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Bettags Malschule 1/17

Das Magazin rund ums Zeichnen und Malen Themenschwerpunkt: Pastellmalerei für Einstieger

PanPastell - der saubere

PanPastell - der saubere Farbauftrag? PanPastell ist neu und bahnbrechend und sauber und leicht zu handhaben! Ich sehe das ein wenig anders, obwohl andere Künstler sich mit Lobeshymnen überschlagen. Ich mag das Konzept von PanPastell, denn dadurch ist eine Pastellfarbe entstanden mit der man den üblichen Farbauftrag ganz neu definieren kann. Staubig ist auch PanPastell, und deshalb nicht sauber oder besser, eben anders! Die speziell entwickelte Farbe ist leicht cremig und sehr brillant. Das Besondere ist die Abfüllung. PanPastell wird nicht in Stäbchen gepresst, sondern in ein Kunststoffnäpfchen. Erst einmal ist das noch nicht unbedingt etwas besonders, aber durch die Verwendung verschiedener eigens entwickelter Schwämmchen, wird es interessant. Denn im Zusammenspiel von Farbe und Schwämmchen entsteht ein ganz besonderer Farbauftrag, der die Pastellfarbe transparent macht. Es entstehen Lasuren, die mit keinem anderen Werkzeug möglich sind. Die Farbflächen werden gleichmäßig und abgestuft, ohne fleckig zu wirken, das ist das Besondere an PanPastell. Die Schwämmchen ermöglichen viele dünne Schichten übereinander, ohne die Papierstruktur zu überschwemmen. Große Flächen lassen sich gleichmäßig einfärben und bleiben dennoch transparent. Praktisch ist es natürlich auch, denn man bekommt keine dreckigen Finger und der Farbstaub hält sich in Grenzen, aber zu vermeiden ist er nicht. Mit dem Schwämmchen nimmt man die Farbe direkt aus dem Näpfchen und kann sie dann auf dem Malgrund einsetzen. Man muss aber darauf achten, dass die Farbe nicht zu dünn aufgetragen wird. Zu viel Transparenz schadet dem Bildeindruck. Deshalb ist auch bei PanPastell Fingerspitzengefühl angesagt. Man braucht einige Zeit um das System und die Schwämmchen zu verstehen. Wer aber damit arbeitet kann nicht genug davon bekommen, denn der Farbauftrag in einem Bild entsteht leicht 36 und locker. Man arbeitet fast wie mit einem Pinsel oder Spachtel und hält sich erst mal nicht mit Details auf. Da macht es Spaß mit dem Sortiment der 86 Farben spontan zu arbeiten. Ich habe mich aber nach der ersten Euphorie auf meine eigene Farbauswahl für Porträt beschränkt und komme jetzt mit 36 Farbtönen ganz gut klar und mische in der Regel auch die weichen Pastelle anderer Hersteller dazu. Mit den Schwämmchen ist das Mischen überhaupt kein Problem. Durch die Schwämmchen entsteht ein sehr weicher glatter Farbauftrag, der manchmal auch nachteilig sein kann. Ich vermisse die Struktur, die Unregelmäßigkeit in den Farbschichten, die ein Motiv lebendig macht. Aus diesem Grund bin ich der Meinung, dass jeder Künstler genau abwägen muss, wie er PanPastell und die Schwämmchen einsetzen kann, denn falsch verwendet, können die Motive auch ihre beabsichtigte Bildwirkung leicht verfehlen.

PanPastell Mit dem Schaumstoffschwämchen nimmt man die Farbe direkt aus den Näpfen auf. Die Farbe kann man in dünnen flächig Schichten auftragen und verwischen. Für größere Flächen gibt es spezielle Schwämmchen, die die Farbe auch sehr intensiv auftragen können. Die Schwämmchen werden auf ein Kunststoffmesser gesteckt und verwischen die Farbe sehr fein und gleichmäßig. 37