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Praktikumsbericht der Berufsfelderkundung:

Druckkammerzentrum Wiesbaden

Zentrum für Tauch- und Überdruckmedizin

am Roten Kreuz Krankenhaus

Ltd. Arzt: Prof. Dr. med. Böhmer

Im Wintersemester 2002/03

bei Frau Dr. med. Dipl. Psych. C. Krause-Girth


Gliederung

Seite

1. Einleitung 1

2. Arbeitsfeld, Ziele, Aufgaben 1

3. Atmosphäre, Räumlichkeiten, Größe 1

4. Patientenklientel, spezielle Problematik 1-2

5. ÄrztIN-PatientIN Beziehung 2

6. Vorstellung vom Beruf der Ärztin/des Arztes 2

7. Stellungnahme 2

II


1. Einleitung

Im Rahmen der Berufsfelderkundung entschied ich mich dafür, das Praktikum in einem

Institut der Hyperbaren-Medizin zu absolvieren.

Als begeisterter Hobby-Taucher ist man natürlich sensibel für Tauchunfälle und deren

Behandlungsmöglichkeiten, in deren Mittelpunkt die Druckkammer steht.

Im Rahmen einer Fortbildung (in meinem Beruf als Rettungsassistent) erfuhr ich zum ersten

Mal von der Möglichkeit, die Druckkammer auch bei anderen Erkrankungen erfolgreich

einsetzen zu können.

Das Praktikum gab mir die Möglichkeit einen tieferen Einblick, in diese noch sehr junge und

wenig bekannte Fachrichtung der Medizin zu bekommen.

2. Arbeitsfeld, Ziele, Aufgaben

Das Arbeitsfeld des Arztes in der Hyperbaren-Medizin umfasst das Anamnesegespräch, die

Voruntersuchungen, die Therapieplanung, die Überwachung und die Dokumentation.

Jede Behandlung in der Druckkammer ist mit einem Tauchgang gleichzusetzen, dies bedeutet

für den Patienten, sich einer gründlichen Voruntersuchung durch den Arzt zu unterziehen,

damit es während der Behandlung nicht zu Komplikationen kommt.

Bei Risiko-Patienten kann es vorkommen, dass der Arzt den Patienten auf seiner Tauchfahrt

begleiten muss, um im Notfall schnell eingreifen zu können. Zwingende Voraussetzung für

den Arzt ist deshalb eine gute physische Konstitution.

3. Atmosphäre, Räumlichkeiten, Größe

Auffallend ist, dass die Praxis sehr hell und freundlich eingerichtet ist und in unmittelbarer

Nähe zum Kurpark liegt. Da die Gründung der Praxis noch nicht sehr lange zurückliegt zeugt

die Ausstattung von hoher Modernität.

Auf Grund der Größe der Druckkammer und der umfangreichen angeschlossenen Technik ist

die Praxis dementsprechend groß.

In der gesamten Praxis herrscht eine sehr angenehme Stimmung, die nicht zuletzt auf die

Helligkeit und schöne Lage der Praxis zurückzuführen ist, sondern vor allem durch auf das

junge und aufgeschlossene Praxis-Team geschaffen wird.

III


4. Patientenklientel, spezielle Problematik

Die Patientenklientel besteht hauptsächlich aus Patienten mit Tinnitus bzw. Hörsturz oder

Patienten mit Wundheilungsstörungen.

Das gesamte Behandlungsspektrum der Druckkammer umfasst:

• Schlechtheilende Wunden (z.B. bei Diabetes oder nach Operationen)

• Strahlenschäden

• Knochenmarksvereiterung

• Hörsturz oder Tinnitus

• Tauchunfälle

• Rauchgasvergiftung

Bei Tauchunfällen, ist es unter Umständen nötig, dass der Patient über 40 Stunden in der

Druckkammer verweilen muss. Deshalb ist es zwingend notwendig im Vorfeld der

Behandlung die anfallende logistische Arbeit zu koordinieren, da auch Arzt und Techniker

menschliche Bedürfnisse haben, die mit eingeplant werden müssen.

5. ÄrztIN-PatientIN Beziehung

Die Beziehung zwischen Arzt und Patient scheint hier sehr gut. Der Patient kann in jedem

Stadium der Behandlung Fragen stellen und hat immer einen Ansprechpartner.

In der Praxis sind fast ausschließlich Privatpatienten anzutreffen, da die Hyperbare-Medizin

keine Kassenleistung darstellt.

Pro Tag kommen etwa zehn Patienten zur Behandlung in die Praxis, so dass der Arzt auf

Grund der relativ geringen Patientenzahl (im Verhältnis zu anderen Praxen, z.B. radiolog.

Praxis) ein sehr großes Zeitfenster für jeden einzelnen Patienten hat.

6. Vorstellung vom Beruf der Ärztin/des Arztes

Während der Behandlung eines Routinepatienten hat man den Eindruck, dass der dort tätige

Arzt fast mit einem U-Boot-Kapitän verwechselt werden könnte.

Das Ergebnis der Therapie ist allerdings mehr, als bemerkenswert.

Es liegen große Erfolge, gerade bei Patienten mit Wundheilungsstörungen im Verhältnis zur

konservativen Behandlung vor; so haben schon viele Patienten dieser Behandlungsmethode

ihr Bein zu verdanken.

Die Verantwortung des Arztes ist hoch, da er entscheiden muss ob der Patient überhaupt

körperlich geeignet ist, die Therapie zu überstehen und ob der Nutzen den Risiken überwiegt.

Die Arbeitszeiten sind den normalen Praxiszeiten entsprechend. Dennoch gibt es eine kleine

Besonderheit: Die komplette Praxis ist für Notfälle jeder Zeit abrufbar (dies erfolgt über die

Feuerwehr- und Rettungsdienstleitstelle Wiesbaden).

Enttäuschend ist jedoch die mangelnde Akzeptanz der Kollegen und Krankenkassen.

Hier stellt sich die wohl leider nicht zu ergründende Frage: Ist es nur Unwissenheit oder geht

es auch hier um die Kostengründe?

IV


7. Stellungnahme

Zusammenfassend kann man sagen, dass sich meine Erwartungen bezüglich dieses

Praktikums mehr als nur erfüllt haben. Die umfangreichen Einsatzmöglichkeiten, sowie der

damit verbundene Erfolg für die Patienten waren sehr beeindruckend.

Sehr bedauerlich ist jedoch, dass diese Behandlungsmöglichkeiten weder viel genutzt werden,

noch von den Krankenkassen unterstützt werden.

V

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