Das Magazin der Stadt Emden - Jahresbericht 2010

emden.de

Das Magazin der Stadt Emden - Jahresbericht 2010

www.emden.de Das Meer an Leben.

Das Magazin der Stadt Emden

2010

Emden im Jahresblick

Schwerpunkt-Thema:

Riesen-Pötte

brauchen tieferes

Fahrwasser

PoliTik und VeRwalTung

wiRTSchaFT und umwelT

geSundheiT und SozialeS

Bildung und kulTuR


inhalt

Vorwort des Oberbürgermeisters

PoliTik und VeRwalTung 2 - 13

emden trotzt auch schweren Stürmen 2

was macht eigentlich der Rat? 6

nicht mehr von Pontius zu Pilatus 8

kleingeld kann man vergessen 11

nicht gleich mit der keule drohen 12

wiRTSchaFT und umwelT 14 - 25

ab in die mitte – auf die innenstadt kommt es an 14

Schöne Seiten des dorflebens ausbauen 17

Riesen-Pötte brauchen tieferes Fahrwasser 18

immer dem tiefen wasser hinterher 20

klimaschutz schafft Jobs und wohlstand 22

offshore-mitarbeiter – fit wie ein Turnschuh 24

geSundheiT und SozialeS 26 - 29

Familie und Beruf unter einem hut 26

im alter lange auf eigenen Füßen stehen 28

Bildung und kulTuR 30 - 36

Impressum:

emden möbelt die Schulen auf 30

leere klassen kann man nicht von a nach B schieben 32

glückliche kinder: Toben, hangeln, matschen 34

eigene grenzen und die grenzen anderer 36

Datenspiegel

Herausgeber:

Stadt Emden, Pressestelle

Emden 2010

Gestaltung und Satz:

REDLINE design & illustration, Emden

Text und Redaktion:

Bernhard Fokken, Leer

www.fomedia.de

Herstellung:

Druckhaus W. Dahlheimer, Emden

Liebe Emderinnen

und Emder,

diese erste Ausgabe unseres Magazins „Emden im Jahresblick“ führt

uns vor Augen, was wir täglich sehen, aber selten genau wahrnehmen:

Emden ist eine reizvolle Stadt, in der sich gut leben und arbeiten lässt.

Die Mischung macht‘s: Arbeit, Wohnen, Freizeit und Kultur, Tradition und

Moderne.

Um die Zukunft braucht uns nicht bange zu sein. Alle sprechen von der

alternden Gesellschaft – wir auch. Und handeln. Wir kümmern uns um

innovative Betriebe, die auch morgen noch für Arbeitsplätze sorgen. Wir

schaffen jungen Familien ein Umfeld, in dem ihre Kinder sicher aufwachsen

und gute Kindergärten und Schulen besuchen. Eltern können

Familie und Beruf unter einen Hut bringen.

Wir hängen unsere älteren Bürger nicht ab, sondern bauen darauf, dass

sie ihren reichen Erfahrungsschatz den Jüngeren öffnen und sich ehrenamtlich

engagieren. Und wenn es nicht mehr geht, bietet Emden ihnen

viele Möglichkeiten der Hilfe – immer unter dem Blickwinkel, dass sie im

Alter so lange wie möglich auf eigenen Füßen stehen.

Wirtschaft ist nicht alles, aber ohne Wirtschaft ist alles nichts. Deshalb

arbeiten Politik, Verwaltung, Unternehmen und Gewerkschaften daran,

dass unser wirtschaftliches Herz, der Hafen, weiter kräftig schlägt. Das

haben schon unsere Vorfahren getan, das bleibt bis heute eine unserer

wichtigsten Aufgaben. Der nächste große Sprung ist der Bau eines Hafens

am Rysumer Nacken. Ich bin sicher, dass wir den Sprung in dieses

neue Emder Zeitalter schaffen.

Darüber und über andere vielfältige Aufgaben berichtet dieses Magazin.

Ich wünsche eine anregende Lektüre.

Mit freundlichen Grüßen

Alwin Brinkmann

(Oberbürgermeister)


Politik und Verwaltung

Richtung

emden hält kurs auch in schweren

Gibt die Richtung vor: Oberbürgermeister Alwin Brinkmann.

Oberbürgermeister Alwin Brinkmann über robuste

Wirtschaft, Dynamik, Finanzen, Zukunft

und Leben in der Stadt

2 Kraft. Glück, weil der Schiffbau der

3

Die Dynamik Emdens zeigt sich

gerade in der jüngsten Finanz-

und Wirtschaftskrise. Selbst das

„Aus“ der Nordseewerke lässt

sich in der Arbeitslosenstatistik

kaum ablesen – nahtlos geht der

Schiffbau auf dem Werftgelände

über in die Produktion von Wind-

kraftanlagen. Wie ein kleines

Wunder. Oberbürgermeister

Alwin Brinkmann sieht die Stadt

mit mehr Tiefgang auf der Ems

und dem Ausbau des Rysumer

Nackens als Hafen- und Indus-

triegebiet auf einem guten Weg,

um Stadt und Region zukunftsfä-

hig zu halten.

Oberbürgermeister Alwin Brinkmann

muss nicht lange überlegen, wie er

einem jungen Ingenieur von auswärts

mit Aussicht auf einen guten Job

den Umzug nach Emden schmackhaft

macht: „Sie haben bei uns alles,

was Sie und Ihre Familie brauchen.“

Dann zählt er auf: „Bildung und Kultur

haben eine hohe Qualität und

in der Freizeit bieten sich reizvolle

Möglichkeiten.“ Aber der OB ist kein

Schönredner: „Im Einzelhandel, beim

Shoppen auf hohem Niveau müssen

wir noch nachlegen.“

Unsere Gesellschaft wird allmäh-

lich grau. Wir werden immer älter,

Kinder wachsen weniger nach. Die

demografische Entwicklung macht

auch vor Emden nicht halt. Deshalb

wird es die Kunst im Rathaus und in

der Wirtschaft sein, die jungen Leute

in Emden zu halten und gut ausgebildete

Menschen von Außen zu

locken. Das hört sich leichter an als

es ist, denn die Stadt muss gleichzeitig

viele Bälle in der Luft halten.

Das Ideal: Die Wirtschaft bietet gute

Arbeitsplätze, junge Mütter und Väter

bringen Beruf und Familie unter

einen Hut, Senioren können lange

selbstständig im eigenen zu Hause

leben, die Emder fühlen sich in der

Innenstadt wohl wie in ihrer guten

Stube und schließlich bilden Freizeit

und Kultur die Sahnehäubchen auf

der Lebensqualität.

Obenan stehen für junge Familien je-

doch die Kindergarten- und Schulan-

gebote, ist Brinkmann überzeugt. Das

ist auch eine Leitlinie im Rathaus, so

dass in den Stadtteilen überall Kindergärten

in der Nähe sind. Grundschulen,

Hauptschulen, Realschule,

Gymnasien, ganz neu eine Integrierte

Gesamtschule, Förderschule und

Berufsbildende Schulen. Wer ein so-

Stürmen

ziales oder technisch-naturwissenschaftliches

Fach studieren will, kann

dies an der Hochschule Emden/Leer.

Deshalb lautet Brinkmanns Bildungsfazit

schlicht: „Wir sind gut.“

Finanzkrise: kein Beinbruch

Die weltweite Finanzkrise bringt

Emden kurz aus dem Tritt, lässt

die Stadt aber nicht stolpern.

Selbst den fast gleichzeitigen

Niedergang des Schiffbaus steckt

sie weg – mit Glück und eigener

Windkraft praktisch die Klinke in

die Hand drückt. Eigene Kraft, weil

VW und Hafen der Stadt robuste

Stärke verleihen. Sie kann sich

auch mal am eigenen Schopf aus

dem Sumpf ziehen.

Oberbürgermeister Brinkmann

sieht Emden mitten in einer Zäsur.

Ablesen lässt sie sich im Haushaltsplan,

wo neuerdings ein so

genanntes strukturelles Defizit von

fünf Millionen Euro für Sorgenfalten

sorgt. Kein Beinbruch, aber

doch eine Zerrung, die behandelt

werden muss. Brinkmann drückt

es so aus: „Wir leisten uns für fünf

Millionen zu viel.“ Im Vergleich

zu einem Haushaltsumfang von

mehr als 119 Millionen Euro klingt

das nicht viel. „Aber wenn wir das

Defizit nicht abbauen, bekommen

wir dauerhaft Schwierigkeiten, was

ä Fortsetzung Seiten 4 und 5

Innenstadt am Wasser: Ratsdelft mit Altem Binnenhafen und Falderndelft.

Politik und Verwaltung


Politik und Verwaltung

Wohnen am Ratsdelft.

ä Fortsetzung von Seite 3

4 5

Zimmern für eine neue Krippe in der Kindertagesstätte Schwabenstraße: v. l. Fachbereichsleiter Tom Sprengelmeyer, Kita-Leiterin Anita Jacobs mit Schützling und Oberbürgermeister Alwin Brinkmann.

letztlich zu höheren Schulden führt

und zu Lasten der Investitionen

geht“, warnt der OB. Der Eindruck

in Emden trügt etwas, denn trotz

Krise wird immer noch munter

gebaut. Aber es handelt sich um

länger laufende Projekte oder um

Bauten aus dem Konjunkturprogramm.

Emden hat grundsätzlich ein

stabiles Finanzkorsett. Die Stadt

konnte Konjunkturdellen in den

letzten Jahrzehnten aus eigener

Kraft ausbügeln und immer investieren.

Brinkmann ist stolz auf die

sichtbaren Zeichen dieser Investitionskraft:

Frisia-Park, Wasserstadt,

a Lasco-Bibliothek, Kunsthalle,

Landesmuseum, Rathaus-Umbau,

Rotes Siel, Kindergärten, Schulen,

Jugendheime und mehr. Seine

Devise für die Zukunft: „Nie mehr

Geld ausgeben, als wir mittelfristig

so über sieben, acht Jahre einnehmen.“

Dann könne die Stadt die

Balance halten zwischen Investitionen

in die Zukunft und Unterstützung

für Vereine und Verbände.

der gute draht nach

Hannover

Die Stadt kann finanziell nicht klagen

– aber für große Investitionen

ist sie wie alle anderen Kommunen

darauf angewiesen, dass der Bund

und vor allem Niedersachsen ihr

finanziell helfen. Das hat über die

Jahre bestens geklappt. Ostfriesland

verbanden gute Drähte mit

Hannover, über Parteigrenzen

hinweg. Joke Bruns, Hinni Swieter,

Gerhard Schröder von der

SPD, später der frischgebackene

Bundespräsident Christian Wulff

von der CDU oder Walter Hirche

von der FDP, dazu Oberbürgermeister

Brinkmann, der für die SPD im

Landtag saß – alle arbeiteten für

Ostfriesland oder hatten ein Faible

für die Region.

Die Stadt Emden genießt in Han-

nover einen guten Ruf – bis heute.

Aber die Personen sind andere.

Ostfriesland hat in Hannover

zurzeit keine mächtigen Strippenzieher,

sitzt eher am Katzentisch.

Für Brinkmann ist klar, dass diese

Drähte weiter fest gezurrt werden

müssen. Das hat mit Gefälligkeiten

nichts zu tun, sondern mit ehrlicher

Arbeit. Wichtige Punkte der

nächsten Jahre sind der Rysumer

Nacken und Fahrwasservertiefungen

der Ems. Der Rysumer

Nacken muss zum Sprungbrett

Emdens ans seeschifftiefe Wasser

ausgebaut werden. Pläne warten

größtenteils fertig in den Speichern

der Computer.

Politik und Verwaltung


Politik und Verwaltung

Der Rat bestimmt die Geschicke der Stadt.

6 Gemeinde oder Stadt, Land- Die Emder Bürger wählen alle fünf Der Rat ist nur auf dem ersten Blick

fest, wofür er das Geld ausgeben und Jugendförderung, Fremden- Der Oberbürgermeister wird direkt 7

kreis oder kreisfreie Stadt,

Land, Bund: So gliedert sich

Deutschland. Jede Ebene

hat ihre gewählte Vertretung.

Rat, Kreistag, Landtag,

Bundestag. Für Emden ist

der Rat die gewählte Ver-

tretung. Er ist jedoch etwas

Besonderes, weil Emden

eine kreisfreie Stadt ist. Der

Rat erledigt hier Aufgaben,

für die anderswo der Kreis-

tag zuständig ist. Aber was

macht eigentlich der Rat?

Verantwortung

was macht eigentlich der rat?

Rat vertritt alle Bürger und kümmert sich um

Aufgaben der Stadt / Er ist kein Parlament

Jahre 42 Mitglieder des Rats, zu

denen sich noch der Oberbürgermeister

gesellt, der alle acht Jahre

gewählt wird. Sie repräsentieren

die Bewohner der Stadt. Nach

dem Gesetz sind die Ratsmitglieder

weder Vertreter ihrer Wähler noch

der Partei, die sie vorgeschlagen

hat, noch ihrer Stadtteile, in denen

sie wohnen. Anders gesagt: Sie

sind für alle da und sollen ihre Arbeit

nach dem Wohl der gesamten

Stadtbevölkerung richten.

Machen wir es an einem Beispiel

fest: Ein Mitglied aus Petkum soll

seine Meinung über ein Vorhaben

im ziemlich entfernten Twixlum

nicht danach bilden, ob es Petkum

nützt, sondern ob es grundsätzlich

sinnvoll ist. Umgekehrt gilt es natürlich

genau so. Auch das Parteibuch

soll nicht im Vordergrund der

Entscheidungen stehen.

mit dem Landtag oder dem Bundestag

vergleichbar. Während Landtag

und Bundestag der Legislative angehören,

also Gesetze verabschieden,

steht dem Rat diese Kompetenz

nur sehr eingeschränkt zu bei

Satzungen und Verordnungen. Weil

dies kaum ins Gewicht fällt, gilt der

Rat nicht als Parlament, sondern

als so genanntes Exekutivorgan

und ist damit Teil der Verwaltung.

Man spricht deshalb von kommunaler

Selbstverwaltung.

Sein wichtigstes Gremium ist der

Verwaltungsausschuss. Darin sind

alle Fraktionen des Rates entsprechend

ihrer Stärke vertreten. Es

verbietet es sich deshalb eigentlich,

von Oppositionsparteien zu

sprechen – was in der Praxis jedoch

gang und gäbe ist.

Als wichtigste Aufgabe beschließt

der Rat den Haushalt. Darin legt er

Oberbürgermeister 1

So setzt sich der Stadtrat zusammen:

möchte. Zuständig ist er zum Beispiel

für alle Schulen in der Stadt

– und hat damit mehr zu sagen

als beispielsweise die Stadträte in

Leer oder Aurich, die nur für Grundschulen

zuständig sind. Alle anderen

Schulen werden dort von den

Landkreisen versorgt. Aber Emden

gehört keinem Landkreis an und

versieht deshalb zahlreiche Aufgaben,

um die sich sonst ein Landkreis

kümmert, wie die Kfz-Zulassung.

Der Rat verantwortet die städ-

tischen Straßen, die in ihrer Wer-

tigkeit hinter den Landes- und

Bundesstraßen und Autobahnen

rangieren. Grundlegende Arbeit

des Rates sind Hafen- und Stadtentwicklung.

Die Liste weiterer Aufgaben

ist lang. Hier ein Ausschnitt:

Klinikum, Stadtwerke, Wirtschaftsförderung,

Volkshochschule, Alten-

SPD 23

CDU 8

FDP 6

Bündnis 90/Die Grünen 3

Die Linke 2

verkehr, Müllabfuhr, Naturschutz,

Gewerbesteuern, Grundsteuern,

Hundesteuer, Feuerschutz, Zuschüsse

für Vereine oder gar Taxigebühren.

Fachausschüsse bereiten

ratsbeschlüsse vor

Vorbereitende Arbeit für den Rat

leisten die Fachausschüsse. Wichtigster

Ausschuss ist der Verwaltungsausschuss.

Der Oberbürgermeister

sitzt ihm kraft Amtes vor.

Es gibt zehn weitere Fachausschüsse.

Ihre Namen: Finanzen,

Beteiligungen und Innere Organisation;

Gesundheit und Soziales; Kultur

und Erwachsenenbildung; Öffentliche

Sicherheit, Ordnung und

Bürgerservice; Stadtentwicklung

und Umwelt; Wirtschaft, Hafen und

Tourismus; Schulausschuss; Sport-

ausschuss; Jugendhilfeausschuss;

R e c h n u n g s p r ü f u n g s a u s s c h u s s .

Hinzu kommt der Werksausschuss

Bau- und Entsorgungsbetrieb.

Ratsmitglieder arbeiten außerdem

in den Beteiligungsverwaltungen

und in Eigengesellschaften wie Abfallwirtschaftsgesellschaft

Emden,

Gewoba, Klinikum oder Rettungsdienst.

die rolle des oberbürgermeisters

vom Volk für acht Jahre gewählt.

Am Tag der Wahl muss er mindestens

23, darf aber höchstens 64

Jahre alt sein. Er ist stimmberechtigtes

Mitglied des Rates und leitet

den Verwaltungsausschuss. Er

ist zuständig für alle Aufgaben der

laufenden Verwaltung. Seine vornehmste

Aufgabe ist, Beschlüsse

des Rates vorzubereiten und auszuführen.

Der Oberbürgermeister,

in Emden Alwin Brinkmann, repräsentiert

die Stadt und wird dabei

von zwei Bürgermeisterinnen unterstützt:

Lina Meyer und Andrea Risius.

Der Oberbürgermeister führt

für Land und Bund so genannte

Aufgaben des übertragenen Wirkungskreises

aus, auf die der Rat

keinen Einfluss hat – zum Beispiel

Hartz IV-Angelegenheiten oder Kfz-

Zulassung.

Politik und Verwaltung


Politik und Verwaltung

Ein Verwaltungsgebäude der Stadt steht am Frickensteinplatz.

8 angenommen. Die Gebühr beträgt

9

„Bei der Behörde hast du

viel unnötige Lauferei.“

Dieses Vorurteil nistet in

vielen Köpfen - auch wenn

die Wirklichkeit es längst

überholt hat. Auf der Über-

holspur: Das Bürgerbüro in

Emden.

Bürgerbüro

emder rennen nicht länger von

Bürgerbüro: Kfz-Zulassung, Einwohnermeldewesen

und Fundsachen gemeinsam / „Trauung

ok up Platt“

Das Fachwort nennt sich „Allzu-

ständigkeit“. Sprachästheten mö-

gen darüber streiten, aber prak-

tisch ist es schon. Das Bürgerbüro

im Verwaltungsgebäude am Frickensteinplatz

ist Anlaufstelle für

Emder, die mit dem Rathaus zu tun

haben. Sie können dort ihr Auto zulassen

oder abmelden, ihren Wohnsitz

an- oder ummelden, Pass und

Ausweis bestellen und abholen

oder Fundsachen mitteilen oder

danach fragen. Das alles erledigt

das Bürgerbüro.

Es sind die Angelegenheiten, die

den größten Bürgerzulauf haben.

Am Empfang des Bürgerbüros fragt

eine Mitarbeiterein die Kunden zunächst,

ob sie nötige Unterlagen

mitgebracht haben. Sie sollen nicht

erst beim Sachbearbeiter erfahren,

dass etwas fehlt. Das erspart oft

unnötige Wartezeit.

Seit 2002 arbeiten Einwohnermel-

deamt, Kfz-Zulassungstelle und

Fundsachen-Verwaltunggemeinsam.Fachbereichsleiter

Okko

Ahten bereut die

Zusammenlegung

nicht: „Das Bürgerbüro

ist eine gute Sache und

erspart den Emdern viel Lauferei.“

Seit 2007 gehört organisatorisch

auch das Standesamt zum Fachdienst

Bürgerbüro und Standesamt,

ist allerdings im Gebäude an

der Maria-Wilts-Straße untergebracht.

Das bleibt auch so, weil

zurzeit Platz und Geld fehlt“, sagt

Okko Ahten.

Im Maria-Wilts-Haus ist das klas-

sische Standesamt der Stadt un-

tergebracht. Das Ja-Wort geben

Pontius zu Pilatus

können sich Emder und Auswärtige

in der Tiffany-Lounge der Kunsthalle,

in der Rüstkammer, auf dem

Feuerschiff „Amrumbank“ oder

im Rummel und Pelzerhaus. Auf

Wunsch traut ein Standesbeamter

die Brautleute „up Platt“.

wunschnummer fürs auto

Auto-Kennzeichen nach Wunsch –

die Stadt Emden erfüllt ihn. Emder

können die Nummer über die

Homepage der Stadt für 30 Tage

reservieren. Der Service wird gut

12,80 Euro. Die Kennzeichen-Reservierung

ist ein kleiner Teil des

wachsenden E-Government, der

elektronischen Stadtverwaltung.

Viele Formulare lassen sich zu Hause

am PC herunterladen und ersparen

so unnötige Wege zur Verwaltung.

Studenten können

100 kröten einsacken

Für auswärtige Studenten der Fach-

hochschule Emden/Leer lohnt es

sich, in Emden den ersten Wohnsitz

anzumelden. Dafür erhalten sie 100

Euro bar auf die Hand. Sie brauchen

nur mit Immatrikulationsbescheinigung,

Personalausweis und

Mietvertrag ins Bürgerbüro am Frickensteinplatz

zu gehen und dort

ihre Hauptwohnung anzumelden.

ä Fortsetzung Seite 10

Hier blüht was: Eingang zum Verwaltungsgebäude am Frickensteinplatz.

Politik und Verwaltung


100 Euro auf die Hand für Studenten, die Emder werden.

Das Geld gibt es sofort. Abgese-

hen von leicht verdienten 100 Euro

Ein paar Eingaben ins Handy – schon ist das

Parken erlaubt.

10 hat das für Studenten zum Beispiel schäfte. Auf Wunsch kann auch ein

Es ist ganz einfach: An Parkschein- an der Windschutzscheibe keinen

11

den Vorteil günstiger Regionaltarife

für die Kfz-Versicherung. Die Stadt

Emden macht ihre Aktion „100 Kröten

einsacken“ nicht ganz selbstlos.

Sie erhält staatliche Zuschüsse

für Einrichtungen in der Stadt nach

der Einwohnerzahl.

elektronisch dauert’s

länger

Die Stadt muss auch Aufgaben

des Bundes erfüllen. Dazu gehört,

Personalausweise auszustellen.

Am 1. November dieses Jahres

kam eine gravierende Änderung

auf die Bürger zu: Sie erhalten nur

noch elektronische Ausweise. Für

Stadt und Bürger wird es teurer.

Die Stadt musste neue Hard- und

Software für die Elektronik kaufen

und wegen des Datenschutzes im

Haus umbauen, die Bürger müssen

ä Fortsetzung von Seite 9

mehr als bisher für

den Ausweis zahlen:

Statt acht bald

28,80 Euro. 22,80

Euro muss die Stadt

an die Bundesdruckerei

überweisen,

die den Ausweis herstellt.

Das Teure am neuen

Ausweis: Ein Chip

birgt die elektronische

Identifikation des

Passinhabers, außerdem eine elektronische

Signatur für Online-Ge-

Fingerabdruck gespeichert werden.

Die Stadt muss jeden Antragsteller

ausführlich darüber belehren, so

dass dieser allein deshalb mehr

Zeit als bisher mitbringen muss.

Man rechnet pro Pass mit bis zu

einer halben Stunde statt bisher

knapp zehn Minuten.

Alte Ausweise gelten weiter.

neubürger sollen sich

gleich wohlfühlen

Alle Neubürger erhalten ein (Neu)

Bürgerhandbuch, wenn sie bei der

Stadt den Wohnsitz anmelden. Auf

100 Seiten stellt sich die Stadt von

A bis Z vor, so dass sich jeder informieren

und orientieren kann.

Auch für Menschen, die schon länger

in Emden leben, ist das Handbuch

gedacht. Neubürger können

sich obendrein über ein Päckchen

Thiele-Tee freuen. Außerdem über

Gutscheine. Ihr Inhalt: Stadtführung,

Zeitungs-Probeabos, Museen,

Kino, Studiobesichtigung

Radio Ostfriesland, Einladung

städtischer Jahresempfang, Grachten-

und Hafenrundfahrt, Schnupperpaddeln,

Theaterbesuch, Sauna,

McDonald’s, Busfreifahrtschein

im Stadtverkehr, eine Stunde parken

im Parkhaus, Filmfestbesuch,

ermäßigte VHS-Kurse, Fitnessangebote

des Klinikums, Kickers-Eintrittskarte,

Führung im Ökowerk,

Teilnahme an Probiermalschule.

Handyparken

kleingeld kann man

vergessen

Jeder Zehnte nutzt auf Innenstadt-Parkplätzen

das Handyparken

In der Emder Innenstadt

buchen Autofahrer ihren

Parkplatz per sms und

zahlen Parkgebühren über

ihre Handyrechnung

– wenn sie wollen.

Immer mehr nutzen dieses

komfortable Angebot.

automaten im Stadtkern steht auf

einem Schild die sms-Nummer

821155. Diese Nummer in die

Adressleiste tippen. Die Mitteilung

an den Empfänger besteht kurz aus

dem Auto-Kennzeichen und der

geplanten Parkzeit. Zum Beispiel:

EMDAA99 für eine Stunde, wer

länger parken will, macht hinterm

Kennzeichen einen Punkt und trägt

die gewünschte Ziffer ein. Zum Beispiel

EMDAA99.2 für zwei Stunden.

Die Parkgebühr von 50 Cent die

Stunde taucht erst auf der Handyrechnung

auf oder wird vom Prepaid-Guthaben

abgezogen. Zehn

Minuten vor Ablauf der Parkzeit

erinnert eine sms den Autofahrer

daran, dass es Zeit wird. Sitzt er

gemütlich in einem Cafe oder dauert

es länger beim Arzt, kann er

die Parkzeit mit einer neuen sms

bis auf maximal vier Stunden ver-

längern – ohne dass er sich aus

dem Sessel bewegen muss. Jeder

zehnte Parker schätzt das Angebot.

3000 Buchungen registriert die

Stadt Emden im Monat. Sie arbeitet

beim Handyparken mit einer Spezialfirma

für bargeldlose Bezahlverfahren

zusammen. Den Service

nutzen können Kunden von Telekom,

Vodafone, E-Plus und o2. Das

sind neun von zehn Handynutzern.

Und was ist, wenn die Politesse

Parkschein entdeckt? Kein Problem.

Sie gibt in ihr Kontrollgerät

das Auto-Kennzeichen ein und

sieht, ob der Autofahrer gebucht

hat.

Das Handyparken, das den nor-

malen Parkscheinautomaten er-

gänzt, hat natürlich einen ernsten

Hintergrund, der Parkraumbewirtschaftung

heißt. „Wir müssen den

Mangel an Parkplätzen einigermaßen

gerecht verwalten“, sagt

Fachdienstleiter Volker Grendel.

Rund 3500 Parker wie Gewerbetreibende,

Einwohner, Beschäftigte

und Kunden drängen auf 900 öffentliche

Parkplätze in der Innenstadt,

ohne Parkhaus. Vorrang sollen

Kunden genießen, damit diese

ihre Autos nahe den Geschäften

parken können.

Die Hälfte der 900 Parkplätze bleiben

Gewerbetreibenden und Innen-

stadt-Bewohnern mit Ausnahmege-

nehmigung vorbehalten. Die zweite

Hälfte steht Kunden frei – bis zu

vier Stunden am Stück. Mit einer

Parkscheibe lassen sich Dauerparker

nicht abschrecken, sie drehen

die Scheibe einfach weiter. Es

bleibt nur der Parkscheinautomat

– hier mit dem Zusatzservice des

Handyparkens.

Münzen sind überflüssig beim

Handyparken.

Politik und Verwaltung


Politik und Verwaltung

Stadt-Mitarbeiter setzen auf die Kraft des Gesprächs.

12 Die Menschen können sich Emdens quirlige Innenstadt lockt kräfte für Schutz und Sicherheit –

aufbauen: „Dann entsteht eine Bin-

13

in Emden sicher fühlen.

Dafür sorgt die Polizei, aber

immer mehr auch der

Stadtordnungsdienst.

Bewährt hat sich auch die

Citystreife, die am Wochen-

ende nachts in der Innen-

stadt nach dem Rechten

Sicherheit

kleinen Sündern nicht gleich mit

sieht.

Stadtordnungsdienst und Citystreife setzen auf

Gesprächs-Strategie

auch erlebnishungrige junge Leute.

Zu später Stunde ist dann nicht

immer alles Friede, Freude, Eierkuchen.

Deutlich wird es beim Sommermärchen

2006: Die deutschen

Nationalkicker sorgen wochenlang

für Partystimmung. Public Viewing

wird modern. Aber nach dem Spiel

ist die Party nicht zu Ende und

manche Seher schlagen über die

Stränge. Die Folgen: Lärm, Dreck,

kaputte Scheiben und zu viele

Schlägereien.

Die Polizei hat mit Schwertrans-

porten, Fußballspielen und ande-

ren Aufgaben genug um die Ohren,

überlässt der Stadt immer mehr

den Bereich „Ordnung“. Die Stadt

reagiert. Seit 2008 bündelt sie die

Ordnungsaufgaben im Stadtordnungsdienst,

qualifiziert ihr Personal

und stellt neue Mitarbeiter ein,

zum ersten Mal auch zwei Fach-

übrigens ein Beruf mit dreijähriger

Ausbildung.

Die Außendienstler tragen seit ei-

niger Zeit Uniform – um für Bürger

kenntlich zu sein. Die Uniform verleiht

zusätzliche Autorität

und macht die

Ordnungskräfte auch

fürs Auge präsent.

Fachdienstleiter Volker

Grendel hebt dennoch

den kommunikativen

Ansatz hervor: „Unsere

Mitarbeiter versuchen, Probleme

erst im Gespräch zu lösen, sie diskutieren

mit den Leuten und drohen

im übertragenen Sinn nicht gleich

mit der Keule.“

Bewährt hat sich auch die Citystreife,

die an Wochenenden und

Feiertagen nachts in der Innenstadt

nach dem Rechten sieht. Es sind

Mitarbeiter privater Sicherheits-

der keule drohen

dienste, die für die Stadt arbeiten.

Der Stadtordnungsdienst betreut

die Citystreife und leitet sie inhaltlich

an. Im Sommer sind vier und im

Winter zwei Personen unterwegs.

Die Citystreife hat so genannte Jedermanns-Rechte,

darf also keine

polizeilichen oder ordnungsrechtlichen

Aufgaben übernehmen. Sie

ist deshalb vor allem Ansprechpartner

und Zeuge. Darin liegt,

sagt Volker Grendel, ein Vorteil der

Citystreife, unter einer Bedingung:

Sie muss gute Kontakte zu Jugendlichen

und jungen Erwachsenen

dung, die mögliche Konflikte mit

Anwohnern und anderen Bürgern

vor allem nach und bei Feiern gar

nicht erst entstehen lässt.“ Manchmal

sind auch strenge Lösungen

nötig, wie die Alkoholverbotszonen

Hahn’sche Insel und Schreyers

Hoek. Sie zahlen sich aus.

Stadtordnungsdienst – korrekt und freundlich.

Politik und Verwaltung


wirtScHaFt und umwelt

Alltag

ab in die mitte – auf die innenstadt

Große Straße – Teil der belebten Innenstadt.

„För elk wat“ / Das Ziel heißt „Leben in die Stadt

bringen“ / Von Erfolgen und Schwierigkeiten

14 Auf die Innenstadt kommt „Ab in die Mitte“ heißt ein Wettbe- nen aufs Pferd setzen, aber reiten

finiert das Ziel als „gute Stube, in

15

es an. Sie macht Emden für

die Emder und für Gäste

attraktiv. Die Balance muss

stimmen – die Mischung

aus Einkaufen, Wohnen,

Freizeit und Kultur. Rathaus,

Geschäftswelt und Bürger

arbeiten daran. Und verges-

sen dabei die Außenbezirke

nicht.

werb des Landes Niedersachsen.

Emden gewann ihn schon zweimal.

Finanziell nichts Großartiges, aber

es gab viele Impulse – und zeigt

die Richtung, die Emden seit Jahren

konsequent einschlägt. In der

Innenstadt muss die Musik spielen

– sonst bleibt eine Stadt nicht attraktiv.

Der Rat und die Verwaltung klin-

ken sich seit Jahren in Förderpro-

gramme ein, die Innenstadt ist an-

erkannt als Sanierungsgebiet. Seit

einiger Zeit stärkt das Förderprogramm

„Aktive Stadt- und

Ortsteilzentren“ die Innenstadt

als Standort für

Wohnen und Einkaufen.

Es steht und fällt jedoch

mit den Bewohnern und

Eigentümern. Stadt und

Staat können diese mit

Zuschüssen und Plä-

müssen sie selbst. Ein gutes Beispiel

dafür ist QIN, wie die „Quartiersinitiative

Niedersachsen – Belebung

der Innenstädte“ abgekürzt

wird. Nach dem Motto „Zusammen

bringen, was zusammen gehört“

hat die Bürgergemeinschaft Große

Straße über QIN vom Land 40.000

Euro erhalten. Die Stadt gab dieselbe

Summe, aus eigener Tasche

steuerten die Anlieger 20.000 Euro

bei. Die Große Straße tritt jetzt einheitlich

auf, betreibt gemeinsames

Marketing „För elk wat“ stellt mobile

Bänke auf, kümmert sich um eine

gute Weihnachtsbeleuchtung und

macht sich so hübsch für Kunden.

Eine zweite Quartiergemeinschaft

dank QIN entsteht im Bereich Faldersstraße/Brückstraße,

die sich

mit Fachgeschäften, Lokalen und

dem Ostfriesischen Landesmuseum

profilieren will.

kommt es an

Rainer Kinzel,

Fachbereichsleiter

für Stadtentwicklung

und Wirtschaftsförderung,

freut sich, dass

„viele Einzelhändler mitmachen“.

So gewinnt QIN „eine eigene Qualität“.

Alle Arbeit und Mühen der

Stadtentwickler, Wirtschaftsförderer

und Geschäftsleute dienen

einem Ziel: Leben in die Stadt bringen.

Stadtbaurat Andreas Docter de-

der man sich trifft, einkauft und

am kulturell-gesellschaftlichen Leben

teilnimmt“. Wichtig ist für ihn,

die Innenstadt als Wohnstandort

zu erhalten. Das erweist sich

als schwierig. Docter stellt eine

mentale Barriere fest. Nach dem

Wiederaufbau der kompletten Innenstadt

nach dem Krieg sind die

Häuser heute rund 60 Jahre alt, „im

Kopf vieler Eigentümer aber noch

ziemlich neu“. Das hindert viele an

einer dringend nötigen Anpassung

an moderne Anforderungen.

Das Problem: Es gibt zu viele klei-

ne Läden. Docter: „Der Druck zu

größeren Einheiten mit Größen zwischen

1000 und 2000 Quadratmeter

Verkaufsfläche ist da, aber es

fehlt an Investoren“. Er setzt auf Initialzündungen,

wie den Umbau des

ä Fortsetzung Seite 16

Historische Seezeichen erzählen von der maritimen Geschichte Emdens, hier bei der Pottgießerstraße.

wirtScHaFt und umwelt


16

wirtScHaFt und umwelt

ä Fortsetzung von Seite 15

Emden ist die Stadt der Radfahrer.

Verlagsgebäudes Gerhard zu einem

modernen Geschäftshaus. „Alle

müssen die Frage beantworten, ob

ihre Objekte in fünf oder zehn Jahren

noch marktfähig sind“, sagt der

Stadtbaurat.

„Ein Schlüsselthema für die Ent-

wicklung“ ist das Schicksal der

früheren Kaufhalle, die seit Jahren

leer steht. Dort soll ein innerstädtische

Einkaufszentrum von 10.000

Quadratmeter Verkaufsfläche entstehen.

Die Stadt geht in Vorleistung:

Sie kauft das Haus und

bringt eine Investoren-Ausschreibung

auf den Weg.

kurze wege zu Fuß

und mit dem Fahrrad

Emden ist die Stadt der kurzen

Wege. Die Menschen innerhalb des

Wallrings sind in spätestens zehn

Minuten zu Fuß im Zentrum, die

Menschen innerhalb des Auto-

bahnrings schaffen es in dieser

Zeit mit dem Fahrrad. Diese kurzen

Wege gelten für mehr als 80 Prozent

der Einwohner. Attraktiv ist

das innenstadtnahe Wohnen nicht

nur wegen der kurzen Wege innerhalb

der Stadt, der zahlreichen

Grünanlagen und des Wassers. Die

Menschen kommen auch schnell

aus der Stadt heraus.

Wohnen am Wasser und hohe

Aufenthaltsqualität in attraktiven

Stadtquartieren sind Merkmale.

Emden ist eine Stadt des Wassers

wie keine zweite in Norddeutschland.

Wo sonst steht die See

direkt vor dem Rathaus. Rund um

den Binnenhafen entstand in den

vergangenen Jahren eine attraktive

Flanier- und Wohnmeile. Was

Emden im Gegensatz zu vielen

anderen Innenstädten außerdem

auszeichnet, ist die sehr gute Lebensmittelversorgung.

Der tägliche

Bedarf lässt sich bequem in der

City decken. Aber nicht nur das

sorgt dafür, dass sich die Emder

in ihrer Stadt wohlfühlen. So ist

sogar dreimal Wochenmarkt.

Alternative

Schöne Seiten des dorflebens ausbauen

Jung und Alt – Hand in Hand / Gegen Rückzug aus Gemeinschaften

Dörfer und Stadtteile außerhalb des

Wallrings sind dem Rathaus mindestens

so lieb wie die Innenstadt –

und wenn es sein muss, auch teuer.

„Wir wollen die Dörfer lebenswert

erhalten“, sagt Stadtbaurat Andreas

Docter. Wybelsum, Twixlum,

Larrelt, Petkum/Widdelswehr und

Uphusen sogen schon Honig aus

einem Dorferneuerungsprogramm.

Marienwehr gemeinsam mit Uphusen

steht jetzt an. Vor allem in

den Ortskernen ließ die Stadt die

öffentlichen Anlagen verbessern.

Sichere Schulwege für Kinder, bessere

Wege für Radfahrer und

Fußgänger, Feuerwehren gehen

nicht leer aus. Privatleute nehmen

Fördermöglichkeiten bisher eher

selten in Anspruch. In Barenburg

entwickelt das Programm „Sozi-

Gehwegsanierung in der Fährstraße, Petkum.

ale Stadt“ den großen vielfältigen

Stadtteil weiter, so wie sich frühere

Stadterneuerungsprogramme in

Port Arthur/Transvaal und Klein

Faldern/Friesland bewährt haben.

Die Stadt möchte die dörfliche Ge-

meinschaft stärken, zum Beispiel

durch den Aufbau von Ortsvereinen.

„Wenn Alt und Jung sich verstehen,

profitieren alle“, ist Stadtbaurat

Docter überzeugt. Gegenseitig die

Kinder hüten oder sich nachbarschaftlich

helfen – darin sieht er

eine Stärke des Dorflebens. Neuen

Kaufmannsläden im Dorf gibt er

wenig Chancen, auch ein Patentrezept

gegen das Kneipensterben

hat er nicht. Selbstkritisch räumt er

ein, dass die Stadt durch die großzügige

Förderung von Vereinsgast-

stätten daran mitgewirkt hat.

Den allgemeinen Rückzug der Menschen

aus den Gemeinschaften

sieht Docter als „enormes Problem“.

Ein Beispiel sei, dass Borssum

keinen Ernteumzug mehr auf

die Beine bringe. Junge Leute müssen

wieder an Gemeinschaften herangeführt

werden, sagt er. Aber:

Stadt ist nicht Stadtverwaltung,

Stadt sind alle Bürger.“

wirtScHaFt und umwelt

17


wirtScHaFt und umwelt

Hafenbau

moderne riesen-Pötte brauchen

Schlepper bugsiert einen Ozeanriesen über die Ems.

Neuer Hafen und neue Industrie am Rysumer

Nacken für Emden und Ostfriesland unbedingt nötig

18 Das Wohl und Wehe Emdens Emden braucht am Rysumer Na- Meter Tiefe am Rysumer Nacken

einer Klappe – und weil dies sinn- Diese zwölfeinhalb Meter sind „be- Güter den langen Umweg über See 19

hängt seit Jahrhunderten

von einem tiefen Ems-Fahr-

wasser zur Nordsee ab. Wie

ein roter Faden zieht sich

die Mühe um einen konkur-

renzfähigen Hafen durch die

Geschichte der Stadt. Es ist

heute nicht anders.

cken einen neuen Hafen. Warum?

Die Antwort ist kurz und knapp:

Zurzeit kann nur das untere Drittel

der Welthandelsflotte den Emder

Hafen anlaufen – bei zwölfeinhalb

wären es drei Viertel der weltweit

fahrenden Schiffe. Das sagt alles.

Stadtbaurat Andreas

Docter spricht denn

tieferes Fahrwasser

auch von einem „riesigen Sprung“,

den die Stadt in den nächsten Jahren

schaffen will. Sie arbeitet längst

daran, ist aber darauf angewiesen,

dass Bund und Land ihr unter die

Arme greifen – finanziell und ideeell.

Dem Bund gehört der Rysumer

Nacken, dem Land der Wybelsumer

Polder. Ein Geländetausch wäre

ideal und nötig, denn das Land ist

über seine Tochter N-Ports für Hafenbau

und -betrieb zuständig. Andererseits

braucht der Bund Spülflächen

für die Emsvertiefung. Ein

Tausch schlägt zwei Fliegen mit

voll ist, geht man im Rathaus vom

Gelingen aus.

Bei der Emsvertiefung reden wir

von zwei Dingen: Von der Strecke

Hafen bis zur Knock (Rysumer Nacken),

die um einen Meter auf 9,3

vertieft werden muss. Nur so lassen

sich Binnen- und Außenhafen

konkurrenzfähig halten. Der „Quantensprung“

geschieht weiter draußen.

Die Vorlage dafür liefern die

Niederländer, die in der Außenems

für riesige Bulk-Carrier eine 14,5

Meter tiefe und 300 Meter breite

Fahrrinne nach Eemshaven baggern

wollen. Beidseits dieser Rinne

vertiefen sie das Fahrwasser um

weitere 300 Meter auf 12,5 Meter.

deutend für uns“, sagt Andreas

Docter. Denn sie reichen für einen

guten Zugang zum Rysumer Nacken,

der rund zehn Kilometer vom

niederländischen Fahrwasser ent-

fernt liegt. Auf dieser Strecke müssen

nur auf einigen hundert Metern

die unterirdischen Sandspitzen abgetragen

werden, um auf durchgehend

zwölfeinhalb Meter zu kommen.

Praktischer geht es nicht.

Am Rysumer Nacken bereitet sich

Emden auf die Zukunft vor, die allerdings

mit der Offshore-Windkraftindustrie

schon begonnen hat.

Längst mangelt es an Fahrwassertiefe.

So laufen bereits heute größere

Schiffe in Elbe und Weser ein,

werden dort geleichtert, ehe die

nach Emden nehmen können.

ä Mehr auf Seite 20

Volkswagen-Werk und Windkraftanlagen an der Ems.

wirtScHaFt und umwelt


wirtScHaFt und umwelt

Generationenaufgabe

wie ein roter Faden: immer dem

tiefen wasser hinterher

Zügiger Ausbau des Rysumer Nackens verhindert

Investitions-Stau

Perspektive Emder Hafen

20 Hafenbau ist eine Generati- Der Hafen ist seit alters her Emdens Ausbau des Rysumer Nackens mit

Hafenbau bedeutet mehr bis Ende dieses Jahres die Hälfte Stadtbaurat Andreas Docter, „um 21

onen-Aufgabe. Aber für die Lebensnerv. Die Stadt lief immer Hafen und Industriegebiet.

als Spundwände rammen ausgegeben wird. „Die hohe Vor- den Menschen in Friesland ein ge-

Emder ist dies nichts Neues.

Sie wissen, dass von einem

konkurrenzfähigen Hafen

das Wohl und Wehe halb

Ostfrieslands abhängt.

Umwelt und Arbeit im Einklang.

Bekassine in Wybelsum.

Am Rysumer Nacken liegt Emdens Zukunft.

dem tiefen Wasser hinterher. Das

zieht sich wie ein roter Faden durch

die Geschichte – und wenn es mal

nicht so gut lief, machte die Stadt

prompt spürbare Rückschritte. Der

dank Schleuse tidefreie Binnenhafen

spielt immer noch eine große

Rolle, wirkt wie eine geschützte

Halle für produzierende Betriebe.

Längst ergänzt der Außenhafen diese

Halle. Aber weil die Pötte immer

größer werden, stößt der Außenhafen

an Grenzen.

Ungut in Erinnerung ist auch noch

der Stillstand im Hafen in den

1980er Jahren durch den viel beschworenen,

aber nie verwirklichten

Dollarthafen. Erst als der damalige

Ministerpräsident Schröder

diesen Plan vom Tisch wischte, löste

sich die Investitionsstarre. Deshalb

drängt die Stadt jetzt auf den

Schaut man näher hin: Ein Glücks-

fall. Ein nahezu braches Gelände.

600 Hektar groß, 2,1 Kilometer

breit, 3,3 Kilometer lang, Flächen,

die am tiefen Wasser liegen. Die

einzige größere Fläche, auf der in

Niedersachsen noch ein großer Hafen

gebaut werden kann.

Tiefgang, Fläche und auch kürzere

Wege – alles spricht für den Rysumer

Nacken. Viele Schiffe wachsen

zu Giganten und sprengen die Maße

des Fahrwasser in der Ems ab der

Einbiegung Knock, im Binnenhafen

werden freie Flächen knapp. Andere

Unternehmen würden sich die

Fahrzeit von einer Dreiviertelstunde

von der Schleuse bis zum Rysumer

Nacken gern schenken und lieber

dort in See stechen oder anlegen.

Hafenbau ist eine Generationen-

angelegenheit. Wir erinnern an den

Bau des Eemshavens in Sichtweite

Emdens. In den 70er Jahren belächelt,

lange Zeit war dort nichts los,

jetzt brummt der Hafen. Der Rysumer

Nacken jedoch ist von Anfang

an mehr als bloße Option. Es gibt

ernsthafte Nachfrage, zum Beispiel

des Offshore-Unternehmens Bard,

der Anker-Schiffahrtsgesellschaft

und der AG Ems. Mit weiteren Firmen

wird verhandelt.

Einen Hafen zu bauen bedeutet

mehr als ein paar Spundwände in

den Boden zu rammen. Behörden

und Fachfirmen arbeiten Hand in

Hand. Grob gesagt plant die Stadt

Emden, was an Land geschieht,

während N-Ports für die wasserseitigen

Angelegenheiten und die Flächenvermarktung

die Feder führen

kann.

Ein Hafenentwicklungskonzept gibt

für das gesamte 600-Hektar-Gelände

die Richtung vor. Es geht um

Planfeststellung, Bebauungspläne,

Bahnanbindung, Zufahrtstraßen,

Ausgleichsflächen für genutztes

Naturgelände und um Vogelschutz.

Die EU gibt für Vogelschutz und

Naturverbrauch strenge Richtlinien

vor. Stadtbaurat Andreas Docter

hält Probleme dieser Art für „be-

wältigbar“. Dabei sind auch die

Emder Nachbargemeinden gefragt,

deren Einwohner in hohem Maße

von den Arbeitsplätzen in Emden

profitieren.

Erster konkreter Schritt ist ein Be-

bauungsplan für 134 Hektar, der

Mitte 2011 rechtskräftig sein soll.

Die Stadt streckt viel Geld vor.

Stadtbaurat Docter rechnet mit

mehr als einer Million Euro Planungskosten,

von denen schon

leistung fließt irgendwann zurück

über die Gewerbesteuer“, tröstet

Docter den Kämmerer.

Viel lärm: Friesland

braucht umgehung zum

Hafen

Der Emder Hafen boomt. Aber wo

viel Licht ist, fällt auch Schatten –

in diesem Fall auf die Einwohner

des Ortsteils Friesland. Einst lebten

die Friesländer direkt vom Hafen,

weil die Männer dort fast ausnahmslos

arbeiteten. Das ist heute

anders. Direkt leiden sie jetzt unter

Verkehrslärm. Die Verursacher:

Übergroße Sondertransporter mit

Windmühlen-Teilen, Autotransporter

und Lkw mit Sand und Schotter

vom Südkai.

In Zahlen: 25-bis 30.000 Sonder-

transporte rollen jährlich durch

Friesland, neben den vielen Autotransportern

mit oft losem Geklapper

und den Lkw vom Südkai. Pro

Tag zählt man insgesamt 5- bis

6000 Lkw. Dieser Wert hält sich

vergleichsweise in Grenzen, aber

es kommt auf die Art der Fahrzeuge

an, die hier ungewöhnlich viel Lärm

bereiten. Deshalb drängt die Stadt

auf eine Umgehungsstraße vom

Autobahnkreuz direkt in den Hafen,

um Friesland herum.

Das ist uns enorm wichtig“, sagt

waltiges Stück besserer Lebensqualität

zu geben.“

Die Planfeststellung läuft, das Lan-

desstraßenbauamt plant im Auftrag

des Bundes, der für die 17 Millionen

Euro Baukosten aufkommen

muss. Weil der Bund sehr klamm

ist, hält er sich zurzeit bedeckt.

Aber im Rathaus will man nicht locker

lassen.

wirtScHaFt und umwelt


wirtScHaFt und umwelt

Wybelsumer Polder: Wind macht Energie.

22 Geht es um Klimaschutz, Mit Windstrom vom Wybelsumer Blick auf den Hafen untermauert

Energiesparratgeber, Agenda 21, Stelle an.

Stadt eine anspruchsvolle Aufgabe: 23

wird Emden immer erwähnt. Polder produziert Emden rechne- seine These. Enercon, Bard und

Water City International, Frisia-

Sie will den CO2-Ausstoß im Ver-

Das ist kein Zufall, denn seit

Mitte der 80er Jahre betreibt

die Stadt strategische Um-

weltpolitik. In vielen kleinen

Schritten, die schließlich

Großes bewirken. Aber auch

die umweltfreundliche Wirt-

Vorsprung

emden macht es vor: klimaschutz schafft Jobs und wohlstand

schaft brummt.

„European Energy

Award“ - hohe

Ehre für Emden.

Regionale Wertschöpfungskette / Geld bleibt

in der Stadt / Handwerk profitiert

risch komplett seinen Strombedarf.

Darüber hinaus deckt der Windstrom

noch die Hälfte des Strombedarfs

des VW-Werks ab, das für

sich allein so viel Strom braucht

wie die gesamte Stadt. Es dauert

nicht mehr lange, dann wird das

Autowerk ebenfalls zu hundert Prozent

mit Strom aus erneuerbaren

Quellen versorgt.

Der Windpark Wybelsumer Polder

speist auch die Kasse der Stadt

mit Steuern und bringt Bauern

eine erkleckliche Pacht. Für die

Betreiber rechnet sich der Windpark

sowieso. „Alles ein Erfolg der

Emder Stadtpolitik“, stellt Rainer

Kinzel fest. Der Fachbereichsleiter

für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung

im Rathaus weiß

längst: „Umweltschutz schafft Arbeitsplätze

und Wohlstand.“ Ein

Siag produzieren dort Windanlagen

und schlagen sie um. Sie meldeten

sogar in der jüngsten Finanz- und

Wirtschaftskrise steigende Umsätze

oder begannen wie Siag mit der

Produktion. Die Krise ließ die Arbeitslosenstatistik

in Emden jedenfalls

nicht hochschnellen.

Das Energiesparmodell der Stadt-

werke und andere Förderpro-

gramme vor allem die energetischen

Sanierung von Gebäuden lassen

auch das Handwerk am Boom teilhaben.

Die Wertschöpfungskette

liegt vorwiegend in der Region. Das

Geld bleibt in der Stadt, das Handwerk

schafft und sichert Arbeitsplätze

und zahlt Steuern. Die Stadt

wurde mit dem European Energy

Award ausgezeichnet. Es ist das

europäische Zertifizierungs- und

Qualitätsmanagement-System für

Kommunen, die effizient mit Energie

umgehen. Die Stadt setzt die

Theorie in Praxis um: Für die energetische

Verbesserung ihrer Schulen

und Verwaltungsgebäude gab

sie in den letzten fünf Jahren 30

Millionen Euro aus.

Emden betreibt Klimaschutz wie

ein Puzzle, setzt Stück für Stück

zusammen. Neben spektakulären

Industrieansiedlungen tragen die

Einzelteile Namen wie Heizspiegel,

Emders up Rad, Ökowerk, Stadtwald,

Sonne-Wind und Me(h)r,

Sanierung, Lehrpfade, Solarbunker,

Emder Modell, Emder Energietage,

Umweltbildung, ökologische Bebauungspläne,

Mobilitätszentrale,

Biomasseheizkraftwerk oder Energiesparen

in Schulen.

co2-ausstoß in zehn Jahren

halbieren

Kleine Ursache – große Wirkung.

Mit dem Programm „Emders up

Rad“ kletterte der Radfahreranteil

am Verkehr in der Innenstadt innerhalb

weniger Jahre von 22 auf

30 Prozent. Eine Arbeitsgruppe

aus ADFC, Polizei, Straßenbauern,

Stadt- und Umweltplanern

überlegte, wie eine Stadt fahrradfreundlich

werden kann. Sie führten

Gespräche in den Stadtteilen und

sahen sich die Lagen an Ort und

Die Folge: Die Stadt senkte Bord-

steine ab, markierte Fahrradwege,

wechselte Pflaster aus und sorgte

für Fahrradbügel und -Unterstelldächer.

VW spornte Mitarbeiter

an, mit dem Rad zur Arbeit zu fahren,

auch die AOK machte mit.

Die Öffentlichkeitsriege zog die

PR-Register. Bürger, die nicht Radfahren

konnten, lernten es in einem

Kursus. Alles stand unter diesem

Leitsatz: Radfahren ist gesund,

macht keinen Lärm und schont die

Umwelt. „Jeder mit dem Rad statt

mit dem Auto gefahreneKilometer

spart CO2“,

sagt Hartmut

Fresemann vom

Fachdienst Umwelt.

In einem

Klimaschutzkonzept stellt sich die

gleich zu 1990 bis 2020 halbieren.

Die Mittel: Energie wirksam einsetzen,

Straßenlaternen intelligent

steuern und viel Energie produzieren

aus Wind und Biomasse.

Effizient und umweltfreundlich: Fotovoltaik auf einem Dach

der Berufsbildenden Schulen.

wirtScHaFt und umwelt


wirtScHaFt und umwelt

Windkraft bringt Emden einen starken Schub.

24 Die grüne Revolution mit Bald stehen Hunderte von Wind- in großen Höhen. Die Aufgaben

Hydrographie tauschten sich aus.

25

Windkraft auf hoher See

treibt die Energiebranche in

eine saubere Richtung. Bis-

her wenig beachtet: Sie ver-

langt körperlich und seelisch

besonders fitte Mitarbeiter.

Das festzustellen ist neu für

Ärzte.

Emden spielt bei

medizinischen

Offshore-Stan-

dards eine Vor-

reiterrolle.

Medizin

offshore-mitarbeiter müssen

Emder Gesundheitsamt gibt den Anstoß zu

medizinischen Untersuchungs-Standards

mühlen, hoch wie der Kölner Dom,

40, 50 Kilometer von der Küste entfernt

in der Nordsee. Dort wohnt

weder ein Arzt um die Ecke, noch

ist ein Krankenhaus in der Nähe.

Im Krankheitsfall müssen Offshore-

Mitarbeiter damit rechnen, dass

weder Rettungsschiff noch Hubschrauber

sie wegen Wind und

Wellen schnell erreichen. „Einen

insulinabhängigen Diabetiker

sollte man deshalb da nicht herumturnen

lassen“, drückt es Dr.

Ubbo Decker, Chef des Emder

Gesundheitsamtes, populär aus.

Aber es geht nicht nur um Diabetiker.

Offshore-Ingenieure und –

Facharbeiter müssen körperlich

gesund und seelisch stabil sein.

Das machen schon die Lebensund

Arbeitsverhältnisse deutlich:

Die Arbeit strengt an wegen Treppen,

Leitern, Verbindungsstegen

wechseln, Schichten sind lang bis

zu elf Stunden, die Mitarbeiter sind

zwei bis drei Wochen von zu Hause

fort. Widriges Wetter, Hitze und

Kälte setzen ihnen zu, sie fliegen in

Hubschraubern und sollten nicht so

leicht seekrank werden. Sie leben

auf engem Raum, genießen wenig

Privatsphäre und müssen deshalb

auch Gruppendruck aushalten können.

Im Notfall werden ihnen eventuell

extreme körperliche Anstrengungen

abverlangt – zum Beispiel

beim Verlassen einer Windmühle

bei Hitze und Rauch oder beim Untertauchen

in kaltes Wasser. Das

Hubschrauber-Notausstiegstraining

stellt solche Situationen nach

und ist nur etwas für fitte Menschen.

Offshore-Mitarbeiter müssen deshalb

auf Herz und Nieren, von den

Haaren bis zu den Zehen, untersucht

werden. Dafür gibt es in Deutsch-

fit sein wie ein turnschuh

land bisher keine verbindlichen

Standards – weil Offshore-Medizin

noch Neuland ist. Die Deutsche

Gesellschaft für maritime Medizin

beackert dieses Feld und arbeitet

„Richtlinien für arbeitsmedizinische

Tauglichkeitsuntersuchungen bei

Offshore-Arbeitnehmern“ aus. Dr.

Decker ist maßgeblich daran beteiligt.

Er sorgte auch dafür, dass im

vorigen Herbst in Emden der erste

Ärztekongress für Offshore-Medizin

in Deutschland stattfand. Ärzte,

Berufsgenossenschaften und das

Bundesamt für Seeschiffahrt und

Emden ist Vorreiter der Offshore-

Industrie, und deshalb steht es

uns gut zu Gesicht, dass wir die

Geburtsstätte der Offshore-Medizin

in Deutschland sind“, sagt Dr.

Decker.

In diesem Herbst stellt er die Richtlinien

auf der größten deutschen

Arbeitsmediziner-Tagung in Ulm

vor. Der Arbeitgeberverband der

Energieversorger verpflichtet seine

Mitglieder, alle Offshore-Mitarbeiter

von ausgesuchten Ärzten entsprechend

untersuchen zu lassen.

Damit wachsen die Chancen, dass

die Richtlinien von den Nordsee-

Anrainern Niederlande, Großbritannien

und Norwegen anerkannt

werden. Das würde teure Doppeluntersuchungen

vermeiden. Diese

drei Staaten akzeptieren bereits

im so genannten Hardanger-Abkommen

gegenseitig ihre Untersuchungen.

Arbeiten auf hoher See braucht körperliche und mentale Fitness.

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geSundHeit und SozialeS

Familie und Beruf unter einen Hut bringen

Paddeln unter Anleitung in den Ferien vor der Haustür.

Alt werden in Emden / Der demografische

Wandel und seine Folgen

Leben in der Rüstkammer des Ostfriesischen Landesmuseums.

26 Viele reden vom demografischen Mit einer funktionierenden Wirtschaft grauer wird: „Es gibt bei den 60- bis

„Ein Pflegefall in der Familie ist meibeitnehmer bringen ihre Kinder nach

27

Wandel. Auch die Emder wer-

den altern. Aber vergleichsweise

bleibt Emden eine junge Stadt.

Dennoch: Im Durchschnitt steigt

das Alter um sieben bis zehn

Jahre. Das hat Folgen für Arbeit

und Leben.

Demografie

und vielen Jobs sieht Stadtbaurat

Andreas Docter den demografischen

Wandel nicht als Beinbruch:

„Wenn die Wirtschaft gut läuft, können

wir den Senioren auch Angebote

machen.“ Bis 2025 hält Emden die

Einwohnerzahl von 50-bis 52.000.

Emden ist die Stadt der Arbeitsplätze,

verzeichnet Zuwanderung wegen

attraktiver Jobs, ist Anlaufstation für

junge Leute aus dem Umland und ist

mit Fachhochschule und Berufsbildenden

Schulen eine Ausbildungsstadt“,

nennt Docter als junghaltende

Faktoren.

Wohnen im Alter, lange Mobilität

der Senioren, Mangel an Fachkräften

in den Betrieben, Qualifizierung

schwach ausgebildeter Menschen,

Frauen und Beruf sind Themen, die

der demografische Wandel mit sich

bringt. Der Stadtbaurat sieht aber

auch positive Aspekte, wenn Emden

80-jährigen ein riesiges Potenzial

fürs Ehrenamt.“ Das gelte es zu mobilisieren.

Das ist eine Seite, um die sich in er-

ster Linie die Stadt kümmern wird.

Eine andere haben vornehmlich die

Betriebe zu beschreiben, die sich

verstärkt dem Personal- und Gesundheitsmanagement

widmen müssen.

Es gilt, Arbeitsweisen und -belastungen

den älteren Mitarbeitern

anzupassen und diese laufend auf

neuestem Wissensstand zu halten.

Sie müssen Arbeitsplätze auf Familien

mit Kindern zuschneiden und

obendrein attraktiv für Nachwuchskräfte

bleiben. Frauen, gerade die

gut ausgebildeten, wollen Familie

und Beruf unter einen Hut bringen.

Firmen, die das ignorieren, gehen

schweren Zeiten entgegen.

Familienfreundlichkeit bei der Arbeit,

im öffentlichen Bereich und in

der Freizeit hält Okka Fekken für

einen bedeutenden Standortfaktor

Emdens. „Stadt und

Arbeitgeber – beide

müssen etwas tun,

da ist viel Kreativität

gefragt“, sagt

die Gleichstellungsbeauftragte.

Familienfreundlichkeit dreht sich um

Familien mit kleineren Kindern und

um Familien mit alten Angehörigen.

stens ein schärferer Einschnitt ins

Berufsleben als ein oder zwei Kinder

tagsüber oder stundenweise betreuen

zu lassen“, weiß Okka Fekken. Ein

Pflegefall von Angehörigen eines Mitarbeiters

sei in vielen Betrieben aber

„immer noch ein Tabuthema“.

Die Stadtverwaltung Emden geht mit

gutem Beispiel und dem Audit „Beruf

und Familie“ voran. Mittlerweile fragen

auch Betriebe danach, wie sie

ihre Personalpolitik familienbewusst

ausrichten können.

Seit 2006 vermittelt die Stadt Em-

den während der Sommerferien

Betreuungsplätze für Kinder berufstätiger

Eltern unter qualifizierter

pädagogischer Anleitung. Die Nachfrage

steigt, so dass mittlerweile

auch in den Oster- und Herbstferien

und bald am Jahreswechsel Kinder

betreut werden. Einzelhandel, Pflegeberufe,

das Klinikum oder die Hafenwirtschaft

kennen nun mal keine

Ferien.

Immer mehr Firmenchefs sehen

den großen Qualitätsverlust, wenn

Frauen als Mitarbeiterinnen aus familiären

Gründen lange dem Betrieb

fernbleiben. Die Stadt

Emden würde deshalb gern mehr

Hortplätze und mehr Ganztagsschulen

einrichten. „Viele auswärtige Ar-

Emden in einen Hort oder vor allem

zur Schule mit“, stellt Tom Sprengelmeyer

fest. Der Fachbereichsleiter

Jugend, Schule und Sport

bedauert, dass das Land dieses

Engagement nicht durch Zuschüsse

würdigt. Schließlich seien von

den 28.000 Arbeitsplätzen in Emden

17.000 von Auswärtigen besetzt.

Insgesamt hat die Stadt in den letzten

fünf Jahren 30 Millionen Euro in

Schulen investiert.

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Lebensqualität

im alter so lange wie möglich auf

eigenen Füßen stehen

Verschnaufpause in gesunder Umgebung.

Emden legt Wert auf qualifizierte Beratung und

Hilfe / Breites Angebot

Im Alter nicht allein gelassen.

28 Das Ziel ist klar: Alte Menschen Doris Tempel

für beratende Tätigkeit angesiedelt.

was der alte Mensch noch selbst lei- Mehrere Generationen in einem

29

sollen so lange wie möglich

selbstständig leben. Wenn sie

es möchten, in den eigenen

vier Wänden. Weil immer mehr

Menschen immer älter werden,

gehören Pflege und Wohnen im

Alter zu den großen Aufgaben

der kommenden Jahrzehnte.

braucht einige

Minuten, bis

sie die vielen

Angebote der

Stadt für ältere

Emder aufgezählt hat. Es ist kein beliebiges

Sammelsurium, sondern vergleichbar

einem Netz, das von vielen

engen Maschen gesichert wird. „Professionell

und ehrenamtlich - Emden

hat ein breit gestreutes soziales Angebot“,

sagt die Chefin des Fachbereichs

Gesundheit und Soziales.

Damit die Angebote überschaubar

bleiben und keine Stelle an der anderen

vorbei arbeitet, finden die Emder

seit Mitte November 2010 „Beratung

unter einem Dach“ - im neuen Verwaltungsgebäude

an der Ysaak-Brons

Straße. Darin sind das Gesundheitsamt,

die Betreuungsstelle einschließlich

Ärztlichem Dienst, Sozial-psychiatrsichem

Dienst und Clearing-Stelle

Bereits beim Fachbereich eingerichtet

hat sich der Pflegestützpunkt, für

den die Stadt Emden und die Pflegekasse

einen Kooperationsvertrag

geschlossen haben. Dieser sieht vor,

Pflegebedürftige und deren Angehörige

neutral zu beraten. Das ist nötig,

weil die rechtlichen Grundlagen der

Pflege für Laien ein Buch mit sieben

Siegeln sind.

Im Alter lange auf eigenen Füßen

stehen – eine Aufgabe, mit der man

nicht früh genug beginnen kann. Der

Fachdienst versteht sich keineswegs

als „Reparaturbetrieb“, sondern setzt

auf zeitige Beratung und Hilfe. Er

stellt sich darauf ein, dass es mehr

Alte gibt, auch die Zahl alleinstehender

alter Menschen steigt, weil die

Kinder auswärts leben. Außerdem

sorgt die hohe Scheidungsrate

dafür, dass mehr Alte als früher ohne

Angehörige leben und nicht in einem

Familienkreis aufgefangen werden.

Es kommt auch vor, dass die pflegende

Tochter schon 70 ist, nicht

mehr die Kraft zur Pflege der uralten

Mutter besitzt oder gar selbst Hilfe

benötigt.

Die Stadt setzt auf ein Beratungs-

netzwerk. Im ersten Schritt kommt

eine qualifizierte Pflegerin zum alten

Menschen nach Hause, hört zu, fragt

und berät. Sie macht sich ein Bild,

sten kann, wie sein Umfeld ist, ob er

Verwandte, Nachbarn oder Bekannte

hat, die ihm unter die Arme greifen

könnten. Hat die Wohnung Stolperfallen,

ist sie sonst altengerecht? Ist

das geklärt, geht es, wenn nötig, um

Kontakt zu Pflegediensten, Pflegekassen

oder Krankenkassen.

Für leichtere Fälle reichen so ge-

nannte niederschwellige Angebote.

Mehrere Hilfe-Vereine bieten sie an.

Dazu gehört die Alltagsbegleitung,

namentlich Spaziergänge, Vorlesen

oder Einkaufen. Manchmal reicht

schon eine Putzhilfe, um alten Menschen

das Leben in der eigenen

Wohnung weiter möglich zu machen.

In anderen Fällen ist Tagespflege angesagt.

Für Leicht-Demenzkranke

empfiehlt sich, rechtzeitig über Vollmachten

nachzudenken.

Doris Tempel lobt das Engagement

der ehrenamtlichen Helfer und der

Selbsthilfegruppen. Sie strebt eine

engere Vernetzung der Dienste an

und schreibt Öffentlichkeitsarbeit in

Vereinen und Gruppen groß. Dazu

gehören auch die etablierten Gesundheitstage

und die Alzheimertage.

alt und Jung unter

einem dach

Haus – oft Utopie, in Emden bald

Wirklichkeit. Der Plan ist fertig und

Interessenten haben sich zu einem

Verein zusammengeschlossen. Die

Hälfte der zwölf Wohnungen sollen

als Altenwohnungen konzipiert werden.

Der Bremer Alt-Bürgermeister

Henning Scherf, der selbst in einer

ähnlichen Wohnform lebt, hat in Emden

einen Vortrag über gemeinsame

Wohnformen für Jung und Alt gehalten.

Künftige Bewohner verpflichten

sich zur Solidarität untereinander.

Fachbereichsleiterin Doris Tempel:

„Wer einzieht, muss etwas für die

Gemeinschaft tun.“

kein mangel an

angeboten für alte

Alte Emder können beruhigt sein,

wenn sie im Alter auf Hilfe angewiesen

sind. Neben Informationen und

Beratungen gibt es viele konkrete

Angebote. Pflegebetten, Tagespflege,

Altenwohnungen, betreutes Wohnen

oder ambulante Dienste – daran

mangelt es in Emden nicht.

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Bildung und kultur

Die Kita – Teil des Familienzentrums Schwabenstraße.

de, die sich in Emden organisatorisch

an die Hauptschulen gelehnt

hatte. Auf einen Schlag strömten

zwei Schülerjahrgänge auf weiterführende

Schulen. Die Haupt- und

Realschule Osterburg in Borssum

mauserte sich seit August dieses

Jahres zur ganztägigen Integrierten

Gesamtschule, wofür in den nächsten

Jahren noch mehr Geld ausgegeben

werden muss. Die Stadt

setzt auf Ganztagsschulen, deren

Einführung der Bund bisher mit

Zuschüssen gefördert hat. Die Förderschule,

die beiden Gymnasien,

schule und der Grundschule We-

sterburgschule muss die Stadt Em-

den alleine stemmen.

Zwei Millionen Euro stellte der Rat

in den vergangenen drei Jahren

weiterhin über Mietverhältnisse für

Schulgebäude in den Etat. Es sind

vergleichsweise kleine Ausgaben,

die zu unterlassen auf Dauer aber

der Gebäudesubstanz zusetzen.

Deckensanierung, neue Fenster,

Beleuchtung, Sanitäranlagen, neue

Dächer, Mauersanierung oder Sanierung

einer Hausmeisterwohnung

sind typische Beispiele.

30 Grundschulen, Haupt- Bildung ist der Schlüssel

Jahren überwies Käm-

die Osterburg- und die Barenburg-

seit seiner Gründung im Jahre 2004 31

schulen, Realschulen,

Förderschule, Gymnasien,

Integrierte Gesamtschule,

Berufsbildende Schulen –

der Stadt Emden sind sie

alle lieb und oft auch teuer.

Energetische Sanierung,

Ganztagsunterricht, Än-

derungen der

Schulstruktur,

Eigenverant-

wortliche Schule

– alles geht ins

Geld. Da kam

das Konjunkturprogramm

II gerade richtig. Fast vier

Millionen Euro fließen in die

Sanierung

mit langem atem: emden möbelt

die Schulen auf

Schulen.

Sanieren, erweitern, vor Bränden schützen /

Fast 30 Millionen für den Schulbau

für eine gedeihliche Zukunft

der Stadt und des Landes.

Wie und was Kinder lernen,

ob genügend und gut ausgebildete

Lehrer da sind,

ist Sache des Landes. Unter welchen

Bedingungen in den Emder

Schulen gelehrt und gelernt wird,

ist Sache der Stadt Emden als

Schulträgerin. Der Stadt gehören

die Schulgebäude. Sie muss sie

in Schuss halten und umbauen

oder erweitern, wenn es Not tut.

„Allein für neue Fenster haben

wir in diesen Sommerferien in

städtischen Gebäuden 1,2 Millionen

Euro ausgegeben“, nennt

Betriebsleiter Albert Baumann

vom Gebäudemanagement eine

Hausnummer.

In den letzten Jahren hat sie die

Schulen systematisch auf Vordermann

gebracht. Innerhalb von drei

merer Martin Lutz allein

fünf Millionen Euro an

heimische Handwerker,

die neue Fenster eingesetzt,

Leitungen erneuert,

Fußböden ausgetauscht

oder Brandschutztüren eingesetzt

hatten. „Genau so wichtig wie

Neubauten ist der Werterhalt der

vorhandenen Gebäude“, sagt Lutz

– nicht zuletzt mit Blick auf die

neuerdings auch in der Verwaltung

praktizierte Doppelte Buchführung,

die den Wert der Gebäude im Etat

berücksichtigt.

Mit annähernd 16 Millionen Euro

schlagen Erweiterungsbauten an

Schulen zu Buche. Dazu gehört als

kleinerer Posten die Grundschule

Petkum, die zu klein geworden war.

Vor allem die beiden Gymnasien

platzten aus den Nähten, als die

Orientierungsstufe aufgelöst wur-

schule haben ebenfalls davon profitiert.

Investitionen in die neuen

Ganztagsschulen wie der Gesamt-

Das Konjunkturprogramm II, das

mit drei Millionen Euro und damit

der Hälfte des Gesamtvolumens

Mädchen malt ein Haus. Berufswunsch Architektin?

den Schulen zu Gute kommt, wirkt

wie ein warmer Regen – für Schulen

und Handwerksbetriebe. Knapp

drei Millionen gibt die Stadt vorwiegend

für energetische Sanierung

der Schulen aus. Löwenanteile verschlingen

die energetische Sanierung

der BBS II, die Fassadensanierung

der BBS I, Schulturnhallen

in Barenburg, Wybelsum und Larrelt

sowie Brandschutz, energetische

Sanierung und Lüftung beim Gymnasium

am Treckfahrtstief. Insgesamt

hat das Gebäudemanagement

bis heute knapp 30 Millionen Euro

in Emder Schulen investiert.

Schon im Rohbau zu erkennen: Licht durchflutet die Kita.

Bildung und kultur


Bildung und kultur

Kinder haben in Emden gute Schulen.

Ganztagsschule

leere klassen kann man nicht

von a nach B schieben

Von Erfolgen und Problemen städtischer Schulpolitik

/ Neue IGS / Gutes Ganztags-Angebot

Musische Erziehung: Genau so wichtig wie Deutsch und

Mathematik.

32 Nicht jede Schule in der Stadt Das Land macht die Schulpolitik, rere Gründe hat. Einmal wächst die

Jahrgang gezählt. Jetzt sind es in setzte Maßstäbe mit ihrer Arbeit im

33

arbeitet auch nachmittags –

aber Emden bietet Schülern ein

ordentliches Ganztagsangebot

an Grundschulen, Hauptschulen,

Realschulen, Gymnasien, der

Gesamtschule und der Förder-

schule. Nach turbulenten Schul-

reformjahren wünscht sich die

Stadt jetzt eine ruhige Phase – im

Interesse der Schüler.

und jede Regierung hat da sehr eigene

Vorstellungen, die sie dann

gern in eine Schulreform münden

lässt. Thomas

Buß, Fachdienstleiter

Schule und

Sport, weiß aus

manchmal leidvoller

Erfahrung,

dass die Stadt

nach Reformen ihre Schulen umbauen

oder erweitern muss, um dem Gesetz

genüge zu tun. „Leere Klassen

können wir schlecht von A nach B

schieben“, sagt Buß. An dieser physikalischen

Realität kann selbst die

beste Landesregierung nicht rütteln.

Neben der politisch gewollten Auflösung

der Orientierungsstufe 2004

muss die städtische Kommunalpolitik

gesellschaftlich verursachte Änderungen

der Schülerströme in den

Griff bekommen. Dazu gehört der

Trend zu Ganztagsschulen, der meh-

Zahl der Kinder, die zu Hause nicht

genügend Unterstützung für Schule

und Leben finden. Außerdem helfen

Ganztagsschulen vielen Eltern, Beruf

und Familie unter einen Hut zu bringen.

Reagieren muss die Stadt auch

auf die Abstimmung mit den Füßen,

dass die meisten Eltern ihre Kinder

an einem Gymnasium oder zumindest

einer Realschule anmelden. Somit

bluten mittelbar die Hauptschulen

aus, was die Schullandschaft verändert.

Ausfluss einer Veränderung im

Bildungsbewusstsein vieler Eltern ist

auch die Vorliebe zu Gesamtschulen,

die in diesem Sommer zum Start der

ersten Integrierten Gesamtschule in

Emden führte. Sie begann in diesem

Sommer mit dem Unterricht in der

Haupt- und Realschule Osterburg in

Borssum. Die Haupt- und Realschule

nimmt keine neuen Schüler mehr auf

und läuft somit im Juli 2015 aus.

Nicht unerheblich wird der Demografische

Wandel die Schullandschaft

in neue Bahnen lenken. Die Gesellschaft

wird grau. Seit Erfindung der

Pille vor einigen Jahrzehnten sinken

die Geburtenzahlen, erst relativ langsam,

ehe sie sich auf niedrigstem

Niveau eingependelt haben. In Emden

wurden lange Zeit mehr als 500

Schüler, maximal 600 Schüler pro

den jüngeren Jahrgängen noch 450

bis 460, mit sinkender Tendenz. Man

muss kein Zahlenakrobat sein, um

dem Ersten Stadtrat Martin Lutz zu

folgen: „Rein rechnerisch wird es

Änderungen bei den Schulen geben

müssen.“ Zurzeit beschäftigen sich

Rat und Verwaltung mit den Perspektive

fürs nächste Jahrzehnt.

Den Wandel spüren erste Schulen

schon heute. Die Hauptschule Cirksena

läuft aus. In dem Gebäude finden

bald zwei heutige Grundschulen

ihren gemeinsamen Platz: ab 2011

die Nesserlandschule und ab 2013

die Emsschule. Anders gesagt: Emsund

Nesserlandschule werden aufgelöst

und zur neuen Grundschule Cirksena

fusioniert, als Ganztagsschule.

Martin Lutz sieht trotz Fusion das

städtische Grundschul-Motto noch

erfüllt: „Kurze Wege für kurze Beine.“

als ganztagsschule noch

Fremdwort war

Die älteste Grundschule mit Ganztagsangeboten

in Ostfriesland ist die

Schule Grüner Weg in Barenburg.

Die Stadt hat diesen Schritt bereits

Mitte der 90er Jahre getan, als der

Begriff Ganztagsschule noch ein

Fremdwort war. Die Grundschule

Ganztagsbereich.

Schüler züchten

sogar Hühner

Schule am Nachmittag ist ein freiwil-

liges Angebot. Darin liegt eine grund-

sätzliche Schwäche, weil die Ange-

bote vom jeweiligen Engagement

der Schulen, von Lust und Laune der

Schüler oder vom Druck der Eltern

auf ihre Kinder abhängen. So fällt

auf, dass im ersten Schulhalbjahr

die Kursangebote und die Schülernachfrage

höher sind als im zweiten.

Erster Stadtrat Martin Lutz wünscht

sich auf Sicht deshalb die verpflichtende

Ganztagsschule. Mit der Emder

Angebotspalette ist Fachdienstleiter

Thomas Buß sehr zufrieden. Musik,

Sport und Hausarbeitenhilfe nennt

er als tragende Säulen. Zahlreiche

Vereine bieten ihre Zusammenarbeit

an. Aber auch die Musikschule ist

mit Bläser- und Streicherkursen an

mehreren Schulen mit dabei. Aus der

Reihe fällt ein Projekt am Johannes-

Althusius-Gymnasium: Schüler üben

dort die Hühnerzucht.

Bildung und kultur

Emder Kinder haben keine Tomaten auf den Augen.


Bildung und kultur

glückliche kinder: toben, hangeln, matschen

Kinder brauchen Bewegung.

Spielplatz Am Brauersgraben ein Magnet für

Kinder / Bewegung ist Trumpf

Spielplatz Am Brauersgraben: Mädchen mit

Durchblick.

34 Es muss schon ein besonderer Früher dachte man über Spielplätze die Stadt. Andere wissen ihre Kleinen

hat er Anwohner und Kommunalpo- Die Wasserspielmöglichkeiten wei-

35

Spielplatz sein: Eltern aus Außen-

bezirken kommen mit ihren

Kindern eigens zum Brauers-

graben, damit diese dort toben,

hangeln, klettern und matschen

können. Das Schöne: Anlieger

fühlen sich dem Spielplatz ver-

bunden.

Lebensfreude

nicht sonderlich nach. Kinder bewegten

sich ohnehin genug. Heute

sind Kinder häufig zu dick, können

nicht richtig rückwärts laufen noch

über einen Balken balancieren oder

einen Purzelbaum schlagen, selbst

schnippeln mit der Schere oder ein

Bild malen fällt schwer. Schuleingangs-Untersuchungen

bei Fünfund

Sechsjährigen bestätigen es.

Ursache dafür ist der Mangel an Be-

wegung und kreativem Anreiz. Dafür

ist die Stadt nicht verantwortlich,

aber sie setzt Spielplätze dagegen,

die auf Bewegung angelegt sind.

Ein Musterbeispiel dafür ist der neue

Spielplatz auf dem Stephanplatz zwischen

Brauersgraben und Stephanstraße.

Er liegt mitten in der Stadt

und hat sich in Windeseile zu einem

Magneten für Kinder entwickelt.

Manche Eltern aus Außenbezirken

kommen wegen des Spielplatzes in

gut aufgehoben, während

sie einkaufen.

Stadtplaner Johannes

Amman hat den üb-

lichen Geräten keine

Chance gelassen:

„Keine Schaukel, keine Rutsche.“

Dafür Wasserpumpe, Wasserrad,

Matschtische, Balancierbalken,

Kletternetz, Holzsteg, Gurtsteg,

Holzstapel, Kletterboot, Floß, Brücke

und Findlinge. Die meisten Geräte

sind Teile eines 60 Meter langen Parcours,

der sich über Wasser im Kiesbett

spannt.

Neben den kleineren Kindern spielen

größere Fußball auf einer Grasfläche,

auf der sich Familien und Gruppen

auch gern zum Picknick niederlassen.

Der Betreiber des angrenzenden

Cafe Einstein hat gemeinsam mit

Anliegern beim Bau eines Fußweges

entlang des Platzes angepackt, die

Gäste seines Lokals schätzen den

Spielplatz, der Gastwirt trägt dort

Fußballturniere aus. Der Spielplatz

hat sich zu einem Mehrgenerationenplatz

gemausert. Die Stadt gab dafür

125.000 Euro aus. Mit dem Geld wurde

auch die Entsorgung von kontaminierten

Trümmern bezahlt, mit denen

nach dem Krieg der Graben gefüllt

wurde.

Bevor Stadtplaner Amman loslegte,

litik ins Boot geholt und mit ihnen

besprochen, was er vorhat. Fachliche

Mitarbeit leistete NEKiB, das

„Netzwerk Emder Kinder in Bewegung“.

Dazu zählen Fachhochschule,

Gesundheitsamt, Fachdienst Kinder

und Familie, einige Schulen und freie

Träger von Kindergärten.

Spielplatz erinnert

an historische motive

Die Architektur des Spielplatzes

nimmt historische Motive auf.

Früher grenzte dort ein Kanal die

Stadtteile Mittel- und Großfaldern

ab. Ein Teil hieß Brauersgraben,

ein anderer Osterpiepe, nach dem

plattdeutschen Piep(e), hier angelehnt

an runde Brückendurchlässe.

Westlich des Osterpiepentiefs war

ein Torfmarkt. Nach dem 2. Weltkrieg

schütteten die Emder beide

Teile des Tiefs mit Trümmern zu

und schufen so eine nach Generalpostdirektor

Heinrich von Stephan

benannte Grünfläche. Nach

historischem Vorbild plante die

Stadt den Spielplatz auf der Grünfläche.

An die alte Kaimauer des

Torfmarkts erinnern die Gabbionen,

die den Spielplatz von der Grasfläche

abgrenzen. Gabbionen sind mit

Kalksandstein gefüllte Drahtkörbe.

Der Spielplatz spiegelt die lineare

Struktur des früheren Tiefs wider.

sen ebenfalls auf den Ursprung hin.

auch Schulhöfe

dienen als Spielplätze

Die Stadt Emden unterhält 64 Spiel-

plätze, darunter drei Bolzplätze.

Außerdem öffnet sie während unterrichtsfreier

Zeiten die Schulhöfe

als Spielplätze. Damit kann sich die

Stadt sehen lassen. Bedarf besteht

an Freiflächen für Jugendliche, wie

Skaterbahn oder Fahrrad-Crossparcour.

Der Fachbereich Jugend,

Schule und Sport arbeitet an einem

Sportentwicklungsplan.

Die Möwe – heimatliches

Motiv am Spielplatz.

Bildung und kultur


Bildung und kultur

Leitbild

eigene grenzen und die grenzen anderer

„Miteinander leben lernen“ – vom Leitbild der

Offenen Kinder- und Jugendarbeit

Spielplatz Am Brauersgraben: Mädchen mit Durchblick.

36 Jedem Kind und Jugendlichen Alle jungen Menschen zwischen 6 versetzen, Empathie zu entwickeln.

Jugendhaus Barenburg, in der Frei-

37

mit Respekt begegnen – das

ist der Schlüssel zum Zugang

zu jungen Menschen. Die Stadt

Emden handelt dabei nach dem

Motto „Miteinander leben lernen“

– überprüfbar in einem Leitbild.

und 27 haben vorbehaltlos Zugang

zu den Einrichtungen der Offenen

Kinder- und Jugendarbeit der Stadt

Emden. So steht es sinngemäß im

Leitbild. Damit wollen die Einrichtungen

der Offenen Kinder- und Jugendarbeit

dem Ziel näher kommen,

junge Menschen nicht auszugrenzen

und sie gesellschaftlich und beruflich

Fuß fassen zu lassen.

Offene Jugendarbeit gerät,

so die Erfahrung von Fachbereichsleiter

Tom Sprengelmeyer,

„schnell ins Visier

von Erziehungs- und

Bildungspolitik – obwohl

sie noch nie so wichtig war

wie heute“. Sie handle manchmal gegen

den Trend. Sie sei freiwillig, orientiere

sich an der Lebenswelt und

blende in einer hektischen Welt den

Zeitstress aus. Wichtig sei, sich in

die Lage der jungen Leute hineinzu-

„Wir wollen ihnen Verlässlichkeit anbieten“,

sagt Sprengelmeyer.

Offene Jugendarbeit biete „Raum,

wo junge Menschen eigene Grenzen

und die der anderen kennen lernen“.

Kennzeichen seien „Offenheit, Zugänglichkeit,Geschlechtsbewusstheit

und ein geringer Verpflichtungsgrad“.

Sprengelmeyer würdigt die

schwere Arbeit in den Jugendzentren,

die hohe Authentizität verlange.

Die Mitarbeiter müssten eigene

Werte und Moralvorstellungen vorleben

und sich unbequemen Diskussionen

stellen. Schlüssel zum Zugang

zu jungen Menschen sei, „jedem mit

Respekt zu begegnen“ – egal, wie

dessen Vorgeschichte lautet.

Freiräume für junge

menschen

Die Offene Jugendarbeit ist nach den

Schulen der größte Bildungsträger

in der Stadt. Sie hat in Emden eine

Tradition und wird an zahlreichen

Stellen angeboten: Im Zentrum für

junge Menschen „Alte Post“, im Jugendzentrum

Larrelt, im Jugendzentrum

Borssum, im Kinder- und

zeitsportanlage „Big Point“ (betreut

vom Stadtsportbund, die Stadt finanziert

einen Sozialarbeiter und

einen angelernten Mitarbeiter), im

Jugendtreff Schwabenstraße (untergebracht

in einer Kita, geöffnet ab 17

Uhr), und im Stadtteilbüro Transvaal

mit Jugendclub. Unterstützt werden

auch die Jugendtreffs in Wybelsum,

Petkum und Harsweg. Die Stadt beschäftigt

sieben hauptamtliche Sozialarbeiter

und drei Sozialarbeiter im

Anerkennungsjahr. Auch andere Träger

wie Kirchen, Awo, Kinderschutzbund

oder Feuerwehr betreiben

Offene Jugendarbeit. Der CVJM unterhält

das Jugendcafe „ConAction“

und bekommt dafür einen Zuschuss

von der Stadt.

Bildung und kultur


datenspiegel

Haushaltsvergleich 2009

Plan rechnungsergebnis

einnahmen

Steuern und allgemeine Zuweisungen 83.649.100 84.419.653

Einnahmen aus Verwaltung und Betrieb 41.345.400 40.814.707

Sonstige Finanzeinnahmen 9.159.000 10.680.613

Einnahmen des Vermögenshaushaltes 38.678.600 23.769.578

ausgaben

Personalausgaben 33.421.600 32.836.430

Sächlicher Verwaltungs- und Betriebsaufwand 15.366.500 14.737.576

Sächlicher Verwaltungs- und Betriebsaufwand 31.054.500 29.965.853

Zuweisungen und Zuschüsse 36.064.800 35.855.568

Sonstige Finanzausgaben 18.246.100 22.519.546

Ausgaben des Vermögenshaushaltes 38.678.600 23.769.578

gesamteinnahmen 172.832.100 159.684.551

gesamtausgaben 172.832.100 159.684.551

toP-Produkte

Nachfolgend dargestellt sind die 10, die über das größte Ausgabevolumen verfügen

Produkt-nr. Produktbezeichnung orga-einheit ausgaben

1. 50.1.2.6 Grundsicherung für

Arbeitssuchende –SGB II

ARGE Emden 12.634.500

2. 50.1.1.2 Leistungen bei Behinderung FD Sozialhilfe 12.163.205

3. 51.1.1 Kindertageseinrichtungen und

Kindertagespflege

4. 105.1.2.1 Bauliche Unterhaltung (Straßen,

Wege, Plätze, Brücken, Winterdienst,

Grabenreinigung)

FD Jugendför-

5.799.200

derung/Stadtjugendpfleger

Baubetrieb 4.797.900

5. 51.4.1 Familienersetzende Hilfen FD Sozialer Dienst 3.934.639

6. 50.1.1.3 Leistungen bei Pflegebedürftigkeit

FD Sozialhilfe 3.804.288

7. 50.1.2.5 Grundsicherung im Alter und

bei Erwerbsminderung

FD Sozialhilfe 2.579.721

8. 40.1.6 Leistungen der Berufsbildenden FD Schule und

2.464.897

Schulen

Sport

9. 106.1.2.3 Gebäudereinigung Betrieb Gebäudereinigung

2.457.800

10. 41.2 Kulturförderungen FD Kultur 2.324.300

gesamt 52.960.450

einnahmen (ergebnis) der organisationseinheiten 2009

100 0,2%

FB 200 4,3%

FB 300 2,0%

FB 400 2,6%

Finanzbudget 70%

FB 500 11,2%

Arge 3,3%

FB 600 3,4%

Sonstige Betriebe 3,5%

Baubetrieb 1,1%

Knapp 68 % der einnahmen der Stadt emden resultieren aus dem Finanzbudget.

ausgaben (ergebnis) der organisationseinheiten 2009

Finanzbudget 21,9%

Baubetrieb

6,6%

Sonstige

Betriebe 5,9%

FB 600 21,3%

100 2,4%

FB 200 4,3%

FB 300 3,9%

FB 400 5,5%

Arge 9,7%

FB 500 18,4%

Der Fachbereich Jugend, Schule und Sport (600) verursacht rund 21 % der gesamtausgaben.

Wesentlich sind hier die Ausgaben für die Jugendhilfe, Schulen, Kindertagesstätten

und für den Sport.

100

FB 200 Interne Dienste

FB 300 Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung

FB 400 Öffentliche Sicherheit, Bürgerservice

FB 500 Gesundheit und Soziales

Arge

FB 600 Jugend, Schule und Sport

Sonstige Betriebe

Baubetrieb

Finanzbudget


100

90

80

70

60

50

40

30

20

10

0

Schuldenentwicklung

Investitionskredite ab 2000 in Mio. euro

62,5

59,14

59,14

57,17

33,31

23,86

0 0 0 0 0 1,5

43,54

47,57

2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008

2009

Schuldenzuordnung 2009

Baubetrieb

gebäudemanagement

59,64

8,11

26,81

68,86

25,32 25,32

Kernhaushalt

72,89

80,34

53,57

25,27

85,91

51,53

29,89

4,49

87,86

49,94

32,44

5,48

Kernhaushalt

Baubetrieb (rentierlich)

gebäudemanagement (Schulbauprogramm)

gesamt

93,75

58,52

27,98

7,25

94,56

59,64

26,81

8,11

1100

1000

900

800

700

600

500

Stellenentwicklung laut Stellenplan 1993 bis 2010

grundsätzlich Stellen laut Stellenplan, ohne Leerstellen, Beurlaubte, Altersteilzeit -passiv-,

mit Stellen laut Wirtschaftsplänen Bee, gebäudemanagement und Kulturbüro

1.019

964

1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010

Stadtverwaltung

eigenbetrieb Bee

gebäudemanagement emden

Kulturbüro

899,5

872

842 834 828

817,5 812,5

einnahmen/ausgaben nach orgaeinheiten 2009

orgaeinheit ausgaben

HH-Soll in %

57,5

716,1

62,7

681,7

ausgaben

ao-Soll in %

56,2

661,1

3

69,2

649,3

3

70,2

654,5

einnahmen

HH-Soll in %

3,4

25

71,6

630

3,4

26

71,5

627,5

5

26

74,8

630,5

5

37,1

72,9

622,2

einnahmen

ao-Soll in %

100 100 3.443.400 2,6% 3.322.473 2,4% 304.500 0,2% 255.750 0,2%

200 FB 200 6.005.100 4,5% 5.877.786 4,3% 5.985.100 4,5% 5.844.610 4,3%

300 FB 300 5.719.600 4,3% 5.363.608 3,9% 3.138.400 2,3% 2.657.523 2,0%

400 FB 400 7.599.100 5,7% 7.517.552 5,5% 3.512.800 2,6% 3.475.548 2,6%

500 FB 500 25.953.200 19,3% 25.107.758 18,4% 14.722.700 11,0% 15.153.227 11,2%

555 ARGE Emden 12.634.500 9,4% 13.179.909 9,7% 4.788.100 3,6% 4.439.862 3,3%

600 FB 600 28.570.000 21,3% 28.966.525 21,3% 4.295.900 3,2% 4.592.810 3,4%

800 Sonstige Betriebe 7.866.700 5,9% 7.975.427 5,9% 4.766.900 3,6% 4.705.435 3,5%

877 Baubetrieb 9.345.200 7,0% 8.975.667 6,6% 1.866.100 1,4% 1.502.649 1,1%

999 Finanzbudget 27.016.700 20,1% 29.838.845 21,9% 90.773.000 67,7% 93.275.561 68,6%

gesamt 134.153.500 100,0% 136.125.550 100,0% 134.153.500 100,0% 135.902.975 100,0%


Bildnachweis

Stadt Emden (Pressestelle) Seite 1, 2, 9, 11, 12, 13, 16, 35 sowie Passfotos auf Seite 8, 12, 15, 18, 23,

24, 27, 28, 30 (2x), 32, 34, 36

Stadt Emden (Kindertagesstätte Schwabenstraße) Seite 4-5, 30, 31

Stadt Emden (FD Umwelt) Seite 17

Stadt Emden (FD Kinder und Familien) Seite 26

Stadt Emden (FD Jugendförderung) Seite 36

Karlheinz Krämer Seite 3, 4, 6, 18, 22, 23, 28

REDLINE Seite 8, 10, 13, 14 (2x), 15, 22, 35

de.fotolia.com Seite 11 (pegra), 29 (Gina Sanders), 31 (Prod. Numérik), 32 (Ramona Heim), 33 (3x)

(Inge Knol; John Keith; Jose Manuel Gelpi), 37 (2x) (godfer; Tomasz Trojanowski)

N-Ports Seite 18-19, 20

fotonatur.de Seite 20

flickr.com Seite 21 (git_de)

BARD-Gruppe/Meier Seite 24, 25

Ostfriesisches Landesmuseum Emden Seite 27

photocase.de Seite 34 (Lukas Hueter)

Tabellen, Grafiken und Diagramme (Seite 7 und Datenspiegel): REDLINE design & illustration, Emden


STadT emden

Frickensteinplatz 2

26721 Emden

Telefon 0 49 21 87 - 0

Telefax 0 49 21 87 - 15 87

www.emden.de

stadt@emden.de

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leere klassen kann man nicht

von a nach B schieben

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