SHE works! Frauen - Wirtschaft - Karriere

sheworks

Berufstätige Mütter - immer im Spagat zwischen Selbstverwirklichung und der Erfüllung gesellschaftlicher Erwartungen. Arbeiten gehen, Kinder bekommen, Karriere machen, Haushalt schmeißen und noch dazu alles lächelnd unter einen Hut bringen. Kommt Ihnen diese Situation bekannt vor? Uns schon! Das eigene Lebensmodell? Leben Sie es! Und pfeifen Sie auf Konventionen!

SHE

works!

Frauen-Wirtschaft-Karriere

Ausgabe 7/ April 2017

Berufstätige Mütter -

Spagat zwischen Selbstverwirklichung

und gesellschaftlicher Erwartung


Inhalt

Editorial

Seite 3

Titelthema:

Berufstätige Mütter:

Rabenmutter oder

Superwoman

Seite 4

BMFSFJ: Maßnahmen für mehr

Vereinbarkeit

Seite 8

“Mütter dürfen sich selbst nicht

vergessen” - Julia Freiberg,

Gründerin YogiMama

Seite 9

NEWS

Seite 12

FRAUEN haben RECHT(e)

Seite 14

Hilfe, ich hab kein Netz

Seite 15

Terminkalender

Seite 16

5. Unternehmerinnen-

Safari

Seite 18

Das Letzte...

Seite 19

2

Herausgeber:

Anschrift:

Vertreten

durch:

SHE works!

Schäufele & Brößling GbR

Lotzestr. 22c

37083 Göttingen

stockWERKsüd

✆ 0551/4899075

info@she-works.de

Carolin Schäufele

Katja Brößling

V.i.S.d.P. Carolin Schäufele

(gem. § 55 Abs. 2 RStV)

Layout:

Fotonachweis:

Internet:

Katja Brößling

Impressum

Titelseite: @Viacheslav lakobchuk /fotolia

Seiten 2,3,12,13,15,18,20: pixabay

Seite 4 @Frank Gärtner/fotolia

Seiten 9,11: privat, Julia Freiberg

Seite 13: Die Astronautin

www.she-works.de

Social Media:

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http://www.twitter.com/SHEworksDE


EDITORIAL

Liebe Leserinnen und Leser,

arbeiten gehen, Kinder bekommen, Karriere

machen, Haushalt schmeißen und noch dazu alles

lächelnd unter einen Hut bringen. Kommt Ihnen

diese Situation bekannt vor? Uns schon!

Wir haben eine gute Ausbildung, Kinder, sind

arbeiten gegangen und haben versucht, beruflich

weiterzukommen. Die Reaktionen auf unser Tun

waren unterschiedlich. Vom großen Staunen, was

wir alles schaffen, bis hin zu einer verärgerten

Ablehnung war alles dabei. „Ihr modernen Frauen

müsst ja immer überall dabei sein, um bloß nichts

zu verpassen!“, so eine Nachbarin erst kürzlich.

Und wir? Wir stehen vor diesen Aussagen und

wissen eigentlich häufig nicht genau, was sagen

und was tun. Wie geht man um mit Anwürfen wie

Rabenmutter? Wie schaffen wir den Spagat

zwischen dem Anspruch von außen und unserem

eigenen was Anerkennung und Vereinbarkeit

betrifft? Und wir stellen dabei fest, dass die

Vereinbarkeit verdammt schwer ist. Sind wir

berufstätig, suchen uns den Job, der uns erfüllt

und zufriedenstellt, begegnen wir häufig einem

Nicht-ernst-genommen-werden. Unsere Jobs und

Selbstständigkeiten werden abgetan als

Strickliesel und Beschäftigungstherapie. Oder wir

haben Jobs, die dem Gegenüber Anerkennung

abverlangt, aber werden dann mit der Frage

konfrontiert, ob wir dann noch Platz und Zeit für

Kind und Haushalt haben.

Alles keine neuen Erkenntnisse, leider altbekannte

Tatsachen. Um „Rabenmama und Superwoman”

geht es auch in unserem Titelthema auf Seite 4.

Und damit manches vielleicht ein bisschen

einfacher läuft, was Vereinbarkeit von Kind und

Karriere angeht, haben wir alle gesetzlichen

Neuerungen der letzten Wochen

zusammengetragen und hier gebündelt

aufgeführt, Seite 14.

Wir bereiten uns nun vor auf unser nächstes

Magazin, das das große Thema Transformation

und Digitalisierung trägt. Angelehnt an das Motto

der diesjährigen women&work. Ein spannendes

und vor allem unglaublich wichtiges Thema.

Bis dahin wünschen wir sonnige Tage!

Carolin Schäufele &

Katja Brößling

Wenn man unserer selbstgewähltes Lebensmodell

endlich anerkennen würde, wären wir einen

schritt weiter. Aber ist es die Anerkennung, die

uns fehlt? Ist es das, was andere uns

entgegenbringen müssen, oder liegt es an uns,

dass wir uns viel zu klein verkaufen und häufig

zurückstecken?

3


Rabenmutter oder Superwoman?

Berufstätig als Mutter ohne schlechtes Gewissen

von Katja Brößling

4

Wer berufstätig als Mutter die Familie

miternährt, kennt die typischen Fragen:

Wieso bekommst Du ein Kind, wenn Du

dann arbeiten gehst? Hast Du kein

schlechtes Gewissen, wenn fremde

Menschen Dein Kind betreuen? Oder, noch

schlimmer: Wer sich Kinder nicht leisten

kann, sollte eben keine bekommen.

Frischgebackene Mütter sind oftmals so

verstört wie verblüfft, wenn sie erstmals

mit dem Phänomen der Umfeldkontrolleure

konfrontiert worden. Fremde,

Freunde, Verwandte, Nachbarn und

flüchtige Bekannte sondern Empfehlungen

und Maßregelungen ab, äußern sich

kritisch und haben ihre eigenen Ansichten,

wie eine neue Mama zu sein hat. Man

gewöhnt sich auch später oder mit

mehreren Kindern eher nicht daran, dass

gefühlt jeder stets ungefragt eine

bevormundende Meinung hat:

Als Mutter kann man es einfach nicht

richtig machen

Wer daheim bleibt, bekommt keinen

goldenen Fleißstern am Band, sondern das

abschätzige Etikett »Hausfrau« verpasst.

Auch wer sich als Mama selbstständig

macht, darf sich darauf einstellen, kritisch

beäugt zu werden. Es ist nicht selten, dass

das eigene Umfeld einer gründenden

Mutter in den Rücken fällt und sich

ungefragt kommentierend einmischt. Das

kann berechtigte Wut erzeugen, vor allem

ber wird es gelegentlich entmutigen und

mürbe machen.

Berufstätig als Mutter:

Wertende Kommentare von

Beobachtern aus dem privaten und

beruflichen Umfeld

Vielleicht sind Sie auch schon mit

Kommentaren für Ihren Lebensentwurf

bedacht worden und mussten sich damit

auseinandersetzen, dass andere Menschen

sich als Erziehungsberechtigte für Ihre

Erziehungssituation aufspielen. Häufig sind

die sanft-subtilen Seitenhiebe dabei sogar

viel schlimmer als knallharte Kritik:

Die lieben Kollegen von fest angestellten

Frauen lassen gelegentlich durchblicken,

dass es doch schön sein muss, immer in

den Schulferien Urlaub zu bekommen. Die

Schwiegermutter merkt an, dass freie

Zeiteinteilung zu Ungunsten der Kinder

eigentlich nicht sein müsste.


Die Freundin seit Kindertagen flötet, dass

sie sich keinen erfüllenderen Job vorstellen

kann, als ihr Kind selbst zu erziehen. Die

Nachbarin fragt, ob Sie keine Angst haben,

die schönsten Momente zu verpassen –

was, wenn fremde Menschen die ersten

Schritte und Erlebnisse abgreifen?

Mit so viel Gegenwind und Seitenhieben ist

es manchmal schwierig, bei Laune und im

Beruf leistungsfähig zu bleiben.

Doch ein schlechtes Gewissen lähmt und

belastet. Sie fühlen sich damit wie die

sprichwörtliche Rabenmutter. Gerade weil

Eltern so herzlich gerne alles richtig

machen möchten für ihr Kind oder ihre

Kinder, gerade deswegen wirft jeder

Seitenhieb eine Mutter zumindest

kurzfristig innerlich aus der Bahn.

Unter Zeitdruck und der doppelten

Anforderung an gute Organisation

gleichzeitig eigenen und fremden

Ansprüchen gerecht zu werden, das ist alles

andere als einfach. Die anderen wirken

außerdem aus der Entfernung oft wie

Superwoman und scheinen mühelos alle

Aufgaben zu jonglieren. Sie selbst fühlen

sich wie eine Rabenmutter, weil Erfüllung

irgendwie anders aussieht. Was nun?

Gut organisiert über den Dingen

stehen:

Berufstätig als Mutter müssen Sie es

nur sich selbst recht machen

In dieser Situation ist es hilfreich, wenn Sie

innerlich einen Schritt zurücktreten und

Abstand zu den Kritikern gewinnen. Wer

außer Ihnen und Ihrem Partner muss denn

überhaupt Ihren persönlichen Ansprüchen

an Erziehung genügen? Doch nur die

Personen, die tatsächlich an der Familie

beteiligt sind und Verantwortung

übernehmen. Alle anderen werden zwar

weiterhin Geräusche machen, die man

auch als Einmischung interpretieren

könnte.

Aber darauf müssen Sie sich ja gar nicht

erst einlassen.

Auf der folgenden Seite haben wir fünf

Tipps für mehr innere Ausgeglichenheit im

Alltagsstress für Sie. Schließlich sind die

anstehenden Aufgaben schon stressig

genug, ohne dass Sie noch ständig ins

Grübeln geraten.

Fakt:

Unbezahlte Hausarbeit, Kinderbetreuung und Angehörigen-Pflege wird in

Deutschland zum überwiegenden Teil weiterhin von Frauen geleistet. Das

ergab eine Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts

(WSI) der Hans-Böckler-Stiftung. Frauen bringen demnach 60% mehr Zeit für

unentlohnte Hausarbeiten auf als Männer. Selbst wenn beide Vollzeit

arbeiten leistet die Frau noch 3 Stunden Hausarbeit, der Mann maximal 2

Stunden.

Hier geht es zur Seite des WSI

5


5 TIPPS GEGEN EIN SCHLECHTES GEWISSEN UND FÜR

MEHR ALLTAGSQUALITÄT

1. Niemand lebt Ihr Leben. Einfach nicht verunsichern lassen, wenn

andere behaupten, alles anders zu machen. Ohne in Ihrem Leben mit

Ihrem Alltag Ihren Job mit Ihrem Kind alles zu machen, wissen die

anderen sowieso nicht, wovon sie da reden.

2. Keine Zeit versenken. Sie können mit jeder und jedem diskutieren,

der alles ganz anders machen würde. Oder Sie können Vorhaltungen

einfach freundlich lächelnd abtropfen lassen und sich höchstens für

den spannenden Input bedanken.

3. Aufgaben gerecht verteilen. In jeder Partnerschaft und jeder Familie

sind Talente und Bereitwilligkeit unterschiedlich verteilt. Finden Sie

langfristige Lösungen und Aufteilungen für Alltagsaufgaben, um

diese nicht immer wieder besprechen zu müssen. Checken Sie diese

dann aber ab und zu darauf, ob sie noch praxistauglich sind.

4. Gute Organisation spart Zeit und Nerven. Nutzen Sie für

Rechnungslegung und Buchhaltung Profi-Anwendungen wie

lexoffice, statt mit Excel-Listen zu hantieren und Belege mühsam

manuell zu scannen. Diese Zeit ist besser in die Familie investiert als

in Organisatorisches.

5. Perfektionismus verabschieden. Wenn alles klappt wie geplant, ist

das wunderbar. Spätestens in der ersten Kita-Saison wird das aber

vorbei sein, wenn das kindliche Immunsystem jeden Infekt

durchprobiert. Machen Sie sich dann nicht verrückt. Sondern einfach

immer weiter.

Drückt das schlechte Gewissen doch einmal, findet sich mit Sicherheit in

Frauennetzen ein offenes Ohr und ein bisschen solidarische Stütze. Denn

für Sie, berufstätig als Mutter, gilt nun mal: Wenn Sie beide Ihr Bestes

geben, geht sicherlich auch mal etwas daneben. Aber die meiste Zeit geht

es genau darum:

Sie geben berufstätig als Mutter Ihr Bestes – und das ist mehr als genug.

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ISA – International Sound Awards und

ABAWARDS beim Reeperbahn Festival

2017

Im zweiten Jahr der Partnerschaft mit dem

Reeperbahn Festival vergibt die Audio

Branding Academy erstmalig die „ISA -

International Sound Awards“. Unter dem

Motto „Make the world sound better!“

werden am 21. September im legendären

Club Grünspan die besten und

innovativsten Klangkonzepte und Sound

Solutions mit diesem neuen Preis geehrt.

Die Kategorien reichen von

Klangarchitektur über Digitale Sound

Anwendungen bis hin zu Sonic User

Interfaces. Ein weiterer Preis, den die Audio

Branding Academy in St. Pauli auslobt, sind

die ABAWARDS - Audio Branding Awards.

Cornelius Ringe, Initiator der Audio

Branding Academy: „Wir haben die

International Sound Awards ins Leben

gerufen, um der Relevanz von Sound im

modernen Alltag mehr Beachtung zu

schenken. Durch die Digitalisierung all

unserer Lebensbereiche müssen wir uns

mehr als je zuvor der Frage stellen, wie wir

unsere auditive Umwelt gestalten wollen.

Die besten Konzepte und Lösungen für

einen bewussten Umgang mit Musik, Klang

und Stille werden am 21. September

erstmalig mit unserer Trophäe, der Glocke

ISAbell und ISAbell Grand Prix,

ausgezeichnet. Zudem werden alle

Nominierungen als ‚Better Sound’

gewürdigt.“

Ab sofort bis 24. Mai 2017 werden Bewerbungen angenommen.

Weitere Informationen zu den Teilnahmebedingungen der International Sound

Awards unter: www.international-sound-awards.com .

7


BMFSFJ: Maßnahmen für mehr

Vereinbarkeit weiter vorantreiben

von Carolin Schäufele

Eine neue Studie der Organisation für

wirtschaftliche Zusammenarbeit und

Entwicklung unterstützt den aktuellen Kurs

des Bundesfamilienministeriums: Mit dem

Ausbau der Kinderbetreuung und der

Ausgestaltung des Elterngeldes sind

wichtige Voraussetzungen für mehr

Vereinbarkeit von Familie und Beruf

zwischen zwei Elternteilen geschaffen.

Dennoch gibt es noch

Verbesserungsbedarf: Die geplante

Familienarbeitszeit ist dabei eine wichtige

Wegmarke.

In ihrem Bericht „Dare to Share –

Deutschlands Weg zur Partnerschaftlichkeit

in Familie und Beruf“ stellt die Organisation

für wirtschaftliche Zusammenarbeit und

Entwicklung (OECD) die Bedingungen einer

guten Vereinbarkeit von Beruf und Familie

und die tatsächliche Aufgabenteilung von

Eltern in einen internationalen Vergleich.

Sie bescheinigt Deutschland große

Fortschritte bei der Unterstützung

erwerbstätiger Eltern und der Förderung

einer partnerschaftlichen Aufgabenteilung

zwischen den Eltern.

Ziel ist, dass beide Eltern sowohl Zeit für

die Familie haben als auch im Rahmen ihrer

Wünsche ihre berufliche Entwicklung

verfolgen können. Die Einführung und

Fortentwicklung des Elterngeldes und die

erhöhten Investitionen in frühkindliche

Betreuung, Bildung und Erziehung, bieten

Eltern heute bessere Möglichkeiten Familie

und Beruf zu vereinbaren. Ein Wandel der

Einstellungen und Wahrnehmungen der

Bevölkerung hat diesen politischen

Kurswechsel begünstigt.

8


“Mütter dürfen sich selbst nicht vergessen!”

Julia Freiberg, Gründerin von YogiMama/YogiJulia

von Carolin Schäufele

Julia Freiberg gibt Yogakurse speziell für

Schwangere und junge Mütter. SHE works!

hat sie nach ihrer Gründungsgeschichte

gefragt.

Frau Freiberg, Sie bieten spezielle

Yogakurse an. Können Sie Ihr

Unternehmen kurz vorstellen?

Die Yogarichtung, die ich unterrichte ist

Kundalini Yoga. Das ist eine Yogarichtung,

die sehr viel Fokus auf Pranayama (die

Führung des Atems) und die Meditation

legt. Yogi Bhajan, der dieses Yoga in den

1970ern in den Westen brachte, sagte, es

sei ein Yoga für den Menschen, der mitten

im Leben steht – mit allen Anforderungen,

die das moderne Leben mit sich bringt. Es

gibt viele dynamische Übungen, die einen

schon in der Übungsreihe in eine

Meditation führen. Man lernt viel über sich

beim Praktizieren von Kundalini Yoga.

Mein Unternehmen heißt YogiJulia. Ich

habe meinen Fokus momentan, neben zwei

klassischen Kursen, auf Schwangere und

junge Eltern, speziell junge Mütter gelegt.

Alles über meine Kurse für Schwangere und

Eltern (auch meinen Blog) findet man unter

YogiMama. Da ich selbst Mutter eines fast

Dreijährigen bin, weiß ich, wie wenig Zeit

und Raum für einen selbst bleibt in dieser

Lebensphase. Ich möchte jungen Müttern

und Vätern durch meine Kurse die

Möglichkeit geben, etwas für sich zu

machen und das Kind mitnehmen zu

Dr. Martina Henn-Sax

können. In der Elternzeit machen die

meisten Eltern unzählige

Krabbel/Pekip/Pikler/Kontakt und

Bewegungskurse für ihre Kinder. Ich

möchte Kurse für die Eltern anbieten. Denn

ich bin überzeugt: Glückliche Eltern =

Glückliche Kinder.

Was gab den Impuls sich selbstständig zu

machen?

Meine Leidenschaft zum Kundalini Yoga auf

der einen Seite. Ich habe meine Kraftquelle

entdeckt und mag dies weitergeben. Und

auf der anderen Seite bin ich durch die

Elternzeit aus meinem alten Beruf, der der

Fremdsprachenkorrespondentin,

herausgegangen. Als es dann daran ging zu

überlegen, wie es weitergeht, wenn mein

Sohn in die Krippe kommt, stand für mich

fest, dass die Selbstständigkeit mir und

meiner Familie die Flexibilität gibt, die wir

brauchen.

9


10

Mein Mann arbeitet Vollzeit und ich wollte

nachmittags für meinen Sohn da sein. Nun

kann ich meine Kurse so legen, wie es für

uns passt. Vormittags, wenn der Kleine in

der Krippe ist. Das ist ja sowieso die Zeit, in

der die jungen Eltern meine Kurse

besuchen können. Und abends, wenn mein

Mann zuhause ist. Eine Zeit, in der die

Menschen Feierabend haben und Zeit für

Yoga.

Was waren oder sind die größten

Hemmnisse bei der Gründung?

Die Vielzahl an Dingen, die es zu beachten

gibt. Von freiwilliger Arbeitslosenversicherung

bis hin zu Betriebshaftpflicht.

Es gibt niemanden mehr, der dies für einen

übernimmt. Als Angestellte machte das das

Personalbüro. Jetzt muss man selbst Alles

im Blick haben. Erst einmal einen Überblick

darüber zu bekommen war eine

Herausforderung. Und, für mich bleibt der

größte Punkt: der finanzielle Aspekt. Man

hat kein geregeltes Einkommen und daher

sind die Finanzen und auch die Sorgen

darum, gerade in der Anfangszeit, ein

großer Punkt.

Als Sie die Idee zur Selbstständigkeit

hatten, hatten Sie Unterstützung bei der

Umsetzung?

Mein Mann hat mich von Anfang an

unterstützt. Ohne seine Expertise und

seinen Rat hätte ich es sehr viel schwerer

gehabt.

Haben Sie Förderprogramme genutzt bzw.

beantragt?

Auch hier fühle ich mich sehr unterstützt.

Ich war nach der Elternzeit als

arbeitssuchend eingetragen und habe aus

dieser Situation heraus gegründet. Ich hatte

eine wirklich unterstützende Beraterin vom

Arbeitsamt, habe den Gründungszuschuss

beantragt und erhalten. Das war, gerade im

ersten Jahr, wo man sich erst einmal einen

Namen machen muss und die Kurse

anlaufen müssen, eine riesige Hilfe.

Außerdem habe ich bei der

Gründungsberatung Mobil hier in Göttingen

einige Seminare besucht und fühlte mich

dadurch gut gerüstet, was den Businessplan,

die Steuern, die Buchhaltung anbelangt. Vor

kurzem habe ich hier noch ein Seminar

#halloKunde, mit Carolin Schäufele besucht

und bin nun auch dabei Social Media mehr

für YogiJulia zu nutzen.

Rückblickend auf die erste Zeit nach der

Gründung, würden Sie heute alles noch

einmal genauso machen?

Tatsächlich ja. Ich habe seit der Gründung

vor knapp 1 ½ Jahren tatsächlich nichts

unversucht gelassen, meine Kurse versucht,

so gut wie möglich zu bewerben. Ich habe

nach Kooperationspartnern gesucht und

neue Konzepte erdacht. Einiges davon hat

geklappt, vieles nicht. Einiges trägt erst nach

Monaten Früchte. Das ist wahrscheinlich

auch die größte Lehre die ich aus dieser Zeit

ziehe. Das nichts umsonst ist. Die Mühe, die

Kraft, die Ideen führen vielleicht nicht sofort

zum Ziel, aber oft hat sich aus einer Absage,

die ich auf eine Anfrage erhielt, später eine

Zusammenarbeit entwickelt, weil die Leute

sich an mich erinnert haben. Es lohnt sich

immer, Dinge anzugehen.


Ihr Tipp für andere Gründerinnen?

Wenn Unwissenheit oder Unsicherheiten in

Bereichen bestehen, sich Hilfe zu suchen –

Seminare, Beratungen wahrnehmen. Nicht

enttäuscht sein, wenn die Dinge sich erst

einmal nicht so entwickeln, wie man es sich

gewünscht hat. Sondern weiterzumachen.

Auf meiner Islandreise vor ein paar Jahren

habe ich von einer Frau gelesen, Vilborg

Gissurardóttir, die allein die Antarktis

durchquert hat. Ihr treffendes Motto

begleitet mich seitdem:

Wenn Du etwas wirklich willst, findest Du

einen Weg. Wenn nicht, wirst Du eine

Entschuldigung finden.

Julia Freiberg

11


++NEWS +++ NEWS +++ NEWS ++

Unternehmerinnen empfinden

mehr Verantwortung

Frauen in Kreativbranche

überdurchschnittlich benachteiligt

Egal ob Aufstiegschancen, Einkommen oder

der Bezug von Fördergeldern – Frauen

haben in der Film- und Werbewirtschaft

immer noch das Nachsehen gegenüber

ihren männlichen Kollegen. Das ergab eine

neue Studie von Filestage. 81 Prozent der

Führungspositionen besetzen nach wie vor

Männer. Und so verteilen sich auch

Fördermittel.

Alle Fakten im Überblick

ZITAT:

“Ob mir ein Mann

seinen Sitz in der

Straßenbahn anbietet,

ist mir egal.

Er soll mir einen Sitz in

seinem Aufsichtsrat

anbieten.”

Die Unternehmerinnenumfrage 2017, eine

vergleichende Erhebung des Verbands

deutscher Unternehmerinnen (VdU) und

der Deutschen Bank, zeigt deutlich:

Unternehmerinnen empfinden mehr

Verantwortung für ihre Mitarbeiter. Für 40

Prozent der Unternehmerinnen ist das

Verantwortungsbewusstsein einer

Führungspersönlichkeit sehr wichtig, im

Vergleich zu 26 Prozent bei den

Entscheidern aus dem Mittelstand. Für die

ist die Fachkompetenz die wichtigste

Führungsqualität. Unternehmerinnen

zeigen ein hohes Maß an Fürsorge für ihre

Beschäftigten. Das Vermeiden von

Überstunden und die Einhaltung fester

Pausen halten sie für wichtig. Vor allen

anderen hat der achtsame Umgang mit

beruflichen E-Mails außerhalb der

Arbeitszeit hohe Priorität: 62 Prozent der

Arbeitgeberinnen spricht sich gegen

E-Mails an Mitarbeiter im Urlaub aus, 53

Prozent lehnen E-Mails nach Feierabend

ab. Diese strikte Trennung von Arbeit und

Privatem setzen die Unternehmerinnen bei

sich persönlich allerdings nicht um: hier

stimmen nur 19 Prozent zu.

Mehr zu den Ergebnissen der Studie

Käte Ahlmann (1890-1963), dt.

Unternehmerin und erste

Präsidentin des VdU

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++NEWS +++ NEWS +++ NEWS ++

Zwei Finalistinnen - eine

fliegt ins All

Die Entscheidung ist gefallen: Nicola

Baumann, Eurofighter-Pilotin aus Köln,

und Insa Thiele-Eich, Meteorologin aus

Bonn, haben sich im Finale der

Initiative „Die Astronautin“ gegen vier

weitere Kandidatinnen durchgesetzt.

Die zwei Frauen aus NRW überzeugten

die Jury und sicherten sich damit die

zwei begehrten Ausbildungsplätze zur

Astronautin. Eine von ihnen soll noch

vor 2020 als erste deutsche Astronautin

zu einer Forschungsmission auf die ISS

fliegen.

Ingenieurwesen - eine

Männerdomäne. Noch!

Nur 17% aller erwerbstätigen Ingenieure in

Deutschland sind Frauen. Während in

anderen Berufsgruppen bereits Parität

herrscht, sind Ingenieurinnen eine echte

Seltenheit. Wo kommt diese Disparität her?

Warum studieren nicht mehr Frauen

Ingenieurwesen? Einen Erklärungsversuch

mit Infografik gibt es hier.

BUCHTIPP!

Insa Thiele-Eich und Nicola Baumann

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FRAUEN haben RECHT(e)

Neuregelungen des

Mutterschutzes verabschiedet

Gesetz für mehr Lohngerechtigkeit

im Bundestag beschlossen

Der Bundestag hat das Gesetz zur

Neuregelung des Mutterschutzrechts

beschlossen. Mit diesem Gesetz soll der

bestmögliche Gesundheitsschutz für

schwangere und stillende Frauen

gewährleistet werden. Die Neuregelungen

sollen im Wesentlichen ab dem 1. Januar

2018 gelten.

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig:

„Mit der Reform wird nicht nur der

Mutterschutz modernisiert – künftig sollen

auch mehr Frauen vom gesetzlichen

Mutterschutz profitieren. Er gilt mit dem

neuen Gesetz auch für Studentinnen und

Praktikantinnen. Besonders wichtig ist, dass

wir den Mutterschutz für Mütter von Kindern

mit Behinderung verbessern konnten: Sie

sollen künftig die Möglichkeit haben, ihre

Schutzfrist um 4 Wochen zu verlängern, auf

12 Wochen, die es heute für Früh- und

Mehrlingsgeburten schon gibt. Zudem wird

ein Kündigungsschutz für Frauen nach einer

nach der zwölften Schwangerschaftswoche

erfolgten Fehlgeburt neu eingeführt. Diese

Regelungen treten bereits unmittelbar nach

Verkündung des Gesetzes in Kraft.“

Der Bundestag hat in zweiter und dritter

Lesung den von Bundesfrauenministerin

Manuela Schwesig eingebrachten

Gesetzentwurf für mehr Lohngerechtigkeit

(Gesetz zur Förderung von Transparenz von

Entgeltstrukturen),

beschlossen.

„Erstmals wird in einem eigenen Gesetz

konkret festgeschrieben: Gleicher Lohn für

gleiche und gleichwertige Arbeit für Frauen

und Männer. Wir wollen, dass Frauen

genauso fair bezahlt werden wie Männer.

Durch den individuellen Auskunftsanspruch

für Beschäftigte in Betrieben mit mehr als 200

Mitarbeiter-nnen und Mitarbeitern, durch die

Berichtspflichten und die Prüfverfahren

müssen sich die Unternehmen mit ihren

Entgeltstrukturen beschäftigen. Gerade in

großen Unternehmen ist die Lohnlücke häufig

sogar höher als 21 Prozent,“ so Manuela

Schwesig.

„Zentrales Instrument ist der

Auskunftsanspruch, mit dem die

Beschäftigten das Recht erhalten zu erfahren,

ob sie gerecht bezahlt werden. Ich bin

überzeugt davon, dass das neue Gesetz

langfristig zu einem Kulturwandel in den

Unternehmen und der Gesellschaft beitragen

und das Tabu gebrochen wird, über Geld nicht

zu sprechen“, machte die Bundes-

Welche weiteren Neuregelungen es gibt,

können Sie hier nachlesen.

§

frauenministerin deutlich.

Eine verheiratete Frau wurde erst nach 1969 als geschäftsfähig angesehen.

Wollte eine Frau arbeiten gehen, so musste sie noch bis zum Jahr 1977 ihren

Näheres zum Gesetz gibt es hier

Ehemann um Erlaubnis fragen. So stand es im Bürgerlichen Gesetzbuch!

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Hilfe, ich hab kein Netz!

Ärgerlich - wenn man so in einem Funkloch steht. Aber darum soll es gar nicht gehen. SHE

works! stellt in jeder Ausgabe ein Netzwerk vor, in dem Frauen sich mit Gleichgesinnten

verbinden können.

Name:

Käte Ahlmann Stiftung

Gründungsjahr 2001

Sitz

Region

Für wen

Mitgliedsbeitrag

Internetauftritt

Hamburg

Deutschlandweit

Unternehmerinnen

kein

http://www.kaete-ahlmann-stiftung.de/

Die Käte Ahlmann Stiftung ist die einzige

Stiftung in Deutschland, die sich einem

exklusiven, interdisziplinären Mentoring

von Unternehmerinnen für Unternehmerinnen

auf professioneller Basis widmet.

Mit dem TWIN-Programm setzt die Stiftung

auf den Erfolgsfaktor Erfahrung.

15


TERMINKALENDER

17.

MAI

Von der kalten Progression bis zum

Ehegattensplitting - Paneldiskussion

18.00-19.30 Uhr, DIW Berlin

10. 18.

NOV. MAI

Unternehmerinnen 3. Deutsch-Arabisches hautnah: Frauenforum in der

Finanzwirtschaft

18.30 Uhr, Kassel

8.00-17.00 Uhr, Berlin

19.-20.

MAI

Innehalten - Erkennen - Sicher Entscheiden

Führungskräfteseminar

14.00 Uhr, Göttingen

20.

MAI

Feminess Business Kongress

“Deine Zeit ist jetzt!”

9.00 Uhr, Hamburg

16


TERMINKALENDER

23.

MAI

DIW Women’s Finance Summit

9.00-17.30 Uhr, DIW Berlin

17. JUNI

2017

Ob Studentin, Absolventin, erfahrene Fachfrau, Wiedereinsteigerin,

Führungskraft oder einfach nur ambitioniert – auf der women&work treffen

Besucherinnen auf über 100 Top-Arbeitgeber und können sich im

Franchise-Forum und im Weiterbildungs-Forum über alternative

Karrierewege informieren. Für ambitionierte Frauen ist die women&work das

Highlight, wenn sie auf der Suche nach einem passenden Arbeitgeber für

ihren Berufseinstieg nach dem Studium sind, den Wiedereinstieg nach der

Elternzeit planen, einen Job-Wechsel erwägen oder sich generell über

Karrierechancen und Aufstiegsmöglichkeiten informieren möchten.

Kongressschwerpunkt 2017 ist das Thema „Veränderung & Transformation“.

Nähere Informationen unter www.womenandwork.de

17


5. UNTERNEHMERINNEN-SAFARI

FÜR FRAUEN, DIE GRÜNDEN WOLLEN

von Katja Brößling

Im Frühsommer 2017 nehmen die vom

Bundeswirtschaftsministerium im Rahmen

der Initiative „Frauen unternehmen“

ausgezeichneten

Vorbild-Unternehmerinnen in Berlin und

Brandenburg zum fünften Mal interessierte

Frauen mit auf eine Safari durch die Welt

der Selbständigkeit. Frauen, die über eine

Unternehmensgründung nachdenken,

verbringen je einen Tag in fünf

Unternehmen. Sie lernen fünf

Unternehmerinnen kennen und blicken

hinter die Kulissen der Selbständigkeit.

Bewerben können sich Frauen, die ihre

berufliche Zukunft in die Hand nehmen

wollen, die sich selbständig machen wollen

oder gerade gegründet haben und sich

Einblicke in die Praxis wünschen.

FÜNF TAGE ABENTEUER MIT

VORBILD-UNTERNEHMERINNEN IN

BERLIN UND BRANDENBURG

Das Abenteuer führt von der

alleinerziehenden Selbständigen bis hin

zum Produktionsbetrieb mit vielen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Spannende Einblicke in die Praxis, Zeit für

Fragen, ein Lagerfeuerabend mit weiteren

Unternehmerinnen und viel Inspiration

ergeben am Ende ein Bild der

Herausforderungen, Chancen und

Erfolgsfaktoren der Selbständigkeit.

Die 12 teilnehmenden Safari-Guides sind

Vorbild-Unternehmerinnen, die vom BMWI

ausgewählt wurden, um die Sichtbarkeit von

Unternehmerinnen in der Öffentlichkeit zu

erhöhen und Frauen zu unterstützen, die

gründen wollen – unabhängig vom Alter.

Die Safari ist eine ehrenamtliche Aktion

einer engagierten Gruppe von Frauen in

Berlin und Brandenburg und daher

kostenlos. Sie richtet sich ausschließlich an

Frauen und findet zweimal im Jahr statt.

Heike Nischwitz aus Berlin,

Safariteilnehmerin im Herbst 2016, schreibt

in ihrem Reisebericht: „Ich habe

unglaubliche viele, verschiedene und

wirklich wichtige Dinge für mich und mein

Vorhaben, Unternehmerin zu werden, aus

dieser Safari mitnehmen können (..) Ich

konnte Unternehmensführung erleben,

erspüren und ganz konkrete Fragen klären.

Kurzum, ich konnte den Realitätscheck

machen! Die Safari hat mich im Hinblick auf

meine eigenen Pläne, Unternehmerin zu

werden, sehr bereichert und bestärkt,

angefangen vom Bewerbungsverfahren bis

hin zum Besuch jedes einzelnen Camps.“

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Das Letzte…

… oder einfach mal drüber

nachdenken…

Menstruationsurlaub?! - Italien diskutiert in eine

Gesetzesinitiative zu dem Thema. In Japan dürfen Frauen seit

1947 einen Tag frei nehmen; in Indonesien seit 1948 zwei Tage

und in Taiwan seit 2013 bis zu drei Tage pro Monat. Dabei

regeln die Unternehmen unterschiedlich, ob die Tage als

bezahlter oder unbezahlter Urlaub anerkannt werden.

Brauchen wir das wirklich?

Manchen Frauen geht es in dieser Zeit wirklich schlecht, aber

kaum eine geht deswegen zum Arzt, um sich eine

Krankschreibung zu holen. Aber was ist mit den Frauen, die

während ihrer Tage gar kein Probleme haben?

Wäre es da nicht besser, einfach pro Monat allen Angestellten

- egal welchen Geschlechts - einen freien Tag zu gewähren?

Egal ob für Haushalt, Behördengänge oder eben für die

Menstruation.

19


SHE

works!

wünscht

Nachdem wir heute viele

Schattenseiten beleuchtet

haben, wünschen wir

allen Leserinnen und

Lesern eine harmonische

Woche.

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