Leseprobe

anitakoessler

Mai/Juni

Landleben

genießen

Lust auf

Sommerbeeren

Kreatives für

den Familiengarten

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Vergissmeinnicht – kleine Glücksboten

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Aus dem Inhalt

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Beruf, Familie & Kinder

18 Conny Strubl aus Rettenberg steht für eine neue Gastgeber-Generation

50 Der Ölprinz Xaver Dopfer lebt für Öl und seine Ölmühle

54 Familie Warnke-Kelly aus Herdwangen baut Lupinen an

58 Fleißige Bienen und ihre emsige Imkerin Andrea Blösch

76 Zu Besuch in der KlangKunstWerkstatt von Sandra Ade

130 In Kempten spielen jetzt auch Frauen American Football

152 »Migizi« hat ein Jahr in der Wildnis Nordamerikas verbracht

Bewegung & Freizeit

8 Die musikalische Schneetalalm hoch über dem Tannheimer Tal

30 Die Gehrenalpe bietet Hüttengenuss mit Traum-Panorama

82 Ein außergewöhnliches Lokal im Herzen Lindaus

134 Das erste Wohnauto – wer hat’s erfunden?

138 Campercult – heute hier, morgen dort

144 Nützliches fürs Camperleben

146 Kreativwerkstatt Natur: Feuer(küche) und Lehm

Gesundheit & Wellness

64 Kosmetik aus dem Bienenhaus

162 Der Pfad zur Erleuchtung führt durchs Allgäu

180 Sonnenschutz für die Haut

184 Der akute Rückenschmerz – schmerzfrei ohne OP

Mode, Wohnen & Dekoration

28 Sommerzeit ist Rockzeit

70 Kleine Glücksboten: Vergissmeinnicht

74 Trachtige Teile – lässig und frech kombiniert

98 Im Häkelfieber: Herzen zum Muttertag

100 Farbenfrohe Wohlfühlmode für den Sommer

88

162 102 22


Natur, Garten & Tiere

14 Hier wird nicht gemeckert – Ziegen haben ihren eigenen Charme

102 Kreative Ideen für einen kunterbunten Familiengarten

110 Iris – stolze Gartenschönheiten

114 Willkommen in Ulis Gartenreich in Gestratz

118 Mehr als eine Glaskiste – Tipps vom Wintergarten-Experten

122 Gartenarbeiten im Frühsommer

156 Das Naturerlebnis im Wildpark Poing

Kochen, Küche & Gäste

36 Marktfrisch – junges Gemüse

42 Bettina Lehner und ihr Traum vom eigenen Hofladen

46 Spargel ist unser Lieblingsessen im Frühjahr

88 Rote Verführung – Lust auf Sommerbeeren

108 Einladung zum Gartenfest

124 Genuss im Grünen – herzhafte und süße Picknick-Rezepte

Kultur, Brauchtum & Termine

22 Hedwig Roth aus Rettenberg ist die Jodula

94 In Niedersonthofen dreht sich alles um Kräuter

170 Der Schatzsucher aus Waltenhofen

174 Matthias Fuchs erweckt die Uhrmacherkunst wieder zum Leben

178 Wo ist was los? Menschen, Märkte und Termine

Rubriken

Verlosung!

6 Briefkasten

168 Für Sie gefunden – Schönes, Nützliches und Neues

193 Bezugsquellen

188 Rätselspaß

190 Schaufenster

193 Regio-Presse

194 Impressum, Ausblick

Verlosung!

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42

124

58 50 138


Die musikalische Schneetalalm

hoch über dem Tannheimer Tal ist

ein Ausflugsziel für die ganze Familie.

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ZIEGEN, ZIACH

Zwetschgenröster

Lohnenswertes Ausflugsziel für die ganze Familie: die Schneetalalm hoch über dem Tannheimer Tal.

H

übsch ist sie, mit ihren abstehenden

Ohren, den zwei Hörnern und der

Stirnlocke. Die ungekrönte Königin der

Schneetalalm. Die Gletschergeiß, eine

hochgebirgstüchtige Walliser Schwarzhalsziege,

ist eine Diva. Jede einzelne in der

dreißigköpfigen Herde. Alle fordern viel

Aufmerksamkeit. Ihr Fell muss oft sorgfältig

gebürstet werden. Und dann sind da ja

auch noch die pflegeleichteren Gastziegen

von befreundeten Bauern, die behirtet

werden, die Arbeit machen.

Die besondere »Sennerin« Karin Ried, 37,

versucht – in Zusammenarbeit mit befreundeten

Tiroler Züchtern – auf der Schneetalalm

hoch über dem Tannheimer Tal alte

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Hier steht die Chefin selbst am Herd: Die »besondere« Sennerin ist gelernte Bäckerin und das schmeckt man.

»Obacht« – vormerken!

Donnerstag, 15. Juni – Fronleichnam

spielen ab 12 Uhr die »HIMMEL-

REICHER« Böhmisch-Mährische

Blasmusik

Mittwoch, 21. Juni – Sonnwend,

hier kann man bei Schönwetter

im Abendrot die Klänge von

»VUIMERA« genießen

Sonntag, 9. Juli – KIKERIKI das

Almfrühstück, Kulinarische Weckruf

auf der Alm

Blutlinien aufrechtzuerhalten und Haustierrassen

vor dem Aussterben zu bewahren.

Alpenglück im Sommer

Zum erfüllten Lebenstraum der gelernten

Bäckerin gehört auch, dass sie eine

zünftige Almwirtschaft betreibt, mit Koch

und Küche nach Feierabend oder auch

zwischendurch, wenn’s der Betrieb erlaubt,

echte heimische Volksmusik spielt und den

Bergsommer über droben und draußen

ist. Ein gutes Stück weit weg von der Welt.

Und a bisserl näher am Himmel.

Schon die Speisekarte ist Verführung pur:

wie da der Knödel aus der Suppenterrine

lacht, der sanft geäderte Tiroler Speck sich

mit Bergkäse und Gurkenscheiben auf dem

Holzbrett breit macht oder die Ranken frischen

Bauernbrots aus dem Korb leuchten.

Guten Appetit. Wenn’s Brot ausgeht, dann

sorgt Karin Ried selbst ganz g’schwind für

Nachschub. Gelernt ist gelernt.

Für MTB-Fahrer verboten

Ausgangspunkt für den eineinhalbstündigen

Aufstieg zur Schneetalalm, 1650 m,

ist der an den Hang gelehnte Ort Nesselwängle

im Tannheimer Tal. Je nachdem,

wo man einen Parkplatz findet, sind es 500

bis 600 Höhenmeter auf sehr gepflegten,

gut begehbaren Wegen, hinauf zum Ziel

mit Ziegen, Ziach und Zwetschgenröster.

Serpentinen helfen, wenige steilere Stücke

zu überwinden. Oft steigt man auch

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Mhm, das schmeckt – Karin serviert original Schneetaler Kaiserschmarrn.

über sorgfältig geschlagene Stufen. Für

MTB-Fahrer ist der Weg verboten(!) –

was die Wanderer freut. Wer den Aufstieg

scheut, nimmt die Hahnenkamm-Bergbahn

ab Reutte-Höfen und gelangt auf gut

halbstündigem Spazierweg zur Alm.

Die Schneetalalm hockt auf der Sonnenterrasse

unter der Köllenspitze, 2238 m,

höchster Gipfel der Tannheimer Berge,

und plustert sich auf wie eine Legehenne

in der Sandkuhle.

Der »gute Geist« in Haus und Hof ist

Helga Ried, Karins Mutter, die eigentlich

selbst ein kleines Gästehaus in Nesselwängle

betreibt, aber oft und gern die

»Schneetaler« verstärkt. »Ohne familiäre

Unterstützung geht es nicht«, räumt Karin

Ried ein, die auch gerade auf der Alm

ankommt – mit einem Riesenrucksack

voller dringend benötigter Einkäufe aus

dem Tal.

Marillenschnaps zur Begrüßung

Auf der Schneetalalm finden neben

Schwarzhalsziegen auch andere rare

Haustierrassen wie Appenzeller Sitzhaubenhuhn,

Altsteirerhuhn, Sulmtalerhahn,

Pfauenziegen, Schottische Hochlandrinder

und Schwarznasenschafe einen idealen,

natürlichen Lebensraum. Auch elf Esel und

Hüttenhund »Bakira« sind mit von der

Partie, zählen zu den »Schneetalern«.

Bekannte kriegen von der »Chefin« zur

Begrüßung einen guten Marillenschnaps.

Karin Ried erzählt von einem »wilden

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Die Tiere werden jedes Jahr über den Fußweg von Nesselwängle auf die Schnetalalm gebracht.

Der Almauftrieb ist jedes Mal ein Erlebnis für sich.

Eine lustige Weggefährtin: die Walliser

Schwarzhalsziege.

Wochenende« mit wenig Schlaf, weil Hunderte

von Wanderern da waren, und alle

Lager belegt haben. An so einem seltenen

lauen Sommerabend vor dem Haus, da kann

es schon mal passieren, dass Küche und Keller

quasi leer gefressen werden: »Jetzt mussten

wir heute früh erst einmal für Nachschub

sorgen!«

Ein kräftiges Almfrühstück

für die Übernachtungsgäste

Karin Ried ist seit 2004 Pächterin der

Schneetalalm und lässt sich durch (fast)

nichts aus der Ruhe bringen. Im Gegenteil,

es passiert jede Woche mal, dass sie am

frühen Nachmittag aus der Küche kommt,

wenn das ärgste Mittagsgeschäft grad’

rum ist, und sich mit ihrem Team auf die

Hausbank hockt und Musik macht.

Und abends geht’s erst richtig los. Vor allem,

wenn ein Fest gefeiert wird und die Gäste in

den hübsch eingerichteten Mehrbett-Lagern

nächtigen. 30 Schlafplätze stehen zur Verfügung.

Und in der Früh gibt’s ein kräftiges

Almfrühstück mit Rühr- und Spiegeleiern

aus der Eisenpfanne. Entweder in der warmen

Stube oder auf der Terrasse, in goldener

Morgensonne.

Der Küchenchef der »Schneetaler« ist

Johann (»Hansi«), der am Herd eine

kräftige Gulaschsuppe oder frische Bärlauchknödel

mit Salat zaubert, und in der

Freizeit – meistens am Abend – die gute

Lage der Hütte nutzt, um sich sportlich

auszutoben: als »Blitz mit zwei Stecken«

ist er regelmäßig auf den umliegenden

Graten und Gipfeln zu sichten.

Die Karin, der Hansi und der Urska – das

ist die Kernmannschaft der »Schneetaler«,

dazu gibt’s zwei Bedienungen, die

immer darauf schauen, dass die Spezialitäten

des Hauses auch schnell an die Tische

kommen. Freunde und Bekannte, aber

auch Familienmitglieder, sind als Helfer

zur Stelle, wenn’s brennt. »Teamwork« ist

wichtig, wie die Tirolerin sagt.

Erlebnisgastronomie vom Feinsten

Auf zwei sonnigen Terrassen finden immerhin

300 Gäste gleichzeitig einen Sitzplatz.

Und die wollen rasch ihr Weißbier,

ihr Radler oder die hausgemachte Tiroler

Speckknödelsuppe auf dem Tisch haben.

Die Schneetalalm ist das richtige Ziel für

die Familienwanderung am Samstag oder

Sonntag, sie lädt zum sakrisch gemütlichen

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Hüttenabend mit Übernachtung ein oder

steht als Basislager für alpine Unternehmungen

zur Verfügung.

Die Schneetalalm wartet mit einer Mischung

auf, die Erfolg verspricht. Kinder

lieben vor allem den »Streichelzoo«. Und

den Original Schneetaler Kaiserschmarrn

(ohne Rosinen!) mit Apfelmus, Zwetschgenröster

oder Preiselbeeren. Und die

Großen die kräftigen Brotzeiten mit Hauswurst

und Schmalzbrot. So lädt die urige

Schneetalalm, die weder an die öffentliche

Stromversorgung angeschlossen ist, noch

einen Fahrweg oder eine Material-Seilbahn

besitzt, Wanderer, Gäste und Einheimische

zum Besuch ein. Und der lohnt sich, schon

wegen der einzigartigen Aussicht hinaus

und hinunter ins Tannheimer Tal, aber

auch wegen des Konzepts.

Die Schneetalalm ist ein Gesamtkunstwerk:

Erlebnisgastronomie vom Feinsten.

Zu Recht gilt sie als eine der schönsten

Almen im Außerfern.

Text: Christoph Thoma;

Fotos: Naturfoto Hofmann (4), privat (3) B

Auf einen Blick:

Bewirtschaftung:

Mitte Mai bis Ende Oktober,

Montag bis Sonntag

Übernachtungen nach Anmeldung

Hüttentelefon: +43-(0)676-9604415

www.schneetalalm.at

Zustieg von Nesselwängle

Ausgangspunkt: Am Schneetal-

Parkplatz in Nesselwängle.

Wegverlauf: Vom Parkplatz über

die Holzbrücke der Beschilderung

Richtung Schneetalalm folgen.

Gehzeit: ca. 1 ¾ Stunden

Besonderheiten: Zuerst dem Fahrweg

folgen und dann geht’s über einen

schönen sanierten Steig auf die Alm.

Für Mountainbiker ist dieser Weg

gesperrt!

Reuttener Seilbahn-Bergstation

über den Blumengarten

Ausgangspunkt:

Bergstation Reuttener Seilbahnen

Wegverlauf: Von der Bergstation

in Richtung Blumengarten über

Stock und Stein zur Schneetalalm

Gehzeit: ca. 40 Min.

Reuttener Seilbahn-Bergstation

über den Alpenrosenweg

Ausgangspunkt: Bergstation

Reuttener Seilbahnen

Wegverlauf: Bergstation –

Höfeneralm – Schneetalalm

Gehzeit: ca. 1,5 Std.

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Gastgeber –

der schönste Beruf,

den es gibt!

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Conny Strubl aus Rettenberg steht

für eine neue Gastgeber-Generation.

M

it 28 sein eigener Chef ? Wovon

andere träumen, ist für Conny Strubl

längst Realität. Ihr Beruf ? Gastgeber.

Nun gut, »Gastgeber« ist kein klassischer

Ausbildungsberuf. Dennoch hat sie es

von der Pike auf gelernt. Man kann sogar

sagen, dass sie in die Lehre ging, ohne es

zu merken. In ihrer Familie wird seit vier

Generationen vermietet. Schon ihre Uroma

hat damit angefangen. Und an ihrer

Mutter Angelika Soyer kommt im Allgäu

niemand vorbei, der mit Urlaub auf dem

Bauernhof zu tun hat.

Bereits als Kind schaut sie sich viel ab.

Bekommt von ihrer Oma gezeigt, wie

man Ferienwohnungen richtig putzt. Sitzt

neben ihrer Mama, wenn die mit Gästen

telefoniert. Das prägt. »Ich höre mich

am Telefon wie meine Mama an«, lacht

Conny. Kurzum: Conny hat das Vermieten

in den Genen. Vor drei Jahren hat sie angefangen

mit ihrem Mann Tobias Ferienwohnungen

zu vermieten. Die Freiheit, sein

eigener Chef zu sein, nicht nachfragen zu

müssen, wenn man etwas anders machen

will, seinen Tag frei gestalten – das ist das,

was ihr am Vermieten am besten gefällt.

Das, und Menschen kennen zu lernen.

Bloß nicht im Büro

Es überrascht nicht, dass Conny selbst

vermietet. Von Anfang an geplant war es

aber nicht. Nach der Schule studierte sie

Tourismus in Kempten. Sie ergattert einen

der 100 Studienplätze, auf die sich 1.500

Interessierte bewerben.

Nach dem Studium bewirbt sie sich beim

Urlaub-auf-dem-Bauernhof-Landesverband

in München. Beim Probearbeiten wird ihr

klar: Den ganzen Tag im Büro sitzen? Das

Natürlich leben auch Tiere mit auf dem Hof,

die man streicheln und füttern darf.

Minischwein Susi lässt sich gerne bürsten.

will sie nicht. Absolut nicht. Der Kontakt

mit den Menschen ist ihr wichtig. Im Büro

berät sie, wenn überhaupt, nur am Telefon.

Der kleine Ausflug nach München lohnt

sich trotzdem.

Sie erfährt, dass fürs Allgäu jemand gesucht

wird, der Ferienwohnungen klassifiziert.

Sie meldet sich für die Schulung an. Dort

ist sie bei weitem die jüngste Teilnehmerin.

Seitdem besucht sie Ferienwohnungen und

entscheidet, wie viele Sterne diese bekommen.

Wie viele Ferienwohnungen sie schon

gesehen hat! Sie sieht, was gut ankommt

und was nicht geht.

Danach macht sie eine Teilzeitausbildung

zur Hauswirtschafterin und gründet mit

einer Freundin eine Firma, die Vermieter

beim Logo- und Flyergestalten unterstützt.

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Ob draußen spielen oder Hasen

füttern – die Kinder lernen im

Urlaub etwas über die Natur

und Tiere.

Und immer wieder hilft sie auf dem Hof

ihrer Eltern und ist dort eine wichtige

Stütze.

»Wie wär’s mit dem Strubl?«

Es gibt Sachen, die kann man nicht planen.

Der Mann, die Familie muss die Vermietung

mittragen. Ein Glück, dass Conny

ihren Tobias hat. Bei einem ihrer ersten

Dates verabreden sie sich zum Fahrradfahren.

Da Conny kein eigenes Rad hatte,

leiht sie sich das ihrer Oma aus. Drei

Gänge, Fahrradkorb. perfekt.

Damit sich ihre Schlaghose nicht in den

Speichen verfängt, fixiert sie den Stoff mit

einem Gummi. Conny gefällt das Rad, weil

man mit geradem Rücken gemütlich fahren,

über die Zäune der Nachbarn schauen

und gleichzeitig noch ratschen kann. Und

so stellt sie sich das Rad-Date auch vor:

eine kleine Runde durchs Dorf. Als Wegzehrung

ein Stückchen Schokolade für die

ein Kilometer lange Strecke.

Doch als ihr Freund kommt, trifft beide

der Schlag. Tobias ist voll ausgerüstet.

Fahrradhose, Klicker-Schuhe, Fahrradhelm.

Neues Rennrad. Losgefahren sind

sie damals trotzdem. Conny auf dem

Omafahrrad, Tobias auf dem Rennrad.

Als sie nach der kleinen Runde wieder

zuhause waren, fragte er, ob es o.k.

sei, wenn er noch alleine weiter fährt?

Während er um den Rottachberg fuhr,

ging Conny eben zu ihrer Oma zum

Kuchenessen.

Was das Fahrradfahren angeht, denken sie

unterschiedlich. Beim Vermieten denken

sie Gott sei Dank gleich. Wenn man etwas

macht, dann richtig. Das sehen beide so.

Wenn Conny einen neuen Kleintierstall,

eine neue Sitzgruppe oder einen Spielraum

will, dann will er das genauso. »Er ist kein

Bremser«, sagt Conny über ihn. Aktuellstes

Conny und Tobias Strubl

führen einen familienfreundlichen

Landhof

in Rettenberg.

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Conny Strubl hat sich zur Erlebnis-Bäuerin ausbilden lassen.

Sie will Kindern und Erwachsenen die Landwirtschaft näherbringen.

Beispiel: Als sie ihm erzählte, dass sie

Alpakas anschaffen will, verdrehte er zwar

kurz die Augen und stöhnte, ließ sich aber

schnell von der Idee überzeugen.

Tiere gehören dazu

Die Ferienwohnungen haben sie von ihrer

Schwiegermutter übernommen. Einen großen

Unterschied zu ihrem Elternhaus gab

es. Es war ein Gästehaus, kein bewirtschafteter

Bauernhof. Keine Tiere? Für Conny

undenkbar. Seitdem gibt es Ponys, Schweine,

Ziegen, Hasen, Meerschweinchen und

Katzen.Tiere sind wichtig, betont Conny.

Schöne Wohnungen sind nicht genug. Sie

hat immer wieder mit Gästen ihrer Eltern

gesprochen. Die wünschten sich, dass sie

noch mehr mitmachen dürfen, dass sie

noch mehr über die Landwirtschaft und

über die Tiere lernen.

Deshalb hat sie sich vor kurzem zur

Erlebnisbäuerin ausbilden lassen. In der

Ausbildung lernte sie, wie man Führungen

macht, wie man Dinge gut erklärt und sich

einen Ablaufplan machen kann. Daneben

ist Rhetorik ein wichtiger Baustein. So

verbringen die Familien nicht nur einen

schönen Urlaub, sondern lernen gleich

noch was über Tiere.

Text: Monika Läufle; Fotos: Monika Läufle (2),

privat (4), ; Grigorita Ko/shutterstock.com (1)B

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Marktfrisch:

Junges Gemüse

Für die

schnelle Küche

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Bringen Sie den Frühling auf den Tisch! Auf dem Wochenmarkt lockt

knackiges Gemüse: Aus frischen Möhren, Zuckerschoten, Radieschen

und Rucola lassen sich jede Menge leckere Gerichte zaubern.

Rezepte & Fotos: Silvia Schlögel; Freisteller: JIANG HONGYAN/shutterstock.com B

Fächerbrot

Zutaten:

Hefeteig:

500 g Mehl, 2 TL Salz,

50 ml Olivenöl, ½ Würfel Hefe

Füllung:

100 g Rucola, 3 getrocknete

Tomaten, 200 g Frischkäse,

100 g geriebener Bergkäse

Pfeffer

Zum Bestreichen:

50 g flüssige Butter

TIPP:

Vor dem Servieren

mit Kräutern

bestreuen.

Bunte Knödelpfanne

Zutaten:

6-8 Semmelknödel

2 EL Butter

200 g Zuckerschoten

1 Bund Frühlingszwiebeln

200 g bunte

Cocktailtomaten

Salz, Pfeffer

Schnittlauch

Ein Muss

für den Frühling!

Zubereitung:

1. Die Knödel würfeln. In der Butter

rundum anbraten. Die Zuckerschoten

waschen, putzen und halbieren. Die

Frühlingszwiebeln putzen, waschen und

in Stücke schneiden. Beides zu den Knödelwürfeln

geben und 5 Min. mitbraten.

2. Die Tomaten waschen und, je nach Größe,

halbieren. Zur Knödelpfanne geben

und kurz mitbraten. Würzen und mit

Schnittlauch bestreut servieren.

Zubereitung:

1. Mehl mit Salz, Öl und der zerbröckelten

Hefe mischen. Ca. 250 ml lauwarmes

Wasser mit den Knethaken des Handrührgerätes

unterkneten. Den Teig

zugedeckt an einem warmen Ort etwa

1 Std. gehen lassen.

2. Für die Füllung den Rucola waschen

und trocken schleudern. Etwas klein

schneiden. Die Tomaten fein würfeln.

Mit den restlichen Zutaten vermischen

und abschmecken.

3. Den Hefeteig nochmals kurz durchkneten

und zu einem Rechteck ausrollen.

Mit der Creme bestreichen.

4. Das Rechteck in Streifen schneiden

und jeden Streifen mehrmals falten.

Hintereinander in eine mit Backpapier

ausgelegte Kastenform (30 cm) setzen.

Mit der Hälfte der Butter bestreichen

und backen. Backzeit: 30 bis 40 Min.

bei 180 °C (160 °C Heißluft)

5. Noch heiß mit der restlichen Butter

bestreichen und abkühlen lassen.

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»D`Lehnerei«

Schon die Hochzeitsgäste haben es geahnt und humorvoll in einen

Sketch verpackt: Aus der dynamischen Bettina wird nicht nur eine

Bäuerin, sondern eine Unternehmerin mit eigenem Hofladen.

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G

erne erinnert sich Bettina Lehner

an diese Zeit zurück, während sie

entspannt in ihrer gemütlichen Bauernstube

sitzt und der tierische Neuzugang,

Kätzchen Lenni, ihr schnurrend um die

Beine streicht. Als Bettina ihren Mann

Werner in den 90er-Jahren heiratete, hatte

dieser zwei Jahre zuvor die Landwirtschaft

seiner Eltern in Oberbeuren übernommen.

Was damit genau auf sie zukam, wusste sie

nicht, nur über eines war sich Bettina im

Klaren: Als »absoluter Naturmensch«

liebte sie Tiere und wollte zudem eine

große Familie!

Wenn man sie heute emsig im Kuhstall

füttern und die Kälbchen strubbeln sieht,

glaubt man ihr das auf´s Wort. »Der Einstieg

wurde mir leicht gemacht«, erzählt

die gelernte Bankkauffrau. »Die Familie

stand hinter uns und die Schwiegereltern

haben viel mitgeholfen, sodass ich anfangs

noch in der Bank weiterarbeiten konnte.«

Nach und nach rückte die Landwirtschaft

aber in den Vordergrund.

1998 wurde dann ihre erste Tochter Anna

geboren, bis es aber mit dem Hofladen soweit

sein sollte, gingen noch ein paar Jahre

ins Land. Zu Anna gesellten sich nämlich

im Laufe der Zeit Benedikt, Katharina und

schließlich 2009 Nesthäkchen Regina.

Mit 20 Hühnern fing alles an

Während die Menschheit seit der Antike

diskutiert, ob am Anfang das Ei war, ist

dies bei der inzwischen fest im Ortskern

etablierten »Lehnerei« ein nicht zu

widerlegender Fakt. Denn bei Bettina hat

tatsächlich alles mit dem Ei begonnen. Mit

20 Hühnern und einem Eierverkauf an der

Haustüre ging´s los. Doch schnell stellte

sich heraus, dass diese Praxis ihre Tücken

und Grenzen hatte.

Bettina wollte immer da sein, wenn die

Leute ihre Eier brauchten, die Kunden

aber kamen zu ganz unterschiedlichen

Zeiten. Schnell hieß es dann: »Mach

Stallarbeit und Familienleben gehen bei den Lehners Hand in Hand.

doch einen Laden auf !« So kam eins zum

andern. Aufgrund des schlechten Milchpreises

begannen Bettina und Werner aus

einem Teil der eigenen Milch leckeren

Käse machen zu lassen. Und der wollte natürlich

auch an den Mann respektive Frau

gebracht werden. Da der Bauernhof mitten

im Ort und somit die Weideflächen weit

weg waren, pachteten die Lehners einen

Laufstall außerhalb von Oberbeuren und

hatten so deutlich mehr Platz. Dennoch

war klar: Um genügend Einkommen zu

erwirtschaften musste etwas wachsen, entweder

die Landwirtschaft oder ein zweites

Standbein. Bettina resümiert: »Ein großer

Milchviehbetrieb war nie unser Ding, wir

wollten die Vielfalt!«

Wo einst Kühe standen

Der leer stehende heimische Kuhstall

gab den Startschuss für den Ausbau zum

Hofladen. Werner Lehner und sein Bruder

bauten den Stall peu à peu zu einem

Schmuckstück um, das im April 2011

eröffnet wurde.

Betritt man heute die liebevoll eingerichtete

«Lehnerei«, fühlt man sich sofort um

Jahre zurückversetzt, in die Zeit nämlich,

da es fast in jedem Dorf einen solchen

Laden gab. Gute Gerüche, sorgfältig ausgewählte

Produkte sowie eine herzliche und

persönliche Bedienung inbegriffen.

Wo früher die Kühe gefüttert wurden,

lädt heute ein lebendiger Mix aus Brot,

hausgemachten Fleisch- und Wurstwaren,

Käse, Gemüse und vielen verschiedenen

Bioprodukten zum Zugreifen ein.

Der heutige Umgang mit Lebensmitteln

und wie viel weggeschmissen wird, ist ein

Aspekt, der Bettina »in der Seele weh

tut.« Dennoch ist sie überzeugt, dass

sich mehr Menschen wieder bewusster

ernähren möchten. Ein weiterer Grund,

einen Hofladen zu betreiben. »Von meiner

Mutter und meiner Schwiegermutter habe

ich viel darüber gelernt, wie man Lebensmittel

einkocht und haltbar macht. Ich

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Gute Laune, die ansteckt: In der »Lehnerei« einzukaufen, macht nicht nur Spaß,

sondern bringt auch Qualität in die heimische Küche.

Reginas Qualitätskontrolle führt zu einem

eindeutigen Urteil: Schmeckt nach mehr ...

habe schon immer gesehen, welche Arbeit

in den Produkten steckt.«, erzählt Bettina

nachdenklich. »Die Wertigkeit von guten

Lebensmitteln muss wieder steigen.«

Obergünzburg

B12

B16

Oberbeuren

Kaufbeuren

D‘Lehnerei

B16

Marktoberdorf

B12

Nicht nur Schwiegereltern und Eltern

bringen sich vielfältig ein, auch die

vier Kinder packen kräftig mit an.

Tochter Anna unterstützt die Mama

»D´ Lehnerei«

Am Schlössle 8

87600 Kaufbeuren/Oberbeuren

Tel.: 08341/55 99

Öffnungszeiten:

Freitag von 8.00 Uhr bis 12.00 Uhr

und von 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr

Samstag von 8.00 Uhr bis 12.00 Uhr

Das Sortiment der »Lehnerei«

ist überwiegend regional

Auf Bestellung Mischpakete vom

frisch geschlachteten Rind, Schwein,

Geflügel oder Kalb (Fleisch- und

Wurstwaren aus eigener Herstellung).

im Laden (»zu zweit macht´s noch

mehr Spaß«), Sohn Benedikt hilft bei

der Ernte und geht mit in den Stall.

Dort kann man auch Kathi oft treffen,

sie mag die Tiere besonders gern.

Und da gibt es einige zu bestaunen:

Neben den Kühen, Enten und Hühnern

toben Ziegen, Katzen und Hasen über

die Wiesen. Die kleine Regina spielt am

liebsten Kundin und nascht von den

verlockenden Sachen!

Produkte von

heimischen Erzeugern

Das Sortiment des Ladens ist auch mit

der Kundschaft gewachsen. Explizite

Nachfragen, Wünsche und Tipps trugen

dazu bei, die Fühler nach weiteren

Lieferanten auszustrecken und so Stück

für Stück neue Produkte ins Angebot zu

nehmen. »Das Schöne ist«, strahlt die

sympathische Ladeninhaberin, »dass ich

nichts verkaufen muss, hinter dem ich

nicht voll stehe und was nicht meiner

Einstellung entspricht!«

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Tiere liegen Bettina am Herzen und die wissen, dass es bei ihr immer was Gutes gibt.

Besonders schätzt Bettina Lehner die

Arbeitsaufteilung in ihrer Partnerschaft.

Während sie nach wie vor täglich zwei

Stunden im Stall und im Sommer bei der

Ernte hilft, ist Ehemann Werner umgekehrt

bei den Hofprodukten stark involviert:

Er ist beim Schlachten dabei, füttert

und versorgt die zahlreichen Hühner und

sammelt die Eier ein.

Ein Treffpunkt für Jung und Alt

Doch auch bei Lehners läuft nicht immer

alles rund. Und so kam es schon vor, dass

Reineke Fuchs zwei Mal den gesamten

Hühnerbestand binnen kurzer Zeit auslöschte.

Neben dem emotionalen Aspekt

stellt sich da natürlich gleich der wirtschaftliche

ein, denn die Kundschaft muss

dann schon mal vertröstet werden. Tiere

sind Lebewesen und nicht von heute auf

morgen zu ersetzen. Das ist Familie Lehner

besonders wichtig. Die Haltung muss

artgerecht erfolgen, mit viel Aufenthalt

im Freien. Maximale Milchleistungen sind

kein Thema.

Dass Bettina einen Hofladen eröffnete,

ist nicht zuletzt ihrem kommunikativen

Wesen geschuldet. Gerade die zwischenmenschlichen

Begegnungen und Erlebnisse

sind es, die sie immer wieder aufs Neue

begeistern. Sei es der Kunde, der bei einem

besonders großen und hartnäckigen Schinken

schon mal selbst mit Hand anlegt,

oder die nette Dame, die ihrer Nachbarin

die schwere Tasche zu tragen hilft. »Viele

Kunden kommen wöchentlich gerne zur

gleichen Zeit, da sie schon wissen, wer sich

dann zu einem netten Plausch anbietet«,

schmunzelt Bettina.

Die Lehner-Kinder stehen bereits in den

Startlöchern und spinnen gedanklich die

Geschäftsideen weiter. Auch wenn sie noch

jung und voller Elan ist, so muss sie sich um

einen Nachfolger im Laden gegenwärtig

keine Sorgen machen. Vom Eis aus der

eigenen Milch, über Selbstgebackenes und

-gebasteltes ist schon einiges in Planung. Im

Sommer ein leckeres, cremiges Eis mitten

in Oberbeuren? Ja, das hätte doch was ...

Text & Fotos: Silvana Emmenlauer B

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Kosmetik

aus dem Bienenhaus

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Honig wird seit Jahrhunderten als Nahrungs-, Lebens- und Heilmittel

verwendet. Wie er uns mit kostbaren Pflegestoffen für Haut und Haar

verwöhnt, verrät uns die Allgäuer Wildkräuterfrau Gerti Epple.

Für 250 g Honig müssen Bienen etwa vier Millionen Blüten besuchen.

Gerti Epple ist nicht nur Wildkräuterfrau, sondern auch Hobby-Imkerin.

D

er »Nektar der Götter«, wie die alten Griechen den Honig

nannten, ist reich an wertvollen Inhaltsstoffen. Soll doch

bereits Kleopatra in Milch-Honig-Bädern gebadet haben, um ihre

Schönheit und Jugendlichkeit zu bewahren.

Umso mehr schätze ich den Honig aus eigener Produktion als

Nahrungs- und Heilmittel, aber auch für die Pflege von Haut und

Haar. Der Honig enthält Säuren und ist reich an wertvollen Vitaminen,

Mineralien, Aminosäuren und Zink. Die im »Nektar der

Götter« enthaltenen Antioxidantien binden freie Radikale und

erhalten so die jugendliche Frische und Elastizität der Haut.

Natürlich schön mit Honig

Seine feuchtigkeitsspendenden Eigenschaften geben trockener

und strapazierter Haut ihre Feuchtigkeit zurück. Honig beruhigt

und regeneriert. Ein altes Hausmittel, das ich als Kind besonders

liebte, war, Honig auf rissige und wunde Lippen zu streichen.

Wir durften ihn nicht ablecken – was wir allerdings nie schafften,

denn er schmeckte einfach zu gut.

Auch bei unreiner Haut kann er seine Wirkung entfalten:

Ein Honig-Zitronen-Peeling – ein bis zweimal in der Woche

angewendet – reinigt sanft und klärt die Haut.

Das flüssige Gold aus dem Bienenstock ist aber auch ein

wunderbar pflegendes Mittel für die Kopfhaut. Bei Schuppenbildung

oder Entzündungen hilft Honigwasser. Dazu 1 EL Honig

in 80 ml Wasser auflösen, in eine Sprühflasche füllen und nach

dem Haarewaschen auf die Kopfhaut sprühen.

Erste Hilfe aus der Natur

Honig wirkt antibakteriell, er ist ein wirksames Antiseptikum,

das Wunden sauber hält, heilt und verhindert, dass der Schorf

mit dem Verband verklebt. Verschiedene Enzyme sorgen dafür,

dass Entzündungen erst gar nicht entstehen oder bereits bestehende

abklingen. Ist ein Knie aufgeschürft – Blütenhonig auf

die Stelle auftragen (brennt etwas) und mit einem Pflaster gut

abkleben. Nach drei Stunden kann das Pflaster abgenommen

werden; die Schmutzpartikel wurden vom gelben Heilnektar

gebunden. Die Wunde heilt schneller ab und bildet keine roten

Wundränder.

Ob als wertvolles, naturreines Süßungsmittel oder in der Naturkosmetik

– Produkte mit Honig stehen in diesem Frühjahr hoch

im Trend. Machen auch Sie sich die feuchtigkeitsspenden und

regenerierenden Eigenschaften des flüssigen Goldes zunutze.

3/2017

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Die blaue Schönheit im Frühlingsbeet

erobert im Mai die Herzen und verleitet

zu romantischen Dekoideen.

Deko-Ideen, Text & Umsetzung: Daniela Karrer/DK-Fotodesign; Freisteller: © Carola Schubbel - Fotolia.com B

Frühling auf

dem Tisch:

Vergissmeinnicht und Frühlingsblümchen

von Wiesen und Feldern,

auf einen Draht kleben. Diesen

biegen und als Serviettenring

benutzen.

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Kleine

Glücksboten

Garten-Blumentopf

Etwas Besonderes

für die Mama –

am 14. Mai ist Muttertag!

Omas Geschirr ist alles andere als

altmodisch und nutzlos. Die alte Lieblings-Kaffeekanne

oder Zuckerdose der

Oma müssen nicht in den Müll, nur weil

sie angebrochen oder geklebt wurden.

Pflanzen Sie Vergissmeinnicht hinein.

So erhalten Sie Blumentöpfe der

besonderen Art.

Mein Tipp: Mit Kletterzweigen,

Birkenreisig oder Jungelmoos lässt sich

das Arrangement noch verschönern.

Auch andere Gegenstände – wie hier eine

Krone aus Edelrost – lassen sich wunderbar

zu Blumentöpfen umfunktionieren.

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Die Klang

KunstWerkstatt

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In einem uralten Bauernhaus in Durach gründete

die Musikpädagogin Sandra Ade vor acht Jahren die

KlangKunstWerkstatt. Einer ihrer Schwerpunkte

ist die musikalische Früherziehung.

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Rote

Wir haben Lust auf Sommerbeeren, Sie auch? Wie wäre es

mit himmlischer Erdbeer-Torte, feinem Himbeer-Tiramisu

oder köstlicher Schokoladen-Erdbeercreme?

Verführung

Beerige Kronentorte

Ein Stück

vom Kuchenglück

(Rezept siehe S. 93)

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Eine Sünde wert –

der kleine Erdbeertraum!

Rezepte & Fotos: Silvia Schlögel; Schildchen: © GoNeo - Fotolia.com; Freusteller: Natykach Nataliia/shutterstock.com B

Weiße Schokocreme

mit Erdbeeren

(Rezept siehe S. 92)

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Camper-Kult:

Heute hier, morgen dort

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Sich treiben lassen können, mal ein paar Tage länger an einem

Ort bleiben oder auch gleich weiterfahren, wenn‘s einem

nicht gefällt. Das sind die Freiheiten, die Camping bietet.

Immer mehr Menschen verbringen ihren Urlaub oder auch

nur eine kurze Auszeit in einem mobilen Heim.

Ein Campingurlaub bedeutet Abenteuer für die ganze Familie.

N

aturnaher Urlaub liegt voll im Trend

und Campen ist längst salonfähig geworden.

Das sorgt für einen Boom bei Campingplätzen.

Warum ist das so? Für die meisten

gilt: sich treiben lassen, mal ein paar Tage

länger an einem Ort bleiben oder auch

gleich weiterzufahren, wenn‘s nix ist. So

macht Jürgen Reiner beispielsweise gerne

Urlaub mit seinem Sohn Benjamin (siehe

Kasten S. 143).

Doch auch wegen Sicherheitsbedenken

bei Reisezielen im Ausland entscheiden

sich viele Menschen derzeit für Urlaub in

Deutschland – und fürs Campen.

Campingplätze gibt es für jeden Geschmack:

von der einfachen Wiese mit

Waschhaus bis zu hoch komfortablen

Einrichtungen mit Supermärkten, Restaurants,

eigenem Schwimmbecken, eigenem

Fernsehanschluss und Internetangebot.

Die Platzbetreiber unternehmen zudem

einige Anstrengungen, um ihren Gästen

Komfort, Freizeitspaß und insbesondere

für Kinder wetterunabhängige Angebote

zu bieten. Der Trend zu mehr Komfort

hält an: Mietunterkünfte wie Mobilheime

und feste Wohnzelte mit eigenem Bad und

separatem Schlafbereich stehen hoch im

Kurs. Solche »Glamping«-Unterkünfte

– eine Wortschöpfung aus »Glamour«

und »Camping« – machen den Urlaub

tendenziell auch etwas wetterfester.

Die Platzbetreiber werden weiter kräftig

investieren – in die Modernisierung der

Infrastruktur und in außergewöhnliche

Übernachtungsangebote wie Schlaffässer,

Jurten oder Baumhäuser, in Kinderbetreuung,

Wellness und andere Angebote.

3/2017

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Checkliste Camping

Wer mit dem Zelt unterwegs ist:

Zelt

Plastikplanen (1 evtl. unters Zelt,

1 optional als Sonnen- und zusätzlicher

Regenschutz)

Zeltheringe und Abspannleinen

Zimmermanns-Hammer (damit lassen

sich Heringe auch wieder rausziehen

und bei Regen Wassergräben ziehen)

(selbstaufblasbare) Isomatte

Zurück zum Zelt

Das benötigen alle Camper:

Schlafsack, Kopfkissen, Fleecedecke

Besteck und Geschirr

Taschenmesser mit vielen Funktionen,

sonst Dosenöffner, Flaschenöffner,

Korkenzieher

Camping-Kocher, optional Grill,

dann auch Holzkohle

Kochtopfset bzw. mind. 2 Töpfe und

1 Pfanne, evtl. Ersatz-Gaskartusche

Spülmittel, Spülschüssel, Spüllappen

und Geschirrtuch

Streichhölzer/Feuerzeug

Taschen- und Stirnlampe

Erste-Hilfe-Set

Toilettenpaper

Kühltasche

Klappbarer Tisch und Stühle

Wäscheleine mind. 5 besser 10 Meter

und Wäscheklammern

Müllsäcke

zusätzliche Batterien und Ladegerät

Tupperdosen für übriges Essen

Espresso-/Kaffeekocher

Zeit für Männer-Urlaub: Einmal im Jahr geht‘s für Jürgen Reiner und seinen Sohn zum Zelten.

Jürgen Reiners Camping-Leidenschaft

begann mit einem Moped, auf dem er als

Jugendlicher kurzerhand seine Siebensachen

und sein Zelt befestigte und mit

seinen Freunden gen Lago Maggiore fuhr.

»Das war für uns Jungs Abenteuer pur.

Es war herrlich unkompliziert und günstig.«

Als junges Paar war er dann mit

seiner Lebensgefährtin mit dem Motorrad

und einem Zelt unterwegs. Gerne auch

mal weiter – etwa bis nach Griechenland.

Als dann Sohn Benjamin

auf die Welt kam,

schaffte sich

der heute

52-Jährige einen gebrauchten Wohnwagen

an. »Schließlich kann man kein Baby auf

dem Motorrad mitnehmen«, erklärt er

lachend die Gründe.

Der Vorteil eines Wohnwagens bestand

für die junge Familie darin, flexibel zu

sein, alles, was man im Urlaub zum Leben

braucht, »an Bord zu haben« und dort

bleiben zu können, wo es einem gefällt.

Der Camping-Virus ist auf den mittlerweile

14 Jahre alten Benjamin übergegangen,

der die Eltern jetzt ganz gerne in seinem

eigenen Zelt begleitet. Das war auch einer

der Gründe, weshalb Vater Jürgen den

Wohnwagen im vergangenen Jahr verkauft

und den Schritt »back to the roots« und

zum Zelt gemacht hat.

Ohne Wohnwagen im Schlepptau ist er

wieder schneller am Reiseziel und zudem

noch flexibler, wenn ein Kurztrip eher

spontan beschlossen wird. »Und ich habe

festgestellt: Für eine Woche genieße ich es

weg zu sein vom normalen Alltagsluxus.

Da gibt es bei uns zwei Männern schon

mal Ravioli aus der Dose auf dem kleinen

Campingkocher.«

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3/2017

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