Die Federsammler; Band 9: "Fietje und Arti in Berlin" Teil 1

federsammler

Im Rahmen der Internationalen Deutsch-Olympiade (IDO) haben 50 Schüler aus Berlin-Marzahn gemeinsam die Comic-Novelle über ihre Stadt geschrieben. Dieses wurde den Teilnehmern der IDO 2016 am 22.07.16 im Technik-Museum zum Jahrmarkt der Kulturen als Gastgeschenk überreicht. Jugendliche aus 62 Ländern bekamen somit einen authentischen Einblick in die Hauptstadt und Lesestoff in ihrer Fremdsprache Deutsch von gleichaltrigen Autoren.

Impressum

Die Federsammler

Fietje und Arti in BerlinTeil 1

1. Auflage 2016

©KlangbildVerlag, Jena

Konzept & Projektleitung: Antje Hübner

Hrsg.: Jugend will… gemeinnützige GmbH / Die Federsammler

Jung-AutorInnen

1. Kapitel; Klasse 7/3: Sanaubar Barlas, Nick Boberg, Samanta Cemerilo, Marleen Daebel, Paulina Dlugosz,

Selver Dzudzevic, Anastasia Filippova, Anna-Sophie Franke, Sofie Gerzen, Anna Grüneberg, Elisabeth

Jankovec, Desideria Tyra Kruse, Laura Josephine Hoffmann, Artur Lauer, Sophia Marten, Emily Lara Pradel,

Markus Rausch, Lucy-Ahlia Schneider, Gustav Symann, Francesca Tietze, Lea Michelle Wieland

2. Kapitel; Klasse 8/1: Annika Brückmann, Isabell Ebert, Paula Fleischer, Leah Franz, Vivien Gentzsch, Kevin

Harms, Alexander Henning, Alea Hörder, Tannaz Khavari, Alexandra Klein, Anastasia Kolbasa, Jessica Kunde,

Clara Meyer, Christian Plath, Elina Schall, Violetta Schneider, Leoni Schönberg, Maria Soldatkin, Artur Stoppel,

Frederik Tuchan, Justin Ulbricht, Nicole Vostrikov, Chantal Wedler, Franziska Witt, Moritz Wolf

3. Kapitel; Klasse 8/3: Fiete Bär, Adelina Bytygi, Fabian Damerau, Jonathan Dickow, Ivan Filatov, Sascha Fungk,

Fabio Gualdo, Leon Heblik, Gino Lescau, Eve Michelle Müschke, Inka Ortner, Maja Piskon, Julia Prockl, Tim

Ranneberg, Ronja Santoro, Artjom Schwenk, Valeriya Yeltsowa

Online-Autoren (Fietjes Tagebuch):

Finja Körner, Dennis Lafeld, Clara Mühlig

Co-Autorinnen: Marlene Wallnisch, Annika-Susan Leicht, Aimée Torre Brons, Antje Hübner

Redaktion: Meyke Keddi, Katrin Thiel, Dr. Antonia Wenzel (Deutschlehrerinnen des Sartre-Gymnasiums)

Lektorat: Antje Hübner

Illustration & Satz: Maria Suckert, Weimar

Umschlag: Maria Suckert, Weimar

Fietje und Arti in

Berlin

Marzahn-Hellersdorf

Gedruckt in Deutschland bei Förster & Borries, Zwickau

Der Abdruck der Geschichten erfolgte mit freundlicher Genehmigung der Urheber und ihrer

Erziehungsberechtigten. Vielen Dank!

Die Handlungskulissen der Geschichte sind reale Orte. Die Handlung selbst sowie in Verbindung stehende

Personen und Namen sind frei erfunden.

Alle Rechte vorbehalten

ISBN 978-3-9816821-8-2

www.federsammler.de


4

5

Unsere

Online-Autoren:

Die Federsammler-Community

"Clara"

Clara

Mühlig

9 Jahre

Jena

"Gipsbein"

Finja

Körner

11 Jahre

Jena

"Dennis"

Dennis Lafeld

15 Jahre

Jena

Die Internetseite der

Federsammler


6

7

Fietjes Tagebuch

Feder-Schätze

Wort aus dem Text

Fietje erzählt seinem Tagebuch, wie er und

Arti von einer Stadt in die nächste gelangten.

Dies ist jeweils die Eingangsgeschichte eines

jeden Federsammler-Bandes.

Wie cool!

Dein Buch ist nicht „nur“ ein Buch!

Auf manchen Seiten fliegen Federn.

Das sind Wörter oder Wortgruppen, die dir

das Buch über Berlin schenkt.

Wenn du möchtest, kannst du auch Autor

der Federsammler-Reihe werden.

Am Ende der Geschichte kannst du diesen Feder-Schatz noch

einmal überblicken.

In welcher Stadt oder welchem Land die beiden

Helden bald sein werden und wie du mitschreiben

kannst, erfährst du unter

www.federsammler-community.de

Melde dich an, schreibe mit anderen am

neuen Tagebuch-Eintrag und werde so Autor

des nächsten Federsammler-Bandes!

Frag deinen Lehrer oder Schreib uns unter: Post@federsammler.de

Als Dankeschön erhältst du dein eigenes

druckfrisches Buch.

Einmal ein

richtiger

Autor sein!

ERFAhRE MEHR Über die

Federsammler-Community


8

WER IST WER?

9

Sprachlos-Land

Wort-Reich

Fietje ist ein ganz normaler

Junge. Er ist 12 Jahre alt und

kommt aus Jena.

Zusammen mit seinem Papagei

Arti erlebt der Skater viele Abenteuer.

Der Vogel und seine Federn

brauchen oft seine Hilfe.

Gemeinsam mit Arti ist Fietje auf

der Flucht vor den Männern aus

Sprachlos-Land.

Arti ist ein Graupapagei. Er

ist 1439 Jahre alt. Der König von

Wort-Reich spricht 100 Sprachen.

In jeder grauen Feder steckt ein

Wort. Trotzdem sucht der Papagei

nach dem großen deutschen

Sprachschatz. Überall sammelt er

deutsche Wörter für sein Wort-

Reich. In seinen roten Federn sind

seine Lieblingswörter oder ganze

Sprachen versteckt. Er ist sehr

klug und weiß über Vieles bescheid.

Fietjes Skateboard

ist ein Zauber-Board. Es hört auf

seine und Artis Befehle. Arti kann

sich in dem Skateboard verstecken.

Der Papagei kann hinein

verschwinden, wenn Fietje es nass

macht. Erst, wenn es trocken

gerieben wird, kann Arti wieder

herauskommen.

Das Skateboard kann fliegen.

Herr Keinwort &

Mister Mundzu

kommen aus Sprachlos-Land. Dort

kann man keine Sprache sprechen.

Sie sprechen nur eine Sprache aus

Gedanken. Die beiden Männer sind

hinter Arti und seinem Sprachschatz

her. Sie versuchen, ihn für

ihr Land zu fangen. Jedes Wort,

also jede Feder, die sie von Arti

stehlen, sprechen sie laut aus.


inhaltsverzeichnis

Fietjes Tagebuch

12

13. Die Eroberer

64

1. Überfall in der S-Bahn

18

14. Zwischen Currywurst und Gaunern

74

2. Willkommen im Sartre-Gymnasium

20

15. Das süße Herz Berlins

88

3. Verfolgung im Schulgebäude

26

16. Das FEZ(t)!

106

4. Schule, na klasse

28

17. Die Sprache der Musik

122

5. Überraschungen

30

18. Zurück im Sartre-Gymnasium

132

6. An der Wuhle

34

19. Ein gefährliches Pflaster

136

7. Das Labyrinth

36

20. Im Herzen von Berlin

142

8. Kirschblütenregen

9. Falsche Verdächtigungen

10. Das Kribbeln im Bauch

11. Nachts im Naturkundemuseum

42

45

50

54

21. Flucht vor Herrn Keinwort und

Mister Mundzu

22. Verfolgungsjagd quer durch Berlin

Feder-Schatz

146

150

156

12. Das Brandenburger Tor bei Nacht

60


12

FIETJES TAGEBUCH

13

Liebes Tagebuch,

noch immer muss ich an Marina aus

der Ukraine denken, aber jetzt wurde

ich etwas abgelenkt. Zum Glück. Frau

Schreiter, unsere Geschichtslehrerin, hat

auch mich ausgesucht für die Fahrt nach

Berlin. Es fahren auch Leute aus der

Siebenten mit.

Ich packte gerade meine Sachen als ich

die Tür ins Schloss fallen hörte.

'Komisch, Mama ist doch heute auf

Geschäftsreise', dachte ich mir und

wendete mich wieder meinem Sachenhaufen

zu. Wieder ein Geräusch!

Schnell nahm ich Arti und packte ihn in

meinen Kleiderschrank.

Dann kletterte ich auf unseren Balkon,

von dem aus ich den vollen Durchblick

auf die Küche hatte. Ich sah 2 schwarze

Zylinder!


14

FIETJES TAGEBUCH

15

Meine Mutter wollte mich nachher zum Bus

bringen. Aber wie sollte ich ihr erklären,

dass ich den Bus nicht nehmen konnte?

Denn bestimmt stiegen Keinwort und Mundzu

auch mit ein.

Ich entschied mich dann doch dafür, in

den Bus zu steigen. Aber nicht ohne nötige

Sicherheit! So nahm ich meinen ganzen

Kleiderhaufen und begrub mich im Bus darunter.

Zum Abschluss setzte ich noch eine

Sonnenbrille auf und Arti versteckte ich

auch tief zwischen den Sachen.

Schließlich diente meine Verkleidung nur zu

Artis Schutz, denn in der Menschentraube,

die am Bus alle auf ihren Koffer warteten,

sah ich auch schon Keinwort und Mundzu

stehen. "Jetzt keinen Mucks mehr",

flüsterte ich zu Arti.

Werde ein Federsammler!

Schreibe online mit!

Als wir dann endlich an der Haltestelle

Berlin Hauptbahnhof ankamen, hörte ich

die anderen lachend sagen: „Wer ist denn

der wandelnde Kleiderschrank?" Aber das

machte mir nichts aus.

www.federsammler-community.de/forum


16

Fietje und Arti in

Berlin - Teil 1

Klasse von Katrin Thiel

Klasse 7/3

17

von links nach rechts: Markus Rausch, Elisabetz Jankovezc ,

Gustav Symann, Marleen Daebel, Nick Boberg, Selver Dzudzevic,

Lea Michelle Wieland, Elias- Benedict Rostock, Samanta

Cemerilo, Artur Lauer, Emily Pradel, Bela Janos Metzke,

Desideria Tyra Kruse, Anna Lena Grüneberg, Sanaubar Barlas,

Laura Josephine Hoffmann, Anastasia Filippova, Sofie Gerzen


ERFAhRE MEHR

18

ÜBERFALL IN DER S-BAHN

19

"Überfall in der S-Bahn"

VON MARKUS RAUSCH

Fietje kam sehr früh am Berliner Hauptbahnhof an. Er

wollte nicht zu spät zum Sartre-Gymnasium kommen.

In der riesigen Bahnhofshalle holte er Arti aus seinem

Skateboard heraus. Sie nahmen die S-Bahn zum Alexanderplatz

und danach die U-Bahn nach Hellersdorf.

Sie hatten sich gerade hingesetzt, da tauchten Herr

Keinwort und Mister Mundzu auf. Sie versuchten sofort,

Arti zu schnappen. Doch der König des Wort-Reichs war

viel zu flink für sie. Fietje wollte dazwischen gehen, doch

zwei Polizisten kamen ihm zuvor. Sie nahmen die beiden

finsteren Spione aus dem Sprachlos-Land fest.

Verängstigt versteckte sich Arti wieder in Fietjes stickigem

Rucksack, sogar freiwillig. Fietje flüsterte Arti zu:

„Bald sind wir in Sicherheit.“ Arti seufzte erleichtert und

machte es sich im Rucksack bequem. Als sie in Hellersdorf

ankamen, flog Arti erleichtert aus dem Rucksack

heraus und umkreiste Fietje.

Ein paar Kinder starrten ihn verblüfft an.

Berliner Hauptbahnhof

Der Berliner Hauptbahnhof ist

mit einer Fläche von 70.000

Quadratmetern der größte und modernste

Kreuzungsbahnhof Europas. Er ist 46

Meter hoch und erstreckt sich 321 Meter

in Ost-West Richtung. Insgesamt gibt es

14 Gleise in alle Himmelsrichtungen.

Täglich fahren 1.200 Züge ab und

300.000 Passagiere werden transportiert.

In der Bahnhofshalle gibt es über

80 Geschäfte. Am 26. Mai 2006 wurde der

Bahnhof feierlich durch Bundeskanzlerin

Angela Merkel eröffnet.


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20

WILLKOMMEN IM SARTRE-GYMNASIUM

21

"Willkommen im

Sartre-Gymnasium"

VON DESIDERIA KRUSE

Auge: ,,Arti,

seit wann

fliegen Karpfen?!“

Hallo meine

Freunde ...

,,Das Sartre-Gymnasium ist viel größer als meine Schule

in Jena!“, meinte Fietje erstaunt.

,,Wir werden uns schon nicht verlaufen“, erwiderte Arti,

„aber pass bitte auf das Skateboard auf!“ Fietje öffnete

entschlossen die Eingangstür. Sofort stach ihm etwas ins

,,Wo?“, fragte der Vogel, um sich blickend.

Tatsächlich! Ein Karpfen flog seelenruhig über die Köpfe

der beiden hinweg.

,,Hallo meine Freunde, ich habe schon auf euch gewartet.

Mein Name ist Karpfi und ich komme aus Kiezien. Ihr

seid Fietje und Arti, habe ich Recht?“, blubberte er den

beiden zu.

Sartre-Gymnasium

Das Sartre-Gymnasium ist eine

Oberschule in Berlin-Hellersdorf

Nord, innerhalb des Großbezirks

Marzahn-Hellersdorf. Derzeit gehen 615

Schülerinnen und Schüler im Alter von

12 bis 20 Jahren dort zur Schule. Das

Gymnasium ist nach Jean-Paul Sartre

(1905 - 1980), einem französischen Schriftsteller

und Philosophen, benannt.


22

WILLKOMMEN IM SARTRE-GYMNASIUM

23

Ihr Könnt doch

auch sprechen,

oder?

Mit aufgerissenen Augen riefen sie im Chor: ,,Ein Karpfen,

der fliegen und sprechen kann?“

,,Ihr könnt doch auch sprechen, oder? Warum soll ich

nicht sprechen können?“ Fietje und Arti zuckten mit den

Achseln. „Wo liegt Kiezien?“, fragte Fietje Arti leise.

„Keine Ahnung, ich habe noch nie davon gehört“,

entgegnete Arti. Durch den Fisch waren die beiden abgelenkt

worden, sodass sie das Atrium nicht näher hatten

betrachten können. Ein breiter, langer Gang, auf dem

viele Schüler Platz hatten, verlief dort.

An dessen Seiten reihten sich einige Klassenräume mit

roten Türen aneinander. Man sah ebenfalls einen kleinen

Abschnitt der ersten Etage.


24

WILLKOMMEN IM SARTRE-GYMNASIUM

25

Der Papagei hatte sogleich eine Frage: ,,Wozu ist dieser

Fernseher gut?“

,,Das ist nur der Vertretungsplan. Kommt, ich führe euch

herum. Folgt mir!“, entgegnete Karpfi.

,,Zuerst gehen wir hier unten entlang. Hier sind Klassenräume,

die es in jedem Stockwerk gibt. Dort hinten ist die

Aula, wo die Schüler ihr Essen bekommen und wo auch

eine Bühne steht. Hier finden Veranstaltungen statt. In

der ersten Etage gibt es neben der Cafeteria und dem

Lehrerzimmer noch das Sekretariat und die Bibliothek.“

,,Warum ist niemand in der Schule?“, fragte Fietje.

,,Es ist noch zu früh! Du bist ganz schön durcheinander.

Ich bin am Verhungern, ihr nicht? Was esst ihr denn

gerne, also ich ...“ Plötzlich verspürten auch Fietje und

Arti großen Hunger.

,,Das ist ein gute Idee, lasst uns etwas essen gehen!“, rief

Arti. Sie gingen zurück ins Atrium.


26

VERFOLGUNG IM SCHULGEBÄUDE

27

"Verfolgung im

Der Graupapagei flog in den Bioraum.

Schulgebäude"

VON GUSTAV SYMANN UND _MXRDXE

Als sie dort ankamen,

waren schon

Balustrade

„Und wo soll ich mich hier verstecken? Ich bin zu groß für

die Blumentöpfe!“, schrie Fietje mit klopfendem

Herzen. Vor Verzweiflung rannte er in die Schultoilette.

Er verschwand in einer Kabine und schloss schnell die Tür.

Plötzlich öffnete sich die Eingangstür. Schritte. Fietje sah

aber keine Schuhe durch den Schlitz. Dann war es still.

2

Kabine,

die, -n =

hier: kleiner,

abgeteilter

Raum, in

dem sich die

Toilette

befindet

1

Balustrade,

die, -n =

eine Art

Geländer

viele Schüler da.

Es war sehr laut.

Alle redeten durch-

War die Person wieder herausgegangen? Fietje öffnete

vorsichtig die Kabinentür. Keiner war da. „Merkwürdig“,

murmelte er und rannte wieder zurück in den Bioraum.

einander. Arti wurde

Dort suchte er panisch nach Arti. Doch dieser war

es zu bunt.

verschwunden.

Er flog nach oben

und setzte sich auf

Kabine

die Balustrade.

Dort beobachtete er das Treiben in aller Ruhe.

Doch als er wieder zu Fietje sah, bemerkte er, wie zwei

düstere Personen auf ihn zu schritten. Beide hatten

Zylinder auf und waren schwarz gekleidet.

Das konnten nur Herr Keinwort und Mr. Mundzu sein.

Zwischen den vielen Jugendlichen waren sie bisher nicht

aufgefallen. Schnell flog Arti zu seinem Freund und schrie

so laut er konnte: „Lauf, Fietje!“

Als Fietje dies hörte, wusste er gleich, dass etwas nicht

stimmte und rannte Arti hinterher.


28

SCHULE, NA KLASSE!

29

3

auf leisen

Sohlen =

schleichen,

geräuschlos

laufen

4

Beamte,

der, -n =

Hüter der

öffentlichen

Ordnung

"Schule, na klasse!"

VON EMY-LARA

Fietje wollte ins Sekretariat gehen, um jemanden um

Hilfe zu bitten. Doch die Schule war auf einmal menschenleer.

Hier ging etwas nicht mit rechten Dingen zu.

Als Fietje am Atrium vorbeikam, fand er dort seinen

Rucksack wieder. Er hob ihn auf und fragte sich, warum

er so schwer war. Diese Frage war überflüssig, denn ein

Schnabel ragte aus dem Rucksack heraus. „Arti!“, rief

Fietje freudig. Der Papagei kam erschöpft herausgekrabbelt.

In der Stille hörten die beiden plötzlich etwas

sehr laut klirren und bekamen es mit der Angst zu tun.

Eine Vase kullerte ihnen vor die Füße. Fjetje ging auf

leisen Sohlen mit Arti auf der Schulter zu einer Säule.

Dort wollte er sich schnell verstecken. Arti geriet in helle

Panik, als er sah, wie Mister Mundzu und Herr Keinwort

hinter der Säule hervorsprangen. Er flog hin und her.

Fjetje griff nach seinem Handy und rief die 110 an. Da

hörte er, dass Herr Keinwort: ,,Ja!“ sagte. Oh nein, er

hatte wohl Arti gefangen. In diesem kurzen Moment als

Fjetje nicht hinsah! Zum Glück kam kurze Zeit später die

Polizei.

auf leisen Sohlen gehen

Die Beamten fragten nicht, was los sei. Sie kannten die

beiden schon. Arti und Fjetje atmeten erleichtert auf,

als die Polizei die Männer festnahm und mit ihnen verschwand.

Die Schule füllte sich inzwischen mit vielen

lärmenden Schülern. Nun musste Fietje aber schnell ins

Sekretariat, um herauszufinden, in welchem Klassenraum

sein Projekt stattfand.

Beamte

lärmend

110 = europäische

Notrufnummer der

5

lärmend =

laut und

unruhig

Polizei


30

ÜBERRASCHUNGEN

31

dämlich

6

dämlich =

ungeschickt

"Überraschungen"

VON _KXNC UND ADDI

Auf dem Weg dorthin ertönte plötzlich eine liebliche Stimme.

„Wo willst du hin?“ Er drehte sich nach der Stimme um und

erblickte ein wunderschönes Mädchen. Gleich fing er an zu

stottern: „Ähm..., also ich, also ...äh.“

Das Mädchen lächelte: „Bist du neu hier? Hab dich noch nie

gesehen.“

Fietje antwortete: „Ja, ich nehme an dem Berlin-Projekt teil

und suche das Sekretariat.

„Hey, da mache ich auch mit. Ich zeige dir, wo wir hin müssen!“

„Gerne!“, sagte Fietje schüchtern. Das konnte ja etwas werden.

Hoffentlich benahm er sich nicht noch weiter so dämlich. Er

tappte ihr hinterher. Nach wenigen Schritten stand die Direktorin

vor ihnen. „Da bist du ja, Fietje!“, sagte sie etwas ärgerlich.

Fietje schaute sich nach dem Mädchen um, doch sie war

schon im Treppenhaus verschwunden.

Jetzt musste Fietje doch noch zur Toilette, bevor er in den

Klassenraum gehen wollte. Diesmal hörte er aus einer Kabine

komische Geräusche. „Nicht schon wieder!“, stöhnte

der Junge leise. Er öffnete ängstlich die Tür, hinter der sich

etwas regte und sah den dicken bunten Karpfen. Den hatte

er schon wieder aus seinem Kopf verdrängt. So etwas war

ja auch völlig absurd.

Der Karpfen lachte

Man nennt

und flog wieder frech

mich übrigens

durch den Raum.

auch: "das

„Man nennt mich

Orakel".

übrigens auch das

Orakel.“ „Das Orakel!",

sagte Fietje, nicht

gerade entzückt

von dieser Neuigkeit.

„Ja“, antwortete

Karpfi. „Ich habe

die Antwort auf

all deine Fragen.“

„Na, darauf bin ich

gespannt!“, dachte

Fietje – leider wie

immer laut.

entzückt

7

entzückt =

begeistert


32

ÜBERRASCHUNGEN

33

8

absonderlich =

seltsam,

ungewöhnlich

„Ring – Ring - Ring“, die Schulklingel unterbrach dieses sehr

absonderliche Gespräch. Fietje nahm sein Board und seinen

Rucksack und rannte los. Er atmete noch einmal tief durch

und betrat dann den Klassenraum, den ihm die Direktorin

vorhin genannt hatte. So viele Gesichter. Fietje suchte.

Und ... da war auch das Mädchen.

Frau Schmidt, die das Projekt leitete, betrat den Raum.

Alle setzten sich und es ging endlich los.

Am Nachmittag wollte Fietje in der Jugendherberge am Ostkreuz

einchecken.

Dort hatte seine Lehrerin Zimmer für alle reserviert.

Nachdem er sich kurz ausgeruht hatte, erforschte er das

Viertel am Ostbahnhof. Dort hörte er die Menschen immer

wieder von ihrem „Kiez“ sprechen.

Auch Arti wunderte sich über das Wort und steckte es sich

ins Federkleid. Erst am Abend im Bett, als er über den Tag

nachdachte, fiel es Fietje wie Schuppen von den Augen. Er

setzte sich abrupt auf: „Kiezien!“ Karpfi hatte gesagt, er sei

aus „Kiezien“. Wenn der Fisch morgen wieder auftaucht, würde

er ihn dazu fragen müssen.

Jugendherberge Berlin Ostkreuz

KIezien!

Die Jugendherberge Berlin Ostkreuz

befindet sich an der Grenze der Bezirke

Lichtenberg und Friedrichshain-Kreuzberg.

Sie ist die größte Jugendherberge des

Kiez

In Berlin und anderen

großen deutschen

Städten gibt es mehrere Bezirke,

Viertel oder auch Kieze.

In Berlin haben diese sogar

eigene Namen. Es sind 12 große

bezirke, die zusammen gehören

und gemeinsam die Stadt

Berlin darstellen.

Trotzdem hat jeder "Kiez"

seinen eigenen Charakter

Durch die Menschen, die Kulturen

und die Besonderheiten, die

es hier gibt.

absonderlich

Deutschen Jugendherbergswerks (DJH) in

Berlin.

Die Jugendherberge ist besonders für

Familienausflüge und Klassenfahrten

geeignet. Das Ostkreuz ist Haltepunkt für

die wichtigsten Buslinien der Stadt. Somit

gelangt man von dort aus schnell zu den

Sehenswürdigkeiten Berlins.

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34

AN DER WUHLE

35

"An der Wuhle"

VON ANNA-SOPHIE UND LEA-MICHELLE

Nachdem sie wieder nach Marzahn-Hellersdorf gefahren

waren, spazierten Fietje und Arti am nächsten Morgen die

Kyritzer Straße entlang.

Sie kamen zu einem schönen, langen Fluss. Dort trafen sie

ein älteres Ehepaar.

Fietje fragte sie, ob sie wüssten, wie der Fluss heißt.

Die Dame sagte stolz: ,,Das ist die Wuhle, mein Junge.“

Fietje bedankte sich für die nette Auskunft und lief weiter.

Da entdeckte er am Flussufer einen glitzernden Stein und

griff danach. Unglücklicherweise fiel er dabei ins Wasser.

Mit zitternder Stimme sagte Fietje: ,,Uh, ist das kalt!“

Arti konnte nicht mehr aufhören zu lachen. Fietje fand das

gar nicht witzig und schaute den Papagei genervt an. Langsam

kroch er wieder aus dem eiskalten Wasser. In der Ferne

sah er seltsame Metallpfosten in den Himmel ragen.


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36

DAS LABYRINTH

"Das Labyrinth"

VON LUCY-AHLIA.S, SAMANTA.C UND FRANCESCA.T

Seilbahn

37

9

Seilbahn,

die, -en =

Schwebebahn,

deren Gondeln

von einem

Zugseil mit

Stromantrieb

bewegt

werden

Fietje wollte sich dieses seltsame Gerüst ansehen. Arti

kam hinterhergeflogen. Er hörte Fietje schon von Weitem

rufen:

,,Arti, das muss das Gelände der IGA sein! Sie wird 2017

eröffnet. Das haben sie gestern beim Projekt gesagt. Lass

uns näher zu diesem Gerüst schauen!“

,,Ok, wie du willst. Aber was ist das?!“ Arti zeigte auf eine

Baustelle. Fietje las das Schild, was dort stand.

,,Das wird eine Seilbahn!“

,,Eine was?“, fragte Arti und steckte sich das Wort gleich

ein. ,,Na, eine Schwebebahn in der Luft, mit der du zum

Beispiel ein Tal überqueren kannst.“ In Artis Gefieder

blitzte es kurz auf.

Internationale Gartenausstellung (IGA)

Bis April 2017 entsteht in Berlin die Internationale

Gartenausstellung 2017. Deren Fläche

beträgt 100 Hektar. Dazu gehören auch die bereits

vorhandenen "Gärten der Welt“ und das Wuhletal.


38

DAS LABYRINTH

39

10

auf freiem

Fuß =

aus einem

Gefängnis

entlassen

11

nächstbester,

nächstbeste =

räumlich als

erstes

kommend

Die beiden Freunde schauten sich nun das Gerüst an.

Fietje las, dass hier der Balinesische Garten entstehen soll.

Dieser ist ein Teil der „Gärten der Welt“.

Dann sahen sie zwei Gärtner. Leider keine normalen. Herr

Keinwort und Mister Mundzu waren wieder auf freiem

Fuß. ,,Lass uns schnell abhauen!“, quetschte Fietje durch

die Zähne. Arti versteckte sich im Skateboard und Fietje

ging langsam den Weg zurück, den sie gekommen waren.

Aber die beiden Bösewichte hatten ihn entdeckt. Fietje

stürzte sich in den nächstbesten Busch. Er stand in einem

großen Labyrinth mit etwa 2,50 m hohen Hecken.

Fietje rannte tiefer hinein, da ihm die Agenten dicht auf

den Fersen waren. Er rannte immer weiter. Hauptsache,

er hängte sie ab!

auf freiem Fuß

Gärten der Welt

Die Gärten der Welt wurden 1987

zur 750-Jahrfeier als Berliner Gartenschau

eröffnet. Später entwickelte sich

aus diesen eine vielfältige Erholungslandschaft.

Zu der Anlage gehören u. a. der

Chinesische Garten, der Japanische Garten

und der Balinesische Garten. Letzterer ist

der Insel Bali gewidmet, die in Indonesien

liegt. Neben diesen verschiedenen Themengärten

gibt es in den Gärten der Welt auch

Liegewiesen, Spielplätze, Restaurants und

Cafés.

nächstbester

ERFAhRE MEHR


40

DAS LABYRINTH

41

12

Die Luft

ist rein. =

Es besteht

keine Gefahr

mehr.

Irgendwo machte er Halt

und schaute hinter sich, ob

Herr Keinwort und Mister

ihn die Bösewichte entdecken. Da tauchte Karpfi am

Himmel auf. Er grinste. „Soll ich euch den Weg hinaus

zeigen?“ Etwas unwirsch willigte Fietje ein.

15

unwirsch =

mürrisch,

unwillig

13

sich

anschicken =

sich bereit

machen

Mundzu ihm gefolgt waren.

Die Luft war rein. Er holte

Arti aus dem Skateboard

„Schon klar. Orakel ...“ Als alle drei am Ausgang waren,

sagte Fietje: „Danke, aber woher wusstest du ...?“

Aber Fietje konnte den Satz nicht beenden. Karpfi war

14

in der

Stimme

schwingen =

ein Gefühl ist

anhand der

Stimme zu

erkennen

heraus und schickte sich an, den

Ausgang zu suchen. Nach einer gefühlten Stunde gab er

die Suche auf. „Labyrinth! Prima Fietje“, ermahnte sich

der Junge. Auch etwas Angst schwang in der Stimme.

schon wieder verschwunden. „….dass wir hier sind ?“,

ergänzte er noch leise zu sich selbst.

Wenn Arti hochfliegt, um ihre Lage zu prüfen, würden

Die Luft ist rein

sich anschicken

SchoN

klar.

Orakel ...

unwirsch

in der Stimme

schwingen


42

KIRSCHBLÜTENREGEN

43

"Kirschblütenregen"

Einige schossen Fotos. Die Leute bestaunten die leuchtenden

Farben dieser wunderlichen Wesen.

16

Kompagnon,

der, -s =

Kamerad

VON DESIDERIA KRUSE

Da Mundzu und sein Kompagnon nicht zu sehen waren,

erkundeten sie die „Gärten der Welt“ noch weiter.

,,Hier sollen auch besondere Kirschblüten sein!“, sagte Fietje.

In der Zwischenzeit war er ganz in seinem Schulprojekt angekommen,

wenn auch nicht in der Klasse. Sie wanderten zu den

kleinen Springbrunnen, welche sich in der Nähe des Eingangs

befanden. Dort planschte Karpfi fröhlich im kühlen Wasser.

Niemand fand das komisch. Doch mit einem Mal waren alle

Augen auf ihn und Arti gerichtet. Er saß auf Karpfi und knabberte

an seinen schillernd bunten Schuppen.

Schließlich wurde es Arti zu bunt und er flog auf einen

Baum, auf dem ihn niemand mehr sah. Der Karpfen aber

genoss es, im Mittelpunkt zu stehen. Doch dann bemerkten sie

wieder die Bösewichte, die an ihnen vorbeihuschten.

Also suchten die drei das Weite. Sie flüchteten in den Japanischen

Garten. Überall lagen Blüten der Kirschen auf dem

Boden. Es sah sehr schön aus. Diesen Anblick würden sie nicht

vergessen, aber im Nacken saß die schwarze barfüßige

Gefahr.

Kompagnon


44

FALSCHE VERDÄCHTIGUNG

45

"Falsche Verdächtigung"

VON ELISABETH JANKOVEC UND SOPHIA M.

„Schau, die U-Bahn kommt“, rief Fietje. Sie schafften es

gerade noch so und sprangen hinein. Gegenüber von ihnen

saßen zwei Männer. „Menschen, die uns durch Löcher in

Zeitungen beobachten und denken, dass das nicht auffällt,

können nichts Gutes bedeuten“, flüsterte Fietje. „Bleiben

wir einfach sitzen, hier schützt uns die Menschenmenge“,

sagte Arti nicht so siegessicher.

Fietje und Arti gefiel es in Marzahn-Hellersdorf

sehr, vor allem weil es dort so viele grüne Plätze

gab. Trotzdem hatten sie noch Lust, in andere

Stadtteile Berlins zu fahren und sich dort bekannte

Sachen anzuschauen. Am Nachmittag

wollte sich Fietje mit der Projektgruppe im Naturkundemuseum

zu einer Führung treffen.

Bis dahin wollten sie sich aber unbedingt noch

den Fernsehturm ansehen. Sie fuhren mit der

U-Bahn hin.


46

FALSCHE VERDÄCHTIGUNG

47

Am U-Bahnhof „Samariter Straße“

benahmen sich Herr Keinwort

und Mister Mundzu jedoch merkwürdig.

Sie sprangen auf und

rannten zur vordersten Tür.

Als sich die Tür öffnete, stiegen

sie aber nicht aus.

„Was ist denn mit denen los?

Erst rennen sie zur Tür, dann

steigen sie nicht aus!“, sagte Fietje.

„Ich trau dem Frieden nicht. Arti,

wir steigen jetzt aus!“ Als Fietje

nach seinem Rucksack griff, war

er nicht mehr da. Fietje rannte

durch die Bahn, doch er fand

nichts. „Im Rucksack ist das

Skateboard. Wenn das weg ist,

können wir dich nie mehr verstecken!“,

sagte Fietje verzweifelt.


48

FALSCHE VERDÄCHTIGUNG

49

„Alexanderplatz.“ Endhaltestelle. Herr Keinwort und Mister

Mundzu mussten auch aussteigen. Fietje hoffte, dass die

beiden den Rucksack hatten. Doch ihre Hände waren leer.

Sie konnten den Rucksack also nicht geklaut haben.

„Wo ist nur mein Rucksack?“, jammerte Fietje. Arti lachte

laut: „Du hast ihn auf dem Rücken!“

„Oh Mann! Was bin ich nur für ein Clown!“, sagte Fietje erleichtert.

Er war so froh, dass der Rucksack da war. Jetzt

konnten sie beruhigt zum Fernsehturm laufen."

Alexanderplatz

Der Alexanderplatz, auch

"Alex" genannt, ist einer

der meistbesuchten Plätze und

zugleich eine der bekanntesten

Sehenswürdigkeiten Berlins. Durch

seine Lage ist er auch ein wichtiger

Verkehrsknotenpunkt. Der Platz

ist nach dem Zaren Alexander

benannt. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts

wurde der Alexanderplatz

vor allem für militärische Zwecke

genutzt. Im Laufe der Geschichte

fanden dort immer wieder historische

Ereignisse statt, wie z. B. die

Demonstrationen gegen das DDR-

Regime im Jahre 1989.

ERFAhRE MEHR


50

DAS KRIBBELN IM BAUCH

51

17

krass =

begeisternd,

großartig

18

Bursche =

Knabe, Kerl,

Junge

19

Broiler =

Brathähnchen

"Das Kribbeln im Bauch"

VON FRANCESCA.T, LUCY-AHLIA, SAMANTA C

„Wow! Krass, ist der hoch!“, sagte Fietje, als er aus der U-

Bahnstation herauskam und den Fernsehturm sah.

„Um genau zu sein, 368,03 Meter!“, sagte die wohlbekannte

fischige Blubberstimme.

„Karpfi, jetzt hast du mich aber erschreckt!“, schrie Arti.

Dieser antwortete empört:

„Findest du mich etwa gruselig?“

Dann wandte er sich Fietje wieder zu.

„Der hübsche Bursche vor uns ist der Fernsehturm. Wie

geht’s dir, Fietje, und dem Broiler neben dir?“, versuchte

er Arti zu provozieren.

„Wie kannst du mich so nennen! Ich bin ein sehr weiser

Graupapagei!“, krächzte Arti eingeschnappt.

„Das ist also der Fernsehturm. Kann man denn auf die Aussichtsplattform?“,

fragte Fietje, um die Situation zu entschärfen.

„Natürlich, das kostet zwar Geld, aber wenn ihr mit mir rein

geht, kostet es weniger. Ich bin hier überall bekannt, wie ein

Star! Ich habe schließlich einen eigenen YouTube-Kanal!“,

sagte der Karpfen stolz.

„Dann lass uns hochgehen!“, beschloss Fietje kopfschüttelnd.

Die drei gingen rein und liefen zum

Fahrstuhl.

Krass ist

der hoch!

krass

Bursche

Berliner Fernsehturm

Steht im Zentrum Berlins, nahe dem Alexanderplatz

das höchste Bauwerk in Deutschland

zweithöchster Fernsehturm der Welt

Rundfunksender, Restaurant, Aussichtsturm

Um genau

zu sein:

368,03 Meter.

ERFAhRE MEHR

Broiler


52

DAS KRIBBELN IM BAUCH

53

Als der Fahrstuhl sich in Gang setzte, spürten Arti und

Fietje ein Kribbeln in ihren Bäuchen. Nach einer Ewigkeit

kamen sie endlich oben an und waren erstaunt, wie groß

die Stadt wirklich war. Sie sahen die ganzen Sehenswürdigkeiten.

Und von hier oben sahen alle Menschen aus wie

kleine Ameisen.

Die Zeit verging und als sie wieder unten ankamen, wurde

es schon dunkel. Sie schnappten sich das Skateboard und

flogen schnell zum Naturkundemuseum, wo sich die

Projektgruppe aus dem Sartre-Gymnasium zur

nächtlichen Führung treffen wollte.

Museum für Naturkunde

neben dem Senckenbergmuseum

in Frankfurt

das größte Museum für Naturkunde

in Deutschland

hat mehr als 30 Millionen

Ausstellungsstücke

ERFAhRE MEHR


54

NACHTS IM NATURKUNDEMUSEUM

55

20

rütteln =

schnell

[ruckweise]

hin und her

bewegen,

heftig

schütteln

"Nachts im

Naturkundemuseum"

VON GUSTAV SYMANN UND _MXDKXE

„Schnell Arti, schlüpf in meinen Rucksack“, sagte Fietje vor

dem Museum. Der Papagei murrte, tat es aber. So konnte

Fietje ihn mit rein nehmen. Irgendwann rüttelte Arti am

Verschluss und krächzte leise.

„Hör auf! Sie hören dich sonst! Wenn wir drin sind, gehen

wir in eine Ecke und ich lasse dich raus“, flüsterte Fietje

ihm zu. Er ging zu seiner Projektgruppe, bemerkte jedoch

nicht, dass er die ganze Zeit verfolgt wurde. Arti bekam im

Rucksack kaum noch Luft.

„Was hast du hier alles drin?", meldete sich Arti zerknirscht.

zerknirscht

rütteln

Die Agenten hatten ein

falsches Lächeln aufgesetzt,

was in Fietje ein

ungutes Gefühl aufsteigen

ließ. Arti bekam von all

dem nichts mit.

21

zerknirscht =

niedergeschlagen

Kaum war die Gruppe beisammen, begann auch schon die

Führung. Fietje traute seinen Augen kaum! Sie wurde von

Herrn Keinwort und Mister Mundzu gehalten! Da sie aber

nicht reden konnten, hatten sie komische Geräte vor ihren

Bäuchen hängen, die einen Text anzeigten und einen

Audiokommentar abspielten. Die anderen Schüler lachten

und dachten, dass es zur Museumsführung gehörte. Fietje

wusste es besser.

„Herzlich willkommen im Naturkundemuseum Berlin!“, gab

das Gerät von sich.


56

NACHTS IM NATURKUNDEMUSEUM

57

22

mit

gedämpfter

Stimme =

leise,

flüsternd

23

argwöhnisch =

misstrauisch

Zwanzig Minuten später machten sie eine kleine Pause.

Fietje suchte eine stille Ecke und konnte Arti endlich aus

der Tasche holen.

„Was hat denn da so lange gedauert?“, schimpfte Arti laut.

„Leise, sonst entdecken sie uns noch!“, flüsterte Fietje mit

gedämpfter Stimme. Arti wunderte sich, was und wen er

meinte.

„Wer soll uns denn entdecken? Und warum bist du so nervös?“

fragte er argwöhnisch.

„Unsere Gruppe wird von Herrn Keinwort und Mister

Mundzu geführt. Sie müssen uns bis hierher gefolgt sein“,

murmelte Fietje. Er wurde immer nervöser.

mit gedämpfter Stimme

Wer soll uns

denn hier

entdecken?

Plötzlich tauchte ein

Schatten über ihnen auf.

Eine sehr große Gestalt

stand vor ihnen und verdeckte

die Lampe, nur an

einigen Stellen schimmerte

Licht durch.

Arti, ist das etwa ein

Brachiosaurus?“, stotterte

Fietje.

Arti sah ihn an. „Ein Brachio...was?“,

echote er.

„Ein Dinosaurier. Besser

gesagt, das Skelett aus

der großen Halle“, erklärte

Fietje stotternd.

Die Freunde rissen erstaunt die Augen

auf. Das ganze Naturkundemuseum

war zum Leben erwacht!

Überall begannen sich die alten Fossilien zu

bewegen!

Das Brachiosaurusskelett

in Berlin

Pflanzen fressender

Dinosaurier

Das Skelett ist 13,27 Meter hoch

Das größte montierte

Dinosaurierskelett der Welt

24

Fossil, das,

Fossilien =

versteinerter

Überrest von

Tieren oder

Pflanzen

argwöhnisch

Fossilien


58

NACHTS IM NATURKUNDEMUSEUM

59

25

Exponat, -e =

Ausstellungsstücke

Arti umrundete den Kopf des Dinosauriers und landete auf

Fietjes Schultern.

„So viele neue Federn“, sagte er stolz.

Plötzlich hörten sie Leute näherkommen, die Exponate

hatten es auch bemerkt und verharrten in ihren

ursprünglichen Positionen, als im nächsten Moment zwei

Museumsangestellte um die Ecke bogen.

Arti kniff Fietje mit dem Schnabel ins Ohr:

„Weißt du, was ich denke?“, flüsterte er dem Jungen zu.

„Nein...“, murrte Fietje

und rieb sich sein

Ohr.

„Ich, glaube, dass

alle nur vor Kindern

lebendig werden“,

fuhr Arti fort.

„Ok, die müssen ja einen Grund

dafür haben“, sagte Fietje und

lief zurück in den Eingangsbereich.

Er kam jetzt am Präparat von Knut vorbei. Fietje erinnerte sich,

dass dieser berühmte Eisbär vor Kurzem im Berliner Zoo gelebt

hatte. Nach eingehender Betrachtung des Bären fiel ihm auf, dass

es im Museum ganz ruhig geworden war. „Wo sind denn alle hin?“,

fragte er und suchte nach seiner Projektgruppe. Er sah auf sein

Handy und erschrak.

„Schon so spät? Die anderen sind bestimmt längst beim Brandenburger

Tor!“, stellte er entsetzt fest.

Er und Arti mussten so schnell wie möglich dorthin kommen, bevor

man sein Fehlen bemerkte. Sie rannten aus dem Museum und

flogen mit dem Skateboard zum Brandenburger Tor.

Präparat

26

Präparat,

das, -e =

getrocknete

Pflanze oder

ausgestopftes

Tier als

Lehrmittel

Exponate


60

DAS BRANDENBURGER TOR BEI NACHT

61

"Das Brandenburger

Tor bei Nacht"

VON LAURA FATZ & ANNA GREEN

tiergarten

Der Tiergarten ist kein Zoo,

sondern eine grüne Oase im

Herzen von Berlin.

Auf seinen großen Wiesen kann

man sich entspannen oder Sport

treiben.

ERFAhRE MEHR

Brandenburger Tor

Steht am Pariser Platz

Bekanntes internationales Wahrzeichen

und nationales Symbol der Teilung und Einheit

von Deutschland

steht auf der Rückseite vieler 0,10 €;

0,20 € und 0,50€ Stücken

ERFAhRE MEHR

Vor dem Brandenburger Tor hatten sich viele Menschen

versammelt und bestaunten das hell erleuchtete Bauwerk.

Arti verabschiedete sich, da er noch einen Ausflug in den

Tiergarten machen wollte. Er dachte, dass er dort ein wenig

entspannen konnte, doch er hatte nicht mit den Agenten

aus Sprachlos-Land gerechnet. Er beobachtete, wie sie im

Tiergarten zwischen den Bäumen umherschlichen und sich

dann auf den Weg in Richtung Brandenburger Tor machten.

Arti flog über die beiden hinweg, verborgen durch die

Dunkelheit und versuchte Fietje in der Menschenmenge zu

finden.


62

DAS BRANDENBURGER TOR BEI NACHT

63

Endlich entdeckte er Fietje. Doch dieser unterhielt sich

gerade mit einem Schüler aus der Projektgruppe.

„Du musst mal im Oktober hierher kommen“, sagte der

Berliner begeistert zu Fietje, „da findet das FESTIVAL

OF LIGHTS statt und alles Wichtige in der Stadt ist bunt

beleuchtet!“

FESTIVAL OF LIGHTS

Das FESTIVAL OF LIGHTS findet

jedes Jahr im Oktober in

Berlin statt. Im Rahmen des Festivals

werden Monumente, Gebäude

und Plätze mit Lichtinstallationen

von Künstlern aus aller Welt

angestrahlt.

ERFAhRE MEHR

Arti unterbrach die Unterhaltung und flüsterte Fietje

ins Ohr, dass er Herrn Keinwort und Mister Mundzu im

Tiergarten gesehen hatte. Gerade, als die Agenten Fietje

entdeckt hatten, stellte sich die Projektleiterin vor den

Jungen. Deshalb traten die Ganoven den Rückzug an.

„Hier, mit diesem Ausweis erhältst du für die Dauer des

Projekts in allen Museen freien Eintritt. Ich wünsche dir

noch einen schönen Abend

und viel Spaß“, sagte sie.

Fietje bedankte sich.

Die Projektgruppe

löste

sich auf und er

beschloss, gemeinsam

mit

Arti noch das

Technikmuseum

zu besuchen,

welches

auch noch so

spät geöffnet

war.


64

DIE EROBERER

65

"Die Eroberer"

VON MARKUS RAUSCH

Es war schon 22 Uhr und Fietje wurde müde.

„Lass uns bitte zur Jugendherberge zurückfahren“,

bat er deshalb Arti.

Gemeinsam machten sie sich auf den Weg zur U-Bahn.

Kaum saßen sie in einem Abteil, fielen dem Jungen auch

schon die Augen zu.

Als er wieder aufwachte, fand er sich in der Internet-

Ausstellung des Technikmuseums wieder. „Warum sind wir

immer noch hier?“, fragte er.

Doch Arti war verschwunden.

Deutsches Technikmuseum in Berlin

Vom Deutschen Technikmuseum waren sie so fasziniert,

dass sie dort die Zeit vergaßen. Arti war besonders begeistert

von der Schifffahrtsausstellung. Noch nie im

Leben hatte er so viele Schiffsmodelle gesehen. Fietje

schwärmte von der Ausstellung „Filmtechnik“ und hätte

sich die riesigen alten Kameras gerne näher angesehen.

Das Deutsche Technikmuseum ist eines der

meistbesuchten Museen Berlins. Es wurde 1982

gegründet. Das Wahrzeichen des Museums ist der "Rosinenbomber“

an dessen Fassade. Insgesamt erstreckt

sich das Deutsche Technikmuseum über eine Fläche von

26.500 Quadratmetern. Es gibt verschiedene Ausstellungen,

z. B. zu den Themen Luftfahrt, Schifffahrt,

Schienenverkehr, Automobilität, Filmtechnik und

Computergeschichte.

ERFAhRE MEHR


66

DIE EROBERER

67

27

frustriert =

enttäuscht

Arti?“, rief er, doch er bekam keine Antwort.

Stattdessen hörte er ein elektronisches

Piepen und Flüstern: „Wir werden die Welt

erobern!!! Der Mensch ist den Computern

unterlegen.“

„Was zum..?“, murmelte er und sprang auf.

Schnell rannte er durch die Internet-

Ausstellung und anschließend durch das

ganze Museum. Aber von Arti keine Spur

und sowohl Türen als auch Fenster waren

verschlossen...

„Das darf doch alles nicht wahr sein...“, rief

er ängstlich und frustriert.

Was sollte er nur machen? Arti suchen

oder den Computern auf den Grund

gehen? Nach kurzem Überlegen entschied

er sich für die Computer. Arti kam auch

ohne ihn zurecht. Er fragte sie nun aus,

wie sie die Welt erobern wollten. Natürlich

verrieten sie ihm nichts. Als sie schnell

weghüpften, folgte er ihnen.

Wir werden

die welt

erobern!!!

frustriert


68

DIE EROBERER

69

Er flüsterte: „Komisch, Computer brauchen doch Strom

und Anschlusskabel, aber die haben weder das Eine noch

das Andere. Außerdem können Computer doch nicht

hüpfen und reden!“

Ein Computer führte ihn jetzt zu einem riesigen Flugzeug.

Fietje las auf einem Schild, dass es sich um eine

Junkers Ju 52 handelte.

Im Flugzeug warteten schon viele andere Computer.

Einer von ihnen saß auf dem Pilotensitz und hatte eine

Mütze auf. Er bediente die Knöpfe im Cockpit. Fietje rieb

sich die Augen. Wollten sie tatsächlich mit dem Flugzeug

davonfliegen? Und was hatten sie als nächstes vor?

Fietje wusste, dass er sie aufhalten musste. Aber wie?

... computer

brauchen doch

strom und Anschlusskabel...

Junkers Ju 52 Hans Kirschstein

Die Junkers Ju 52 ist ein

Passagierflugzeug, das

erstmalig 1931 gebaut wurde.


70

DIE RUBINROT EROBERER UND SAPHIRBLAU

71

28

jemanden

oder etwas

mustern =

genau

anschauen,

gründlich

untersuchen

Besorgt beobachtete er die Computer, die an ihm vorbeihüpften

und als nächstes ins Flugzeug einstiegen.

Einer blieb jetzt neben Fietje stehen. Der Junge musterte

ihn von oben bis unten. An seiner rechten Seite steckte

ein rot blinkender USB-Stick, auf dem „Eroberungsmodus“

stand. Als Fietje sich umschaute, bemerkte er, dass alle

Computer diesen Stick trugen.

Da hatte er die erlösende

Idee: Er eilte ins Cockpit,

zog aus dem Computer mit

der Pilotenmütze den USB-Stick heraus und schaltete die

Maschine ab.

Ein ohrenbetäubendes Quietschen erklang.

Fietje, wach auf!“, hörte er Artis Stimme wie aus der

Ferne.

Fietje blinzelte und fand sich in der Bahn wieder. Er lachte.

„Du glaubst nicht, was das für ein verrückter Traum war,

Arti“, sagte er, gähnte und warf sich den Rucksack über

die Schulter. „Müssen wir aussteigen?“ Arti nickte und

gemeinsam machten sie sich auf den Weg zur Jugendherberge.

mustern


72

Fietje und Arti in

Berlin - Teil 2

Klasse von Meyke Keddi

Klasse 8/1

73

von links nach rechts: Violetta Schneider, Alea Hörder,

Clara Meyer, Elina Schall, Alexander Henning, Nicole Vostrikov,

Moritz Wolf, Leonie Schönberg, Alexandra Klein, Kevin Harms,

Maria Soldatkin, Anastasia Kolbasa, Artur Stoppel, Franziska Witt,

Jessica Kunde, Annika Brückmann, Paula Fleischer, Leah Franz,

Chantal Wedler, Christian Plath, Justin Ulbricht, Frederik Tuchan,

Vivien Gentzsch


74

ZWISCHEN CURRYWURST UND GAUNERN

"Zwischen Currywurst

und Gaunern"

beeil dich,

fietje!

75

29

Schrippe,

die, -n =

einfaches

Brötchen

Am nächsten Morgen wachte Fietje ausgeruht auf, Arti

bekam er jedoch kaum wach.

„Was für ein verrückter Tag gestern!“, waren Fietjes erste

Worte, bevor er sich mit Arti im Rucksack in den Frühstücksraum

begab. Während er aß, fütterte er Arti heimlich

unter dem Tisch mit kleinen Stücken, die er von einer

Schrippe abriss. Es war Samstag und heute hatten sie sich

vorgenommen, Berlin noch einmal bei Tageslicht zu erkunden.

Als erstes fuhren sie mit der S-Bahn in Richtung

Stadtmitte. Von dort aus wollten sie eine Bustour mit dem

Doppelstockbus der Linie 100 machen.

Schrippe

„Beeil dich, Fietje! Wenn wir oben ganz vorn sitzen wollen,

müssen wir als erste in den Bus einsteigen.“, drängelte Arti.

Der Busfahrer hatte gerade die Türen mit einem lauten

Zischen geöffnet, da breitete Arti schon seine grauen Flügel

aus und flog in die zweite Etage des Doppelstockbusses.

Und tatsächlich: Fietje und Arti ergatterten einen der beliebtesten

Sitzplätze im ganzen Bus.


76

ZWISCHEN CURRYWURST UND GAUNERN

77

Fietje seufzte und streckte seine Beine aus. Er freute

sich schon auf den Pariser Platz. Durch die Frontscheibe

glitzerte die Mittagssonne auf Artis Schnabel und kitzelte

ihn ein wenig.

Nun fuhr der Bus auf einer langen, breiten Straße direkt

auf das Brandenburger Tor zu. Erst jetzt fiel den beiden

auf, wie groß es tatsächlich war und dass darauf eine

mächtige Statue zu sehen war.

Sie stand in einem von 4 Pferden gezogenen Wagen und

hatte einen Stab in der Hand.

„Sieh nur dort, Fietje!“, sprach Arti ganz aufgeregt.

„Auf der Lanze sitzt ein goldener Paradiesvogel! Hier in

Berlin!“ Fietje sah ihn auch, widersprach aber: „Hier in

meinem Touristenführer aber steht, der Vogel auf der

Lanze sei eine Adlerskulptur.“

„Sieh doch nur, der Vogel bewegt sich! Berlin ist voller

Überraschungen, mein Freund!“, sagte Arti.

30

Lanze,

die, -n =

altertümliche

Waffe mit

einer Spitze

aus Metall

Lanze


78

ZWISCHEN CURRYWURST UND GAUNERN

79

Bude

„Mensch, habe ich einen Hunger. Du auch, Arti?“, fragte

Fietje.

„Ja, aber ich würde gern etwas essen, das typisch für

Berlin ist. Lass uns doch jemanden fragen, ob er uns

etwas empfehlen kann“, schlug Arti vor.

Die beiden Freunde sahen sich auf dem vollen Pariser

Platz um. Die Sonne strahlte und die Menschen wirkten

zufrieden. Nach einer kleinen Weile fragten sie eine junge

Mutter, welches Essen für Berlin typisch wäre. Sie antwortete:

„Also ick liebe Currywurst. Die für mich beste

jibt es bei Curry-Fritz!“

Fietje bedankte sich bei ihr und hielt Ausschau nach dem

Imbiss. Und tatsächlich! Auf der anderen Seite des Platzes

gab es eine kleine Bude, auf welcher „Curry-Fritz“

stand.

31

Bude,

die, -n =

Essensstand,

Verkaufsstand

Was ist

typisches

Berliner

Essen?

Pariser Platz

Liegt an

der Ostseite des

Brandenburger Tores

Gehörte bis zur

Wende zur Grenze

zwischen Ost- und

West-Berlin


Virtuose

80

ZWISCHEN CURRYWURST UND GAUNERN

81

Fietje und Arti

bestellten sich

eine Currywurst

und mussten zugeben,

dass sie viel

besser schmeckte,

als zuhause. Dazu gab

es sogar noch gratis Limo.

Mit der Wurst in der Hand

liefen sie ein wenig auf dem Platz

herum und gesellten sich zu einer Gruppe von Leuten,

die sich um zwei Musiker gestellt hatten. Fietje und Arti

konnten sie zwar nicht sehen, aber die beiden spielten

wunderschöne Musik. Arti, ein Virtuose, hörte eine

Mundharmonika und ein Akkordeon heraus. Es dauerte

ein wenig, bis die beiden sich nach vorn gekämpft hatten.

Sie stiegen wieder in den Bus in Richtung Alexanderplatz

und machten es sich bequem. Arti plapperte wie ein

Wasserfall: „Was machen die beiden denn hier? Warum

spielen sie Musik? Ob sie

wegen uns hier sind?

Haben sie uns erkannt?

Fietje, was sagst du

dazu?“ Fietje seufzte nur

sehnsüchtig: „Ich will

noch eine Currywurst.

Aber... die spielen wirklich

gut!“

35

plappern =

viel und schnell

reden

plappern

32

Virtuose,

der, -n =

Kenner

der Musik

33

Mundharmonika,

die, -s =

volkstümliches

Musikinstrument

34

Akkordeon,

das, -s =

Schifferklavier,

volkstümliches

Musikinstrument

Doch auf einmal gefror ihnen das Blut in den Adern,

denn die Musiker waren Herr Keinwort und Mister Mundzu.

Zum Glück hatten die Bösewichte Arti und Fietje noch

nicht gesehen. Unbemerkt machten sie sich aus dem

Staub.

Mundharmonika

Akkordeon


ERFAhRE MEHR

82

ZWISCHEN CURRYWURST UND GAUNERN

83

„Alexanderplatz – Endhaltestelle! Bitte alle aussteigen!“

„Hm, ob es hier auch so eine leckere Currywurst gibt?“,

fragte Fietje, dem schon wieder das Wasser im Mund

zusammenlief. „Du denkst auch nur mit deinem Magen!“,

lachte Arti.

Die beiden liefen über den

menschenüberfüllten Platz.

Arti, hörst du das auch?“,

fragte Fietje und blieb stehen.

Arti lauschte.

„Ja, es klingt wunderschön.

Lass uns herausfinden,

wo die Stimme

herkommt!“, schlug er

vor.

Sie folgten den Klängen

und kamen an

der Weltzeituhr an.

Auf dieser saß ein

prachtvoller Paradiesvogel

und sang

mit einer bezaubernden zarten Stimme. Arti drängelte sich

zwischen den Leuten durch, die begeistert zuhörten und

sich den Vogel anschauten.

Fietje kämpfte sich zu Arti durch

und flüsterte:

„Das muss dieser tolle Vogel

sein, den wir auf dem Brandenburger

Tor gesehen

haben."

Erst jetzt, als sie direkt

vor der Weltzeituhr

standen, konnten Fietje

und Arti die Schönheit der

Vogeldame bewundern. Sie

besaß ein gepflegtes goldweißes

Federkleid, stahlblaue

Augen und große, prächtige Flügel.

Manchmal konnten Arti und

Fietje eine besondere weiße

Feder sehen, auf der glitzernde

Noten zu sehen

waren.

Die Urania-Weltzeituhr

Zeigt die Uhrzeit an 148 Plätzen

der Welt

Zu DDR-Zeiten auf dem

Alexanderplatz aufgestellt

10 Meter hoch


84

ZWISCHEN CURRYWURST UND GAUNERN

85

In einer kurzen Gesangspause gesellte sich Arti sofort zu

der Paradiesvogeldame. Er stellte sich ihr höflich als König

von Wort-Reich vor.

„Sehr erfreut!“, sagte die Vogeldame mit einer sanften,

zarten Stimme.

„Ich bin Ahri! Ich komme aus

Kiezien.“

Arti musste bei diesem Ort

direkt an Karpfi denken und wollte die Vogeldame fragen,

ob sie den Fisch auch kannte. Da kam Fietje dazu und Arti

vergaß seine Frage. Er stellte die Schönheit seinem Freund

vor und so kamen die drei ins Gespräch.

seidig

Arti war neugierig und fragte Ahri, was es mit der Feder

mit den Noten auf sich hatte.

Die Feder gibt mir die Kraft zu singen. Wenn du möchtest,

singe ich dir deine Wörter vor“, antwortete sie.

36

seidig =

weich,

geschmeidig

Schon begann sie wunderschön zu

singen, ihre Stimme war seidig.

Arti und Fietje genossen ihr

Privatkonzert mit geschlossenen

Augen.


86

ZWISCHEN CURRYWURST UND GAUNERN

87

So sahen sie nicht, dass die Ganoven aus Sprachlos-Land

leise näherschlichen. Herr Keinwort packte Ahri und hielt

ihr den Schnabel zu.

Fietje und Arti öffneten verwundert die Augen als sie so

plötzlich verstummte.

Als Arti hochflog, konnte er sie nur noch in ein Taxi steigen

sehen, Ahri in einem Sack bei sich.

Arti flog zu Fietje zurück und fragte: „Was wollen die von

ihr, die Noten?“

„Was denn sonst? Los, hinterher!“, rief Fietje wütend.

„Lasst sie frei! Das ist Tierquälerei!“, hörten sie jemanden

rufen.

Da realisierten sie erst, was geschehen war. Fietje und

Arti wollten den Männern hinterher, doch inzwischen

versperrten ihnen zu viele Menschen den Weg.


88

DAS SÜSSE HERZ BERLINS

89

"Das süße Herz Berlins"

VON SCHÜLERN DER KLASSE 8/3 DES SARTRE-GYMNASIUMS

Das Taxi fuhr in eine Nebenstraße, in der es plötzlich

köstlich nach Schokolade duftete. Viele Menschen

strömten in die gleiche Richtung.

Sofort gingen beide zu einem Taxi, auf dem stand:

„Wir haben immer für Sie Zeit!“

Sie stiegen ein und sagten dem Fahrer, er solle das

senfgelbe Taxi, das gerade um die linke Ecke abbog,

verfolgen.

„Halten Sie an! Da sind sie!“, rief Fietje, als er die Agenten

aus Sprachlos-Land entdeckte. Auch sie mischten sich

in den Strom der Leute. Fietje bezahlte und öffnete die

Taxitür.

„Ick hab eijentlich Essenpause!“, entgegnete der Fahrer

schmatzend. „Aber ick will mal nich so sein, wa?“, sagte

er und startete den Motor.


90

DAS SÜSSE HERZ BERLINS

91

Bunte Schokowelt Berlin

2010 eröffnet der Flagshipstore von Ritter

Sport mit Café, Ausstellungsraum und einer Schokowerkstatt

für Kinder und jugendliche.

Das Paradies der Schokolade liegt im Herzen

von Berlin, direkt am Gendarmenmarkt.

Hier ist fast alles "Quadratisch. Praktisch.

Gut.“ (Werbeslogan der Schokoladenmarke)

Quadratisch sind alle Schokoladentafeln

vor Ort. Praktisch ist, dass man sie gleich kaufen

und verzehren kann. Und gut schmecken sie Jung

und Alt.

Service/Anfahrt

Anfahrt

B B 2/5

B 2/5

burg burg

Charlotten-

Charlottenburg

Anfahrt

Anfahrt

Hausvogtplatz

Hausvogtplatz

Branden-

Brandenburgeburger

Tor Tor

Tor

Brandenburger Tor Tor

Brandenburger Tor

Wilhelmstr.

Wilhelmstr. Wilhelmstr.

Die Freunde standen vor einem

hohen Gebäude.

52° 31‘

52° 31‘

N, N, 13‘ 13‘ 17‘0 17‘0

N, 13‘ 17‘0

„Bunte Schokowelt“ stand in großen

Buchstaben über der einladenden

Eingangstür.

„Ach, schade. Da würde ich jetzt auch

gern reingehen“, dachte sich Fietje,

als er einen Blick durch die offene

Tür warf.

Plötzlich wurde er angerempelt

Behrenstr.

Behrenstr.

und aus seinen Gedanken gerissen.

Fietje sah nur noch,

Dorotheenstr.

Dorotheenstr.

wie die zwei Männer mit Ahri

Friedrichstr.

Friedrichstr.

unter dem Arm durch die

offene Tür stürmten.

Unter den Linden

Unter den Linden

Mohrenstraße

Mohrenstraße

„Das gibt es doch nicht..., die

sind hier rein!“, krächzte Arti.

Taubenstr.

Taubenstr.

BUnTe SCHokowelt

BUnTe SCHokowelt

Mohrenstr.

Mohrenstr.

B B 96 96

B 96

Wedding

Wedding

Französische

Französische

Straße

Straße

C

Museumsinsel

Museumsinsel

Humboldt-Universität

Humboldt-Universität

Französische Straße

Französische Straße

Jägerstr.

Jägerstr.

Gendarmenmarkt

Gendarmen-

Friedrichstraße

Friedrichstraße

B B1

B 1

Prenz

Prenzl Ber B

Ber


92

DAS SÜSSE HERZ BERLINS

93

Fietje folgte dann Arti, der sich am Eingang

ungeduldig wartend festkrallte. Schnell

schlüpfte der König von Wort-Reich in Fietjes

Rucksack. Im Geschäft erblickten die Freunde

das reinste Schoko-Paradies.

„Das ist wirklich eine Bunte Schokowelt!“, hauchte Fietje,

sichtlich beeindruckt.

Sie sahen einen gigantischen rechteckigen und obendrein

noch durchsichtigen Behälter, der in viele kleine Abschnitte

unterteilt und mit unzähligen kleinen Schokoladentafeln

bis zum Rande gefüllt war. Die Schokoladen-

Tafeln waren überall in allen möglichen Größen, Farben

und Geschmacksrichtungen zu sehen.


94

DAS SÜSSE HERZ BERLINS

95

Am Eingang war Fietje auch schon die Theke mit vielen

quadratischen Kuchen aufgefallen.

Fietje bekam gewaltigen Schokoladenhunger, aber das

musste noch warten. Die Agenten waren nirgends zu

sehen, doch irgendwo mussten sie ja sein. Fietje sah eine

Rolltreppe, die nach oben führte.

„Gehen wir“, sagte Fietje zu sich selbst und zu Arti im

Rucksack. Er betrat die Treppe. An der Wand hingen

Tafeln mit vielen Informationen.

Woraus besteht Schokolade und seit wann gibt es sie

und wer hat sie erfunden? Woher kommt

die Kakaobohne? Fietje hätte das alles gerne

gewusst, aber er musste weiter nach

den Entführern von Ahri suchen.

Doch auch hier konnten sie Ahri und die

Agenten nicht finden.

Woher stammt Schokolade

eigentlich?

Vor über 3500 Jahren tranken die Olmeken

in Mittelamerika geröstete Kakaobohnen.

Damals gab es Schokolade nur als Getränk.

Heute werden die Tafeln aus Kakaomasse,

Kakaobutter und Zucker hergestellt, bei

Milchschokolade kommt noch Milchpulver

hinzu.


Gefüllte Schokolade Schokolade kann

Zum Beispiel mit dem Schleuderverfahren.

Dabei wird flüssige Schokolade geschleudert

und an den Rand einer Form gedrückt.

In die Mitte wird die Füllung gegeben und

Das Verfahren eignet sich am besten, um

die unterschiedlichsten Füllungen wie Nugat,

96

DAS SÜSSE HERZ BERLINS

97

Also fuhren sie runter ins Erdgeschoss und dann noch

weiter ins Untergeschoss. Im unteren Raum gab es

weniger Licht! Hier war das Labor, in dem sich nur Kinder

und Jugendliche ihre eigene Schokolade zaubern konnten.

Viel Trubel war in der Schokoladen-Werkstatt: Kinder

hatten ihre Lieblingsschokolade hergestellt und dazu ihre

eigene Verpackung gemalt.

Jetzt hatte es sich aber geleert und Stille trat ein. Niemand

war zu sehen. Fietje fing an zu träumen: Wie

würde er seine Lieblingsschokolade zusammenstellen?

In Gedanken sah er eine riesige quadratische Tafel aufleuchten.

Die war mit Smarties, Cornflakes, Erdbeerstückchen

und Knallpulver gefüllt, so dass sie auf der

Zunge knistert.

Das Wasser lief ihm im Mund zusammen. Fietje fiel es

schwer, sich auf die Rettung von Ahri zu konzentrieren.

man auf verschiedene Weise füllen.

das Ganze noch einmal gerüttelt.

Joghurt oder Marzipan ins Ritter Sport -

Quadrat zu bringen.


98

DAS SÜSSE HERZ BERLINS

99

Aber Arti konnte an nichts Anderes denken. Er kletterte

aus dem Rucksack und flog über Fietjes Kopf hinweg.

Am anderen Ende des Raumes beobachtete er zwei Mitarbeiter,

die offenbar Mühe hatten einen Sack zu schließen.

Er kniff die Augen zusammen und betrachtete sie

etwas genauer.

37

Tarnung, - en =

Verkleidung,

Kostüm,

Fassade

Fietje! Das sind sie, sie haben sich verkleidet!“, rief er.

Die beiden Ganoven erkannten, dass ihre Tarnung aufgeflogen

war und rannten wie der Blitz davon. Dafür kam

Fietje!

Tarnung

jetzt Ahri aus dem Sack geflattert, mit

einem Zettel im Schnabel. Den übergab sie

dem glücklichen Fietje. Darauf standen alle

Schokoladen-Zutaten, die Fietje besonders

gern mochte. Woher wusste Ahri das?


ohne Umschweife

100

DAS SÜSSE HERZ BERLINS

kreieren

101

Jetzt, wo Ahri wieder da war, konnte er sich endlich

seine eigene Schokolade kreieren. Er legte ohne Umschweife

los.

38

kreieren =

gestalten

39

ohne

Umschweife =

ohne

zu zögern,

ohne

zu umsegeln

Ahri und Arti flogen wieder nach oben. Die Paradiesvogel-Dame

zeigte dem König von Wort-Reich, wo ihre

Heimat war. In einer Ausstellung über den Kakaoanbau

zeigte sie auf jedes Bild und erklärte dem wissbegierigen

Arti alles. Dorthin wollte Arti auch einmal, da war er sich

sicher. Bestimmt gab es dort tausende neue Wörter für

sein Federkleid.

Wieder auf der Straße spürte Fietje jetzt noch stärker

diesen riesigen Appetit auf Schokolade. Aber seine eigene,

die im Rucksack, wollte er sich für später aufheben.

Wo nur die beiden Vögel blieben?


102

DAS SÜSSE HERZ BERLINS

103

Ritter Sport

Ritter Sport ist der Name eines weltbekannten

deutschen Schokoladenherstellers.

Der Sitz der Firma ist in Waldenbuch, im

Bundesland Baden-Württemberg. Ritter Sport hat

1.400 Mitarbeiter. Die Schokolade kann man in über

100 Ländern der Welt kaufen. Ritter Sport ist schon

über 100 Jahre alt. 1912 haben Alfred Eugen Ritter

und seine Frau Clara die Firma gegründet. Seit 1932

gibt es die Schokolade im Quadrat. 1974 erhielt jede

Sorte eine eigene Verpackungsfarbe. 1976 wurde der

"Knick-Pack“ erfunden, mit einem Handgriff ist die

Tafel offen. 1982 kamen die Ritter Sport Minis auf

den Markt.

2012 wurde die erste eigene Kakao-Plantage

in Nicaragua errichtet und ab 2017 soll zum

ersten Mal Kakao geerntet werden.

Geschichte

Anfahrt

Anfahrt

Service/Anfahrt

Anfahrt

52° 31‘

52° 31‘

N, N, 13‘ 13‘ 17‘0 17‘0

N, 13‘ 17‘0

B B 96 96

B 96

Wedding

Wedding

Friedrichstraße

Friedrichstraße

Museumsinsel

Museumsinsel

1912 Firmengründung (Gründer: Alfred Eugen

Ritter und seine Ehefrau Clara)

1932 gibt es die Schokolade erstmals im Quadrat,

die Idee dazu hatte Clara Ritter.

1974 wird es bunt: jede Sorte erhält ihre eigene

Verpackungsfarbe.

1976 Erfindung des Knick-Packs: mit einem

Handgriff ist die Tafel offen

1982 Die Ritter-Sport Minis kommen auf den

Markt

1990 Ritter Sport beginnt seine Zusammenarbeit

mit Kakaobauern in Nicaragua

2004 folgen die noch kleineren Ritter Sport

Schokowürfel

2010 Eröffnung der Bunten Schokowelt Berlin

2012 Erste eigene Kakao-Plantage in

Nicaragua

...2017 Erste Kakao-Ernte auf der eigenen

Plantage

Friedri

Friedri

Dorotheenstr.

Dorotheenstr.

Branden-

B B 106

Fried


104

SO WARS BEI RITTER SPORT

DANKE für

den Blick hinter

die Kulissen!

So war`s bei

Ritter Sport

Wir überbringen ein herzliches

„Danke!“ an Herrn

Behnisch von der Bunten

Schokowelt Berlin und Frau

Fix von Ritter Sport aus

Waldenbuch!

105

Ein extra Schreibteam aus 14

Leuten durfte für das Erfinden

der Geschichte selbst einmal

Schokolade herstellen.

Die eigene

Schokolade,

noch viele Tafeln

für die anderen

Klassen, die

nicht dabei sein

konnten und das

"Buch der Schokolade".

So reich

beschenkt fuhren

alle schokoladig

glücklich wieder

nach Marzahn-

Hellersdorf.


106

DAS FEZ(T)!

107

"Das FEZ(t)!"

VON JUSTIN, LEAH, FREDERIK, ANASTASIA, MORITZ

Auf der Straße konnten die Freunde zuerst niemanden

mehr sehen.

„Schau mal, der Laster dort drüben, die beiden springen rein!“,

schrie Fietje aufgebracht.

„Hinterher!“, krähte Arti. Zum Glück stand der Taxifahrer

noch immer da. Sie sprangen in das Taxi und verfolgten den

Transporter. Sie fuhren bestimmt eine halbe Stunde durch

Berlin. Irgendwann erreichten sie ein Gelände, das gar nicht

mehr nach Großstadt aussah.

FEZ - Berlin

Eher hätte man denken können, mitten in einem Wald zu

sein. Vor einem großen Schild, auf dem FEZ stand, stiegen

sie aus, denn der Kleinlaster mit Keinwort und Mundzu hielt

jetzt direkt vor dem großen breiten Eingangsbereich, den sie

von hier aus gut erkennen konnten. Alles sah danach aus, als

wäre hier heute ein großes Fest für Kinder. Wieso wussten

die beiden davon?

Das FEZ (gesprochen:

"Feetz") ist Europas größtes

gemeinnütziges Kinder-, Jugend- und

Familienzentrum.

Hier versammeln sich am Rande

Berlins Spiel und Erholung, Abenteuer

und Bildung.

hinterher!

Die FEZ-Mitarbeiter achten

besonders darauf, dass die Besucher

internationale und kulturelle Bildung

mit viel Spaß erleben können.

Auf über 100.000 m² Outdoorund

13.000 m² Indoor-Nutzfläche

findet man ein Raumfahrtzentrum,

ein Schwimmbad, ein Theater, ein

Museum und viele weitere Sachen,

die einladend und genau richtig für

Familien sind.

ERFAhRE MEHR


108

DAS FEZ(T)!

109

Sie waren in einem wirklich riesigen Freizeit-Paradies gelandet.

Arti flog auch gleich zum nächstgelegenen Imbiss-

Wagen. Der König von Wort-Reich war einfach nie satt

zu kriegen. Ahri folgte ihm natürlich. Die beiden waren

ab nun unzertrennlich. Fietje nutzte die Zeit, um seinen

Blick schweifen zu lassen. Hier war viel los. Ausgelassen

spielten an einem Springbrunnen Kinder. Unzählige Schilder

erzählten von vielen Sachen, die man hier entdecken kann.

Hier sollte es das größte Kindertheater, ein Schwimmbad

und sogar ein Raumfahrtzentrum geben. Und doch spürte

Fietje, dass noch mehr dahinter steckte. Seine Neugier

wuchs und er sah sich suchend nach den Vögeln um.

ein Stück Papier auf den Boden fielen. Fietje hob beides

auf und betrat damit das riesige Gebäude.

„Hörst du das auch, Fietje?“, zwitscherte Arti leise in Fietjes

Ohr, als sie drinnen angekommen waren.

„Was denn?“ Fietje hörte zunächst nichts. „Na dieser zarte

Gesang “, sagte Arti.

Am Springbrunnen entdeckte er sie. Sie hatten ihn vergessen,

flogen wie wild geworden um den Brunnen herum.

Er lief zu ihnen und rief nach oben: „Hey, ihr beiden!

Kommt mal von dem Brunnen weg! Wir haben noch viel

vor! Hier ist ein Wörter-Paradies!“

Das ließ sich Arti nicht zweimal sagen. Beide landeten

gleichzeitig auf Fietjes rechter und linker Schulter. So

beladen ging der Junge seiner Neugierde nach und betrat

den roten Teppich, der in das Zentrum führte.

Da knallte schon die Tür des Transporters zu, dann fuhr

er wieder los. Sie konnten noch sehen, wie eine Feder und


110

DAS FEZ(T)!

111

Arti führte Fietje nun per Richtungsanweisung durch das

Gebäude. Immer dem Gesang nach.

Fietje las während des Laufens auch den Zettel, den er

aufgehoben hatte. Was darauf stand, ergab für ihn aber

absolut keinen Sinn: „Stressmaschine, hinten rechts!“

Arti hatte scheinbar gefunden, wonach er suchte. Er flatterte

aufgeregt hin und her. Was Fietje nun sah, ließ ihn

aber kurz stocken.

„Ein Astronaut?“, rief er so laut, dass sich viele nach ihm

umsahen und grinsten. Scheinbar war das normal? Arti

und Ahri flogen gleich ihre Ehrenrunde um den Körper

des Astronauten. Er stand vor einer Raumkapsel.

Fietje war nicht ganz wohl dabei. Erst die Feder, der Zettel,

ein Astronaut vor einer Raumkapsel? Das konnte nur

wieder Aufregung bedeuten.

„Und wer singt jetzt hier bitte? Der Astronaut ist es schon

mal nicht. Der hat nämlich sein Visier zu.“ Fietje war immer

noch sichtlich irritiert.

Die Vögel wiederum flatterten unerschrocken in die

Raumkapsel und kamen erst nach einer Ewigkeit wieder

heraus.

40

Visier =

beweglicher,

das Gesicht

bedeckender

Schutzhelm

Visier


orbitall Mit Trainings, Forschungsaufträgen

und Experimenten in

Laboren kann man im Orbitall in die Rollen

von Triebwerkspezialisten, Bord-Ingenieuren

oder Raumfahrt-Technikern schlüpfen.

Man übt sich in Schwerelosigkeit, Auswertungen

von im All gefundenen Materialien

und Wetterbeobachtungen. An Testgeräten

wie einem Drehsessel, einer Taumelscheibe

und einem Aerotrimm kann man sich sogar

körperlich für einen Flug ins All fit machen.

112

DAS FEZ(T)!

113

Arti strahlte vor Glück. Und irgendwie schien es, als wäre er

doppelt so dick wie bei seinem Eintritt in die Kapsel. Klar! Er

hatte mehr Federn, das konnte man deutlich sehen.

Und dann begann er auch schon hastig und mit hochroten

Augen zu erzählen:

Fietje, du musst auch da rein! Wir waren im All, auf der ISS!

Vorher gabs ein Astronautentraining und wir waren im Raumfahrtkontrollzentrum,

damit wir sehen, wer hinter der Stimme

steckte.

Es war übrigens Terewenja, meine Liebe, die da sang. Aber sie

war so weit weg! Wir haben einen Satelliten zu ihr geschickt,

damit ich immer weiß, wo sie ist. Sie sagte, sie hätte etwas im

All gefunden. Eine Feder. Komplett durchsichtig. So etwas hätte

sie noch nie gesehen. Hier auf der Station wird sie nun untersucht.

Wir werden warten, bis sie ein Ergebnis haben.

Ach übrigens, das hier vor der Tür ist nur ein Anzug. Der echte

Astronaut sitzt drin.“

ERFAhRE MEHR


114

DAS FEZ(T)!

41

ominös =

bedenklich,

zweifelhaft,

berüchtigt

Irgendetwas an Artis Vortrag und an seiner Euphorie ließ

Fietje aufhorchen. Was war mit dem Zettel? Terewenja im

All? Das war ihm alles zu absurd.

„Stressmaschine, hinten rechts!“, las er nun Arti und Ahri

laut vor.

„Lasst uns bitte dorthin!“, kam es nun seit langem mal

wieder von Ahri, etwas zu wenig überrascht. Sie fragten

andere Besucher nach der Stressmaschine und hatten sie

bald gefunden.

„Genau, auch das hat Terewenja gesagt. Hier sollen wir hin,

bis die Daten über die Feder ausgewertet sind.“

„Und warum?“, fragte Fietje mit Blick auf die Eingangstür zu

dieser ominösen Maschine.

lasst

uns bitte

dorthin!

ominös

entgehen

„Sie sagt, es wird uns etwas über uns sagen, uns familiär.

Denk an die alte Schriftrolle, die du auf dem Erlanger

Friedhof bekommen hast.“

„Ja, ähm. Ich dachte, ich kann

der Antwort für immer entgehen.

Ehrlich, Arti, ich will gar nicht

wissen, wie genau wir verwandt

sind.“

Da sah er, dass schemenhaft

zwei Mädchen die Maschine

betraten. Sie setzte sich heftig

in Bewegung und rüttelte ohne

Unterlass, eine gefühlte Ewigkeit.

Was hatte das alles nur zu

bedeuten?

115

42

entgehen =

von jemandem,

etwas

unbemerkt

bleiben

Alles Familie! Das Alice-Museum im

FEZ ist ein Museum nur für Kinder.

Bis 18.12. kann man die Mitmachausstellung

„Alles Familie!“ noch besuchen.

Die Stressmaschine ist eine Station der

Ausstellung. Hier wird man mal so richtig in

die Rolle eines Familienoberhauptes gepackt.

Babyschreien, Telefon, Einkaufen, Waschen.

Alles zur gleichen Zeit. Eine richtige

Schleuder-Streß-Partie.

ERFAhRE MEHR


116

DAS FEZ(T)!

117

43

sonor =

tief,

klangvoll

44

grämen =

bekümmert

sein, sich

Gedanken

machen

Wie auf Kommando kam das Orakel Karpfi um die Ecke

geflogen. Mit sonorer Stimme versuchte er, den Jungen zu

beruhigen.

Fietje, lass dich nicht dadurch verwirren, dass Arti dein

Verwandter ist. Man kann sie sich nun mal nicht aussuchen

und doch kann man immer froh sein, dass man welche hat.

Komm mit, ich will dir etwas zeigen!“

Wiederwillig folgte ihm Fietje, die Vögel flogen vorneweg.

Irgendetwas wusste sie, wovon er noch nichts wusste. Das

grämte ihn maximal.

117

Wand mit Hochzeitsfotos

von Paaren aus aller

Welt

sonor

grämen


einem Mini-Regenwald. Dort leben die

118

DAS FEZ(T)!

119

Sie kamen in einen Öko-Garten. Schön grün war hier alles.

Arti und Ahri waren gleich abgedüst in den Miniregenwald.

Fietje sah dort sofort Graupapageien. Waren das auch Verwandte

von seinem Freund?

Dann sah er ein rundes Fenster, hinter dem sich Fische

tummelten. Das war auch das Ziel von Karpfi. Er zeigte

darauf und sprach:

Schau Fietje. Mit

dem hier bin ich

ungewollt

verwandt. Auch,

wenn er ein

Tomatenfisch ist ...

„Schau Fietje. Mit dem hier bin ich ungewollt verwandt. Auch,

wenn er ein Tomatenfisch ist, so sind wir doch beide Meerestiere!“

„Ach ja? Noch nie gehört, Tomatenfisch! Und ich und Arti

sind beides Vögel, oder was?“

Auf der Ökoinsel

Auf der Öko-Insel hinter

dem Hauptgebäude ist alles

Bio. Hier gibt es einen Duft- und

Tastgarten, einen Anbaugarten

und sogar ein Gewächshaus mit

aktion

Wie war das mit Fietjes Stammbaum?

Frag doch mal in der Community und

schreib die Geschichte weiter!

beiden Grauhaarpapageien Armand

und Urmel. Außerdem werden im

Gewächshaus Tomaten angebaut und

Barsche gehalten. Heraus kommt ein

Tomatenfisch. ; ) Wie bitte?

los geht`s

ERFAhRE MEHR


120

SO WARS IM FEZ

121

So war`s

im FEZ

DANKE für

den Blick hinter

die Kulissen!

Die Führung durch das FEZ-Berlin fand

während eines großen Festes statt,

welches aus Anlass des Internationalen

Kindertags gefeiert wurde. Unter dem

Motto „Spiel mit!“ waren Kinder und ihre

Familien eingeladen, dabei zu sein. Das

FEZ setzt sich für Kinderrechte ein. Denn

Kinder haben besondere Bedürfnisse in

Bezug auf ihre Förderung, ihren Schutz,

ihre Mitbestimmung und ihre Entwicklung.

Und das Recht auf Spiel spielt da eine

besonders große Rolle. An diesem Tag

werden die Kinder besonders geehrt.

Deshalb war vor dem FEZ für die Kinder

der rote Teppich ausgerollt. In den Sommerferien

öffnet im FEZ die FEZitty. Eine

Stadt für Kinder. Hier regieren, arbeiten,

forschen sie und verdienen sogar eigenes

Geld, die "Wuhlis". Die Stadt funk-

tioniert wie eine richtige Stadt. Es gibt

eine Bank, Stadtreinigung, Werkstätten,

Shops, Zirkus, Cafés, Kinderfernsehen,

die Kinderregierung und vieles mehr. Und

es ist hier wirklich viel los!

5 Schüler des Sartre-Gymnasiums kamen

am Wochenende ins FEZ, um die Geschichte

zu schreiben. Sie bekamen eine

exklusive Führung von Marion Gusella, der

Leiterin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

So konnten sie einen Überblick

erhaschen. Vielen herzlichen Dank!

Die Schüler aus Marzahn-Hellersdorf

verbinden mit dem FEZ vor allem „Freizeit“.

Sie waren alle schon einmal hier,

immer zu speziellen Anlässen. Von diesen

gibt es hier unzählige.

Astrid Lindgren

Theaterbühne,

sie ist das größte

Kindertheater in

Berlin. Zu ihr gehören

auch ein Puppentheater

und eine Studiobühne.


122

DIE SPRACHE DER MUSIK

123

"Die Sprache

der Musik"

VON SCHÜLERN DER KLASSE 8/1 DES SARTRE-GYMNASIUMS

Fietje, Arti und Karpfi waren so begeistert von den Fischen,

dass sie nicht bemerkten, wie sich Herr Keinwort und Mister

Mundzu von hinten an Ahri heranschlichen. Sie steckten die

Vogeldame wieder in ihren Sack und rannten davon.

flog mit einem

Blubbern davon.

Doch Ahri war

verschwunden.

Da entdeckte

Arti, dass ein

Zettel an Fietjes

Rucksack klebte.

Auf dem Zettel war eine Zeichnung.

das ist doch das

olympiastadion,

oder?

Fietje und Arti wollten zurück zur Jugendherberge fahren,

um sich nach diesem anstrengenden Tag etwas auszuruhen.

Sie wollten sich von Karpfi und Ahri verabschieden. Karpfi

„Das ist doch das Olympiastadion, oder?“, fragte Arti neugierig.

„Ja, ich denke schon. Ich habe es schon einmal im Internet

gesehen. Es sieht echt riesig aus", sagte Fietje.

Arti, was sieht man denn noch auf der Zeichnung?“

„Hm, ich sehe noch Ahri und daneben eine Notenfeder und

eine meiner Sprachfedern. Die Zeichnung ist bestimmt von

Herrn Keinwort und Mister Mundzu! Ich habe nur keine Ahnung,

was das alles zu bedeuten hat.“

„Wir werden es nur herausfinden, wenn wir zum Stadion

fahren", sagte Fietje entschlossen. Sie machten sich schnell

auf den Weg zur S-Bahnstation. Nach 1 Stunde erreichten

sie das Stadion. Berlin ist sehr groß, man fährt überall hin

eine geraume Zeit.


124

DIE SPRACHE DER MUSIK

125

Im Stadion gabs ein Fußballspiel. Fietje bezahlte den Eintritt.

Die Freunde setzten sich auf ihre Plätze und beobachteten

alles genau. Aber bei so vielen Menschen konnten sie niemals

die beiden Bösewichte oder Ahri entdecken.

Ungeduldig warteten sie, doch als eigentlich das Spiel beginnen

sollte, kamen anstelle der Mannschaften zwei Männer

auf das Spielfeld, die einen prächtigen Vogel in die Mitte des

Platzes trugen.

„Ahri?“, die beiden trauten ihren Augen nicht.

Und dann begann Ahri auf zauberhafte Weise die Deutsche

Nationalhymne zu singen. Alle standen auf und waren

von dem Gesang wie verzaubert. Herr Keinwort und Mister

Mundzu verschwanden vom Platz und Ahri flog nach ihrem

Gesang, der mit großem Applaus beendet wurde, einmal

um das ganze Fußballfeld.

Die Deutsche Nationalhymne

Text von August

Heinrich Hoffmann von

Fallersleben

Melodie von Joseph Haydn

Text:

Einigkeit und Recht und Freiheit

für das deutsche Vaterland!

Danach lasst uns alle streben

brüderlich mit Herz und Hand!

Einigkeit und Recht und Freiheit

sind des Glückes Unterpfand

Blüh im Glanze dieses Glückes,

blühe, deutsches Vaterland!


126

DIE SPRACHE DER MUSIK

127

Arti flog der Vogeldame entgegen. Inzwischen war das

Fußballspiel angepfiffen worden. Gern wollten die drei ein

wenig zusehen, aber erst musste Ahri noch erzählen, was

passiert war.

Die beiden Herren haben mich nur mitgenommen, damit

ich hier singen kann. Sie scheinen Musik über alles zu lieben,

vielleicht auch, weil sie keine Sprache haben. Sie waren sehr

nett zu mir und haben sich mit mir nur über Zeichnungen

verständigt. Ich glaube, sie hoffen, von dir, Arti, wenigstens

eine Sprachfeder zu bekommen. Bitte, gib ihnen doch eine,

das wäre ein Anfang. Mir tun die beiden unheimlich leid. Sie

warten bestimmt noch in den Umkleidekabinen“, berichtete

Ahri.

Dann sagte sie nur noch: „Ich werde noch ein wenig bei den

beiden Herren bleiben. Wir verstehen uns auch ohne Worte

durch die Sprache der Musik. Es war sehr schön, euch

kennenzulernen.“

Sie verabschiedete sich, spannte die Flügel auf und flog

lautlos davon. Arti sah ihr traurig nach, aber dann fiel ein

Tor und er ließ sich schnell von Fietjes Jubel anstecken.

45

Jubel, der =

Bekundung

großer Freude

durch Rufen,

Jauchzen,

Schreien

Das stimmte die Freunde ein wenig nachdenklich. War das

wieder nur eine Falle?

Arti entschloss sich, Ahri eine Wortfeder für Herrn Keinwort

und Mister Mundzu mitzugeben. Er zog sich die Feder

mit dem Wort „Danke“ aus dem Federkleid und gab sie Ahri.

Diese lächelte und sang das Wort ganz sanft und leise nur

für Arti.

Jubel


128

DIE SPRACHE DER MUSIK

129

Das Spiel war sehr spannend und Arti konnte

sich endlich von der ständigen Verfolgungsjagd

mit Herrn Keinwort und Mister Mundzu erholen.

Die Freunde warteten nach dem Spiel bis

die meisten Menschen weg waren und gingen

dann zu den Umkleideräumen. Sie wollten

sehen, ob Ahri noch da war. Doch sie entdeckten

nur einen offenstehenden Spind, aus dem

Licht schien und Musik erklang. Sie schauten

sich gegenseitig an.

„Das ist bestimmt das Portal nach Kiezien!“,

krächzte Arti und flog ohne weiter nachzudenken

in den Spind.

Arti, stop!“, rief Fietje ihm nach. Arti war verschwunden.

Fietje blieb wohl nichts anderes

übrig, als hinterher zu springen.

„Augen zu und durch!“, sagte er zu sich selbst

und verschwand ebenfalls im Spind.


130

Fietje und Arti in

Berlin - Teil 3

Klasse von Dr. Antonia Wenzel

131

Klasse 8/3

vorn (von links nach rechts):

Jonathan Dickow, Florian Härtel, Gino Lescau, Fabian

Damerau, Benjamin Roth, Anastasia , Adelina Bytygi, Leon

Heblik, Fabio Gualdo, Ronja Santoro

hinten (von links nach rechts):

Eve Müschke, Maja Piskon, Valeriya Yeltsova,

Daniel , Fiete Bär, Sascha Fungk, Artjom Schwenk,

Ivan Filatov, Tim Ranneberg, Inka Ortner


132

ZURÜCK IM SARTRE-GYMNASIUM

133

"Zurück im

Sartre-Gymnasium"

VON BENJAMIN, FLORIAN, GINO, JOSHUA

morgens ... und Sonntag. „Na toll“, dachte er laut. „Wie sollen

wir an einem Sonntag aus der Schule herauskommen?“

Arti war davon aufgewacht. Er war nicht sonderlich beeindruckt

vom plötzlichen Ortswechsel. Sie liefen zum Haupteingang.

Fietje rüttelte an der Tür, doch sie ließ sich nicht

öffnen. Natürlich nicht!

einigermaßen

Als Fietje die Augen öffnete tat ihm alles weh und ihm war

schwindlig. Das erste, was er sah, war ein Glasdach, das mit

Stützstreben durchzogen war. Es regnete in Strömen. Laut

trommelten dicke Tropfen ein Regenkonzert. Das kannte

er doch irgendwoher... Fietje richtete sich vorsichtig auf. Er

stellte fest, dass er wieder im Atrium des Sartre-Gymnasiums

gelandet war.

46

einigermaßen

=

ungefähr

Arti schlief auf seinem Rucksack noch tief und fest. Wie

sie hierhergekommen waren, konnte sich Fietje so einigermaßen

erklären: durch den Spind. Hatten sie die Nacht hier

verbracht? Schnell schaute er auf sein Handy. Es war 8 Uhr


134

ZURÜCK IM SARTRE-GYMNASIUM

Es war klar, der Hausmeister hielt Fietje für einen Schüler, der

die Nacht freiwillig hier verbracht hatte. Warum auch immer.

135

Der Regen hatte aufgehört. Wo sollten sie aber jetzt am

Sonntag hin? Das Projekt war vorbei. Der Zug nach Jena ging

erst heute Abend. Fietje konnte sich erinnern, wie das Mädchen

aus dem Projekt ihm davon erzählt hatte, dass es am

Hackeschen Markt ein gutes Café gibt. Dort wollten sie frühstücken.

Sie warteten auf die S-Bahn und fuhren eine Stunde

bis zu der Station. Fietjes Magen knurrte.

„Immer diese langen Strecken in Berlin!"

Auf einmal vernahmen sie eigenartige Geräusche. Vor Schreck

rannten sie zurück ins Atrium. Plötzlich erschien eine große

dunkle Gestalt in Fietjes Blickfeld. Die Gestalt kam näher und

Fietje erkannte, dass es der Hausmeister war. Erleichtert ging

Fietje auf ihn zu: „Entschuldigen Sie, Herr Hausmeister, könnten

sie uns die Tür aufschließen?“

„Ja, klar kann ich das, aber vorher würde ick gerne wissen, wie

ihr hier herein gekommen seid.“

„Herr Hausmeister, so gern ich es auch beantworten würde, ich

kann es nicht. Ich bin auf einmal hier aufgewacht.“

„Verstehe ...“ Der Hausmeister ging kopfschüttelnd zur Tür,

schloss sie auf und brummte: „Pass besser auf dich auf!“

„Herzlichen Dank!“


136

EIN GEFÄHRLICHES PFLASTER

137

"Ein gefährliches

Pflaster"

VON ADELINA, ANASTASIA, EVE, INKA, JULIA; DANIEL, JONATHAN, MAJA, VALERIYA

Am Hackeschen Markt angekommen, sah Fietje sich fasziniert

um und staunte wieder über die vielen Menschen, die aus verschiedenen

Ländern stammten. Auch das ist Berlin.

Als er sich etwas weiter in die Mitte des Platzes begab, entdeckte

er ein Mädchen. Sie begeisterte die Menge mit ihrer

Gitarre und verdiente hier mit Straßenmusik Geld. Man sah die

Leidenschaft für die Musik in ihren Augen, die leuchtend auf

die Gitarre blickten. Ihre Finger strichen sanft über die Saiten.

Fasziniert hörte Fietje ihr zu, auch Arti flatterte im Takt mit

seinen Flügeln. Als sie eine Pause machte, ging Fietje applaudierend

auf sie zu. Und er musste freudig überrascht feststellen:

er kannte sie! Es war das Mädchen aus dem Sartre-Gymnasium,

aus dem Berlin-Projekt!

Fietje war schockiert: „In einem Lagerhaus? Das geht doch

nicht! Lebst du da mit Fremden?“

Sie antwortete: „Ach, das ist nicht so schlimm, man gewöhnt

sich daran und die Leute sind irgendwann keine Fremden mehr.“

Fietje merkte, dass er lieber nicht weiter bohrte. Sie schien

verletzt.

Sie kamen ins Gespräch. Sie hieß Marie. Fietje erzählte ihr von

seiner Familie, was auch Marie zum Reden anspornte. Sie

erzählte ihm, dass sie keine Eltern hatte und dass sie gemeinsam

mit ein paar anderen Menschen in einem Lagerhaus lebte.

Hackescher Markt

Der Hackesche Markt ist ein

Platz in Berlin-Mitte. Hier und

in den angrenzenden Seitenstraßen

gibt es viele Restaurants, Cafés und

kleine Läden.

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138

EIN GEFÄHRLICHES PFLASTER

139

hatten sich zwischen eine Menschentraube, die gerade in

Marie schlug vor, ihm etwas von der Stadt zu zeigen und er

eine Bahn stieg, gedrängt. Arti griff sie nun von vorne an.

47

mühsam =

willigte glücklich ein. Sie wollte gerade ihre Gitarre einpacken,

Er versperrte ihnen mit seinen Flügeln die Sicht und schrie

mit viel

Anstrengung

48

hinweg =

darüber

als zwei Jugendliche auf sie zu rannten und ihr das mühsam

verdiente Geld klauten! Das Publikum wich erschrocken

zurück. Die Jungen rannten davon. Fietje war wütend. Er

nahm sein Skateboard und flog über die Menschen hinweg.

Die Verfolgung der Diebe führte durch

ihnen so laut ins Ohr, dass es schmerzte.

Fietje rempelte einen der Jungen derb an. In diesem Moment

fielen ihm die Münzen aus der Hand. Fietje sammelte

sie blitzschnell auf. Marie hatte inzwischen auf dem Hackeschen

Markt ihre Sachen zusammengepackt und war Fietje

49

anrempeln =

(absichtlich)

mit dem

eigenen Körper

gegen den

Körper einer

anderen

Person stoßen

kleine Gassen, über Treppen und Bahn-

hinterhergerannt. Sie umarmte ihn herzlich, als er ihr das

steige. Die Men-

Geld zurückgab.

schen hielten sich

überall zurück

und schauten

hinweg

weg. Die Jungen

mühsam

anrempeln


140

EIN GEFÄHRLICHES PFLASTER

141

In der S-Bahn Richtung Alexanderplatz erzählte ihr Fietje,

dass er und Arti von Herrn Keinwort und Mister Mundzu

aus dem Sprachlos-Land verfolgt werden.

beschämt

Während ihres Gesprächs kam ein Kontrolleur mit mitleidloser

Miene auf die beiden zu. Marie griff Fietjes Arm

und rannte los. Der Kontrolleur schrie: „Stop, mein Fräulein!“

50

beschämt =

voller Scham

Fietje und Marie schlängelten sich durch die Fahrgäste, die

erschrocken zurückwichen. Gerade als sich die Türen der

Bahn schließen wollten, sprangen sie noch rechtzeitig hinaus

auf den Bahnsteig. Der Kontrolleur platschte gegen die

Türen, die sich gerade geschlossen hatten und schrie ihnen

etwas hinterher. Beschämt gingen Marie und Fietje zu Fuß

zum Alexanderplatz, aus Angst, noch einmal erwischt zu

werden.


ERFAhRE MEHR

142

IM HERZEN VON BERLIN

143

"Im Herzen von Berlin"

VON DENNIS, FABIAN, FABIO, IVAN, SASCHA

Fietje staunte und sagte beeindruckt:

„Was du alles weißt!“

51

Senat, der =

Landesregierung

der

Stadtstaaten

Hamburg,

Bremen

und Berlin

Als Marie, Fietje und Arti an einem großen roten Gebäude

vorbeikamen, fragte Fietje, was das sei. Marie sagte: „Das ist

das Rote Rathaus, ein bekanntes Wahrzeichen Berlins. Hier

regieren der Bürgermeister Michael Müller und der Senat.

Der Bürgermeister steht an der Spitze des Senats und

regiert über das Bundesland Berlin.“

Fietje betrachtete das Rathaus nachdenklich, während Marie

weiter darüber berichtete: „Die gesamte Bauweise des Roten

Rathauses ahmt diejenige des Rathauses in Thor in Westpreußen

nach.“

Arti wurde jedoch immer unruhiger. So

interessant Maries Ausführungen auch

waren, er hatte wie immer Hunger und

war auch sonst gerade sehr nervös.

Rotes Rathaus

Das Rote Rathaus wurde zwischen

1861 und 1869 erbaut. Der

Architekt war Hermann Waesemann.

Das Rathaus ist Amtssitz des Bürgermeisters

und des Senats von Berlin.

Seinen Namen verdankt es der Fassade

im Neo-Renaissance-Stil mit roten

Ziegelsteinen.

Senat


ERFAhRE MEHR

144

IM HERZEN VON BERLIN

145

St. Marienkirche

Der Grund dafür trat auch gleich zu Tage: Herr Keinwort und

Mister Mundzu schnappten sich den Vogel direkt von Fietjes

Rucksack, auf dem er saß. Von hinten waren sie an den

Jungen herangeschlichen. Danach verschleppten sie ihn in die

Marienkirche, wo sie ihn in einen Käfig steckten.

Nach ein paar Minuten bemerkten Marie und Fietje, dass Arti

fehlte. Sie sahen ein paar Federn, die in Richtung Marienkirche

verteilt lagen. Sie ahnten Böses und beeilten sich, um schnell

dorthin zu kommen. Schon sahen sie Herrn Keinwort die Vordertür

bewachen. Doch wo waren Mister Mundzu und Arti?

Die evangelische St. Marienkirche

wurde um 1270 gebaut. Sie

sich gedulden

Marie und Fietje beobachteten Herrn Keinwort. Es war unmöglich,

in die Kirche zu gelangen, ohne von ihm gesehen zu werden.

Nach einer Weile kam Mister Mundzu mit einem Käfig aus

der Kirche heraus. In diesem saß Arti.

Fietje konnte sich nicht länger gedulden. Er flitzte mit seinem

Skateboard zum Eingang der Marienkirche, schnappte sich den

Käfig und fuhr mit diesem davon. Marie rannte ihm hinterher.

Am Neptunbrunnen hatten sie die Bösewichte abgehängt. Marie

zog schnell eine Haarspange aus ihrer Tasche und öffnete

damit den Käfig, in dem Arti immer noch saß. Erleichtert flatterte

der Papagei heraus und setzte sich auf Fietjes Schulter.

52

sich

gedulden =

abwarten

ist die älteste städtische Pfarrkirche

Berlins. Im Inneren befinden sich ein

berühmtes Wandgemälde ("Totentanz-

Fresko") und die Wagner-Kern-Orgel.


146

FLUCHT VOR HERRN KEINWORT UND MISTER MUNDZU

147

"Flucht vor Herrn Keinwort

und Mister Mundzu "

VON ADELINA, ANASTASIA, EVE, INKA, JULIA; DANIEL,

JONATHAN, MAJA, VALERIYA

Aus Angst, dass die beiden Ganoven ihnen auf die Spur kamen,

flohen die drei Freunde in Richtung Spreeufer. Berlins

restliche Sehenswürdigkeiten mussten vorerst warten. Arti

war ganz schön fertig nach der ganzen Aufregung. Fietje hatte

noch einen kleinen Knabbersnack in der Tasche, den er seinem

kleinen Vogel gab. Erschöpft legten sich die drei an der Spree

auf die Wiese und ruhten sich erst einmal aus. Marie und

Fietje unterhielten sich noch ein wenig. Dann schliefen sie ein.

Ein paar Stunden später wachten die Kinder auf und bekamen

einen riesengroßen Schreck: Arti war wieder weg! Gleich danach

folgte die nächste böse Überraschung. Als sich die beiden

umblickten, sahen sie die Agenten neben sich liegen!

Die Kinder machten sich leise davon und suchten Arti. Schließlich

entdeckten sie ihn.

die beiden nun schon zum dritten Mal fest. Für die

nächste Stunde war erst einmal nichts zu befürchten.

Den Rest des Tages verbrachten Marie und Fietje

gemeinsam fröhlich und sorglos. Sie hatten noch viel

Spaß zusammen, gingen schwimmen, waren in

einem Kletterpark und verstanden sich sehr gut.

Doch Fietje ging es nicht aus dem Kopf, dass sie in

einem Lagerhaus wohnen musste.

Marie kam auf die Idee, die Polizei zu holen. Sie erzählten die

ganze Geschichte und gingen mit den Polizisten zu dem Platz,

wo die beiden Männer immer noch schliefen. Die Polizei nahm


148

FLUCHT VOR HERRN KEINWORT UND MISTER MUNDZU

149

Marie wollte wieder ein bisschen Geld verdienen. Diesmal

tanzte Fietje zu ihrer Musik. Und siehe da:

die Menschen waren begeistert von dem kleinen Pärchen

und gaben mehr Geld als sonst. Als sie an der Spree

entlangliefen, wollte Marie das Geld teilen, aber Fietje

nahm es nicht an.

„Aber dafür lade ich dich zu einer echten Berliner

Spezialität ein!“

Sie steuerten den nächsten Imbiss an, wo sie sich einen

Döner kaufen wollten. Als sie bestellen wollten, sah Fietje

dem Verkäufer ins Gesicht. Er rief Marie und Arti zu:

„Rennt so schnell ihr könnt!“

Herr Keinwort und Mister Mundzu standen grinsend

hinter dem Tresen. „Die Typen aus dem Sprachlos-Land!“,

schrie Fietje noch hinterher. Wie konnten die Männer

denn so schnell wieder freigelassen werden? Hatte die

Polizei auf eine Vernehmung verzichtet?

53

Vernehmung,

die, -en =

Verhör

Vernehmung


150

VERFOLGUNGSJAGD QUER DURCH BERLIN

151

"Verfolgungsjagd quer

durch Berlin"

„Alles klar, ich glaube, ...“ Abrupt brach Marie den Satz ab. „Wo

ist dein kleiner Freund?!“

Erschrocken bemerkte nun auch Fietje, dass Arti zum x-ten

Mal fehlte! „Oh nein!“, rief er.

VON ARTJOM, FIETE, LEON, TIM

Fietje und Marie waren in eine Nebenstraße geflüchtet. Marie

sagte erschöpft: „Jetzt ist mir glatt der Hunger vergangen."

„Mir auch!“, entgegnete Fietje, „außerdem müsste ich zum

Hauptbahnhof. Mein Zug fährt bald“, fügte er traurig hinzu.

zuversichtlich

„Los, lass ihn uns schnell suchen! Das schaffen wir schon

noch!“, sagte Marie zuversichtlich.

Ein paar Meter weiter entdeckten sie einige von Artis Federn,

die eine Art Spur bildeten.

Sie folgten ihr und fanden Reifenspuren im Schlamm.

„Ich glaube, diesmal wurde er weit weggebracht“, sagte

Marie voller Sorge. Doch mithilfe des Skateboards folgten sie

den Spuren. Es dauerte nicht lange und sie fanden eine alte,

verlassene Lagerhalle, in der die Reifenspuren endeten. Es

war Maries Nachtlager. „Warum haben sie Arti gerade hierher

gebracht?“

54

zuversichtlich =

hoffnungsvoll


152

VERFOLGUNGSJAGD QUER DURCH BERLIN

153

Sie kletterten durch ein offenes Fenster in die Lagerhalle.

Drin versteckten sie sich hinter ein paar herumstehenden

Kartons. In der Mitte der Halle stand wieder der Käfig und

Arti war darin eingesperrt. Herr Keinwort und Mister Mundzu

verständigten sich in einer Ecke. Die Kinder hatten sie schon

entdeckt. Marie flüsterte: „Einer von uns lenkt die beiden ab

und der andere befreit Arti!“ „Gute Idee!“, erwiderte Fietje.

Also warf Marie einen Stein zu den Bösewichten, sodass

diese abgelenkt waren.

noch so vor den beiden Agenten davon. „Puh, das war knapp“,

meinte Marie, die sich glücklich an Fietje festhielt. Hier oben

fühlte sie sich frei.

Währenddessen wollte Fietje Arti aus dem Käfig befreien,

aber er musste den Schlüssel noch finden! Er schaute sich

hektisch um und sah ihn an der Decke hängen. Fietje sprang

mit aller Kraft hoch, ergriff den Schlüssel und befreite Arti.

„Danke Fietje“, krächzte Arti erleichtert. Jetzt hatten die Bösewichte

Marie hinter einer Kiste entdeckt. Aber sie rannte

schnell weg und schrie laut: „Fietje! Raus hier! Schnell!“

Fietje, Arti und Marie rannten gemeinsam aus der Halle,

verfolgt von Herrn Keinwort und Mister Mundzu. In letzter

Sekunde erreichten sie das Skateboard und flogen gerade


ersinnnen

154

VERFOLGUNGSJAGD QUER DURCH BERLIN

155

Fietje schaute auf seine Uhr. „Wir schaffen den Zug noch!“,

rief er Arti zu. Am Hauptbahnhof angekommen, musste er

sich auch schon von seiner neuen Freundin verabschieden:

„Na dann... Ich muss wieder nach Hause. Ich bleibe nie lange

in einer Stadt. In Berlin war es aber echt aufregend!“, sagte

Fietje schließlich. „Schade, dass du wieder los musst“, antwortete

Marie sehr traurig. „Ich wünsche dir und Arti noch

viel Glück auf euren Reisen!“ „Vielen Dank, Marie!“, erwiderten

Fietje und Arti im Chor.

Bis bald,

marie!

Sie wollten einsteigen, doch ein Blubbern hielt sie davon ab.

Fietje drehte sich noch einmal um. „Natürlich: Karpfi aus

Kiezien!“ Die nächste Überraschung ließ nicht lange auf sich

warten: Ahri kam ebenfalls angeflogen, um sich von Fietje

und Arti zu verabschieden.

„Auf Wiedersehen!“, trällerte Ahri den beiden zu. „Es war

nicht das letzte Mal, dass Kiezien euch empfängt! Bis auf

bald!“, sagte Karpfi mit einem Zwinkern. Er musste es ja

wissen. Er, das Orakel.

55

ersinnen =

sich

ausdenken

Lachend winkten sich alle noch ein letztes Mal zu. In der

alten Lagerhalle ersannen Herr Keinwort und Mister Mundzu

auf Rache und schmiedeten schon neue Pläne, wie sie Arti

wieder entführen könnten.


156

FEDER-SCHATZ

157

Redewendungen und ein kleines Mehr

für Deinen aktiven Wortschatz

Redewendungen und Sprichwörter sind so etwas wie “Sprachbilder“.

Das können vollständige Sätze sein oder nur Teile von Sätzen. Die einzelnen

Wörter haben dabei oft eine andere Bedeutung als zuerst gedacht.

Sie geben meist Lebensweisheiten wieder und sagen in bildhafter Sprache

etwas, das allgemein bekannt ist.

S. 38 | Nr. 10 auf freiem Fuß Redewendung | aus einem Gefängnis entlassen

S. 38 | Nr. 11 nächstbester, nächstbeste Adjektiv | räumlich als erstes kommend

S. 40 | Nr. 12 Die Luft ist rein. Redewendung | Es besteht keine Gefahr mehr.

S. 40 | Nr. 13 sich anschicken Verb | sich bereit machen

S. 26 | Nr. 1 die Balustrade, -n Substantiv | eine Art Geländer

S. 40 | Nr. 14 in der Stimme schwingen

Redewendung | ein Gefühl ist anhand der

Stimme zu erkennen

S. 27 | Nr. 2 die Kabine, -n

Substantiv | hier: kleiner abgeteilter Raum, in dem sich die

Toilette befindet

S. 51 | Nr. 15 unwirsch Adjektiv | mürrisch, unwillig

S. 42 | Nr. 16 der Kompagnon, -s Substantiv | Kamerad

S. 28 | Nr. 3 auf leisen Sohlen gehen Redewendung | schleichen, geräuschlos laufen

S. 50 | Nr. 17 krass Adjektiv | begeisternd, großartig

S. 28 | Nr. 4 der Beamte, -n Substantiv | Hüter der öffentlichen Ordnung

S. 50 | Nr. 18 der Bursche, -n Substantiv | Knabe, Kerl, Junge

S. 29 | Nr. 5 lärmend Adjektiv | laut und unruhig

S. 50 | Nr. 19 der Broiler, -ø Substantiv | Brathähnchen

S. 30 | Nr. 6 dämlich Adjektiv | ungeschickt

S. 54 | Nr. 20 rütteln

Verb | schnell (ruckweise) hin und her bewegen,

heftig schütteln

S. 54 | Nr. 21 zerknirscht Adjektiv | niedergeschlagen

S. 31 | Nr. 7 entzückt Adjektiv | begeistert

S. 56 | Nr. 22 mit gedämpfter Stimme Redewendung | leise, flüsternd

S. 32 | Nr. 8 absonderlich Adjektiv | seltsam, ungewöhnlich

S. 56 | Nr. 23 argwöhnisch Adjektiv | misstrauisch

S. 36 | Nr. 9 die Seilbahn, -en

Substantiv | Schwebebahn, deren Gondeln von

einem Zugseil mit Stromantrieb bewegt werden

S. 57 | Nr. 24 das Fossil, Fossilien Substantiv |versteinerter Überrest von Tieren oder Pflanzen


158

FEDER-SCHATZ

159

S. 58 | Nr. 25 das Exponat, -e Substantiv | Ausstellungsstück

S. 111 | Nr. 40 das Visier, -e

Substantiv | beweglicher, das Gesicht bedeckender

Schutzhelm

S. 59 | Nr. 26 das Präparat, -e

Substantiv | getrocknete Pflanze oder ausgestopftes Tier als

Lehrmittel

S. 114 | Nr. 41 ominös Adjektiv | bedenklich, zweifelhaft, berüchtigt

S. 115 | Nr. 42 entgehen Verb | von jemandem, etwas unbemerkt bleiben

S. 66 | Nr. 27 frustriert Adjektiv | enttäuscht

S. 116 | Nr. 43 sonor Adjektiv | tief, klangvoll

S. 70 | Nr. 28

jemanden oder

etwas mustern

Verb | genau anschauen, gründlich untersuchen

S. 116 | Nr. 44 grämen Verb | bekümmert sein, sich Gedanken machen

S. 74 | Nr. 29 die Schrippe, -n Substantiv | einfaches Brötchen

S. 127 | Nr. 45 der Jubel

Substantiv | Bekundung großer Freude durch

Rufen, Jauchzen, Schreien

S. 77 | Nr. 30 die Lanze, -n

Substantiv | altertümliche Waffe mit einer Spitze

aus Metall

S. 132 | Nr. 46 einigermaßen Adverb | ungefähr

S. 79 | Nr. 31 die Bude, -n Substantiv | Essensstand, Verkaufsstand

S. 138 | Nr. 47 mühsam Adjektiv | mit viel Anstrengung

S. 80 | Nr. 32 der Virtuose, -n Substantiv | Kenner der Musik

S. 138 | Nr. 48 hinweg Adverb | darüber

S. 80 | Nr. 33 die Mundharmonika, -s Substantiv | volkstümliches Musikinstrument

S. 139 | Nr. 49 anrempeln

Verb | (absichtlich) mit dem eigenen Körper

gegen den Körper einer anderen Person stoßen

S. 80 | Nr. 34 das Akkordeon, -s

Substantiv | Schifferklavier, volkstümliches

Musikinstrument

S. 140 | Nr. 50 beschämt Adjektiv | voller Scham

S. 81 | Nr. 35 plappern Verb | viel und schnell reden

S. 142 | Nr. 51 der Senat

Substantiv | Landesregierung der Stadtstaaten

Hamburg, Bremen und Berlin

S. 85 | Nr. 36 seidig Adjektiv | weich, geschmeidig

S. 145 | Nr. 52 sich gedulden Verb | abwarten

S. 98 | Nr. 37 die Tarnung, -en Substantiv | Verkleidung, Kostüm, Fassade

S. 149 | Nr. 53 die Vernehmung, -en Substantiv | Verhör

S. 100 | Nr. 38 kreieren Verb | gestalten

S. 151 | Nr. 54 zuversichtlich Adjektiv | hoffnungsvoll

S. 100 | Nr. 39 ohne Umschweife Redewendung | ohne zu zögern, ohne zu umsegeln

S. 154 | Nr. 55 ersinnen Verb | sich ausdenken


160

161

Die Autoren aus Berlin

übergeben ihre Geschichten

an das nächste Team aus

Göttingen!

Auch du kannst an der

Reihe mitschreiben.

Erzähle den Federsammlern

über deine Heimat!

Erfahre mehr und

schreib mit!


162

163

Unser herzlichstes Danke!

Dieser Kinderroman ist etwas ganz Besonderes. Er hat nicht nur 63 AutorInnen.

Diese gehören zudem noch zu den jüngsten Roman-AutorInnen Deutschlands.

Allen voran gilt deshalb unser Dank den Berliner Jung-AutorInnen, die mit ihrer Fantasie

der Geschichte ihre ganz eigene Handschrift verliehen haben und ihre wertvolle Arbeit an das

kommende Autoren-Team weitergeben. Wir sind gespannt auf alle Erlebnisse von Fietje und Arti, die

aus euren Geschichten noch erwachsen werden!

Dicht darauf folgen die Personen und Institutionen, die mit Vertrauen und Tatendrang die Entstehung

des ersten Federsammler-Romans über die Stadt Berlin unterstützt haben.

Danke für die Planung und Durchführung der Schreibwerkstätten:

Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf von Berlin; Abteilung Schule, Sport, Finanzen und Personal

Schul- und Sportamt (Stefan Komoß, Bezirksbürgermeister; Sabrina Götze)

Sartre-Gymnasium Berlin Marzahn-Hellersdorf (Doris Rachel, Steffen Herberg, Meyke Keddi, Katrin

Thiel, Dr. Antonia Wenzel)

Goethe-Institut Zentrale; Abteilung 40, Bereich 42 (Dr. Bernd Schneider)

edition8 (Aimée Torre Brons, edition8.de)

Ritter Sport (Petra Fix)

FEZ (Marion Gusella)

Danke für die Bereitstellung der Fotos und Foto-Genehmigungen:

visit Berlin (Katrin Heprich)

Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin (Tiziana Zugaro)

Museum für Naturkunde (Dr. Gesine Steiner)

Ritter Sport (Petra Fix)

FEZ (Marion Gusella)

Nika Kramer (nika-kramer.com)

Sabrina Apitz

Ganz persönlich:

Den Eltern der Jung-AutorInnen, allen Familien und Freunden, die so zahlreich hier nicht namentlich

aufgeführt werden können, möchten wir unseren allerherzlichsten Dank ausdrücken! Begleitet uns

auch weiterhin und lasst euch auf die Schatzsuche unserer Helden mitnehmen!

Das Federsammler-Team


Bildnachweis

18, 155 Berliner Hauptbahnhof, © Aimée Torre Brons

19, 44-47 U-Bahn, © Aimée Torre Brons

20-21, 24-31, 132-133 Sartre-Gymnasium Berlin-Hellersdorf, © Katrin Thiel

32-33, 74 Jugendherberge Berlin Ostkreuz, © Jugendherberge

Berlin Ostkreuz gGmbH

34-35, 37 Wuhleweg und IGA, © Katrin Thiel

38-41 Labyrinth, © Marlene Wallnisch

42 Orientalischer Garten, Gärten der Welt, © Katrin Thiel

43 Kirschblüte Japanischer Garten, © Grün Berlin, flickr

48-49 U-Bahn Alexanderplatz, © visitBerlin, Foto: Wolfgang

Scholvien, flickr

50 Fernsehturm, © Marlene Wallnisch

51-53, 62 Fernsehturm, © Katrin Thiel

54-56, 58-59 Museum für Naturkunde, © Carola Radke, Museum für

Naturkunde Berlin

60-61 Brandenburger Tor, © Katrin Thiel

62 Berliner Dom und Brandenburger Tor, © Marlene

Wallnisch

64-69 Deutsches Technikmuseum in Berlin, © SDTB / Fotos:

Clemens Kirchner

70 Day 28 - 1/28/12: My First PC, © Neil R, flickr

71 U-Bahn, © Marlene Wallnisch

74-75, 122 S-Bahn, © Sabrina Apitz

75 Bus, © Nika Kramer

76-77 Brandenburger Tor, © Marlene Wallnisch

78-79 Pariser Platz, © Katrin Thiel

80 Currywurst, © Marlene Wallnisch

82 Weltzeituhr, © Die Federsammler, Antje Hübner

84 Weltzeituhr, © Katrin Thiel

86-87 Alexanderplatz, © Sascha Kohlmann, flickr

88-89 Berlin, Französische Strasse, © Wilhelm Rosenkranz,

flickr

89 taxi and taxi sign, © Benjamin Kerensa, flickr

90-94, 97, 99-103 Bunte Schokowelt Berlin, © RITTER SPORT

93-95, 101, 104, 106 Bunte Schokowelt Berlin, Regal, Infotafeln,

Gruppenfotos, © Aimée Torre Brons

96-98, 104-105 Bunte Schokowelt Berlin, Schokoladenwerkstatt, © Dr.

Antonia Wenzel

103 Schokoladentafeln r.u., © Federsammler, Antje Hübner

107, 109-113, 117-119, 121 FEZ, © FEZ-Berlin, Fotos: Michael Lindner

107, 114, 116-118, 120-121 FEZ, Willkommensschild, Stressmaschine, Wand mit

Hochzeitsfotos, Tomatenfisch, Luftballons,

Schülerausflug, © Aimée Torre Brons

124-127 Olympiastadion, © Meyke Keddi

128-129 Spinde, © Die Federsammler, Kerstin Zippel

134 Satre-Gymnasium Berlin-Hellersdorf, © Dr. Antonia

Wenzel

135-140 S-Bahn und Hackescher Markt © Nika Kramer

142-143 Rotes Rathaus, © Nika Kramer

144-145, 147 Marienkirche, Neptunbrunnen und Spreeufer, ©

Marlene Wallnisch

148-149 Mustafa’s Gemüse Kebap, © Nika Kramer

150 Straße, © Marlene Wallnisch

151-153 Lagerhalle, © Nika Kramer

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