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Bettags Malschule 1/17

Das Magazin rund ums Zeichnen und Malen Themenschwerpunkt: Pastellmalerei für Einstieger

1. Die Skizze Mit einem

1. Die Skizze Mit einem schwarzen Conte Stift zeichne ich das Motiv auf das Mi-Teintes Pastellpapier von Canson. Erst kommen die Umrisse und danach ziehe ich mit der Kante des Kreidestäbchens die Schatten. Die Skizze dient auch gleich als dunkle Untermalung zur ersten Farbschicht. 2. Dunkle Grundfarben auswählen Die erste Farbschicht besteht aus den dunklen Grundfarben, die im Motiv zu finden sind. Zum Beispiel Dunkelocker für den Hintergrund, Kadmiumrot dunkel für die Äpfel und ein Olivgrün für die Birne. Die Farbtöne werden ganz leicht mit den Fingern verwischt und anschließend fixiert. 3. Schattentöne verstärken Anschließend verstärke ich mit Schwarz die Schatteneffekte, die jetzt intensiver kommen. Mit einem satten Rotton lege ich die Grundfarbe für die beiden Äpfel an. Damit die Farben bei der weiteren Bearbeitung nicht verwischen, fixiere ich diese noch einmal. 4. Mittlere Farbtöne auswählen Ich bestimme die mittleren Töne in meinem Motiv. Ocker- und Gelbtöne verwende ich für die Birne und die beiden Äpfel. Mit einem Kobaltblau deute ich die Lichteffekte auf der Schale an. Für das Tuch auf dem Tisch verwende ich einen mittleren Ultramarinblauton. 26

Übung für Fortgeschrittene TIPP Verwischen und Stehen lassen oder die Balance finden Eine grundlegende Frage in der Pastelltechnik beschäftigt wohl jeden Künstler. Wie viel Verwischen verträgt mein Bild? Schnell hat man ein Motiv „todgewischt“. Jegliche Struktur verschwindet und die Gegenstände wirken wachsartig. Anfänger neigen dazu, viel zu viel zu verwischen. Bei einem guten Pastell macht es die Balance zwischen dem sichtbaren Strich, der erkennbaren Struktur und dem richtigen Verwischen der Fläche. Dieses Gefühl - und mehr ist es nicht - muss man durch Erfahrung erlernen. Der erfahrene Pastellkünstler lernt mit der Zeit, was er stehen lassen kann und was er verwischen darf. In den beiden Bildvergrößerungen oben versuche ich diese Balance zu verdeutlichen. Sie sehen, wie sich verwischte Bildteile mit der Struktur des Striches verbinden oder gegenseitig beeinflussen. 5. Die Spiegelungen Mit Weiß setze ich die Lichtspiegelungen in mein Motiv. An der Schale können Sie das gut erkennen. Hier wechseln sich Verwischungen und Strukturen ab. In der glasierten Schale spiegeln sich auch die Äpfel. Aus diesem Grund deute ich mit Schwarz und Dunkelgrau die Schatteneffekte rechts auf der Schale an. Spiegelungen die im Schattenbereich eines Motivs stehen, setze ich mit einem hellen Magenta oder Hellrosa. 6. Die Spitzlichter Dort wo das Licht direkt mit voller Kraft auf einen Gegenstand trifft entstehen die Spitzlichter . Diese werden ebenfalls mit Weiß aufgesetzt. Hier reichen bereits ein paar wenige Striche aus um den Effekt zu setzen. 27