s'Positive Magazin 04.2017

onexmagazin

AUSGABE 4 APRIL 2017

SMARTER

MACHER

Gian Kämpf

Der Manager will

mit dem SC Langenthal

hoch hinaus.

BLANKER UNSINN

Verschwörungs theorien

in aller Welt sind

gefährlicher Nonsens.

DORFGESCHICHTEN

12 Geschichten aus

vergangenen Tagen

im Oberaargau.

DER WEG ZURÜCK

Dominique Aegerter

langer Weg zurück an

die Weltspitze.


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EDITORIAL / INHALT

Liebe Leserin,

lieber Leser

04

s’Positive ist eine unpolitische Zeitschrift,

Doch bei gewissen Themen wird man automatisch

politisch, egal, ob man sich auf

eine Seite schlägt oder nicht. Wir berichten

in dieser Ausgabe über Verschwörungstheorien.

Diese sind längst nicht nur in der

Politik angekommen, sondern werden von

Politikern gerne als Mittel eingesetzt, um

Abstimmungen und Wahlen zu gewinnen.

Deshalb ist s’Positive in dieser Ausgabe sogar

weltpolitisch. Donald Trump hat letzten

Herbst die Wahl zum US-Präsidenten

auch dank Verschwörungstheorien für sich

entschieden. Dies war derart effektiv, dass

ihm die Wahl trotz nachgewiesenen Lügen

und «Fake-News» gelang. Und der türkische

Präsident Recep Tayyip Erdogan «reinigt»

gerade sein Land von politischen

Gegnern. Hilfreich dabei sind die Verschwörungstheorien

rund um den (vermeintlichen?)

Putschversuch im letzten

Sommer. Einem Demokrat aus der

Schweiz, der es gewohnt ist, mit Meinungsvielfalt

umzugehen, stellen sich ob

solcher Säuberungen die Haare zu Berge,

sofern er noch welche hat.

Genau betrachtet, gibt es nicht viele

Themen, bei denen wir die Politik vollends

ausklammern können. Dies erkennen wir

auch im Interview mit Gian Kämpf. Der

Geschäftsführer des SC Langenthal benötigt

für seinen Klub eine neue Infrastruktur.

Eine neue Eishalle muss her, oder die

bisherige muss auf einen NL-tauglichen

Standard saniert werden. Da ist die Politik

gefordert.

Viel Spass beim Lesen dieser völlig

unpolitischen Ausgabe.

Ihr Bruno Wüthrich

IMPRESSUM

Herausgeber: one X Services

Redaktion: Bruno Wüthrich,

Klaus Zaugg

Layout: tnt-graphics AG,

8305 Dietlikon,

www.tnt-graphics.ch

Auflage: 69 000 Exemplare

Druck: LZ Print,

Luzerner Zeitung AG

Versand: Die Post

Inserate-Annahme und Redaktion:

inserate@spositive.ch

22

4 GIAN KÄMPF

Der Geschäftsführer des SC

Langenthal blickt nach

vorn: Nach dem Meistertitel

in der NLB will er jetzt mit

seiner Mannschaft den Aufstieg

in die NLA erreichen.

14 BLANKER UNSINN

Verschwörungstheorien

sind blanker Unsinn - und

haben doch Hochkonjunktur

in der Politik und im

Internet.

20 WUSSTEN SIE SCHON

Von einohrigen Gottes -

an beterinnen, stehend

schlafenden Pferden und

schönen Rosen - leider

ohne jeden Geruch.

22 GESCHICHTEN VOM DORF

Der Oberaargau vergangener

Tage: 12 Geschichten

aus dem Dorf, mal lustig,

mal unheimlich, mal etwas

befremdlich.

28 DER LANGE WEG ZURÜCK

Der Oberaargauer Motorradfahrer

Dominique Aegerter

kämpft sich zurück

an die Weltspitze – der

erste Schritt ist getan.

32 DIE SEITE DER LESER

Leserbriefe und

Veranstaltungs kalender

20

14

28

s’Positive 4 / 2017 3


GIAN KÄMPF

Erst am Anfang eines

Traums

Der SC Langenthal ist zum zweiten Mal nach 2012

NLB-Meister geworden. Ist ein NLB-Titel das höchste

aller Gefühle? Geschäftsführer Gian Kämpf hat eine

überraschende Antwort: die NLA ist möglich, ein

B-Titel ist nicht der Höhepunkt, sondern bloss der

Anfang der Oberaargauer Sport-Träume.

TEXT: KLAUS ZAUGG, BRUNO WÜTHRICH

BILDER: MARCEL BIERI

Zentrale Person bei

der Entwicklung des

SC Langenthal zu

einem NLA-Club: Gian

Kämpf.

4 s’Positive 4 / 2017


s’Positive 4 / 2017 5


GIAN KÄMPF

Auf den ersten Blick war alles

gleich wie 2017. Auch 2012 gewann

der SC Langenthal die

NLB-Meisterschaft und scheiterte

im Aufstiegskampf. Auch 2012

fehlte mit dem Kanadier Jeff Campbell einer

der wichtigsten Spieler. Auch 2012 hatte der

SC Langenthal keinen Ersatzausländer engagiert.

Und doch ist alles anders. 2012 war der

Titelgewinn der Höhepunkt einer langen Entwicklung,

die Erfüllung eines Traumes. Langenthals

Geschäftsführer Gian Kämpf zeigt

im Interview überraschende Perspektiven auf

und sagt, warum ein Aufstieg in die NLA möglich

ist, was getan werden muss, damit zum

ersten Mal eine Mannschaft aus Langenthal

im «grossen Sport» in der NLA spielen kann.

Und warum der Titel von 2017 erst der Anfang

eines Traums ist.

s’Positive: Was überwiegt nun: das Nachtrauern

einer verpassten Jahrhundert-

Aufstiegschance oder die Freude über den

NLB-Titel?

Gian Kämpf: Die Freude. Wir trauern auch

nicht einer, wie Sie es nennen, Jahrhundertchance

nach. Wir stehen mitten in einer

grossen Chance drin. Obwohl es sportlich

noch nicht zum Aufstieg gereicht hat, ist sie

noch lange nicht vorbei. Es geht weiter.

Wird es diese Chance also noch einmal

geben?

Davon gehe ich aus. Doch wir sagen nicht,

unser Ziel sei nächste Saison der Aufstieg in

die NLA. Wir haben uns in den letzten Jahren

in der NLB als Spitzenclub etabliert. In den

letzten fünf Jahren waren wir sogar DER Spitzenklub.

Daraus ergeben sich neue Perspektiven.

Die NLB ist nicht die höchste Liga. La

Chaux-de-Fonds, Visp, Ajoie oder Olten spielten

bereits in der NLA. In Langenthal haben

wir diese Erfahrung noch nicht gemacht.

Ist Langenthal bereit für die Herausforderung

NLA?

Inzwischen haben die Menschen in unserem

Umfeld gemerkt, dass der SCL ein konstantes

NLB-Spitzenteam ist. Daran besteht kein

Zweifel mehr. Nun haben sich die Leute zum

ersten Mal mit der Möglichkeit eines Aufstieges

beschäftigt. Das war nach unserem ersten

Meistertitel 2012 noch nicht so. Damals

sind wir zuvor mehrmals hintereinander

bereits in den Playoff-Viertelfinals gescheitert.

Wie in den Jahren zuvor war auch 2012

der Halbfinal das Ziel. Doch auf einmal befanden

wir uns im Final und gewannen diesen

sogar. Die Aussicht, allenfalls die Ligaqualifikation

zu gewinnen und in die NLA

aufzusteigen, überforderte uns. Wir hatten

fast täglich Krisensitzungen, denn wir wussten

nicht, worauf wir uns einlassen würden.

Doch nach mehreren Jahren an der NLB-

Spitze spüren wir, dass in unserem Umfeld

der Wille inzwischen gewachsen ist, die

Chance NLA zu packen.

Es entwickelt sich sozusagen ein «NLA-

Denken»?

Ja, zwar langsam, aber so können wir es

ausdrücken.

Visp, La Chaux-de-Fonds, Ajoie oder

Herisau haben bittere Erfahrungen mit

dem Aufstieg in die NLA gemacht. Der SC

Herisau ging 1999, ein Jahr nach dem

Wiederabstieg, sogar Konkurs.

Diese Erfahrungen haben wir sehr wohl zur

Kenntnis genommen. Aber wir sind nicht der

SC Herisau.

Sie befürchten im Falle eines Aufstieges

keinen «Blues», keinen finanziellen und

letztlich auch sportlichen Rückschlag.

Nein. Deshalb haben wir uns ja vor der Liga-

Qualifikation mit den Kernaktionären und

innerhalb des Verwaltungsrats geeinigt. Sie

wären bereit, das Unterfangen NLA abzusichern.

Aber natürlich wäre es eine riesige

Herausforderung und wir wissen, dass wir

nicht einfach in fünf Jahren in der NLA ein

Spitzenteam sein könnten.

Das Publikum hat sich in Langenthal nun

über Jahre an ein NLB-Spitzenteam ge-

Der NLB-Meisterpokal

ist erst der Anfang für

den SCL.

6 s’Positive 4 / 2017


wöhnt. Würden die Zuschauer auch dann

kommen, wenn die Mannschaft in der NLA

meistens verliert?

Natürlich gibt es nach den guten Jahren in der

NLB eine gewisse Erwartungshaltung. Zudem

sieht jedes Publikum seine Mannschaft am

liebsten gewinnen. Aber das Interesse an Spielen

gegen Langnau, Bern, Davos oder Biel

wäre wohl grösser, als die Frustration wegen

der zu Beginn möglichen Niederlagen. Wir

mussten 2002 nach unserem Aufstieg in die

NLB mehrmals unten durch. Dabei waren wir

uns als 1.-Liga-Spitzenteam zuvor an Siege

gewöhnt. Die Zuschauer sind uns trotzdem

treu geblieben. Dies war mit ein Grund, dass

es uns gelungen ist, uns auch eine Liga höher

zu einem Spitzenteam zu entwickeln. Selbstverständlich

wären auch in der NLA Fortschritte

gefordert. Wir trauen uns diese Weiterentwicklung

aber zu. Nach unserem Aufstieg

in die NLB hatten wir lediglich ein Budget

von 1,5 Millionen und standen vor einer

riesigen Herausforderung. Der SC Langenthal

wurde damals als Verein geführt, es gab keine

Geschäftsstelle und nur ehrenamtliche Mitarbeiter.

Der Klub hatte viel aufzuholen und die

Anpassung nach oben forderte uns viel ab.

Heute setzt der SC Langenthal mit 3000 Stellenprozenten

rund fünf Millionen um.

Wir haben in Bern mit Langnau, mit dem

SCB und Biel bereits drei NLA-Teams – wäre

da noch Platz für Langenthal?

Ja. Weil alle Klubs in verschiedenen Regionen

beheimatet sind. Im Seeland, im Emmental

und in der Stadt Bern. Der Oberaargau

ist grösser und wirtschaftlich stärker als

das Emmental.

Warum hatte der Oberaargau, anders als

das Emmental, weder im Fussball noch im

Eishockey je eine Mannschaft in der NLA?

Dafür gibt es verschiedene Gründe. Langenthal

und der Oberaargau waren nie arm. Die

Oberaargauer wissen, dass sie stark sind und

die Menschen hier sind eher bescheiden und

haben nicht das Bedürfnis, ständig alle wissen

zu lassen, wie gut sie sind. Wir sind pragmatisch

und eher zurückhaltend. Der Sport hat

im Oberaargau in der Wirtschaft und der

Politik leider noch nicht den gleichen Stellenwert

wie an anderen Orten. Wir erkennen das

etwa daran, dass sich die Lokalhistoriker im

Oberaargau, die hervorragende Arbeit leisten,

noch nie mit dem Sport befasst haben.

Hat sich das verändert?

Ja. Wir haben mit dem SC Langenthal jetzt

einen sportlichen Leuchtturm. Wir sind kein

Protzklub, wir sind nicht die Reichsten in der

NLB. Doch wir haben keinen Grund zu jammern.

Zudem erlebten wir gerade, dass mit

harter Arbeit, Cleverness, Leidenschaft und

ein bisschen Wettkampfglück alles möglich

ist. Jetzt hat es alle gepackt. Nun ist zu spüren,

dass selbst die NLA möglich ist.

«Die NLA wäre eine riesige Herausforderung.

Aber sie ist für den SCL möglich. Die Skepsis,

die uns Oberaargauern eigen ist, weicht

zunehmend einer Eishockeyeuphorie.»

Nach dem Motto «Yes, we can!»

Ja, die NLA wäre zwar eine riesige Herausforderung.

Aber sie ist für den SCL möglich.

Die Skepsis, die uns Oberaargauern eigen

ist, weicht zunehmend einer Eishockeyeuphorie.

Wenn wir 2002 den Schritt in die

NLB nicht gewagt hätten, wären wir heute

immer noch in der 1. Liga und damit zufrieden.

Damals musste das Umfeld um Präsident

Stephan Anliker nach dem Aufstieg in

die NLB eine Defizitgarantie von 200 000

Franken leisten. In der NLA würde der Fehlbetrag,

den uns die Kernaktionäre absichern

müssten, rund zwei Millionen betragen. Aber

wir würden viel mehr Umsatz generieren.

Aber Langenthal braucht so oder so eine

neue Infrastruktur. Wie realistisch ist ein

neues Stadion?

Noch vor ein paar Jahren gab es keine Aussicht

auf ein neues Stadion. Das hat sich geändert.

Aber eine Region baut wohl nur einmal

in fünfzig Jahren eine Eishalle. Wir

können nicht auf eigene Erfahrungen zurückgreifen,

denn der Schoren ist eigentlich

s’Positive 4 / 2017 7


GIAN KÄMPF

ZUR PERSON

Gian Kämpf

Gian Kämpf (35) ist in Davos aufgewachsen

und durch Transfers über Biel

2003 nach Langenthal gekommen. Als

Stürmer absolvierte er 60 NLB-Spiele,

1 Tor und 3 Assists. Drei Hüftoperationen

führten 2004 zum Abbruch der

Karriere. Nach zwei Jahren als als Assistent

von Geschäftsführer Heinz

Schlatter verliess er 2006 Langenthal

und schloss das Studium der Betriebswissenschaft

erfolgreich ab. Im Frühjahr

2008 wurde er Geschäftsführer

des SC Langenthal. Inzwischen gilt er

als einer der schweizweit besten

Sportmanager und als «Marc Lüthi des

armen Mannes»– der SCB macht ja

über 50 Millionen und der SCL lediglich

rund 5 Millionen Umsatz.

keine Eishalle für Nationalliga-Eis hockey,

sondern eine Kunsteisbahn mit späterem

Aufbau. Nach wie vor gibt es mehrere Optionen:

auf dem Reitplatz eine Eishalle mit

zusätzlicher kommerzieller Nutzung oder im

Hard, wo eine reine Sportanlage gebaut würde.

Auch die Sanierung des bisherigen Stadions

im Schoren prüfen wir genau.

Bis wann rechnen Sie mit einem neuen

Projekt?

2010 ist der Schoren soweit finanziell saniert

worden, dass die Anlage bis 2021, also bis

zum Auslaufen des Baurechtsvertrages in

Betrieb bleiben kann. Aber dann wurden wir

2012 NLB-Meister. Bis zu diesem Zeitpunkt

besuchten jeweils um die 1600 Zuschauer die

Spiele des SCL. Bei Spitzenspielen waren es

ab und zu etwas mehr als 2500. In der Saison

2012 hatten wir auf einmal gleich mehrmals

hintereinander mehr als 4000 Zuschauer und

inzwischen gibt es immer häufiger Spiele mit

mehr als 3000 Zuschauern. Damit standen

wir vor ganz neuen Herausforderungen. Beispielsweise

mit der Gebäudeversicherung. Es

ist eben ein Unterschied, ob in einer Halle

dieser Bauart 1600 oder 4000 Zuschauer anwesend

sind. Wir brauchen deshalb auch als

NLB-Spitzenteam ein neues Stadion. Auch

der Druck von Seiten unserer Sponsoren und

Gönner, aber auch durch eine gewisse Erwartungshaltung

in er Öffentlichkeit ist grösser

geworden. Wir sind deshalb zuversichtlich,

dass es bis Ende 2018 einen Grundsatzentscheid

gibt, welches Projekt verwirklicht

werden soll. Dann hat in jedem Fall das Volk

das letzte Wort. Es braucht, je nach Projekt,

Volksabstimmungen über Zonenplanänderungen

und die Finanzierung.

Das ganze Stadionprojekt kommt uns vor

wie das Monster von Loch Ness: Alle reden

«Der Entscheid muss im nächsten Jahr

fallen. Wir brauchen ein neues Stadion,

sonst müssen wir unsere Strategie ändern.

Dann gibt es kein NLB-Spitzenteam mehr.»

darüber, alle haben eine Vorstellung davon,

wie es aussehen könnte – nur gesehen

hat es noch immer niemand…

…und wir haben es, um bei Ihrem Beispiel

zu bleiben, nicht mit einem, sondern mit drei

Monstern zu tun, mit drei verschiedenen

Optionen. Der Entscheid muss im nächsten

Jahr fallen. Wir brauchen ein neues Stadion,

sonst müssen wir unsere Strategie ändern.

Dann gibt es kein NLB-Spitzenteam mehr.

Das alte Stadion reicht nur noch, um beispielsweise

ein SCB-Farmteam oder ein Erstligateam

zu sein. Selbst dann fallen zwingend

gewisse Sanierungen an und verursachen

Kosten.

Wie schnell könnte das Stadion gebaut

werden, wenn einmal der Standort-

Grundsatzentscheid gefallen ist?

Dies ist sehr stark abhängig vom Projekt. Ein

Neubau auf dem Reitplatz mit kommerzieller

Mantelnutzung ist nicht vergleichbar mit

einer Komplettrenovation im Schoren. Wenn

wir den Grundsatzentscheid haben, dann

sind alle gefordert.

In Langnau, ein Dorf das nicht annähernd

die Steuerkraft und das wirtschaftliche

Potenzial Langenthals hat, haben die

Stimmbürger 15 Millionen für die Erneuerung

des Stadions bewilligt und private

Investoren haben weitere 15 Millionen

beigesteuert. In Langenthal müssten

eigentlich 60 Millionen für ein neues Stadion

möglich sein.

Das ist richtig. Aber in Langenthal sind die

Sportbegeisterung und die Einsicht, wie viel

ein Hockeyclub dem Ort und der Region

bringt, bei weitem nicht mit Langnau vergleichbar.

Hier liegt unsere Herausforderung.

Wir dürfen nicht nur reden, sondern

müssen in den nächsten Jahren auch er­

8 s’Positive 4 / 2017


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GIAN KÄMPF

folgreich Hockey spielen. Zudem müssen wir

lobbyieren und der Politik und der Bevölkerung

unser Anliegen, aber auch den Nutzen

für die Region erklären. Vor zwei Jahren

hätten die meisten sowohl den Aufstieg in

die NLA als auch den Bau einer neuen Eishalle

als Spinnerei abgetan. Inzwischen sind

wir einen Schritt weiter.

Wie viel wird das Stadionprojekt kosten?

Das kann ich erst sagen, wenn wir wissen,

welches Projekt zum Zuge kommt. Auf dem

Reitplatz wäre eine kommerzielle Nutzung

möglich und der Bau würde zum grössten

Teil durch private Investoren finanziert. Das

Projekt Hard wäre eine Sportanlage die bis

zu 40 Millionen kosten würde. Die Lösung

Schoren wäre wahrscheinlich die günstigste

und wäre allenfalls mit 18 bis 20 Millionen

zu machen, müsste aber wie das Projekt im

Hard von der öffentlichen Hand finanziert

werden.

In Langnau ist SP-Gemeindepräsident

Bernhard Antener in der Stadionfrage vorausgegangen

und hat eine zentrale Rolle

gespielt. Nun hat auch Langenthal einen

SP-Gemeindepräsidenten. Wird auch Reto

Müller das Stadionprojekt vorantreiben?

Er hat es im Wahlkampf jedenfalls gesagt.

Das hätten wir im Wahlkampf auch versprochen.

Die Chancen haben sich jedenfalls wesentlich

verbessert. Aber wir müssen in unserer

politischen Überzeugungsarbeit noch besser

werden, es liegt auch an uns, nicht nur

zu sagen, was wir brauchen, sondern auch

aufzuzeigen, welchen Nutzen die Stadt und

die Region durch ein neues Stadion und ein

Hockey-Spitzenteam haben. Nur mit dem

SC Langenthal gelingt es, eine Euphorie zu

entfachen, die über die Stadt Langenthal

hinausgeht und den ganzen Oberaargau

erfasst. Mit dem SC Langenthal kommt der

Oberaargau auf die Landkarte und ins Bewusstsein

der nationalen Öffentlichkeit.

Das unterscheidet uns von allen anderen

Sportvereinen in der Region und wir sind

darüber hin aus mit einem Umsatz von rund

fünf Millionen und 30 Arbeitsplätzen auch

ein Wirtschaftsfaktor. Unsere Glaubwürdigkeit

ist gewachsen, wir sind nicht mehr

bloss ein Verein, der ein paar Spiele veranstaltet

und dazu Bier und Bratwürste verkauft.

Mit wem steht der SC Langenthal in der

Stadt in Konkurrenz?

Konkurrenz ist kaum das richtige Wort. Der

Sport ist Teil der Kultur und wenn Langenthal

mit 12 500 Arbeitsplätzen und 15 000

Einwohnern seiner Zentrumsfunktion im

Oberaargau gerecht werden will, dann

braucht es auch zeitgemässe Infrastrukturen

wie moderne Schulen oder das Stadttheater

oder eben eine leistungsfähige Eishalle.

Aber wenn es um öffentliche Gelder geht,

dann stehen Sie mit dem SC Langenthal

eben doch in Konkurrenz mit einer Institution

wie dem Stadttheater. Die Stadt hat

ein Budget. Wenn ihr mehr Geld braucht

oder mehr Kosten verursacht, dann muss

jemand anders abspecken.

Wenn in Langenthal die Vision, einmal eine

Stadt mit 20 000 Einwohnern zu sein, Wirklichkeit

werden soll, dann gehört ein Sportclub

als regionales Aushängeschild wie der

SC Langenthal dazu.

In Langnau ist die Euphorie nach der

Playoff-Qualifikation genutzt worden und

in ein paar Wochen ist es gelungen, das

Stadionprojekt zu verwirklichen. Das ist

in Langenthal nicht möglich. Wie lange

hält die Euphorie nach dem NLB-Meistertitel?

Eigentlich können Sie sich gar keine

Krise leisten, Sie sind zum Erfolg verdammt


... das ist so! Wir stellen uns dieser Herausforderung.

Deshalb müssen wir jetzt diese

Stadionfrage lösen. Im Rückblick werden wir

vielleicht sagen, der Titelgewinn 2017 habe

die Stadionfrage gelöst. Doch der Prozess ist

schon lange eingeleitet.

Der SCL nutzt künftig auch das Eis im

Sportzentrum Huttwil. Nur vorübergehend

oder hat der Standort Huttwil einen festen

Platz in der Strategie des SC Langenthal?

Auch im Falle eines neuen Stadions?

«Mit dem SC Langenthal rückt der Oberaargau

ins Bewusstsein der nationalen

Öffentlichkeit. Das unterscheidet uns von

allen anderen Sportvereinen in der Region.»

10 s’Positive 4 / 2017


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GIAN KÄMPF

Wir planen langfristig mit Huttwil. Wir

standen vor einem Grundsatzentscheid:

Entweder wir bleiben im Schoren und fahren

unsere Nachwuchsabteilung herunter,

oder wir suchen neue Lösungen, um auch

in der Nachwuchsförderung ein Spitzenteam

zu bleiben. Wir haben uns dazu entschieden,

noch mehr Geld in die Nachwuchsförderung

und die Region Oberaargau

zu investieren. Der SCL wird dort eine

Hockeyschule anbieten, ebenso werden die

zweite Mannschaft und das SCL-Damenteam

in Huttwil spielen. Fürs Trainingslager

fahren wir mit der ersten Mannschaft

nicht mehr ins Ausland, sondern nach Huttwil.

Wir werden die Saison im Campus

Perspektiven vorbereiten sowie ein Testspiel

austragen.

Dank der Infrastruktur in Huttwil können

Sie in Langenthal auf ein zweites Eisfeld

verzichten.

Bei allen drei Projekten ist ein zweites Eisfeld

angedacht. Wir können wegen Huttwil nicht

auf ein zweites Eisfeld verzichten.

Langnau hat die Chance verpasst, in Huttwil

Fuss zu fassen – das ist eine Chance

für den SC Langenthal.

Huttwil ist jetzt Teil des Oberaargau, und

nicht mehr des Emmentals. Somit arbeiten

im Sportzentrum schon die richtigen Parteien

zusammen. Campus Perspektiven ist für

uns eine grosse Chance. Die Region um

Huttwil und im Luzerner Hinterland ist sehr

hockey-affin und bietet damit ein grosses

Potential an Nachwuchskräften. Wir bieten

mit der Hockeyschule und den Bambini sowie

Piccolo die Erfassungsstufe in Huttwil

an. So wird der Einstieg viel einfacher, als

wenn die Eltern ihre Kinder in einem Alter

nach Langenthal fahren müssten, in dem

noch längst nicht klar ist, ob Eishockey deren

Sport ist. Später, wenn diese Frage geklärt

ist, fahren die Eltern gerne.

Wir haben noch eine Frage: War es ein

Fehler, für die Playoffs keinen dritten Ausländer

zu verpflichten?

Endlich! Auf diese Frage habe ich die ganze

Zeit gewartet.

Sie mussten diese Frage wohl schon mindestens

hundertmal beantworten?

Ja, mindestens.

Und, wie lautet die Antwort?

Wir haben die NLB-Meisterschaft gewonnen.

Also haben wir alles richtig gemacht.

ZUSATZINFOS

Das Potenzial des SCL ist grösser als die Langenthaler denken

Welche Rolle kann der

SC Langenthal in den

nächsten fünf Jahren

in unserem Hockey

spielen? Welches Potenzial

hat dieses Hockey-Unternehmen?

Einerseits sind die

Möglichkeiten der Langenthaler

grösser, als

sie selber ahnen. Andererseits

werden die

nächsten Jahre sportlich

schwieriger als erwartet.

In den nächsten

fünf Jahren wird das

Hockey-Unternehmen

Servette verschwinden

Ambri hat unter dem

aktuellen Management

nicht mehr das Potenzial,

um von den letzten

Plätzen der NLA wegzukommen

und wird immer wieder

seinen Platz in der Liga-

Qualifikation verteidigen müssen.

Auch die Kloten Flyers

werden wirtschaftlich und

sportlich zu einer «Liftmannschaft»

abmagern.

Captain Stefan

Tschannen

nimmt den

Pokal ent gegen.

DIE ARENA FEHLT

Nur noch Ajoie hat in den

letzten Jahren aus den eingesetzten

finanziellen Mitteln

sportlich so viel herausgeholt

wie der SC Langenthal. Der

SCL hat eine der erstaunlichsten

Hockey-Erfolgsgeschichten

dieses Jahrhunderts geschrieben

und sich vom Amateurklub

zum wirtschaftlich soliden und

sportlich konkurrenzfähigen

Profisport-Unternehmen entwickelt.

In gewisser Weise ist

der SC Langenthal eine heimatlose

NLB-Version des SC

Bern. Heimatlos, weil den Langenthalern

eine entsprechende

Arena fehlt, um ihre Tüchtigkeit

im Management kapitalisieren

zu können. Mit der Infrastruktur

der Tigers aus Langnau

oder der Lakers wäre der SCL

schon heute ein NLA-Team.

Die Titelverteidigung wird sehr

schwierig. Die Mannschaft ist

zwar viel reifer, stabiler und

ausgeglichener als das letzte

Meisterteam von 2012. Aber

die Konkurrenz (Olten, die

Lakers, Visp) wird nächste

Saison stärker sein als in der

abgelaufenen Spielzeit. Und

die Ausgabe 2017/18 des

SC Langenthal ist nicht mehr

ganz so gut wie die letztjährige

Meistermannschaft.

FÜHRUNG IST ZENTRAL

Noch profitieren die Langenthaler

von ihrem «Hundertjährigen

Sturm», der Angriffsreihe

mit Jeff Campbell (35), Brent

Kelly (35) und Stefan Tschannen

(33), dem besten Sturm

der NLB. Aber «die Drei vom

Schoren» sind im Herbst ihrer

Karriere angekommen. Das

Ziel des NLB-Meisters muss,

natürlich, die Titelverteidigung

sein. Aber bereits das Erreichen

der Halbfinals wird im

Frühjahr 2018 eine gute Leistung

sein.

Die grosse Herausforderung

der Langenthaler wird in den

nächsten drei Jahren die Konsolidierung

in der Spitzengruppe

der NLB

sein. Dabei ist es wichtig,

die Hockeybegeisterung

auch dann nicht

erlöschen zu lassen,

wenn es keinen Titel zu

feiern gibt. Der SCL ist

weiterhin auf Präsident

Stephan Anliker und

Geschäftsführer Gian

Kämpf angewiesen.

Sportunternehmen stehen

und fallen mehr

noch als normale Unternehmen

mit der

Qualität des Führungspersonals.

Weil die Abläufe

dynamischer und

schwieriger zu steuern

sind.

Die Zeit arbeitet für

den SC Langenthal. So gut geführte

Sportunternehmen setzen

sich langfristig durch.

Wenn die Langenthaler in den

nächsten zehn Jahren so gut

arbeiten wie in den vergangenen

fünf Saisons, dann wird

sich der Club auf Augenhöhe

mit Langnau in der NLA halten

oder Jahr für Jahr im Auf-/Abstiegskampf

ein gefährlicher

Herausforderer sein. Wenn das

Stadionproblem in Langenthal

gelöst und das Potenzial der

zweiten Eishalle in Huttwil geschickt

für die Nachwuchsausbildung

genutzt wird, spricht

nichts dagegen, dass der

Oberaargau genauso wie das

Emmental ein Sportunternehmen

in der NLA finanzieren

kann.

12 s’Positive 4 / 2017


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VERSCHWÖRUNGSTHEORIEN

Böse Mächte

Donald Trump gewann damit den Kampf ums US-Präsidetenamt.

Für Vladimir Putin und Recep Tayyip Erdogan sind sie ein

erfolgreiches Mittel zur Volksmanipulation: die Verschwörungstheorien.

Doch was steckt genau dahinter?

TEXT: BRUNO WÜTHRICH

im Hintergrund?

Fotos: shutterstock.com/Filipe Frazao/a katz/Slavko Sereda

14 s’Positive 4 / 2017


Manipulierte

Putin die Wahlen

und verhalf

so Trump ins

Amt?

Definition

Als Verschwörungstheorie

bezeichnet man im

weitesten Sinne jeden

Versuch, ein Ereignis, einen

Zustand oder eine

Entwicklung durch eine

Verschwörung zu erklären,

also durch das zielgerichtete,

konspirative

Wirken von Personen zu

einem meist illegalen

oder illegitimen Zweck.

War der Anschlag auf das

World Trade Center in

New York vom 11. September

2001 tatsächlich

das Werk Osama Bin Ladens?

Und weshalb glichen die Einstürze

der Twin Towers und von WTC7, dem dritten

betroffenen Gebäude, auffallend den

kontrollierten Sprengungen anderer grosser

Gebäude? Weshalb kam WTC7, in das ja

kein Flugzeug flog, überhaupt zum Einsturz?

Tatsächlich versuchte die US-Regierung

nach dem Anschlag, eine unabhängige

Untersuchungskommission zu verhindern.

Später liess sie wichtige Akten unbeachtet.

Dies war und ist immer noch Wasser auf die

Mühlen von Verschwörungstheoretikern.

Sie sind überzeugt: Dahinter steckt der CIA!

54 Prozent aller Amerikaner glauben, dass

ihnen die Regierung Fakten zu diesem Ereignis

verschweigt.

Was war geschehen? Neunzehn junge Männer

überwältigten die Crews von vier verschiedenen

Passagierflugzeugen, übernahmen jeweils

im Cockpit das Steuer, tricksten die

modernste Luftabwehr der Welt aus und

brachten unter anderem die beiden höchsten

Wolkenkratzer New Yorks zum Einsturz.

Dass sich um dieses unfassbare Ereignis

schnell einmal Verschwörungstheorien ranken

würden, war naheliegend. Zumal die

Einstürze der beiden Tower sowie von

WTC7 allesamt wie kontrollierte Sprengungen

wirkten und das dritte Gebäude nicht

von einem Flugzeug getroffen wurde.

«Nine-eleven was an inside job», waren

und sind viele überzeugt. Die Attentate des

11. September seien nicht von Aussenstehenden

geplant worden. Der US-Psychologe Rob

Brotherton erklärt es so: «Wenn etwas Grosses

passiert, so glauben wir, dass auch etwas

Grosses dahinter stecken muss. In diesem

konkreten Fall glauben viele an eine gigantische

Verschwörung mit vielen Mitwissern bis

hinein in die höchsten Kreise der Regierung.»

DAS PHÄNOMEN DONALD TRUMP

«Es gibt drei Elemente, die eine Verschwörungstheorie

charakterisieren», erklärt Michael

Butter. Der Professor für Amerikanische

Literatur- und Kulturgeschichte von der Universität

Thübingen erforscht Verschwörungstheorien:

«Alles ist geplant. Nichts ist, wie es

scheint. Alles ist miteinander verbunden. Das

Wichtigste ist der Plan. Es muss irgendeine

Gruppe von Verschwörern im Hintergund

geben, die ein Komplott im Gang haben und

entweder die Kontrolle über ein Land, eine

Institution oder die Welt übernehmen wollen

oder schon übernommen haben.»

Verschwörungstheorien gab es schon immer.

Und es wird sie immer geben. Bob Brotherton

erklärt, wie wenige Leute es dafür

s’Positive 4 / 2017 15


VERSCHWÖRUNGSTHEORIEN

POPULÄRE THEORIEN

8 Verschwörungen

1. Die Mondlandung war nur vorgetäuscht.

2. John F. Kennedy wurde von der

CIA oder der Mafia ermordet.

3. Die US-Regierung befahl die Anschläge

vom 11. September 2001.

4. Das AIDS-Virus wurde in US-Labors

entwickelt.

5. Eine jüdische Geheimorganisation

strebt die Weltherrschaft an.

6. Lady Di wurde im Auftrag des britischen

Köngshauses ermordet.

7. Der US-Sänger Elvis Presley ist

1977 gar nicht gestorben.

8. Paul McCartney wurde 1966 durch

einen Doppelgänger ersetzt.

braucht: «Wenn drei Menschen auf einer

einsamen Insel stranden, dauert es nicht

lange, bis sich jeder fragt, was die beiden

anderen gerade hinter seinem Rücken im

Schilde führen.» Doch lange Zeit waren sie

eine Randerscheinung. Heute werden sie

jedoch in der Politik sehr zielgerichtet und

strategisch eingesetzt. US-Präsident Donald

Trump gelang dank Verschwörungstheorien

die Wahl, nachdem er nach den Fernsehduellen

noch deutlich in Rückstand gelegen

hatte. So behauptete er etwa, dass die Wahl

durch korrupte Medien manipuliert werde.

Oder dass sein Vorgänger im Amt, Barack

Obama, der Gründer des IS sei. «Etwas läuft

hier falsch», wiederholte Trump bei seinen

Auftritten fast mantrahaft, ohne dabei konkret

zu werden.

Am Anfang jeder Verschwörungstheorie

steht das Misstrauen zwischen zwei Gruppen.

Die eine unterstellt der anderen, einen

geheimen, perfiden Plan ausgeheckt zu haben.

Verschwörungstheoretiker versuchen,

diese Machenschaften zu entlarven, was im

Grunde eine gute Absicht ist. Doch dabei

gehen sie anders vor, als es beispielsweise

ein Wissenschaftler tun würde. Ganz anders.

BEISPIEL MONDLANDUNG

Forscher sammeln Fakten. Sie berücksichtigen

dabei auch Gegenargumente, und stellen

damit den eigenen Standpunkt infrage.

Sie forschen also nicht nur in eine Richtung.

Sie sind skeptisch. Viele wissenschaftliche

Theorien enthalten Lücken und Widersprüche.

Als Beispiele seien der Urknall und die

gesunde Ernährung erwähnt.

Verschwörungstheoretiker dagegen erklären

alles restlos. Oft sind ihre Theorien

mit zahlreichen, detaillierten Indizien garniert,

die den Behauptungen Glaubwürdigkeit

verleihen sollen.

Das Wort «vermutlich» oder der Satz «es

könnte auch anders gewesen sein», kommt

in der Rhetorik von Vertretern einer Verschwörungsgeschichte

praktisch nie vor. Auf

alles haben sie eine Antwort und immer ein

Gegenargument parat. Eine immer wieder

diskutierte Theorie besagt, die Mondlandung

habe nie stattgefunden, sondern sei in

einem Filmstudio inszeniert worden. Also

eine Hollywood-Produktion. Hält man dagegen,

dass es da viele Mitwisser gegeben haben

müsste, und es unwahrscheinlich sei,

dass jeder von ihnen über all die Jahre – inzwischen

sind es fast fünfzig – dichtgehalten

hätte, erhält man beispielsweise zur Antwort,

dass alle umgebracht worden seien.

Zweifel oder Skepsis sind in Verschwörungstheorien

nicht vorgesehen. Sie zu widerlegen

gleiche dem Versuch, einen Pudding

an die Wand zu nageln, hält Rob Brotherton

in seinem kürzlich erschienenen Buch

«Suspicious Minds» fest. Der Blogger, Buchautor

und Journalist Sascha Lobo sagt zu der

den Verschwörungstheorien eigenen Pseudoskepsis:

«Skepsis fragt, Pseudoskepsis ruft

aus. Nichts glauben, schon gar nicht denen

da oben. Drei Ausrufezeichen.» Wenn in einer

offiziellen Erklärung über ein grosses

Fotos: shutterstock.com/Castleski/reinstein

16 s’Positive 4 / 2017


Wurde Lady Di im Auftrag des britischen Königshauses ermordet?

Wurde die Mondlandung

lediglich

in einem Studio

gefilmt?

«Zweifel oder Skepsis sind in den Verschwörungstheorien

nicht vorgesehen. Diese Theorien zu

widerlegen, gleicht dem sinnlosen Versuch, einen

Pudding an die Wand zu nageln.»

Ereignis irgendwo eine Unklarheit auftaucht,

deuten Verschwörungstheoretiker sie als

Beweis dafür, dass die gesamte offizielle Darstellung

falsch ist.

Umso schlimmer, wenn es sogar mehrere

Ungereimtheiten gibt, wie beispielsweise an

diesem unheilvollen 11. September. Eine

BBC-Reporterin berichtete live, das World

Trade Center Nummer 7 hinter ihr sei eingestürzt.

Doch zu diesem Zeitpunkt stand es

noch! Rund 25 Minuten später stürzte es

dann tatsächlich ein. Doch just in diesem

Moment war die Satellitenverbindung der

Reporterin zu ihrem Studio unterbrochen.

Was genau führte zu dieser vorher genommenen

Berichterstattung? Hatte sich die Reporterin

der BBC ganz einfach nur geirrt, wie

dies der Sender behauptete? Diese Erklärung

lassen Verschwörungstheoretiker nicht gelten.

Der Irrtum ist für sie genau so ein Beweis

für ein Komplott wie die Lücken in den offiziellen

Erklärungen der Regierung.

Doch Michael Butter widerspricht. «Ja, da

wurden Dinge verschwiegen, aber nicht deswegen,

weil die Regierung das Attentat

selbst geplant hat, sondern weil sie sich und

ihre Institutionen, wie zum Beispiel die Geheimdienste,

nicht zu sehr ins Licht der Kritik

rücken und ihr Versagen nicht zu deutlich

offenbaren wollte.»

DER WAHRE KERN

Verschwörungstheorien beginnen selten mit

einer Lüge, sondern beinhalten gemäss Thomas

Grütter fast immer einen wahren Kern.

Dieser wird jedoch gemäss dem Arzt, Psychologen

und Buchautor (Freimaurer, Illuminaten

und andere Verschwörer) mit Halbwahrheiten

und erfundenen Fakten angereichert.

«Verschwörungstheoretiker beherrschen

die Kunst, aus echten und imaginären

Teilen ein aufsehenerregendes Gesamtbild

zusammenzupuzzeln.»

Sind die Behauptungen erstmal formuliert,

würden sie geschickt mit passenden

Indizien und Beweisen ergänzt, die es in

Wirklichkeit aber gar nicht gebe, nennt Grütter

ein weiteres typisches Merkmal für die

Vorgehensweise der Verschwörungstheoretiker.

Diese würden von Gleichgesinnten

ebenfalls frei erfunden. «Sie zitieren sich

gegenseitig und bilden so ein Geflecht von

sich gegenseitig stützenden Aussagen. Einer

bringt ein Gerücht auf, drei andere bauen es

in ihre Theorien ein, die dann der erste Autor

seinerseits wiederum als Beweis anführt.»

s’Positive 4 / 2017 17


VERSCHWÖRUNGSTHEORIEN

Werden wir alle vom amerikanischen Geheimdienst abgehört?

Wird uns die

Landung von UFOs

verheimlicht?

Wer gegen die Theorie argumentiert, wird

beschuldigt, mit den Verschwörern unter

einer Decke zu stecken. Beispiel: Nachdem

die 1998 vom britischen Arzt Andrew Wakefield

veröffentlichte Sudie, wonach Impfungen

gegen Masern, Rötheln und Mumps

Authismus auslösen können, längst mehrfach

widerlegt wurde, halten sich die Warnungen

vor den Impfungen weiterhin hartnäckig

im Internet. Wer der Verschwörungstheorie

entgegentritt, muss mit dem Vorwurf

rechnen, mit der Pharmaindustrie unter

einer Decke zu stecken.

WARUM SO ATTRAKTIV?

Verschwörungstheorien bieten Erklärungen.

Sie machen die Welt bedeutsam. Man

sieht Verbindungen und kann sich selbst in

eine Opferrolle stilisieren. Gleichzeitig hebt

man sich aus der Masse heraus, weil man

ja derjenige ist, der mit offenen Augen

durch die Welt geht, sieht, wie der Hase

läuft und nicht blind durch die Welt läuft

wie alle andern. Gemäss Michael Butter

haben Verschwörungstheorien auch eine

utopische Dimension. Denn wenn nicht irgendwelche

strukturellen Veränderungen,

die niemand aufhalten und kontrollieren

kann, sondern eine Verschwörung daran

schuld ist, dass es einem schlecht geht, dann

kann man diese ja prinzipiell enttarnen, sie

besiegen und deshalb das Rad der Zeit wieder

zurückdrehen.

Konspirative Theorien fallen vor allem

in Krisen- und Unruhezeiten auf fruchtbaren

Boden. Dann ist die Bevölkerung verunsichert

und verlangt deshalb nach mehr

Informationen, als eigentlich zur Verfügung

stehen. «Das Gefühl, den Dingen ohnmächtig

ausgeliefert zu sein und keine Kontrolle

über die Geschicke zu haben», ist gemäss

dem Ulmer Psychiatrieprofessor Manfred

Spitzer einer der Gründe, sich Verschwörungstheorien

zuzuwenden. Sie liefern befriedigende

Erklärungen, indem sie unsere

komplizierte Welt klar in Gut und Böse einteilen.

DIE ROLLE DES INTERNETS

Verschwörungstheorien werden durch das

Internet sichtbarer. «Verschwörungstheoretiker

haben es heute viel einfacher als vor 30

Jahren, als sie im Selbstverlag irgendwelche

Bücher veröffentlichten», erklärt Michael

Butter. Diese heutige Sichtbarkeit erhöht das

Angebot, Verschwörungstheoretiker vernetzen

sich öfters und stärker, und natürlich gibt

es im Internet die Wächterfunktion der Medien

nicht (man veröffentlicht nur das, was

man überprüft hat). Letztendlich setzt das

Internet eines der Grundprinzipien von Verschwörungstheorien

eins zu eins in die Tat

um: «Alles ist miteinander verbunden. Sie

landen mit drei Klicks von einer seriösen

Seite auf einer Webseite, die der Leserschaft

erklärt, dass Barak Obama ein Agent der

Fotos: shutterstock.com/360b/ktsdesign/

18 s’Positive 4 / 2017


VERSCHWÖRUNGSTHEORIEN

Einige sind wahr

Nicht immer sind Verschwörungstheorien

falsch. Nachfolgend zwei Beispiele,

bei denen die Theoretiker richtig lagen.

Die Massenüberwachung und -ausspähung

durch die NSA: Als in den 1990er-

Jahren Aktivisten für den Schutz der

Privatsphäre und Medienpersönlichkeiten

vor den umfassenden Spionageoperationen

der NSA im Inland warnten,

wurden sie als paranoide Verschwörungstheoretiker

abgetan. Bereits mehr

als zehn Jahre vor den Enthüllungen

Edward Snowdens war die NSA im Rahmen

des Echelon-Projektes eifrig dabei,

sämtliche elektronische Kommunikationen

weltweit abzufangen und aufzuzeichnen.

1999 räumte die australische Regierung

ein, das Land sei zusammen mit den

USA und England an einem von der NSA

geleiteten Abfang- und Überwachungsprogramm

mit Namen Echelon beteiligt,

das in der Lage sei, «jedes internationale

Telefongespräch, jedes Fax, jede E-

Mail oder Radioübertragung» weltweit

abzufangen und mitzuverfolgen. In einem

Bericht des europäischen Parlaments

aus dem Jahr 2001 heisst es,

die «NSA fängt routinemässig innerhalb

Europas alle E-Mails sowie Telefon- und

Faxkommunikation ab».

Auch, dass der Sturz des demokratisch

gewählten iranischen Ministerpräsidenten

in den 1950er-Jahren durch den

CIA den MASX initiert worden sei, hielt

sich zunächst jahrelang als «Verschwörungstheorie»,

bis der Tatbestand

schliesslich von offizieller Seite zugegeben

wurde.

neuen Weltordnung sei und Donald Trump

jetzt das Land zurückgewinne.» Verschwörungstheorien

werden von allen Menschen

verbreitet. Es besteht kein Unterschied nach

Geschlecht oder Alter. Es gibt allerdings eine

Gruppe, bei der Verschwörungstheorien

deutlich häufiger verbreitet sind als bei anderen,

nämlich bei Männern über vierzig.

Verschwörungstheorien sind eine Reaktion

auf Verlustängste, auf gefühlte Marginalisierung,

man hat das Gefühl, die Felle schwimmen

einem davon, oder dies sei nicht mehr

«mein» Land. «Meine» geleistete Arbeit sei

nicht mehr das Gleiche wert oder «meine»

Werte würden nicht mehr vertreten. Verschwörungstheorien

bieten eine Erklärung.

GEFÄHRLICH – ODER DOCH NICHT?

Nicht jede Verschwörungstheorie ist gefährlich.

Einige bieten letztendlich einfach nur

Unterhaltung und geben den Leuten etwas

für ihre Identität. Doch Michael Butter warnt:

«Es gibt gefährliche Verschwörungstheorien,

zum Beispiel jene, die sich gegen Schwache,

Ausgegrenzte und Stigmatisierte richten: gegen

Flüchtlinge oder früher gegen Juden.»

«Es gibt Verschwörungstheorien, die in unterschiedlicher

Art und Weise gefährlich

sind. Zum Beispiel diejenigen, die sich gegen

Schwache, Ausgegrenzte und Stigmatisierte

richten. Zum Beispiel gegen Geflüchtete oder

früher gegen Juden.» Solche Theorien sind

bedeutend gefährlicher als jene, die sich gegen

die Eliten richten. Allerdings haben Verschwörungstheorien,

die sich gegen Eliten

richten, eine andere problematische Dimension:

Sie können die Demokratie zersetzen.

Wenn man denkt, es macht überhaupt keinen

Unterschied, für wen ich stimme, weil

alle Eliten sowieso unter einer Decke stecken

und sich nicht mehr um die Belange des Volkes

kümmern, dann besteht die Gefahr des

Rückzugs aus dem demokratischen Prozess.

Entweder nimmt man dann nicht mehr an

den Wahlen teil oder wählt diejenigen, die

sich als die «wahre» Alternative innerhalb

oder ausserhalb des politischen Systems präsentieren.

s’Positive 4 / 2017 19


WUSSTEN SIE SCHON

WUSSTEN

SIE SCHON?

DIE GOTTESANBETERIN

Weshalb hat sie nur ein Ohr?

Dreieckiger Kopf, auch sonst ein ungewöhnliches

Erscheinungsbild, gute Tarnung, langanhaltende

Regungslosigkeit und das einzige

Ohr auf dem Bauch zwischen den Hinterbeinen:

Das sind nur einige der Merkmale

der Gottesanbeterin, auch Fangschrecken

genannt. Bei frisch geschlüpften Tieren sind

es zwei Strukturen, die noch an beiden Körperhälften

liegen. In der Wachstums phase

Schlafen sorgt für Muskelentspannung. Dies

ist bei Mensch und Pferd genau gleich. Doch

ein Mensch, der im Stehen einschläft, etwa

gegen eine Wand gelehnt, würde unweigerlich

einknicken und umfallen. Pferde und

eine ganze Reihe weiterer Säugetiere profitieren

jedoch von einem speziellen Gelenkaufbau

und kräftigen Sehnen. Diese Sehnen

sorgen dafür, dass das Pferd die Kniescheibe

hinter dem Oberschenkel regelrecht einhaken

kann. Dadurch wird das Bein wie mit

einem Scharnier in der gestreckten und stawachsen

diese jedoch zur Körper mitte, wo

sie schliesslich als Trommelfelle nebeneinander

hinter einem Schlitz verborgen in einem

Hohlraum verstaut sind. In dieser Position

wird das Ohr nicht von den Bewegungen

der Beine gestört.

Gottesanbeterinnen können mit ihrem

Einzelohr zwar nicht erkennen, woher ein

Geräusch kommt, dafür nehmen sie aber

1

Ultraschallwellen wahr. Denn ihre Hauptfressfeinde

sind die Fledermäuse, die Ultraschall

zur Orientierung benötigen. Bei Ultraschallalarm,

also wenn Fledermäuse im

Anflug sind, stürzen sich Gottesanbeterinnen

in engen Spiralen kreisend zu Boden. Fledermäuse

können ihnen dabei nicht folgen.

Diese rasche Reaktionsmöglichkeit ist eindeutig

wertvoller als jeder Stereoeffekt.

Fotos: Shutterstock.com/bjonesphotography/Stacey Bates/S_Photo

FÜR MENSCHEN SCHWIERIG BIS UNMÖGLICH

Weshalb können Pferde

im Stehen schlafen?

bilen Position fixiert, obwohl die Muskeln

weich und entspannt sind. Sich nicht hinlegen

zu müssen, um zu ruhen, ist für die

Pferde ein natürlicher Schutz. Statt sich

bei Gefahr mühsam hochrappeln zu müssen,

kommen sie in lediglich zwei Sekunden

aus der Ruheposition in vollen

Galopp.

Doch der stehende Schlaf von Pferden ist

eher ein Dösen mit einigen kürzeren Traumphasen.

Für den echten, tiefen Schlaf müssen

sie sich doch hinlegen. Dies tun sie, wenn

2

sie sich ganz sicher fühlen. Doch auch dann

sind sie von Natur aus vorsichtig. Tiefschlaf

gönnen sich Pferde höchstens 30 Minuten

am Tag. Fohlen maximal eine Stunde.

20 s’Positive 4 / 2017


3

EINE GROSSE VIELFALT

Wo ist der Duft der Rosen geblieben?

Jede heutige Rose hat hunderte von Ahnen

unterschiedlicher Herkunft. Viele basieren

auf Kreationen aus der Blütezeit der Rosenzucht

im 19. Jahrhundert, denn Rosen sind

ganz besonders mutations- und kreuzungsfreudig

und werden deshalb schon seit einigen

tausend Jahren veredelt. Die grosse

Vielfalt hat jedoch ihren Preis. Der Duft geht

verloren. Jedes Rosenparfum duftet heute

stärker nach Rose als die Blume selbst. Denn

der Wunsch nach längerer und häufigerer

Blütezeit oder noch kräftigeren Farben ist

genetisch unvereinbar mit starkem Geruch.

Intensiver Geruch geht zudem häufig einher

mit weniger widerstandsfähigen Blütenblättern.

Stark duftende Rosensorten sind deshalb

weniger geeignet für den Transport.

International tätige Schnittrosenproduzenten

aus Ostafrika oder Südamerika verzichten

sogar ganz bewusst auf den Geruch.

Unter den aktuell mehr als 30 000 registrierten

Sorten haben durch optimierte Kreuzung

etwa 90 Prozent den Duft der Elterngenerationen

verloren.

s’Positive 4 / 2017 21


GESCHICHTE

12

TEXT:

Geschichten aus

dem Oberaargau

Wie sah der Oberaargau vor mehr

als 100 Jahren, im vorletzten

Jahrhundert aus? Ein Blick zurück

in Zeiten, als vieles ähnlich und

manches anders war.

KLAUS ZAUGG

Zwischen 1881 und

1893 haben Egbert

Friedrich von Mülinen,

Mitglied mehrerer historischer

Gesellschaften

des In- und Auslandes und Dr.

Wolfgang Friedrich von Mülinen,

Privatdozent der Geschichte an

der Hochschule in Bern, die «Beiträge

zur Heimathkunde des Kantons

Bern, deutschen Theils» verfasst.

In diesem über 1000 Seiten

umfassenden Werk sind alle Ortschaften

des «deutschen Theils»

unseres Kantons beschrieben und

werden Besonderheiten der örtlichen

Historie erzählt. In vielen

dieser Schilderungen erkennen

wir auch heute noch, welche Orte

gemeint sind, andere Dörfer haben

sich seit dieser Zeit vollständig

verändert. Hier ein paar ausgewählte

Beispiele. Die Sprache

ist leicht auf unsere heutige Zeit

modifiziert, einige Orignalschreibweisen

haben wir beibehalten.

Literatur: «Beiträge zur Heimathkunde

des Kantons Bern»

1 Aufstände

und Armut

«Eine sehr zerstreute Kirchgemeinde mit

1307 Einwohnern, elf Stunden von Bern,

zwei Stunden von Langenthal und eine Stunde

von Huttwil entfernt. Die Geschlechter

heissen Appenzeller, Flückiger, Hermann,

Lanz, Leuenberger, Lüthi, Müller, von Wartburg

und Widmer. Ulrich Flückiger, einer der

Aufständischen von 1653, wurde von dem

in Aarwangen versammelten Kriegsgerichte

verurtheilt und tags darauf am 26. Juni mit

dem Schwerte hingerichtet. Die Einwohner

treiben Landbau und bedeutende Leinwandweberei.

Der Ort hat vortreffliches Quellwasser

und gute Steinbrüche. Aber es herrscht

in der Gemeinde viel Armuth.»

Heute geht es den Rohrbachern besser.

Tanz im Gasthof

zur Krone.

Rohrbach in

einer undatierten

Aufnahme.

Fotos: Bücher «Rohrbach einst und jetzt», «Eriswil - Dorfgeschichte»

22 s’Positive 4 / 2017


2

Früher eine reichere Gemeinde

«Grosses, schönes Pfarrdorf mit 2000 Einwohnern

in einem abgelegenen Thalgelände,

eine kleine Stunde oberhalb von Huttwil und

neun Stunden von Bern entfernt. Unweit des

Dorfes entspringen die Quellen der Langeten.

Dieses fischreiche bei Regen gefährliche

Flüsschen wird zur Wässerung verwendet

und treibt viele Wasserwerke an. Es strömt

das ganze Thal über Huttwil, Rohrbach, Madiswil,

Lotzwil und Langenthal hinab und

vereinigt sich unterhalb Murgenthal mit der

Roth und mündet als Murg in die Aare. Heute

ist das Dorf eine blühende und vermögliche

Gemeinde in Folge der Leinwandmanufakturen,

die durch die Handelshäuser Ulrich,

Friedrich und Daniel Schmid daselbst

eine grosse Verbreitung und Berühmtheit im

In- und Ausland erlangt haben. Auch Flachsund

Hanfspinnerei, Käsehandel und andere

Industriezweige werden hier betrieben. Die

zahlreichen Geschlechter sind die Frauchiger,

Heiniger, Hiltbrunner, Jordi, Niederhauser

und Tanner.»

Ja, ja, Eriswil, 1373 Einwohner, war auch

schon reicher als heute.

Postkutsche in Eriswil um 1900.

«Auch Flachs- und

Hanfspinnerei, Käsehandel

und andere

Industriezweige werden

hier betrieben.»

3 4 5

Heilbad

seit 1370 bekannt

Von Naturkatastrophen

heimgesucht

10 Wegstunden von

Bern entfernt

«Burgruine auf aussichtsreichem Hügel,

Weiler und Heilbad, zehn Stunden von Bern

und eine Stunde von Aarwangen entfernt.

Das Heilbad mit eisen- schwefel-, bittererdeund

wasserstoffgashaltigem Wasser ist seit

1370 bekannt und wegen besonderer Wirkung

auch aus benachbarten grösseren Orten

viel besucht. Das Badegebäude brannte

am 4. Juli 1849 ab. Der Aufopferung des

Sohnes des Besitzers, Leutnants König, hatten

mehrere – leider nicht alle – Badegeäste

die Rettung ihres Lebens zu verdanken.

Das neue schöne Gebäude schaut gegen den

jenseits der Strasse am steilen Abhang des

Schlosshügels gelegenen Garten.»

Es handelt sich um Bad Gutenburg.

«Die Entfernung beträgt von Langenthal

und Huttwil je eine Stunde, von Bern elf

Stunden. Das Dorf wurde 1664, 1835 durch

Überschwemmungen, 1681 und 1841

durch Hagelschlag und 1540, 1646, 1653,

1720 und 1774 durch Feuer heimgesucht.

Die 1145 Einwohner haben den Übernamen

«Besenbinder», nach einem von Kaiser

Sigismund den Besenbindern des Dorfes

ausgestellten Freibriefe».

Das Dorf der Besenbinder heisst Melchnau,

1531 Einwohner.

«Pfarrdorf am linken Ufer der Aare, in 10

Stunden von Bern über Solothurn zu erreichen.

Die Geschlechter heissen Arn, Blumenstein,

Born, Freudiger, Haudenschild,

Kellerhals, Müller, Reber und Simon. Davon

wurden weitherum bekannt: Johann

Born als Handelsmann und Grossrath, Jakob

Freudiger durch sein Engagement für

das Schulwesen und Johann Rudolf Blumenstein

als Notar und Fürsprecher, Gerichtspräsident,

Oberrichter und Präsident

der Mädchenerziehungsanstalt Viktoria in

Wabern.»

Es handelt sich um Niederbipp, heute 3942

Einwohner.

s’Positive 4 / 2017 23


GESCHICHTE

Markt in Langenthal.

Der Wohlstand

äussert

sich auch

in der

Architektur.

«Grosser, gewerbsamer Marktflecken,

gewiss einer der schönsten

und reichsten in Europa,

mit städtischem Aussehen und

2819 Einwohnern.»

6

Wohlstand und städtische Architektur

«Grosser, gewerbsamer Marktflecken, gewiss

einer der schönsten und reichsten in

Europa, mit städtischem Aussehen und

2819 Einwohnern. Er liegt an der Strasse,

die von Bern über Burgdorf und Wynigen

in’s Aargau führt, in einer sehr fruchtbaren

Ebene an den äussersten nördlichen Abdachungen

der Hügel des Emmenthals. Zur

Vermeidung von Betrug und zur rechter

Handhabung des gebräuchlichen Masses

wurden von Bern beeidigte Tuchmesser eingesetzt.

Die bekanntesten Wirtshäuser sind

Bären, Leuen, Kreuz und Zum letzte Batzen.

Es gibt 28 alte burgerliche Geschlechter, die

häufigsten sind: Bracher, Buchmüller,

Dennler, Geiser, Gerber, Glogger, Hellmül­

ler, Herzig, Hofer, Howald, Hünig, Kurth,

Marti, Mumenthaler, Neukomm, Schmid,

Schneeberger, Sägesser, Spahr, Staub, Steiner

und Zulauf.»

Es handelt sich um Langenthal, heute 14 944

Einwohner.

Ständerat Lehmann

«Grosses, zerstreutes Pfarrdorf mit 1105

Einwohern in dem fruchtbaren Thalgelände

der Langeten, von Bern über Bleienbach

in neun Stunden zu erreichen. Bekannte

Geschlechter: Buchmüller, Ingold und Lehmann.

Jakob Buchmüller und Johann Ingold

brachten es zum Regierungsstatthalter,

Johann Ulrich Lehmann war Handelsmann

und Ständerath.».

Wir sind in Lotzwil, 2431 Einwohner.

7 8 9

Bei der Murg-Brücke

«Kleines Dorf mit Mühle und Gasthof (zum

Bären, rühmlichst bekannt), einer Baumwollfabrik,

Post und Zollamt, Station der schweizerischen

Centralbahn. 84 Einwohner. Liegt

an der grossen Bern-Aargau-Strasse, 10 Stunden

von Bern entfernt. Die kleine steinerne

Brücke über die Murg, 1726 erbaut, ist die

Grenze der Kantone Bern und Aargau.»

Da kann es sich nur um Murgenthal handeln,

2870 Einwohner.

Alter Badeort

«Badeort mit Wirtschaft in der Nähe eines

fischreichen Teiches im Tannenwald, anderthalb

Stunden von Langenthal und

neuneinhalb Stunden von Bern. Zur Benutzung

des Heilbades – die Quellen führen

meist Eisen und Kupfer – bewilligte die

bernische Regierung eine Wirtschaft, so

lange man bade.»

Heute wird im «Bürgisweierbad» nicht mehr

gebadet.

Fotos: Berner Heimatbücher Langenthal und Herzogenbuchsee,

Buch «Langenthal»

24 s’Positive 4 / 2017


10

Fragwürdiger

moralischer Zustand

«Das Dorf mit 1627 Einwohnern liegt zehn

Stunden von Bern. Die wichtigsten Geschlechter

sind Ammann, Andres, Bösiger,

Christen, Geiser, Glur, Grüter, Hegi, , Koller,

Kurt, Lanz, Lemp, Lüthi, Meier, Pfister,

Schürch und Wälchli. Die Lanz und Meier

sind die zahlreichsten. Feuersbrünste wüteten

im Dorf am 6. April 1732, am 16. August

1856 und am 30. Januar 1881, wo der Kirchthurm

zur Hälfte zerstört wurde. Gerade 100

Jahre früher hatte der Blitz in ihn geschlagen.

Über den «physischen, geistigen und

moralischen Zustand» der Dorfbewohner

gibt es «Notizen aus der Sittengeschichte».

Daraus entnehmen wir unter anderem:

1669: Ist einer eine halbe Stund ins Trüllhäusli

eingesperrt worden, weil er dem

Schmid Birnen gestohlen. 1670: Ein altes

Mädchen um 5 Schilling gestraft und tüchtig

ermahnt, von ihren Nächsten ohne Ursach

nichts Böses zu reden. 1677: Sind vor dem

Chorgericht erschienen 11 Tabaker, wovon

jeder mit zwei Thalern gestraft. Nämlich

Hans Hönger und Ully Grüter, weil sie den

Tabak ins Land gebracht und die anderen

aber um einen Thaler, weil sie ihn geraucht

haben.»

Eine Anmerkung: Die Gesetzgebung war

also hochmodern. Heute ist das Tabakrauchen

an den meisten Orten, nicht nur in

Roggwil, wieder verboten worden.

«1684: Einer gebüsst, weil er mit dem Dumperbabeli

getanzt habe. 1687: Der Ammann

musste 24 Stunden in die Käfi weil er gesagt

habe: Gott soll ihm nit gändig sein und der

Teufel soll ihn nehmen, wenn er noch mehr

ins Wirtshaus gehe. 1688: Der Hänsel Hans

ist gebüsst worden, weil er wieder mit der

Sackpfeifen (= Dudelsack) aufgespielt hat.

1691: Sind Etliche gebüsst worden, weil sie

an einer Gräbt mit Speis und Trank sich überfüllt

und wiedergespeut haben. 1692: Etliche

gebüsst, weil sie an einem Sonntag Krugeln

geworfen. 1692 musste Einer ins Käfi und

wurde gebüsst, weil er greulich gelästert und

«Mehrere Meitle und

Gsellen, angeklagt

wegen Kilten; die aber

vorgeben, miteinander

Psalmen gesungen zu

haben.»

geflucht und gesagt habe: Der Donner soll

kreuzweise durchs Dorf schiessen. 1706:

Mehrere Meitle und Gsellen, angeklagt wegen

Kilten; die aber vorgeben, miteinander

Psalmen gesungen zu haben. Werden ermahnt,

nicht etwas Schlimmes zu singen und

doch mehr beim Tag als bei Nacht beisammen

im Singen sich zu üben.»

In Roggwil, heute 3786 Einwohner, wurde

einst gesündigt und gesungen.

11

Gruslige Dorfgeschichten

«Grosses, gut gebautes, durch Handel und

Industrie wohlhabendes Pfarrdorf mit 1450

Einwohnern. Es liegt in trefflich angebauter

Gegend, wo sich die grosse Bern-Aarau-Zürich-

und die Burgdorf-Wynigen-Wangen-

Strasse kreuzen und ist Station der Centralbahn,

die hier eine Zweiglinie nach Solothurn

errichtet hat. Es ist von Bern in sieben

Stunden und zwanzig Minuten und von

Langenthal zwei Stunden entfernt. Es gibt

eine grosse Hausindustrie und Fabrikation

von baumwollenen und halbwollenen Stoffen,

Seidenbändern und Leinwand. Es gibt

aber auch Grausliges. 1728 habe man in einem

kleinen vermauerten Gewölbe in der

Kirche die Figur zweier enthaupteter Menschen

gefunden. An einem Halswirbelknochen

wollte man den Schwerthieb noch erkannt

haben. Das Feld zwischen dem Bahnhof

und dem Schulhaus heisst «Hexenacker»,

weil hier Hexen verbrannt wurden. Die

beiden letzten Opfer – im Jahr 1662 – hiessen

Elsbeth Frieder und Barbara Kneu, Babi

genannt. Sie sollen, die eine dem Schulmeister,

die andere dem Pfarrer, die Kühe

verhext haben. Die Geschlechter des Dorfes:

Kaufmann, Sollberger, Zumstein, Röthlisberger,

Born, Ammann, Christen und Ingold.»

Wir sind in Herzogenbuchsee, 6766 Einwohner.

«Das Feld zwischen

Bahnhof und Schulhaus

heisst Hexenacker,

weil hier Hexen verbrannt

wurden.»

Herzogenbuchsee

kam durch Handel

zu einigem Wohlstand.

s’Positive 4 / 2017 25


GESCHICHTE

Fotos: Buch «Huttwil, wie es einmal war»

Das schöne Huttwil war Schauplatz

dramatischer Ereignisse.

12

Vom Schicksal gebeutelt

«Ein offenes Landstädtchen ohne Mauern

und Thore, mit 3000 Einwohnern, in einem

anmutigen Thalgeände, zehn Stunden von

Bern entfernt. Dieser Ort hat von jeher in

kirchlichen, weltlichen und politischen Dingen

allerlei Schicksale gehabt, wie nicht

leicht eine andere Ortschaft in unserem

Kanton Bern. Im grossen Bauernkriege vom

Jahr 1653 wurde auf der Allmend am 14.

Mai eine Volksversammlung von Landsleuten

aus den Kantonen Bern, Luzern, Solothurn

und Basel abgehalten, gegen 3000

Mann stark, von Niklaus Leuenberger aus

dem Schönholz bei Rüderswyl, dem Hauptanführer

und Obmann des Bauernbundes

präsidiert. Unter feierlichem Eidschwur

wurde beschlossen, gegen die Massregeln

der Regierung zu protestieren. Bekannt ist,

welch klägliches Ende dieser Bauernaufstand

durch die Niederlage bei Herzogenbuchsee

am 8. Juni 1653 nahm und wie der

Aufstand mit der Hinrichtung von mehr als

20 Anführern endigte. Auch in den neueren

Ereignissen spielte der Ort eine bedeutende

Rolle wie im Bauernkriege. Im Jahre 1871

wurden in der Gemeinde 520 internierte

Franzosen von der zersprengten Bourbakischen

Armee vom 11. Februar bis zum 22.

März verpflegt. Das Städtchen brannte drei

Mal ab. Zuerst 1340, wo es von den Bernern

belagert und erobert wurde, dann am Neujahrestage

des Jahres 1587 und endlich

1834 in der Nacht vom 8. zum 9. Juni, wo

ein heftiges Gewitter mit Donner und Blitz

den ganzen Ort, 44 Wohnhäuser, Kirche,

Rathhaus, Kaufhaus in der Zeit von nur drei

Stunden total einäscherte. Die wichtigsten

Geschlechter sind die Fiechter, Flückiger,

Grädel, Lanz, Minder, Nyffeler, Nyffenegger,

Schär, Scheidegger und Vetter.»

So dramatisch ist die Geschichte von Huttwil,

4690 Einwohner.

«Dieser Ort hat von jeher in kirchlichen,

weltlichen und politischen Dingen allerlei

Schicksale gehabt»

26 s’Positive 4 / 2017


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DOMINIQUE AEGERTER

Der lange Weg zurück in die

WELTSPITZE

28 s’Positive 4 / 2017


Inzwischen sind drei Rennen gefahren. Nach einem

feinen 5. Platz beim GP von Amerika ist eine

erste Zwischenbilanz ist für Dominique Aegerter (26)

verheissungsvoll. Aber Tom Lüthi (30) ist diese

Saison ausser Reichweite.

TEXT: KLAUS ZAUGG

Dominique Aegerter hat auf seinem Weg zurück

in die Weltspitze einen ganz grossen

Schritt nach vorne gemacht. Platz 5 beim GP

von Amerika in Texas. Was diese Klassierung

bedeutet, sehen wir in der ganzen Dramatik,

wenn wir ganz unpolemisch die Statistik seiner Leistungsentwicklung

zwischen dem GP von Amerika 2016 (als

sich seine Krise immer mehr verschärfte) und am letzten

Wochenende aufzeigen. Es ist das turbulenteste, schwierigste

Jahr seiner bisherigen Karriere, siehe Box unten.

Dominique Aegerter hat also am vergangenen Wochenende

beim GP von Amerika das beste Resultat seit

dem Rennen auf dem gleichen Rundkurs vor einem Jahr

herausgefahren. Die Stimmung im Team von Dominique

Aegerter hatte sich letzte Saison von Woche zu Woche

verschlechtert und erreichte schliesslich zwischen den

Rennen in Österreich und Tschechien im August den

Tiefpunkt – was sich auch in den Resultaten zeigt.

Nach dem GP von Aragon gab Dominique Aegerter Ende

September seinen Wechsel in ein neues Team bekannt.

Dafür wurde er von seinem bisherigen Team im besten

Wortsinne auf die Strasse gestellt. Er konnte die letzten

vier Rennen nicht mehr bestreiten.

ZUSATZINFOS

Leistungsentwicklung

Aegerters WM-

Klassierungen:

2010: 15. Platz

2011: 8. Platz

2012: 8. Platz

2013: 5. Platz

2014: 5. Platz

(Ankunft von Tom Lüthi im Team)

2015: 17. Platz

2016: 12. Platz

2017

2016

ORT TRAINING RENNEN

USA Rang 4 Rang 4

SPANIEN Rang 18 Rang 8

ITALIEN Rang 13 Rang 13

FRANKREICH Rang 12 Rang 10

KATALONIEN Rang 14 Ausfall

ASSEN Rang 3 Rang 9

DEUTSCHLAND Rang 23 Rang 10

ÖSTERREICH Rang 11 Rang 10

TSCHECHIEN Rang 12 Rang 17

ARAGON Rang 12 Rang 22

JAPAN Ausschluss Team

AUSTRALIEN Ausschluss Team

MALAYSIA Ausschluss Team

VALENCIA Ausschluss Team

KATAR Rang 7 Rang 11

ARGENTINIEN Rang 18 Rang 14

USA Rang 6 Rang 5

Foto: shutterstock.com/Rainer Herhaus

s’Positive 4 / 2017 29


DOMINIQUE AEGERTER

In diesem jahr

fährt Aegerter

eine Maschine von

Kiefer Racing.

Er hat im Laufe des Winters und der Vorsaisontests

immer wieder betont, er fühle sich

in seinem neuen Team wohl. Aber er brauche

Zeit, um wieder seine Bestform zu finden:

«Eine erste Standortbestimmung wird nach

den drei Überseerennen möglich sein.»

DER WECHSEL BRAUCHT ZEIT

Diese Einschätzung hat sich als richtig erwiesen.

Dominique Aegerter war in den ersten

Rennen dieser Saison ruhiger, entspannter

und in seiner Arbeitsweise präziser als es

die Resultate von Katar (11.) und Argentinien

(14.) vermuten liessen. Ein Wechsel der

Maschine, und des Teams – also des gesamten

Umfeldes – braucht auf diesem hohen

Niveau Zeit. Der Rohrbacher hat die Saison

trotz guter Vorbereitung mit einem Rückstand

von vier Rennen angefangen. Weil er

von den vier letzten Grand Prix der letzten

Saison ausgeschlossen worden war, brauchte

er eine Angewöhnungszeit. Die Moto2-

Klasse ist die zweitwichtigste Töff-WM und

gilt wegen der Leistungsdichte als weltweit

fahrerisch intensivste, wildeste Rennserie

auf zwei Rädern.

Talent und Fitness stehen bei Dominique

Aegerter ausser Frage. Es geht jetzt um die

«weichen Faktoren»: Selbstvertrauen, Ruhe

im Umfeld, Konzentrationsfähigkeit, technisches

Verständnis. Diese vier Faktoren

stimmten in der letzten Saison nicht mehr.

Wo steht er heute? Sein Selbstvertrauen ist

intakt geblieben. Er hat die «Dämonen des

Zweifels» im Laufe der Winterpause erfolgreich

von sich ferngehalten. Er weiss, was er

kann. Er weiss, dass er dann, wenn alles

stimmt, wieder aufs Podest fahren und ein

«In einer Klasse mit Einheitsmotoren und Einheitsreifen

spielt technisches «Voodoo» eine stärkere

Rolle, als die Piloten zugeben mögen – sie müssen

glauben, die richtige Höllenmaschine zu fahren»

Rennen sogar gewinnen kann. Diese Zuversicht

hat er nie verloren. Er hat sich nach

dem resultatmässig eher enttäuschenden

Saisonstart nie dazu verleiten lassen, den

Erfolg mit der Brechstange zu erzwingen.

Im Umfeld ist Ruhe eingekehrt. Im Team

der Gebrüder Stefan und Jochen Kiefer hat

er wieder die «Nestwärme», die ihm letzte

Saison in der Mannschaft von Fred Corminboeuf

und im «Zuneigungs-Windschatten»

von Tom Lüthi gefehlt hatte. Er ist jetzt unumstritten

die Nummer eins im Team, nach

dem Überraschenden Abgang seines Teamkollegen

Danny Kent (23) erst recht und er

erfährt die Wertschätzung, die ein sensibler

Rennfahrer einfach braucht. Aber es wird bis

Mitte Saison dauern, bis sich alle aneinander

gewöhnt haben und ein Maximum herausgeholt

werden kann.

DAS VERTRAUEN WAR ZERRÜTTET

Die Konzentrationsfähigkeit war während der

turbulenten Zeit in der zweiten Hälfte der

letzten Saison Dominique Aegerters grösste

Schwäche. In diesem Bereich hat er sich verbessert

und die ganze Saisonvorbereitung

sturzfrei hinter sich gebracht. Aber auf dem

Niveau von Tom Lüthi ist er noch nicht.

Der Wechsel von der deutschen Kalex zurück

auf Suter, das helvetische Fabrikat von Eskil

Suter aus Turbenthal, auf die Maschine mit

der Dominique Aegerter 2014 seinen bisher

einzigen GP gewonnen hat, spielt keine zentrale

Rolle. Die technischen Unterschiede

zwischen diesen beiden Fahrwerk-Modellen

sind minimal. Es geht auch hier um «weiche

Faktoren»: Um das Vertrauen in das Maschinenmaterial

– und das war im Laufe der

letzten zwei Jahre zerrüttet.

Im technischen Bereich in einer Klasse

mit Einheitsmotoren und Einheitsreifen (also

für alle dieselben Motoren und Pneus)

spielt technisches «Voodoo» eine viel stärkere

Rolle als die Piloten zugeben mögen. Nämlich

der Glaube, die richtige Höllenmaschine

zu fahren – und die Fähigkeit der Techniker

und des Teamchefs, dem Fahrer dieses Vertrauen

zu vermitteln.

Einer der ganz grossen MotoGP-Teamchefs,

dessen Name mir soeben entfallen ist,

hat mir kürzlich erzählt, was unter diesem

«Voodoo» zu verstehen ist. «Es kommt schon

mal vor, dass ein Fahrer sagt, dies und das

funktioniere nicht, dies und das müsse an

der Maschine geändert werden. Dann tun

wir so, als würden wir das alles umbauen,

Foto: shutterstock.com/Rainer Herhaus

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DOMINIQUE AEGERTER

ZUSATZINFOS

Kent wirft das Handtuch

Zwei Alphatiere kommen

in der Regel unter dem

gleichen Dach nicht miteinander

aus. Nur ganz

selten werden im Motorradrennsport

zwei

Spitzenfahrer im gleichen

Team glücklich.

Vor allem dann nicht,

wenn beide den Ehrgeiz

haben, die Nummer 1 zu

sein. Das hat Dominique

Aegerter in den letzten

zwei Jahren neben Tom

Lüthi schmerzlich erfahren.

Nun ist es bereits

wieder zu einem Eklat

gekommen. Danny Kent,

der Teamkollege von Dominique

Aegerter hat das

Handtuch geworfen und

verlässt aus eigener Entscheidung

per sofort die

Mannschaft von Stefan

und Jochen Kiefer.

Der 23jährige Brite war

2015 Moto3-Weltmeister

geworden und stieg letzte

Saison mit grossen Hoffnungen

in die Moto2-WM

ein. Er ist ein Alphatier

wie Dominique Aegerter

auch. Aber er kam letzte

Saison nur auf den 22.

Schlussrang. Beim Saisonstart

fuhr er in Katar auf

den 13. Platz, im zweiten

Rennen in Argentinien

stürzte er. Danny Kent erhebt

keine Vorwürfe gegen

Dominique Aegerter

und sagt, er sehe einfach

keine Möglichkeit, in diesem

Team sein Potenzial

auszuschöpfen. Deshalb

gehe er per sofort. Stefan

und Jochen Kiefer sind

vom Reglement her dazu

verpflichtet, einen neuen

zweiten Fahrer zu engagieren.

So unerfreulich diese

Episode sein mag – sie

festigt Dominique Aegerters

Rolle als Nummer 1

im Team. Der Rohrbacher

sagt: «Ich bin durch seinen

Entscheid völlig

überrascht worden. Er

fuhr am Sonntagmorgen

noch das Warm-Up. Dann

erklärte er, er habe Rückenschmerzen,

er könne

das Rennen nicht fahren

und hat uns verlassen.

Ich bin mit ihm super

ausgekommen und es hat

auch keine Streitereien

um Geld gegeben. Ich stehe

vor einem Rätsel.»

Es gibt allerdings schon

eine Erklärung. Der Brite

gilt im Fahrerlager als

ein extrem eigenwilliger

Typ und daher ist die

Überraschung nicht überall

gross. Dominique

Aegerter sagt, der Eklat

habe keinen Einfluss auf

die Stimmung im Team

und sein Wohlbefinden.

Um es etwas boshaft zu

sagen: Er befindet sich

im Grunde in derselben

Rolle wie Tom Lüthi. Er

ist in das Team von Danny

Kent gekommen, ist

die Nummer 1 geworden

und hat ihm die Aufmerksamkeit

und Nestwärme

des Teams in

einem gewissen Sinne

entzogen…

Dominique

Aegerters

Ex-Teammitglied

Danny Kent

(rechts).

machen aber in Tat und Wahrheit nichts.

Der Pilot fährt raus, kommt nach ein paar

Runden zurück und sagt: Ja, jetzt funktioniert

es…».

Wo steht Dominique Aegerter nach den

drei ersten Saisonrennen mit seinem neuen

Team? Wie gross ist die Differenz zu Tom

Lüthi? 2014 fuhr er ja auf Augenhöhe mit

seinem grossen Rivalen. Aber wir wissen

jetzt, dass es nur dieses eine grosse Jahr war.

Mit der Ankunft von Tom Lüthi im Team von

Dominique Aegerter entstand ab Herbst 2014

ein «Dream Team», das sich für den Rohrbacher

schliesslich als «Albtraum-Team» erweisen

sollte. Bis dahin war es «sein» Team gewesen

– und jetzt übernahm Tom Lüthi

«sein» Nest wie ein Kuckuckskind. In den

zwei Jahren (2015 und 2016) ist Dominique

Aegerter in seiner Karriere um sechs Jahre

zurückgeworfen worden. Was wir mit einem

Blick auf seine WM-Schluss-Klassierungen

wiederum ganz unpolemisch belegen können,

siehe Box Seite 29.

LÜTHI IN DER FORM SEINES LEBENS

Dominique Aegerter steht in der Hierarchie

der Moto2-WM wieder ungefähr dort, wo er

zu Beginn der Saison 2011 stand. Er kann

den Rückstand jedoch dank seiner immensen

Erfahrung – er gehört zu den sechs

Moto2-Piloten, die mehr als 100 Rennen

bestritten haben – bereits im Laufe dieser

Saison wieder aufholen. Diese «100er-Piloten

sind Axel Pons (112), Julian Simon

(116), Tom Lüthi (122), Xavier Simeon

(115), Simone Corsi (118) und Dominique

Aegerter (115.)

Der Abstand zu Tom Lüthi ist also wieder

so gross wie zuletzt vor der ersten Moto2-

Saison im Frühjahr 2010. Dominique Aegerter

ist zwar heute der viel bessere, erfahrenere

Pilot als damals. Aber Tom Lüthi befindet

sich in der Form seines Lebens. Er ist

soeben zum ersten Mal überhaupt in seiner

Karriere in den drei ersten Saisonrennen aufs

Podest gefahren (2. in Katar, 3. in Argentinien.

2. in Texas), am letzten Wochenende

hat er den 50. Podestplatz seiner Karriere

herausgefahren (Dominique Aegerter hat

sieben Podestränge in seiner Statistik) und

bestätigt als erster Verfolger von WM-Leader

Franco Morbidelli die hohen Erwartungen.

Der Italiener hat die drei ersten Rennen gewonnen

und führt mit 75 Punkten die Zwischenwertung

mit 19 Zählern Vorsprung auf

Tom Lüthi (56) an. Dominique Aegerter steht

nach drei Rennen mit 18 Punkten auf Rang

10. Er hat also den ersten Schritt auf dem

Weg zurück in die «Top Ten» gemacht – dort,

wohin er aufgrund seines Talents und seiner

Erfahrung hingehört. Bei Saisonmitte im

Juli können wir die nächste Standortbestimmung

machen.

Foto: shutterstock.com/Rainer Herhaus

32 s’Positive 4 / 2017


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IN EIGENER SACHE

Leserbriefe

Ein Kränzchen

Ich möchte euch mal ein Kränzchen winden

dafür, was ihr mir da jeden Monat

gratis und franko ins Haus liefert.

s’Positive wanderte zwar lange Monate

unbeachtet ins Altpapier, bis ein Journalist

der Berner Zeitung euer Magazin in

einem sonst langweiligen Artikel als «Bösiger-Postille»

bezeichnete. Seither verpasse

ich keinen einzigen Artikel. Ich

möchte allen Beteiligten für ihre hervorragende

Arbeit danken. Zuallererst Bruno

Wüthrich und Klaus Zaugg, den ich natürlich

auch von andern Publikationen bereits

kenne. Aber ich weiss natürlich, dass

es nicht nur die Journalisten braucht. Es

wird auch fotografiert und gelayoutet. Alles

immer Spitzenklasse. Einen ganz speziellen

Dank richte ich an Herr Markus

Bösiger, der das Ganze Monat für Monat

finanziert und damit dem ganzen Oberaargau

eine Freude bereitet. Glauben Sie

mir, ich weiss, was das kostet!

Fritz Müller

Schade

Schade, reicht Ihr Verteilgebiet nicht bis

in den Kaltacker. Denn sonst könnte ich

das Magazin aus meiner Heimat ebenfalls

regelmässig lesen. Die Reichweite endet

leider in Wynigen, ein paar hundert Meter

Luftlinie von da entfernt, wo ich lebe.

So beschränke ich mich halt momentan

darauf, es zu lesen, wenn es in irgen d-

einem Wartezimmer aufliegt.

Susanne Bärtschi, Kaltacker

Tradition und Geschichte

Ich freue mich an jedem Monatsende auf

Euer Magazin. Ganz besonders haben es

mir die Reiseberichte und die historischen

Artikel von Herrn Zaugg angetan.

Bei diesen Berichten über Tradition und

Geschichte wird mir warm ums Herz.

Ich lese aber auch alles andere mit Interesse,

einzig am Sport bin ich nicht sonderlich

interessiert. Davon kommt im

Fernsehen und in anderen Blättern genug.

Ernst Gerber, Aarwangen

Veranstaltungen

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Langenthal:

Wo der Feuervogel wohnt

3 Märchen aus Russland

Datum: 28. / 29. April, 19.30 Uhr

30. April, 17.00 Uhr

Ort: Aula des Gymnasiums Langenthal

Eintritt: frei (Kollekte)

www.musikschule-langenthal.ch

Ihre Meinung

interessiert uns

Sind Sie mit etwas nicht einverstanden?

Haben Sie Fragen, die auch andere Leser

interessieren könnten? Oder haben Sie eine

Ergänzung zu einem Artikel? Dann schreiben

Sie uns. Ab der kommenden Ausgabe

reservieren wir Platz für Sie.

Oder möchten Sie über ein Thema, das wir

noch nicht gebracht haben, mehr erfahren?

Wir können Ihnen zwar keinen Artikel darüber

garantieren. Aber prüfen werden wir

Ihren Vorschlag ganz bestimmt.

Wir wissen noch nicht, was auf uns zukommt,

wenn wir die Möglichkeit zu Leserreaktionen

bieten. Möglich, dass keine einzige

kommt. Ebenfalls möglich, dass wir

nicht alle Ihre E-Mails und Briefe publizieren

können, und deshalb eine Auswahl treffen

müssen. Werden Sie bitte nicht zu lang.

Sonst müssten wir Ihren Beitrag eventuell

kürzen.

Beiträge mit beleidigenden, diffamierenden,

rassistischen und sexistischen Inhalt werden

nicht veröffentlicht.

Wir freuen uns auf Ihr Feedback.

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