Katalog WENN ALLES ANDERS | Outsider Art

sautermeister

Outsider Art - Gesamtkatalog Künstler & Oeuvre WENN ALLES ANDERS Malwerkstatt Bad Dürkheim, behinderte & nichtbehinderte Künstler, unter der künstlerischen Leitung von Wolfgang Sautermeister

W e n n

A L L E

s — A n

D E R S

Outsider Art

Malwerkstatt Bad Dürkheim


wenn

Alles

Anders

Outsider Art

Malwerkstatt Bad Dürkheim


INHALT

Vorwort...........................................................................................5

Astronauten der Psyche / Lida von Mengden..........................................7

Offene Ateliers / Thomas Röske......................................................... 10

Komm, wir gehen noch einen Schritt weiter / Wolfgang Sautermeister....... 14

Laganda – letzte Nachricht von Maria / Dieter Arnold............................ 19

Bilder haben ihre eigene Wahrheit / Jürgen Klüpfel............................... 21

Malerei / Zeichnung................................................................23

Paula Degenhardt............................................................................25

Gabi Deremaux............................................................................... 35

Lothar Gerhardt.............................................................................. 41

Anneliese Haase............................................................................. 49

Juliane Handke............................................................................... 57

Michael Jann................................................................................... 65

Volker Klein................................................................................... 75

Pascal Lawaldt................................................................................ 81

Ulrike May..................................................................................... 89

Matthias Nagel................................................................................ 95

Annette Ohlinger.......................................................................... 103

Renate Sandig............................................................................... 109

Holger Schmidt............................................................................. 119

Richard Schwaab........................................................................... 129

Helga Zeidler............................................................................... 137

Performance...........................................................................145

Künstler..................................................................................161

© 2015 Lebenshilfe Bad Dürkheim e.V.

Sägmühle 13

67098 Bad Dürkheim

Telefon 06322-938-0

www.lebenshilfe-duew.de

Appendix.................................................................................. 185

Ausstellungen............................................................................... 186

Biografien.................................................................................... 190

Impressum / Dank.......................................................................... 191

Herausgeber: Lebenshilfe Bad Dürkheim e.V.

Satz: ZMOG, Weinheim

Schrift: Times Ten

Papier: Munken Pure Rough, LuxoArt Samt

Druck: NINO Druck, Neustadt/Weinstraße

Siebdruck: Röpke, Neustadt/Weinstraße

Bindung: Schaumann, Darmstadt

ISBN 978-3-00-049614-1


Vorwort

»Kunst ist Magie, befreit von der Lüge, Wahrheit zu sein.«

(Theodor W. Adorno)

Heinz-Jürgen ist schon lange bei uns. Der sehr hagere, fragil

wirkende 60-jährige grauhaarige Mann lebt seit fast 30

Jahren im Jan-Daniel-Georgens-Haus und besucht werktags

die Tagesförderstätte. Er spricht nicht und wer ihn

näher kennt weiß, dass er in den Angelegenheiten des Alltags

seinen ganz eigenen Rhythmus lebt und dass seine

Begegnungen mit Menschen von sehr sensiblen Antennen

gesteuert sind, die er im Laufe seines Lebens ausgebildet

hat. Auf fremde Menschen, unerwartete Situationen und

Störungen in seinem persönlichen Alltag reagiert er mit

Rückzug und bekräftigt oft seine Ablehnung und Angst

mit klagenden Lauten. Um ihm das, was wir gemeinhin

Grundbedürfnisse nennen zu erfüllen, braucht Heinz-

Jürgen sehr viel Zuwendung und ganz viel praktische

Unterstützung – jeden Tag, immer wieder, für immer.

Während einer Vernissage der Malwerkstatt vor vier, fünf,

es können auch sechs Jahre her sein, steht Heinz-Jürgen

an jenem Sonntagnachmittag mit seinem Glas Sekt-

Orange im Eingangsbereich des Ateliers. Der Besuch ist

gut, Kunst interessierte von innerhalb und außerhalb der

Lebenshilfe geben sich ein Stelldichein bei dezentem

Stimmengewirr, wie man es bei solchen Anlässen kennt.

Später erfahre ich, dass sein Zögern vor der Tür, ins Atelier

zu kommen, mehr als eine Stunde gedauert hat, bis

er schließlich dazugekommen ist. Und jetzt prostet er mir

ver schmitzt und schelmisch zu, als schäme er sich seines

Stolzes, als ich ihn frage, ob auch von ihm Bilder in dieser

Ausstellung zu sehen sind. Obwohl wir uns wenig kennen,

glaube ich zu erkennen, dass Heinz-Jürgen intuitiv

das Besondere dieses Tages und dieses Ortes spürt und

genießt. Unter einem seiner Bilder klebt schon der rote

Punkt für »verkauft«.

In diesem Jahr waren die Arbeiten zweier Künstlerinnen

der Malwerkstatt im Wilhelm-Hack Museum Ludwigshafen

und in einer Galerie in Weinheim zu sehen. Nicht

inmitten sogenannter Outsider Art, sondern als Arbeiten,

die, ungeachtet der Person des Künstlers, zum Konzept

der Ausstellung passten. Ist es nicht eine besondere Form

von Erfolg, wenn die Öffentlichkeit und das Kulturleben

die Kunst geistig behinderter Menschen nicht mehr

wegen der vermeintlichen Exotik ihrer Herkunft und

ihres Ent stehens sondern wegen ihrer Qualität würdigt?

Kunst unter Kunst – und nicht, wie leider immer wieder

zu hören oder zu lesen, von Mitleid bemäntelte Anerkennung,

dass auch Menschen mit einer geistigen Behinderung

ihren Gefühlen mit Farbe und Pinsel Ausdruck

verleihen könnten.

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In der Malwerkstatt entsteht schlichtweg Kunst. Ohne

pädagogischen Ansatz und ohne therapeutisches Konzept

– niemand wurde je in die Malwerkstatt »geschickt«.

Was nicht heißt, dass dort nicht eine wohltuende Atmosphäre

spürbar wäre, in der ein besonders einfühlsames

und respektvolles Miteinander herrscht. So ist sie in den

nun mehr als 16 Jahren zu einem speziellen Ort der persönlichen

Entwicklung und der sinnlichen Entfaltung, der

Kreativität und Freude für die teilnehmenden Künstler

geworden, wo die Kunst und das Malen »an sich« für manchen

einen idealen Ort der Entfaltung und der persönlichen

Stärkung freigegeben haben.

Es ist von daher nur folgerichtig, dass sich die Arbeit der

Malwerkstatt nun in einem Katalog niederschlägt. Er ist

ein Dokument des bisher geleisteten, und es ist auch ein

Blick nach vorn. Es ist ein Künstler-Buch, das sicher auf

großes Interesse stoßen und die Arbeit des Ateliers und

seiner Künstler noch weiter bekannt machen wird.

Matthias Neubert,

Lebenshilfe Bad Dürkheim

Astronauten

der Psyche

/ Lida von Mengden

Gäbe es die Malwerkstatt nicht in unserer Lebenshilfe,

man müsste sie schaffen. Warum? Weil die Lebenshilfe

Bad Dürkheim sich dem ganzen Leben von Menschen

mit geistiger Behinderung verpflichtet sieht. Nicht nur

allen Phasen des Lebens, von der frühen Kindheit bis ins

hohe Alter, sondern auch allen Bereichen des Lebens.

Und was wäre das Leben ohne Kunst und Kultur? Die

Malwerkstatt ist deswegen – ungeachtet ihrer Bedeutung

für die Künstler und der gewachsenen öffentlichen Anerkennung

– auch ein wichtiger und nicht mehr weg zu

denkender Baustein unseres Gesamtkonzepts geworden.

Der Erfolg von Konzepten und Projekten ist nicht nur in

unserer Lebenshilfe immer mit Personen verbunden, die

sich mit Können, Einsatz und Leidenschaft einer Sache

verschreiben. Darum verdient Wolfgang Sautermeister als

künstlerischer Leiter ein herzliches Dankeschön für seinen

Pioniergeist, seine Begeisterung für die Sache, die

künstlerische Professionalität und seine uneingeschränkte

Bereitschaft, jeden Künstler, jede Künstlerin individuell

dort abzuholen, wo er/sie sich befindet und auf eine Entdeckungsreise

künstlerischer Entfaltung mitzunehmen.

Danke auch Silvia Wöckel, die, obwohl nicht mehr in

hauptamtlichen Diensten der Lebenshilfe, vom Virus Malwerkstatt

erfasst, als treue Begleiterin und Unterstützerin,

die Malwerkstatt seit ihren Anfängen begleitet und

logistisch unterstützt.

Und nicht zuletzt dank den Künstlern und Künstlerin -

nen, denn ohne ihr Schaffen, ihre Ideen, die so vielfältigen

Talente und ihren stillen Enthusiasmus wären die Konzepte

nutzlos und gäbe es die Malwerkstatt nicht.

»Die durchwanderte Welt ist endlich, aber die Entdeckungsreise

in die Richtung des eigenen Zentrums ist unendlich.

Durch die Aufdeckung dieser Sphären entsteht etwas ganz

Neues, noch nie vorher Gesehenes.« (Ferenc Jadí)

Durch Hans Prinzhorns Veröffentlichung seines Buches

Bildnerei der Geisteskranken (1922) sind die kreativen

bildnerischen Arbeiten der psychisch Kranken zum ersten

Mal als ernst zu nehmende künstlerische Äußerungen

begriffen worden – wenn auch damals vor allem von den

Künstlern, z. B. von Max Ernst, Andre Breton, Salvador

Dalí, Paul Klee, Hans Arp und später, nach dem Zweiten

Weltkrieg, wieder von Jean Dubuffet, Willem de Kooning,

Asger Jorn, Antonio Tàpies, Joseph Beuys, um nur einige

zu nennen.

Bei ihnen lösten diese Blätter, Zeichnungen, Objekte,

Stoffe, Texte u. ä. – die zumeist dem Mangel abgerungen

waren, Mangel an Material, Mangel an Freiheit, Mangel

an Kommunikation, etc. – ein nicht zu überschätzendes

Interesse aus, dessen Einfluss bei den bedeutendsten

Künstlern des 20. Jahrhunderts zu verfolgen ist. Insbesondere

der Surrealismus mit seinen künstlerischen Forschungen

im Reich des Unbewussten hat die Bilder der

inneren Welten und damit auch die Schöpfungen psychisch

Kranker ins Licht einer größeren Öffentlichkeit

gebracht, und so nicht nur für Beachtung sondern für

eine beginnende Wertschätzung gesorgt. Im Verlauf des

20. Jahrhunderts ist die Bedeutung dieser Werke immer

stärker wahrgenommen worden.

Inzwischen widmen sich auch Ausstellungsmacher diesen

Nebenschauplätzen künstlerischer Gestaltung. Die letzte

Biennale in Venedig 2013 rückte als wohl bis dato prominentester

Ausstellungsort Outsider Art und damit auch

die Werke von Amateuren und geistig Behinderten in den

Fokus und stellte sie gleichberechtigt neben sogenannter

anerkannter Kunst aus.

Massimiliano Gioni, der die Schau mit dem Titel The

Encyclopedic Palace kuratierte, begründete diesen noch

immer ungewöhnlichen Schritt mit seinem grundlegenden

anthropologischen Ansatz: der Frage nach der Funktion

der Imagination und der Kraft der Imagination. Gioni

suchte den Fokus auf die inneren Bilder zu richten, die die

Imagination des Menschen befeuern, und die nach außen

drängen, um sich in unterschiedlichen Formen zu manifestieren.

Obwohl eigentlich unsichtbar, werden sie sichtbar

in Form von Träumen, Visionen und Kosmogonien. Auf

diese Weise können sich die inneren Bilder anderen Menschen

mitteilen und so deren Erlebnis- und Denkhorizont

erweitern und sogar deren Handeln verändern.

»Der Gedanke, dass Bilder lebende, atmende Wesen sind,

mit magischen Eigenschaften ausgestattet und der Möglichkeit

zu beeinflussen, zu verändern, und sogar zu heilen,

mag vielleicht wie ein altmodisches Konzept erscheinen,

das von archaischem Aberglauben zeugt. Doch wie können

wir die talisman-artige Kraft eines Bildes bestreiten,

wenn wir immer noch Bilder unserer Lieben in unseren

Handys bei uns tragen?« (M. Gioni)

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Gioni erschien es deshalb unbedingt notwendig, seine

Untersuchungen zur Kraft der Imagination auch auf die

Outsider Art auszudehnen. Denn gerade in deren Bildschöpfungen

findet die Imagination zu ihrem unmittelbarsten

Ausdruck. Weitgehend uneingeschränkt von den

Zensurakten des Verstandes bricht sich das innere Bild

ungehindert Bahn. Nahezu unbeeinflusst von Regeln und

Traditio nen akademischer Vorbildung, in größtmöglicher

Eigenständigkeit bzw. Eigensinn, unternehmen diese

Künst ler »Pilgerfahrten in das Unmögliche« (Jadí), suchen

nach einer eigenen Form, einem eigenen Weg und kreieren

jenes Konglomerat aus Formen, Farben und Materialien,

das »Nachrichten« aus der Tiefe des psychischen

Raumes in die Sichtbarkeit holt.

Wenn wir uns die zunehmende Wertschätzung von Outsider

Art vergegenwärtigen – die sich im Übrigen auch

darin zeigt, dass Ateliers für geistig Behinderte unter kompetenter

künstlerischer Begleitung eingerichtet wurden;

z. B. existiert das Atelier der Lebenshilfe Bad Dürkheim

seit nun mehr als 16 Jahren unter Leitung des Künstlers

Wolfgang Sautermeister – stellt sich unweigerlich die

Frage, woher rührt unsere Faszination für diese Bildschöpfungen?

In einer Welt voller Bilder, in der zudem jeder ein Bild

oder viele Bilder von sich entwirft, und nach außen zur

Schau stellt oder weltweit postet, und andererseits jeder

Bilder in sich aufnimmt, die ihm wichtig sind, die ihn

beeinflussen, die ihn zu dem machen, der er ist – was

bedeuten uns diese Bilder? Was unterscheidet diese oft

technisch nicht perfekt, eher ungelenk wirkenden Bildwerke

der Outsider Art von all den anderen?

Ihre Wirkung hängt direkt mit ihrer Darstellungskraft zusammen.

Auch ich bin immer wieder beeindruckt und

lasse mich wie durch einen Sog hineinziehen zu ihrer eigentlichen

Bedeutung. So fühlte ich mich wie gepackt von

der unbändigen Farbenergie eines »Eidechsenhundes«,

der Gouache eines riesigen grünen hundartigen Fabeltiers

von Roswitha Ullrich mit einem fast kopfgroßen

Auge vor knallrotem Hintergrund, voller Lebenskraft,

strahlend, frisch und voller echter Lebensfreude.

Auch das Gekrakel von Richard Schwaab, das wie eine

Urform des unbeabsichtigten Gestaltens wirkt, muss ich

mir immer wieder ansehen, denn es geht mir nicht aus

dem Kopf, weil ich wissen will, wie es möglich ist, allein

mit kreisenden Handbewegungen ein Schaf, eine Mutter

mit Kind, eine Frau, ein Mädchen zu zeichnen. Richard

Schwaab gelingt es, mit nichts anderem als dem Auf- und

Abschwingen des Bleistifts oder Kugelschreibers, so als

würde man die Mine eines Stifts ausprobieren, nicht nur

bestimmte Menschen und Tiere darzustellen, sondern deren

Wesen zu erfassen und zum Ausdruck zu bringen.

Manchmal sind es bestimmte Motive, die mich in ihren

Bann ziehen, weil sie eine besondere künstlerische Intensität

entwickeln; etwa der wunderbare Hase von Volker

Klein, eine großformatige Kugelschreiberzeichnung, die

einen gewissen Realismus in poetisch-ästhetischer Form

verdichtet. Oder ich fühle mich zugleich berührt und irritiert

durch seltsam fremdartige Gestalten, die in mir

Momente der Empathie auslösen. Und ich staune über

die Poesie eines sich öffnenden Farbfensters, voller Sinnlichkeit,

oder über einen sich mit Schwärze füllenden

Bildraum, der sich zum Zentrum verdüstert, mit schräg

ins Bildfeld kippenden Formen, wie im Fallen begriffen.

Manche dieser Werke bringen jenes Glücksgefühl über

die Freude, ein lebendiges Wesen zu sein in der Farbigkeit

ihrer Bildwelt ans Licht, andere öffnen den Kerker der

inneren Verzweiflung. Es sind Bild- und Gedankenwelten,

scheinbar weit entfernt von mir und doch, weil nahe in

ihrer Menschlichkeit, eröffnen sie mir unbekannte Räume

und vermitteln mir zeichenhaft Momente einer Bilderzählung,

die ins Unendliche des inneren Kosmos eines

anderen Ichs führt.

Es sind Bilder, die zum Nachdenken auffordern, nicht

immer leicht konsumierbar. Meine Versuche, mich in sie

einzufühlen, sie zu entschlüsseln sind nicht immer erfolgreich.

Ob ich mich nun angezogen oder befremdet oder

gar verunsichert fühle, eines begreife ich und erkenne es

sehr bewusst; alle Werke, die von geistig Behinder ten geschaffen

werden, haben eines gemein: es ist ihre Authentizität.

Die Bilder und Objekte erscheinen so, als wäre das

Ab gebildete spontan und direkt, nur vom eigenen Erleben

gesteuert, ohne jede Umschweife, ohne Rücksicht auf

Traditionen, Sehgewohnheiten, Konventionen, etc. – wenn

auch unter deren Zuhilfenahme, sofern notwendig – entworfen

worden. Ihre Ausdruckskraft ist so stark, dass es

keinen Zweifel gibt, dass diese Werke für ihre Schöpfer

essentiell sind. Hier erscheint nichts unecht oder gekünstelt.

Genau das macht ihren Charakter des Lebendigen,

Unverfälschten und Wirklichen aus.

Das Wesentliche ist jedoch das, was nur zu fühlen ist. Dieses

Gefühl des Authentischen überträgt sich und erweitert

so das Dargestellte, das Offensichtliche um die Dimension

des Unsichtbaren. Wir spüren, dass hier eine

Form, eine Bildsprache für das Wesentliche, das Eigentliche

gefunden wurde. In diesen Bildern steht uns ein

Indi viduum gegenüber, das seine inneren und äußeren

Erfahrungen direkt, unverfälscht, mit-teilt, und das uns in

aller Offenheit in den fühlenden, denkenden, schauenden

Raum seines Ichs blicken lässt.

Warum interessiert mich das? Es ist klar, dass uns all das

nur erreicht, wenn es Botschaften sind, die etwas mit uns

zu tun haben, die unser inneres Fühlen berühren. In all

diesen Bildern wohnt etwas zutiefst Menschliches, das uns

allen gemein ist. Und wir begreifen, dass wir als menschliche

Wesen in Bildern denken, dass wir in Bildern das

Wissen von uns und über die Welt organisieren und unsere

Erlebnisse in und mit der Welt dadurch geprägt werden.

Und so lassen sich die Schöpfungen geistig behinderter

Künstler als Parabeln über die Sehnsüchte und die Befindlichkeiten

des Menschen an sich lesen. Deshalb sind diese

Bilder wichtig – auch für uns.

Dr. Lida von Mengden ist Kunsthistorikerin, Kuratorin und Dozentin

(Kunst des 20. Jahrhunderts, aktuelle Kunst). 1985 – 2007 Kuratorin

am Wilhelm-Hack-Museum Ludwigshafen. Wichtige Ausstellungen

(Auswahl): »Zufall als Prinzip. Spielwelt. Methode und System in der

Kunst des 20. Jahrhunderts«, Ludwigshafen 1992; »Abstract Art Now.

Strictly geometrical?« (mit Theresia Kiefer), Ludwigshafen 2006;

»Ornamental structures«, Saarbrücken 2011, Pforzheim 2012, Herne

2013, Worms 2014. Zahlreiche Publikationen. Heute arbeitet sie als

freie Kuratorin, Autorin und Dozentin.

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Lange Zeit entstand das, was heute Outsider Art genannt

wird, wildwüchsig. Die Werke wurden auf eigene Initiative

von Insassen psychiatrischer Anstalten oder von kunstfremden

Eigenbrötlern geschaffen, oft einzig mit dem bescheidenen

Material, das sich in ihrer Reichweite befand.

Manchmal brachten auch Medien sie hervor, die auf

Befehl eines Geistes zu Stift oder Pinsel griffen und sich

für die Resultate letztlich nicht verantwortlich fühlten. In

der Kunstwelt fanden diese Zeichnungen, Gemälde, Plastiken

und textilen Werke noch wenig Interesse, und ein

Markt dafür entwickelte sich erst langsam nach 1970. Der

Kunsthistoriker und Arzt Hans Prinzhorn (1886 – 1933)

war einer der ersten, die den Werken von Anstaltsinsassen

einen ästhetischen Wert zusprachen. Mit dem umfangreichen

Text und den 187 Abbildungen seines Buches

Bildnerei der Geisteskranken (1922), das von der großen

Sammlung ausging, die er nach dem Ersten Weltkrieg

an der Heidelberger psychiatrischen Universitätsklinik

zusammengetragen hatte, brachte er diese Perspektive

zudem einem größeren Publikum nahe.

Für ihn hatten die Werke von Psychiatriepatienten eine

besondere ästhetische Authentizität und unterschieden

sich dadurch von der professionellen Kunst seiner Zeit.

Als Garant dieser »Echtheit« galt Prinzhorn die radikale

Offene Ateliers –

organisierter

Wildwuchs

der Kreativität

/ Thomas Röske

Vereinzelung ihrer Schöpfer durch psychische Krankheit

(zumeist als »Dementia praecox«, später »Schizophrenie«

diagnostiziert) und ihr Aufenthalt in einer Anstalt, wo sie

oft lebenslang von der Gesellschaft weggeschlossen waren.

Der Psychiater, der dem Expressionismus nahe stand,

stilisierte die Anstaltsinsassen zu vollkommen unbewussten

Schöpfern, denen auch die künstlerische Tradi tion,

selbst die Idee der Kunst fremd war: »sie wissen nicht, was

sie tun.« Zweifellos übertrieb er ihren »Solipsismus«, ein

Extrem des romantischen Ideals vom Künstler, auch wenn

dauerhospitalisierte Psychiatriepatienten damals tatsächlich

kaum noch kommunizierten – wie wir mittlerweile

wissen, ein Anstaltsartefakt.

Heute gehen Kulturwissenschaftler davon aus, dass auch

zu Prinzhorns Zeit Anstaltsinsassen auf vielfältige Weise

von der Außenwelt beeinflusst waren: durch Erinnerungen

an die Bildkultur, in der sie aufgewachsen waren, durch

aktuelle Zeitungen, Zeitschriften und Bücher, die in den

Anstalt zugänglich waren sowie durch Berichte und Erzählungen

– und dass ihre Werke trotzdem authentisch

sein können: als Zeugnisse ihrer jeweiligen Lebenssituation

und gesellschaftlichen Position. Außerdem lässt sich

zeigen, dass Männer und Frauen, die damals in Anstalten

lebten, oftmals mit ihren Werken durchaus an Kommuni-

kation interessiert waren. Sie wollten sich damit in Erinnerung

bringen, als vollwertige Mitglieder der Gesellschaft

akzeptiert werden oder sogar direkt Anliegen an

Ärzte, Pfleger und andere vorbringen. Ob sich künstlerisch

tätige Patienten gegenseitig beeinflussten ist unklar,

zumal sicherlich höchstens zwei Prozent der Insassen

zeichneten oder malten, wie Prinzhorn feststellte. Und

doch wurden nicht nur in Sanatorien für wohlhabende

Patienten bildnerische Kreativität unterstützt und Mal-

Ateliers eingerichtet. Auch in manchen großen Anstalten

für Patienten der zweiten und dritten Verpflegungsklasse

förderten Ärzte künstlerisches Tun, gestanden manchen

ihrer Patienten eigene »Ateliers« oder gemeinsam nutzbare

Arbeitsräume zu, ließen sie Ansichten der Anstalten

und Porträts von Mitpatienten, Ärzten und Pflegern

zeichnen und bewahrten ihre Werke auf, wie etwa der

Regensburger Oberarzt Adolf Vierzigmann (1878 – 1955)

am Beginn des 20. Jahrhunderts.

Zuweilen wurden die Werke selbst also schon geschätzt,

entweder als erstaunlich »normale« Leistungen oder als

Kuriosa und weil Ärzte sie wissenschaftlich in den Blick

nahmen. Der wichtigste Grund, künstlerisches Tun in Anstalten

zu dulden oder zu fördern, war aber die Sorge um

Ruhe. Patienten waren, wenn sie sich nicht an sinnvollen

Tätigkeiten im Rahmen der »Arbeitstherapie« oder der

institutionellen Selbstversorgung beteiligten, potentielle

Störenfriede. Deshalb war man froh, wenn sie auf harmlose

Weise ausgelastet waren. So finden sich denn in den

Krankenakten zumeist auch nur Einträge wie »beschäftigt

sich mit Zeichnen«, »beschäftigt sich mit Schreiben«. Inhalte

oder Absichten wurden nicht benannt, die Resultate

der freien Kreativität zumeist vernichtet, da sie die Anstaltsordnung

und -sauberkeit störten. Gleichwohl könnte

man in diesem Schätzen der beruhigenden Wirkung konzentrierten

künstlerischen Tuns auch schon einen Beginn

kunsttherapeutischen Denkens erkennen.

Eigentliche kunsttherapeutische Ansätze wurden allerdings

erst seit den späten 1920er Jahren entwickelt, und es

brauchte lange, bis sie sich in psychiatrischen Einrichtungen

durchsetzen konnten. Zugleich begann Beschäftigungstherapie

(später Ergotherapie) die ältere Perspektive

einer Auslastung durch konzentrierte Tätigkeit zu

sys tematisieren. Die Ursprünge der Offenen Ateliers liegen

denn auch eher in diesen Abteilungen, wo Zeichnen,

Malen und bildnerisches Gestalten bald zum Standardangebot

gehörten. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg richtete

etwa die junge Psychiaterin Nise da Silveira (1905 –

1999) in der psychiatrischen Anstalt Pedro II. von Rio de

Janeiro mit Hilfe des Künstlers Almir Mavignier (*1925)

ein Malatelier ein, das bis heute fortbesteht. In Deutschland

war die Künstlerin Gisela Petschner (1913 – 2007)

eine Pionierin mit ihrem Projekt eines Ateliers in der Anstalt

Merxhausen 1963; auch dieses existiert noch immer.

Heute gibt es in Deutschland und in vielen anderen Ländern

eine Fülle von ähnlichen Angeboten, in psychia trischen

genauso wie in heilpädagogischen Einrichtungen.

Selbst wenn einige Offene Ateliers von Kunsttherapeuten

geleitet werden, während diese Funktion meist Künstler,

(Kunst-)Pädagogen oder auch Designer übernehmen, geht

es dort eigentlich immer um freies künstlerisches Arbeiten

ohne therapeutische Perspektive im engeren Sinn.

Die Träger sind überwiegend Behinderteneinrichtungen

oder psychiatrische Dienste. Organisatorisch gemeinsam

ist den Ateliers, dass in einem oder mehreren ineinander

übergehenden Räumen temporäre oder dauerhafte künstlerische

Arbeitsplätze für Psychiatrie-Erfahrene oder/und

geistig Behinderte eingerichtet sind, oft einzelne Tische

oder Werkbänke, gelegentlich abgegrenzte Kojen. Fertige

und angefangene Werke stehen, liegen und hängen

zumindest um diese Arbeitsplätze, wenn sie nicht sogar

an gemeinsam genutzten Wänden präsentiert werden. In

der Regel gibt es auch einen Gemeinschaftsraum, oft mit

Küche, in dem sich die Teilnehmer des Ateliers zwischendurch

aufhalten können.

Die Leitung liegt bei einem oder mehreren Betreuern

(mittlerweile gibt es an Fachhochschulen die Zusatzausbildung

zum »Kunstassistenten«), die das künstlerische

Arbeiten und dessen Vermittlung unterstützen. Sie beschaffen

Arbeitsmittel und stellen sie bereit, können um

Rat gefragt werden oder selbst beratend eingreifen; sie

versorgen die entstehenden Werke bei Bedarf, ordnen

und lagern sie, zeigen sie Interessenten und stellen sie aus,

kümmern sich gegebenenfalls auch um die Abwicklung

von Verkäufen. Für gewöhnlich veranstalten die Ateliers

eigene Ausstellungen und beteiligen sich an Präsentationen

anderer Veranstalter. Dabei geht es um einen Anreiz

für die Teilnehmer, sich dezidiert dem Blick eines

Pub likums zu stellen sowie um Leistungsschauen für die

Träger und Geldgeber der Ateliers. Aber auch der Verkauf

und das finanzielle Honorieren der Arbeit spielen

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eine Rolle. In den letzten Jahren hat eine Reihe von Ateliers

sogar eigene Galerieräume eingerichtet oder angemie

tet mit abwechslungsreichen, inklusions-orientierten

Programmen.

Manche Ateliers sehen sich als ermutigender, behüteter

Kreativraum, in dem möglichst selten Qualitätsurteile abgegeben

werden und fremde Besucher ungern gesehen

sind. Sie veranstalten Ausstellungen nur in Räumlichkeiten

des Trägers, ein Verkauf von Werken kommt nicht

in Frage. Das andere Extrem bilden Ateliers, die mit den

Werken ihrer Teilnehmer in den ersten Kunstmarkt drängen.

Sie sehen sich als Alternativ-Akademien; die Organisatoren

achten stark auf Qualität im Sinne zeitgenössischer

Kunst und möchten mit den Atelier-Künstlern und

deren Kunst eine Marke kreieren.

Das Bad Dürkheimer Atelier gründete Wolfgang Sautermeister

mit der Absicht, dort nicht nur einen Freiraum für

bildkünstlerisches Gestalten zu schaffen, sondern auch

Lesungen, Konzerte, Performances, Ausstellungen und

Gespräche zu organisieren. Ihm ist daran gelegen, eine

möglichst große Öffentlichkeit für dieses Programm zu

interessieren, Kontakte, Vernetzungen und Koope rationen

herzustellen, in der Stadt, der Region und darüber

hinaus. Als Künstler geht es ihm vordringlich darum,

den Kunstcharakter der hier entstehenden Werke und

das Künstlertum der hier Arbeitenden zu diskutieren. Er

stimmt Paolo Bianchi zu, demzufolge es in einem Offenen

Atelier zur »Sichtbarmachung einer künstlerischen Haltung,

Programmatik und Richtung« kommt.

Manche Atelierleiter geben ihrer Gruppe regelmäßig

Themen vor, andere lehnen diese Praxis entschieden ab.

Allerdings geht heute niemand mehr von einer rein unbewussten

und unbeeinflussten Kreativität der Teilnehmer

aus. Versuche in frühen Ateliers, zugunsten einer vermeintlichen

Authentizität möglichst wenig einzugreifen

und möglichst alle äußeren Einflussfaktoren abzuschirmen,

scheinen mittlerweile naiv, wenn nicht grausam.

Jeder Mensch hat das Recht, sich an der ihn umgebenden

Bildkultur zu beteiligen sowie Hilfe und Orientierung

zu erhalten, wenn er sie sucht. Dazu gehören Blicke in

(Kunst-)Bildbände genauso wie Recherchen im Internet.

Die Teilnehmer von Offenen Ateliers unterscheiden sich

untereinander stärker in ihrem Schaffensantrieb als herkömmliche

Ausstellungskünstler. Manche arbeiten seit eh

und je mit einmal gefundenen, oft eigenwillig ausgestalteten

Techniken unbeirrbar an einem persönlichen Thema.

Ihre Werke verstehen sie zumeist noch nicht einmal als

Kunst, vielmehr als alternatives Mittel zum Eingreifen in

Welt und Wirklichkeit. Andere sind erst von außen auf ihr

kreatives Potential gestoßen worden und orientieren sich

zumindest zunächst eher an der Perspektive anderer auf

das, was Kunst oder ein Bild ausmacht. Hier ist oftmals die

zunehmende selbstbewusste Identifikation mit der Idee

des Künstlers das Ziel, auch im Sinne eines vollwertigen,

gesellschaftlich anerkannten Berufs.

Offene Ateliers, gleich wie sie organisiert sein mögen,

ähneln sich als Organismen. Es gibt stets unterschiedliches

Arbeitsverhalten der Teilnehmer nebeneinander.

Manche konzentrieren sich stark auf ihr Tun und schotten

sich gegen die übrige Gruppe ab, andere sind äußerst

kommunikativ und gehen die meiste Zeit im Atelier oder

im Gemeinschaftsraum umher. Aufgabe der Atelierleiter

ist es, die Gruppe so zu gestalten, dass alle Teilnehmer genügend

Freiraum und Ruhe zum Arbeiten haben. In den

Atelierstunden gehen sie entweder auf einzelne Künstler

zu und unterhalten sich oder arbeiten mit ihnen, oder sie

sind an einem bestimmten Platz präsent und ansprechbar.

Zumeist gibt es Zeiten, in denen alle ihre Arbeit ruhen

lassen und sich austauschen. Diese Gruppenprozesse und

das Offene des Werkraums führen zwangsläufig zur Beeinflussung,

sei es unmittelbar in der Kunst, sei es vermittelt

über das Soziale, auch wenn sie nicht immer gleich ins

Auge fällt. So entwickelt jedes Atelier seinen eigenen Stil,

der sich genauso in der Motivik und dem Aufbau der

Werke zeigen kann wie im verwendeten Material, im

Grad des Durcharbeitens oder in der Anzahl der entstehenden

Arbeiten. Verantwortlich dafür ist zum einen

die Atelierleitung, die für viele Teilnehmer zumindest

zeitweilig der erste Adressat ihres Schaffens ist. Zum

anderen setzen meistens ein »Star« der Gruppe oder eine

kleine Untergruppe, die besonders originelle Werke

schafft, einen bestimmten Ton für die gesamte Ateliergemeinschaft.

Darin sind Ateliers vielen Künstlergruppen

oder Ateliergemeinschaften ähnlich, die sich über gemeinsame

ästhetische Ziele zusammengeschlossen haben.

Offene Ateliers üben heute mehr und mehr Anziehung

auf Ausstellungskünstler aus. Nicht nur gibt es in den letzten

Jahren eine wachsende Zahl von Programmen, die

externe Künstler in die Arbeit von Ateliers einbeziehen,

sei es in Form von Tandem-Projekten, sei es als Gruppenunternehmung,

wobei die Initiative entweder von den

Atelierleitern oder den externen Künstlern ausgeht. Auch

das Interesse von Akademie- und Kunstpädagogikstudenten

wächst, Offene Ateliers zu besuchen, um eine alternative

Art künstlerischen Arbeitens kennen zu lernen.

Denn hier lässt sich eine offenere Arbeitsatmosphäre erleben

als in der zumeist bereits stark von Konkurrenzund

Karrieredenken beherrschten Ausbildung an der

Hochschule. Und als ebenso eindrucksvoll erle ben die

meisten, dass hier Menschen ohne Zögern bild nerische

Mittel einsetzen, und zwar für das Gestalten von Anliegen,

die eng an ihrer persönlichen Lebenserfahrung und

-situation orientiert sind.

Offene Ateliers sind besondere Orte in unserer Gesellschaft,

wo auf unterschiedliche Weise Wildwuchs künstlerischer

Kreativität organisiert wird. Ihr Nutzen für die

Teilnehmer steht außer Frage. Ihr Beitrag zum gesamtgesellschaftlichen

Diskurs über Kunst hingegen ist noch

zu entdecken.

Dr. Thomas Röske, geb. 1962, ist seit November 2002 Leiter der Sammlung

Prinzhorn am Universitätsklinikum Heidelberg. Er hat Kunstgeschichte,

Musikwissenschaft und Psychologie in Hamburg studiert

und 1991 promoviert. 1993 – 1999 war er Wissenschaftlicher Hochschulassistent

am Kunstgeschichtlichen Institut der Universität Frankfurt.

Daneben hat er immer wieder als freier Ausstellungskurator für verschiedene

Institutionen gearbeitet. Er gibt regelmäßig Lehrveranstaltungen

am Zentrum für Europäische Kunstgeschichte der Universität

Heidelberg. Seit April 2012 ist er Präsident der European Outsider

Art Association (EOA).

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Wie bist du auf die Idee gekommen, das Projekt »Malwerkstatt«

anzugehen?

Ich hatte vor 1998 bereits Kontakt zu den Mitarbeitern

der Lebenshilfe durch verschiedene Weiterbildungsveranstaltungen,

die ich geleitet hatte und bei denen künstlerisches

Arbeiten eine zentrale Rolle spielte. Gegen Ende

dieser Fortbildungen schlug ich dem damaligen Heimleiter

Volker Kühnemund die Gründung eines Ateliers vor

für die Bewohner sowie die Mitarbeiter der Lebenshilfe:

als einen Ort, an dem der Mensch und die Kunst eine entscheidende

Rolle spielen oder andersherum gesagt, als

einen Spielort, einen Spielraum der Künste, einen Spielraum

für etwas Neues. Volker Kühnemund hat mich bei

der Gründung des Ateliers von der ersten Stunde an sehr

unterstützt. Er war von der Idee begeistert, und ich konnte

durchstarten. Heute noch, 16 Jahre später, besuchen das

Atelier ein nicht unerheblicher Teil der von damals. Leider

hat sich meine Idee, dass auch Mitarbeiter das Atelier

besuchen, nicht verwirklichen lassen.

Komm, wir gehen

noch einen

Schritt weiter

Interview mit Wolfgang Sautermeister

/ Pamela Pachl

Hast du manchmal Zweifel an dieser Arbeit?

Ja, die habe ich. Immer wieder frage ich mich, ist das richtig,

was ich da mache? Ist es richtig, sich in einen Ausstellungsbetrieb

zu begeben? Ist es richtig, was mit den Arbeiten

der Künstler passiert? Was ich damit mache? Ich hinterfrage

meine Rolle schon, das ist so. Ich bringe da viel

Power, Besucher, andere Künstler, Galeristen, Fotografen,

Politiker, Schulklassen, Kunststudenten, Ausstellungen

und auch Musiker rein. Ich fordere eigentlich alle heraus

mit meiner kreativen Unruhe. Selbstverständlich strahlt

das auch zurück, hat Wirkung, und ich will ja, dass die

Arbeit wahrgenommen wird, dass sie diskutiert wird, dass

Begegnungen und auch Reibung entstehen.

Es ist immer wieder auch ein Drahtseilakt zwischen

Unterforderung und Überforderung für mich wie für die

Künstler. Aber ich sehe schon auch, dass sich die Künstler

des Ateliers freuen, an dem was da passiert. Dass sie,

wenn sie an einer Performance teilnehmen, wenn sie ihre

Bilder ausgestellt sehen usw., dass sie daran wachsen,

stärker werden und ihre Persönlichkeit ganz anders zum

tragen kommt. Das ist allerdings kein leichter Prozess, es

gilt da immer wieder neue Hürden zu nehmen für alle

Beteiligten. Es gilt auch jeden einzelnen der Künstler in

ihrer Arbeit wahrzunehmen, in ihrem gestellt sein wahrzunehmen,

auch das gibt Impulse – auch solche, die nicht

in Aktivitäten ausarten müssen.

Wie fühlst du dich nach einem Tag in der Malwerkstatt?

Mit welchem Gefühl gehst du wieder nach Hause?

Das ist ganz unterschiedlich. Manchmal passiert soviel in

ein paar Stunden, dann wieder komme ich kaum zum

Nachdenken, ich mache mir Notizen, versuche in Worte

zu fassen, was ich gesehen habe an kleinen Bewegungen,

an Geräuschen, an Fragen, an Verzweiflung, an gemalten

Bildern. Es passiert ja ständig etwas. Und nahezu immer

ist zu wenig Zeit dafür da, was noch alles gemacht werden

müsste. Manchmal schaue ich aber auch nur einfach aus

dem Fenster der Bahn, mit der ich fahre und lasse das, was

war ausklingen. Es gibt auch Zeiten im Atelier mit den

behinderten Künstlern, die sehr anstrengend sind, die mir

zu laut sind, zu chaotisch, oder wo etwas passiert ist, was

mich sehr berührt hat.

Woher nimmst du deine Ideen zur Inspiration/Aufgabenstellung

für deine Arbeit im Atelier?

Nun, einige der Künstler des Ateliers arbeiten ausschließlich

nach ihren eigenen Ideen. Sie fragen mich nur, wenn

Probleme in der Umsetzung entstehen. Wichtig ist, dass ich

da bin. Aber wie ich schon sagte, gebe ich auch Impulse,

indem ich zum Beispiel irgendwelche Fotokopien verteile

oder bestimmte Farben besorge, indem ich für uns ganz

unterschiedliche Formate als Bildträger anfertigen lasse,

eine bestimmte CD auflege oder ein einziges Wort vergrößert

an der Wand befestige. Daraus entstehen dann

Gespräche, kurze oder längere, oder es entsteht ein Bild

oder sogar eine ganze Reihe von Bildern. Es gibt auch

Kunstkataloge, Ausstellungsplakate, ganz unterschiedliche

Fotografien.

Zudem bringen manche auch ihre eigenen Materialien

mit wie zum Beispiel Gabi Deremaux ein Buch über

Heidi, oder eines über das Leben Jesu und danach malt

sie, damit arbeitet sie, über Monate! Ihre Themen strahlen

aber auch auf die Arbeit der anderen aus, auch weil

sie sehr kommunikativ ist. Andere arbeiten ganz still vor

sich hin, ohne dass da auch nur ein Wort fallen würde.

Wenn ein Bild dann irgendwann mal an der Wand hängt,

schauen die anderen schon was das ist, oder ich fordere

sie auf und frage sie, was sie davon halten.

Vieles an Ideen entsteht beim genauen Beobachten von

dem was sich abspielt, was gesprochen wird, was jemand an

hat usw. Besucher des Ateliers sind immer wieder erstaunt

darüber, wie konzentriert die Atmosphäre ist. Nun, es ist

doch klar, dass es genau das Gegenteil auch gibt: ausgelassene

Abende, wo rumgeblödelt wird, Quatsch gemacht

wird sind ebenso wichtig.

Hat die Arbeit in der Malwerkstatt auch schon Einflüsse

auf deine persönliche Kunst als Wolfgang Sautermeister?

Aber ja, wie oben beschrieben, versuche ich ja nicht so

viele »Aufgaben« zu geben, sondern mehr die Einzelnen

zu unterstützen in dem was aus ihnen kommt, was sich da

zeigt und meldet. Es kommt aber schon auch vor, dass ich

mir was überlege, weil ich denke es könnte für uns alle

spannend sein, auch mal was ganz anderes zu machen. Da

muss ich dann schon eine Menge an Geschick aufbringen,

dass es gelingt und auch eine gewisse Hartnäckigkeit und

Unerschrockenheit an den Tag legen.

Aufgaben und Ideen bringen allerdings auch die Künstler

des Ateliers ein, das geht nicht nur von mir aus. Experimente

und oder Auf gaben gehen hie und da schief. Es ist

wichtig, nicht nur auf Resultate zu schauen. Manchmal

geht etwas nicht, und durch die Misserfolge und weiteres

Arbeiten entstehen neue Ideen.

Ganz grundsätzlich bin ich dann am glücklichsten, wenn

die einzelnen konzentriert an der Arbeit sind oder wenn

wir völlig außer Rand und Band sind oder die angespannte

Stille vor dem Beginn einer Performance, vor der

ersten Bewegung, das mag ich auch sehr. Immer wieder

sehr spannend ist es, wenn ich sehen kann, wie ihre Bilder

entstehen: wie sie mit ihren Bildern umgehen, wie sie in

das eintauchen was ihre ureigensten Bilder sind. Sie fragen

mich, wenn Probleme auftreten beim malen (und die

treten auf), und ich weiß natürlich auch nicht immer

gleich weiter. Sie wollen auch meine Meinung zu ihrem

Bild und die sage ich auch. Das bedeutet, dass ich durchaus

Urteile abgebe. Ich sage auch, wenn mich etwas nicht

überzeugt.

Da ich ja selbst Künstler bin, Bilder male und Performances

mache, weiß ich, von was ich spreche. Ich kenne

viele der Probleme, die immer und immer und immer wieder

kommen und durch die man durch muss, da führt kein

Weg dran vorbei. Es ist schon eine Tortur. Nicht anders

als in jeder sogenannten professionellen Kunst bedeutet

14

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es, immer auch jene Tortur und Selbstquälerei, die im Versuchen

und im Verwerfen, in Experiment, im Spiel, in der

Enttäuschung, im ständig wieder neu ansetzen, im sich

selbst wiederholen besteht.

Kunst am laufenden Band, immer wieder und immer mehr

und immer schneller, das kann es für mich nicht sein. Nicht

jedes Bild kann gut werden, und ständig neue Performance-Projekte

aus dem Hut zaubern möchte ich auch

nicht. Sind wir uns doch klar darüber, dass selbst unter

den etablierten Künstlern ein Wahnsinnsdruck da ist, sich

ständig einzubringen, ständig zu produzieren; ein riesiges

Tempo herrscht da. Heute planen, morgen planen und

übermorgen auch. Am besten ständig mit was Neuem.

Das macht auch vor der künstlerischen Arbeit mit behinderten

Menschen nicht halt, auch da gibt es einen Markt,

und es wird gewürfelt, wer dazu gehören darf und wer

nicht. Auch da stellen sich Fragen über Fragen und die

Antworten sind gar nicht so einfach zu finden.

Was hat sich an der Arbeit in der Malwerkstatt bis heute

geändert – im Gegensatz zu vor 16 Jahren?

Sie ist vor allem viel, viel umfangreicher geworden. Die

Malwerstatt ist wirklich zu einem Ort für künstlerisches

Schaffen und zur Begegnungsstätte unterschiedlichster

kunstrelevanter Inhalte geworden. Zudem betreibt die

Malwerkstatt die Galerie Alte Turnhalle und zeigt dort

Ausstellungen mit Kulturschaffenden und Einrichtungen

in der Region sowie national und international wie z. B.

Freie Kunstakademie Mannheim, Universität Landau,

Pädagogische Hochschule Heidelberg, Kunstwerkstatt

Sinsheim, Universität Leipzig, Kunstwerkstatt Mosaik

Berlin, Blaumeier-Atelier Bremen, Die Schlumper Hamburg.

Internationale Kooperationen: La Tinaia Florenz,

AKIM Jerusalem, Galerie Susi Brunner Zürich, Project

Ability Glasgow, Atelier de Haagse School Den Haag,

Galerie Herenplaats Rotterdam.

Wurdest du schon einmal für deine Arbeit in der Malwerkstatt

angefeindet?

Ja. Bei einem Performance-Projekt meinte eine Besucherin,

ich würde die behinderten Künstler zu sehr aussetzen,

zu sehr »vorführen«. Sie hat diejenigen gar nicht gefragt,

die an der Performance teilgenommen hatten, es war ihr

Eindruck. Wenn man künstlerisch arbeitet, stößt man

immer wieder auch an Grenzen. In der der Arbeit mit

behinderten Künstlern ist das nicht anders. Da kommt

noch hinzu, dass gemeint wird, man müsste sie ständig

beschützen und behüten vor uns nichtbehinderten Menschen

und unserer bösen, bösen Welt. Ich denke nicht so.

Wie bereits ausgeführt, es ist manchmal ein schmaler Grat.

Aber den suche ich auf, da möchte ich hin, nicht immer,

aber bisweilen schon. Es geht in dieser Arbeit darum,

die einzelnen in ihrer Persönlichkeit ernst zu nehmen, ja

manchmal sogar sie etwas zu beschützen zugleich aber

auch herauszufordern in dem Sinne: Komm wir gehen

noch einen Schritt weiter, lasst uns was ausprobieren. Ich

bin überzeugt, dass jeder, der auf einer Bühne steht, etwas

zu sagen hat, vielleicht etwas Kleines, das aber dann zeigt,

dass sie oder er einzigartig ist. Aber eine Herausforderung

ist es für mich auch. Diese Arbeit führt auch mich

immer wieder an meine Grenzen. Was ist zu tun? Was

muss ich anders machen, wie anders ansetzen. Was habe

ich falsch beobachtet? Was überhaupt noch nicht wahrgenommen?

Wie muss ich mein Verhalten ändern usw.?

Neues macht am Anfang immer auch etwas Angst, aber

wenn es gut läuft, ist es für alle ein großer Gewinn. Ich

muss sagen, dass unsere Arbeit insgesamt auf sehr viel

Zuspruch und Interesse stößt. Kritische Stimmen finde

ich auch wichtig, die gehören dazu. Vorher sagte ich es

bereits schon einmal, ich will mit dieser Arbeit in eine Diskussion

gehen, etwas anstoßen, dazu gehört auch Kritik.

Weshalb ist dir persönlich die Arbeit mit den Behinderten

so wichtig?

Ich bin ja in vielfältigster Weise als »Lehrer« in Sachen

Kunst unterwegs: zum Beispiel auch als Hochschullehrer

mit Studenten, zum Beispiel habe ich auch über Jahre die

unterschiedlichsten Gruppen durch viele Ausstellungen

geführt. Künstlerisches Arbeiten ist mir ganz grundsätzlich

wichtig. Ob in meinem eigenen Atelier oder sonst

wo. Behinderte und psychisch kranke Menschen haben

mich schon immer fasziniert. Ich denke, in der Arbeit

mit Behinderten und psychisch Kranken stellt sich die

ganz grundsätzliche Frage nach dem, was Menschsein ist.

Meine Arbeit mit psychisch Kranken und behinderten

Menschen hat mein Menschenbild entscheidend geprägt.

In meiner Kindheit hatte ich einen Freund, der hatte einen

Höcker und stotterte. Immer wenn ich ihn besucht habe,

kam ich an einem Haus vorbei vor dem oft ein behinderter

Junge im Rollstuhl saß, der sich auch so ganz anders

als ich bewegte. Viel ruckartiger, fahriger. Damals wusste

ich noch nicht, dass der Junge Spastiker war. Ich blieb

immer mal wieder bei ihm stehen und wir schauten einander

an, er lachte und redete so sonderbar, so gedehnt.

Jahre später dann arbeitete meine Mutter in einer Sonderschule.

Da habe ich sie häufig besucht und viele behinderte

Kinder gesehen. Der Umgang mit ihnen wurde mir

bald ganz selbstverständlich.

In der Zeit hatte ich meine erste Ausstellung, von der sogar

die Zeitung berichtete. Kunst und Pädagogik fingen

an, mich immer stärker zu interessieren. All das hat dann

auch zu meinem Studium der Heilpädagogik geführt, das

ich vor Jahrzehnten abgeschlossen habe. Danach zog es

mich aber noch viel mehr in Richtung Kunst. Ich habe

dann für mich die Entscheidung getroffen, nicht an einer

Kunstaka demie zu studieren. Ich wollte meinen Weg anders

gehen. Schon in Richtung Kunst, aber eben ohne das

Studium.

Worin liegen deine persönlichen Gründe, behinderte und

nichtbehinderte Künstler gemeinsam auszustellen?

Das gehört zu dem Diskurs, den ich mit so einer Arbeit

führen möchte, um ein gesellschaftliches »Wir« zu kreieren.

Keineswegs geht es mir darum, irgendwie zu meinen,

die behinderten Künstler wären die besseren Künstler,

die authentischeren, die letzten Menschen und dergleichen

mehr. Im besten Fall haben »beide Seiten« etwas vom

gemeinsamen Ausstellen, bekommen Anregungen oder

schütteln einfach nur den Kopf oder werfen Fragen auf.

Was ist für dich das Ziel der Arbeit der Malwerkstatt?

Die bisherige Arbeit mehr vertiefen. Die Kontakte ausbauen.

Immer auch wieder Öffentlichkeit herstellen. Die

Kooperationen ausbauen. Zeit zum Entwickeln von Bildern

und Performances haben.

Vielleicht mal ein ganzes Jahr nur an einer Performance

arbeiten. An einem Tanzstück arbeiten. Ich habe da noch

verschiedene Projekte im Kopf. Den Diskurs weiterführen.

Andere, auch nichtbehinderte Künstler einladen für

Projekte.

Was wäre dein Wunsch für die Zukunft der Malwerkstatt?

Ein größerer Mitarbeiterstab z. B. für die Öffentlichkeitsarbeit,

für das Schreiben von Anträgen, für die Arbeit im

Atelier. Gute finanzielle Absicherung. Mehr Angebote

von verschiedenen Künstlern vor Ort. Sehr wünsche ich

mir auch noch eine lange Zeit des gemeinsamen Arbeitens

mit den Künstlerinnen und Künstlern des Ateliers. Ja,

dass vielleicht immer mal wieder jemand neues hinzukommt,

der uns alle verblüfft und eine gesunde Unruhe

reinbringt.

Glaubst du, es hat sich in der Gesellschaft etwas gegenüber

der Einstellung zur Outsider Art verändert, seit du mit dem

Projekt begonnen hast?

Ja, ich glaube schon. Da bewegt sich was. In der »großen

Kunstszene« sind die Bewegungen anders, als in der kleineren,

aber beide sind absolut wichtig und zeigen Wirkung.

Manchmal können auch kleine Bewegungen eine

große Wirkung entfachen. Wichtig ist, eine gute Arbeit zu

machen. Ich bin überzeugt davon, dass das ausstrahlt und

auch wahrgenommen wird.

Glaubst du, oder hast du feststellen können, dass sich durch

deine Arbeit auch in der Umgebung der Malwerkstatt

etwas an der Einstellung zur Outsider Art geändert hat?

Ich denke, diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten.

Denn zunächst kommen ja Besucher in unsere Ausstellungen,

zu unseren Performances; ob das, was sie da zu

sehen bekommen Outsider Art ist, ist für viele nicht das

Vorrangigste. Sie kommen und schauen sich Bilder an,

schauen sich eine Performance an. Entscheidend ist, was

das mit ihnen macht, ob sie Zugang dazu finden zu einem

Bild, zu einer Performance. Das ist das Allerwichtigste.

Erst später, wenn überhaupt, interessiert sie der Aspekt

der Outsider Art und die Verankerung darin und dann

sehen, dann beurteilen sie es vielleicht anders.

Mir ist ein kritisches Publikum wichtig. Ich denke, es kann

nicht sein, dass die Tatsache, dass das Bild ein behinderter

Mensch gemalt hat, alles Kritische verbannen soll. So

mit der Haltung: Ach, der Arme, der ist aber schlimm

dran, dem kann ich doch nicht sagen, das gefällt mir nicht.

Aber so bunt ist das, schön bunt gemalt hat sie das. Schön!

Schön! Sehr Schön!

Es geht schon gar nicht darum, behinderte Menschen

durch die Kunst oder mit der Kunst konsumierbarer zu

machen oder angepasster. In meinen Notizen gibt es den

Eintrag: ich will keine langweiligen immer lächelnden

Behinderten, keine, die nicht mal Arschloch sagen oder

Scheiße oder Fuck.

Wie siehst du den Begriff Inklusion?

Inklusion, das ist ja schon so ein »Zauberwort«. Ich habe

das noch nicht zu Ende gedacht. Es ist im Kern richtig

und wichtig, aber für Lehrer an den Schulen eine gigantische

Herausforderung. Tatsache ist, dass die vielen, vielen

behinderten Menschen, die in unserer Gesellschaft

leben, einfach nicht sichtbar sind, dass sie im Verborgenen

leben, das kann es nicht sein. Es geht da ja auch um ein

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Grundverständnis wie eine Gesellschaft mit »Randgruppen«,

mit »Außenseitern«, mit »anderen Körpern« umgehen

will.

Wie seid ihr auf den Namen Malwerkstatt gekommen?

So ganz genau kann ich das nicht mehr sagen, es ist ja

schon einige Zeit her. Es hatte sicher damit was zu tun,

dass es ja gang und gäbe ist in den Einrichtungen, nahezu

alle Arbeitsbereiche »Werkstätten« zu nennen. Und die

behinderten Menschen sind die ewigen »Werkstattbesucher«.

Ich mag das Wort in diesem Zusammenhang eigentlich

gar nicht, ihm haftet etwas an, was eigentlich schon

überwunden sein müsste; es hat etwas Antiquiertes.

Behinderte Menschen gehen dann nicht zu ihrer Arbeitsstelle

sondern immer in ihre Werkstätten.

Manchmal nenne ich die Künstler auch »Mal-Werker«.

Atelier klingt schon ganz anders oder Studio. Nun ja, das

Wichtigste ist selbstverständlich, was da passiert, egal wie

es heißt.

Laganda –

letzte Nachricht

von Maria

/ Dieter Arnold

Wolfgang Sautermeister, geb. 1954 in Rottenburg. Gründer und Künstlerischer

Leiter der Malwerkstatt. Seit 1960 verschiedene Einzel- und

Gruppenausstellungen als freischaffender Künstler. Seit 1992 Performances

u. a. in Deutschland, Italien, Polen, Schweiz, Frankreich und

Norwegen. Mitbegründer und Künstlerischer Leiter von zeitraumexit

Mannheim, Produktionshaus für internationale Ausstellungen, Theaterund

Performanceprojekte. Lehraufträge an der Pädagogischen Hochschule

Heidelberg sowie an der Justus-Liebig-Universität Gießen.

Lebt in Mannheim.

Pamela Pachl studierte Kunstgeschichte und Germanistik in Landau,

Mannheim und Heidelberg. Derzeit arbeitet sie als freie Kunsthisto rikerin

und promoviert im Fach Kunstgeschichte. Durch ihren außergewöhnlichen

Bruder Manuel fühlt sie sich der Malwerkstatt und der

Lebenshilfe Bad Dürkheim sehr verbunden.

Manchmal las er gern von Abnormalen, Behinderten,

Zurückgebliebenen, von denen, die ihnen nicht paßten,

las, daß männliche Kinder dreimal so häufig Medikamente

bekamen, damit sie nicht so laut schrien, weniger

Schmerzen hatten, nicht so wild waren. Mußte an seine

eigene Behinderung denken, wie er stotterte, besonders

wenn er einer Frau gegenüber stand, und daß er dann

schreien möchte, weil er nicht das herausbrachte, was er

ihr gerne sagen würde. Alles kam ihm dann behindert vor,

abnormal und zurückgeblieben.

Las von einem Mongoloiden, der unten im Tal in die

Behindertenwerkstatt ging. Er war im gleichen Jahr geboren

wie er. Beim Kreuzwirt. Er könne verstehen, daß er

so alt sei, und daß das ja auch kein Alter sei. Er habe sieben

Schwestern gehabt und zwei Brüder und der Vater sei

früh gestorben, und er habe der Mutter helfen müssen.

Seine Behinderung sei nur, weil er mit dem Geld nicht

umgehen könne, sonst sei er nicht behindert, könne lesen

und schreiben, reden könne er auch gut. Am liebsten

schnitze er Marterpfähle mit Tierkörpern darauf.

Der, der das schrieb, erklärte weiter, Marterpfähle bedeuteten

für die Indianer ungefähr dasselbe, wie für die Einheimischen

das Kreuz, und er, der Mongoloide, glaube,

den Marterpfahl richtig verstanden zu haben. Er las und

wußte in dem Augenblick nicht, was der, der das schrieb,

damit wirklich meinte. Ob er eine Freundin habe, frug der,

der das schrieb den Behinderten beiläufig, und wieder

wußte er nicht, was er mit beiläufig meinte. Ja, sie heiße

Klara und sei auch behindert und im selben Atemzug fuhr

der, der das schrieb fort und klärt, wie er sagt, seine Leser

über die wahren Hintergründe, über die er ja eigentlich

schreiben wolle, auf.

Mongoloide werde es nunmehr, Gott sei Dank und meint

damit wohl einen anderen, weniger geben. Der, über den

er schrieb, sei einer der letzten, da diese Veranlagung bereits

im Frühstadium nun erkennbar sei, und die Schwangerschaft

dann meist unterbrochen werde, das hätte ihm

ein Arzt erklärt. Die Familien würden also in Zukunft

seltener mit einem Behinderten belastet sein, nicht mehr

angekettet an den Marterpfahl der Abnormität. Und

Engelbert wolle seine Marterpfähle verkaufen, beweisen,

daß er mit Geld umgehen könne, beweisen, daß er kein

Behinderter sei.

Die Geldzähler also stehen dahinter, dachte er, wollen

ihn ausbezahlen, daß er weg ist. So hatte er ihn also verstanden,

nichts kapiert. Und er sah vor sich den Marterpfahl,

den der Mongoloide ihm verkauft hatte, lebensgroß,

oben auf der Spitze des Berges, angekettet der, der

das schrieb, wie ein Kreuz in alle Täler weisend.

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Sie lehnen die Heiligen ab und auch die Maria. Ferner

halten sie das Gebet für die Verstorbenen für überflüssig.

Sie lassen nur die Taufe gelten und glauben, sie müssen

ihr Heil mit Furcht und Zittern finden. Sie haben den Auftrag,

zu heilen und die Dämonen auszutreiben und ihnen

geht es zuerst um das Reich und die Gerechtigkeit. Dann

werde alles gut, und das Andere komme hinzu. Sie prüfen

alles und behalten nur das Gute, und es gibt Gute und

Laue, und wer nicht gegen sie ist, ist mit ihnen, und wer

mit ihnen ist, ist ein Sünder.

Bilder haben

ihre eigene

Wahrheit

/ Jürgen Klüpfel

Was schreist du heiliger Pfaff, wem trällerst du dies Lied?

Ziehst über die Andern her und heiligst die Waffen der

Deinen, scheinheiliger Vogel! Nur das mit Maria, da geb

ich dir recht, die sollen sie nicht weglassen. Doch was

hatte der Pfarrer für eine Ahnung von Maria. Wenn sie ihr

blaues Kleid lüpfte, ihr langes rotgelocktes Haar nach

hinten warf und wie ein Wirbelsturm über die groben

Bretter des Stalles tanzte, nur für ihn, so wild, daß die

Kuhscheiße an ihre weißen Schenkel spritzte. Nein Pfaffe,

davon hast du keine Ahnung. Bist ein Herodes und so

fern in deiner Stadt. Halt gefälligst dein Maul, wenn du

über Maria sprichst.

Bilder haben ihre eigene Wahrheit. Auch wenn man das

heute nicht mehr so sehen will, Bilder bilden ab. Und

was für eine Wirklichkeit da zur Abbildung kommt! Das

dachte ich, als ich zum ersten Mal die Bilder der Malwerkstatt

sah. In welcher Wirklichkeit gibt es diesen Gnom von

Matthias Nagel? Dankbarkeit empfand ich, diese Welt

erforschen zu dürfen.

Seit man nicht mehr von Fortschritt in der Kunst redet,

seit dem Ende der Moderne und der Vernunft, ist es unübersichtlich

geworden. Auch für die Künstler. Wie kann

jemand bestehen im Kunstbetrieb? Doch nicht mehr,

wenn er tut, was er tun will oder gar tun muss! Der Betrieb

giert nach dem Anderen, gar dem Neuen, dem Wagemutigen,

gesättigt und gelangweilt vom zu oft Gesehenen,

vom Totgeguckten. Da freut man sich auf die anderswo

erzielten Innovationen, auf die Fortschritte der Technik,

auf den Wandel gesellschaftlichen Denkens, auf den neuerdings

am Straßenrand auftauchenden Sperrmüll, auf all

das, das man gerne inhaliert wie die letzte Modedroge, um

die Sache vorwärts zu treiben, und um mit rausgestrecktem

Arm und umgehängtem Eisernen Kreuz ausrufen zu

können, Kunst sei Diktatur.

einer Werkstatt, und werden künstlerisch tätig – einfach so.

Diese Werkstatt ist ein Raum, nicht nur um schön und

gefällig zu sein und zu malen, auch die Abgründe des

Daseins, die Kraft der Hässlichkeit, die aufrührende Verweigerung

der Harmonie finden Ausdruck.

Vielleicht sind wir gewohnt, die Künstler der Malwerkstatt

als behindert anzusehen. Bei der Vielzahl der Dinge,

die ich nicht bewältigen kann und für die ich keine Kompetenz

habe, möchte ich mich gerne zu ihnen gesellen.

Wichtiger aber ist mir, dass die Bilder in ihrer ganzen

Kraft etwas in uns ansprechen wollen und können, was uns

ungeachtet unserer Intelligenz und Ausbildung und unserer

kunsthistorischen Kompetenz und unserer galeriegeschulten

Sehgewohnheiten direkt betrifft und ergreift.

Dr. Dieter Arnold, geb. 1952, Arzt, lebt bei Mannheim. Essays im Grenzbereich

Medizin, Psychologie, Kunst. Texte, Zeichnungen, Installa tionen

zu Themen um Körper-Bild-Schrift.

Die Bilder der Malwerkstatt sind von einer anderen Welt.

Nein, es ist nicht die ursprüngliche, unverstellte, im besten

Sinne primitive, von aller Kultur und Tradition, von allen

Normen und Anforderungen freie Welt. Wie könnte es

diese geben? Aber es ist eine Welt, die sich nicht um den

Kunstbetrieb schert. Menschen mit Talent, gestalterisch

zu wirken, mit Formen, Farben, Strichen, treffen sich in

Jürgen Klüpfel, geb. 1957 in Ludwigsburg. Studium der Psychologie,

Philo sophie und Wissenschaftsgeschichte in Heidelberg. Lebt und

arbeitet als psychologischer Marktforscher in Großkarlbach/Pfalz.

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M a l

e r e

i — —


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Paula

Degenhardt

/


Paula Degenhardt

Einhaus, 2013

Klebeband und Filzstift auf Papier

42 x 59 cm

Paula Degenhardt

Ohne Titel, 2013

Klebeband und Filzstift auf Papier

42 x 59 cm

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Paula Degenhardt

Hügel und viel Wind, 2013

Filzstift auf Karton

50 x 75 cm

Paula Degenhardt

Berg und Tal, 2007

Filzstift auf gelbem Papier

62 x 76 cm

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Paula Degenhardt

Alles in Pinkrosa, 2014

Klebeband, Filzstift und Acrylfarbe auf Papier

60 x 55 cm

Paula Degenhardt

Im Gebirge, 2012

Acrylfarbe und Bleistift auf Papier

29 x 35 cm

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Paula Degenhardt

Zelte, 2013

Filzstift und Acryl auf Papier

42 x 59 cm

Paula Degenhardt

Schiff, 2013

Klebeband, Filzstift und Acryl auf Papier

50 x 70 cm

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Gabi

Deremaux

/

Paula Degenhardt

Haus vor großem Hügel, 2010

Acryl auf Karton

50 x 70 cm

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Gabi Deremaux

Lieber Bröm …, 2011

Acryl auf Papier

29 x 42 cm

Gabi Deremaux

Fußball WM, 2010

Acryl auf Karton

62 x 84 cm

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Gabi Deremaux

Blätter, 2012

Acryl auf Papier

42 x 59 cm

Gabi Deremaux

Einen schönen Herbst, 2013

Acrylfarbe auf Papier

60 x 45 cm

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Lothar

Gerhardt

/

Gabi Deremaux

Kinderwagen, 2012

Blei-, Filzstift und Acrylfarbe auf Papier

30 x 52 cm

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Lothar Gerhardt

Großer Sommer, 2012

Acryl auf Karton

62 x 85 cm

Lothar Gerhardt

Rote Sonne, 2008

Acryl auf Karton

70 x 50 cm

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Lothar Gerhardt

Farbig, 2008

Acryl auf Karton

53 x 76 cm

Lothar Gerhardt

3 Bäume mit Sonne, 2006

Acryl auf Karton

62 x 85 cm

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Lothar Gerhardt

Roter Regen, Die Bäume Rot, Der Himmel Rot …, 2010

Acryl auf Karton

62 x 85 cm

Lothar Gerhardt

Blumen / Blätter im Glas, 2010

Acryl auf Karton

85 x 62 cm

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Anneliese

Haase

/

Lothar Gerhardt

Farbige Steine, 2011

Acrylfarbe auf Papier

60 x 78 cm

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Anneliese Haase

Vase, 2013

Acryl, Filzstift, Klebeband auf Papier

86 x 42 cm

Anneliese Haase

Schwarze Blumen, 2013

Acryl auf Papier

62 x 42 cm

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Anneliese Haase

Schwarze Blumen, 2013

Acryl auf Papier

42 x 62 cm

Anneliese Haase

Kleine Sträuße, 2012

Filzstift auf Papier

42 x 62 cm

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Anneliese Haase

Ohne Titel, 1998

Bleistift und Ölkreide auf Karton

27 x 42 cm

Anneliese Haase

Ein paar Häuser, 2012

Bleistift und Acrylfarbe auf Papier

60 x 85 cm

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Juliane

Handke

/

Anneliese Haase

Wildes Geblühe, 2012

Acryl auf Papier

50 x 62 cm

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Juliane Handke

Figur, 2013

Acryl auf Papier

50 x 35 cm

Juliane Handke

Ohne Titel, 2012

Acryl auf Papier

50 x 35 cm

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Juliane Handke

Drei Beine, 2013

Acrylfarbe auf Papier

50 x 45 cm

Juliane Handke

Von Hinten, 2013

Acrylfarbe auf gelbem Karton

64 x 38 cm

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Juliane Handke

Irgendeine Form, 2013

Acryl auf Papier

31 x 42 cm

Juliane Handke

Irgendeine Form, 2013

Acryl auf Papier

31 x 42 cm

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Michael

Jann

/

Juliane Handke

Euter und so, 2013

Acrylfarbe auf Papier

50 x 45 cm

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Michael Jann

Froschtest, 2013

Acryl und Bleistift auf Karton

26 x 26 cm

Michael Jann

Bunte Seite, 2012

Acryl und Buntstifte auf Karton

31 x 42 cm

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Michael Jann

Im Kasten, 2012

Acryl und Buntstifte auf Papier

40 x 30 cm

Michael Jann

Ohne Titel, 2013

Acryl und Buntstifte auf Papier

42 x 30 cm

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Michael Jann

Zimmer, 2012

Acryl auf Karton

42 x 62 cm

Michael Jann

Baustelle, 2011

Acryl und Buntstifte auf Papier

42 x 31 cm

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Michael Jann

Krux, 2013

Acryl und Buntstifte auf Papier

42 x 30 cm

Michael Jann

Wohnhaus, 2013

Acryl und Buntstifte auf Papier

37 x 31 cm

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Volker

Klein

/


Volker Klein

Baum und Sonne, 2014

Buntstift und Klebeband auf Papier

31 x 56 cm

Volker Klein

Himmelmeer, 2014

Buntstift auf Papier

34 x 48 cm

76

77


Volker Klein

Nachtschattengewächse, 2013

Buntstift auf Karton

73 x 62 cm

Volker Klein

Pflanzen, 2013

Acryl auf Karton

85 x 62 cm

78

79


Pascal

Lawaldt

/

Volker Klein

Im Haus, 2013

Acryl auf Karton

85 x 62 cm

80


Pascal Lawaldt

Haus/Nacht, 2013

Tusche auf Papier

44 x 64 cm

Pascal Lawaldt

Nacht/Im Traum, 2013

Tusche auf Papier

64 x 44 cm

82

83


Pascal Lawaldt

Die Überfahrt, 2014

Acryl auf Papier

42 x 30 cm

Pascal Lawaldt

Ohne Titel, 2014

Acryl auf Papier

30 x 42 cm

84

85


Pascal Lawaldt

Gefangen, 2013

Acryl auf Papier

32 x 44 cm

Pascal Lawaldt

Im Dschungel des Geistes, 2015

Acrylfarbe auf Holz

200 x 120 cm

86

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88

Ulrike

May

/


Ulrike May

Der Garten leuchtet, 2013

Acryl auf Papier

84 x 62 cm

Ulrike May

Gelbes Ei, 2011

Acryl auf Papier

59 x 82 cm

90

91


Ulrike May

Roter Strauch, 2011

Acryl auf Papier

50 x 65 cm

Ulrike May

Schiff, 2003

Acryl auf Karton

50 x 65 cm

92

93


Matthias

Nagel

/

Ulrike May

Vase im Zimmer abends, 2014

Filzstift und Acrylfarbe auf Papier

42 x 42 cm

94


Matthias Nagel

Ohne Titel, 2013

Gouache auf Papier

40 x 40 cm

Matthias Nagel

Fahrzeug, 2014

Acryl auf Papier

50 x 75 cm

96

97


Matthias Nagel

Geist, 2014

Filzstift auf Leinwand

40 x 30 cm

Matthias Nagel

Geist, 2014

Filzstift auf Leinwand

40 x 30 cm

98

99


Matthias Nagel

Geist, 2014

Filzstift auf Leinwand

40 x 30 cm

Matthias Nagel

Geist, 2014

Filzstift auf Leinwand

40 x 30 cm

100

101


Annette

Ohlinger

/

Matthias Nagel

Das Schiff, 2014

Filzstift auf Papier

50 x 70 cm

102


Annette Ohlinger

Ohne Titel, 2014

Filzstift auf Papier

42 x 68 cm

Annette Ohlinger

Ohne Titel, 2013

Filzstift auf Papier

42 x 59 cm

104

105


Annette Ohlinger

Ohne Titel, 2013

Bleistift auf Papier

42 x 61 cm

Annette Ohlinger

E, 2013

Blei- und Buntstifte auf Papier

42 x 58 cm

106

107


Renate

Sandig

/

Annette Ohlinger

E, 2013

Bleistift auf Papier

42 x 62 cm

108


Renate Sandig

Ohne Titel, 2013

Bleistift auf Karton

42 x 31 cm

Renate Sandig

Ohne Titel, 2011

Bleistift und Buntstift auf Papier

42 x 30 cm

110

111


Renate Sandig

Ohne Titel (Wald), 2013

Bleistift auf Papier

44 x 32 cm

Renate Sandig

Ohne Titel, 2013

Bleistift auf Papier

30 x 44 cm

112

113


Renate Sandig

Ohne Titel, 2013

Bleistift auf Papier

44 x 32 cm

Renate Sandig

Ohne Titel, 2013

Bleistift auf Papier

30 x 44 cm

114

115


Renate Sandig

Ohne Titel, 2013

Kugelschreiber auf Papier

44 x 32 cm

Renate Sandig

Ohne Titel, 2013

Kugelschreiber und Tusche auf Papier

44 x 32 cm

116

117


Holger

Schmidt

/

Renate Sandig

Ohne Titel, 2013

Bleistift auf Papier

44 x 32 cm

118


Holger Schmidt

Du, 2013

Acryl auf Karton

62 x 85 cm

Holger Schmidt

Ohne Titel, 2014

Acryl auf Karton

62 x 85 cm

120

121


Holger Schmidt

Ohne Titel, 2014

Acryl auf Karton

100 x 65 cm

Holger Schmidt

Ohne Titel, 2012

Acryl auf Karton

80 x 55 cm

122

123


Holger Schmidt

Du, 2013

Acryl auf Papier

62 x 43 cm

Holger Schmidt

Du, 2013

Acryl auf Papier

62 x 43 cm

124

125


Holger Schmidt

Ohne Titel, 2013

Acryl auf Papier

60 x 42 cm

Holger Schmidt

Ohne Titel, 2013

Acryl auf Papier

62 x 43 cm

Holger Schmidt

Ohne Titel, 2013

Acryl auf Papier

62 x 43 cm

126

127


Richard

Schwaab

/

Holger Schmidt

Ohne Titel, 2013

Acryl auf Papier

62 x 43 cm

128


Richard Schwaab

Mädchen/Frau, 2012

Ölkreide auf Karton

56 x 37 cm

Richard Schwaab

Mädchen/Frau, 2011

Filzstift auf Karton

56 x 37 cm

130

131


Richard Schwaab

Pferd, 2011

Bleistift auf Holz

26 x 28 cm

Richard Schwaab

Schafe, 2011

Bleistift auf Holz

27 x 28 cm

132

133


Richard Schwaab

Mädchen/Frau, 2012

Bleistift auf Holz

26 x 28 cm

Richard Schwaab

Pferd, 2012

Kugelschreiber auf Papier

30 x 42 cm

134

135


Helga

Zeidler

/

Richard Schwaab

Große Blumen, 2012

Kugelschreiber auf Karton

56 x 37 cm

136


Helga Zeidler

Signe Inkognito, 2014

Kugelschreiber auf Papier

50 x 49 cm

Helga Zeidler

Und sie tanzt, 2014

Kugelschreiber auf Papier

70 x 50 cm

138

139


Helga Zeidler

Wenn ich träume …, 2014

Kugelschreiber auf Papier

30 x 22 cm

Helga Zeidler

Nach dem Duschen, 2014

Kugelschreiber auf Papier

46 x 50 cm

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Helga Zeidler

Die Flötenspielerin, 2014

Kugelschreiber auf Papier

64 x 44 cm

Helga Zeidler

Maria mit dem Kind, 2014

Kugelschreiber auf Papier

42 x 30 cm

142

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p e r

f o r

m a n

c e —


Winnetou

Galerie Alte Turnhalle, Bad Dürkheim, 2008

Mit: Paula Degenhardt, Lothar Gerhardt, Roswitha Ullrich,

Wolfgang Sautermeister

146

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Winnetou

148

149


Vorherige Seite: So könnte das Glück aussehen

Kunstweg Bockenheim, 2009

Mit: Paula Degenhardt, Gabi Deremaux, Lothar Gerhardt,

Alexander Gurdan, Anneliese Haase, Isabell Jung,

Roswitha Ullrich, Wolfgang Sautermeister

Holy Hearts

Lot-Theater, Braunschweig, 2010

Mit: Johannes Duwe, Simone Isenmann, Danny Lomen,

Axel Ohnesorge, Silvia SzabÓ, Stephan Wenzel

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Wie die Kinder

Do-gooder Festival, Mainz, 2013

Mit: Johanna Baumgärtel, Gabi Deremaux, Paula Degenhardt,

Lothar Gerhardt, Magdalena Hochgesang, Edith Hutter,

Seraphim Hutter, Danny Lomen, Silvia SzabÓ, Dorothea Wolfert,

Wolfgang Sautermeister

156

157


Dürkheimer Erweckung

Bad Dürkheim, 2014

Mit: Paula Degenhardt, Pascal Lawaldt,

Peter Ohlinger, Helga Zeidler

158

159


k ü n

s t l

e r —


Annette Ohlinger

Arbeit an der Performance Freaks

162

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Heinz-Jürgen Görisch

Juliane Handke

164

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Paula Degenhardt

Rechts: Paula Degenhardt, Volker Klein

166

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Lothar Gerhardt

Anneliese Haase

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Volker Klein

Gabi Deremaux

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Arbeit an der Performance Freaks

Heinz-Jürgen Görisch

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Paula Degenhardt

Holger Schmidt

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Melanie Mießl

Ulrike May

176

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Dorothea Wolfert

Volker Klein

178

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Richard Schwaab

Renate Sandig

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Helga Zeidler

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A P P

E N D

I X —


Ausstellungen

(Auswahl)

1998

eigenWELTEN

Galerie Alte Turnhalle, Bad Dürkheim.

Mit: Anneliese Haase, Hans Bachl,

Paula Degenhardt, Hannes Friedewald,

Roswitha Ullrich, Lothar Gerhardt,

Hans-Werner Gerner

1999

MOLE/mole

Galerie Alte Turnhalle, Bad Dürkheim.

Mit: Jürgen Frey, Rolf Espermann,

Juliane Handke, Hans-Werner Gerner,

Matthias Nagel, Paula Degenhardt

2000

ART, MAIL-ART & VISUAL

POETRY

Berlin.

Mit: Annette Ohlinger, Matthias Nagel,

Anneliese Haase, Paula Degenhardt,

Hannes Friedewald

Neue Bilder

Galerie Alte Turnhalle, Bad Dürkheim.

Mit: Meta Pfalz, Heinz-Jürgen Görisch,

Paula Degenhardt, Ulrike May,

Klaus Fräde

2001

Augen AuSSen/Augen Innen

Galerie Alte Turnhalle, Bad Dürkheim.

Mit: Lothar Gerhardt, Jürgen Frey,

Hannes Friedewald, Paula Degenhardt,

Hans-Werner Gerner, Peter Empl,

Martin Honacker

2002

bilderMACHER

Kulturey, Wachenheim.

Mit: Melanie Mießl, Juliane Handke,

Wolfgang Görke, Annette Ohlinger,

Tobias Holz, Hannes Friedewald,

Jürgen Frey

Hofkultur

Kunst in der Altstadt, Neustadt an der

Weinstraße.

Mit: Klaus Fräde, Roswitha Ullrich,

Anneliese Haase, Melanie Mießl,

Juliane Handke, Paula Degenhardt,

Lothar Gerhardt

Wahnsinnsbilder

Galerie Alte Turnhalle, Bad Dürkheim.

Mit: Danny Lomen, Rolf Espermann,

Heinz-Jürgen Görisch, Hans Bachl,

Paula Degenhardt, Annette Ohlinger

2003

ZARTE SCHMETTERLINGE

Ministerium für Arbeit und Soziales,

Mainz.

Mit: Ulrike May, Paula Degenhardt,

Caroline Prinz, Heinz-Jürgen Görisch,

Harald Haas, Siglinde Haas, Danny

Lomen, Anneliese Haase, Lothar

Gerhardt

schöneBILDER

Galerie Alte Turnhalle, Bad Dürkheim

2004

GROSSES LEUCHTEN

Kreisverwaltung, Bad Dürkheim.

Mit: Matthias Nagel, Caroline Prinz,

Hans-Werner Gerner, Anneliese

Haase, Paula Degenhardt, Hannes

Friedewald

augenkitzel

Galerie Alte Turnhalle, Bad Dürkheim.

Mit: Klaus Fräde, Matthias Nagel,

Ulrike May, Roswitha Ullrich,

Anneliese Haase, Juliane Handke

Blaue Stunde

Ausstellung und Lesung. Galerie Alte

Turnhalle, Bad Dürkheim.

Mit: Dorothea Wolfert, Mona Kraft,

Hans-Werner Gerner, Matthias Nagel,

Caroline Prinz, Meta Pfalz

2005

Verrückte Kunst

Galerie Alte Turnhalle, Bad Dürkheim.

Mit: Carl F., Ed Jansen, Hans Kuiper,

Andreas Kretz, Heidrun Steinlechner,

Rosemarie Hübner, Herman de Hoog,

Lothar Gerhardt, Helmut Mahlstedt,

Michael Hall, Stefan Glitsch, Maarten

Penninga, Albrecht Rübenacker, Uwe

Tidemann, Paula Degenhardt, Juliane

Handke, Renate Schreiber, Colette

Boberz, Matthias Nagel, Willi Fliedel,

Andrea Kuntz, Sabine Breitbach,

Annette Ohlinger, Uwe Kreutzkamp,

Klaus Thalmann, Alfred Schnieder,

Oliver Flügge, Klaus Fräde, Gudred

Tuere, Hermann Kehry, Paula Schmidt,

Malu Thören, John Zuidhoek, Willi

Fliedel, Jens Wochnik

BLAUE Stunde

Ausstellung und Lesung. Galerie Alte

Turnhalle, Bad Dürkheim.

Mit: Caroline Prinz, Paula Degenhardt,

Melanie Mießl, Hannes Friedewald,

Klaus Fräde

2006

BLAUE Stunde

Ausstellung und Performance. Galerie

Alte Turnhalle, Bad Dürkheim.

Mit: Anneliese Haase, Dorothea

Wolfert, Annette Ohlinger

2007

No Name

Galerie Alte Turnhalle, Bad Dürkheim.

Mit: Giordino Gelli, Johann Fischer,

Oswald Tschirtner, Paulus de Groot,

Belinda Tijssen, Jaco Kranendonk,

Michael Gerdsmann, Harald Stoffers,

Klaus Zellner, Paula Degenhardt, Hein

Dingemans, Michel Lagadec, Manfred

Knox, Bernd Ollhorn, Klaus Fräde,

Lothar Gerhardt, Juliane Handke,

Heinz-Jürgen Görisch, Meta Pfalz,

Anneliese Haase, Mona Kraft, Melanie

Mießl, Matthias Nagel, Adolf Beutler,

Roswitha Ullrich, Ulrike May, Suzy V,

Karin Rich, Heidrun Steinlechner,

Annette Ohlinger, Thomas Schlimm,

Bert Rademacher, Dorothea Wolfert,

Peter Empl

2008

BILDER FÜR EURE HÜTTEN

Ausstellung und Performance. Galerie

Alte Turnhalle und Altes Wohnheim,

Bad Dürkheim.

Mit: Paula Degenhardt, Ana Laibach,

Peter Empl, Werner Degreif, Fritz

Eicher, Klaus Fräde, Lothar Gerhardt,

Heinz-Jürgen Görisch, Juliane Handke,

Anneliese Haase, Marlis Jonas, Mona

Kraft, Dany Lomen, Tamara Pitzer,

Ulrike May, Melanie Mießl, Matthias

Nagel, Annette Ohlinger, Caroline

Prinz, Roswitha Ullrich, Hans Reffert,

Heidrun Steinlechner, Konstantin Voit,

Wolfgang Sautermeister

2009

Wolkenkuckucksheim

Zeichnung, Malerei, Fotografie, Texte.

Galerie Alte Turnhalle, Bad Dürkheim.

Mit: Dieter Arnold, Wolfhard Behrend,

atelier hpca, Renata Borer, modellers

club, Paula Degenhardt, Johannes

Einfalt, Peter Empl, Lothar Gerhardt,

Roswitha Ullrich, Barbara Oetterli,

Heinz-Jürgen Görisch, Anneliese

Haase, Juliane Handke, Fritz Stier,

Angelika Jesse, Mona Kraft, Christian

Leupold, Dany Lomen, Ulrike May,

Annette Ohlinger, Caroline Prinz,

Elke Rudolph, Tilo Schwarz, Dietlinde

Spieß, Heidrun Steinlechner, Peter

Wenger, Wolfgang Sautermeister

DREAM SHOW

Installation. Kunst verein Bad

Dürkheim.

Mit: Matthias Nagel, Annette Ohlinger,

Paula Degenhardt

ZWEI MAL ZWEI

Kunsthaus Kannen, Münster.

Mit: Annette Ohlinger und Matthias

Nagel

2010

German Artists

Institut für Sonderpädagogik, Landau.

Mit: Dorothea Wolfert, Ulrike May,

Anneliese Haase, Lothar Gerhardt,

Annette Ohlinger, Paula Degenhardt,

Juliane Handke, Mona Kraft, Heinz-

Jürgen Görisch, Albrecht Rübenacker

2011

Schwingungen

Galerie Alte Turnhalle, Bad Dürkheim.

Mit: Roswitha Ullrich, Georg Platzer,

Carolina Brack, Gabi Deremaux,

Lothar Gerhardt, Paula Degenhardt,

Heinz-Jürgen Görisch, Anneliese

Haase, Juliane Handke, Ulrike May,

Kristina Kesselring, Bruno Mruzinski,

Nicole Klimaschka, Björn Knapp,

Franziska Wolff

Vollkonzentriert

Zeichnung total in einer internationalen

Ausstellung bei der Alter,

Biographie und Herkunft der Urheber

keine Rolle spielen. Galerie Alte Turnhalle,

Bad Dürkheim

2012

In den Sonnenuhren

Karlskirche, Zweibrücken.

Mit: Renate Sandig, Volker Klein,

Dorothea Wolfert, Richard Schwaab,

Annette Ohlinger, Anneliese Lamm,

Holger Schmidt, Juliane Handke,

Roswitha Ullrich

GESCHRIEBENE BILDER

Galerie Alte Turnhalle, Bad Dürkheim.

Mit: Wolfhard Behrendt, Stephen

Dorothy, Otto Frick, Lothar Gerhardt,

Ulrich Holzapfel, Annette Ohlinger,

Bürger Kolb, Monika Dietrich, Pascal

Lawaldt, Volker Klein, Holger Schulz,

Claudia Heller, Dirk Geffers, Melanie

Schamp, Robert Fischer, Anja Matzke,

Ben Augustus, Kristina Kesselring,

Björn Müller, Manfred Knox, Louisa

Schot u. a.

Lichtprinzessinnen

Fotografie Peter Empl.

Galerie Alte Turnhalle, Bad Dürkheim

Da drinnen vor dem Auge

Ausstellung und Performance.

Hochschule Mannheim.

Mit: Matthias Nagel, Holger Schmidt,

Anneliese Lamm, Paula Degenhardt,

Renate Sandig, Juliane Handke

2013

GESCHRIEBENE BILDER

Universität Leipzig

Reiche Beute

Kooperation mit Studierenden der

Freien Kunstakademie Mannheim.

Galerie Alte Turnhalle, Bad Dürkheim.

Mit: Bürger Kolb, Wolfhard Behrendt,

Stephen Dorothy, Otto Frick, Lothar

Gerhardt, Ulrich Holzapfel, Monika

Dietrich, Pascal Lawaldt, Volker Klein,

Holger Schulz, Claudia Heller, Dirk

Geffers, Robert Fischer, Björn Müller,

Annette Ohlinger, Kristina Kesselring,

Anja Matzke, Manfred Knox, Melanie

Schamp, Louisa Schot, Ben Augustus

u. a.

Sand in der Vaseline

Kooperation mit Studierenden der

Pädagogischen Hochschule Heidelberg

Mit: Wolfhard Behrendt, Otto Frick,

Lothar Gerhardt, Ulrich Holzapfel,

Bürger Kolb, Monika Dietrich, Claudia

Heller, Volker Klein, Holger Schulz,

Dirk Geffers, Annette Ohlinger, Anja

Matzke, Kristina Kesselring, Pascal

Lawaldt, Björn Müller, Ben Augustus

u. a.

Vollkonzentriert

Zeichnung total. Galerie Alte

Turnhalle, Bad Dürkheim

Wenn alles Anders

Galerie Alte Turnhalle, Bad Dürkheim.

Mit: Pellegrino Vignali, Volker Klein,

Giovanni Concettoni, Felix Brenner,

Katarzyna Gawlowa, Ninni Efelämäki,

Harri Blomberg, György Kriscfalussy,

Horymir Zelenka, Richard Schwaab,

Michael Jann, Gabi Deremaux, Heinz-

Jürgen Görisch, Juliane Handke, Pascal

Lawaldt, Paula Degenhardt, Lothar

Gerhardt, Wendell Kerwhen

186

187


Ausstellungen

(Auswahl)

2014

Lichtprinzessinnen

Fotografie Peter Empl.

Galerie Kunstperipherien Karlsruhe

OHNE MUSIK TUN WIR’S NICHT

Ausstellung, Installation und

Performance, Galerie Alte Turnhalle

und Burgkirche Bad Dürkheim

DELTABEBEN

Regionale Wilhelm-Hack-Museum

und Kunstverein Ludwigshafen.

Mit: Sabine Amelung, Jeanette Fobis,

Barbara Hindahl, Skafte Kuhn, Juliane

Handke, Celine Startes, Tobias Talbrot,

Michael Volkmer, Erik Schmelz, Peter

Schlör, Kai Mailänder, Renate Sandig,

Konstantin Feuth u. a.

Zeichen und Anzeichen

Galerie von Wussow, Weinheim.

Mit: Ulrich Tuhl, Bernhardt Junker,

Katja Hofmann, Renate Sandig,

Wolfgang Sautermeister, Juliane

Handke, Paula Degenhardt

EWIGKEITSENDEGOTT

Gott und Götter in der Outsider Art.

Galerie Alte Turnhalle Bad Dürkheim.

Mit: Wolfhard Behrendt, Gabi Beer,

Suzy van Zehlendorf, Daniel Schoa,

Helmut Malstedt, Horst Ihrig, Julian

Steck, Gabi Deremaux, Ingrid Mwangi,

Jonas Luksch, Michael Jann, Fevronia

Soudia, Natálie Schmidtová, Theresa

Heidemann, Helga Zeidler, Robert

Hutter, Peter Empl u. a.

2015

MEIN AUGE IST MEIN MUND

Galerie Kunstperipherien Karlsruhe.

Mit: Volker Klein, Paula Degenhardt,

Helga Zeidler, Pascal Lawaldt, Annette

Ohlinger, Lothar Gerhardt, Gabi

Deremaux, Holger Schmidt, Renate

Sandig, Michael Jann

ANDERS ERZÄHLEN

Ausdrucksformen des Erzählens in

Zeichnung, Malerei und Fotografie.

Galerie Alte Turnhalle, Bad Dürkheim.

Mit: Tilo Schwarz, Isabelle Kugler,

Volker Klein, Jan Svankmajer, Greg

Condon, Marie-Christin Schwarzer,

Kathrin Becker, Robert Gohs, Rainer

Negrelli, Robert Burda, Tanja Mahn,

Mathias Völksch, Helga Zeidler u.a.

AUSNAHMEZUSTAND

ZEICHNUNG

Kooperation mit dem Berufsverband

Bildender Künstler Rheinland-Pfalz.

Galerie Alte Turnhalle, Bad Dürkheim.

Performances /

Aktionen

2005

Helden

Eine biografische Oper. Altes Wohnheim,

Lebenshilfe Bad Dürkheim.

Mit: Karlheinz Wiedmeier und

Wolfgang Sautermeister

2008

WINNETOU

Versuch einer Annäherung. Galerie

Alte Turnhalle, Bad Dürkheim.

Mit: Anneliese Haase, Roswitha

Ullrich, Paula Degenhardt, Lothar

Gerhardt, Wolfgang Sautermeister

VORLESEN

Ein Lesemarathon. Galerie Alte

Turnhalle, Bad Dürkheim.

Mit: Anika Schuck, Sigmund Crämer,

Heidi Langensiepen, Peter Stabenow,

Volker Kühnemund, Melanie Hörth,

Sophie Hall, Gabriele Oßwald,

Monika Dietrich, Petra Strass

2009

SO KÖNNTE DAS GLÜCK

AUSSEHEN

Kunstweg Bockenheim.

Mit: Alexander Gurdan, Isabell Jung,

Anneliese Haase, Lothar Gerhardt,

Gabi Deremaux

2010

Der entkleidete Mensch

Performance-Lecture. Kleisthaus,

Berlin.

Mit: Werner Degreif, Klaus Fräde,

Wolfgang Sautermeister

Wahnsinns Gesänge

Performance-Lecture. Bundesakademie,

Wolfenbüttel.

Mit: Werner Degreif, Klaus Fräde,

Wolgang Sautermeister

HOLY HEARTS

LOT Theater, Braunschweig.

Mit: The Complete Group (Danny

Lomen, Johannes Duwe, Silvia SzabÓ,

Simone Isemann, Axel Ohnesorge,

Stephan Wenzel)

2011

HOLY HEARTS

zeitraumexit, Mannheim

2012

Frag die Tropfen die vom

Wasserhahn fallen

Cafga, Mannheim.

Mit: Danny Lomen und Wolfgang

Sautermeister

ALL IS FULL OF LOVE

Ein Performance-Fragment. Galerie

Alte Turnhalle, Bad Dürkheim.

Mit: Silvia SzabÓ, Jarius Braun, Lisa

Leupert, Monika Dietrich, Peter

Stabenow, Franziska Sautermeister,

Wolfgang Sautermeister

Da drinnen vor dem Auge

Performance-Lecture. Hochschule

Mannheim

Mit: Klaus Fräde und Wolfgang

Sautermeister

2013

Wie die Kinder

Eine Unschulds-Performance.

Do-gooder Festival, Mainz.

Mit: The Complete Group (Johanna

Baumgärtel, Paula Degenhardt, Lothar

Gerhardt, Gabi Deremaux, Edith

Hutter, Serafim Hutter, Danny Lomen,

Dorothea Wolfert, Silvia SzabÓ)

KUNST OHNE GRENZEN

Eine Ausstellung. Ein Essen. Ein

Gespräch. Galerie Alte Turnhalle, Bad

Dürkheim.

Mit: Jan-Philipp Possmann, Doris Aust,

Simone Wachtel, Marlen Dammbach,

Helga Hall, Monika Dietrich, Corina

Fuchs, Nick Antonich, Pamela Pachl,

Paula Degenhardt, Lida von Mengden,

Victor Pastenbäcker, Werner Degreif,

Peter Stabenow, Anneliese Haase,

Regina Bucher-Lomen, Ruth Ratter,

Peter Empl, Silvia Wöckel

Ich oder Du oder wir beide

Eine Ausstellung. Eine Performance.

Ein Fest. Galerie Alte Turnhalle, Bad

Dürkheim.

Mit: Birgit Thomas, Beate Hoffmann,

Reinhard Lipponer, Dieter Arnold,

Jürgen Klüpfel, Katja Oberdieck,

Paula Degenhardt, Annette Ohlinger,

Heidi Gronegger, Hans Franken,

Christine Konter, Wolfgang Konter,

Gabi Deremaux, Silvia Wöckel

2014

KUNSTstation

Eine Ausstellung. Ein Essen. Ein

Gespräch. Galerie Alte Turnhalle, Bad

Dürkheim.

Mit: Manfred Geis, Anneliese Haase,

Juliane Handke, Heide Würtenberger,

Mechthild Neu, Annette Ohlinger,

Holger Schmidt, Dorothea Wolfert,

Wilfried Würges, Silvia Wöckel

UND.GEIL.UND.MUSIK.UND.SO

Musik Live, aufgelegt und erzählt.

Sechzigminuten-Performance. Galerie

Alte Turnhalle, Bad Dürkheim.

Mit: Mechthild Neu, Heidi Gronegger,

Danny Lomen, Wilfried Würges, Beate

Hoffmann, Wolfgang Sautermeister

2015

KUNSTstation

Eine Ausstellung. Ein Essen. Ein

Gespräch. Galerie Alte Turnhalle, Bad

Dürkheim.

Mit: Sonja Kadar, Reinhard Lipponer,

Dorothea Wolfert, Anneliese Haase,

Johanna Baumgärtel, Monika Dietrich,

Björn Müller, Isabelle Kugler, Paula

Degenhardt, Lothar Gerhardt

SACRE – EINE WAHRE

GESCHICHTE

Inklusives Performance-Spiel zwischen

Wünschen, Weihe und Opfer für mind.

10 Performer, eine Blaskapelle und

einen DJ. Dürkheimer Haus, Bad

Dürkheim

Mit: Lina Berling, Pascal Lawaldt,

Johanna Baumgärtel, Monika Dietrich,

Silvia SzabÓ, Dietlinde Spieß, Stephan

Wenzel, Wolfgang Sautermeister,

Johannes Instinsky, Gabi Deremaux,

Paula Degenhardt, Volker Klein,

Lothar Gerhardt.

Kooperationen

Blaumeier Atelier, Bremen

Kunstwerkstatt Sinsheim

Atelier de Haagse School, Den Haag

Galerie Herenplaats, Rotterdam

Museum Haus Cajeth, Heidelberg

Project Ability, Glasgow

AKIM, Jerusalem

Die Schlumper, Hamburg

Kunstwerkstatt Mosaik, Berlin

Galerie Susi Brunner, Zürich

Kunsthaus Kannen, Münster

atelier hpca, Oberschleißheim

Galerie der Villa, Hamburg

La Tinaia, Florenz

kulturpunkt, Basel

Atelier Sonnenuhr, Berlin

Atelier 23, Gießen

Galerie Kunstperipherien, Karlsruhe

Kettuki Art Centre, Hämeenlinna

zeitraumexit, Mannheim

Kulturey Wachenheim

Kurpfälzer Alphornbläser

Kunstverein Bad Dürkheim

Freie Kunstakademie Mannheim

BBK Rheinland-Pfalz

Universität Landau

Universität Leipzig

Hochschule Mainz

Pädagogische Hochschule Heidelberg

Werner-Heisenberg-Gymnasium

Musikschule Bad Dürkheim

188

189


Biografien

Impressum

Malwerkstatt /

Galerie Alte Turnhalle

Die Malwerkstatt der Lebenshilfe Bad

Dürkheim wurde 1998 von dem Künstler

Wolfgang Sautermeister und dem

damaligen Heimleiter Volker Kühnemund

gegründet. Sie versteht sich als

ein Ort für künstlerisches Schaffen

(Zeichnung, Malerei, Performance)

und Begegnungsstätte verschiedenster

kunstrelevanter Inhalte. Über die Jahre

ist ein breites Netzwerk behinderter

und nichtbehinderter Künstler entstanden.

Die Malwerkstatt betreibt die

Galerie Alte Turnhalle und zeigt dort

Ausstellungen mit Kulturschaffenden

und Einrichtungen in der Region sowie

national und international wie z. B.

Freie Kunstakademie Mannheim, Universität

Landau, Pädagogische Hochschule

Heidelberg, Berufsverband

bildender Künstler Rheinland-Pfalz,

Universität Leipzig, Mosaikwerkstätten

Berlin, Blaumeier-Atelier Bremen,

Die Schlumper Hamburg, zeitraumexit

Mannheim. Internationale Koopera tionen

u. a. mit La Tinaia Florenz, AKIM

Jerusalem, Galerie Susi Brenner Zürich,

Project Ability Glasgow, Atelier de

Haagse School Den Haag und Galerie

Herenplaats Rotterdam

Wolfgang Sautermeister

Künstlerischer Leiter

1954 in Rottenburg geboren. Seit 1960

verschiedene Einzel- und Gruppen ausstellungen.

Seit 1992 Performances in

Deutschland, Italien, Schweiz, Frankreich

und Norwegen. Mitbegründer

und Künstlerische Leitung von zeitraumexit

Mannheim. Organisator und

Kurator von Ausstellungs-, Theater- und

Performance-Projekten (u. a. Wunder

der Prärie, Internationales Festival für

Performance, Tanz und Kunst). Planung

und Organisation von internationalen

Ausstellungen von Arbeiten psychisch

Kranker in öffentlichen Räumen und

Galerien. Seit 1998 Künstlerischer Leiter

der Malwerkstatt. Performance-Workshops

für Studierende, Kinder und

Laien. 2010 Gründung The Complete

Group, einer Künstlergruppe ohne feste

Zusammensetzung bestehend aus

Laien, professionellen Künstlern, Behinderten

und Nichtbehinderten. Lehraufträge

für Performance und Kunst an

der Pädagogischen Hochschule Heidelberg

sowie für Performance und Installation

an der Justus-Liebig-Universität

Gießen. Lebt in Mannheim

Silvia Wöckel

Assistenz

1967 in Völklingen/Saar geboren.

1995 – 1998 Ausbildung und Abschluss

als staatlich geprüfte Heilerziehungspflegerin.

1995 – 2009 Pädagogische

Begleitung von Erwachsenen geistig

beeinträchtigten Menschen in verschiedenen

Wohnformen/Lebenshilfe

Bad Dürkheim. Seit 1998 Assistenz

in der Malwerkstatt sowie der Galerie

Alte Turnhalle der Lebenshilfe Bad

Dürkheim. Organisation von zahlreichen

auch internationalen Ausstellungsprojekten

Peter Empl

Fotograf

1950 in Forst/Baden geboren. Fotografische

Ausbildung bei LAZI Stuttgart.

Seit 1987 freier Fotograf mit den

Arbeitsbereichen Kunstdokumentation,

Theaterfotografie, sozialdokumentarische

Fotografie und ausgeprägtem

Interesse an der Thematik des Peripheren.

Beteiligung an interdisziplinären

Kunstprojekten und Ausstellungen,

u. a. »Wenn Charon kommt…!«, Orgelfabrik

Durlach; »Quodnam facit iste?«

Hommage an Jerg Ratgeb, Altes Rathaus

Pforzheim; »L’Entendre du Silence«,

Schloß Ettlingen; »Peripherie/n«, zeitraumexit

Mannheim. Seit 2001 begleitet

er mit der Kamera die Künstler und das

Schaffen in der Malwerkstatt. Seit 2012

betreibt er mit Inge Kemm die Galerie

Kunstperipherie/n in Karlsruhe. Lebt in

Karlsruhe und Doranges/Auvergne

Impressum

© 2015 Lebenshilfe Bad Dürkheim e.V.

Sägmühle 13

67098 Bad Dürkheim

Telefon 06322-938-0

www.lebenshilfe-duew.de

Herausgeber:

Lebenshilfe Bad Dürkheim e.V.

Künstlerischer Leiter:

Wolfgang Sautermeister

Konzept:

Wolfgang Sautermeister, ZMOG

Redaktion:

Wolfgang Sautermeister,

Gabriele Oßwald

Gestaltung, Satz, Lithografie:

ZMOG (Nick Antonich, Corina Fuchs)

Fotografie, Reprografie:

Peter Empl

Druck:

NINO Druck, Neustadt/Weinstraße

Siebdruck:

Röpke, Neustadt/Weinstraße

Bindung:

Schaumann, Darmstadt

Papier:

Munken Pure Rough, LuxoArt Samt

Dank

An erster Stelle sei den Künstlern

und Autoren gedankt, die das Projekt

»Katalog« mit Interesse und Begeisterung

aufgenommen haben.

Großer Dank gilt auch Corina Fuchs

und Nick Antonich vom Grafikbüro

ZMOG sowie dem Fotografen Peter

Empl für die großartige Umsetzung

und Gestaltung.

Besonderer Dank für Rat und Tat, wertvolle

Hinweise und ideellen Beistand

geht an Silvia Wöckel, Monika Dietrich,

Fabian Kunz und Lida von Mengden.

Und selbstverständlich vielen Dank

den großzügigen Spendern ohne deren

Beitrag dieser Katalog nicht möglich

gewesen wäre.

Diese Publikation wurde gefördert

durch:

NINO Druck GmbH

Röpke Sieb- und Offsetdruck GmbH

Papyrus Deutschland GmbH & Co. KG

ISBN 978-3-00-049614-1

190

191


Paula Degenhardt

Gabi Deremaux

Lothar Gerhardt

Anneliese Haase

Juliane Handke

Michael Jann

Volker Klein

Pascal Lawaldt

Ulrike May

Matthias Nagel

Annette Ohlinger

Renate Sandig

Holger Schmidt

Richard Schwaab

Helga Zeidler

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