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5/2017 • www.hwk-berlin.de

Stabiler

Aufwärtstrend

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Berlin-Brandenburgisches Handwerk 5 I 2017

Editorial I 3

Im Berliner

Handwerk

läuft es rund

Von Stephan Schwarz, Präsident der Handwerkskammer Berlin

Eine der schönsten Aufgaben des Präsidentenamtes ist es, positive Nachrichten aus dem Handwerk zu

veröffentlichen. Seit 1991 waren die Berliner Handwerksbetriebe mit ihrer wirtschaftlichen Situation nicht

mehr so zufrieden, wie sie es jetzt sind. Das ergab die Frühjahrsumfrage der Handwerkskammer Berlin.

»

Fordern Sie jetzt

kostenlos unsere

neue druckfrische

Broschüre an.«

Der Geschäftsklimaindex, der sowohl

die Geschäftsergebnisse der

vergangenen sechs Monate als auch die

Erwartungen der Betriebe für die kommenden

sechs Monate umfasst, gewinnt

gegenüber dem Vorjahr weitere sechs

Zähler und steht jetzt auf 124 Punkten.

Das ist überhaupt der beste Wert seit

Bestehen unserer Umfrage. Auf diese

Leistung kann das Handwerk stolz sein.

zufrieden und auch im Kraftfahrzeuggewerbe

hellt sich die Stimmung immer

weiter auf. Problematisch zeigt sich leider

die Stimmung im Berliner Gesundheitsgewerbe,

das jedoch aufgrund seiner Abhängigkeit

von der Gesetzgebung nicht

am Aufschwung partizipiert. Die Nachfrage

findet somit keinen stabilen Trend, die

wirtschaftlichen Ergebnisse hinken den

Erwartungshaltungen hinterher.

Foto: Simone M. Neumann

Damit setzt unser Wirtschaftsbereich seinen

bereits vor längerer Zeit begonnenen

Höhenflug fort. Und auch die Erwartungen

der Betriebe an die Geschäfte der

kommenden Monate sind äußerst positiv.

Das ist erstaunlich, denn Handwerkerinnen

und Handwerker sind naturgemäß

sachliche und kühl kalkulierende Köpfe:

Selbst wenn die Zahlen gut sind, zeigten

sich die Erwartungen in früheren Umfragen

oft verhalten.

Aber der stabile Aufwärtstrend der

vergangenen Jahre hat sich etabliert. Die

gute Binnenkonjunktur, die immer noch

niedrigen Zinsen und die Investitionen

bei der energetischen Sanierung bringen

dem Handwerk weiterhin eine stabile

Nachfrage und lassen darauf hoffen,

dass es so weitergeht.

Konjunkturlokomotive ist hierbei das

Bau- und Ausbaugewerbe sowie das

Handwerk für den gewerblichen Bedarf.

Die Berliner Betriebe aus dem Nahrungsmittelgewerbe

sind ebenfalls äußerst

Diese Bilanz und weitere Fakten, aber

auch eine Analyse des abgelaufenen

Jahres finden Sie in unserer neuen druckfrischen

Broschüre „Berliner Handwerk

2017 – Bilanz und Ausblick”, die ab

sofort den traditionellen Jahresbericht

ersetzt. Beim Lesen werden Sie feststellen,

dass wir nicht nur die Gestaltung

attraktiver gemacht haben – so finden

Sie beispielsweise zahlreiche erklärende

Infografiken – sondern auch aktuelle

Entwicklungen mit aufgenommen haben.

Sie können diese Broschüre bei der

Handwerkskammer Berlin per E-Mail

(info@hwk-berlin.de) oder telefonisch

(0 30/2 59 03–01) anfordern oder auch

im Internet einsehen unter

www.hwk-berlin.de, Rubrik „Zahlen,

Daten, Fakten”.


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Berlin-Brandenburgisches Handwerk 5 I 2017

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auch weitere Informationen, fi nden Sie

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Einsendeschluss: 31. Juli 2017

Inhalt

Editorial

Im Berliner Handwerk läuft es rund 3

Wirtschaft & Politik

„Fast jeder Handwerker fährt einen Diesel” 6

So nutzen Sie die Imagekampagne für Ihre Eigenwerbung 7

Titelthema

Frühjahrsumfrage im Handwerk: Stabiler Aufwärtstrend 8

143. Vollversammlung: An Erfolge anknüpfen 11

Betriebsinformation

Mit Sachverstand 12

„Mich interessiert die praktische Seite” 13

Haste Töne? Die kleinste spielbare Orgel der Welt steht in Berlin 14

Göttliche Schmiedekunst 16

Serie Service: Existenzgründerberatung 18

Experten informieren über Beschäftigung von Flüchtlingen 20

Netzwerktreffen für Frauen: Reden ist Gold 21

Mängelgewährleistungen 31

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Seminare BIZWA 22

Auslandsaufenthalte bilden 23


Berlin-Brandenburgisches Handwerk 5 I 2017

Mein Unternehmen: vernetzt.

Meine Steuerberaterin:

Titelthema

Dem Berliner Handwerk geht es gut. Die Auftragsbücher

sind gut gefüllt und auch die

Konjunkturerwartungen für die kommenden

Monate sind glänzend. Dies bestätigt auch

die jüngste Umfrage der Handwerkskammer

Berlin unter ihren Mitgliedsbetriebe.

mit mir verbunden.

Mit der sicheren DATEV-Cloud.

Detaillierte Analysen finden Sie auf den

Seiten 3 und 8 bis 11.

Foto: Fotolia

Gestaltung: scottiedesign

Seminare BTZ 24

Seminare für Ausbilder 25

Die Kariereleister hinauf – mit der Fortbildung zum Fertigungsplaner 25

Deutsch-Türkische Ausbildungsmesse 25

Fit in die Ausbildung 27

Familiensportfest 27

Ausbildungsmessen vocatium I und Ausbildung4U 27

INNUNGEN

Tischler: Frank-Michael Niehus erneut als Obermeister bestätigt 28

Zahntechniker: um beste Leistungen gerungen 28

Maler- und Lackierer: Jörg Paschedag neuer Geschäftsführer 29

Innung SHK: Von Analogistan nach Digitalien 29

Tischler: Sechsmal die Traumnote 1,0 erreicht 30

Berliner Bratwurst trifft kolumbianische Baumtomate 31

KULTUR

Europäische Tage des Kunsthandwerks: auf Entdeckungstour 34

Preisrätsel 36

Der Glöckner von Notre Dame 37

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Zusammenarbeit mit Ihrem Steuer berater erleichtert.

Aktuelles

Unser Service für Handwerksbetriebe 38

Geburtstage und Jubiläen 40

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6 I Wirtschaft & Politik

Berlin-Brandenburgisches Handwerk 5 I 2017

„Fast jeder Handwerker fährt einen Diesel"

Die Diskussion um drohende Fahrverbote in Stuttgart, Köln und München

hat auch in Berlin für Unruhe gesorgt. In Berliner Handwerksbetrieben

sind rund 20 000 Dieselfahrzeuge zugelassen, Unternehmer fahren

damit zu Baustellen oder Kunden. Sie sorgen sich jetzt um die Alltagstauglichkeit

ihrer teils neuen Autos.

Blaue Plakette

Das Bundesumweltministerium hatte

den Aufkleber ins Spiel gebracht.

Nur Fahrzeuge, die die Euro-6-Norm

erfüllen, sollen die blaue Plakette

erhalten. Diesel gelten als Hauptverursacher

der Luftverschmutzung

mit Stickoxiden. Rund 13 Millionen

Dieselautos wären ausgesperrt –

darunter auch fast neue, die erst

2015 mit der Euro-5-Norm gekauft

wurden.

Alte Diesel mit Partikelfilter haben

keine Chance auf die blaue Plakette.

Nur Diesel der Klasse Euro

6 würden sie bekommen, dafür ist

aber eine aufwendige Abgasreinigung

nötig, ein Partikelfilter genügt

nicht.

Aber auch viele Euro-6-Fahrzeuge

halten die Grenzwerte nur auf dem

Papier ein. Im Stadtverkehr werden

regelmäßig hohe Stickoxidwerte

freigesetzt.

„Was

soll aus

unseren Transportern

werden?“, fragen

Berliner Unternehmer.

Sie fürchten Wertverlust und

hohe Kosten. Die Einführung

der ersten Umweltzone 2010 weckt

bei vielen schlechte Erinnerungen.

Damals ist Berlin vorgeprescht und

hat die grüne Plakette durchgesetzt.

Handwerker anderer Bundesländer

konnten später für die Nachrüstung von

Partikelfiltern Fördergeld nutzen. Berliner

Handwerker wurden zum vorzeitigen

Fahrzeugwechsel gezwungen. Es wäre

absurd, würden gerade erst erworbene

Autos jetzt erneut wertlos.

Augenmaß gefordert

Sollte die Bundesregierung die blaue

Umweltplakette per Verordnung erlassen,

würde sie nach Ansicht der Deutschen

Umwelthilfe in vielen Städten und Kommunen

auch eingeführt werden. In Berlin

warnen vor allem die Wirtschaftsverbände

davor. Ohne Übergangsfristen und

Ausnahmeregelungen für Betriebe gehe

es nicht. „Das Handwerk beobachtet

diese Diskussion mit großer Sorge und

erwartet von der Politik, mit Augenmaß

und Umsicht zu handeln. Fast jeder

Handwerker fährt einen Diesel“, erklärt

Jürgen Wittke, Hauptgeschäftsführer

der Handwerkskammer

Berlin.

Fahrzeughalter fordern

Rechtssicherheit.

Bundesweit sind rund

13 Millionen Dieselfahrzeuge

angemeldet.

Auch Pendler, die zur Arbeit

fahren müssen, wären hart getroffen.

Bundesverkehrsminister Alexander

Dobrindt (CSU) spricht sich nach wie

vor gegen die blaue Plakette und gegen

Diesel-Fahrverbote aus.

Baden-Württembergs Ministerpräsident

Winfried Kretschmann

(Grüne) lenkt inzwischen ein: Das

Dieselverbot bei Feinstaubalarm

in Stuttgart sei „nicht in Stein

gemeißelt“, wenn die Industrie nachrüsten

könne und der Luftreinhalteplan

eingehalten werde. Die Industrie habe

signalisiert, dass dies möglich sei, sagte

Kretschmann der Presse.

Unterschiedliche Schadstoffe

Während in Stuttgart wegen der Lage im

Talkessel Feinstaub und Stickstoffdioxid

(NO 2

) über den EU-Grenzwerten liegt, ist

in den meisten Ballungsräumen, wie auch

in Berlin, Stickstoffdioxid das Problem.

Dieser Schadstoff lässt sich am besten

durch Harnstoff-Einspritzung (AdBlue)

neutralisieren.

Wie der Abgasskandal zuerst bei VW

deutlich gemacht hat, sind viele Diesel-

Pkw auf dem Papier und dem Prüfstand

sauberer geworden – in der Realität

allerdings nicht.

Fazit: Es ist es Aufgabe der Politik, den

Schadstoffausstoß rechtzeitig zu begrenzen

– statt allein die Autofahrer in den

Fokus zu nehmen. wo

Fotos: FM2/Fotolia; rcfotostock/Fotolia


Berlin-Brandenburgisches Handwerk 5 I 2017 I 7

So nutzen sie die Imagekampagne für Ihre Eigenwerbung

Die Imagekampagne mit dem Motto „Das Handwerk. Die Wirtschaftsmacht

von nebenan“ hat in den letzten Jahren viel bewegt.

Seit 2010 zeigt sie, wie modern und attraktiv das Handwerk

ist. Sie können sich noch einklinken und die Angebote für Ihren

Betrieb nutzen.

Verschiedene Studien konnten

nachweisen, dass das Handwerk

durch die Kampagne an Ansehen

in der Öffentlichkeit und vor allem

bei Jugendlichen gewonnen

hat, denn Plakate und Kinospots

informieren mit Witz über Ausbildungs-

und Karrieremöglichkeiten

im Handwerk. Mithilfe der

sozialen Medien wurden weitere

Kanäle erschlossen, um die junge

Zielgruppe zu erreichen.

Betriebsinhaber können von der

Kampagne profitieren: Nutzen

Sie die Ideen für Ihre Suche

nach Auszubildenden und

Praktikanten. Auf der Website

www.handwerk.de gibt es ab

sofort die Rubrik „Infos für

Betriebe“. Dort können Sie

sich anmelden und werden

dann zukünftig über aktuelle

Kampagnenaktionen informiert

oder erhalten Alltagstipps zu

Digitalthemen. Anregungen und

Ideen anderer Betriebe können

Sie für eigene Inspirationen zur

kostengünstigen und effektiven

Eigenwerbung nutzen.

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8 I Wirtschaft & Politik

Berlin-Brandenburgisches Handwerk 5 I 2017

Frühjahrsumfrage im Handwerk 2017

Stabiler Aufwärtstrend

Das Berliner Handwerk befindet sich schon seit längerer Zeit in einem anhaltenden

Höhenflug. Seit Bestehen der Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Berlin

werden aktuell absolute Bestwerte verzeichnet. Am 5. April 2017 stellten Präsident

Stephan Schwarz und Hauptgeschäftsführer Jürgen Wittke die Trends im Berliner

Handwerk in einer Pressekonferenz vor.

„Der Start ins Jahr 2017 verlief für das

Berliner Handwerk außerordentlich gut.

Die Geschäfte laufen glänzend”, betonte

Stephan Schwarz. Der Geschäftsklimaindex,

der sowohl die Geschäftsergebnisse

der vergangenen sechs Monate als auch

die Erwartungen der Betriebe für die

kommenden sechs Monate umfasst, habe

gegenüber dem Vorjahr um weitere sechs

Zähler gewonnen und stehe jetzt auf

124 Punkten. Das Erstaunliche daran sei,

so der Kammerpräsident, dass auch die

Konjunkturerwartungen noch einmal gestiegen

sind. Diese seien bei hohen Saldenwerten

normalerweise eher verhalten.

Den Grund für diese Entwicklung sieht

Schwarz in der guten Binnenkonjunktur,

den derzeit immer noch niedrigen Zinsen

sowie den Investitionen im Bereich der

energetischen Sanierung.

Das Bau- und Ausbaugewerbe ist dabei

schon seit längerer Zeit das Zugpferd

der Berliner Handwerkskonjunktur. Die

Auftragsbücher sind für bis zu zehn

Wochen gut gefüllt, der Branche geht

es großartig. Viele Hauseigentümer und

Bauherren investieren vorzugsweise, anstatt

ihr Kapital zu Nullzinsen bei einer

Bank zu parken.

Fehlendes Fachpersonal

Wermutstropfen: Eine noch höhere Auslastung

wird im Moment durch fehlendes

Fachpersonal verhindert. Besonders betroffen

ist auch hier das Ausbaugewerbe,

aber auch andere Betriebe können ihre

expansiven Beschäftigungspläne nicht

umsetzen. Vierzig Prozent aller Betriebe

melden derzeit offene Stellen.

Erstmals wieder Positivsaldo

bei Umsätzen

Dennoch kann erstmals wieder ein

Positivsaldo bei den Umsätzen vermeldet

werden. Das gab es von 2010 bis 2016

bei keiner Frühjahrsumfrage mehr: Aktuell

berichtet ein Viertel der Betriebe von

gestiegenen Umsätzen; bei 20 Prozent

sind die Umsätze gesunken.

Hemmnis: fehlende Gewerbeflächen

Als Gründe für Investitionshemmnisse

(siehe nebenstehende Infografik) werden

hauptsächlich die Steuern- und Abgabenlast

sowie das Fehlen von Fachkräften

angegeben. Auffällig war überdies,

Fortsetzung auf Seite 10

Foto: Wolf

Bilanz und Ausblick:

Stephan Schwarz und

Jürgen Wittke stellten

den aktuellen und neu

ausgerichteten Jahresbericht

der Handwerkskammer

vor.

www.hwk-berlin.de,

Rubrik „Zahlen, Daten, Fakten”


Strukturelle Hemmnisse für Investitionsentscheidungen im Betrieb

(Mehrfachnennungen möglich)

Dauer

von

Genehmigungsverfahren

14

Umweltschutz

und

Energiekosten

28

Zugang zu

Fördermitteln

16

fehlende

Fachkräfte/

Auszubildende

66

fehlender

Breitbandanschluss

5

Quelle: Handwerkekammer Berlin;

Gestaltung: scottiedesign

Infrastruktur

und fehlende

Gewerbeflächen

18

Steuern

und Abgaben

68

Angaben in Prozent


10 I Wirtschaft & Politik

Berlin-Brandenburgisches Handwerk 5 I 2017

Fortsetzung von Seite 8

dass – über alle Handwerksbranchen

hinweg betrachtet – jeder zehnte Betrieb

fehlende Gewerbeflächen als Grund

nannte, warum Investitionspläne schwer

umsetzbar waren. Die Problematik der

fehlenden Gewerbeflächen ist auf die

Herausforderungen zurückzuführen, die

eine wachsende Stadt mit sich bringt.

Entwicklung der einzelnen

Handwerksbranchen

Aber wie sieht es in den einzelnen Branchen

aus? Kammerhauptgeschäftsführer

Jürgen Wittke erläuterte die Ergebnisse

der einzelnen Handwerksbranchen:

Bau- und Ausbaugewerbe legt zu

„Der Meister aller Klassen ist und bleibt

das Bau- und Ausbaugewerbe”, so Wittke.

Diese Betriebe profitierten von der

wachsenden Stadt und von der weiter

vorangehenden energetischen Sanierung.

Allen Grund zur Freude hätten

auch die Betriebe des Handwerks für

den gewerblichen Bedarf, in erster Linie

die Zulieferbetriebe für die Industrie.

„Hier erreicht der Geschäftsklimaindex

den besten Wert seit 2004”, betont der

Hauptgeschäftsführer.

Kfz-Gewerbe gibt Gas

Auch im Kraftfahrzeuggewerbe sieht

man schon seit Beginn des Jahres 2014

wieder Licht am Ende des Tunnels –

Stück für Stück hellt sich hier die

Stimmung wieder auf; die Umsatzzahlen

haben sich verbessert. Knapp ein Drittel

der Betriebe hat ein Umsatzplus erreicht.

Im vergangenen Jahr waren es lediglich

zwölf Prozent.

Nahrungsmittelgewerbe

zeigt sich zufrieden

43 Prozent der Betriebe der Nahrungsmittelhandwerke

bezeichnen die

aktuellen Geschäftsergebnisse als gut,

keiner als schlecht. „Das war vor Jahren

noch nicht so und ist heute ein absolutes

Novum!”, freut sich Wittke.

Sorgenkind: Gesundheitshandwerke

Als einziger Handwerksbereich bleiben

die Gesundheitshandwerke unter

der 100-Punkte-Marke. Zahntechniker,

Augenoptiker und Orthopädietechniker

seien allerdings auch stark abhängig von

Gesetzen und Regularien, so Schwarz.

Investitionspläne sind expansiv

In jedem Jahr führt die Handwerkskammer

auch eine Sonderumfrage zu einem

ausgewählten Thema durch: In diesem

Jahr bezog sie sich auf Investitionsplanungen.

Interessantes Ergebnis war:

Die steigenden Energiekosten haben

dazu geführt, dass mehr als die Hälfte

der Betriebe (54 Prozent) gegensteuern

wollen und Investitionen planen: in

Maschinen, Geräte und Werkzeuge. Vor

allem Betriebe aus den energieintensiven

Nahrungsmittelgewerken haben ihr

Augenmerk auf effiziente Produktionsmethoden

gelegt. Zwei Drittel der Befragten

wollen in Fahrzeuge investieren. Aber,

ergänzt Jürgen Wittke, auch Investitionen

in sogenanntes Betongold seien geplant.

Geschäftsklimaindex des Berliner Handwerks

gut

124

2017

zufriedenstellend

100

77

2010

2011

2012

2013

2014 2016

2009

2008

schlecht

Geometrisches Mittel der Salden aus positiven und negativen Einschätzungen der aktuellen Geschäftsergebnisse und den Geschäftserwartungen

für die kommenden sechs Monate

Quelle: Handwerkskammer Berlin, Grafik: scottiedesign


Berlin-Brandenburgisches Handwerk 5 I 2017 Rubrik I 11

Foto: Konstantin Gastmann

143. Vollversammlung der handwerkskammer Berlin

An Erfolge anknüpfen

„Im Berliner Handwerk läuft es rund”, konnte Stephan Schwarz, Präsident der Handwerkskammer

Berlin, anlässlich der 143. Vollversammlung am 6. April 2017 vor den Mitgliedern,

Obermeistern und Innungsgeschäftsführern verkünden. Trotz der sehr guten Handwerkskonjunktur

standen auch Themen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen auf der Agenda.

„Sich auf Erreichtem auszuruhen, ist

nicht unsere Sache. Um die Bedingungen

für das Handwerk in der Hauptstadt

langfristig stabil zu halten und zu

optimieren, arbeiten wir bereits jetzt an

einer Neuauflage des Aktionsprogramms

Handwerk”, betonte Schwarz. Erklärtes

Ziel sei es, mit einer Vereinbarung

zwischen Senat und Berliner Handwerk

die Leistungsfähigkeit des Handwerks als

wichtigen Wirtschaftszweig nachhaltig

zu stärken und systematisch weiterzuentwickeln.

Fortführung des Aktionsprogramms

zur Stärkung des Handwerk

Somit wird es eine Fortführung des sehr

erfolgreichen Aktionsprogramms 2015–

2017 geben. „An die vorangegangenen

Erfolge möchten wir anknüpfen. Und

auch die Politik hat bereits frühzeitig

Interesse an einer Fortsetzung signalisiert”,

freute sich Stephan Schwarz. Die

Neuauflage des Aktionsprogramms sei

sogar im Koalitionsvertrag von „r2g“

verankert.

Der aktualisierte Entwurf soll bis zum

Jahresende stehen – dann, wenn das

vorangegangene abläuft. Zu Beginn des

Jahres 2018 soll dann die neue Verein-

barung vom Berliner Senat verabschiedet

werden. Mit seinen Vorbereitungen sei

das Berliner Handwerk bereits auf einem

guten Weg, zeigte sich der Kammerpräsident

optimistisch. In einem Workshop

Ende März hatten interessierte Teilnehmerinnen

und Teilnehmer, unter ihnen

zahlreiche Obermeister und Geschäftsführer

der Innungen, Unternehmerfrauen

im Handwerk, Handwerksjunioren und

viele andere mehr die Chance genutzt,

ihre Idee und Themen einzubringen. Nun

gehe es an die Feinarbeit und Abstimmung

mit den einzelnen Senatsverwaltungen.

Qualitätsstandards

müssen erhalten bleiben

Ein Thema, das das Handwerk in den

letzten Wochen stark beschäftigt hat,

war das von der EU-Kommission geschnürte

Dienstleistungspaket. Es sieht

unter anderem vor, dass die Weiterentwicklung

von Berufen künftig abschließend

in Brüssel anhand einheitlicher

Kriterien auf ihre Verhältnismäßigkeit

geprüft wird – aus Sicht des Handwerks

eine völlig unnötige Einflussnahme der

EU auf die Berufszugangsbedingungen

einzelner Länder. Kammerpräsident

Schwarz sprach sich für den Erhalt der

deutschen Qualifikationsstandards aus.

Wer eine Verhältnismäßigkeitsprüfung

für Berufsreglementierungen fordere,

stelle den Meisterbrief, der für Erfolg

und Qualität steht, zwangsläufig in

Frage, warnte Schwarz und konnte

gleichzeitig auf die erfolgreiche politische

Zusammenarbeit mit dem Zentralverband

des Deutschen Handwerks und

dem Deutschen Gewerkschaftsbund

verweisen:

„Gemeinsam mit dem ZDH, deren Vertreter

zahlreiche Gespräche auf politischer

Ebene geführt haben, und dem DGB, mit

dem wir an einem Strang gezogen haben

und der uns in der Sache tatkräftig

unterstützt hat, konnten wir auf Berliner

Ebene die zuständigen Senatoren für die

Problematik sensibilisieren.”

Subsidiaritätsrüge angeschlossen

Dies habe mit dazu beigetragen, dass

Berlin sich im Bundesrat einer Subsidiaritätsrüge

angeschlossen hat.

Eine solche Rüge gab es vorher erst drei

Mal in der Geschichte. Auch der österreichische

Bundesrat sowie die Nationalversammlung

und der Senat in Frankreich

haben eine solche Rüge ausgesprochen.


12 I Betriebinformation

Berlin-Brandenburgisches Handwerk 5 I 2017

Mit Sachverstand

Öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige genießen Ansehen,

sie werden gefragt, wenn ein Auftraggeber mit einer Ware oder

Dienstleistung nicht zufrieden ist. Wer sich für diese Tätigkeit interessiert,

muss seine fachliche und persönliche Eignung nachweisen.

Bundesweite Datenbank

Namen und Kontaktdaten aller

vereidigten und bestellten Sachverständigen

werden in einer bundesweiten

Datenbank gespeichert. Wer

ein Gutachten beauftragen oder

den fachlichen Rat eines solchen

Experten in Anspruch nehmen will,

kann sich auf folgender Internetseite

informieren:

www.svd-handwerk.de/suche

Ansprechpartner

Die Handwerkskammer Berlin sucht

erfahrene Handwerkerinnen und

Handwerker, die als Sachverständige

tätig sein wollen. Sie haben

Interesse? Oder Fragen zu den

Bewerbungsunterlagen, zur Verfahrensdauer

oder den Kosten? Bitte

wenden Sie sich an die:

Handwerkskammer Berlin,

Ansprechpartnerin ist:

Petra Heimhold,

Telefon (030) 2 59 03 – 391

E-Mail: heimhold@hwk-berlin.de

Theoretisch kann sich jeder Sachverständiger

nennen, denn dieser Begriff

ist nicht geschützt. „Bei öffentlich bestellten

und vereidigten Sachverständigen ist

das anders”, betont Katharina Liebsch.

Sie betreut bei der Handwerkskammer

Berlin Sachverständige und erklärt, wie

ein Bewerbungsverfahren nach genau

festgelegten Kriterien abläuft. Die

Grundlagen dafür sind in der Sachverständigenordnung

(SVO) geregelt: das

Auswahl- und Bestellungsverfahren, nach

dem die Handwerkskammer öffentliche

Bestellung durchführt, die Rechte und

Pflichten der Sachverständigen und die

rechtliche Beziehung zwischen den Sachverständigen

und der Kammer.

Grundsätzlich ist eine Eintragung in die

Handwerksrolle, ins Verzeichnis der zulassungsfreien

Handwerke oder handwerksähnlichen

Gewerbe seit mindestens fünf

Jahren notwendig. Ob jemand überdurchschnittliche

Fachkenntnisse hat, um die

handwerkliche Arbeit anderer einzuschätzen,

stellen die zuständigen Innungen

und Fachverbände fest. Die persönliche

Eignung der Bewerber überprüft die

Handwerkskammer.

Diese Kriterien müssen erfüllt sein:

• Persönliche Eignung (dafür muss

u. a. ein polizeiliches Führungszeugnis

und ein Auszug aus dem

Gewerbezentralregister vorliegen)

• Nachweis der besonderen Sachkunde

(überdurchschnittliche

Fachkenntnisse), der notwendigen

praktischen Erfahrung sowie der

Fähigkeit, Gutachten zu erstellen

• Geordnete wirtschaftliche Verhältnisse,

ein Bewerber darf beispielsweise

nicht insolvent sein, keine

Steuerschulden haben oder im

Rückstand mit sozialversicherungspflichtigen

Beiträgen sein.

Als Sachverständiger kann aber auch

öffentlich bestellt und vereidigt werden,

wer Arbeitnehmer ist und:

• zur selbstständigen Ausübung eines

Handwerks berechtigt (Meisterprüfung,

Dipl.-Ing.), aber nicht eingetragen,

sondern in einem Handweksbetrieb

tätig ist und die vorgenannten

Kriterien enbenfalls erfüllt,

• seine Niederlassung als Sachverständiger

oder, falls eine solche

noch nicht besteht, seinen Hauptwohnsitz

im Kammerbezirk hat.

• Arbeitnehmer brauchen als Sachverständige

auch während geregelter

Arbeitszeiten eine Freistellung vom

Arbeitgeber, eine schriftliche Erklärung

darüber muss vorliegen.

Natürlich werden Sachverständige nicht

unvorbereitet vereidigt. Sie stellen sich

Sach- und Fachkundeprüfungen und

nehmen an rechtlichen Grundlagenseminaren

teil. Sie sind sogar verpflichtet,

sich weiterzubilden – für die Einhaltung

und Kontrolle ist die Handwerkskammer

verantwortlich, die auch selbst Seminare

und Schulungen zu aktuellen Rechtsthemen

anbietet. Regelmäßig findet

beispielsweise ein Tag des Sachverständigen

statt. „Wir suchen Menschen, die

sich für dieses spannende Tätigkeitsfeld

interessieren und bereit sind, darin Zeit

und Geld zu investieren”, sagt Petra

Heimhold, Juristin bei der Handwerkskammer

Berlin.

Zur Vereidigung von Sachverständigen

sind Handwerkskammern nicht generell

ermächtigt, sondern sie bestellen

Sachverständige, die sich zu Waren,

Leistungen und Preisen von Handwerkern

äußern sollen. Die Bestellung ist immer

nur für die Handwerke oder Gewerbe

möglich, mit denen ein Bewerber in der

Handwerksrolle eingetragen ist. wo


Foto: Stanisic Vladimir/Fotolia

„Mich interessiert die praktische Seite"

In strittigen Fällen holen Privatpersonen, Unternehmen oder Gerichte den Rat

von Sachverständigen ein. Gabrielle Wolff, seit 21 Jahren öffentlich bestellte

und vereidigte Sachverständige im Bodenlegergewerbe, kann gut mit zerstrittenen

Menschen umgehen. Ihre Sachkenntnis und Erfahrung werden geschätzt.

Meine Devise lautet: 'Wer nicht fragt,

bleibt dumm'. Ich frage immer viel,

schon damals, als ich in einer 'Fußbodenfirma'

als Sekretärin anfing“, erzählt

Gabrielle Wolff. Damals stellte sie ihrem

Chef viele Fragen: „Mich hat die praktische

Seite interessiert. Er nahm mich mit

auf Baustellen und erklärte, worauf es

in diesem Beruf ankommt.“ Als er eines

Tages krank wurde und plötzlich ausfiel,

konnte Gabrielle Wolff einspringen und

die Abteilung übernehmen. Für 30 Mitarbeiter

war sie verantwortlich, leitete

Bausitzungen und erstellte Angebote.

„Damals habe ich sogar abends im Bett

noch die VOB gelesen“, sagt sie. Mit Weiterbildungen

hält sie auch heute noch

ihr Wissen auf dem neuesten Stand. Es

gibt nicht viele Fachfrauen im Bodenlegerhandwerk,

Gabrielle Wolff ist eine!

Die zierliche Frau lässt sich auf einer

Baustelle von männlichen Kollegen nicht

die Butter vom Brot nehmen. Schlagfertig

und gelassen reagiert sie auf manchen

Spruch, ihre Antworten machen schnell

deutlich, dass sie Ahnung hat. Sie arbeitete

im Vorstand der Innung mit, leitete

die Fachgruppe Bodenleger und war

Dozentin im Bildungs- und Technologiezentrum

der Handwerkskammer Berlin.

Der ehemalige Obermeister Joachim

Barth wies ihr den Weg in Richtung

Sachverständigentätigkeit.

Gabrielle Wolff geht das sachlich an:

„Oft sind die Parteien zerstritten. Ich soll

Ursachen finden, wenn etwas nicht wie

geplant verlaufen ist. Dann frage ich

nach, höre beide Seiten und suche einen

Weg zur Verständigung“, beschreibt sie

ihre Arbeit. Sie ist sich der Verantwortung

bewusst und kann gut schlichten.

Vielleicht nehmen Männer den sachlichen

Rat einer Frau besser an, meint sie.

Aufgrund ihrer Sachkenntnis geht sie

bis ins Detail, schließlich führt sie selbst

einen Bodenlegerfachbetrieb. „Der tägliche

Bezug zur Materie hilft, die Probleme

der Parteien praxisnah zu lösen.“

Das gelingt ihr, weil sie fachlich aufklärt

über Normen, Richtlinien und Regeln des

Fachs. Mit diesem Wissen nehmen etliche

Auftraggeber überzogene Forderungen

an den Handwerksbetrieb zurück. Wenn

beide Seiten sich einigen, war ihre Arbeit

erfolgreich.

wo

Gabrielle Wolff, öffentlich bestellte

und vereidigte Sachverständige

Handwerk: Bodenlegergewerbe

Telefon (030) 6 31 76 20

E-Mail: gabrielle.wolff@gmx.de

Foto: Hemmerling


14 I Rubrik Berlin-Brandenburgisches Handwerk 5 I 2017

Haste Töne?

Die kleinste spielbare Orgel

der Welt steht in Berlin

Foto: Sarkandy


Berlin-Brandenburgisches Handwerk 5 I 2017 Betriebinformation I 15

Was macht eigentlich ein Thermometermacher?

Wo liegen die

Marktnischen im Orgelbauerhandwerk

und warum müssen Metallgestalter

auch Entdecker sein? Allen gemein

ist: Sie gehören zu den sogenannten

seltenen Handwerken mit ganz eigenen

Attributen: Sie sind oft Einzelkämpfer

oder Kleinunternehmer mit wenigen

Angestellten. Sie bringen ein hohes Maß

an Leidenschaft für ihren Beruf mit. Und:

Die Qualität ihrer Arbeit kann durch

keine Maschine ersetzt werden.

Einer von ihnen ist der gelernte Orgelbauer

Andreas Hermert. Ein Tafelklavier

aus dem Jahr 1855 steht gerade in der

Friedenauer Werkstatt und wird von ihm

in geduldiger Feinarbeit langsam wieder

zu dem gemacht, was es einmal war.

Hermert bessert gerade die Gewinde der

Beine aus, die herausgebrochen sind.

„Der Fuß des Tafelklaviers kann nicht auf

der Drechselbank eingespannt werden,

weil er nach 150 bis 170 Jahren natürlich

nicht mehr ganz gerade ist und sich

daher nicht mehr zentrisch dreht“, erklärt

der 54-Jährige. Also muss das Gewinde

per Hand nachgeschnitzt werden.

Auch ein Cembalo, das er selbst vor 13

Jahren für einen Sammler mit der größten

Cembalo-Sammlung der Welt gebaut

hat, muss fachmännisch repariert werden.

Es hat in den vergangenen Jahren

in einem Zimmer mit Fußbodenheizung

gestanden. Dadurch haben sich Risse im

Holz gebildet. Andreas Hermert schließt

die Risse gerade mit Haut- und Knochenleim.

„Bei den Schäden handelt es sich

nur um einfache Trockenschäden, die

kann ich reparieren, und das Instrument

hört sich danach immer noch gut an.“

Clavichorde, Cembali, Virginale,

Spinette – und Terpodien

Hermert restauriert, repariert, reinigt

und stimmt nicht nur die historischen

Instrumente, sondern er baut sie auch:

Cembali, Spinette, Virginale und Clavichorde

– alles Unikate. „Kein Instrument

baue ich zweimal, jedes ist individuell,

entweder der Nachbau eines historischen

Instruments oder der Bau nach eigenen

geeignetes Massivholz auf dem Sperrmüll

findet. „Wenn das Holz einer alten

Küche oder eines anderen Möbelstücks

60 bis 70 Jahre alt ist, dann ist es schon

gut abgelagert und trocken und daher

auch hervorragend für Restaurierungen

und Reparaturen bei Musikinstrumenten

geeignet“, sagt der Spezialist. Neben

dem Holz benötigt Hermert für seine

Arbeit auch Federn, Schweinsborsten

und Ziegenhaut-Pergament. Die Federn

und Schweinsborsten verwendet er

für die Mechanik eines Cembalos, das

Ziegenhaut-Pergament braucht er für alle

Instrumente. Daraus macht er Verzierungen

wie Rosetten in den Schalllöchern.

Bei der Restaurierung zieht Andreas

Hermert noch weitere Fachleute hinzu.

Eine Möbelrestauratorin, die bei ihm

mit in der Werkstatt arbeitet, macht die

Schellackpolitur. Eine frühere Kollegin

hat einen Teil der Mechanik restauriert.

Sie wird später, wenn alles wieder

zusammengebaut ist, die Mechanik

einrichten. Dann sind auch die Klavier-

Hämmerchen wieder zurück aus der

Pariser Spezialfirma, wo die Filze erneuert

werden. „Diese Firma kennt sich mit der

Verarbeitung von Filzen aus, wie man es

im 19. Jahrhundert bei den Hammerklavieren

gemacht hat“, sagt Hermert. Dafür

lohne sich die Mühe, alles fachgerecht

zu verpacken und den weiten Weg nach

Paris zu schicken.

Anlässlich der Europäischen Tage des Kunsthandwerks im April öffnete Andreas Hermert seine

Werkstatt und begeisterte Besucher mit Vorführungen.

Foto: Sarkandy

Entwürfen.“ Im vergangenen Jahr hat

Hermert fünf Clavichorde gebaut. An

jedem sitzt er 150 bis 320 Stunden.

Das eine Mal handelte es sich um den

Nachbau eines Originals, das andere

Mal um die Realisierung von speziellen

Kundenwünschen: bei der Holzart, dem

Profil oder der Anzahl der Oktaven.

Das Holz, das er für die Restaurierung

und den Bau der Instrumente benötigt,

nimmt er grundsätzlich aus seinem

eigenen Holzlager. Dann weiß er

wenigstens, dass das Holz ausreichend

abgelagert und damit trocken genug für

die Musikinstrumente ist. Je jünger das

Holz ist, desto größer ist die Gefahr, dass

es sich noch verzieht. Für ein Musikinstrument

wäre das eine Katastrophe.

Es kann sogar passieren, dass Hermert

Stimmwirbel und Scharniere aus Messing

oder Eisen fertigt er ebenfalls selbst an.

Es gibt nicht viele Clavichordbauer in

Deutschland – und schon gar nicht in

Berlin. Sechs Orgel- und Harmoniumbau-

Betriebe ergibt die Suche in der Handwerksrolle.

Auch wenn Andreas Hermert

vor über dreißig Jahren seine Lehre zum

Orgelbauer als Geselle abgeschlossen hat

und in den Jahren danach viele Orgeln

restauriert, gereinigt und gestimmt hat,

ist er heute kein klassischer Orgelbauer

mehr, sondern mittlerweile ein international

anerkannter Spezialist für Clavichorde.

Seine Kunden sind Berufsmusiker,

Museen und Liebhaber. Clavichordbauer

Fortsetzung auf Seite 16


16 I Betriebinformation

Berlin-Brandenburgisches Handwerk 5 I 2017

Fortsetzung von Seite 15

ist auch kein Ausbildungsberuf, den man

erlernen kann, vielmehr ein Nebenzweig

des Cembalo- und Klavierbaus. „Ich

habe mir das selbst beigebracht, weil

ich über die Liebe zur Barockmusik beim

Clavichord hängen geblieben bin“, sagt

Hermert, während er eine Melodie auf

einem alten Clavichord in der Werkstatt

spielt. Erst kurz vor dem Abitur hat er

nur einige Monate lang Klavierunterricht

genommen und dabei das Notenlesen

und den Fingersatz gelernt. Den

Rest hat er sich selbst auf einem alten

Klavier einer Großtante beigebracht.

Und aufgrund seiner Leidenschaft für

die Barockmusik und für die technische

Seite der Orgel hat er sich dann auch

kurzfristig entschieden, nicht Kunst zu

studieren, sondern Orgelbau von der Pike

auf zu lernen. Nach mehreren Praktika in

verschiedenen Betrieben in Norddeutschland,

Marburg und Trier fand er dann bei

Letzterem einen Ausbildungsplatz.

Vom Modellbau zur kleinsten Orgel

der Welt

Mehr als dreißig Jahre ist es nun her,

dass Andreas Hermert sich zum ersten

Mal den historischen Tasteninstrumenten

gewidmet hat. 1988 eröffnete er seine

erste kleine Werkstatt in Charlottenburg.

Kurz darauf erhielt er eine ganz

besondere Anerkennung: den Eintrag ins

Guinnessbuch der Rekorde für die kleinste

spielbare Orgel der Welt (Foto S. 14).

Drei Jahre später unterbot er seinen

Rekord noch um einige Millimeter mit

einer Orgel, die in eine Streichholzschachtel

passt. Geschuldet ist dieser Erfolg

eigentlich seinem Hobby, dem Modellbau.

Zuerst waren es Dampfmaschinen

und Segelschiffe, die er als Jugendlicher

baute, später dann Miniatur-Orgeln und

heute Miniatur-Clavichorde. Andreas

Hermerts Liebe zu historischen Tasteninstrumenten

geht weit über die Arbeit

hinaus. In seiner Freizeit besucht er

Instrumentensammlungen, hält Vorträge

über Clavichorde und seine Erkenntnisse

aus der Instrumentenbauforschung. Zu

Hause haben er und seine Frau Antoinette

Hermert-Grün, die Klavier-, Clavichordund

Cembalolehrerin ist, auch einige

Instrumente stehen: drei Clavichorde und

ein Cembalo – und jedes erfordert seine

eigene Spielart.

Marijke Lass

Kontakt

CLAVIERE – Clavichord-Werkstatt

Andreas Hermert, Bahnhofstraße 3,

12159 Berlin

Telefon (0 30) 851 15 80

Göttliche Schmiedekunst

Auf dem Gelände der Domäne Dahlem wird geschmiedet, getrieben, gebogen, geschweißt

und geschraubt, was das Zeug hält. Im Handwerksbetrieb von Torsten Theel entsteht aus

schroffem Material Schönes mithilfe kreativer Gestaltung.

Die Hofschmiede in Dahlem betreibt

Torsten Theel seit 1990. Oft

schauen Besucher den Metallgestaltern

über die Schulter, stellen Fragen, machen

Fotos und staunen über das mittelalterlich

anmutende Ambiente. Werkstätten

wie diese gibt es heutzutage kaum noch.

Torsten Theels Schmiede ist eine von

sechs Metallbaubetrieben mit der Fachrichtung

Metallgestaltung in Berlin.

Der Handwerksmeister arbeitet mit

einem Auszubildenden und einem

Gesellen in der Werkstatt in Dahlem,

drei weitere Mitarbeiter sind in seiner

Werkstatt in Stahnsdorf tätig. Sie entwerfen,

schmieden, biegen, schweißen,

treiben, schrauben und prellen kunstvolle

Geländer, Toranlagen, Gitterwerk, Halterungen

für Fassaden, Konstruktionen

für Bauwerke, Grabanlagen, aber auch

Skulpturen oder Sockel für Plastiken. Als

Schmied und Metallgestalter arbeitet er

mit verschiedenen Metallen wie Kupfer,

Messing, Aluminium und natürlich Stahl.

Gerade sind er und sein Team mit den

abschließenden Arbeiten eines Gitters

im Stil des Historismus beschäftigt. Das

Gitter ist mit geschmiedeten Voluten

und Blätterwerk aus der Gründerzeit verziert.

Der Meister hat rund acht Wochen

mit zwei Mitarbeitern an diesem Auftrag

gearbeitet. Sie restaurierten zuerst ein

Foto: Marijke Lass

historisches Gitter und fertigten dann

neun Meter Gitterwerk neu an, davon ein

dreigeteiltes für das Dachgeschoss und

drei Schmuckgitter für die Beletage.

Gestaltung steht an erster Stelle

„Ich habe den Beruf nicht aus einem

handwerklichen Grund gewählt, weil

ich den Hammer schwingen wollte,

sondern aus einem gestalterischen“,

sagt der 58-Jährige, der schon mit 23

Jahren seine Meisterprüfung ablegte,

damals noch als Bauschlosser mit Zusatz

Metallgestaltung in Ostberlin. Seine

Ausbildung machte er bei Achim Kühn,

dem Sohn von Fritz Kühn, dem wohl bekanntesten

Metallgestalter in Berlin. „Die

Kühn-Schule hat mich sehr stark geprägt,

kein Zweifel, aber die Stationen bei

Leopold Habermann in Mähren oder die

im Kollegium bildender Künstler haben


Berlin-Brandenburgisches Handwerk 5 I 2017 Rubrik I 17

Foto: Carlos Meyer

In der Werkstatt von Metallbauermeister Thorsten Theel wird Geschichte lebendig.

mich im Laufe der Jahre ebenfalls beeinflusst“,

sagt Theel. Heute, nach mehr als

40 Jahren in dem Beruf, ist es für ihn als

erfahrenem Metallgestalter wichtiger, zu

zeigen, was er im Laufe der Jahre entworfen,

gebaut und gestaltet hat.

Der Meister ist überzeugter Ausbilder.

Zwei Auszubildende lernen zurzeit bei

ihm, insgesamt sind es rund 15, die das

Handwerk seit Anfang der 1990er Jahre

bei ihm gelernt haben. „Wir haben jede

Woche Anfragen von jungen Männern,

die gerne ein Praktikum oder eine

Ausbildung bei uns machen wollen“, sagt

der Meisterschmied. Leider kann er sie

nicht alle beschäftigen. Die Nachfrage

sei deutlich höher als das Angebot. Und

irgendwann, so seine Befürchtungen,

fehlten dann plötzlich die Fachleute im

Metallgestaltungsbereich, weil sie aus

Kostengründen wegrationalisiert wurden.

„Erst wenn wieder einmal ein wertvolles

Denkmal restauriert werden soll und

dann niemand da ist, der die Arbeit

qualitativ auch ausführen kann, wird

auffallen, dass man sich nicht genug um

den Erhalt dieses Berufs gekümmert hat.“

Jeder Auftrag – eine Entdeckungsreise

Der gestalterische Anspruch ist hoch, so

hoch, dass er auch manchmal Aufträge

ablehnt, wenn er sich nicht damit

identifizieren kann. „Ich fühle mich nicht

als Erfüllungsgehilfe des Auftraggebers,

sondern ich will meine Arbeit qualitativ

hochwertig machen.“ Wenn aus seiner

Sicht beispielsweise ein fachlicher Eingriff

bei einer Skulptur nicht nötig ist oder sie

dadurch verändert wird, dann nimmt er

den Auftrag nicht an, weil er die Skulptur

in ihrer ursprünglichen Form nicht zerstören

möchte. Aufträge, bei denen es nur

um Massenware geht, überlässt er auch

anderen, größeren Betrieben. Schließlich

könnten andere industrielle Serien-Fertigung

besser bewältigen.

„Wir können dafür besser gestalten“,

erklärt er überzeugt. Und kreative Gestaltung

ist auch seine Leidenschaft. „Jeder

Auftrag ist anders und damit eine neue

Herausforderung. Aber ich weiß genau,

dass ich das kann, dass die Fähigkeit

in mir steckt“, sagt Theel begeistert.

Zur Realisierung der kreativen Ideen

verwenden er und sein Team neben den

traditionellen Techniken teilweise auch

modernste Verfahren. Nicht zuletzt, um

die Kosten für den Kunden im Auge zu

behalten. „Das Spannende an diesem

Beruf ist, dass eigentlich jeder Auftrag

eine Entdeckungsreise ist“, erklärt der

Metallgestalter, der sich jederzeit wieder

für diesen Beruf entscheiden würde.

Torsten Theel macht in seinem Betrieb

alles in Personalunion: Entwurfsarbeiten,

Ausführung, Auslieferung und Montage,

Einkauf, Angebote und Rechnungen

schrei ben. Daraus ergibt sich automatisch

ein langer Arbeitstag für ihn. Für die

kreative, gestalterische Tätigkeit muss er

sich extra Zeit freischaufeln. Kein leichtes

Unterfangen, denn diese Tätigkeit wird

beispielsweise bei öffentlichen Aufträgen

weder honoriert noch gefördert. Das ist

insbesondere bei der Denkmalpflege fatal.

„Was mich am meisten stört, ist, dass das

Maß aller Dinge immer wieder das Geld

ist. Ich erwarte eigentlich, dass an den

Schaltstellen verantwortungsvolle und

kulturell gebildete Menschen sitzen, die

denselben Anspruch an die Dinge haben

wie wir“, sagt Theel, der es aufs Schärfste

verurteilt, wenn ein denkmalgeschütztes

Bauwerk aus Kostengründen nicht

originalgetreu restauriert wird. Hier seien

öffentliche Stellen gefordert, etwas zu unternehmen,

denn es gebe immer weniger

gute Metallgestalter.

Torsten Theel liebt seinen Beruf, auch

wenn er nicht immer leicht ist. Das merkt

man sofort. Für ihn war es Berufung,

dieses sowohl kreative als auch kraftvolle

und ausdrucksstarke Handwerk

zu lernen. Und dieses Handwerk ist

auch etwas ganz Besonderes: Welcher

andere Beruf als der des Schmieds und

Metallgestalters kann schließlich von

sich behaupten, über einen eigenen

griechischen Gott zu verfügen? Keiner.

In der griechischen Mythologie ist der

Gott des Feuers, der Schmiedekunst und

der Architektur Hephaistos der einzige

Handwerker unter den zwölf olympischen

Gottheiten. Wenn das keine Auszeichnung

für ein besonderes Handwerk ist.

Marijke Lass

Kontakt

Hofschmiede Dahlem, Auf der

Domäne Dahlem, Torsten Theel,

Königin-Luise-Str. 49, 14195 Berlin

www.hofschmiede-dahlem.de


18 I Betriebsinformation

Berlin-Brandenburgisches Handwerk 5 I 2017

Service wird bei uns großgeschrieben.

Kennen Sie schon die vielen

kostenfreien Dienstleistungen und

Beratungsangebote der Handwerkskammer

Berlin? Wir zeigen, wie Ihnen

das nützen kann. Diesmal:

Existenzgründerberatung

Grafik: Fiedels/Fotolia

Schritt für Schritt

Meistergründungsprämie

Basisförderung: Meisterinnen und

Meister, die sich innerhalb von drei

Jahren nach der Meisterprüfung in

ihrem Handwerk in Berlin erstmals

selbstständig machen, erhalten

einen Zuschuss von 7000 €.

Arbeitsplatzförderung: Wird in

den ersten drei Jahren eine versicherungspflichtige

Arbeitskraft

oder ein Auszubildender mindestens

zwölf Monate beschäftigt,

gibt es weitere 5000 €.

Die Basisförderung muss vor

Beginn der Selbstständigkeit bei

der Handwerkskammer beantragt

werden, die Arbeitsplatzförderung

nach den ersten drei Jahren der

selbstständigen Tätigkeit.

Ihre Ansprechpartner

Sie wollen eine Existenzgründerberatung

nutzen? Bitte wenden Sie

sich an die:

Betriebsberatung, Sekretariat,

Sylvia Köckeritz und Susanne Heth,

Telefon (030) 2 59 03 – 467

betriebsberatung@hwk-berlin.de

Ein Unternehmen zu gründen, ist eine echte Herausforderung.

Selbstständigen wird viel Wissen und Vorbereitung abverlangt. Aber

sie stehen nicht alleine da: Die Handwerkskammer berät umfassend

und kostenfrei.

„Wir geben einen Überblick und gehen gemeinsam

die wichtigsten Punkte durch“,

sagt Georg Klasmann, Diplom-Kaufmann

und Betriebsberater der Handwerkskammer

Berlin. Ausgangspunkt ist die handwerksrechtliche

Situation: Soll in einem

zulassungspflichtigen oder zulassungsfreien

Gewerk gegründet werden oder im

handwerksähnlichen Bereich? Wer ein

zulassungspflichtiges Handwerk ausüben

will, muss einen Meisterbrief oder eine

vergleichbare Qualifikation nachweisen.

„Wurde die Meisterprüfung in den

vergangenen drei Jahren abgelegt, kann

die Meistergründungsprämie beantragt

werden“, betont Klasmann.

Rechtsform

Für eine Selbstständigkeit gibt es grundsätzlich

drei Alternativen:

• einen eigenen Betrieb gründen,

• ein bestehendes Unternehmen

übernehmen oder

• sich beteiligen.

Ein wichtiger Punkt ist die Wahl der

Rechtsform. Meist firmieren Gründungswillige

als Einzelunternehmen, gefolgt

von der GbR und der GmbH. Sie werden

hingewiesen auf Buchführungspflichten

und Jahresabschlüsse, die dem Finanzamt

in Form der Einnahmen-Überschuss-Rechnung

oder der Bilanzierung mit doppelter

Buchführung vorgelegt werden müssen.

Kapital

Das vorhandene Eigenkapital reicht für

eine Gründung oft nicht aus. „Bei der

Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten

bereiten wir auch auf ein Bankgespräch

vor.“ Gebraucht wird eine detaillierte

Kapitalbedarfs- und Investitionsplanung,

die kurz- und langfristigen Kapitalbedarf

deutlich macht. Welche Investitionen

sind erforderlich, wie hoch sind die Anlaufkosten?

Können öffentliche Kredite

oder Fördermittel genutzt werden? „Banken

verlangen u. a. eine Rentabilitätsvorschau

und eine Liquiditätsplanung,

dabei geben wir Unterstützung“, so der

Betriebsberater.

Steuern und Versicherungen

Auch wer von Beginn an einen Steuerberater

hinzuzieht, muss sich mit fünf

Steuerarten auskennen: Umsatz- bzw.

Vorsteuer, Einkommen- und Lohnsteuer,


Berlin-Brandenburgisches Handwerk 5 I 2017 I 19

Gewerbe- und Körperschaftsteuer. Diese

Grundkenntnisse sind für die Kalkulation

sowie die Organisation der Geschäftsprozesse

wichtig. Abhängig vom Handwerksbereich,

in dem sich ein Gründer

selbstständig machen will, werden

persönliche und betriebliche Versicherungen

notwendig. In gefahrengeneigten

Handwerken, dazu gehören beispielsweise

alle Bau- und Ausbaugewerke, ist die

Mitgliedschaft auch des Unternehmers

in der Berufsgenossenschaft Pflicht. Wer

Mitarbeiter beschäftigt, muss für sie die

Sozialabgaben abführen.

Markt

Es geht um die Fragen, welchen individuellen

Marktzugang Gründer haben.

Braucht er/sie Laufkundschaft? Gibt

es schon potenzielle Auftraggeber?

Wie ist die Standortqualität? Konkrete

wirtschaftliche Ziele gehören in den

Businessplan.

Businessplan

In der Regel steht fest, in welchem Handwerksbereich

die selbstständige Tätigkeit

AOK-Anz-FK-2017-BGF-in210x143mm 30.03.2017 11:59 Seite 1

ausgeführt werden soll. Geschäftsidee

und Geschäftsmodell liefern die Grundlage

für den Businessplan. Er bildet das

tragfähige Unternehmenskonzept, das

jede Gründung braucht. Ein Businessplan

hilft bei der Kontrolle und soll Partner

und Kapitalgeber überzeugen. Dafür

muss jeder Gründer gut recherchieren,

fundierte Planzahlen vorlegen, seine Idee

an der Realität geprüft haben. Experten

raten, die Vorteile und Besonderheiten

eines Gründungsvorhabens zusammenzufassen

und zu zeigen, was den Gründer

dafür qualifiziert.

Anmeldungen

Natürlich werden auch die nötigen

Formalitäten angesprochen, wie die

Eintragung in die Handwerksrolle oder

die Gewerbeanmeldung. Beides können

Gründer direkt nach der betriebswirtschaftlichen

Beratung im StarterCenter

der Handwerkskammer erledigen. Dort

nehmen sich die Mitarbeiter Zeit, die

Anträge gemeinsam mit den künftigen

Unternehmern auszufüllen. Ein Gewerbe

anmelden kann jeder auch online über

die Internetseite Einheitlicher Ansprechpartner.

Dieses Serviceportal koordiniert

die Formulare berlinweit.

Wer sich nicht selbst beim Finanzamt

anmeldet, wird später aufgefordert,

voraussichtliche Umsätze und Gewinne

mitzuteilen, an denen sich die Steuervorauszahlung

orientiert. „Dieses Formular

sollten Gründer gemeinsam mit einem

Steuerberater ausfüllen“, rät Klasmann.

Persönliche Eignung

Nicht nur fachliches Know-how und

kaufmännisches Wissen entscheiden über

eine erfolgreiche Unternehmensgründung.

Wer diesen Sprung wagt, muss

seine eigene Leistungsfähigkeit realistisch

einschätzen. Die Anforderungen an

Selbstständige sind hoch, ein belastbares

soziales Umfeld spielt eine wichtige

Rolle. „Wir gehen all diese Themen

Schritt für Schritt durch und dabei auf

die persönliche Situation ein. Je nach Beratungsbedarf

kommen viele Handwerker

auch mehrmals zum Gespräch“, erzählt

der Betriebsberater.

Janine Schadow

Mitarbeiterin der AOK Nordost

IHRE ADRESSE

für Kompetenz, Service,

Leistung und Sicherheit

Betriebliche Gesundheitsförderung – für ein gesundes, erfolgreiches Unternehmen

Die AOK Nordost analysiert mit Ihnen gemeinsam betriebliche Belastungen und Ressourcen. Nutzen Sie danach das gezielt

auf Ihr Unternehmen zugeschnittene Maßnahmenpaket zur Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF).

• Profitieren Sie von der umfangreichen Erfahrung und der hohen Expertise der AOK-Beratung.

• Steigern Sie so das persönliche Gesundheitsverhalten Ihrer Beschäftigten.

• Fördern Sie gesundheitsgerechte Bedingungen am Arbeitsplatz, der Arbeitsumgebung und der Arbeitsorganisation.

Gesundheit in besten Händen

aok-business.de/nordost


20 I Betriebsinformation

Berlin-Brandenburgisches Handwerk 5 I 2017

Experten informieren über Beschäftigung von Flüchtlingen

Über Ausbildung und Einstellung von Geflüchteten informieren die Handwerkskammer

Berlin und das Projekt DIKO-B des IQ Netzwerks bei einem

Expertengespräch am 30. Mai 2017. Eingeladen sind Geschäftsführer sowie

Ausbilderinnen und Ausbilder kleiner und mittelständischer Betriebe.

Diversity bringt Vorteile

Der Begriff bezeichnet die Vielfalt

der Menschen in einer Organisation/

einem Unternehmen. Ziel ist es,

Personalprozesse und Personalpolitik

so auszurichten, dass die Belegschaft

einerseits die demografische Vielfalt

des Geschäftsumfeldes widerspiegelt

sowie andererseits alle Mitarbeitenden

Wertschätzung erfahren und motiviert

sind, ihr Potenzial zum Nutzen

des Unternehmens einzubringen.

Der 30. Mai 2017 ist gleichzeitig der

5. Deutsche Diversity-Tag. Bei Diversity

geht es um Vielfalt und die Vorteile,

die sie mit sich bringt. Kleine und

mittlere Unternehmen wissen jedoch

häufig nicht, wo sie ansetzen sollen. Im

Mittelpunkt der Veranstaltung stehen

u. a. arbeitsrechtliche Themen, es geht

aber auch um Fördermöglichkeiten für

Betriebe, um Hilfe beim Spracherwerb

und um viele andere Fragen:

• Was muss ich beachten, wenn ich

Geflüchtete beschäftigen oder

ausbilden will?

• Gibt es finanzielle Unterstützung für

Betriebe?

• Wie finde ich geeignete Bewerberinnen

und Bewerber?

• Wie können Geflüchtete berufsbegleitend

beim Erwerb des Fachwortschatzes

unterstützt werden?

• Wer ist Ansprechpartner bei Fragen

zu interkulturellen Unterschieden

oder Konflikten im Betrieb?

• Wie schaffe ich eine Unternehmenskultur,

in der sich Stammbelegschaft

und Neuankömmlinge wohlfühlen?

Folgende Expertinnen und Experten stehen

an diesem Tag Rede und Antwort:

• André Hanschke, Projektleiter

Arbeitgeber-Service „Asyl“ der

Arbeitsagentur Berlin Süd

• Sabine Massloff, Bereichsleiterin IQ

und Projektleiterin von „Miteinander

Lernen und Verstehen – Sprachenwerkstatt

Deutsch als Fremdsprache“

der WIPA GmbH

• Rufus Sona vom Projekt „Diversityorientierte

Interkulturelle Kompetenz

für Berlin“ der Stiftung SPI

Was:

Expertengespräch: Ausbildung und

Einstellung von Geflüchteten

Wann: 30. Mai 2017, 17 bis 20 Uhr

Wo:

Handwerkskammer Berlin,

Blücherstraße 68, 10961 Berlin,

2. Etage, Sitzungssaal 1

Die Veranstaltung ist kostenfrei, die Zahl

der Plätze jedoch begrenzt. Bitte melden

Sie sich deshalb jetzt bei der Handwerkskammer

an.

Ansprechpartnerin: Ines Rüdiger,

Telefon (030) 2 59 03 – 480,

E-Mail: ruediger@hwk-berlin.de

Wichtigste Voraussetzung für eine Ausbildung sind gute Sprachkenntnisse.

Foto: Frank Gärtner/Fotolia


Berlin-Brandenburgisches Handwerk 5 I 2017

Netzwerktreffen für Frauen

Reden ist Gold

Beim 3. Netzwerktreffen für Frauen aus dem

Berliner Handwerk dreht sich alles um das Thema

„Erfolgsfaktor Kommunikation. Wer netzwerken

und diskutieren will, sollte sich schnell anmelden.

Ein Blick auf die eigenen Kommunikationsmuster

lohnt sich auf jeden Fall.

„Reden ist Gold!”

Erfolgsfaktor Kommunikation –

Weibliche Karrierewege im Handwerk

3. Netzwerktreffen

für Frauen aus dem Berliner Handwerk

Der Keynotespeaker Dr. Peter Modler hat sich auf weibliche

Karrierewerge spezialisiert. Er beleuchtet, wie beruflicher

Erfolg ausgebaut und verdeckte Machtspiele gegen Frauen am

Arbeitsplatz aufgedeckt werden können. Dazu päsentiert er das

passende Handwerkszeug, um darauf reagieren zu können. Im

Anschluss können sich die Teilnehmerinnen auf eine Podiumsdiskussion

mit Karrierefrauen aus dem Berliner Handwerk

freuen.

Und wann mieten Sie

Ihre Berufskleidung?

„Einzelkämpferinnen haben es schwer in der heutigen Zeit.

Nur wer gut vernetzt ist, kann die Vorteile gegenseitiger

Unterstützung für sich nutzen“, ermutigt Sina Goldkamp von

der Handwerkskammer Berliner Handwerkerinnen, sich mit

Gleichgesinnten zusammenzutun.

Gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum beim bfw und dem

UFH Landesverband Unternehmerfrauen im Handwerk richtet

die Handwerkskammer Berlin die Veranstaltung aus.

Veranstaltung: Reden ist Gold! Erfolgsfaktor Kommunikation:

Weibliche Karrierewege im Handwerk.

Termin: 7. Juni 2017

Zeit:

17 Uhr

Ort:

Bildungs- und Technologiezentrum (BTZ) der

Handwerkskammer Berlin

Mietberufskleidung von DBL.

Wir beschaffen, holen, bringen und pflegen Ihre

Berufs kleidung. Individuell, pünktlich und

zu verlässig. Testen Sie unser Angebot.

Rufen Sie an unter +49 800 310 311 0.

Die Veranstaltung ist kostenlos. Bitte melden Sie sich bis zum

29. Mai 2017 per E-Mail oder telefonisch an: Sina Goldkamp,

goldkamp@hwk-berlin.de, Telefon (030) 25903–362

www.hwk-berlin.de/netzwerk

DBL – Deutsche Berufskleider-Leasing GmbH

Albert-Einstein-Str. 30 | 90513 Zirndorf

info@dbl.de | www.dbl.de


22 I

Berlin-Brandenburgisches Handwerk 5 I 2017

Bildungs- und Innovationszentrum (BIZWA), Wandlitzer Chaussee 41, 16321 Bernau

Seminare für Sachverständige Termine Dauer Kosten

J. Päch, App. – 60

A. Hempler, App. – 65

S. Boehnke, App. – 11

K. Pierenz, Telefon (0 33 38) 39 44 – 16

SSV 1/17 Einführung 8. und 9.9.2017 16 Ustd. 401 €

SSV 2/17 Rechtliche Stellung 13.9.2017 9 Ustd. 225 €

SSV 3/17 Gerichtliche Tätigkeit 19.9.2017 9 Ustd. 225 €

SSV 4/17 Privatgutachter 28.9.2017 9 Ustd. 225 €

SSV 5/17 Sachverständigengutachten 6. und 7.10.2017 16 Ustd. 401 €

SSV 6/17 Vergütung 12.10.2017 9 Ustd. 225 €

SSV 7/17 Schiedsgutachten, Schiedsrichter 18.10.2017 9 Ustd. 225 €

SSV 8/17 Haftung und Versicherung 7.11.2017 9 Ustd. 225 €

SSV 9/17 Abschlusstest 9.5.2017 9 Ustd. 225 €

SSV 10/17 Sachverständigengutachten 17. und 18.11.2017 16 Ustd. 401 €

SSV 11/17 Todsünden, Gerichtsverfahren 24.11.2017 8 Ustd. 225 €

SSV 12/17 Arbeit mit Gerichtsakten 1.12.2017 8 Ustd. 225 €

SSV 13/17 Seminar Baurecht VOB 8.12.2017 8 Ustd. 225 €

Meistervorbereitung Termine Dauer Kosten

Gerüstbauer/-in (Teil I und II) – Wochenendlehrgang November 2017 bis Juli 2019 775 Ustd. 4850 €*

Fachliche Qualifizierungen Termine Dauer Kosten

Gabelstaplerfahrer/-in

Abschluss: Fahrausweis für Flurförderzeuge

Mai 2017 16 Ustd. 126 €

Gerüstprüfung: befähigte Personen, Nutzer von Gerüsten Mai 2017 14 Ustd. 290 €

Verankerung von Fassadengerüsten Mai 2017 8 Ustd. 280 €

Gerüstbauhelfer inkl. Praktikum (160 Stunden)

Maßnahmenummer: 036/20/2016

November 2017 bis Januar 2018 480 Ustd. 0 € F

Fachliche Qualifizierungen Termine Dauer Kosten

Drechseln

Manuelle Holzbearbeitung

10. und 11. November 2017

24. und 25. November 2017

Fr 15 bis 20 Uhr, Sa 8 bis 16 Uhr

6. bis 10. Juni 2017

8 bis 16 Uhr

14 Ustd. 246 €

40 Ustd.

292 € A

385 €

Fachliche Qualifizierungen für Flüchtlinge Termine Dauer Kosten

MBQ – Modulare Basisqualifikation Handwerk,

Eignungsfeststellung; Maßnahmenummer: 036/23/2016

MBQ – Modulare Basisqualifikation Handwerk

Maßnahmenummer: 036/33/2016

BOF – Berufsorientierung für Flüchtlinge

Ziel: Vermittlung in Ausbildung/Arbeit

Berufsfelder: Metall, Holz, Farbe

Einstieg jederzeit möglich 240 Ustd. 0 € F

Einstieg jederzeit möglich 480 Ustd. 0 € F

1.8. bis 31.10.2017 390 Ustd. 0 € *

* zuzüglich Prüfungsgebühr; F Förderung über Agentur für Arbeit/Jobcenter möglich; A ermäßigter Preis für Auszubildende; * kostenfreie Finanzierung über das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF)


Berlin-Brandenburgisches Handwerk 5 I 2017 Aus- & weiterbildung I 23

Auslandsaufenthalte bilden

Fast ein Drittel aller Studierenden verbringt einen Teil des Studiums im Ausland. Die Zahl

der deutschen Jugendlichen, die während der Berufsausbildung Fernluft schnuppert, ist

mit knapp fünf Prozent vergleichsweise gering. Das sollte sich ändern. Die Mobilitätsberatung

der Handwerkskammer Berlin berät Sie gern.

Andere Länder, Kulturen, aber auch Arbeitsweisen

zu erleben, sind Erfahrungen,

die man nicht in der Schule lerne, ist sich

Klaus-Dieter Müller, Geschäftsführer der

Firma K. Rogge Spezialbau GmbH und

Vorstandsmitglied der Handwerkskammer

Berlin, sicher. Viele Betriebe versuchen es

auch erst einmal andersherum: Sie nehmen

ausländische Auszubildende für ein

Praktikum im Betrieb auf, um dann später

eigene Azubis ins Ausland zu entsenden.

Von diesen interkulturellen Kontakten

profitieren dann Betrieb und Auszubildende

gleichermaßen. Die K. Rogge

Spezialbau nahm im März einen Trockenbauer

aus Norwegen in ein zweiwöchiges

Schnupperpraktikum auf. Klaus-Dieter

Müller berichtet über seine Erfahrungen

und die Chancen für Lehrlinge und Fachkräfte

des Handwerks.

Warum unterstützen Sie Auslandsaufenthalte

in der Ausbildung?

Klaus-Dieter Müller: Auslandsaufenthalte

bilden jeden und gerade im Handwerk

hat Mobilität Tradition. Für den Stuckateur

als sehr traditionellen Beruf ist es

z. B. interessant, andere historische Techniken

kennenzulernen, jedes Land hat ja

auch andere Traditionen. Der Trockenbauer

ist zwar eher ein moderner Beruf,

aber auch hier gibt es Unterschiede, die

man nur lernt, wenn man reist und im

Ausland auch arbeitet.

Zu welchem Zeitpunkt bietet sich ein

Auslandspraktikum für Lehrlinge an?

Ende des 2. Lehrjahres bzw. Anfang des

3. Lehrjahres ist ein optimaler Zeitpunkt,

gute qualifizierte Auszubildende für

interessante Auslandsprojekte freizustellen.

In der Vergangenheit haben unsere

Auszubildenden an Projekten in Europa,

aber auch in Moskau – beispielsweise an

der Restaurierung eines Nonnenklosters

– teilgenommen.

Gibt es auch Nachteile?

Natürlich gibt es unmittelbar für den

Betrieb nicht wirklich viele Vorteile, wenn

Azubis ins Ausland gehen. Trotzdem ist

es kein Grund, es sein zu lassen, denn sie

bringen ja auch ihre Erfahrungen wieder

mit zurück. Wenn wir qualifizierte, motivierte

Auszubildende haben, würden wir

ihnen die Gelegenheit geben. Natürlich

ist deren Tendenz, nach der Ausbildung

ein Studium anzufangen und somit

wegzugehen vom Handwerk, bei den

besonders guten sehr hoch.

Haben Sie momentan Probleme, gute

Auszubildende zu finden?

Ja, durchaus. Es ist kaum eine wirkliche

Vorauswahl anhand von Zeugnissen oder

Bewerbungsunterlagen möglich. Wir

laden mehr Interessenten ein als früher,

um persönliche Gespräche zu führen.

Auch haben wir das Gefühl, dass junge

Leute heutzutage schneller die Lehre

abbrechen. Daher tendieren wir dazu,

eher mehr aufzunehmen.

Die Beschäftigung von Flüchtlingen

spielt momentan eine große Rolle beim

Thema Fachkräftesicherung. Beschäftigen

Sie Flüchtlinge?

Nein, leider noch nicht, aber wir sind

offen dafür. Auch die Fachgemeinschaft

Bau hat Möglichkeiten, Flüchtlingen

Jobperspektiven zu geben. Viele haben

in ihren Heimatländern Erfahrungen

im Bau gesammelt. Allerdings ist eine

Verständigung mit nur marginalen

Deutschkenntnissen sehr problematisch.

Leider sind die Hürden, um Flüchtlinge

in den Arbeits- und Ausbildungsmarkt zu

integrieren, noch sehr hoch – allen voran

etwa ein ungeklärter Aufenthaltstitel.

Viele warten auch lange auf die Zusage

für einen Deutschkurs. Wir hoffen aber,

in Zukunft Flüchtlinge aufnehmen und

auch ausbilden zu können. Da die Betriebe

die Ausbildung ihrer Lehrlinge aus

eigener Tasche finanzieren, möchte man

natürlich, dass der Auszubildende auch

die Lehre vollständig absolvieren kann

und im besten Fall dem Unternehmen

erhalten bleibt.

Interview: Anne-Kristin Wiedemann

Handwerk mobil

Insgesamt absolvierten ein Trockenbauerlehrling

und vier Zimmererlehrlinge

aus Norwegen ein Praktikum

in Berliner Gastbetrieben. Sie freuen

sich, zukünftig deutsche Azubis in

Trondheim begrüßen zu dürfen. Die

Handwerkskammer Berlin dankt herzlich

folgenden Zimmereibetrieben

für die Aufnahme: Dahms Holzbau

GmbH, PAUSE Dachdecker – Maurer

GmbH Zimmerei – Holzbau, Dachkonzept-Ihle

GmbH, Zimmerei Schilling

Internationale Mobilitätsberatung,

Telefon (0 30) 2 59 03 – 3 28,

E-Mail a.wiedemann@hwk-berlin.de

Foto: Stickforth


24 I

Berlin-Brandenburgisches Handwerk 5 I 2017

Bildungs- und Technologiezentrum (BTZ), Mehringdamm 14, 10961 Berlin

Technische Weiterbildung – Elektrotechnik Termine Dauer Kosten

Sylvia Düring, Tel. (030) 25903 – 424

Jutta Ritte, App. – 434

Jean Liebing, App. – 454

Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten

Tageslehrgang

Tageslehrgang

Tageslehrgang

Tageslehrgang

Jahresunterweisung

19.5. bis 2.6.2017

26.6. bis 7.7.2017

10. bis 21.7.2017

21.8. bis 1.9.2017

15.6.2017

80 Ustd.

80 Ustd.

80 Ustd.

80 Ustd.

8 Ustd.

894,00 €

894,00 €

894,00 €

894,00 €

198,00 €

Technische Weiterbildung – gewerkeübergreifend Termine Dauer Kosten

Multikopter erobern das Handwerk

Seminar 1 – Sachkundenachweis "Flugtechnik/Flugsicherheit"

Seminar 2 – Einsatz der Agisoft Photoscan-Software

Seminar 3 – Einsatz von Infrarotkamera

Seminar 4 – Vermessungsflüge mit Multikoptern

26. und 27.6.2017

28.6.2017

29. und 30.6.2017

1.7.2017

16 Ustd.

8 Ustd.

16 Ustd.

8 Ustd.

ab 374,70

ab 124,80

ab 223,20

ab 124,80

Fachwirt/-in für Gebäudemanagement (HWK)

Teilzeitlehrgang 15.8. bis 24.11.2017 240 Ustd. ab 690,00 € F

Gebäudeenergieberater/-in (HWK)

Teilzeitlehrgang

€ F

€ F

€ F

€ F

13.9. bis 2.12.2017 240 Ustd. ab 712,50 €* F

Technische Weiterbildung – Tischler Termine Dauer Kosten

Kastendoppelfenster – fachgerechte Reparatur,

Aufarbeitung und Sanierung

Laserbearbeitung von Holz und Kunststoffen

Gepr. Fertigungsplaner/-in im Tischlerhandwerk

2D/3D-Aufmaß in den Bau- und Ausbaugewerken

TSM 1 – Tageslehrgang

TSM 1 – Kombinierter Abend-/Wochenendlehrgang

CNC Fachkraft Tischler Kooperation mit QEU (Theorie)

Praxis im BTZ der Handwerkskammer Berlin

Anmeldung über QEU, Herr Lorang: 0176/15574291

13., 16. und 17.6.2017

16. und 17.6.2017

19.9.2017 bis 26.4.2018

13. und 14.10.2017

28.8. bis 1.9.2017

12. bis 28.6.2017

Modul 1-4

Prüfung HWK

16.6. bis 6.7.2017

16 Ustd.

14 Ustd.

300 Ustd.

14 Ustd.

40 Ustd.

40 Ustd.

ab 103,50

ab 100,50

ab 689,70

ab 85,50

€ F

€ F

€ F

€ F

429,00 €

429,00 €

760 Ustd. 5982,40


228,00 €

Technische Weiterbildung – Erneuerbare Energien Termine Dauer Kosten

Einführung in die DIN V 18599

Wochenendlehrgang

Luftdichtheitstest und Thermografie in der Praxis

Wärmebrücken erkennen, berechnen, bilanzieren

16.6. bis 8.7.2017

16. und 23.5.2017

12. bis 23.9.2017

32 Ustd.

8 Ustd.

24 Ustd.

ab 156,00

ab 89,70

ab 143,40

€ F

€ F

€ F

F Kurs mit 70 % IQ-Förderung (aus den Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Berlin) für Berliner Handwerksbetriebe (KMU) und deren Berliner Mitarbeiter; * zuzüglich Prüfungsgebühr


Berlin-Brandenburgisches Handwerk 5 I 2017 Aus- & weiterbildung I 25

Die Karriereleiter hinauf – mit der Fortbildung zum Fertigungsplaner

Thomas Heinze arbeitet schon seit mehreren

Jahren in der Arbeitsvorbereitung. Vor

einem Jahr hat er sich entschlossen, sein

Wissen berufsbegleitend zu erweitern. In

Kürze wird er seine Fortbildung zum geprüften

Fertigungsplaner im Bildungs- und

Technologiezentrum der Handwerkskammer

Berlin abgeschlossen haben. „Teilweise

beanspruchen Arbeit und Fortbildung sehr

viel Zeit, aber prinzipiell sind sie gut miteinander

vereinbar“, sagt er rückblickend.

Durch die zusätzliche Qualifizierung strebt

er berufliche Aufstiegschancen bei der

Tischlerei Artis GmbH, seinem Arbeitgeber,

an. Geprüfte/-r Fertigungsplaner/-in im

Tischlerhandwerk sind befähigt, in der Arbeitsvorbereitung

alle Aufgabenstellungen

für die Werkstattfertigung zu übernehmen.

Die Fortbildung knüpft an bestehenden

Fertigkeiten aus der Gesellen- und Praxiszeit

an und vertieft gelernte Kenntnisse.

Zudem wird betriebswirtschaftliches

Know-how vermittelt, welches zukünftige

Aufgabenfelder deutlich erweitern wird.

Für Thomas Heinze ist die Qualifizierung

zum Fertigunsplaner eine echte Alternative

zur Meisterausbildung. Sollte er diese

später doch noch absolvieren wollen, kann

er sich das Themenfeld Auftragsabwicklung

anrechnen lassen.

Der nächste 28-wöchige Kurs startet am

19. September 2017 und wird durch das

ESF Programm IQ Handwerk mit bis zu

70% für kleine und mittelständische Unternehmen

in Berlin gefördert.

Weitere Infomationen:

Jutta Ritte, Telefon (0 30) 2 59 03– 434

www.bildung4u.de

Seminare für Ausbilder

Ausbildungsmesse

In wenigen Wochen starten wieder kostenfreie Seminare für Ausbilderinnen

und Ausbilder. Sie können sich jetzt noch anmelden.

Die Seminarreihe richtet sich an Unternehmer

und mit der Ausbildung beauftragte

Gesellinnen und Gesellen.

1. Glaubhaftigkeit von Aussagen

Di, 20. Juni 2017, 17 bis 20 Uhr

Uwe Rüffer, Diplom-Kriminalist und

Supervisor, erläutert, woran Sie erkennen,

dass etwas wirklich ist. Welche körpersprachlichen

Hinweise gibt es, die Ausbilder

aufmerksam werden lassen sollten

und wie erkennen Sie Lügen?

2. Prävention in der Ausbildung

Di, 27. Juni 2017, 17 bis 20 Uhr

Dozent Helmut Weigand, Koordinator für

schulische Prävention beim Senat, geht

auf den Umgang mit auffälligem Verhalten

in Schule und Betrieb ein. Er erklärt,

wie Sie Suchttendenzen ansprechen, welche

rechtlichen Möglichkeiten der Betrieb

hat und gibt Handlungsempfehlungen.

Die Seminare finden im Meistersaal der

Handwerkskammer Berlin statt, Blücherstraße

68, 10961 Berlin, 3. Etage.

Bitte anmelden bei: Ines Rüdiger,

Telefon (030) 2 59 03 – 480,

E-Mail: ruediger@hwk-berlin.de

Bei der 3. Deutsch-Türkischen Ausbildungsmesse

am 20. Mai 2017 im türkischen Konsulat

(Heerstr. 21, 14052 Berlin) sollen Berliner

Jugendliche für eine duale Ausbildung

begeistert werden. Initiiert vom türkischen

Generalkonsulat, wird die Messe gemeinsam

mit der IHK Berlin, der Handwerkskammer,

der Agentur für Arbeit und der Türkisch-

Deutschen IHK organisiert. Vor allem

türkische junge Menschen sollen gezielt angesprochen

werden (Eintritt frei). Im vorigen

Jahr boten mehr als 60 Unternehmen Ausbildungsplätze

an. Eine Vermittlungsmesse

für Jugendliche mit Migrationshintergrund

findet am 8. Juni 2017 im Berufsinformationszentrum

der Arbeitsagentur Mitte statt

(Friedrichstraße 39, 10969 Berlin).


26 I

Berlin-Brandenburgisches Handwerk 5 I 2017

Bildungs- und Technologiezentrum (BTZ), Mehringdamm 14, 10961 Berlin

Kaufm. Weiterbildung – Betriebswirtschaft und Recht Termine Dauer Kosten

Gepr. Betriebswirt/-in (HwO)

Abendlehrgang 5.9.2017 bis 20.12.2018 680 Ustd. ab 1783,50 €* F

Sabrina Zill, Tel. (030) 25903 – 413

Juane Joanny, App. – 405

Gepr. Kaufmännische/-r Fachwirt/-in (HwO)

Tageslehrgang

Abendlehrgang

Grundlagen Kommunikations- & Präsentationstechniken

Tageslehrgang

Wochenendlehrgang

Grundlagen Projektmanagement im Handwerksbetrieb

Tageslehrgang

Wochenendlehrgang

Crashkurs Buchführung – Wochenendlehrgang

Fit am PC – Einstieg ins Büro

Starthilfe für Ihre Selbstständigkeit

Konflikte souverän lösen

Erfolgreiche Mitarbeiterführung

4.9. bis 18.12.2017

12.9.2017 bis 9.10.2018

14. bis 20.6.2017

17.6. bis 1.7.2017

14. bis 20.6.2017

17.6. bis 1.7.2017

16. bis 24.6.2017

4.9. bis 9.10.2017

21.6.2017

22.9.2017

22. und 23.9.2017

490 Ustd.

490 Ustd.

40 Ustd.

40 Ustd.

40 Ustd.

40 Ustd.

28 Ustd.

40 Ustd.

5 Ustd.

8 Ustd.

16 Ustd.

ab 1168,50

€* F

ab 1168,50

€* F

399,00 €*

399,00 €*

399,00 €*

399,00 €*

299,00 €

399,00 €

80,00 €

175,00 €

334,00 €

Meistervorbereitung Termine Dauer Kosten

Ausbildereignungsverordnung (Teil IV)

Tageslehrgang AEVO

Tageslehrgang AEVO

Abendlehrgang AEVO

Wochenendlehrgang AEVO

Gepr. Fachmann/-frau für kaufm. Betriebsführung (HwO)

– anerkennbar für Teil III

Tageslehrgang

Abendlehrgang

Wochenendlehrgang

Wochenendlehrgang

19.6. bis 7.7.2017

14.8. bis 1.9.2017

4.9. bis 20.12.2017

22.9. bis 17.11.2017

18.9. bis 13.11.2017

11.9.2017 bis 2.7.2018

9.6. bis 2.12.2017

22.9.2017 bis 10.2.2018

120 Ustd.

120 Ustd.

120 Ustd.

120 Ustd.

304 Ustd.

304 Ustd.

304 Ustd.

304 Ustd.

598,00 €*

598,00 €*

598,00 €*

598,00 €*

1599,00

€*

1599,00

€*

1599,00

€*

1599,00

€*

Zahntechniker/-in Teil I + II

Tageslehrgang 4.9.2017 bis 15.6.2018 1432 Ustd. 8950,00 €*

Maler- und Lackiererhandwerk Teil I + II

Tageslehrgang 13.9.2017 bis 18.5.2018 988 Ustd. 6304,00 €*

Elektrotechniker Teil I + II

Tageslehrgang

Wochenendlehrgang

2.10.2017 bis 30.4.2018

1.11.2017 bis 30.4.2019

1 100 Ustd.

1 100 Ustd.

7038,00

€*

7038,00

€*

F Kurs mit 70 % IQ-Förderung (aus den Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Berlin) für Berliner Handwerksbetriebe (KMU) und deren Berliner Mitarbeiter; * zuzüglich Prüfungsgebühr


Berlin-Brandenburgisches Handwerk 5 I 2017 Aus- & weiterbildung I 27

Fit in die Ausbildung

Damit Azubis fit in die Ausbildung

gehen und es vor allem bleiben, bieten

die Handwerkskammer und der Landessportbund

Berlin wieder eine Sportund

Seminarwoche an. Betriebe können

ihre Auszubildenden jetzt noch dafür

anmelden. Es gibt zwei Termine: 19. bis

23. Juni 2017 und 21. bis 25. August

2017. Teilnehmende Firmen sollen auch

je einen Ausbilder entsenden.

Im vorigen Jahr lief diese Woche sehr

erfolgreich: Lehrlinge des 1. bis 3. Lehrjahres

und ihre Ausbilder lernten sich beim

Kletterkurs oder Grillabend kennen. Die

Teilnahme ist kostenfrei. Untergebracht

werden alle in der Bildungsstätte der

Sportjugend auf dem Gelände des Olympiaparks

(1- bis 3-Bett-Zimmer). Trainiert

wird beispielsweise auch der Umgang mit

Konflikten oder gesunde Ernährung. Bitte

bis zum 30. Mai 2017 anmelden bei:

Birgit Marcinek, Handwerkskammer Berlin,

Telefon (030)25903 – 330,

E-Mail: marcinek@hwk-berlin.de

Familiensportfest

Nachwuchswerbung und sportliche

Fitness passen gut zusammen, finden die

Handwerkskammer und der Landessportbund

Berlin. Beim bereits 8. Familiensportfest

am 3. September 2017 im

Olympiapark geht es deshalb um Sport

und Spiel mit der ganzen Familie – und

um Karriereplanung. Denn das Handwerk

kann sich dort an Infoständen als

Ausbilder und attraktiver Arbeitgeber

vorstellen.

Innungen haben die Möglichkeit, Eltern

und Kindern spannende handwerkliche

Tätigkeiten zu zeigen, über Aufstiegschancen

in vielen Berufen zu sprechen

oder über ihre Ausbildungszentren zu

informieren. Im Olympiapark werden an

diesem Tag mehr als 100 sportliche und

kreative Mitmach-Aktionen kostenlos angeboten.

Der Eintritt ist frei. Interessierte

Innungen wenden sich an:

Birgit Marcinek, Handwerkskammer Berlin,

Telefon (030)25903 – 330,

E-Mail: marcinek@hwk-berlin.de

Ausbildungsmessen

Am 14. und 15. Juni 2017 findet in der

Arena Berlin (Eichenstraße 4, 12435

Berlin) von 8.30 Uhr bis 14.45 Uhr die

Bildungsmesse vocatium I statt. Schüler

und Studenten informieren sich dort über

Ausbildungsberufe. Innungen, Verbände

und Handwerksbetriebe können ihre

Angebote vorstellen.

Am 27. Juni 2017 lädt die Handwerkskammer

Berlin von 12 bis 18 Uhr ins

Bildungs- und Technologiezentrum

(Mehringdamm 14, 10961 Berlin) ein

zur Vermittlungsmesse „Ausbildung4U

– nicht ohne Ausbildungsplatz in die

Ferien". Noch vor dem Sommer können

Betriebe, die Jugendliche für den Ausbildungsbeginn

Sommer 2017 suchen,

künftige Azubis kennenlernen. Unternehmer

oder Ausbilder nehmen selbst teil

oder teilen uns freie Ausbildungsplätze

für diese Vermittlungsaktion mit:

Handwerkskammer Berlin,

Telefon (030)25903 – 555,

E-Mail: vermittlung@hwk-berlin.de


28 I INNUNGEN

Berlin-Brandenburgisches Handwerk 5 I 2017

Frank-michael niehus erneut als obermeister bestätigt

TIScHlEr-INNUNG BErlIN

Frank-Michael Niehus,

Wilhelminenhofstraße 89 A,

12459 Berlin, Telefon (030) 5 31 10 50

E-Mail: info@niehus-tischlerei.de

Bereits zum neunten Mal wurde Frank-

Michael Niehus am 2. März 2017 zum

obermeister der Tischler-Innung Berlin gewählt.

Seit 1995 steht er ununterbrochen

an der Spitze der Innung. Der 56-Jährige

ist Mitinhaber der Tischlerei Niehus und

Sohn in Berlin-Köpenick. Nach der Schule

absolvierte er eine Tischlerlehre und legte

1984 die Meisterprüfung ab. Niehus

engagiert sich seit 27 Jahren ehrenamtlich:

Er war Bezirksmeister (Köpenick und

Treptow), ist u. a. seit 1994 im Vorstand

der Innung, Mitglied der Vollversammlung

der Handwerkskammer Berlin, im

Innungszusammenschluss WHdI, Mitglied

im Förderverein für die Aus- und Weiterbildung

im Tischlerhandwerk oder im

Inter Versorgungswerk.

niederlagen eingesteckt und um beste leistungen gerungen

ZaHNTEcHNIKEr-INNUNG BErlIN-BraNdENBUrG

Mit 81 jungen Gesellen, Ausbildern und vielen Gästen feierte die Innung am

28. Februar 2017 in der Heilig-Kreuz-Kirche (Berlin-Kreuzberg) die Freisprechung.

Prüfungsergebnisse

Gesellenprüfung Winter 2016/17

Kammerbezirk und Land Berlin:

Elisa Benes, Ausbildungsbetrieb:

Zahntechnik Nitschke GmbH, Berlin

Kammerbezirk Frankfurt (Oder) und

Land Brandenburg: Julia Maxeiner,

Ausbildungsbetrieb: Spasa Dentallabor

GmbH, Templin

Kammerbezirk Potsdam: Laura

Grotkopp, Ausbildungsbetrieb: ZAP

Juhl, Ludwigsfelde

Kammerbezirk Cottbus: Nick

Neumann, Ausbildungsbetrieb: Mühe

dentallabor GmbH, cottbus

„Sie haben gelernt Niederlagen einzustecken

und um beste leistung zu kämpfen“,

beglückwünschte Gerd-Jürgen Golze, stellvertretender

Landesinnungsmeister der

Zahntechniker-Innung Berlin-Brandenburg,

die jungen Gesellen. 60 Teilnehmer der

Winterprüfung 2017 und 21 Teilnehmer

der Sommerprüfung 2016 hatten bestanden.

Sie wurden von Landeslehrlingswartin

Simone Gretzmacher nach altem

Handwerksbrauch freigesprochen und in

den Gesellenstand übernommen.

„Viele Menschen freuen sich mit ihnen

über die Prüfungsergebnisse: ihre Ausbilder,

Eltern und Freunde", sagte Jürgen

Wittke, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer

Berlin. Jetzt könnten sie

die „Überwindungsprämie" in Form des

Gesellenbriefs erwarten. der in Teamwork

zwischen Meisterschule und Innungsgeschäftsstelle

entstandene Live-Mittschnitt

der praktischen Prüfung ließ alle Anwesenden

ein wenig an Freud und Leid des

Prüfungsgeschehens teilhaben.

Bevor die Prüfungsergebnisse bekannt

gegeben wurden, ehrte die Innung drei

Prüfer für ihr Engagement: Dr. Klaus-Dieter

Müller, ehemals lehrer am oSZ Berlin,

Gesellenbeisitzerin Veronika Nittke und

angela Strohwig, lehrerin am oSZ Potsdam.

Dann zeichnete Ehrenobermeister

Karlfried Hesse die besten jungen Gesellen

aus. Die Innung dankt allen Betrieben

für die Ausbildungsleistung und den

Firmen DeguDent, Ivoclar/Wieland und

Verlag Neuer Merkur für die Sachgeschenke

der Azubis.

A. Zosel-Seeger

Gesellenprüfung Sommer 2016

Sandra Belaschke, Ausbildungsbetrieb:

Brandenburger Dentaltechnik

GmbH, Brandenburg

Foto: Michael Paul

Simone Gretzmacher, Judith Behra (v. l.) und Jürgen Wittke (r.) gratulierten den Besten.


Berlin-Brandenburgisches Handwerk 5 I 2017 I 29

jörg Paschedag neuer geschäftsführer

MalEr- UNd lacKIErErINNUNG BErlIN

Seit März 2017 ist Jörg Paschedag neuer

Geschäftsführer der Innung. Er wurde

1965 in Wuppertal-Barmen geboren und

studierte Wirtschaftswissenschaften.

Berufliche Stationen: Geschäftsführer des

FDP-Kreisverbandes Wuppertal, Büroleiter

des FDP-Bundesvorsitzenden, Abteilungsleiter

in der Bundesgeschäftsstelle und

Bundesgeschäftsführer der Freien Demokraten

(2013/14). Dazwischen gründete

er die Vision Media Systems Berlin GmbH,

war Geschäftsführer der altmann-druck

GmbH und arbeitete in der Agentur Universum

Kommunikation und Medien AG.

2016 machte er sich erneut selbstständig

im Bereich Beratung und Veranstaltungsorganisation.

Paschedag ist verheiratet

und Vater zweier erwachsener Töchter.

Jörg Paschedag, Wuthenowstraße 1,

12169 Berlin, Telefon (030) 2 23 28 60

E-Mail: info@malerinnung-berlin.de

www.malerinnung-berlin.de

Von analogistan nach Digitalien

INNUNG SHK BERLIN

Das erste Barcamp für Fachleute aus

dem Bauhandwerk, das kürzlich in der

Innung SHK Berlin rund 50 digitale Vorreiter

aus verschiedenen Gewerken, der

Industrie, aus Verbänden und Bildungseinrichtungen

anlockte, ist erfolgreich zu

Ende gegangen. „Uns hat beeindruckt,

wie engagiert die Teilnehmenden die

agenda mit eigenen Themen zur digitalisierung

gestaltet haben“, resümierte

Andreas Koch-Martin von der SHK-

Innung. Barcamps unterliegen einem

besonderen Veranstaltungsformat, bei

dem die Teilnehmenden über Facebook,

Twitter oder Messenger-Programme in

Echtzeit über den Stand der Diskussionen

informieren. Der Mehrwert für Betriebe

ist immens, denn es wird jenseits von

Hierarchien debattiert, Wissen weitergegeben

und mit anderen geteilt. Ein

nächstes Handwerkscamp ist für 2018

geplant.

Berichte über das Barcamp:

#hwc17 und www.meistertipp.de

Aus Investition wird Expansion.

IBB für Unternehmen: Die Mittelstandsförderer in Berlin.

Ihr Unternehmen soll weiter wachsen – wir haben das Förderprogramm. Mit einem

maß geschneiderten Finanzierungsangebot unterstützen wir Sie dabei, Ihre Wettbewerbsfähigkeit

zu sichern und Ihre Wachstumsziele zu erreichen. Sprechen Sie mit uns!

Telefon: 030 / 2125-4747

E-Mail: wachsen@ibb.de

www.ibb.de/wachsen


30 I Innungen

Berlin-Brandenburgisches Handwerk 5 I 2017

Sechsmal die Traumnote 1,0 erreicht

Tischler-innung berlin

Freisprechung der Gesellinnen und Gesellen und Fachpraktiker/-innen

im Tischlerhandwerk

Drei Jahre harter Arbeit liegen hinter

ihnen, am 31. März 2017 konnten sie die

Früchte ihrer Arbeit ernten: 72 Junggesellinnen

und –gesellen und Fachpraktiker/

-innen erhielten in einer Feierstunde im

Bildungs- und Technologiezentrum der

Handwerkskammer Berlin ihren Gesellenbzw.

Fachpraktikerbrief.

Der Obermeister der Tischler-Innung Berlin,

Frank-Michael Niehus, sprach traditionell

alle Lehrlinge von ihren Rechten und

Pflichten aus dem Ausbildungsverhältnis

los und frei und wies darauf hin, dass

diese nun als Gesellinnen und Gesellen

auch in der Arbeitswelt von nun an die

volle Verantwortung für ihr Tun übernehmen

müssten.

Der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer,

Jürgen Wittke, beglückwünschte

die neuen Gesellen und Fachpraktiker

im Berliner Tischlerhandwerk

und machte in seiner Ansprache auf die

hervorragenden Berufschancen aufmerksam.

„Machen Sie etwas Großartiges aus

Ihrem Leben!“, forderte er alle Absolventen

auf.

Großartig waren auf jeden Fall die

erbrachten Leistungen, für die es

Auszeichnungen und Belobigungen gab.

Für den schulischen Traum-Notendurchschnitt

von 1,0 wurden Simone Mantel,

Florian Ebeling, Sabine Goller, Maxim

Michaelis, Ninja Garbe und Filipp Rust

ausgezeichnet.

Weitere Gewinner waren:

Simone Mantel:1. Preis Schülerjury,

1. Preis Gutes Handwerk,

Belobigung Gute Form

Ninja Garbe: 1.Preis Schülerjury,

2. Preis Gutes Handwerk,

Belobigung Gute Form

Sabine Goller:1. Preis Gute Form, Belobigungen

Schülerjury und Gutes Handwerk

Konrad von Bruchhausen: 2. Preis

Schülerjury

Julius Heinrich Partzsch: Innungsbester

In unterschiedlichen Kategorien wurden

zudem André Weih, Ludwig Kroll und

Simon Wilensky belobigt.

Berliner Bratwurst trifft kolumbianische Baumtomate

Fleischer-innung berlin

Gute Ideen – super Geschmack! Am 9. April 2017 ging‘s auf der Domäne

Dahlem um die Wurst. Berliner Fleischereien kämpften bei der 15. Bratwurstmeisterschaft

mit Kreativität und Können um die Preise. 9000 Besucher, so

viele wie noch nie, kürten wieder ihre Geschmackssieger.

Jens-Uwe Bünger aus Berlin-Wilmersdorf

und Markus Genz aus Berlin-Marienfelde

konnten die Gäste auch diesmal überzeugen.

Eine wirkliche Überraschung ist

es nicht, denn diese beiden Fleischermeister

und ihre Teams gehen seit Jahren

mit Pokalen vom Platz: Team Bünger

erreicht mit der Fränkischen Bratwurst

Platz eins in der Kategorie regionale

Variante.

Team Genz gewann in der Kategorie

kreative Variante mit der Tamarillo-Bratwurst.

„Eine frische Bratwurst, kombiniert

mit der kolumbianischen Baumtomate",

begründeten die Testesser und auch

eine fünfköpfige Profijury der Innung,

die außer dem Publikumspreis zusätzlich

Urkunden für Geschmack, Konsistenz

und Aussehen vergab. Der Sender N24

begleitete die 15. Bratwurstmeisterschaft

und berichtete live.

Jens-Uwe Bünger (vorn links) und Markus Genz (Mitte, mit Urkunde) mit ihren Sieger-Teams

Foto: Marion Schlag


Berlin-Brandenburgisches Handwerk 5 I 2017 Betriebsberatung I 31

Mängelgewährleistungsrecht

Haftungsfalle für Handwerker entschärft

Das Gesetz zur Reform des Mängelgewährleistungs- und Bauvertragsrechts ist rechtskräftig.

Nachdem der Bundesrat am 31. März 2017 dem Gesetz zugestimmt hat, treten

die neuen Bestimmungen wie vorgesehen zum 1. Januar 2018 in Kraft.

Das gesetzliche Gewährleistungsrecht

wird um einen wichtigen Aspekt erweitert:

Handwerker können dann einen Ersatz

ihrer Aus- und Einbaukosten geltend

machen, wenn der Lieferant mangelhaftes

Material geliefert hat. Einen solchen

Ersatzanspruch gab es bislang nicht. Der

Anspruch umfasst neben den Kosten für

ein- und wieder ausgebaute Materialien

zudem Kosten für das erneute Anbringen

von Materialien, die zuvor an eine andere

Sache angebracht wurden. Der Begriff

des „Anbringens“ berührt zahlreiche

Tätigkeiten, wie sie z. B. im Maler- und

Lackiererhandwerk, Raumausstatterhandwerk

oder Rollladen- und Sonnenschutztechnikerhandwerk

ausgeführt werden.

Damit sind nahezu sämtliche Tätigkeiten

erfasst, die vorher in die „Haftungsfalle“

für Handwerker führen konnten. Des

Weiteren erhalten Handwerker das

Recht zur Wahl der Nachbesserung. Sie

entscheiden, ob der Materiallieferant

ihnen Geldersatz leisten oder selbst die

erforderliche Mängelbeseitigung beim

Kunden durchführen muss.

Eine gesetzliche AGB-Festigkeit hat

der Bundestag nicht beschlossen. Die

Abgeordneten gehen davon aus, dass die

bewährte Rechtsprechung des BGH einen

ausreichenden Schutz für die Betriebe

bietet. Die ständige Rechtsprechung zur

Ausstrahlungswirkung der AGB-Verbotsklauseln

bei Verwendung gegenüber

Unternehmern wird sich nach Einschätzung

des Zentralverbandes des Deutschen

Handwerks dennoch positiv auf den neu

eingeführten Anspruch auf Ersatz der Ausund

Einbaukosten bzw. Anbringungskosten

von Materialien auswirken. Inwieweit

die Rechtsprechung eine Einschränkung

des Anspruchs zulässt, sei derzeit jedoch

nicht abschließend prognostizierbar. Wichtig

sei es, entsprechende Fälle gerichtlich

klären zu lassen, um zeitnah Rechtsklarheit

zu erlangen.

Weitere Ankünfte erhalten Sie bei:

Dr. Johannes Thelen, thelen@hwk-berlin.de

Telefon (0 30) 2 59 03–3 93,

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nach § 19 StromNEV, der Offshore-Haftungs-Umlage, der Umlage für abschaltbare

Lasten, der Strom- und der Umsatzsteuer. Ausgenommen sind ferner Preisänderungen,

soweit künftig neue Steuern, Abgaben oder sonstige staatlich veranlasste,

die Beschaffung, Erzeugung, Speicherung, Netznutzung oder den Verbrauch von

elektrischer Energie betreffende Mehrbelastungen oder Entlastungen wirksam

werden. Die staatlichen Komponenten inklusive der Steuern betragen ca. 53 % des

Verbrauchspreises und ca. 16 % des Grundpreises. Der Vertrag hat eine Mindestvertragslaufzeit

von 12 Monaten.


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Werbung ganz praktisch

Großflächenplakat links, City-Light-Poster rechts, Litfaßsäule direkt in der Mitte … Doch wie kommen eigentlich

all die Werbemedien an Ort und Stelle? Wer sorgt dafür, dass die Inhalte aktuell sind? Vor ziemlich

genau 27 Jahren gründete Frank Meinhardt sein Unternehmen, bei dem sich alles um Werbeanlagen dreht.

Heute ist er ein bundesweit tätiger verlässlicher Partner der Anbieter von Außenwerbung. Dienstleistung

oder Handwerk? Wir fragten nach.

Außenwerbung – das ist ein weites Feld.

Was genau ist der Arbeitsgegenstand

Ihrer Firma?

Wir bauen und bewirtschaften die

unterschiedlichsten Werbeträger für

den Innen- und Außenbereich. Wir sind

also nicht die kreativen Köpfe, die sich

Werbekampagnen ausdenken, sondern

die, die dafür sorgen, dass diese

wahrgenommen werden können. Wir

errichten Werbeträger aller Größen und

Ausführungen vom Fundament bis zur

endgültigen Montage des Werbeträgers.

Dazu betreuen und warten wir die Anlagen,

einschließlich des Wechselns der

Plakate. Zudem verfügen wir über die

notwendige Spezialtechnik wie selbstfahrende

Arbeitsbühnen für besondere

Anforderungen. Das alles kann der

Kunde als Komplettpaket nutzen oder

nur einzelne Segmente buchen.

Wir sind Dienstleister,

die ohne solides und verlässliches

Handwerk nicht bestehen können.

gehen an den Start, wenn die Baugenehmigung

vorliegt und die Werbeleute das „Go“

für die Kampagne erteilt haben.

Ihr Unternehmen steht aber auf zwei

Beinen?

Ja, und das hat sich in all den Jahren als

sehr gesund erwiesen: der Aufbau und

die Bewirtschaftung von Werbeanlagen

und der turnusmäßige Wechsel von Plakaten

der verschiedenen Flächen.

Wer nutzt Ihre Leistungen?

Es sind die Stadtmöblierer und Außenwerbefirmen,

also Unternehmen wie Ströer,

Mediateam, Kulturplakatierung, Moplak,

AWK sowie diverse Agenturen.

Sie arbeiten an einer Schnittstelle

zwischen Dienstleistung und Handwerk.

Welcher Bereich überwiegt?

Wir sind Dienstleister, die ohne

solides und verlässliches Handwerk

nicht bestehen können,

denn die einzelnen Aufgabenstellungen

verlangen immer

wieder individuelle Lösungen,

die durchdacht sein und den

unterschiedlichsten Belastungen

standhalten müssen.

Onkel auf dieses Geschäftsfeld aufmerksam.

Damals gab es hier im Ostteil der

Stadt nirgends Werbetafeln. Zu Beginn

wurde mein Aufbruchsoptimismus erst

mal heftig auf die Probe gestellt, denn

es dauerte doch länger als gedacht,

bis die ersten Projekte überhaupt Fahrt

aufnahmen. Meine ersten Touren zum

Kleben von Plakaten habe ich in meiner

Garage geplant und vorbereitet. Heute

arbeiten in meinem Unternehmen sieben

festangestellte Fachleute. Hinzu kommen

Subunternehmer, mit denen ich zum Teil

schon mehr als 20 Jahre zusammenarbeite

– alle sind fit, haben ein hohes

Fachverständnis und arbeiten gut.

Die Garage wurde dann ja bald zu eng …

Stimmt. Und so fand ich im Rummelsburger

Industriegebiet einen geeigneten

Standort in einem ehemaligen

Fabrikgebäude. Als das Unternehmen

weiterwuchs, konnte ich da nur einzelne

Flächen mieten, die nicht nebeneinanderlagen.

Das war ziemlich unpraktisch,

zudem kletterte die Miete in eine Höhe,

die mir die Falten auf die Stirn trieb.

Dann fand ich 2006 dieses brachliegende

Grundstück mit 3.500 Quadratmetern

und kaufte das Bauland.

Aus eigener Kraft?

Welche Werbeträger sind das konkret?

Kurz gesagt: Stadtmöbel, also Großflächenplakate,

City Light Poster, Billboards,

Werbeflächen an Wartehallen, Vitrinen,

die Uhren mit Werbeflächen an markanten

Orten und natürlich, nicht zu vergessen: die

gute, alte Litfaßsäule. Aber all diese Dinge

entwerfen und produzieren wir nicht, wir

stellen sie „nur“ auf und warten sie. Wir

Wie kamen Sie persönlich dazu, gerade

ein Unternehmen mit dieser Ausrichtung

zu gründen?

Mehr oder weniger war es Zufall. Ich

bin gelernter Mechaniker und wusste

in den Wirren der Wende 1989/90,

dass ich mich neu orientieren muss. In

dieser Mischung aus Unsicherheit und

Goldgräberstimmung machte mich mein

Nein, da half mir meine Bank, die

Berliner Volksbank, deren Kunde ich von

Beginn an bin. Übrigens war auch das

ein Rat meines Onkels, der mir erklärte,

dass dies die richtige Bank für mich sei,

schließlich ist sie durch den Zusammenschluss

von Handwerkern und Gewerbetreibenden

entstanden. Ein guter Rat,

denn ich bin seitdem ein treuer Kunde –

treu aus Überzeugung und Erfahrung.


Wo überall in Berlin sieht man Ihre

Arbeit?

Kurz und knapp: überall. Manchmal

ertappen wir uns im Kollegenkreis, dass

wir einen Weg beschreiben nach Punkten

unserer Arbeit, etwa so: beim Mega Light

nach rechts bis zur Litfaßsäule und am

Superposter noch vorbei …

Geht nicht, gibt’s nicht bei Frank Meinhardt, Chef der Firma FM-Aussenwerbung

Frank Malong

Dabei gab es schon lukrative Wechsel-Angebote

von anderen Banken.

Wann haben Sie neben dem Kauf des

Grundstücks Ihre Hausbank besonders

gebraucht?

Auf dem Bauland mussten ja erst mal

die Hallen und Arbeitsräume errichtet

werden. Hinzu kommt die Technik – wie

eben die selbstfahrende Arbeitsbühne –,

die kostenintensiv ist. Aber eine funktionierende

und damit vertrauensvolle Beziehung

zur Bank erleichtert grundsätzlich

den Arbeitsalltag. Ich habe seit rund

15 Jahren die gleiche Betreuerin und mit

Doris Weiß das große Los gezogen.

Woraus ergibt sich, dass Ihr Unternehmen

deutschlandweit tätig ist?

Wir verfügen über das notwendige

Fachwissen und mit der selbstfahrenden

Arbeitsbühne, dem Hubsteiger,

Foto: Sabeth Stickforth

über die entsprechende Technik, um

bundesweit die sogenannten Superposter

in großer Höhe an Hauswänden

anzubringen. Ich denke, wir haben uns

bei den Auftraggebern auch einen

guten Ruf erarbeitet. Zudem ist es ja

ganz praktisch: Die unterschiedlichen

Werbeträger lagern hier und müssen

eh an den Ort ihrer Bestimmung

transportiert werden. Warum dann

nicht gleich von den Fachleuten, die

sie funktionsfertig aufstellen? Und so

sind wir zwischen Rostock, Hamburg,

Bielefeld und Dresden unterwegs. Geht

nicht, gibt’s bei uns nicht!

Deshalb auch der Sofortservice als besondere

Dienstleistung?

Ja. Der greift bei Schäden durch Sturm, Unfälle

oder Vandalismus. Werbung ist eine

ziemlich preisintensive Sache, da haben

die Werbetreibenden auch einen Anspruch,

dass ihre Werbeträger funktionieren.

Werbung in ihren unterschiedlichen

Formen wird immer moderner.

Ja, der Trend geht natürlich zu elektronischen

Medien, wie beispielsweise die

digitalen Monitore in Einkaufszentren und

Bahnhöfen, wo wir gegenwärtig zunehmend

Aufträge realisieren. Allerdings bin

ich davon überzeugt, dass uns das klassische

Großflächenplakat, auf das die entsprechenden

Werbebotschaften geklebt

werden, noch lange begleiten wird. Weil

es eine einfach-praktische und preiswerte

Möglichkeit der Werbepräsenz ist.

Wie sieht Ihre Auftragslage für das laufende

Geschäftsjahr aus?

Gut. Mein Unternehmen ist über all die

Jahre stetig gewachsen. Ich habe das

immer als gut empfunden und der Stand

der Planung lässt mich optimistisch

in die nächsten Monate und darüber

hinausschauen.

von Brigitte Menge

FM-Aussenwerbung Frank Malong

GmbH & Co.KG

Außenwerbungsunternehmen, Berlin

Köpenicker Chaussee 47, 10317 Berlin

Tel.: 030 / 55498320

www.fm-aussenwerbung.de


34 I Rubrik Berlin-Brandenburgisches Handwerk 5 I 2017

1

Fotos (5): Sarkandy

Auf Entdeckungstour

Die Europäischen Tage des Kunsthandwerks sind in Berlin erfolgreich zu Ende

gegangen. Bei einem Bummel durch Werkstätten, Galerien und Museen am ersten

Aprilwochenende konnten Besucher allerhand lernen: über kunsthandwerkliche

Tätigkeiten und natürlich auch die schönen Dinge des Lebens.

Foto: Liebscher

Schuhe zum Beispiel. Mal sind

sie pure Leidenschaft, mal

Statement für den gelungenen

Auftritt oder auch geliebte

Treter. Maßschuhmacherin Ina

Büchs (Foto 1) kennt sie alle,

spezialisiert hat sie sich jedoch

auf Eigenkreationen aus Leder

und Textil. Da kann es auch

schon mal der Sofabezug sein,

der sie zu neuen Entwürfen

inspiriert. Natürlich widmet sie

sich auch den schiefgelaufenen

Absätzen oder gerissenen

Nähten der Lieblingsschlappen.

„Manchmal ist wirklich detektivisches

Spezialwissen gefragt,

wenn es um die Zusammensetzung

von Leim und Leder geht”,

sagt die 32-Jährige. Denn die

Schuhindustrie ändere häufig

die chemische Zusammensetzung

von Klebemitteln.

Experimentell geht es auch beim

Berlin Kreativ Kollektiv (Foto 2)

zu. In verschiedenen Vorführungen

konnten Besucher den

ganzen Tag über Einblicke in

handwerkliche Prozesse gewinnen

und Schmuckdesignern über

die Schulter schauen.

Eine Ausstellung von 40 Kunsthandwerkerinnen

und -handwerkern

des Berufsverbandes

Angewandte Kunst Berlin-

Brandenburg (Foto 6) gab es

in der KPM Königliche Porzellanmanufaktur

zu sehen, wo

auch die Europäischen Tage

des Kunsthandwerks feierlich

eröffnet wurden. Zu sehen waren

Arbeiten u. a. aus den Bereichen

Textil (Foto 6), Keramik, Leder,

Glas, Schmuck und Gerät, Holz,

Metall und Papier.

Kulturgüter bewahren und

kunsthandwerkliche Zeitzeugnisse

für die Nachwelt erhalten–

das ist die Profession von

der Ateliergemeinschaft von

Michael Janowski und Anja

Idehen. In der Werkstatt des Vergolders

und Fassmalers (Foto 3)

werden Bilder- und Spiegelrahmen

restauriert, aber auch neu

angefertigt. Alte Holzmöbel

erhalten unter seiner fachkundigen

Hand Goldapplikationen.

Auch Punzierungen, bei denen

zarte Ornamente mithilfe eines

2


Berlin-Brandenburgisches Handwerk 5 I 2017 Kultur I 35

3

4

stumpfen Nagels entstehen, oder Gravuren

und Radierungen gehören zum Repertoire von

Michael Janowski. Die Restauratorin Anja Idehen

(Foto 7) widmet sich der Baudenkmalpflege

und der Gemälderestaurierung. Aktuell ist

in der Werkstatt zu sehen, wie sie Verschmutzungen

und vergilbte Firnisschichten von einem

Ölbild entfernt.

5

Eine Kunstfertigkeit der ganz anderen Art ist in

der Werkstatt für Geigenbau bei Tanja Hidde

und Andrea Dürr zu beobachten (Foto 4). „Holz

ist ein besonderer Werkstoff”, schwärmt Tanja

Hidde. Rund 200 Stunden dauert es, bis eine

neue Geige fertig ist. Musikfreunde können

sich in der Werkstatt zur Holzauswahl bei Neubau

eines Instruments oder auch zu Reparaturen

und Restaurierungen beraten lassen.

7

Foto: Eichinger

6


36 I

Berlin-Brandenburgisches Handwerk 5 I 2017

Preisrätsel

Preisrätsel

„Berlin-Brandenburgisches Handwerk“

verlost unter allen richtigen

Einsendungen:

2 x 2 Karten für „WET TEMPTATION.

Try to resist!“ am Samstag, den

20.05.2017, 20.00 Uhr, im Mehr!

Theater am Großmarkt in Hamburg.

Wann waren Sie das letzte Mal in

Hamburg? – Schon eine Weile her?

Dann wäre doch jetzt die ideale Gelegenheit

für die Planung eines verlängerten

Wochenendes im Wonnemonat

Mai. In knapp zwei Stunden bringt Sie

der ICE in die brückenreichste Stadt

Europas, denn mit 2.486 Brücken

liegt Hamburg weit vor Amsterdam

mit 1.200 Brücken. Lieben Sie nicht

nur das raue Nordseeklima, sondern

sind auch kulturinteressiert, könnte

sich die Teilnahme an unserem

Gewinnspiel für Sie lohnen. Die

neue Tanz-Sensation verspricht

„Kreisch-Alarm!“ und hat schon über

drei Millionen Zuschauer begeistert.

Regisseur Rustam Nadirshin suchte

weltweit nach den „unwiderstehlichsten“

Tänzern, Artisten und Akrobaten

und fand 11 „attraktive, begehrenswerte,

charmante Männer“, die die

unterschiedlichsten Tanzstile vereinen.

Mit „verführerischer Körpersprache“

und technischer Perfektion zeigen sie

eine neue Tanzdimension quer durch

Klassik, Jazz, Hip-Hop und Breakdance

Akrobatik. – Das alles bei strömendem

Regen mit freiem Oberkörper,

was das eine oder andere Frauenherz

sicher höher schlagen lassen wird.

www.wettemptation.com

So können Sie gewinnen:

Schreiben Sie die Lösung auf eine frankierte

Postkarte an Berlin-Brandenburgisches

Handwerk, c/o TMM Marketing & Medien

Verlag GmbH, Kantstr. 151, 10623 Berlin,

oder schicken Sie eine E-Mail an

handwerk@tmm.de (bitte mit vollständigem

Namen, Adresse, Tel.-Nr., E-Mail-Adresse und

LÖSUNGSWORT). Die Gewinner werden

schriftlich benachrichtigt.

Boxschlag

q Golf-

begriff

franz.

Käsesorte

Ton

geschlechschaden

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d

trop.

Harz

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Kröte

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(lat.)

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(engl.)

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Eintönigkeitsgefühl

Schmelzüberzug

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Stoßwaffe

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Baskenmütze

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Berg

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Vereinigung

c d d

1 2 3 4 5 6 7 8 9

Einsendeschluss: 19.05.2017

Teilnehmen darf jeder über 18 Jahre. Ausgenommen sind Mitarbeiter

des Verlages, der Handwerkskammer sowie deren Angehörige.

Der Gewinn wird unter den richtigen Einsendungen verlost. Eine

Barauszahlung und Übertragung des Gewinns ist nicht möglich. Der

Rechtsweg ist ausgeschlossen. Durch die Teilnahme an dem Gewinnspiel

werden die Teilnahmebedingungen anerkannt. Die Gewinner

erklären sich mit ihrer Teilnahme automatisch damit einverstanden,

dass ihr Name und ihre Anschrift veröffentlicht werden dürfen.

Fotos: agenda production


Berlin-Brandenburgisches Handwerk 5 I 2017 KUlTUr I 37

DEr glÖCknEr Von noTrE DamE

Eine geschichte von liebe, rache und mitgefühl

Das Paris des 15. Jahrhunderts ist Schauplatz der dramatisch-romantischen Liebesgeschichte

des Buckeligen Quasimodo. Noch bis zum 5. November 2017 hat das Stage

Theater des Westens Berlin Disney‘s Glöckner von Notre Dame auf dem Spielplan.

Die Inszenierung basiert auf dem gleichnamigen

Zeichentrickfi lm von 1996. Es

ist die klassische Geschichte von Liebe,

Rache und Mitgefühl. Für Berlin wurde

das Buch zum Musical neu geschrieben

und um einige charaktere des

originalromans sowie neue Songs von

oscar®-Gewinner alan Menken ergänzt.

Dieser neue Glöckner von Regisseur

Scott Schwartz wird durch einen großen

chor und ein orchester in neuem Klang

erzählt.

Sie können Gutscheine über 3 x 2 Tickets

gewinnen. Bitte senden Sie dazu bis

zum 17. Mai 2017 eine E-Mail mit dem

Stichwort „Glöckner” an redaktion@hwkberlin.de.

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carmina Burana am 20. Mai 2017

im Tempodrom werden erleben:

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38 I Aktuelles

Unser Service für

Handwerksbetriebe

Mitgliedsbetriebe der Handwerkskammer Berlin können ein umfangreiches Dienstleistungsangebot

nutzen, fast immer kostenfrei. Hier eine Auswahl. Fordern Sie uns. Wir informieren und beraten Sie gern.

Fotos: reeel, iko/Fotolia

Aus- und Weiterbildung, Sekretariat,

(030) 259 03 - 347

Ausbildungsvertrag, Lehrlingsrolle, Tel:

- 346, E-Mail: lehrlingsrolle@hwk-berlin.de

Ausschuss für Lehrlingsstreitigkeiten: Eva

Taubert, - 344, taubert@hwk-berlin.de

Förderung der Berufsausbildung im Land

Berlin (FBB): Norman Popp, - 381,

n.popp@hwk-berlin.de

Lehrstellenbörse, Praktikumsbörse: - 356,

lehrstellenboerse@hwk-berlin.de

praktikumsboerse@hwk-berlin.de

Meister-BAföG und Begabtenförderung:

Jens Wortmann, - 356,

wortmann@hwk-berlin.de

Meisterprüfungen: Angelika Schönwaldt-

Dohnt, - 370, dohnt@hwk-berlin.de

Fort- und Weiterbildungsprüfungen:

Jürgen Vohl, - 365, vohl@hwk-berlin.de

Passgenaue Besetzung: - 395 oder - 409,

vermittlung@hwk-berlin.de

Bildungsstätten

Bildungs- und Technologiezentrum (BTZ):

Erneuerbare Energien, Gebäudeenergieberater:

Jean Liebing, - 454,

liebing@ hwk-berlin.de

Technische Weiterbildung: Sylvia Düring,

-424, duering@hwk-berlin.de

Kaufmännische Weiterbildung: Sabrina

Zill, -413, zill@hwk-berlin.de

Kompetenzzentrum Zukunftstechnologien

im Handwerk: Dr. Jost-Peter Kania,

- 444, kania@hwk-berlin.de

Meistervorbereitungslehrgänge: Juane

Joanny, - 405, joanny@hwk-berlin.de

Bildungs- und Innovationszentrum

(BIZWA), Aus- und Fortbildungsangebote:

Jürgen I. Päch, (03338) 39 44 60,

paech@hwk-berlin.de

Betriebsberatung, Sekretariat,

Sylvia Köckeritz, (030) 259 03 - 467

Arbeitsschutz- und Qualitätsmanagement,

ZDH-ZERT GmbH: Andreas Weise,

- 465, weise@hwk-berlin.de

Betriebsführung, Existenzgründung,

Übergabe/-nahme, Finanzierung, Fördermittel:

- 467,

betriebsberatung@hwk-berlin.de

Bewertung von Betriebseinrichtung,

Zeitwertgutachten, Steffen Noak, - 462,

noak@hwk-berlin.de

EU-Beratung, Kooperationen: Heinrich

Staudigl, - 464, staudigl@hwk-berlin.de

Meistergründungsprämie: Martin Klinn,

- 471, klinn@hwk-berlin.de

Nachfolgebörse: Robert Bach, - 360,

bach@hwk-berlin.de

Gewerbeangelegenheiten

Ausnahmebewilligungen, GmbH-Eintragungen,

Schwarzarbeit: Phillip Richter,

- 109, p.richter@hwk-berlin.de

Handwerksrolle

Änderungen, Betriebsleiterwechsel: Ines

Wiesmann, - 107, wiesmann@hwk-berlin.de

Handwerkskammerbeiträge

Claudia Kautz, - 315; Alexandra Stabernack,

- 310, beitrag@hwk-berlin.de

Rechtsberatung

Rechtliche Beratung für Handwerksbetriebe

oder rechtliche Fragen im Sachverständigen-

und Innungswesen:

Steffi Reich, - 350, reich@hwk-berlin.de

Johannes Thelen, - 393,

thelen@hwk-berlin.de

Petra Heimhold, - 391,

heimhold@hwk-berlin.de

Sachverständigenvermittlung,

Verbraucherbeschwerdestelle: Katharina

Liebsch, - 352, liebsch@hwk-berlin.de

StarterCenter Berlin

Maria Kochan, - 117, kochan@hwk-berlin.de

Selda Özdemir, -342, s.oezdemir@hwkberlin.de

Jovan Otto, -116, otto@hwk-berlin.de

Wirtschaftspolitik, Sekretariat,

Ina Kannenberg, (030) 259 03 - 358

Arbeits- und Umweltschutz, Umgang mit

Gefahrstoffen, Gefährdungsbeurteilung,

Abfall, Energie: Dr. Martin Peters, - 460,

peters@hwk-berlin.de

Digitalisierung, Innovation: Kerstin

Wiktor, -392, wiktor@hwk-berlin.de

Förderung von Frauen, Vereinbarkeit

Beruf u. Familie: Adriane Nebel, - 362,

nebel@hwk-berlin.de

Parkraumbewirtschaftung, Öffentliche

Aufträge: Svend Liebscher, - 357,

liebscher@hwk-berlin.de

Personalentwicklung, Organisation:

Gudrun Laufer, - 499, laufer@hwk-berlin.de

Weitere Ansprechpartner:

www.hwk-berlin.de


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dem, was er sucht, viele Tausend Erfolgsgeschichten von Unternehmen

in Berlin. Diese sind erzählenswert und der Beweis

dafür, dass ein Inserat in Gelbe Seiten das eigene Angebot

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wir uns jedes Jahr auf die Suche nach diesen Erfolgsgeschichten

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aus 2016, die mit viel Mut und Leidenschaft erfolgreich in der

Berliner Unternehmenslandschaft vertreten sind.

Das Erfolgsduo: Gundula Mohr und Jennifer Mohr Inhaber von KULA-HOLZ: Pascal Holz Dekorateurin aus Leidenschaft: Heike Belgert

Gundula und Jennifer Mohr sind so etwas

wie die Pioniere des Branchenzweigs

Trocknungstechnik. Was in den 80er Jahren

noch völliges Neuland war, ist heute

nicht wegzudenken: Für Wasserschäden

jeglicher Art bieten die Mohrs ihren Kunden

optimalen Service und innovative

Lösungen an. Der rund um die Uhr erreichbare

Notdienst ist dabei genauso wichtig

wie die Förderung von Innovationen.

Heute führt Jennifer Mohr das Erfolgsunternehmen

in zweiter Generation. Investitionen

in Werbung sind für sie ein Muss,

da der Konkurrenzkampf größer wird.

Trotzdem blickt Mohr optimistisch in die

Zukunft. Das hat zwei Gründe. Erstens ist

Mohr Trocknungstechnik insgesamt bestens

aufgestellt, und zweitens: „Wasserschäden

wird es immer geben.“

Holz steckt bei Pascal Holz nicht nur im

Nachnamen, denn er führt das erfolgreiche

Unternehmen KULA-HOLZ, bei dem

sich wirklich alles um Holz dreht. Für ihn

stand bereits früh fest, dass er irgendwann

in die Fußstapfen des Vaters treten

wird. „Jedes Stück, das hier liegt, habe ich

selber im Wald eingekauft“, erklärt der

erfolgreiche Unternehmer. Auch die Holzbranche

ist Trends unterworfen. Derzeit

zielt alles auf Nachhaltigkeit. Nicht verwunderlich

ist somit, dass immer mehr

Architekten und Bauherren auf Holz setzen

und die Produkte von Holz nachfragen.

Aber auch Möbelhersteller gehören

zu seinen Stammkunden und bringen

immer öfter auch ihre Endkunden mit zu

KULA-HOLZ, um sich das Holz direkt vor

Ort auszusuchen.

Möchte man sein Ladengeschäft optimal

präsentieren, dann ist man bei Heike

Belgert, der Inhaberin des Werbeateliers

Art Window, genau richtig. Belgert hat

sich mitten in Berlin ein festes Standbein

aufgebaut. Neben der Schaufenstergestaltung

setzt sie Messestände, Firmenevents

oder Familienfeiern um und verspricht,

dabei „originell, wagemutig und

anders“ zu sein. Nicht verwunderlich ist

somit, dass viele ihrer Kunden dem Unternehmen

seit der Gründung treu geblieben

sind. Obwohl immer mehr im Internet

eingekauft wird, birgt das Dekorieren von

Schaufenstern noch großes Potenzial. Je

weniger Läden auf hochwertige Dekoration

setzen, desto mehr stechen die maßgeschneidert

gestalteten Schaufenster

von Belgert heraus.

Lesen Sie die kompletten Erfolgsgeschichten unserer

Gewinner auf www.erfolgsgeschichten.berlin


40 I Aktuelles

Berlin-Brandenburgisches Handwerk 5 I 2017

Impressum

Herausgeberin:

Handwerkskammer Berlin

Blücherstraße 68

10961 Berlin

Telefon (030) 2 5903–01

Telefax (030) 2 5903–235

Internet: www.hwk-berlin.de

E-Mail: info@hwk-berlin.de

ISSN 0939–44 43

Foto: shaiith/Fotolia

„Berlin-Brandenburgisches Handwerk“

ist das offizielle Mitteilungsblatt der

Handwerkskammer Berlin.

Redaktion:

Elke Sarkandy (Chefredakteurin),

Tel.: 2 59 03–2 30

E-Mail: sarkandy@hwk-berlin.de

Marina Wolf, App. –1 19

Birgit Wittenberg, App. –226

Verlag, Druck und Anzeigen:

TMM Marketing & Medien Verlag GmbH

Kantstr. 151, 10623 Berlin

Telefon (030) 2 06 26 73,

Fax (0 30) 2 06 26 75 0

E-Mail: handwerk@tmm.de

Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 31

vom 1. Januar 2016.

Gestaltung:

Redaktion und scottie.design

Erscheinungsweise:

10 Ausgaben pro Jahr

Abonnement:

Für Mitgliedsbetriebe der Handwerkskammer

Berlin ist der Bezugspreis mit

dem Handwerkskammerbeitrag abgegolten.

Der Einzelverkaufspreis beträgt

4 €, das Jahresabonnement kostet 40 €

(Preise einschl. 7% MwSt.).

Ihre Bestellwünsche richten Sie bitte

an TMM Marketing & Medien Verlag

GmbH, Telefon (030) 2 06 26 73.

Die mit dem Namen des Verfassers

oder seinen Initialen gekennzeichneten

Beiträge geben die Meinung des

Verfassers wieder, aber nicht unbedingt

die Ansicht der Handwerkskammer. Für

unverlangt eingesandte Manuskripte,

Fotos, Grafiken und Illustrationen

übernehmen wir keine Haftung.

Diese Zeitschrift wird

geprüft durch die Informationsgemeinschaft

zur Feststellung

der Verbreitung

von Werbeträgern e.V.

Schuhmacherwerkstatt seit 50 Jahren

Dieser Schuhmachermeister ist bei seinen Leisten geblieben: Seit einem

halben Jahrhundert kümmert sich Wolfgang Mistelbauer mit Leib, Seele und

technischem Know-how um die Fußbekleidung seiner Kunden: zum Wandern,

Lustwandeln oder für den großen Auftritt.

Gerade mal 22 Jahre war er damals

jung, als er sich als Nachkriegskind in

die Handwerksrolle eintragen ließ und

sich mit seiner ersten Werkstatt selbstständig

machte - „mit einer Ausnahmegenehmigung”,

betont er. Heute blickt er

,71-jährig, auf Hunderttausende Schuhe

zurück, denen er zu neuem Leben verholfen

hat. Auch bei Fußproblemen ist er zur

Stelle, denn Meister Mistelbauer führt

Geburtstage

85 Jahre

Joachim Köppe, Geschäftsführer

Ing. J. Köppe & Co. GmbH, 24. Mai

80 Jahre

Fred Witt, Klempnermeister, 16. Mai

71 Jahre

Bernd Korella, Ehrenmitglied der

Fleischer-Innung Berlin, 5. Mai

70 Jahre

Marie-Henriette Schlack, Friseurmeisterin,

6. Mai

Frank Jüttner, Komplementär der Jüttner

Orthopädie KG, 15. Mai

Irene Klamann, Friseurmeisterin, 30. Mai

auch Zurichtungen an orthopädischen

Schuhen durch. Von 2002 bis 2009

war er Meisterbeisitzer im Ausschuss

für Berufsbildung seiner Innung. Seine

Meisterprüfung legte das Friedrichshainer

Urgestein bereits 1974 ab. Damit ist

er heute fast ein Exot: Die Handwerkskammer

Berlin verzeichnete 2016 nur

eine einzige abgelegte Meisterprüfung in

diesem Handwerk.

65 Jahre

Ernst Lukowski, Mitglied der Vollversammlung

der Handwerkskammer Berlin,

8. Mai

Hans Wiese, Gas- und Wasserinstallateurmeister,

12. Mai

63 Jahre

Thomas Lundt, Mitglied der Vollversammlung

der Handwerkskammer Berlin,

26. Mai

61 Jahre

Peter Hoppe, Obermeister der Kürschner-

Innung Berlin, 13. Mai

60 Jahre

Peter Roll, Zentralheizungs- und Lüftungsbauermeister,

5. Mai


Berlin-Brandenburgisches Handwerk 5 I 2017 Jubiläen I 41

Karl-Heinz Beeskow, Geschäftsführer

Gleichfeld Gebäudereinigung, 11. Mai

Peter Schwarzwälder, Gas- und Wasserinstallateurmeister,

29. Mai

54 Jahre

Jörg Spott, stellv. Mitglied der Vollversammlung

der Handwerkskammer Berlin,

14. Mai

Torsten Weber, Obermeister der Innung

Parkett und Fußbodentechnik Nordost,

15. Mai

53 Jahre

Gundula Käsler, stellv. Mitglied der

Vollversammlung der Handwerkskammer

Berlin, 10. Mai

52 Jahre

Stephan Schwarz, Präsident der Handwerkskammer

Berlin, 15. Mai

Axel Pönisch, stellv. Mitglied der Vollversammlung

der Handwerkskammer Berlin,

20. Mai

50 Jahre

Ronald Horstmann, stellv. Mitglied der

Vollversammlung der Handwerkskammer

Berlin, 9. Mai; Ronny Reinhold, stellv.

Mitglied der Vollversammlung der Handwerkskammer

Berlin, 14. Mai

49 Jahre

Erdinc Zayim, Obermeister der Karosserieund

Fahrzeugbauer-Innung Berlin, 5. Mai

Peter Lehmann, stellv. Mitglied der

Vollversammlung der Handwerkskammer

Berlin, 16. Mai

45 Jahre

Mario Hübner, Mitglied der Vollversammlung

der Handwerkskammer Berlin,

3. Mai

Erik Paßow, stellv. Mitglied der Vollversammlung

der Handwerkskammer Berlin,

6. Mai

38 Jahre

Johannes Kamm, Geschäftsführer der

Bäcker-Innung Berlin, 29. Mai

Meisterjubiläum

55 Jahre Meister

Günter Nitschke, Zahntechnikermeister,

21. Mai

40 Jahre Meister

nachträglich: Monika Zahl, Friseurmeisterin,

26. April

30 Jahre Meister

Peter Kramm, Kraftfahrzeugmechanikermeister,

20. Mai

25 Jahre Meister

Mario Beyer, Dachdeckermeister, 23. Mai

Wolfgang Algie, Dachdeckermeister,

25. Mai

Betriebsjubiläum

50-jähriges Bestehen

Wolfgang Mistelbauer, Schuhmachermeister,

1. Mai

25-jähriges Bestehen

Peter Brederlau, Gas- und Wasserinstallateurmeister,

1. Mai

Masuch GmbH, Ofen- und Luftheizungsbau,

26. Mai

Betriebliche Zugehörigkeit

25 Jahre im Betrieb

Andre Kunst, beschäftigt bei der Firma

Stehmeyer + Bischoff Berlin GmbH & Co.

KG, 4. Mai

Carsten Brands, beschäftigt bei der

Firma Bilfinger Wolfferts Gebäudetechnik

GmbH, 11. Mai

Liebe Leserinnen und Leser,

auf dieser Seite veröffentlichen

wir Ihre Glückwünsche zu runden

Geburtstagen (ab 60 Jahre) und

andere Jubiläen (ab 25 Jahre). Unabhängig

davon werden Geburtstage

ehrenamtlich Tätiger immer

genannt.

Da das Archiv der Handwerkskammer

im Zweiten Weltkrieg zerstört

wurde, existieren über frühere

Firmengründungen keine vollständigen

Daten mehr. Außerdem leiten

nicht alle Innungen die Jubiläen

ihrer Mitglieder an die Handwerkskammer

weiter.

Bitte informieren Sie deshalb die

Redaktion, wenn Sie einen Veröffentlichungswunsch

haben – gern

mit einem entsprechenden Nachweis

über das Eintragungsdatum

Ihres Betriebes:

Fax (0 30) 2 59 03–2 35

E-Mail: redaktion@hwk-berlin.de

Sachverständigenwesen

Amtliche Bekanntmachung

gemäß § 8 SVO der Handwerkskammer

Berlin

Löschung

Elektrotechniker-Handwerk:

Rainer Botzenhardt, Teilgebiet Kommunikations-

und Sicherheitstechnik

Berlin, 6. April 2017

Schwarz

Präsident

Wittke

Hauptgeschäftsführer


42 I Vorschau

Berlin-Brandenburgisches Handwerk 5 I 2017

Das lesen Sie im nächsten

handwerk

Berlin-Brandenburgisches

Fahrplan für die Sanierung

Neue Impulse in Sachen Energiewende geben die

Berliner Energietage 2017. Schwerpunkt: Wie

gelingt es bei der energetischen Sanierung,

Wärme, Elektrizität und Mobilität intelligent

in einem effizienten Energiesystem zu koppeln?

Lesen Sie außerdem, wie das Beratungsinstrument

Sanierungsfahrplan Handwerkern und

Kunden nützen soll.

Spielerpotenzial fürs Handwerk

Die Electronic-Games-Branche treibt seit Jahren

die Entwicklungen im IT-Bereich an: Nicht

erst seit gestern nutzen auch andere Wirtschaftszweige

– die klassische Industrie,

der Handel, aber auch das Handwerk

dieses immense Innovationspotential. Wir

berichten über interessante Entwicklungen.

Die Jungs aus

der Zoohandlung

Die Pet Shop Boys kommen mit einer Zusatztour

nach Deutschland. Das britische

Pop-Duo präsentiert sein „Super”-Album am

1. Juli 2017 live in der Mercedes-Benz-

Arena. Dafür verlosen wir in der

nächsten Ausgabe 2 x 2 Tickets.

Foto: fotomek/Fotolia; xiaoliangge/Fotolia; Joseph Sinclair


Senta Berger präsentiert

Donnerstag, 20. Juli, 19.30 Uhr

First Night

Highlights aus Film und Musical

In Zusammenarbeit mit dem Rundfunk Berlin–Brandenburg (rbb)

– Großes Feuerwerksfinale –

Freitag, 21. Juli, 19.30 Uhr

Lucia Aliberti präsentiert

Belcanto – Musik der großen Gefühle

Samstag, 22. Juli, 19.30 Uhr

Opera Italiana in Licht und Feuer

Die große Nacht der italienischen Oper

Sonntag, 23. Juli, 19.30 Uhr

Vier Pianisten – Ein Konzert

Joja Wendt, Sebastian Knauer, Axel Zwingenberger & Martin Tingvall

Montag, 24. Juli, 19.30 Uhr

Till Brönner Orchestra


Handwerkskammer Berlin

Blücherstraße 68 · 10961 Berlin

www.hwk-berlin.de

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