LET'S CEE Film Festival Katalog 2017

LETSCEE

Official Catalogue of the LET'S CEE Film Festival 2017

» The Polar Boy

Spielfilm, Estland 2016

LET'S CEE

Film Festival

MOVIES UNITE

PEOPLE THROUGH

EMOTIONS

21. BIS 27. MÄRZ 2017 IN WIEN

www.letsceefilmfestival.com


Wir entscheiden,

wo entschieden wird.

Seit über 25 Jahren begleiten wir österreichische Firmen bei ihren Geschäften in Zentral- und Osteuropa.

Das Geheimnis unseres Erfolgs: Strategische Entscheidungen werden dort getroffen, wo wir auch verwurzelt

sind – in Österreich. Das macht uns zu einem unabhängigen und kompetenten Finanzpartner, bei dem einzig

und allein die Interessen Ihres Unternehmens im Mittelpunkt stehen.

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EDITORIAL

Das vierte LET’S CEE Film Festival fand Anfang Oktober 2015 statt. Die Flüchtlingskrise in

Europa war damals auf ihrem Höhepunkt. Freiwillige Helferinnen und Helfer versorgten

landauf, landab zehntausende Menschen in Not mit Nahrung, Decken und Kleidung, spendeten

Geld und gaben Hoffnung. Österreich wurde innerhalb weniger Wochen zu einem

internationalen Vorbild und für sein humanitäres Engagement weltweit gelobt. Eineinhalb

Jahre später hat die politische Großwetterlage völlig gedreht. Aus der Willkommenskultur

ist eine Abschreckungskultur geworden. Politiker fast aller Couleurs überbieten sich

tagtäglich mit Ideen, wie man den Zuzug von Flüchtlingen weiter eindämmen könnte.

Hier wird die Mindestsicherung gekürzt, da wird unter dem Deckmantel der Sicherheit die

Videoüberwachung ausgeweitet und versucht, das Demonstrationsrecht einzuschränken.

Aber nicht nur die Flüchtlingsthematik wird herangezogen, um politisches Kleingeld

zu wechseln. Seit Monaten geht es auch mit Hurra gegen die Zentral- und Osteuropäer.

Wenn hier etwa die Kinderbeihilfe für Kinder gekürzt wird, die im Ausland leben, gibt es

mittlerweile kräftigen Applaus, und wenn die Regierung den heimischen Arbeitsmarkt abschotten

will, ebenfalls. Verfassungsrechtliche Bedenken oder die Frage, ob man hier vielleicht

gegen EU-Gesetze verstoßen würde, werden zur Seite geschoben. Die immer öfters

unverhohlen zur Schau getragene Fremdenfeindlichkeit nimmt – befeuert durch populistische

Aussagen von verantwortungslosen Politikern und manipulative Medienberichte

– in einem bedrohlichen Ausmaß zu. Und das Wiedererstarken des Nationalismus ist zu einem

Phänomen geworden, das hierzulande, aber auch in vielen anderen Teilen der Welt,

ganz klar zu beobachten ist. Zentral- und Osteuropa sind hier leider nicht ausgenommen,

ganz im Gegenteil. Das LET’S CEE Film Festival, das sich vom ersten Tag an nicht nur der

Förderung der Filmkultur, sondern zudem der des interkulturellen Dialogs auf inner- und

zwischenstaatlicher Ebene verschrieben hat, bleibt seiner Linie in diesem herausfordernden

Umfeld unbeirrbar treu. Trotz kräftigen Gegenwinds. Dass ausgerechnet der Österreichische

Integrationsfonds das einzige heimische Filmfestival, das die Themen Integration

und Völkerverständigung explizit auf seine Fahnen geschrieben hat, mit keinem einzigen

Cent mehr fördert, ist in diesem Zusammenhang unglaublich, aber wahr. Aber zum Glück

gibt es immer auch noch viele Organisationen und Institutionen, deren Entscheidungsträger

Werte wie Toleranz und Weltoffenheit weiterhin sehr hochhalten, die dem Hass und

der Hetze entgegentreten, die nach wie vor auf den Dialog setzen, die differenzieren und

nicht pauschalieren, die das Gemeinsame suchen und nicht das Trennende – und die uns

genau deswegen auch unterstützen. Wir bedanken uns in zunehmend finsteren Zeiten,

aber trotzdem optimistisch, besonders auch bei den für unsere Belange Verantwortlichen

der Stadt Wien und der EU, bei sämtlichen weiteren Förderern und Sponsoren und allen

voran bei Cineplexx International. In dem Wissen: Sie tun das Richtige, und wir auch.

Mag. Wolfgang P. Schwelle & Dr. Magdalena Żelasko

Festivaldirektoren

Festival Directors

The fourth LET’S CEE Film Festival took place in early October 2015. At that time, the refugee

crisis in Europe had reached its peak. All over the country, volunteers provided tens of thousands

of people in need with food, blankets and clothes, donated money and inspired hope.

Within weeks, Austria became an international role model and was praised worldwide for

its humanitarian commitment. A year and a half later, the political winds have dramatically

changed. The welcoming culture has become a culture of deterrence. Politicians from almost

all parties are outdoing each other daily with ideas to further stem the flow of refugees. Some

cut the guaranteed minimum income, others extend video surveillance and try to restrict the

demonstration right on the pretext of security. However, refugees are not the only ones instrumentalised

by politicians to attract voters: Central and Eastern Europeans, too, have been

among the favourite scapegoats for months. People applaud enthusiastically when child support

is curtailed for children living abroad and when the government strives to isolate the

Austrian labour market. Concerns regarding possible violations of the constitution or EU law

are put aside. Overtly displayed xenophobia is reaching dangerous dimensions – fuelled by

populist statements from irresponsible politicians and manipulative media reports. And the

revitalisation of nationalism has become a clearly observable phenomenon in Austria, but

also in many other parts of the world. Unfortunately, Central and Eastern Europe are no exception

to that – quite the contrary. Despite these challenging conditions, the LET’S CEE Film Festival,

a promoter not only of film culture, but also of intercultural dialogue on a domestic and

an international level from its very first day, remains true to itself, defying strong headwinds.

In this context, the fact that the Austrian Integration Fund of all organisations does no longer

sponsor the only domestic film festival expressly dedicated to issues of integration and international

understanding is unbelievable, but true. Fortunately though, there still are numerous

organisations and institutions whose decision-makers keep upholding values such as tolerance

and open-mindedness, who oppose hate and agitation, who stick to the importance

of dialogue, who prefer a differentiated attitude to generalisations, who focus on community

rather than separation – and who support us for these very reasons. In that sense, in these

increasingly dark times, we would like to thank, in particular, those responsible for handling

our matters on the level of the City of Vienna and the EU, all other supporters and sponsors,

and especially Cineplexx International. Knowing: you're doing the right thing, and so are we.

FOTO: KLAUS VON HAHM

Editorial Mag. Wolfgang P. Schwelle & Dr. Magdalena Żelasko 3


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unser Unternehmerfrühstück

findet zwei Mal im Monat

statt. Dabei wechseln sich

die Termine mit Referenten

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SERENDIPITY LOUNGE -

ein monatliches Format mit

Club2 Charakter. Unternehmer

erzählen aus ihrem

Erfahrungsschatz - u.a. zu

Gast: Roland Stelzer (Happylab),

Andreas Petersson

(Bitcoins Austria).

TAG DER VORDENKER AM 04. APRIL -

Wie funktioniert eine Firma

ohne Hierarchie, wie sehen

die Teams der Zukunft aus,

und warum befinden wir

uns in einer industriellen Revolution?

Zu Gast: Xerxes,

Markus Stelzmann (Tele Haase),

Matthias Reisinger (Impact

Hub), Philipe Reinisch (Internet of things Austria) .

GRUSSWORTE

Best Wishes

Das LET’S CEE Film Festival feiert heuer mit seiner bereits fünften Ausgabe ein kleines

Jubiläum. Sieben Tage lang wird das einzigartige Festival, das aus dem reichen kulturellen

Angebot Wiens nicht mehr wegzudenken ist, Kinoliebhabern und Cineasten die

Gelegenheit bieten, insgesamt bereits über 140 herausragende Spiel-, Dokumentarund

Kurzfilme aus Zentral- und Osteuropa zu sehen. Diese werden in Originalversion

mit englischen oder deutschen Untertiteln in den Cineplexx-Spielstätten Urania-Kino,

Actor’s Studio, Artis International und Village Cinema Wien Mitte sowie erstmals im traditionsreichen

Kino Breitenseer Lichtspiele gezeigt; einige Filme überdies auch – und

der Schritt in die Bundesländer ist ebenfalls eine Premiere – im Geidorf Kunstkino in

Graz und im Stadtkino in Villach. Auf dem Programm steht wieder eine breite Palette

hochwertiger Produktionen, die von aktuellen Festivalhits und Autorenfilmen bis hin zu

einer ganzen Reihe digital restaurierter Klassiker reicht. Wien als pulsierende Metropole

mitten in Europa bietet zweifellos einen idealen Rahmen für das LET’S CEE Film Festival.

Die enge historische, kulturelle und wirtschaftliche Verbundenheit der Stadt mit unseren

Nachbarländern ist der beste Beweis dafür. Für Cineplexx International als einen der

führenden Kinobetreiber in der Region sowie für die ganze Constantin Film Unternehmensgruppe

ist es ein besonderes Anliegen, das Festival als Presenting Partner auch

heuer wieder zu unterstützen. Denn daran hat sich nichts geändert: Die Filmkunst unserer

Nachbarn ist ein kultureller Schatz, den wir den Österreicherinnen und Österreichern

sowie den Migrantinnen und Migranten aus der Region auch 2017 gerne näher bringen

wollen. Wir wünschen allen Kinobesuchern spannende und unterhaltsame Projektionen!

Mag. Christof Papousek

Geschäftsführender Gesellschafter der Cineplexx International GmbH

Managing Partner of Cineplexx International GmbH

This year marks the fifth anniversary of the LET’S CEE Film Festival. For seven days, this

unique festival that has become indispensable within Vienna’s wealth of cultural highlights

will give cineastes and film connoisseurs a chance to view a total of more than

140 outstanding feature, documentary and short films from Central and Eastern Europe.

These will be shown in their original versions with English or German subtitles in the

Cineplexx cinemas Urania Kino, Actor’s Studio, Artis International and Village Cinema

Wien Mitte, as well as, for the first time, in the very traditional Breitenseer Lichtspiele

movie theatre. In addition to that, some films will also be shown in Geidorf Kunstkino in

Graz and in Stadtkino in Villach – this expansion into the federal provinces is yet another

premiere. As always, the programme contains a wide variety of high-class productions,

ranging from current festival hits and author’s films to numerous digitally restored classics.

There can be no doubt that Vienna as a vibrant metropolis in the centre of Europe

provides the perfect backdrop for the LET’S CEE Film Festival. Proof of this is given by

the city’s strong historical, cultural and economic ties with our neighbouring countries.

For Cineplexx International as one of the leading cinema operators in the region as well

the entire Constantin Film Group, supporting the festival as presenting partner again

this year is a very special concern. Because one thing has not changed: our neighbours'

cinematic art is a cultural treasure that we want to familiarise Austrians and migrants

with again in 2017. We wish every film-goer exciting and entertaining projections!

FOTO: CONSTANTIN

Wir verbinden Unternehmer und ihre Interessen.

Unabhängig. Seit 1839.

TREIBHAUS

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Unsere Veranstaltungsübersicht finden Sie entweder

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Grußwort Mag. Christof Papousek 5


Dr. Michael Häupl

Bürgermeister und Landeshauptmann von Wien

Mayor and Governor of Vienna

FOTO: IAN EHM

Der Film hat als Medium nicht nur eine wichtige kulturelle Bedeutung,

er ist mitunter auch ein Abbild der Gesellschaft in der

er entstanden ist. Oft werden Geschichten erzählt, die einen

Einblick in die Kultur und Lebenssituationen anderer Länder

gewähren. Gerade in Zeiten, in denen die Themen Migration

und Integration immer mehr im Fokus der Gesellschaft stehen,

nimmt der Film damit eine nicht zu unterschätzende kommunikative

Rolle ein. Der interkulturelle Dialog steht auch im Fokus

des LET’S CEE Film Festivals. Es freut mich, dass die im Rahmen

der Veranstaltung vorgeführte Auswahl der besten Filme aus

Zentral- und Osteuropa in Wien gezeigt wird. Im Herzen Europas

gelegen, hat unsere Stadt immer schon ebendiesen interkulturellen

Dialog gefördert und eine Brückenfunktion ausgeübt.

In diesem Sinne wünsche ich den Veranstalterinnen und Veranstaltern

viel Erfolg und allen Besucherinnen und Besuchern bewegende

cineastische Erlebnisse und interessante Diskussionen auf dem

LET’S CEE Film Festival.

Not only is film as a medium of high cultural importance, it can

also be a mirror of the society it originates from. Often, stories are

told that provide insight into the culture and living situations of

other countries. This is why the communicative function of films

should not be underestimated, especially in times when issues

of migration and integration are becoming more and more prominent

in society. Intercultural dialogue is also the focus of the

LET’S CEE Film Festival. I am very proud that the selection of the

best films from Central and Eastern Europe is shown in Vienna in

the context of the event. Situated in the heart of Europe, our city

has always served as a hub to support this intercultural dialogue.

In that sense, I wish great success to the organisers of the event

and moving cinematic experiences as well as interesting discussions

to the guests of the LET’S CEE Film Festival.

Grußwort Bürgermeister Dr. Michael Häupl 7


KRAKOW

VIENNA

BELGRADE

BUDAPEST

LJUBLJANA

PRAGUE

SARAJEVO

SOFIA

ZAGREB

Dr. Andreas Mailath-Pokorny

Amtsführender Stadtrat für Kultur und Wissenschaft in Wien

Executive City Councillor for Culture and Science

FOTO: SABINE HAUSWIRTH

VIENNA:

THE BRIDGE TO EUROPE

The City of Vienna cooperates with its neighbour

cities in many different areas in order to develop

joint solutions. Eurocomm-PR – a company owned

by Wien Holding – is responsible for the international

positioning of Vienna as an european dialogue

hub, government2government projects, as well as

the integrated public relations work of the City of

Vienna in Belgrade, Budapest, Krakow, Ljubljana,

Prague, Sarajevo, Sofia and Zagreb.

In der vielfältigen Festivallandschaft der Stadt Wien öffnet LET'S

CEE regelmäßig ein Fenster nach Zentral- und Osteuropa. Das

ist besonders in Wien, einer Metropole, die von der Vielfalt ihrer

Bewohnerinnen und Bewohner lebt, von Bedeutung. LET'S CEE

zeigt sich somit als europäisches Projekt, das Brücken errichtet,

wo populistische Debatten versuchen, diese zu zerstören. In einer

medialen Atmosphäre, in der Fremdenfeindlichkeit und Entsolidarisierung

geschürt werden, ist das Festival ein Ort für respektvolle

Annäherung und differenzierende Debatten. Mit den Mitteln

der Kunst werden politische Fragen erörtert und mitunter ungewöhnliche

Wege für ein Zusammenleben in Toleranz aufgezeigt.

Ich wünsche dem Festival und seinen engagierten Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern auch heuer wieder ein zahlreiches und interessiertes

Publikum!

Embedded in the colourful festival landscape of the City of

Vienna, the LET’S CEE Film Festival regularly opens a window

to Central and Eastern Europe. This is of particular significance

in Vienna, a metropolis founded on the diversity of its citizens.

LET’S CEE is a European project that builds bridges where populist

debates try to burn them. In a media atmosphere that

fuels xenophobia and desolidarisation, this festival is a place of

respectful rapprochement and sophisticated discussion. Using

the means of art, political issues are discussed, and sometimes

unusual methods for tolerant coexistence are pointed out.

I wish the festival and its committed workers a large and interested

audience again this year!

www.eurocommpr.at

Grußwort Stadtrat Dr. Andreas Mailath-Pokorny 9


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und Geld sparen!

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Harald E. Trettenbrein

Head of the MEDIA Unit at European Commission EACEA (Executive Agency for Education,

Audiovisual and Culture), which implements the Creative Europe MEDIA programme

werbeagentur hochzwei | hoch2.at

Festivals sind ein guter Platz, um sich zu treffen und auszutauschen, und bieten eine

lebhafte sowie offene Atmosphäre für Talente, Geschichten und Emotionen – sprich,

für den Europäischen Film. Das Creative Europe - MEDIA Sub-Programm der Europäischen

Union zielt darauf ab, die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen audiovisuellen

Industrie zu fördern, ihre große Vielfalt zu unterstützen und den transnationalen Vertrieb

von Filmen zu beleben. Das Programm erkennt die kulturelle, soziale und wirtschaftliche

Rolle der Festivals beim Wecken von Publikumsinteresse am europäischen Film dadurch

an, dass es ungefähr 60 von ihnen jedes Jahr in ganz Europa mitfinanziert. Diese Festivals

zeichnen sich durch ihr reiches und vielfältiges europäisches Programm aus, durch

ihr Bestreben, junge Leute aus der Branche zu unterstützen, durch ihr Engagement bei

der Erschließung neuer Zuschauergruppen und der Förderung der Filmkompetenz, und

durch den großen Stellenwert, den sie der Vernetzung und Möglichkeit zur Begegnung

zwischen Profis und der Öffentlichkeit gleichermaßen zuschreiben. 2016 haben die

vom Creative Europe - MEDIA Sub-Programm unterstützten Festivals mit über 20.000

Vorführungen von europäischen Werken fast drei Millionen Kinoliebhaber erreicht.

Das Creative Europe - MEDIA Sub-Programm freut sich, das fünfte LET’S CEE Film Festival

zu unterstützen. Wir hoffen, Sie genießen eine ebenso reichhaltige wie anregende

Veranstaltung.

A good place to meet and to exchange, festivals provide a vibrant and accessible environment

for talent, stories and emotions – in short European Film. The Creative Europe

- MEDIA Sub-programme of the European Union aims to foster the European audiovisual

industry’s competitiveness, to promote its rich variety and to encourage the transnational

circulation of films. The programme acknowledges the cultural, social and economic

role of festivals in increasing audiences’ interest in European films, by co-financing

around 60 of them across Europe every year. These festivals stand out with their rich

and diverse European programming, their activities in support of young professionals,

their commitment to audience development and film literacy, and the importance they

give to networking and meeting opportunities for professionals and the public alike. In

2016, the festivals supported by the Creative Europe - MEDIA Sub-programme proposed

more than 20.000 screenings of European works to nearly 3 million cinema-lovers.

Creative Europe - MEDIA Sub-programme is pleased to support the 5th edition of the

LET’S CEE Film Festival. We hope you enjoy a rich and stimulating event.

Auf einen Klick: Tickets für über

75.000 Events auf oeticket.com

und in der oeticket-App!

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Grußwort Harald E. Trettenbrein 11


GRUSSWORTE MAIN SPONSORS

Best Wishes Main Sponsors

Film ab für pünktlichen Versand!

Sie freuen sich auf großes Kino aus Zentral- und Osteuropa. GLS sorgt dafür, dass die Filme

beim LET‘S CEE Film Festival in Wien ankommen. Pünktlich und sicher.

Dr. Axel Spörl

Generaldirektor, GLS Austria

General Manager, GLS Austria

Unter dem Motto ‚Come Together' bringt das Festival kulturelle Highlights aus Zentral- und Osteuropa nach Wien. Das unterstützen wir gern

mit unseren grenzüberschreitenden Lösungen für den Versand. Die Paketmengen der GLS Austria in die CEE-Länder sind in den letzten Jahren

stark gewachsen. Aus dem Großraum Wien erreichen Sendungen in weniger als 24 Stunden Regellaufzeit ihre Empfänger in Ungarn, der Slowakei

oder der Tschechischen Republik. GLS und das LET‘S CEE Film Festival verbinden Ost und West – eine gewinnbringende Zusammenarbeit.

Using the motto: 'Come Together', the festival brings cultural highlights of Central and Eastern Europe to Vienna. We offer our support with our

transnational solutions for shipping. The parcel delivery by GLS Austria has seen enormous growth in recent years in the CEE countries. 24-hour

package delivery is possible from Greater Vienna to Hungary, Slovakia or the Czech Republic. GLS and the LET’S CEE Film Festival connect East

and West – a profitable cooperation.

Mag. Roland Teichmann

Direktor, Österreichisches Filminstitut

Director, Austrian Film Institute

LET’S CEE erweitert nicht nur unseren filmischen Horizont mit interessanten, zeitgenössisch-relevanten Filmen: das Festival schlägt mit seinem

umfassenden Rahmenprogramm eine breite kulturelle Brücke zu unseren Nachbarländern, die in jeder Hinsicht bereichernd ist. Das Österreichische

Filminstitut ist gerne Partner dieser Aktivitäten.

LET’S CEE not only expands our cinematic horizons with interesting, contemporarily relevant films, but with its comprehensive supporting programme,

the festival also manages to build bridges between Austria and our neighbouring countries, which is enriching in every possible way.

The Austrian Film Institute is happy to be a partner to these activities.

Mag. Michael Palzer

Leiter Marketing und Event Management, Raiffeisen Bank International AG

Head of Marketing and Event Management, Raiffeisen Bank International AG

Osteuropa war schon immer eine Wiege emotional bewegender und sozialkritischer Filme. LET'S CEE bietet den Filmen aus der Region eine

Plattform in Wien, erschließt neue Zusehergruppen und bringt Vertreter der gesamten Branche zusammen. Das ist ein spannendes Projekt, das

wir als auf Osteuropa spezialisierte Bank gerne unterstützen.

Eastern Europe has always offered emotionally moving and socially critical films. LET’S CEE offers those films a platform in Vienna, opens up new

target groups and gathers representatives of the entire industry. As a bank specialised in Eastern Europe, we dearly support and encourage this

exciting project.

facebook.com/GLSAustria

Grußworte Main Sponsors 13


INHALTSVERZEICHNIS

Table of Contents

Polen im Fokus

Polish Focus

Seite 134

Editorial

Editorial

Seite 03

Filmprogramm

Film Programme

Seite 38

Austrian Day

Austrian Day

Seite 138

Grußwort Christof Papousek

Best Wishes Christof Papousek

Seite 05

Rahmenprogramm

Supporting Programme

Seite 42

Andrzej Wajda Retrospektive

Andrzej Wajda Retrospective

Seite 144

Grußwort Michael Häupl

Best Wishes Michael Häupl

Seite 07

Industry Days Programm

Industry Days Programme

Seite 44

Best of Classics

Best of Classics

Seite 153

Grußwort Andreas Mailath-Pokorny

Best Wishes Andreas Mailath-Pokorny

Seite 09

Eröffnungsfilm

Opening Film

Seite 46

Films and Music

Films and Music

Seite 172

Grußwort Harald E. Trettenbrein

Best Wishes Harald E. Trettenbrein

Seite 11

Abschlussfilm

Closing Film

Seite 48

Classics for Kids

Classics for Kids

Seite 176

Grußworte Main Sponsors

Best Wishes Main Sponsors

Seite 13

Béla Tarr Lifetime Achievement Award

Béla Tarr Lifetime Achievement Award

Seite 50

Schulkino

School Cinema

Seite 178

Inhaltsverzeichnis

Table of Contents Seite 15

Spielfilm-Wettbewerb

Feature Film Competition

Seite 55

Kurzfilmprogramm

Short Film Programme

Seite 182

Und wieder Danke. Danke sehr.

Thank you. Thank you very much.

Dokumentarfilm-Wettbewerb

Documentary Competition

Seite 17 Seite 77

Master Classes

Master Classes

Seite 193

Sponsoren, Förderer & Partner

Sponsors, Supporters & Partners

Wettbewerb Promising Debuts

Competition Promising Debuts

Seite 20 Seite 98

LET'S CEE Talent Academy

LET'S CEE Talent Academy

Seite 198

Kuratoren

Curators

Kurzfilm-Wettbewerb

Short Film Competition

Seite 23 Seite 113

LET'S CEE Industry Days

LET'S CEE Industry Days

Seite 200

Juroren

Jury

Seite 25

Across the Line

Across the Line

Seite 118

Location-Partner, Partyline

Location Partners, Partyline

Seite 203

Zu Gast bei LET'S CEE

Guests of LET'S CEE

Seite 29

Zu Gast: East Silver Caravan

East Silver Caravan

Seite 124

Team

Team

Seite 206

Festivalkinos

Festival Cinemas

Seite 34

Kulturjahr Österreich - Kroatien

Cultural Year Austria - Croatia

Seite 128

Impressum

Imprint

Seite 208

Preise

Awards

Seite 36

Rumänien im Fokus

Romanian Focus

Seite 130

Index

Index

Seite 210

Inhaltsverzeichnis 15


the wine of transylvania

O f f i c i a l | f i l m

f e s t i v a l | W i n e

hello@liliac.com | www.liliac.com

UND WIEDER

DANKE. DANKE SEHR.

Thank you. Thank you very much.

Als Direktoren des LET’S CEE Film Festivals bedanken wir uns natürlich auch heuer wieder

sehr herzlich bei all jenen Personen (und damit auch bei jenen Organisationen, für

die eben diese im Falle des Falles stehen), ohne die wir unser Festival nicht veranstalten

könnten. Wir danken allen und jedem ganz explizit und ganz besonders. Wer nicht dabei

war, kann sich wohl nur schwer vorstellen, was einige von den Genannten auch bei

der Vorbereitung der 2017er-Ausgabe unseres Festivals wieder geleistet haben. Allen

in der Folge angeführten Namen gebührt daher unser großer und respektive sogar unser

größter Dank. Und zwar ohne jegliche Reihung abseits einer alphabetischen und in

dem Wissen, dass die Liste nicht ganz gerecht ist, denn: Manche haben nur sehr wenig,

aber doch etwas zum Gelingen des LET’S CEE Film Festivals beigetragen, und manche

sehr, sehr viel. Hier exakt abzuwägen, ist freilich ein Ding der Unmöglichkeit. Bei unseren

Sponsoren und Partnerunternehmen haben wir versucht, alles, was wir an Unterstützung

bekommen haben, so gut es ging, oder sogar darüber hinaus, mit Gegenleistungen

abzugelten. Bei unseren MitarbeiterInnen ging das natürlich nicht. Einfach weil uns

dazu nach wie vor die Mittel fehlen. Was wir ihnen aber in jedem Fall geben konnten,

war die Gelegenheit, Teil eines fantastischen Projekts zu werden und das Wissen, dass es

ohne sie dieses Festival nie gegeben hätte. Da fast alle von denen, die wir hier erwähnen,

dazu beigetragen haben, dass die Arbeit rund um das Festival keine Qual, sondern

in allererster Linie eine große, oft anstrengende, aber sehr sinnvolle Herausforderung

geworden ist, bedanken wir uns gleich doppelt. Danke, und nochmals danke. Sollten

wir jemanden trotz größter Sorgfalt vergessen haben zu erwähnen, gilt dem- oder derjenigen

nicht nur ebenfalls unser Dank, sondern natürlich auch jetzt und hier gleich eine

Entschuldigung: Sorry, das tut uns leid. Und wir versprechen jetzt schon: Wir werden

das nachholen und jeden der vergessenen Namen im nächsten Katalog erwähnen.

As the directors of the LET’S CEE Film Festival, we wish to thank all those people (and

also the organisations they represent) without whose help this festival would never

have been possible. We thank each and every one individually. People who were not

involved cannot possibly imagine just what some of these people did for this festival

again this year while preparing for our 2017 edition. To all those mentioned below,

we owe our gratitude and greatest thanks, in no other order but alphabetical. And we

know that the list still does not do full justice to all: Some made small, but important

contributions to the success of the LET’S CEE Film Festival, while others did so very,

very much. All the work was valuable and thus it is absolutely impossible to measure

the individual contributions. We did our best to return all the support of our sponsors

and partners adequately or, even more than that, provide them with services in return.

That is of course something we could not do for our personnel, simply because

we still lack the financial means to do so. What we could provide them with was the

experience of having worked on a fantastic project and the certainty that this festival

would never have been possible without them. And because almost all of those listed

here have contributed a lot to making the preparations of this festival a great, often

tiring, but very rewarding challenge rather than an ordeal, we want to thank them

one more time. Thank you, thank you so very much. If, despite our greatest care, we

forgot to mention somebody, we not only want to thank you, but also to apologise

right here and now: we are really sorry. And we promise you that we will make up

for that and mention each name we forgot this time around in next year’s catalogue.

Magdalena Żelasko & Wolfgang P. Schwelle

Festivaldirektoren

Festival Directors

Danksagung 17


Achleitner Carl, Albiez Nicole, Alidzanovic Eldin, Allahyiari Houchang, Antic Aleksandra,

Antoci Anamaria, Aricò Tiziana, Arthold Daniela, Asgarova Samaya, Augusta Theresa,

Baich Alena, Balcik Ipek, Baliński Robert, Baran Selin, Barbl Sarah, Barfuss Clemens, Barovsky

Marianne, Bayer Florian, Beck Alfred Michael, Beck Amrei, Beker Boris, Belcheva

Mariya, Benavent María Alejandra, Berariu Ioana, Berlinski Maga Natalia, Beta Natalia,

Bielecka Magdalena, Bilalic Milica, Bilman Kamila, Blahut Stephan, Blauensteiner Stefanie,

Bohrer Arie, Bottemer Willy, Brandstetter Maria, Briede Liene, Buchschwenter Robert,

Bukowiecka Agnes, Buyar Funda, Canedo Mario, Cavkunovic Jasmina, Charn-Jiau

Lai, Chen King-Ting, Chumley Ivy, Cieślik Marzena, Clemens Thomas, Cordwell Christopher,

Cornisteanu Irina, Cvjetković Vesna, Demirkalp Büsra, Deutinger Luca, Dikovits

Georg, Dilloo Lucia Alejandra, Dimmel Gloria, Djurovic Lora, Dudkiewicz Monika, Dumfahrt

Anita, Dumreicher-Ivanceanu Alexander, Eder Fritz, Egger-Karlegger Sophia Mara,

Ehmann Monique, Eppensteiner Barbara, Erdő Rebeka, Erepuu Liisbet, Ernst-Moncayo

Zuzana, Fahrwald Dorothea, Faßl-Vogler Sylvia, Ferner Katharina, Fink Tone, Fischbacher

Anna, Fischnaller Lukas, Floigl Eva, Franklin Anna, Franz Veronika, Friedrich Marie-Christine,

Forstinger Alexander, Frottier Michèle, Fürstenberg Stephanie, Gaberov Mincho,

Gamsjäger Nino, Gamsriegler Anna, Garib Varvara, Gferrer Julia, Gasimova Leyla, Gatternig

Paul, Gerersdorfer Michael, Gerstl Birgit, Giurgiu Tudor, GLS-Kuriere, Greuling

Matthias, Grinzinger Victoria, Gritzner Katharina, Groffmann Ruza Marie, Grois Marlene,

Gronhaug Elin, Grove Elliot, Gschlacht Martin, Gstöttenbauer Verena, Günl Ronny, Habeler

Dagmar, Had Jennifer, Haderer Chris, Hadžić Muhamed, Hagspiel Martina, Haiböck

Kathairna, Ham Nika, Hanly Adrienne, Hanna Andrea, Hargreaves Samuel, Helba Nadja,

Helbling Tina, Heribanová Alena, Hermann-Krauss Carmen, Herta Susanne, Hiebler Sabine,

Hierhold Christian, Hildesheim Mara, Hočevar Danijel, Hofferer Robert, Holt Robert

L. mit Familie, Hooker Catherine M., Horak Manuel, Hösele Herwig, Hribar Lena,

Hruby Sophie, Huber Tamina, Heublein Lewon, Hulle Julia, Ickert Alica, Ilming Michaela,

Indjein Teresa, Irgolic Uja, Jacobs Melanie, Jakubec Christian, Janjić Dragomir, Jasenko

Alexandra, Jäger Christian, Joldes Claudia, Kachapova Irina, Kamalzadeh Dominik,

Kantner Wolfgang, Kar Roxane, Kastelic Michael, Kavin Jakub, Kessler Melissa, Khom

Isabella, Khoruk Maria, Kisheva Antoniya, Klatev Stefan, Klausriegler Melanie, Klein Cristina

Estera, Klimkiewicz Michał, Klinser Sebastian, Knöpfler Wolfgang, Kocjančič Nerina,

Kofler Martin, Koger Johanna, Kogler Claudia, Kogler Marion, Kolter Christian, Konrad

Christian, Kostić Miša, Kotlowski Marcin, Kottal Claudia, Koželj Podlogar Barbara, Kozyritskaya

Sveta, Krausz Esther, Kraut Vanessa, Krenn Katharina, Kresmery Dániel, Križnik

Noël, Kucera Sarah, Kuliga Adela, Kurtulmus Yavuz, Kurzmann Heike, Küfhaber Sandra,

Küstenmacher Sophia, Lahofer Elisabeth, Lang Ilona, Langhammer Christian, Laskowski

Robert, Lattacher Martina, Laudyn Stefan, Lauß Bettina, Ledvina Tomáš, Leitenmüller

Paul, Lenginowitsch Stanislaw, Lichtkoppler Elisabeth, Lindner Johannes, Lipinska

Aleksandra, Litschauer Matthias, Lokk-Tramberg Tiina, Loderer Paul, Lorkowski Artur,

Luttenfeldner Iris, Maculewicz Anna, Mailath-Pokorny Andreas, Mairhofer Nicole, Maiwald

Sophie, Malenšek Anja, Mandl Sophie, Marić Domagoj, Markowski Michaela, De

Martin Thomas, Martinek Michael, Martl Lisa, Masarova Helena, Mashraki Sophie, Matic

Uschi, Matrisková Slavomíra, Mauser Carolina, Maux Inge, Mayerhofer Elisabeth, Mayerl

Annie, Mercurean Andreea, Meseldzic Andrej, Midori Mihaela, Mikes Christian, Mináč

Matej, Mináčévá Zuzana, Mitterlehner Daniela, Mohab Marcel, Molnár Mária, Möstl Georg,

Mujović Denis, Muminovic Melisa, Muñoz Víctor M., Muslic Armir, Müller Werner,

Nachbaur Martina, Nägele Camilla, Neichl Brigitte, Nelska Liliana, Neumayer Jörg, Nieler

Peeter, Niftaliyev Elgün, Nikolic Vanja, Niksic Helene, Nitsch-Fitz Anna, Novak Ivan, Ofner

Alexandra, Oswald Lydia, Pachler Gabi, Palada Mina, Palzer Michael, Panican Alexandra,

Pantelić Tatjana, Pantić Jelena, Papousek Christof, Parn Olga, Pavlinović Mia, Pavlova Ekaterina,

Pellumbi Sonja, Perschon Tobias, Peter Georg, Pfeiffer Matthias, Pitsch Andrea,

Plochberger Laura, Polachová Tereza, Pospichal Linda, Pöder-Innerhofer Walter, Prášek

Tomáš, Präg Anna, Priller Markus, Procházková Jitka, Puerto Javier Garcia, Putzer Tanja,

Pühringer Harald, Rabl Alice, Raczek Tomasz, Radić Miron, Radner Verena, Radosavljević

Maja, Rainer Christoph, Raffner-Sirakov Viola, Rammer Sandra, Ranacher Ruth, Rebić

Goran, Reichmuth Lena, Reis Leonhard, Reiter Johanna, Renzhofer Anna-Maria, Resch

Carina, Riahi T. Arash, Riahi T. Arman, Richard Martina, Richter Marina, Riedler Christoph,

Riegler Wolfgang, Ritsch Linn, Rodriguez Ulloa Daniela, Rosandić Helena, Rostovtseva

Kateryna, Rudigier Simone, Ruus Martin, Santner Julia, Sapina Slavica, Schneider Wolfgang,

Schlosser Marion, Schlößinger Marisol, Schlueter Kimberly, Schödl Gernot, Schuster

Stephanie, Schühler Gerhard, Schwarz Daniela, Schwarzer Julia, Schweiger Tabea,

Seebacher Dominik, Sedlaczek Anika, Senjak Marina, Shapran Vadym, Shpartko Polina,

Sidl Günther, Silva Maximilano, Sipic Deneta, Sirucek Barbara, Skłodowska Ewa, Skorić

Tanja, Skrabs Caroline, Skrinjer Sabrina, Skrzypek Paulina, Sobczak Rafał, Sormaz Suzana,

Spiegelsberger Roman, Spies Ulrike, Spöri Tobias, Spörl Axel, Sroka Magdalena, Stanescu

Raluca, Stanković Dejana, Starodub Linda, Steiner Sandra, Steinicke Linn, Stergel Jelka,

Stolbova Ekaterina, Suchenko Anna, Suntinger Karoline, Svoboda Antonin, Szlamp

Cathy, Szwankowska-Antoł Krystyna, Šešić Rada, Šoše Dino, Špiler Mina, Świątek Marta,

Tarnovetchi Iuliana, Tarr Béla, Teichmann Roland, Thiele Christina, Thoke Christoph,

Trettenbrein Harald E., Tscheremisinova Daria, Tucmandl Herbert, Ungerböck Andreas,

Vachkova Tsvetina, Vallon Raphaela, Vesely Manuela, Völcker Manuel, Wagnleitner Anna,

Weiss Andreas, Weithaler Elias, Wengel Mara, Wenig Thomas, Wesely Peter, Wesołowska

Weronika, Wilk Katarzyna, Wieser-Enk Alexandra, Familie Wograndl, Wojciechowska Katarzyna,

Wolfinger Leandra, Wolfram Caroline, Woller Ernst, Wolzt Andrea, Zach Reinhard,

Zala Eszter, Zechner Lena, Zeindlinger Gisela, Zimenkova Daria, Zin Hernán, De Zordo

Fabian, Zwettler Ursina, Żelasko Bogusława, Żelasko Stanisław, Žbadovinac Zdenko.

Danksagung 19


MAIN PARTNERS

PRESENTING PARTNERS

MAIN SPONSORS & FUNDERS

MAIN MEDIA & MARKETING PARTNERS

FILMNEWEUROPE.COM

MAIN SPONSORS & FUNDERS

SUPPORTERS

MAIN PROGRAMME SUPPORTERS

MAIN CINEMAS

LOCATION PARTNERS

MAIN PARTNERS

Ebenfalls HERZLICHEN DANK an weitere Programmunterstützer: Botschaft der Republik Kroatien, Botschaft der Republik Polen, Collegium

Hungaricum, Creative Europe Desk Austria-MEDIA, EUNIC Austria, Slovenian Film Centre, Slowakisches Institut, Türkisches Kulturzentrum

Wien; an weitere Unterstützer: 100 Blumen Brauerei, AGT Team, Avision Media, Café-Restaurant Kandl, Ed. Haas Austria, Feindestillerie

Krauss, Final Draft, FlixBus, FMZ Film und Medien Zentrum Margareten, Huck Finn, Kunstgießerei Loderer, The Lorenz Bahlsen Snack-World,

Piotrowski Brötchenstube, Ströck-Brot, Waldquelle; an unsere Programm-Partner: Akademie des Österreichischen Films, Diversity Ball, East

Silver Caravan, EXIT med!a, FEST New Directors New Films Festival, goEast Film Festival, Gosfilmofond, Kino Visegrad, Krakow Film Foundation,

Raindance Film Festival, REC I Festival Internacional de Cinema de Tarragona, ShortEst, Tanzquartier Wien, Tallinn Black Nights Film Festival,

Transition IQMF, VÖFS - Verband der Österreichischen FilmSchauspielerInnen, Wiener Integrationswoche sowie an weitere Partner: CK

Medienverlag, C Magazine, Dawai!, Elipsa.at, European Youth Card | Jugendkarte, Favourite, FilmClicks, Goodnight.at, KÄRNTNERiN, kroativ.

at, Lichtspiele, ÖAMTC, Polonika, Saal B und Wenedi.eu.


GRIECHISCHE BOTSCHAFT

KURATOREN

Curators

Tomasz Raczek

Kurator für den Spielfilm-Wettbewerb

Curator of the Feature Film Competition

Rada Šešić

Kuratorin für den Dokumentarfilm-Wettbewerb

Curator of the Documentary Competition

Tomasz Raczek, geboren 1957 in Warschau, ist

Filmkritiker, Journalist und Verleger. Nach seinem

Studium der Theaterwissenschaften an der

Theater-Akademie in Warschau hat er einige

Fernseh- und Radiosendungen initiiert und moderiert

sowie Beiträge für mehrere Fachzeitschriften

geschrieben. Er war weiters der Herausgeber

und Chefredakteur der polnischen Ausgabe des

Playboy. Als Programmdirektor des Verlagshauses

Gruner+Jahr Polska hat er unter anderem

die Wochenzeitschrift Gala auf dem polnischen

Pressemarkt etabliert. Er war literarischer Leiter

von mehreren polnischen Theatern und stellvertretender Direktor des zweiten Programms

des polnischen öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Im Jahr 2009 gründete er zwei TV-Kanäle

sowie einen digitalen Radiosender mit Filmmusik, welche er bis 2011 leitete. Darüber

hinaus gründete er 2002 seinen eigenen Verlag Latarnik, den er bis heute führt. Tomasz

Raczek war auch Chefredakteur von FILM, dem bekanntesten Filmjournal Polens, und leitet

derzeit die Redaktion des Magazyn Filmowy SFP. In seinem Buch Kinopassana erläutert er

praktische Anwendungen der Kinotherapie. Zudem betreibt er einen Videoblog und zeichnet

für zahlreiche Fernseh- und Radioprogramme mit Filmschwerpunkt verantwortlich.

Die gebürtige Kroatin Rada Šešić studierte und

arbeitete in Sarajevo, bevor sie 1993 nach Utrecht

übersiedelte. Sie ist Filmemacherin, Kritikerin und

Filmdozentin und bei den größten Filmfestivals der

Niederlande tätig. Beim Dokumentarfilmfestival in

Amsterdam ist sie bei der Programmauswahl beteiligt

und zählt zum Auswahlkomitee für den IDFA

Bertha Fund. Beim Filmfestival in Rotterdam ist sie

ebenso Beraterin bei der Programmauswahl wie bei

der Vergabe des Hubert Bals Fund. Sie leitet den Dokumentarfilmwettbewerb

und ist Ko-Leiterin der

Industrieveranstaltung Docu Rough Cut Boutique

des Filmfestivals in Sarajevo. Als künstlerische Leiterin fungiert sie beim Eastern Neighbours

Filmfestival in Den Haag und beim Filmfestival in Triest verantwortet sie die Sektion Last Stop

Trieste. Rada Šešić lehrt seit Jahren an der Universität Amsterdam und an der niederländischen

Filmakademie ebendort. Sie war bereits Teil von mehr als 45 Jurys weltweit und hat auch in Indien

gelebt, wo sie zwei Semester am Institut Srishti für Kunst, Design und Technologie unterrichtet

und 8 Jahre lang das Programm des Internationalen Film Festivals Kerala selektiert hat.

Ihre Kurz- und Dokumentarfilme gewannen zahlreiche Auszeichnungen, wurden auf über 40

internationalen Filmfestivals präsentiert und im Museum of Modern Art in New York archiviert.

Embaixada de Portugal

Viena

WIEN

Tomasz Raczek, born in Warsaw in 1957, is a film critic, journalist and publisher. After

completing his drama studies at the Theatre Academy in Warsaw, he has founded and

presented several television and radio broadcasts and has written articles for various

professional journals. Tomasz Raczek was also the publisher and first editor of the Polish

edition of Playboy. As programme director of the publishing house Gruner+Jahr

Polska, he introduced, among others, the weekly magazine Gala to the Polish press

market. He used to be the literary director of several Polish theatres and deputy director

of Poland’s second public television channel. In 2009, he founded two TV channels

and a digital radio channel featuring film music, which he headed until 2011. He is also

the director of his own publishing house, Latarnik, which he established in 2002. Tomasz

Raczek has been editor-in-chief of Poland's best-known film journal FILM and is

currently the editor-in-chief of the monthly Magazyn Filmowy SFP. In his book Kinopassana,

he explains the practical application of cinema therapy. He also runs a video blog

and is responsible for numerous TV and radio programmes which centre on movies.

Rada Šešić, born in Croatia, worked as a film journalist and documentary filmmaker in Sarajevo before

moving to Utrecht in 1993. Not only is she a filmmaker, but a critic and film lecturer, too. She is

associated with the two biggest film festivals in the Netherlands – the International Documentary

Film Festival Amsterdam, as part of the programming team and the IDFA Bertha Fund selection

committee, as well as at the International Film Festival Rotterdam as programme advisor and on the

selection of its Hubert Bals Fund. At the Sarajevo Film Festival, she heads the Documentary Competition

and co-directs the project Docu Rough Cut Boutique. She acts as artistic director of the Eastern

Neighbours Film Festival in The Hague. At Trieste Film Festival, she heads the section Last Stop Trieste.

Rada Šešić has been lecturing for an annual trimester at the University of Amsterdam for seven

years and currently teaches at the Film Academy NFTA Amsterdam. She has served on some 45 juries

around the world, lived in India where she taught for two semesters at the Srishti Institute of Art,

Design and Technology in Bangalore and has been a programmer for Kerala International Film Festival

for 8 years. Her short films and documentaries have won several awards and were presented at

over 40 international film festivals. Her films are archived at the Museum of Modern Art in New York.

Kuratoren 23


Arash T. Riahi

Kurator für den Kurzfilm-Wettbewerb

Curator of the Short Film Competition

Arman T. Riahi

Kurator für den Kurzfilm-Wettbewerb

Curator of the Short Film Competition

Arash T. Riahi, 1972 im Iran geboren, lebt seit

1982 in Österreich. Nach seiner Zeit als Student

der Film- und Geisteswissenschaften an

der Universität Wien war er freier Mitarbeiter

des ORF, unter anderem bei den Sendungen

nitebox und kunst-stücke. 1997 gründete er gemeinsam

mit Kollegen die Film- und Medienproduktionsfirma

Golden Girls Filmproduktion.

Riahis Filmschaffen als Regisseur und Produzent,

das bisher über 70 internationale Preise

erhielt, umfasst eine Reihe von Kurz- und Experimentalfilmen, Werbespots, Musikvideos,

Dokumentarfilmen, darunter auch die mehrfach international prämierten Filme Exile

Family Movie, Mississippi, Nerven Bruch Zusammen, Kinders oder das Cross-Media-Projekt

Everyday Rebellion, das er mit seinem Bruder Arman realisierte. Sein erster Spielfilm

Ein Augenblick Freiheit aus dem Jahr 2008 war der österreichische Kandidat für den

Auslands-Oscar 2010. Seither arbeitet er auch als Dramaturg unter anderem beim Creative

Europe Programm Sources 2. Seit 2014 unterrichtet er an der Filmakademie Wien.

Arash T. Riahi, born in Iran in 1972, has been living in Austria since 1982. After graduating

in film studies and humanities at the University of Vienna, he worked as a freelancer

for the Austrian Broadcasting Corporation ORF on television programmes

such as nitebox and kunst-stücke. In 1997, he founded the film and media production

company Golden Girls Filmproduktion. His body of work comprises of various

award-winning documentaries, commercials, music videos, short and experimental

films, including the Exile Family Movie, Mississippi, Nerven Bruch Zusammen, Kinders or

the cross-media project Everyday Rebellion, which he brought to life together with his

brother Arman. His first feature film For a Moment Freedom from 2008 was Austria’s

candidate for the Best Foreign Language Film at the Academy Awards in 2010. He has

since been working as a dramatic advisor for the Creative Europe MEDIA scriptwriting

programme Sources 2. In 2014 he started teaching at the Film Academy of Vienna.

FOTO: JÖRG BURGER

Arman T. Riahi wurde 1981 im Iran geboren und ist

in Wien aufgewachsen. Er studierte Medientechnik

und arbeitete als Grafik- und Screendesigner in London

und Wien. Seit 2005 ist er als Regisseur und Autor

für verschiedene Film- und Fernsehproduktionen tätig,

unter anderem gestaltete er Sendungen für die ‚

Donnerstag Nacht im ORF. Zu seinen wichtigsten

Arbeiten zählen die Dokumentarfilmreihe Momentum

– What drives you, die fünfteilige TV-Dokumentation

Africa Race und der Kinodokumentarfilm

Schwarzkopf, der das 17. Sarajevo FF eröffnete und den Publikumspreis bei der Diagonale gewann.

2013 wurde Arman T. Riahi das Start-Stipendium für Filmkunst des BKA zugesprochen

und seither ist er auch als FH-Dozent im Masterstudiengang „Medientechnik“ tätig. Riahis

erster Film mit seinem Bruder Arash, das Cross-Media-Projekt Everyday Rebellion, wurde bisher

auf über 60 internationalen Festivals gezeigt und gewann mehrere Preise. Kinders ist die

zweite Kinodoku der Riahi Brüder, die sich auch im LET’S CEE Filmprogramm wiederfindet.

Der Kinostart seiner aktuellen Komödie Die Migrantigen ist für Frühsommer 2017 geplant.

Arman T. Riahi, born in Iran in 1981, grew up in Vienna. He studied media technology and worked

as a graphic and screen designer in London and Vienna. He has been working as a director and

author for several film and TV productions, such as the Donnerstag Nacht format at the Austrian

Broadcasting Corporation ORF. His works include the film series Momentum – What drives you,

the TV documentary Africa Race, as well as the feature documentary Dark Head, which premiered

as the opening film for the 17th Sarajevo FF and won the Audience Award at the Diagonale FF. In

2013 Riahi was granted the Start-Scholarship for Film Arts of the Federal Chancellery of Arts. He

has since been working as a lecturer at the University of Applied Sciences for Media Technology.

His first film, in collaboration with his brother Arash, was the feature documentary and cross-media

project Everyday Rebellion, which was screened at over 60 international film festivals and won

several awards. Kinders, the second documentary by the Riahi Brothers, is also part of this year’s

LET’S CEE film programme. Riahi’s current feature, The Migrumpies, will be released in May 2017.

Veronika Franz

Jury Spielfilm-Wettbewerb

Jury Feature Film Competition

Die Filmregisseurin und Drehbuchautorin Veronika

Franz wurde 1965 in Wien geboren. Die ehemalige

Filmjournalistin, Regieassistentin, Casterin, Philosophie-Studentin

und Verkäuferin ist als Co-Autorin

und künstlerische Mitarbeiterin vieler Filme von Ulrich

Seidl (darunter Hundstage, Import Export, Paradies:

Liebe, Paradies: Glaube, Paradies: Hoffnung und Im

Keller) bekannt geworden. 2012 war sie mit Severin

Fiala für Drehbuch und Regie bei der Doku Kern verantwortlich,

2014 beim national und international

vielfach ausgezeichneten Spielfilm Ich seh, ich seh.

Film director and screenwriter Veronika Franz was

born in 1965 in Vienna. The former film journalist,

directing assistent, casting director, philosophy

student and sales assistant became known

as co-author and artistic associate for many of

Ulrich Seidl’s films (including Dog Days, Import

Export, Paradise: Love, Paradise: Faith, Paradise:

Hope and In the Basement). With Severin Fiala,

she co-wrote and co-directed the documentary

Kern in 2012 and the nationally as well as internationally

acclaimed feature Goodnight Mommy.

Martin Gschlacht

Jury Spielfilm-Wettbewerb

Jury Feature Film Competition

Martin Gschlacht, geboren 1969, studierte Kamera

und Produktion an der Filmakademie Wien. 1999

gründete er mit Kollegen die Produktionsfirma

coop99. 2009 liefen im Wettbewerb der Filmfestspiele

in Venedig gleich zwei Filme, bei denen er für die

Kamera verantwortlich war: Lourdes und Women Without

Men. Für seine Arbeit hat Gschlacht viele Preise

im In- und Ausland bekommen, u.a. für Stille Reserven;

Ich seh, Ich seh; Grenzgänger und Atmen. Er ist zudem

Mitbegründer der Akademie des Österreichischen

Films und hält regelmäßig Lehrveranstaltungen.

Martin Gschlacht, born in 1969, studied camera and

production at the Film Academy in Vienna. In 1999, he

and his colleagues founded the production company

coop99. In 2009, two films, in which he was responsible

for the camera work, competed at the film festival in

Venice: Lourdes and Women Without Men. For his works,

Gschlacht already received a lot of prizes, both nationally

and internationally For example for Stille Reserven,

Goodnight Mommy, Crossing Boundaries und Breathing.

Furthermore, he is one of the founders of Academy

for Austrian Film, and holds lectures on a regular basis.

Christoph Thoke

Jury Spielfilm-Wettbewerb

Jury Feature Film Competition

Der deutsche Film- und Fernsehproduzent Christoph

Thoke wurde 1960 geboren. Seine Laufbahn begann er

bei RTL 2 und ARTE. Ab 1996 arbeitete er für Taunusfilm,

wo er insbesondere für internationale Produktionen zuständig

war. 2003 machte er sich selbständig. Seine Filme

liefen auf allen namhaften A-Festivals und waren unter

anderem für den Europäischen Filmpreis, die Golden

Globes und den Oscar in der Kategorie ‚Bester ausländischer

Film’ nominiert. Bis heute wurden die von ihm (ko-)

produzierten Filme weltweit zu mehr als 720 Filmfestivals

eingeladen und mit über 160 Preisen ausgezeichnet.

Christoph Thoke, born in 1960, is a German film and

TV producer. He began his career working for the

TV channels RTL 2 and ARTE. From 1996 he started

working for Taunusfilm, where he managed international

productions until he became a freelancer in

2003. His films were invited to more than 720 film

festivals, including all internationally acclaimed A-list

festivals, and were nominated for many awards, such

as the European Film Prize, the Golden Globes and

an Oscar for the best foreign film. Until today, Thoke

has been awarded with approximately 160 prizes.

Houchang Allahyiari

Jury Dokumentarfilm-Wettbewerb

Jury Documentary Competition

Houchang Allahyari, geboren 1941 in Teheran, kam als

Jugendlicher nach Österreich. Nach seinem Abschluss

des Studiums der Medizin arbeitete er unter anderem

20 Jahre lang therapeutisch mit jugendlichen Drogensüchtigen.

Heute hat er eine Praxis in Wien. Seit 1970

ist er auch als Filmemacher tätig. Nach frühen avantgardistischen

Filmen begann die Zusammenarbeit mit

großen Produktionsfirmen. Allahyaris Filme wurden

auf zahlreichen internationalen Festivals mit Preisen

versehen. Zu seinen bekanntesten Filmen zählen I Love

Vienna (1991) und Die verrückte Welt der Ute Bock (2010).

Houchang Allahyari, born in 1941 in Tehran, came to

Austria in his youth. After finishing medical school,

he has worked, among other things, as a therapist

for young drug addicts for two decades. He currently

has a medical practice in Vienna. Since 1970, he has

also dabbled in the field of filmmaking. Following his

early avant-garde films, he started cooperating with

renowned production companies. Allahyari’s movies

received numerous awards at various international

festivals. Some of his most famous films are I Love

Vienna (1991) and Die verrückte Welt der Ute Bock (2010).

24 Kuratoren

Juroren 25


Tiziana Aricò

Jury Dokumentarfilm-Wettbewerb

Jury Documentary Competition

Goran Rebić

Jury Dokumentarfilm-Wettbewerb

Jury Documentary Competition

Nicole Albiez

Jury Wettbewerb Promising Debuts

Jury Competition Promising Debuts

Sabine Hiebler

Jury Wettbewerb Promising Debuts

Jury Competition Promising Debuts

Danijel Hočevar

Jury Wettbewerb Promising Debuts

Jury Competition Promising Debuts

Samaya Asgarova

Jury Kurzfilm-Wettbewerb

Jury Short Film Competition

Matej Mináč

Jury Kurzfilm-Wettbewerb

Jury Short Film Competition

Marina Richter

Jury Kurzfilm-Wettbewerb

Jury Short Film Competition

Die Filmexpertin Tiziana Aricò studierte Politikwissenschaften,

Publizistik und Kommunikationswissenschaften

sowie Italienisch an der Universität Wien. Nach

ihrem Master-Abschluss arbeitete die Tochter einer Österreicherin

und eines Italieners als Journalistin für Printmedien

und das Radio. Mittlerweile ist sie vorwiegend

für das Fernsehen, nämlich den ORF, tätig. Inhaltlich befasst

sich die Kulturredakteurin vorzugsweise mit dem

Thema Film, weil es für sie „nichts Spannenderes und

Abwechslungsreiches gibt, das zugleich soviel Tiefe

bietet.“ Ihre zweite große Leidenschaft ist das Reisen.

Der Drehbuchautor und Filmregisseur Goran Rebić

wurde 1968 in Vršac, Vojvodina geboren und wuchs in

Wien auf, wo er derzeit lebt und arbeitet. Er studierte

an der Wiener Filmakademie. Seine Kurz-, Dokumentarund

Spielfilme wie etwa Domovina, During the Many

Years, Am Rande der Welt, The Punishment, Jugofilm oder

Donau wurden auf vielen internationalen Festivals in

Berlin, San Sebastián, Montréal, Moskau und Karlovy

Vary präsentiert. Rebić ist unter anderem Gewinner

des Wiener Filmpreises, des Großen Diagonale Preises

und des Publikumspreises von Mannheim-Heidelberg.

Nicole Albiez wurde 1980 in Vorarlberg geboren und

lebt und arbeitet derzeit in Wien. Sie hat Publizistik sowie

Theater-, Film- und Medienwissenschaft studiert

und ist Journalistin beziehungsweise Redakteurin. Die

Chefredakteurin des österreichischen Entertainmentund

Kinomagazins DOT.magazine ist zugleich auch

Designerin des Filmzitate-Wochenkalenders Film

Lovers Are Sick People. Zu ihren früheren Arbeitgebern

zählten unter anderem der ORF bzw. die Produktionsfirma

Superfilm mit der Sendung ohne Namen. Derzeit

ist sie unter anderem auch für den Falter Verlag tätig.

Die Regisseurin und Drehbuchautorin Sabine Hiebler

wurde 1963 geboren. Sie studierte an der Hochschule

für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz. Seit

1987 arbeitet sie bei den meisten ihrer Projekte mit dem

Regisseur und Drehbuchautor Gerhard Ertl zusammen.

Bekannt geworden sind die beiden vor allem durch ihre

Avantgardefilme, die auf vielen Festivals gezeigt und

ausgezeichnet wurden, darunter etwa auf der Berlinale

oder auf dem New York Film Festival. Ihr dritter Langfilm

Chucks wurde unter anderem beim Montréal World

Film Festival mit dem Publikumspreis ausgezeichnet.

Danijel Hočevar wurde 1965 in Ljubljana in Slowenien

geboren. Er gilt als einer der erfahrensten und produktivsten

Filmproduzenten seines Landes. 1986 hat er mit

dem Filmregisseur und Produzenten Damjan Kozole

die erste unabhängige Filmproduktion in Slowenien

gegründet, Emotionfilm. Gemeinsam haben die beiden

mittlerweile über 30 Spielfilme produziert oder koproduziert,

darunter etwa Spare Parts (2003) und An Episode

in a Life of an Iron Picker (2013). Die von ihm produzierten,

preisgekrönten Filme wurden international oft gespielt

– auf Filmfestivals, aber auch im Kino und Fernsehen.

Samaya Asgarova hat bis 2012 die Medizinischen Universität

Aserbeidschans besucht und ist promovierte

Ärztin. Sie hat zudem auch in Kiew zusätzliche Ausbildungen

belegt. Ehe sie sich beruflich völlig neu orientierte,

hat sie im Bereich der Kinderneurologie gearbeitet.

Heute ist Asgarova beim Azerbaijanfilm Film

Studio für international Angelegenheiten zuständig

sowie zugleich Projektmanagerin bei der Animation

Advertising Agency in Baku. Das 1920 gegründete

Azerbaijanfilm Film Studio ist heute Teil des Ministeriums

für Kultur und Tourismus in Aserbaidschan.

Die Filme des slowakischen Autors, Produzenten

und Regisseurs Matej Mináč (1961) wurden bereits

an mindestens 60 Länder verkauft und auf mehr

als 320 Filmfestivals gezeigt, wo sie über 70 Preise

gewonnen haben. Für den zweiten Teil seiner

Trilogie über den Briten Sir Nicholas Winton, der

hunderte Kinder vor den Nazis gerettet hat, wurde

Mináč sogar mit einem Emmy ausgezeichnet.

Bei LET’S CEE stellt er seinen jüngsten Dokumentarfilm

Through the Eyes of the Photographer vor,

der von seiner Mutter Zuzana Mináčová handelt.

Marina Richter, geboren in Belgrad, studierte Skandinavistik

an den Universitäten in Belgrad, Göteborg

und Wien. Sie ist Auslandskorrespondentin in Österreich

für das Kulturressort der führenden serbischen

Tageszeitung Politika. Seit Mai 2016 schreibt sie zudem

regelmäßig Filmkritiken für das kroatische Internetportal

Monitor. Ihre Texte wurden unter anderem

in Alba (Schweden), im Artmagazin und im Morgen

(Österreich) sowie der estnischen Kulturzeitung Sirp

veröffentlicht. Seit ein paar Jahren ist sie außerdem

auch als Drehbuchberaterin immer wieder im Einsatz.

Film expert Tiziana Aricò studied Political Science,

Journalism and Communication Science and Italian

at the University of Vienna. After completing her

Master’s degree, the journalist of Austrian and Italian

descent worked for various print media and the radio.

At the moment she mainly works in television,

at the Austrian Broadcasting Company (ORF). When

speaking of content, the cultural editor deals with the

subject of film, since for her “there is nothing more

exciting and diverse that offers the same amount

of depth.“ Her second great passion is travelling.

Screenwriter and director Goran Rebić was born

in 1968 in Vršac, Vojvodina and grew up in Vienna,

where he currently resides and works. He studied at

the Film Academy Vienna. His short films, documentaries

and feature films such as Domovina, During the

Many Years, At the Edge of the World, The Punishment,

Jugofilm or Donau were shown at many international

festivals in Berlin, San Sebastián, Montréal, Moscow

and Karlovy Vary. Rebić was awarded, among others,

with the Vienna Film Prize, the Grand Diagonale Prize

and the Audience Award of Mannheim-Heidelberg.

Nicole Albiez was born in 1980, in Vorarlberg, and

currently lives and works in Vienna. She has studied

journalism and theatre, film and media studies,

and works as a journalist. At the same time she

is editor in chief of the Austrian entertainment and

cinema magazine DOT.magazine, Albiez also works

as a designer for the weekly film quotation calendar

Film Lovers Are Sick People. Among her previous

employers were ORF and the production company

Superfilm, with the Sendung ohne Namen. At the

moment she also operates for the publisher Falter.

Sabine Hiebler, born in 1963, is an Austrian director

and screenwriter. She studied at the University

of Art and Design Linz. Since 1987, she has been

collaborating on many projects with director and

screenwriter Gerhard Ertl. Both became known

through their experimental and avant-garde films,

which were screened and awarded at many international

film festivals, such as in Berlin and

New York. Her third feature-length film, Chucks,

was, amongst others, presented with the Audience

Award at the Montréal World Film Festival.

Danijel Hočevar war born in 1965 in Ljubljana, Slovenia.

He is one of the most experienced and productive

film producers from his country. With film director

and producer Damjan Kozole, he established the first

independent film production company in Slovenia,

Emotionfilm, in 1986. They produced or co-produced

together more than 30 feature films, including Spare

Parts (2003) and An Episode in a Life of an Iron Picker

(2013). The films he produced were screened internationally,

at different film festivals, but also theatrically

and on TV, and have received many awards.

Samaya Asgarova attended the Azerbaijan Medical

University until 2012 and is a graduate Doctor of

Medicine. She took additional training and educational

seminars in Kiev. Before making a 180 degree

change in her life, Asgarova specialised in paediatric

neurologist medicine. Meanwhile, Asgarova became

responsible for international affairs at Azerbaijanfilm

Film Studio and project manager for the Animation

Advertising Agency in Baku. Today, Azerbaijanfilm

Film Studio, established in 1920, is a part of

the Ministry of Culture and Tourism of Azerbaijan.

Matej Mináč, born in 1961, is a Slovak author,

producer and director, whose films have already

been sold in at least 60 countries and screened

at over 320 international film festivals, where he

has won more than 70 awards. For the second

part of his trilogy on the British Sir Nicholas Winton,

who saved hundreds of children from the

Nazis, Mináč even received an Emmy Award. At

the LET’S CEE Film Festival, he will present his

latest documentary Through the Eyes of the Photographer

about his mother, Zuzana Mináčová.

Marina Richter, born in Belgrade, studied Scandinavian

studies at the universities of Belgrade,

Gothenburg and Vienna. She works as a foreign

correspondent for the leading Serbian daily paper

Politika, in the cultural department in Austria. Since

May 2016, she regularly writes film critiques for

the Croatian internet platform Monitor. Her stories

have been published in Alba (Sweden), Artmagazin

and Morgen (Austria), as well as in the Estonian

culture magazine Sirp. For a few years now, she has

also been operating as a dramaturgical consultant.

26 Juroren

Juroren 27


VHS Wiener Urania - Bildung im Herzen Wiens

Wir bieten

• Über 400 Sprachkurse

• Eine große Auswahl an Bewegungs- &

Gesundheitskursen

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Gender“

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Dies alles und mehr erwartet Sie an der VHS Wiener Urania.

Ein Besuch lohnt sich!

ZU GAST BEI

LET’S CEE

Guests of LET’S CEE

Abdel-Salam, Achmed

Regisseur Omissions

Director Omissions

Acar, Numan

Darsteller Ali and Nino

Actor Ali and Nino

Antoci, Anamaria

Produzentin Illegitimate

Producer Illegitimate

Apopei, Mihai Marius

Kameramann A Mere Breath

Cinematographer A Mere Breath

Asgarova, Samaya

Leiterin Internationale Angelegenheiten

Azerbaijanfilm Studio

Head of International Affairs

Azerbaijanfilm Studio

Aubry, Christine

Regisseurin As My Heart Beats

Director As My Heart Beats

Aun, Anu

Regisseurin, Drehbuchautorin The Polar Boy

Director, Writer The Polar Boy

Baliński, Robert

Projektmanager Internationale Koproduktionen

Polnisches Filminstitut

International Co-Productions Project Manager

Polish Film Institute

21.–26.03.

20.–22.03.

24.–26.03.

22.–26.03.

22.–25.03.

25.03.

20.–23.03.

24.–25.03.

Bartošová, Kristýna

Regisseurin, Drehbuchautorin, Kamerafrau

The Dangerous World of Doctor Doleček

Director, Writer, Cinematographer

The Dangerous World of Doctor Doleček

Baş, Berke

Regisseurin, Drehbuchautorin, Kamerafrau, Produzentin Bağlar

Director, Writer, Cinematographer, Producer Bağlar

Beldian, Vladimir

Regisseur, Drehbuchautor Buzzing of a Bumblebee

Director, Writer Buzzing of a Bumblebee

Berger, Christian

Kameramann Night of a 1000 Hours

Cinematographer Night of a 1000 Hours

Bilei, Miruna

Darstellerin 6.9 on the Richter Scale

Actress 6.9. on the Richter Scale

Birder, Melis

Regisseurin, Drehbuchautorin, Kamerafrau, Cutterin, Produzentin Bağlar

Director, Writer, Cinematographer, Editor, Producer Bağlar

Bräuniger, Anastasija Harrowna

Regisseurin Champions

Director Champions

Cake-Baly, Marcelo

Hauptdarsteller The Citizen

Main Actor The Citizen

24.–27.03.

25.–27.03.

21.–26.03.

25.03.

26.–28.03.

25.–27.03.

21.–26.03.

21.–23.03.

Infos unter urania@vhs.at oder online unter www.vhs.at/urania

Ballantyne, Susan

Programmdirektorin Raindance FF

Senior Programmer Raindance FF

23.–27.03.

Campel, Jernej

Darsteller A New Home

Actor A New Home

21.–26.03.

Barfuss, Judith

Filmemacherin, Kamerafrau, Cutterin, Fotografin

Filmmaker, Cinematographer, Editor, Photographer

21.–26.03.

Ceskic, Berin

Produzent

Producer

21.–26.03.

Zu Gast bei LET'S CEE 29


Cikán, Ondřej

Autor, Regisseur, Drehbuchautor, Produzent

Prince Butyesyes

Author, Director, Writer, Producer

Prince Butyesyes

Ćuhara, Adnan

Produzent Scream for Me Sarajevo

Producer Scream for Me Sarajevo

Dale, Chris

Darsteller, Bassist Scream for Me Sarajevo

Actor, Bass Player Scream for Me Sarajevo

Dolci, Famir

Regisseur, Drehbuchautor Walls

Director, Writer Walls

Dörfler, Ronny

Regisseur A Quiet Place

Director A Quiet Place

Drabik, Radosław

Produzent Planet Single

Producer Planet Single

Dulcu, Adina

Regisseurin Network Unavailable

Director Network Unavailable

Fehér, Károly

Produzent The Citizen

Producer The Citizen

Feik, Florian

Schauspieler, Drehbuchautor

Actor, Writer

Fenyvesi, Zoltán

Hauptdarsteller Kills on Wheels

Main Actor Kills on Wheels

Franklin, Anna

Chefredakteurin Film New Europe

Chief Editor Film New Europe

Fretzer, Hannes

Darsteller The Final Barrier

Actor The Final Barrier

23.–27.03.

23.–27.03.

23.–27.03.

24.–27.03.

21.–26.03.

25.–27.03.

22.–26.03.

21.–23.03.

21.–26.03.

TBC

22.–25.03.

25.03.

Friedrich, Rosa

Regisseurin

Director

Friedrich, Siegfried

Komponist Night of a 1000 Hours

Composer Night of a 1000 Hours

Ghitescu, Ruxandra

Regisseurin, Drehbuchautorin Ana Is Coming Back

Director, Writer Ana Is Coming Back

Giurgiu, Tudor

Regisseur, Gründer und Präsident Transilvania IFF

Director, Founder and President Transilvania IFF

Grove, Elliot

Produzent, Begründer und Direktor Raindance

FF und British Independen Film Awards

Producer, Founder and Director Raindance FF

and British Independent Film Awards

Gusev, Arseniy

Kameramann A Quiet Place

Cinematographer A Quiet Place

Hajiyev, Teymur

Regisseur, Drehbuchautor, Produzent Shanghai, Baku

Director, Writer, Producer Shanghai, Baku

Hodžić, Tarik

Regisseur, Drehbuchautor, Cutter Scream for Me Sarajevo

Director, Writer, Editor Scream for Me Sarajevo

Hofferer, Robert

Produzent, Drehbuchautor The Final Barrier

Producer, Writer The Final Barrier

Janek, Miroslav

Regisseur, Drehbuchautor, Kameramann

Normal Autistic Film

Director, Writer, Cinematographer

Normal Autistic Film

Jaroszewicz, Magdalena

Regisseurin The Watch Tower

Director The Watch Tower

Kanyaro, Brigitta

Schauspielerin, Drehbuchautorin

Actress, Writer

21.–26.03.

25.03.

21.–26.03.

23.–24.03.

23.–27.03.

21.–26.03.

21.–26.03.

23.–27.03.

25.–26.03.

23.–25.03.

21.–26.03.

21.–26.03.

Kapadia, Asif

Regisseur Ali and Nino

Director Ali and Nino

Kiliç, Murat

Hauptdarsteller Album

Main Actor Album

Kolbasa, Volodymyr

Regisseur Through the Silver Field

Director Through the Silver Field

Kopyl, Irina

Produzentin Reve Ta Stohne on Tour

Producer Reve Ta Stohne on Tour

Kosanovic, Olga

Regisseurin, Drehbuchautorin, Produzentin

Undercooling

Director, Writer, Producer Undercooling

Kovačević, Filip

Regisseur, Drehbuchautor, Koproduzent Incarnation

Director, Writer, Co-Producer Incarnation

Kovanović, Jovana

Regisseurin Vietnam

Director Vietnam

Kowalski, Bartosz M.

Regisseur, Drehbuchautor, Cutter Playground

Director, Writer, Editor Playground

Kozole, Damjan

Regisseur, Drehbuchautor Nightlife

Director, Writer Nightlife

Kresmery, Dániel

Leiter Produktion und Entwicklung

Korda Filmstudio LLC

Head of Production and Development

Korda Filmstudio LLC

Kristof, Michael

Darsteller The Final Barrier

Actor The Final Barrier

Kurz, Christian

Regisseur

Director

TBC

22.–25.03.

21.–26.03.

21.–26.03.

21.03.

21.–26.03.

21.–26.03.

24.–25.03.

23.–26.03.

23.–25.03.

25.03.

21.–26.03.

Laudyn, Stefan

Direktor IFF Warschau

Director Warsaw FF

Lindenberg, Clemens Aap

Darsteller The Final Barrier

Actor The Final Barrier

Lokk-Tramberg, Tiina

Direktorin Tallinn Black Nights FF

Director Tallinn Black Nights FF

Lüdin, Katharina

Koproduzentin Undercooling

Co-Producer Undercooling

Lužytė, Lina

Regisseurin, Drehbuchautorin, Cutterin Together for Ever

Director, Writer, Editor Together for Ever

Mabić, Hrvoje

Regisseur, Drehbuchautor, Cutter Sick

Director, Writer, Editor Sick

Máhr, Ágnes

Darstellerin The Citizen

Actress The Citizen

Manolova, Anna

Hauptdarstellerin Zhaleika

Main Actress Zhaleika

Marinković, Ksenija

Darstellerin The Constitution,

On the Other Side, Ministry of Love

Actress The Constitution, On the Other Side,

Ministry of Love

Marinković, Pavo

Regisseur, Drehbuchautor Ministry of Love

Director, Writer Ministry of Love

Marinović, Ivan

Regisseur, Drehbuchautor, Produzent

The Black Pin

Director, Writer, Producer The Black Pin

Matsanov, Todor

Regisseur, Produzent Hristo

Director, Producer Hristo

22.–25.03.

25.03.

22.–26.03.

21.03.

24.–26.03.

23.–26.03.

21.–24.03.

24.–26.03.

25.–27.03.

24.–27.03.

21.–23.03.

23.–25.03.

Mináč, Matej

Regisseur, Drehbuchautor, Produzent

Through the Eyes of the Photographer

Director, Writer, Producer

Through the Eyes of the Photographer

Mináčová, Zuzana

Fotografin, Hauptdarstellerin

Through the Eyes of the Photographer

Photographer, Main Actress

Through the Eyes of the Photographer

Muhu, Meelis

Regisseur, Drehbuchautor, Produzent Let‘s Play War

Director, Writer, Producer Let‘s Play War

Müller, Barbara S.

Regisseurin

Driector

Năstoiu, Alecs

Regisseur, Drehbuchautor Billion Star Hotel

Director, Writer Billion Star Hotel

Netikova, Martina

Produzentin

Producer

Nieler, Peeter

Innovator, Virutal-Reality-Experte

Innovator, Virtual Reality R&D Professional

Novak, Ivan

Gründungsmitglied Laibach, Darsteller Liberation Day

Founding Member Laibach, Darsteller Liberation Day

Ozoliņa, Ieva

Regisseurin, Drehbuchautorin My Father the Banker

Director, Writer My Father the Banker

Papadopol, Alexandru

Darsteller, Produzent Two Lottery Tickets

Actor, Producer Two Lottery Tickets

Parfan, Nadia

Regisseurin, Drehbuchautorin Reve Ta Stohne on Tour

Director, Writer Reve Ta Stohne on Tour

Paschke, Max

Drehbuchautor, Produzent Walls

Writer, Producer Walls

23.–26.03.

23.–26.03.

23.–26.03.

21.–26.03.

24.–26.03.

21.–26.03.

22.–25.03.

21.–24.03.

20.–23.03.

24.–26.03.

21.–26.03.

24.–27.03.

Pasić, Jasenko

Drehbuchautor Scream for Me Sarajevo

Writer Scream for Me Sarajevo

Pavlenkova, Natalia

Hauptdarstellerin Zoology

Main Actress Zoology

Pejovski, Darijan

Regisseur, Drehbuchautor Three Days in September

Director, Writer Three Days in September

Pockberger, Domenik

Drehbuchautor, Produzent Eisenherz

Writer, Producer Eisenherz

Polachová, Tereza

Produzentin, Leiterin Original

Production HBO Europe

Executive Producer, Head of Original

Production HBO Europe

Prášek, Tomáš

Mitbegründer mehrere Filmfestivals, von

Datakal, Geschäftsführer Eventival

Co-Founder of Several Film Festivals, DataKal,

Managing Director Eventival

Procházková, Jitka

Projektmanagerin Festival Department, Česká televize

Project Manager Festival Department, Česká televize

Prus, Kasia

Regisseurin Polish Women on Strike

Director Polish Women on Strike

Raczek, Tomasz

Kurator Spielfilm-Wettbewerb

Curator Feature Film Competition

Radović, Miloš

Regisseur, Drehbuchautor Train Driver‘s Diary

Director, Writer Train Driver‘s Diary

Ramović, Amila

Musikwissenschafterin, Kuratorin, Direktorin

Ars Aevi Project, Sarajevo

Musicologist, Curator, Executive Director

Ars Aevi Project, Sarajevo

Riahi, Arash T.

Kurator Kurzfilm-Wettbewerb

Curator Short Film Competition

30 Zu Gast bei LET'S CEE Zu Gast bei LET'S CEE 31

23.–27.03.

21.–23.03.

21.–26.03.

21.–26.03.

22.–26.03.

22.–25.03.

23.–26.03.

21.–26.03.

21.–27.03.

22.–24.03.

25.–27.03.

24.–26.03.


Riahi, Arman T.

Kurator Kurzfilm-Wettbewerb

Curator Short Film Competition

Ristovski, Lazar

Hauptdarsteller, (Ko-)Produzent

Train Driver‘s Diary, On the Other Side

Main Actor, (Co-)Producer

Train Driver‘s Diary, On the Other Side

Rodkevich, Zosya

Regisseurin, Drehbuchautorin, Kamerafrau

My Friend Boris Nemtsov

Director, Writer, Cinematographer

My Friend Boris Nemtsov

Salimli, Mirbala

Regisseur, Drehbuchautor Red Garden

Director, Writer Red Garden

Sampanis, Konstantinos

Regisseur Son

Director Son

Sardlishvili, Nino

Regieassistentin, Drehbuchberaterin Anna‘s Life

Assistent Director, Script Advisor Anna‘s Life

Scholz, Johann

Regisseur The Call

Director The Call

Schuster, Maik

Drehbuchautor, Produzent Walls

Writer, Producer Walls

24.–26.03.

22.–23.03.

21.–28.03.

22.–26.03.

TBC

22.–26.03.

21.–26.03.

24.–27.03.

Špiler, Mina

Bandmitglied Laibach

Band Member Laibach

Staffelmayr, Flo

Regisseur Family Idyll

Director Family Idyll

Stasik, Piotr

Regisseur, Drehbuchautor, Kameramann, Cutter

21 x New Yorker

Director, Writer, Cinematographer, Editor

21 x New York

Stergel, Jelka

Leiterin Promotion und Marketing

Slovenian Film Center

Head of Promotion and Marketing

Slovenian Film Center

Storozhenko, Irina

Regisseurin, Drehbuchautorin Masterpiece

Director, Writer Masterpiece

Szczygielski, Marcin

Autor Behind the Blue Door

Author Behind the Blue Door

Tanović, Danis

Regisseur, Drehbuchautor Death in Sarajevo

Director, Writer Death in Sarajevo

Tarnovetchi, Iuliana

Produzentin Eastern Business, Together for Ever,

Ana Is Coming Back

Producer Eastern Business, Together for Ever,

Ana Is Coming Back

21.–24.03.

21.–26.03.

22.–24.03.

23.–25.03.

21.–26.03.

21.–27.03.

21.03.

21.–25.03.

Tsvetkov, Lubomir

Drehbuchautor The Good Postman

Writer The Good Postman

Unger, Mirjam

Regisseurin Fly Away Home

Director Fly Away Home

Visu, Gheorghe

Hauptdarsteller Dogs

Main Actor Dogs

Vitouch, Anatol

Regisseur, Drehbuchautor, Produzent Prince Butyesyes

Director, Writer, Producer Prince Butyesyes

Vorfeld, Clara

Regisseurin Material Life

Director Material Life

Vranik, Roland

Regisseur, Drehbuchautor The Citizen

Director, Writer The Citizen

Walczak, Małgorzata

Produzentin The Touch of an Angel

Producer The Touch of an Angel

Zachhuber, Michael

Produzent The Greater Good

Producer The Greater Good

Zaiser, Franziska

Regisseurin, Drehbuchautorin The Greater Good

Director, Writer The Greater Good

21.–23.03.

25.03.

23.–25.03.

21.–27.03.

25.–28.03.

21.–25.03.

20.–23.03.

21.–26.03.

21.–26.03.

© 2017 Twentieth Century Fox

„ Wir wünschen LET´S CEE ein

erfolgreiches Festivaljahr 2017 mit

vollen Kinosälen und sind stolz

als Partner unseren Teil dazu

beitragen zu dürfen.“

Schwind, Bastian

Regisseur Family Idyll

Director Family Idyll

Šešić, Rada

Kuratorin Dokumentarfilm-Wettbewerb

Curator Documentary Competition

Shekari, Arghavan

Darstellerin The Citizen

Actress The Citizen

Simeonov, Hristo

Regisseur, Drehbuchautor The Son

Director, Writer The Son

21.–26.03.

23.–26.03.

21.–22.03.

21.–26.03.

Tarr, Béla

Regisseur, Drehbuchautor The Turin Horse

Director, Writer The Turin Horse

Tateosyan, Karina

Produzentin, Produktionsleiterin Masterpiece

Producer, Production Manager Masterpiece

Thoke, Christoph

Produzent

Producer

Tkachenko, Taras

Regisseur, Drehbuchautor The Nest of the Turtledove

Director, Writer The Nest of the Turtledove

25.–27.03.

21.–26.03.

22.–25.03.

24.–28.03.

Zamecka, Anna

Regisseurin, Drehbuchautorin, Cutterin,

Produzentin Communion

Director, Writer, Editor, Producer Communion

Zelović, Lidija

Regisseurin, Drehbuchautorin, Kamerafrau

My Own Private War

Director, Writer, Cinematographer My Own Private War

Zin, Hernán

Regisseur, Drehbuchautor, Kameramann,

Produzent Born in Syria

Director, Writer, Cinematographer, Producer

Born in Syria

22.–26.03.

21.–22.03.

22.–26.03.

monatlich neu und gratis bei

32 Zu Gast bei LET'S CEE


FESTIVALKINOS

Festival Cinemas

FOTO: CINEPLEXX

FOTO: CINEPLEXX

FOTO: CINEPLEXX

FOTO: CINEPLEXX

FOTO: ANDREEA MERCUREAN

Dr. Günther Sidl

Direktor der VHS Wiener Urania

Managing Director, VHS Wiener Urania

FOTO: VHS URANIA

Urania Kino

Actor’s Studio

Village Cinema Wien Mitte

Artis International

Breitenseer Lichtspiele (BSL)

Die VHS Wiener Urania liegt als Bildungs- und Veranstaltungszentrum

im Herzen Wiens. Wir sind ein offenes Haus mit einem

breiten Angebot. An unserer Volkshochschule wird Sprachenvielfalt

gelebt. Über 25 Sprachen, darunter u.a. Bulgarisch, Kroatisch,

Polnisch, Russisch, Tschechisch und Türkisch, können in

über 600 Kursen erlernt werden. Wir freuen uns besonders, das

LET’S CEE Film Festival mit der überaus großen Filmauswahl aus

Zentral- und Osteuropa bei uns willkommen heißen zu dürfen.

In der Urania befindet sich eines der historisch bedeutendsten

Kinos Wien. Das Jugendstilgebäude dient schon seit seinen

Anfangstagen als Sternwarte und Bildungseinrichtung

zugleich und beherbergt neben dem eigentlichen Urania

Kino auch den Mittleren Saal der VHS Urania. Neben 269 Sitzplätzen,

verteilt auf Balkon und Parterre, locken Filmfreunde

ein extrabreiter Reihenabstand von 1,3 Metern, eine neue

Leinwand und digitale Film- und Tontechnik in Dolby SRD.

Dieses Kino liegt mitten in der historischen Altstadt, nur

wenige Gehminuten vom Stephansdom entfernt. Benannt

nach der berühmten Schauspielerwerkstatt in New York, gilt

dieses kleine, aber feine Kino als beliebter Treffpunkt für Filmfreunde

und richtet sich auch außerhalb des Festivals an ein

Publikum, das anspruchsvollere Produktionen bevorzugt. Die

insgesamt 221 Plätze sind auf drei geräumige und kürzlich

renovierte Kinosäle mit jeweils 88, 71 und 62 Sitzen verteilt.

Das im Jahr 2000 gegründete, beliebte Premierenkino kann

nicht nur mit seinen zehn Sälen und der neuesten technischen

Ausstattung punkten, sondern auch mit seiner zentralen

Lage. Das vielseitige Programm bietet großes Kino

für jeden Geschmack. Europäische Independent-Produktionen

finden hier nämlich ebenso Platz wie Filme in Originalsprache.

2017 wird das Village Cinema Wien Mitte zum

dritten Mal Austragungsort des LET’S CEE Film Festivals sein.

Hier werden die Filme im Regelfall in englischer Originalversion

mit und ohne Untertitel gezeigt. Das Publikum dieses mitten

im ersten Bezirk gelegenen Kinos ist daher üblicherweise

auch ein sehr internationales. Die sechs Kinosäle mit 293, 100,

119, 95, 56 bzw. 70 Sitzplätzen bieten allein schon aufgrund

ihrer Farbgestaltung in einem sympathischen Rot eine auffallend

gemütliche Atmosphäre. Artis International ist heuer bereits

zum zweiten Mal Spielstätte des LET’S CEE Film Festivals.

Die Breitenseer Lichtspiele sind eines der ältesten bespielten Kinos

der Welt. Das 1905 als Zeltkino gegründete, traditionsreiche

Programmkino zeigt von der Besitzerin Anita Nitsch-Fitz ausgewählte

österreichische und europäische Produktionen. In einem

Gründerzeithaus in Penzing untergebracht, fungiert dieses Kino

mit 168 Sitzplätzen heuer erstmals als Spielstätte für LET’S CEE.

Ein Highlight stellen die regelmäßigen Stummfilm-Vorführungen

mit Klavierbegleitung dar – ebenso in der Festivalwoche.

In the heart of Vienna lies Urania, the Centre for National Education.

Our institution is open to all and offers a wide range

of courses. Linguistic diversity is an integral part of life at our

school. We offer more than six hundred courses for learning

over twenty-five languages, including Bulgarian, Croatian,

Czech, Polish, Russian and Turkish. We are especially

glad to welcome the LET’S CEE Film Festival with its wide

range of films from Central and Eastern Europe in our house.

The cinema located in the Urania is one of Vienna's historically

most important ones. This Art Nouveau building has been used

as an observatory and educational institution since the day it

was built and houses the Urania Kino and the Mittlerer Saal of

the VHS Urania. Apart from its 269 seats across the balcony and

ground floor, there are extra wide aisles between the rows (1,3

metres in width), a brand-new screen as well as state-of-theart

digital equipment and sound technology in Dolby SRD.

Founded in 2000, this popular premiere cinema boasts

not only ten theatres and the newest in technological

equipment, but is also centrally located. Its diverse

programme offers great cinema for all. Both European

independent productions as well as huge Hollywood

blockbusters are screened here, either in their original or

dubbed versions. 2017 will be the third time the Village

Cinema Wien Mitte will host the LET’S CEE Film Festival.

Founded in 2000, this popular premiere cinema boasts

not only ten theatres and the newest in technological

equipment, but is also centrally located. Its diverse

programme offers great cinema for all tastes. European

independent productions are featured as well as

huge Hollywood blockbusters, either in their original or

dubbed versions. 2017 will be the third time the Village

Cinema Wien Mitte will host the LET’S CEE Film Festival.

In general, Artis International only shows films in their original

versions with or without subtitles. Located in the first

district, this modern cinema has become a popular venue

over many years and usually attracts a very international

audience. The cinema provides six auditoriums with 293,

100, 119, 95, 56 and 70 seats in a cosy red colour scheme

with a comfortable atmosphere. Artis International

is hosting the LET’S CEE Film Festival for its second time.

BSL is one of the oldest still operating cinemas in the world.

Founded in 1905 and currently owned by Anita Nitsch-Fitz,

the traditional art-house cinema offers a range of Austrian and

European productions. Located in Penzing in a historic corner

townhouse, BSL offers 168 seats and, for the very first time this

year, is opening its doors to LET’S CEE. A special highlight is the

live piano shows, which will accompany the regular screenings

of silent movies – a definite must see during the festival.

34 Festivalkinos

Festivalkinos 35


36 Preise

PREISE

Awards

Tone Fink

Künstler und Filmemacher

Artist and Filmmaker

Tone Fink, 1944 in Vorarlberg geboren, hat

sich nach seinem Studium an der Akademie

der Bildenden Künste in Wien in verschiedensten

künstlerischen Bereichen etabliert.

Als Zeichner und Maler kann er ebenso auf

ein umfangreiches und anerkanntes Werk

zurückblicken wie als Objekt- und Performancekünstler

und Filmemacher. Mit seiner

Vielseitigkeit, die sich ständig neu orientiert,

gehört Fink seit langem zu den beständigsten

Vertretern moderner österreichischer Kunst.

Tone Fink was born in Vorarlberg in 1944. After his

studies at the Academy of Fine Arts in Vienna, he

was able to make a great name for himself in various

artistic fields. His oeuvre as an illustrator and

painter is as abundant and critically recognised

as that of Tone Fink, the object and performance

artist and filmmaker. His versatility and ability to

readjust constantly makes Fink one of the most

enduring representatives of modern Austrian art.

Die vom Ausnahmekünstler Tone Fink geschaffene Urania ist eine aus Aluminium gegossene und 36 cm hohe Statuette

mit üppigen weiblichen Formen, die jeweils gemeinsam mit einem Geldpreis in Höhe von 1.500 Euro an die von einer

Jury bestimmten Gewinner des Spielfilm-, des Dokumentarfilm- und des Kurzfilm-Wettbewerbs des LET’S CEE Film Festivals

übergeben wird. Die Idee zu diesem Preis wie auch zum Stern der Urania, einem aufwändig gestalteten Unikat aus

Kristall, das als Lifetime Achievement Award einmal jährlich von der Festivalleitung an eine herausragende Persönlichkeit

aus der Filmbranche für deren Lebenswerk verliehen wird, hatte der Wiener Filmproduzent und Kulturmanager Robert

Hofferer. Aber nicht nur das: Bereits zum fünften Mal in Folge stiftet er die damit verbundenen drei Geldpreise. Seit 2017

tritt die Kunstgießerei Loderer als Co-Sponsor der Uranias auf und gießt diese im Familienbetrieb in Feldbach. Bereits zum

dritten Mal gibt es heuer auch einen vierten Wettbewerb: Promising Debuts heißt dieser, und wie der Name verrät, sind

da ausschließlich Spielfilm-Debüts zu sehen. Der Sieger erhält ebenfalls eine Urania sowie einen Geldpreis in Höhe von

1.500 Euro, der vom bestens bewährten LET’S CEE Logistikpartner GLS Austria gesponsert wird. Und wie zuletzt gibt es

auch wieder einen Audience Award, bei dem alle im Rahmen des Festivals gezeigten langen Wettbewerbsfilme gewinnen

können. Gestiftet wird dieser mit der Ausfolgung einer Urkunde und einem Geldpreis von 1.500 Euro verbundene Preis

von der Stadt Wien. LILIAC, der offizielle Weinpartner des LET’S CEE Film Festivals, wird den heuer erstmals vergebenen

und mit 1.500 Euro dotierten Publikumspreis für den besten Kurzfilm stiften. Lobende Erwähnungen wird es auch dieses

Jahr wie zuvor in allen Kategorien geben, sollte die Jury das so beschließen. In diesem Sinne: Mögen die Besten gewinnen!

The ‘Urania’ is a 36 centimetres high cast aluminium statuette with very feminine forms, designed by the exceptional artist

Tone Fink. Together with a financial reward amounting to 1,500 Euro, the Urania is awarded to the winners of the LET’S CEE

Film Festival’s Feature Film Competition, Documentary Competition and Short Film Competition, each determined by the

jury. Viennese film producer and culture manager Robert Hofferer had the idea for this prize, as well as for the ‘Star of the

Urania’ award; a very elaborate, valuable and unique crystal piece, which is annually awarded to an extraordinary personality

from the film industry for their lifetime achievement by the festival organisation. That’s not all: for the fifth time he

sponsors the prize money of the three awards. In 2017, Art Foundry Loderer became co-sponsor of the Urania figurines,

which are moulded at their family-run business in Feldbach. For the third time already, there is a fourth competition, exclusively

for debut films called Promising Debuts. In addition to a certificate, the winner of this section will receive 1,500

Euro, sponsored by the well-proven LET’S CEE logistics partner GLS. As in the previous years, there is an Audience Award

as well. All feature-length productions presented within the competitions have the chance to win this award, endowed

by the City of Vienna. The prize is 1,500 Euro and a certificate. Another 1,500 Euro Audience Award will go to the best

short film, as chosen by the viewers, which will be donated by LILIAC, official wine partner of the LET’S CEE Film Festival.

As before, there will be honourable mentions in all categories, as decided by the jury. In this spirit, may the best ones win!

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FILMPROGRAMM

Film Programme

9:00 Village

ALI AND NINO

S.179

14:00 Urania*

DREAM MATTERS

S.180

15:45 Urania

FAMILY MATTERS 1

S.178

16:30 Village

THE POLAR BOY

S.107

16:30 Actor‘s

MY OWN PRIVATE

WAR

S.125

16:30 Actor‘s

BEHIND THE BLUE DOOR

S.134

17:00 BSL

THE TIME OF CRISIS

S.165

17:00 Urania

DEATH IN SARAJEVO

S.58

17:15 Actor‘s

THE TOUCH OF AN ANGEL

S.137

17:30 Urania

FAMILY MATTERS 2

S.179

DI 21.3.

18:30 Actor‘s

MY FATHER THE BANKER

S.124

18:30 Actor‘s

FAMILY FILM

S.119

19:00 BSL

A BOMB WAS STOLEN

S.159

19:00 Actor‘s

MY FRIEND BORIS

NEMTSOV

S.90

19:00 Village

THE BLACK PIN

S.106

19:15 Urania

FAMILY MATTERS 3

S.179

20:30 Actor‘s

ZOOLOGY

S.120

21:00 Actor‘s

EASTERN BUSINESS

S.132

21:00 Actor‘s

THE GOOD POSTMAN

S.96

21:00 BSL

ASHES AND DIAMONDS

S.147

21:00 Urania

LIBERATION DAY

S.88

21:15 Village

INCARNATION

S.103

22:15 Village

THE CITIZEN

S.46

9:00 Village

ALI AND NINO

S.179

10:30 Village

ZOOLOGY

S.120

14:00 Village

FAMILY FILM

S.119

14:30 Urania

WORLD MATTERS 1

S.181

16:00 Urania

WORLD

MATTERS 2

S.181

16:00 Actor‘s

MY OWN PRIVATE WAR

S.125

16:30 Actor‘s

MY FATHER THE BANKER

S.124

16:30 Village

TOGETHER FOR EVER

S.110

17:00 Actor‘s

THE GOOD POSTMAN

S.96

17:00 BSL

INNOCENT SORCERERS

S.148

MI 22.3.

17:30 Actor‘s

THE TOUCH OF AN ANGEL

S.137

18:00 Urania

ANNA‘S LIFE

S.56

18:30 Actor‘s

THE BLACK PIN

S.106

18:45 Village

RED GARDEN

S.104

19:00 Actor‘s

A MERE BREATH

S.80

19:00 BSL

GOOD SOLDIER SVEJK

S.167

19:15 Actor‘s

DEATH IN SARAJEVO

S.58

20:30 Urania

TRAIN DRIVER‘S DIARY

S.74

20:45 Actor‘s

THE CITIZEN

S.46

21:00 Actor‘s

21 X NEW YORK

S.78

21:00 BSL

I DUTIFULLY REPORT

S.168

21:00 Village

ALBUM

S.98

21:30 Actor‘s

THE POLAR BOY

S.107

21:30 Urania

BORN IN SYRIA

S.180

9:00 Village

BORN IN SYRIA

S.180

11:30 Village

ANNA‘S LIFE

S.56

14:00 Village

LIBERATION DAY

S.88

15:30 Actor‘s

21 X NEW YORK

S.78

16:15 Actor‘s

ALBUM

S.98

16:15 Urania

THE STUDENT

S.72

16:30 Actor‘s

A MERE BREATH

S.80

16:30 Village

HRISTO

S.102

17:00 BSL

IDENTIFICATION

MARKS: NONE

S.154

17:30 Actor‘s

ON THE OTHER SIDE

S.129

DO 23.3.

18:15 Actor‘s

TOGETHER FOR EVER

S.110

18:45 Actor‘s

NORMAL AUTISTIC FILM

S.92

19:00 BSL

THE CLOTH PEDDLER

S.153

19:00 Urania

KILLS ON WHEELS

S.62

19:00 Village

DOGS

S.100

19:45 Actor‘s

TRAIN DRIVER‘S DIARY

S.74

20:30 Actor‘s

SICK

S.126

21:00 Actor‘s

LET‘S PLAY WAR

S.86

21:00 BSL

THE THIRD PART

OF THE NIGHT

S.155

21:30 Urania

NIGHTLIFE

S.64

21:30 Village

SCREAM FOR ME SARAJEVO

S.94

22:00 Actor‘s

INCARNATION

S.103

38 Filmprogramm

Filmprogramm 39


FR 24.3.

SA 25.3.

SO 26.3.

9:00 Village

BORN IN SYRIA

17:30 Actor‘s

THE DANGEROUS WORLD

OF DOCTOR DOLEČEK

20:30 Brunnenpassage

THE CITIZEN

11:00 Urania

SHORT FILM

COMPETITION 1

15:00 Artis

NIGHT OF A 1000 HOURS

19:45 Artis

ON THE OTHER SIDE

11:00 Urania

SHORT FILM

COMPETITION 2

16:00 Actor‘s

THREE DAYS IN SEPTEMBER

S.180

S.110

S.129

S.110

S.108

11:00 Village

BORN IN SYRIA

18:00 Actor‘s

HRISTO

11:15 Urania

MAN OF MARBLE

16:00 BSL

THE LADY WITH

THE DOG

20:00 Urania

KILLS ON WHEELS

12:00 Urania

THE TURIN HORSE

16:00 BSL

OUR DIRECTOR

S.149

S.160

S.62

S.52

S.158

11:00 Village

THROUGH THE EYES OF

THE PHOTOGRAPHER

18:00 Urania

ILLEGITIMATE

11:30 Village

BEHIND THE

BLUE DOOR

16:00 Actor‘s

KINDERS

20:30 Actor‘s

MINISTRY OF LOVE

14:00 Village

WORLD MATTERS 1

16:15 Actor‘s

COMMUNION

S.134

S.139

S.128

S.181

S.92

14:30 Urania

SOCIETY MATTERS 1

18:30 Brunnenpassage

ALBUM

11:30 Village

PLAYGROUND

17:00 Actor‘s

BAGLAR

21:00 BSL

CLOSELY WATCHED

TRAINS

14:00 Village

WORLD MATTERS 2

17:00 Actor‘s

TWO LOTTERY TICKETS

S.66

S.82

S.170

S.181

S.84

15:30 Actor‘s

LET‘S PLAY WAR

18:30 BSL

OCTOBER

S.127 S.102 S.60 S.98 S.174

S.46

S.143

20:30 Actor‘s

THE STUDENT

S.180

S.72

21:00 Actor‘s

KILLS ON WHEELS

S.181

S.62

21:00 BSL

FUNERAL FEST,

BURIAL LUNCH

S.182

S.164

21:00 Urania

SHORT FILM

COMPETITION 2

14:00 Actor‘s

LET‘S PLAY WAR

17:00 Urania

THE

CONSTITUTION

21:15 Actor‘s

ZHALEIKA

14:00 Actor‘s

S.181

THROUGH THE EYES

OF THE PHOTOGRAPHER

17:30 Village

PLANET SINGLE

S.86

S.111

S.86

S.68

S.111

S.135

15:45 Actor‘s

NORMAL AUTISTIC FILM

18:30 Urania

SHORT FILM

COMPETITON 1

21:15 Village

BILLION STAR HOTEL

14:00 BSL

THE DEVIL FROM

SEVENTH GRADE

17:15 Artis

THE IVORY GAME

21:45 Actor‘s

BILLION STAR HOTEL

14:00 BSL

THREE WISHES

FOR CINDERELLA

18:00 Urania

ALI AND NINO

S.176

S.140

S.99

S.177

S.179

16:00 BSL

PROVINCIAL ACTORS

S.92 S.156 S.183 S.187 S.100 S.111

19:00 Village

THREE DAYS IN

SEPTEMBER

S.110 S.108 S.84 S.64 S.66

21:30 Actor‘s

SICK

S.99 S.126

14:00 Village

ILLEGITIMATE

18:15 Actor‘s

THE FINAL BARRIER

22:00 Artis

SCREAM FOR ME

SARAJEVO

14:15 Actor‘s

MY FRIEND BORIS

NEMTSOV

18:00 Village

STRANGE HEAVEN

S.60

S.122

S.94

S.90

S.136

16:30 Urania

SOCIETY MATTERS 2

19:00 Actor‘s

COMMUNION

14:30 Actor‘s

FLY AWAY HOME

18:30 BSL

MANASSE

22:00 Urania

TWO LOTTERY TICKETS

14:45 Actor‘s

EASTERN BUSINESS

18:15 Actor‘s

THE FINAL BARRIER

S.138

S.172

S.48

S.132

S.122

16:30 Actor‘s

DOGS

19:30 Actor‘s

NIGHTLIFE

14:30 Urania

THE NEST OF THE

TURTLEDOVE

19:00 Actor‘s

THROUGH THE EYES OF

THE PHOTOGRAPHER

15:30 Village

SOCIETY MATTERS 2

18:15 Actor‘s

BAGLAR

S.70

S.181

S.183

S.82

16:45 Village

ZHALEIKA

20:15 Urania

PLAYGROUND

14:30 Actor‘s

BORN IN SYRIA

19:45 Actor‘s

THE DANGEROUS WORLD

OF DOCTOR DOLEČEK

15:30 Village

THE CONSTITUTION

18:30 BSL

THE CALL OF THE SEA

S.180

S.127

S.68

S.173

18:45 Actor‘s

6.9 ON THE RICHTER SCALE

S.130

19:00 Urania

POLISH ANIMATIONS

S.185

20:15 Actor‘s

DEATH IN SARAJEVO

S.58

20:30 Village

MINISTRY OF LOVE

S.128

20:30 Urania

MAN OF IRON

S.150

20:30 Actor‘s

RED GARDEN

S.104

20:45 Urania

SHORTS MADE

IN ESTONIA 1

S.184

21:00 BSL

ANNA KARENINA

S.161

21:15 Actor‘s

THE NEST OF THE

TURTLEDOVE

S.70

22:15 Urania

SHORTS MADE IN

ESTONIA 2

S.184

MO 27.3.

9:00 Village

THROUGH THE EYES

OF THE PHOTOGRAPHER

18:15 Urania

GEWINNER DOKUMENTAR-

FILM-WETTBEWERB

S.181

14:00 Village

SHORTS MADE IN

ESTONIA 1

18:45 Village

THE NEST OF THE

TURTLEDOVE

S.184

S.70

15:30 Village

SHORTS MADE IN

ESTONIA 2

19:00 BSL

VALLEY OF PEACE

S.184

S.163

16:00 Urania

THE CITIZEN

19:30 Actor‘s

FAMILY MATTERS 2

S.46

S.179

16:00 Actor‘s

SOCIETY

MATTERS 1

20:15 Urania

GEWINNER SPIEL-

FILM-WETTBEWERB

S.182

16:30 Actor‘s

DREAM MATTERS

20:15 Actor‘s

STRANGE HEAVEN

S.180

S.136

17:00 Village

POLISH ANIMATIONS

21:00 BSL

CANAL

S.185

S.146

17:00 BSL

THE FIREMEN‘S BALL

21:15 Actor‘s

FAMILY MATTERS 3

S.169

S.179

17:45 Actor‘s

FAMILY MATTERS 1

21:15 Village

6.9 ON THE

RICHTER SCALE

S.178

S.130

18:15 Actor‘s

MY FRIEND BORIS

NEMTSOV

S.90

40 Filmprogramm

* Urania = Urania Kino bzw. Mittlerer Saal/VHS Wiener Urania

Die Informationen, wann die Filme, die wir auch mit deutschen Untertiteln zeigen,

auf dem Programm stehen, findet man auf www.letsceefilmfestival.com.

S.98 Seitenzahl

mit Publikumsgespräch

Filmprogramm 41


RAHMENPROGRAMM

Supporting Programme

DI 21.3.

MI 22.3

DO 23.3.

FR 24.3.

SA 25.3.

SO 26.3.

MO 27.3.

14:00-18:00

Film-Location-Tour!

Invitation only!

11:00 - 13:30

Village Cinema

Master Class

Ivan Novak und

Mina Špiler

18:00-20:30

Raiffeisen Saal

Master Class

Stefan Laudyn

14:00 - 16:30

Village Cinema

Master Class

Zuzana Mináčová

und Matěj Mináč

11:00 - 13:45

Raiffeisen Saal

Master Class

Elliot Grove

15:00 - 17:30

Urania Kino

Master Class

Béla Tarr

22:00 - 24:00

Urania Café

LET‘S CEE Partyline

S.195

S.197

19:00 - 23:00 Urania

LET‘S CEE Eröffnung

Invitation only!

18:30-20:00

Uni Wien, HS1 NIG, 2.St.:

Diskussion 'Refugees

Welcome - or not?'

Across the Line

17:00 - 18:00

Urania Foyer

Get-Together:

Romanian Focus

Invitation only!

14:00 - 16:45

Raiffeisen Saal

Master Class

Elliot Grove

22:00 - 24:00

Urania Café

LET‘S CEE

Eröffnungsparty

20:00-22:00

Urania Café

Get-Together

Invitation only!

20:00 - 22:00

Markterei

Life! Ammunition!

Pitching Competition

17:00 - 19:30

Actor‘s Studio

Master Class

Hernán Zin

22:00 - 24:00

Urania Café

LET‘S CEE Partyline

S.118 S.204

S.204

22:00 - 02:00

Markterei

LET’S CEE Partyline

S.196 S.205 S.205

19:00 - 20:00

Urania Foyer

LET’S CEElebrate

Invitation only!

20:00 - 21:30

Urania Kino

Preisverleihung

Invitation only!

22:00 - 2:00

Markterei

LET’S CEE Partyline

S.194 S.194 S.196 S.205

S.197

S.204

S.204

nur mit Einladung / Invitation only

freier Eintritt / free entrance

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42 Rahmenprogramm

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44 LET'S CEE Industry Days Programm

Industry Days: Donnerstag, 23. März

8:30 - 9:30 Raiffeisen Saal

Welcome Breakfast.

Invitation only!

9:35 - 10:00 Raiffeisen Saal

Keynote Address, Harald E. Trettenbrein, Creative Europe MEDIA: Creative Europe

MEDIA and how it can support European filmmakers in a rapidly changing world.

10:00 - 10:40 Raiffeisen Saal

Presentation Christof Papousek: How to get your feature film or documentary

finally on screen: Business models in film distribution in Austria and in the Balkans.

10:55 - 11:35 Raiffeisen Saal

Presentation Peeter Nieler: FNE AV Innovation – Enormous potential or

unrealistic expectations: What role will virtual reality play in the future of

the international film industry?

11:35 - 12:15 Raiffeisen Saal

Presentation Tereza Polachová: Content has no borders. Has content no borders? The

essentials of internationally successful feature films, documentaries or TV series.

12:15 - 13:30 Raiffeisen Saal

Lunch with Creative Europe Desk Austria-MEDIA.

Invitation only!

13:30 - 14:10 Raiffeisen Saal

Presentation Dániel Kresmery: What one of the biggest European film studios can do

for you: The best arguments for shooting with the Korda Filmstudio in Budapest.

14:10 - 14:50 Raiffeisen Saal

Presentation Tudor Giurgiu: Making movies in Romania: An overview of the Romanian

film industry, film funding, film services and the legal situation.

15:05 - 15:45 Raiffeisen Saal

Presentation Herbert Tucmandl: The work-flows of film music recordings with large

orchestras: Merging virtual instruments and proprietary software innovations with

traditional recording techniques and procedures.

15:45 - 16:25 Raiffeisen Saal

Presentation Tomáš Prášek: How to organise your film, literature, or theatre festival,

with a great computer programme and with minimum costs and time.

16:25 - 17:30 Raiffeisen Saal

Panel Discussion: The future of European film festivals. Presenter: Tomasz Raczek,

Chief Editor of the Film Magazine of the Polish Film Makers Association.

19:00 - 21:00 Wirtschaftskammer Wien

Get-together: Meet the experts after work. Invitation Only!

Industry Days: Freitag, 24. März

8:30 - 9:30 Raiffeisen Saal

Welcome Breakfast.

Invitation only!

9:05 - 9:45 Raiffeisen Saal

Presentation Antonin Svoboda: A German/Austrian co-production shot in Romania:

A look behind the curtain of the multiply awarded tragicomedy Toni Erdmann.

9:45 - 10:15 Raiffeisen Saal

Presentation Arie Bohrer: The Film Industry Support Austria (FISA) financing programme:

How it works, how companies can qualify for support, which films are eligible, what

co-productions should consider and much more.

10:15 - 10:45 Raiffeisen Saal

Presentation Esther Krausz: What are the current funding opportunities for the development

of European films and TV programmes, for the distribution and promotion of European films

and for cross-border cooperation?

10:55 - 11:35 Raiffeisen Saal

Presentation Robert Baliński: Making movies in Poland: An overview of the Polish film

industry, film funding, film services and the legal situation.

11:35 - 12:15 Raiffeisen Saal

Presentation Jelka Stergel: Making movies in Slovenia: An overview of the Slovenian film

industry, film funding, film services and the legal situation.

13:30 - 14:10 Raiffeisen Saal

Presentation Samaya Asgarova: Making movies in Azerbaijan: An overview of the Azerbaijani

film industry, co-production opportunities, film funding, film services and the legal situation.

14:10 - 14:50 Raiffeisen Saal

Presentation Wolfgang Knöpfler: How to produce a documentary on a par with Hollywood: A

case study of The Ivory Game (Terra Mater Factual Studios, Vulcan Productions, Appian Way).

15:05 - 15:45 Raiffeisen Saal

Presentation Leonhard Reis: That’s what a perfect, watertight international co-production

contract looks like: The legal framework of co-productions and collaborative agreements in

the European film business.

15:45 - 16:35 Raiffeisen Saal

Panel Discussion: The present and future challenges of European co-productions in a rapidly

changing world. Presenter: Anna Franklin, General Director of the Film New Europe Association.

Nur für akkreditierte Fachbesucher und Journalisten! Ausnahme: siehe Homepage!

Akkreditierung unter: industry@letsceefilmfestival.com

Info: www.letsceefilmfestival.com/lets-cee-industry-days.html (Seite 200)

Verwertungsgesellschaft

der

Filmschaffenden

Collecting

Society

of Audiovisual

Authors

Wir vertreten die

Rechte von Regie,

Kamera, Filmschnitt,

Szenenbild, Kostümbild

& Schauspiel.

vdfs.at


Eröffnungsfilm 47

Tomasz Raczek

Sie kommen. Aus entfernten Ländern, anderen

Kontinenten, Klimazonen und Glaubenssystemen.

Emigranten, Flüchtlinge, Ausreißer. Sie haben verschiedene

Gründe dafür, ihr Zuhause zu verlassen

und nach Norden aufzubrechen. Sie sind auf

der Suche nach einem anderen, besseren Leben.

Wenn sie versuchen, Staatsbürger unserer Länder

zu werden, verlangen wir von ihnen, dass sie bestimmte

Bedingungen erfüllen. Eine der ersten

Anforderungen ist es, die neue Sprache zu lernen

sowie sich mit der zukünftigen Heimat vertraut zu

machen. Verlangen wir jedoch dasselbe auch von

uns selbst? Wollen wir Migranten wirklich kennenlernen,

behandeln wir sie wie unseresgleichen? Roland

Vraniks Film fehlt zwar der journalistische Impetus,

dafür begeistert er die Zuseher mit äußerst

menschlicher Sanftmut. Der Regisseur will uns

mit seinem Film nicht verletzen, sondern heilen.

They’re coming. From distant countries, other

continents, climate zones and belief systems. Emigrants,

refugees, fugitives. They have differing

reasons for abandoning their homes and going

North in search of another, better life. In their attempts

to become citizens of our countries, we

demand they fulfill certain expectations.. One

of the first requirements is learning the new language

and getting to know the future homeland.

But do we ask ourselves to do the same? Do we

want to get to know them, do we treat them as

our equals? Roland Vranik’s film lacks journalistic

impetus, but endears the viewer with very humane

gentleness. It’s not meant to hurt, but to cure.

ERÖFFNUNGSFILM

Opening Film

THE CITIZEN*

Az állampolgár

Wilson, ein 50-jähriger Afrikaner, hat im Krieg seine ganze Familie verloren. Nach einer langen und gefährlichen

Reise ist er in Ungarn gelandet. Trotz seines Schicksals hat er seinen Lebensmut nicht verloren.

Er arbeitet als Wachmann in einem Einkaufszentrum und versucht sich ein neues Leben aufzubauen.

Vor allem aber will er ein vorbildlicher Staatsbürger werden. Dabei hilft ihm Mari, eine Einheimische,

die ihm unter anderem die Geschichte und die Verfassung seines Gastlandes näherbringen soll. Denn

darüber wird er bei der erhofften Einbürgerung befragt werden. Die beiden verlieben sich, doch dann

tritt die hochschwangere Iranerin Shirin in Wilsons Leben. Sie versteckt sich bei ihm vor der Polizei und

den Behörden. Während es in der Wohnung nach der Geburt des Kindes eng geworden ist, wachsen

die Probleme zwischen Wilson, Mari und Shirin ins Unermessliche. Roland Vranik setzt sich in seiner unorthodoxen

Liebegeschichte nuanciert mit dem Thema Integration auseinander. Wie lange dauert es

eigentlich, ein Land als neue Heimat zu akzeptieren? Und wie lange, bis man von der neuen Heimat akzeptiert

wird? Ein ohne technischen Schnickschnack, dafür aber mit vielen Laienschauspielern, sehr naturalistisch

inszenierter und damit höchst authentisch wirkender Film mit einer Botschaft, die zu Herzen geht.

Wilson, a 50-year-old African man, has lost his entire family to war. After a dangerous journey, he ended up

in Hungary. Despite his bitter past, he hasn’t lost his confidence in life nor his sense of purpose. He works

as a security guard in a shopping centre and tries to start a new life. Most of all, however, he wants to be a

model citizen. On this quest of his, he is helped by Mari, a local, who above all else wants to provide him

with an understanding of the history and the constitution of his host country. She is focused on these two

subjects specifically as they are the main topic of discussion in the process of naturalisation. As the two fall

in love, Shirin, a heavily pregnant Iranian woman, comes into Wilson’s life. She takes refuge in his home as

she hides from the police and the authorities. As the apartment becomes more crammed with the birth of

the child, the problems between Wilson, Mari and Shirin grow exponentially. In his unorthodox love story,

Roland Vranik plays with the subject of integration. How long does it take to accept a country as a new

home? And how long does it take to be accepted by the new country? A film with a touching message, lacking

in technical frills but rich in amateur acting, giving it not only a very natural, but a very authentic flare.

Spielfilm. Ungarn 2016

Sprache Ungarisch mit engl. UT

Länge 108 min.

Format DCP

Farbe

Regie Roland Vranik

Drehbuch Roland Vranik, Iván Szabó

Kamera Imre Juhász

Schnitt Lili Makk

Musik Csaba Kalotás

Produzent Károly Fehér

Darsteller

Wilson Marcelo Cake-Baly

Shirin Arghavan Shekari

Mari Ágnes Máhr

Produktion PopFilm

Vertrieb/Kontakt Magyar Filmunió

Biografie Roland Vranik

Der Regisseur und Drehbuchautor Roland Vranik

wurde 1968 in Budapest geboren. Bevor er im Bereich

des Kurz- und Spielfilms zu arbeiten begann,

drehte er Werbespots und Musikvideos. Sein erster

Spielfilm Black Brush wurde unter anderem bei der

Hungarian Film Week 2005 mit dem Preis für den

besten Film ausgezeichnet. Auch Transmission, eine

absurde Tragikomödie über das plötzliche Aus jeglicher

Telekommunikation, wurde vielfach gefeiert.

Sein dritter Spielfilm The Citizen hatte seine Premiere

beim Stockholm Film Festival 2016.

Filmografie Roland Vranik (Auswahl)

2016 The Citizen

2009 Transmission

2005 Black Brush

* The Citizen läuft auch im Spielfilm-Wettbewerbs.

* The Citizen is part of the Feature Film Competition.


Abschlussfilm 49

ABSCHLUSSFILM

Closing Film

TWO LOTTERY TICKETS

Douã lozuri

Der Automechaniker Dinel wurde von seiner Frau verlassen, weil er einfach viel zu wenig verdient. Als

er mit zwei Kumpeln, Pompiliu, einem gemütlichen Beamten, und Sile, einem spielsüchtigen Taglöhner,

in der Lotterie allerdings den Hauptpreis gewinnt, scheint plötzlich alles anders. Doch nur

für einen Moment: Das Glückslos war nämlich in Dinels Bauchtasche, und die haben zwei Möchtegern-Gangster

einkassiert. Die verhinderten Millionäre wenden sich daher an die Polizei, von der sie

aber aufgrund ihres naiven Auftretens nicht wirklich ernst genommen werden. Also machen sie sich

auf eigene Faust auf die Verbrecherjagd. Sie beginnen mit einer Befragung der Bewohner des Hauses,

wo der Raub stattgefunden hat. Als aber auch das zu nichts führt, schrecken sie sehr bald nicht einmal

mehr vor einem Einbruch zurück. Immer wieder müssen sie ihre detektivischen Fähigkeiten unter

Beweis stellen, bei Begegnungen mit Kiffern etwa ebenso wie bei solchen mit Hellseherinnen.

Dem Regisseur Paul Negoescu glückte mit seinem schrägen Roadmovie ein wahres Kunststück: In der

höchst vergnüglichen Low-Budget-Komödie werden nämlich tatsächlich auch gleichsam ganz nebenbei

soziale Missstände aufgezeigt. Dem nicht genug: Der Kassenschlager, der vom Heimatpublikum

begeistert aufgenommen wurde, vermittelt auch einen witzigen Einblick in die rumänische Seele.

Dinel works as a car mechanic, and as such, has some serious money issues. At one point, his wife even

leaves him solely for this reason. When Dinel and his friends – Pompiliu, a lazy official and Sile, a gambler

–, win the lottery jackpot, everything seems to change for the three of them. Unfortunately, their luck lasts

only a short while: until some wanna-be-gangsters get their hands on Dinel’s bag with the lottery ticket still

inside. Stripped of their financial fortune, they ask the police for help, but are not taken very seriously due to

their naivety. The three unlucky fellows have no choice but to hunt down the mobsters on their own. They

start by looking and asking around the crime scene, but soon learn that asking questions is not enough.

They have to go beyond that, and finally, don’t even flinch at the thought of breaking and entering. Not only

must the protagonists deal with potheads and dubious clairvoyants, but little by little they manage to refine

their detective skills. With his low-budget film, Director Paul Negoescu delivers a highly-entertaining road

movie, which not only identifies all kinds of social shortcomings along the way, but also gives deep insight

into the Romanian soul. No surprise that Two Lottery Tickets became a crowd pleaser in its country of origin!

Spielfilm. Rumänien | Spanien 2016

Sprache Rumänisch mit engl. UT

Länge 86 min.

Format DCP

Farbe

Regie und Drehbuch Paul Negoescu

Kamera Ana Drăghici

Schnitt Alexandru Radu

Musik Flora Pop, Alin Zăbrăuțeanu

Produzent Dragoș Bucur

Koproduzenten D. Boguță, A. Papadopol,

P. Negoescu, Jesus del Cerro, Rodrigo

Ruiz de Tarazona

Darsteller

Dinel Petre Dorian Boguță

Sile Gramada Dragoș Bucur

Pompiliu Bors Alexandru Papadopol

Iubitul Gelos Șerban Pavlu

Produktion Actoriede Film, Papillon Film, Kirkland

Vertrieb/Kontakt Heretic Outreach

Auszeichnungen (Auswahl) Zürich FF 2016:

Spezielle Erwähnung, Fort Lauderdale IFF 2016: Preis

für die beste Komödie

Biografie Paul Negoescu

Paul Negoescu (1984) ist ein rumänischer Regisseur

und Drehbuchautor. Nach seinem Studium an der

nationalen Filmschule konnte er mit Kurzfilmen Erfolge

bei internationalen Filmfestivals, etwa in Berlin

und Cannes, verzeichnen. 2012 drehte er seinen ersten

Spielfilm A Month in Thailand, der unter anderem

den FIPRESCI-Preis für das beste Debüt beim Sofia

IFF gewann. Two Lottery Tickets wurde auch an den

rumänischen Kinokassen sehr positiv aufgenommen.

Negoescu unterrichtet neben seinem aktuellen Spielfilmprojekt

Never Let It Go auch in einer Filmschule

und ist Begründer eines Filmfestivals in Timișoara.

Filmografie Paul Negoescu (Auswahl)

2016 Two Lottery Tickets

2012 A Month in Thailand

2012 Horizon

2010 Derby

2006 Exam


BÉLA TARR

Lifetime Achievement Award 2017

Béla Tarr

Regisseur und Drehbuchautor

Director and Screenwriter

„Wenn es Filme gibt, die einen zutiefst anrühren, die Spuren hinterlassen, die zum

Nachdenken führen, dann sind es die Filme von Béla Tarr.“ Mit diesen Worten ehrte der

deutsche Filmhistoriker Ulrich Gregor den ungarischen Regie-Großmeister 2013 bei der

Verleihung des Bremer Filmpreises. Der US-amerikanische Filmregisseur Gus Van Sant

nannte ihn sogar „einen der wenigen wirklich visionären Filmemacher“. 1955 in Pécs als

Sohn eines Bühnenbildners und einer Souffleuse geboren, drehte Béla Tarr bereits mit

16 Jahren Amateurfilme. Damit erregte er Aufmerksamkeit bei den Béla-Balázs-Filmstudios,

die 1979 seinen ersten Spielfilm Family Nest finanzierten. Ab 1988 arbeitete

er mit dem ungarischen Schriftsteller Lászlo Krasznahorkai zusammen, der fortan alle

seine Drehbücher verfassen sollte. Aus dieser Kooperation entstand 1994 auch das

über siebenstündige Meisterwerk Satan’s Tango, welches bis heute regelmäßig als einer

der besten Filme aller Zeiten gelistet wird. Langsamer Rhythmus, minimalistische

Darstellungen und wenige, lange Kameraeinstellungen sind die Markenzeichen der

Schwarzweißfilme von Béla Tarr, der auf diese Weise die vielschichtige Bedeutung der

gezeigten Zustände vermitteln will. 2011 erschien die mit dem Silbernen Bären der Berlinale

sowie dem Konrad-Wolf-Preis der Akademie der Künste in Berlin ausgezeichnete

existenzialistische Parabel The Turin Horse. Bereits zwei Jahre zuvor hatte das Regiegenie

bekannt gegeben, mit diesem Film sein künstlerisches Schaffen als vollendet zu betrachten.

Tarr, der seit 1990 Gastdozent an der Deutschen Film- und Fernsehakademie

in Berlin ist, leitete ab 2013 die von ihm gegründete Film Factory in Sarajevo. Im Dezember

twitterte er, dass er die bosnische Hauptstadt wieder verlassen werde. Seither

war er immer wieder in Amsterdam anzutreffen, wo er für das EYE Museum eine große

Ausstellung unter dem Titel Till the End of the World vorbereitete, die zu einer Mischung

aus Film, Theaterstück und Installation geworden ist und für die er auch einen Kurzfilm

beigesteuert hat. Privat lebt Béla Tarr gemeinsam mit seiner Frau Ágnes Hranitzky, Cutterin

und Ko-Regisseurin seiner Filme, in einem ehemaligen Gasthaus auf dem Land in

seiner ungarischen Heimat. Man brauche „eine nationale Identität“, so Tarr, „um in Gedanken

ein Weltbürger bleiben zu können“. Am 25. März wird er beim LET’S CEE Film

Festival den Stern der Urania, den Preis für sein Lebenswerk, überreicht bekommen.

“If there is one film which is profoundly moving, inspiring and leaves clear marks, then it

belongs to Béla Tarr’s oeuvre.” With these words, the German film historian Ulrich Gregor

honoured the Hungarian grandmaster of directing in 2013, at the awarding of the Bremen

Film Prize. The US-American film director Gus Van Sant once even called Tarr “one

of the few visionary filmmakers”. Born in Pécs in 1955, the son of a stage designer and

a prompter, Tarr had already started to shoot amateur films by the age of 16. He soon

gained the attention of the Béla Balázs Film Studio, which funded his first feature film,

Family Nest, in 1979. From 1988 on, he collaborated with the Hungarian writer Lászlo

Krasznahorkai, who was supposed to write all his screenplays. A result of this co-operation

is the over 7 hours long epic masterpiece Satan’s Tango, developed in 1994, which

till this day is still listed as one of the best films of all time. A slow rhythm, a minimalistic

form of presentation, and a small amount of long camera angles have become the

trademarks of Tarr’s black and white films, pointing out the complex meanings behind

the portrayed conditions. In 2011, the existentialist parable The Turin Horse was released,

which won the Silver Bear at the Berlinale and the Konrad Wolf Prize of the Academy

of Arts in Berlin. Two years prior to this, the directing genius announced the end of his

artistic career with this film. Tarr, who has been working as a guest lecturer at the German

Film and Television Academy Berlin since 1990, started heading the Film Factory

in Sarajevo in 2013, which he founded himself. In December, he tweeted that he was

going to leave the Bosnian capital. He has since been seen in Amsterdam, where he

curated a big exhibition for the EYE Museum, known under the name of Till the End of the

World, which turned out to be a mixture of film, theatre and installation, and for which

he even created a short film. Apart from his professional life, Béla Tarr lives with his wife

Ágnes Hranitzky, cutter and co-director of his films, in a former inn on the countryside

of his Hungarian home. Tarr says that everybody who wants to stay a world citizen in

their thoughts needs a national identity. On 25th of March, he will receive the 'Star of

the Urania' at the LET’S CEE Film Festival – the festival’s Lifetime Achievement Award.

Vorhang auf, Film ab.

Wir wünschen gute Unterhaltung beim LET‘S CEE Film Festival!

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50 Béla Tarr Lifetime Achievement Award 2017

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52 Béla Tarr Lifetime Achievement Award 2017

Spielfilm. Ungarn 2011

Sprache Ungarisch mit engl. UT

Länge 146 min.

Format DCP

Schwarz-Weiß

Regie Béla Tarr, Ágnes Hranitzky

Drehbuch László Krasznahorkai, Béla Tarr

Kamera Fred Kelemen

Schnitt Ágnes Hranitzky

Musik Mihály Víg

Produzent Gábor Téni

Darsteller

Ohlsdorfer János Derzsi

Ohlsdorfers Tochter Erika Bók

Bernhard Mihály Kormos

Erzähler Mihály Ráday

Produktion T. T. Filmműhely

Vertrieb/Kontakt Vega Film

Auszeichnungen (Auswahl) Berlin IFF 2011:

FIPRESCI-Preis, Silberner Bär (Grand Jury)

Biografie Béla Tarr

siehe Seite 50

Filmografie Béla Tarr (Auswahl)

2011 The Turin Horse

2007 The Man from London

2000 Werckmeister Harmonies

1994 Satan’s Tango

1988 Damnation

1985 Almanac of Fall

1982 The Prefab People

1981 The Outsider

1977 Family Nest

THE TURIN HORSE

A Torinói ló

Am 3. Januar 1889 beobachtet Friedrich

Nietzsche einen Kutscher dabei, wie er

auf sein störrisches Pferd eindrischt. Um

die Quälerei zu beenden, wirft er sich dem

Pferd weinend um den Hals. Anschließend

liegt der Philosoph zwei Tage stumm auf

dem Sofa, um danach seine letzten Worte

zu sprechen und die zwölf Jahre bis zu

seinem Tod geistig verwirrt als Pflegefall

zu verbringen. Das Schwarz-Weiß-Drama

The Turin Horse handelt aber nicht von

den letzten Jahren des Jahrhundertgenies,

sondern von den offenbar letzten sechs

Tagen des Kutschers und seines Gauls.

Der Film, der mit nur rund zwei Dutzend

Einstellungen auskommt und durch seine

großartige Kamera besticht, ist selbst

für Cineasten sehr anspruchsvolle Kost. Er

zeigt den monotonen und harten Alltag

des alten Mannes, der mit seiner Tochter

auf einem kleinen Bauernhof inmitten

einer kargen Landschaft lebt. Mit jedem

Tag verschlimmert sich die Situation der

beiden. Der Orkan, der draußen tobt, wird

immer heftiger. Das Pferd ist krank und

hört auf zu fressen, es will offenbar nur

noch sterben. Als auch noch der Brunnen

austrocknet und das Feuer im Herd

erlischt, bleibt am letzten Tag nur noch

Dunkelheit zurück. Béla Tarrs existentialistische

Parabel, „ein Weltuntergangs-Film

und ein Nachruf auf die Zivilisation“ (Die

Zeit) verstört und fasziniert zugleich.

On 3rd of January 1889, Friedrich Nietzsche

observed a coachman in the act of whipping

his stubborn horse. To end the ordeal,

Nietzsche threw his arms around the

horse’s neck. The philosopher consequently

spent two days lying on the sofa, speechless,

only then to speak his last words and

spend the next twelve years before his

death demented and in need of care. The

black and white drama does not, however,

deal with the final years of the genius, but

rather with presumably the last six days of

the coach driver and his horse. The film,

impressive for its great camera work, shot

in some two-dozen takes, is a demanding

feast, even for seasoned cinéastes. It shows

the monotonous and harsh everyday life of

an old man who lives with his daughter on a

small farm in the middle of a barren countryside.

Every day their situation deteriorates.

The storm raging outside is becoming more

violent. The horse is ill and has stopped

eating: it only wants to die. When the well

dries up and the fire in the hearth dies out,

only darkness remains on the final day. Béla

Tarr’s existential parable is “an apocalyptic

film and an obituary for civilisation” (Die Zeit),

simultaneously unsettling and fascinating.

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SPIELFILM-

WETTBEWERB

Feature Film Competition

Tomasz Raczek

Kurator für den Spielfilm-Wettbewerb

Curator of the Feature Film Competition

GEGEN JEDE FORM DER MENSCHENFEINDLICHKEIT,

FÜR EIN RESPEKTVOLLES MITEINANDER!

Komm vor die Kamera und gib dein

Statement ab! Gedreht wird von

14 – 18 Uhr – nur bei Schönwetter.

25.5. am Karlsplatz

vor der Karlskirche

17.6. beim Regenbogenpark

im Sigmund-Freud-Park

30.6. auf der Mariahilfer Straße,

Ecke Neubaugasse

28.7. am Rathausplatz

20.9. am Yppenplatz

In Zeiten, in denen Wertvorstellungen zunehmend ins Wanken geraten, lenken immer

mehr Menschen ihre Aufmerksamkeit auf künstlerisches Schaffen. Auch wenn Künstler

nicht unbedingt mehr wissen als wir. Aber vielleicht fühlen sie einfach mehr? Vielleicht

sind es ausgerechnet sie, die Antworten haben. Vielleicht können sie unsere alltägliche

Furcht lindern. Uns besänftigen? Die diesjährigen Wettbewerbsfilme werden uns jedoch

mit Sicherheit nicht beruhigen. Sie demonstrieren vielmehr, dass sich die Filmemacher

genauso verloren fühlen wie wir. Sie sammeln Bruchstücke der Realität, verwandeln

sie in ein Kunstwerk und vermitteln es uns so, dass wir es nicht übersehen können. Sie

versuchen nicht zu verallgemeinern, sondern möchten nur davon erzählen, was sie vor

Augen haben. Manchen Filmen gelingt es, uns zu überraschen. So etwa die ungarische

Geschichte Kills on Wheels, in der Menschen mit Behinderung sehr ungewohnte Rollen

einnehmen. Manchmal handeln sie wiederum von Angst, wie etwa im zweiten ungarischen

Wettbewerbsbeitrag The Citizen. Hier steht nämlich die Flüchtlingsthematik

im Mittelpunkt, die offenbar immer mehr Menschen in Europa überfordert. Vermutlich

empfinden wir gerade deshalb momentan ein starkes Bedürfnis nach ruhigen Geschichten

über Schicksale, die in der Tradition des eigenen Platzes in der Welt verankert sind.

Train Driver’s Diary aus Serbien erzählt vom Schicksal zweier Lokführer, Vater und Sohn,

die sich fern von globalen Spannungen abspielt. Der rumänische Beitrag Illegitimate

ist eine andere Art der Familiengeschichte und verdeutlicht die tiefe Kluft und das Unverständnis,

die oft zwischen den Generationen innerhalb einer Familie bestehen. Der

slowenische Film Nightlife macht darauf aufmerksam, dass wir Ruhm manchmal höher

schätzen als Gesundheit oder gar das Leben. The Constitution aus Kroatien wiederum

ähnelt einem Zauberwürfel, in dem alles miteinander vermischt ist: Wahrheit und Imitation,

Liebe und Wahnsinn. Wie soll man in solchen Zeiten leben? Death in Sarajevo aus

Bosnien Herzegowina ist im Grunde genommen eine traurige Geschichte. Der Schatten

des Attentats auf Erzherzog Franz Ferdinand schwebt immer noch über der Stadt und

die Vorstellung vom Krieg scheint verblüffend gegenwärtig. Auch der polnische Film

Playground tröstet nicht: Das Böse verbirgt sich scheinbar in jedem von uns und wartet

nur auf einen günstigen Moment, uns endlich zu beherrschen. Dass die Flucht in den

Konservatismus und die rigorose Einhaltung von Regeln keine guten Lösungen sind,

verbildlicht schließlich The Student aus Russland. Und wie steht es um die Rolle der Frau

in einer zerbröckelnden Männerwelt? Davon handeln gleich zwei Filme: der georgische

Beitrag Anna’s Life und The Nest of the Turtledove aus der Ukraine. Sie geben ebenfalls

keine fertigen Antworten, lassen uns jedoch nicht in Verzweiflung geraten. Denn

eigentlich lautet die zentrale Botschaft hier: Mit jedem Tag werden die Frauen stärker.

In times where ideals gradually begin to alter, more and more people turn their gaze to

art, even if artists do not actually know more than we ordinary people do. But perhaps

it is because they simply feel more? Perhaps they are the ones who have the answers

to our questions. Maybe they can even alleviate our common fears. Can they comfort

us? One thing is for certain, and that is that this year’s cinematic pieces will keep us on

our toes. They demonstrate how filmmakers are just as lost as we are. They collect fragments

of reality and transform them into a piece of art, conveying it in a way that we

simply cannot overlook. They are not trying to generalise. They simply try to tell us what

they see. Sometimes, films manage to surprise us. Such as the Hungarian story Kills on

Wheels, where disabled people play very unusual roles. Sometimes, however, films deal

with fear, as in the second Hungarian entry, The Citizen. The focus is on refugee issues,

which increasingly overwhelm the population in Europe. Perhaps this is why we currently

have a strong need for quiet stories about fates that are grounded in the tradition of its

own place in the world. Train Driver’s Diary from Serbia is about the lives of two engine

drivers, father and son, taking place far from global tensions. Romanian entry Illegitimate

is another kind of family story and points out the wide gap and misunderstandings that

often exist between the generations within a family. The Slovenian film Nightlife draws

attention to the fact that sometimes we appreciate fame more than health, or even

life itself. The Constitution from Croatia, however, resembles a magic cube which combines

it all: truth and imitation, love and madness. How can one live in times like these?

Death in Sarajevo from Bosnia and Herzegovina is, all in all, a sad story. The shadow

of the assassination of the Archduke Franz Ferdinand still hovers over the city and the

idea of war seems strikingly present. The Polish film Playground doesn’t bring comfort

either: apparently, we all carry evil within ourselves and it is just waiting for the right

moment to finally overtake us. Finally, The Student from Russia shows how crossing over

to conservatism and rigorously following the rules are no good solutions either. And

what about the role of women in a crumbled men’s world? Two films are focusing on

this question: Georgian entry Anna’s life and The Nest of the Turtledove from Ukraine.

These films do not give definitive answers nor do they cause despair. The central message

here is actually rather that women grow stronger with each and every passing day.

Spielfilm-Wettbewerb 55


Spielfilm-Wettbewerb 57

Tomasz Raczek

Anna’s Life ist das Bild einer Falle, in die zahlreiche

Frauen tappen, wenn sie von unreifen Männern

verlassen werden, die sich der Verantwortung

entziehen und unfähig sind, sich mit den Widrigkeiten

des Lebens auseinanderzusetzen. Die Geschichte

über Frauen, die stärker sein müssen als

jedes mögliche Hindernis in ihrem Leben, deckt

sich vollkommen mit den Ansichten, die Frauenbewegungen

weltweit verbreiten. Die georgische

Perspektive fügt dem Ganzen jedoch eine tiefe,

existenzielle und zugleich schmerzlich reale Bedeutung

hinzu. Das großartige Debüt von Nino Basilia

ist düster und naturalistisch, hat aber gleichzeitig

auch den Charakter einer universellen Parabel.

Anna’s Life portrays a trap many women fall into

when they’re abandoned by immature men who

shun away from responsibility and cannot come to

grips with the adversities of life. A story about women

who have to be stronger than the obstacles they

face falls perfectly in line with statements by female

activists all over the world. The Georgian perspective,

however, adds a deeper existential layer to the

story, making it painfully real. Nino Basilia’s debut is

dark and naturalistic, yet also a universal parable.

ANNA’S LIFE

Anas Ckhovreba

Tiflis, Georgien. Anna, eine Frau in ihren Dreißigern und Mutter eines autistischen Sohnes, muss neben ihrer

Arbeit als Küchenhilfe immer wieder auch Gelegenheitsjobs als Putzfrau annehmen, um irgendwie über

die Runden zu kommen. Ihr Mann hat sie wegen des Kindes verlassen, ihre Eltern sind tot, ihre Großmutter

senil. Und Annas kleiner Sohn muss seine Tage in einem Heim verbringen, ohne professionelle Betreuung.

Eines Tages wachsen der jungen Frau die Probleme endgültig über den Kopf. Sie beschließt, ihren

lang gehegten Wunsch, in die USA auszuwandern, in die Tat umzusetzen. Dass sie dabei ihre Großmutter

und ihren Sohn zurücklassen muss, nimmt sie widerstrebend, aber doch, in Kauf. Der Weg ins ferne Amerika

ist freilich gar nicht so einfach. Sie braucht dringend Geld, denn das Ticket und auch das falsche Visum

sind teuer. Bei ihrem hartnäckigen Kampf für bessere Lebensumstände begibt sie sich auf immer

dünneres Eis. Der atmosphärisch-dichte Debütfilm bewegt vor allem auch, weil er sehr realistisch wirkt.

Die Zuseher und besonders die Zuseherinnen können sich aufgrund der großartigen schauspielerischen

Leistung der Hauptdarstellerin leicht in ihre Rolle hineinversetzen, sowie ihre Hoffnung, ihre Schuldgefühle,

ihre Verzweiflung und ihr Empfinden, mehr und mehr eingeengt zu werden, sofort nachvollziehen.

Tbilisi, Georgia. Anna is a divorced woman in her thirties and mother to an autistic son. Already working

as kitchen assistant in a restaurant, she occasionally also takes on jobs as a cleaner, just to keep

her head above water. Her former husband left her because of the child, her parents are dead, and

the only relative she has left is her grandmother who is senile. On top of all that, Anna’s little son

has to spend his days in a nursing home under no professional care. Eventually, the young mother

can no longer bear it all: She decides to act on her longstanding desire to emigrate to the United

States. Reluctantly, she faces the fact that she will have to leave her grandmother and son behind.

Of course, getting to the distant USA is not easy. To obtain a flight ticket and a fake visa, she needs

to acquire money quickly. In her persistent struggle for a better life, she constantly skates on very

thin ice. This highly atmospheric debut film from Georgia, with its stark realism, is filled with emotion.

The superb performance of the main actress makes it easy for viewers, especially women, to

empathise with the protagonist and her feelings of hope, guilt, despair – and increasing suffocation.

Spielfilm. Georgien 2016

Sprache Georgisch mit engl. UT

Länge 108 min

Format DCP

Farbe

Regie und Drehbuch Nino Basilia

Kamera Tato Kotetishvili

Schnitt Nikoloz Tarielashvili

Produzentin Janna Sardlishvili

Darsteller

Anna Ekaterine Demetradze

Irma Lili Okroshidze

Otto Lasha Murjikneli

Produktion Studio 99

Vertrieb/Kontakt New Morning Films

Auszeichnungen (Auswahl) Cairo IFF 2016:

FIPRESCI-Preis für den besten internationalen

Spielfilm, IFF Valencia Cinema Jove 2016: Luna

de Valencia Award für den besten Spielfilm

Biografie Nino Basilia

Nino Basilia wurde 1972 in Tiflis geboren, wo sie

später auch Journalismus und Philologie studierte

sowie Romane und Drehbücher veröffentlichte. In

Moskau konzentrierte sie sich bei ihrem Studium

auf den Dokumentarfilm. Zurück in Tiflis arbeitete

sie für das Fernsehen, inszenierte Theaterstücke

und drehte Dokumentar- und Kurzfilme, wie etwa

6 ½ Minutes, der beim Moskauer Filmfestival zum

Sieger gekürt wurde. Anna’s Life wurde 2016 auf

zahlreichen internationalen Filmfestivals ausgezeichnet

und bei seiner Weltpremiere in Göteborg

für den Ingmar-Bergman-Preis nominiert.

Filmografie Nino Basilia (Auswahl)

2016 Anna's Life

2007 Almond House

2006 A Crack

2006 6 ½ Minutes

56 Spielfilm-Wettbewerb


Spielfilm-Wettbewerb 59

Tomasz Raczek

Der Schatten des Krieges schwebt immer noch

über Sarajevo. Das Attentat auf Erzherzog Franz

Ferdinand, dem man jährlich gedenkt, markierte

den Beginn des Ersten Weltkrieges. Seitdem hat

Sarajevo viele Katastrophen erleiden müssen, aber

auch Europa wurde immer wieder von kleineren

und größeren Konflikten geplagt. Das ganze Unglück

hat den Kontinent niemals wirklich verlassen

– trotz vieler Versuche, ihm endgültig ein Ende

zu setzen. Der Film von Danis Tanović erzählt eine

moderne Geschichte, die sich genau am Jahrestag

der Ermordung von Erzherzog Franz Ferdinand im

Hotel Europa in Sarajevo abspielt. Es gibt Feierlichkeiten,

TV-Teams, einen Streik und Mafiageschäfte.

Und auch der Tod ist mit dabei. Unerwartet,

weil derjenige, der stirbt, es nicht verdient hat.

War continues to cast a dark shadow over Sarajevo.

The assassination of Archduke Franz Ferdinand of

Austria, commemorated every year since, marked

the beginning of World War I. Since then, Sarajevo

has witnessed many disasters and Europe has

been tormented by smaller and bigger conflicts.

Despite the many attempts made to put an end

to all these misfortunes once and for all, their presence

is still very much so felt all over the continent.

The film by Danis Tanović tells a modern-day

story taking place at Hotel Europe in Sarajevo on

the anniversary of Archduke Franz Ferdinand’s

assassination. There are celebrations, TV crews,

strikes and mafia dealings. There’s also death. Unexpected,

as the one who dies doesn’t deserve it.

DEATH IN SARAJEVO

Smrt u Sarajevu

Die gesamte Handlung dieses Films erstreckt sich über einen einzigen Nachmittag. Ort des Geschehens ist

die beste Adresse in Sarajevo, das Hotel Europa. Anlässlich des 100. Jahrestages der Ermordung des Thronfolgers

von Österreich-Ungarn soll hier eine Friedensfeier stattfinden. Die Stimmung ist angespannt. In der

Präsidentensuite übt ein prominenter Gast seine Rede, gespielt vom Franzosen Jacques Weber, der bereits in

der Bühnenfassung von Bernard-Henri Lévys Vorlage mitwirkte. Stockwerke tiefer, in der Wäscherei, kommt

es zugleich zu einer turbulenten Betriebsversammlung. Die Belegschaft wartet seit zwei Monaten auf ihre Bezahlung

und beschließt daher zu streiken sowie die Festlichkeiten zu boykottieren. Omer, der offenkundig in

dunkle Machenschaften verwickelte Manager der Hotels, versucht das zu verhindern, und sei es mit Gewalt.

Ganz oben, auf dem Hoteldach, befragt unterdessen eine Journalistin einen Mann mit dem bedeutungsschweren

Namen Princip zum seinerzeitigen Attentat – und gerät dabei selbst in die Bredouille. Die einzelnen

Handlungsstränge im neuesten Film des Oscar-Preisträgers Danis Tanović nwerden durch eine fließende Kameraführung

gekonnt miteinander verbunden. Das Drama, eine Art Allegorie auf die aktuell immer noch sehr

ambivalenten Zustände in Bosnien, bleibt bis zum Schluss mitreißend und sorgt für gehörigen Nervenkitzel.

The film’s plot unfolds in a single afternoon. The backdrop to the production is the most prestigious address in

Sarajevo, the Hotel Europe. Intended as a celebration of peace, a special ceremony is to be held to commemorate

the centenary of the assassination of the heir to the Austrian-Hungarian throne. The mood is tense. A

prominent guest, played by Jacques Weber, rehearses his speech in the presidential suite. Mr Weber is a French

actor who already participated in the stage adaptation of Bernard-Henri Lévy’s literary source. Down in the

laundry, a turbulent staff meeting is being held. Since their wages haven’t been paid for two months, the employees

decide to go on strike and boycott the festivities. The hotel manager Omer, who is certainly involved in

dark and dirty deals, tries to prevent the strike, even if the process requires force. Meanwhile, on the hotel roof,

a journalist questions a man with the symbolic name "Princip" about the assassination attempt. As a result, the

journalist soon gets in trouble as well. The individual storylines in Danis Tanović’s new film mingle smoothly

through flowing camera techniques. The drama resembles an allegory on the highly ambivalent conditions

which still prevail in Bosnia. The film is packed with thrilling action and remains suspenseful until the very end.

Spielfilm. Bosnien und Herzegowina | Frankreich 2016

Sprache Bosnisch, Englisch, Französisch mit engl. UT

Länge 85 min.

Format DCP

Farbe

Regie Danis Tanović

Drehbuch Danis Tanović, Bernard-Henri Lévy

Kamera Erol Zubčević

Schnitt Redžinald Šimek

Musik Mirza Tahirović

Produzenten F. Margolin, A. Bakšić Čamo

Koproduzent Adis Đaro

Darsteller

VIP-Gast Jacques Jacques Weber

Rezeptionistin Lamija Snežana Vidović

Manager Omer Izudin Bajrovic

Journalistin Vedrana Vedrana Seksan

Gavrilo Princip Muhamed Hadžović

Produktion Margo Cinema, SCCA/pro.ba

Vertrieb/Kontakt The Match Factory

Auszeichnungen (Auswahl) Berlin IFF 2016:

FIPRESCI-Preis, Silberner Bär – Großer Preis der Jury

Biografie Danis Tanović

Danis Tanović wurde 1969 in Zenica geboren und gilt

als einer der erfolgreichsten Filmemacher aus dem

ehemaligen Jugoslawien. Der Bosnier überzeugt nicht

nur als Drehbuchautor und Regisseur, sondern ist auch

ein ausgezeichneter Pianist und Bauingenieur. Tanović

ist zudem seit 2010 Abgeordneter im Parlament des

Kantons Sarajevo. Bereits mit seinem Feature-Debüt

No Man’s Land konnte er mehr als 40 Preise gewinnen,

darunter einen Oscar für den besten fremdsprachigen

Film. Wie mit An Episode in the Life of an Iron Picker, erhielt

er für seinen siebenten Spielfilm Death in Sarajevo

bereits zum zweiten Mal in Form eines Silbernen Bären

den Großen Preis der Jury in Berlin.

Filmografie Danis Tanović (Auswahl)

2016 Death in Sarajevo

2013 An Episode in the Life of an Iron Picker

2010 Cirkus Columbia

2005 Hell

2001 No Man’s Land

58 Spielfilm-Wettbewerb


Spielfilm-Wettbewerb 61

Tomasz Raczek

Rumänisches Kino hat immer noch eine starke

Position inne. Illegitimate ist eine bescheidene Vivisektion

einer Familie, die blitzschnell den Siedepunkt

erreicht und den sich als spannend entpuppenden

Ereignissen ähnelt, die Roman Polański in

seinem Film Carnage zeigt. Der Niedergang des

Ceaușescu-Regimes war ein Wendepunkt, der

eine Kluft zwischen zwei Generationen geschaffen

hat, die nun darum ringen, sich wechselseitig

zu verstehen. Sie können nicht nachvollziehen,

was die jeweils andere Generation antreibt, welche

Beweggründe hinter ihren Entscheidungen

stehen. Außerdem herrscht über all diese Gegensätze

hinweg die unerschütterliche Macht des

Vorurteils, die es den Menschen unmöglich macht,

Situationen rational zu beurteilen und sich von

einfachen und unbefangenen Emotionen leiten

zu lassen. Adrian Sitaru stellt die letzten erhalten

gebliebenen Imponderabilien furchtlos in Frage.

Romanian cinema is still going strong. This vivisection

of a family reaches a boiling temperature in a

flash, recalling the thrilling turn of events that we

know from Roman Polański’s Carnage. The fall of

Ceausescu’s government was a turning point that

drew a line between two generations who now

struggle to understand each other. They cannot

quite comprehend what drives the other generation

and what motivates its decisions. Above all,

there is the unshakeable power of prejudice which

makes it impossible for people to rationally assess

the situation and to let simple and unprejudiced

affection guide their lives. Adrian Sitaru fearlessly

questions the remaining intact imponderabilia.

ILLEGITIMATE

Ilegitim

Die Anghelescus haben sich zum Abendessen eingefunden. Die Stimmung ist ausgelassen und Victor,

ein verwitweter Arzt, fühlt sich als Patriarch im Kreise seiner Familie, wie gewohnt, sehr wohl. Als ihm freilich

einer seiner Söhne plötzlich vorwirft, er hätte unter den Kommunisten Frauen denunziert, die einen

damals illegalen Schwangerschaftsabbruch geplant hatten, ändert sich das. Als daraufhin noch das inzestuöse

Verhältnis von dessen Zwillingskindern aufs Tapet kommt, nähert sich die Stimmung schnell dem

Siedepunkt. Illegitimate ist Film und Bühnenstück zugleich, abwechselnd sehr dramatisch und echt komisch,

nah dran an der Grenze zu einem Dokumentarfilm und von einer unglaublichen Intimität. Adrian

Sitaru thematisiert mit seinem neuen Geniestreich, bei dem jede Szene nur einmal gedreht wurde, nicht

nur den Umgang der Generationen miteinander, sowie auch den mit historischer Verantwortung, sondern

bringt zugleich zwei Tabuthemen zurück ins Kino: die Abtreibung und den Inzest. Dass manche Facetten

der Liebe und das Recht auf persönliche Freiheit mitunter im Widerspruch zu gesellschaftlichen Normen

stehen, wird dabei bald klar. Trotz seines moralischen Anspruchs urteilt der Film aber nicht, sondern überlässt

das den Zusehern, die überrascht feststellen werden, dass in Wahrheit nichts in Stein gemeißelt ist.

The family Anghelescu assembles for dinner. The atmosphere is exuberant, and as usual, Victor, a widowed

doctor, feels very comfortable as the family patriarch. But the seemingly cosy gathering turns when one of

his sons accuses Victor of having denounced pregnant women, who in communist times sought to put an

end to the pregnancy and in doing so, committed a crime, when this procedure was illegal. Everything gets

even more heated, when the subject of the incestuous relationship of Victor’s twins comes up. Illegitimate

is a film and stage performance at the same time. Alternating between the dramatic and the downright

comic, the drama is almost a documentary, and abounds with tremendous intimacy. Director Adrian Sitaru

shot each of his new masterpiece’s scenes only once. In this film, he not only broaches how different generations

deal with each other and the handling of historic responsibility, but also revives two of the most

crucial taboos of cinema: abortion and incest. It soon becomes crystal clear that some facets of love and

rights to personal freedom can contradict social norms. Illegitimate does not judge, but rather leaves judgement

to the audience, who will rapidly recognise that, when it comes to truth, nothing is carved in stone.

Spielfilm. Rumänien | Polen | Frankreich 2016

Sprache Rumänisch mit engl. UT

Länge 89 min.

Format DCP

Farbe

Regie Adrian Sitaru

Drehbuch Alina Grigore, Adrian Sitaru

Kamera Adrian Silișteanu, Alexandru Timoșca

Schnitt Théo Lichtenberger, Mircea Olteanu

Musik The Amsterdams

Produzentin Anamaria Antoci

Koproduzenten Stanisław Dziedzic, Klaudia

Śmieja, Yohann Cornu

Darsteller

Sasha Alina Grigore

Romeo Robi Urs

Victor Adrian Titieni

Cosma Bogdan Albulescu

Gilda Cristina Olteanu

Produktion Domestic Film, Film Produkcja,

Damned Films

Vertrieb/Kontakt Versatile

Auszeichnungen (Auswahl) Berlin IFF 2016: CICAE

Art Cinema Award, Odessa IFF 2016: Preis für den

besten Film, Pula FF 2016: Preis für den besten Film

Biografie Adrian Sitaru

Adrian Sitaru, der 1971 in Rumänien geboren wurde,

ist Regisseur, Produzent und Schauspieler. Am

Beginn seiner Karriere versuchte er sich auch als

Sänger. Seine ersten Kurzfilme drehte er mit seiner

Familie und Freunden als Darsteller. Für Waves und

The Cage gewann Sitaru jeweils über 25 Auszeichnungen.

Mittlerweile ist er schon bei seinem fünften

Langfilm angelangt. Sitaru hat 2013 den Spielfilm-Wettbewerb

bei LET’S CEE gewonnen.

Filmografie Adrian Sitaru (Auswahl)

2016 The Fixer

2016 Illegitimate

2012 Domestic

2010 The Cage

2007 Waves

60 Spielfilm-Wettbewerb


Spielfilm-Wettbewerb 63

Tomasz Raczek

Eine Geschichte über Menschen mit Behinderung

könnte als nächster abgedroschener Film

sehr leicht in die Kategorie ‚sozial engagiertes

Kino’ fallen. Der Regisseur Attila Till lehnt dies jedoch

mutig ab und führt uns in eine Welt echter

Emotionen von Menschen, die sich auf den ersten

Blick eindeutig von der Mehrheit der Leute ohne

Behinderung unterscheiden. Dabei ist sein Ziel

weder sie zu bemitleiden noch sie besänftigend

mit einer Empathie-Decke zu umhüllen. Die körperlich

beeinträchtigten Protagonisten überraschen

mit ihrer Charakterstärke und ihrer Fähigkeit,

Fantasien Wirklichkeit werden zu lassen. Sie

sind stark, sie sind kompromisslos und sie können

auch furchterregend sein. Dieser Film wird Sie zum

Lachen bringen, Sie werden aber auch vor Angst

zittern. Am Ende werden Sie jedoch feststellen,

dass Ihnen jemand auf der Nase herumgetanzt ist.

Another story about disabled people could easily

fall into the already hackneyed category of

socially-engaged cinema, but director Attila Till

boldly refuses to follow that path and introduces

us to the world of real emotions of people who,

at first glance, are fundamentally different from the

non-disabled majority. The goal here, however, is

neither to pity nor to swaddle a blanket of empathy

around them. The disabled protagonists surprise

with their strength of character and their ability

to make figments of their imagination real. They

are strong, they are uncompromising and they can

be fearsome as well. This film will make you laugh,

and tremble with fear, but in the end you will realise

that someone thumbed their nose at you.

KILLS ON WHEELS

Tiszta szívvel

Zoli und Barba kennen sich aus der Rehaklinik. Beide sitzen seit ihrer Geburt im Rollstuhl und beide

verbindet eine dicke Freundschaft. Als eines Tages der von der Hüfte abwärts gelähmte ehemalige

Feuerwehrmann Rupaszov auftaucht, nimmt das bis dahin eher wenig aufregende Leben der zwei begeisterten

Comiczeichner so richtig Fahrt auf. Denn Zoli und Barba erweisen sich sehr bald als überaus

geistreiche Komplizen, wenn ihr neuer Freund, der seit einem Gefängnisaufenthalt als Killer arbeitet,

wieder einmal einen schmutzigen und in aller Regel tödlichen Auftrag zu erledigen hat. Dessen Auftraggeber

möchte die lästigen Ezzes-Geber aber lieber heute als morgen wieder los werden. Bei Kills on

Wheels kommt das Publikum aus dem Staunen nicht mehr heraus. Aus dem Staunen über die beeindruckende

schauspielerische Leistung der Protagonisten. Über das effektvoll wechselnde Spiel zwischen

Comic und Realität. Und vor allem darüber, dass es dem Regisseur Attila Till mit viel Empathie und einer

gehörigen Portion Humor gelungen ist, im vorliegenden Kontext eine Geschichte über das Erwachsenwerden

zu erzählen, bei der die handelnden Menschen und nicht deren körperliche Handicaps im

Mittelpunkt stehen. Die Quintessenz ist deutlich: Unterschätze nie Menschen mit einer Behinderung!

2016 gab es dafür jede Menge Lob, viele Auszeichnungen und eine Oscar-Nominierung obendrein.

Zoli and Barba met in a rehabilitation clinic. Both tied to a wheelchair since their births, the two men are

united by a deep bond of friendship. One day, Rupaszov, a former firefighter who is paralysed from the waist

down, is admitted to the clinic and disturbs the quiet life of the two who enthusiastically draw comics. However,

Zoli and Barba turn out to be quick-witted accomplices when Rupaszov, working as a hitman after a

sentence in prison, receives fresh and usually lethal mission orders. Not entirely amused by the two henchmen

on wheels, Rupaszov’s client soon turns out to be a force to be reckoned with, a force that the team

would rather avoid. Kills on Wheels is an astonishing, fast-paced balancing act between dire reality and dark

comedy, held together by the magnificent acting of the protagonists. The director, Attila Till, successfully put

forth a story about growing up, packed with humour and wit, and spotlighting individuals instead of their disabilities.

The essence of the film is clear: Don’t underestimate people with a disability! The Hungarian film received

abundant praise, numerous awards and an Oscar nomination in 2016. It simply never ceases to amaze.

Spielfilm. Ungarn 2016

Sprache Ungarisch mit engl. UT

Länge 105 min.

Format DCP

Farbe

Regie und Drehbuch Attila Till

Kamera Imre Juhász

Schnitt Márton Gothár

Musik Csaba Kalotás

Produzentin Judit Stalter

Darsteller

Rupaszov Szabolcs Thuróczy

Zolika Zoltán Fenyvesi

Barba Papa Ádám Fekete

Zita Mónika Balsai

Évi Lídia Danis

Produktion Laokoon Filmgroup

Vertrieb/Kontakt Magyar Filmunió

Auszeichnungen (Auswahl) Cottbus 2016:

FIPRESCI-Preis, Preis der Ökumenischen Jury,

Karlovy Var IFF 2016: Nominierung für den

East of West Award

Biografie Attila Till

Attila Till wurde 1971 in Budapest geboren. Studiert

hat er ebendort an der Intermedia-Fakultät

der Ungarischen Akademie der Bildenden Künste.

Mit seinem ersten Spielfilm Panic und seinem Kurzfilm

Beast konnte Till bereits internationale Erfolge

verbuchen, beide Werke wurden mit Preisen ausgezeichnet.

Außerdem gilt er durch seine Tätigkeit

als Schauspieler und als TV-Show-Gastgeber seit

langem als einer der einflussreichsten Fernsehstars

Ungarns. Till schreibt alle seine Drehbücher selbst.

Filmografie Attila Till (Auswahl)

2016 Kills on Wheels

2011 Beast

2008 Panic

62 Spielfilm-Wettbewerb


Spielfilm-Wettbewerb 65

Tomasz Raczek

Die westliche Welt ist in den letzten Jahren von einem

moralischen Chaos ergriffen worden, das die

Grundlage der sozialen Ordnung unbemerkt beeinträchtigt

hat. Autorität spielt keine Rolle mehr und

die Gerechtigkeit verschwindet mehr und mehr im

Dschungel von Verfahrensfallen. Damjan Kozole

erzählt die Geschichte eines erfolgreichen Anwalts,

der spät nachts auf einer Hauptstraße in Ljubljana

verprügelt und in kritischem Zustand ins Krankenhaus

eingeliefert wird. Die Umstände des Vorfalls

bleiben mysteriös. Während der Anwalt um sein

Leben kämpft, ringt seine Ehefrau um seinen Ruf,

der ihr genauso wichtig wie seine Gesundheit zu

sein scheint – wenn nicht gar wichtiger, angesichts

dessen, dass die Aufrechterhaltung der Reputation

es offenbar wert ist, alle Regeln zu brechen.

In the last few years the western world has been

struck by a moral chaos that is inconspicuously

undermining the social order. Authority no longer

matters and justice disappears in the jungle of

procedural traps. Damjan Kozole tells the story

of a successful lawyer who gets severely beaten

up late at night on a main street of Ljubljana

and arrives to the hospital in a critical condition.

The circumstances of the incident are mysterious.

While the lawyer fights for his life, his wife fights

for his reputation which seems to be as, if not

more important to her, given that maintaining

one’s reputation is worth breaking all the rules.

NIGHTLIFE

Nočno življenje

Mitten in der Nacht in Ljubljana. Auf dem Gehsteig entlang einer befahrenen Straße liegt reglos ein nackter,

blutverschmierter und von Bisswunden entstellter Mann. Gerade noch rechtzeitig alarmieren drei

junge Passanten die Rettung und bewahren ihn so vor dem sicheren Tod. Bei dem Opfer handelt es sich

um Milan Potokar, einen stadtbekannten Anwalt. Seine Frau Lea sorgt sich allerdings weniger um die Gesundheit

als um den guten Ruf ihres Mannes und agiert, getrieben von der Furcht, die Gräueltat könnte

in der Öffentlichkeit rasch Wellen schlagen, mehr und mehr jenseits herkömmlicher Vernunft- und Moralvorstellungen.

Wie eine tickende Zeitbombe spult sich der auf einer wahren Geschichte beruhende,

wortkarge und erbarmungslose Echtzeit-Thriller vor dem Auge des Betrachters ab und zieht diesen unmittelbar

in seinen Bann. Nightlife skizziert elementare Zerwürfnisse der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts:

die Angst vor der reißerischen Medienwelt, das pervertierte Streben nach Selbstinszenierung und

-vermarktung in einer zunehmend digitalen Öffentlichkeit sowie letzten Endes die verzweifelte Verteidigung

der persönlichen Integrität. „Von Hunden oder von Menschen zerfleischt zu werden, was ist

schlimmer?“ Damjan Kozole, der Regisseur, gibt mit seinem Film eine unmissverständliche Antwort.

Late at night in Ljubljana. On the sidewalk next to a main road lies a naked, motionless man with bite marks

and blood all over his body. Just in time, three passersby call an ambulance and save the man from imminent

death. As it turns out, the victim is Milan Potokar, a lawyer of high renown and prestige in the city. Despite

his almost having died, his wife Lea is strangely less concerned about her husband’s health or even what

has happened to him than she is about his reputation. She worries that the gruesome crime against her

husband could create a public stir. And thus she soon acts beyond conventional ideas of reason and morality

herself. Excelling even without much dialogue, Nightlife approaches its viewers like a ticking time bomb and

puts them under its spell. The thriller, which is based on actual events, portrays several of the strains and

disruptions that society faces in the 21st century: the fear of being exposed in modern media, the perverted

striving for self-image before nameless digital audiences and not least, the desperate defence of one’s personal

integrity. “What is worse: being torn apart by dogs or by human beings?” With Nightlife, a film of great

intensity and suspense, Director Damjan Kozole delivers an answer which cannot possibly be misunderstood.

Spielfilm. Slowenien 2016

Sprache Slowenisch mit engl. UT

Länge 85 min.

Format DCP

Farbe

Regie Damjan Kozole

Drehbuch D. Kozole, O. Sviličić, U. Menart

Kamera Miladin Čolaković

Schnitt Jurij Moškon, Ivo Trajkov

Musik Kostov, Silence

Produzent Danijel Hočevar

Koproduzenten L. Mitevska, A. Bakšić Čamo, A. Đapo

Darsteller

Lea Potokar Pia Zemljič

Milan Potokar Jernej Šugman

Bojan Kenda Marko Mandić

Rozman Peter Musevski

Tanja Jana Zupančič

Produktion Vertigo, Sisters and Brother Mitevski,

SCCA/pro.ba

Vertrieb/Kontakt Vertigo

Auszeichnungen (Auswahl) Karlovy Vary IFF 2016:

Preis für den besten Regisseur, Slovene FF 2016:

Preise für die beste künstlerische Leitung, beste

Hauptdarstellerin, den besten Nebendarsteller und

den besten Regisseur

Biografie Damjan Kozole

Damjan Kozole (1964) ist einer der profiliertesten

slowenischen Filmemacher. Seine Werke Spare Parts

und Labour Equals Freedom wurden in Berlin für den

Goldenen Bären nominiert, Slovenian Girl, das er mit

Ognjen Sviličić koproduzierte, wurde auf über 70 internationalen

Filmfesten gezeigt. Nightlife, für den er

wieder mit Sviličić zusammenarbeitete, ist sein neunter

Spielfilm. Nachdem Ulay bereits 2014 im Dokumentarfilm-Wettbewerb

bei LET’S CEE lief, ist heuer

Nightlife im Spielfilm-Wettbewerb dran.

Filmografie Damjan Kozole (Auswahl)

2016 Nightlife

2013 Ulay: Project Cancer

2009 Slovenian Girl

2004 Labour Equals Freedom

2003 Spare Parts

64 Spielfilm-Wettbewerb


Spielfilm-Wettbewerb 67

Tomasz Raczek

Welches Spiel sollte man spielen, wenn man jung

ist und in Armut lebt, umgeben von Krankheiten

oder gleichgültigen Verwandten, aber weg von

der modernen, elektronischen Welt des 21. Jahrhunderts?

Es ist gut und es ist zugleich schlecht.

Alles, oder vielleicht gar nichts liegt in Reichweite.

Die Welt scheint geregelt und gut strukturiert zu

sein, aber in Wirklichkeit fällt sie auseinander und

zerbröckelt. Es gibt keine Führer, Barden, Helden...

Alles, was bleibt, ist eine toxische Langeweile.

Sie zeigt sich aggressiv, weil sie durch angehäufte

Energie gesteuert wird. Man kann einen Boxsack

oder eine Person schlagen. Wortwörtlich

und metaphorisch. Heute kann man mit dem

einen spielen, morgen mit dem anderen. Und dabei

einen neuen Grausamkeitsrekord aufstellen.

What game are you supposed to play when you’re

young but living in poverty, surrounded by sickness

or indifferent relatives, away from the modern,

electronic world of the 21st century? It is both a

blessing and a curse. Everything – or rather, nothing

– is in your reach. The world seems to be regulated

and well structured, but in truth it is falling

apart, crumbling. There are no leaders, bards, heroes...

All that remains is toxic boredom. It is aggressive

because it is built up on unrelieved energy. You

can hit a punching bag or a person. Literally and

figuratively. Today you can play with one thing, tomorrow

with another. And in doing so, reach a new

level of cruelty.

PLAYGROUND

Plac zabaw

Der letzte Schultag in einem polnischen Provinzkaff. Gabrysia möchte Szymek endlich ihre Liebe gestehen.

Auf dem Klo lässt sie sich von der erfahrenen Marta noch Tipps geben, wie sie das anstellen soll.

Doch aus dem Treffen unter vier Augen wird nichts, Szymek erscheint in Begleitung seines besten Freundes

Czarek. Die beiden Teenager machen sich über das Mädchen lustig und verschwinden wieder. Sie

wollen wie geplant den Rest des Tages mit Computerspielen verbringen, der Elektronikladen im örtlichen

Einkaufszentrum hat jedoch geschlossen. Aus purer Langeweile entführen die zwei Burschen einen

dreijährigen Jungen. Was dann folgt, verschlägt einem die Sprache. Mit Hilfe zahlreicher Laiendarsteller

gelingt es Bartosz M. Kowalski zwar, einen authentisch wirkenden Einblick in die familiäre Lebenswelt

seiner Protagonisten zu geben, in der sich durchaus Hinweise auf die Ursachen ihrer massiven Verhaltensstörungen

finden lassen, das irritierende Phänomen exzessiver kindlicher Gewalt vermag freilich

auch er nicht zu erklären. Die Handlung des Films beruht auf realen Begebenheiten. Bei seiner Premiere

wurde Playground in höchsten Tönen gelobt, international hat die Produktion großen Anklang gefunden.

Das US-amerikanische Branchenblatt Variety urteilte: „Wenn man in San Sebastian einen Preis

für den schockierendsten Film vergeben hätte, wäre Playground sicherlich der klare Gewinner gewesen.“

It’s the last day of school in a small Polish town in the middle of nowhere. Gabrysia would like to finally confess

her love to Szymek. In the bathroom, the experienced Marta gives her tips on how she should go about doing

this. Nothing, however, is to come out of this supposed private meeting, as Szymek turns up with his friend

Czarek. Both boys make fun of the girl and then disappear. They planned to spend the rest of the day playing

computer games, but the electronics store in the local shopping centre is closed. Out of pure boredom the two

teenagers kidnap a three-year-old boy. What follows will leave viewers speechless. With the help of numerous

amateur actors, Bartosz M. Kowalski succeeds in presenting an authentic insight into the family life of his protagonists:

a life in which traces of the roots of severely abnormal behaviour are to be found. But he cannot explain

the phenomenon of excessive childhood violence. The film’s storyline is based on true events. At the premiere,

Playground received great praise and the production was internationally acclaimed. Variety’s opinion:

“If San Sebastian were to give a prize for its most shocking film, Playground would surely be the clear winner.”

Spielfilm. Polen 2016

Sprache Polnisch mit engl. UT

Länge 81 min.

Format DCP

Farbe

Regie und Schnitt Bartosz M. Kowalski

Drehbuch Bartosz M. Kowalski, Stanisław Warwas

Kamera Mateusz Skalski

Musik Krystian Eidnes Andersen

Produzenten D. Pietrykowski, A. Połeć,

M. Zaradkiewicz, F. Pastusiak

Darsteller

Gabrysia Michalina Świstuń

Szymek Nicolas Przygoda

Czarek Przemysław Baliński

Marta Karolina Czajka

Gabrysias Vater Paweł Brandys

Produktion Film It, Orka Studio

Vertrieb/Kontakt Latido Films

Auszeichnungen (Auswahl) Gdynia FF 2016:

Preis für das beste Debüt, Warsaw FF 2016:

Spezielle Erwähnung der Jury

Biografie Bartosz M. Kowalski

Bartosz M. Kowalski wurde 1984 in Danzig geboren

und lebt heute in Warschau. Nach seiner Ausbildung

an renommierten Filmschulen in Los Angeles

und Paris kehrte er nach Polen zurück und begann

insbesondere auch eine intensive Kooperation mit

HBO Europe. Kowalski führte unter anderem auch

bei zwei vielfach ausgezeichneten Dokumentarfilmen

Regie, war als Werbefilmer erfolgreich sowie

als Cutter, etwa bei der Serie Arrest Warrants für das

polnische Nationalfernsehen.

Filmografie Bartosz M. Kowalski (Auswahl)

2016 Playground

2015 Unstoppables

2012 A Dream in the Making

2010 Jingle Bell Fever

2006 The Red Spider

66 Spielfilm-Wettbewerb


Spielfilm-Wettbewerb 69

Tomasz Raczek

Ein humanistisches Psychodrama, das jene zahlreichen

Traumata und Vorurteile, die die moderne

Gesellschaft auf dem Balkan immer noch spalten,

mit der ehrlichen Hoffnung verknüpft, sie mit Hilfe

echter Menschlichkeit und Freundlichkeit überwinden

zu können. Was für eine überraschende Kombination:

ein verbitterter Homosexueller, der sich

als Frau verkleidet (aber kein Transsexueller ist!), ein

homophober Sportler, der unerwartete Sehnsüchte

entdeckt, ein Serbe, der sich wie ein Kroate fühlt,

eine Kroatin, die einen Serben liebt, und schließlich

ein Freak, der vergiftete Wurst an Hunde verfüttert.

Rajko Grlić setzt uns die Teile eines echten Puzzles

vor, das nur er allein zusammensetzen kann.

A humanistic psychodrama that combines numerous

traumas and prejudices still dividing

modern Balkan society with an honest hope of

overcoming them through genuine humanity

and kindness. What a surprising blend: a bitter

gay man who dresses as a woman (though

not a transsexual!), a homophobic athlete who

discovers his unexpected desires, a Serb who

feels like a Croat, a Croatian woman who is in

love with a Serbian man, and last of all, a maniac

who feeds poisoned sausages to dogs. Rajko

Grlić introduces real pieces of a puzzle of which

he is the only one who can put them together.

THE CONSTITUTION

Ustav Republike Hrvatske

In einem Wohnhaus in Zagreb leben vier Personen, und zwar völlig aneinander vorbei. Vjeko, einen Geschichtsprofessor,

hält nach dem Tod seiner großen Liebe nur mehr sein schwerkranker Vater Hrvoje am

Leben, den er in seiner Wohnung pflegt. Derweil führen die Krankenpflegerin Maja und der Polizist Ante

ein inniges, aber wegen Antes Trinkverhalten oft schwieriges Eheleben. Und das noch dazu in einer viel

zu kleinen Wohnung. Das Schicksal führt die vier zusammen, als der homosexuelle Vjeko, verkleidet als

Frau, von einer Gruppe Hooligans krankenhausreif geschlagen wird. Maja kümmert sich erst um ihn und

später auch um seinen Vater, der schnell Gefallen an ihrer Pflege findet. Im Gegenzug bittet sie dessen

Sohn, ihrem Mann beim Lernen für seine anstehende Prüfung über die Verfassung zu helfen. Dem kroatischen

Nationalisten Vjeko fällt es jedoch schwer, sich auf den Serben Ante einzulassen, der sich wiederum

an der sexuellen Orientierung seines Gesprächspartners stört. Erst im Laufe der Zeit lernen die Charaktere,

ihre Vorurteile zu überwinden. Rajko Grlićs preisgekröntes Drama überzeugt durch eine gehörige

Portion Menschlichkeit und zeigt die Darsteller mit all ihren Stärken und Schwächen. Ein berührender Film

über die langsame Entwicklung einer Freundschaft, der man sich als Zuseher kaum entziehen kann.

Four people live in an apartment building in Zagreb – completely separate lives, to be precise. After the

passing of the love of his life, the only thing keeping history professor Vjeko alive is his critically ill father

Hrvoje, who he is taking care of in his flat. In the meantime, nurse Maja and policeman Ante are currently

leading an affectionate but often complicated marriage – due to Ante’s drinking patterns and to make

matters worse, living in a far too small apartment. Fate brings all of them together when Vjeko, who

is homosexual, is brutally beaten up by a group of hooligans while wearing women’s clothing. Maja first

looks after him, and later, takes care of Vjeko’s father as well who quickly takes pleasure in her nursing

care. In return, she asks Vjeko to help her husband study for his upcoming exam about the constitution.

But, as a Croatian nationalist, Vjeko has a hard time developing an understanding for Serbian Ante who,

in turn, is bothered by the sexual orientation of his conversational partner. Only in the course of time, do

the characters learn to overcome their prejudices. Rajko Grlić’s award-winning film drama convinces

through a great deal of humanity and depicting the protagonists with all their strengths and weaknesses.

A touching film about the slow development of a friendship which the viewer can barely withdraw from.

Spielfilm. Kroatien | Tschechien | Mazedonien |

Slowenien 2016

Sprache Kroatisch mit engl. UT

Länge 93 min.

Format DCP

Farbe

Regie Rajko Grlić

Drehbuch Rajko Grlić, Ante Tomić

Kamera Branko Linta

Schnitt Andrija Zafranović

Musik Duke Bojadžiev

Produzent Ivan Maloča

Koproduzenten Rudolf Biermann, Dejan

Miloševski, Jani Sever, Mike Downey, Sam Taylor

Darsteller

Vjeko Kralj Nebojša Glogovac

Ante Samardžić Dejan Aćimović

Maja Samardžić Ksenija Marinković

Hrvoje Kralj Božidar Smiljanić

Ivan Stazić Mladen Hren

Produktion Interfilm, In Film, Revolution, Sever &

Sever, Film & Music Entertainment Ltd

Vertrieb/Kontakt Latido

Auszeichnungen (Auswahl) Montréal World FF

2016: Grand Prix des Amériques für den besten

Film, Slovene FF 2016: Preise für das beste Kostüm

und die beste Minderheiten-Koproduktion

Biografie Rajko Grlić

Der Drehbuchautor, Regisseur und Produzent Rajko

Grlić wurde 1947 in Zagreb geboren. Seine Filme wurden

auf allen fünf Kontinenten gezeigt und auf renommierten

Filmfestivals ausgezeichnet. Grlić absolvierte

die Filmschule der Akademie der musischen Künste

in Prag. Er ist künstlerischer Leiter des Motovun Film

Festivals und zudem Regielehrer.

Filmografie Rajko Grlić (Auswahl)

2016 The Constitution

2010 Just Between Us

2002 Josephine

1986 Three for Happiness

1974 If It Kills Me

68 Spielfilm-Wettbewerb


Spielfilm-Wettbewerb 71

Tomasz Raczek

Die Abwanderung von Arbeitskräften ist in ganz

Osteuropa weit verbreitet. In der Ukraine stellt sie

allerdings ein besonders sichtbares und ernstes

Problem dar. Millionen von Menschen ziehen in

verschiedene europäische Länder, um dort ihren

Lebensunterhalt und den ihrer Familien in

ihrer Heimat zu verdienen. Dieser Film erzählt

eine solche Geschichte: Daryna zieht nach Italien

und nimmt einen Job als Haushälterin bei einer

despotischen älteren Dame an, deren Sohn

zwar sein eigenes Leben hat, aber immer noch

aktiv versucht, seiner Mutter, wo es nur geht,

zu helfen. Die Arbeit im Ausland bringt zahlreiche

Konsequenzen mit sich, die sogar die Rückkehr

ins alte Leben unmöglich machen können.

Es sei denn, Daryna setzt alles auf eine Karte.

Economic migration is widespread throughout

Eastern Europe, but is a particularly visible and

serious problem in Ukraine. Millions of people go

to different European countries to earn a living for

their families. The film tells one of those stories:

Daryna ends up in Italy as the housekeeper for an

elderly and bossy lady, son, despite having his own

life, tries to do everything he can for her. Working

abroad has many consequences, which can even

make returning to one’s previous life impossible.

Unless Daryna is willing put everything at stake.

THE NEST OF THE

TURTLEDOVE

Gnizdo gorlytsi

Die Ukrainerin Daryna arbeitet in Italien als Haushälterin bei einem gut situierten Anwalt und dessen herrischer

Mutter, um ihrer Familie zuhause Geld schicken und so ein besseres Leben ermöglichen zu können.

Nach langer Zeit kehrt sie schließlich in ihr Heimatdorf in den ukrainischen Karpaten zurück, um ihren

Mann und ihre Tochter endlich wiederzusehen. Dort muss sie allerdings feststellen, dass ihre Familie nicht

mehr dieselbe ist wie die vor zwei Jahren. Zu allem Überdruss ist sie selbst noch dazu in der zehnten Woche

schwanger, was sie freilich für sich behält. Das verflochtene Drama des Regisseurs und Drehbuchautors

Taras Tkachenko veranschaulicht mit zahlreichen Rückblenden, wie sehr die Bedürfnisse der zentralen

Charaktere letztlich von Geld bestimmt werden und wie stark dieses Faktum die Beziehungen zwischen

ihnen zunehmend verändert. In erster Linie ist es Daryna, die mittlerweile zwischen ihren zwei Leben völlig

hin- und hergerissen ist und um ihre Würde als Frau und Mutter ringt, aber auch alle anderen Beteiligten

sehen sich mehr und mehr neuen Herausforderungen gegenüber. Eine Lösung, die alle zufriedenstellt,

scheint es nicht zu geben. Sensibel und durchdacht setzt sich The Nest of the Turtledove mit dem Thema Arbeitsmigration

auseinander, ohne seine Protagonisten dabei zu verurteilen. Ein Einzelschicksal ist das von

Daryna übrigens mit Sicherheit nicht: Angeblich arbeiten heute rund vier Millionen Ukrainer im Ausland.

Daryna from Ukraine works as a housekeeper for a well-off lawyer and his mother in Italy, sending

money back home so that her family can enjoy a better life. After a very long time away, she returns

to her home village in the Ukrainian Carpathian Mountains to reunite with her husband and

daughter. She notices that her family has changed over the course of her two-year absence. She

also discovers that she is ten weeks pregnant, which she keeps to herself. By using several flashbacks

in his intertwined drama, the director and scriptwriter, Taras Tkachenko, illustrates how the

film’s central characters are motivated by money and how this increasingly affects their relations.

Daryna is completely torn between two lives and struggles for her dignity as a woman and a mother.

A solution that would make everyone happy does not seem to exist. Hence The Nest of the Turtledove,

as an intelligent debate about work–related migration, does not judge its protagonists. Daryna’s

fate is certainly not an individual one: Almost four million Ukrainians work abroad nowadays.

Spielfilm. Ukraine | Italien 2016

Sprache Ukrainisch, Italienisch mit engl. UT

Länge 102 min.

Format DCP

Farbe

Regie Taras Tkachenko

Drehbuch Taras Tkachenko, Vasyl Melnyk

Kamera Olexandr Zemlyanyj

Schnitt Viktor Malyarenko

Musik Stefano Lentini

Produzenten Volodymyr Filippov, Andriy

Suyarko, Alla Ovsyannikova

Koproduzenten A. D'Alessandro, F. Canepa

Darsteller

Daryna Rimma Zyubina

Dmytro Vitaliy Linetskiy

Alessandro Mauro Cipriani

Vittoria Lina Bernardi

Yurko Mykola Boklan

Produktion Insightmedia Producing Center, 4Rooms

Vertrieb/Kontakt Insightmedia Producing Center

Auszeichnungen (Auswahl) Odessa IFF 2016:

Golden Duke, Mannheim-Heidelberg IFF 2016:

Preis der Ökumenischen Jury, Preis für die beste

Hauptdarstellerin

Biografie Taras Tkachenko

Taras Tkachenko wurde 1975 in Kiew geboren. Er

schloss Studien in Philologie an der Universität Kiew

sowie in Film- und Fernsehregie an der Nationalen

Universität für Theater, Film und Fernsehen ab. 2016

wurde er zum Leiter des ukrainischen Verbands der

Kameraleute ernannt. Sein Spielfilmdebüt gab er

2008 mit The Right to Hope und 2011 steuerte er das

Segment Dog Waltz für den Anthologiefilm Lovers in

Kiev bei.

Filmografie Taras Tkachenko (Auswahl)

2016 The Nest of the Turtledove

2013 The Poet

2011 Lovers in Kiev (Segment: Dog Waltz)

2008 Right to Hope

2002-2004 Tragical Love for Cheating Nusk

70 Spielfilm-Wettbewerb


Spielfilm-Wettbewerb 73

Tomasz Raczek

Die sehr theatralische und metaphorische Geschichte

einer Situation, in der wir uns immer

häufiger befinden: der plötzlichen Konfrontation

mit fundamentalistischen Einstellungen. Es ist

gleichgültig, welche Religion, Philosophie oder

Lehre hinter den Menschen steht, die ihre Rebellion

gegen eine Welt voller ethische Herausforderungen

durch hysterische Hingabe an eine

bereits verkündete Wahrheit ausdrücken – das

Ergebnis ist immer dasselbe: Noch größeres Chaos,

Zerstörung und schließlich die Einschränkung

der Freiheit werden als beste Heilmittel gegen

die Krise dargestellt. Kirill Serebrennikov warnt

uns mit seinem Film, dass in Russland gerade ein

ähnlicher Prozess in Gang gesetzt worden ist.

A very theatrical and metaphorical story of a situation

that we find ourselves facing more and

more frequently: the sudden confrontation

with fundamentalist attitudes. It doesn’t matter

which religion, philosophy or doctrine is lurking

behind people who express their rebellion

against the ethically challenged world through

hysterical dedication to an already stated truth.

The result is always the same: even greater chaos,

destruction and finally restriction of freedom

are presented as the best remedy to the crisis.

Kirill Serebrennikov’s film warns us that a similar

process has just been put into motion in Russia.

THE STUDENT

(M)uchenik

Benjamin treibt die Menschen rings um ihn an den Rand der Verzweiflung. Seit sich der junge Russe mit

Haut und Haar dem christlichen Fundamentalismus verschrieben hat und die Bibel wortwörtlich auslegt,

scheint niemand mehr vor seinen verbalen Rundumschlägen sicher zu sein. Seine geschiedene Mutter

bezichtigt er des Ehebruchs, die Gehbehinderung eines Freundes führt er auf die Sünden von dessen

Eltern zurück, dem Religionslehrer hält er die Scheinheiligkeit der orthodoxen Kirche vor und die freizügige

Badebekleidung seiner Mitschülerinnen ist für ihn ein Beweis ihrer Verdorbenheit. Nur die Biologielehrerin

Elena leistet den Missionierungsversuchen des fanatischen Schülers Widerstand, da sie sich der

Wissenschaft verpflichtet fühlt. Aus ihrem Wunsch, Benjamins Religiosität zu verstehen, wird freilich bald

ebenfalls eine Art Besessenheit, die nicht nur ihr Privatleben, sondern auch ihren Beruf und ihren Verstand

zunehmend auf die Probe stellt. In Kirill Serebrennikovs Drama halten sich skurrile und ernste Szenen die

Waage. Die „höchst aktuelle Warnung vor falschen Propheten“ (MDR) beeindruckt durch eine dicht am

Thema spürbare Atmosphäre, die sie vor allem Einblendungen zahlreicher Bibelstellen, der sparsam eingesetzten

Musik, ungewöhnlich langen Einstellungen und oft in Hysterie ausartenden Dialogen verdankt.

Benjamin drives the people around him to the verge of despair. Since the young Russian student

started devoting himself to Christian fundamentalism and swears on everything in the Bible, no

one seems safe from his verbal fervour. He accuses his divorced mother of adultery, and blames his

friend’s parents’ sinful behaviour for their son’s walking impediment. His religion teacher has to endure

the accusation of the Orthodox church being sanctimonious, and the revealing swimwear of

his female classmates is proof of their voluptuousness. Only his biology teacher Elena tries to resist

his fanatic conversion attempts because she feels obligated to science. Her desperate wish to understand

Benjamin’s religiosity also turns into an obsession, which increasingly tests not only her private

life, but also her profession and intellect. In Kirill Serebrennikov’s drama, bizarre and serious scenes

counter-balance each other. The “current warning against false prophecy“ (Mitteldeutscher Rundfunk)

owes its thematically accurate atmosphere to numerous flashes of Bible passages, the sparse

use of music, extraordinarily long camera shots and the quickly escalating, hysterical dialogues.

Spielfilm. Russland 2016

Sprache Russisch mit dt. UT

Länge 118 min.

Format DCP

Farbe

Regie und Drehbuch Kirill Serebrennikov

Drehbuch K. Serebrennikov, M. von Mayenburg

Kamera Vladislav Opelyants

Schnitt Yury Karikh

Musik Ilya Demutsky

Produzenten I. Stewart, D. Safarova, Y. Kozyrev

Koproduzenten Sergey Shtern, Svetlana Ustinova,

Ilya Dzhincharadze, Katerina Komolova

Darsteller

Benjamin Petr Skvortsov

Elena Lvovna Victoria Isakova

Schulleiterin Svetlana Bragarnik

Sportlehrer Anton Vasiliev

Produktion Hype Film

Vertrieb/Kontakt Neue Visionen Filmverleih

Auszeichnungen (Auswahl) Cannes FF 2016:

François Chalais Award, European Film Awards

2016: Preis für die beste Musik

Biografie Kirill Serebrennikov

Kirill Serebrennikov, 1969 in Russland geboren,

debütierte nach seinem Physikstudium in Rostow

1994 als Theaterregisseur. Vier Jahre später erschien

sein erster Film. 2008 gründete er den experimentellen

Studiengang Schauspiel und Regie an der

Kunst- und Theaterschule in Moskau. Er ist vor allem

durch seine Theaterinszenierungen bekannt, die u.a.

bei den Wiener Festwochen aufgeführt wurden. Er

brachte russische Literaturklassiker, aber auch Stücke

internationaler Dramatiker wie Shakespeare oder

Brecht und zahlreiche Opern auf die Bühne. Seine Filme

wurden wiederholt ausgezeichnet.

Filmografie Kirill Serebrennikov (Auswahl)

2016 The Student

2012 Betrayal

2008 Yury’s Day

2006 Playing the Victim

72 Spielfilm-Wettbewerb


Spielfilm-Wettbewerb 75

Tomasz Raczek

Train Driver’s Diary ist eine bittersüße Erzählung

über einen Segen und einen Fluch, die das Schicksal

eines einzigen Eisenbahners mitbestimmen.

Und zugleich ist es eine rührende Geschichte

über zwei Lokführer, einen Vater und seinen Adoptivsohn,

sowie eine Parabel über das Leben

überhaupt. Wer weder Schmerzen noch Verluste

erlitten hat, wird alltägliches Glück nicht zu schätzen

wissen. Der Film von Miloš Radović sprengt die

zeitlichen und räumlichen Rahmen und spielt fern

von globalen Spannungen, Kriegen und Tragödien.

Er schleicht sich förmlich hinein in unser Unterbewusstsein,

um dort schmerzlos unseren Seelenzustand

zu untersuchen. Der Film hat nicht vor,

irgendjemandem wehzutun, sondern uns ab und

zu in die Augen zu schauen, und zwar mit dem

kraftvollen Blick des brillanten Hauptdarstellers

Lazar Ristovski, der den Film auch produziert hat.

A bittersweet story about a train driver’s fortune

being determined by a blessing and a curse. At

the same time, it’s also a moving story about two

train drivers – a father and his foster son – and a

parable about every man’s life. Someone who

has never experienced pain or suffered a loss will

never learn to appreciate everyday happiness.

Miloš Radović’s film is suspended in space and

time, set far away from global tensions, wars and

tragedies. It slips smoothly into our consciousness

and then painlessly checks our state of

mind. The film doesn’t want to hurt anyone: it just

sometimes looks us in the eye, with the powerful

glance of the main character, brilliantly played

by Lazar Ristovski, who is also the film’s producer.

TRAIN DRIVER’S DIARY

Dnevnik mašinovođe

Lokführer müssen im Laufe ihres Berufslebens den Tod von bis zu 20 Menschen verantworten. Mit 28 Leichen

ist Ilija Rekordhalter unter seinen Kollegen. Aber das scheint abgesehen von ein paar Psychologen

niemanden zu interessieren. Es ist schließlich nicht seine Schuld, wenn sich jemand absichtlich vor seinen

Zug wirft. Weil der Anstand es verlangt, verteilt er dennoch nach jedem Unfall Blumen an die Verwandten

der Opfer. Eines Tages spaziert ein Kind, erst zehn Jahre alt, vor seinem Zug auf die Schienen und weigert

sich auch nach mehrmaligem Hupen, den Weg freizugeben. Ilija vermeidet mit einer Vollbremsung

zum Glück aber das Schlimmste und rettet das Leben des Buben. Und weil dieser sonst niemanden hat,

nimmt er ihn bei sich auf. Das geht solange gut, bis der Kleine beschließt, in die Fußstapfen seines Ziehvaters

zu treten. Denn von dieser Idee hält Ilija rein gar nichts. Miloš Radović vollbringt mit seiner erfrischend

schrägen Tragikomödie eine charmant-witzige Annäherung an ein sehr ernstes Thema. Seine

bewegende und mit liebenswerten Protagonisten bevölkerte Geschichte erzählt er mit einer gehörigen

Portion schwarzem Humor. Zurecht wurde Train Driver’s Diary 2016 unter anderem mit dem Publikumspreis

des Internationalen Moskauer Filmfestivals sowie dem Young Audience Award in Sarajevo ausgezeichnet.

Statistics show that train drivers will be unintentionally responsible for the death of approximately 20 people

over the span of their professional lives. Ilija, responsible for 28 corpses, holds a ghastly record. However,

apart from a few psychologists, there is little interest in his case. After all, it couldn’t be Ilija’s fault that people

decide to throw themselves in front of his train. Still, he sends flowers to the families of the deceased

after each accident – that’s common courtesy. One day a little boy, about ten years old, refuses to leave

the tracks during his play. In the nick of time Ilija manages to stop the speeding train to save the child’s

life. After it is revealed that he has no family, Ilija adopts the boy into his own home to take care of him.

Everything is going well until the boy decides to become a train driver himself, just like his adoptive father

– an idea that Ilija does not approve of at all. Miloš Radović’s refreshing comedy is a charming, witty

approach to a serious subject. The moving story, enriched with irresistible protagonists, is served with

a large portion of black humour. It isn’t surprising that the film won several awards, including the Audience

Award of the Moscow International Film Festival, as well as the Young Audience Award in Sarajevo.

Spielfilm. Serbien | Kroatien 2014

Sprache Serbisch mit dt./engl. UT

Länge 90 min.

Format DCP

Farbe

Regie und Drehbuch Miloš Radović

Kamera Dušan Joksimović

Schnitt Đorđe Marković

Musik Mate Matišić, Šimun Matišić

Produzenten Lazar Ristovski, Petar Ristovski

Koproduzent Ivan Maloča

Darsteller

Ilija Lazar Ristovski

Sima Petar Korać

Junger Sima Pavle Erić

Jagoda Mirjana Karanović

Produktion Zillion Film, Interfilm

Vertrieb/Kontakt Zillion Film

Auszeichnungen (Auswahl) Arpa IFF 2016: Preise

für das beste Drehbuch und den besten Spielfilm,

Brussels IFF 2016: Grand Prix, Moscow IFF 2016:

Publikumspreis

Biografie Miloš Radović

Miloš Radović (1955) studierte Film und Regie an

der Fakultät der dramatischen Künste in Belgrad. Er

konnte sich als Regisseur und Drehbuchautor sowohl

national als auch international einen Namen

machen. Neben Train Driver’s Diary ist er vor allem

bekannt für A Small World, in dem ebenfalls Lazar Ristovski

eine tragende Rolle spielt, sowie für die Serie

Open Doors. Radovićs Regietätigkeit beinhaltet unter

anderem drei Spielfilme, vier Fernsehserien und fünf

Theaterstücke. Er erhielt für sein Werk bereits über 60

internationale Auszeichnungen, u.a. den Jury-Preis in

Cannes für den besten Kurzspielfilm.

Filmografie Miloš Radović (Auswahl)

2016 Train Driver’s Diary

2004 Falling into Paradise

2003 A Small World

1988 Happy End

1987 Balkan Express

74 Spielfilm-Wettbewerb


DOKUMENTARFILM-WETTBEWERB

Documentary Competition

Rada Šešić

Kuratorin für den Dokumentarfilm-Wettbewerb

Curator of the Documentary Competition

Mehr Kultur und Information

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DONNERSTAG

ÖSTERREICH EUROPA

INTERNATIONAL

Als Echo von Walter Benjamins Idee, wie das Erzählen von Geschichten Information in Weisheit

verwandelt, könnten wir auf unsere zehn Dokumentationen wie auf filmische Prachtstücke

blicken, die reale Lebensgeschichten auf eine ergreifende Weise vermitteln. Die Filmemacher

spiegeln nicht nur die relevanten Aspekte der Realität einer Person, die ihrer Familie, ihrer Stadt

oder ihres Sportklubs wider, sondern teilen deren Vorstellung in raffinierten Herangehensweisen

mit uns und laden uns dazu ein, eigene Ideen zu formen. Jeder einzelne Film bewegt

uns während des Zusehens und hinterlässt einen starken Eindruck, der uns zum Nachsinnen

anregt, sowie einen intellektuellen und emotionalen Stimulus, der noch lange nach der Vorführung

anhält. Bağlar von zwei mutigen Regisseurinnen aus der Türkei, Berke Baş & Melis

Birder, liefert uns die spannende Geschichte einer Gruppe Jugendlicher, die seit ihrer Kindheit

mit politischem sowie sozialem Niedergang und Heuchelei konfrontiert sind. Communion von

der jungen Polin Anna Zamecka nimmt auf sehr präzise Art essentielle Probleme in Angriff:

Elternschaft, Glaube, Krankheit, Suche nach Liebe und Hoffnung. Eine andere akribische Dokumentarfilmerin,

die Rumänin Monica Lăzurean-Gorgan, arbeitete sieben Jahre an A Mere

Breath. Dieses tiefgründige Familiendrama verändert vor unseren Augen seine physische und

emotionale Gestalt und spricht unsere allgemeine Menschlichkeit an. Mit Humor und seiner

üblichen Leichtigkeit geht Tonislav Hristov in der bulgarisch-finnischen Koproduktion The

Good Postman heiße Themen der Gegenwart an: Migration, Xenophobie und politische Korruption.

Die estnische Dokumentation Let’s Play War von Meelis Muhu geht noch einen Schritt

weiter und stellt unser moralisches Urteilsvermögen über uns und unsere Nächsten in Frage.

Der norwegisch-lettische Film Liberation Day von Uģis Olte & Morten Traavik dokumentiert die

rebellische slowenische Band Laibach, die an einem obskuren Ort und unter obskuren Verhältnissen

ein Konzert spielte – in Nordkorea. Die Geschichte entwickelt sich in bemerkenswert

fesselnder und charmanter Manier. My Friend Boris Nemtsov ist das Debüt der Russin Zosya

Rodkevich, die ein persönlich orientiertes Narrativ in ein größeres Bild der gegenwärtigen Gesellschaft

zeichnet. Die Doku-Auswahl bietet Werke von Anfängern und Meistern Schulter an

Schulter. Der Tscheche Miroslav Janek ist Professor für Film und ein international erfahrener

Filmemacher. Jeder seiner Filme, inklusive Normal Autistic Film, liefert brillante Züge vollkommener

Ehrlichkeit und Menschlichkeit. Scream for Me Sarajevo, das Debüt von Tarik Hodžić

aus Bosnien und Herzegowina, befasst sich mit der spannenden Frage: Gibt es unter abnormalen

Lebensumständen so etwas wie Normalität? Der polnische Film 21 x New York von Piotr

Stasik ist schließlich ein Film-Essay, der die Entfremdung und Einsamkeit der modernen Gesellschaft

ins Visier nimmt. Wir bieten zehn starke filmische Konzepte, zehn narrative Denkanstöße

und dutzende Gründe, in sie einzutauchen und mit den Machern dahinter zu interagieren.

Echoing Walter Benjamin’s ideas on how storytelling transmutes information into wisdom, we

could look at our ten documentaries as cinematic gems, which convey real life stories in ways

that capture us. The filmmakers not only mirror the relevant aspects of the reality of a person,

a family, a city or a sports club, but share with us their vision in cinematically sophisticated

and thought-provoking approaches. Each and every documentary moves us and leaves a

long-lasting impression, providing us with a number of corridors for contemplation as well as

an intellectual and emotional stimulus that lasts long after the screening. Bağlar, one of the

documentaries directed by two courageous female directors from Turkey, Berke Baş & Melis

Birder, brings us the exciting story of a group of youngsters who are confronted with political

as well as social downfall and hypocrisy since childhood. Communion, by young Polish

Anna Zamecka, tackles crucial issues in a very refined manner: parenthood, faith, illness, the

search for love and hope. Another meticulous documentary maker, Romanian Monica Lăzurean-Gorgan,

worked for seven years on A Mere Breath. This profound family drama changes

its physical and emotional shape in front of us and addresses our common humanity. In the

Bulgarian-Finnish production The Good Postman, Tonislav Hristov tackles hot topics of today’s

world with the same humour and lightness as in the past: migration, xenophobia and political

corruption. In continuation, Meelis Muhu’s Estonian documentary Let’s Play War makes a

further step and questions our capacity for moral judgement about ourselves and those next

to us. Liberation Day by Uģis Olte & Morten Traavik is a Norwegian-Latvian co-production

on the rebellious Slovenian band Laibach and their concert in the most obscure place and

circumstances – North Korea. The story unfolds in a remarkably suspenseful and charming

manner. Zosya Rodkevich from Russia with her debut film My Friend Boris Nemtsov, bravely

draws a personally oriented narrative into a much bigger picture. The selection of documentaries

throws both the beginners as well as the masters into the same circle. Miroslav Janek is a

Czech professor of cinema and an internationally experienced practitioner. Each of his films, including

Normal Autistic Film, centre upon total honesty and humanity. Scream for Me Sarajevo

marks the debut of Tarik Hodžić from Bosnia and Herzegovina and deals with an exciting question:

Is there any normality in abnormal life circumstances? Finally, the Polish 21 x New York by

Piotr Stasik is a film essay, which sophisticatedly plunges into the omnipresent alienation and

solitude of modern society. We offer ten strong cinematic approaches, ten thought-provoking

narratives and dozens of reasons to immerse into them as well as interact with the filmmakers.

Dokumentarfilm-Wettbewerb 77


Dokumentarfilm-Wettbewerb 79

Rada Šešić

Selbst New Yorkern sollte dieser Filmessay eine

ganz neue Seite der Metropole offenbaren. Aus

sorgfältig gewählter Distanz tritt der polnische

Regisseur als jemand auf, der mit den Menschen,

die er beobachtet, ganz offensichtlich sympathisiert.

Die Einsamkeit im Großstadtdschungel, das

Gefühl des Alleinseins selbst inmitten von Menschenmengen

und sich ständig bewegender

Stadtbewohner, die Sehnsüchte der Menschen,

die in einer Gesellschaft leben, die scheinbar

alles zu bieten hat – all dem kann man in diesem

anspruchsvollen Film begegnen. Der Narzissmus

und die Technologien, die ihn fördern,

werden in diesem fesselnden Film über eine

bezaubernde Stadt überaus gekonnt erkundet.

Even for New Yorkers, this exciting film essay should

offer a fresh and flavoursome depiction of life in

their metropolis. The Polish director, carefully distancing

himself, obviously sympathises with the

people he observes. The solitude within the urban

jungle, the feeling of loneliness in places where

there is a constant crowd and fluctuation of city

inhabitants and the cravings of people who live

in the society that seemingly offers everything

are all encountered in this sophisticated cinematic

portrait. The narcissism and technology

that support this piece are masterly explored in

this compelling film about an enchanting city.

21 X NEW YORK

21 x Nowy York

Knapp acht Millionen Menschen leben in New York und sehr viele von ihnen benutzen täglich die

U-Bahn. In seiner elektrisierenden Doku zeigt Piotr Stasik 21 von ihnen und vermittelt so ein Stimmungsbild

der Stadt, die bekanntlich niemals schläft. In intimen Gesprächen erzählen diese New Yorker aus allen

Bereichen der Gesellschaft von ihrem Alltag, von ihren kleinen Träumereien, ihren verlorenen Lieben

und ihren geheimen Sehnsüchten. Philosophische Gedanken wechseln sich mit banalen Erkenntnissen

ab – über sich selbst, die Welt und das Leben. Da die Kamera diesen 21 Menschen immer wieder auch

aus dem pulsierenden Untergrund an die Oberfläche folgt, können die Zuschauer zudem ein New York

sehen, das man so weder aus gängigen Reiseführern noch aus Hollywoodfilmen kennt. Der hypnotische

Film spiegelt mit rasanten Bildern nicht nur das Innenleben des Big Apples wider, sondern gerät

gleichermaßen auch zu einer Art Reflexion über die westliche Zivilisation, in der trotz allen Fortschritts

in Wissenschaft, Technik und Co. der Kampf gegen das Alleinsein und die Sehnsucht nach Zweisamkeit

der elementare Motor des Daseins bleibt. Der filmische Essay, der an Jim Jarmusch und Gaspar Noé

erinnert, war 2016 unter anderem für den Europäischen Filmpreis als „Bester Dokumentarfilm“ nominiert.

Almost eight million people live in New York and a great many of them use the subway every day. In his

electrifying documentary, Piotr Stasik introduces twenty-one of them and, in doing so, conveys an atmosphere

of the city that, as is well known, never sleeps. In intimate conversations, these New Yorkers from

all areas of society talk about their everyday life, their reveries, their lost loves and their secret longings.

Philosophical thoughts alternate with banal findings and realisations about themselves, the world and

life in general. Because the camera keeps on following these twenty-one people from the vibrant underground

to the surface, the audience is able to see New York in a way they usually do not get to see

the city in common guidebooks or Hollywood films. Not only does the hypnotising film mirror the inner

life of the Big Apple with fast-paced images, but also the western civilization. It is a reflection of a society

where the struggle against loneliness and the need for togetherness remains the elementary drive for

existence – despite all the progress in science, technology etc. This film essay which is reminiscent of Jim

Jarmusch and Gaspar Noé was nominated for the best documentary at the European Film Awards 2016.

Dokumentarfilm. Polen 2016

Sprache Englisch, Chinesisch, Polnisch, Russisch

mit engl. UT

Länge 70 min.

Format DCP

Farbe

Regie und Drehbuch Piotr Stasik

Kamera Piotr Stasik

Schnitt P. Stasik, D. Wardęszkiewicz, T. Wolski

Musik Karol Rakowski

Produzentin Agnieszka Wasiak

Produktion Lava Films, TVP S.A

Vertrieb/Kontakt Lava Films

Auszeichnungen (Auswahl) Krakow FF 2016:

Preis für den besten polnischen Dokumentarfilm,

European Film Awards 2016: Nominierung für den

besten Dokumentarfilm

Biografie Piotr Stasik

Piotr Stasik, 1976 geboren, wuchs auf einem polnischen

Bauernhof auf. Schon früh begann er sich für

die Filme großer Autorenfilmer wie Ingmar Bergman

und Andrei Tarkowski zu interessieren. Nach einem

Dokumentarfilmkurs an der Wajda Filmschule und

einem abgeschlossenem Soziologiestudium gründete

er den Verband ‚ę’ zur Förderung sozio-kultureller

Projekte in polnischen Kleinstädten. Mit seinem für

den Europäischen Filmpreis als bester Dokumentarfilm

nominierten 21 x New York spannt er einmal

mehr in seiner Filmografie gekonnt den Bogen zwischen

Kunst und Gesellschaft. Momentan arbeitet er

an einem neuen Film. Titel: Opera about Poland.

Filmografie Piotr Stasik (Auswahl)

2016 21 x New York

2013 Dziennik z podrózy

2011 Koniec Iata

2009 Andrzej Wajda: Róbmy zdjecie!

2008 Ponad chodnikami

78 Dokumentarfilm-Wettbewerb


Dokumentarfilm-Wettbewerb 81

Rada Šešić

Über sieben Jahre hinweg gefilmt, behandelt

dieses Familiendrama viele wichtige Aspekte im

Leben eines Menschen: Liebe und Zweisamkeit,

Krankheit in der Familie, das Weitergeben der

Ideale der Eltern an die Kinder, der Umgang mit

dem Glauben, die Unterscheidung von Gut und

Böse. Durch einen großartigen Zugang, selbst zu

den intimsten innerfamiliären Momenten, bleibt

die Kamera der Regisseurin unsichtbar und man

fühlt sich wie ein Geist am Küchentisch, wo über

Gewissensnöte und den richtigen Weg im Leben

nachgedacht, diskutiert und gestritten wird. Es ist

ein überaus stiller Film, in dem die Einfachheit zum

wichtigsten Prinzip des dokumentarischen Ansatzes

gemacht wird, was die Geschichte einer einzelnen

Familie zu einer universellen werden lässt.

Shot over a period of seven years, this family drama

tackles many important aspects of human life: love

and togetherness, disease in the family, parents

passing their life values on to their children, faith,

distinguishing good from evil. The director’s invisible

camera offers a doorway into the most private

interactions with the family’s dynamics, making

us the silent observers sitting at the kitchen table,

where the characters ponder, argue and struggle

over moral dilemmas and the righteous path in life.

It is a profoundly quiet film, in which simplicity is key

in the documentary’s approach, transposing this

single family’s story into a universally appealing one.

A MERE BREATH

Doar o rãsuflare

Dobrin Sicrea lebt mit seiner Familie in einer kleinen Stadt mitten in Transsilvanien. Der von schwerer

Metallindustrie extrem verschmutzte Ort wirkt trostlos und düster. Die Straßen sind voller Staub, die Felder

graubraun, und der Smog scheint undurchdringbar. Als die Zink- und Bleifabrik Sometra 2009 ihre

Türen schließt, klammert sich der plötzlich arbeitslos gewordene Familienvater noch stärker an seinen

christlichen Glauben als schon zuvor. Er ist fest überzeugt davon, dass der allmächtige Gott in seiner unendlichen

Güte ihm und seiner Familie beistehen wird. Was durchaus seltsame Blüten treibt: So zwingt

er etwa seine Frau Lia und seine beiden anderen Kinder immer wieder, um die Gesundung der an den

Rollstuhl gefesselten Tochter Denise zu beten. Aber auch Dobrin selbst spricht immer wieder zu seinem

Gott. Doch der schweigt und schweigt und das ersehnte Wunder bleibt aus. Über sieben Jahre begleitete

die rumänische Regisseurin Monica Lăzurean-Gorgan ihren Protagonisten und seine Familie in ihrem

Alltag. Das Ergebnis ist eine vielschichtige und intensive Geschichte, die in ihrem Kern einer Hommage

an die Wichtigkeit des familiären Zusammenhalts in schwierigen Zeiten entspricht – ohne dabei

freilich zu verheimlichen, welche widersprüchlichen Folgen derselbe in der Praxis oftmals zeitigen kann.

Dobrin Sicrea lives with his family in a small town in the centre of Transylvania. The place seems dark and

dull: extremely polluted by the metal industry, the streets are full of dust, the fields are drab and the thick

layer of smog appears impenetrable. When the zinc and lead production factory, Sometra, shuts down in

2009, Dobrin – the father of three children – suddenly finds himself unemployed. As a result, he turns, even

more than before, to his Christian faith. Dobrin is convinced that ‘almighty God in his eternal goodness’

will stand by him and his family. Which bears strange consequences: Devoted only to God, he forces his

wife Lia and his two healthy children to pray for the healing of his third child, Denise, who depends on

a wheelchair. Dobrin prays incessantly for this too, but God remains silent and the miracle Dobrin hopes

for never happens. The Romanian director Monica Lăzurean-Gorgan followed the protagonist and his family

for more than seven years. The outcome is a multilayered and intense story about the importance of

family cohesion in desperate times. Despite paying tribute to the concept of families in theory, this documentary

refuses to hide the contradictions and consequences families can bring about in practical terms.

Dokumentarfilm. Rumänien 2016

Sprache Rumänisch mit engl. UT

Länge 67 min.

Format DCP

Farbe

Regie und Drehbuch Monica Lãzurean-Gorgan

Kamera Marius Apopei, Barbu Bălășoiu

Schnitt Andrei Gorgan

Produzenten Monica Lăzurean-Gorgan,

Hanka Kastelicová, Alina David

Produktion Manifest Film, HBO

Vertrieb/Kontakt Syndicado

Auszeichnungen (Auswahl) Sarajevo FF 2016:

Herz von Sarajevo für den besten Dokumentarfilm,

Astra IDFF 2016: Preis für den besten rumänischen

Dokumentarfilm

Biografie Monica Lãzurean-Gorgan

Die Regisseurin, Drehbuchautorin und Produzentin

Monica Lãzurean-Gorgan absolvierte 2001 ihr

Studium der Filmregie in Bukarest. Gemeinsam mit

dem Regisseur Adrian Sitaru gründete sie die Produktionsfirma

4 Proof Film und war so unter anderem

bei The Cage, Best Intentions und Domestic mit

dabei. Außerdem koproduzierte sie den Dokumentarfilm

Chuck Norris vs. Communism, der 2015 auch

bei LET’S CEE lief. Ihr jüngstes Werk A Mere Breath

wurde 2016 auf dem Sarajevo Film Festival mit dem

Herz von Sarajevo geehrt und bereits auf zahlreichen

Festivals gezeigt.

Filmografie Monica Lãzurean-Gorgan (Auswahl)

2016 Dream Images

2016 A Mere Breath

2011 My Vote

2009 Pitching Session

2008 The Devil’s Choice

80 Dokumentarfilm-Wettbewerb


Dokumentarfilm-Wettbewerb 83

Rada Šešić

Bağlar ist ein Bezirk von Diyarbakır, jener Stadt,

die in den Nachrichten als die inoffizielle Hauptstadt

des türkischen Kurdistan bekannt geworden

ist. Bağlar ist aber auch der Name jenes Basketballteams,

das als kollektiver Protagonist dieser

dynamischen Dokumentation dient. Es scheint,

als wäre das Hauptthema des Films Sport, doch

die dramatischen Wendungen in der Geschichte

sind hochpolitisch. Durch die dreijährigen Dreharbeiten

und die so entstandene Nähe zu einer

Gruppe von Männern gelang es den beiden Regisseurinnen,

sowohl intime Momente des Sieges

als auch der Frustration, der Angst und des

Zorns zu vermitteln. Nicht nur solche, die aus dem

Sport herrühren, sondern auch solche aus dem

Alltag, der mit der Politik stark verwoben ist. Mit

Sicherheit eine der besten türkischen Dokumentationen

der letzten Jahre und ein absolutes Muss.

Bağlar is a district in Diyarbakır, the city known

from the news as the unofficial capital of Turkish

Kurdistan. Bağlar is also the name of the basketball

team that is the collective protagonist of this

dynamic documentary. It seems that the film’s

main topic is sports, yet the dramatic turns in the

narrative are deeply political. Having filmed the

team for three years and being so close to a group

of men, the two female directors successfully

brought not only intimate moments of victory into

the open, but frustration, fear and anger: feelings

cultivated not only by the sport, but by everyday

life as well, where politics is deeply imbedded.

This is certainly one of the best Turkish documentaries

from the last few years, a ‘must see’ film.

BAĞLAR

Meterhohe Betonbarrikaden, weiträumige Verwüstungen, mit Steinen werfende, verzweifelte Menschen

und schwer bewaffnete Polizisten mit Wasserwerfern, die gegen die protestierende Menge immer

wieder unerbittlich vorgehen: Bilder wie diese prägen seit Jahren das Image von Diyarbakır, der

wichtigsten, überwiegend von Kurden bewohnten Stadt der Türkei, wo sich der Dauerkonflikt zwischen

der größten ethnischen Minderheit des Landes und der Staatsmacht immer wieder auch gewaltsam

entlädt. Inmitten dieser nicht nur politisch brisanten Umgebung hat der idealistische Grundschullehrer

Gökhan im Bezirk Bağlar einen Basketballverein für Kinder und Jugendliche gegründet und

bereits zu beachtlichen Erfolgen geführt. In der Region ist sein Team seit langem ungeschlagen, jetzt

wollen die Jungs aber unbedingt den Aufstieg in die zweite Liga schaffen. Drei Jahre lang wurden sie

von den Filmemacherinnen Melis Birder und Berke Baş beim Training, bei den Spielen, aber auch in vielen

privaten Momenten begleitet. Der Enthusiasmus des Trainers und des Teams und die Begeisterung

der Fans wirkt dabei ansteckend. Bağlar macht einem bewusst, dass Gökhan mit seinem Engagement

den Kids in dieser krisengeschüttelten Region nicht nur ein Hobby ermöglicht, sondern dass er ihnen

etwas bietet, was sie noch viel dringender brauchen: ein Gefühl des Zusammenhalts, eine Alternative

zu ihrem oftmals nicht nur wirtschaftlich tristen Alltag und eine Perspektive für eine bessere Zukunft.

Concrete barricades that are several metres high, large-scale devastation, people throwing stones, and policemen

taking action against mass protests with water guns. Pictures like these have been shaping the image

of Diyarbakır for years. Predominantly inhabited by Kurds, this important city in Turkey is the setting

for violent conflicts between the country’s largest ethnic minority and the government. Despite the politically-charged

situation, Gökhan, a primary school teacher, has founded a basketball club for children and

juveniles in the district of Bağlar and leads them to considerable success. Regionally, the team has been

undefeated for a long time. And now the boys strive to advance to the second league. Melis Birder and

Berke Baş followed the team for three years, when they practiced and in basketball matches. But the filmmakers

also captured very private moments. The enthusiasm of Gökhan, his team and their fans seems

electrifyingly contagious. Bağlar demonstrates how this basketball club not solely serves as way for young

people to pursue a hobby, but also as a place where they feel united. The coach offers these kids an alternative

to their dull, everyday lives in a crisis-shaken city, and hence, better perspectives for their futures.

Dokumentarfilm. Türkei 2016

Sprache Türkisch mit engl. UT

Länge 81 min.

Format DCP

Farbe

Regie und Drehbuch Berke Baş, Melis Birder

Kamera Berke Baş, Melis Birder

Schnitt Melis Birder

Produzentinnen Berke Baş, Melis Birder

Koproduzenten Özgür Doğan, Zeynel Doğan

Produktion inHouse projects

Vertrieb/Kontakt Berke Baş & Melis Birder

Auszeichnungen (Auswahl) Sarajevo FF 2016:

Spezielle Erwähnung der Jury, !f Istanbul IFF 2016:

Preis der Jury

Biografie Melis Birder

Melis Birder wurde 1971 in Istanbul geboren. Sie

studierte Medienwissenschaft in New York und

gründete ebendort mit Birke Baş die Produktionsfirma

inHouse Projects. Bereits ihre ersten beiden

Dokumentarfilme wurden auf zahlreichen internationalen

Festivals ausgezeichnet. Während The Tenth

Planet: A Single Life in Baghdad u.a. in New Yorks

MOMA vorgeführt wurde, war ihr zweiter Film Visitors

unter anderem in mehreren Gefängnissen New

Yorks zu sehen.

Filmografie Melis Birder (Auswahl)

2016 Bağlar

2009 Visitors

2005 The Tenth Planet: A Single Life in Baghdad

Biografie Berke Baş

Die türkische Filmemacherin, Produzentin, Cutterin

und Kamerafrau Berke Baş studierte Politik- und Medienwissenschaften

in Istanbul und New York. Sie ist

in Istanbul auch als Dozentin tätig und war an der

Gründung des docIstanbul Documentary Studies

Center beteiligt.

Filmografie Berke Baş (Auswahl)

2016 Bağlar

2010 Planet Galata: A Bridge in Istanbul

2008 What a Beautiful Democracy!

82 Dokumentarfilm-Wettbewerb


Dokumentarfilm-Wettbewerb 85

Rada Šešić

Dieses eindrucksvolle Debüt der jungen polnischen

Filmemacherin Anna Zamecka bietet eine

Filmerfahrung, die Zuseher nicht leicht vergessen

werden können. Die Regisseurin tauchte

sorgfältig und darum bemüht, ihre Charaktere

zu verstehen, tief in eine Familiengeschichte ein,

um dort dem Schmerz, aber auch der Schönheit

zweier junger Seelen zu begegnen: eines autistischen

Jungen und seiner Schwester, die sich um

den gesamten Haushalt kümmert. Ohne dabei

irgendein Familienmitglied, wie etwa die Mutter,

die ihre Familie verlassen hat, oder den alkoholkranken

Vater, zu verurteilen, und selbst als stille

Freundin positioniert, gelingt es der Regisseurin,

eine Geschichte von Geschwistern mit vollkommener

Würde und Aufrichtigkeit zu erzählen.

This impressive debut by young Polish documentary

maker Anna Zamecka provides viewers with one

of those cinematic experiences which are not easily

forgotten. With her meticulous approach and an

eagerness to understand her characters, the director

delved deeply into a family’s history to fish out

the pain, but also the beauty of two young souls –

an autistic boy and his sister who takes care of the

whole household. Acting as a silent friend without

prejudice against any family member, including

the mother who abandoned her children nor the

alcoholic father, the director succeeds in telling

a story of siblings with utter dignity and sincerity.

COMMUNION

Komunia

Erwachsene haben oft Probleme, die die meisten Kinder einfach deswegen noch nicht verstehen, weil

es ihnen schlichtweg an der nötigen Lebenserfahrung fehlt. Dennoch ist eine Menge von ihnen schon

früh dazu gezwungen, unglaublich viel Verantwortung zu übernehmen. So auch Ola, die Protagonistin

aus Anna Zameckas Dokumentarfilm Communion. Ihre Mutter ist verschwunden und der Vater alkoholkrank.

Bereits mit 14 Jahren muss das Mädchen seine Eltern sowohl im Haushalt als auch bei der

Obsorge des autistischen Bruders ersetzen. Doch es gibt Hoffnung: Dessen bevorstehende Kommunion

erscheint ihr als große Chance, die zerrüttete Familie endlich wieder zu vereinen. Die ehrliche

Nüchternheit des Films wird durch die Abwesenheit von Musik ebenso unterstützt wie durch eine

stringente Kameraführung, die wie ein unsichtbarer Beobachter, mal mitten im Geschehen, mal mit

viel vermittelter Distanz, die Figuren in ihrer prekären und oft klaustrophobischen Lebensrealität einfängt.

Die Kombination von Thematik und Ästhetik lassen Communion zu einem emotionalen Ereignis

werden, das nach Verlassen des Kinosaals noch lange im Gedächtnis haften bleibt. Insbesondere auch

jene Szenen, die daran erinnern, dass Ola erst ein Teenager ist, fallen in diese Kategorie – etwa wenn

die junge Polin am Tag der großen Feier unter Tränen alles hinschmeißen will, weil die Frisur nicht sitzt.

Due to their lack of experience, children often don’t understand the problems adults have to deal with. Still, a

number of them are forced to take over huge responsibilities for others at a very young age. Anna Zamecka’s

documentary illustrates exactly this kind of situation. Ola, the film’s protagonist, has to face the fact that her

mother has left and her father is an alcoholic. Replacing her parents at the age of 14, she not only has to run

the household but also care for her autistic brother. But there is hope: His upcoming first communion seems

like the perfect chance for the girl to reunite the family. The lack of music and the stringent camera work

support the austere honesty of this documentary. The viewer is like an invisible bystander witnessing the

main characters’ precarious and often claustrophobic reality sometimes from close-up and sometimes from

a distance. The combination of subject matter and the film’s aesthetics makes Communion an emotional

experience that sticks in one’s head long after leaving the cinema. This applies especially to those scenes

that remind viewers that Ola, who seems to be grown up for the most part, is actually just in her early teens:

As a young teenage girl, she wants to cancel the whole party just because her hairdo is not as it should be.

Dokumentarfilm. Polen 2016

Sprache Polnisch mit engl. UT

Länge 73 min.

Format DCP

Farbe

Regie und Drehbuch Anna Zamecka

Kamera Małgorzata Szyłak

Schnitt Agnieszka Glińska, Anna Zamecka,

Wojciech Janas

Produzenten Anna Wydra, Anna Zamecka,

Zuzanna Król

Koproduzentin Izabela Łopuch

Produktion Otter Films, Wadja Studio, HBO Europe

Vertrieb/Kontakt CAT&Docs

Auszeichnungen (Auswahl) Warsaw FF 2016: Preis

für den besten Dokumentarfilm, Jihlava IDFF 2016:

Silver Eye Award, Locarno IFF 2016: Grand Prize

Biografie Anna Zamecka

Die polnische Filmemacherin Anna Zamecka studierte

Journalismus, Anthropologie und Fotografie

in Warschau und Kopenhagen. Zudem absolvierte

sie das Dok Pro Documentary Programme der

Wajda Film School. Mit Communion lieferte sie 2016

ihr Langfilmdebüt, das unter anderem beim Festival

del film Locarno im letzten Jahr im Rahmen der Semaine

de la Critique mit dem Grand Prix ausgezeichnet

wurde.

Filmografie Anna Zamecka (Auswahl)

2016 Communion

84 Dokumentarfilm-Wettbewerb


Dokumentarfilm-Wettbewerb 87

Rada Šešić

Mehrmals erschossen zu werden und doch zu

überleben – wie ist das möglich? Der Militärklub

‚Frontline’ in Estland kann einen unsterblich machen

– in dem Spiel für Männer, das so schreckenerregend

aussieht, wie die heutige Wirklichkeit

zu sein scheint. Echte Kriegszustände zu rekonstruieren,

mit echten Waffen, Uniformen und Kriegsrhetorik,

sowie Lebenssituationen von Soldaten

nachzustellen, die vor Dekaden tatsächlich gelebt

und gekämpft haben, ist für immer mehr europäische

Männer ein Hobby geworden. Der Film weist

in eine Richtung, die für uns alle beängstigend ist.

Wer braucht überhaupt simulierte Kriegsspiele für

Erwachsene aus den unterschiedlichen Nationen

des heutigen Europas? Welcher Nervenkitzel verbindet

diese Männer? Die Dokumentation stellt viele

wichtige Fragen. Wir sollten sie nicht ignorieren.

To be shot dead several times and still survive

begs the following question: How is this possible?

Estonian military club ‘Frontline’ can grant

immortality – a game for men that looks as frightening

as the modern-day world seems to be. Reconstructing

real war situations, using real guns,

uniforms, military speech as well as reliving (and

playing) the lives of soldiers that fought decades

ago is an apparently growing hobby of European

men. The film explores a trend that is scary for

all of us. Why do we need war simulation games

for adults of different nationalities in today’s Europe?

What is this thrill that brings them together?

The documentary raises many important

questions. We should not turn a blind eye to it.

LET’S PLAY WAR

Täna mängime sõda

Dass kleine Kinder mit Holzschwertern und Plastikrevolvern Krieg spielen, ist auch in modernen Zeiten

kein ungewöhnliches Bild. Wenn sich allerdings erwachsene Männer in Uniformen der Deutschen Wehrmacht

und der Roten Armee wechselseitig mit Platzpatronen beschießen oder auf eine andere Art und

Weise so tun, als ob sie einander an die Gurgel gehen würden, wenn sie sich an Kriegsrhetorik ergötzen

und zugleich am Wissen, dass sie am Ende des Tages ja doch unversehrt nach Hause fahren werden, dann

erscheint das vielen Menschen wohl mehr oder weniger seltsam. Zu Recht? Der lettische Regisseur Meelis

Muhu stößt auf unerwartete Antworten. Die Hauptdarsteller von Let’s Play War sind Mitglieder von Militärclubs,

die in ihrer Freizeit regelmäßig Schlachten aus dem Zweiten Weltkrieg möglichst wahrheitsgetreu

nachzuspielen versuchen. Ihre Scheingefechte erscheinen letztlich weniger absurd, als die Zuschauer auf

den ersten Blick vermuten würden. Dennoch bleibt die Grenze zwischen freundschaftlichem Spiel und

hasserfülltem Kampf dünn, wie kontrastreiche Bilder zeigen: In einem Moment tanzen und feiern die Clubmitglieder

noch miteinander, und schon im nächsten üben sie das Schießen und Sterben. Einem Jungen

wird gezeigt, wie hoch er den Arm zum Hitlergruß heben muss, mehrere Mädchen performen mit Pistolen

in der Hand „You’re in the Army Now“. Let’s Play War ist ein fesselnder Dokumentarfilm aus Estland, die

eine neue Perspektive auf die offizielle Geschichtsschreibung und mögliche Wege des Erinnerns eröffnet.

Children playing with wooden swords and plastic pistols is, even nowadays, still rather ordinary. But grown

men dressed in German and Red Army uniforms, shooting at each other with blank ammunition or going

at each other in other ways, might seem rather odd to most people. Is this a fair portrayal though?

Director Meelis Muhu uncovers some unexpected answers. The main actors of Let’s Play War are all members

of military clubs who, in their spare time, try to re-enact World War II battles as realistically as possible.

Seeing the fake combats in a new light makes them seem much less absurd than might be first assumed.

Still, the line between an amicable game and a venomous fight remains very thin, as shown in

various highly-contrasted scenes. At one moment, club members are dancing and celebrating together,

and seconds later one sees them practicing how to shoot and how to die. A boy is told how high to

lift up his arm for the Hitler salute. Girls perform “You’re in the Army Now” with guns in their hands. This

gripping documentary from Estonia offers new perspectives on official history and its commemoration.

Dokumentarfilm. Estland 2016

Sprache Estnisch mit engl. UT

Länge 81 min.

Format DCP

Farbe

Regie Meelis Muhu

Drehbuch Meelis Muhu

Kamera Max Golomidov, Erik Norkroos

Schnitt Meelis Muhu

Produzent Meelis Muhu

Produktion In-Ruum

Vertrieb/Kontakt In-Ruum

Biografie Meelis Muhu

Meelis Muhu wurde 1972 in Paide, Estland geboren.

Er studierte bis 1996 an der Pädagogischen Universität

Tallinn und hat einen Abschluss in Regie. Muhu

arbeitet vorwiegend als Regisseur und Produzent

von Dokumentarfilmen und war im estnischen Kulturministerium

im Bereich Kino beschäftigt. Er war

auch mehrmaliger Regisseur von Theaterstücken

für Kinder. Seine Dokumentarfilme beschäftigen

sich oft mit aktuellen gesellschaftlichen Problemen

in seiner Heimat.

Filmografie Meelis Muhu (Auswahl)

2016 Let’s Play War

2014 PMR – In the State of Limbo

2012 Counted Noses

2009 Engagement in Kihnu Island

2003 The Opinionator

86 Dokumentarfilm-Wettbewerb


Dokumentarfilm-Wettbewerb 89

Rada Šešić

Wie es dazu kam, dass die Band Laibach nach

Nordkorea eingeladen wurde, ist eine spannende

Frage. Dass dieses Konzert für die Bandmitglieder

besonderen Genuss, Spaß und Aufregung bieten

würde, lässt sich nachvollziehen. Insbesondere,

wenn man die Musik und vor allem die Texte dieser

alteingesessenen slowenischen Band kennt, die

mit ihren damals provokativen Songs im sozialistischen

Jugoslawien bekannt wurden. Bemerkenswert

ist jedoch die Art, wie die beiden Regisseure

ihre Geschichte aufbereiten: Während sie das

Gastgeberland und dessen Zensurvorschriften

respektieren, bleiben sie gleichzeitig ihren eigenen

Standpunkten treu und lassen alle drei Seiten – die

Nordkoreaner, die Laibach-Mitglieder und eben sie

selbst – gemeinsam eine aufregende, unterhaltsame

und ziemlich komische Geschichte erzählen.

How the band Laibach got invited to North Korea

is an exciting tale. It is of course understandable

that this concert would be a special treat

for the bands members, a fun and most exciting

opportunity. One would especially understand

its significance if they knew not only the music,

but the lyrics as well. Lyrics of provocative songs

that this Slovenian veteran band became famous

when performing in socialist Yugoslavia. What is

really admirable in this documentary is the manner

in which the two directors tell their tale. They

respect North Korea and their censorial issues,

yet stay faithful to their own view points, and in

doing so all three parties – the North Koreans,

Laibach band members and directors weave

an exciting, entertaining and quite comic story.

LIBERATION DAY

12. Juni 2015: Die legendäre slowenische Musik-Performance-Gruppe Laibach kündigt an, in Nordkorea

zwei Konzerte geben zu wollen. Anlass sei der 70. Jahrestag des Endes der japanischen Besatzungszeit. Die

internationale Medienwelt vermutet hinter der Ankündigung zuerst nur einen raffinierten PR-Gag. Doch

dann kommt die große Überraschung: Das kultige Künstlerkollektiv schreibt tatsächlich Musikgeschichte,

indem es mit seiner Liberation Day Tour 2015 als erste westliche Band in der fast weltweit in Verruf stehenden

Diktatur Kim Jong Uns auftritt. Laibach bietet freilich schon seit langem immer wieder breite Angriffsflächen.

Eben etwa, wenn die Musiker autoritäre Machtstrukturen mit provokanter Symbolik durch den Kakao

ziehen. In Nordkorea müssen sie genau deshalb diplomatisches Geschick beweisen. Denn die dort vorherrschende

Zensur geht mit einem Kunstverständnis fern der Staatsdoktrin bekanntlich streng ins Gericht. Das

Dokumentarmusical Liberation Day imponiert durch Charme, Ironie und Mehrdeutigkeit. So kann es etwa

als schräger Brückenbauer gelesen werden, als Film, der Wertesysteme gegenüberstellt – das der Individualität

hier, das des Kollektivs dort. Aber ist die Begegnung von Laibach mit Nordkorea tatsächlich ein schräges

Treffen zweier ideologischer und kultureller Gegenpole? Oder etwa doch nicht? Welche Bedeutung

haben Kunst und Propaganda? Fest steht: Die Musikgruppe befand sich auf ihrem Trip unzweifelhaft auf

der Suche nach einem Stück Wahrheit. Und gleichzeitig ist diese Tour auch der beste Beweis dafür, dass es

abseits aller ideologischen Differenzen ein Medium gibt, das immer Kommunikation ermöglicht: die Musik.

12th June 2015: The Slovenian music performance group Laibach announce that they will do two concerts

in North Korea for the 70th anniversary of independence from Japanese rule. The media worldwide suspect

the announcement to be a cunning PR stunt, but they were wrong. The iconic artist collective wrote

history with its Liberation Day Tour 2015, as the first western band to perform in the practically globally ostracised

dictatorship of Kim Jong Un. For a long time, Laibach has certainly been hitting grand targets. Especially

when the musicians make fun of authoritarian power structures with provocative symbolism. It is for

this reason that they must demonstrate diplomacy in North Korea. It is well known that the prevailing censorship

there strictly condemns art outside of the state’s doctrine. The musical documentary Liberation Day

impresses with charm, irony and ambiguity. And so it can be interpreted as a sort of weird bridge-builder.

A film that contrasts value systems – individualism vs collectivism. At the same time, the tour is proof

that, in spite of ideological differences, there is one medium that always facilitates communication: music.

Dokumentarfilm. Norwegen | Lettland 2016

Sprache Englisch

Länge 100 min.

Format DCP

Farbe

Regie Morten Traavik, Uģis Olte

Drehbuch Morten Traavik

Kamera Valdis Celmiņš, Sven-Erling Brusletto

Schnitt Gatis Belogrudovs, Uģis Olte

Musik Laibach

Produzenten Uldis Cekulis, Morten Traavik

Koproduzenten Tommy Gulliksen, Hans Lukas

Hansen, Linn Aronsen, Miha Černec

Produktion VFS Films, Traavik

Vertrieb/Kontakt Dogwoof

Biografie Morten Traavik

Der Regisseur und Künstler Morten Traavik stammt

aus Norwegen. Seine Ausbildung absolvierte er in

Russland und Schweden. Seitdem ist er international

tätig. Mit seinen Arbeiten bewegt er sich in

dem Spannungsfeld zwischen Kunst, Aktivismus

und sozialen Themen. Traavik ist insbesondere

auch bekannt für seine Schönheitswettbewerbe

mit Landminenopfern und seine kontroversen Kollaborationen

mit nordkoreanischen Künstlern und

Kulturbehörden.

Filmografie Morten Traavik (Auswahl)

2016 Liberation Day

2014 Beatles

2009 Miss Landmine Cambodia

2008 Miss Landmine Angola

Biografie Uģis Olte

Uģis Olte ist ein lettischer Produzent und Drehbuchautor.

Er produzierte zahlreiche TV-Sendungen, Musikvideos,

Werbespots und drei fiktive Kurzfilme.

Seine Dokumentarfilme Stuck in Stikine und Double

Aliens wurden 2015 am Dokumentarfilmfestival in

Amsterdam prämiert.

Filmografie Uģis Olte (Auswahl)

2016 Liberation Day

2015 Double Aliens

2007 Stuck in Stikine

88 Dokumentarfilm-Wettbewerb


Dokumentarfilm-Wettbewerb 91

Rada Šešić

Boris Nemzow, ein junger, talentierter und tapferer

Mann, fiel 2015 einem Anschlag zum Opfer. Zosya

Rodkevich ist eine junge, talentierte und tapfere

Dokumentarfilmerin und Absolventin der berühmten

Marina-Razbeshkina-Filmschule. Ihr Versuch,

ein Porträt des russischen Oppositionspolitikers

zu kreieren, entwickelte sich zu einem unglaublich

intimen Film, der durch seine Spontaneität und seinen

großartigen Zugang zum Helden beeindruckt.

Er zeigt das geschäftige, hektische Leben des Anti-Putin-Führers

auf eine so präzise Weise, dass man

am Ende des Films das Gefühl hat, das Leben eines

gemeinsamen Freundes sei verloren gegangen.

Zugleich bekommt man mit, wie sich eine aufrichtige

Freundschaft zwischen der Filmemacherin und

Nemzow entwickelt, ohne Pathos, aber mit einer

Mischung aus freundlicher Ironie und viel Wärme.

Boris Nemtsov was a young, talented and brave

man who was assassinated in 2015. Zosya Rodkevich

is a young, talented and brave documentary

filmmaker, a graduate of the famous Marina

Razbeshkina Film School. Her attempt to paint a

picture of the Russian opposition politician resulted

in an amazingly intimate film that impresses

with its spontaneity and close proximity to the

hero himself. It shows the busy, hectic life of the

anti-Putin leader in such detail, that by the end

of the film we feel as if the life of a mutual friend

has been lost. At the same time, we witness the

development of the friendship between Nemtsov

and the filmmaker – a friendship without pathos,

but a gentle hint of irony and lots of warmth.

MY FRIEND BORIS NEMTSOV

Moi drug Boris Nemtsov

Zosya Rodkevich ist erst 22 Jahre alt, als sie von ihrem Sender den Auftrag bekommt, einen Beitrag über

Boris Nemzow zu drehen. Aus ihrer anfänglichen Skepsis gegenüber dem ehemaligen russischen Vizepräsidenten

und Jelzin-Vertrauten entwickelt sich letztlich eine Freundschaft, die bis 27. Februar 2015 anhält.

An diesem Tag wird Wladimir Putins zwischenzeitlich wohl offenherzigster Gegner nämlich in Sichtweite

zum Kreml erschossen. Rodkevich zeichnet ein persönliches Portrait eines Mannes, der längst zum

Sinnbild der russischen Opposition geworden ist, und zeigt, wie das offizielle Russland heute mit ernst

zu nehmenden politischen Widersachern umzugehen pflegt. Boris Nemzow ist bei Wahlkampf-Auftritten

ebenso zu sehen wie bei Protestmärschen, im Büroalltag, im Gerichtssaal, bei nächtlichen Spaziergängen

und im Polizeiauto. Die Kameralinse der jungen Filmemacherin vermittelt dem Zuschauer dabei

einen der privatesten Einblicke in das Leben eines Politikers, den man wohl jemals zu sehen bekommen

hat. Der mit einem Budget von nur 15.000 Euro produzierte Film hat Spielfilmlänge. Er spiegelt eine reale

Tragödie wider und steht für das Beste, was ein Dokumentarfilm an emotionalen Qualitäten zu bieten

vermag, stets Nemzovs Aussage vor Augen: „Evolution, nicht Revolution ist es, was Russland braucht.“

Zosya Rodkevich was only 22 years old when her broadcaster tasked her with making a film about Boris

Nemtsov. Out of her initial scepticism towards the former Deputy Prime Minister of Russia and confidant

of Boris Yeltsin emerged a friendship that continued until 27th February 2015. On that day, Vladimir Putin’s

most outspoken opponent was gunned down within sight of the Kremlin. Rodkevich depicts a portrait

of the man who has long since become an icon of Russian opposition. She also shows how the official

Russia of today manages its dealings with serious political adversaries. During his life Boris Nemtsov

would be seen at campaign rallies, but also at protest marches, going about his office routine, in the

courtroom, on night-walks or in police cars. The camera lens of this young filmmaker offers the audience

one of the most intimate insights into the life of a politician, an insight that viewers would never have

had before. The film, produced with a budget of only €15,000, is feature-length and portrays a real-life

tragedy. It embodies the culmination of emotional qualities that documentary filmmaking can offer, with

Nemtsov’s message constantly present throughout: “Evolution, and not revolution, is what Russia needs.”

Dokumentarfilm. Russland | Estland 2016

Sprache Russisch mit engl. UT

Länge 71 min.

Format DCP

Farbe

Regie und Drehbuch Zosya Rodkevich

Kamera Zosya Rodkevich, Pavel Kostomarov,

Maria Pavlova, Ksenia Yelian

Schnitt Zosya Rodkevich

Produzenten Alexander Rastorguev, Pavel

Kostomarov, Maria Gavrilova, Max Tuula

Produktion Marx Film

Vertrieb/Kontakt ANT!PODE Sales & Distribution

Auszeichnungen (Auswahl) Krakau FF 2016:

Goldenes Horn für den besten langen Dokumentarfilm,

Odessa IFF 2016: Spezielle Erwähnung der Jury

Biografie Zosya Rodkevich

Die 1990 in Moskau geborene russische Filmemacherin

Zosya Rodkevich studierte an der Marina

Razbezhkina School of Documentary Filmmaking.

Mit My Friend Boris Nemtsov gab sie ihr Debüt bei

einer Doku in Spielfilmlänge. Zuvor war Zosya

Rodkevich unter anderem als Co-Regisseurin an der

Produktion Winter, Go Away! beteiligt, welche unter

anderem 2012 bei den Filmfestspielen in Locarno

ausgezeichnet wurde, und als Kamerafrau beim viel

diskutierten Dokumentarfilm The Term, der 2014 in

Karlovy Vary einen Preis gewann und auch am LET’S

CEE Film Festival zu sehen war.

Filmografie Zosya Rodkevich (Auswahl)

2016 My Friend Boris Nemtsov

2012 Winter, Go Away!

2011 In the Process

2010 Temporary Children

2007 Through You

90 Dokumentarfilm-Wettbewerb


Dokumentarfilm-Wettbewerb 93

Rada Šešić

Dieser wunderbare Dokumentarfilm eröffnet uns

für 90 Minuten die faszinierende Welt von autistischen

Kindern. Am Ende erkennen wir, dass es eine

unsinnige Einstellung der sogenannten normalen

Welt ist, jemanden als autistisch abzustempeln,

denn jede individuelle Geschichte in diesem Film

zeigt, dass es sehr viele unterschiedliche Arten

gibt, das Leben wahrzunehmen. Meisterhaft geführt

von Miroslav Janek, einem Dokumentarfilmer

mit einer langen Liste hervorragender Filme,

eröffnet jede Szene eine weitere neue Facette. Wir

sehen, wie genial und wissbegierig jedes einzelne

dieser Kinder ist und dass ihr unterschiedliches

Verhalten und ihre Weisen, das alltägliche Leben

zu begreifen, alle spannend, sinnvoll, originell

und schön sind. Mit Humor und Leichtigkeit führt

uns der Regisseur durch verschiedene interessante

Lebensgeschichten und bereichert uns so

mit besonderen Begegnungen und Blickwinkeln.

The fascinating world of kids who are diagnosed

with autism is revealed to us during the 90 minutes

of this amazing documentary. By the end,

we understand that being labelled as autistic is a

misguided interpretation of the so-called normal

world. In this film, each person’s story makes us

see that there are just so many different ways of

experiencing life. Brilliantly put together by Miroslav

Janek, a documentary practitioner with a long

list of remarkable films, each scene unravels a new

layer. We see how brilliant and curious each child is

and how their different behaviour as well as ways

of perceiving everyday life and making sense of

the world is exciting, original and beautiful. With

humour and much ease, the director takes us on

a journey through different life stories, enriching us

with different aspects and tales of confrontations.

NORMAL AUTISTIC FILM

Normální autistický film

Fünf Kinder, die allesamt am Asperger-Syndrom leiden, also einer abgeschwächten Form von Autismus.

Und alle fünf könnten unterschiedlicher nicht sein. Wie falsch es ist, dass sie von der Gesellschaft häufig

auf ihre Krankheit reduziert werden, genau das zeigt diese faszinierende Doku, in der die Welt aus

den Augen der Betroffenen zu sehen ist. Den Anfang macht der neugierige Lukas, der sogar selbst Filme

dreht. Ganz anders, nämlich eher introvertiert, lernt man wiederum Denis kennen. Der öffnet sich

eigentlich nur durch sein Klavierspiel, aber er kann auch wunderbar über sein Lieblingsbuch „Der kleine

Prinz“ reden. Weit lebhafter geht es im Umfeld von Marjamka und Ahmed zu. Die Geschwister werden

von ihrer Familie trotz des Asperger-Syndroms so akzeptiert, wie sie sind. Marjamka hat sogar

den einen oder anderen Aspie-Witz auf Lager. Weniger leicht hat es hingegen Majda – sie fühlt sich

von ihrer Familie gar nicht verstanden. Zwei Jahre begleitete Miroslav Janek seine fünf Protagonisten.

Mittels Nahaufnahmen fängt er oft die Emotionalität des Moments ein und konstruiert so feinfühlige

Porträts inmitten einer Welt der Reizüberflutung. Nach dem Film ist man sehr geneigt, die Krankheit

nicht mehr als solche wahrzunehmen – sondern als faszinierenden Weg des Andersdenkens.

Five children, all of them suffering from Asperger’s, which is a milder autism spectrum disorder, could

not be any more different from each other. This fascinating documentary offers a view of the world from

the children’s perspective and points out how incorrect it is to reduce children to their illness. Curious

Lukas, who is an aspiring filmmaker himself, is the first one to be introduced. Denis, however, being rather

introverted is a completely different type of person. Playing the piano is his way of opening up to his

environment, but talking about his favourite book “The Little Prince” is also something he could easily

do all day. Much more lively are the everyday lives of Marjamka and Ahmed. Both siblings have Asperger

syndrome, and their family accepts them as they are. Marjamka has even got some “Aspie“ jokes in

stock. Majda, on the other hand, is having less of an easy time. She feels completely misunderstood by

her family. For two years, documentary filmmaker Miroslav Janek accompanied the daily routine of his

five protagonists. Using close-ups, he often captures moments of great emotional intensity and hereby

constructs sensitive portraits in a world of overstimulation. After the film, one is inclined to perceive

Asperger syndrome as less of an illness and more of a rather fascinating way of thinking differently.

Dokumentarfilm. Tschechien 2016

Sprache Tschechisch mit engl. UT

Länge 90 min.

Format DCP

Farbe

Regie und Drehbuch Miroslav Janek

Kamera Miroslav Janek

Schnitt Tonička Janková

Produzent Jan Macola

Produktion Mimesis Film, Česká televize,

Mat Film Resort

Vertrieb/Kontakt Tarovski Films

Auszeichnungen (Auswahl) Jihlava IDFF 2016:

Preis für den besten tschechischen Dokumentarfilm,

Preis der Studenten-Jury

Biografie Miroslav Janek

Miroslav Janek wurde 1954 in Náchod in Tschechien

geboren. Bereits mit 15 Jahren drehte er Kurzfilme,

welche auf Festivals projiziert wurden. 1979

emigrierte er nach Deutschland und später in die

USA, wo er als Cutter und Kameramann aktiv war.

Mitte der 90er-Jahre kehrte er nach Tschechien zurück,

um preisgekrönte Dokumentationen für das

tschechische Fernsehen zu drehen. Seine Dokumentarfilme

sind vor allem biografischer Natur.

Filmografie Miroslav Janek (Auswahl)

2016 Normal Autistic Film

2014 The Gospel According to Brabenec

2012 Burning

2008 Citizen Havel

2000 Battle for Life

92 Dokumentarfilm-Wettbewerb


Dokumentarfilm-Wettbewerb 95

Rada Šešić

Die von 1992 bis 1995 belagerte Stadt Sarajevo

war für viele Künstler und Kunstprojekte eine Bühne

mitten im Krieg. Iron-Maiden-Leadsänger Bruce

Dickinson spielte dort im kalten Dezember 1994

ein legendäres Konzert. Dieser Film geht weit über

das Konzert und dessen Vorbereitungen hinaus.

Er zeigt tiefbewegende, persönliche Geschichten

der Bandmitglieder, welche im Jahr 2015 in die

Stadt zurückgekehrt sind, aber auch verschiedene

Erinnerungen von Konzertbesuchern, die die damalige

Euphorie als einzigen Lichtblick in den vier

Jahren der Belagerung in Ehren halten. Es ist eine

herzergreifende, zutiefst menschliche Erzählung

über die Herzensgüte, die Menschen inmitten von

fürchterlichen Lebensumständen vereinen kann.

Besieged Sarajevo 1992-1995 was a war stage for

many artists and art projects. The lead singer of Iron

Maiden, Bruce Dickinson, performed a legendary

concert there during the cold December of 1994.

But this film goes much further than the concert

and its preparations. It depicts deeply-moving, personal

stories of the band members who re-visited

the city in 2015, as well as individual recollections

of concert-goers, who remember this euphoric

event as the only moment of comfort they experienced

during the four years of siege. It is a touching,

profoundly human story of goodness, uniting

people amidst the horrific life circumstances.

SCREAM FOR ME SARAJEVO

14. Dezember 1994: In Bosnien und Herzegowina wird immer noch unerbittlich gekämpft, und

Sarajevo befindet sich inmitten der längsten Belagerung der jüngeren Geschichte. Für Bruce Dickinson,

den legendären Sänger der Heavy-Metal-Band Iron Maiden, Grund genug, gemeinsam mit den

Jungs seines Solo-Projekts eine gefährliche Busreise auf sich zu nehmen, um der musikbegeisterten

Jugend der Stadt ein paar Stunden Abwechslung vom strapaziösen Leben in der umkämpften Stadt

zu bieten. Die Rechnung ging auf: Mit ihrem bis zuletzt geheim gehaltenen Konzert konnten die

Rockmusiker ihre Fans in der BKC-Konzerthalle in Sarajevo zu wahren Begeisterungsstürmen hinreißen.

Der Regisseur Tarik Hodžić erinnert mit seiner authentischen und packenden Doku an dieses

Konzert mitten im Krieg und daran, was dieser unvergessliche Gig für die Menschen in Sarajevo,

aber auch für Dickinson und seine Truppe bedeutet hat. Der aus altem und neuem Bild- und Interviewmaterial

formvollendet montierte Film hat allein beim Filmfestival Sarajevo drei Preise erhalten.

Hodžić führt die Band 21 Jahre später wieder zurück an den Ort des Geschehens und lässt dabei

durchaus auch traurige Erinnerungen aufkommen, beweist gleichzeitig aber auch, wie sehr gute

Musik die Menschen besonders in schweren Zeiten verbinden und ihnen Hoffnung geben kann.

14 December 1994: Bosnia and Herzegovina is still a huge and unrelenting battlefield and the capital

city is under the longest siege in recent history. Reason enough for Bruce Dickinson, the legendary frontman

of the heavy metal band Iron Maiden, to go on a dangerous bus trip with the lads of his solo project

and offer the music-mad youth of Sarajevo a diversion from the gruelling life in an embattled city. The

plan worked: The rock musicians’ concert at the BKC concert hall, which was kept secret until the day of

the event, raised storms of enthusiasm from the ecstatic masses of fans. With his authentic and rousing

documentary, Director Tarik Hodžić reminds us of the successful concert and of its value to the audience

at that time, and how it still matters to Dickinson and his crew today. Intelligently mounted with old and

new images and interview footage, the film has already received three separate prizes in Sarajevo. Twenty-one

years later, the director brings the band back together to the site, reviving emotive memories,

and thus proving how music is capable of connecting people and offering a ray of hope in dark times.

Dokumentarfilm. Bosnien und Herzegowina |

Norwegen | 2016

Sprache Bosnisch, Englisch mit engl. UT

Länge 100 min.

Format DCP

Farbe

Regie Tarik Hodžić

Drehbuch Tarik Hodžić, Jasenko Pašić

Kamera Amel Djikoli

Schnitt Tarik Hodžić

Musik Bruce Dickinson, Iron Maiden

Produzent Adnan Ćuhara

Koproduzentin Tatjana Bonny

Produktion Prime Time

Vertrieb/Kontakt Prime Time

Auszeichnungen (Auswahl) Sarajevo FF 2016:

Preise der Jury und des Publikums für den besten

Dokumentarfilm, Preis der Menschenrechte

Biographie Tarik Hodžić

Der Regisseur Tarik Hodžić wurde 1976 in Sarajevo

geboren. Von 1993 bis 2001 arbeitete er als Moderator

und Musikredakteur beim Radiosender RTV. An

der Academy of Performing Arts Sarajevo studierte

er von 2003 bis 2010 Regie. Sein Regie-Debüt gab er

2006 mit dem Dokumentarfilm The Secret of Bosnian

Pyramids.

Filmografie Tarik Hodžić (Auswahl)

2016 Scream for me Sarajevo

2014 Behar

2012 League of Extraordinary Gentlemen

2010 Balance

2006 The Secret of Bosnian Pyramids

94 Dokumentarfilm-Wettbewerb


Dokumentarfilm-Wettbewerb 97

Rada Šešić

Ein kleines bulgarisches Dorf nahe der Grenze zur

Türkei steht vielen Bedrohungen und Problemen

gegenüber: Es gibt keine Arbeit und kein Geld und

das kleine Dorf ist vollkommen entvölkert. Heute

lebt nur noch die ältere Generation dort, die jungen

Leute sind in die Städte gezogen. Flüchtlinge

kommen aus der Türkei über die Grenze. Die Dorfbewohner

werden immer fremdenfeindlicher und

leben vermehrt in Angst. Die Gemeindewahlen

stehen vor der Tür. Wer hat den besten Lösungsvorschlag

für die aktuelle Misere? Der Regisseur

Tonislav Hristov ist bekannt für ungewöhnliche

Themen und schillernde Figuren. Den Ernst des

Lebens mit Leichtigkeit und Humor sowie mit Hilfe

der Musik seines ständigen Mitarbeiters Petar

Dundakov gekonnt in bittersüße, charmante Erzählungen

umzusetzen, ist zu seinem Stil geworden.

A small Bulgarian village, close to the border with

Turkey, faces many threats and problems: there

is no work, no money, and the hamlet is slowly

being abandoned. As the younger generation

relocates to the cities, only the older generation

remains. Refugees are coming across the border

from Turkey. The villagers develop stronger feelings

of xenophobia, living in constant fear. Local

elections are approaching. Who has the best

proposal for improving the miserable situation?

Famous for dealing with unusual topics and creating

colourful characters, director Tonislav Hristov

has already developed his own style, in which he

goes about defining reality with a certain ease and

humour and, with the help of the score produced

by his long-time colleague Petar Dundakov, manages

to turn it into a bittersweet, charming tale.

THE GOOD POSTMAN

Das kleine bulgarische Dorf Golyam Dervent liegt an der türkischen Grenze. Am Höhepunkt der europäischen

Flüchtlingskrise im Jahr 2015 wurde es für viele Asylsuchende zum Tor nach Europa. Der

Postbote Ivan, ein langjähriger Einwohner, hat eines Tages eine Idee: Er will Bürgermeister werden

und den aussterbenden Ort durch die Aufnahme von syrischen Asylsuchenden retten. Er plant, sie

in mittlerweile verlassene Häuser einzuquartieren und ihnen so die Chance auf einen Neubeginn zu

geben. Sein Konkurrent im Wahlkampf, ein Kommunist, setzt sich hingegen für die Schließung der

Grenzen ein. Während Ivan seiner Arbeit nachgeht und die Post austrägt, versucht er den 38 potentiellen

Wählern – mehr sind nicht übrig geblieben – seine Vision näher zu bringen. Seine Idee stößt

freilich nicht nur auf Beifall. Unverhohlene Xenophobie, verführerische Demagogie, kommunistische

Nostalgie und sozialer Zynismus: All das und noch viel mehr trifft in dieser „grandiosen dokumentarischen

Studie“ (Variety) zusammen. Tonislav Hristov verbildlicht in seinem oft lustigen wie auch etliche

Male traurigen Dokumentarfilm den Kontrast zwischen den mit der Flüchtlingskrise auf internationaler

Ebene verbundenen Problemen und den höchst persönlichen Ängsten der Betroffenen vor Ort.

At the climax of the European refugee crisis in 2015, a small Bulgarian village called Golyam Dervent

located near the Turkish border became the gateway to Europe for many asylum seekers. One day,

postman Ivan, a resident of the village for many years, had an idea: he decided to become mayor and,

in doing so, aimed to rescue the dying village by receiving Syrian refugees. He planned to accommodate

them in temporarily deserted houses, giving them a chance to start all over. His rival in the

election campaign is a communist, who persists on the idea of closed borders. In his vision, Ivan would

try and persuade 38 potential voters – for that is all that is left – of his vision and ideology as he goes

about his daily job, delivering mail. It was no surprise that his ideas did not receive a warm welcome.

Blatant xenophobia, alluring demagoguery, communistic nostalgia, social cynicism and much more

characterise this “superb documentary study” (Variety). In his often funny, but at times also tragic documentary,

Tonislav Hristov paints the international issues that have arisen on account of the refugee

crisis and contrasts them to more personal, topological problems festering in the directly affected areas.

Dokumentarfilm. Bulgarien | Finnland 2016

Sprache Bulgarisch, Russisch mit engl. UT

Länge 82 min.

Format DCP

Farbe

Regie Tonislav Hristov

Drehbuch Tonislav Hristov, Lubomir Tsvetkov

Kamera Orlin Ruevski

Schnitt Nikolai Hartmann

Musik Petar Dundakov

Produzenten Kaarle Aho, Kai Nordberg

Koproduzenten Andrea Stanoeva, Tonislav Hristov

Produktion Making Movies Oy, Soul Food

Vertrieb/Kontakt CAT&Docs

Auszeichnungen (Auswahl) Triest FF 2017: Preis

für den besten Dokumentarfilm, Sundance FF

2017: Nominierung für den Grand Jury Prize für

den besten Dokumentarfilm

Biografie Tonislav Hristov

Tonislav Hristov wurde 1978 in Vratza, Bulgarien

geboren. Nach seinem Studium an der Technischen

Universität in Rouse und dem Besuch einer Medienschule

ging er nach Helsinki, um dort Regie zu studieren.

Hristov hat eine Reihe von Kurzfilmen und

Dokumentationen gedreht. Seine Filme wurden

mehrfach ausgezeichnet, Rules of Single Life etwa als

bester Dokumentarfilm beim Sofia IFF und Love and

Engineering beim Doc Point in Helsinki.

Filmografie Tonislav Hristov (Auswahl)

2016 The Good Postman

2015 Once Upon a Dream – A Journey to the Last

Spaghetti Western

2013 Soul Food Stories

2011 Rules of Single Life

2008 Family Fortune

96 Dokumentarfilm-Wettbewerb


98 Wettbewerb Promising Debuts

Wettbewerb Promising Debuts 99

Spielfilm. Türkei | Frankreich | Rumänien 2016

Sprache Türkisch mit engl. UT

Länge 104 min.

Format DCP

Farbe

Regie und Drehbuch Mehmet Can Mertoğlu

Kamera Marius Panduru

Schnitt Ayhan Ergürsel, Mehmet Can Mertoğlu

Produzenten Yoel Meranda, Eytan İpeker,

Koproduzenten Cedomir Kolar, Marc Baschet,

Danis Tanović, Oana Iancu, Călin Peter Netzer

Darsteller

Bahar Bahtiyaroğlu Şebnem Bozoklu

Cüneyt Bahtiyaroğlu Murat Kılıç

Rıfat Rıza Akın

Selma Mihriban Er

Schuldirektor Ali Meriç

Produktion Kamara, A.S.A.P. Films, Parada Film,

ARTE France Cinéma

Vertrieb/Kontakt The Match Factory

Auszeichnungen (Auswahl) Cannes FF 2016:

France 4 Visionary Award, Sarajevo FF 2016: Preis

für den besten Film, Cineuropa Preis, Jerusalem FF

2016: FIPRESCI-Preis für den besten internationalen

Debütfilm

Biografie Mehmet Can Mertoğlu

Mehmet Can Mertoğlu, 1988 in Akhisar geboren,

studierte Türkische Literatur an der Boğaziçi-Universität

in Istanbul und arbeitete als Redakteur bei der

Filmzeitschrift Cineast. Sein Kurzfilm The Slope ist auf

zahlreichen internationalen Film Festivals erfolgreich

gelaufen, darunter in Rotterdam, Edinburg,

Montréal und Angers. Album ist sein Spielfilmdebüt.

Die Weltpremiere fand in Cannes statt.

Filmografie Mehmet Can Mertoğlu (Auswahl)

2016 Album

2011 Glimmer

2008 The Slope

* Der Wettbewerb Promising Debuts, bei dem ausschließlich Spielfilmdebüts

präsentiert werden, wird von Magdalena Żelasko und Wolfgang

P. Schwelle kuratiert.

*The Competition Promising Debuts which solely presents feature film

debuts is curated by Magdalena Żelasko und Wolfgang P. Schwelle.

WETTBEWERB PROMISING DEBUTS*

Competition Promising Debuts*

ALBUM

Albüm

Bahar und Cüneyt sind ein Paar aus der

gehobenen türkischen Mittelschicht. Ihnen

fehlt zum perfekten Glück eigentlich

gar nichts – außer ein Kind. Weil das auf

natürlichem Wege nicht und nicht daherkommt,

entscheiden sie sich für eine

Adoption. Doch das dauert. Zum einen,

weil sich die beiden mit der türkischen

Bürokratie herumschlagen müssen und

zum anderen, weil es unbedingt ein

Kind sein soll, das seinen künftigen Eltern

möglichst ähnlich sieht. Schließlich soll

niemand wissen, dass der vermeintlich eigene

Nachwuchs nicht selbstgezeugt ist.

Als sie endlich ein Baby finden, bei dem

alles passt, werden ganze Fotoalben mit

Bildern einer Schwangerschaft gefüllt, die

es nie gegeben hat. Sogar ein Fototermin

auf einer Geburtenstation wird arrangiert,

um nur ja keine Zweifel aufkommen zu

lassen. Schließlich lässt sich Geschichtslehrer

Cüneyt sogar in eine weit entlegene

Stadt versetzen, damit niemand

seinem Geheimnis auf die Spur kommt.

Als die beiden herausfinden, dass die Adoption

hochoffiziell in einer Polizeiakte

verzeichnet ist und ihr Schwindel jederzeit

auffliegen könnte, liegen die Nerven bei

ihm und seiner Frau blank. Eine heitere

Komödie und eine milde Gesellschaftskritik

zugleich, gehört Album zum Besten,

das zuletzt aus der Türkei zu sehen war.

Bahar and Cüneyt are a blissfully happy

Turkish couple. As members of the

upper middle class, they seem to have

everything they want – except a child.

Since their dream of a natural pregnancy

fails to come to fruition, they decide

to adopt a baby. But the procedure is

time consuming for two reasons. They

are confronted with bureaucratic hurdles

and they wish the child to be fully

identical to its prospective parents. In a

word, no one should find out that the

supposedly newborn baby is not their

biological offspring. When they eventually

find one baby who meets the

desired criteria, entire photo albums are

filled with pictures of a pregnancy that

never happened. To dispel any doubt,

even a photo shooting is arranged at

a birth station. Finally, history teacher

Cüneyt and his wife end up moving to

a remote city so that no one can unveil

the truth. Yet anxiety peaks as they stumble

upon a compromising police record

linked to the adoption. The record could

bring facts to light they desperately tried

to hide, thus exposing their con. A hilarious

comedy tinged with social criticism.

Among Turkey’s latest productions, Album

stands out as one of its best films.

BILLION STAR HOTEL

Papa Rudi erzählt einem Straßenjungen eine

Geschichte. Sie handelt von drei Männern,

die, ähnlich wie sein Zuhörer, als Kinder allein

gelassen wurden. Von Arthur Popescu,

dessen Eltern nach Deutschland abgehauen

sind und der mittlerweile in dubiose

Handelsgeschäfte verwickelt ist. Von Panait

Surdu, der sich nach dem Tod seines Vaters

als Knecht durchschlagen musste und später

in einer Reality-Fernsehshow mitspielte.

Und von Sică, dem General. Seine Mutter

hat seinerzeit die Familie verlassen und sein

Vater hat ausgerechnet ihn dafür verantwortlich

gemacht. Nun kümmert sich Sică

seinerseits um verwaiste Straßenkinder.

Billion Star Hotel mutet in seiner Erzählweise

wie ein Kinderbuch an. Die Themen, die

behandelt werden, sind jedoch durchaus

ernster Natur. Doch gerade dass in dieser

puzzleartig erzählten und von exzellenter

Musik untermalten Geschichte nicht

alles immer Eitel-Wonne-Sonnenschein

ist, macht ihren Reiz aus. Die Botschaft ist

klar: Vieles im Leben hängt einfach davon

ab, wie man die Welt sehen will – schwarz,

weiß oder synchron mit dem Rhythmus der

Natur und in all ihrer Buntheit. Die vielfach

ausgezeichnete, schräge rumänische Komödie

ist eine Ermunterung zum Tagträumen.

Sie zeigt, wie man das eigene Scheitern

mit Humor nehmen und das Leben

so gleich um vieles schöner machen kann.

Papa Rudi tells a young, homeless boy

about the story of three men who have

one attribute in common with the child:

their parents abandoned them at a young

age. Arthur Popescu, whose parents migrated

to Germany without their offspring

in order to earn money, is now a charming

rascal involved in dubious trade. Panait Surdu,

forced to work as an indentured servant

after the death of his father, discovers

his place in a reality TV show. And Sică the

General, who was blamed by his father for

his mother’s flight in the past, now lovingly

cares for orphans living on the street. In a

humorous, colourful take on these serious

stories, Billion Star Hotel is reminiscent of a

children’s fairy tale. Combined with unconventional

narration and excellent music,

the film teaches us that life is not always a

walk in the park. However, the message is

distinctive: Life may be tough but the perspective

you have is your choice. “In black or

white or in sync with the beat”, life is as you

decide to see it. The outlandish Romanian

comedy, which invites viewers of all ages to

daydream, received numerous awards and

affirms that, if you always keep your head up

and a smile on your face, you will find out

how truly wonderful life can be. An enriching

guide on how to take life with a grain of salt.

Spielfilm. Rumänien 2016

Sprache Rumänisch mit engl. UT

Länge 92 min.

Format DCP

Farbe

Regie Alecs Năstoiu

Drehbuch Alecs Năstoiu, Alexandra Pater

Kamera Toma Velio

Schnitt Bogdan Orcula

Musik Vizi Imre

Produzent Ovidu Vasu

Koproduzenten S. Baican, S. Blaj, S. Calugar, D.

Masca, D. Mateescu, R. Munteanu

Darsteller

Sică, der General Nicu Mihoc

Panait Surdu Dan Rădulescu

Arthur Popescu Theo Marton

Papa Rudi Rudolf Moca

Produktion Gat Films, Alien Film, Studioset, Reea

Vertrieb/Kontakt Intellect Pictures

Auszeichnungen (Auswahl) Miami IFF 2016: Preis

für den besten Spielfilm, Los Angeles FF Awards

2015: Preise für den besten Spielfilm und die beste

Tongestaltung, Eurofilm Festival Málaga 2015:

Preise für den besten Film, Regisseur und die beste

Musik

Biografie Alecs Năstoiu

Alecs Năstoiu (1982) schloss 2007 sein Studium in

Film- und Fernsehregie in Bukarest ab. Danach drehte

er mehrere Kurzfilme und arbeitete für den Fernsehsender

Realitatea TV. Năstoiu hat an mehreren Projekten

mitgearbeitet, die Kindern durch kulturellen

und künstlerischen Ausdruck bei ihrer Entwicklung

helfen sollen. Daraus resultierte auch das Kinderbuch

Voice of Matthew. Sein erster Spielfilm Billion Star Hotel

hat mittlerweile 18 Auszeichnungen erhalten.

Filmografie Alecs Năstoiu (Auswahl)

2016 Billion Star Hotel

2008 5 Years or 5 Minutes?

2007 A New Home

2004 Happiness Street No. 9


100 Wettbewerb Promising Debuts

Spielfilm. Rumänien | Frankreich | Bulgarien |

Katar 2016

Sprache Rumänisch mit engl. UT

Länge 104 min.

Format DCP

Farbe

Regie und Drehbuch Bogdan Mirică

Kamera Andrei Butică

Schnitt Roxana Szel

Musik Codrin Lazăr

Produzentinnen Elie Meirovitz, Marcela Ursu

Koproduzenten Stephan Komandarev,

Katya Trichkova

Darsteller

Roman Dragoș Bucur

Hogas Gheorghe Visu

Samir Vlad Ivanov

Ilinca Raluca Aprodu

Produktion EZ Films, 42 Km Film, Argo Film

Vertrieb/Kontakt Bac Films

Auszeichnungen (Auswahl) Cannes FF 2016:

FIPRESCI-Preis, Sarajevo FF 2016: Preis für den

besten Darsteller, Stockholm FF 2016: Preis für die

beste Kamera, Transilvania IFF 2016: Preis für den

besten Film

Biografie Bogdan Mirică

Bogdan Mirică wurde 1978 in Rumänien geboren.

Nach Abschluss seines Journalismus-Studiums arbeitete

er als Redakteur, Texter und Autor, bis er

2005 mit 27 zum jüngsten Creative Director in der

europäischen Werbebranche wurde. Seine Leidenschaft

für Film brachte ihn schließlich zum Drehbuchschreiben

und Produzieren und an die Universität

in Westminster, London. Nach seiner Rückkehr

nach Rumänien hat er seinen ersten Kurzfilm Bora

Bora gedreht, der auf zahlreichen Festivals Preise

gewann.

Filmografie Bogdan Mirică (Auswahl)

2016 Dogs

2014 Umbre

2011 Bora Bora

2010 Junkie

DOGS

Câini

Ein blutiger Fuß in einem Schuh taucht aus

dem blubbernden Wasser eines Teiches auf.

Schon die erste Szene des Debütfilms von

Bogdan Mirică macht dem Publikum klar,

was folgen wird: ein spannender Thriller und

nichts für schwache Nerven. Die Story: Als

Roman von seinem Großvater ein 550 Hektar

großes Grundstück im rumänischen Hinterland

nahe der ukrainischen Grenze erbt,

ist er wenig begeistert. Eigentlich möchte er

es sofort verkaufen und das verlassene Dorf

postwendend wieder hinter sich zurücklassen.

Doch der örtliche Polizeichef rät ihm

davon ab. Warum? Das Land wird von einer

kriminellen Organisation genutzt, deren Anführer

Romans Großvater gewesen ist. Der

naive Außenseiter hat nicht den Funken einer

Ahnung, in welche Machenschaften er

hinein zu geraten droht. Denn wie der Name

der ebenfalls geerbten Hündin Policia bereits

verrät, spielt auch die lokale Polizei eine

tragende Rolle. Aber immerhin ist es deren

Chef Hogas, der den Gaunereien endlich

ein Ende bereiten will. Mit seinem „slow-moving

arthouse thriller“, wie der Hollywood

Reporter die Mischung aus Western und

rumänischem New-Wave-Film bezeichnet,

führt Mirică seinem Publikum eindringlich

vor Augen, wie sehr Korruption die rumänische

Gesellschaft immer noch beherrscht.

Dass Dogs wiederholt mit No Country for

Old Men verglichen wurde, ist kein Zufall.

A bloody foot in a shoe breaks through

the surface of a pond. Already in the

first scene, Bogdan Mirică gives his audience

a clue of what awaits them: an

exciting thriller, and not for the particularly

faint-hearted. The story: Roman

is not really enthusiastic about

his grandfather bequeathing him a 550

hectare plot of land in the Romanian

hinterland close to the Ukrainian border.

He actually wants to immediately

sell it and leave the village far behind.

But the local police Chief advises him

against this. Why? The property is being

used by a criminal organisation that was

led by Roman’s grandfather himself. The

naïve outsider has no idea what he is

getting himself into. As the name of Roman’s

newly-inherited dog “Policia” suggests,

the local police play a dominant

role. At least, it is their Chief who finally

wants to close down the racketeering.

With his “slow-moving arthouse thriller”,

as the Hollywood Reporter describes

this mix of western and Romanian new

wave film, Mirică makes his audience

aware of how deeply pervasive corruption

still is in Romanian society. It is certainly

no coincidence that Dogs is often

compared to No Country for Old Men.

Theater, Film, Musik, Oper, Tanz.

Leidenschaftliche Kulturberichterstattung, die alle Stücke

spielt, täglich im STANDARD und auf derStandard.at.


102 Wettbewerb Promising Debuts

Wettbewerb Promising Debuts 103

Spielfilm. Bulgarien | Italien 2016

Sprache Bulgarisch mit engl. UT

Länge 99 min.

Format DCP

Farbe

Regie Grigor Lefterov, Todor Matsanov

Drehbuch Grigor Lefterov

Kamera Nenad Boroevich

Schnitt Victoria Radoslavova

Produzenten Grigor Lefterov, Todor Matsanov

Koproduzent Federico Saraceni

Darsteller

Hristo Dimitar Nikolov

Vancho Dimitar Krumov

Vasil Julian Vergov

Kosta Stefan Mavrodiev

Produktion Lema Film, IdeaCinema

Vertrieb/Kontakt Lema Film

Auszeichnungen (Auswahl) Warsaw IFF 2016:

Young FIPRESCI-Preis, Golden Rose FF 2016: Preis

für das beste Spielfilmdebüt

Biografie Grigor Lefterov

Grigor Lefterov (1963) studierte Regie an der Akademie

für Theater- und Filmkunst in Sofia. Bis 2011 arbeitete

er als Regisseur und Drehbuchautor für das

bulgarische Fernsehen sowie an Dokumentationen

und Musikvideos.

Filmografie Grigor Lefterov (Auswahl)

2016 Hristo

2009 The Desert Runner

2008 Elin Pelin: The European

Biografie Todor Matsanov

Todor Matsanov (1967) studierte Theater-, Film- und

Fernsehregie in Rom und Sofia. 13 Jahre lang arbeitete

er für den bulgarischen Rundfunk. Von 2001 bis 2011

unterstützte er Produktionen als Regieassistent.

Filmografie Todor Matsanov (Auswahl)

2016 Hristo

2010 Nightingale of the Bulgarian Radio

2008 With a Friend to You

HRISTO

Hristo, ein Jugendlicher aus der bulgarischen

Unterschicht, wünscht sich nichts

sehnlicher als ein Stück gesellschaftlicher

Normalität: einen vernünftigen Job, einen

Platz zum Wohnen und eine Familie. Aber

sein Leben sieht in Wirklichkeit ganz anders

aus. Er ist alleinstehend, das Dach über

seinem Kopf schäbig und seine Bezahlung

als Taglöhner niedrig. Oft kann er sich nicht

einmal genug zu essen leisten. Eines Tages

kommt es freilich noch schlimmer: Er

wird gekündigt, und da er das Geld für die

Miete nicht mehr auftreiben kann, verliert

er auch seine Bleibe. Geplagt von Hunger

und Kälte, muss er sich fortan wieder

als Obdachloser durchschlagen. Als dann

zudem noch der Winter mit voller Härte

einbricht, geht es für Hristo schließlich

um das blanke Überleben. Dass er dabei

mehr und mehr mit seinen moralischen

Prinzipien bricht, erscheint fast schon als

Selbstverständlichkeit. Mit dem fesselnden

Sozialdrama Hristo kreierten die Filmemacher

Grigor Lefterov und Todor Matsanov

ein durch ein hohes Maß an Authentizität

bestechendes Glanzstück, das mit zahlreichen

Preisen bedacht worden ist: Dass

das Regie-Duo viele Rollen mit Obdachlosen

besetzte und vor allem auch mit dem

Hauptdarsteller Dimitar Nikolov einen

Glücksgriff landen konnte, hat zum großen

Erfolg mit Sicherheit viel beigetragen.

Hristo, a teenager from the Bulgarian

underclass, wants nothing more than

a bit of social normalcy: a decent job,

a nice place to call home and a family.

His life in reality, however, is completely

different. He lives alone, without any

family, the roof over his head is shabby,

and his wages as a day labourer are

low. Quite often he can’t even afford

enough to eat. There is worse to come:

One day he is laid off from his job and

can no longer pay the rent on his shabby

place. Out on the streets he is plagued

with hunger and cold, living as a homeless

person. All on his own, Hristo faces

the harsh onset of a bitter winter with a

desperate will for survival, and only survival.

Even if it means that he must break

more and more of his own moral principles.

The compelling social drama is a

shining creation by the filmmaking duo

Grigor Lefterov and Todor Matsanov. Its

authenticity made this film a real masterpiece

that attracted numerous awards.

Filmed in warehouses at night with several

of the roles cast with actual homeless

or poor people in Sofia, the gritty

honesty contributed to the film’s success,

as did the brilliant and lifelike performance

of leading actor Dimitar Nikolov.

INCARNATION

Inkarnacija

Ein junger Mann wacht auf einer Parkbank

auf. Ohne auch nur zu ahnen, wo er ist,

und vor allem, wer er ist. Wurde er nur aus

einem Traum gerissen oder befindet er

sich gerade in einem? Sicher scheint sehr

bald nur eines: ob Realität oder Imagination

– da wird ganz offensichtlich jemand

unerbittlich gejagt. Von vier maskierten

Männern, die ihn auf Schritt und Tritt verfolgen.

Auf seiner ziellosen Flucht durch

die schluchtartigen Gassen einer Innenstadt

trifft der Mann schließlich auf jenen

Arzt, der seinen Gedächtnisverlust verschuldet

hat. Doch wer hinter der auf ihn

veranstalteten Hetzjagd steckt, will oder

kann ihm auch er nicht verraten. Der Protagonist

erkennt: Um Antworten auf seine

Fragen zu bekommen, muss er aus seiner

Endlosschleife ausbrechen. Er entscheidet

sich daher, eine riskante Reise in die Vergangenheit

anzutreten. In bester Manier

amerikanischer Mindgame-Movies liefert

Filip Kovačević mit seinem Debüt einen

furios inszenierten Actionfilm, der nicht

nur seinen namenlosen Helden, sondern

in kürzester Zeit auch die Zuschauer mitten

in ein gefährliches Spiel mit völlig

offenem Ausgang zieht. Mit einer beeindruckend

stilsicheren Ästhetik und einer

ausgeklügelten Erzählweise ist Incarnation

gewissermaßen die serbische Antwort

auf Christopher Nolans Memento.

A young man awakes on a park bench in

the middle of a busy square without knowing

where, and more importantly, who

he is. Did he just wake up from a dream,

or is he still inside one? Whether it is reality

or imagination, one thing seems to be

dead certain: He is being hunted by four

masked men who follow him wherever he

goes. On his aimless flight through inner

city streets, the targeted man finally encounters

the doctor who has apparently

caused his loss of memory. But he won’t,

or can’t, tell the nameless protagonist who

ordered the relentless chase after him. So

he leaves with more questions than answers.

In the end he realises that he needs

to break out of this time warp he seems to

be in, by any means necessary. In order to

recover his identity and finally find peace,

he dares to go on a dangerous journey into

his unknown past. In the best tradition of

American mind game movies, Director Filip

Kovačević uses his brilliant debut film to

take us on a furious action trip, which in no

time not only absorbs its protagonist, but

also the audience in a risky open-ended

game. With remarkably confident aesthetics

and sophisticated narration, this existentialist

thriller can be considered as the Serbian

answer to Christopher Nolan’s Memento.

Spielfilm. Serbien 2016

Sprache Serbisch mit engl. UT

Länge 83 min.

Format DCP

Farbe

Regie Filip Kovačević

Drehbuch Filip Kovačević, Maša Seničić,

Ivan Stančić

Kamera Uroš Milutinović

Schnitt Đorđe Stanković

Musik Draško Adžič

Produzent Đorđe Stanković

Koproduzent Filip Kovačević

Darsteller

Mann Stojan Đorđević

Mörder 1 Dača Vidosavljević

Mörder 2 Sten Zendor

Wissenschaftler Dejan Cicmilović

Inspektor Tihomir Stanić

Produktion Void Pictures, Viktorija Film

Vertrieb/Kontakt Viktorija Film

Biografie Filip Kovačević

Der 1989 in Serbien geborene Filip Kovačević studierte

Theoretische Mathematik an der Universität

Belgrad und danach an der renommierten Mathematical

Grammar School. Bereits damals beschäftigte

er sich intensiv mit der Pre-Production zu seinem

Debütfilm Incarnation, der 2016 auf vielen Festivals

wie dem Filmfestival in Cottbus oder dem Londoner

Raindance Festival gezeigt wurde.

Filmografie Filip Kovačević (Auswahl)

2016 Incarnation


104 Wettbewerb Promising Debuts

Spielfilm. Aserbaidschan | Russland 2016

Sprache Aserbeidschanisch mit engl. UT

Länge 88 min.

Format DCP

Farbe

Regie und Drehbuch Mirbala Salimli

Kamera Maxim Drozdov

Schnitt Anna Mass

Musik Salman Gambarov

Produzenten Mushfig Hatamov, Timur Weinstein

Darsteller

Abbas Magsud Mammadov

Wafa Gulzar Gurbanova

Orkhan Taleh Badiyev

Produktion Azerbaijanfilm Film Studio, WeiT Media

Vertrieb/Kontakt Azerbaijanfilm Film Studio

Biografie Mirbala Salimli

Mirbala Salimli, 1963 in Aserbaidschan geboren,

studierte Theater- und Filmregie in Baku und Moskau.

Er begann seine Karriere am Theater, wo er insgesamt

mehr als 30 Stücke zur Aufführung brachte.

Seine Arbeit wurde mit renommierten Preisen

ausgezeichnet. In den letzten zwei Jahrzehnten

begann Salimli darüber hinaus verstärkt Regie bei

Dokumentarfilmen zu führen.

Filmografie Mirbala Salimli (Auswahl)

2016 Red Garden

2010 Olivia: The Mystery of Happiness

2006 Sculptural History of Moscow

2002 The Bridge of Fire

RED GARDEN

Qırmızı bağ

„Begrab dich nicht selber lebendig!", rät ein

Mann einem anderen. Eindringlich und in

der Hoffnung, dass sein Gegenüber nach

den mahnenden Worten seinen traurigen

Blick endlich wieder aufs Leben richtet.

Denn Abbas, ein Lehrer in der Provinz Aserbaidschans,

ist seit dem Tod seiner Frau völlig

gebrochen. Er verbringt die Nächte an

ihrem Grab, vernachlässigt sich, und auch

sein Haus fällt immer mehr in einen Dornröschenschlaf.

Kein Wunder, dass die Nachbarn

hinter seinem Rücken tuscheln. Abbas’

Herz ist freilich nicht das Einzige, das ihn

nach wie vor mit der schönen und warmherzigen

Wafa verbindet. Denn da gibt es

auch noch einen Waisenjungen, um den

sich seine Frau einst liebevoll gekümmert

hat, und der plötzlich in den verschlafenen

Ort zurückkehrt – und damit unweigerlich

alte Wunden aufreißt. Längst Verdrängtes

holt Abbas ein, und er wird gezwungen,

sich schließlich doch dem Hier und Jetzt

zu stellen. Samt der Frage: Wer war wirklich

Schuld an Wafas Tod? In magisch-realistischen

Bildern nähert sich Mirbala Salimi auf

poetische und unkitschige Weise an die verbrannte

Seelenlandschaft eines Mannes an,

der sich zusammen mit der Liebe seines Lebens

aus dem Diesseits verabschiedet, aber

nach und nach begreift, dass er seiner Verantwortung

nicht entfliehen kann und am

einsamsten ist, wenn er sein Herz verschließt.

“Don’t bury yourself alive!“ one man advises

another with great seriousness. He

wants his friend to take off that sad look,

get on his feet and finally live again. Easier

said than done, for Abbas, a provincial

teacher in Azerbaijan, is a broken man after

the death of his wife Wafa. He spends

his lonely nights sitting at her grave, increasingly

neglects himself, and his house

seems to have fallen into a deep slumber.

No wonder his neighbours start talking

behind his back. But Abbas’ broken heart is

not the only one that is still connected to

his dear Wafa. There also is an orphan boy,

whom his late wife used to take loving care

of, and who suddenly comes back to this

sleepy village. As old wounds break open

and his past catches up with him, Abbas

needs to face the question: Who really is to

blame for Wafa’s death? In magical-realistic

images, Director Mirbala Salimi dissects the

burnt soul of a broken man, who not only

said goodbye to his beloved wife, but also

to the entirety of his own life. Little by little,

however, he discovers he cannot escape his

responsibilities forever, neither for his sake

nor that of the orphan boy. An even harder

lesson for Abbas, but one he nevertheless

needs to learn is that he must open his

heart in order to overcome his loneliness.

Wer nach dem LET‘S CEE Film Festival mit den Öffis nach Hause fährt und das vormagazin liest, wird bestens informiert über

Freizeit und Kultur in Wien wieder aussteigen. Und die Nacherzählung des gesehenen Films überhört haben. Das vormagazin

gibt‘s auch auf www.vormagazin.at und auf /vormagazin.at

Durch und durch die Stadt.


106 Wettbewerb Promising Debuts

Wettbewerb Promising Debuts 107

Spielfilm. Montenegro | Serbien 2016

Sprache Serbisch mit engl. UT

Länge 93 min.

Format DCP

Farbe

Regie und Drehbuch Ivan Marinović

Kamera Đorđe Arambašić

Schnitt Ivan Vasić

Musik Toni Kitanovski

Produzent Ivan Marinović

Koproduzent Vladimir Vasiljević

Darsteller

Petar Nikola Ristanovski

Dondo Bogdan Diklić

Baba Jelisaveta Sablić

Đorđe Filip Klicov

Savo Leon Lučev

Produktion Adriatic Western, EED// Productions

Vertrieb/Kontakt Soul Food Films

Auszeichnungen (Auswahl) Sarajevo FF 2016:

Nominierung für das Herz von Sarajevo

Biografie Ivan Marinović

Der 1984 in Kotor geborene montenegrinische

Drehbuchautor, Regisseur und Produzent Ivan Marinović

hat an der Prager Filmhochschule studiert. Mit

dem ersten von ihm inszenierten Langfilm The Black

Pin ist er der erste Regisseur seines Landes, der am

Hauptwettbewerb des Sarajevo Film Festivals teilgenommen

hat.

Filmografie Ivan Marinović (Auswahl)

2016 The Black Pin

2011 Praise the Sea, Stick to the Shore

2010 A Football Story

THE BLACK PIN

Igla ispod praga

Peter ist orthodoxer Priester und lebt in einem

Dorf auf einer idyllischen Halbinsel in

Montenegro. Obwohl es um seinen Glauben

nicht mehr bestens bestellt ist, versucht er

weiterhin, seiner Gemeinde ein guter Hirte

zu sein. Mit viel Geduld kümmert er sich um

seine an Alzheimer erkrankte Mutter, die ihn

kaum noch erkennt und zunehmend ihr Gedächtnis

verliert. Seit er vor Jahren von seiner

Frau verlassen wurde, hat Peter auch die alleinige

Erziehung seines rebellischen Sohnes

übernommen, zu dem er ein kompliziertes

Verhältnis hegt. Probleme hat er obendrein

mit einer Gruppe von Männern aus dem

Dorf, die sich mit einem großen Deal sanieren

wollen und dafür unbedingt ein Grundstück

von Peters Mutter brauchen. Der Priester

denkt allerdings nicht im Traum daran,

ihnen jenes zu verkaufen. Die an ihrem Vorhaben

gehinderten Spekulanten versuchen

daher mit allerhand Mitteln und Tricks, den

sturen Mann zum Nachgeben zu bewegen,

wobei sie vor allem auf den Aberglauben

der Dorfbewohner setzen. Ivan Marinovics

ausgefeilter Debütfilm ist eine gelungene

bittersüße Komödie mit naturalistischen

Drama-Elementen. Sie beeindruckt durch

ihren guten Humor und sehr solide Darstellerleistungen,

sowie durch eine gelungene

Kameraführung, mit der vor allem auch die

fabelhaften Landschaften der Heimat des

Regisseurs perfekt in Szene gesetzt werden.

Peter, an orthodox priest, lives in a small

village on a quaint and idyllic peninsula

of Montenegro. Despite his progressively

shrinking faith, he still tries to be a

good shepherd to his church community.

He patiently takes care of his old

mother who suffers from Alzheimer’s

disease. She barely recognises him, and

loses more and more of her memory.

In addition, Peter has been a single father,

since his wife left him many years

before. Peter’s relationship with his rebellious

son is messed up. On top of

all that, he has to deal with a group of

village men, who are speculating in real

estate and by any means need a property

belonging to Peter’s mother. But the

eccentric priest does not want to sell

it to them, at any price. The would-be

speculators try to persuade the stubborn

man of God with all kinds of methods

and tricks, mostly tied to the superstitions

of the village inhabitants. Ivan Marinović’s

sophisticated debut feature is a

priceless, bittersweet comedy with quite

a few naturalistic elements. The black

humour and the spectacular acting are

as impressive as the great camera work,

which deftly captures the marvellous

landscape of Marinović’s home country.

THE POLAR BOY

Polaarpoiss

„Wo ist Ihre Seele?“ Diese Frage wird dem angehenden

Fotografiestudenten bei seinem

Aufnahmegespräch an der Akademie der

Künste in Berlin gestellt. Seine technischen

Fähigkeiten seien nämlich perfekt, doch

seinen Bildern würde es an persönlicher

Leidenschaft fehlen. Trotzdem bekommt

Mattias noch eine Chance. Zurück in Estland

findet er in der aufregenden Hanna ein

neues Motiv und eine neue Liebe. Er verliebt

sich leidenschaftlich in die schöne junge

Frau. Um ihr zu gefallen, macht er bei ihren

spontanen und zuweilen auch illegalen Aktionen

mit, ohne zu wissen, dass die Ursache

für Hannas impulsives Verhalten eine

bipolare Störung ist. Auf einer Party gerät die

Situation schließlich völlig außer Kontrolle

und Mattias begeht eine Straftat, für die ihm

jahrelanges Gefängnis droht. Mit wirkungsvollen

Bildern und einem eindringlichen

Soundtrack, der maßgeblich zur Atmosphäre

des Films beiträgt, gelingt es der estnischen

Regisseurin Anu Aun, das schnelle Leben

ihrer Protagonisten einzufangen. In einer

wahren Achterbahnfahrt der Gefühle wird

vom schmerzlichen Prozess des Erwachsenwerdens

erzählt, in dem Hanna und Mattias

erst lernen müssen, Verantwortung für ihr

Handeln zu übernehmen. Dabei lässt der

Film die Grenzen zwischen Normalität und

Krankheit, Freiheit und Leichtsinn sowie Liebe

und Aufopferung klug verschwimmen.

“Where is your soul?” This question was

posed to prospective photography student

Mattias during his admission interview

for the Berlin Academy of Arts. His

technical competencies were perfect,

but his pictures were lacking in personal

passion. Nevertheless, Mattias was given a

chance. Back in Estonia he finds a new subject

and a new love in the thrilling Hanna.

He falls passionately in love with the beautiful

young woman. In order to please her,

Mattias takes part in her spontaneous,

and at times illegal, activities, without

knowing that the root of Hanna’s impulsive

behaviour is bipolar disorder. The situation

ultimately spins out of control at a

party and Mattias commits a crime which

could lead to years in prison. With poignant

images and a powerful soundtrack that

significantly contributes to the film’s atmosphere,

the Estonian director Anu Aun

successfully captures the fast-paced lives

of her protagonists. The painful process of

growing up is told through a candid rollercoaster

of emotions, through which Hanna

and Mattias must first learn to take responsibility

for their actions. In the process the

film ingeniously blurs the boundaries between

normality and illness, freedom and

recklessness, as well as love and sacrifice.

Spielfilm. Estland 2016

Sprache Estnisch, Englisch mit engl. UT

Länge 97 min.

Format DCP

Farbe

Regie und Drehbuch Anu Aun

Kamera Heiko Sikka

Schnitt Margo Siimon

Musik Sten Šeripov

Produzenten Priit Pääsuke, Kaspar Kaljas

Darsteller

Mattias Roland Laos

Hanna Jaanika Arum

Sander Jörgen Liik

Ralf Kaspar Velberg

Mattias’ Mutter Katariina Unt

Produktion LuxFilm

Vertrieb/Kontakt LuxFilm

Auszeichnungen (Auswahl) Cairo IFF 2016: Nominierung

für den besten Film, Mannheim-Heidelberg

IFF 2016: Nominierung für Grand Newcomer

Award

Biografie Anu Aun

Anu Aun wurde 1980 geboren. Nach ihrem Studium

der TV- und Filmregie in Tallinn arbeitete sie

als Drehbuchautorin und Produzentin für die Produktionsfirma

Luxfilm, die sie mitbegründete. Die

Estin führte auch bereits bei mehreren Kurz- und

Dokumentarfilmen Regie. Shift wurde auf mehr als

70 internationalen Filmfestivals gezeigt und 17 Mal

ausgezeichnet. Auch Indigo Room war auf zahlreichen

Festivals, aber auch im estnischen und russischen

Kino zu sehen.

Filmografie Anu Aun (Auswahl)

2016 The Polar Boy

2014 Child of Nature

2011 Forbidden Fruit

2007 Indigo Room

2005 Domestic Affairs


108 Wettbewerb Promising Debuts

Spielfilm. Mazedonien | Kosovo 2015

Sprache Mazedonisch, Albanisch mit engl. UT

Länge 90 min.

Format DCP

Farbe

Regie Darijan Pejovski

Drehbuch Darijan Pejovski, Igor Ivanov

Kamera Dimo Popov

Schnitt Vladimir Pavlovski

Musik Aleksandar Pejovski

Produzent Tomi Salkovski

Koproduzenten Valon Bajgora, Yll Uka

Darsteller

Jana Irena Ristić

Marika Kamka Tocinovski

Genz Adem Karaga

Tante Anka Milica Stojanova

Lebensmittelhändler Salaetin Bilal

Produktion Skopje Film Studio, Ikone Studio

Vertrieb/Kontakt Skopje Film Studio

Auszeichnungen (Auswahl) South East European

FF Berlin 2016: Preis für den besten Film, Cinedays

Mazedonien 2015: Preis für das beste Drehbuch

Biografie Darijan Pejovski

Darijan Pejovski wurde 1983 in Skopje geboren. Er

studierte Film- und Fernsehregie an der Fakultät

für darstellende Kunst an der Universität Skopje.

Zudem führte er bei zahlreichen Kurzfilmen

Regie. Three Days in September hatte in Montreal

Weltpremiere.

Filmografie Darijan Pejovski (Auswahl)

2016 Three Days in September

2012 Opera (Skopje Remixed)

2009 Agony

2006 A Message

2004 15 Seconds

THREE DAYS IN SEPTEMBER

Tri dena vo septemvri

Irgendwo in einem Zug in den Bergen

Mazedoniens kreuzen sich die Wege zweier

sehr unterschiedlicher Frauen, die das

Schicksal per Zufall zusammengebracht

hat. Marika, eine junge Prostituierte, ist auf

der Flucht, nachdem sie einen Komplizen

ihres Zuhälters umgebracht hat. Jana wiederum,

eine zurückhaltende Frau in ihren

Dreißigern, ist auf dem Weg zurück zu ihrem

Landhaus. Auch sie scheint ein Geheimnis

zu haben. Sichtbar betroffen von Marikas

Zustand verlässt sie nach einem Gespräch

den Zug, und Marika, die keine Ahnung hat,

wohin sie soll, folgt ihr hinterher. Im Dorf

angekommen, erwartet die beiden eine

schicksalhafte Konfrontation mit der Vergangenheit.

Während Marika erneut flieht,

beschließt Jana, sich der Herausforderung

zu stellen. Three Days in September ist ein

Psychothriller außerhalb jeder Genrekonvention:

Was zu Beginn ein Echtzeit-Porträt

der beiden zentralen Figuren zu werden verspricht,

wächst sich sukzessive zu einer Anklage

gegen die mazedonische Gesellschaft

aus. Darijan Pejovski skizziert die Missstände

in seinem Heimatland und gibt einen intimen

Einblick in das Leben zweier Frauen,

die letztlich nichts anderes tun, als zu versuchen,

sich in einer patriarchalen Dorfgemeinschaft

zurecht zu finden. Das Besondere

daran: Pejovskis Orient-Express lädt

dabei auf eine Reise ohne Wiederkehr ein.

On a train, somewhere in the mountains

of Macedonia, fate brings together two

very different women. Marika, a young

prostitute, is on the run after killing

the accomplice of her pimp. Jana, on

the other hand, is a reserved woman

in her thirties, returning to her cottage.

She also seems to bear some kind of a

secret. Visibly concerned about Marika’s

condition, Jana disembarks from

the train after their conversation, and

Marika, who doesn’t know where to go,

simply follows her. When they reach

the remote village, a fateful confrontation

with their past awaits them. While

Marika runs away again, Jana decides

to face this challenge. Three Days in September

is a psychological thriller beyond

any genre conventions: What in the beginning

seems to be a real-time portrait

of the two central characters, gradually

builds into an accusation against Macedonian

society. Darijan Pejovski outlines

the social evils in his native country and

provides an intimate look inside the

lives of two women, who are, ultimately,

simply trying to find their ways around

a patriarchal village community. Pejovski’s

Orient Express invites audiences

on a journey with a one-way ticket.


110 Wettbewerb Promising Debuts

Wettbewerb Promising Debuts 111

Spielfilm. Litauen | Rumänien 2016

Sprache Litauisch mit engl. UT

Länge 88 min.

Format DCP

Farbe

Regie und Drehbuch Lina Lužytė

Kamera Oleg Mutu

Schnitt Benjamin Mirguet, Lina Lužytė,

Tatu Ioan-Stefan

Musik Jonas Jurkūnas

Produzent Dagnė Vildžiūnaitė

Koproduzent Iuliana Tarnovetchi

Darsteller

Frau Gabija Jaraminaitė Ehefrau

Mann Dainius Gavenonis

Tochter Eila Grybinaitė

Sozialarbeiterin Rasa Samualytė

Produktion Just a Moment, Alien Film

Vertrieb/Kontakt Just a Moment

Auszeichnungen (Auswahl) Karlovy Vary IFF 2016:

Official Selection

Biografie Lina Lužytė

Die 1985 in Vilnius geborene Lina Lužytė schloss

2011 ihr Masterstudium in Filmregie an der Lithuanian

Academy of Music and Theatre ab. Neben

ihrer Arbeit als Drehbuchautorin und Regisseurin

unterrichtet sie seit 2009 auch auf der Skalvija Film

Academy. Ihr Kurzfilm It Would Be Splendid, Yet wurde

hoch gelobt. Auch ihre Dokumentation Toys

wurde von vielen internationalen Filmfestivals ins

Programm genommen.

Filmografie Lina Lužytė (Auswahl)

2016 Together for Ever

2012 Toys

2009 It Would Be Splendid, Yet

2007 A Perfect Day to Catch Banana Fish

TOGETHER FOR EVER

Amžinai kartu

Eine dreiköpfige Familie lebt gemeinsam

unter einem Dach – und doch fast wie in

Paralleluniversen nebeneinander her. Während

die Mutter im Krankenhaus arbeitet

und der Vater oft tagelang als Stuntman

unterwegs ist, bleibt die kleine Tochter die

längste Zeit allein zuhause. Da kehrt eine

alte Liebe zurück, dort stirbt ein Arbeitskollege

und das Netz aus Notlügen und

Manipulation, aus Sprachlosigkeit und

Isolation wird immer dichter und undurchdringlicher.

Nach einem Vorfall auf einer

Polizeistation beschließt die Mutter, ihre

Familie wieder zusammenzuführen, ehe

sie vollkommen zerbricht. Dabei wird ihre

Rolle aber auf eine harte Probe gestellt.

Denn je näher sie ihrem Ehemann und

ihrer Tochter zu kommen versucht, desto

deutlicher muss sie erkennen, dass die

mangelnde Kommunikation über die Jahre

hinweg tiefere Gräben hinterlassen hat

als gedacht. Zwar zeichnet sich ab, dass

jedes Familienmitglied für sich sehr wohl

nach Verständnis sucht und sich nach

Zuneigung und Liebe sehnt. Wie sie es allerdings

anstellen sollen, ihrer Einsamkeit

zu entrinnen, wissen die drei bei bestem

Willen nicht. Lina Lužytės emotional kraftvolles

Spielfilmdebüt ist ein mächtiges Familiendrama

aus Litauen und zugleich das

Porträt einer Frau, die bereit ist, für eine

heile Welt bis an ihre Grenzen zu gehen.

A family of three reside together under

the same roof – and yet they live almost

as if they inhabit parallel universes.

While the mother works in a hospital

and the father is often away for days

on end working as a stuntman, the

daughter spends the most of her time

alone at home. An old love returns, a

colleague dies, and the web of white

lies and manipulation, of speechlessness

and isolation becomes denser and

more impenetrable. After an incident

in a police station, the mother decides

to bring her family back together before

it completely disintegrates. But she

faces a tough test: Each attempt to get

closer to her husband and daughter

makes it clearer that years of poor communication

have left behind even deeper

divides than she thought. It emerges

that each family member is looking

for understanding and yearning for affection

and love. But none of the three

know how to escape their loneliness.

Director Lina Lužytė’s emotionally powerful

feature film debut is a compelling

Lithuanian family drama, while also being

the portrait of a woman who is willing

to push herself to push her limits in

order to repair her dysfunctional family.

ZHALEIKA

Lora lebt in einem malerischen Bergdorf

in Bulgarien. Die 17-Jährige empfindet

ihre Umgebung allerdings ganz und gar

nicht als idyllisch. Sie fühlt sich beengt

und grenzt sich durch ihr Verhalten ganz

bewusst von den anderen Einwohnern ab

– vornehmlich durch ihren Kleidungsstil

und ihre Gewohnheit zu rauchen. Das Einzige,

was für sie wirklich zählt, ist die Liebe

zu ihrem Freund Todor. Loras Vater stellt

sie schließlich energisch zur Rede und

verlangt von ihr, sich grundlegend zu ändern.

Als er kurz darauf verstirbt, wird der

von ihren Verwandten und Nachbarn ausgeübte

Druck, wie sie sich zu benehmen

habe, für die junge Frau unerträglich. Lora

beschließt, sich endgültig zu emanzipieren

und ihren eigenen Weg zu gehen. Der Film,

unter anderem bei der Berlinale 2016 von

der Internationalen Jury der Generation

14plus mit einer lobenden Erwähnung bedacht,

ist eine ruhige Coming-of-Age-Geschichte,

die oft sehr realistisch anmutende,

oft aber auch sehr intime Einblicke in

die Lebenswelt seiner Protagonistin zeigt.

Etwa, als Lora ihrer Großmutter die Fingernägel

schwarz lackiert. Dass die Regisseurin

Eliza Petkova Blicken und Gesten nicht

weniger vertraut als Worten, ist übrigens

ein Glück: Die sind nämlich bisweilen so

ausdrucksstark, dass Zhaleika wohl sogar

auch ohne Untertitel gut zurecht käme.

Lora lives in a quaint mountain village in

Bulgaria. The 17-year-old girl, however,

longs to leave her tradition-steeped surroundings.

She feels trapped, and isolates

herself from the other village inhabitants

through her behaviour. She smokes and

wears different clothes to provoke intentionally.

The only thing that Lora treasures

in life is the love of her boyfriend Todor.

Lora’s father, however, cannot approve

of the relationship and her lifestyle, and

commands his daughter to change her

outlook on life. After her father’s death,

her relatives and neighbours pressure

the young woman to mourn, until Lora

decides to emancipate herself completely,

and to go her own way. Zhaleika, which

was presented at the Berlinale 2016 and

praised by the Generation 14plus jury, is a

quiet coming-of-age story that presents a

realistic and intimate insight into the young

protagonist’s life. Lora painting her grandmother’s

fingernails black is just one of the

many scenes where Director Eliza Petkova

emphasises not only on the verbal aspects

of the film, but also the physicality of the

actors. Nonverbal expression and gestures

are thus as strong as their oral counterparts,

making it probable for the film to

be understood even without subtitles.

Spielfilm. Bulgarien | Deutschland 2016

Sprache Bulgarisch mit dt./engl. UT

Länge 92 min.

Format DCP

Farbe

Regie und Drehbuch Eliza Petkova

Kamera Constanze Schmitt

Schnitt Hannes Marget, Eliza Petkova

Produzenten Svetoslav Graganov, Tim Oliver

Schultz, Cécile Tollu-Polonowski

Darsteller

Lora Anna Manolova

Maria Snezhina Petrova

Todor Mihail Stoyanov

Jana Maria Klecheva

Stoyan Stoyko Ivanov

Produktion Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin

Vertrieb/Kontakt DFFB

Auszeichnungen (Auswahl) Berlin IFF 2016: Spezielle

Erwähnung der Generation 14plus Jury,

Sofia IFF 2016: Grand Prix für den besten Film

Biografie Eliza Petkova

Eliza Petkova kam 1983 in Veliko Tarnovo in Bulgarien

zur Welt. Im Jahr 2008 schloss sie ihr Studium

in Philosophie und Japanisch an der Heinrich-Heine-Universität

in Düsseldorf ab. Von da an war sie

als freie Filmemacherin in Berlin tätig. 2011 begann

sie Regie an der Deutschen Film-und Fernsehakademie

zu studieren. Ihr Kurzfilm Abwesend wurde

beim Festival in Cannes 2015 für die Cinéfondation

nominiert.

Filmografie Eliza Petkova (Auswahl)

2016 Zhaleika

2015 Harmonia

2014 Absent

2012 Im Kreis

2010 Stille Post


Noch zum gemütlichen Italiener.

Gemütlich italienisch kochen.

KURZFILM-

WETTBEWERB

Short Film Competition

Arash und Arman T. Riahi

Kuratoren für den Kurzfilm-Wettbewerb

Curators of the Short Film Competition

FOTO: JÖRG BURGER

FOTO: PRIVAT

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Über

in Europa

Der (Kurz-)Film als Reflexion politischer Zustände? Unbedingt. Aber zugleich gilt:

Wir gehen in erster Linie nicht ins Kino, um uns politisch erziehen oder aufklären

zu lassen. Natürlich gibt es Filme, deren Hauptzweck es ist, uns Situationen

oder Zustände oder sogar Ausschnitte der Wahrheit vor Augen zu führen. Diese

Filme muss es sogar geben. Doch in erster Linie sehen wir uns Filme an, weil sie

uns berühren, uns zum Lachen und Weinen bringen, während sie uns einen Augenblick

lang unterhalten und einen Schleier über unser Leben werfen, auf dem

sich die Not und das Glück und die Freude und Trauer der „anderen“ wie auf einer

Leinwand wiederfinden, nur damit wir uns nicht einsam fühlen, damit wir

als Menschen und Publikum Bestätigung erfahren. Es überrascht daher nicht,

dass sich im diesjährigen Kurzfilmwettbewerb Parallelen und offene Kritik an aktuellen

politischen Turbulenzen und den Angriffen auf die Demokratie genauso

finden lassen wie universelle menschliche Fragen, wie sie immer schon Teil der

Kunst waren, so man sie als Seismograph der Gesellschaft sehen will. Doch prinzipiell,

und das ist die wichtigere Nachricht, bestätigt sich der Kurzfilm Jahr für

Jahr als unverfälschtes und eigenständiges filmisches Kommunikationsmittel, das

in seiner Unmittelbarkeit und aufgrund seiner Form seit den Anfängen des Films

nichts an seinem revolutionären Potential verloren hat. Und doch, so scheint es

immer wieder, ist und bleibt es eine Kunst für sich, eine Geschichte so kurz und

klar wie möglich zu erzählen. Wir freuen uns über die beständig hohe Qualität der

Einreichungen und vor allem über den ungebrochenen formalen sowie inhaltlichen

Experimentierwillen der Filmemacher, die uns die Auswahl der Filme zwar

schwerer machen, aber zugleich den Sichtungsprozess dafür umso unterhaltsamer

und spannender gestalten. Ob ein Kurzfilm nun weniger oder mehr Zeitdokument

ist, ob er ästhetisch stimuliert, inhaltlich aufregt, funktioniert oder nicht funktioniert

– die Vielfalt der inhaltlichen und formalen Variationen des Mediums bleiben

die wahre ‚Tochter der Zeit’. Und wie sich diese Vielfalt weiterentwickelt, kann

durchaus als Spiegelbild politischer Umstände gesehen werden. Wir wünschen

dem Publikum aufschlussreiche, berührende und unterhaltsame Projektionen!

The (short) film as a reflection on political conditions? Absolutely. But: We don’t primarily

go to the cinema to get politically educated or enlightened. Obviously there

are films with the main purpose of making us aware of situations or circumstances,

or even parts of the truth. But foremost, we watch films because they touch us,

make us laugh or cry, and for a while they entertain us. Film can throw a veil over

our lives on which we can find the misery, as well as joy and grief of the “others” on

a screen, not to feel lonely, but to receive affirmation as humans and audiences.

Therefore it is no surprise that in this year’s short film competition you will find parallels

to, and open criticism of, the recent political turbulences and the attacks on

democracy, just as often as universal human questions, as they always have been

a part of the arts, if you want to look at them as a seismograph of society. But generally,

and this is the most important point, year after year, the short film confirms

itself as a straight and independent cinematic communication tool which, due to

its immediacy and shape, hasn’t lost any of its revolutionary potential since the beginning

of film. And still, so it seems over and over again, it remains an art of telling

a story as quickly and clearly as possible. We are glad about the constant quality of

the submissions and especially about the filmmakers’ unbroken eagerness to experiment

in form and content, which makes sifting through the submissions more

entertaining and exciting! However, the selecting process is not getting any easier.

Whether a short film more or less is a contemporary document, whether it stimulates

aesthetically, upsets in terms of content, whether it works out or not – the

diversity of the medium’s substantial and formal variations stays the true 'daughter

of Time'. The way this diversity develops can be considered a mirror of political

circumstances. We wish all our guests revealing, touching and amusing screenings!

Service wie im Hotel. Kostenloses WLAN.

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Kurzfilm-Wettbewerb 113


Block 1 Block 1 Block 1 Block 1

Block 1 Block 1 Block 2 Block 2

EISENHERZ

BUZZING OF A BUMBLEBEE

Gudenie shmelya

ANA IS COMING BACK

Ana se intoarce

UNDERCOOLING

Unterkühlung

WALLS A NEW HOME THE SON

Sinyt

REVE TA STOHNE ON TOUR

AUT 2016 | 20 min. | Deutsch mit engl. UT

Regie Franz Maria Quitt

Drehbuch Domenik Pockberger

Produzenten Franz Maria Quitt, Domenik Pockberger,

Edina Weiss-Tessbach, Helmut Pockberger

RUS 2015 | 29 min | Russisch mit engl. UT

Regie & Drehbuch Vladimir Beldian

Produzent Aleksei Guskov

ROM 2016 | 18 min. | Rumänisch, Englisch mit engl. UT

Regie & Drehbuch Ruxandra Ghitescu

Produzenten Iuliana Tarnovetchi, Lulu Hillerin

GER/AUT 2016 | 11 min. | Deutsch mit engl. UT

Regie & Drehbuch Olga Kosanovic

Produzentin Olga Kosanovic

CRO/GER/PSE 2016 | 7 min. | Englisch

Regie Fatmir Dolci

Drehbuch Fatmir Dolci, Maik Schuster, Max Paschke

Produktion I AM HERE

SLO 2016 | 14 min. | Slowenisch mit engl. UT

Regie Žiga Virc

Drehbuch Žiga Virc & Boštjan Virc

Produzent Boštjan Virc

BUL 2015 | 29 min. | Bulgarisch mit engl. UT

Regie Hristo Simeonov

Drehbuch Deyan Enev, Hristo Simeonov

Produzent Kostadin Bonev

UKR/POL 2016 | 30 min. | Ukrainisch mit engl. UT

Regie & Drehbuch Nadia Parfan

Produzentin Iryna Kopyl

Jakobs größter Held ist Prinz Eisenherz. Er trägt eine

ähnliche Frisur wie dieser und spielt gerne im Hof

mit Schwert, Schild und selbstgebasteltem Helm.

Genau dort, wo er oft alleine oder mit seinem besten

Freund Zeit verbringt, erblickt er zum ersten Mal seine

neue Nachbarin. Er verliebt sich in das Mädchen,

das kaum älter ist als er, und fragt seine Mutter nach

dem Rezept für die ideale Liebe, ohne zu ahnen,

dass die Ehe seiner Eltern gerade in die Brüche geht.

Kaum hat er es geschafft, das Interesse des Mädchens

zu wecken, muss er mit seiner Mutter auch schon

wegziehen. Im neuen Haus beginnt alles von vorne.

Ein Altersheim auf dem Land. Die holzverkleideten

Wände erinnern an ein typisches Wirtshaus, in dem

täglich Schnitzel und Tafelspitz serviert werden. Hier

bekommt man allerdings nur ungenießbaren Brei

vorgesetzt. Die Tage verlaufen vollkommen monoton.

Die Bewohner zählen andauernd ihre Tabletten

und denken dabei an den Tod. Nur eine der Pflegerinnen

entdeckt so etwas wie Poesie inmitten dieses

Trauerspiels und knüpft eine enge Beziehung zu einer

alten Dame, die davon träumt, im Sterbebett englischen

Pudding mit italienischer Füllung zu essen und

noch einmal das Summen einer Hummel zu hören.

Nach einem längeren Aufenthalt in Deutschland

kehrt Ana mit ihrer attraktiven Freundin Ines in ihr

Heimatland Rumänien zurück. Dort wird sie bereits

von ihrer Schulfreundin Laura erwartet, die in der

Zwischenzeit mit ihrem Freund zusammengezogen

ist. Ana bleibt nur für eine Nacht, doch diese wird

für Laura zum Wechselbad der Gefühle. Der Anblick

des glücklichen Paares Ana und Ines löst Eifersucht

und Vorurteile in Laura aus und bringt verborgene

Sehnsüchte an die Oberfläche. Zudem trägt die

Homophobie ihres Freundes nicht gerade dazu

bei, die angestrengte Atmosphäre zu entspannen.

Kaum ist Eddie mit seinem Kühlschrank zu Hause angekommen,

bekommt er einen Anruf von seinem Freund

Norbert, der den Deal plötzlich rückgängig machen

möchte. Da Norberts Schwester das Gerät unbedingt

in ihrem Hobbyraum haben will, macht sich Eddie

keine Mühe mehr, es in die Wohnung zu schleppen

und lässt es vor der Tür stehen. Neue Brandschutzbestimmungen

besagen jedoch, dass das Stiegenhaus

von oben bis unten immer freigeräumt sein muss.

Da weder der Hausmeister noch die Nachbarn davon

begeistert sind, häufen sich hinterlassene Zettel mit

verschiedenen Botschaften am Kühlschrank im Flur.

Drei junge Männer aus drei Ländern kommen nicht

nur aus verschiedenen Lebenswelten. Offenbar befinden

sie sich auch auf unterschiedlichen Missionen.

Trotzdem verbindet sie eine Gemeinsamkeit: Alle drei

leiden augenscheinlich unter ihren Erlebnissen und

haben wohl ähnliche Hoffnungen auf Freiheit. Ihre

Blicke richten sie in die Ferne, weit weg von dem,

was direkt vor ihnen liegt. Aber selbst wenn sie ihre

Augen schließen, tauchen die Bilder der Hindernisse

auf, die ihrem übermächtigen Wunsch nach

Freiheit und Erfüllung entgegenstehen. Können sie

ihre inneren und äußeren Grenzen überwinden?

Während sie durch die Stadt zu ihrer neuen Wohnung

fährt, bemerkt eine junge Frau ein provisorisch

errichtetes UNHCR-Flüchtlingslager in einem nahe

gelegenen Park. Ihr neues Wohnhaus, in das sie als

Erste einzogen ist, steht noch fast leer. Der Kontrast

zwischen den Zelten unten an der Straße und ihren

eigenen riesigen, leblosen Betonräumen könnte

nicht größer sein. Am Abend wird sie von bösen

Träumen heimgesucht. Ein Einbrecher bedroht darin

ihr Leben. Beim Erwachen erblickt sie einen Mann,

der sie vom Fenster gegenüber beobachtet. Angst

und Paranoia machen sie ungewollt zur Verbrecherin.

Ein Sohn und sein Vater messen ihre Stärke beim

Armdrücken, während die hochschwangere Mutter

draußen am alten Herd das Essen zubereitet. Die fünfköpfige

Roma-Familie lebt in ärmlichen Verhältnissen

in einem rostigen Eisenbahnwaggon, der ihr als Wohnung

dient. Für die Versorgung der Familie mit Essen

und anderen lebensnotwendigen Mitteln unternimmt

der Vater Tag für Tag eine gefährliche Reise, bei

der er auf einen der vorbeifahrenden Züge springt,

um in die Stadt zu kommen. Nach einem tragischen

Unfall, bei dem er sein Leben verliert, muss der noch

minderjährige Sohn diese Aufgabe übernehmen.

Die zweiköpfige Band Reve Ta Stohne („It roars and

cries“) aus Kiew reist nach Warschau, um dort ihr Glück

zu versuchen. Ihre einzige Kontaktperson bringt die

beiden in ein verfallenes Haus, in das sie auch gleich

einziehen. Noch am ersten Tag wollen sie in einem

Klub vorspielen. Die Frage, die sich dabei stellt, ist

rein praktischer Natur. Wie macht man das richtig?

Zwischen Gesprächen und Verhandlungen mit diversen

Lokalbesitzern wegen der potenziellen Live-Auftritte

spielen die beiden auf der Straße, um ein wenig

Geld zu verdienen. Aber schon bald reicht auch

das nicht mehr, um über die Runden zu kommen.

Jakob’s greatest hero is Prince Valiant. He has a similar

haircut to him and likes to play in the yard with

his sword, his shield and his self-made helmet. There,

where he often spends time alone or with his best

friend, he also meets his new neighbour for the very

first time: a girl, barely older than him. The love-struck

boy asks his mother for the recipe for ideal love, unaware

of the fact that his parents’ marriage is falling

apart. When he manages to capture the girl’s interest,

he is forced to move to another place with his mother.

In the new house, everything starts all over again.

An elderly home in the countryside. The wood-panelled

walls remind one of a traditional tavern, where

schnitzel and boiled beef in broth are served on a

daily basis. But only inedible pulp is served here.

The days pass by monotonously. The inhabitants

keep on counting their pills and in doing so think

of death. Only one of the orderlies sees some beauty

amidst all this tragedy and forms a bond with an

elderly lady, who dreams of eating English pudding

with Italian stuffing and hearing the buzzing

of a bumblebee one last time on her deathbed.

After a long stay in Germany, Ana returns to her

home country Romania with her attractive new girlfriend,

Ines. There she is already expected by Laura,

her school friend, who has meanwhile moved

in with her boyfriend. Although Ana is only staying

for one night, for Laura it turns into of an emotional

roller coaster ride. Seeing Ana and Ines as a

happy couple triggers jealousy and prejudices in

Laura, and brings hidden longings to the surface.

And her boyfriend’s homophobia does not exactly

contribute to easing the tense atmosphere.

Eddie is given a fridge as a gift. However, after

bringing it home he receives a call from his friend

Norbert, who suddenly wants to take back the gift.

As Norbert’s sister wants to have the appliance in

her hobby room, Eddie doesn’t bother to drag it

further into the flat and leaves it standing in front

of the door, even though fire regulations state the

stairwell should always be clear. As neither the

janitor nor the neighbours are delighted with the

device, more and more notes with various messages

are attached to the fridge in the hallway.

Three young men from three countries do not

just come from different worlds, but seem to

be on different missions. Nevertheless, they appear

to have many things in common: Obviously

all three of them suffer from their experiences

and they probably have very similar hopes.

Their gazes point to the distance, far away from

the immediate. But even when they close their

eyes, images of obstacles appear, hindering their

overpowering desire for freedom. Will they conquer

their internal and external boundaries?

A young woman spots a makeshift UNHCR refugee

camp in a nearby park while driving to her apartment.

She is the first person to take up residence

in a newly constructed building, a place almost devoid

of human presence. The contrast between the

tents on the street and her own enormous, lifeless

concrete rooms couldn’t be sharper. In the evening,

she is haunted by nightmares. As she wakes up, the

woman is stunned by the sight of a man watching her

from a window across the street. Overwhelmed by

fear and paranoia, she ends up becoming a criminal.

A father and his son measure their strength with

an arm wrestling match while the heavily-pregnant

mother prepares their food at the old oven

outside. The five-person family lives in poverty

in a rusty railway carriage, which serves as their

accommodation. To supply the family with food

and other essentials of daily life, the father goes

on a risky journey every day – by jumping on one

of the passing trains to reach the next city. After

he loses his life in a tragic accident, his underage

son has no choice but to assume this duty.

The two-member band Reve Ta Stohne (“It roars

and cries”), from Kiev, travel to Warsaw to try their

luck. Their only person of contact leads them to

a ruinous house they immediately move into.

From the first day, they strive to get club auditions.

But how does one actually get a gig, from

a purely practical perspective? Between unsuccessful

talks and negotiations with club owners

about potential live performances, the unlucky

fellows try to earn some money as street musicians.

But it’s not long until their funds run dry.

114 Kurzfilm-Wettbewerb

Kurzfilm-Wettbewerb 115


Block 2 Block 2 Block 2

SHANGHAI, BAKU

Şanxay, Bakı

PRINCE BUTYESYES

Prinz Aberjaja

MASTERPIECE

Shedevr

» The Polar Boy

Spielfilm, Estland 2016

AZE/LIT 2015 | 21 min. | Aserbaidschanisch

mit engl. UT

Regie: Teymur Hajiyev

Drehbuch Ismail Imanov, Teymur Hajiyev

Produzent Teymur Hajiyev

CZE/AUT 2017 | 10 min. | Deutsch mit engl. UT

Regie & Drehbuch Anatol Vitouch, Ondřej Cikán

Produzenten Ondřej Cikán, Anatol Vitouch,

Antonín Šilar

RUS 2016 | 15 min. | Russisch mit engl. UT

Regie Irina Storozhenko

Drehbuch Irina Storozhenko, Anastasia Khokhlova,

Polina Bystritskaya

Produzentin Karina Tateosyan

LET‘S CEE

INDUSTRY DAYS

Filmmaking in CEE and in Austria:

Meeting Tomorrow‘s Challenges

From 23rd to 24th March in Vienna

More information on:

www.letsceefilmfestival.com/lets-cee-industry-days.html

See also

page 200

Samir ist ein Amateurfilmer und lebt mit seinem despotischen

Vater sowie seiner älteren Schwester Roza

in Shanghai, einem Slum der aserbaidschanischen

Hauptstadt Baku. Meist finden sich seine Familienmitglieder

auf den Aufnahmen wieder. Was sonst einfach

nur als nervig empfunden wird, wird zum gefährlichen

Spiel, als Samir zufällig seine Schwester und ihren

Freund Rasim beim Rummachen erwischt und die

beiden mit dem Video erpresst. In der konservativen

Umgebung würde so etwas schließlich gar nicht gern

gesehen werden. Und was der konservative Vater dazu

sagen würde, will sich Roza gar nicht erst ausmalen.

Samir is an amateur filmmaker and lives with his

authoritarian father and sister, Roza, in Shanghai, a

slum in Baku, the capital of Azerbaijan. His family

members are regulars in his video recordings. What

is normally only considered annoying turns into a

dangerous game when Samir accidently catches

his sister fooling around with her boyfriend Rasim

and blackmails them with the recording. In their

conservative environment, this would certainly not

be well-received and Roza doesn’t even want to

imagine how her conservative father would react.

Das tschechische Märchen Prinz Bajaja, das im 19.

Jahrhundert von Božena Nĕmcová geschrieben

wurde, erlebte jüngst eine Renaissance dank einer

neuen Version des deutschsprachigen, in Prag geborenen

Schriftstellers Ondřej Cikán. Der inzwischen

in Wien lebende Autor hat die Geschichte modernisiert

und in Versform umgedichtet. Die Liebesgeschichte

zwischen einem namenlosen Prinzen und

einer Prinzessin namens Julia wurde von ihm selbst

und Anatol Vitouch bildlich kraftvoll interpretiert.

Die Rolle des Prinzen hat Cikán dabei gleich selbst

übernommen, die der Prinzessin spielt Paula Beer.

The Czech fairy tale Prince Bajaja, originally written

in the 19th century by Božena Nĕmcová, has been

recently revived in a new version written by the German

speaking, Prague-born writer Ondŕej Cikán. The

author, who for the meantime resides in Vienna, has

modernised and versified the story. He and Anatol

Vitouch have not only brought the love story of an

unnamed prince and a princess Julia to life, but with

their visionally interpretations they also adapted it

skilfully for the screen. The role of the prince is played

by Cikán himself, the one of the princess by Paula Beer.

Ein ungewöhnlicher Psychologe ist darauf spezialisiert,

Frauen aus Unzufriedenheit und Depressionen

herauszuholen. Seine besondere Gabe, Probleme

mit einem Fingerschnippen wegzuzaubern, verhilft

ihm zu großem Erfolg. Doch er fühlt sich unterfordert.

Er wünscht sich, dass eine Frau durch seine Tür

hereinspaziert, die die glücklichste von allen wird.

Der Wunsch geht schnell in Erfüllung, als er auf eine

sonderbare Frau trifft, die seine Welt auf den Kopf

stellt. Statt danach zu streben, ihre vielen überflüssigen

Kilos loszuwerden, möchte sie am liebsten

zunehmen. Ihre Geschichte ist bemerkenswert.

An unusual psychologist is specialised in helping

women out of discontent and depression.

With his special gift to make problems go away

with the wave of his finger, he has achieved great

success. But he feels underchallenged. He wishes

for a woman to walk through his door who is

going to become the happiest one of all. His

wish quickly comes true when he meets a peculiar

woman who turns his world upside down.

Instead of striving to lose those extra kilos, she

aspires to gain weight. Her story is remarkable.

www.bitconnect.at

TOBIAS

PERSCHON

Bitconnect EDV/IT

Dienstleistungen

& Handel e.U.

tobias@perschon.at

office@bitconnect.at

+43 (0) 699 10 86 75 17


Across the Line 119

LET’S CEE Film Festival

Großes Kino aus Zentralund

Osteuropa

Stadtkino Villach

&

Geidorf Kunstkino Graz

In Kooperation mit Cineplexx International

präsentiert das LET’S CEE Film Festival vom

24. bis 26. März zum ersten Mal eine Auswahl

von Festivalfilmen (allesamt in OV mit engl.

bzw. dt. Untertiteln) im Stadtkino Villach und

im Geidorf Kunstkino Graz. Programm und

Karten gibt es ab 3. März an den Kinokassen

vor Ort sowie online auf www.cineplexx.at

und telefonisch zu den regulären Kinopreisen:

Stadkino Villach

10. Oktober Straße 1

9500 Villach

+43 4242 27 000

Geidorf Kunstkino

Geidorfplatz 1a

8010 Graz

+43 316 32 10 03

ACROSS THE LINE

Im Rahmen von Off the Wall Expanded ermöglicht das vom EU-Audience

Development unterstützte Programm Across the Line in sechs

Ländern einen Blick auf Arbeiten von aufstrebenden Filmemachern,

die sich mit den aktuellen Herausforderungen Europas beschäftigen.

DISKUSSIONSVERANSTALTUNG

AN DER UNIVERSITÄT WIEN

Refugees still welcome... or not?

2015 standen die Staaten Zentral- und Südosteuropas als Transitländer

für Flüchtlinge im Zentrum der internationalen Aufmerksamkeit.

Doch auch nach der Schließung der Balkan-Route kommen immer

noch Menschen auf diesem Weg nach Europa. Der Großteil von ihnen

will dabei nach wie vor Richtung Deutschland, Schweden und

Co. weiterreisen. Es gibt aber auch welche, die in der Balkanregion

selbst um Asyl ansuchen wollen. Dort treffen sie aber mehr und

mehr auf ein Klima massiver Ablehnung und Fremdenfeindlichkeit.

Im Rahmen des Schwerpunkts Across the Line / Off the Wall bzw. eines

Special Screenings präsentiert LET’S CEE zwei Filme, die sich mit

dem Thema Flucht und Asyl auseinandersetzen. Bei einer in Kooperation

mit dem Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien

organisierten und kostenlosen Veranstaltung werden die Regisseure

der betreffenden Filme zusammen mit Migrations-Fachleuten die

Situation von Asylsuchenden in der Balkan-Region diskutieren. Die

beiden zentralen Fragen sind dabei: Wie werden Asylsuchende derzeit

dort aufgenommen? Und was ist für die Zukunft zu erwarten?

Zeit: 22. März, 18:30 – 20:00 Uhr Ort: Hörsaal 1 (A212), NIG,

2. Stock, Universitätsstraße 7, 1010 Wien.

Within the frame of Off the Wall Expanded, the programme Across the

Line, supported by EU audience development, covering six countries,

allows a closer look at the work of rising filmmakers who deal with

Europe’s current challenges.

DISCUSSION

UNIVERSITY OF VIENNA

Refugees still welcome... or not?

In 2015, the countries of Central and Southeast Europe were

at the centre of international attention as the transit countries

for more than a million refugees. But even after the closing

of the Balkan route, quite a lot of people are still coming to

Europe this way. The majority of them want to get to Germany,

Sweden etc. But there are still those who try to seek asylum

right in the states located on the Balkan route, where

they frequently encounter hostile and xenophobic mind-sets.

In the context of the core theme Off the Wall / Across the Line and

a special screening, LET’S CEE presents two films dealing with

the topic of escape and asylum. In co-operation with the institute

for Political Sciences at the University of Vienna, a freely

accessible event is organised where the directors of the respective

films are going to discuss the situation of asylum seekers

in the Balkan region with migration experts. The main questions

included are: How are asylum seekers received on-site

at the moment? And what can be expected for the future?

Time: 22 March, 6.30 – 8.00 p.m. Place: Auditorium 1 (A212), NIG,

2nd floor, Universitätsstraße 7, 1010 Vienna.

FAMILY FILM

Rodinný Film

Igor und Irena begeben sich auf einen langen

Segeltrip weit weg von zu Hause. Ihre

fast erwachsenen Kinder, den 15-jährigen

Erik und dessen schon studierende Schwester

Anna, lässt das gut situierte Paar zurück.

Nur der Hund darf mit. Nach ihrer Abreise

zeigt sich bald, dass die neu gewonnene

Freiheit der Kids auch ihre Tücken hat. Aus

der anfänglichen Unbeschwertheit der beiden

Jugendlichen wird nämlich schon bald

ein Maß an Unvorsichtigkeit, das nicht ohne

Folgen bleibt. Als das Schiff ihrer Eltern in

einem Unwetter auf hoher See sinkt, spitzt

sich die Situation gefährlich zu. Der auf einer

einsamen Insel gestrandete Hund scheint

plötzlich die einzige Hoffnung der zerbrechenden

Familie zu sein. Beeindruckende

Bilder und eine gelungene Story gehören

zu den größten Stärken dieser Produktion,

die letztlich ein Abenteuerfilm der etwas

anderen Art geworden ist. Spürbar ist auch

eine gewisse Verfremdung, die auf mehreren

Ebenen zur Geltung kommt. Lange Kameraeinstellungen

lassen manche Szenen

beinahe surreal erscheinen. Eliška Křenková

als die Jugendliche Kristýna sticht mit ihrer

schauspielerischen Leistung ebenso hervor

wie Karel Roden, der Familienvater. Und natürlich

trägt auch der Familienhund Otto

einen guten Teil zum gesamthaften Gelingen

von Family Film bei. Völlig zu Recht mit

dem Prädikat „besonders wertvoll“ bedacht.

Igor and Irena, a well-off couple, embark

on a long sailing trip, far from home.

They leave behind their nearly grownup

children, 15-year-old Erik and his sister

Anna who already goes to university.

But they do take the dog with them.

Soon after departing, the children’s

newfound freedom starts to have its

drawbacks. The early light-heartedness

of both adolescents soon turns into a

sloppiness which has certain consequences.

The situation becomes dangerously

serious when their parents’ ship

sinks offshore during a storm. The dog,

which is stranded on a deserted island,

seems to be the last hope for the family

that threatens to break apart. Impressive

images and an accomplished story make

up the greatest strengths of this production

which becomes an adventure film

of a different kind. Long camera angles

reveal almost surreal scenes and convey

a noticeable distancing to the audience.

Eliška Křenková, in the role of the girl

Krýstina, gives a truly outstanding performance,

as does Karel Roden, the onscreen

father. Not to mention Otto, the

family dog, who contributes to the overall

success of Family Film. The label “especially

worthwhile” is completely justified.

Spielfilm. Tschechien | Slowenien | Slowakei |

Frankreich | Deutschland 2015

Sprache Tschechisch mit engl. UT

Länge 95 min.

Format DCP

Farbe

Regie Olmo Omerzu

Drehbuch Olmo Omerzu, Nebojša Pop-Tasić

Kamera Lukáš Milota

Schnitt Janka Vlčková

Produzent Jiří Konečný

Koproduzenten E. Goreczka, C. Kukula, B. Ikovic,

N. Turincev, J. Gayet, I. Ostrochovský

Darsteller

Erik Daniel Kadlec

Anna Jenovéfa Boková

Irena Vanda Hybnerová

Igor Karel Roden

Kristýna Eliška Křenková

Produktion 42film, Arsmedia, Rouge International,

Punkchart Films, Endorfilm

Vertrieb/Kontakt Cercamon

Auszeichnungen (Auswahl) Lubljana IFF 2015:

FIPRESCI-Preis, Slovene FF 2016: Preis für das beste

Drehbuch

Biografie Olmo Omerzu

Der 1984 in Ljubljana geborene Regisseur Olmo

Omerzu debütierte mit 13 mit einem Kurzfilm beim

Filmfestival in Portorož. Danach wandte er sich der

Kunst als Comic-Zeichner zu. 2004 inskribierte er an

der Filmakademie Prag. Sein 45-minütiger Film The

Second Act wurde auf vielen europäischen Filmfestivals

gezeigt und prämiert. Auch mit seinem ersten

Langfilm A Night Too Young gelangen Omerzu mehrere

Erfolge. 2013 gewann er damit etwa den Discovery

of the Year Award in Tschechien.

Filmografie Olmo Omerzu (Auswahl)

2015 Family Film

2012 A Night Too Young

2008 The Second Act

2006 Tears (Kurzdoku)

1998 Almir (Kurzfilm)

LET’S CEE you soon in Villach & Graz!


120 Across the Line

Spielfilm. Russland | Frankreich | Deutschland

2016

Sprache Russisch mit engl. UT

Länge 87 min.

Format DCP

Farbe

Regie und Drehbuch Ivan I. Tverdovsky

Kamera Alexander Mikeladze

Schnitt Ivan I. Tverdovsky, Vincent Assman

Produzenten Natalia Mokritskaya, Mila Rozanova,

Uliana Savelieva

Koproduzenten Guillaume de Seille, Esther Friedrich,

Alex Weimer, Maria Lavnikovich

Darsteller

Natasha Natalia Pavlenkova

Pyotr Dmitri Groshev

Mutter Irina Chipizhenko

Katya Maria Tokareva

Produktion New People Film Company, Arizona

Films, MovieBrats Pictures

Vertrieb/Kontakt New Europe Film Sales

Auszeichnungen (Auswahl) Karlovy Vary IFF 2016:

Spezialpreis der Jury, Nominierung für den Crystal

Globe, Cottbus 2016: Hauptpreis für den besten

Film, Preis für die beste Darstellerin

Biografie Ivan I. Tverdovsky

1988 in Moskau geboren studierte Ivan Tverdovsky

ebendort am Gerassimov-Institut für Kinematographie

Regie. Nach drei Dokumentationen drehte er

seinen ersten Spielfilm Correction Class, der mehr als

35 Awards weltweit erhielt.

Filmografie Ivan I. Tverdovskym (Auswahl)

2016 Zoology

2014 Correction Class

2013 Space Dog

2012 Pianism

2009 As If Waiting for a Bus

ZOOLOGY

Zoologiya

Natasha arbeitet im örtlichen Zoo. Die Mittfünfzigerin

wohnt immer noch bei ihrer

Mutter. Zu den Tieren pflegt die Russin ein

innigeres Verhältnis als zu ihren Kolleginnen

und den anderen Menschen in ihrer

Umgebung. Ihr einsames Leben scheint

völlig festgefahren, bis sie eines Tages

feststellt, dass ihr ein großer Schwanz aus

dem Rücken gewachsen ist. Von starken

Schmerzen geplagt, geht sie zum Arzt und

landet schließlich bei einem jungen Radiologen

namens Pyotr, der ihre Andersartigkeit

umstandslos zu akzeptieren scheint.

Die beiden kommen einander näher und

Natasha blüht richtiggehend auf. Derweil

machen Gerüchte über eine vom Teufel

besessene Frau in der Nachbarschaft die

Runde. Vor allem Natashas herrische und

ultra-religiöse Mutter versucht sich um jeden

Preis vor dem drohenden Bösen zu

schützen. Auf den ersten Blick erscheint

die Geschichte mit fiktionalen Elementen

eine Tragödie mit einer unglücklichen Protagonistin

zu sein, die einen universellen

Außenseiter-Status bedient. Nicht nur, aber

insbesondere auch wegen seiner vielfältigen

psychologischen und sozialen Interpretationsansätze,

lässt sich der Film jedoch

letztlich schwer einem Genre zuordnen. Er

spielt mit den Erwartungen der Zuschauer

und bleibt fast bis zum Schluss ein Manifest

der Freude an der eigenen Einzigartigkeit.

Natasha works at the local zoo. In her

mid-fifties, she still lives at home with her

mother. The Russian woman appears to

have a deeper relationship with the animals

in her care than with her colleagues

and the people around her. Her lonely life

seems to be totally stuck. Until one day,

when she realises that a big tail has grown

on her back. Because she is in pain, she

goes to the doctor and finally meets the

young radiologist Pyotr, who seems to accept

her abnormality. The two get closer to

one another and Natasha really blossoms.

In the meantime, a rumour spreads around

the neighbourhood about a woman who

might be possessed by the devil. Natasha’s

dominant and extremely religious mother

vehemently tries to protect herself from

the threatening evil force. At first glance,

this story with fictional elements appears

to be a tragedy with an unhappy protagonist,

who supports the universal status

of outcasts. Partly because of the variety

of psychological and social approaches of

interpretation, the film is difficult to categorise.

It plays with the expectations of

the viewer and, almost until the end, remains

a manifest of joy in one’s uniqueness.


122 Across the Line

Spielfilm. Österreich | Bosnien und Herzegowina |

Kroatien 2016

Sprache Deutsch, Englisch mit engl. UT

Länge 84 min.

Format DCP

Farbe

Regie Jasmin Duraković

Drehbuch Robert Hofferer

Kamera Matthias Meissl

Schnitt Fadil Komarica

Musik Darren J. Benjamin

Produzent Robert Hofferer

Koproduzenten Georg Redlhammer, Adolf Rausch,

Angelina Duraković, Andreja Sertić

Darsteller

Michael Michael Kristof

Leo Hannes Fretzer

Nur Serena Marija

Zhora Irina Marković

Bassam Essam Ferris

Produktion Artdeluxe GmbH, Depo

Vertrieb/Kontakt Artdeluxe GmbH

Biografie Jasmin Duraković

Jasmin Duraković wurde 1966 in Bosnien-Herzegowina

geboren und war neben seiner Arbeit als Regisseur

als Produzent, Drehbuch- und Theaterautor,

Filmkritiker und Journalist tätig. Er arbeitet seit Beginn

der 1990er Jahre im Film- und TV-Geschäft und

gehört zu den wichtigsten Akteuren im bosnischen

Rundfunk. Unter anderem produzierte er zahlreiche

Fernsehsendungen, Reportagen sowie Kurzfilme.

Seine Theaterstücke und Filme wurden wiederholt

ausgezeichnet.

Filmografie Jasmin Duraković (Auswahl)

2016 The Final Barrier

2013 I’m from Krajina, the Chestnuts Land

2010 Sevdah for Karim

2006 Nafaka

1994 Kopali smo do sabaha

THE FINAL BARRIER

Die letzte Barriere

Im Auftrag eines TV Senders reist der junge

Regisseur Michael mit seinem Kameramann

am Höhepunkt der europäischen Flüchtlingskrise

von Wien in ein Auffanglager

an der serbisch-ungarischen Grenze. Die

Schicksale der Menschen dort sind Michael

eigentlich egal. Es geht ihm nur um gut

verkaufbare Bilder. Als er die jungen Frauen

Nur und Zhora und ihren Begleiter Bassam

aus Syrien kennenlernt, beginnt er zögerlich,

deren Ängste und Hoffnungen zu begreifen.

Michael erfährt, welche Risiken die

drei auf sich nehmen mussten, um dem

Krieg zu entkommen, und entwickelt erstmals

Mitgefühl für Flüchtlinge. Zhora hat

aufgrund schlimmer Erlebnisse die Sprache

verloren und wird von Nur umsorgt. Bassam

umgibt offenbar ein Geheimnis, über

das geschwiegen wird. Der bosnisch-herzegowinische

Regisseur Jasmin Duraković

übertrug die unvermindert aktuelle

Flüchtlingsthematik in ein Spielfilmformat,

in das dokumentarisches, an Originalschauplätzen

gedrehtes Material eingearbeitet

wurde. Der Film verdeutlicht den dramatischen

Alltag und den Mut der Flüchtlinge,

aber auch die emotionale Barriere von

Privilegierten, deren eigene Ängste, von

Ignoranz bis zur offenen Ablehnung, sowie

nicht zuletzt die Anstrengungen der vielen

Helfer. Der Film ist eine Parabel auf die

Gesellschaft, die zum Nachdenken anregt.

On behalf of a TV channel, young director

Michael, burning with the desire to capture

dramatic pictures for his envisaged documentary,

travels with his cameraman to a

reception camp at the Serbian-Hungarian

border at the peak of the European refugee

crisis. He couldn’t care less about the fate

of the people he is filming. However, when

he is introduced to two young women, Nur

and Zhora, and their Syrian companion,

Bassam, he slowly begins to understand

their fears and hopes. He discovers the

risks these three had to take in order to

escape the war and, for the first time, develops

compassion for refugees. Zhora has

consciously fallen indefinitely silent due to

traumatic experiences and is being treated

by Nur. And Bassam, apparently, harbours

a dark secret. In trying to address the very

relevant refugee crisis of the modern world,

Director Jasmin Duraković has created a film

feature bearing hints of documentary cinematography.

By looking into the individual

stories and fates, he illustrates the everyday

life and the courage of the refugees, but

does not fail to also paint the emotional

barrier characteristic of many privileged

people, their xenophobia and ignorance as

well as the efforts of the helpers. A thoughtprovoking

parable on the modern society.

25-The Retrospective 123


124 Zu Gast: East Silver Caravan

Zu Gast: East Silver Caravan 125

Dokumentarfilm. Lettland | Malaysien 2015

Sprache Lettisch, Russisch, Englisch mit engl. UT

Länge 71 min.

Format DCP

Farbe

Regie und Drehbuch Ieva Ozoliņa

Kamera Aleksandrs Grebņevs

Schnitt Linda Olte

Musik Martinez Gonzalez, Odinokiy Volk

Produzent Gints Grūbe

Produktion Mistrus Media

Vertrieb/Kontakt Mistrus Media

Auszeichnungen (Auswahl) Jihlava IDFF 2015: Nominierung

für die beste mittellange Dokumentation

Biographie Ieva Ozoliņa

Ieva Ozoliņa, geboren in Riga 1974, studierte an der

lettischen Kunstakademie und hat mehr als zehn

Jahre als Ausstellungsdesignerin und Künstlerin

mit Keramik gearbeitet, bevor sie 2009 ihr Filmstudium

begann. Ozoliņa, die auch als Drehbuchautorin

tätig ist, arbeitet gerade an ihrem zweiten Film

Solving My Mother.

Filmografie Ieva Ozoliņa (Auswahl)

2015 My Father the Banker

* East Silver Caravan ist ein Projekt des in Prag angesiedelten Instituts für

den Dokumentarfilm und verhilft hervorragenden, aber weniger beachteten

Dokus aus dem CEE-Raum zu mehr Präsenz auf Filmfestivals.

* East Silver Caravan is a project of the Institute of Documentary Film in

Prague which helps outstanding, but less validated, CEE documentaries

achieve greater presence at film festivals.

ZU GAST: EAST SILVER CARAVAN*

MY FATHER THE BANKER

Mans tēvs baņķieris

„Wer ist mein Vater? War er wirklich ein

Krimineller, der das Leben von 4.000 Menschen

zerstört hat?“ Quälende Fragen dieser

Art stellte sich die lettische Regisseurin

Ieva Ozoliņa schon lange. Um Antworten

zu kriegen, begab sie sich auf Spurensuche.

Mit der Doku My Father the Banker liegt das

Ergebnis ihrer Recherchen vor. Sicher ist zu

Beginn des Filmes nur, dass Films nur eines:

Nämlich dass es der Wirtschaftsprofessor

Boriss Osipovs nach dem Zerfall der Sowjetunion

sehr schnell mit dubiosen Geschäften

zum Millionär brachte. Anfangs noch mit

dem Verkauf von Jeans aus dem Westen,

später dann mit der Gründung einer Bank,

die wie ein Pyramidenspiel aufgebaut war.

Dass sie früher oder später implodieren

musste, war bestenfalls ihm selbst klar, nicht

aber seiner Familie. Am Ende setzte es einen

internationalen Haftbefehl und Osipovs war

wie vom Erdboden verschluckt. Mehr als

15 Jahre später beginnt seine Tochter, sein

Leben zu rekonstruieren. Und stößt dabei

auf den Hinweis, dass ein Patient in einer

psychiatrischen Anstalt in Malaysia ihr verschollener

Vater sein könnte. Doch ist er es

wirklich? Und will sie ihn überhaupt noch

sehen? Ozoliņas mitreißende Doku ist zugleich

ein rasant erzähltes Porträt Lettlands

zwischen Kommunismus und Kapitalismus,

sowie eines über die Gewinner und

Verlierer eines epochalen Systemwechsels.

“Who is my father? Was he really a criminal,

who ruined the lives of four thousand people?“

Ieva Ozoliņa, a director from Latvia,

has been asking herself these ruminating

questions for a long time. In order to find

the answers, she goes on a personal journey

to find out more about her father. This

documentary is the result of year-long research.

At the beginning of the film, only

one thing’s for sure: that the economy professor

Boriss Osipovs was involved in dubious

trade which quickly made him into

a millionaire shortly after the end of the

Soviet Union. He started by selling western

jeans, then founded a bank that was created

to implode sooner or later. Osipovs was

aware of the fatal consequences, but left his

family in the dark. 15 years later, his daughter

begins to pick up the pieces to reconstruct

her father’s life. A hint leads her to a psychiatric

hospital in Malaysia, where a patient

strongly resembles Osipovs. But could he really

be her father? And does she even want

to see him again? Ieva Ozoliņa’s enthralling

documentary creates a vivacious portrait of

Latvia between communism and capitalism.

It’s the captivating story of the winners

and losers of an epochal system change.

It’s the captivating story of the winners

and losers of an epochal system change.

MY OWN PRIVATE WAR

Die Schrecken des Bosnienkriegs waren der

Grund, warum die damals 22-jährige Lidija

Zelović aus ihrer Heimatstadt Sarajevo in

die Niederlande geflohen ist. Ihre Familie,

ihren Beruf und ihre Freunde musste sie

dabei zurücklassen. In dieser Doku kehrt

die ehemalige BBC-Kriegsberichterstatterin

in ihre frühere Heimat zurück. Und erzählt

vom Leben dreier Generationen und ihren

verschiedenen Arten, mit der eigenen

Geschichte umzugehen. Im Vordergrund

stehen die Suche nach Identität und der

Wunsch nach Erklärungen, danach, Ereignisse,

die man einfach nicht aus dem Kopf

kriegt, endlich verarbeiten zu können. Meist

tauchen dabei allerdings wieder neue Fragen

auf. Was wäre geschehen, wenn ich nie

fortgegangen wäre? Gibt es das überhaupt,

das Gute und das Böse? Die Filmemacherin

versucht zu ergründen, wie Krieg entsteht

und wie er die Menschen für seine Zwecke

instrumentalisiert. Mit eindrucksvollen Bildern

und teils sehr emotional geführten Gesprächen

zeigt Lidija Zelović, dass der Krieg

nicht nur die Orte, sondern auch die Menschen

verändert. Dass Krieg nicht um sie herum

tobt, sondern in ihnen drinnen – und

auch in der Regisseurin selbst. Die überaus

persönliche, kraftvolle und berührende

Doku über den Versuch, die eigene Vergangenheit

endlich zu verarbeiten, ist tatsächlich

ein „brillianter Essay“ (Vrij Nederland).

The terror of the Bosnian War was the

reason 22-year-old Lidija Zelović chose to

leave her hometown of Sarajevo and flee

to the Netherlands. Her family, friends and

profession stayed behind. In this documentary,

the former BBC war correspondent

returns to her home country and

tells the life stories of three generations

and their different ways of coping with

the past. The focus lies on the search for

identity and the desperate need for explanations

of experiences that left a deep

mark in the minds of the victims and simply

cannot be forgotten. But the process

raises more questions than answers for

Zelović. What would have happened if

she had never left? Is there such a thing

as good and evil? The filmmaker tries to

fathom how war originates and how it instrumentalises

people for its own purpose.

With imposing images and some deeply

emotional conversations, Lidija Zelović

points out that war not only changes places,

but also human beings. War does not

only take place around people, but also on

their inside – even in Zelović herself. This

extremely personal, powerful and touching

documentary about the effort to succeed

in processing the shadows of the past is

indeed a “brilliant essay” (Vrij Nederland).

Dokumentarfilm. Bosnien und Herzegowina |

Niederlande 2016

Sprache Serbisch, Englisch mit engl. UT

Länge 57 min.

Format DCP

Farbe

Regie Lidija Zelović

Drehbuch Lidija Zelović, Rogier Kappers

Kamera Alexander Goekjian, Marinus Groothof,

Lidija Zelović, Tatjana Božić

Schnitt Alexander Goekjian

Produzentin Margie Monfils

Produktion Zelovic Productions, IKON

Vertrieb/Kontakt Taskovski Films

Auszeichnungen (Auswahl) Sevastopol IFDF 2016:

Preis des Festivalpräsidenten

Biografie Lidija Zelović

Die 1970 in Zagreb geborene Regisseurin und Produzentin

Lidija Zelović wuchs in Sarajevo auf und

studierte Jugoslawische Literatur und Serbokroatisch,

ehe sie 1993 vor dem Balkankrieg nach Holland

flüchten musste. Nach einem einschlägigen

Studium wandte sie sich dem Medium Film zu.

Mittlerweile hat sie an zahlreichen preisgekrönten

Prjekten als Regisseurin, Produzentin oder Drehbuchautorin

mitgearbeitet.

Filmografie Lidija Zelović (Auswahl)

2016 My Own Private War

2012 The House That Fata Never Built

2006 My Friends

2003 Endgame

1998 Once Upon a Time There Was a Country


126 Zu Gast: East Silver Caravan

Zu Gast: East Silver Caravan 127

Dokumentarfilm. Kroatien 2015

Sprache Kroatisch mit engl. UT

Länge 85 min.

Format DCP

Farbe

Regie und Drehbuch Hrvoje Mabić

Kamera Bojana Burnać, Almir Fakić

Schnitt Žarko Korać, Hrvoje Mabić

Musik Marko Mihalinec, Petar Orešković

Produzenten Iva Tkalec, Morana Komljenović

Koproduzenten Nebojša Taraba, Vinko Brešan

Produktion Fade In, Drugi Plan, Zagreb Film

Vertrieb/Kontakt Hrvoje Mabić

Auszeichnungen (Auswahl) Toronto Arthouse

FF 2016: Preis für den besten Dokumentarfilm,

Edinburgh IFF 2016: Nominierung für den besten

Dokumentarfilm

Biografie Hrvoje Mabić

Der Regisseur und Drehbuchautor Hrvoje Mabić

wurde 1974 in Zagreb geboren. 1997 schloss er sein

Studium der Philosophie an der Universität Zagreb

ab. 1999 gründete er die Filmproduktionsfirma Fade

In – Incredibly Good Institution, deren Hauptproduzent

er bis 2002 war. Im selben Jahr rief er die Dokumentarreihe

Direct ins Leben, bei der als Autor und

Produzent mitwirkte, aber auch 60 Mal für die Regie

bzw. die Co-Regie verantwortlich war. Arbeiten für

Werbespots und andere Fernsehserien folgten.

Filmografie Hrvoje Mabić (Auswahl)

2015 Sick

2013 4th Monkey

2008 Direct: Queer

SICK

Bolesno

Ein Albtraum, der Wirklichkeit wurde: Gerade

mal 16-jährig wurde Ana von ihren Eltern

in eine psychiatrische Klinik eingewiesen.

Angeblich wegen ihrer Drogensucht, aber

in Wahrheit, weil sie zugegeben hatte, homosexuell

zu sein. Insgesamt fünf Jahre hat

sie in der als Hölle empfundenen Anstalt

verbringen müssen. Regisseur Hrvoje Mabić

begleitete die Kroatin als mittlerweile junge

Erwachsene ein Jahr lang auf ihrem schwierigen

Weg durch ein ebenso schwieriges

Leben. Ana erinnert sich daran, wie sehr sie

unter der Verachtung des Vaters und dem

Unverständnis der Mutter, unter den auferlegten

Zwängen und unter ihrer Einsamkeit

in der Vergangenheit gelitten hat. Sie erzählt

aber auch völlig unverblümt von ihren

aktuellen Gefühlswelten – etwa davon, wie

es ihr mit ihrer Freundin Martina geht oder

wie sie sich für das erlittene Unheil rächen

möchte. Indem sie in diesem sehr berührenden

Dokumentarfilm ihr Innerstes nach

Außen kehrt, versucht die Protagonistin Aufklärungsarbeit

zu leisten und zugleich Verständnis

für ihr Schicksal zu wecken, um so

vielleicht endlich ihr Trauma zu bewältigen.

Dass der Film letztlich eine überraschend

positive Wendung nimmt, weg von der

Hoffnungslosigkeit und hin zu neuem Optimismus

und neuer Lebenskraft, tut nicht

nur ihr, sondern auch dem Publikum gut.

A nightmare that became reality: Only 16

years old, Ana was institutionalised by her

parents, apparently because of her drug addiction,

but in truth because she admitted to

being homosexual. She spent a total of five

horrible years in the harrowing hell of a psychiatric

ward. For a whole year, Croatian director

Hrvoje Mabić followed Ana, by now a

young adult, along her tough path through

an equally tough life. Ana still painfully remembers

how much she had suffered in

the past under her father’s contempt and

her mother’s lack of understanding, under

the imposed restraints in the clinic, and

from her resulting solitude. And she bluntly

speaks about her current emotions, such as

her feelings about the relationship with her

girlfriend Martina or her desire for retribution

in return for the misdeeds she had to endure.

By participating in this touching documentary,

where she turns her inner self outside

for everybody to see, the protagonist’s efforts

throw light on the issue, and evoke an

understanding of her fate, which eventually

allows her to overcome her trauma. The

film ultimately takes a surprising turn for

the better, moving far away from hopelessness

and towards optimism and new vigour.

THE DANGEROUS WORLD OF

DOCTOR DOLEČEK

Nebezpečný svět Rajka Dolečka

Dr. Rajko Doleček ist ein Mann mit zwei Gesichtern.

Seit den 1970er-Jahren kennen

ihn die meisten Tschechen aufgrund seines

unermüdlichen Einsatzes für einen gesunden

Lebensstil aus dem Fernsehen. Dass der

mittlerweile 91-jährige Professor zugleich ein

kompromissloser serbischer Nationalist und

ein enger Freund des als Kriegsverbrecher

angeklagten Generals Ratko Mladić ist, ist

dagegen weniger bekannt. Ein Geheimnis

hat Doleček um seine radikalen Ansichten

aber nie gemacht. Der Völkermord von

Srebenica ist für den Arzt mit serbischen

Vorfahren etwa nach wie vor nichts als eine

Erfindung des Westens. Kristýna Bartošová

wiederum ist eine talentierte junge Filmemacherin

mit bosnischen Wurzeln. Sie

überredet den alten Mann dazu, mit ihr an

die Orte des Massakers zu reisen. Sie will ihn

näher kennen lernen und so dazu bringen,

den Genozid endlich anzuerkennen. In der

rund zweijährigen Produktionsphase scheinen

die Grenzen zwischen Schwarz und

Weiß aber immer mehr zu verschwimmen.

Die junge Frau findet sich bald zwischen

tiefer politischer Ablehnung und persönlicher

Sympathie wieder. Ein ambitioniertes

Lehrstück über Vorurteile und Manipulation

und ein Musterbeispiel eines Werkes, das

zeigt, wie schwer es ist, als Dokumentarfilmer

immer die nötige Distanz zu wahren.

Dr Rajko Doleček is a man with two faces.

Since the 1970s, most Czech people know

him from television where, with tireless dedication,

he tried to help people turn their

lives around, and adopting healthier lifestyles.

Meanwhile less known to the public

is the 91-year-old professor’s closeness to

Serbian nationalism and his tight friendship

to the accused war criminal General Ratko

Mladić. Doleček, however, never was cagey

about his extreme opinions. For the medical

doctor, the genocide of Srebrenica is still

nothing but fiction created by the Western

World. Kristýna Bartošová is a young

talented filmmaker of Bosnian descent. She

convinces the old man to join her in visiting

the site of the horrendous massacre. The

young woman wants to get to know Doleček

and make him acknowledge the genocide.

Over the two-years of production the distinctions

between black and white seem to

blur. The filmmaker soon finds herself shifting

between a deep-rooted political rejection of

the Doctor and personal sympathy for him.

An ambitious didactic film about prejudice

and manipulation, and a prime example of

the challenges of keeping one’s required distance

in the role of a documentary filmmaker.

Dokumentarfilm. Tschechien 2015

Sprachen Tschechisch, Serbisch mit engl. UT

Länge 75 min.

Format DCP

Farbe

Regie, Drehbuch und Kamera Kristýna Bartošová

Schnitt Šimon Hájek

Musik Jakub Rataj

Produzenten Dagmar Sedlácková, Kristýna

Hnevsová, Tomáš Michálek

Produktion MasterFilm

Vertrieb/Kontakt Kristýna Hnevsová

Auszeichnungen (Auswahl) Jihlava IDFF 2015:

Spezielle Erwähnung der Jury

Biografie Kristýna Bartošová

Nach einer Reihe von Kurzfilmen und Tanzvideos

hat die junge tschechische Filmemacherin mit bosnischen

Wurzeln Kristýna Bartošová, die an der Akademie

der musischen Künste in Prag studiert, mit

der Doku The Dangerous World of Doctor Doleček

ihren ersten Langfilm geliefert.

Filmografie Kristýna Bartošová (Auswahl)

2015 The Dangerous World of Doctor Doleček

2015 Insomnia

2012 Darkness Under the Lamp

2011 Brno


128 Kulturjahr Österreich - Kroatien

Kulturjahr Österreich - Kroatien 129

Spielfilm. Kroatien | Tschechien 2016

Sprache Kroatisch mit engl. UT

Länge 104 min.

Format DCP

Farbe

Regie und Drehbuch Pavo Marinković

Kamera Simon Tanšek

Schnitt Dubravko Slunjski

Musik Hrvoje Crnić Boxer, Mydy Rabycad

Produzent Stanislav Babić

Koproduzentin Julietta Sichel

Darsteller

Krešo Stjepan Perić

Šikić Dražen Kühn

Dunja Ecija Ojdanić

Produktion Telefilm, 8Heads Productions

Vertrieb/Kontakt Starline Entertainment

Auszeichnungen (Auswahl) Mostar FF 2016:

Preise für den besten Hauptdarsteller und die

beste Nebendarstellerin

Biografie Pavo Marinković

Pavo Marinković wurde 1967 in Zagreb geboren, wo

er auch Dramaturgie studierte. Seine Theaterstücke

brachten ihm viele Auszeichnungen ein. 2006 führte

er mit Dražen Žarković bei seinem ersten Film Tressette:

A Story of an Island Regie. Der Film wurde auf über 30

internationalen Festivals gezeigt und dabei mit acht

Auszeichnungen bedacht. Sein Solo-Regie-Debüt gab

er 2009 mit dem Film Love Life of a Gentle Coward. 2013

inszenierte er die Dokumentation Occupation, the 27th

Picture, die in Karlovy Vary Weltpremiere feierte. Marinković

lebt in Bukarest und Zagreb.

Filmografie Pavo Marinković (Auswahl)

2016 Ministry of Love

2013 Occupation, the 27th Picture

2006 Tressette: A Story of an Island

* Das vom Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres

organisierte Kulturjahr Österreich - Kroatien 2017 steht unter dem Motto

"Gemeinsam Kultur erleben". LET'S CEE ist mit drei Filmen mit dabei.

* The Cultural Year Austria – Croatia, initiated by the Federal Ministry for

Europe, Integration and Foreign Affairs, runs under the slogan “Experiencing

culture together”. LET’S CEE takes part with three themed films.

KULTURJAHR ÖSTERREICH - KROATIEN*

Cultural Year Austria - Croatia*

MINISTRY OF LOVE

Ministarstvo ljubavi

Die kroatische Regierung ist wieder einmal

knapp bei Kasse und muss sparen. Ins Visier

nimmt sie dieses Mal, über 20 Jahre nach

dem Ende des Balkankrieges, die Renten

der Frauen der damals gefallenen Soldaten.

Der Plan: Alle Witwen, die zwar noch nicht

wieder verheiratet sind, die sich aber in einer

neuen Beziehung befinden, sollen ab

sofort keine Militärpension mehr kriegen.

Aus diesem Grund wird das sogenannte

Ministerium der Liebe gegründet, das verwertbare

Informationen über jene sammeln

soll, die gegen das neue Gesetz verstoßen.

Krešo, ein arbeitsloser und unglücklich

verheirateter Biologe mittleren Alters, bekommt

über Vermittlung seines Schwiegervaters

in der neuen Behörde eine Anstellung.

Und soll nun gemeinsam mit dem

exzentrischen Šikić einschlägige Fälle aufklären.

Doch schon der erste Einsatz zeigt,

dass er der vollkommen Falsche für diesen

Job ist. Als sich Krešo dann auch noch in

eine der Witwen verliebt, wird es erst richtig

kompliziert. Regisseur Pavo Marinković,

der auch für das Drehbuch verantwortlich

zeichnet, zeigt mit seinem höchst unterhaltsamen

Film gekonnt den moralischen

Zwiespalt des Protagonisten zwischen

Erfolg und Gerechtigkeit auf. Eine ebenso

schräge wie messerscharfe Komödie wird

dabei vor allem von den unübertrefflichen

Leistungen der Darsteller getragen.

The Croatian government is once again

short of cash and has to save money.

This time, twenty years after the end

of the Balkan War, it casts its eye on

the pensions of the widows of fallen

soldiers. The plan: All widows, who haven’t

yet remarried, but are found to

be in a relationship, should henceforth

lose their military pension. For this reason,

the so-called Ministry of Love is

founded, and its employees have to

collect usable information about those

who violate the new law. Krešo, a middle-aged,

unemployed and unhappily

married biologist, gets a position in this

new department with the help of his father-in-law.

And now, together with his

eccentric colleague Šikić, he must solve

relevant cases. But their first assignment

already shows that he is completely the

wrong person for this job. When Krešo

at last falls in love with one of the widows,

things get even more complicated.

Through this lively film, Director Pavo

Marinković, who also wrote the script,

excels in demonstrating the moral conflict

of the protagonist, torn between

success and justice. This absurd and razor-sharp

comedy is accentuated by the

magnificent performances of the cast.

ON THE OTHER SIDE

S one strane

Vesna hat sich eine neue Identität aufgebaut:

Mit neuem Namen und Wohnort

lebt sie als Krankenschwester in Zagreb

ein ruhiges Leben. Ihr Sohn Vladimir erwartet

sein zweites Kind und Tochter

Jadranka steht kurz vor der Heirat. Alles

scheint in Ordnung, bis die Vergangenheit

sie einzuholen droht. Vesnas Ehemann

Žarko, der früher für „die andere

Seite“ gekämpft hat und als Kriegsverbrecher

gilt, ruft sie eines Tages an: Nach 20

Jahren ohne Kontakt möchte er die Familie

wiedersehen. Vesna reagiert zuerst abweisend

und kühl, bleibt aber weiter mit

ihm telefonisch in Kontakt. Die Jahre voller

Einsamkeit haben auch bei ihr Spuren

hinterlassen. Ihr Leben droht ins Chaos zu

stürzen. Kann sie ihm verzeihen? Immer

mehr alte Narben reißen auf und Gefühle

von Scham, Trauer und Grausamkeit,

aber auch von Liebe, melden sich leidvoll

zurück. Zrinko Ogrestas Film dreht sich

vor allem um die Frage, ob man vergeben

kann, ohne dabei die Unschuldigen

um einen herum zu verletzen. Nicht ausschließlich,

aber vor allem auch durch ausforschende,

gut positionierte Kameraeinstellungen

und eine innovative Erzählart,

verwandelt der Regisseur das Drama

einer zerrissenen Familie in eine psychologisch

komplexe Nachkriegsparabel, die

eine unvorhersehbare Wendung birgt.

Vesna has built a new identity. Under a

new name and new place of residence,

she now lives a calm and peaceful life as

a nurse in Zagreb. Her son Vladimir is expecting

his second child and her daughter

Jadranka is about to get married.

Everything seems to be in order, until the

past seems to catch up with Vesna. Her

husband Žarko, said to be a war criminal

who bore arms for “the other side”, calls

her out of nowhere one day. After twenty

years without contact, he wants to see

his family again. Put-off and hostile at first,

Vesna doesn’t know how to react, but

stays in contact with him by phone. The

bygone years, filled with loneliness, left

their marks on her. Life, as Vesna knows it,

threatens to break apart. Will she be able

to forgive Žarko? As more and more old

wounds tear open, Vesna is overwhelmed

by feelings of shame, and grief at the ruthlessness,

but also by love. Zrinko Ogresta’s

work asks whether one is able to forgive

without hurting innocent loved ones. With

phenomenally positioned, investigative

camera angles and innovative narration,

the director has transformed the drama

of a disrupted family into a psychologically

complex parable on the post-war

period, including an unpredictable twist.

Spielfilm. Kroatien | Serbien 2016

Sprache Kroatisch mit engl. UT

Länge 85 min.

Format DCP

Farbe

Regie Zrinko Ogresta

Drehbuch Mate Matišić, Zrinko Ogresta

Kamera Branko Linta

Schnitt Tomislav Pavlic

Musik Šimun Matišić, Mate Matišić

Produzent Ivan Maloča

Koproduzent Lazar Ristovski

Darsteller

Vesna Ksenija Marinković

Žarko Lazar Ristovski

Jadranka Tihana Lazović

Vladimir Robert Budak

Božo Toni Šestan

Produktion Interfilm, Zillion film

Vertrieb/Kontakt Cercamon

Auszeichnungen (Auswahl) Berlin IFF 2016: Spezielle

Erwähnung, Pula FF 2016: u.a. Preis für den besten Film

im nationalen Wettbewerb, Preise für den besten Regisseur,

das beste Drehbuch, die beste Hauptdarstellerin

und den besten Hauptdarsteller

Biografie Zrinko Ogresta

Der 1958 in Kroatien geborene Regisseur Zrinko Ogresta

ist Professor an der Akademie der darstellenden

Künste in Zagreb. Nach dem Studium der Film- und

Fernsehregie in Zagreb drehte er preisgekrönte Kurzfilme,

bevor er für sein Spielfilm-Debüt Fragments für

den European Film Award nominiert wurde. Seither

wurden seine Filme immer wieder auf internationalen

Filmfestivals ausgezeichnet, u.a. in Venedig und Karlovy

Vary. Zuletzt wurde On the Other Side unter besonderer

Nennung bei der Berlinale gezeigt.

Filmografie Zrinko Ogresta (Auswahl)

2016 On the Other Side

2013 Projections

2008 Behind the Glass

1995 Washed Out

1991 Fragments: Chronicles of a Vanishing


130 Rumänien im Fokus

Spielfilm. Rumänien | Bulgarien | Ungarn 2016

Sprache Rumänisch mit engl. UT

Länge 115 min.

Format DCP

Farbe

Regie und Drehbuch Nae Caranfil

Kamera Vivi Drăgan Vasile

Schnitt Cătălin Cristuțiu

Musik Nae Caranfil, Bogdan Dimitriu,

Liviu Mănescu

Produzenten Cristian Mungiu, Hristo Hristov,

Garami Gábor, Jelio Jelev

Darsteller

Tony Laurențiu Bănescu

Kitty Maria Obretin

Daddy Teodor Corban

Bambi Maria Simona Arsu

Relu Alexandru Papadopol

Produktion Mobra Films, Korund-X, Cinema-Film

Vertrieb/Kontakt Mobra Films

Biografie Nae Caranfil

Der Drehbuchautor und Regisseur Nae Caranfil

(1960) ist Absolvent der Theater- und Filmakademie

in Bukarest. Neben einer Reihe von Kurzfilmen

drehte er bisher sieben Spielfilme. Er gilt als wichtiger

Vertreter der rumänischen Neuen Welle. Mit

Filantropica konnte er erstmals internationales Kritikerlob

auf sich ziehen. Auch The Rest Is Silence wurde

mit Preisen ausgezeichnet. Sein englischsprachiges

Debüt feierte Caranfil 2014 mit Closer to the Moon, in

dem Vera Farmiga und Mark Strong die Hauptrollen

spielten. Mit 6.9 on the Richter Scale drehte Caranfil

seine erste musikalische Komödie.

Filmografie Nae Caranfil (Auswahl)

2014 Closer to the Moon

2007 The Rest Is Silence

2002 Filantropica

1996 Asphalt Tango

RUMÄNIEN IM FOKUS

Romanian Focus

6.9 ON THE RICHTER SCALE

6.9 pe scara Richter

Früh am Morgen bebt in Bukarest die Erde.

Tony, ein Schauspieler, und seine Ehefrau

Kitty werden aus dem Schlaf gerissen. Das

Paar muss noch am gleichen Tag übersiedeln

– und zwar in eine Wohnung, die

als nicht erdbebensicher gilt. Kein Wunder,

dass Tony nächtens schon bald von

schrecklichen apokalyptischen Albträumen

verfolgt wird. Seine Freunde nehmen seine

Ängste freilich nicht ernst und machen sich

sogar darüber lustig. Auch seine depressive

und krankhaft eifersüchtige Frau ist ihm

keine Stütze. Und sein manipulativer Vater,

der nach vielen Jahren in der Versenkung

erstmals wieder auftaucht und sich schnurstracks

bei den beiden einquartiert, ebenso

wenig. Ganz so, als wäre dies nicht schon

genug, muss Tony auch noch regelmäßig

auf der Bühne als singender Orpheus

seiner Geliebten Eurydike bis in die Unterwelt

folgen. Dazu ein paar laute Nachbarn,

zwielichtige Deals, witzige Arbeitskollegen

und außereheliche Affären – mit seinem

neuesten Werk hat Regisseur Nae Caranfil

eine bunte, frische Komödie, weit abseits

des rumänischen Trends zum minimalistischen

Drama, vorgelegt. Jeder Hauch von

Ernsthaftigkeit wird bis zur Absurdität gesteigert.

Dass der für ein breites Publikum

konzipierte Film zugleich als ein provokantes

Plädoyer gegen politische Korrektheit

gelesen werden kann, steht außer Zweifel.

It is early in the morning when the earth

in Bucharest starts to move. Tony, an actor,

and his wife Kitty are shaken out of their

sleep. The same day the couple has to

move to an apartment which is not quite

earthquake-proof. Soon thereafter, Tony

is tormented by the worst apocalyptic

nightmares. However, his friends do not

take his anxiety seriously and make fun

of him. His depressed and insanely jealous

wife isn’t of any support either. Nor

is his manipulative father, who shows up

for the first time after his disappearance

many years ago and decides to immediately

move in with the couple. And as if

that were not enough, as on-stage singing

Orpheus, Tony regularly has to follow

his beloved Eurydice into the underworld.

Director Nae Caranfil serves his new film

with a handful of noisy neighbours, shady

deals, facetious colleagues and extramarital

affairs on the side, thus creating

the perfect recipe for a variegated, refreshing

comedy far from the minimalist

trend in current Romanian cinematography.

Here, every bit of seriousness ends

up in absurdity. Conceived to appeal to

a large audience, this comedy can also,

without a doubt, be seen as a provocative

plea against political correctness.

Unser Team freut sich, das LET‘S CEE Film Festival mit der

Audiodeskriptionen unterstützen zu können und einen Beitrag

zur Inklusion zu leisten.

www.audio2.at


132 Rumänien im Fokus

Spielfilm. Rumänien | Litauen | Moldawien 2016

Sprache Rumänisch, Russisch, Georgisch, Englisch

mit engl. UT

Länge 84 min.

Format DCP

Farbe

Regie und Drehbuch Igor Cobileanski

Kamera Feliksas Abrukauskas

Schnitt Razvan Ilinca, Eugen Kelemen

Musik Liviu Elekes

Produzentin Iuliana Tarnovetchi

Koproduzentin Dagnė Vildžiūnaitė

Darsteller

Petro Ion Sapdaru

Marian Constantin Puscasu

Vasile Daniel Busuioc

Veronica Anne Marie Chertic

Produktion Alien Film, Just a moment, Brio Film

Vertrieb/Kontakt ANT!PODE Sales & Distribution

Auszeichnungen (Auswahl) Tallinn Black Nights

FF 2016: Preise für den besten Darsteller und das

beste Drehbuch

Biografie Igor Cobileanski

Der Regisseur und Drehbuchautor Igor Cobileanski

wurde 1974 in Moldawien geboren und absolvierte

die Theater- und Filmakademie in Bukarest. Nach

mehreren TV- und Kurzfilmen gab er mit The Unsaved

sein Spielfilmdebüt. Der Film brachte ihm u.a.

beim Karlovy Vary Filmfestival den FIPRESCI-Preis

ein. Auch sein kurz darauf erschienener Kurzfilm

The Flavours Collection kam bei Festivals, wie in Busan

und Kairo, gut an. Sein neuester Spielfilm Eastern

Business lehnt sich stark an seine früheren Werke an.

Filmografie Igor Cobileanski (Auswahl)

2016 Eastern Business

2013 The Flavours Collection

2013 The Unsaved

2006 Sasha, Grisha and Ion

1999 Sunrise in Marshlands

EASTERN BUSINESS

Afacerea Est

Marian, ein gescheiterter Chorsänger, ist

ein ruhiger Typ. Der ungehobelte Petro

hingegen, der sich als Dieb durchs Leben

zu schwindeln versucht, ist sehr impulsiv.

Die Männer verbinden eigentlich nur zwei

Dinge: die Suche nach dem Glück und

Geldmangel. Marian benötigt genügend

Bares für die Heirat mit seiner Verlobten.

Petro träumt wiederum davon, sich einen

Kran zu kaufen. Nach einer wilden Prügelei

und einer Nacht im Gefängnis beschließen

die beiden, Geschäftspartner zu werden.

Petro soll Marian unter anderem dabei helfen,

kaukasischen Gangstern einen Waggon

voller Hufeisen abzukaufen. Gemeinsam

machen sie sich auf die Suche nach dem

großen Geld und nach einer besseren Zukunft.

Dass bald darauf Marians Tasche gestohlen

wird, ist nur der Beginn einer Reihe

von Missgeschicken, die den beiden auf ihrer

abenteuerlichen Reise durch Moldawien

zustoßen. Immer mit dabei auf diesem absurden

Road-Trip sind ein rotes Moped und

jede Menge Wodka. Die Moral der Geschichte:

Auch wenn die Dinge nicht so laufen wie

erhofft – den Humor sollte man trotzdem

nie verlieren. Igor Cobileanskis jüngster Film

besticht, so das Urteil von The Hollywood

Reporter, durch eine erfrischende Mischung

aus schwarzer Komödie und Drama. Zudem

gewährt er einen zynischen Blick auf das

Selbstbild der moldawischen Gesellschaft.

Failed choir singer Marian is a rather

quiet person. The impulsive Petro, on

the other hand, tries to cheat his way

through life as a thief. The men actually

have only two things in common: the

pursuit of happiness and a shortage of

cash. Marian needs money for the wedding

with his fiancée. Petro dreams of

buying a crane. After a brutal fight and

a night spent in prison, they decide to

become business partners. Among other

things, Petro is supposed to help Marian

purchase a wagon filled with horseshoes

from Caucasian gangsters. Together,

the two fellows begin their search for

the big money and a prosperous future.

Marian’s bag being stolen soon thereafter

is only the beginning of a series of incidents

occurring during their adventurous

journey through Moldavia. Faithful

companions on this absurd road trip are

a red moped and a great deal of vodka.

The moral of the story: Even if things don’t

turn out as planned, one should never

lose one’s sense of humour. According to

The Hollywood Reporter, Igor Cobileanski’s

film attracts viewers by combining black

comedy and drama in a refreshing way.

In addition, it provides a cynical look at

the self-image of the Moldavian society.

17.

FESTIVAL

OF CENTRAL

AND

EASTERN EUROPEAN

FILM

26.04.

–02.05.2017

WIESBADEN


134 Polen im Fokus

Polen im Fokus 135

Spielfilm. Polen 2016

Sprache Polnisch mit engl. UT

Länge 84 min.

Format DCP

Farbe

Regie Mariusz Palej

Drehbuch Adam Wojtyszko, Magdalena Nieć,

Katarzyna Stachowicz-Gacek, Marcin Szczygielski

Kamera Witold Płóciennik

Schnitt Urszula Dutka

Musik Michał Szablowski

Produzenten Maciej Sowiński, Andrzej Papis

Darsteller

Łukasz Dominik Kowalczyk

Tante Agata Ewa Błaszczyk

Krwawiec Michał Żebrowski

Cybulska Teresa Lipowska

Łukasz’ Mutter Magdalena Nieć

Produktion TFP, Telewizja Polsat, Poland FremantleMedia,

Heliograf, Alien FX, Ab Film, Dreamsound,

Odra Film

Vertrieb/Kontakt Dystrybucja Mówi Serwis

Auszeichnungen (Auswahl) ALE KINO! International

Young Audience FF 2016: Preis für das beste

Debüt, IFF In the Clouds 2016: Spezielle Erwähnung

der Jury

Biografie Mariusz Palej

Mariusz Palej wurde 1970 in Krakau geboren. Er studierte

Fotografie in Warschau und Bratislava sowie

Kinematografie in Łódź. Er arbeitete zu Beginn seiner

Karriere vor allem als Kameramann. Außerdem

schrieb er Drehbücher für Musikvideos und drehte

Werbefilme. Er war für seine Kameraarbeit an The

Swing und Złoty środek für eine Goldene Ente nominiert.

Mit Behind the Blue Door inszenierte er seinen

ersten Spielfilm.

Filmografie Mariusz Palej (Auswahl)

2016 Behind the Blue Door

2014 Porody. Cud narodzin

2010 Przeznaczenie

2009 Złoty środek

1994 Głosy w ciemności

POLEN IM FOKUS

Polish Focus

BEHIND THE BLUE DOOR

Za niebieskimi drzwiami

Der elfjährige Łukasz strahlt vor Freude,

weil er gemeinsam mit seiner Mutter auf

Urlaub fahren darf. Doch unterwegs werden

sie plötzlich von einem anderen Wagen

geschnitten. Beim Versuch auszuweichen,

überschlägt sich ihr Auto unzählige

Male. Beide landen im Krankenhaus. Łukasz

kommt mit Brüchen davon, seine Mutter

liegt jedoch im Koma. Der Bub muss daher

nach seiner Genesung in die Frühstückspension

seiner Tante Agata ziehen. Dort

wohnt er im ehemaligen Zimmer seiner

Mutter. Es dauert nicht lange, bis Łukasz

entdeckt, dass dieses Zimmer ein Geheimnis

birgt: Wenn er im richtigen Rhythmus

an eine blaue Tür klopft, öffnet sich dahinter

eine faszinierende Parallelwelt. Mariusz

Palej lässt seine Zuschauer – und insbesondere

die Kinder unter ihnen – in die

prachtvollen, bunten und aufregenden

Fantasien seines Protagonisten voll und

ganz eintauchen. Dass er dabei auf einfühlsame

Weise Themen wie Freundschaft

und elterliche Liebe, aber auch Einsamkeit

und Verlust aufarbeitet, macht den Streifen

zudem pädagogisch äußerst wertvoll.

Die psychologisch fein elaborierte Abenteuergeschichte

basiert auf dem gleichnamigen

Kinderbuch des polnischen

Bestseller-Autors Marcin Szczygielski und

wurde unter anderem 2016 beim Filmfestival

in Posen zum besten Debütfilm erkoren.

Eleven-year-old Łukasz is beaming with

joy because he can go on holiday together

with his mother. On the way, however,

a car suddenly cuts into their path and in

an attempt to swerve away, their car rolls

over countless times. They both end up

in hospital. Łukasz walks away with minor

fractures but his mother is in a coma.

After his recovery, the boy has to go and

live in his aunt Agata’s Bed and Breakfast,

staying in his mother’s old bedroom. It

does not take long before Łukasz discovers

a secret within the room: If he knocks

on a blue door with the right rhythm, a

fascinating parallel world will open up behind

it. Mariusz Palej allows the audience,

especially the children amongst them, to

submerge completely in the magnificent,

colourful and exciting fantasies of his protagonist.

The fact that he also deals with

the sensitive topics of friendship and parental

love, as well as loneliness and loss,

makes the film extremely valuable as an

educational tool. The deeply-elaborated

psychological adventure tale is based on

the children’s book of the same name by

best-selling Polish author Marcin Szczygielski.

The film was selected as the best debut

feature at the 2016 film festival in Poznań,

and received awards at other festivals too.

PLANET SINGLE

Planeta Singli

Ania ist Musiklehrerin, Mitte 30, Single und

mit ihrem Leben unzufrieden. Die Lösung

scheint nur einen Klick entfernt zu sein: Mit

der populären App „Planet Single“ kommt

die schüchterne Frau zu ihrem ersten Online-Date.

Ausgerechnet am Valentinstag

möchte sie ihren Traummann treffen. In

weißem Pulli, mit Brille und streng frisiertem

Haar wartet sie in einem feinen Restaurant.

Doch ihre Verabredung taucht

nicht auf. Stattdessen lernt sie zufällig

Tomek kennen. Der Frauenheld und Medienstar

mit einer eigenen Satire-Talkshow

macht ihr einen Vorschlag und stellt damit

Anias Welt völlig den Kopf. Die Situationskomik

und skurrilen Szenen, von denen

es in dieser herrlichen Liebeskomödie nur

so wimmelt, treiben die Handlung so geschickt

voran, dass die gut zwei Stunden

Laufzeit im Nu verfliegen. Die Hauptdarsteller

stehen mit ihren von Aktivitäten in

sozialen Netzwerken und sensationsgeilen

Medieninhalten überfluteten Leben für einen

Lifestyle, der längst nicht mehr nur der

jungen Generationen vorbehalten ist. Was

ist wirklich wesentlich? Und wie erkennt

man die eigenen Qualitäten und die unserer

Nächsten? In seinem Überraschungshit

öffnet Mitja Okorn den Kinobesuchern

die Augen und zeigt ihnen mit einem

Schmunzeln, dass das Glück gar nicht so

selten genau vor der eigenen Nase liegt.

Ania is a music teacher in her 30s, single

and unsatisfied with her life. The

solution, however, seems to be just one

click away: With the aid of the popular

app “Planet Single”, the timid Ania arranges

her first online date. It happens

to be Valentine’s Day when she finally

wants to meet Mr Perfect. Wearing a

plain white jumper and glasses, her hair

pulled back, she waits in a trendy restaurant.

Alas, she is stood up. Her date

never shows. Instead, she accidentally

meets Tomek. A notorious womaniser

and celebrity with his own satirical talk

show, he comes forward with a proposal

and turns Ania’s world completely

upside down. Slapstick and countless

grotesque scenes quickly push the plot

forward in a smart and skilful way making

the comedy’s runtime fly by. Flooded

by social networks and sensation-seeking

media, the protagonists’ lives represent

a lifestyle which is no longer the

preserve of younger generations. What

is really essential in life? And how does

one recognise one’s own qualities or

those of others? With this surprising box

office hit from Poland, Mitja Okorn opens

the audience’s eyes and demonstrates

that luck usually hides in plain sight.

Spielfilm. Polen 2016

Sprache Polnisch mit engl. UT

Länge 135 min.

Format DCP

Farbe

Regie Mitja Okorn

Drehbuch Sam Akina, Jules Jones,

Urszula Antoniak

Kamera Tomasz Madejski

Schnitt Jarosław Barzan

Musik Łukasz Targosz

Produzenten Radosław Drabik, Michał Chaciński

Darsteller

Tomek Maciej Stuhr

Ania Agnieszka Więdłocha

Marcel Piotr Głowacki

Ola Weronika Książkiewicz

Bogdan Tomasz Karolak

Produktion Gigant Films

Vertrieb/Kontakt Gigant Films

Auszeichnungen (Auswahl) Cottbus FF 2016:

Publikumspreis CinEast, Luxembourg 2016: Publikumspreis,

Polish FF, Chicago 2016: Publikumspreis

und Preis für die beste Komödie

Biografie Mitja Okorn

Mitja Okorn (1981) ist einer der erfolgreichsten slowenischen

Filmregisseure. Er studierte an der Akademie

für Theater, Film, Radio und TV in Ljubljana. Nach einigen

Projekten in seiner Heimat, wie seinem Debütfilm

Here and There, beschloss Okorn, sich in Polen zu versuchen.

Mit der TV-Serie 39 and a Half und mit Letters

to Santa, der polnischen Antwort auf Love Actually, gelang

ihm dort der Durchbruch. Letztere schaffte es unter

die Top 3 der größten nationalen Kassenschlager

der letzten 25 Jahre. Auch sein neuester Film Planet

Single konnte Besucherrekorde verzeichnen.

Filmografie Mitja Okorn (Auswahl)

2016 Planet Single

2011 Letters to Santa

2008-2009 39 and a Half

2004 Here and There

2000 Not Sponsored


136 Polen im Fokus

Polen im Fokus 137

Spielfilm. Polen | Schweden 2015

Sprache Polnisch, Englisch, Schwedisch mit engl. UT

Länge 106 min.

Format DCP

Farbe

Regie Dariusz Gajewski

Drehbuch Dariusz Gajewski, Michał Godzic

Kamera Monika Lenczewska

Schnitt Grazyna Gradon

Musik Marcin Masecki, Candelaria Saenz Valiente

Produzenten Kuba Kosma, Dariusz Gajewski

Koproduzenten Robert Kijak, Anna

Waśniewska-Gill, Katarzyna Krosny

Darsteller

Basia Agnieszka Grochowska

Marek Bartłomiej Topa

Ula Barbara Kubiak

Anita Ewa Fröling

Produktion Takfilm, TVN, Agora

Vertrieb/Kontakt Media Move

Auszeichnungen (Auswahl) Polish FF 1015: Preis

für die beste Schauspielerin, Netia Off Camera IF

of Independent Cinema 2015: Preis für den besten

polnischen Film

Biografie Dariusz Gajewski

Dariusz Gajewski (1964) ist ein polnischer Regisseur,

Drehbuchautor und Produzent. Nachdem er an der

Filmschule in Łódź graduierte, drehte er zunächst

Dokumentationen. Sein Spielfilmdebüt Warsaw

wurde auf 27 Filmfestivals präsentiert und vielfach

prämiert 2008 drehte Gajewski die polnisch-österreichische

Produktion Mr. Kuka's Advice. Im selben

Jahr wurde er Direktor der Munk Studios in Warschau.

Es folgten weitere namhafte Produktionen,

darunter viele Kurzfilme, mit denen er weltweit auf

Filmfestivals Erfolge verzeichnen konnte.

Filmografie Dariusz Gajewski (Auswahl)

2015 Strange Heaven

2008 Mr. Kuka’s Advice

2003 Warsaw

1999 The Convoy

STRANGE HEAVEN

Obce niebo

Es muss doch einen Grund geben, warum

die kleine Ula an jenem Tag die Nummer

des schwedischen Sozialamtes wählt. Für die

8-jährige Tochter eines jungen polnischen

Einwandererpaares ist es offenbar nicht so

leicht, in einem fremden Land aufzuwachsen.

Aber warum eigentlich? In der Schule

wird sie wegen ihres ungewöhnlichen Namens

geärgert, zwischen Vater und Mutter

kracht es hin und wieder, aber wirklich

schlecht steht es um den Hausfrieden trotz

allem nicht. Bis zu dem Zeitpunkt, als das eigenwillige

Mädchen eben zum Hörer greift.

Plötzlich bekommen seine Eltern die volle

Härte des schwedischen Rechtsstaates zu

spüren. Inklusive der Gefahr, das eigene Kind

zu verlieren. Der polnische Regisseur Dariusz

Gajewski hat den Kampf um die Obhut eines

Mädchens, das alle Protagonisten für sich

beanspruchen, als herzzerreißendes Drama

inszeniert. Eine leidenschaftlich kämpfende

Familie möchte sich gegen einen omnipotenten

Staat behaupten. Wer am Ende gewinnt,

ist völlig offen. Ist Recht gerecht? Und

vor allem: Wie erzieht man sein Kind richtig?

Strange Heaven ist gediegenes Sozialkino, das

ethisch-rechtliche Fragen stellt und geschickt

familienpsychologische Diskurse aufwirft.

Ganz nebenbei verblüfft es mit dem einzigartigen

Setting einer märchenhaften schwedischen

Landidylle, die eine merkwürdige

Ruhe in einen hochemotionalen Film bringt.

What could be the reason for little Ula to

call the Swedish social services department

one day? Growing up in a foreign

country doesn’t seem easy for the 8-yearold

daughter of a young Polish immigrant

couple. But why is that? Ula gets teased in

school because of her uncommon name.

Her parents argue from time to time, but

despite all, there is peace at home and

everybody gets along well. Everything is

fine until Ula actually picks up the phone

and dials. Suddenly, her parents become

subjected to the severity of the Swedish

government. And losing their child becomes

a real and disastrous possibility. In

his heart-breaking drama, the Polish director

Dariusz Gajewski broaches the issue of a

battle for custody of the girl, claimed by all

protagonists. A passionately fighting family

has to take a stand against the omnipotent

state of Sweden. Who will win and who will

lose? Is the law really just? And more importantly:

How does one raise a child correctly?

Strange Heaven is solid social cinema which

raises ethic-judicial questions and explores

numerous psychological discourses about

the family. Incidentally, the film amazingly

combines the mesmerising idyll and odd

calmness of the stunning Swedish countryside

with emotionally turbulent themes.

THE TOUCH OF AN ANGEL

Dotknięcie anioła

Nach der Besetzung Polens durch die Deutschen

wird in Auschwitz eine legale Sammelstelle

für die Emigration von Juden nach

Palästina eingerichtet. Leon Schönker, der

Vorsitzende der lokalen jüdischen Gemeinde,

will das Projekt mit aller Kraft vorantreiben.

Er fährt nach Berlin – und kehrt erfolglos

zurück. Die Grenzen im Ausland bleiben

weitgehend geschlossen. Das schreckliche

Ende ist bekannt: Millionen Menschen fallen

der Rassenideologie der Nazis zum Opfer.

Schönker und seine Familie sind während

des Krieges innerhalb von Polen auf

der Flucht, aber sie überleben. Jahrzehnte

später besucht sein Sohn Henryk ehemalige

Wohnhäuser und Verstecke in der Heimat

seiner Kindheit. Er erzählt von den Verlusten,

den großen Ängsten, aber auch von den

kleinen Freuden dieser Zeit. Und er fragt

sich immer wieder: Hätte der Massenmord

verhindert werden können? Warum hat

die internationale Gemeinschaft seinerzeit

nicht mehr getan? Die gefühlte Hilflosigkeit

und das offensichtliche Unverständnis

für das, was passiert ist, hinterlassen einen

bitteren Nachgeschmack. Marek Tomasz

Pawłowskis Auswahl an gespielten Szenen

und historischen Originalaufnahmen ergänzt

die Bilder von Schönkers berührender

und oft schockierender Reise in die Vergangenheit,

die als poetisch anmutendes

Zeitdokument auf ihre Weise einzigartig ist.

At the beginning of the German occupation

of Poland, a legal collecting point for the

emigration of Jews to Palestine is arranged

in Auschwitz. Leon Schoenker, the chairman

of the local Jewish community, wants to

advance the project as quickly as possible.

He enthusiastically travels to Berlin – but returns

without success. The borders abroad

remain widely closed. The terrible end is

well known: Millions of people fall victim to

the Nazis’ racial ideology. Schoenker and his

family are soon forced to abandon their lives

and flee. They are on the run within Poland,

but they manage to survive. Decades later,

Leon’s son Henryk visits former tenements

and old hideouts full of memories from his

childhood. He recounts the losses, the big

fears and horrors, but also the little joys of

this time. And he keeps asking himself: Could

the mass murder have been prevented?

Why didn’t the international community do

more back then? The tangible helplessness

and the obvious incomprehension of what

happened leave a bitter aftertaste. Director

Marek Tomasz Pawłowski’s selection of

re-imagined scenes and original historical

footage complements Schoenker’s touching

and frequently shocking journey into

the past, and makes the film a one-of-a

kind, poetic documentary of those times.

Dokumentarfilm. Polen | Deutschland 2015

Sprache Polnisch mit engl. UT

Länge 60 min.

Format DCP

Farbe

Regie und Drehbuch Marek Tomasz Pawłowski

Kamera Jacek Januszyk

Schnitt Cezary Grzesiuk

Musik Michał Lorenc

Produzentin Małgorzata Walczak

Darsteller

Henryk Schönker Henryk Schoenker

Mina Schönker Marta Popławska

Leon Schönker Piotr Józef Tomaszewski

Heniu Schönker Karol Klęczar

Produktion Zoyda Art Production, Telewizja Polska,

WDR, The Polish Film Institute, The Foundation

for Polish-German Cooperation, MEDIA Programme

Vertrieb/Kontakt Zoyda Art Production

Auszeichnungen (Auswahl) New York Festivals

2016: Gold World Medal für den besten Dokumentarfilm,

WorldFest Houston 2016: Gold Remi für das

beste Doku-Drama

Biografie Marek Tomasz Pawłowski

Der polnische Regisseur, Drehbuchautor und Produzent

Marek Tomasz Pawłowski wurde 1963 geboren.

Er hat sich neben Theater- und Fernsehproduktionen

auf das Genre Dokumentarfilm spezialisiert. Er gilt als

europäischer Vorreiter der Documentary Re-creation,

bei der Doku und Spielfilm verschmelzen. Seine Filme

fanden weltweit Anerkennung. Der Dokumentarfilm

The Touch of an Angel ist nach Forbidden Love: The

Story of Bronia and Gerhard und The Runaway der dritte

Teil der Trilogie Faces of War: Faith, Hope and Love,

die sich mit dem zweiten Weltkrieg auseinandersetzt.

Filmografie Marek Tomasz Pawłowski

2015 The Touch of an Angel

2014 Jaster – the Mistery Surrounding “Hel“

2007 The Runaway

2002 Forbidden Love: The Story of Bronia

and Gerhard


138 Austrian Day

Austrian Day 139

Spielfilm. Österreich 2016

Sprache Deutsch mit engl. UT

Länge 109 min.

Format DCP

Farbe

Regie Mirjam Unger

Drehbuch Sandra Bohle, Mirjam Unger

Kamera Eva Testor

Schnitt Niki Mossböck

Musik Eva Jantschitsch

Produzentin Gabriele Kranzelbinder

Darsteller

Christine Zita Gaier

Mutter Ursula Strauss

Vater Gerald Votava

Schwester Paula Brunner

Großmutter Krista Stadler

Produktion KGP Kranzelbinder Gabriele Produktion

Vertrieb/Kontakt Filmladen Filmverleih

Auszeichnungen (Auswahl) Diagonale 2016:

Schauspielpreis an Ursula Strauss, Österreichischer

Filmpreis 2017: Preise für das beste Kostümbild und

die beste Tongestaltung

Biografie Mirjam Unger

Mirjam Unger (1970) ist eine österreichische Filmregisseurin,

Live-Moderatorin, Sprecherin und Fotografin.

Von 1993 bis 2001 studierte sie Regie an der

Filmakademie Wien. Nach vielen Kurzfilmen entstand

2000 ihr erster Spielfilm Ternitz, Tennessee. Sieben

Jahre später brachte sie mit großem Erfolg ihren

Dokumentarfilm Vienna’s Lost Daughters in die Kinos.

Filmografie Mirjam Unger (Auswahl)

2016 Fly Away Home

2014 Meine Narbe

2007 Vienna’s Lost Daughters

* In dieser neuen Programmschiene laufen ausgewählte heimische

Filme, darunter vor allem solche, die beim Österreichischen Filmpreis

reüssieren konnten. Gästen aus dem CEE-Raum wird so ein erster

Eindruck vom österreichischen Filmschaffen vermittelt.

* In this new series, LET’S CEE presents selected Austrian productions

that attracted attention during the last Austrian Film Prize in order to

give foreign guests and visitors from the CEE region a first impression of

current domestic filmmaking.

AUSTRIAN DAY*

FLY AWAY HOME

Maikäfer flieg!

Der zweite Weltkrieg ist fast zu Ende. Die

neunjährige Christl lebt mit ihrer Familie in

einer Wohnung in Wien-Hernals. Nachdem

eine Fliegerbombe das halbe Haus zerstört

hat, übersiedelt ihre Mutter mit den zwei

Mädchen in die verlassene Villa einer nazitreuen

Familie am Stadtrand. Die Großeltern

bleiben allein zurück. Christl gewöhnt

sich schnell an das neue Leben. Neugierig

und unerschrocken erkundet sie die Umgebung

und blickt mit kindlicher Unschuld

immer wieder auch in tiefe menschliche

Abgründe. Die Rückkehr des verwundeten

Vaters sorgt für Freude und Kummer

zugleich, denn der Deserteur muss sich

verstecken. Dann taucht auch noch die

Hausbesitzerin mit ihrem Sohn auf. Und

nach der Kapitulation der Wehrmacht sind

sie schließlich da: die Russen. Alle fürchten

sich vor ihnen, nur Christl nicht. Maikäfer

flieg! basiert auf dem gleichnamigen, autobiografischen

Klassiker von Christine Nöstlinger

und schildert die Geschehnisse aus

den vorurteilsfreien Augen einer Neunjährigen.

Der Kurier befand Mirjam Ungers

Verfilmung für „famos“, Die Presse für „wunderbar“.

Die Autorin selbst erinnert sich

übrigens folgendermaßen zurück: „Die Wochen

im Sommer 1945, als alles in Schutt

und Asche lag, waren die aufregendsten

und spannendsten und vielleicht sogar

schönsten Wochen meiner Kindheit“.

World War II is almost over. 9-year-old Christl

lives with her family in a flat in Hernals, a

district of Vienna. After an aerial bomb destroys

half of her house, her mother and the

two girls move into the abandoned villa of a

Nazi-loyal family on the outskirts. The grandparents

are left behind alone. Christl quickly

gets used to her new life. Curiously and fearlessly,

she gets to know her surroundings

and looks often into the abyss of human

nature with childlike innocence. The return

of the deported father causes great happiness

as well as sorrow, as he must hide on

account of his betrayal to his country. Then,

in addition, the landlady appears with her

son. And soon after the Wehrmacht surrender,

in come the Russians. Everyone is afraid

of them, everyone but Christl. Fly Away Home

is based on the young people’s novel of the

same name by Christine Nöstlinger and documents

the events as seen from the unprejudiced

perspective of a 9-year-old girl. Mirjam

Unger’s screen adaptation was highly appraised

by both Kurier and Die Presse, calling

it “splendid” and “wonderful”, respectively. The

author herself recalls the events of those years,

explaining that “the weeks in the summer of

1945, when everything lay in ashes, were

the most exciting, most thrilling and maybe

even most beautiful weeks of my childhood.”

KINDERS

Die ebenso faszinierende wie berührende

spielfilmnahe Doku erzählt davon, wie

Kindern und Jugendlichen aus prekären

Verhältnissen mit Musik geholfen wird, ihr

Leben in den Griff zu kriegen. Im Rahmen

eines von der Caritas, dem Wiener Konzerthaus

und den Wiener Sängerknaben

initiierten Projekts haben manche Kids

nämlich die Möglichkeit, kostenlos ein

Instrument zu lernen und in einem Chor

oder Orchester mitzuwirken. Die Brüder

Arash und Arman T. Riahi haben einige

von ihnen ein Jahr lang beim Musizieren

begleitet. Die Regisseure halten sich dabei

stets im Hintergrund und lassen lieber den

kleinen Stars den Vortritt – bei Proben, in

Familienszenen oder wenn sie vor der Kamera

unbefangen und selbstreflektierend

von ihren Ängsten und Träumen erzählen.

Die Schicksale, mit denen die Heranwachsenden

zurechtkommen müssen, sind oft

tragisch. Denise hat eine Krebserkrankung

hinter sich, Denizcan muss die Trennung

seiner Eltern verkraften und Ariunaa den

Tod ihres Vaters verarbeiten. Durch den

Musikunterricht und das Camp am Ende

des Schuljahres gelingt es ihnen allen

aber, viel Selbstvertrauen zu tanken und

ihre Probleme und die Welt aus neuen

Standpunkten zu betrachten. Am Schluss

wundert man sich jedenfalls nicht über

das großartige Konzert, das die Kinder

gemeinsam zur Aufführung bringen.

This both fascinating and touching documentary

– bearing some similarities to a

feature film – explains how music helps

children and adolescents from deprived

backgrounds to get their lives back on

track. As part of a project initiated by Caritas,

Wiener Konzerthaus and the Vienna

Boys’ choir, some children are given the

chance to learn and play an instrument,

and be part of a choir or an orchestra

for free. The brothers Arash and Arman T.

Riahi have accompanied some of these

children for a year as they were taking part

in this initiative. As this was being filmed,

the directors made sure to always remain

out of the spotlight and let the little stars

shine: through rehearsals, family gatherings,

and even when the children themselves

ingenuously and self-reflectively

discussed their fears and dreams in front

of the camera. The lives of the children in

question are anything but easy: Denise is a

cancer survivor, Denizcan had to deal with

the separation of his parents and Ariunaa

was forced to come to terms with her father’s

death. Through music lessons and

the camp at the end of the school year,

they all manage to increase their self-confidence

and see their problems and the

world from new perspectives. In the end,

one is certainly not surprised at the brilliance

of the concert held by the children.

Dokumentarfilm. Österreich 2016

Sprache Deutsch, Bosnisch, Englisch, Türkisch mit

engl. UT

Länge 95 min.

Format DCP

Farbe

Regie und Drehbuch Arash T. Riahi, Arman T. Riahi

Kamera M. Minichmayr, Arash T. Riahi, Arman T. Riahi

Schnitt David Arno Schwaiger

Ton Claus Benischke, Hjalti Bager-Jonathansson

Produzenten Arash T. Riahi, Karin C. Berger,

Sabine Gruber

Produktion Golden Girls

Vertrieb/Kontakt Docs by Autlook Filmsales

Auszeichnungen (Auswahl) Diagonale 2016:

Publikumspreis

Biografie Arash T. Riahi

siehe Seite 24

Filmografie Arash T. Riahi (Auswahl)

2016 Kinders

2013 Everyday Rebellion

2013 This Human World

2012 Nerven Bruch Zusammen

2008 For a Moment Freedom

Biografie Arman T. Riahi

siehe Seite 24

Filmografie Arman T. Riahi (Auswahl)

2017 The Migrumpies

2016 Kinders

2014 Everyday Rebellion

2012 Africa Race


140 Austrian Day

Dokumentarfilm. Österreich | USA 2016

Sprache Englisch, Swahili, Mandarin mit engl. UT

Länge 112 min.

Format DCP

Farbe

Regie Kief Davidson, Richard Ladkani

Kamera Richard Ladkani

Schnitt Verena Schönauer

Musik H. Scott Salinas

Produzenten W. Köhler, K. Davidson, W. Knöpfler

Produktion Terra Mater Film Studios, Vulcan

Productions, Malaika Pictures, Appian Way

Vertrieb/Kontakt Netflix

Auszeichnungen (Auswahl) Cinema for Peace

Awards 2017: International Green Film Award, Wildscreen

2016: Panda Award, Best Theatrical Entry

Biografien Kief Davidson

Kief Davidson (1970) ist ein vielfach ausgezeichneter

US-amerikanischer Regisseur, der in Los Angeles

lebt und arbeitet. Er begann seine Karriere als Cutter

von Comedy- und Musikvideos, ehe er sich während

des Studiums der Dokumentarfilmregie widmete.

Sein bislang größter Erfolg war die Oscar-nominierte

Dokumentation Open Heart.

Filmografien Kief Davidson (Auswahl)

2016 The Ivory Game

2012 Open Heart

2005 The Devil's Miner

Biografie Richard Ladkani

Der Österreicher Richard Ladkani (1973) hat mehr

als 50 oftmals preisgekrönte Dokumentationen für

Kino und Fernsehen fertiggestellt. Er ist zugleich

als Regisseur und Kameramann tätig. Nach abgeschlossenem

Filmstudium in New York lebt er seit

2002 in München, wo er für Fernsehsender wie ORF,

ZDF, BR und Arte tätig ist.

Filmografie Richard Ladkani (Auswahl)

2016 The Ivory Game

2005 The Devil's Miner

2002 Monasteries of the Danube River

THE IVORY GAME

Das Elfenbein-Komplott

Der illegale Handel mit Elfenbein hat in den

letzten fünf Jahren über 150.000 Elefanten

in West- und Zentralafrika das Leben gekostet.

Mittlerweile hat sich der Schwerpunkt

des Tötens in den Südosten des Kontinents

verlagert. Hunderte Tonnen des „weißen

Goldes“ werden jährlich nach China geschmuggelt,

wo Elfenbein nach wie vor als

Luxusgut gilt. Experten befürchten, dass

das Geschäft mit den Stoßzähnen in den

nächsten 15 Jahren zum Aussterben der

Elefanten führen könnte. Gegen diese Entwicklung

kämpfen engagierte Aktivisten

und Naturschützer in Afrika und in Südostasien

an. 16 Monate lang haben Richard

Ladkani und Kief Davidson zum Teil unter

Einsatz ihres Lebens und meist undercover

an deren Seite recherchiert, gefilmt und

gleichsam mitgeholfen, brutale Wilderer

sowie korrupte Beamte zu enttarnen. In Zusammenarbeit

der Terra Mater Film Studios

mit Appian Way, der Produktionsfirma von

Leonardo DiCaprio, und Paul Allens Vulcan

Productions ist eine großartig recherchierte,

bildgewaltige und hochaktuelle Netflix-Dokumentation

entstanden, die es versteht,

überaus spannend zu informieren, und zugleich

ein flammender Appel gegen den

mörderischen Elfenbeinhandel geworden

ist. Walter Köhler, Boss von Terra Mater, bezeichnete

die Doku daher auch als „eine der

wichtigsten Produktionen meiner Karriere“.

In the last five years, the illegal ivory trade

has claimed the lives of over 150,000 elephants

in West and Central Africa. Meanwhile,

the focus of killing has shifted to

the southeast of the continent. Annually,

hundreds of tons of the “white gold” are

smuggled to China where ivory is still considered

a luxury good. Experts fear that

trading in tusks could result in the extinction

of elephants within the next 15 years.

Dedicated activists and environmentalists

in Africa and Southeast Asia are fighting

this horrific development. For 16 months,

Richard Ladkani and Kief Davidson have

done research, filmed and quasi assisted

the activists in catching brutal poachers and

corrupt officers, sometimes at the risk of

their lives and mostly undercover. In collaboration

with Terra Mater Film Studios, Leonardo

DiCaprio’s production company Appian

Way and Paul Allen’s Vulcan Productions,

a superbly researched, visually stunning

and highly relevant Netflix documentary

has been created that knows exactly how

to provide information in an entertaining

manner, but has also become a vigorous

appeal against the murderous ivory trade.

Walter Köhler, boss of Terra Mater, therefore

called the documentary “one of the most

important productions of my entire career”.

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NIGHT OF A 1000 HOURS

Die Nacht der 1000 Stunden

Philip Ullich soll das traditionsreiche Unternehmen

seiner Familie übernehmen.

Selbst seine Tante Erika will nicht, dass es

in die Hände ihres Sohnes Jochen fällt. Sie

hat nämlich herausgefunden, dass dieser

Mitglied einer rechtsextremen Burschenschaft

ist. Doch als sie zum Unterschreiben

des Vertrages ansetzt, stirbt sie unerwartet.

Fast sieht es so aus, als ob Jochen als Gewinner

aus dem Erbstreit hervorgeht, doch

da erwacht seine Mutter wieder zum Leben.

Ihr Auftauchen bleibt selbstverständlich

nicht der einzige Besuch aus dem

Jenseits. Nach und nach lassen sich im

Haus der Ullichs verstorbene Familienmitglieder

wieder blicken und wollen bei der

Regelung der Erbschaft ein Wörtchen mitreden.

So auch Philips attraktive Großtante

Renate, in die sich der junge Mann gleich

vom Fleck weg verschaut. Als schließlich

noch ein bereits totes Familienmitglied

ermordet wird und ein k.u.k. Gendarm

auftaucht, um den Fall aufzuklären, überschlagen

sich die Ereignisse. Virgil Widrichs

surreales und bestens ausgestattetes

Kammerspiel in melodramatischen Farben

vermischt Realität und Fiktion auf intelligente

Weise und ermöglicht so eine Vergangenheitsbewältigung

der besonderen

Art. Ein „schaurig-schönes Familiendrama“

(Salzburger Nachrichten) und ein bestens

gelungener Mystery-Film made in Austria.

Philip Ullich is supposed to take over his

family’s long-standing business. Even

his aunt Erika doesn’t want it to fall into

the hands of her son Jochen, as she has

discovered that he is a member of an

extreme right-wing fraternity. But when

she decides to sign the contract, she

suddenly passes away. It almost looks

like Jochen emerges victorious in the

inheritance dispute, when, all of a sudden,

his mother comes back to life again.

Alas, her return from the afterlife isn’t

the only one. Gradually, deceased family

members start showing up in Ullich’s

house and want to take part in the regulation

of the inheritance. Among them

is Philip’s attractive grand aunt Renate,

with whom the young man immediately

falls in love. When an already dead family

member is murdered and an imperial

and royal policeman arrives to investigate,

events take a sudden turn. Virgil Widrich’s

surreal and well-equipped chamber drama,

painted in melodramatic colours,

skilfully mixes reality together with fiction,

depicting the process of coming to

terms with the past in an extraordinary

way. An “eerily beautiful family drama”

(Salzburger Nachrichten) and a highly

felicitous mystery film made in Austria.

Austrian Day 143

Spielfilm. Österreich | Luxemburg | Niederlande 2016

Sprache Deutsch mit engl. UT

Länge 92 min.

Format DCP

Farbe

Regie und Drehbuch Virgil Widrich

Kamera Christian Berger

Schnitt Pia Dumont

Musik Siegfried Friedrich

Produzenten B. Minck, A. Dumreicher-Ivanceanu

Koproduzenten Hanneke Niens, Hans de Wolf,

Arash T. Riahi, Raphael Barth

Darsteller

Philip Ullich Laurence Rupp

Renate Bode Amira Casar

Gertrude Ehrenfried Barbara Petritsch

Erika Bode Elisabeth Rath

Berta Ullich Linde Prelog

Produktion AMOUR FOU Vienna/Luxembourg,

KeyFilm, Golden Girls

Vertrieb/Kontakt Thim Film, Picture Tree International

Auszeichnungen (Auswahl) Busan IFF 2016: Flash

Forward Publikumspreis

Biografie Virgil Widrich

Virgil Widrich wurde 1967 in Salzburg geboren und

lebt heute in Wien. Er ist Regisseur, Drehbuchautor,

Multimedia-Künstler und Unternehmer. Sein Kurzfilm

Copy Shop gewann 35 internationale Preise und

wurde für den Oscar nominiert. Sein 2003 in Cannes

uraufgeführter Kurzfilm Fast Film gewann bisher sogar

36 Preise. Widrich unterrichtet auch an der Universität

für angewandte Kunst in Wien.

Filmografie Virgil Widrich (Auswahl)

2016 Night of a 1000 Hours

2011 Warning Triangle

2003 Fast Film

2001 Copy Shop

2000 Brighter than the Moon


ANDRZEJ WAJDA RETROSPEKTIVE

Andrzej Wajda Restrospective

Andrzej Wajda

Film- und Theaterregisseur

Film and Theatre Director

DER REST STEHT IM HEFT.

Im Herbst 2016 ist Andrzej Wajda, Polens wohl bedeutendster Regisseur und unter

anderem mit einer Goldenen Palme, einem Goldenen Bären, einem Goldenen Löwen,

einem César, dem Europäischen Filmpreis sowie einem Oscar ausgezeichnet, im Alter

von 90 Jahren verstorben. Der große „Journalist und Poet, Romantiker und Chronist“

(DER SPIEGEL) hat fast bis zuletzt gearbeitet. Seine letzte Produktion Afterimage feierte

nur wenige Wochen vor seinem Tod auf dem Toronto International Film Festival

Premiere. Der in Suwałki in Nordostpolen geborene Wajda studierte nach Kriegsende

zuerst Malerei an der Kunstakademie in Krakau und danach an der Filmhochschule in

Łódź. Seine Filme erzählten nicht nur Geschichten, sie fingen Geschichte meist auch ein

und manchmal schrieben sie sogar Geschichte. Und zwar nicht nur die des polnischen

Kinos und Theaters: Ohne ihn und seine Bilder hätte es die Freiheitsbewegung Solidarność,

deren Senator er von 1989 bis 1991 gewesen ist, in der Form wohl nicht gegeben.

Seinen Tod bezeichnete das polnische Filminstitut als riesigen Verlust für die polnische

Kultur: Man werde lange um ihn trauern. Stefan Laudyn, der langjährige Direktor des

Internationalen A-Filmfestivals Warschau und ein profunder Kenner von Leben und

Werk Andrzej Wajdas, hat für LET’S CEE fünf Filme ausgesucht, die seiner Ansicht nach

zu den besten Arbeiten des unbeugsamen Nationalkünstlers zählen. Der berühmte

Antikriegsfilm Canal und das bitter-ironische Drama Ashes and Diamonds spielen dabei

vor bzw. unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Wajda, der während des

Krieges selbst am Widerstand gegen die deutsche Besatzung teilgenommen hat, beschäftigt

sich in diesen Frühwerken mit dem tragischen Kampf der Partisanen der Polnischen

Heimatarmee. Die beiden großen Klassiker Man of Marble und Man of Iron folgten

über zwei Jahrzehnte später und erzählen in vielen Rückblenden die dramatische

Geschichte seines Landes von der Zeit des Stalinismus und Totalitarismus bis hin zur

Gründung der Gewerkschaft Solidarność. Einzig Innocent Sorcerers, dessen Handlung

in den späten 1950er Jahren angesiedelt ist, kommt als sensibel nachgezeichnete und

ungewöhnliche Liebesgeschichte vor dem Hintergrund der Nachkriegszeit ohne deutlich

geschichtliche Bezüge aus. Ein von der internationalen Kritik hochgelobtes Meisterwerk

ist dieses zentrale Werk der polnischen Neuen Welle aber ebenfalls geworden.

In the autumn of 2016, Andrzej Wajda, perhaps one of Poland’s most famous directors,

who had been awarded the Golden Palm, the Golden Bear, the Golden Lion, the César,

the European Film Prize and an Oscar, died at the age of 90. The splendid ‘journalist

and poet, romanticist and analyst’ (DER SPIEGEL) worked almost until the end of his life.

His last production, Afterimage, celebrated its premiere at the Toronto International

Film Festival only a few weeks before his death. Born in Suwałki in North-East Poland,

Wajda first studied painting at the Kraków Academy of Arts and later turned to the

National Film School in Łódź. His films not only tell stories, but also try to capture

them, and some of his stories even have written history. Wajda was not only influential

in Polish cinema and theatre; without him and his images, the freedom movement

Solidarity, of which he was senator from 1989 to 1991, would not have existed in the

form it did. The Polish Film Institute declared his death a huge loss for Polish culture.

Grief over his death will linger for years to come. Stefan Laudyn, the long-time director

of the international A-list Warsaw Film Festival and a profound expert on the life and

work of Andrzej Wajda, chose five films which he considers to be the best movies of

the unyielding national artist for LET’S CEE. The famous anti-war film Canal and the

bitter-ironical drama Ashes and Diamonds take place before and directly after the end

of the Second World War. In these films, Wajda, who himself had joined the resistance

against the German occupation, raised the issue of the tragic fights of the partisans of

the national Home Army. His great classics Man of Marble and Man of Iron were released

more than two decades later and, with the help of numerous flashbacks, tell the drastic

story of his country during the Stalinist and totalitarian era until the formation of the

movement Solidarity. Only Innocent Sorcerers, taking place in the late 1950s during the

post-war period, forgoes clear historic features by tracing a sensitively pictured and

extraordinarily enacted love story. Nevertheless, this piece of art was highly praised

by international critics and became a central piece of art of the Polish New Wave.

144 Andrzej Wajda Retrospektive

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146 Andrzej Wajda Retrospektive

Andrzej Wajda Retrospektive 147

Spielfilm. Polen 1956

Sprache Polnisch, Deutsch mit dt. UT

Länge 97 min.

Format DCP

Schwarz-Weiß

Regie Andrzej Wajda

Drehbuch Jerzy Stefan Stawinski

Kamera Jerzy Lipman

Schnitt Halina Nawrocka, Aurelia Rut

Musik Jan Krenz

Darsteller

Gänseblümchen Teresa Iżewska

Jacek ‚Korab’ Tadeus Janczar

Leutnant Zadra Wieńczysław Gliński

Kula Tadeusz Gwiazdowski

Smukły Stanisław Mikulski

Produktion KADR Film Studio

Vertrieb/Kontakt KADR Film Studio

Auszeichnungen (Auswahl) Cannes FF 1957:

Spezialpreis der Jury, Nominierung für die Goldene

Palme, BAFTA Film Awards 1959: Nominierung für

Most Promising Newcomer

Biografie Andrzej Wajda

siehe Seite 144

Filmografie Andrzej Wajda (Auswahl)

2016 Afterimage

2013 Walesa. Man of Hope

2007 Katyń

2000 Franciszka Kłosa

1999 Pan Tadeusz

1994 Nastasja

1983 A Love in Germany

1983 Danton

1981 Man of Iron

1979 The Maids of Wilko

1977 Man of Marble

1974 The Promised Land

1968 Gates to Paradise

1960 Innocent Sorcerers

1958 Ashes and Diamonds

1956 Kanał

1954 A Generation

CANAL

Kanał

September 1944. Der Aufstand der Polnischen

Heimatarmee gegen die Nazi-Besatzer

steht kurz vor dem Zusammenbruch, insbesondere

auch, weil die erhoffte Hilfe von der

Roten Armee ausbleibt. Zadra, der Anführer

der Widerstandskämpfer, und seine Leute

müssen den Rückzug antreten. Ihr Weg

führt sie in das Kanalsystem unter der Stadt.

Die Angst, von den Deutschen erschossen

zu werden oder zu ersticken, versetzt die

Fliehenden in Panik – erst recht, als sie die

Orientierung verlieren. Vor diesem äußerst

bedrohlichen Hintergrund und aufbauend

auf der schrecklichen real-geschichtlichen

Basis im Stil des italienischen Neorealismus,

gibt Andrzej Wajda die Geschichten seiner

Protagonisten wieder, bei denen die Hoffnung

bis zum bitteren Ende das zentrale

Element für den Überlebenswillen bleibt.

Das berühmte Antikriegsdrama wirkt stellenweise

fast dokumentarisch, was ihm eine

starke Authentizität verleiht. Ein charmantes