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Zoë 0717

Das Bedürfnis nach einem geborgenen Zuhause zählt neben Nahrung, Wasser oder Kleidung zu den Grundbedürfnissen der Menschen. Die Innovationen sind letztlich immer Konzepte, die das Zusammenspiel von Mensch, Natur und Gesellschaft ermöglichen. Bei unserem Streifzug durch die Welt der neuen Möglichkeiten zeigen wir autonome Dörfer, Treescrapers, Upcycling-Häuser aus Müll, das Einbaumhaus oder den autarken Wohnwagon. Das Coverbild dieser Ausgabe stammt vom Fotografen und Architekten Federico Ruiz Sanesteban. Der Künstler entwickelt nachhaltig Fotos auf Blättern aus seinem Garten komplett ohne Chemie – er arbeitet nur mit der natürlichen Photosynthese sowie mit Pigmenten, der Sonneneinwirkung und Schatteneffekten. Wir freuen uns, wenn wir mit unseren Themen wieder ein paar sehr schöne Anregungen für ein positives Leben im Einklang mit der Natur vorstellen können und wünschen viel Freude beim Lesen und Videoschauen.

Das Bedürfnis nach einem geborgenen Zuhause zählt neben Nahrung, Wasser oder Kleidung zu den Grundbedürfnissen der Menschen. Die Innovationen sind letztlich immer Konzepte, die das Zusammenspiel von Mensch, Natur und Gesellschaft ermöglichen. Bei unserem Streifzug durch die Welt der neuen Möglichkeiten zeigen wir autonome Dörfer, Treescrapers, Upcycling-Häuser aus Müll, das Einbaumhaus oder den autarken Wohnwagon. Das Coverbild dieser Ausgabe stammt vom Fotografen und Architekten Federico Ruiz Sanesteban. Der Künstler entwickelt nachhaltig Fotos auf Blättern aus seinem Garten komplett ohne Chemie – er arbeitet nur mit der natürlichen Photosynthese sowie mit Pigmenten, der Sonneneinwirkung und Schatteneffekten. Wir freuen uns, wenn wir mit unseren Themen wieder ein paar sehr schöne Anregungen für ein positives Leben im Einklang mit der Natur vorstellen können und wünschen viel Freude beim Lesen und Videoschauen.

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ZOË 07/17

gesundheit • • freude & zeitgeist mitten im leben

Lebensraum & Gestaltung

Lebendig,

nachhaltig & autark

Nada-Akupunktur:

Hilfe bei Sucht & Traumen

Kinder im Umfeld von heute:

„The New Epidemics“

Bauwerksbegrünung:

Es lebe der Großstadtdschungel!

Sustainability Challenge:

Nachwuchs checkt Nachhaltigkeit

Fotoentwicklung auf Pflanzen:

Magische Bilder & zauberhafte Blätter


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•• EDITORIAL

ZOË 07/17

Lebensart – mit der

Natur im Einklang

gesundheit • • freude & zeitgeist mitten im leben

Lebensraum & Gestaltung

Lebendig,

nachhaltig & autark

ZOË 07/17

Das Bedürfnis nach Wohnung und Unterkunft zählt neben Nahrung, Wasser oder

Kleidung zu den Grundbedürfnissen der Menschen. Unser heutiger Begriff „Wohnen“

geht auf das althochdeutsche „wonên“ zurück und bedeutet so viel wie „zufrieden

sein“ oder „bleiben“. Überbevölkerung, Wohnungsnot und Mega-Städte verübeln es

aber oft, dass sich Menschen in ihren eigenen vier Wänden auch wohl fühlen und

zufrieden sind.

Nada-Akupunktur:

Hilfe bei Sucht & Traumen

Kinder im Umfeld von heute:

„The New Epidemics“

Bauwerksbegrünung:

Es lebe der Großstadtdschungel!

Sustainability Challenge:

Nachwuchs checkt Nachhaltigkeit

Fotoentwicklung auf Pflanzen:

Magische Bilder & zauberhafte Blätter

Die wirklichen Innovationen sind letztlich immer Konzepte, die das Zusammenspiel von Mensch, Natur und

Gesellschaft ermöglichen. Sie sind nachhaltig, energieautark und bieten dennoch gleichzeitig Komfort und

Individualität. Nachhaltigkeit meint dabei, die Ressourcen und die Umwelt zu schonen – ohne den Wert des Wohnraums

oder die Lebensqualität zu zerstören. Bei unserem Streifzug durch die Welt der neuen Möglichkeiten zeigen wir autonome

Dörfer in über hundert Meter hohen Türmen, Treescrapers, die den Wald wieder in die Stadt bringen, Häuser aus Müll, das

Einbaumhaus, das stark an die Welt der Hobbits erinnert, oder auch den autarken Wohnwagon eines Wiener Unternehmens,

der je nach Lust und Laune einmal am See, im Wald oder am Fuße eines Berges aufgestellt werden kann.

Dass es sich in der Großstadt wie Wien dennoch nicht schlecht leben lässt, zeigt der 1. Platz als lebenswerteste Stadt der

Welt. 2017 wurde Wien von der Beratungsagentur Mercer wieder als Stadt mit der weltweit höchsten Lebensqualität eingestuft.

Damit steht Wien seit 2009 durchgehend an der Spitze dieses Rankings. Wir haben uns die Möglichkeiten, diese

ohnehin sehr grüne Stadt noch grüner zu machen, angesehen: Bauwerksbegrünungen, Dachgärten, blühende Fassaden

haben in Wien die besten Chancen, noch weiter aufzublühen - nicht nur im Vorzeigeobjekt Hundertwasserhaus.

Das Thema Nachhaltigkeit beschäftigt auch die Manager von morgen. Studenten veranlassten vor sieben Jahren,

dass nachhaltige Entwicklung als Grundlagenthema in universitäre Lehrpläne aufgenommen wird. Aufgrund ihrer

Initiative schlossen sich die vier größten Wiener Universitäten zusammen, um gemeinsam den Masterstudierenden

einen interdisziplinären Lehrgang für nachhaltige Entwicklung anzubieten.

Mit der Natur im Einklang befindet sich auch Federico Ruiz Santesteban aus Uruguay. Er hat bei einer Fotoausstellung

im Wiener WUK seine Entwicklungstechnik von Fotos auf Blättern vorgestellt. Der Fotograf und Architekt nimmt dazu

Blätter aus seinem Garten und arbeitet nur mit der natürlichen Photosynthese sowie mit Pigmenten, der Sonneneinwirkung

und Schatteneffekten – also ohne Chemie. Die Resultate sind magische Bilder auf zauberhaften Blättern.

Wir freuen uns, wenn wir mit unseren Themen wieder ein paar sehr schöne Anregungen für ein positives Leben

im Einklang mit der Natur vorstellen können und wünschen viel Freude beim Lesen und Videoschauen.

Eliana Crisafulli & Thomas Stodulka

unlimitedmedia.at

Zoë 07/173


•• INHALT

•• GESUNDHEIT

6 NADA-Akupunktur: Stichfeste

Hilfe bei Sucht oder Traumen

8 Kinder im Umfeld von heute:

„The New Epidemics“

10 Schwindel: Wenn sich die Welt

im Kreis dreht

12 1. Wiener Verdauungstag:

Magen, Leber, Darm & Co.

•• MENSCH

14 Lebensraum & Gestaltung

Lebendig, nachhaltig & autark

19 Bauwerksbegrünung:

Es lebe der Großstadtdschungel!

•• BERUFSWELT

22 Sustainability Challenge:

Nachwuchs checkt Nachhaltigkeit

•• SCHÖNHEIT

24 Wirkstoffe & Essenzen:

Die Mistel: Parasit & Heilmittel

27 Essstörungen:

Muss Schönheit leiden?

•• LEBENSART

28 Fotoentwicklung auf Pflanzen:

Magische Bilder & zauberhafte Blätter

30 Buch-Tipps

31 Film-Tipp, Kulturtipp & Gewinnspiel

IMPRESSUM

Medieneigentümer & Herausgeber:

Unlimited media

video • web • print & more

Crisafulli & Stodulka Unlimited

Media GmbH

Verlag & Redaktion:

Salierigasse 26/4, 1180 Wien

Kontakt:

office@unlimitedmedia.at,

Thomas Stodulka: +43(0)699/11 08 92 73

Eliana Crisafulli: +43(0)699/11 99 68 70

Web & Social Media:

unlimitedmedia.at, zoe.imwebtv.at

zoe.youtube.imwebtv.at

facebook.com/zoeunlimitedmedia

Chefredaktion:

Thomas Stodulka, Eliana Crisafulli

Lektorat:

Alexandra Lechner

Art-Direktion & Layout:

Unlimited Media

Beratung & Verkauf:

Karin Duderstadt

karin.duderstadt@icloud.com

0676/390 18 52

Zoë kommt aus dem Altgriechischen und

bedeutet „Leben“ – genau darum geht es

in diesem neuartigen Lebens-Art-

Magazin: um die bunte Vielfalt des heutigen

Daseins, gemischt mit der bunten

Vielfalt der heutigen Medien.

Unser Fokus liegt auf Inspiration, Motivation,

Begeisterung und Freude durch Vor-,

Um- und Andersdenker – und vor allem

Vormacher. So sollen bemerkenswerte

Ideen, Menschen und Unternehmen dieser

Lebens-Art hier ihren Platz finden.

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit

verzichten wir auf eine geschlechtsspezifische

Differenzierung, wie z.B.

Teilnehmer/innen.

4 Zoë 07/17


IF YOU CAN’T CHANGE THE

WORLD, CHANGE YOURSELF!

SPIEGELGESETZMETHODE.AT

SPIEGELGESETZMETHODE.AT


•• GESUNDHEIT

NADA-AKUPUNKTUR

Stichfeste Hilfe bei

Sucht oder Traumen

Ob Nikotin-, Alkohol- oder Drogensucht, psychischer Missbrauch oder andere

tiefe traumatische Erlebnisse: Die NADA-Akupunktur hat sich in der westlichen

Welt zu einer beliebten komplementären Therapie in diesen Bereichen entwickelt.

Stationär oder ambulant wird sie in Psychiatrischen Kliniken, Psychosozialen

Diensten sowie Einrichtungen der Drogenberatung und -therapie äußerst erfolgreich

eingesetzt. Sogar bei Säuglingen, deren Mütter in der Schwangerschaft

einen Drogenabusus betrieben oder unter Substitutionstherapie standen, zeigte

diese Methode eine sehr hohe Wirkung. Im Gegensatz zur klassischen Akupunktur,

die stets individuell auf die persönlichen Befindlichkeiten des jeweiligen Menschen

abgestimmt ist, hat die NADA-Akupunktur eine bestimmte fixe Anwendungstechnik.

Es werden immer die gleichen fünf Punkte am Ohr stimuliert – und dies

in Form einer Gruppentherapie.

6 Zoë 07/17


Die positive Wirkung einer

speziellen Ohr-Akupunktur-

Technik bei Abhängigkeitserkrankungen

wurde erstmals 1973

von Dr. Wen und Dr. Cheung in

Hongkong beschrieben. Dabei stand

die Suchtproblematik damals nicht

vordergründig im Interesse der beiden

Neurochirurgen. Sie wollten vor

allem die Atemfunktion ihrer Patienten

nach Operationen verbessern.

Als erfreulichen Nebeneffekt der

Akupunktierung an fünf bestimmten

Ohrpunkten verringerte sich jedoch

auch deutlich das Suchtverlangen

(Craving) sowie die vegetative

Entzugssymptomatik.

In den 1980er-Jahren ging der Psychiater

Dr. Michael Smith schließlich

am Lincoln Recovery Center in

New York dieser speziellen Methode

nach entwickelte diese mit seinem

Team weiter. Unter dem Namen

NADA-Akupunktur – NADA steht für

die 1985 gegründete National Acupuncture

Detoxification Association

– blickt man heute auf jahrzehntelange

erfolgreiche Erfahrung zurück.

DDr. Thomas Ots, Obmann NADA-

Akupunktur Austria, und Wolfgang

Raith erklärten beim Allgemeinmedizinkongress

letzten Herbst in Graz,

warum die NADA-Akupunktur ihrer

Ansicht nach vor allem so erfolgreich

bei Sucht- und psychischen Erkrankungen

ist.

Nur fünf Ohrpunkte

Die NADA-Akupunktur unterscheidet

sich zur klassischen Akupunktur

in einigen wichtigen Punkten. Während

die klassische Akupunktur eine

individuelle Diagnostik erfordert, ist

die NADA-Akupunktur Diagnoseund

Suchtstoff-unspezifisch und

wird ausschließlich in Gruppentherapie

vorgenommen. Der Faktor, dass

die NADA-Therapie eine Gruppentherapie

ist, ist besonders wichtig für

abhängige Patienten – die Gruppe

unterstützt und hilft gegen vorzeitiges

Aufgeben, da die vegetativen

Symptome und das Suchtverlangen

in der Regel durch NADA gemildert,

aber nicht gänzlich aufgehoben werden.

Ein weiteres Element der Therapiewirkung

ist die Non-Verbalität

und Niederschwelligkeit: Alle Menschen

werden akzeptiert, niemand

wird nach seiner Abhängigkeit oder

nach seiner Diagnose befragt. Außerdem

ist natürlich Freiwilligkeit

immer die beste Voraussetzung für

einen Therapieerfolg. Niemand wird

zur Ohr-Akupunktur gezwungen und

alle werden angenommen. Patienten

können bei Wunsch erst einmal

an Gruppensitzungen teilnehmen,

ohne akupunktiert zu werden.

Fünf bestimmte Punkte werden stimuliert.

Die Akupunktursitzungen finden in

der Gruppe statt.

Ängstliche Personen können mit nur einer

Nadel beidseits beginnen oder sich für die

NADA-Akupressur entscheiden. Die Magnetpflaster

bleiben eine Woche im Ohr.

Fotos: Thomas Ots

Akupunktur oder Akupressur

Ängstliche Personen können mit nur

einer Nadel beidseits beginnen oder

sich für die NADA-Akupressur mit

Magnetpflastern entscheiden. Auch

können Patienten selber bestimmen,

wie lange sie an der Therapiesitzung

teilnehmen wollen. Zunehmend häufiger

als in der Therapie von Abhängigkeitserkrankungen

wird das NADA-

Protokoll in den letzten Jahren in der

Therapie allgemein-psychiatrischer

und traumatisierter Patienten als

komplementäre Therapieform eingesetzt.

Über die direkte Beeinflussung

der inneren Organe wie Leber, Lunge

und Niere hinaus hilft das NADA-Protokoll

Patienten darin, Selbstvertrauen

und innere Festigkeit zu erlangen

bzw. überhaupt fähig und willens zu

sein, sich auf einen psychotherapeutischen

Prozess einzulassen.

Grundlage dieses Prozesses ist eine

durch die Akupunktierung angestoßene

eigenleibliche Selbsterfahrung des

Sich-wieder-Spürens, der „Wiederbeleibung“.

Die Patienten bzw. Klienten

werden gebeten, während der

Therapie-Gruppensitzung möglichst

nicht zu sprechen und sich nicht

durch andere Tätigkeiten ablenken,

sondern die Nadeln und die Gesamtsituation

auf sich wirken zu lassen.

Viele Patienten beschreiben, dass sie

sich während der Therapie angenehm

entspannt gefühlt haben, gleichzeitig

aber auch wacher als sonst.

INFOS ZUR

NADA-AKUPUNKTUR

Nach den USA ist die NADA

Deutschland die größte Organisation

mit vielen tausend ausgebildeten

NADA-Therapeuten.

Die NADA-Akupunktur Austria

wurde 2006 gegründet.

Infos & Therapeuten

im deutschsprachigen Raum:

nada-akupunktur.at

nada-akupunktur.de

nada-acupuncture.ch

acudetox.com

Zoë 07/177


•• GESUNDHEIT

KINDER IM UMFELD VON HEUTE

„The New Epidemics“

Ist es tatsächlich so, dass immer mehr Kinder mit AD(H)S, Teilleistungsstörungen,

Intelligenzminderung und Autismus therapiebedürftig sind?“, fragt

Dr. Ulrich Enzel, Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde aus Deutschland/

Schwaigern beim Allgemeinmedizinkongress in Graz. Die Antwort ist: ja, leider.

Erfahrene Lehrer und Erzieher bestätigen es aus ihrem Alltag: Diese Krankheitsbilder

hat es früher ebenso häufig gegeben, jedoch sind es heute

auffällig mehr Kinder mit typischen „Störungen der seelischen Gesundheit“.

Die Hauptursachen liegen nicht unbedingt bei den Genen. Was diese jungen

Menschen wirklich bedroht, ist das unmittelbare belastende Umfeld, dem sie

schutzlos ausgeliefert sind“, so Dr. Enzel. Kinder brauchen vor allem Liebe,

Geborgenheit, Respekt und Kommunikation auf Augenhöhe.

New Epidemics“ werden

unter Experten Kinder

und Jugendliche mit

soziogenen Störungen, Verhaltensauffälligkeiten

und Adipositas

genannt – kurzum mit Störungen

der seelischen Gesundheit. Die Ursachen

dafür liegen in belastenden

Interaktionen zwischen Kindern und

ihren primären Bezugspersonen.

Dafür kann es zahlreiche Gründe

geben: zum Beispiel im Falle einer

unerwünschten Schwangerschaft,

bei sozialen Belastungen vor sowie

während der Schwangerschaft bzw.

nach der Geburt.

Gründe gibt es viele

Auch fehlende Feinfühligkeit der Eltern,

deren mögliche psychische Erkrankungen,

unbewältigte Paar- und

Familienkonflikte, kritische Lebensereignisse

wie Trennung, Krankheit,

Tod Nahestehender oder ökonomische

Probleme wie Arbeitslosigkeit

bewirken einen starken Risikoanstieg

zur Entwicklung einer dieser genannten

soziogenen Störungen. Dr. Enzel:

„Sind drei dieser Situationen gegeben,

steigt das Risiko bereits auf

30,7 Prozent – bei vier zutreffenden

Risiken sogar auf 47,7 Prozent.“

Existenzielle und

emotionale Sicherheit

Einen sicheren Hinweis auf eine

Entwicklungsgefährdung liefert

oft der Sozioökonomische Status

(SES). Ein niedriger SES erhöht

statistisch gesichert lebenslang

das Risiko psychischer Problemlagen,

auch reduzierter Stresstoleranz

und Depressionen und von

Lernschwierigkeiten mit Auswirkungen

bis in das künftige eigene

Erziehungsverhalten und Familienklima

gefährdeter Kinder. Folgende

Parameter des SES gelten

als schwere Risikobelastung, wenn

bereits auch nur zwei Faktoren

zutreffen: niedriges Bildungsniveau

der Bezugsperson(en); enger

Wohnraum; psychische Störung

der Bezugsperson(en); Kriminalität;

zerrüttete Familienverhältnisse;

Ehekrisen – Streit, Trennung, emotionale

Kühle; frühe Elternschaft

(unter 18 Jahren); Ein-Eltern-Familie

bei der Geburt sowie eine

unerwünschte Schwangerschaft,

mangelnde soziale Integration und

Unterstützung; ausgeprägte chronische

Probleme, aber auch mangelnde

Bewältigungsfähigkeiten im

Umgang mit Lebenskrisen.

Anregungsarmut kann sich mindestens

genauso negativ auf das

Werden und Wachsen von Kindern

auswirken wie die materielle. Charakteristisch

sind eine auf das Notwendigste

beschränkte, spracharme

Kommunikation mit geringer kog-

8 Zoë 07/17


Kinder brauchen Liebe, Geborgenheit, Sicherheit und lebendige interagierende Kommunikation auf Augenhöhe auf ihrem Lebensweg.

nitiver und sprachlicher Anregung,

ein kaum strukturierter Tagesablauf

mit „grasendem“ Konsumieren oft

ungesunder Fertig-Lebensmittel unabhängig

von fixen Mahlzeiten und

schließlich stundenlanges Ruhigstellen

mittels medialer Angebote, die

mangels echter Interaktion nie wirklich

anregen können.

Annahme & Förderung

Kinder brauchen, um ihr individuelles

Potenzial ausschöpfen

und ihre Entwicklungsaufgaben

altersgerecht bewältigen zu können

– selbst zur neurobiologischen

Entwicklung des Gehirns –, in ihrer

Explorations- und Lernbereitschaft

zwingend Unterstützung. Eine basisbildende,

stabile Beziehung

kann sich am besten entwickeln,

wenn ein Kind in Kombination mit

bedingungsloser Liebe und Wertschätzung

auf Augenhöhe lebendig

reagierende, Aufmerksamkeit

schenkende Interaktion erfährt;

konstant eine zuverlässige Reaktion

auf seine Bedürfnisse erhält; mit

stimmend verlässlichen Mitteilungen

und einem positiv bestärkenden

Antwort-Reagieren auf seine

Angebote zur Kontaktaufnahme.

Zudem sind das Vertrauen in dieses

einzigartige Kind, verlässliche

Sicherheit und Geborgenheit sowie

die Echtheit und das ehrliche Interesse

der Bezugspersonen Balsam

für die kindliche Seele.

FÖRDERUNG EINES POSITIVEN SELBSTBILDES

• Ungeschuldete, bedingungslose Liebe

• Wertschätzung als gleichrangiger Partner

• Echtheit und ehrliches Interesse der Bezugsperson

• Autonomie versus ständige Kontrolle („Hubschrauber-Bezugsperson“)

• Vertrauen in dieses einzigartige Kind

• Anregung und Unterstützung geben, zur freien Entfaltung einer eigenen,

originellen Persönlichkeit

• Verlässlich Sicherheit und Geborgenheit spenden

• Zulassen von Gefühlen (der eigenen wie der des Kindes)

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•• GESUNDHEIT

SCHWINDEL (VERTIGO)

Wenn sich die Welt

im Kreis dreht

Wichtige und häufigste Schwindelerkrankungen können heute auch schon

ohne langwierige und teure Spezialuntersuchungen abgeklärt und effizient

behandelt werden. Die meisten davon schon bei der Erstanlaufstelle – beim

Allgemeinmediziner. Denn 75 Prozent aller Schwindelfälle lassen sich auf nur

sechs Diagnosen reduzieren und auch mit simplen Methoden klären. Eine

Unterscheidung ist jedoch absolut notwendig, um unnötige Untersuchungen

zu vermeiden: Schwindelattacken können nicht nur körperliche, sondern

durchaus auch psychische Auslöser haben – meist wenn jemand buchstäblich

plötzlich im Leben „den Boden unter den Füßen verliert“.

10 Zoë 07/17


Wenn ich mich an

meine neurologische

Ausbildung vor mehr

als 35 Jahren zurückerinnere, war

alles, was die Diagnose „Schwindel“

anbelangt, in der Tat sehr dürftig,“

erinnert sich Dr. Bernd Pommer,

Facharzt für Neurologie und Psychiatrie

aus Zell am See. „Nur einige

wenige Schwindelformen wurden

beschrieben – aus heutiger Sicht

fast alle falsch, mit entsprechend

unzureichenden therapeutischen

Ansätzen. Erst in den Jahren vor der

Jahrtausendwende begann Prof. Dr.

Dr.h.c. Thomas Brandt in München

mit seinem Team ein wissenschaftlich

und klinisch fundamentiertes

System mit praktisch anwendbaren

therapeutischen Grundlagen in die

Diagnostik zu bringen.“

Jeder kennt das Gefühl, denn

schwindelig werden kann einem

schon mal recht schnell passieren.

Zum Beispiel wenn das Gleichgewichtsystem

bei einer Karussellfahrt

durcheinandergebracht wurde und

Gleichgewichtsstörungen, Schwitzen

oder Übelkeit bis zum Erbrechen die

Folge sind.

Körperliche Ursachen

leicht feststellbar

Schwindelanfälle können jedoch

ein wichtiges Leitsymptom bei etlichen

Erkrankungen sein, wie etwa

Erkrankungen des Innenohrs, Herz-

Kreislauf-Leiden oder neurologische

Störungen wie die Multiple Sklerose

oder auch ein Hirntumor. Verglichen

mit anderen Krankheiten, die

langwierig erst durch bildgebende

Untersuchungen durch verschiedene

Institutionen abgeklärt werden

müssen, gibt es mittlerweile beim

Schwindel eine breite Palette an klinischen

Untersuchungen und Techniken,

die auch beim Allgemeinmediziner

durchführbar sind. „Dadurch

sind eine sichere Diagnose sowie

Behandlungsrichtlinien gegeben“, so

Dr. Pommer.

Arten der Dysbalancen

Eine sehr häufige Art des Schwindels

ist der „periphere Schwindel“. Dieser

entsteht, wenn das Gleichgewichtsorgan

im Innenohr ausfällt oder der

Gleichgewichtsnerv geschädigt ist. Die

individuelle Wahrnehmung des Betroffenen

ist dann so, als würde sich

die Umwelt oder sogar er selbst bewegen.

Diese peripheren Schwindelformen

setzen besonders akut und heftig

ein, verlaufen aber in der Regel so

typisch, dass in Kenntnis ihrer Symptome

und neurologischen Zeichen

eine rasche Diagnose und auch Behandlung

möglich ist. Dr. Pommer: „In

diesen Fällen lässt sich die Therapie,

welche durch eine Art ,Befreiungsmanöver‘

schon auf der Untersuchungsliege

erfolgt, sofort durchführen.“

Der durch die Halswirbelsäule verursachte

cervikogene Schwindel

gehört ebenfalls zu den nach wie

vor am häufigsten auftretenden

Schwindelarten. Bei dieser Art von

Schwindel leiden die Betroffenen

nicht unter einem Drehschwindel,

sondern unter einem Schwankschwindel

oder einer Gangunsicherheit.

Die Beschwerden nehmen häufig

bei Bewegung oder nach längerer

Zwangshaltung zu und sind oft mit

Nackenschmerzen verknüpft. Sie

können Minuten oder bis zu mehreren

Stunden andauern. Hier liefern

Röntgenbilder der Halswirbelsäule

meist die nötigen Beweise.

Bei akuten, lebensbedrohlichen, mit

Schwindel einhergehenden Hirnstammereignissen,

wie zum Beispiel

bei einem Schlaganfall, kann das rasche

Erkennen und Handeln lebensrettend

sein. In diesen Fällen sind

klinische Abklärungen unbedingt

erforderlich. Folgende Unterscheidungskriterien

sollten daher gleich

beobachtet und beim Arzt bzw. im

Spital gleich angegeben werden:

•• Art des Schwindels: Dreh- oder

Schwankschwindel?

•• Dauer: Sekunden, Stunden, Tage,

Wochen, Dauerschwindel?

•• Auslöser/Verstärkung: Wann tritt

der Schwindel auf? Ruhezustand?

Bewegung? Lagerung? Lageänderung?

Oder in bestimmten

Situationen?

Psychische Ursachen

nach wie vor unterschätzt

„Unterschätzt werden nach wie vor

die psychogenen Schwindelformen“,

gibt Dr. Bernd Pommer zu Bedenken.

„Dabei ist es gerade diese Form,

die meistens eine Vielzahl an unnötigen

Untersuchungen nach sich

zieht und zu falschen medikamentösen

Strategien führt.“ Die häufigste

psychogene Form ist der phobische

Schwankschwindel. Er entsteht

meistens im Zusammenhang mit

starken, außergewöhnlichen sowie

plötzlich auftretenden psychischen

Belastungen und äußert sich

in Stand- und Gang-unsicherheiten

bzw. einer starken Fallneigung.

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•• GESUNDHEIT

1. WIENER VERDAUUNGSTAG

Magen, Leber,

Darm & Co.

Der 1. Wiener Verdauungstag findet

am 5. Mai 2017 im Festsaal des Wiener

Rathauses statt. In zahlreichen Vorträgen

erklären Experten aus der Schul- und

Komplementärmedizin ihre verschiedenen

Zugänge und Erkenntnisse.

Während in den letzten

Jahren die Wichtigkeit

des Darmes immer

mehr in den Fokus der Medizin rückte,

erkannte der österreichische Forscher

und Naturheilarzt Dr. Franz Xaver

Mayr schon zu seiner Zeit (1875– 1965)

den Darm als zentrales „Wurzelsystem“

des Menschen. Die berühmte

Mayr-Semmelkur ist eine auf seinen

Erkenntnissen basierende und nach

ihm benannte Diagnostik- und Therapiemethode,

die auf der Schonung,

Säuberung und Schulung des Verdauungsapparates

und der Substitution

von notwendigen Vitalstoffen beruht.

In den letzten Jahrzehnten hat sich

die moderne Diagnostik und Therapie

mittlerweile zu einem hervorragenden

Mittel zur ursächlichen Behandlung

der meisten Zivilisationserkrankungen

und Beschwerden in deren Vorfeld

weiterentwickelt und hat mit der

ursprünglichen Milch-Semmel-Diät

nichts mehr zu tun.

Am 1. Wiener Verdauungstag findet

nun eine umfassende Veranstaltung

zu diesem Thema statt, die sämtliche

Aspekte – schulmedizinisch, homöopathisch,

chinesisch, tibetisch, ayurvedisch

oder psychisch – beleuchtet.

Von früh bis spät werden Experten

Vorträge zu ihren speziellen Fachthemen

halten.

1. WIENER VERDAUUNGSTAG

VORTRAGSTHEMEN

•• Homöopathie bei Magen-, Darm- und Lebererkrankungen

•• Reflux: wenn die Speiseröhre brennt

•• Fettleibigkeit: Von den Ursachen bis zur chirurgischen

und interdisziplinären Behandlung

•• Die Wirkung von sekundären Pflanzenstoffen auf den Darm

•• Häufige Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse

•• Gallenblasenerkrankungen: Was tun?

•• Traditionelle tibetische Medizin bei

Nahrungsmittelunverträglichkeiten

•• Die Psyche und der Verdauungstrakt

•• Gastritis und Oberbauchschmerzen

•• Gesunder Darm, gesunder Mensch: Einfluss des Darms

auf Körper und Geist

•• Ernährung: eine der fünf Säulen der Kneippmedizin

•• Fettleber: eine Volkskrankheit?

•• Was hat der Darm mit Fettleber und Übergewicht zu tun?

•• Ursachen der Müdigkeit: auch eine Frage von Ernährung

und Bewegung?

•• Unbestimmte Bauchschmerzen

•• Vom Reizmagen zur Gastritis

•• Pankreaszyste: Was ist das?

•• Ayurveda: 5.000 Jahre indische Heilkunst

•• Die Low-FODMAP-Diät beim Reizdarmsyndrom

•• Was tun bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten?

•• Der Reizdarm in der Traditionellen Chinesischen Medizin

Die Veranstaltung findet am 5. Mai 2017 von 10.00 bis 18.00 Uhr statt.

Der Eintritt ist frei.

12 Zoë 07/17


•• MENSCH

Nicht zu schön, um wahr zu sein, die Zukunft ist jetzt! In Indien wird gerade diese faszinierende Stadt namens „Hyperions“ gebaut: fast komplett autark un

LEBENSRAUM & GESTALTUNG

Lebendig, nachhaltig & autark

Derzeit leben 7,4 Milliarden Menschen auf der Erde, mehr als die Hälfte davon in Städten –

Tendenz steigend. Neue Ideen und Formen des Zusammenlebens und Wohnens sind

gefragt – von der Architektur, der Politik und letztlich der gesamten Bevölkerung. Vor allem

geht es dabei schon längst nicht nur um Wohnen im eigentlichen Sinne, sondern um das

Zusammenspiel von Mensch, Natur und Gesellschaft. Innovative Konzepte müssen heute

nachhaltig sein, vor allem in Sachen Energie möglichst autark und gleichzeitig sozial verträglich,

erschwinglich und dennoch Komfort, Individualität und Selbstbestimmtheit ermöglichen.

Wir haben uns umgesehen und einige Trends wie die Vision einer Öko-Stadt in Indien, das

Plusenergiehaus, die Treescrapers oder autarke Häuser und den Wohnwagon unter die Lupe

genommen und festgestellt: Das sind ja wunderschöne Aussichten!

14 Zoë 07/17


oder den Aufzug gegen Ende des 19.

Jahrhunderts war man in der Lage,

Häuser über zehn Stockwerke anzufertigen.

Heute ist das höchste Haus

der Burj Khalifa in Dubai mit über 160

Stockwerken und einer Höhe von 828

Metern. Dabei handelt es sich aber

um Prestigeobjekte, die sich für das

Wohnen der Zukunft kaum eignen.

rk und mit vorwiegend natürlichen Materialien. Videoinfos dazu auf: zoe.imwebtv.at/videos/hyperions

Bis vor rund 12.000 Jahren

lebten die Menschen als

Jäger und Sammler ohne

festen Wohnsitz. Mit der einsetzenden

landwirtschaftlichen Revolution

begann der Wohnraum an Bedeutung

zu gewinnen. Seither bevorzugen

Menschen feste Behausungen zum

Schutz vor Witterung, zur Sicherheit,

für die Zubereitung und Lagerung von

Nahrung, aber auch für Repräsentationszwecke.

Das Bedürfnis nach Wohnung

und Unterkunft zählt neben

Nahrung, Wasser und Kleidung zu

den wichtigsten Grundbedürfnissen

der Menschen. Unser heutiger Begriff

„Wohnen“ geht auf das althochdeutsche

„wonên“ zurück und bedeutet

so viel wie „zufrieden sein“ oder

„bleiben“. Lebten früher vor allem

Familien gemeinsam in Wohnungen,

nimmt der Wohnungsengpass heute

durch die Einpersonenhaushalte und

alternative Wohngemeinschaften zu.

Je mehr Menschen auf der Erde lebten,

umso knapper wurde auch der

Wohnraum. Mit dem Entstehen großer

Ballungszentren und Städte kannte

man schon im Mittelalter das Problem

der Wohnungsnot. Architekten

versuchten deshalb schon damals,

das Problem zu lösen, indem sie in die

Höhe bauten. Aber die Materialien begrenzten

die Bemühungen. Erst durch

Erfindungen wie den Stahlskelettbau

Nützlicher Lebensraum

Die wirklichen Innovationen sind

Konzepte, die das Zusammenspiel

von Mensch, Natur und Gesellschaft

ermöglichen. Sie sind nachhaltig,

energieautark und bieten dennoch

gleichzeitig Komfort und Individualität.

Nachhaltigkeit meint dabei, die

Ressourcen und die Umwelt zu schonen

– ohne den Wert des Wohnraums

oder die Lebensqualität zu zerstören.

Wichtig sind dabei auch die Aspekte

Energieeffizienz, Raumaufteilung

sowie Raumklima. Vor allem bei der

Frage der Energie brauchen wir beim

Thema Wohnen ein Umdenken. Nicht

nur, weil fossile Brennstoffe irgendwann

ausgehen, der CO 2

-Ausstoß ist

nach wie vor weltweit ein Problem

und muss drastisch gesenkt werden.

Irland nimmt hier als erstes Land im

Kampf gegen den Klimawandel eine

Vorreiterrolle ein und veranlasst den

irischen Staatsfonds, alle Investitionen

in fossile Brennstoffe zu stoppen.

Das Bewusstsein im Wohnungsbau

geht in den letzten Jahren somit immer

mehr zu nachhaltigen Energiekonzepten

und Umweltschutz. Häuser

müssen ihren Energieverbrauch

drastisch reduzieren, im besten Fall

sogar Energie produzieren. Eine Lösung

sind Niedrigenergiehäuser, die

einen sehr geringen Energiebedarf

an Heizwärme und Warmwasseraufbereitung

haben. Das Sparpotenzial

wird vor allem durch eine stark verbesserte

Wärmedämmung erreicht.

Das Passivhaus hingegen kommt

durch ein optimiertes Zusammenspiel

von Lüftung, Wärmedämmung

und Sonneneinstrahlung auf den

Zoë 07/1715


Das nennt man Upcycling-Design! Die wunderschönen „Earthships“ sind aus „Müll“

gemacht und können relativ schnell z.B. in Katastrophengebieten gebaut werden.

Zum Video auf das Bild oder den Link klicken: zoe.imwebtv.at/videos/earthships

Stadt und Natur im Einklang: Das Projekt „Treescrapers“ zeigt, wie es geht.

Zum Video auf das Bild oder den Link klicken: zoe.imwebtv.at/videos/treescrapers

Fenstern ganz ohne Heizung aus und

gilt als konsequente Weiterentwicklung

des Niedrigenergiehauses. Das

Optimum ist aber das Plusenergiehaus.

Es ist eine Weiterentwicklung

des Passivhauses, aber es produziert

mittels Sonnenkollektoren und

Wärmespeichern mehr regenerative

Energie, als gebraucht wird – und

auch noch emissionsfrei.

Das autarke Dorf der Türme

Ein ähnliches Konzept, aber auf eine

Kleinstadt umgelegt, entsteht gerade

in Indien: Hyperions. Dabei handelt

es sich um eine Art in die Höhe gebaute,

autarke Siedlung in der Nähe

von Neu-Dehli. In den sechs 128 Meter

hohen Türmen wird es rund 1.000

Wohnungen, Büros und Co-Working-

Spaces geben. Spätestens 2022 soll

das Projekt fertiggestellt sein. Den

Name Hyperion hat man von einem

Küstenmammutbaum in Kalifornien

abgeleitet, der als der höchste der

Welt gilt. Masterminds dieser Lösung

sind der indische Agrarökologe

Amlankusum und die Städteplanerin

Kamalesh, seine Frau. Sie wollen

die Stadt in eine Wildnis verwandeln,

sie mit Leben füllen und zu einer

Natur-Stadt machen. Die sechs

Türme bestehen zu 75 Prozent aus

natürlichem Material, hauptsächlich

Holz aus einem nahe gelegenen und

nachhaltig aufgeforsteten Wald. Nur

für das Fundament und Grundgerüst

sind Beton und Stahl nötig, auch

um die Türme erdbebensicher zu

machen. Zudem muss die Struktur

brandresistent sein und einen guten

Schallschutz sowie Wärmeisolation

bieten. Hyperions soll fast komplett

autark sein und sogar mehr Energie

produzieren, als die Bewohner

verbrauchen. Dafür sorgen Solarzellen

an Turmfassaden, auf Balkons

und Dächern. Zusätzliche Energie

wird aus organischen Abfällen und

aus Windlampen-Pfosten gewonnen.

Letztere beleuchten die Wege

mit Energie, die mithilfe von an den

Pfosten angebrachten Windturbinen

gewonnen wird. Der Wasserverbrauch

in dem Quartier soll rund 90

Prozent unter dem Durchschnitt liegen

– trotz natürlichem Swimmingpool.

Regenwasser wird aufgefangen

und zu Speichern weitergeleitet.

Ein Recycling-System lässt Wasser

in Gärten und auf Balkons fließen,

wo Obst und Gemüse wachsen.

Für die Beheizung und die Klimatisierung

wird Luft durch ein System

von Windschloten in das Innere des

Komplexes geleitet und unterwegs

durch die Erdwärme je nach Jahreszeit

und Lufttemperatur entweder

abgekühlt oder aufgewärmt.

Ein Wald aus Wolkenkratzern

Wie die nachhaltigen Hochhäuser Architektur

mit Natur vereinen und das

Wohnen im Grünen auch auf kleinstem

Raum ermöglichen, zeigt das

Projekt der „Treescrapers“ (Baumkratzer

in Anlehnung an den Begriff

Wolkenkratzer). Durch sie können die

Städte zu grünen Oasen verwandelt

werden. Denn die modernen Baumhäuser

ermöglichen das Leben mitten

in der Millionenstadt und gleichzeitig

im Wald. Erfunden wurden die

„Treescrapers“ von der Architekturinitiative

der Stiftung OAS1S. Sie sind

den Entwürfen nach jeweils sechs

Meter breit und lang sowie zwölf

Meter hoch – also etwa so groß wie

Bäume. Die vier Stockwerke werden

komplett aus Recyclingholz gebaut,

rundherum begrünt und dazu

ausschließlich mit Naturmaterialien

gedämmt. Zudem sammeln sie Regenwasser

sowie Sonnenenergie und

geben dank der Bepflanzung Sauerstoff

an die Umgebung ab. Nachhaltiges

Wohnen ist durch 100-prozentige

Unabhängigkeit gewährleistet.

Solaranlagen auf den Dächern sowie

eine Warmwasserpumpe versorgen

das Gebäude mit ausreichend Strom

16 Zoë 07/17


und Wärme. Doch sie haben auch einen

zusätzlichen Nutzen als Bäume:

Sie reinigen die Luft, spenden Schutz

und bieten Nahrung.

Schwimmende Häuser

und „Müll“ als Baustoff

Globale Klimaerwärmung und auch

die Armut in den Ländern der Dritten

Welt zwingen zu neuen Formen

des Bauens. Schwimmende Häuser

sind besonders in Holland ein Thema,

um der stetigen Hochwassergefahr

zu begegnen. Die Häuser schwimmen

quasi direkt auf dem Wasser und

können mit dem Hochwasser aufsteigen.

In ärmeren Ländern sind vor allem

die Kosten ein zentrales Thema.

Nach einem Fest in Honduras kam

der deutsche Zimmermann Andreas

Froese auf den Gedanken, die weggeworfenen

PET-Flaschen, gefüllt mit

Bauschutt und Erde, zum Hausbau

zu verwenden. Vermauert mit Mörtel

ergeben sie eine alternative, kostengünstige

Upcycling-Variante. Auch

Michael Reynolds hat ein alternatives

Konzept entwickelt, um rasch Wohnraum

aus Abfällen zu schaffen. Er ist

der Erfinder des „Earthship“ – einem

ausgeklügelten Haussystem, das nur

aus Abfällen der Zivilisationsgesellschaft

entsteht und völlig autark bezüglich

Wärme, elektrischer Energie,

Wasser und Abwasser ist. Die Wände

sind aus mit Erde gefüllten Autoreifen,

Glasflaschen und Blechdosen

und dienen als thermischer Speicher,

so dass keine Heizung benötigt wird.

Er ist nicht mehr Architekt und nennt

sich nun „Biotekt“ – und das zu Recht.

Nachdem Michael Reynolds schon

nach einigen Naturkatastrophen, wie

z.B. nach dem Tsunami in Asien oder

dem Erdbeben in Haiti, schnell zur

Stelle war, um betroffenen Obdachlosen

eine neue Wohngelegenheit

zu ermöglichen, sieht er nun auch in

Europa mit seinem „Earthship“ eine

Methode, wie sich syrische Flüchtlinge

ein neues Zuhause schaffen können.

Die Freiheit ruft – autarke

Wohnmodelle sind gefragt

Immer me hr Menschen wollen möglichst

unabhängig von Energieversorgern

sein. Technisch möglich ist das

bereits. Timo Leukefeld, ein deutscher

Solartechnikunternehmer hat sein Eigenheim

so konzipiert, dass es sich

eigenständig mit Strom und Wärme

versorgt. Rund 90.000 Euro entfielen

dabei auf die Technologie für die

Autarkie. Die Energie kommt von der

Sonne und einer Solar thermieanlage

auf seinem Dach. Das damit beheizte

Wasser wird in einem Wassertank für

die kalten Winter gespeichert. In Jahren

mit guter Witterung reicht der Sonnenstrom,

um auch das Elektroauto

zu betanken. Für die sonnenarmen

Wintermonate ist es aber sinnvoll,

einen Stromanschluss zu haben, um

Energie zukaufen zu können – auch

Leukefeld musste es tun, wenn auch

oft nur wenige Kilowattstunden. Eine

komplett autarke Struktur wäre auch

heute schon möglich – aber die letzten

Prozent zur 100-Prozent-Autarkie

wären überproportional teuer.

Das Prinzip Autarkie steht auch beim

Team von Wohnwagon im Mittelpunkt

der Überlegungen. Seit fünf

Jahren plant, baut und verfeinert

Ideengeber Christian Frantal aus

Wien mit seinem Team das Konzept

eines Mikrohauses mit Energie-

Autarkie-Philosophie. Der Startschuss

gelang 2012 mit dem durch Crowdfunding

finanzierten Prototyp „Oskar“.

Zehn Stück wurden schon gebaut,

weitere zehn sind in Planung und

ständig kommen neue Anfragen

nach autarken Einfamilienhäusern.

Komfort & Design auf

kleinstem Raum

Wichtig ist, Wohnkomfort und den

achtsamen Umgang mit der Natur

ohne Anbindung an die notwendige

technische Infrastruktur zu vereinen.

Das Ziel ist, einen geschlossenen

Wohnkreislauf zu kreieren – nachhaltig

und mobil, aber auch top vom

Design her. Die Außenwand des

Die Idee der wandelbaren Kulisse ist aus Österreich: Mit dem „Wohnwagon“ wechselt nicht der Besitzer das Haus,

sondern das Haus die Umgebung und hinterlässt dabei keine Spuren. Videoinfos: zoe.imwebtv.at/wohnwagon

Zoë 07/1717


Noch eine Idee aus Österreich – das Einbaumhaus. Biologische, möglichst unbearbeitete

Materialien und nachwachsende Rohstoffe bringen ein Stück Natur ins Haus.

Zum Video auf das Bild oder den Link klicken: zoe.imwebtv.at/videos/einbaumhaus

Wohnwagons besteht aus Lärchenholz.

Dieses ist besonders harzhaltig.

Das macht das Holz auf natürliche

Weise sehr widerstandsfähig. Die

Harze und Öle wirken antibakteriell

und schützen vor Motten und anderen

Insekten. Eine Photovoltaik-

Anlage versorgt das mobile Zuhause

ganzjährig mit Strom, eine Solar-

Zentralheizung verhilft zu Wohnkomfort

und heißem Wasser.

Das Flachdach übernimmt gleich

mehrere Funktionen: Die Sumpfpflanzen

dienen als Pflanzenkläranlage

für das Brauchwasser, die Terrasse

ist exklusive Wohnraumerweiterung

und durch die Verdunstung am Dach

kann ein zusätzlicher Kühleffekt im

Sommer erzielt werden. Eine eigene

Bio-Toilette garantiert unabhängiges,

ökologisches Wohnen. Die Größe eines

Wohnwagons beträgt – je nach

Ausbaustufe – zwischen 15 und 33

Quadratmetern, bietet aber auf jeden

Fall einen vollwertigen, natürlichen

Wohnraum. Ein weiterer Vorteil des

autarken Wohnwagons ist der Ort, wo

man ihn aufstellen möchte. „Denn ein

Baugrund mit Strom-, Gas- und Kanalanschluss

wird nicht benötigt“, erklärt

Christoph Raz, Experte für Baurecht

bei Wohnwagon. Letztlich muss

man in der Praxis aber immer mit der

Gemeinde oder dem Bürgermeister

ein Einvernehmen treffen, denn einheitliche

Regeln für das Aufstellen gibt

es noch nicht. Möglich wären aber die

grüne Wiese, der Waldrand oder das

Seeufer. Entweder ist der Wohnwagon

sowieso mobil oder er wird mit Traktor

und Lastwagen einfach umgezogen –

so oft und wohin man will. Selbstbestimmung

wird aber bei Wohnwagon

prinzipiell groß geschrieben. Auch ein

Workshop zum Selberbauen wird angeboten.

„Kooperation ist uns wichtiger

als neoliberale Konkurrenz“, erklärt

Christian Frantal.

Einbaumhaus mit

natürlichem Zugang

Eine andere revolutionäre Art des

Bauens hat der Kärntner Baukünstler

Wolfgang Lackner vorgestellt. Die

Natur selbst soll dabei zum Wohnraum

werden. Das Einbaumbaus, so

der Name dieses neuen Konzepts,

besteht aus rein biologischen, möglichst

unbearbeiteten Materialien und

aus nachwachsenden Rohstoffen und

bleibt so quasi selbst ein Stück Natur.

Es richtet sich „gegen den klassischen

Bauwahn mit all seinen Normen“ und

leistet einen aktiven Beitrag zum Umwelt-

und Klimaschutz. Bei diesem

Low-Impact-Haus existieren keine geraden

Mauern und auch keine Ecken.

Das Interieur besteht im Wesentlichen

aus einem Raum. Anstatt herkömmlicher

Zimmer bieten Kokons Platz

und Ruhe für einen gesunden Schlaf.

Wie sich das Einbaumhaus ausformen

wird, hänge vor allem von den

Wünschen und Vorstellungen der zukünftigen

Bewohner ab. Die spezielle

Bauweise und die Materialien, die bei

der Errichtung eines Einbaumhauses

verarbeitet werden, schonen die Umwelt

und fördern das Wohlbefinden

und die Gesundheit seiner Bewohner.

Denn die mit Lehm verputzten Strohwände

bieten eine optimale Wärmedämmung

und wirken sich auch positiv

auf das gesamte Raumklima aus.

Die Mindestlebensdauer soll trotzdem

100 Jahre betragen und danach entfallen

die Kosten für die Bauschuttentsorgung.

Denn das Haus kompostiert

vor Ort zu wertvollem Humus.

Wunderbare Aussichten

Eines zeigt sich bei allen Projekten:

Egal, ob Wohnturm, Treescraper

oder autarkes Wohnprojekt – die

Menschen sind auf der Suche nach

Selbstbestimmtheit, Freiheit und Natur.

Schön, dass Wohnen auch ohne

Eremitendasein im Einklang mit der

Natur immer mehr möglich wird – und

dabei selbstbestimmt, energieautark

und nachhaltig sein kann.

Infos, Links & Quellen:

vincent.callebaut.org (Hyperions)

oas1s.com (Treescrapers)

earthship.com

wohnwagon.at

einbaumhaus.at

planet-wissen.de

photovoltaik.one

Matthias Horx, Oona Horx-Strathern,

Christiane Varga; Hg: Zukunftsinstitut;

Trendstudie Zukunft des Wohnens,

Frankfurt 2017

18 Zoë 07/17


Foto: Vera Enzi/Verband für Bauwerksbegrünung Österreich

BAUWERKSBEGRÜNUNG IN WIEN

Es lebe der Großstadtdschungel!

Die Bezeichnung Großstadtdschungel bekommt endlich eine neue Bedeutung.

Denn das Bedürfnis der Städter nach Natur ist fundamental und stark im Wachsen.

Es ist viel mehr als eine Modeerscheinung, eher eine grundlegende Notwendigkeit.

Nun scheint die Zeit reif, Technik und Natur harmonisch zusammenwachsen zu

lassen. Botaniker, Gärtner, Bauingenieure, Architekten, aber auch Privatpersonen

sind gefragt, vorhandene Ressourcen so zu kombinieren, dass sie sich perfekt

ergänzen. In Zeiten des Klimawandels ist der Zeitgeist geprägt von Urban

Gardening, Nachbarschaftsgärten, grünen Innenhöfen, Dachterrassen und

begrünten Haus fassaden – sie alle tragen zu einer besseren Lebensqualität in

der Stadt bei. Sie sorgen nicht nur für das seelische Wohl des Menschen. Es liegt

in der Natur der Sache, dass Pflanzen bei Hitze ein angenehmeres Klima sowie

Schatten erzeugen. Im Winter kann eine Fassadenbegrünung Kälte dämmen

und Feinstaub reduzieren, während Gründächer als natürlicher Hochwasser schutz

dienen. Wer glaubt, dass ihn der öffentliche Raum nichts angeht oder man

sowieso nichts verändern kann, täuscht sich. Möglichkeiten gibt es viele!

Zoë 07/1719


Ob Dächer in Dachgärten

verwandelt werden oder

tausende Quadratmeter

Fassadenflächen erblühen – der dreidimensionale

Raum ist es, der heutzutage

neue Grünflächen in einer dicht

besiedelten Stadt ermöglicht. Dabei

ist die Idee von Bauwerksbegrünung

uralt. Die berühmten „hängenden

Gärten von Babylon“ wurden schon

5000 vor Christus errichtet. Die ersten

Aufzeichnungen über Bauwerksbegrünung

in der Neuzeit beruhen

auf einer Patentanmeldung 1938. Erst

2003 griff der Botaniker Patrick Blanc

das Konzept auf und modernisierte

es. Seine „Pflanzenwände“ in Paris

sind wildwuchernde Schönheiten mit

weltweiter Bekanntheit geworden.

Dieser globale Erfolg kommt nicht

von ungefähr, zeigt er doch auf, wie

groß das Bedürfnis der Städter nach

grünen Stadtlandschaften ist.

Wuchernde Idee: Baum & Haus

Auch Österreich hat punkto Bauwerksbegrünung

wichtige Beiträge

geleistet. Ganz vorne dabei

ist Friedensreich Hundertwasser

(1928 – 2000). Der von ihm gestaltete,

begrünte, bunte Gemeindebau

sowie das Kunsthaus Wien im

dritten Wiener Gemeindebezirk sind

das Paradebeispiel schlechthin für

gelebtes, harmonisches, individuelles

Stadtleben. Der Künstler war

schon zu seiner Zeit ein Verfechter

einer natur- und menschengerechten

Architektur mit Pflanzen und

Bäumen im, am und um das Haus.

Seine Vision, Menschen den Kontakt

zur Natur im Wechsel der Jahreszeiten

auch mitten in der Stadt

zu ermöglichen, wird nach und

nach immer mehr zu Realität. Obwohl

Wien mit mehr als 50 Prozent

Grünflächen zu den grünsten Millionenstädten

der Welt gehört, hat sich

auch punkto Bauwerksbegrünung in

den letzten Jahren sehr viel getan.

Ob innen oder außen – Hotels, Edelboutiquen,

moderne Bürogebäude

sowie Amtsgebäude der Stadt Wien,

alle haben natürlich schöne Pflanzenwände

für sich entdeckt.

Videoclip: Patrick Blanc präsentiert sein Konzept. Zum Anschauen

auf Bild oder Link klicken: zoe.imwebtv.at/patrick_blanc

Informationsvideo „Grüne Wände“ mit DI Jürgen Preiss von der

Wiener Umweltschutzabteilung MA 22. Zum Anschauen auf Bild

oder Link klicken: zoe.imwebtv.at/gruene_waende

Die Bauwerksbegrünung ist jedoch

nicht nur etwas für große Unternehmen

oder Bauprojekte. Jeder Stadtbewohner

kann etwas für seinen

„Großstadtdschungel“ tun. Die Wiener

Umweltschutzabteilung MA 22

bemüht sich bereits seit mehreren

Jahren, das Thema verstärkt ins Bewusstsein

der Bürger zu rücken und

macht Budgets für Förderungen locker.

Die Errichtung einer Bauwerksbegrünung

wird für private Bereiche

z.B. mit 2.200 Euro unterstützt. Für

Unternehmen gibt es geförderte Beratungsleistungen

im Rahmen von

Ökobusiness Wien. „Die einfachste

und günstigste Variante ist eine intakte

Feuermauer in einem Innenhof

und ein Efeu im Topf“, schildert

DI Jürgen Preiss von der Wiener Umweltschutzabteilung.

Jedoch so einfach

ist es dann leider meist doch

nicht. Wenn die Mauer zum Nachbargebäude

gehört, ist eine Zustimmung

aller Mieter des Hauses notwendig.

Die Übereinstimmung aller ist sowieso

bei jedem Unterfangen wichtig –

was vielleicht auch eine neue soziale

Komponente mit sich bringt, da die

Menschen miteinander über ein gemeinsames

Projekt reden müssen.

Pflanzendesign am Werk

Zudem ist natürlich auch botanisches

Fachwissen gefragt. „Je nach Breiten-

und Höhenverhältnis, Mauerlage,

Innenhof, Außenwände oder Sonnenexposition

können die klimatischen

Verhältnisse sehr unterschiedlich sein

und für bestimmte Kletterpflanzen

nicht passen“, so Jürgen Preiss. Generell

wird sowieso eine professionelle

Beratung empfohlen, da die Pflanzen

auch Schäden an der Mauer anrichten

können. „Die gute alte Ziegelmauer

eignet sich zum Beispiel am

besten für eine Fassadenbegrünung,

während die modernen Wärmeverbundsysteme

mit selbstklimmenden

Kletterpflanzen nicht begrünbar sind.

Es ist auch wichtig zu wissen, welche

Pflanze wo und mit welchem System

am besten wächst. Außerdem

erfährt man, welche Vorrichtungen

20 Zoë 07/17


„Hundertwasser Naturverbunden“ – die Sendung von 3sat „Kulturzeit“ zum 20-jährigen Jubiläum des „Hundertwasserhauses“

im Jahr 2011. Zum Anschauen auf Bild oder Link klicken: zoe.imwebtv.at/hundertwasser

man einsetzen kann, damit z.B. der

Efeu nicht zum Nachbarn wächst und

vielleicht dessen Mauer beschädigt.“

Daher Vorsicht: Alles, was den eigenen

Grund verlässt, braucht die Zustimmung

vom Nachbarn – am besten

schriftlich. Die Erstinformation gibt

es kostenlos bei der Umweltberatung

bzw. bei der Stadtgebieterneuerung.

Außerdem hat die Umweltschutzabteilung

MA 22 einen äußerst umfangreichen

Leitfaden-Katalog zusammengestellt,

der sehr viele Fragen

schon abdeckt. Eine neue Version ist

gerade in Arbeit und erscheint im Mai

dieses Jahres (PDF-Download: siehe

Infokasten)

mehr Klimaanlagen in Betrieb gehen,

ist das nicht nur wegen des steigenden

Stromverbrauchs kontraproduktiv,

sondern weil die von der Klimaanlage

ausgestoßene heiße Luft meist

in einen kleinen Innenhof hinausgeht

und dieser dann noch mehr erhitzt

wird – im schlechtesten Fall um bis

zu fünf Grad! Das ist eine Zumutung

für alle anderen Nachbarn.“

Neben den bekannten Vorzügen, wie

Feinstaubfilterung, Kühlfunktion im

Sommer, Wärmedämmung im Winter

sowie CO 2

-Bindung samt Sauerstoffproduktion

und ihrem Beitrag

zur Biodiversität, können Gründächer

auch für den Hochwasserschutz in

stark versiegelten Gebieten eingesetzt

werden. Denn sie speichern das Wasser

bei Starkregen und geben dieses

in geringerer Menge und erst verzögert

wieder an die Umwelt ab. Zudem lassen

sich Dachbegrünungen mit Photovoltaik-Anlagen

wunderbar kombinieren

– auch dafür gibt es spezielle

Förderungen seitens der Stadt. „Es

gibt ca. 5.600 Hektar Dächer in Wien“,

meint Jürgen Preiss abschließend.

„Von denen ist mindestens die Hälfte

begrünbar. Das ist ein gutes Achtel

der gesamten Stadtfläche. Die Dächer

sind nicht nur nützlich, es ist zudem

widersinnig, das Sternenfirmament

mit Dachziegeln zu verbauen.“

Das weite Feld der 3. Dimension

Sämtliche in Wien bestehende Dächer,

allen voran Flach- und Kieseldächer,

sind spätestens, wenn sie

renoviert werden müssen, die besten

Kandidaten für eine zukünftige

Dachbegrünung. „Dachgärten sind

ideal, weil dort Intensivbegrünung

möglich und meist gute Bewässerungsmöglichkeiten

gegeben sind.

Allein diese Begrünungen bewirken

schon, dass die gefühlten Temperaturen

ein bisschen reduziert sind“,

weist Jürgen Preiss auf den Klimawandel

hin. „Wenn aufgrund der

steigenden Hitze in der Stadt immer

WEGE ZUM GROSSSTADTDSCHUNGEL

•• Kostenlose Informationen und Erstberatung: umweltberatung.at

•• Technische Beratung und Gebäudecheck Verband für

Bauwerksbegrünung „Grün statt Grau“: gruendach.at

•• Förderungen für Photovoltaik-Anlagen: MA 20 Energieplanung

Info und Antrag: wien.gv.at/amtshelfer/bauen-wohnen/energie/

•• Infokatalog: Ein umfangreicher Leitfaden bietet Architekten, Bauträgern,

öffentlichen Institutionen und Privatpersonen ausführliche

Fachinformationen und dient als Entscheidungshilfe bei der Auswahl

der richtigen Begrünungsart von vertikalen Flächen. PDF-Download:

wien.gv.at/umweltschutz/raum/fassadenbegruenung.html

Zoë 07/1721


•• BERUFSWELT

Fotos: RCE/Daniel Schmelzer

SUSTAINABILITY CHALLENGE

Nachwuchs checkt

Nachhaltigkeit

Die Sustainability Challenge verfolgt bereits seit sieben Jahren das Ziel, nachhaltige

Entwicklung als Grundlagenthema in universitäre Lehrpläne einzubringen.

Das erste Samenkorn für diese Lehrveranstaltung setzten Studierende

selbst, die dem Thema Nachhaltigkeit in ihrem Lehrplan Nachdruck verleihen

wollten. Aufgrund ihrer Initiative schlossen sich dann die vier größten Wiener

Universitäten – WU, TU, Boku und Uni Wien – zusammen, um gemeinsam

diesen interdisziplinären Lehrgang anzubieten. Diese Lehrveranstaltung ist

offen für alle Masterstudierenden, unabhängig vom Studium, denn Nachhaltigkeit

lässt sich nicht auf ein Gebiet oder auf eine Branche beschränken,

sondern ist übergreifend und ganzheitlich zu sehen.

22 Zoë 07/17


Zum Touch-Down-Video auf

foglenden Link oder Bild rechts klicken:

zoe.imwebtv.at/videos/sustainability-challenge2016

Eine nachhaltige Entwicklung

berücksichtigt ökologische,

wirtschaftliche, politische sowie

auch gesellschaftliche Aspekte.

Insofern ist die Lehrveranstaltung zu

„nachhaltiger Entwicklung“ dementsprechend

themen- und branchenübergreifend

konzipiert. Naturgemäß

fokussieren die vier teilnehmenden

Wiener Universitäten jeweils ihr Spezialgebiet:

die Universität für Bodenkultur

das Thema Klimawandel, die

technische Universität nachhaltige

Bauweisen und Raumplanungen, die

Wirtschaftsuniversität ökologische

Ökonomie und die Universität Wien

sozial-ökologische Aspekte. In Form

von Lehrveranstaltungsblöcken

finden Fachvorträge, Diskussionen,

Gruppenarbeiten und Evaluierungen

in Panelgesprächen statt. Als Vortragsort

dienen jeweils die teilnehmenden

Universitäten.

Service-Learning oder Start-up

Klingt zwar sehr theoretisch, ist jedoch

das Gegenteil. Denn praktisch

werden seit 2016 zwei interaktive

Schienen angeboten: Service Learning

und Start-Up. Das bedeutet, dass seit

vorigem Jahr die Masterstudierenden

wählen können, ob sie an konkreten

Problemstellungen in Zusammenarbeit

mit Partnern aus der Wirtschaft,

NGOs oder staatlichen Organisationen

arbeiten oder bereits ihr eigenes

Start-Up-Unternehmen gründen. In

beiden Fällen können sich die Nachwuchsmanager

ihre (Geschäfts-)Ideen

für eine nachhaltigere Wirtschaftswelt

mit professioneller Unterstützung in

der Praxis anschauen.

Globale Herausforderungen,

lokale Antworten

Die letztjährige Lehrveranstaltung

hatte als Themenschwerpunkt „Smart

City – Globale Herausforderungen, lokale

Antworten“. Insgesamt 60 Studierende

aus der Lehrveranstaltung

2016 stellten im Jänner ihre Lösungen

und Ideen für Unternehmensgründungen

zu diesem Themenschwerpunkt

vor. Wir wollten wissen, was

sich die zukünftigen Manager unter

einer nachhaltigeren (Wirtschafts-)

Welt vorstellen und haben uns die

verschiedenen Projekte beim „Touch

Down“ im Jänner angesehen. Kunterbunt

durch alle Branchen waren

die jungen Menschen sehr engagiert

und von den Projekten begeistert, die

dazu beitragen sollen, die Probleme

dieser Welt zu lösen. Ob Glasrecycling

als Klima- und Umweltschutz,

Apfelsaft aus Streuobst alter Apfelsorten,

ein nachhaltig umgestaltetes

Jugendzentrum, die Begrünung einer

Schulfassade, eine Viertelrevitalisierung

oder eine App-Hilfe für Senioren

– die Projekte waren quer durch den

Gemüsegarten gestreut. „Es ist toll,

dass die Sustainability Challenge als

Paradebeispiel für interdisziplinäres,

praxisangewandtes Lernen heuer bereits

in die achte Runde geht!“, freut

sich Projektleiterin Dipl.-Ing. Renata

Krenn vom Institute for Ecological

Economics und Regional Centre of

Expertise on Education for Sustainable

Development Vienna (RCE Vienna).

„Dass es dieses Projekt jetzt schon

so lange erfolgreich gibt, zeigt uns

einerseits, dass innovative Lehr- und

Lernkonzepte von Studierenden sehr

gut und gerne angenommen werden

und andererseits, dass in der jungen

Generation großes Interesse besteht,

Nachhaltigkeitsprobleme anzupacken

und praktisch zu lösen. Das gibt doch

Hoffnung für die Zukunft, oder?“

Die Bewerbungsfrist für den nächsten

Lehrgang startet im Mai dieses Jahres.

Das Thema steht zu diesem Zeitpunkt

noch nicht hundertprozentig fest, aber

eines kann Renata Krenn jetzt schon

verraten: „Wir werden uns heuer auf

jeden Fall mit den Sustainable Development

Goals der UN auseinandersetzen.

Der urbane Kontext soll aber

bleiben - eventuell erweitern wir hier

das Smart-City-Thema um zusätzliche

Aspekte.“

Die Teilnahme ist kostenlos, da die

Lehrveranstaltung von Bundesministerium

für Wissenschaft, Forschung

und Wirtschaft (BMWFW) und weiteren

Partnern finanziert wird.

Nähere Infos:

rce-vienna.at/sustainabilitychallenge

wu.ac.at/sustainabilitycenter/

overview/teaching/sustainabilitychallenge

Zoë 07/1723


•• SCHÖNHEIT

WIRKSTOFFE & ESSENZEN: DIE MISTEL

Parasit & Heilmittel

Die Geschichten der beiden Comic-Helden Asterix und Obelix und der

wunders amen Zaubertränke des Druiden Miraculix sind allseits bekannt.

Die Mistel spielt hier eine mystische Rolle, auch in vielen anderen magischen

Gebräuchen und Ritualen. Zwar verleiht die parasitäre Pflanze, die

sich hoch in den Ästen ihrer Wirtsbäume einnistet, keine übermenschlichen

Kräfte, aber eine wundersame Heilpflanze ist sie allemal. Dank der

modernen Wissenschaft steht heute fest, dass die heilende Kraft, die

in der Mistel steckt, nicht dem Mythos und der Märchenwelt angehört,

sondern tatsächlich ein heilbringendes Mittel bei Krebserkrankungen ist.

Mittlerweile macht sich nicht nur die Medizinwelt, sondern auch die

Kosmetikindustrie ihre vielseitigen Eigenschaften zunutze.

Der Glaube an die Zauberkraft

der Mistel reicht bis in

die Antike zurück. Die Druiden,

die Priester, Lehrer und Heiler

in einer Person vereinten, verehrten

vor allem die auf Eichen wachsende

Mistel als „omnia sanans“ – als

Allheilmittel. Auch im Mittelalter

wurde die Mistel, auch Drudenfuß

oder Hexenbesen genannt, zu magischen

und medizinischen Zwecken

eingesetzt. Heute noch hängen in

Wohnungen um die Weihnachtszeit

Misteln über den Türrahmen. Sie

sollen Gesundheit, Wohlstand und

Fruchtbarkeit im neuen Jahr sichern.

Anders als die anderen

Die Tatsache, dass die Mistel sich in

Wachstum und Fruchtreife entgegengesetzt

zu den meisten Pflanzen

verhält, hat sicher zu ihrem Ruf

als magische Pflanze beigetragen.

Denn im Winter, wenn alle anderen

Pflanzen ruhen, setzt bei ihr der

Wachstumsschub ein. Sie blüht von

Februar bis März und trägt ab November

reife Früchte. Wie beim Menschen

dauert es etwa neun Monate,

bis die Frucht endgültig ausgereift ist.

Die Mistel richtet sich nicht nach der

Sonne, sie ist unabhängig von Licht

und Schwerkraft. Der Grund, warum

die Blätter der immergrünen Pflanze

in alle Himmelsrichtungen wachsen

und den typisch runden Mistelbusch

bilden. Dieses Phänomen gibt es bei

keiner anderen Pflanze.

Die Mistel ist in ganz Europa verbreitet

und gilt als Halbschmarotzer,

da sie nicht in der Erde, sondern auf

Bäumen wächst, einen großen Teil

der Nährstoffe von ihrem Wirt bezieht,

selbst aber Photosynthese betreibt

und so ohne Wirt durchaus lebensfähig

wäre. Von den rund 1.400

Pflanzen, die im weitesten Sinne

als Misteln bezeichnet werden, wird

heutzutage nur eine, die weißbeerige

Mistel (Viscum Alba), zur Herstellung

von Medikamenten und kosmetischen

Pflegemitteln verwendet.

In Europa kann man drei Unterarten

der weißbeerigen Mistel unterscheiden:

die Laubbaum-, die Kiefernund

die Tannenmistel.

Mistel – die Pflanze bei Krebs

Die Misteltherapie ist unter den unkonventionellen

Verfahren in der Krebsmedizin

das am besten erforschte.

Vor allem die einzigartige Kombination

ihrer Inhaltsstoffe macht die Mistel

zu einer ganz besonderen Heilpflanze.

Neben einer Vielzahl an Aminosäuren,

Proteinen (Eiweiß), Triglyzeriden (Fetten),

Flavonoiden (pflanzentypische

Farbstoffe), Kalium und Phosphor

enthält die Mistel auch stark toxische

Substanzen, Viscotoxine und Lektine.

Vor allem diese toxischen Substanzen

haben einen großen Heileffekt bei

Krebserkrankungen. Mistellektine sind

zuckerhaltige Eiweißstoffe, die in dieser

Form nur in der Mistel vorkommen

und das Wachstum von Krebszellen

hemmen. Sie gehören zu den am

besten untersuchten Inhaltsstoffen

der Mistel. Viscotoxine sind Eiweißverbindungen

und ähneln in ihrer Struktur

dem Gift der Kobra. Ihre Wirkung

ist nicht so gut erforscht wie die der

Lektine. Bekannt ist, dass Viscotoxine

Krebszellen auflösen, indem sie ihre

Zellwand zerstören.

24 Zoë 07/17


Heute werden Mistelpräparate vor

allem in Ergänzung zur Krebstherapie

eingesetzt, um die Konstitution

des Patienten zu verbessern und die

Nebenwirkungen der Behandlung zu

mildern. Eine begleitende Therapie

mit Mistelextrakt verringert die Nebenwirkungen

konventioneller onkoloischer

Therapien wie etwa Chemooder

Strahlentherapie. Mistelextrakte

regen zudem die Vermehrung der Immunzellen

an und aktivieren natürliche

Killerzellen. Auch steigern sie die

Bildung von Beta-Endorphinen, körpereigenen

Glücksopiaten. Dadurch

lassen Schmerzen nach und Depressionen

werden gelindert. In der Volksmedizin

gilt die Mistel als heilsam bei

Menstruationsstörungen, Epilepsie,

Arteriosklerose und Bluthochdruck

und wird hier erfolgreich angewendet.

Wachsende Halbschmarotzer

Entdeckt wurde die Mistel als Heilpflanze

in der Krebstherapie vom

Begründer der anthroposophischen

Geisteswissenschaft, Dr. Rudolf Steiner.

Nach anthroposophischer Auffassung

sind bösartige Tumoren Fehlbildungen,

die zur falschen Zeit am

falschen Ort im menschlichen Körper

wachsen. Ebenso ist die Mistel eine

Pflanze, die als Parasit am für Pflanzen

„falschen Ort“ wächst – nämlich

auf Bäumen und nicht in der Erde. Sie

ernährt sich nicht selbst, sondern bezieht

einen Großteil ihrer Nährstoffe

von dem Baum, auf dem sie wächst.

Auch ein Tumor ernährt sich von dem

Körper, in dem er sich gebildet hat.

Die Mistel spiegelt also das Krebsgeschehen

im Pflanzenreich. Als Arzneimittel

aufbereitet stellt die Mistel

dem Organismus Kräfte zur Verfügung,

die diesem verlorengegangen

sind, was das Tumorwachstum über-

Zoë 07/1725


•• SCHÖNHEIT

haupt erst ermöglichte. Die Ärztin

Dr. Ita Wegman griff die Anregungen

Rudolf Steiners auf und entwickelte

1917 gemeinsam mit einem Züricher

Apotheker das erste Mistelpräparat.

Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe

von Krebstherapiepräparaten, die auf

Mistelextrakt basieren.

Die Mistel in der Kosmetik

Für die Kosmetikindustrie bedeutsam

sind insbesondere die Aminosäuren

der Mistel. Vor allem das Arginin, das

Haut und Gewebe bei Trockenheit,

Juckreiz und Neurodermitis unterstützt.

Aber auch bei der Behandlung

und Prophylaxe von Cellulite ist

die Mistel wirksam. Die in der Mistel

enthaltenen Flavonoide sind als Antioxidantien

wichtig. Sie neutralisieren

freie Radikale, verhindern, dass sie

Hautzellen angreifen oder irreversible

DNA-Schäden verursachen, stärken

das Immunsystem der Haut und bieten

so einen optimalen Schutz gegen

Zellalterung. Jüngste Forschungen

haben ergeben, dass der Mistelextrakt

noch eine ganz besondere Eigenschaft

besitzt: Er lindert das Erscheinungsbild

von Pigmentflecken und

beugt der Bildung neuer Flecken vor.

Im Gegensatz zu anderen Wirkstoffen,

die Pigmentflecken oder Sommersprossen

lediglich bleichen, oft

agressiv sind und dadurch die Haut

empfindlicher machen, hemmen

die in der Mistel enthaltenen Stoffe

die Tyrosinase, also die Bildung von

Melanin, jenem Farbstoff, der das

Entstehen der unbeliebten dunklen

Flecken erst ermöglicht. Das Ergebnis

ist eine schonende Aufhellung der

Haut. Da Pigmentstörungen zumeist

auf übermäßige Sonneneinstrahlung

oder Schädigung durch freie Radikale

zurückzuführen sind, bietet die

Mistel durch ihre antioxidative Wirkung

eine zusätzliche, vorbeugende

Schutzfunktion. Die Tatsache, dass

es sich dabei auch noch um ein rein

natürliches Mittel handelt, macht die

Mistel umso begehrter. Lotionen oder

Cremes, die Mistelextrakt enthalten,

DIE MISTEL AUS DER SICHT DER TCM

stellen eine natürliche, unschädliche

und wirksame Alternative zu Bleichen

durch Fruchtsäuren, Läserbehandlungen

und anderen agressiven Behandlungsmethoden

dar.


Martina Reitinger

Quellen:

„Plantas Medicinales“, Pío Font Quer,

Península Verlag

„Die Mistel – Heilpflanze in der Krebstherapie“,

Annette Bopp, Verlag

Rüffer&Rub

„Westliche Kräuter aus der Sicht der

Traditonellen Chinesischen Medizin“,

Florian Ploberger, Bacopa Verlag

Anwendungen bei

•• Einschlafproblemen, Unruhe, Palpitationen (Herzklopfen)

•• Hypertonie (hoher Blutdruck)

•• Arteriosklerose

•• Durch Hypertonie hervorgerufenem Vertigo (Drehschwindel)

•• Lumboischialgie (Rückenschmerzen)

•• Schwäche der Knie, Schwäche bzw. Atrophie der Sehnen

und Knochen

•• Trockener Haut

•• Unruhigem Fetus und uterinen Blutungen während

einer Schwangerschaft

•• Epilepsie

Verwendete Teile: Zweige und Blätter

Geschmack: bitter

Thermische Wirkung: neutral

Organzuordnung: Nieren, Leber, Herz

Dosierung: 3 – 12 g

26 Zoë 07/17


ESSSTÖRUNGEN

Muss Schönheit leiden?

200.000 Österreicher waren laut Gesundheitsministerium zumindest

einmal in ihrem Leben an einer Essstörung erkrankt. Betroffen sind vor

allem 15- bis 20-jährige Mädchen. Die Zahl der Erkrankten hat sich in

den vergangenen Jahren dramatisch erhöht – innerhalb von 20 Jahren

verzehnfacht. Umso wichtiger ist es, eine Essstörung rasch zu erkennen

und den Betroffenen im Umfeld zu helfen.

1989 wurden 269 Personen mit

Essstörungen registriert – schon

damals waren 89 Prozent davon

Frauen. Im Jahr 2000 waren es

bereits 1.471 registrierte Spitalsaufenthalte

und 2008 verzeichnete

man 2.734 Spitalsaufenthalte aufgrund

von Essstörungen. Von allen

15- bis 20-jährigen Mädchen

in Österreich leiden 2.500 an Magersucht

und über 5.000 an einer

subklinischen Essstörung, also an

einer leichteren Verlaufsform. „Diese

Zahlen stellen jedoch nur die Spitze

des Eisberges dar, da sie nur die

wirklich schwer Erkrankten widerspiegelt.

Die Dunkelziffer dürfte noch viel

höher sein“, erläutert Dr. med. Aida

Kuljuh, Klin. Abt. für allgemeine Pädiatrie

Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde

Med. Universität Graz,

beim Allgemeinmedizinkongress.

Hilfe aus dem Umfeld

Je früher eine Essstörung erkannt

wird, desto erfolgreicher kann sie behandelt

werden. Hier einige Merkmale,

die Freunden und Familie helfen,

auf eine Essstörung rechtzeitig aufmerksam

zu werden:

• Auffälliges Essverhalten: vor allem

gekoppelt mit der Angst vor dem

Essen und einer panikartigen Furcht

vor Gewichtszunahme.

• Asketischer Stolz: Menschen mit

Essstörungen können von einem

asketischen Stolz erfüllt sein,

überlegen zu sein und „nicht so

schwach wie die anderen“.

• Überlegenheitsgefühl durch Disziplin:

Oft entwickeln Betroffene

einen starken Ehrgeiz und eine

erstaunliche Leistungsfähigkeit in

Schule, Beruf oder Sport. Dabei

sind sie von einem ausgeprägten

Willen getrieben, ihren Körper zu

beherrschen.

• Panik vor Gewichtszunahme: Es

besteht übertriebene Angst, zu

dick zu sein oder Angst zuzunehmen

– auch wenn die Person untergewichtig

ist.

Maßstäbe für verschwindend

dünne Tatsachen

Zusätzlich helfen verschiedene Definitionen,

Schweregrad und Art der

Störung festzustellen. In erster Linie

gilt, wenn das tatsächliche Körpergewicht

mindestens 15 Prozent unter

dem erwarteten Gewicht oder BMI

(Body-Mass-Index) von 17,5 oder

weniger liegt. Zudem, wenn der Gewichtsverlust

durch selbstinduziertes

Erbrechen bzw. Abführen oder

auch durch übertriebene körperliche

Aktivität herbeigeführt wurde.

Zweitens stellt sich die Frage nach

einer Körperschematastörung. Das

heißt: Wird die eigene Gewichtsschwelle

sehr niedrig angelegt? Besteht

die überwertige Angst, dick zu

werden? Empfindet sich die Betroffene

trotz Untergewicht als „zu fett“?

Neben der unbedingt notwendigen

allgemeinmedizinischen bzw. pädiatrischen

Diagnostik und den regelmäßigen

fachärztlichen Kontrollen ist

in allen Fällen eine begleitende Psychotherapie

erforderlich.

Jahrelange Therapie und Aufbau

Da die Therapie oft über viele Jahre

und im Rahmen verschiedener Settings

stattfindet, ist der gute Kontakt

zwischen Ärzten und Therapeuten

besonders bei Magersucht und Bulimie

sehr wichtig. Denn sonst kommt

es im ungünstigsten Fall zum Abbruch

der Behandlung an den Therapie-Übergängen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die

Körpergewichtsnormalisierung. Die

Etablierung eines geregelten Essverhaltensplanes

ist eine wichtige

Voraussetzung, um das durch

Mangelernährung funktionell beeinträchtigte

Gehirn wieder ausreichend

mit essenziellen Nahrungsmitteln

zu versorgen.

Zoë 07/1727


•• LEBENSART

Valentin auf Rucola

„hoja de paraíso“ (Zedrachbaum)

FOTOENTWICKLUNG AUF PFLANZEN

Magische Bilder und

zauberhafte Blätter

Die Magie der Fotografie, das In-Erscheinung-Treten, die Offenbarung, die

Poesie des Vergänglichen ist, was Federico Ruiz Santesteban am meisten

am Fotografieren fasziniert. Für diesen alchemistischen Prozess benutzt der

Fotograf und Architekt aus Uruguay Blätter und Blütenblätter aus seinem Garten.

Für die Entwicklung seiner Bilder arbeitet er nur mit der natürlichen Photosynthese

sowie mit Pigmenten, der Sonneneinwirkung und Schatteneffekten – also ohne

Chemie. Auf der Suche nach günstigeren sowie alternativen Entwicklungs methoden

war der Umstand, dass der Künstler zu dem Zeitpunkt Vater wurde, seine größte

Inspiration. Somit war Valentins Geburt gleichzeitig auch für Federico die

Geburtsstunde der Fotografie auf natürlichen Materialien.

28 Zoë 07/17


Federico Ruiz Santesteban

„baut mittlerweile sein eigenes

Fotomaterial an“. Ob essbare Pflanzen

oder sogenanntes „Unkraut“ – meist

sind es die wilden Pflanzen,

die am besten reagieren.

Zum Video-Interview auf

Bild rechts oder folgenden Link klicken:

zoe.imwebtv.at/federuizsantesteban

Auf der Suche nach günstigeren

sowie alternativen Entwicklungsmethoden

war der

Umstand, dass der Künstler zu dem

Zeitpunkt Vater wurde, seine größte

Inspiration. Somit war Valentins

Geburt gleichzeitig auch für Federico

die Geburtsstunde der Fotografie

auf natürlichen Materialien. Dem

werdenden Vater war es wichtig, dass

Vater und Sohn voneinander lernen

und sich gegenseitig bereichern.

Natürlich gewachsen

Er beobachtete seinen Sprössling,

wie sich dieser ganz natürlich und

von allein im Garten um die Pflanzen

kümmerte und mit ihnen spielte.

Er begann, mit den Augen seines

Kindes zu sehen und entdeckte dadurch

auch wieder seine Fähigkeit,

sich voller Erstaunen und Bewunderung

für etwas zu begeistern, als

würde er es zum ersten Mal sehen.

Der Fotograf begann, ein phantasievolles

Spiel mit seinem Sohn zu

spielen. Er versteckte auf Blättern

entwickelte Fotos unter den Pflanzen,

sodass Valentin sich immer

wieder auf wundersame Weise unter

ihnen wiederfand – quasi als

„Dankeschön vom Garten“ für seine

Achtsamkeit. So entstand auch die

Ausstellung „el extrano caso del jardineiro“

– „Der sonderbare Fall des

Gärtners“.

Diese zauberhaften Werke von Federico

Ruiz Sanesteban waren im

Das Spiel mit dem Zufall und Formen.

Der Fotograf stimmt die Motive

und Blätter aufeinander ab.

Zuge der Fotoausstellung „Eyes of

Uruguay“ im Wiener WUK zu bewundern.

Beim Interview erklärte Federico

Ruiz Esteban: „Was ich an diesem

Projekt liebe ist, dass es ein Ergebnis

meines eigenen Lebensraumes

ist. Es ist mein Garten und die Sonne,

die dort scheint oder eben auch

nicht. Denn die Sonnenintensität ist

für den Entwicklungsprozess sehr

wichtig. Das gleiche Blatt vom gleichen

Baum reagiert im Frühling anders

als im Sommer oder im Herbst.

Manche Entwicklungsprozesse dauern

Tage, manche Wochen, je nachdem,

wie das Wetter ist.“

Die Natur in der Natur

Bei einem Workshop gab der Künstler

seine geheimnisvolle Technik

rund um die Entwicklung auf Blättern

preis. Er möchte weltweit ein

großes Netz aufbauen, bei dem die

Leute sich einbringen und ihre eigenen

Erfahrungen austauschen. Er

selbst weiß nun nach über fünf Jahren

Erfahrung, welche Blätter besser

reagieren und legt sich nun sein eigenes

„Fotomaterial“ im Garten an.

Derzeit arbeitet er schon an seinem

nächsten Projekt, das nicht minder

fantastisch ist: „Die Natur in der Natur

entwickelt“.

Infos:

federuizsantesteban.com

Zoë 07/1729


•• LEBENSART

BUCH-TIPP: THRILLER

Der Nostradamus -Coup

Die Prophezeiungen des Nostradamus sind auch heute

noch kryptisch. Kein Wunder – hatte Nostradamus sie

damals doch selbst gestohlen und die Zeilen nie ganz

verstanden. Als einem der Hauptdarsteller in diesem

Krimi, der Pilot John Finch, ein Notizbuch mit verschlüsselten

Texten in die Hände fällt, ahnt er nicht, dass es

ihn auf die Spur genau dieser Prophezeiungen führt. Die

folgende Geschichte rund um das Geheimnis dahinter

ist kurzweilig, spannend, spektakulär und vor allem gut

erzählt. Denn der Autor und Journalist aus Wien, Gerd

Schilddorfer, ist ein Erzähler aus Leidenschaft. Seine Romane sind gut recherchiert,

die spannungsgeladene Rhetorik ist immer mit einem Schuss

Geschichtswissen und Tipps aus dem Reiseführer gewürzt. Quer durch Afrika,

Europa und auch Österreich verläuft die Suche in diesem Buch. Der Autor

scheint überall vor Ort gewesen zu sein, denn die lebendigen Schauplatzbeschreibungen

laden beinahe zum Besuch ein. Die Vorkenntnisse aus den

ersten beiden Bänden um John Finch sind für das Verständnis nicht wichtig,

Neueinsteiger können gut mit dem vorliegenden dritten Band starten.

Gerd Schilddorfer, Der Nostradamus-Coup; 798 Seiten; Bastei Lübbe 2016; Thriller;

ISBN: 978-3-404-17425-6

BUCH-TIPP: KRIMI

Die erste Lüge

Auf der Ferieninsel

Gotland vergewaltigen

drei junge Männer

eine 16-Jährige

auf einem Fest. Sie

werden angeklagt,

aber freigesprochen.

Dreizehn Jahre verbringt

einer der Vergewaltiger, Oscar,

mit Frau und Kind seinen Urlaub in

Thailand. Aber eigentlich treibt er sich

lieber in zwielichtigen Bars herum.

Dabei wird er schlimm misshandelt,

seine Vergangenheit holt ihn ein.

„Die erste Lüge“ ist Sara Larssons

Debütroman, mit dem sie gleich in

der Bestsellerliste in Schweden landet.

Sara Larsson, Die erste Lüge; Kriminalroman,

460 Seiten, Bastei Lübbe 2016;

ISBN: 978-3-404-17430-0

BUCH-TIPP: KRÄUTERBUCH MIT REZEPTEN

Born to eat wild

Wildkräuter sind heimisches Superfood. Denn viele Kräuter, die bei uns in

Wäldern und auf Wiesen wachsen, schmecken nicht nur ausgezeichnet,

sondern sind auch noch nährstoffreich und gesund. In diesem Kräuterbuch

stellt Heilpflanzenkenner und Phytotherapeut Rudi Beiser 42 Rezepte mit

Wildkräutern vor. Gänseblümchen, Sauerampfer und Co. lassen sich ohne

viel Aufwand zu Smoothies, Suppen, Salaten, Pestos und Salzen verarbeiten.

Wildkräuter enthalten durchschnittlich dreimal so viele Proteine, Vitamine,

Mineralien und Spurenelemente wie aus der Züchtung hervorgegangene

Gemüsesorten. So hat beispielsweise der Löwenzahn siebenmal mehr Pro-

Vitamin A als die Endivie, das Gartenunkraut

Giersch viermal mehr

Proteine als der Feldsalat. Sekundäre

Pflanzenstoffe wirken zudem antientzündlich

sowie blutdruck- und

cholesterinsenkend. Rudi Beiser gibt

aber nicht nur Tipps für Rezepte,

sondern auch wie und wo man mit

dem Sammeln anfängt und welche

Kräuter am besten geeignet sind:

von Bärenklau über Gänseblümchen

bis hin zu wilder Möhre und dem

Spitzwegerich.

Rudi Beiser, Wildkräuter; 42 Rezepte,

160 Seiten, Trias-Verlag 2017,

ISBN: 978-3-432-10265-8

BUCH-TIPP: SACHBUCH

Das trügerische

Gedächtnis

Erinnerungen bilden die Grundlage

unseres Lebens und unserer Identität.

Aber stimmen diese auch? Die Verhaltenspsychologin

Julia Shaw zeigt,

warum wir uns auf unser Gedächtnis

nicht verlassen können. Wir erleben

Wahrnehmung als fließenden Prozess,

weil unser Gehirn laufend Vermutungen

anstellt und damit die Informationslücken

füllt. Dabei kommt

es ständig zu Fehlern. Wir können uns

auf unser Gedächtnis also nicht verlassen.

Auf der Grundlage neuester

wissenschaftlicher Erkenntnisse sowie

ihrer eigenen Forschung zeigt Shaw,

welchen Erinnerungen wir trauen

können und welchen nicht. Ein verblüffender

Einblick

in das menschliche

Gehirn.

Julia Shaw,

Das trügerische

Gedächtnis; Hanser

Verlag 2016; ISBN:

978-3-446-4487-3

30 Zoë 07/17


Trailer „Der junge Karl Marx“.

Zum Anschauen auf das Bild oder

folgenden Link klicken:

zoe.imwebtv.at/videos/

film-tipp-der-junge-karl-marx

FILM-TIPP

Der junge Karl Marx

Der Film beginnt mit einer Szene

im Wald. Armselig gekleidete Menschen

werden beim Holzsammeln

von berittenen Ordnungs hütern

gejagt und geschlagen, weil sie Holz

sammelten. Karl Marx kritisierte

in seiner damaligen Funktion als

Redakteur in der „Rheinischen Zeitung“

das Holzdiebstahls gesetz.

Das blieb nicht ohne Folgen und so

musste der 26-Jährige mit seinem

Chefredakteur nach Paris auswandern.

Im Pariser Exil lebte er, meist

verschuldet und von Existenzängsten

geplagt, mit seiner Frau Jenny.

Friedrich Engels lernt er ebenfalls

dort kennen, zuerst noch als belächelten

Sohn eines Fabrikbesitzers,

aber bald als besten Freund und

Mitstreiter für den Kampf gegen

den Kapitalismus. Wer sich zum

ersten Mal intensiver mit Marx auseinandersetzt,

wird sich nicht leicht

zurechtfinden zwischen der Kritik

der Hegelschen Rechtsphilosophie

oder an Proudhons „Philosophie des

Elends“. Aber als Marx und Engels

nach einer durchzechten Nacht das

„Kommunistische Manifest“ entwickeln,

spürt man ihren Anspruch,

die Welt nicht mehr nur zu interpretieren,

sondern sie grundlegend zu

verändern. Großes historisches Kino

über die Begegnung zweier Geistesgrößen,

die die Welt veränderten.

Der junge Karl Marx, Regie: Raoul Peck,

Biografie, Drama. Belgien, Deutschland,

Frankreich 2017. 118 Minuten.

Foto: Markus Hippmann

KULTUR-TIPP

Übern Zaun schau’n

Grenzen und Zäune sind in unserer heutigen Zeit ein häufiger Diskussions-

und Streitpunkt. Sind sie notwendig? Und wenn ja, unter welchen

Voraussetzungen? Grenzen können uns schützen, Klarheit schaffen, aber

verursachen auch Trennung, isolieren, sperren uns ein, (be)hindern uns.

Die Bevölkerung ist gespalten – auch zwischen den verschiedenen Meinungslagern

scheinen die Mauern hoch und schwer zu überwinden. Der

Einfluss auf Kinder und Jugendliche ist unbestritten, doch wie lässt sich

ein so schwieriges Thema auf spannende und gleichzeitig verständliche

Weise einem jungen Publikum vermitteln? In der inklusiven Tanztheaterproduktion

„Übern Zaun schau’n“ nehmen sich die Tänzer der Thematik

der Grenzen und Völkerverständigung auf eine für Kinder und Jugendliche

altersadäquate Weise an. „Übern Zaun schau’n“ ist eine märchenhafte

Erzählung, die das Publikum auf eine Reise mitnimmt, die einen eigene

Grenzen hinterfragen lässt und

zu Toleranz und Verständnis aufruft.

Hinter der Produktion steht

der Verein „Ich bin o.k.”, eine Kultur-

und Bildungsinitiative von

über 110 Tänzern mit und ohne

Behinderung. Resümee: aktuell,

verbindend und sehenswert.

Wer liked, gewinnt!

Wir verlosen 2 x 2 Karten an jeweils 2 Zoë-Facebook-Freunde

für die Vorstellung am Dienstag, 9.5.2017, 19.00 Uhr

im Theater Akzent, Theresianumgasse 18, 1040 Wien

•• Zoë-Facebookseite facebook.com/zoeunlimitedmedia „liken”

•• sowie den Post mit dem Theaterkarten-Gewinnspiel „liken”

•• E-Mail mit Kontaktadresse für den Gewinnfall schicken und,

mit etwas Glück, gewinnen!

Zoë 07/1731


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