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Dem Zeitgeist PAROLI

Dem Zeitgeist PAROLI BIETEN Bankdirektor Georg Wintersteller über die Genossenschaftsidee und die Bedeutung der Raiffeisenbank Abtenau für die Region. Über nachhaltige Werte und neue Moden, digitale Standards und persönliche Kundenbeziehungen. Die Fragen stellten Wolfgang Tonninger und Manfred Wallinger Die Raiffeisenbanken sind ja aus der Genossenschaftsidee entstanden, einer Art Selbsthilfe durch freiwillige Kooperation – nach dem Motto: „Was einer alleine nicht schafft, schaffen viele.“ Was ist von diesem Gedankengut aktuell? Georg Wintersteller: Sehr viel. Auch heute noch – ziemlich genau 125 Jahre nach der Gründung der Raiffeisenbank Abtenau am 10. Februar 1892. Zirka ein Drittel unserer Kunden sind Genossenschaftsmitglieder. Diese sind die wahren Eigentümer der Bank, denen wir verpflichtet sind. Das bedeutet auch, dass bei unserem Handeln nicht die Gewinnmaximierung im Vordergrund steht, sondern der wirtschaftliche Nutzen für unsere Region und ihre Menschen. Das klingt schön ... Georg Wintersteller: ... und ist auch ernst gemeint. Wir wissen, wer hinter den Zahlen steht und kennen unsere Kunden. Das ist die eine Seite. Gleichzeitig verzichten wir auf Spekulationsgeschäfte und veranlagen sehr konservativ und nachhaltig. Damit leben wir unsere gesellschaftliche Verantwortung in der Region, über die wir einmal im Jahr bei der Generalversammlung ausführlich berichten. In kleinem Kreis ... Georg Wintersteller: ... im Turnsaal der Hauptschule, der mit 500 bis 600 Leuten immer zum Bersten gefüllt ist. Das sind die bestbesuchten Generalversammlungen im ganzen Land Salzburg. Worin liegt das Geheimnis dieser Akzeptanz? Georg Wintersteller: Dass wir keine Schönwetterbank sind! Und nicht nur dann ein Partner, wenn alles rund läuft. Ich denke, dass das nicht nur die Persönlichkeit eines Menschen ausmacht, sondern auch die einer Bank. Dass man sich auch in schwierigen Zeiten auf sie verlassen kann. Dazu muss man seine Kunden persönlich kennen und man darf sich nicht hinter irgendwelchen Regularien verstecken. Das heißt, dass wir nicht nur auf die momentanen Zahlen schauen, sondern immer auch auf die Entwicklung eines Menschen. Das war in den Anfängen so und ist es auch heute noch. Aber ist es nicht so, dass regionale Alleingänge in Zeiten der Globalisierung und Digitalisierung immer schwieriger werden. Gerade für eine kleine Filiale wie Abtenau? Georg Wintersteller: Wir sind keine Filiale, sondern eine eigenständige Bank. Das heißt, dass wir innerhalb der gesetzlichen Vorgaben eigenständige Entscheidungen treffen können. Die Frage ist, wie viel Entscheidungsspielraum da noch bleibt, wenn Vorgaben, Standards und Regularien die regionale Idee aushöhlen? Georg Wintersteller: Natürlich bedeutet diese Entwicklung auch eine Einschränkung unseres Spielraums. Aber man darf nicht übersehen, dass das letztendlich eine Grundsatzentscheidung ist, die wir zu treffen haben – auch ich als Bankdirektor: Ziehe ich mich zurück und berufe ich mich auf die Regularien, die mir die Hände binden? Nach dem Motto: „Ich würde mich ja so gerne bewegen, aber ich darf es nicht.“ Oder nehme ich meinen gesellschaftlichen Auftrag und den Menschen ernst, der mir gegenüber sitzt? Im zweiten Fall finden sich immer Wege, wie man dem Kunden gerecht werden und trotzdem die Auflagen erfüllen kann. Wir sind also noch immer bei der Persönlichkeit einer Bank? Georg Wintersteller: Friedrich Wilhelm Raiffeisen, unser Gründer, hat einmal Folgendes gesagt: „Genossenschaften sind immer das, was menschliche Einsicht, geistige Kraft und persönlicher Mut aus ihnen machen.“ Ich denke, damit ist diese Frage beantwortet. 46 gangart

Der Sport ist die große Leidenschaft von Georg Wintersteller. Ob im Winter auf Skitouren oder im Sommer beim Radfahren – hier lädt er seine Batterien und tankt die Energie, die er für seine Arbeit braucht. Die Kraft der Verantwortung. Wann taucht der Bankdirektor das erste Mal auf – wenn du in deine Kindheit zurückblickst? Georg Wintersteller (lacht): Gute Frage. Ich glaube, es war als ich mit 15, 16 Jahren meine Lehre hier begann. Ich habe die Leute erlebt, die damals die Bank geführt haben. Das waren echte Vorbilder. Ich habe zu ihnen aufgeschaut und bin von ihnen auch gefördert worden. Und was würdest du machen, wenn du nicht Bankdirektor der RAIKA Abtenau wärst? Georg Wintersteller: Wahrscheinlich irgendwas mit Sport. Das hat mich immer fasziniert und fasziniert mich heute noch! Danke für das Gespräch. Wenn’s um die Region geht, ist nur eine Bank meine Bank. Menschen, die sich engagieren. Betriebe, die Arbeit schaffen. Vereine, die das Zusammenleben gestalten. Mit so vielen von ihnen verbindet uns eine Partnerschaft, die von einer gemeinsamen Idee getragen ist: selbst Verantwortung übernehmen. In der Gemeinde. Für die Region. Unsere tägliche Arbeit zeigt, wie aktuell und stark diese Idee heute ist. www.abtenau.raiffeisen.at Raiffeisenbank Abtenau-Rußbach heute: Leitung: GL Dir. Georg Wintersteller und GL Franz Pendl Mitarbeiter: 19 Mitarbeiter Mitglieder: 1.988 Mitglieder Bilanzsumme: EUR 190.114.000,00 Die Raiffeisenbank Abtenau und Filiale Rußbach sind eine der größten Miteigentümergenossenschaften im Land Salzburg. gangart 47 bezahlte Anzeige