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Sieh mal an!

TEXT ALEXANDRA WACH

200 Galerien aus 28 Ländern präsentieren

rund 2.000 Künstler mit

ihren Werken von der Klassischen

Moderne bis in die Gegenwart –

soweit die Fakten zur 51. Art

Cologne in knappen Worten. Aber

was steckt dahinter? k.west sagt,

welche Stände man beim Rundgang

durch die Messehalle Elf nicht

verpassen sollte.

Tracey Emin: Walking Around My World, 2011. © Tracey Emin. All rights reserved, DACS 2016. Photo © White Cube (Ben Westoby).

Derda Berlin

Im Segment der Klassischen Moderne dürfte sich der Debütant

Derda Berlin als Glücksfall erweisen. Der erste Auftritt reicht

von den Kölner Progressiven über die Meister und Studenten

des Bauhauses bis zu den Mitgestaltern des Neuen Frankfurts.

Eine von ihnen war die Fotografin Ilse Bing, auch »Königin

der Leica« genannt. Sie dokumentierte das von dem Architekten

Mart Stam 1930 erbaute Budgeheim. Viele Arbeiten aus

der Serie befinden sich heute im Victoria & Albert Museum in

London oder in der Sammlung des Art Institute in Chicago.

Ein ungewöhnliches Highlight im Angebot von Derda ist auch

ein frühes Landschaftsgemälde von Kurt Schwitters, das noch

dem expressionistischen Malstil nacheifert. Oder die 42.000

Euro teure Farblithografie »Der Verliebte« von Paul Klee. Die

in Weimar erschienene »Meistermappe des Staatlichen Bauhauses«

von 1923 enthielt insgesamt acht Lithographien und

präsentierte Arbeiten der Meister – von Kandinsky, Feininger,

Marcks, Moholy-Nagy und eben auch Klee, der die Figur des

Verliebten als Spielball seiner Fantasien darstellt.

Klaus Gerrit Friese, Berlin

2015 zog der Galerist Klaus Gerrit Friese von Stuttgart nach

Berlin, wo viele seiner Künstler leben. Etwa der 1938 geborene

Maler K.H. Hödicke, der es sich nicht nehmen lässt, am Rhein

für »Das Brandenburger Tor« zu werben, eine im Duktus eines

Kindes gemalte Ode an Berlins Touristenattraktion. Keinen

akuten Lokalpatriotismus muss man bei dem zwischen Düsseldorf

und New York pendelnden Cornelius Völker fürchten; der

1965 geborene Maler verguckt sich gern in banale, stark vergrößerte

Motive wie Butterbrote, Teebeutel, Meerschweinchen

oder Aspirin, und das gleich in Serie. Seine pastosen, farblich

schrillen »Blüten«-Gemälde versprühen pure Lebensfreude im

Hier und Jetzt. Das kann der ermüdende Messetrubel als Augendusche

gut gebrauchen.

6 SPECIAL KUNST

K.WEST 04/17

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