fit durch den Frühling

Frühlingsgrippe

Gefahr bei April-Wetter

In der Zeit zwischen Winter

und Frühling ist das Wetter

meist sehr wechselhaft. Mal

Sonnenschein und dann wieder

regnerisches und nasskaltes

Wetter. Damit gerät

das Immunsystem schnell aus

den Fugen. Die ersten frühlingshaften

Sonnenstrahlen

verleiten schnell zu einem

Hochgefühl, doch wenige

Tage später kann die winterliche

Kälte den Körper bereits

wieder stark herausfordern

und ihn anfällig machen.

Schnell schlagen Schnupfen,

Heiserkeit und Husten wieder

zu. Jetzt ist es höchste Zeit zu

handeln: Die beste Behandlung

einer Erkältung besteht

darin, dem Körper Ruhe zu

gönnen und sich in warmen,

nicht überheizten Räumen

aufzuhalten. Der Organismus

sollte gestärkt werden, dann

gelingt es oft, eine beginnende

Erkältung zwar meist nicht

abzuwehren, aber wenigstens

abzumildern. Hilfreich zur

Vorbeugung ist auch eine gesunde,

ausgewogene Ernährung

mit genügend Mineralstoffen

und Vitaminen.

Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen

sehnen sich viele Menschen auch wieder

nach mehr Bewegung an der frischen Luft.

Höchste Zeit also, den Körper Schritt für

Schritt in Schwung zu bringen – zum Beispiel

durch Joggen.

Fachärzte raten, es zunächst nicht zu

übertreiben. Am besten sind kurze Strecken,

die sich von Woche zu Woche steigern.

In der ersten Woche sollte man je

nach Kondition ungefähr zehn Minuten

laufen, nach sechs bis acht Wochen kann

Rutschgefahr

Wann muss ich wechseln?

Milde Temperaturen lassen annehmen,

der Winter hätte sich endgültig verabschiedet.

Mit dem Reifenwechsel

sollten Autofahrer jedoch noch etwas

warten, denn oft sind die Straßen

morgens noch glatt, oder der

Winter kommt unerwartet noch

einmal zurück. Die allgemeine

Regel „Sommerreifenzeit ist von

Ostern bis Oktober“ sollte man mit

Vorsicht genießen. Wenn die Temperaturen

auch nachts und morgens

über einen langfristigen Zeitraum bei

über 7 Grad Celsius liegen kann man die

Sommerreifen aufziehen.

es schon eine halbe Stunde sein – einmal

um die Breitenbach-Talsperre. Sinnvoll

ist auch Fahrradfahren, mit integrierten

Dehnübungen. Es ist gelenkschonend und

ausdauerfördernd. Der MARIEN konkret-

Tipp: Zunächst langsam vor- und zurückbeugen.

Dann schulterbreit hinstellen, beide

Handgelenke umfassen, auf Brusthöhe

heben und möglichst weit von rechts nach

links bewegen (am besten zehnmal). Das

entkrampft die Rückenmuskulatur und

macht sie geschmeidig.

24 _ Marienkonkret / 85/17


Lippenblüte

Herpesvirus hat Hochkonjunktur

Die schönste Jahreszeit erweckt nicht nur

die Natur wieder zu voller Blüte, sondern

leider auch das Herpesvirus und mit ihm

die mit brennenden, nässenden Bläschen.

Was ist zu tun? Man sollte vor allem auf

seine Ernährung achten, denn mit einigen

Nahrungsmitteln füttert man nicht nur sich

selbst, sondern auch das Herpesvirus. Das

Herpesvirus ernährt sich am liebsten von

der Aminosäure Arginin. Sie beschleunigt

Zeckenalarm

Ab fünf Grad Celsius sind sie wieder unterwegs

seine Vermehrung. Die Aminosäure ist besonders

hoch in Walnüssen und Erdnüssen,

in Kürbiskernen und Pinienkernen

sowie in getrockneten Erbsen vorhanden.

Weitere argininhaltige Lebensmittel sind

ungeschälter Reis, Mais-Vollkornmehl,

Weizen-Vollkornmehl, Schokolade und

Bier. Mit der Aminosäure Lysin, sie findet

sich u.a. in Fisch und Eiern, kann man das

Herpesvirus hingegen aushungern.

Der Frühling bringt Sonne mit sich. Ein

Grund mehr rauszugehen um die frische

Luft und die Natur am Rothaarsteig zu genießen.

Doch Vorsicht – in der Natur lauern

Zecken, die eine Gefahr für Mensch

und Tier darstellen. Auch Siegen-Wittgenstein

zählt zu den Risiko-Gebieten.

Die Zecken sind bereits ab fünf Grad

Celsius wieder da und können gefährliche

Krankheiten wie Hirnhautentzündung,

Frühsommer-Meningoenzephalitis

(FSME) und Borreliose übertragen. Gegen

FSME kann man sich eine Vorsorge-

Impfung geben lassen. Sprechen Sie am

besten Ihren Hausarzt an. Auf jeden Fall

sollte nach einem Aufenthalt in der Natur

der eigene Körper und der der eigenen

Kinder nach Zecken abgesucht werden.

Achtung

Sonnenbrand-Gefahr ist groß

Die Temperaturen steigen, die

Menschen sehnen sich nach

Sonne – doch ungeschützt

kann ein Sonnenbad jetzt böse

Folgen haben. Laut Dermatologen

ist die UV-Belastung in

Deutschland in den vergangenen

30 Jahren deutlich angestiegen.

„Dies gilt besonders

für den Frühling“, berichtet

ein von der MARIEN konkret

befragter Dermatologe. Er

betont, dass Textilien zum

Sonnenbrand-Schutz wichtiger

sind als Sonnencremes.

Dabei komme es auch auf die

UV-Durchlässigkeit der Kleidungsstücke

an. Diese lässt

sich mittels eines einfachen

Tests ermitteln: So kann man

eine Kopfbedeckung gegen

einen Scheinwerfer halten.

Scheint kein Licht durch, ist

der UV-Schutz ausreichend.

Bei Sonnencremes hat man

zwei Dinge zu beachten: „Man

sollte eine Sonnencreme immer

erst einmal auf die eigene

Hautverträglichkeit testen,

bevor man sie großflächig

anwendet. Und wenn man sie

großflächig anwendet, ist es

wichtig, sich sehr ausgiebig

mit den Cremes einzureiben,

um deren Wirksamkeit zu erhöhen.“

Marienkonkret / 85/17 _ 25


Perspektive

Digital

ankommen

Neuer Kugelschreiber erleichtert

die Datenerfassung im St. Marien-

Krankenhaus Siegen

Vielleicht ist es dem einen oder anderen

Besucher bereits aufgefallen:

Das St. Marien-Krankenhaus Siegen

hat das System zur Datenerfassung umgestellt;

Formulare der Patientenaufnahme

werden jetzt mit einem neuartigen Stift

ausgefüllt. Die neue Technologie besteht

aus einem digitalen Stift, in den eine kleine

Kamera integriert ist. Auf einem handelsüblichen

Blatt Papier, das mit einem

individuellen Punkteraster bedruckt wird,

erkennt die Kamera im Stift was mit ihm

geschrieben wird.

Über eine Docking-Station werden die

Daten ausgelesen und direkt in das Krankenhaussystem

übertragen. Das bisher

übliche Kopieren und Scannen entfällt

ebenso wie das Führen einer Papierakte.

„Das Angenehme für Patienten und Mitarbeiter

ist, dass Arbeitsabläufe wie gewohnt

beibehalten werden können und

sich der Anmeldeprozess weiter verkürzt.

Durch diese Zeitersparnis können wir uns

noch mehr um das Wohl unserer Pati-

Ronald Hackhausen-Kölsch,

Leiter Zentraler Dienst IT und

Informationsmanagement

enten kümmern“, findet

das Team der Patientenverwaltung

im St. Marien-

Krankenhaus Siegen.

Ronald Hackhausen-Kölsch, Leiter

Zentraler Dienst IT und Informationsmanagement,

hat mit seinem Team

diese Technik für das St. Marien-Krankenhaus

Siegen ausgewählt, um den Weg

in die digitale Zukunft zu beschreiten:

„Seitdem die Patientenaufnahme fast vollständig

digital geschieht, arbeiten die Sekretariate

und Fachabteilungen ebenfalls

nahezu papierlos.“ Das St. Marien-Krankenhaus

Siegen verspricht sich davon, optimierte

Prozesse und Abläufe die letztlich

dem Wohl der Patienten zu Gute kommen.

Da die Technik auch zur Datenerfassung

genutzt werden kann, werden im weiteren

Ausbau auch die Leistungserfassung

sowie die Anästhesiedokumentation direkt

vom Papier aus digitalisiert werden.

„Die Daten der Leistungsdokumentation

sowie der Anästhesiedokumentation

sind bislang nur durch eine manuelle

Nacherfassung zugänglich gewesen“, erläutert

Wolfgang Ax, Mitarbeiter aus dem

Zentralen Dienst IT und Informationsmanagement.

„Auch hier ist das Ziel, unsere

Leistungen für unsere Patienten weiter zu

optimieren“, ergänzt Ronald Hackhausen-

Kölsch. Diese innovative Technologie bietet

neben den bisher genannten Vorteilen

eine zukunftsweisende Möglichkeit, das

Bestreben nach papierarmen und umweltschonenden

Prozessen voranzutreiben.

Ein entscheidender Vorteil gegenüber

der herkömmlichen Dokumentation

im Praxisalltag ist: Einmal geschrieben,

26 _ Marienkonkret / 85/17


können Daten ganz unkompliziert und

sicher archiviert werden und stehen für

jede Form der digitalen Verarbeitung

zur Verfügung, auch dem medizinischen

Controlling und Qualitätsmanagement.

„So manches herkömmliche Papierarchiv

wird damit überflüssig“, freut sich

Alfred Otterbach, Leiter des zentralen

Diensts Patientenverwaltung. Auf die

übersichtliche Dokumentation auf spezifischen

Formularen wird zwar nicht

generell verzichtet werden können, das

doppelte Ausfüllen und Bearbeiten von

Dokumenten aber dürfte der Vergangenheit

angehören.

Mit dem neuartigen Stift wird

die Datenerfassung erleichtert.

Marienkonkret / 85/17 _ 27


Report

von links:

Verwaltungsratsvorsitzender Bruno Sting,

Geschäftsführer Hans-Jürgen Winkelmann,

Leiter Immobilienfonds Jens Uhlendorf

Erster Spatenstich

Anfang 2017 startete mit einem Spatenstich

der Umbau des ehemaligen Klarissen-Klosters

auf der Eremitage zu einem Hospiz

und geistlichem Zentrum. Zu dem Spatenstich hatten

Bruno Sting, Vorsitzender des Verwaltungsrats

des St. Marien-Krankenhauses Siegen, und dessen

Geschäftsführer Hans-Jürgen Winkelmann eingeladen.

Geplant ist eine Fertigstellung noch in diesem

Jahr. Die Eröffnung soll dann im ersten Quartal

2018 erfolgen. Etwa zehn Vollkräfte werden

dann dort arbeiten.

Geschäftsführer Hans-Jürgen Winkelmann rechnet

für das Hospiz und Geistliche Zentrum mit

Baukosten in Höhe von zwei Millionen Euro. Für

den späteren Betrieb erhofft sich das Krankenhaus

dann jedoch Spenden, da mit einer Kostendeckung

durch öffentliche Mittel nicht zu rechnen ist. „Deshalb

werben wir um finanzielle Unterstützung des

Projekts“, erklärte Hans-Jürgen Winkelmann. Bislang

hat das St. Marien-Krankenhaus, das das Hospiz

gemeinsam mit der Katholischen Sozialstiftung

errichten möchte, Spenden im sechsstelligen Eurobereich

zusammengetragen. Zu den Unterstützern

gehören bislang Institutionen und engagierte Bürgerinnen

und Bürger unterschiedlicher Konfessionen.

Zentraler Ort für Kirchengemeinden

Mit der Errichtung des Hospizes möchten Krankenhaus

und Stiftung Verantwortung für die Versorgung

schwerstkranker Menschen in der Region

übernehmen. Das Unterfangen trägt dabei dem

stetig wachsenden Bedarf an Hospizplätzen Rechnung.

Der Umbau des Klosters zum Hospiz wird

überdies das denkmalgeschützte Gesamtensemble

in seiner Funktion als zentralen Ort der Kirchengemeinden

im Siegerland stärken.

„Acht Hospizplätze werden in dem ehemaligen

Kloster geschaffen“, sagt Hans-Jürgen Winkelmann.

Eine moderne Einrichtung mit einer Gesamtfläche

von circa 1.500 Quadratmetern werde

nach Fertigstellung zur Verfügung stehen. „Es muss

allerdings noch einiges getan werden, um das Gebäude

als Hospiz zu nutzen und moderne Standards

zu erfüllen“, erklärt der Geschäftsführer die mehr-

28 _ Marienkonkret / 85/17


5.88

5.88

+3.87

+3.87

+3.32

+3.32

Nachhaltig weiter wirken

Die Katholische Sozialstiftung Siegen-Wittgenstein ist eine rechtsfähige, gemeinnützige, mildtätige kirchliche Stiftung

des bürgerlichen Rechts mit Sitz in Siegen. Sie dient der Förderung sozialer Zwecke gemäß seiner Satzung.

Insbesondere dient sie der Bekämpfung von Armut, Stärkung von Familie und Jugend, Integration von Randgruppen,

Pflege von alten Menschen und Menschen mit Behinderungen. Die Katholische Sozialstiftung Siegen-Wittgenstein

wurde im November 2009 durch Erzbischof Becker kirchlich anerkannt. Für das Hospiz ist ein Spendenkonto bei

der Bank für Kirche & Caritas eingerichtet: IBAN DE15 4726 0307 0016 7505 00.

monatige Bauzeit. Jedes Zimmer wird eine Größe

von etwa 20 Quadratmeter aufweisen. Hinzu kommen

circa 5 Quadratmeter für eine Nasszelle – dieser

kleine Raum entspricht etwa der Größe eines

Zimmers einer früheren Ordensschwester.

Ort der Begegnung

Das Innere des früheren Klosters sei „sehr kärglich“,

es gehe bei der Einrichtung vor allem darum,

„eine entsprechende Atmosphäre“ zu schaffen für

Menschen, die dort ihre letzte Lebensphase verbringen

wollen. „Wir haben uns dafür auch schon

andere Hospize angeschaut“, erklärt Hans-Jürgen

Winkelmann. Sicher sei man sich, dass der besondere

Ort dem Gesamtprojekt eine Prägung geben

werde, die es von ähnlichen Projekten abhebe. Die

Eremitage bleibe damit ein Mittelpunkt des geistlichen

Lebens. Geplant seien bereits in diesem Jahr

erste Veranstaltungen wie das Soziale Forum des

Dekanats im September, mit denen das Zentrum

„als Ort der Begegnung“ etabliert wird.

So könnte das Hospiz nach der Fertigstellung aussehen.

Benefiz-Konzert

Am 11. Juni findet in der Siegener Altstadt-Kirche St. Marien ein Benefiz-

Konzert zugunsten des Hospizbaus statt. Musikalisch mitwirken werden der

Kammerchor Weidenau unter der Leitung der Dekanatskirchenmusikerin

Helga Maria Lange, das Schülerensemble des Gymnasiums Wilnsdorf unter

dem Dirigat von Bianca Behle, der gemischte Chor „KlangWerk“ unter der Leitung

von Bernd Schneider und der CVJM-Posaunenchor aus Obersdorf unter

der Leitung von Michael Gödecke sowie Werner Hucks (Gitarre) und Matthias

Schmitz (Orgel). Die Tickets zu den 291 Plätzen in der Kirche können über

ProTicket oder die Konzertkasse der Siegener Zeitung erworben werden.

Marienkonkret / 85/17 _ 29


Panorama

Liebe Leserinnen und Leser,

Wir suchen dieses Mal ein zentrales Ereignis. Bitte die Lösung aufschreiben und bis zum 15. Mai 2017 an die Redaktion der

MARIEN konkret (St. Marien-Krankenhaus Siegen gem. GmbH, Referat Marketing & Kommunikation, Kampenstr. 51, 57072

Siegen) senden. Unter allen fristgemäß vorliegenden Einsendungen mit richtigem Lösungswort wird ein Überraschungspreis

verlost.

Die Gewinnerin des letzten Rätsels heißt Ellen Bätzel, Balatonszentgyörgy (Ungarn).

Es wird keine Gewähr übernommen und der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Auflösung erfolgt in der nächsten Ausgabe.

Wir wünschen viel Glück!

Ihre Redaktion.

30 _ Marienkonkret / 85/17


Auflösung Rätsel 84

Marienkonkret / 85/17 _ 31


Panorama

Auf Leben und Tod

Lieben sie das Risiko? Brauchen sie den Nervenkitzel,

Erlebnisse, die außergewöhnlich

sind? Nicht nur bei jungen Menschen

erfreuen sich Abenteuerurlaub und Extremsportarten

einer großen Beliebtheit. Man lebt ja

nur einmal. Man muss das Leben auskosten, die

Möglichkeiten ausreizen. Doch oft wird dabei das

Leben aufs Spiel gesetzt und dieser Wettlauf auf

Leben und Tod endet nicht selten unglücklich.

Auch in anderen Lebensbereichen sind Risiko

und Nervenkitzel gefragt. Das Gewinnen und

Spekulieren auf „Teufel komm raus“ ist für nicht

wenige in Wirtschaft, Politik und Wissenschaft

eine Disziplin, bei der sie ungeheuren Ehrgeiz

entwickeln. Da wird alles Menschenmögliche in

Bewegung gesetzt, um nur vorne mit dabei zu

sein, „Wer Ellenbogen aus Stahl hat, kann nicht

auf dem Holzweg sein“, so warb vor vielen Jahren

ein großer Elektrofachmarkt. Wer hintendran

bleibt, wer nur zweiter ist, wird schnell vergessen,

kommt nicht vor, ist out.

Diesen Wettlauf hat Jesus eindeutig verloren.

Mit Randexistenzen und Verlieren der damaligen

Zeit hat er sich abgegeben, die Mächtigen und

Einflussreihen hat er gemieden. Ernst genommen

wurde er nicht so recht. Am Kreuz hat sein Leben

ein unrühmliches Ende gefunden – wie ein

Verbrecher wurde er hingerichtet. Für viele war

klar: Dieser Jesus ist auch in den Augen Gottes

ein Verlierer. Wer so elend stirbt, hat keinen guten

Draht zu Gott, der kann nicht der Messias sein.

Und so wurde Jesus in den Augen vieler Menschen

damals zum Loser, zum Verlierer und Versager.

BEGEGNUNG MIT DEM AUFERSTANDENEN

Das Osterevangelium nach Johannes erzählt uns

von Maria Magdalena, von Petrus und dem „geliebten

Jünger“ und ihrem ganz persönlichen

Wettlauf. Es wirkt auf uns vielleicht manchmal

wie ein gemütlicher Sonntagmorgenspaziergang,

dieser Gang zum Grab. Aber bei den Dreien ging es

um Leben und Tod. Für Maria steht alles auf dem

Spiel. Dieser Jesus, durch den sie Verständnis und

Liebe erfahren hat, der ist vor ihren Augen gestorben

und damit auch ein Großteil ihres eigenen

Lebens: all ihre Hoffnungen und Sehnsüchte, all

die Vertrautheit. Maria hält diese Wahrheit nicht

aus. Jetzt kommt Bewegung in die Sache. Sie geht

voll Unruhe zum Grab und sieht das leere Grab.

Sie läuft, um dies den Jüngern mitzuteilen. Die

beiden Jünger vergessen ihre Angst, überwinden

ihre Traurigkeit und Resignation und laufen, um

sich vor Ort ein Bild vom Geschehenen zu machen.

Auch für sie ist das ein Lauf um Leben und Tod.

Sie laufen um ihr Leben. Auch sie werden Zeugen

des leeren Grabes.

Doch das leere Grab ist nicht das Entscheidende.

Es ist vielmehr die Erfahrung, die Begegnung.

Auferstehungserzählungen und Begegnungsgeschichten.

Sie bringen die Worte, was die Menschen

nach seinem Tod mit Jesus erfahren haben.

Sie zeigen auf, wie Wandlung geschehen ist, wie

aus einem verschreckten Jüngerhaufen ein Kreis

mutiger Männer und Frauen wurde. Der Auferstehungsglaube

entspringt nicht dem leeren Grab,

sondern einer Begegnung, die neu und unerhört

ist und doch so vertraut. Der Lieblingsjünger steht

abseits vom Grab. Im stillen Verweilen erahnt, begreift

er, was geschehen ist: „Er sah und glaubte.“

Was so schlicht und einfach klingt, stellt das Leben

auf den Kopf, es geht um Leben und Tod. Das

müssen die Jünger schon bald nach der Auferstehung

Jesu erfahren. Die Erinnerungen an das

Erfahrene und das Einstehen für diese Wahrheit

machen es nicht leicht für sie, in der Welt ihren

Platz zu finden. Sie rufen mit ihrem Glauben Unverständnis

hervor, ernten Kopfschütteln, bringen

sich in Gefahr, setzen ihr Leben aufs Spiel.

GEFÄHRLICHE ERINNERUNG

Der katholische Theologe Johann Baptist Metz

definiert den christlichen Glauben als eine „gefährliche

Erinnerung“. Glauben ist eine Erinnerung

im biblischen Sinn und meint immer auch

32 _ Marienkonkret / 85/17


ein Vergegenwärtigen des Vergangenen. In der

Erinnerung steckt eine Kraft, die auf das Heute

bezogen ist und die Zukunft weist. Wir Christen

erinnern uns zu Ostern an die Auferstehung Jesu

Christi. Wir tun dies nicht aus Interesse an der

Geschichte. Wir feiern Ostern als glaubende und

vertrauende Menschen, auf dass die Auferstehung

Jesu sich heute wieder ereigne, neu lebendig werde

in uns. Wie damals geht es auch heute um Leben

und Tod.

Ostern ist das Fest der frohen, aber auch der

gefährlichen Erinnerung. Denn wer sich zu Jesus

Christus bekennt, der ergreift automatisch Partei,

der hat seinen Platz an der Seite der zu kurz Gekommenen,

der gehört nicht zu den Siegertypen

unserer Tage, der wird vielleicht auch mal belächelt

und seine Worte werden abgetan als naives

Geschwätz.

Doch ich glaube, dass unser Zeugnis als Christen

heute mehr denn je gefragt ist. Wir Christen

sind dieser Welt etwas schuldig, nämlich das

Zeugnis und Beispiel für den Mehrwert an Leben:

dass sich das Leben nicht in dem erschöpft, was

messbar oder bezahlbar ist. Leben ist mehr, als

alle Möglichkeiten auszureizen und ständig den

Nervenkitzel zu suchen. Und dabei geht’s um Leben

und Tod.

Allen Lesern ein gesegnetes

Osterfest und die Freude des

auferstandenen Herrn!

Marienkonkret / 85/17 _ 33


Perspektive

Zulassung erhalten

GSS-Therapiezentrum ist für alle da

Seit 2017 ist das GSS Therapiezentrum am

St. Marien-Krankenhaus Siegen zugelassen

für die ambulante Rehabilitation bei orthopädischen

und muskuloskeletalen Erkrankungen

aller Kostenträger. Die Zulassung besitzt das

Team unter der Leitung von Dipl.-Sportlehrer Michael

Wörster für alle gesetzlichen und privaten

Krankenkassen, die Berufsgenossenschaften und

jetzt auch für die Deutsche Rentenversicherung

Bund. Letzteres erweitert die Möglichkeiten der

wohnortnahen Rehabilitation für Angestellte.

Das GSS Therapiezentrum am St. Marien-Krankenhaus

Siegen ist die einzige Einrichtung für ambulante

Rehabilitation im gesamten Kreis Siegen-

Wittgenstein, die über diese Zulassungen verfügt.

Versicherte aus der Region können nun vor Ort ihre

Behandlung durchführen und müssen nicht mehr

lange Wege zurücklegen.

Rehabilitation im vertrauten Umfeld

Die ambulante Rehabilitation gilt schon lange als

die patientenfreundliche Alternative zum Aufent-

halt in einer stationären Einrichtung. „Patienten

ziehen immer häufiger ambulante Therapiemaßnahmen

in häuslicher Nähe einem entfernten Klinikaufenthalt

vor“, sagt Michael Wörster, der im

St. Marien-Krankenhaus Siegen neben dem Therapiezentrum

auch für die komplette ambulante

Versorgung verantwortlich zeichnet. Die Gründe

seien dabei vielfältig, doch die Hintergründe

gleich: „Zuhause, im vertrauten privaten Umfeld

fühlt man sich einfach wohl – die beste Voraussetzung

für eine erfolgreiche Therapie.“

50köpfiges Team

Eine Ambulante Rehabilitation kann von allen

Ärzten verordnet werden. Geeignet ist die ambulante

Rehabilitation auch als Anschlussheilbehandlung

direkt nach Operationen im orthopädischen

beziehungsweise muskuloskeletalen

Bereich. Auch Nachbehandlungen sowie Heilmittelverordnungen

wie Krankengymnastik, Massagen

und Ergotherapie sind im Siegener Therapiezentrum

möglich.

34 _ Marienkonkret / 85/17


Qualität

Therapiezentrum zertifiziert

Auf fast 2.000 Quadratmetern Therapiefläche

können in direkter Nachbarschaft zum St. Marien-Krankenhaus

Siegen ambulante Behandlungen

für die Deutsche Rentenversicherung und

damit für alle Kostenträger durchgeführt werden.

„Wir freuen uns, dass wir nun auch die Deutsche

Rentenversicherung Bund mit unseren Leistungen

überzeugen konnten“, so Michael Wörster.

„Unser 50-köpfiges Team aus Ärzten, Physiotherapeuten,

Ergotherapeuten, diplomierten Sportwissenschaftlern,

Masseuren, Psychologen, Sozialpädagogen

und Ernährungsberatern arbeitet

hierfür Hand in Hand mit den Partnern aus dem

stationären Bereich.“

Michael Wörster, Bereichsleiter

Ambulante Versorgung

Seit 2005 bietet das GSS Therapiezentrum in

der Friedrichstraße als interdisziplinäres Therapie-,

Rehabilitations- und Gesundheitszentrum

ein umfassendes Präventions- und Therapieprogramm.

2013 wurde außerdem eine Filiale des

Therapiezentrums am Siegerlandflughafen eröffnet.

Seit 2014 wird kardiologische Rehabilitation

im Ambulanten Zentrum Albertus Magnus angeboten.

Aufgrund seiner guten Leistungen und

der strukturierten Ablauforganisation wurde das

GSS Therapiezentrum im Jahr 2017 nach DIN EN

ISO 9001:2015 und den Anforderungen des pCC

Anforderungskatalogs für Rehabilitationseinrichtungen

3.0 inklusive BAR Vorgaben für die ambulanten

Orthopädischen und Kardiologischen Rehabilitationseinrichtungen

zertifiziert.

Allein in Siegen kümmern sich über 50 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter um das Wohl

der Patientinnen und Patienten. Die Nähe zum

St. Marien-Krankenhaus Siegen ermöglicht eine

besondere und intensive Zusammenarbeit des medizinischen

Fachpersonals und gewährleistet eine

optimale Betreuung. Ärzte, Physiotherapeuten,

Masseure und medizinische Bademeister, Sporttherapeuten

sowie Ergotherapeuten sorgen dafür,

dass der Körper ganzheitlich behandelt wird. Die

Schwerpunkte liegen auf den Gebieten der kardiologischen

sowie der orthopädischen Rehabilitation;

zudem sind die Praxen für Physiotherapie und

Ergotherapie integrale Bestandteile unseres Zentrums.

Das Angebot richtet sich dabei nicht nur an

Patienten, die den Besuch des Zentrums an einen

Krankenhausaufenthalt anschließen – das GSS

Therapiezentrum sieht es als eine weitere wichtige

Aufgabe neben der Regeneration auch insbesondere

die Prävention zu fördern. Vorbeugende

Fitness- und wohltuende Wellnessbehandlungen

sind daher ebenso zu finden wie beispielsweise

Krankengymnastik und Rehabilitationssport.

Damit sich unsere Patienten rundum wohlfühlen

und ein optimaler Erfolg erzielt werden kann, ist

es uns ein besonderes Anliegen die individuellen

Bedürfnisse unserer Patienten zu berücksichtigen.

Gemeinsam entwickeln wir so einen für den Patienten

optimalen Therapieplan. Unterstützt wird

der Erfolg der Therapie durch eine moderne Ausstattung

an Geräten sowie durch ständige Fortund

Weiterbildungsmaßnahmen der Mitarbeiter.

Hierfür steht ein eigener Seminarraum zur Verfügung.

Die freundlich und hell gestalteten Räumlichkeiten

tragen zu einer positiven Atmosphäre

bei.

Marienkonkret / 85/17 _ 35


Intern

von links:

Christoph Rzisnik,

Professor Ralph Naumann,

Professor Winfried Gassmann,

Hans-Jürgen Winkelmann

36 _ Marienkonkret / 85/17


Wechsel

Am 1. März wurde der Wechsel in der Leitung der Medizinischen

Klinik III vollzogen. Chefarzt Prof. Dr. med. Winfried

Gassmann, der die Abteilung zu einem Aushängeschild

des St. Marien-Krankenhauses entwickelt hatte, emeritierte

und übergab den Staffelstab an Chefarzt Prof. Dr.

med. Ralph Naumann. Die offizielle Verabschiedung und

die Einführung des neuen Chefarztes werden im April bei

einem Festakt im Haus der Siegerländer Wirtschaft erfolgen.

Lesen Sie dazu den Bericht in der Sommerausgabe

der MARIEN konkret.

Marienkonkret / 85/17 _ 37


Intern

Thomas Griffig

verabschiedet

Es sei „kein normaler verbandlicher

Vorgang, sondern ein emotionaler

Anlass“, befand Anfang

März Josef Lüttig, Diözesan-Caritasdirektor

im Erzbistum Paderborn,

als er sich mit Dank an Thomas

Griffig wandte. Denn Griffig,

Vorstandsvorsitzender des Caritasverbandes

Siegen-Wittgenstein

und Geschäftsführer des Sozialdienstes

katholischer Frauen,

wurde mit einer Feier im Foyer

des Albertus-Magnus-Zentrums

in den Ruhestand verabschiedet

– nach mehr als 23 Jahren Tätigkeit

für die hiesige Caritas.

Geburten

Name Tätig als Name des Kindes Datum

Brück, Melanie Fachkrankenschwester Onkologie Lotta 16.11.16

Sieper, Sandra Gesundheits- und Krankenpflegerin, A2 Leonie 10.11.16

Cordes, Kamila Gesundheits- und Krankenpflegerin, A7 Jayden Anthony 17.12.16

Liu, Gang Assistenzarzt Orthopädie Zixi 01.12.16

Schmitz, Edyta Gesundheits- und Krankenpflegerin , A0 Anton 30.12.16

Reuber, Nicolas Physiotherapeut Lilia 01.01.17

Wäschenbach, Jennifer MVZ, Betzdorf, Medizinische Theo 30.12.16

Fachangestellte

Peter, Miriam MFA, Orthopädie Ester 09.01.17

Peters, Jacqueline Gesundheits- und Krankenpflegerin, D2 Thea Helene 18.01.17

Hantzsche, Lara-Kristin Gesundheits- und Krankenpflegerin, D3 Lotta 02.02.17

Heiraten

Name Tätig als Name neu Datum

Althaus, Saskia Krankenschwester Ehrlicher 26.11.16

Bahtic, Azra Assistenzärztin Med. Klinik I Bahtic 05.12.16

Aydemir, Selma Assistenzärztin Gyn. Ülken nur Namensänderung

Nies, Jennifer MFA, MVZ Betzdorf Wäschenbach 06.08.16

Winter ade

Zwei Tage „Winterzauber“ im

Haus St. Elisabeth in Netphen

ließen keine Wünsche offen. Am

ersten Tag gab es den klangvollen

Auftritt der Musikgruppe Zwasel,

die Vorführung der Kindertanzgruppe

Step-up und schließlich

zeigte die Schellgruppe aus

Wilnsdorf ihr Können. Die Tanzgruppe

der ev. Gemeinde, der Posaunenchor

Netphen sowie der

Gesangsgruppe Vocale Arioso erfreuten

tags darauf die Besucher.

Später sorgte die Musikschule

Thomas Frevel mit ihrem Auftritt

für weitere Begeisterung. Zum

Abschluss des Winterzaubers

nahmen die bekannten Giebelwälder

Musikanten die Gäste mit

auf eine musikalische Winterreise

von Nord nach Süd und von Ost

nach West.

Neueintritte

Name Tätig als Datum

Bellebaum, Maria Magdalena Gesundheits- und Krankenpflegerin, A0 01.12.16

Solms, Jessica Gesundheits- und Krankenpflegerin, A0 01.12.16

Thöne, Lorena Gesundheits- und Krankenpflegerin, A0 01.12.16

Hauffe-Jäckel, Sabrina Gesundheits- und Krankenpflegerin, A7 11.12.16

Kasten, Dorothee Versorgungsassistentin 19.12.16

Schaan, Frank Pflegedirektor 01.01.17

Bruna, Verena Gesundheits- und Krankenpflegerin, A3 01.01.17

Michels, Jana Krankenschwester, A3 01.02.17

Wandura, Maja Alice Gesundheits- und Krankenpflegerin, 01.01.17

Immundefektambulanz

Doctor-medic Mitrica, Roxana-L. Assistenzärztin Anästhesie 01.01.17

Esfandiyari, Nasrin Assistenzärztin Chirurgie 01.01.17

Németh, Krisztián Assistenzarzt Orthopädie 01.01.17

Giefer, Sarah Assistenzärztin Orthopädie 01.01.17

Künstler, Heike Mitarbeiterin im Schreib-u. Sekretariatsdienst, 01.01.17

Chirurgie

Braukmann, Samuel Gesundheits- und Krankenpfleger, A0 01.02.17

Roth, Marcel Physiotherapeut 01.01.17

Rebaya, Ferid Physiotherapeut 01.01.17

Paß, Andrej Sportwissenschaftler 01.01.17

Zall, Michael Sportwissenschaftler 01.01.17

Lück, Alina Verwaltung Therapiezentrum 16.01.17

Sönmez, Sandra MVZ Betzdorf, Medizinische Fachangestellte 01.12.16

Pfeifer, Heidi MVZ Kreuztal, Medizinische Fachangestellte 01.12.16

Solms, Susanne MVZ Netphen, Medizinische Fachangestellte 01.01.17

Haan, Julia AZAM Radiologie 01.01.17

Arbes, Jutta MVZ Kreuztal, Medizinische Fachangestellte 01.01.17

Lippe, Sina MVZ Kreuztal, Medizinische Fachangestellte 01.01.17

Nies, Britta MVZ Kreuztal, Medizinische Fachangestellte 01.01.17

Klimach, Lydia MVZ Kreuztal, Reinigungskraft 01.01.17

Sting, Sarah HSE, Altenpflegerin 01.01.17

Mogrovejo Grueso, Magda Yulieth HSE, Pflegehilfskraft 05.01.17

Späth, Leonie Gesundheits- und Krankenpflegerin, ZNA / CPU 01.02.17

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Name Tätig als Datum

Figoluszka, Claudia Gesundheits- und Krankenpflegerin, A7 01.02.17

Boesehans, Leona Pflegerische Aushilfskraft, A6 20.02.17

Glaser, Anne-Marie Gesundheits- und Krankenpflegerin, A5 01.02.17

MUDr. Jakesova, Eva Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Gyn. 01.02.17

Hadem, Maik HMT, Hausmeister 01.01.17

Kleinhenz, Silke HMT, Pflegehilfskraft 01.11.16

Münchrath, Tanja HMT, Azubi Altenpflege, vorher PHK 01.11.16

Bender, Heidrun MHW, Servicekraft Pflege 01.02.17

Guechairi, Chahrazed MHW, Pflegehilfskraft 01.12.16

Ortmann, Dennis MHW, Pflegehilfskraft 02.01.17

Kröhnert, Tabea HSR, Azubi Altenpflege 01.11.16

Müller, Dagmar HSR, Pflegehilfskraft 01.01.17

Steinfurth, Jeanette HSR, Azubi Altenpflege 01.11.16

Bald, Markus HSK, Pflegefachkraft, vorher MHW 01.01.17

Eichner, Daniel-Johannes HSK, Pflegefachkraft 15.11.16

Lück, Alexander HSK, Pflegefachkraft 15.12.16

Mogler, Matthias HSK, Azubi Altenpflege, vorher PHK 01.11.16

Perez Leal, Ana Maria HSK, Sonderdienst 15.01.17

Demir, Merve Gesundheits- und Krankenpflegerin, A0 01.02.17

Weiterbildungen

Name

Kein anderes Thema im Zusammenhang

mit der Behandlung und Pflege in

medizinischen Einrichtungen beschäftigt

die Menschen in den letzten Jahren

so sehr wie die Umsetzung der Hygiene.

Alleine durch die Berichterstattung in

der Presse ist das Thema in der Gesellschaft

inzwischen fest verankert. Das

Hygieneteam lädt nun alle, die in Medizin,

Pflege oder sonstigen Bereichen

des Gesundheitsdienstes tätig sind, ein

zum 1. Südwestfälischen Hygienetag

im St. Marien-Krankenhaus Siegen.

Der Hygienetag findet statt am 22. November

2017 und beginnt um 9:00 Uhr.

Ende der Veranstaltung ist um 16:30

Uhr.

Abschluss

Collins-Dechent, Simone Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe 19.11.16

Rawashdeh, Tariq Facharzt für Viszeralchirurgie 19.11.16

Frank, Kristina Gastroenterologische Endoskopie für Arzthelferinnen 26.11.16

und Med. Fachangestellte

Müller, Tobias Fachkrankenpfleger Intensivpflege und Anästhesie 28.11.16

Hübner, Daniel Fachkrankenpfleger Intensivpflege und Anästhesie 28.11.16

Stalp, Chrinstine Fachkrankenschwester Intensivpflege und Anästhesie 28.11.16

Spohr, Carolin Fachkrankenschwester Intensivpflege und Anästhesie 28.11.16

Swazinna, Kevin Manuelle Therapie 10.12.16

1. Südwestfälischer Hygienetag

Pilgerreise nach Rom

In der Zeit vom 4. bis zum 11.

November besteht für Mitarbeiter(innen)

des St. Marien-

Krankenhauses und anderen

Interessierten die Möglichkeit,

an einer Pilger- und Studienreise

nach Rom teilzunehmen. Die

Teilnehmer werden die bekanntesten

Sehenswürdigkeiten des

antiken und christlichen Roms

kennenlernen und dabei auch

Zeit haben, die einmalige Atmosphäre

der „Ewigen Stadt“ zu

genießen. Der Preis für die Reise

beträgt 950 Euro pro Person

im Doppelzimmer. Anmeldungen

sind bis Ende April bei Pfarrer

Tadeusz Senkowski möglich.

Carotiszentrum

Um das optimale Verfahren zur

Verhandlung einer „Carotisstenose“

auszuwählen, besteht seit

über einem Jahr eine Kooperation

zwischen der Neurologischen Klinik

und der Neuroradiologischen

Klinik im Kreisklinikum und

der Chirurgischen Klinik im St.

Marien-Krankenhaus. Als besondere

Veranstaltung im Rahmen

gemeinsamer Fortbildungen des

Ärztevereins wurden nun Vorträge,

Untersuchungen an Patienten

und eine erfolgreiche Implantation

eines Stents in die Arteria

carotis vorgenommen.

Wechsel an Spitze

Dieter Hensel ist neuer Vorsitzender

des Fördervereins von Haus

Mutter Teresa. Der bisherige Vorsitzende

und letztes Gründungsmitglied

des Vereins legte damit

das Amt in jüngere Hände.

Marienkonkret / 85/17 _ 39


Kampagnen-Motiv, abgeleitet von den Mitarbeiterinnenentwürfen. Prämiert wurden dabei die sehr guten Entwürfe von Johanna Fischer,

Annette und Inga Geller sowie Lisa Pracht.

Desi

STOP

Desinfizieren:

Einfach

Sicher

Immer

Desi

40 _ Marienkonkret / 85/17

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