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Bettags Malschule 1/17

Das Magazin rund ums Zeichnen und Malen Themenschwerpunkt: Pastellmalerei für Einstieger

Porträt mit Softpastell

Porträt mit Softpastell malen Porträts gelten als schwierige Sache, da man jeden Zeichenfehler recht schnell erkennt. Mit lasierend-transparent aufgetragenen Softpastellen jedoch kann man Gesichtszüge vergleichsweise einfach modellieren Die Herausforderung besteht darin, die passenden Hauttöne hinzubekommen. Am leichtesten tut man sich mit einem speziellen Farbsortiment für Porträts; hier nehme ich die Pastellfarben von Schmincke in der entsprechenden Sortierung. Beachten Sie, dass die entsprechenden Sortimente anderer Marken unterschiedlich sind. Jeder Hersteller von Pastellfarben benutzt seine eigene Farbbezeichnung und stellt die Zwischentöne anders zusammen, weshalb ich keine bestimmten Töne angebe. Entscheidend ist, dass es sich für den Grundaufbau um weiche Pastelle handelt. Den Hintergrund für dieses Porträt liefert der graue Pastellcard von Sennelier. Sodann arbeite ich in klassischer Weise von dunkel nach hell; der Anfang – nämlich die Umrisszeichnung, die Augen und Schatten – ist schwarz bzw. dunkelgrau verwischt. Nachdem Fixieren geht es mit den Farbschichten weiter; für die Details kommen holzgefasste Pastellkreidestifte von CarbOThello zum Einsatz. 32

Porträt 1. Konturen und Schatten Mit dem schwarzen Pastellstift zeichne ich den Kopf auf den grauen Pastellcard von Sennelier vor. Für die Schatten reibe ich Pastellstaub auf; mit einem Pastellpinsel werden die Halbtöne transparenter. Mit Pastellfixativ schütze ich das Zwischenergebnis. Bevor ich mit Pastellen arbeite, zeichne ich das Motiv gerne mit Bleistift; dabei lerne ich mein Modell sozusagen besser kennen und kann beim Ausarbeiten noch kleinere Fehler korrigieren. Ein Muss ist das natürlich nicht, aber doch recht hilfreich. 2. Grundton der Haut Mit dem Pastellpinsel verreibe ich den Grundton der Haut (Ocker) auf der Fläche. Die Augen und der Mund werden ausgespart. Danach lege ich die Schatten mit Siena gebrannt an. Mit den Fingern schwäche ich die harten Schatten etwas ab. Die Pastellfarbe wird leicht fixiert, sodass nur ein schwaches Nachdunkeln entsteht. 3. Schatten verstärken Die Schatten verstärke ich mit Violett. Auf die im Licht liegenden Bereiche trage ich einen hellen Ockerton auf und verteile ihn vorsichtig mit den Fingern. Die Schatten vertiefe und ergänze ich mit Ultramarinblau, wodurch sie zu leuchten beginnen. 4. Lichteffekte und Details Mit einem schwarzen Pastellstift verdeutliche ich die Konturen der Augen und die Nasenlöcher und ziehe die Augenbrauen deutlich nach. Die Augen rund um die Pupille zeichne ich mit Weiß und setze damit auch die Glanzlichter. Den Mund grundiere ich mit Rot, die Lichter wiederum mit Weiß. Dann schminke ich den Augenbereich mit Violett oder Krapplack. Rechts zum Vergleich das unbearbeitete Auge. 33