Stahlreport 2017.01

markushuneke

Das Magazin des Bundesverbands Deutscher Stahlhandel für die Stahldistribution

72. Jahrgang | Januar/Februar 2017

STAHLREPORT

Das BDS-Magazin für die Stahldistribution

1/2|17

Branche up to date – BDS-Veranstaltungen 2017


Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Dipl.-Ing. Jochen Adams

Dr. rer. nat. Peter Drodten

Dipl.-Ing. Jochen Adams

Dr. rer. nat. Peter Drodten

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27. Auflage

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

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Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

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Dipl.-Ing. Jochen Adams, Dr. rer. nat. Peter

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1. Auflage – Dez. 2009 | 99,00 €

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Bestellen Sie per Telefax: 02 11/8 64 97-22 oder per E-Mail: info-BDS@stahlhandel.com

BDS AG – Bundesverband Deutscher Stahlhandel – www.stahlhandel.com


Suffizienz und anderes:

„Bauernweisheiten –

auch für den Stahlhandel“

– Branche up to date

EDITORIAL

INHALT

Liebe Leserinnen und Leser,

noch haben längst nicht alle Zeitgenossen realisiert,

mit solchen Megatrends wie Globalisierung,

Digitalisierung und Nachhaltigkeit dauerhaft leben

zu müssen – da gibt es schon wieder etwas Neues:

die Suffizienz. Sie bezeichnet die qualitative Weiterentwicklung

von Effizienz durch mäßigende

Steuerung, die im Wesentlichen auf bewusster

Bildung beruht – und taugt auch für einen Ausblick auf dieses Heft:

z Der „Schwerpunkt NE-Metalle“ (S. 22ff) etwa macht deutlich, dass

Werkstoffhändler viele Materialien kennen und verstehen müssen,

um Kunden problemorientiert beraten zu können.

z Die Konjunkturberichterstattung in diesem Heft (S. 28ff) lässt

erkennen, dass es in vielen Branchen nicht mehr nur um Wirtschaftlichkeit,

sondern zudem um ökologische und soziale Auswirkungen

von Entwicklungen geht – um Nachhaltigkeit also.

z Der ausführliche Rückblick auf den Betonstahltag (S. 46ff) gehört

in die Berichte zu vielen anderen BDS-Veranstaltungen in diesem

Jahr: „Branche up to date“.

z In den Beiträgen zur Berufsbildung (nicht nur des BDS, S. 54ff) wird

regelmäßig deutlich, wie sehr Qualität in diesen Bereichen eine

Rolle spielt – etwa als Ergebnis eines kontinuierlicheb Verbesserungsprozesses.

z Und auch andere Berichte aus der Verbändelandschaft stellen klar,

dass beispielsweise Recycling ein wichtiges Element von Suffizienz

ist. Das gilt für Betonstahl, dem die Branche Mitte Januar in Darmstadt

einen ganzen Tag gewidmet hat (S. 48ff), ebenso wie für

Schrott (S. 64f), der ganze Branchen am Leben erhält.

Und damit ist das Stichwort gefallen, das die Alternative zur Suffizienz

beschreibt: Insuffizienz kennen und fürchten wir alle aus dem

medizinischen Bereich. Und es gibt auch noch einen zweiten Grund,

mit dem neuen Modewort gelassen umzugehen. Wie auch schon

bei der Nachhaltigkeit, handelt es sich um einen Begriff aus der Landund

Forstwirtschaft. Anders ausgedrückt: Wir reden über Bauernweisheiten

– auch für den Stahlhandel.

Und an solche Erkenntnisse sollte man zu Beginn dieses neuen

Jahres durchaus erinnern dürfen – damit alles gut gelingt, was Sie

sich in den Unternehmen und wir in der Redaktion uns für 2017 vorgenommen

haben.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Ludger Wolfgart

Chefredakteur Stahlreport

PERSÖNLICHES

4 Kurznachrichten

STAHLHANDEL

6 Konrad Kleiner GmbH & Co. KG:

neuer Abschnitt der Firmengeschichte

7 Klöckner & Co: Künstliche Intelligenz an Bord

STAHLVERARBEITUNG

10 Auflagenträger aus einem Profil

12 Südstahl: neue Strahlkabine

STAHLPRODUKTION

13 Hohe Investition in Stahlproduktion 4.0

ANARBEITUNG & LOGISTIK

14 Schwerpunkt: Markieren & Kennzeichnen

19 Frachten sicher verladen

WERKSTOFFE & PRODUKTE

20 Schwerpunkt: NE-Metalle

MESSEN UND MÄRKTE

26 Schwerpunkt: Konjunktur 2017

40 Impressum

BDS

44 Research: Preisrallye zum Jahresende

46 Kommunikation:

Nachbericht Betonstahltag 2017,

Programm Q&E-Tag, Flachtag 2017

52 Berufsbildung: Einstieg in die Digitalisierung

58 Recht: Neuregelung bei Aus- und Einbaukosten

unsicher

VERBÄNDE UND POLITIK

60 u.a. Zukunft der Stahlrecyclingbranche,

WV Stahl: Weichenstellung für Stahl in Europa

LIFESTEEL

64 u.a. Schwert im Betonstahl-Look

NACHGEHAKT

66 Dietrich Böntgen zur Digitalisierung der

Berufsbildung

Stahlreport 1/2|17

3


Persönliches

Kurznachrichten

Foto: Westfalen Gruppe

Marco Trupp

ist neuer „Director High Security Projects (HSP)

DACH“ bei der Betafence Deutschland GmbH.

Der bedeutende Stahlverarbeiter will sein Projektgeschäft

im Hochsicherheitsbereich

weiter stärken. Der

28-Jährige war bislang

als Vertriebsleiter

Österreich für Betafence

tätig. In seiner

neuen Funktion

Foto: Betafence

betreut Trupp größere

Hochsicherheitsprojekte.

In der Sparte

HSP realisiert Betafence schlüsselfertige Komplettlösungen

für die Sicherung von kritischen

Infrastrukturen, Industrieanlagen und anderen

sicherheitsrelevanten Objekten. Das Angebot

umfasst alle wesentlichen Leistungen – von Risikoanalyse

über Planung, Projektmanagement,

Installation, Service und Schulungen bis hin zur

Vorfinanzierung. Dabei setzt Betafence neben

eigenen Produkten auch international bewährte

Technologien ein.

Jan Krückemeyer

ist im Herbst des vergangenen Jahres von der

Mitgliederversammlung der Confederation of

International Trading Houses Associations

(CITHA) im spanischen Sevilla einstimmig zu

ihrem neuen Präsidenten gewählt worden. Der

Unternehmer aus dem Siegerland ist auch Vizepräsident

im Bundesverband Großhandel Außenhandel

Dienstleistungen (BGA) mit Sitz in Berlin.

In dem europäischen Außenhandelsverband

wurde er Nachfolger von Hans-Jürgen Müller,

der in der CITHA nun Ehrenpräsident ist.

Wolfgang Fritsch-Albert

hat im November sein 70. Lebensjahr vollendet.

Der Vorstandsvorsitzende der Westfalen Gruppe

ist gelernter Bankkaufmann sowie Betriebswirt,

wurde 1974 Vorstandsmitglied und drei Jahre

später Vorstandsvorsitzender des 1923 gegründeten

Münsteraner Familienunternehmens, das

er in dritter Generation führt. Unter seiner Leitung

ist das Unternehmen

von einem regional

tätigen Hersteller

technischer Gase, Flüssiggasversorger

und

Tankstellenbetreiber zu

einer europaweit tätigen

Gruppe mit knapp

1.700 Beschäftigten

geworden. Der Umsatz

Foto: BDSV

stieg von umgerechnet 100 Mio. € im Jahr 1974

auf 1,7 Mrd. € in 2015. Im Bereich Energieversorgung

ist die Westfalen Gruppe einer der führenden

Flüssiggasversorger. Mit der Produktion

und dem Vertrieb von Gasen für Medizin, Labor,

Industrie, Handwerk sowie für die Lebensmittelindustrie

ist sie in Deutschland und sieben weiteren

europäischen Staaten präsent.

Arnd Köfler

ist seit Jahresbeginn neues Vorstandsmitglied

der thyssenkrupp Steel Europe AG. Dr. Arnd Köfler

hat als Chief Technology Officer das Ressort

von Dr. Herbert Eichelkraut

übernommen

und ist damit für die

sogenannten

Upstream-Aktivitäten

verantwortlich, also

die Stahlerzeugung

vom Roheisen über

Foto: thyssenkrupp

den Rohstahl bis zur

fertigen Bramme. Dr.

Arnd Köfler hatte

seine berufliche Tätigkeit nach seinem Maschinenbau-Studium

1993 bei der Hüttenwerke

Krupp Mannesmann GmbH (HKM) in Duisburg

aufgenommen. Seit 2013 arbeitete der 49-Jährige

in der Stahlsparte von Thyssenkrupp, zuletzt

als Leiter für die Produktion (Walzen und Veredeln)

in Duisburg-Beeckerwerth. Dr. Herbert

Eichelkraut, Jahrgang 1956, wird der Stahlsparte

des Unternehmens weiterhin beratend zur Verfügung

stehen.

Michael Schuy

ist neuer Präsident der European Recycling

Industries’ Confederation (EuRIC), des europäischen

Dachverbandes der Recyclingverbände. In

der Mitgliederversammlung im November in

Brüssel wählten ihn die Delegierten der nationalen

Verbände einstimmig in dieses Amt. Schuy

löst den Franzosen Dominique Maguin (r.) ab,

der das Präsidentenamt zwei Jahre innehatte

und nicht mehr kandidierte. Der 60-jährige

Michael Schuy (2.v.l.), mittelständischer Recyclingunternehmer

in Limburg/Lahn, ist seit vielen

Foto: Wiegel

Jahren Präsidiumsmitglied in der Bundesvereinigung

Deutscher Recycling- und Entsorgungsunternehmen

(BDSV) und hat sich dort seit jeher

europäischen Belangen gewidmet. Aktuelle Vizepräsidenten

der EuRIC sind Jean-Phillipe Carpentier

(l.) und Alicia Garcia-Franco.

Heinz Jörg Fuhrmann

hat im Dezember des vergangenen Jahres sein

60-stes Lebensjahr vollendet. Der Vorstandsvorsitzende

der Salzgitter AG war im Sommer 2016

für eine zweite Amtszeit in dieser Funktion

bestätigt worden.

Alexander und

Michael Hofmann

haben im Namen der Unternehmensgruppe Wiegel

wieder für das Projekt „Zinc Saves Kids“

gespendet. Die von der International Zinc Association

in Zusammenarbeit mit UNICEF ins

Leben gerufene Initiative kümmert sich in Peru

um die Versorgung der Menschen mit ausreichend

Spurenelementen und Vitaminen –

darunter auch Zink – in der Nahrung. Das Projekt

habe große Erfolge in der Krankheitsvorsorge

bzw. -behandlung erzielt. Der Korrosionsschutzexperte

Wiegel, im Bild die

Verwaltungsräte Michael und Alexander Hofmann,

hat das Projekt seit 2010 mit bislang insgesamt

210.000 US-$ unterstützt.

Jörg Simon

ist Finanzvorstand bei der Nordwest Handel AG

und konnte zum vergangenen Weihnachtsfest

gemeinsam mit Thorsten Stiefken, Hauptabteilungsleiter

Vertrieb der 2016 von Hagen nach

Dortmund umgezogenen Gruppe, Gutes tun. Es

freuten sich über je eine 5.000 €-Spende: Prof.

Dr. Theo Scholten und Karin Vogeler von der

Suppenküche Hagen, Ursula Nutt-Pohl vom Kinderschutz

Zentrum Dortmund sowie Ulrike Breil

und Anita Legde-Pähler vom Frauenhaus Dortmund

(vordere Reihe v.l.). Die Spende übergaben

Thorsten Stiefken und Jörg Simon (hintere

Reihe, v.l.).

4 Stahlreport 1/2|17


Außenhandel bildet Nordwest mit Sitz in Dortmund

auch Mediengestalter (Digital und Print)

aus.

hat er sich in den vergangenen Jahren außerdem

als Aufsichtsrat der BDS AG und als Vorstand

der Stiftung des Deutschen Stahlhandels engagiert.

Foto: Nordwest

Foto: BDS

Jost A. Massenberg

ist neuer Aufsichtsratsvorsitzender der VTG

Aktiengesellschaft, einem europaweit tätigen

Waggonvermiet- und Schienenlogistikunternehmen.

Dr. Massenberg, seit 2013 Vorsitzender

der Geschäftsführung der Benteler Distribution

International GmbH, gehört dem VTG-Aufsichtsrat

bereits seit 2006 an. Sein neues Amt hat er

von Dr. Wilhelm Schneider übernommen, der

dem Gremium seit 2006 vorgestanden hatte.

Oliver Ellermann

ist seit zehn Jahren Vorstand des Bundesverbands

Deutscher Stahlhandel – BDS AG. Anfang

2007 hatte der aus Berlin gebürtige Diplom-

Kaufmann diese Funktion von Rechtsanwalt Jürgen

Nusser übernommen. Der heute 49-jährige

Ellermann, der zuvor u.a. in der Geschäftsführung

des Stahlhandelshauses Ravené-Schäfer

tätig gewesen war,

hatte damals in einem

ersten Interview mit

dieser Fachzeitschrift

als Leitlinie für das verbandliche

Handeln des

BDS unter seiner Führung

formuliert: „kompetent,

kommunikativ

und kooperativ“.

Andreas Hainka und

Fabian Lupa

haben bei der Nordwest Handel AG gelernt und

konnten sich jetzt nach Abschluss ihrer Ausbildung

über eine ganz besondere Auszeichnung

freuen: Sie gehörten zu den Besten ihres Jahrgangs.

Die Südwestfälische IHK Hagen und der

Arbeitgeberverband Großhandel, Außenhandel,

Dienstleistungen honorierten dies jeweils mit

einer Feierstunde und einer persönlichen

Ehrung. Andreas Hainka (r.) ist Kaufmann im

Groß- und Außenhandel geworden, Fabian Lupa

hat eine Ausbildung zum Fachinformatiker

Anwendungsentwicklung absolviert. Zusätzlich

zu den Berufsbildern Fachinformatiker (Anwendungsentwicklung)

und Kaufmann im Groß- und

Foto: Nordwest

Foto: Vallourec

Klaus Tieves

war auf die Idee gekommen, dass rund 190 Kollegen

dreier Betriebe der Rather Stopfenstraße

von Vallourec Deutschland zugunsten einer

Spende auf ihre Weihnachtsfeier verzichten.

3.500 Euro € sind auf diese Weise Ende des vergangenen

Jahres zusammengekommen. Auch

ein Empfänger der Spende war schnell gefunden:

das Düsseldorfer Kinder- und Jugendhospiz

„Regenbogenland“. Der Verein versorgt

schwerstkranke Kinder und hilft ihnen sowie

ihren Familien dabei, die verbleibende Zeit positiv

zu gestalten. „Der Verzicht auf die Weihnachtsfeier

ist eine schöne Geste jedes Einzelnen“,

sagte Werksleiter Markus Sahner dazu.

„Vielen Dank an alle Beteiligten.“

Peter Henseler

hat Ende 2016 sein 75-stes Lebensjahr vollendet.

Der Autor des gerade erst neu aufgelegten

Fachbuchs „Stahlrecht“ (vgl. ges. Bericht in diesem

Heft) war von 1972 bis 1983 Justitiar und

Mitgeschäftsführer im Bundesverband Deutscher

Stahlhandel

(BDS) in Düsseldorf

und bis 2015 Partner

der auf Rechtsfragen

beim Vertrieb von

Stahlerzeugnissen

spezialisierten Düsseldorfer

Anwaltskanzlei

Henseler & Partner.

Für den Stahlhandel

Foto: BDS

Foto: STILL

Lars Weber

hat für die STILL Niederlassung Dortmund ihr

Weihnachtsgeschenk in Form einer Fahrzeugspende

an die ARCHEMED – Ärzte für Kinder in

Not übergeben. Neben dem Regionalverkaufsleiter

der Niederlassung mit dabei waren Hermann

Heitfort, ehrenamtlicher Mitarbeiter bei Archemed,

Dr. med. Peter Schwidtal, Vertretungsberechtigter

Vorstand dieser Organisation, sowie

Andreas Gutzeit, Leiter Verkauf der Vertretung

von Still Dortmund (v.l.n.r.). Archemed leistet

medizinisch-humanitäre Hilfe für kranke Kinder

und gebärende Mütter in Eritrea. Der Verein

betreibt am Möhnesee südöstlich von Dortmund

ein Lager, in dem entsprechendes Material

gesammelt wird. Für dessen Transport wurde

dringend ein Geh-Hochhubwagen benötigt.

Tim Gutheit

ist neuer Vorsitzender der VDE/VDI-Gesellschaft

Mikroelektronik, Mikrosystem- und Feinwerktechnik

(GMM). Der 51-jährige Dr. Tim Gutheit,

promovierter Physiker, führt als Senior

Director den Bereich Technology & Innovation

bei der Automotive Division der Infineon Technologies

AG in München. In der GMM hat er in seiner

neuen Funktion turnusmäßig Prof. Dr. Christoph

Kutter abgelöst. Stellvertretender

Vorsitzender ist Prof. Dr. Marc Weber (51), Leiter

des Instituts für Prozessdatenverarbeitung und

Elektronik am Karlsruher Institut für Technologie

KIT. Die GMM hat die

Aufgabe, die wissenschaftliche

und technische

Entwicklung im

Bereich der Mikroelektronik,

Mikrosystem-,

Nano- und Feinwerktechnik

sowie deren

breite Anwendungen

zu fördern

Foto: VDE

Stahlreport 1/2|17

5


Stahlhandel

Berichte

Die Konrad Kleiner

GmbH & Co. KG hat

eine neue Führungsstruktur

bekommen.

Stiftungen sichern Zukunft der Konrad Kleiner GmbH & Co. KG

Neuer Abschnitt der Firmengeschichte

Nach dem Tod von Ludwig Kleiner im April 2016 hat für die Konrad Kleiner GmbH & Co. KG ein neuer

Abschnitt der Firmengeschichte begonnen. So hat das Mindelheimer Familienunternehmen eine neue

Führungsstruktur bekommen. Um die Zukunft seines Unternehmens zu sichern, hatte der Unternehmer

zudem frühzeitig testamentarisch die Gründung zweier Stiftungen bestimmt.

„Sein Platz ist leer“: Für die

Konrad Kleiner GmbH & Co. KG war

das vergangene Jahr „ein bewegtes

Jahr“, schreibt Brigitte Kleiner, Ehefrau

von Ludwig Kleiner, im Hausmagazin

des Unternehmens zum

Ende des vergangenen Jahres. Nachdem

in den ersten Monaten die Hoffnung

auf Genesung Ludwig Kleiners

im Vordergrund stand, ist der Unternehmer

im April 2016 im Alter von

nur 55 Jahren verstorben.

Für das Unternehmen bedeutete

der Tod von Ludwig Kleiner vor allem

einen großen Umbruch der gewohnten

Strukturen. So hatte Ludwig Kleiner

noch vor seinem Tod die

Geschäftsführung des Unterneh-

mens den beiden Prokuristen und

Geschäftsbereichsleitern Olav Mages

und Holger Herdlitschka übergeben.

Olav Mages, der bereits seit 1977

im Unternehmen tätig ist und dort

seine Ausbildung absolvierte, ist als

Geschäftsführer für die Bereiche

Stahl, Haustechnik, Baubeschlag und

Baubedarf sowie Werkzeuge/Maschinen

verantwortlich. Holger Herdlitschka,

der seit 1993 im Unternehmen

arbeitet, ist als Geschäftsführer

für die Bereiche Finanzen, Personal,

IT und Logistik zuständig.

Stiftungen sollen

Unternehmen absichern

Vorausschauend hatte Ludwig Kleiner

ebenfalls frühzeitig festgelegt,

dass die Konrad Kleiner GmbH &

Co. KG nach seinem Tod mit einem

Doppelstiftungsmodell eine dauerhafte

Eigentümerstruktur erhalten

solle. So steht bei der privatnützigen

Ludwig-Kleiner-Management-

Stiftung die Wahrung der wirtschaftlichen

Interessen des Unternehmens

im Sinne Ludwig Kleiners im Vordergrund.

Den Vorstandsvorsitz für die privatnützige

Stiftung hat Gerhard Pfeifer

inne, Inhaber eines international

aktiven Herstellers von Seil-,

Hebe- und Bautechnik mit Sitz in

Memmingen. Den Stiftungsvorstand

bilden Brigitte Kleiner (stellvertre-

Holger Herdlitschken

(l.) und Olav Mages

(r.) haben die

Geschäftsführung

der Konrad Kleiner

GmbH & Co. KG inne.

Harald Herdlitschken

ist zuständig für

Finanzen, Personal, IT

und Logistik. Olav

Mages leitet die

Bereiche Stahl, Haustechnik,

Baubeschlag

und Baubedarf sowie

Werkzeuge und

Maschinen.

Fotos: Konrad Kleiner GmbH & Co. KG

6 Stahlreport 1/2|17


tende Vorsitzende) und Dr. Volkhard

Emmrich, Geschäftsführender Partner

einer renommierten Unternehmensberatung,

mit dem Ludwig Kleiner

ein langjähriges vertrauensvolles

Verhältnis pflegte.

Die Ludwig-Kleiner-Management-Stiftung

hält das alleinige

Stimmrecht in der Gesellschafterversammlung

der Konrad Kleiner

GmbH & Co. KG. So soll sichergestellt

werden, dass das Unternehmen

ohne Einflussnahme Dritter

weiterhin wirtschaften und der

Erfolg für die zweite, gemeinnützige

Ludwig-Kleiner-Stiftung verwendet

werden kann, die der Unternehmer

ebenfalls vor seinem Tod bestimmt

hat.

Als Schnittstelle zwischen Stiftung

und Geschäftsführung erhält

die Konrad Kleiner GmbH & Co. KG

einen Beirat, in den die Vorstände

der Management-Stiftung berufen

wurden. Damit werde auch in

Zukunft eine „durchgängige und

abgestimmte Unternehmensführung

sichergestellt“.

Soziales Engagement

Das Gründungsverfahren für diese

sowie für die zweite, gemeinnützige

Ludwig-Kleiner-Stiftung wurde

nach dem Tod des Unternehmers

in die Wege geleitet und soll im

Laufe dieses Jahres abgeschlossen

werden.

Neben der wirtschaftlichen Absicherung

des Unternehmens und der

über 500 Arbeitsplätze war es dem

verstorbenen Ludwig Kleiner auch

wichtig, einen Teil des Unternehmenserfolgs

weiterhin gemeinnützig

verwendet zu wissen. Aus diesem

Grund hat er die Gründung der

gemeinnützigen Ludwig-Kleiner-Stiftung

bestimmt. Deren Vorsitz hat

als langjähriger Wegbegleiter und

Freund der Erste Bürgermeister der

Stadt Mindelheim, Dr. Stephan Winter.

Stellvertretende Vorsitzende ist

Brigitte Kleiner, weitere Mitglieder

des Vorstands sind Dr. Juliane Kleiner,

Schwester Ludwig Kleiners, und

Johannes Högel, Verlag Han Högel

KG. Die gemeinnützige Stiftung steht

unter einer Stiftungsaufsicht und

zusätzlich unter Aufsicht der Finanzverwaltung.

2

Arago soll digitale Transformation von Klöckner vorantreiben

Klöckner holt die künstliche

Intelligenz an Bord

Klöckner & Co SE will die digitale Transformation durch den

Einsatz sogenannter künstlicher Intelligenz (KI) weiter vorantreiben.

Zum diesem Zweck hat der produzentenunabhängige

Stahl- und Metalldistributor mit der arago GmbH im Dezember

2016 eine „Innovationspartnerschaft“ bekanntgegeben. Arago

ist Pionier auf dem Bereich der KI und Experte für intelligente

IT-Automatisierungslösungen.

Aragos KI-Plattform HIRO

baut auf dem Wissen und der Erfahrung

der IT-Mitarbeiter auf. Durch

permanente Lernprozesse und kontinuierliche

Selbstoptimierung ist

HIRO in der Lage, die IT-Infrastruktur

von Klöckner & Co zu automatisieren

und damit das Unternehmen

bei der Umsetzung der strategischen

Ziele zu unterstützen.

Effizienz, Flexibilität,

Geschwindigkeit

„Unser Ziel ist es, eine offene Industrieplattform

zu entwickeln, die möglichst

viele Marktteilnehmer miteinander

vernetzt. Mit den bereits vorhandenen

digitalen Tools generieren

wir einen Umsatzanteil im

zweistelligen Prozentbereich. Dies

zeigt das enorme Potenzial der Digitalisierung“,

sagte Gisbert Rühl, CEO

von Klöckner & Co. „Die Implementierung

von HIRO in unsere IT-Umgebung

ist einer der Hebel für die weitere

Umsetzung der digitalen Transformation

unseres Unternehmens.“

Mit der KI-Plattform HIRO könne

das Unternehmen seine Effizienz,

Flexibilität und Geschwindigkeit steigern.

Auch Chris Boos, CEO von Arago,

ist von der Partnerschaft überzeugt:

„Klöckner & Co leistet Pionierarbeit

bei der Digitalisierung der Stahlin-

dustrie. Die Automatisierung von IT-

Prozessen durch KI wird das Unternehmen

in die Lage versetzen, seine

Geschäftstätigkeit zu revolutionieren

und auf neue Weise voranzubringen.“

Klöckner & Co entwickelt derzeit

neue Lösungen für den Online-Vertrieb

von Stahl und anderen Metallen,

um eine vollständig digitalisierte

Liefer- und Leistungskette von den

Lieferanten bis zu den Kunden zu realisieren.

Dazu plant das Unternehmen

die Einführung einer offenen

Industrieplattform und beabsichtigt,

bis zum Jahr 2019 mehr als 50 % seines

Umsatzes über Online-Transaktionen

abzuwickeln.

Im Rahmen der Partnerschaft mit

Arago wird Klöckner & Co die KI-Plattform

HIRO zunächst in zwei Rechenzentren

in den USA implementieren,

die von dem Tochterunternehmen

Kloeckner Metals Corporation (KMC)

betrieben werden. KMC fungiert dabei

als „Pilotorganisation“ für die spätere

weltweite Implementierung der KI-

Plattform bei Klöckner & Co.

Neben Klöckner & Co setzt u.a.

auch die Großbank UBS auf die Künstliche

Intelligenz von Arago. In den

Medien war Arago jüngst auch mit

der Meldung, dass HIRO in dem Computer-Strategiespiel

Civilization nun

auch menschliche Spieler schlagen

könne. 2

Stahlreport 1/2|17

7


Stahlhandel

Nachrichten

Marketing soll vorangetrieben werden

Mapudo holt weiteren

Gesellschafter

Mapudo.de, ein Online-Marktplatz für

Stahl, hat Anfang November 2016 seine

zweite Finanzierungsrunde erfolgreich abgeschlossen.

Insgesamt erhielt Mapudo dabei

einen einstelligen Millionenbetrag von drei

Investoren.

Mit SHS Ventures hat der Online-Marktplatz

dabei einen weiteren namhaften Gesellschafter

hinzugewonnen. SHS Ventures ist eine

gemeinsam von der Führungsholding der

Saarstahl AG sowie der Aktien-Gesellschaft

der Dillinger Hüttenwerke, der Stahl-Holding-

Saar (SHS), und dem saarländischen Energieerzeuger

VSE Anfang 2016 gegründete Gesellschaft,

die in Start-Up-Unternehmen in den

Bereichen Industrie 4.0, Infrastruktur und

Energiewirtschaft investieren soll.

Mit den aufgestockten Finanzen will Mapudo

die technische Weiterentwicklung seiner

Plattform sowie den Ausbau der Marketing-

Aktivitäten vorantreiben. „Mit der abgeschlossenen

Finanzierungsrunde haben wir die Möglichkeit,

die technische Entwicklung unserer

Plattform auszubauen und den Marktplatz

unter Stahlverbrauchern noch bekannter zu

machen“, so Sebastian Grethe, Geschäftsführer

bei Mapudo.

Auf Leistungsniveau einer Laserschneidanlage

Neue Richtanlage für Warmbreitband

Die SLC Stahl Logistik Center GmbH

hat in eine Richtanlage für Warmbreitband

des italienischen Maschinenbauunternehmens

F.I.M.I S.p.A. (FIMI) investiert. Gemeinsam

haben die beiden Unternehmen die

Anlage im vergangenen Jahr auf der Messe

EuroBLECH in Hannover gezeigt.

Die Anlage unterschreitet bei der Ebenheit

den durch die EN 10051 vorgegebenen Wert

um 80 % und garantiert engste Toleranzen in

Ebenheit und Länge. Daneben wird die Spannungsarmut

in den Blechen verbessert und

ein hervorragendes Oberflächen- und Richtergebnis

erzielt. Die Bleche werden so den

Anforderungen modernster unbemannter

Laserschneidanlagen gerecht.

Ergebnis eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses:

Die am SLC-Sitz in Wien

eingesetzten Feinrichtmaschinen wurden auf

Foto:Mapudo

Die Geschäftsführer der Mapudo GmbH (v. l.)

Sebastian Grethe und Martin Ballweg.

Im Frühjahr 2015 hatte das Unternehmen die

erste Finanzierung in sechsstelliger Höhe

durch die NRW.BANK und HR Ventures

bekanntgeben. „Der erfolgreiche Abschluss

einer weiteren Finanzierungsrunde zeigt, dass

nicht nur wir an die Idee hinter Mapudo glauben.

Mittelfristig werden wir weitere Händler

an den Marktplatz anbinden, um ihnen den

einfachen Zugang zum digitalen Vertrieb zu

ermöglichen. Einkäufer bei Mapudo profitieren

so auch von einem noch breiteren Sortiment

und der Vereinfachung der Einkaufsprozesse

im digitalen Zeitalter“, sagte Sebastian

Grethe.

Ebenfalls im vergangenen November ist

Mapudo mit einer verbesserten Version der

Plattform online gegangen, in der u.a. die Filtereinstellungen

nach Nutzerfeedback überarbeitet

wurden.

ein verbessertes Richtrollen-Lastverteilungssystem

umgerüstet und sind das Ergebnis

eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses

im Rahmen der seit Jahrzehnten bestehenden

Zusammenarbeit zwischen FIMI und

SLC Stahl Logistik Center. Dank des

„geschlossenen Kreislaufs“ der technologischen

Zusammenarbeit zwischen beiden

Unternehmen konnten die Maschinenentwicklung,

Testläufe und Überwachung in

enger Kooperation umgesetzt werden.

Hinter der SLC Stahl Logistik Center GmbH

stehen die beiden Partnerunternehmen

Weyland GmbH und Jepsen Stahl GmbH.

Mit SLC haben die Partnerfirmen die Möglichkeit,

aus dem Wiener Hafen schnell und

zuverlässig Sonderlängen zu liefern. Das

Lieferprogramm umfasst alle Baustahlgüten

und Kesselbleche bis zu hochfesten Stahlwerkstoffen.

Stappert bündelt Aktivitäten

in den Niederlanden

Zwei Edelstahlspezialisten,

eine Marke

Neuorganisation von Stappert in den

Niederlanden: Die Stappert-Gesellschaften

Noxon Stainless BV und STAPPERT Nederland

BV firmieren seit Anfang Januar gemeinsam

unter dem Namen STAPPERT Noxon BV.

Die beiden zentralen Standorte in Helmond

und Zwijndrecht bleiben erhalten, teilte das

Unternehmen mit.

Stappert Noxon ist auf den Handel mit rostfreien

Langprodukten und Rohrzubehör spezialisiert.

Das Produktspektrum umfasst

nichtrostende, hitze- und hochkorrosionsbeständige

sowie Duplex- und Superduplexstähle.

Das Unternehmen, das auf fast

30 Jahre Markterfahrung zurückblicken

kann, zählt zu den größten lagerhaltenden

Händlern für rostfreie Langprodukte und

Rohrzubehör im Benelux-Raum.

Im Zuge der Neustrukturierung hat Stappert

Noxon im Januar ein neues Lager bezogen,

das sich ebenfalls in Helmond befindet. Das

Lagerprogramm, das den Fokus auf den Produktbereich

Rohre und Rohrzubehör legt,

wird durch ein deutlich erweitertes Stabstahlsortiment

ergänzt. Vertrieb und Teile

der Verwaltung bleiben zunächst am bisherigen

Standort. Sie sollen dem Lager im Frühjahr

2018 folgen.

Stappert Noxon übt seine Verkaufstätigkeit

weiterhin an den Standorten Helmond

und Zwijndrecht aus. Kunden haben dem

Unternehmen zufolge künftig den Vorteil,

dass sie direkt aus dem niederländischen

Lager in Helmond neben Rohren und Rohrzubehör

auch mit Stabstahl beliefert werden.

Das neue, moderne und logistisch optimal

angebundene Lager sorge zudem dafür, dass

sich die Liefergeschwindigkeit durch kürzere

Transportwege zu den Kunden verbessere.

Außerdem soll die Bandbreite an Produkten,

Werkstoffen und Abmessungen erhöht und das

Serviceangebot deutlich verstärkt werden.

„Dank der Fusion haben jetzt beide niederländischen

Standorte Zugriff auf ein zentrales

Lager in den Niederlanden“, sagte Stappert-Hauptgeschäftsführer

Marc Steffen. Die

neue Gesellschaft wird unter dem gemeinsamen

Erscheinungsbild der Stappert-Gruppe

auftreten.

8 Stahlreport 1/2|17


Foto: Sülzle

Heinrich Sülzle (li.) und Andreas Sülzle: „Wir sind froh, dass wir mit unserer Entscheidung

den Fortbestand von Sotralentz Construction sichern und den Kunden weiterhin die von

ihnen gewohnten Leistungen anbieten können.“

Sotralentz Construction jetzt Teil der Sülzle-Gruppe

Sülzle übernimmt französischen Mattenhersteller

Die Sülzle Holding GmbH & Co. KG

positioniert sich in Frankreich neu: Zum

12. Dezember 2016 hat die Unternehmensgruppe

mit Hauptsitz im württembergischen

Rosenfeld das französische Unternehmen

Sotralentz Construction übernommen. Der

Hersteller von Listenmatten gehörte zuvor

zur insolventen Sotralentz-Gruppe und verfügt

neben seinem Hauptsitz im elsässischen

Drulingen über einen weiteren Produktionsstandort

im burgundischen

Montchanin. Mit der eigens für die Übernahme

gegründeten Société Nouvelle Sotralentz

Construction habe Sülzle die Zukunft

von rund 150 Mitarbeitern gesichert und

zusätzliche Kundschaft in Frankreich,

Deutschland, der Schweiz und den Benelux-

Ländern erschlossen, teilte das Unternehmen

mit.

Sotralentz Construction hat jahrzehntelange

Erfahrung in der Herstellung und Konstruktion

von individuellen Bewehrungen für den

Stahlbetonbau – mit besonderen Kompetenzen

bei Listenmatten sowie Tübbings für

den Tunnelbau. Das mittelständische Unternehmen

habe sich auf diesem Markt einen

hervorragenden Ruf erworben und verfüge

über einen treuen Kundenstamm – zu dem

auch die Sülzle-Gruppe zählte.

„Wir sind froh, dass wir mit unserer Entscheidung

den Fortbestand von Sotralentz

Construction sichern und den Kunden weiterhin

die von ihnen gewohnten Leistungen

anbieten können“, erläutert Heinrich Sülzle,

Gesellschafter der Sülzle-Gruppe.

Foto: Rittal GmbH & Co. KG

Azubis verbessern

Kommunikation mit

den Kunden

Drei Monate haben die Auszubildenden

des zweiten Lehrjahres in der Friedhelm-

Loh-Group, zu der auch das Stahl-Service-Center

Stahlo gehört, an ihren Projekten

gefeilt. Sie hatten im Rahmen

eines Sommer-Workshops im vergangenen

Jahr Projekte zur Verbesserung der

Kommunikation mit Kunden entwickelt

und diese anschließend auch umgesetzt.

So diskutierten die Teams über ein neues

Kundenportal im Web, eine App oder ein

Soziales Netzwerk. Im Dezember wurden

die besten Ergebnisse von dem Inhaber

und Vorstandsvorsitzenden Dr. Friedhelm

Loh mit besonderen Preisen prämiert.

„Sie haben die Digitalisierung im Blut.

Ihre Ideen sind die Zukunft“, lobte er die

Initiative der Auszubildenden. „Im Kontakt

mit Kunden gilt das gleiche wie in

Ihrem persönlichen Leben“, gab Dr. Friedhelm

Loh den jungen Leuten mit auf den

Weg: „Wer mehr tut als er muss, unterscheidet

sich von anderen. Das ist allein

eine Frage der Einstellung.“

Haben erfolgreich ihre erste große Projektarbeit

abgeliefert: Die Azubis des zweiten Lehrjahres

der Friedhelm-Loh-Group. Die besten

Projekte wurden im Dezember von Inhaber

Dr. Friedhelm Loh mit besonderen Preisen

bedacht.

Der Stahlspezialist hat damit sein Portfolio

in den Bereichen Listenmatten und Bewehrung

für Tunnelbauten strategisch ausgebaut.

Da die Unternehmenskulturen von

Sülzle und Sotralentz Construction große

Gemeinsamkeiten aufwiesen, passten beide

Unternehmen gut zusammen, sagte Heinrich

Sülzle.

Sotralentz Construction im elsässischen Drulingen

gehört seit Mitte Dezember 2016 zur Sülzle-

Gruppe. Mit der Übernahme baut das Unternehmen

sein Engagement in Frankreich, Deutschland,

der Schweiz und den Benelux-Ländern aus.






Stahlreport 1/2|17

9


Stahlverarbeitung

Bericht

Für den neuen Auflagerträger

RS hat

Lagerspezialist SLP

in eine neue Kaltprofilieranlage

für

höherfeste Güten

investiert.

Fotos: SLP

SLP: Auflagenträger aus einem Profil

Geschlossen ist stabiler

Ein einziges, geschlossenes Profil: Statt wie bisher die Auflagerträger aus zwei ineinander

verschachtelten C-Profilen zu fertigen, stellt die SLP Saar-Lager- und Profiltechnik GmbH die Träger

nun als einteiliges Profil mit mehreren Sicken her. Dafür hat das Unternehmen kürzlich in neue

Kaltprofilier- und umweltfreundliche Pulverbeschichtungsanlagen investiert. Mit dem innovativen

Auflagerträger RS erweitert der Lagerspezialist die Produktpalette um stabile, torsionssteife Träger.

Der neue Auflagerträger

von SLP

wird nicht mehr aus

zwei verschachtelten

C-Profilen, sondern

aus einem einzigen,

geschlossenen Profil

gefertigt.

Die neuen einteiligen Auflagerträger

RS sind dem Unternehmen

zufolge bei annähernd gleicher Bauhöhe

deutlich verwindungssteifer

und stabiler. Mit dem neuen Träger

erweitert SLP die Produktpalette

sowohl in Richtung leichte wie

schwere Lasten. Für leichte Lasten

stehen jetzt Träger mit nur 60 mm

Höhe zur Verfügung. Für größere

Lasten gibt es bis zu 150 mm hohe

Träger und zusätzlich eine neue

Klaue mit vier Krallen, mit der die

Träger in die Stütze eingehängt werden.

Neue Kaltprofilieranlage

Für das neue Profil hat SLP in eine

innovative Kaltprofilierungsanlage

investiert, die höherfeste Stahlgüten

bis zu S 420 verarbeiten kann.

Sie fertigt das neue Rechteckprofil,

das mehrere Verstärkungssicken

aufweist, in einem Arbeitsschritt aus

bis zu 1,75 mm dickem Blech.

Mit diesen Stählen und unterschiedlichen

Blechdicken können

Regalsysteme jetzt noch genauer an

den geplanten Einsatz angepasst

werden. Diese exakte Dimensionierung

der Systeme bringe eine erhebliche

Schonung von Ressourcen mit

sich, so das Unternehmen.

Hohe Arbeits- und

Betriebssicherheit

Da das Profil geschlossen ist, hat der

neue Träger keine Überlappungen

und hervorstehende Kanten mehr. So

können die Zinken von Gabelstaplern

während des Beladevorgangs nicht

mehr unterhaken und die Träger auffalten

– die Stabilität des gesamten

Regals bleibt gewährleistet, auch

wenn der Gabelstapler einen Träger

touchiert. Insbesondere wirkt sich

hier die erhöhte Quersteifigkeit des

Profils aus.

Das neue Profil hat zudem keine

offenen Kanten mehr. So steigert

SLP besonders an diesen kritischen

Stellen des Profils den Korrosionsschutz

– und somit die Lebensdauer

der Regale.

Mit einer modernen Pulverbeschichtungsanlage

und energiesparendem

Pulver bringt SLP die Korrosionsschutzbeschichtung

besonders energieeffizient auf: Auch

durch die schnelle Aufheizung des

Trägers während der Beschichtung

minimiert SLP den Energieverbrauch

und die Umweltbelastung.

Kürzere Lieferzeit

Roman Quirin, Geschäftsführer der

Saar-Lager- und Profiltechnik GmbH,

sieht in der Investition in die neuen

Maschinen hohen Nutzen für seine

Kunden: „Neben den noch besseren

mechanischen Eigenschaften der

Träger ergeben sich weitere Vorteile

für unsere Kunden: Wir bieten ihnen

ab sofort mehr Möglichkeiten bei

der optimalen Dimensionierung

ihrer Regalsysteme und höhere

Arbeitssicherheit. Ein wichtiger

Aspekt sind auch unsere jetzt noch

kürzeren Lieferzeiten – wer ein Regal

baut oder erweitert, will nicht lange

warten.“

Bewährte V-Stanzung

bleibt erhalten

Die neuen Träger sind mit allen

Stützen und Trägern des bestehenden

Lieferprogramms von SLP

kompatibel. Die V-Stanzung der

Stützen kombiniert mit ihren schrägen

Auflagerflächen die sichere

Kraftübertragung vom Träger in

die Stützen mit einem besonders

hohen Einspannmoment. Die

besondere Geometrie erlaubt die

schnelle und unproblematische

Montage des Palettenregals. Außerdem

sind der Austausch von be -

schädigten Trägern und die Erweiterung

bestehender Regalsysteme

jederzeit möglich. 2

10 Stahlreport 1/2|17


WIR sind mit Ihnen

auf Augenhöhe.

Auch auf 100 Metern.

Marcel Groth,

Kundenberater für Wolffkran

„Höher, weiter, stärker: Baukräne erreichen

heutzutage gern mal 100 m Höhe, 80 m

Ausladung und eine Tragfähigkeit von 60 t.

Solche Dimensionen stellen Hersteller vor

enorme statische Herausforderungen. Wir

stehen unseren Kunden im Konstruktionsund

Maschinenbau mit Rat und Tat zur Seite –

von der lasergesteuerten Vorfertigung der

Bauteile bis zur standfesten Expertise in der

Materialberatung. Was unsere Partner davon

haben? Die Konzentration auf ihr Kerngeschäft

und eine Effizienzsteigerung im

Produktionsprozess.“

www.kloecknerdeutschland.de

DIE ZULIEFERMESSE

07. – 10. März 2017

Leipzig, Halle 4, Stand D46

WIR MACHEN DEN MEHRWERT.


Stahlverarbeitung

Berichte/Nachricht

Wirtschaftliche Lösung für

Lager- und Transportbehälter

Maßgeschneiderte

Schweißgitter

Fotos: Südstahl/Michael Ingenweyen

Die neue Beschichtungskabine bietet auch großen Bauteilen genügend Platz.

Südstahl investiert in neue Strahl- und Beschichtungskabine

Normgerecht glänzen

Mit den beiden neuen Kabinen zum Strahlen und Beschichten hat die

Südstahl GmbH & Co. KG die eigene Fertigung effizienter aufgestellt.

Neben kürzeren Durchlaufzeiten erfüllt das Unternehmen nun u.a.

auch Anforderungen der Stahlbaunorm EN 1090. Mit der Investition

erweitert das Unternehmen zudem sein Leistungsspektrum um das

Strahlen von rostfreiem Edelstahl im Stahl- und Maschinenbau.

„Mit der Investition in die

Strahl- und die Beschichtungskabine

werden wir den steigenden Anforderungen

unserer Kunden auf hohem

Niveau gerecht“, sagte Ulrich Käuferle,

Geschäftsführender Gesellschafter

bei Südstahl.

Der Spezialist für Stahlverarbeitung

und Lieferant für den Anlagen-,

Maschinen-, Werkzeug- und Vorrichtungsbau,

erfüllt nun die Anforderungen

aus den Normen EN 1090 und EN

ISO 12944. Dabei vereinfacht die Möglichkeit,

das Dach für die Einfahrt des

Deckenkrans zu öffnen, das Handling

großer und schwerer Bauteile.

Dadurch sind die Durchlaufzeiten

deutlich kürzer, was sich wiederum

positiv auf die Produktivität des Unternehmens

auswirkt.

Große Bauteile bearbeiten

In der Strahlkabine mit einer Länge

von 15 m, einer Breite von 5 m und

einer Höhe von 4,5 m finden Bauteile

mit einem Gewicht von bis zu

20 t Platz. Für die Oberflächenbehandlung

wird mit Glasperlen und

Stahlgranulat auf zwei unterschiedliche

Strahlmedien zurückgegriffen.

Damit werden sowohl die Oberflächen

von Bauteilen aus Stahl als

auch von rostfreiem Edelstahl bearbeitet.

Effizient beschichten

Mit dem Einsatz der Beschichtungskabine

konnte die Zeit für das Trocknen

der beschichteten Bauteile durch

eine Heiz- und Nachlüftung deutlich

reduziert werden. Beim Beschichten

zieht die Unterbodenabsaugung

Farbnebel zuverlässig ab und erleichtert

so das Arbeiten in der Kabine.

Der teilbare Innenraum erlaubt die

gleichzeitige Bearbeitung mehrerer

Bauteile und erhöht damit die Flexibilität

der Anlage.

„Die Kabine eignet sich für alle

Nassbeschichtungssysteme und

glänzt durch die Wärmerückgewinnung

mit integriertem Wärmetauscher

bei der Energieeffizienz. Das

spart Kosten und schont die

Umwelt“, erläuterte Peter Birkner,

Leiter Vertrieb und Technik. 2

Foto: Betafence

Ladungsträger und Behälter für

Transport und Lagerung spielen in Produktionsprozessen

eine wichtige Rolle.

Für die wirtschaftliche Fertigung solcher

Behälter lohnt es sich, auf vorgefertigte

Schweißgitter zurückzugreifen. Der Stahldrahtexperte

Betafence bietet dafür

neben einem Standardgitter-Programm

auch individuelle Schweißgitter nach Kundenspezifikation

an. Für die Herstellung

von Behältern nach Euronorm oder in individuellen

Abmessungen sind Gitter bis

2.200 mm Breite mit unterschiedlichen

Maschenweiten und in Drahtdicken bis

8,0 mm möglich.

Die Gitter werden je nach Kundenvorgabe

aus Blank- oder Edelstahldraht, mit verschiedenen

Verzinkungen oder kunststoffbeschichtet

nach RAL-Skala gefertigt.

Besonders vielfältige Möglichkeiten bei

Zuschnitt und individueller Formgebung

erleichtern die wirtschaftliche Weiterverarbeitung.

Möglich sind Schrägzuschnitte,

Ausklinkungen, unterschiedlichste Verformungen

oder flexible Randgestaltungen

mit offenen Kanten oder Randmaschen.

Die Gitterenden können auch gekröpft

werden, um bei der Weiterverarbeitung

bessere Schweißverbindungen zu ermöglichen.

Die individuelle Spezifikation und

Fertigung der Gitter erfolgt in enger

Abstimmung mit dem Auftraggeber. "Vorgefertigte

Schweißgitter sind ein wichtiger

Faktor für die wirtschaftliche Fertigung

von Lager- und Transportbehältern", sagt

Christian Heimes, Key Account Manager

Betafence Industrial Mesh.

Vorgefertigte Schweißgitter für Lager- und Transportbehälter:

Neben dem Standardprogramm

bietet Betafence auch individuelle Schweißgitter

nach Kundenspezifikation.

12 Stahlreport 1/2|17


Stahlproduktion

Bericht

Fotos: Swiss Steel

Millionen-Investition in Drahtfertigung

Swiss Steel stellt Weichen

für Stahlproduktion 4.0

Der Trend zu individuell modifizierten Spezialstählen nimmt weiter zu. Um für zukünftige

Anforderungen an kundenorientierte Drahtprodukte und höhere Ringgewichte gerüstet zu sein,

hat die Swiss Steel AG jetzt 8,5 Mio. € in sein Walzwerk in Emmenbrücke investiert. Der gesamte

Bereich des Coil-Handlings wurde auf den neuesten Stand der Technik gebracht.

Die Investition sei eine wichtige

Voraussetzung für die Entwicklung

kundenspezifischer Stahlprodukte,

teilte der Stahlhersteller mit. Die

Modernisierung sei eine Maßnahme,

mit der das Unternehmen seine „Position

als Technologieführer“ weiter

stärke.

Prozessparameter werden

voll elektronisch erfasst

Mit der Modernisierung des Walzwerkes

geht der zur SCHMOLZ + BICKEN-

BACH-Gruppe gehörende Stahlhersteller

gezielt auf die hohen Zukunftsanforderungen

in der Drahtproduktion

ein. Zentrales Element des neuen

Coil-Handlings ist neben der Arbeitssicherheit

der hohe Automatisierungsgrad,

verbunden mit einem größeren

Handlungsspielraum in der Produktion

und beim Kundenservice.

Die Prozessparameter werden vollumfänglich

elektronisch dokumentiert

und der Materialfluss ist jederzeit

nachvollziehbar. Die intelligente

Datenanalyse ermöglicht konzeptionelle

Freiheit in maßgeschneiderten

Entwicklungsprojekten – vor allem,

wenn es darum geht, die Produkteigenschaften

anforderungsspezifisch

und kundenindividuell einzustellen.

Die Swiss Steel AG gehe mit dieser

Investition „einen entscheidenden

Schritt in Richtung Industrie 4.0“, so

das Unternehmen.

Neue Technologie

für die Coil-Logistik

Neu im Emmenbrücker Walzwerk ist

auch die Technologie, die von der

Abnahme der Drahtringe bis zum

Pressen zu Coils an den zwei Drahtlinien

eingesetzt wird – und die den

bisher seit knapp 40-Jahren bestehenden

horizontalen Transport über eine

Hakenbahn ablöst.

So werden die Ringe nach der

Abnahme nun über ein vertikales

Palettensystem mit 60 Paletten und

einer kleineren, horizontalen Hakenbahn

zur hochmodernen Presse transportiert.

In Kombination mit der neuen

Presse kann der Prozess bei deutlich

geringerem Energieverbrauch schneller

und qualitativ robuster erfolgen:

Die losen Ringe werden produktschonend

von zwei Pressplatten zu Coils

gepresst. Dabei können die Pressdrücke

kundenspezifisch eingestellt werden.

Anschließend werden die Coils

kompakt mit Flachbandstahl gebunden.

Anders als beim konventionellen

Binden mit Stahldraht sind die

Transportsicherheit und die Oberflächengüte

jederzeit gewährleistet.

Investition soll Effizienz

auch bei Kunden steigern

Von dem kundenorientierten Angebot

verspricht sich Swiss Steel, die

Effizienz in der Weiterverarbeitung

des Drahts beim Kunden zu steigern.

Der Drahthersteller sieht sich in diesem

Bereich „somit optimal für den

steigenden Bedarf an höheren Ringgewichten

und innovativen Prozessideen

gerüstet“.

Swiss Steel führte die Modernisierung

während des Sommerstillstandes

2016 durch und modernisierte

dabei ebenfalls den 2002 in Betrieb

genommenen 5-gerüstigen Kocksblock.

Dieser wird zur Fertigung von

Stabstahl und Draht in Garrett-Abmessungen

(18-50 mm Ø) sowie in Stelmor-Abmessungen

(5,5-17,5 mm Ø)

eingesetzt.

Mit dieser Maßnahme werde die

Lieferzuverlässigkeit bei höchstem

Qualitätsstandard nachhaltig gesteigert.

Auch die Arbeitssicherheit wurde

erhöht und auf den aktuellen Stand der

Arbeits- und Gesundheitsschutzverordnungen

gebracht. 2

Mit der Investition in

ein neues, vollautomatisiertes

Ringhandlingsystem

im

Walzwerk Emmenbrücke

geht Swiss

Steel einen entscheidenden

Schritt in

Richtung Industrie

4.0 in der Stahlproduktion

(l.).

Swiss Steel modernisierte

den 5-gerüstigen

Kocks-Block in

der Stabstahl- und

Drahtfertigung und

sichert damit die Lieferzuverlässigkeit

(r.).

Stahlreport 1/2|17

13


Anarbeitung

und Logistik

Schwerpunkt Markieren & Kennzeichnen

Der FlyMarker mini

von Markator ist für

das mobile Markieren

konzipiert (l.).

Markiert werden

können auf einer Fläche

von 65 x 30 mm

Schriftzeichen und

Zahlen, individuelle

Firmenlogos, Prüfzeichen

oder Data-

Matrix-Codes (r.).

Fotos: Markator

Nadelpräger aus der FlyMarker-Serie

Mobil markieren: kein großes Ding

Markator präsentiert laut eigener Aussage mit dem FlyMarker mini einen Meilenstein unter den

batteriegetriebenen Handmarkiergeräten. Das handliche Gerät baut auf die Stärken der bewährten

Vorgängermodelle auf und überzeugt dem Hersteller zufolge durch sein geringes Gewicht, seine

kompakte Bauweise sowie auch durch den einzigartigen Preis.

[ Kontakt ]

MARKATOR Manfred

Borries GmbH

71642 Ludwigsburg

Tel. 049 7144 85750

www.markator.de

Der FlyMarker ® mini liegt leicht

in der Hand. Mit nur 2,4 kg und seiner

hochwertigen Bauweise ist er damit

bestens für das dauerhafte und fälschungssichere

Kennzeichnen per

Hand geeignet. Das Leichtgewicht punktet

dem Hersteller zufolge dabei mit

schnellen Markierzeiten, einer intuitiv

zu bedienenden Software sowie mit

einer schmutzunempfindlichen Tastaturschaltmatte,

die im Vergleich zu

Folientastaturen sehr langlebig ist. Das

Gerätegehäuse besteht aus glasfaserverstärktem

Kunststoff und ist, anders als

andere Gehäusematerialien, z.B. aus

Aluminium-Druckguss, bruchfest.

Durch den direkt in die Tastatur

integrierten Zahlenblock können die

in industriellen Anwendungen oft

verwendeten Zahlen eingegeben werden,

ohne in ein Untermenü der

Software wechseln zu müssen. Markiert

werden können neben Schriftzeichen

und Zahlen auch individuelle

Firmenlogos, Prüfzeichen oder Data-

Matrix-Codes.

Ideal geeignet für die

mobile Anwendung

Der Geräteschwerpunkt des FlyMarker

mini ist optimal für die mobile

Anwendung ausgerichtet. Das Gerät

liegt dem Hersteller, der MARKATOR ®

Manfred Borries GmbH, zufolge per-

fekt in der Hand. So kann es auch in

vertikaler Arbeitsposition kraftsparend

eingesetzt werden.

Ein zusätzlicher Handgriff ist an der

Vorderseite des Gehäuses montiert. Er

ermöglicht eine noch einfachere, präzisere

und vor allem sicherere Positionierung

des Handmarkierers. Auch

wird vermieden, dass der FlyMarker

mini während des Markiervorgangs

abrutscht. Bei Platzmangel kann der

zusätzliche Bügelgriff schnell und einfach

abgeschraubt werden.

Das mobile Markiersystem kann

durch sein geringes Gewicht wie ein

herkömmlicher Akkuschrauber transportiert

werden. Vor allem bei der Kennzeichnung

von großen Werkstücken

ist das hilfreich. Für den Transport zu

einer Baustelle oder einer anderen

Werkshalle steht ein Transportkoffer

zur Verfügung. Zum Lieferumfang

gehören zwei Lithium-Ionen-Akkus,

um auch lange Markieraufgaben ohne

Unterbrechung abarbeiten zu können.

Breites Materialspektrum

präzise mehrzeilig markieren

Die Schlagstärke des FlyMarker mini

kann individuell auf das zu markierende

Material und auf die gewünschte

Markiertiefe angepasst werden. Markiert

werden können nahezu alle Materialien

– von Kunststoff über Aluminium,

Edelstahl bis hin zu gehärtetem

Stahl.

Die hohe Qualität des Markierbildes

verdankt der FlyMarker mini seiner

stabilen und langlebigen Mechanik.

Die hochwertigen Linearführungen in

X- und Y-Richtung sind doppelt geführt.

Im Vergleich zu Systemen mit einer

Pendelachse können mit dem FlyMarker

mini problemlos mehrzeilige Markierungen

präzise und verzugsfrei

durchgeführt werden. Das Markierfeld

mit einer Größe von 65 x 30 mm kann

dadurch komplett ausgenutzt werden.

Intuitive Bedienung

Durch die übersichtlich gestaltete Software

des FlyMarker mini ist das Gerät

ohne große Einarbeitungsphase einfach

zu bedienen. Der Einsatz neuester

Prozessortechnologien ermöglicht

eine schnelle Navigation und kurze

Zugriffszeiten auf die verschiedenen

Markierbefehle. Zahlreiche Sprachversionen

sind verfügbar.

Der interne Speicher des Handmarkiersystems

bietet Platz für mehrere

hundert Markierdateien, digitale Schrifttypen

und Logos, die einfach über die

am Gerät vorhandenen USB-Schnittstellen

importiert oder exportiert werden

können. Die Schnittstellen können

ebenso für optionales Zubehör, z.B. einen

Barcodescanner, genutzt werden. 2

14 Stahlreport 1/2|17


Markierpistole mit extra großem Markierfenster

Handmarkieren XL

Die Nadelmarkierpistole e-mark-XL von SIC Marking ist eine Variante der auf dem Markt bereits

etablierten Markierpistole e-mark, allerdings mit einem deutlich größerem Markierfenster. Im Vergleich

zur Basisversion des Geräts ist das Markierfenster um rund 50 % größer – da passt der Namenszusatz XL.

Foto: SIC Marking

Das Handsigniergerät e-mark

XL liegt trotz deutlich größerem Markierfenster

laut Hersteller immer

noch gut in der Hand. Bei einer

Größe des Fensters von 270 x 254 x

330 mm (H x B x T) bringt es dennoch

nur ein Gewicht von 3,6 kg auf

die Waage. Damit ist es als akkubetriebenes

Nadelmarkiersystem zur

mobilen Verwendung prädestiniert

und kann an vielen beliebigen Orten

eingesetzt werden, z. B. an sehr großen

Bauteilen, in weitläufigen Fertigungen

und überhaupt an wechselnden

Einsatzorten, an denen

mobiles Markieren gefragt ist.

Schnell, leistungsstark

und präzise markieren

Die e-mark XL ist dem Hersteller

zufolge ideal für das Markieren vieler

verschiedener Materialien geeignet,

z.B. Stahl, Aluminium und

Kunststoff. Die Markierpistole erzielt

dabei eine hohe Qualität und Genauigkeit.

Die jeweiligen Markierungen

können mit der e-mark XL, die das

Unternehmen im vergangenen Jahr

auf der österreichischen Fertigungstechnik-Messe

Intertool präsentiert

hat, schnell und leistungsstark auf

das zu markierende Material aufgetragen

werden. Die Zeichengröße

der Markierungen ist dabei von 1

bis 99 mm wählbar. Die Werkstücke

können mit neun verschiedenen

Schlagkraftstufen bearbeitet werden

und Markierungen bis zu einer Tiefe

von 0,3 mm vornehmen.

Für die Stromversorgung dienen

zwei im Lieferumfang enthaltene

Akkus, die einen dauerhaften Markierbetrieb

von mehr als 4 h ermöglichen

und jeweils lediglich eine

Ladezeit von 1 h benötigen. Der ergonomische

Griff der Pistole erleichtert

die Handhabung für den Anwender.

Das Gehäuse und der Griff bestehen

aus einem robusten Aluminiumgehäuse.

Zum Transport des Systems

ist ein Rollkoffer im Lieferumfang

enthalten.

Informationen kabellos einlesen

Zur Markierpistole gehört der Controller

e1, der direkt in die Markierpistole

integriert und voll programmierbar

ist. Die einfache Programmierung

erfolgt über ein eingebautes

Folien-Tastenfeld und mit

verschiedenen Funktionen belegte

Sondertasten, die über zwei Zeilen

Die e-mark-XL Markierpistole

von SIC Marking ist

eine Variante der e-mark mit

deutlich größerem Markierfenster

von 120 x 40 mm.

am unteren Rand des Bildschirms

jeweils intuitiv mit Icons definiert

werden. Das Nadelmarkiersystem

beherrscht Schrift und Logos in verschiedenen

Ausrichtungen und

auch DataMatrix-Codes. Für den

schnellen und einfachen Datenaustausch

mit einem PC sowie für

Updates der Firmware ist eine USB-

Schnittstelle enthalten. Optional

bietet SIC Marking einen Bluetooth

Scanner an, mit dem einfach und

mobil Barcodes gelesen und die

Informationen kabellos an den e-

mark XL zum Markieren geschickt

werden können.

Stationäres Markieren kleiner

bis mittlerer Werkstücke

Neben Geräten für das mobile Markieren

bietet SIC Marking auch

Apparate für stationäre Anwendungen.

Das elektrisch betriebene Nadelmarkiersystem

ec1 z.B. ist ein schnelles

und leistungsstarkes Säulenmarkiersystem.

Bei einer Größe von 635

x 300 x 311 mm (H x B x T) und

16kg Gewicht sowie einem Markierfenster

von 120 x 100 mm ist es ein

kompaktes, kombiniertes Gerät aus

Säulenmechanik sowie Controller

und eignet sich besonders für die

Markierung kleiner und mittelgroßer

Werkstücke. Es produziert präzise

Markierungen auf jedem Material,

von Kunststoff bis zu gehärtetem

Stahl.

Das Nadelritzsystem i63s ist mit

einer Größe von 340 x 169 x 165mm

(H x B x T) ein kompakter Nadelritzer

und um 20 % kleiner als sein

Vorgänger i61s. Mit 7,8 kg ist das

Gerät zudem ganze 4 kg leichter.

Der i63s ist auf einfache Integration

in Produktionsanlagen ausgerichtet.

Das geräuscharme i63s Nadelritzsystem

bringt SIC Marking zufolge

vor allem dort Vorteile, wo niedrige

Arbeitsgeräuschpegel von großer

Wichtigkeit sind. 2

[ Kontakt ]

SIC Marking GmbH

42857 Remscheid

Tel. 049 2191 46240-0

www.sic-marking.de

Stahlreport 1/2|17

15


Anarbeitung

und Logistik

Schwerpunkt Markieren & Kennzeichnen

Das Präge-Prüf-System von

BORRIES Markier-Systeme

und IOSS ermöglicht eine

vollautomatische Prüfung

markierter Blechrohre verschiedener

Durchmesser.

Foto: Borries Markier-Systeme

Geschlossenes Präge- und Prüfsystem für Blechrohre

Automatisch kennzeichnen und prüfen

Die Rückverfolgbarkeit von Produkten ist ein Thema mit wachsender Bedeutung. Mit einem

Präger von BORRIES Markier-Systeme sowie dem neuen OCR520-Lese- und Prüfsystem von IOSS

ist den Anbietern zufolge nun erstmals eine vollautomatische Prüfung der variabel aufgebrachten

Beschriftung und es sind eventuell nötige Verbesserungen möglich.

[ Kontakt ]

Borries Markier-

Systeme GmbH

72124 Pliezhausen

Tel. +49 7127 9797-0

www.borries.com

In der heutigen Zeit wird an

die industrielle Herstellung von

Waren und Produkten vermehrt die

Anforderung an die Rückverfolgbarkeit

der Einzelkomponenten gestellt.

Dies erfordert eine Kennzeichnung

der Produkte, so dass ihre eindeutige

Zuordnung bis zum Herstellungsprozess

der Einzelkomponenten

möglich wird.

Prozesssicher rückverfolgen

Aufgrund der immer komplexer werdenden

Produkte aus einer Vielzahl

von Komponenten werden daher

immer öfter direkte Markierungen

zur Identifikation von Einzelkomponenten

aufgebracht. Dabei muss

sichergestellt sein, dass die Kennzeichnung

richtig und vollständig

erfolgt, denn nur so kann die prozesssichere

Rückverfolgbarkeit gewährleistet

werden.

Idealerweise werden bei der automatischen

Prüfung die optischen bzw.

geometrischen Eigenschaften der

Kennzeichnung geprüft. Nach heuti-

gem Stand der Technik erfolgt das

entweder durch das Rücklesen oder

den Vergleich der Schriftzeichen –

mittels eines OCR-(optical character

recognition) oder eines OCV-Systems

(optical character verification).

Da diese Systeme jedoch immer

wieder an die jeweiligen Layouts der

Beschriftungsfelder angepasst werden

müssen, entsteht ein großer Aufwand

– der umso höher ist, je flexibler

das Kennzeichnungssystem auf

einzelne Bauteile mit unterschiedlichen

Beschriftungsfeldern reagieren

muss.

Prüfaufwand minimieren

Moderne Kennzeichnungssysteme

können nicht nur mit den flexiblen

Texteinhalten der Beschriftungsfelder

– wie Datums- und Zeitstempel,

Teilenummern, laufende Seriennummern

etc. – dynamisch umgehen,

sondern auch hinterlegte Layoutdaten

fremdgesteuert umstellen, so

dass eine vollständig automatisierte

Kennzeichnung möglich ist.

Ideal wäre, diese hohe Flexibilität

der Kennzeichnungssysteme zu

erhalten und sie gleichzeitig in ein

funktionierendes, integriertes Prüfsystem

zu übertragen. Dieses gelingt,

indem das Kennzeichnungssystem

die Layout-Informationen an das

Prüfsystem überträgt.

Diese Vorgehensweise senkt die

Kosten für das Einrichten des Prüfsystems

und ermöglicht eine anpassungsfähige

sowie vollautomatische

Kennzeichnung von Komponenten

bei einer 100-%-Kontrolle der

Beschriftung.

Borries und IOSS realisieren

Präge-Prüf-Konzept

Diese Aufgabenstellung wurde für

das Prägesystem der Borries Markier-Systeme

GmbH in Verbindung

mit dem OCR520-System der Intelligente

optische Sensoren & Systeme

(IOSS) GmbH für die Beschriftung

von flachen, runden oder ovalen

Blechrohren mit unterschiedlichen

Durchmessern vollständig umgesetzt.

16 Stahlreport 1/2|17


Das System wird komplett durch

Borries gesteuert. Es erhält während

des Prägevorgangs die Layoutdaten

des Prägebildes, das aus mehreren

unterschiedlichen Zeichenketten,

Einzelzeichen, DMC-Codes oder

Symbolen bestehen kann.

Das Auswertungsergebnis wird

entsprechend der Prüfkriterien in

Form eines „Gütestrings“ vom Prüfsystem

an das Borries-Prägesystem

übertragen. Der „Gütestring“ gibt

Aufschluss über die Qualität der Prägung.

Eine detaillierte Prüfung der

Geometrie der einzelnen Punkte

bietet neben der Verifikation der

beschrifteten Text noch weiteren

Nutzen. So kann die Borries-Software

mit einer optionalen Funktion

ergänzt werden, die die Prüfdaten

in einer Datenbank sammelt und

auswertet. Mittels statistischer Analyse

der Einzeldaten, z.B. Trendermittlung

und Ausreißer-Test, sowie

spezielle Bildauswertungen können

etwa ein beginnender Nadelverschleiß

oder ein Nadelbruch erkannt

werden. 2

Value Zobels steigt bei Maschinenbauer ein

Finanzpartner für Kaltenbach

Die Kaltenbach-Gruppe hat mit der

Zobel Values AG einen neuen, langfristigen

Finanzierungspartner gewonnen. Das meldete

das Lörracher Maschinenbauunternehmen

im Dezember 2016. Die Kaltenbach-

Gruppe wolle den 2015 begonnenen

Restrukturierungsprozess „trotz einiger Stolpersteine

in der jüngsten Vergangenheit“

planmäßig in diesem Jahr abschließen, teilte

das Unternehmen weiter mit. Mit dem

neuen Finanzierungspartner strebt Kaltenbach

mittel- und langfristig auch wieder

„anorganisches Wachstum“ an, um die

„starke Marktstellung weiter auszubauen“.

„Wir werden der Kaltenbach-Gruppe mit

unserem Engagement nachhaltige Stabilität

für die Zukunft geben und dem Unternehmen

in den kommenden Jahren wieder in

allen wichtigen Zukunftsmärkten Wachstum

ermöglichen. Hierzu haben wir begonnen,

die gesamte Unternehmensfinanzierung zu

übernehmen und bisherige Partner auszulösen.

Unser Engagement bewegt sich insgesamt

im zweistelligen Millionenbereich. Des

Weiteren werden wir die Kaltenbach-Gruppe

Der Kaltenbach-Aufsichtsrat: (v.l.n.r.): Dr. Magnus

Göpel (Values Zobel AG), Valentin Kaltenbach

(Eigentümer & Vorsitzender Kaltenbach-Gruppe),

Oswald Strittmatter (Kaltenbach-Gruppe).

in strategischen Belangen weiter stärken

und neben bedarfsweisen Managementkapazitäten

vor allem auch die Synergien

unseres internationalen Lieferanten-, Kunden-

und Partnernetzwerks einbringen“,

sagte Dr. Magnus Göpel von der Zobel

Values AG anlässlich der Einigung. Magnus

Göpel ist als stellvertretender Vorsitzender

in den Aufsichtsrat der Kaltenbach-Gruppe

eingezogen.

Derzeit laufen bei Kaltenbach die Vorbereitungen

auf die Hausmesse IPS 2017, die

vom 16. – 19.5. in Lörrach stattfindet. Die

Ausstellerzahl werde sich dabei im Vergleich

zur Vorveranstaltung nochmal deutlich erhöhen,

so das Unternehmen.

Foto: Kaltenbach

Gitterträgerschweißanlagen

Die neueste Generation der Gitterträgerschweißanlagen

ist:

flexibel

vollautomatisch

Verschnitt frei

Die VGA Versa dient der fl exiblen Fertigung

von Gitterträgern und produziert Ihre

Aufträge just-in-time und vollautomatisch.

Die Anlage bietet zudem automatische

Höhenverstellung der Gitterträger

sowie eine optimale Integration in Ihr

Fertigungskonzept.

Stand #35

14.02. – 16.02.2017

61.Betontage

www.betontage.de

Neu-Ulm – Deutschland

Progress Maschinen & Automation AG

Julius-Durst-Str. 100

I-39042 Brixen

Tel. +39 0472 979 100

info@progress-m.com

www.progress-m.com


Anarbeitung

und Logistik

Schwerpunkt Markieren & Kennzeichnen

Das Kerben mit

Plasma erzeugt tiefere

Markierungen

als das reine Markieren

mit Plasma.

Foto: Voortmann

Erweiterte Markierfunktionen

Kerben mit Plasma

Für die Kennzeichnung von Stahlprodukten bietet das niederländische Unternehmen Voortman Steel

Machinery nun auch Maschinen für das Plasmagravieren an. Da das Plasmakerben mit Druckluft oder

Stickstoff durchgeführt wird, erzeugt es tiefere Markierungen als das bloße Markieren mit Plasma.

Neben einer tieferen Markierung zieht das Plasmakerben auch weniger Verschleiß nach sich.

Das Markieren von Stahlbauteilen

und -produkten dient klassischerweise

der Identifizierung oder

Beschriftung mit einem Layout. Markierte

Produkte helfen, bei der Montage

oder dem Schweißen Zeit zu

sparen, ein manuelles Markieren

und Messen vor Ort ist nicht mehr

notwendig. Das Kennzeichnen von

Produkten ist auch Voraussetzung

für deren Rückverfolgbarkeit, die in

industrieller Prozessen und aufgrund

von Normvorgaben wie durch

die DIN EN 1090 zunehmend an

Bedeutung gewinnt. Daneben werden

Produkte – etwa Form- und Profilstahl

– markiert, um anzuzeigen

wo im weiteren Herstellprozess

Löcher gebohrt werden sollen.

Kerben mit Plasma

Voortman Steel Machinery bietet

jetzt auch das Plasmagravieren von

Produkten an. Ein Vorteil dieses Verfahrens

sind die aufgrund der verwendeten

und energetisch dichteren

Gase tieferen Markierungen, die

mit ihm möglich sind. Ein weiterer

Vorteil des Gravierens ist, dass laut

Hersteller der Verschleiß wesentlich

geringer ist. Zusätzlich sind weder

ein Gaswechsel, noch eine Gasversorgung

notwendig.

Markieren mit Plasma

Zum Markieren mit Plasma wechselt

die Plasmaeinheit automatisch

als Prozessgas zu Argon, um ein

optimales Markierbild zu erzielen.

Plasmamarkierungen mit einer niedrigen

Stromstärke hinterlassen an

der Oberfläche eine Verfärbung, die

mit einer guten Lackierung verdeckt

werden kann. Wird die Stromstärke

erhöht, ist die Markierung auch nach

dem Strahlen, Verzinken und Lackieren

sichtbar.

Das Markieren mit Argon könnte

Voortmann zufolge die Lebensdauer

der Verbrauchmaterialien um ca.

40 % reduzieren. Der Vorteil beim

Markieren und Kerben mit Plasma

ist, dass sie mit ein und derselben

Plasmaeinheit durchgeführt werden

können.

Weitere Markiervarianten

Andere Markierungsvarianten im

Voortmann-Portfolio sind z.B. das

Fräsmarkieren, das Inkjetmarkieren

und die hydraulische Nummerierung.

Fräsmarkierungen bieten

von allen Markierungen die höchste

Qualität und sind auch nach dem

Strahlen, Verzinken und Lackieren

noch sichtbar.

Inkjet ist der schnellste Markierungsprozess,

den Voortman auf seinen

Maschinen anbietet. Inkjet ist

eine flexible Markierungsvariante,

die alle Arten von Linien, Texten und

Layout-Markierungen auf Baustahl,

Edelstahl und Aluminium ausführen

kann. Auf nassen oder öligen

Oberflächen ist das Verfahren jedoch

weniger effektiv.

Seriennummern, Produkt-Codes

und andere Codes zur Identifikation

werden via hydraulischer Nummerierung

auf die Stahloberfläche

geprägt. Diese Nummern sind auch

nach dem Strahlen, Verzinken und

Lackieren noch sichtbar. 2

[ Kontakt ]

Voortman Steel Machinery B.V.

7463 PK Rijssen, Niederlande

Tel. +31 548 536373

www.voortmann.net

18 Stahlreport 1/2|17


Anarbeitung

und Logistik

Bericht

Weiterbildung, Forschung und Praxis der Ladungssicherung

Sicher und wirtschaftlich Verladen

Frachten sicher zu verladen ist ein Thema mit wachsender Bedeutung. Logistikprozesse spielen –

angesichts kürzerer Bestellzyklen, aber auch aus Effizienzgründen – in den betrieblichen Abläufen

eine immer größere Rolle. Doch beim Thema Ladungssicherung sind die Unternehmen, z.B. wenn

es um die Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter geht, auf externes Wissen angewiesen. Das

Forschungs- und Technologiezentrum LaSiSe bietet ein breites Schulungsspektrum – und verfügt

über eine 12 ha große Anlage, ausgestattet mit modernster Technik.

Es muss schnell gehen. Der Lkw

muss noch heute raus, sonst ist das

Material zu spät beim Kunden. So oder

so ähnlich sieht die tägliche Situation

auch in vielen Stahlhandelsunternehmen

aus. Meist muss die Ware zu fixen

Terminen angeliefert werden, immer

öfter ist der Kunden selbst so durchgetaktet,

dass ein Verzug in der Anlieferung

gar nicht gut ankommt.

In dieser Situation ist eine sichere

Handhabung der Verladeprozesse von

großem Nutzen. Bestehen keine eindeutigen

Vorgaben oder ist gar die

interne betriebliche Praxis in diesen

Fragen lax, birgt das ein hohes Risiko

– nicht nur für eventuell Geschädigte

bei einem Unfall, sondern auch für das

Unternehmen, das ggf. haftbar gemacht

werden kann.

Absender, Verlader, Fahrzeughalter

wie -führer sind verantwortlich für

die Einhaltung zahlreicher Anforderungen

aus Vorschriften und Gesetzen,

etwa dem Strafgesetzbuch, der

Straßenverkehrsordnung, berufsgenossenschaftlichen

Vorschriften oder

einer gesonderten Gefahrgut-Verordnung.

Unternehmen sind bei der

Weiterbildung ihrer Mitarbeiter – von

Führungskräften ebenso wie von Logistikverantwortlichen,

Verladern sowie

Fahrzeugführern – allerdings auf externes

Wissen angewiesen.

Schulungen für Ladungssicherung

und Fahrsicherheitstrainings

Die F&T LaSiSe gGmbH bietet für diesen

Bedarf ein breites, speziell auf die

Ladungssicherung ausgerichtetes Schulungs-

und Trainingsangebot. Im nordrhein-westfälischen

Selm, inmitten der

oft als „Logistikstandort NRW“ bezeichneten

Region nördlich des Ruhrgebiets

bietet das gemeinnützige Unternehmen

europaweit anerkannte Schulungen

u.a. für Berufskraftfahrer, Versand-

Foto: F&T LaSiSe

und Logistikmitarbeiter, Führungskräfte

oder Logistiker an. Auch die

Aus- und Weiterbildung nach DVR-

Standard (Deutscher Verkehrssicherheitsrat

e.v.) und dem Berufskraftfahrer-Qualifikationsgesetz

(BKrFQG)

gehört zum Angebot, ebenso wie die

Erstellung von Ladeanweisungen, Ladeeinheiten,

Verpackungstests, die Zertifizierung

von Ladesicherungsmethoden

oder Fahrsicherheitstrainings.

Doch das Angebot F&T LaSiSe geht

über einen reinen Schulungs- und Weiterbildungsbetrieb

hinaus. Ziel des

Unternehmens ist, das Thema Ladungssicherung

zwischen Forschung, Lehre

und Praxis enger zu verzahnen. So

können auf dem mit modernster Technik

und verschiedenen Parcours ausgestatteten,

12 ha großen Areal des

Unternehmens auch Forschungsprojekte

im Auftrag durchgeführt werden

– zur Bereitstellung von neuesten wissenschaftlichen

Daten und Berechnungsgrundlagen

für die Ladungssicherung.

Neue BAG-Förderung

mit vereinfachten Anträgen

Die Bedeutung der Weiterbildung hat

auch der Staat als wichtige Aufgabe

längst erkannt. So fördert das Bundesamt

für Güterverkehr (BAG) Unternehmen

des Güterkraftverkehrs mit schweren

Nutzfahrzeugen regelmäßig mit

entsprechenden Programmen. Für das

neue „De-Minimis“ genannte Programm

können seit Mitte Januar

Anträge gestellt werden.

Bewilligte Mittel können flexibel

und nach den Bedürfnissen des Unternehmens

eingesetzt werden. Pro förderfähigem

Fahrzeug werden im Förderzeitraum

2.000 € Fördersumme

bewilligt, die Höchstförderung pro

Unternehmen ist auf 33.000€ begrenzt

(weitere Informationen siehe

www.bag.bund.de, Menüpunkt „Förderprogramme“).

Der Bundesverband Deutscher

Stahlhandel veranstaltet in Kooperation

mit der F&T LaSiSe am 7. und

8.3.2017 in Selm ein Weiterbildungsseminar

Ladungssicherung, das sich

detailliert mit den Anforderungen im

Stahlhandel befasst. Anmeldungen

unter +49 211 86497-19 oder Wynands-

BDS@stahlhandel.com. 2

[ Kontakt ]

Forschungs- und Technologiezentrum

Ladungssicherung Selm gGmbH

59379 Selm

Tel. +49 2592 973010

www.lasise.de

Auf ihrem 12 ha großen

Areal bietet die

F&T LaSiSe gGmbH

u.a. Schulungen zur

Ladungssicherung

und Sicherheitsfahrtrainings

an.

Stahlreport 1/2|17

19


Werkstoffe

und Produkte

Schwerpunkt NE-Metalle

Zur Bedeutung und Systematik von Werkstoffen

Aluminium und andere NE-Metalle

NE-Metalle als Schwerpunktthema im „Stahlreport“? Das ist durchaus logisch. Werkstoffhändler

müssen sich heute nämlich als Problemlöser verstehen und Material bereitstellen, das den

anstehenden Herausforderungen am besten gerecht wird. Dies geht nicht ohne entsprechendes

Fachwissen, weshalb in diesem Sommer das BDS-Fernstudium branchenübergreifend in einen neuen

Jahrgang startet. Zudem ist beispielsweise Aluminium als eines der bedeutenden NE-Metalle ganz

aktuell, fand doch erst im Dezember in Düsseldorf die gleichnamige Messe statt, und auch in der

Architektur ist dieses Leichtmetall derzeit Trend (vgl. ges. Berichte in diesem Heft).

Die Leistungsschau in der Rheinmetropole machte

auch deutlich, dass die Zukunft dem NE-Metall Aluminium

glänzende Aussichten beschert: Bis ins Jahr 2020

rechnen Experten nach Angaben des Messeveranstalters

mit einem Anstieg der weltweiten Nachfrage nach

dem „weißen Gold“ von heute knapp 60 auf dann rund

70 Mio. t. „Mobilität, Leichtbau und Ressourceneffizienz

– die globalen Megatrends sind treibende Kräfte

für die wachsende Nachfrage nach Aluminium“, assistierte

Christian Wellner, Geschäftsführendes Präsidialmitglied

des GDA Gesamtverband der Aluminiumindustrie,

aus Anlass der Messe.

Dynamik durch Nachfrage

Die immer wieder erwähnte Nachfrage als Dynamik

der Wertschöpfungsketten determiniert die Märkte,

und die wandeln sich in den aktuellen Zeiten der Digitalisierung

zu komplexen Netzwerken. Entsprechend

definieren sich die Spielräume für die Werkstoffdistribution

– und zwar vom Produkt, also von der Problemlösung

her. Deshalb ist jeder Werkstoffhändler gut beraten,

Materialsystematiken zu verinnerlichen.

Die historische Betrachtung von Werkstoffen und

ihrer Einteilung führt zu der Definition, dass diese stets

mit der Absicht hergestellt werden, sie einer technischen

Verwendung zuzuführen. Deshalb wurden und

werden in der Natur vorkommende Materialien als Rohstoffe

gefördert, um dann u.a. als Werkstoffe zu dienen.

Deren wichtigste Gruppen sind Stahl, Nichteisenmetalle

(wie z.B. Aluminium) und Kunststoffe.

Komplexität durch Nachhaltigkeit

Im Wettbewerb dieser und weiterer Werkstoffe dominiert

jenseits der Argumentationen der jeweiligen Branchenvertreter

inzwischen das Prinzip der Nachhaltigkeit

– mit seinen ökonomischen, ökologischen sowie

sozialen Kriterien. Damit sind komplexe Entscheidungen

in den Wertschöpfungsketten angesagt.

Dabei wird immer bedeutender und kommt hinzu,

dass optimale Problemlösungen oft nur als Kombination

unterschiedlicher Werkstoffe realisiert werden können.

Dieses Denken in Hybridformen war nicht nur ein

wichtiger Faktor auf der Düsseldorfer Leistungsschau,

es hat aktuell einen interessanten architektonischen

Ausdruck in Luxemburg gefunden: Das neue Zentralgebäude

der dortigen Universität steht auf einem alten

Stahlwerksgelände und hat eine Fassade aus Aluminium.

(Wt) 2

20 Stahlreport 1/2|17


Erneut gewachsen

Aluminiummesse in Düsseldorf

Über eine erneut gewachsene Bedeutung

der dreitägigen Aluminiummesse mit

Kongress in Düsseldorf berichteten die Veranstaltungsverantwortlichen,

nachdem die

Leistungsschau in der Rheinmetropole

Anfang Dezember ihre Tore geschlossen

hatte. Dabei wurde sowohl quantitativ als

auch qualitativ argumentiert.

6 % mehr Aussteller, 2 % mehr Besucher und

ein auf 65 % gestiegener Internationalitätsgrad

hätten deutlich gemacht, dass die

Potenziale und Prognosen für Lösungen mit

Aluminium weiterhin stark wachsen. Fast

1.000 Aussteller aus 58 Nationen und annähernd

25.000 Fachbesucher seien zur größten

Branchenmesse der Welt nach Düsseldorf

gekommen. „Die Aluminium zählt damit

zu den wenigen Industriemessen, die von

Veranstaltung zu Veranstaltung kontinuierlich

wachsen“, erklärte Hans-Joachim Erbel,

CEO der Reed Exhibitions Deutschland, Veranstalter

der Aluminiummesse.

Der Nachfrageschub sei auf der Aluminium

spürbar gewesen und habe Stimmung sowie

Geschäftsverlauf geprägt. Das habe auch die

zur Messe repräsentativ erhobene Konjunkturbefragung

unterstrichen. Demnach rechnen

mehr als 60 % der über 500 befragten

Unternehmen mit einem weiteren Anziehen

der Nachfrage, 27 % gehen von einer gleichbleibenden

Absatzsituation aus. Nur 6 %

fürchten, dass sich der Geschäftsverlauf mittelfristig

leicht abschwächen könnte.

Als größte Herausforderung sehen derzeit

viele Unternehmen hohe Handelsschranken

sowie den Zugang zu Märkten und Rohstoffen.

Die Messe habe deutlich gemacht, dass

Foto: Aluminium 2016

Messehalle der Aluminium 2016

die Globalisierung der Märkte auch die Aluminiumindustrie

erreicht hat und neue

Strukturen sowohl in den internationalen

Wertschöpfungsketten und der weltweiten

Arbeitsteilung mit sich bringt.

[ Info ]

Die nächste „Aluminium, 12. Weltmesse und

Kongress“, findet vom 9.-11.10.2018 in Düsseldorf

statt.

Wie sich Metalle einteilen lassen

Charaktertypen

Metalle haben in allen ihren Ausprägungen, mit oder ohne Eisen, ein großes Anwendungsspektrum.

Das ist auf ihre physikalischen Eigenschaften ebenso zurückzuführen wie auf ihren jeweiligen

chemischen und ihren mechanischen Charakter. Auch die Farbe spielt eine Rolle. Dr. Catrin Kammer

hat in einem Modul für das reformierte Fernstudium entsprechende Fakten zusammengetragen.

Auch jenseits von Stahl und anderen Eisenwerkstoffen

finden ebenso Nichteisenmetalle vielfältige Verwendung.

Das betrifft Aluminium und Kupfer in gleicher

Weise wie beispielsweise Zink, Blei, Magnesium,

Titan, Zirkon oder Nickel. Dabei fungieren diese und

weitere Materialien aus dieser Gruppe, u.a. etwa Aluminium,

als

z Konstruktions-, Leiter-, Verpackungs- und/oder Reflektorenwerkstoff

ebenso wie

z Gold und Silber als Zahlungsmittel bzw. Schmuck, als

z Energielieferant (z.B. Zink, Nickel, Lithium in Batterien),

unter

z optischen Gesichtspunkten (Germaniumlinsen für

Nachtsichtgeräte) und für den

z Strahlenschutz (etwa Blei).

Die Gründe für dieses breite Anwendungsspektrum aller

Metalle sind vielfältig:

z Im physikalischen Bereich zählt vor allem die Dichte,

weshalb man Leicht- und Schwermetalle unterscheidet,

also beispielsweise Aluminium mit nur 2,7 g/cm 3

sowie auf der anderen Seite Iridium mit immerhin

22,59 g/cm 3 . Dabei kommt Titan die Grenz-Dichte von

4,5 g/cm 3 zu. Zu berücksichtigen sind in diesen Zusam-

menhängen zudem die elektrische Leitfähigkeit von

Metallen und ihre Wärmeleitfähigkeit.

z Im Mittelpunkt der chemischen Eigenschaften von Metallen

steht ihr unterschiedlicher Widerstand gegen Korrosion;

Eisen ist dabei anfälliger als beispielsweise Aluminium.

In diesem Bereich geht es aber auch um die Frage,

ob ein Metall ungiftig und vielleicht sogar lebenswichtig

ist, wie etwa Zink, oder ob es sich um giftige Vertreter

handelt wie u.a. Blei, das deshalb auch in Handelsprodukten

entscheidenden Einschränkungen unterliegt.

z Zu den entscheidenden mechanischen Eigenschaften

von Metallen gehören ihre Festigkeit, Elastizität und

Formbarkeit – allerdings in sehr unterschiedlichen Ausprägungen.

Diese macht man sich z.B. im Brückenbau

etwa mit Stahl oder Aluminium zu Nutze, wenn es um

die Konstruktion und darum geht, die Brücke auch nach

häufigen Belastungen immer wieder in den Ursprungszustand

versetzen zu können. Dabei spielt viertens die

Ermüdungsfestigkeit eine Rolle.

Schließlich können Metalle auch nach ihrer farblichen

Erscheinung eingeteilt werden. Auch das ist in den Handelsbranchen

sprachlich verankert, denen es beispielsweise

um Schwarz- oder um Buntmetalle geht. 2

Stahlreport 1/2|17

21


Werkstoffe

und Produkte

Schwerpunkt NE-Metalle

Foto: Brumat Photo Foersom/Universität Luxemburg

Foto: Baumschlaget Eberle

Links: Als Werkbank

mit Turm obendrauf

kann man das neue

Zentralgebäude der

Universität Luxemburg

sehen.

Rechts: Die Aluminiumfassade,

von

innen gesehen

Universitäre Aluminiumfassade auf einstigem Hüttengelände

Ein neuer Ort des Wissens in Luxemburg

Das sehr ungewöhnliche „Maison du Savoir“ (Haus des Wissens) ist einer der Neubauten

für die Universität Luxemburg. Es wurde neben den alten Hochöfen in Esch-sur-Alzette errichtet –

mit einer Aluminiumfassade. Peter Becker hat sich zu diesen Gegensätzen vor Ort umgeschaut.

Foto: Fonds Belval/Universität Luxemburg

Was für eine Art von Konstruktion kann ein Architekt

neben zwei alte Hochöfen und weitere nicht wirklich

schöne Gebäude einer ehemaligen Eisenhütte stellen,

wenn von ihm ein Entwurf für das Verwaltungs- und Hörsaalgebäude

einer gerade mal zehn Jahre jungen Universität

verlangt wird? Die Rede ist vom Ortsteil Belval im

luxemburgischen Esch-sur-Alzette, wo auf der „Terrasse

des Haut-Fourneaux“ (Hochofenterrasse) ehemals die

Minette-Erze eingeschmolzen und weiterverarbeitet wurden

und wo nun die 2003 gegründete Hochschule Luxemburg

einen ihrer drei Standorte hat. Dort soll sich eine „Cité

des Sciences“ (Stadt der Wissenschaften) entwickeln.

Markante Lösung …

Das Schweizer Büro Baumschlager Eberle entschied sich

zusammen mit Christian Bauer & Associés aus dem Großherzogtum

zu einer, drückt man es freundlich aus, markanten

Lösung: Das ganze Gebäude könnte man als eine

überdimensionale Werkbank verstehen, auf die eine Art

von Turm aufgesetzt ist. Dessen 18 Geschosse greifen die

Höhe der nebenan stehenden Hochöfen auf. An den äußeren

Enden der „Werkbank“ sind die Hörsäle quasi frei

schwebend untergebracht.

Mit der Konstruktion wollten die Architekten erreichen,

dass der ebenerdige Weg über den Campus optisch möglichst

wenig verstellt wurde.

Unverkennbar zollt die Konstruktion am Standort produziertem

und verarbeitetem Material ihren Tribut. Denn

z.B. die Auskragungen für die Hörsäle lassen sich so nur

mit Stahl und Stahlbeton bauen. Die Besonderheiten der

Statik kann man u.a. an diagonalen Verstrebungen vor den

Fenstern erkennen. „Die Betonkonstruktion wurde, wie

man es von der Brückenbautechnik kennt, nicht vor- sondern

nachgespannt“, schrieb dazu die Zeitschrift „Bauwelt“.

Markant und ungewöhnlich ist auch die Außenhaut

des Gebäudes: Die Architekten haben eine Aluminiumfassade

aus vielen kleinen stranggepressten Kästen vor die

Fenster gesetzt. Abwechslung in diesem strengen Raster

entsteht dadurch, dass die Wand aus zwei Schichten

besteht, wodurch sich Kreise an der Wand abzeichnen.

Einen Eindruck von „Robustheit“ zu schaffen, war das

Ziel der Fassadengestaltung, so Dietmar Eberle in einem

Interview mit der „Bauwelt“. Auch das ist eine Erinnerung

an die Eisen- und Stahlindustrie, wenn auch mit anderem

Material.

… mit Irritationen

Und: Er liebe es, Irritationen zu schaffen, so der Architekt.

In den Innenräumen wird es deshalb regelrecht

gemütlich, z.B. in der holzgetäfelten Caféteria. Das Gebäude

ist nach Angaben des Architekten im Übrigen das erste

Hochhaus in Europa, das, bis auf die großen Hörsäle, ohne

mechanische Lüftung und Klimatisierung auskommt.

Übrigens: Im östlichen Teil des Geländes wird nach

wie vor Stahl produziert. Der Hochöfen-Freundeskreis

„Amicale des Hauts Fourneaux PAB“ kümmert sich um

den Erhalt der Industrieanlagen (www.heichiewen.lu). 2

Das Gebäude

trägt eine

Aluminiumfassade.

22 Stahlreport 1/2|17


Was Christoph Kirchlechner erforscht

Intelligente Materialien

Gegenwärtig sind die mechanischen Eigenschaften von Werkstoffen

durch ihre Zusammensetzung definiert und können nur während

der Herstellung, z.B. durch eine Wärmebehandlung, beeinflusst

werden. Aber es gibt Ideen, bei der Produktion Partikel in

das Material einzubauen, die Eigenschaften des Gesamtmaterials,

etwa von Stahl, spontan und intelligent vollständig verändern

können. Darüber forscht am MPIE Dr. Christoph Kirchlechner –

neuerdings von der Volkswagen Stiftung gefördert.

Zur Einordnung des Vorhabend

stelle man sich folgendes Szenario

vor: Ein Fahrzeug stößt frontal

gegen einen Passanten. Doch statt

mit voller Festigkeit auf ihn zu prallen,

verändert sich die Frontpartie

des Fahrzeugs in einem Sekundenbruchteil

und wird so weich, dass

sowohl dem Passanten als auch den

Fahrzeuginsassen kaum etwas passiert.

Würde das gleiche Fahrzeug

jedoch gegen einen Baum krachen,

so erhöht die Karosserie ihre Festigkeit,

und die Insassen sind noch

besser geschützt als bisher.

„Das Schöne an der Forschung

in Max-Planck-Instituten ist ja, dass

man den Fokus ganz auf wissenschaftliche

Ideen legen kann – und

diese dabei durch nicht-wissenschaftliche

Restriktionen nicht

behindert wird. Dass meine gewagte

Idee nun auch von der Volkswagen

Stiftung gefördert wird, ist eine

besondere Auszeichnung, die klar

zeigt, dass unsere Wissenschaft für

die Gesellschaft und Industrie von

höchster Relevanz ist. Und so etwas

motiviert natürlich jeden Wissenschaftler“.

So kommentierte Christoph

Kirchlechner vom Düsseldorfer

Max-Planck-Institut für

Eisenforschung (MPIE) die finanzielle

Unterstützung mit 100.000 €

für 18 Monate innerhalb des Programms

„Experiment!“ der Volkswagen

Stiftung.

Bei seinen Arbeiten geht der

junge Gruppenleiter davon aus, dass

er die Festigkeit um das Zweifache

des Ausgangsmaterials erhöhen

kann. Weicher wird das Material

voraussichtlich um bis zu 50 % des

Ausgangszustandes. In der Anfangsphase

des Projektes wird sich Kirchlechner

auf kleinste Materialproben

und Dünnschichten konzentrieren,

um ohne großen Aufwand im Labormaßstab

ausreichend starke elektrische

und magnetische Felder erzeugen

zu können, die das Material

verändern. Getestet wird das Konzept

an Aluminiumlegierungen, Stahl

und an Hartstoffschichten. 2

Buchtipp

Russische Stahlsorten

Damit der politisch sowieso schon

schwierige Einkauf nicht auch noch technisch

zum „russischen Roulette“ wird, hat

der Beuth-Verlag im vergangenen Jahr unter

dem Titel „Russische Stahlsorten“ einen

„Vergleich russischer Stahlsorten mit Stählen

nach EN und DIN“ herausgegeben.

Das zweisprachige Pocket (Deutsch/Englisch)

erklärt das System der russischen

GOST-Standards sowie die Klassifikation

und Bezeichnungssystematik der russischen

Stähle. Und die gängigsten russischen

Stahlsorten werden den europäischen

Werkstoffsorten nach Anwendung

bzw. Erzeugnisform tabellarisch gegenübergestellt.

Mit diesem neuen Band steht allen Konstrukteuren

und Einkäufern nach Beuth-

Angaben erstmals ein kompakter Überblick

der vergleichbaren russischen und europäischen

Stahlsorten zur Verfügung. Die

Gegenüberstellung mit den entsprechenden

europäischen Werkstoffnummern ermögliche

eine rasche und problemlose

Umschlüsselung in der Praxis.

Auszug aus dem Inhalt:

z Systematik der russischen

Stahlbezeichnung

z RU-Normen nach Erzeugnissen

z RU-Werkstoffbezeichnungen

z EN-/DIN-/EN-DIN-Werkstoff -

bezeichnungen

z RU-Sortenbezeichnungen

Weitere Beuth-Pockets aus der Reihe

„Stahlsorten“ behandeln europäische, japanische,

chinesische und indische Stahlsorten.

Außerdem gibt es einen Leitfaden für

den Vergleich amerikanischer Stahlsorten.

[ Info ]

Foto: Max-Planck-Institut für Eisenforschung GmbH

Die Volkswagen Stiftung fördert die Forschungsarbeiten von Dr. Christoph Kirchlechner.

Foto: Beuth

Tirler, Walter; Russische

Stahlsorten. Vergleich

russischer

Stahlsorten mit Stählen

nach EN und DIN;

1. Auflage 2016; 216

Seiten, broschiert;

34,00 €; ISBN 978-3-

410-26045-5;

www.beuth.de

Auch erhältlich als

E-Book im Download

(34 €, ISBN 978-3-410-

26046-2) sowie als

E-Kombi (Buch +

E-Book 44,20 €).

Stahlreport 1/2|17

23


Werkstoffe

und Produkte

Berichte/Nachrichten

Im Projekt Z-Ultra wurde

ein 12-Tonnen-Schmiedestück

als Demonstrator hergestellt.

Foto: Saarstahl

Neue Chromstähle für Hochtemperaturanwendungen

Europäische Errungenschaften

Das Konsortium des EU-Projekts „Z-Ultra“ unter Leitung des Frauenhofer IWM hat neue

12 %-Chrom-Stähle für Hochtemperaturanwendungen entwickelt, die bis zu 30 % fester als

herkömmliche 9 %-Chrom-Stähle sind und im Kraftwerk längere Zeit höhere Temperaturen

und Drücke aushalten. Entsprechende Betriebstemperaturen in Gas- und Kohlekraftwerken

bedeuten höhere Wirkungsgrade und damit weniger CO 2

-Ausstoß.

Der Temperaturerhöhung sind

jedoch von Natur aus Grenzen gesetzt.

Die in Kraftwerken eingesetzten Werkstoffe,

in der Regel Stähle, verlieren

mit steigender Temperatur ihre Festigkeit

und halten den in Turbinen

und Rohrleitungen herrschenden

Belastungen nicht mehr stand. Zudem

nimmt die Korrosion mit steigender

Temperatur deutlich zu. Ingenieure

arbeiteten deshalb an der weiteren

Verbesserung der Stähle, sodass mit

den heutigen 9%-Chrom-Stählen Be -

triebstemperaturen von 615 °C möglich

sind – gegenüber maximal 300 °C

vor 100 Jahren.

Um die Betriebstemperatur weiter

zu steigern, ist ein höherer Chromgehalt

im Stahl erforderlich. Das Element

Chrom hat die angenehme

Eigenschaft, eine schützende Chromoxidschicht

auf der Stahloberfläche

zu bilden und das umso wirkungsvoller,

je höher der Chromgehalt ist.

„Nun gibt es aber leider einen Pferdefuß,

der die Nutzung höherer

Chromgehalte bisher verhindert hat:

Die bemerkenswerte Festigkeit der

derzeit besten warmfesten Stähle

beruht nämlich auf fein verteilten

Nitrid-Teilchen“, erklärt Prof. Dr. Hermann

Riedel, Projektleiter am Fraunhofer-Institut

für Werkstoffmechanik

IWM. Chromatome können bei den

Betriebstemperaturen in diese Teilchen

einwandern und sie damit in die

sogenannte Z-Phase umwandeln. Auf

Kosten der feinen Nitride entstehen

dann grobe Z-Phasenteilchen, die für

die Festigkeit nutzlos sind. „In den

derzeitigen 9 %-Chromstählen dauert

diese unerwünschte Umwandlung

Jahrzehnte, während sie bei 12 %

Chromgehalt schon in einem Jahr zu

einem nicht tolerierbaren Festigkeitsabfall

führt“, so Riedel. Deshalb seien

die 12 %-Chromstähle bisher nicht in

Kraftwerken einsetzbar, da diese ja

für eine Lebensdauer von mehr als

zehn Jahren ausgelegt werden.

„Wir haben uns im Projekt Z-Ultra

das Ziel gesetzt, die grobkörnige,

spröde Z-Phase in ihrem Wachstum so

zu beeinflussen, dass sie nicht mehr

schädlich ist, sondern den Stahl im

Gegenteil stabiler macht“, erklärt Riedel.

„Wir haben Legierungszusammensetzungen

und Herstellungsverfahren

gesucht und gefunden, welche

die Z-Phase ganz fein im Stahl verteilt

– das führt zu einer langfristig stabilen

Teilchenstruktur“, so der Physiker.

Die besten der sieben im Projekt

neu entwickelten Legierungen sind

demnach rund 30 % fester als die herkömmlichen

9 %-Chromstähle, haben

eine zehn Mal höhere Lebensdauer

unter gleichen Belastungsbedingungen,

und ihre Korrosionsfestigkeit ist

erheblich besser.

Rohre aus den neuen Werkstoffen

wurden unter Bedingungen getestet,

die denen im Überhitzer eines Kraftwerks-Wärmetauschers

nahe kommen:

heißer Wasserdampf im Inneren

und korrosive Verbrennungsgase und

Aschepartikel an der Außenseite. Die

Versuche zeigten, dass das Korrosionsverhalten

der Werkstoffe bis

647 °C immer noch sehr gut war. Die

schützenden Oxidschichten waren

gleichmäßig gewachsen – auf der

Außenseite dicker als auf der Innenseite.

Einige Rohre wurden auch im

echten Kraftwerksbetrieb getestet.

Sie wurden inzwischen entnommen,

untersucht und erneut für Langzeittests

in ein Kohlekraftwerk eingesetzt.

An dem EU-geförderten Projekt

Z-Ultra beteiligten sich unter der Leitung

des Fraunhofer-Instituts für

Werkstoffmechanik IWM sechs weitere

Forschungsinstitute sowie je ein

Stahlhersteller, ein Kraftwerksbetreiber

und eine Ingenieur-Beratungsfirma

aus der EU bzw. aus den östlichen

Partnerländern Ukraine,

Georgien und Armenien. 2

24 Stahlreport 1/2|17


Alternative von SSAB

Hardox HiTemp mag es heiß

Der neue Hardox HiTemp von SSAB soll

in Sachen Verschleißbeständigkeit eine wichtige

Anforderung der Märkte erfüllen: nämlich abrasiven

Bedingungen in Umgebungen mit hohen

Temperaturen besser zu widerstehen.

Fotos, 3. Votteler

Drei Beispiele für die

Ergebnisse von VaroShine

Effektlacksystem von Votteler

Brillante Gestaltung

Varioshine erhebt den Anspruch, neue metallische Akzente zu setzen

und Oberflächen eine bisher nicht erreichte brillant reflektierende

Optik zu verleihen. Seine außergewöhnlichen optischen und

gestalterischen Möglichkeiten verdankt das Effektlacksystem der

südwestdeutschen Firma Votteler.

Automobile, Haushaltsgeräte,

Unterhaltungselektronik sowie die

mobile Kommunikation – nur einige

Branchen, in denen die Lackierung

Produkte emotional in Szene setzt,

ihnen eine individuelle Ausstrahlung

verleiht und ihre Wertigkeit erhöht.

Oberflächen, die an alle Sinne appellieren,

werden in diesen Bereichen

zum kaufentscheidenden Kriterium.

Dieses erhält durch das Effektlacksystem

VarioShine der Votteler Lackfabrik

GmbH & CO. KG aus Korntal-

Münchingen eine neue Dimension.

Es wurde für Produkte entwickelt, die

durch ihre Optik begeistern und mit

Oberflächenqualität überzeugen wollen.

Mit diesem Angebot lassen sich

spiegelnde Chrom-Optiken ebenso

herstellen wie reflektierende und

changierende Oberflächen. Das Lacksystem

will zudem durch individuelle

Gestaltungsfreiheit überzeugen. Dazu

trägt auch die Vielfalt der Farbtöne

bei, in der die neuen Lacke mit metallisierenden

Effekten zur Verfügung

stehen. Die entsprechenden Grade rei-

chen von hochglänzend bis matt,

wobei die Oberflächen glatt, strukturiert

oder mit Soft-Touch gestaltet

sein können.

Geht es um die Verarbeitung,

wollen die Lacke ebenfalls durch

hohe Flexibilität überzeugen. Für

Spritzverfahren stehen sie als wasser-

oder lösemittelbasierte Systeme

für ein-, zwei- und dreischichtige

Aufbauten auf fast allen gängigen

Substraten zur Verfügung.

Als lösemittelfreies System kann

Varioshine auch in der Technologie

mit Selbstheilung (Reflow-Effekt)

verarbeitet werden. Außerdem werden

zusätzlich die Vorgaben der

unterschiedlichen Branchen hinsichtlich

Beständigkeit gegenüber

mechanischer, chemischer und physikalischer

Beanspruchung berücksichtigt.

Votteler berät Anwender zum

Einsatz sowie zu den Möglichkeiten

von Varioshine und definiert mit

ihnen gemeinsam, welche Applikationsart

für den jeweiligen Anwendungsfall

optimal ist. 2

Herkömmliche vergütete verschleißbeständige

Stähle verzeichnen nach Angaben des in Nordeuropa

und den USA ansässigen Unternehmens

SSAB einen Härteverlust bei hohen Temperaturen

im Bereich von 300 °C bis 500 °C. Bislang

waren alternative Lösungen für Anwendungen

mit hohen Temperaturen kostspielig und zudem

in der Verarbeitung kompliziert.

Hardox HiTemp-Verschleißblech soll das ändern.

Das wird nach Herstellerangaben durch die Verwendung

von hochwertigen Rohmaterialien in

Kombination mit einem sorgfältig kontrollierten

Herstellungsprozess erreicht. Trotzdem könne

das Produkt mit Hilfe derselben Maschinen und

Technologien wie andere Hardox-Güten und wie

herkömmlicher Stahl geschnitten, geschweißt,

kaltumgeformt und bearbeitet werden.

Weißblech

Recyclingrekord

In Deutschland verbrauchte Weißblechverpackungen

sind 2015 zu 90,7 % stofflich verwertet

worden. Sogar 92,9 % sind es in Bezug auf

die Verbrauchsmengen aus privaten Haushalten,

die rund 85 % des Gesamtaufkommens darstellen.

Damit steht Weißblech nach wie vor an der

Spitze aller vergleichbaren Verpackungswerkstoffe.

Dies besagen die neuesten Zahlen der

„Recycling-Bilanz für Verpackungen“, welche die

Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung

(gvm) jetzt vorgelegt hat. Das neue Zahlenwerk,

das „konsequent zwischen stofflicher und energetischer

Verwertung“ unterscheidet, belegt

außerdem, dass Verpackungsstahl restlos stofflich

verwertet wird, während die meisten anderen

Verpackungsmaterialien teilweise erhebliche

Anteile an energetischer Verwertung zeigen.

Gegenüber dem Vorjahr hatte sich 2016 der

deutsche Gesamtverbrauch von Verpackungsstahl

um rund 3 % auf aktuell 505.800 t erhöht.

Dementsprechend dürfte die erzielte Verwertungsquote

praktisch eine Fortschreibung der

Recyclingmengen des Vorjahres darstellen.

Darauf hat die thyssenkrupp Steel Europe AG

hingewiesen.

Stahlreport 1/2|17

25


Messen

und Märkte

Schwerpunkt Konjunktur

Wohnungsbau treibt Baukonjunktur

Baubranche mit guten Aussichten

Die deutsche Bauwirtschaft geht mit großer Zuversicht in das Jahr 2017 und rechnet mit einem

Umsatzwachstum von 5 %. Treiber der positiven Entwicklung ist vor allem der Wohnungsbau, doch

auch für den Wirtschaftsbau wird Wachstum erwartet – wenn auch auf niedrigerem Niveau.

So hoch wie seit zwanzig Jahren

nicht mehr: Die baugewerblichen

Umsätze werden im laufenden

Jahr mit 112,2 Mrd. € voraussichtlich

den höchsten Wert der vergangenen

zwanzig Jahre erreichen,

erklärten die Präsidenten des

Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie,

Dipl.-Ing. Peter Hübner,

und des Zentralverbandes des Deut-

schen Baugewerbes, Dr.-Ing. Hans-

Hartwig Loewenstein, auf der Jahresauftakt-Pressekonferenz

Anfang

Januar. Diese Zuversicht speist sich

aus dem Auftragsbestand, der Ende

September 2016 mit nahezu

37 Mrd. € den höchsten Wert seit

1995 erreichte und den positiven

gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Wachstum in allen Sparten

Das Wachstum der Baubranche werde

wie in den Vorjahren auch 2017 alle

Bausparten betreffen – allerdings auf

unterschiedlich hohem Niveau. Treiber

der Entwicklung werde – wie

schon im vergangenen Jahr – der Wohnungsbau

mit einem Umsatzwachstum

von 7 % bleiben. Die Fertigstellungen

allerdings bleiben voraussicht-

Bauhauptgewerbe in Deutschland

Umsätze und Auftragseingänge weiter im Plus

Angaben in Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum

15,8 *

Auftragseingang

Bauhauptgewerbe

insgesamt

1,6 – 3,1 **

Bauinvestitonen

2017

7,9 *

Umsatz

Bauhauptgewerbe

2016

5,0

Umsatz

Bauhauptgewerbe 2017

(Prognose HDB, ZDB)

3,0

Witschaftsbau

2017

(Prognose HDB, ZDB)

* nominal, Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten, Jan.-Sept. 2016

** Prognose verschiedener Witschaftsinstitute (IfW, RWI, ifo, WF, SVR, DiW, IWH, 6.-10. 2016)

26 Stahlreport 1/2|17


Auftragseingang Bauhauptgewerbe

Jan. – Okt. 2015/2016 in Prozent

Quelle: Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V.

Bauhauptgewerbe insgesamt

Hochbau

Tiefbau

Wohnungsbau

Wirtschaftsbau

Wirtschaftshochbau

Wirtschaftstiefbau

Öffentlicher Bau

Öffentlicher Hochbau

Straßenbau

Sonstiger Tiefbau

3,3

2,1

5,9

6,2

5,3

5,2

5,3

4,8

4,8

6,3

8,9

lich weiterhin deutlich hinter dem

prognostizierten Bedarf zurück. Für

das neue Jahr erwarten die beiden

Verbände 310.000 bis 320.000 fertiggestellte

Wohneinheiten. Damit werde

der Bedarf von jährlich mindestens

350.000 Wohnungen deutlich verfehlt.

Im Öffentlichen Bau wurde im Vorjahr

mit 5 % das höchste Umsatzwachstum

seit dem Jahr 2011 verzeichnet.

Zumindest auf Ebene des Bundes habe

die „stetige Kritik am Zustand der

Infrastruktur und an der Investitionszurückhaltung

der öffentlichen Hand“

Früchte getragen. Nun werde es „Zeit,

dass auch Länder und Kommunen

dem Beispiel des Bundes folgen“, forderten

die beiden Präsidenten.

Auch Wirtschaftsbau wächst

„Trotz einiger eher belastender Rahmenbedingungen

sehen wir auch für

den Wirtschaftsbau im neuen Jahr ein

Wachstumsszenario. Wir gehen davon

aus, dass hier ein Umsatzwachstum

von 3 % möglich ist. Damit verzeichnet

diese Sparte allerdings das

schwächste Wachstum. Positiv entwickelten

sich 2016 vor allem die Fabrik

und Werkstattgebäude, bei denen das

Genehmigungsplus mehr als 25 %

betrug. Dies dürfte auch darauf zurückzuführen

sein, dass die Kapazitätsauslastung

im Verarbeitenden

Gewerbe im Jahresverlauf stetig gestiegen

ist“, so Hübner und Loewenstein.

„Nach der positiven Entwicklung

im vergangenen Jahr gehen wir auch

für das neue Jahr von einer weiteren

Zunahme der Beschäftigung aus. Die

Branche dürfte im Jahresdurchschnitt

rund 790.000 Menschen Lohn und

Brot bieten.“ Allerdings stoße der

Beschäftigungsaufbau mittlerweile an

seine Grenzen. Die Arbeitskräftereserven

auf dem deutschen Baumarkt

seien weitgehend ausgeschöpft, resümierten

Hübner und Loewenstein.

Genehmigt ist nicht gebaut

„Die Zahlen sind auf den ersten Blick

erfreulich“, kommentierte Michael

Knipper, Hauptgeschäftsführer des

Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie

(HDB) im Herbst 2016 den

bereits damals erkennbaren positiven

Trend. „Genehmigt ist aber noch

lange nicht gebaut“, warnte Knipper

jedoch.

Den aktuellen Genehmigungsboom

sieht er begünstigt von niedrigen

Hypothekenzinsen, anhaltenden

„Binnenwanderungen“ in die Ballungszentren,

Bedarf an zusätzlichem Wohnraum

für Zuwanderer und der guten

Einkommens- und Arbeitsplatzentwicklung.

Hinzu komme, dass aus Mangel an

attraktiven Alternativen viel Anlagekapital

in den Bau von Wohnungen

fließt. „Wir befürchten, dass viele

Genehmigungen zunächst nur eingeholt

werden, um die Spekulation zu befeuern.

Das Grundstück steigt im Wert,

wann gebaut wird, steht in den Sternen,“

gab Knipper zu bedenken. 2

Metallbau

Stahlbau

Fahrzeug-/ Landmaschinen-/

Schiffsbau

Maschinenschutzeinrichtung/

Maschinenbau und Anlagenbau

Regalbau und Lagersysteme

Containerbau

Möbel-/ Laden-/ Innenausbau

Klima- und Solartechnik

Stahlreport 1/2|17

27


Messen

und Märkte

Schwerpunkt Konjunktur

Jahresbilanz der Stahl- und Metallverarbeiter

Knapp über Null

Der Rückblick des WSM auf das Jahr 2016 ist verhalten positiv. Mit dem voraussichtlich schwächeren

Wachstum der Branche im zweiten Halbjahr des vergangenen Jahres hält der Verband seine Prognose

von 1 % Produktionsplus nach Auswertung aller Zahlen für das Gesamtjahr 2016 weiterhin für realistisch.

Die Produktion der Stahl und

Metall verarbeitenden Industrie lag in

Deutschland nach den ersten drei Quartalen

des vergangenen Jahres 2016 um

1,4 % über dem Vorjahresniveau. Das

meldete der Wirtschaftsverband Stahlund

Metallverarbeitung e.V. (WSM)

im vergangenen November.

Dem Verband zufolge resultierte

das Wachstum aus dem ersten Halb-

jahr, das 2 % über dem ersten Halbjahr

2015 lag. Im dritten Quartal lag

die Produktion nahezu exakt auf

dem Vorjahresniveau (+0,1 %). Im

Jahresverlauf 2016 zeigten sich das

erste und das zweite Quartal stabil

auf gleichem Output-Niveau, während

im dritten Quartal ein Rückgang

um 2,3 % zum Vorquartal zu

verzeichnen war.

Inlandsnachfrage hat

Produktion stabilisiert

Die Nachfrage aus dem Inland hatte

dabei maßgeblich zur insgesamt

positiven Entwicklung beigetragen.

Demgegenüber waren die Exporte

um 0,7 % hinter dem Vorjahresniveau

zurückgeblieben – wobei dem

WSM zufolge zuletzt eine Belebung

erkennbar gewesen sei.

Stahl- und METALLVERARBEITUNG: HOHE BINNENNACHFRAGE

Vergleich Jan. – Sep. 2015/2016

Umsatz, Auftragsarbeit arbeitstgl. bereinigt, Veränderungsraten in Prozent

Quelle: WSM, 11.2016

0,9

Umsatz

1,8

Umsatz

Inland

2,1

Produktion

2,8

Auftragseingang

4,6

Auftragseingang

Inland

-0,7

Umsatz

Ausland

-0,1

Auftragseingang

Ausland

28 Stahlreport 1/2|17


So wurden im vergangenen September

3,5 % mehr Waren ins Ausland

geliefert als noch im Jahr

zuvor. Darüber hinaus haben sich

die Auftragseingänge aus dem

Ausland im dritten Quartal 2016

auf 4,9 % über Vorjahresniveau

stabilisiert – und lagen damit insgesamt

wieder auf Vorjahresniveau

(-0,1 %).

Die Inlandslieferungen lagen

2016 nach drei Quartalen um 1,4

% im Plus, der inländische Auftragseingang

sogar um 4,6 %. Die

Beschäftigtenzahl in den Betrieben

mit 50 oder mehr Mitarbeitern

lag im August 2016 bei 358.550

und damit 1,2 % höher als im Vorjahr.

Stimmung im Aufwärtstrend

Das Geschäftsklima in der Stahl und

Metall verarbeitenden Industrie hat

sich im letzten Oktober weiter verbessert.

Damit hatten die Erwartungen

für die Geschäftsentwicklung

der nächsten sechs Monate ihren

Aufwärtstrend fortgesetzt (Plus 4,7

Saldenpunkte). Zudem wurde im

Oktober 2016 die aktuelle Geschäftslage

um sechs Punkte besser bewertet

als noch im Vormonat. Die Branche

lag damit im Oktober auf dem

Trend des Verarbeitenden Gewerbes

in Deutschland.

Vor dem Hintergrund des moderaten

Wachstums in der Stahl- und

Metallverarbeitung, aber auch in

weiten Teilen der deutschen Industrie

gelte es, „soweit es der Politik

möglich ist“, weitere Verunsicherung

der Unternehmen zu vermeiden,

so der WSM.

Verband mahnt „gleichberechtigte“

Industriepolitik an

Mit Blick auf den Austritt Großbritanniens

aus der EU und der Wahl

Donald Trumps zum US-Präsidenten

müsse weiterhin der freie Welthandel

im Zentrum der europäischen

Wirtschaftspolitik stehen, fordert

der WSM. Die Entscheidungen der

britischen und amerikanischen

Bevölkerung seien zu akzeptieren.

TTIP müsse jedoch zielgerichtet weiter

verhandelt und zügig zu einem

Abschluss gebracht werden –

ebenso, wie verhindert werden

müsse, dass nationale Politik Investoren

abschrecke. Industriepolitik

müsse „endlich gleichberechtigt

neben den Interessen der Energie-,

Umwelt- und Klimapolitik stehen“.

Der WSM begrüßte, dass Bundeswirtschaftsminister

Sigmar Gabriel

den aus Verbandssicht übereilt entwickelten

Klimaschutzplan 2050 in

letzter Sekunde gestoppt habe. Der

WSM mahnte an, Klimapolitik dürfe

nicht allein die Entwicklung der

Treibhausgasemissionen berücksichtigen,

sondern müsse sämtliche

Auswirkungen von Maßnahmen analysieren.

2

Im Wettbewerb die Nase vorn

Business-Software

für erfolgreiche Unternehmen

Stahlreport 1/2|17 29

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Messen

und Märkte

Schwerpunkt Konjunktur

Branche erwartet nur schwache Zuwächse

Magerwachstum im Maschinenbau

Die konjunkturelle Lage im Maschinenbau war zum Ende des vergangenen Jahres „unverändert

durchwachsen“, so der VDMA. Für 2016 geht der Verband von einem Nullwachstum aus, im gerade

begonnenen Jahr wird mit einem Plus von 1 % gerechnet. Mit der gesamten Branche verglichen,

entwickelte sich die Sparte der Werkzeugmaschinen im vergangenen Jahr jedoch positiv.

Die konjunkturelle Lage im

Maschinenbau beurteilte der größte

Verband der Branche in Deutschland

zum Ende des Jahres als „unverändert

durchwachsen“. Im ausgehenden Jahr

2016 werde die Produktion „wieder

einmal“ nur stagnieren können, meldete

der Verband Deutscher Maschinen-

und Anlagenbau e.V. (VDMA).

2017 wohl nur mageres Plus

Seit 2012 kommt die Produktion im

Maschinenbau kaum vom Fleck. Ursa-

che dafür sei eine weltweite Nachfrageschwäche.

Für 2017 sehen die

VDMA-Volkswirte daher auch nur

moderate Wachstumschancen. So lautet

die Prognose des Verbands für 2017

auch nur auf ein mageres Plus von 1%.

Die voraussichtliche Verbesserung

gegenüber 2016 sei vor allem

damit zu begründen, dass statt der

teils heftigen Rückgänge bei den

Maschinenlieferungen in vielen der

Entwicklungs- und Schwellenländer

für das kommende Jahr leichte

Zuwächse erwartet werden könnten.

Auch der wichtige Markt der EU-

Partnerländer werde 2017 wieder

für Wachstum sorgen, so der VDMA.

Eine Unwägbarkeit für das begonnene

Jahr stellten die Aussichten für

den US-Markt dar – und damit für

den größten Auslandskunden des

deutschen Maschinenbaus.

Aufschwung sieht anders aus

„Ein breit angelegter konjunktureller

Aufschwung sieht anders aus.

Deutsche Maschinenproduktion mit dünnem Wachstum

Reale Veränderung gegenüber Vorjahr in Prozent

Quelle: Statistisches Bundesamt, VDMA

6,0

2008

-24,7

2009

9,3

2010

12,7

2011

1,2

2012

-1,2

2013

1,1

2014

0,8

2015

0,0

Schätzung

2016

1,0

Prognose

2017

30 Stahlreport 1/2|17


MaschinenbauUmsätze in Deutschland mit leichter Steigung

In Mrd. EUR

Quelle: Statistisches Bundesamt, VDMA

218

2015

220

Schätzung 2016

224

Prognose 2017

Echte Wachstumsimpulse sind nicht

in Sicht“, sagte VDMA-Präsident Carl

Martin Welcker anlässlich der Jahrespressekonferenz

des Verbands

im Dezember.

Angesichts dieses konjunkturellen

Umfelds sei es jedoch bemerkenswert,

dass die Zahl der Beschäftigten

im Maschinenbau im

vergangenen Jahr weiterhin über der

Marke von 1 Mio. Menschen in

Deutschland lag. Im September zählten

1.019.000 Personen zur Stammbelegschaft

des Maschinen- und

Anlagenbaus in Deutschland, teilte

der Verband mit.

Von der Politik erwarten Maschinenbauer

mehr Einsatz für freien

Handel. Der VDMA-Präsident prangerte

zudem eine „überbordende

Bürokratie“ an.

Ein erfreulicher Umstand begleitet

die Branche jedoch das ganze

Quelle: VDW, VDMA

Werkzeugmaschinen: Zuwachs bei Aufträgen aus dem Ausland

Auftragseingänge: Veränderung zum Vorjahr in Prozent, I.–III. Quartal 2016

Gesamt Inland Ausland

12 22

-7

Jahr 2017 über: Der VDMA feiert in

diesem Jahr sein 125-jähriges Bestehen

(siehe Kasten nächste Seite).

Werkzeugmaschinen weiter

auf Wachstumskurs

Während der Maschinen- und Anlagenbau

nur mäßig erfreuliche Aussichten

zu verkünden hat, konnte

die Werkzeugmaschinenindustrie

9 24 1 11 2 16

Zerspanung Umformtechnik Gesamt

im dritten Quartal des vergangenen

Jahres an die positive Entwicklung

des ersten Halbjahres 2016 anschließen.

In den ersten neun Monaten

2016 zog ihr Auftragseingang gegenüber

dem Vorjahreszeitraum um

11 % an. Die Inlandsbestellungen

stiegen leicht um 2 %. Unterdessen

verzeichnete die Auslandsnachfrage

ein Plus von 16 %.

Deutsche Maschinenausfuhr gesamt nach Regionen

Veränderung zum Vorjahr in Prozent – Januar bis September 2016

(*Angaben in der Klammer = Anteile an der gesamten deutschen Maschinenausfuhr)

Quelle: Statistisches Bundesamt, VDMA

-10,7

Naher,

Mittlerer

Osten (3,5)

-10,3

Latein -

amerika

(4,1)

-9,4

Ostasien

(13,3)

-3,2

Nord -

amerika

(11,5)

0,4

Sonstiges

Europa

(10,5)

1,3

Zentral- u.

Südasien

(2,7)

3,2

EU-28

(47,1)

4,6

Südostasien

(3,2)

4,6

Australien-

Ozeanien

(1,1)

13,3

Afrika

(3,0)

Stahlreport 1/2|17

31


Messen

und Märkte

Schwerpunkt Konjunktur

US-Markt treibt Nachfrage

bei Werkzeugmaschinen

Im Euroraum hatten dem VDW zufolge

die südeuropäischen Märkte Italien,

Spanien und Frankreich die positive

Auftragsentwicklung gestützt. Außerhalb

Europas entwickelten sich die

Bestellungen aus den USA besonders

stark. Grund hierfür war insbesondere

die gestiegene Auftragslage aus

der US-amerikanischen Automobilindustrie.

„Anders als in den Vormonaten

wurde die Entwicklung im dritten

Quartal 2016 nicht durch Großaufträge

bestimmt. Vielmehr ergibt sich

ein ausgeglichenes Bild über die verschiedenen

Produktbereiche hinweg,

die sich am Weltmarkt erfolgreich

behaupten“, sagte Dr. Wilfried Schäfer,

Geschäftsführer des Branchenverbands

Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken

(VDW).

Eine wichtige Veranstaltung der

Werkzeugmaschinenindustrie ist in

diesem Jahr die Industriemesse EMO,

die 2017 nach vier Jahren wieder in

Hannover stattfindet (www.emo-hannover.de).

Dort präsentieren vom 18.

bis 23. September rund 1.700 Unternehmen

aus 40 Ländern ihr Portfolio

in Sachen Metallbearbeitung. 2

VDMA feiert 125. Geburtstag

Unter dem Motto „Mensch –

Maschine – Fortschritt“ feiert der

VDMA in diesem Jahr sein 125-

jähriges Bestehen, u.a. in einem

Festakt am 16. Oktober 2017 in

Berlin sowie mit einem Industrie

4.0-Kongress am VDMA-Gründungstag,

dem 15. November, in

Köln.

Ab dem 16. Januar geht der VDMA

auch mit einer eigens dafür

gestalteten Website online, auf

der in zwölf Multimediareportagen

die Rolle des Maschinen- und

Anlagenbaus für die weitere

gesellschaftliche Entwicklung dargestellt

wird – etwa bei der Energieversorgung,

der Arbeitswelt

oder auch der Ernährung

(www.mensch-maschine-fortschritt.de

bzw. www.humansmachines-progress.com).

Nutzfahrzeugmarkt stabil „auf hohem Niveau“

Starker Markt

für schwere Laster

Der Nutzfahrzeugmarkt in Deutschland hat sich 2016 besser entwickelt

als erwartet. Mit voraussichtlich 355.000 Neuzulassungen

und einem Zuwachs von 5 % liegt das Volumen auf dem höchsten

Niveau nach der Wiedervereinigung. Das meldete der Verband der

Internationalen Kraftfahrzeughersteller e.V. (VDIK) im Dezember.

Zum Zulassungsergebnis haben

VDIK-Präsident Reinhard Zirpel zufolge

sowohl die leichten wie auch die schweren

Fahrzeuge beigetragen. Die leichten

Nutzfahrzeuge erreichten mit rund

256.000 Einheiten und einem Plus von

8% wie bereits im Vorjahr ein Rekordniveau.

Die mittelschweren Nutzfahrzeuge

verharrten „in etwa“ auf dem

Vorjahreswert. Die schweren Nutzfahrzeuge

sind nach VDIK-Einschätzung

mit 69.000 Neuzulassungen um 5 %

gewachsen. Das sei im langjährigen

Vergleich in dieser Gewichtsklasse ein

sehr gutes Ergebnis.

Zwar werden Nutzfahrzeuge fast

ausschließlich von Dieselmotoren

angetrieben. Aber auch bei den Nutzfahrzeugen

tut sich etwas im Bereich

der alternativen Antriebe und Kraftstoffe.

Auch wenn sich die Zahl der

neu zugelassenen reinen Elektro-

Nutzfahrzeuge verdoppelte, ist die

Rolle der alternativen Antriebstechnologien

hier noch geringer als bei

den Pkw: Ihr Anteil an den Nutzfahrzeug-Neuzulassungen

beträgt

1 %. Diese Fahrzeuge sind fast ausschließlich

unter den leichten Nutzfahrzeugen

zu finden.

„Der starke Nutzfahrzeugmarkt

wird sich nach unserer Ansicht 2017

auf hohem Niveau stabilisieren. Wir

rechnen mittel- und langfristig damit,

dass das aktuelle Neuzulassungsniveau

aufgrund der großen und weiter

steigenden Transportmengen beibehalten

wird“, so VDIK-Präsident

Reinhard Zirpel.

Die internationalen Hersteller

partizipierten an dieser Entwicklung

in gleichem Maß wie die deutschen

Marken. Ihr Marktanteil bleibt

mit rund 27 % stabil, sie brachten

2016 rund 96.000 neue Nutzfahrzeuge

in Deutschland auf die Straße.

Auch Pkw-Markt

entwickelte sich gut

Auch der Pkw-Markt in Deutschland

entwickelte sich dem VDIK zufolge

2016 besser als erwartet. Sein Plus

betrug voraussichtlich 4,8%. Mit 3,36

Mio. neu zugelassenen Fahrzeugen

32 Stahlreport 1/2|17


erreichte er 2016 das beste Ergebnis

seit dem „Umweltprämienjahr“ 2009.

Der VDIK geht davon aus, dass das

Zulassungsvolumen 2017 stabil auf

vergleichbarem Niveau liegen wird.

An der guten Entwicklung partizipieren

die VDIK-Mitgliedsunternehmen

überdurchschnittlich, sie

steigern ihren Marktanteil um rund

0,5% auf gut 36%. Das ist VDIK-Angaben

nach das beste Ergebnis, das die

internationalen Hersteller bislang in

Deutschland erzielen konnten, wenn

man das Jahr der Umweltprämie

unberücksichtigt lässt. Insgesamt

setzten die VDIK-Mitglieder 2016 in

Deutschland gut 1,2 Mio. Pkw ab.

Die gute Marktentwicklung

steht mit deutlichen Zuwächsen

sowohl im Privat- als auch im Flottenmarkt

auf soliden Füßen. Der

Privatmarkt wuchs um annährend

7% auf 1,17Mio. Einheiten und befindet

sich damit erstmals seit Jahren

wieder auf einem positiven Trend.

Der Flottenmarkt erreichte 2016 mit

rund 830.000 Zulassungen ein neues

Rekordniveau und wuchs um 5,5 %.

Benziner immer noch vorn

Bei den Antriebsarten ist der Absatz

von Pkw mit Verbrennungsmotoren

unverändert dominierend. So wurden

im vergangenen Jahr in Deutschland

über 1,7 Mio. benzinangetriebene

Fahrzeuge neu zugelassen, das

Wachstum ist mit voraussichtlich

8 % höher ausgefallen als die Steigerung

des Gesamtmarkts.

Die Zulassungen von Pkw mit

Dieselmotor erreichen gegenüber

dem Vorjahr mit über 1,5 Mio. Einheiten

ein Plus von 0,5 %. Ihr Marktanteil

ist rückläufig.

Der Anteil der alternativen Antriebe

an den Neuzulassungen 2016 hat

voraussichtlich 2 % betragen, in

Europa liegt er bei 4 %. Die in

Deutschland aktuell absatzstärkste

alternative Antriebsart ist der Hybrid

ohne Plug-in – also ohne die Möglichkeit,

den Akkumulator extern an

eine Stromquelle anzuschließen. Von

diesen Fahrzeugen wurden 2016 ca.

33.000 Einheiten neu zugelassen,

das ist eine Steigerung um fast 50%.

Diese Fahrzeuge stammten fast ausschließlich

von VDIK-Mitgliedsunternehmen.

Die Zulassungen von Pkw mit

reinem Elektroantrieb schlossen in

etwa auf Vorjahresniveau ab. Der

Marktanteil der VDIK-Mitglieder lag

hier bei 43 %. Die Plug-in-Hybrid-

Fahrzeuge haben voraussichtlich um

25 % zugelegt. 2

Fahrzeug-Neuzulassungen in Deutschland 2016

Neuzulassungen 2016 und Prognosen 2017

Quelle: SKraftfahrt- Bundesamt, VDIA

3,35 Mio.

Neuzulassungen Pkw

2016

3,36 Mio.

Neuzulassungen Pkw

Prognose 2017

325.809

Neuzulassungen Nfz

Jan.- Nov. 2016

355.000

Neuzulassungen Nfz

Prognose 2017

58.250

Pkw-Neuzulassungen

alternative Antriebe

Jan.- Nov. 2016

(Hybrid, Elektro/Plug-

In-Hybrid, ohne Erdgas

u. Flüssiggas)

Stahlreport 1/2|17

33


Messen

und Märkte

Schwerpunkt Konjunktur

IW Köln sieht Exporte durch Protektionismus gebremst

Verbände überwiegend optimistisch

Die deutsche Wirtschaft wird in diesem Jahr wohl nur schwach wachsen. Das hat eine Umfrage des

Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) unter 48 Wirtschaftsverbänden des Landes gezeigt. Zwar geht

eine Mehrheit von einer höheren Produktion aus, doch erwarten nur drei Verbände eine wesentliche

Steigerung. Auch die Beschäftigung dürfte sich nur geringfügig verändern.

Die deutschen Wirtschaftsverbände

bleiben laut der IW-

Umfrage 2017 vorsichtig optimistisch.

So gehen 28 der 48 befragten

Verbände von einer steigenden Produktion

im nächsten Jahr aus –

jedoch nur drei von einer wesentlich

höheren. Acht Verbände rechnen

dagegen mit einem schlechteren

Ergebnis.

Zuversichtlich sind insbesondere

das Baugewerbe und verwandte

Branchen. Einen Abwärtstrend fürchten

unter anderem die Automobilindustrie

und die Finanzwirtschaft.

„Weltweit gibt es einen erneuten

Hang zu Protektionismus und Nationalismus.

Der Wahlausgang in den

USA und der anstehende Brexit sind

Paradebeispiele dafür. Das bremst

die wirtschaftlichen Perspektiven

eines exportorientierten Landes“,

sagte IW-Direktor Michael Hüther.

Trotz der Verunsicherung gehen

immerhin 18 der 48 Verbände davon

aus, dass die Unternehmen ihrer

Branche im kommenden Jahr mehr

investieren als 2016 – vor allem der

Dienstleistungssektor. So planen u.a.

Banken und Versicherungen, ihr

Kundengeschäft noch stärker zu digitalisieren,

um effizienter zu werden.

„Die Digitalisierung wird in vielen

Branchen immer bedeutsamer. Das

treibt die Unternehmen zum Investieren

an“, so Hüther.

Lediglich die Chemische Industrie,

der Luft- und Raumfahrzeugbau

sowie die Kunststoffverarbeitung

werden ihre Investitionen wohl

zurückfahren. Für energieintensive

Unternehmen spielen dabei auch die

Unwägbarkeiten durch die Energiewende

eine Rolle.

Auf dem Arbeitsmarkt dürfte es

insgesamt nur geringe Veränderungen

geben: 20 Verbände rechnen für

das Jahr 2017 mit einer gleichbleibenden

Beschäftigung, 15 erwarten

einen Personalzuwachs, zwölf einen

Stellenabbau.

Eine interaktive Grafik zur Studie

stellt das IW auf seiner Webseite

bereit (www.iwd.de). 2

IW-Verbandsumfrage 2017: Optimismus überwiegt

So viele Wirtschaftsverbände erwarten für ihre Unternehmen 2017 im Vergleich zu 2016 ein … Produktions- bzw.

Geschäftsergebnis (Quelle: IW-Befragung von 48 Wirtschaftsverbänden im November/Dezember 2016).

© 2016 IW Medien / iwd

3

… wesentlich

höheres

25

… etwas

höheres

12

… gleichbleibendes

8

… etwas

niedrigeres

34 Stahlreport 1/2|17


BME-Einkaufsmanager-Index im November gestiegen

Deutsche Wirtschaft bleibt

auf Wachstumskurs

Die deutsche Konjunktur hat sich zum Ende des vergangenen Jahres als erstaunlich

robust erwiesen. Das hat der Markit-BME-Einkaufmanager-Index (EMI) gezeigt.

Im Dezember ist der Index mit 55,0 Punkten auf ein 35-Monatshoch gestiegen und

die deutsche Wirtschaft auf Wachstumskurs geblieben.

Seit nahezu zwei Jahren

notiert der Index damit ununterbrochen

über der neutralen Marke von

50 Punkten, ab der Wachstum angezeigt

wird. An der guten Performance

des EMI zeige sich, dass die

deutsche Wirtschaft den zahlreichen

internationalen Krisen weiter erfolgreich

trotzt, sagte Dr. Christoph Feldmann,

Hauptgeschäftsführer des

Bundesverbandes Materialwirtschaft,

Einkauf und Logistik e.V.

(BME) Anfang Dezember.

Die Entwicklung der EMI-

Teilindizes im Überblick

Industrieproduktion: Aufgrund des

erneut kräftigen Auftragsschubs

wurde die Produktion – wie bereits

seit Mai 2013 – auch im November

Der Markit/BME-Einkaufsmanager-Index

Der Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI) gibt einen allgemeinen

Überblick über die konjunkturelle Lage in der deutschen Industrie. Der

Index erscheint seit 1996 unter Schirmherrschaft des Bundesverbandes

Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), Frankfurt. Er wird

vom Anbieter von Unternehmens-, Finanz- und Wirtschaftsinformationen

IHS Markit mit Hauptsitz in London erstellt und beruht auf der Befragung

von 500 Einkaufsleitern/Geschäftsführern der verarbeitenden Industrie

in Deutschland (nach Branche, Größe, Region repräsentativ für die deutsche

Wirtschaft ausgewählt). Der EMI orientiert sich am Vorbild des US-

Purchasing-Managers-Index (Markit U.S.-PMI).

2016 ausgeweitet. Diesmal jedoch

nicht mehr ganz so stark wie in den

fünf Monaten zuvor.

Auftragseingang: Trotz geringfügiger

Abschwächung gegenüber

Oktober fiel der Auftragszuwachs

sowohl bei „Global Playern“ als auch

bei den Kleinen und mittleren Unternehmen

(KMU) im November höher

aus als im bisherigen Jahresdurchschnitt.

Im Konsum- und Vorleistungsgüterbereich

verbuchten die

Unternehmen dem Index zufolge

jeweils ein solides, im Investitionsgüterbereich

dagegen ein eher moderates

Plus.

Die Auslandsnachfrage ist im

Berichtsmonat recht kräftig geblieben.

Die Steigerungsrate fiel erneut

höher aus und lag über dem Durchschnitt

der seit 16 Monaten anhaltenden

Wachstumsphase. Neuaufträge

kamen vor allem aus China

und Russland.

Beschäftigung: Trotz der Abschwächung

gegenüber Oktober war

der achte Jobaufbau in Folge einer

der stärksten der vergangenen fünf

Jahre. Begründet wurde der erneut

kräftige Stellenaufbau mit der guten

Auftragslage und Kapazitätserweiterungen.

Einkaufs-/Verkaufspreise: Die

Inflationsrate schoss im November

in die Höhe und fiel so stark aus wie

zuletzt vor fast fünf Jahren. Verantwortlich

hierfür waren laut EMI-

Umfrage-Teilnehmern die Verteuerung

von Rohstoffen (vor allem für

Aluminium und Stahl) sowie Währungseffekte.

Bei knapp 19 % der

Befragten legten die Einkaufspreise

zu, und nur bei knapp 6 % sanken

sie.

Die dritte Erhöhung der Verkaufspreise

in Folge fiel im November

wieder etwas schwächer aus als

im Oktober und war insgesamt nur

moderat. Diejenigen Firmen, die ihre

Verkaufspreise anhoben, beabsichtigten

damit vor allem, die gestiegenen

Einkaufspreise an ihre Kunden

weiterzugeben. 2

Stahlreport 1/2|17

35


Messen

und Märkte

Schwerpunkt Konjunktur

Die besondere Sichtweise

Der BGA hat die Weltwirtschaft im Blick

„Trotz zunehmender weltweiter Risiken und nationaler Herausforderungen geht es mit Deutschland

weiter aufwärts.“ So kommentierte BGA-Präsident Anton F. Börner Mitte Januar in einer schriftlichen

Erklärung die Vorstellung der Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes in Höhe von 1,9 % für 2016.

Er mahnte aber in diesem Zusammenhang spezielle Interessen des Groß- und Außenhandels an, der

seine traditionelle Pressekonferenz zum Jahresauftakt wegen einer Erkrankung des Verbandschefs

verschoben hatte. Zuletzt hatte der sich vor allem in Sachen Ex-/und Importe geäußert.

Mit Sorge sieht der Bundesverband

Großhandel, Außenhandel,

Dienstleistungen (BGA), dass wichtige

Faktoren des so bezeichneten

Erfolgsmodells immer volatiler würden

und die Investitionstätigkeit

schwach bleibe. „Damit steigt auch

die Anfälligkeit für Krisen“, formulierte

Anton F. Börner. „Deutschland

muss auf einem soliden Fundament

weiter wachsen, um die erheblichen

Herausforderungen zu meistern und

Impulsgeber in der Europäischen

Union zu bleiben. Dazu bedarf es

Investitionen in die Infrastruktur, verstärkte

Anreize für private Investitionen

und vor allem auch eine Beteiligung

aller Bürger am Erfolg durch

steuerliche Entlastungen.“

Insgesamt machte der BGA

zuletzt deutlich, dass er Zuwächse

sowohl im Groß- als auch im Außenhandel

erwartet, diese aber für zu

niedrig hält.

Großhandel

Der BGA-Großhandelsindikator lag

nach Angaben des in Berlin ansässigen

Verbands zum Jahreswechsel

2016/17 bei 126,5 Punkten. Er habe

damit zuletzt zwar um 4,4 Punkte

zugelegt, verharre aber immer noch

auf dem seit 2014 bestehenden

Niveau.

Die Geschäftslage sei mit 124,2

Punkten um 5,2 Punkte höher bewertet

worden, die Geschäftserwartungen

dagegen aber nur um 3,6 Punkte

und absolut mit 128,8 Punkten.

Konkret habe diese Entwicklung

im Großhandel 2016 dazu geführt,

dass ein nahezu konstanter Warenumsatz,

der real lediglich 0,1 % unter

dem Vorjahr liege, aufgrund rückläufiger

Preise in den Büchern zu einem

Rückgang der nominalen Umsätze

von 0,8 % auf 1.112 Mrd. € geführt

habe. Die seit drei Jahren anhaltende

Tendenz, dass die Unternehmen

jedoch immer mehr Waren verkaufen

müssen, um ihre Umsätze zu

erzielen und damit ihre wirtschaftliche

Leistungskraft zu erhalten,

wird sich nach BGA-Einschätzung

auch 2017 weiter fortsetzen.

Der Verband erwartet, dass der

Großhandel seine Umsätze im noch

neuen Jahr nominal um 0,5 % marginal

verbessern kann. Entsprechend

könnte ein Umsatzvolumen von

1.116 Mrd. € erwirtschaftet werden.

Insgesamt bliebe der Umsatz damit

aber unter dem Rekordniveau von

2015.

Außenhandel

Für 2017 erwartete der BGA im vergangenen

Herbst Ausfuhren von

1.250 Mrd. € und Einfuhren von 967

Mrd. €, als der Verband mit diesen

Zahlen einmal mehr die Bedeutung

der deutschen Einbindung in die

Weltwirtschaft unterstrich und auf

36 Stahlreport 1/2|17


Entwicklung des deutschen Außenhandels

1.400

1.200

1.000

965 984

893

952

1.250

1.196

1.220

1.124

1.093 1.088

1.061

948 953 967

903 899 890 910

Entwicklung des

deutschen Außenhandels

– Ergebnisse

und Schätzungen

zu den Jahren

2000 bis 2017.

Mrd. EUR

800

600

638 651 664

597

538 543

519 535

575

732

786

628

734

770

806

803

665

797

400

200

59,1

95,5

132,8 129,9

156,1 158,2 159,0

195,3 178,3

138,7 154,9 158,7

193,2 197,6 213,6

247,9 267,1 283,3

Quelle: BGA

0

2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016* 2017*

Einfuhr (in Mrd. EUR) Ausfuhr (in Mrd. EUR) Außenhandelssaldo (in Mrd. EUR) *BGA Prognose

die Relevanz globaler Trends und

krisenhafter Entwicklungen in vielen

Teilen der Erde hinwies.

„Die Globalisierung steckt in der

Krise. Alleine der Begriff macht vielen

Menschen Angst und die Offenheit

gegenüber dem Freihandel sinkt,

und zwar nicht nur in Deutschland.

Tatsache ist aber auch, dass wir dank

der Möglichkeiten der Globalisierung

in den vergangenen 30 Jahren

extrem erfolgreich gewesen sind und

dass – wenn wir aufpassen – es auch

die nächsten 30 Jahre sein werden.

Dafür müssen insbesondere die Weltmärkte

offen bleiben!“ So hatte es

Anton F. Börner im Oktober formuliert.

Vor dem Hintergrund der damals

erkennbaren Verunsicherung und

Zurückhaltung erwartete der BGA

für 2016 bei den Ausfuhren nur noch

ein kleines Wachstum von maximal

2 % auf 1.220 Mrd. € – und damit

trotz aller Sorgen einen neuen

Rekord der deutschen Ausfuhren.

Gleiches galt auch für die Einfuhren,

wobei der entsprechende

Anstieg insbesondere aufgrund von

Preiseffekten lediglich um 0,5 % auf

953 Mrd. € € wachsen sollte

Angesichts der erkennbaren Krisenszenarien

ging der BGA Ende

des vergangenen Jahres davon aus,

dass 2017 mit einem Wachstum der

Ausfuhren von höchstens 2,5 % auf

dann 1.250 Mrd. € gerechnet werden

kann. Einfuhrseitig wurde ein Anziehen

der Energie- und Rohstoffpreise

erwartet, so dass er dort mit einem

Wachstum von 1,5 % auf 967 Mrd. €

gerechnet wurde. 2


Messen

und Märkte

Schwerpunkt Konjunktur

Strukturelle Probleme weiterhin ungelöst

Fragile Erholung der Stahlkonjunktur

Die Wirtschaftsvereinigung Stahl sieht für das Jahr 2017 erhebliche Risiken für die Stahlkonjunktur.

„Globale Überkapazitäten, Dumpingstahl aus China und anderen Ländern und die industriefeindliche

Politik beim europäischen Emissionsrechtehandel bedrohen weiterhin die Substanz unserer

Stahlindustrie. Ein zentrales Risiko sehen wir darin, dass sich protektionistische Tendenzen auf

den globalen Stahlmärkten noch weiter ausbreiten“, sagte Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident der

Wirtschaftsvereinigung Stahl.

Die Stahlmengenkonjunktur

in Deutschland hat sich Kerkhoff

zufolge in den vergangenen Monaten

stabilisiert. So seien insbesondere die

Auftragseingänge gestiegen. Zudem

befänden sich die stahlverarbeitenden

Branchen in Deutschland ungeachtet

der schwachen Weltkonjunktur

in einer robusten Verfassung.

Vor diesem Hintergrund dürfte

die Rohstahlproduktion im laufenden

Jahr leicht um rund 1 % auf 42,7 Mio. t

zulegen, so der Präsident der WV

Stahl. Allerdings bleibe es dabei, dass

sich aus einer hohen Auslastung noch

keine Rückschlüsse auf die unmittelbare

wirtschaftliche Lage ziehen lassen

und sich die Stahlindustrie noch

nicht in einem störungsfreien konjunkturellen

Umfeld bewegt.

Die leichten konjunkturellen Erholungstendenzen

stellen aus Sicht der

WV Stahl keine Entwarnung für die

unverändert bedrohliche Lage der

Stahlindustrie in Deutschland dar.

Denn zum einen seien die strukturellen

Probleme in der globalen Stahlindustrie

ungelöst. Zum anderen sei der

Konjunkturausblick mit einer ungewöhnlich

großen Unsicherheit verbunden.

Hinzu kämen schließlich die

hohen Volatilitäten auf den Rohstoffmärkten,

insbesondere bei den Massenrohstoffen

Eisenerz und Kokskohle.

Globale Strukturkrise

Die globale Strukturkrise beim Stahl

ist Kerkhoff zufolge weiter ungelöst.

Dies zeige sich insbesondere an der

niedrigen weltweiten Kapazitätsauslastung,

die sich trotz der konjunkturellen

Stabilisierung im vergangenen

Jahr bei 71 % und damit unverändert

nahe historischen Tiefständen befand.

Auch für dieses Jahr sei keine wesentliche

Besserung zu erwarten, da die

globale Stahlnachfrage nur schwach

Quelle: WV sathl, Januar 2017

zulegen dürfte und ein spürbarer

Abbau von Kapazitäten auf globaler

Ebene nicht in Sicht sei.

Im Mittelpunkt dieser Strukturkrise

beim Stahl stehe weiterhin

China. So seien die chinesischen

Exporte trotz gewachsenen internationalen

Drucks im vergangenen Jahr

kaum gesunken. Laut Einschätzung

der WV Stahl werden die Überkapazitäten

in der chinesischen Stahlindustrie

auch 2020 noch deutlich über

der 300 Mio.-t-Marke liegen.

Handelspolitik

„Protektionismus ist die falsche Antwort

auf die Herausforderungen für

die globale Stahlindustrie“, war sich

Kerkhoff sicher. Wachsende Unsicherheiten

gehen laut WV Stahl von

einer möglichen Hinwendung zu

einer stärker protektionistischen Handelspolitik

in der Welt aus. Aktuell

stehen dabei die USA besonders im

Fokus.

Deutschlands Außenhandel ist

mit den USA im Stahlbereich besonders

intensiv verflochten. Die Vereinigten

Staaten sind mit 31 Mio.t der

mit Abstand größte Stahlimporteur

in der Welt. Rund 30 % der Einfuhren

entfallen dabei auf Lieferungen aus

dem NAFTA-Raum bzw. aus Asien.

Eine handelspolitische Konfrontation

gerade mit diesen Ländern sei

daher mit der Gefahr erheblicher Handelsumlenkung

in die offenen und

ungeschützten Märkte verbunden.

Damit verstärke sich zugleich für die

EU die Notwendigkeit, ihr eigenes

handelspolitisches Instrumentarium

zu schärfen, um nicht der größte Leidtragende

einer solchen Entwicklung

zu werden.

Emissionsrechtehandel

„Ein globaler Kohlenstoffmarkt mit

gleichen Bedingungen für alle Stahlerzeuger

scheint durch den Regierungswechsel

in den USA noch weiter

in die Ferne gerückt“, so der Verbandspräsident.

Dem müsse auch die

europäische Politik Rechnung tragen

und bei der gegenwärtig in Brüssel

beratenen Überarbeitung des Emissionsrechtehandels

für die Zeit ab

2021 weitere Belastungen für die heimische

Industrie vermeiden. 2

Rohstahlproduktion und Kapazitätsauslastung

Rohstahlproduktion in Deutschland (Mio. t, gleitende 12-MD, annualisiert)

50

45

40

35

30

25

45,8 32,7 43,8

44,3 42,7

08 09 10 11 12

42,6

13

2015: 42,7 Mio. t (-1%)

2016: -1%

4. Qu. 16: -0,3%

42,9

14

42,7

15

42,1

16

38 Stahlreport 1/2|17


Prognose: Investitionen in

EU-28 wachsen um 25 %

Veränderung des Investitions -

volumens im Vorjahresgleich

+3,5

+3,0

+5,3

+5,5

+6,0

+6,8

-2,2 +4,4 +1,9

+3,7

+2,9

+2,5

+4,9

+2,3

+3,2

+5,9

+5,3 +6,4

+6,1 +2,2

+2,6

+3,7 +3,6 +2,6

+13,7

Britannien spürt den Brexit

Europas Wirtschaft wächst

Die EU-Kommission hat im November 2016 für die EU-28 ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts

von 1,6 % für 2017 im Vergleich zum Vorjahr prognostiziert. Das hat der europäische Dachverband

der europäischen Stahl-, Rohr- und Metalldistribution, Eurometal, in seinem Wirtschaftsausblick

Ende des vergangenen Jahres gemeldet.

Quelle: „EUROMETAL OUTLOOK ON ECONOMIES & STEEL MARKETS“, Prognose EU Kommission Herbst 2016

Die europäischen Regionen

mit dem größten Wachstum sind

das Zentral- und Südosteuropa.

Während Deutschland auf ein prognostiziertes

Wachstum von 1,5 %

kommt, liegen u.a. Spanien (2,3 %),

Polen (3,4 %), Tschechien (2,6 %)

und Bulgarien (+3,9 %) deutlich

darüber.

Auch das Investitionsvolumen

in der EU-28 wird 2017 im Vergleich

zu 2016 voraussichtlich zulegen.

Die europäische Baubranche wächst

um 2,1 %, die Ausrüstungsinvestitionen

legen um 3,0 % zu und die

öffentliche Hand investiert voraussichtlich

2,9 % mehr als im vergangenen

Jahr. Damit wird es 2017 ein

voraussichtlich weniger ausgeprägtes

Wachstum als 2016 und 2015

geben (3,5 % und geschätzt 2,8 %)

und das Investitionsvolumen in der

EU-28 auf dem Niveau von 2014 liegen

(2,6 %). Verglichen mit dem

Negativwachstum von 2012 und

2013 (-2,5 % und -1,5 %) liegt das

Investitionen in der EU-28 in diesem

Jahr aber immer noch deutlich im

positiven Bereich, wie Eurometal

mit Verweis auf Zahlen der EU-Kommission

meldet.

In England Wachstum nur

bei öffentlichen Investitionen

In weiten Bereichen der EU-28

wachsen dabei die Investitionen in

den Baubereich über dem Durchschnitt,

wie u.a. in Deutschland,

den Benelux-Ländern, Frankreich,

Spanien oder auch Skandinavien.

Deutlich heraus fällt England mit

einem erwarteten Minus von 2,4 %

gegenüber 2016. Ebenso im Minus

ist das Land in diesem Jahr voraussichtlich

bei den Ausrüstungsinvestitionen

(-1,3 %). Über dem Durchschnitt

liegen dabei u.a. Deutschland,

Österreich und Belgien. Lediglich

die Investitionen der

öffentlichen Hand wachsen im Land

des Brexit in diesem Jahr, mit 2,9 %

allerdings leicht unter dem EU-28-

Durchschnitt. Über dem Durchschnitt

liegt das Wachstum bei diesen

Investitionen u.a. in Polen,

Schweden, Tschechien oder auch

den Niederlanden. Deutschland liegt

2017 mit 2,2 % wohl ebenfalls unter

dem Durchschnitt der Investitionen

der Öffentlichen Hand in der EU-

28. 2

Stahlreport 1/2|17

39


Messen

und Märkte

Schwerpunkt Konjunktur

Stahlrecycling in Deutschland: mehrheitlich positiv

Quelle: BDSV Branchenumfrage 2016

Einschätzung der Geschäftslage in 2017

45 %

gleich

Schon das vorvergangene Jahr 2015

war für die Stahlrecyclingwirtschaft ein schwieriges

Jahr und auch 2016 blieb die Branche von

weiteren Marktveränderungen geprägt. Für

2017 blicken die Mitgliedsunternehmen Bundesvereinigung

Deutscher Stahlrecycling-und

Entsorgungsunternehmen e.V. (BDSV) jetzt

wieder optimistischer in die Zukunft.

So erwarten 82 % der Unternehmen für 2017

eine gleiche oder bessere Geschäftslage als

noch 2016. Nur 18 % der Befragten gehen

Weniger Pleiten, steigende Schadenssumme

Insolvenzen verursachen höhere Schäden

Die Schäden durch Insolvenzen in

Deutschland sind dem Kreditversicherer Euler

Hermes zuletzt deutlich angestiegen. Trotz

rückläufiger Insolvenzen im Jahr 2016 liegen

die Schäden in den 12 Monaten bis August

2016 ganze 48 % über dem Vorjahreszeitraum

mit einer Gesamtsumme von rund 26 Mrd. €

oder durchschnittlich 1,2 Mio. € pro Insolvenz.

Dem Kreditversicherer zufolge ist dieser

Trend keine Eintagsfliege. Für 2017 rechnet

das Unternehmen für Deutschland mit stagnierenden

Fallzahlen und weiterhin höheren

Schäden.

Besonders im Bereich Wissenschaft und

Technik, im produzierenden Gewerbe, im Handel,

im Bau, im Finanzbereich und im Transportgewerbe

sind die entstandenen Verluste

durch Pleiten in Deutschland 2016 überproportional

gestiegen.

„,Too big to fail‘ gibt es nicht mehr“, sagte

Ron van het Hof, CEO von Euler Hermes in

Deutschland, Österreich und der Schweiz.

„Das gilt sowohl in Deutschland als auch im

Ausland, auch dort gehen vermehrt wirtschaftlich

bedeutende Unternehmen in die

Insolvenz.“

37 %

besser

Branchenerwartung für 2017 deutlich verbessert

Stahlrecycler fassen wieder Mut

18 %

schlechter

von einer Verschlechterung der Situation

aus. Das ist das Ergebnis einer Branchenumfrage,

die der Verband zum Ende des vergangenen

Jahres durchgeführt hat.

Auf dem „Sorgenbarometer“ haben sich bei

den Stahlrecyclingunternehmen der Umfrage

zufolge allerdings Wettbewerbsnachteile

durch hohe Umweltauflagen festgesetzt.

Äußerst kritisch sieht die Branche offenbar

auch die steigende Konkurrenz durch Kommunalbetriebe.

Schaut man bei den Tendenzen der Insolvenzen

in Deutschland 2016 genauer hin, sinken

die Fallzahlen in fast allen Bundesländern. Am

stärksten ist der Rückgang in Thüringen

(-24 %), Hamburg und Rheinland-Pfalz (jeweils

-15 %). Sachsen (+8 %), Bremen (+6 %) und

Schleswig-Holstein

(+5 %) verzeichnen gegen den Trend einen

Anstieg der Fallzahlen (September 2015 bis

August 2016 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum).

Die absolut meisten Fälle verzeichnen

Nordrhein-Westfalen, Bayern, Niedersachsen

und Baden-Württemberg.

Bei den Branchen ist die Insolvenzrate im

Finanzdienstleistungssektor, in der Transportbranche,

Gastronomie, bei den sonstigen

wirtschaftlichen Dienstleitungen, Baubranche

und dem produzierenden Gewerbe überdurchschnittlich

hoch, auch wenn die Fallzahlen

fast überall rückläufig sind.

Schaut man im produzierenden Gewerbe

jedoch auf die Untersektoren, fällt auf, dass

in der Fertigung pharmazeutischer Produkte

gegen den Trend die Pleiten um 43 % angestiegen

sind. Steigende Pleitefälle verzeichnete

Deutschland 2016 zudem im Bildungs-,

Energie- und Agrarsektor.

Impressum

STAHLREPORT

Das BDS-Magazin für die Stahldistribution

Stahlhandel | Stahlproduktion |

Stahlverarbeitung

Offizielles Organ des BDS-Fernstudiums

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Max-Planck-Straße 1

40237 Düsseldorf

Redaktion:

Dr. Ludger Wolfgart (Chefredakteur)

Telefon (02 11) 8 64 97-11

E-Mail: Wolfgart-BDS@stahlhandel.com

Markus Huneke

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Telefax (02 11) 8 64 97-22

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Hellendoorn, Bad Bentheim

Erscheinungsweise: monatlich (10 Hefte/Jahr)

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sind lediglich unter Einhaltung einer dreimonatigen

Kündigungsfrist zum Jahres ende möglich. Für die Mitglieder

des BDS und die Teilnehmer im BDS-Fernstudium

ist der Bezug eines Exemplars der Fachzeitschrift

Stahlreport“ im Mitgliedsbeitrag bzw. in der Studien -

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ISSN 0942-9336

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Beilagenhinweis: Diesem Heft liegen Analgen der

BDS AG – Bundesverband Deutscher Stahlhandel,

Düsseldorf, der BME Akademie GmbH Frankfurt/M.,

und der WIT GmbH, Düsseldorf bei.

40 Stahlreport 1/2|17


Kallanish-Konferenz zur Wertschöpfungskette Stahl

Zukunft des europäischen Stahlmarkts

Beiträge zur gesamten Wertschöpfungskette Stahl standen auf dem Programm, als es im November

auf der Kallanish-Konferenz „Europe Steel Markets 2016“ um die aktuelle Situation des europäischen

Stahlmarkts ging. Eine Restrukturierung der Branche sei unvermeidlich, sagte Prof. Dr. Roland Döhrn,

Leiter des Kompetenzbereichs „Wachstum, Konjunktur, Öffentliche Finanzen“, RWI Essen, anlässlich

der Veranstaltung.

„Bei weitem nicht zufriedenstellend“

– so bewertete Georges

Kirps, Eurometal-Generaldirektor,

auf der Kallanish-Konferenz die Profitabilität

der europäischen Stahldistribution

in den vergangenen Jahren.

Ein Grund dafür seien Überkapazitäten

in der Stahlindustrie, so

Kirps. Was die Margen angeht, habe

sich die Situation in der ersten Hälfte

des vergangenen Jahres begonnen zu

verbessern.

Für eine auskömmliche Wertschöpfung

der Distributions- und

der Service-Center-Branche hob

Kirps die Bedeutung der über das

reine Zurverfügungstellen von Material

hinausreichenden Dienstleistungen

hervor, die die Unternehmen

der Branche ihren Kunden anbieten.

Wertschöpfende Dienstleistungen

für Kunden sind für den Eurometal-Chef

der Schlüssel für die

Unternehmen, um auf dem Markt

weiterhin erfolgreich zu bestehen.

„Doch jede Dienstleistung muss

ihren Preis haben“, unterstrich

Kirps.

Eine „leichte konjunkturelle

Erholung bei Stahl“, aber keine Ent-

warnung bei der globalen Strukturkrise,

sah Dr. Martin Theuringer,

Leiter Wirtschaft der Wirtschaftsvereinigung

Stahl (WV Stahl). Vor

allem Chinas „Kapazitätsinitiative“

reiche nicht aus, um mit einer deutlichen

Rückführung von Überkapazitäten

und Nettoexporten rechnen

zu können. „Die Importkrise in der

EU ist nicht gelöst“, sagte Theuringer.

Eine andere Perspektive

auf China-Importe

Mittelfristig sei für den europäischen

Stahlmarkt vor allem die Frage der

Überkapazitäten von Bedeutung und

wie sich die „chinesische Bedrohung“

– also die Stahlexporte aus

China in die EU und andere Länder/

Regionen – entwickele.

Eine Restrukturierung der Stahlbranche

ist Döhrn zufolge „unvermeidlich“.

So brächten Fusionen

zwar nur geringe Synergieeffekte

mit sich, doch könnten sie Inititalzündung

dafür sein, Kapazitäten aus

dem Markt zu nehmen.

Der weithin für sinkende Stahlpreise

verantwortlich gemachte

Import chinesischen Stahls nach

Europa setzte Döhrn eine andere

Sichtweise entgegen.

„China ist nicht die Ursache der

Probleme“, sagte der Wirtschaftsexperte.

So hätten Produzenten bei

gegebenen hohen Fix- und sogenannten

„versunkenen“ Kosten, deren

Anfallen nicht beeinflusst werden

kann, einen Anreiz, die Preise zu

senken – solange der Deckungsbeitrag

positiv ist. „Warum sollte China

mit billigem Stahl die europäischen

Verarbeiter unterstützen“, fragte

Döhrn. Ein überzeugenderes Argument

sei: „Die Preise werden in

Europa gemacht, chinesische Exporteure

unterschreiten sie nur marginal.“

Weitere Referenten auf der Kallanish

Europe Steel Markets 2016

waren u.a. Andreas Schneider vom

Beratungsunternehmen StahlmarktConsult,

Arnaud Guerndel,

Global Automotive Director bei

SSAB, Ingo Winkelman, Purchasing

Manager Raw Materials, Ford

Motor Company, sowie Dominic

King, Head of Policy and Representation,

UK Steel. 2

Stahlreport 1/2|17

41


Messen

und Märkte

Bericht/Nachrichten

Foto: Deutsche Messe AG

„Die CeMAT bildet gemeinsam

mit der Hannover Messe ein starkes

Doppel. In Hannover informieren sie

Innovationen sowie aktuelle Konzepte

und Lösungen rund um das Thema

Industrie 4.0. Die Aussteller der Hannover

Messe begrüßen die Parallelität

zur CeMAT, da die Intralogistik wichtiger

Bestandteil der Smart Factory ist

und die Hersteller damit einen wichtigen

Beitrag zur weiteren Optimierung

der industriellen Wertschöpfungskette

leisten“, sagte Dr. Jochen Köckler,

Mitglied des Vorstandes der Deutschen

Messe AG – und führte für die

anvisierte Lösung den Begriff „co-located“

ein.

Denn: Die CeMAT und die HAN-

NOVER MESSE, früher auch schon einmal

gemeinsam unterwegs, werden

zeitgleich vom 23.-27.4.18 jeweils als

eigenständige Messen veranstaltet.

Allerdings sollen dort Synergien gehoben

werden, wo es sinnvoll ist. Diese

böten sich vornehmlich in den Hallen

der Industrial Automation, weshalb

die Intralogistikmesse im Norden des

Geländes platziert wird. Mit ein und

derselben Eintritttskarte soll man dort

von einer auf die andere Ausstellung

wechseln können. Dabei sei die Eigenständigkeit

der CeMAT mit dem eigenen

Schwerpunkt Logistik 4.0 bedeutsam,

um gezielt Logistiker aus allen

Branchen und aus der ganzen Welt

anzusprechen. Ausdrücklich auch jene,

Die Hannover

Messe und die

CeMAT sind ab

2018 „co-located“

– kündigte

Dr. Jochen Köckler,

Mitglied des

Vorstandes der

Deutschen Messe

AG, an.

CeMAT und Hannover Messe kommen sich wieder näher

Neue Marktchancen

Für Sascha Schmel vom VDMA gibt es für die Intralogistik durch die

zunehmende Digitalisierung neue Marktchancen. Dies ist einer der

Gründe, warum die CeMAT im nächsten Jahr (wieder) näher an die

Hannover Messe heranrückt und zeitgleich zu der weltweit wichtigsten

Industriemesse auf dem Messegelände in der niedersächsischen

Landeshauptstadt veranstaltet wird. Das hat die Deutsche Messe AG

jetzt auf einer Pressekonferenz bekanntgegeben.

die ihre Heimat nicht in der Industrie

sehen“, erläuterte Köckler wenige

Wochen vor Beginn der nächsten Logi-

MAT in Stuttgart (vgl. Bericht auf

S. 43).

Bereits zur diesjährigen Hannover

Messe (24.-28.4.17) werden Anbieter

von Intralogistiklösungen ihre

Kompetenz in einem besonderen

Pavillon demonstrieren. Rund 20

CeMAT-Aussteller sollen zeigen, welchen

Beitrag sie zur industriellen

Wertschöpfungskette leisten können

und wie leistungsfähig die Branche

ist. Zusätzlich zu den Ausstellerpräsentationen

organisieren der VDMA

Fachverband Fördertechnik und Intralogistik

(Verband Deutscher Maschinen

und Anlagenbau) und die Deutsche

Messe AG gemeinsam ein Forum

zu aktuellen Intralogistikthemen

rund um die Produktion.

„Industrie 4.0 und Intralogistik

sind unmittelbar miteinander verknüpft.

Wir zeigen, zu welchen Leistungen

Intralogistiklösungen für Produktionsprozesse

und die Supply

Chain heute imstande sind. Den technischen

Möglichkeiten sind kaum

Grenzen gesetzt. Deshalb geben wir

auch einen kleinen Ausblick auf die

technischen Entwicklungen der

Zukunft“, betonte in diesem Zusammenhang

Sascha Schmel, Geschäftsführer

VDMA Fachverband Fördertechnik

und Intralogistik. 2

Digitalisierung dominiert

Eine aktuelle Messeübersicht

Die Digitalisierung dominiert das

Messegeschehen der kommenden Monate.

Das gilt sowohl für die anstehenden Bildungsevents

als auch für die produktionsund

logistikorientierten Termine und erst

recht für die das aktuelle Ausstellungsquartal

abschließende Computermesse CeBIT.

Von dem Megatrend der Vernetzung ist die

Bildung besonders betroffen. Schließlich

ändern sich durch die Digitalisierung nicht

nur die zu vermittelnden Inhalte, auch die

Formen des Lernens sind dem entsprechenden

Wandel unterworfen. Das werden

zu Beginn dieses Jahres zwei Veranstaltungen

besonders deutlich machen:

z die „Learntec“ vom 24.-26.1.17 in

Karlsruhe und

z die „didacta“ vom 14.-18.2.17 in

Stuttgart.

Über beide Events und den Ausblick auf

z die CeBIT vom 20.-24.3.17 in Hannover

wird im nächsten Heft dieser Fachzeitschrift

berichtet.

Das gilt – hinsichtlich der nächsten Ausgaben

– auch für die Bau 2017, die vom 16.-

21.1.2017 in München stattgefunden hat,

sowie für

z die vom 14.-17.2.17 erstmals stattfindenden

„Turning Days“ in Friedrichshafen,

eine neue Fachmesse für Zerspanungstechnik,

und ferner für

z die „Intec/Z“ vom 7.-10.3.17 in Leipzig

sowie

z die „LogiMAT“ vom 14.-16.3.17 in

Stuttgart.

Zu den beiden letztgenannten Veranstaltungen

gibt es nachfolgend je eine kurze

Vorschau.

Im Rückblick betrachtet wird auf diesen Seiten

zudem in Form einer Messebilanz die

Düsseldorfer Valve World Expo, die Ende

des vergangenen Jahres stattgefunden hat.

42 Stahlreport 1/2|17


Fertiger und Zulieferer

Doppelmesse in Leipzig

Ausgebucht

Intraglogistikmesse Stuttgart

Die 15. LogiMAT vom 14.-16.3.17

belegt erneut das komplette Stuttgarter

Messegelände. Mehr als 1.300 internationale

Aussteller aller Branchensegmente präsentieren

ihre aktuellen Lösungsangebote

zur Bewältigung der Herausforderungen von

Digitalisierung und Prozesseffizienz in der

Intralogistik. Ein umfangreiches Rahmenprogramm

ergänzt das Informations- und Kommunikationsangebot.

Unter dem Motto „Wandel gestalten: Digital

– Vernetzt – Innovativ“ steht die LogiMAT

als Internationale Fachmesse für Distribution,

Material- und Informationsfluss ganz

im Zeichen der Zukunftsprojekte Industrie

4.0 und dem Internet der Dinge – mithin der

Digitalisierung und intelligenten Vernetzung

von Prozessen. Erneut wird die Intralogistik-

Messe mit 50.000 m 2 Netto-Ausstellungsfläche

alle acht Ausstellungshallen des Stuttgarter

Messegeländes belegen. Die

traditionell stärkste Ausstellergruppe repräsentiert

die Bereiche Fördertechnik, Regalbau

sowie Lager- und Betriebseinrichtungen.

„Extrem rasant und äußerst dynamisch, mit

diesen Worten beschreibt wohl jeder die

derzeitigen Entwicklungen in der Digitalisierung

von Produktions- und Handelsprozessen“,

so Dr. Petra Seebauer, Geschäftsführerin

der EUROEXPO Messe- und

Kongress-GmbH und verantwortlich für die

TradeWorld. „Unternehmen, die sich mit E-

Commerce beschäftigen wollen oder die

digitalen Vertriebskanäle bereits erfolgreich

bespielen, müssen extrem flexibel agieren

und suchen dazu für sie geeignete Lösungen

und Services.“ Deshalb präsentieren auf der

TradeWorld, die zum vierten Mal in die Logi-

MAT als ein strategisches Kompetenzfeld

integriert ist, Aussteller Lösungen zu E-Commerce

und Omnichannel.

Für die Vermittlung der aktuellen Trends und

praxisnaher Lösungen steht darüber hinaus

das weitere Rahmenprogramm der LogiMAT.

Insgesamt 34 Informationsveranstaltungen

– davon 31 Fachforen mit mehr als 100

Referenten – stehen für dieses begleitende

Informationsangebot.

Die Industriemessen Intec und Z

laden vom 7.-10.3.17 zu einem der internationalen

Branchentreffs des Jahres für die

Fertigungstechnik in der Metallbearbeitung

und für die Zulieferindustrie ein. Zahlreiche

Produktneuheiten sowie ausgefeilte Technik

der rund 1.400 Aussteller warten auf die

Besucher. Das Fachprogramm bietet eine

Auswahl an hochaktuellen Branchenthemen.

Im Rahmen der Intec und Z 2017 zeigen

rund 1.400 Aussteller aus 30 Ländern auf

70.000 m 2 ihr komplexes Leistungsspektrum.

„Das Messeduo Intec und Z knüpft

damit an den großen Erfolg der vergangenen

Ausgabe an. Leipzig wird im März dieses

Jahres zur Hochburg der metallbearbeitenden

Industrie und der Zulieferbranche,

deren Leistungsfähigkeit in den beiden

Fachmessen eindrucksvoll widergespiegelt

wird“, sagte Markus Geisenberger, Ge -

schäftsführer der Leipziger Messe, dazu.

Messebilanz

Düsseldorfer Valve World Expo

Die vierte Düsseldorfer Valve World Expo fand Ende des vergangenen Jahres vor

eher verhaltenem Konjunkturklima innerhalb der Industriearmaturenbranche statt. Mit

deutlichem Wachstum bei Aussteller- und Quadratmeterzahlen aber war sie die bisher

größte Valve World Expo in der Rheinmetropole.

In drei Hallen des Düsseldorfer Messegeländes wurden aktuelle Technologien, Komponenten

und Systeme aus den unterschiedlichsten Bereichen der Industrie-Armaturen gezeigt.

Parallel fand wieder die Valve World Expo Conference statt.

Die 725 ausstellenden Unternehmen der Valve World Expo präsentierten neueste Armaturen,

Armaturenkomponenten und –teile, Stellantriebe und Stellungsregler, Kompressoren,

Mess- und Steuerungstechnologien, Zulieferer, Service-, Support- und Beratungs- bzw.

Ingenieurdienstleistungen. Software sowie fachbezogene Verbände und Verlage ergänzten

das Angebot.

12.350 Fachbesucher aus 88 Ländern waren zur Valve World

Expo 2016 vor Ort. Rund 70 % der Messegäste reisten aus

dem Ausland an. Die Besucher kamen vor allem aus den

Bereichen der Öl- und Gasindustrie, der Petrochemie, der

Chemieindustrie, der Lebensmittelindustrie, der Marine- und

Offshore-Industrie, dem Wasser- und Abwassermanagement,

dem Bereich Automotive und dem Maschinenbau, der Pharmazie-

und Medizintechnik sowie der Kraftwerkstechnik.

Die nächste Valve World Expo mit begleitender Fachkonferenz

findet vom 27. bis 29. 11. 2018 in Düsseldorf statt.

Internationale Fachmesse für Werkzeugmaschinen,

Fertigungs- und Automatisierungstechnik

Internationale Zuliefermesse für Teile, Komponenten,

Module und Technologien

7. – 10. März 2017

Fertigungstechnik Zulieferindustrie neue Technologien

Innovative Produktneuheiten aus den Bereichen

Werkzeugmaschinen, Präzisionswerkzeuge

für die Metallbearbeitung, Automatisierungstechnik

für die Produktion sowie

industrielle Zulieferungen und Dienstleitungen

für die Fertigung stehen vier Tage lang

im Mittelpunkt der beiden Industriemessen.

Neben dem breitgefächerten Angebot an

den Messeständen ist das begleitende und

praxisorientierte Fachprogramm ein integraler

Bestandteil der Intec und Z 2017. In Konferenzen,

Tagungen und Workshops werden

Branchenthemen aufgegriffen, die entscheidend

für die Zukunft der industriellen Produktion

sind.

Stahlreport 1/2|17

43


BDS

Research

Neueste Zahlen aus dem Bereich Research

Preisrallye zum Jahresende

Mengenmäßig betrachtet verlief das Jahr 2016 für die Unternehmen der Stahldistribution recht

unspektakulär. In der Summe aller Walzstahlfertigerzeugnisse wurde in den ersten elf Monaten des

Jahres 0,4 % mehr Tonnage als im Vorjahreszeitraum abgesetzt. Ganz und gar nicht unspektakulär

verlief die Entwicklung der Preise in 2016. Nach einem etwa vierjährigen fast stetigen Preisverfall bis

Anfang des vergangenen Jahres setzte im Frühjahr 2016 ein in dieser Vehemenz nicht erwarteter

Preisaufbau ein. Treiber war vor allem die Entwicklung bei Stahlschrott. Im Herbst kam es dann

allem voran bei Kokskohle, aber auch bei Eisenerz, Legierungen und Stahlschrott zu sprunghaften

Verteuerungen. Als Folge stiegen die Preise für nahezu alle Stahlprodukte spürbar.

Jörg Feger, Bereichsleiter

Research im Bundesverband Deutscher

Stahlhandel (BDS), berichtet

zusammenfassend angesichts der

ihm für Januar bis November 2016

vorliegenden Zahlen. Wie üblich, hat

er seinen monatlichen und kommentierenden

Bericht anhand der Kriterien

Lagerabsatz, -bestand, -reichweite

und -verkaufspreise gegliedert.

Lagerabsatz

Mit rund 900.000 t belief sich der

Lagerabsatz bei Walzstahlfertigerzeugnissen

im Oktober 2016 auf

einem enttäuschenden Niveau. Dafür

konnte der November mit knapp

990.000 t deutlich zulegen. Insgesamt

wurde von Januar bis November

des vergangenen Jahres 0,4 %

mehr Tonnage als im Vorjahreszeitraum

verzeichnet. Dies entspricht

einem durchschnittlichen Lagerabsatz

von 920.000 t pro Monat.

Zuwächse gab es bei Betonstahl

sowie bei Kaltgewalzten und vor

allem bei Oberflächenveredelten Blechen

und Bandblechen. Der Absatz

von Trägern, Stabstahl und Quartoblechen

war rückläufig.

Lagerbestand

Zu Anfang 2016 war der Lagerbestand

im deutschen Stahlhandel sehr

niedrig. Anschließend wurden die

Läger Monat für Monat aufgebaut.

Ende Juli wurde mit 2,43 Mio. t der

bisherige Höchststand gemeldet. Im

August setzte der übliche Bestandsabbau

in der zweiten Jahreshälfte

ein. Dieser verstärkte sich im September

spürbar. Im Oktober des vergangenen

Jahres wurde, auch aufgrund

der Aussicht steigender

Preise, wieder aufgestockt. Im

November blieb der Bestand konstant.

Ende November wurden

von der deutschen Stahldistribution

2,32 Mio. t Walzstahlfertigerzeugnisse

bevorratet. Das waren 6,2 %

mehr als Ende November 2015

gemeldet wurden.

Lagerreichweite

Gute Absätze und nicht sonderlich

hohe Bestände führten im

November 2016 zu einer Lagerreichweite

von 2,3 Monaten bzw.

69 Tagen. Die Reichweite lag damit

1,2 % unter dem Vorjahreswert

(vgl. Abb. 1).

Lagerverkaufspreise

Den Angaben des BDS-Marktinformationsverfahrens

für durchschnittliche

Verkaufspreise im kleinlosigen

Bereich zufolge wurden erstmals

seit vielen Monaten im März

2016 bei fast allen Produkten steigende

Preise verzeichnet. Im April

und Mai hat die Dynamik dann spürbar

zugelegt. Bei allen Produkten

wurden teilweise kräftige Preiserhöhungen

gemeldet. Im Juni des vergangenen

Jahres war eine gewisse

Beruhigung zu spüren. Im Juli,

August und September waren die

meisten Verkaufspreise ruckläufig.

Zum Jahresende zogen die Preise

wieder an. Bei Langprodukten verlief

der Preisaufbau vergleichsweise

moderat, bei Flachprodukten und

daraus gefertigten Rohren legten die

Verkaufspreise kräftig zu. (vgl. Abb.

2 und 3). 2

[ Info ]

Fragen zu den genannten statistischen

Größen beantwortet im Bundesverband

Deutscher Stahlhandel (BDS) Jörg Feger,

Bereichsleiter Research:

Feger-BDS@stahlhandel.com

44 Stahlreport 1/2|17


Quelle Bild 2 u. 3: BDS Quelle: Statistisches Bundesamt/BDS

lagerAbsatz und Lagerreichweite der Stahldistribution Abb. 1

140

120

100

80

60

40

20

0

Preisentwicklung bei Langprodukten Abb. 2

160

150

140

130

120

110

100

90

Index (Januar 2010 = 100)

Formstahl Breitflanschträger Stabstahl Betonstahl in Stäben Betonstahlmatten

Preisentwicklung bei Flachprodukten und Rohren Abb. 3

Index (Januar 2010 = 100)

150

140

130

120

110

100

90

80

n Absatzindex (2007 = 100)

n Lagerreichweite in Tagen

200

180

160

94 91 92 92

92

95 96 99 99

89 86 91

89

85 90 93 90

140

120

61

100

84 81 84 78 78 72 102 78 75 72 72 81 72 84 78 72 78 69

80

60

40

20

0

Ø

2012

Ø

2013

Ø

2014

Ø

2015

Ø

2016

Nov.

2015

Dez.

2015

Jan.

2016

Feb.

2016

März

2016

Apr.

2016

Mai

2016

Juni

2016

Juli

2016

Aug.

2016

Sep.

2016

Okt.

2016

Nov.

2016

1. Q. 2010

2. Q. 2010

3. Q. 2010

4. Q. 2010

1. Q. 2011

2. Q. 2011

3. Q. 2011

4. Q. 2011

1. Q. 2012

2. Q. 2012

3. Q. 2012

4. Q. 2012

1. Q. 2013

2. Q. 2013

3. Q. 2013

4. Q. 2013

1. Q. 2014

2. Q. 2014

3. Q. 2014

4. Q. 2014

1. Q. 2015

2. Q. 2015

3. Q. 2015

4. Q. 2015

1. Q. 2016

2. Q. 2016

3. Q. 2016

4. Q. 2016

1. Q. 2010

2. Q. 2010

3. Q. 2010

4. Q. 2010

1. Q. 2011

2. Q. 2011

3. Q. 2011

4. Q. 2011

1. Q. 2012

2. Q. 2012

3. Q. 2012

4. Q. 2012

1. Q. 2013

2. Q. 2013

3. Q. 2013

4. Q. 2013

1. Q. 2014

2. Q. 2014

3. Q. 2014

4. Q. 2014

1. Q. 2015

2. Q. 2015

3. Q. 2015

4. Q. 2015

1. Q. 2016

2. Q. 2016

3. Q. 2016

4. Q. 2016

Quartoblech Bandblech Kaltgewalztes Blech OV Blech Quad. & RE-Rohr Nahtloses Rohr

Lagerabsatz und

Lagerreichweite der

Stahldistribution

Preisentwicklung

bei Langprodukten

Preisentwicklung bei

Flachprodukten und

Rohren

Stahlreport 1/2|17

45


BDS

Kommunikation

Fotos: BDS

Der Betonstahltag 2017 hat Anfang Januar in Darmstadt stattgefunden.

Betonstahltag in Darmstadt

Umfangreiches Themenspektrum

rund um die Bewehrung

Im Namen der beiden veranstaltenden Verbände BDS und ISB begrüßten Oliver Ellermann

und Dr. Michael Schwarzkopf Mitte Januar in Darmstadt rund 150 Teilnehmer zum diesjährigen

Betonstahltag. Er bot in dem stahlaffinen Ambiente des dortigen Darmstadtiums produktnah ein

umfangreiches Themenspektrum zu den Märkten, zur Technik und zu juristischen Fragen sowie

die Möglichkeit zur Kommunikation unter Kollegen, ferner eine begleitende Posterausstellung.

Viel Technik aus „aktuellen

Forschungsvorhaben“, an denen das

Institut für Betonstahlbewehrung

(ISB) beteiligt ist, hatte Dr. Michael

Schwarzkopf zur Eröffnung anzukündigen,

während sein Kollege

vom Bundesverband Deutscher

Stahlhandel (BDS), Vorstand Oliver

Ellermann, in seiner Begrüßung den

Fokus eher auf die marktbezogene

Seite des Branchentreffens legte,

das zuletzt und mit denselben Veranstaltern

2013 in Nürnberg stattgefunden

hatte.

Märkte

Zum Auftakt des Betonstahltages

zeichnete Heinrich Weitz vom Hauptverband

der Deutschen Bauindus-

trie ein aktuell positives Konjunkturbild

seiner Branche und verwies

dabei auch auf die Jahresauftaktpressekonferenz

zwei Tage zuvor in

Berlin (vgl. gesonderte Bericht -

erstattung in diesem Heft, S. 26f).

Die dort präsentierten Zahlen

vertiefend, machte er in diesem

Zusammenhang deutlich, dass von

den derzeitigen Investitionsvolumina

in einer Größenordnung von

rund 300 Mrd. € ca. 60 % in den

Wohnungsbau, 28 % in den Wirtschaftsbau

und etwa 12 % in den

öffentlichen Bau fließen.

Im Zusammenhang mit daraus

abzuleitenden positiven Prognosen

sowohl für 2017 als auch für 2018

müsse man zudem berücksichtigen,

dass in den Bauunternehmungen

derzeit die tatsächliche Geschäftslage

besser bewertet werde als die

entsprechenden -erwartungen – und

dies bei einer Kapazitätsauslastung,

die bereits seit 2006 bei gut 70 %

liege.

Ökonomische Kontinuität definierte

Heinrich Weitz auch auf der

Basis der Auftragseingänge in der

deutschen Bauwirtschaft. Vor diesem

Hintergrund habe sie in den

letzten vier Quartalen, also im

gesamten Jahr 2016, zweistellige

Umsatzwachstumsraten verzeichnet:

15,5 %, 13,9 %, 21,7 % und 11,5%.

Entsprechend liege die Reichweite

der gesicherten Beschäftigung derzeit

bei 3,5 Monaten – statt bei

46 Stahlreport 1/2|17


Baugenehmigungen für gewerbliche Gebäude

Veranschlagte Baukosten Neubau, Veränderungsrate zum Vorjahr in Prozent

2014 2015 Jan. - Okt. 2016

16,9

-11,6

25,5

Fabrik- und

Werkstattgebäude

4,1

25,9 25,4

Sonst. gewerbl.

Betriebsgebäude

-2,3

4,9

15,0

Handels- und

Lagergebäude

-6,6

1,6

33,2

Büro- und

Verwaltungsgebäude

Quelle: Betonstahltag 2017, Hauptverband der Deutschen Bauindustrie 12/2016, Statistisches Bundesamt

2,7 Monaten im langjährigen Durchschnitt.

Dabei spielen nach Anhaben

von Heinrich Weitz Neubaumaßnahmen

wieder eine größere Rolle als

das Bauen im Bestand (plus 12 %

statt plus 2 % in den vergangenen

sechs Jahren).

Ein den Markt derzeit begrenzender

Faktor sei aber der sich

immer deutlicher bemerkbar ma -

chende Fachkräftemangel. Auch die

Entwicklung neuer ökologischer

Standards könnte entscheidend Einfluss

nehmen. Das hätten jüngste

Umfragen bei den Unternehmen der

Branche gezeigt.

Technik

Im mittleren Teil der Veranstaltung

wurden die ob der Baukonjunktur

optimistisch gestimmten Stahlkaufleute

in die technischen Niederungen

der Normung und Forschung

entführt – und zeigten sich abschließend

in vielen Fällen davon überzeugt,

auch in diesen vier Vorträgen

viel über Märkte erfahren zu

haben.

Zunächst ging es um das dominante

Thema der EN 10080, im weiteren

Verlauf dann um vor allem an

der Universität Kaiserslautern ange-

fallene aktuelle Forschungsergebnisse.

Normung

So berichtete Dr.-Ing. Jörg Moersch

(Max Aicher GmbH & Co. KG) über

den Stand der Arbeiten an der Norm

EN 10080 – und versicherte, dass

es ein Ende dieses Normungsprozesses

geben werde, wann sei aber

noch unbekannt. Möglicherweise

laufe es auf eine entsprechende Veröffentlichung

in einem europäischen

Amtsblatt des Jahres 2020 hinaus.

Es gebe aber auf dem zu erkennenden

Weg zu einer neuen EN 10080

auch noch zahlreiche Unwägbarkeiten

– etwa das Thema der Nachhaltigkeit

mit ihren ökologischen, ökonomischen

und sozialen Komponenten.

In seinem Vortrag erläuterte und

verteidigte er mit Hinweisen auf

erreichte Zwischenergebnisse die

lange Arbeitsdauer auf der Basis des

Mandats von Mitte 2009 zu den

Inhalten der ursprünglich aus 2005

stammenden Norm in Sachen Betonund

Spannstahl.

Entscheidend sei es vor allem

gewesen, dass im Jahr 2012 die Bauproduktenverordnung

als ein mitbestimmender

Faktor neu hinzugekommen

ist – und damit Probleme

wie beispielsweise, dass für die

Sicherheit von verzinktem Betonstahl

der Stahlhersteller und/oder

der Verzinker Verantwortung übernehmen

müsse.

Konkret umfasst das Mandat

nach den Ausführungen von

Moersch u.a. Regelungen für

z differenzierter zu betrachtende Produkte

(Stäbe, Ringe, Matten u. Git -

terträger, aber nicht mehr für

gerichtetes Ringmaterial mehr, da

kein Handelsprodukt),

z teilweise neue Leistungsmerkmale

(Zugfestigkeit, Erbebenwiderstand

oder Festigkeiten bei erhöhten Temperaturen),

z die vorwiegend sehr international

aufgestellten Prüftechniken,

z die Überwachungssysteme (Konformitätsprüfungen),

z die Rückverfolgbarkeit nicht nur

zum Hersteller, sondern auch zum

Produkt,

z Abstimmungen auf Anwendungsnormen

sowie

z für eigentlich nicht als Inhalte

gewünschte Stahlsorten, die aber

für die Bestellung beim Handel

wichtig sind.

Stahlreport 1/2|17

47


BDS

Kommunikation

Etwa 150 Teilnehmer waren gekommen, um in dem eintägigen Vortragsprogramm aktuelle Informationen zur Betonstahlbranche zu

erhalten.

Diese Unternehmen

stellten sich, ihre

Produkte und

Dienstleistungen im

Rahmen einer Posterausstellung

begleitend zum

Betonstahltag aus.

Forschung

Nicht weniger komplex wurde es,

als Dipl.-Ing. Janna Schoening

(RWTH Aachen) zwei aktuelle Forschungsvorhaben

ihrer Hochschule

vorstellte. Darin ging und geht es

um die „Entschärfung von Zusatzregeln

für große Stabdurchmesser“,

so ihr Thema. Solche Zusatzregeln

sind insbesondere in Deutschland

etabliert und gelten für entsprechende

Produkte mit mehr als 32mm

Durchmesser. Bei Einsätzen mit

hohen Bewehrungsgraden, z.B. bei

Abfangträgern, stelle sich häufig das

Problem der Überlastung des den

Stahl umgebenden Betons.

So könnten die in solchen Zusatzregeln

angesprochenen Rissbreiten

im Beton durch eine definierte Querbewehrung

begrenzt werden, und

auch in Sachen Verankerung der

Die Aussteller des betonstahltags 2017

Progress Maschinen & Automation AG

Nissen & Velten Software GmbH

Institut Feuerverzinken GmbH

EVG Entwicklungs- u. Verwertungs-Gesellschaft m.b.H.

GWS Gesellschaft für Warenwirtschafts-Systeme mbH

Scheffer Krantechnik GmbH

ADZB Arbeitsgemeinschaft Deutscher

Zertifizierungsstellen für Bewehrungen

Lennerts & Partner GmbH

Ott Computer GmbH

Bewehrung gebe es neue Erkenntnisse,

etwa für eigentlich zu klein

dafür dimensionierte Bauteile.

Immer wieder definieren solche und

ähnliche Forschungsergebnisse, das

machte Schoening klar, auch einen

zusätzlichen Bedarf an Betonstahl

– beispielsweise auch, wenn es um

optimierte Übergreifungslängen der

Bewehrung geht.

Die von der Referentin vorgestellten

Forschungsprojekte „Weiterentwicklung

von Bemessungsund

Konstruktionsregeln bei großen

Stabdurchmessern“ sowie

„Bemessungs- und Konstruktionsregeln

bei großen Stabdurchmessern

und hohen Bewehrungsgraden“

wurden bzw. werden teilweise in

Kooperation mit Hochschulen in

Braunschweig und Kaiserslautern

durchgeführt.

I-39042 Brixen

78333 Stockach

40239 Düsseldorf

A - 8074 Raaba

48155 Münster

48336 Sassenberg

81245 München

96450 Coburg

40764 Langenfeld

Dort forscht und lehrt Prof. Dr.-Ing.

Wolfgang Breit in seinem Fachgebiet

Werkstoffe im Bauwesen – aktuell

vor allem zu Fragen des Feuerverzinkens

von Betonstahl.

Teilaspekte dazu erläuterten in

ihren Vorträgen Robert Adams, Wissenschaftlicher

Mitarbeiter am

genannten Lehrstuhl, sowie Dietmar

Hildebrand vom Institut Feuerverzinken,

bevor Breit mit einer abschließenden

Zusammenfassung vor dem

Betonstahltag referierte.

Robert Adams konzentrierte sich

in seinem Beitrag auf die Antwort zu

der Frage, ob Betonstahl auch bei

Temperaturen unter -5 °C gefahrlos

gebogen und unter Baustellenbedingungen

rückgebogen werden darf.

Erkenntnisleitendes Interesse solcher

Untersuchungen sei es auch,

Ausfallzeiten wegen zu niedriger

Temperaturen auf der Seite der

betonstahlverarbeitenden Betriebe

zu minimieren.

Entsprechend wurden für die

Versuche vier unterschiedliche

Stähle ausgesucht, die für 90 % des

entsprechenden Marktvolumens stehen.

Nach Angaben von Adams

haben nach dem vollständigen

Geradbiegen im Zugversuch alle

geprüften Stähle die Anforderungen

der DIN 488 an die mechanischen

Kennwerte erfüllt. Systematische,

eindeutig erkennbare Einflüsse der

Biegetemperatur und/oder der Belas-

48 Stahlreport 1/2|17


tungsgeschwindigkeit hätten sich

aus den Ergebnissen nicht ablesen

lassen. Ein Biegen bei tiefen Temperaturen

bis -20 °C sei auf der

Grundlage der ermittelten Ergebnisse

ohne Beeinträchtigung der

Werkstoffeigenschaften grundsätzlich

möglich.

Dietmar Hildebrand stellte in

Vertretung der ursprünglich angekündigten

Referenten Patrick Düren-

Rost Grundsätzliches zum Feuerverzinken

(auch von Betonstahl) vor.

Jährlich würden in Deutschland insgesamt

etwa 1,8 Mio. t Stahl durch

Feuerverzinken korrosionsgeschützt.

Solchem Markterfolg stehe in Sachen

Betonstahl derzeit aber entgegen,

dass ein Biegen nur im Anschluss an

das Feuerverzinken erlaubt ist. Probleme

seien gegenwärtig deshalb

Risse, Abplatzungen, Druckstellen

sowie unverzinkte Enden. Diese

Nachteile des sogenannten Verzinkungsweges

A seien umso bedauerlicher,

als das Verzinken von Betonstahl

keinen Einfluss auf Streck-,

Dehngrenze oder Zugfestigkeit habe,

sogar zu duktileren Eigenschaften

des Materials führe.

Dies griff Prof. Dr.-Ing. Wolfgang

Breit abschließend auf, als er die

Versuche seiner Hochschule in

Sachen Weg B schilderte, also das

Verzinken von Betonstahl vor dem

Biegen. In diesem Zusammenhang

sei es nicht nur um die mechani-

Auf zu Kaffee & Networking: Das Netzwerken

stand neben auf dem Betonstahltag

2017 dem Vortragsprogramm für die Teilnehmer

wieder weit oben auf der Liste.

In der begleitenden Posterausstellung präsentierten sich die Sponsoren des Betonstahltags 2017.

schen Eigenschaften gegangen, sondern

z.B. auch um das Problem der

den Beton gefährdenden Wasserstoffentwicklung.

Dieses könne

durch einen auf den Stahl aufzutragenden

Inhibitor gelöst werden. Insgesamt

bilanzierte Breit, dass der

alternative Verfahrensweg zu keinen

negativen Ergebnissen führe,

einer Umsetzung in die Praxis stehe

demnach nichts entgegen.

Recht

In seinem, den Betonstahltag ab -

schließenden Beitrag griff Rechtsanwalt

Tim Lieber – sozusagen „aus

der Praxis für die Praxis“ – konkrete

Rechtsfälle auf, aus denen die

Akteure auf den Märkten lernen können.

So hatte ein Biegebetrieb vor dem

Landgericht Kleve einen Bauunternehmer

verklagt, weil der seinen

vermeintlichen Abnahmeverpflichtungen

in der vereinbarten Zeit der

Preisbindung nicht nachgekommen

sei. Es gebe aber nach Ansicht des

Gerichts „keine Verpflichtung zum

Abruf innerhalb der Preisbindungsfrist“,

referierte Lieber und ergänzte

als Schlussfolgerung aus einem weiteren

Fall, den er schilderte, dass es

von vornherein auch keine Pflicht

des Kunden zu einer kontinuierlichen

Abnahme gibt. Stattdessen riet

er dazu, mit intelligenteren vertraglichen

Vereinbarungen den Klageweg

von vornherein zu vermeiden.

Schließlich gebe es in Deutschland

Vertragsfreiheit; es müssten allerdings

mögliche Auswirkungen auf

die Allgemeinen Geschäftsbedingungen

berücksichtigt werden.

Solche AGB-Fragen spielten auch

in einem zweiten Fall eine Rolle, in

dem es um das Recht zu Preiserhöhungen

bzw. der Verweigerung der

Belieferung bei drastischem Anstieg

des Marktpreises ging. Auch denkbare

vertragliche Vereinbarungen zu

diesen Aspekten unterliegen einer

Inhaltskontrolle durch den Bundesgerichtshof.

Entscheidende Lehre aus

diesem Fall ist nach Einschätzung

des Juristen aus der Düsseldorfer

Kanzlei Henseler & Partner aber auch

die Erkenntnis, dass Preisveränderungen

keine wesentliche Störung

der Geschäftsgrundlage darstellen.

Schließlich ging es in einem weiteren

Praxisbeispiel um die Haftung

eines Nachfolgeunternehmens für Verbindlichkeiten

des Vorgängers. In dem

konkreten Fall, dem wundersamen

Wandel der „Phoenix GmbH“ in die

„Phoenix GmbH & Co KG“ (am selben

Ort und mit identischem Personal)

war es um die Frage gegangen, ob

bestellte Gitterträger auch von der

neuen Firma abgenommen werden

mussten. Lieber bejahte, denn nach

§ 25 Handelsgesetzbuch (Firmenfortführung)

ist dafür der Firmenname

„Phoenix“ entscheidend. 2

Stahlreport 1/2|17

49


BDS

Kommunikation

Q&E-Tag 2017 Qualitäts- und Edelbaustahl im Fokus

Marktentwicklung, Techniktrends, aktuelle Rechtsprechung – Teilnehmer des

Qualitäts- und Edelbaustahltags (Q&E-Tag) des BDS und der EHV am 9.2.2017 in

Düsseldorf erwartet ein thematisch breit aufgestelltes Referentenprogramm.

Neben aktuellen Inhalten steht aber auch das Networking im Vordergrund.

Programm – Q&E-Tag 2017

9:00 Uhr Eröffnung des

Q+E-Tages 2017

Ralf Winterfeld, EHV; Oliver

Ellermann, BDS

9:15 Uhr Marktentwicklung 2017 –

Die aktuelle Perspektive

Joachim Schröder, RCG AG

10:00 Uhr Kaffeepause

10:30 Uhr Techniktrends in der

Stahlproduktion

Frank Wilke, Deutsche

Edelstahlwerke GmbH

11:15 Uhr Kaffeepause

11:45 Uhr Tendenzen bei den

Rohstoffen

Sebastion Will, BUSE

12:30 Uhr Mittagspause

13:30 Uhr Aktuelle Rechtsprechung zu

Vertragsbeziehungen

RA Tim Lieber, LL.M. (UK), Henseler

& Partner Rechtsanwälte

14:15 Uhr Kaffeepause

14:45 Uhr Sägetechnik in der

Stahlbranche – Trends

und aktuelle Forschungsthemen

Dr. Christof Birenbaum, Fraunhofer

Institut IPA

15:30 Uhr Kaffeepause

16:00 Uhr Aussichten der Automobil -

industrie 2017

Benjamin Krause, VDA

16:45 Uhr Ende des Q+E-Tages 2017

Die Aussteller des Q&E-Tags

z Scheffer Krantechnik

z GOB Software & Systeme GmbH & Co

KG

z Mapudo GmbH

z Oxford Instruments Analytical GmbH

z Montanstahl GmbH

z Behringer GmbH

Flachtag 2017 – Flacherzeugnisse aus Stahl

Von der Entwicklung des Grobblechmarkts über die Marktentwicklung für Stahl-Service-Center

bis hin zum Feinblechmarkt deckt der Flachtag 2017 am 30.3.2017 die

ganze Bandbreite dieses Marktsegments ab. Hochkarätige Referenten aus Handel

und Produktion berichten dabei über aktuelle Entwicklungen und Trends.

Programm – Q&E-Tag 2017

Vorabend-Get-together

Am Vorabend des Q&E-Tags, am

8.2.2017 sowie am Vorabend des Flachtags

am 29.3.2017 laden die Veranstalter

jeweils ab 19 h zu einem

gemeinsamen Get-together im Atrium

des Van-der-Falk-Airport-Hotels ein.

Die Teilnahme findet auf eigene Kosten

statt.

Poster-Ausstellung

Sowohl auf dem Q&E-Tag wie auf dem

Flachtag präsentierten die jeweiligen

Ausrüster in einer begleitenden Ausstellung

im Foyer direkt vor dem Veranstaltungsraum

ihr Portfolio und

laden zu Information und Gespräch

ein.

8:30 Uhr Empfang

9:00 Uhr Eröffnung des Flachtages

2017

Oliver Ellermann, BDS AG –

Bundesverband Deutscher

Stahlhandel

9:15 Uhr Die aktuelle Lage 2017 –

Herausforderungen und Perspektiven

Andreas Schneider,

StahlmarktConsult

10:00 Uhr Kaffeepause

10:30 Uhr Quo Vadis – Grobblechmarkt

Dr. Günter Luxenburger,

Dillinger Hütte

11:05 Uhr Aussichten der Automobil -

industrie für 2017

DR. Manuel Kallweit, VDA

12:30 Uhr Mittagspause

13:30 Uhr Aktuelle Rechtsprechung

RA Tim Lieber, LL.M. (UK),

Henseler & Partner Rechtsanwälte

14:15 Uhr Kaffeepause

14:45 Uhr Fakten und Hintergründe zur

europäischen Normung

Jochen Adams,

Ingenieurbüro Adams

15:30 Uhr Kaffeepause

16:00 Uhr Von der Masse zur Nische –

der andere Weg bei Feinblechen

Rudolf Ketterer, Bucher Stahl

16:45 Uhr Ende des BDS-Flachtages

2017

50 Stahlreport 1/2|17


Remag AG feiert 15 Jahre BDS-Mitgliedschaft

Vom Stahlhändler zum Systemlieferanten

Im November 2016 hat die Unternehmensgruppe

REMAG AG ihre 15-jährige Mitgliedschaft

im Bundesverband des Deutschen

Stahlhandels (BDS) gefeiert.

Anlässlich dieses Jubiläums gratulierte BDS-

Regionalbetreuer Bernhard Röschlein dem

Leiter des Bereichs Strategie und

Geschäftsfeldentwicklung der Unternehmensgruppe

Günter Gebhardt sowie dem

Leiter der Niederlassung Nürnberg

der REMAG Stahl Distribution und Service

GmbH Thomas Gebhardt.

Die Remag-Unternehmensgruppe hat sich

in den vergangenen Jahren vom reinen

Stahlhandel hin zu einem Unternehmen mit

vielfältigen Aktivitäten rund um das Thema

Stahl entwickelt. Außer im Eisenhandel ist

die Gruppe auch in der Werkstoff-Distribution

aktiv. So werden am Standort Nürnberg

beispielsweise Stützsysteme für Lärmschutzwände

vorgefertigt. Die Remag-

Gruppe verfügt in Nürnberg über ein

umfangreiches Lager an Walzstahlerzeug-

Gratulation zu 15 Jahren BDS-Mitgliedschaft:

Günter Gebhardt (Leiter des Bereichs Strategie

und Geschäftsfeldentwicklung der Remag AG)

sowie Thomas Gebhardt (Leiter der Niederlassung

Nürnberg der REMAG Stahl Distribution und Service

GmbH) nehmen die fällige Urkunde von BDS-

Bereichsleiter Bernhard Röschlein in Empfang.

nissen, Betonstahl, Profilsystemen, Edelstahl

und Aluminium. Zum Kundenkreis zählen

in erster Linie Schlossereien, der Stahl-,

Metall- und Maschinenbau sowie das Bauhaupt-

und Baunebengewerbe.

Marktstudie mit Fokus auf Qualitäts- und Edelbaustahl

Den Markt für Qualitäts- und Edelbaustähle untersucht die im Herbst 2016 erschienene

Studie „Wertschöpfungspotenziale – Die Märkte

für niedrig- und hochlegierte Stähle, heute und

morgen“ von Prof. Dr. Lothar Grebe, Stahlhandels-Institut.

Die rund 200 Seiten umfassende

Studie behandelt neben den genannten Stählen

auch Werkzeug- und rostfreie Stähle. Die Studie

kann über das Stahlhandels-Institut bestellt werden

(www.stahlhandels-institut.de).

Besondere Mitglieder

Neu und geehrt im BDS

Zum Jahreswechsel konnte der

BDS ein neues Mitglied begrüßen, und in

den ersten zwei Monaten des Jahres stehen

in den entsprechenden Kreisen

sechs Jubiläen an.

Neues Mitglied im Bundesverband

Deutscher Stahlhandel (BDS) ist die

KAUFMANN Stahl- und Metallhandel

GmbH aus Köln. Das Unternehmen unter

der Geschäftsführung von Hans Georg

Kaufmann hat seinen Sitz in der

Zeissstraße 1 (PLZ 50859).

Einen solchen Schritt hatte vor 5 Jahren

die Einkaufsbüro Deutscher Eisenhändler

GmbH vollzogen. Die Wuppertaler Verbundgruppe

EDE kann dieses Jubiläum

am 31.1.17 feiern. Im Februar bzw. März

stehen dann gleich fünf runde oder halbrunde

BDS-Jubiläen an:

z Eisen-Busch GmbH in 48431 Rheine (70

Jahre am 25.2.17)

z MOHS GmbH in 59063 Hamm (60 Jahre

am 9.2.17)

z ArcelorMittal Commercial Long

Deutschland GmbH in 50672 Köln (25

Jahre am 7.2.17)

z Nissen &Velten Software GmbH in

78333 Stockach (10 Jahre am 12.2.17)

z VMAG AG Valuation & Management

Advisory Group in 50933 Köln (5 Jahre

am 1.3.17)

Staufen Stahlhandel: Zehn Jahre Verbandsmitgliedschaft

Kompetenter Partner für warmgewalzte Coils und Bleche

Anlässlich der zehnjährigen BDS-Mitgliedschaft

hat der Geschäftsführer der

Staufen Stahlhandel GmbH, Hans-Joachim

Biernat, im vergangenen November die Gratulation

von BDS-Regionalbetreuer Süd,

Bernhard Röschlein samt Urkunde entgegengenommen.

Das mittelständische Stahlhandelshaus

Staufen Stahlhandel wurde im Herbst 2014

gegründet. Zuvor war das Unternehmen als

Staufen Stahlkontor GmbH über 20 Jahre

erfolgreich am Markt vertreten. Der Importeur

von Stahlcoils verschiedener Abmessungen

und Güten aus aller Welt, tafelt das

importierte Material im Stahl-Service-Center

in Maastricht zu Blechen ab, die dann an die

Kunden in der gesamten EU ausgeliefert.

Zertifizierte Lieferpartner, ein unabhängiges

Prüflabor sowie ein zuverlässiger Logistikpartner

sorgen für garantierte und gleichbleibende

Qualität sowie eine termingerechte

Auslieferung.

Foto: BDS

Hans-Joachim Biernat, Geschäftsführer der Staufen

Stahlhandel GmbH, freut sich über die Urkunde

zur zehnjährigen BDS-Mitgliedschaft, überreicht

von Regionalbetreuer Bernhard Röschlein.

Stahlreport 1/2|17

51


BDS

Berufsbildung

Mit diesem symbolträchtigen Foto wirbt der BDS

auch weiterhin für das gemeinsam mit VDM und

WGM den Märkten angebotene Fernstudium zu

Betriebswirtinnen/Betriebswirten.

Erneut reformiertes betriebswirtschaftliches Fernstudium

Einstieg in die Digitalisierung

Der BDS und seine Partner starten zum 1.7.17 einen neuen, den 21. Jahrgang des verbandlichen

Fernstudiums. Damit wird in diesem traditionsreichen Weiterbildungsangebot die inzwischen

dritte große Reform umgesetzt, der Einstieg in die Digitalisierung. Künftige Betriebswirte

sollen in dieser nach wie vor dreijährigen, berufsbegleitenden Qualifikation zu den bewährten

Inhalten praxisnah von neuer Technik, einer entsprechend optimierten Didaktik und von einer

effizienteren Administration profitieren.

Quellen: BDS

Im Unterschied zu den früheren

Veränderungen ist diese Reform

aus Anlass der Digitalisierung von

vornherein als Kontinuierlicher Verbesserungsprozess

(KVP) angelegt.

Damit soll den gegenüber der Zulassungsbehörde,

der Staatlichen Zentralstelle

für Fernunterricht (ZFU),

benannten verbandlichen Bildungsexperten

die Möglichkeit gegeben

werden, das Branchenstudium zur

Betriebswirtin/zum Betriebswirt im

Sinne eines verbesserten Lernerfolgs

ständig anpassen zu können.

Dies entspreche in Zeiten der Digitalisierung

am ehesten der zunehmenden

Vernetzung zu komplexen

Bildungssystemen, die über die Veränderung

einzelner Kriterien – etwa

inhaltlicher Innovationen, neuer

didaktischer Erkenntnisse oder

administrativer Verbesserungen –

am besten optimiert werden können,

argumentieren BDS sowie VDM

und WGM.

Die beiden letztgenannten

Akteure, der an NE-Metallen orientierte

Verband Deutscher Metallhändler

(VDM) und der insbesondere dem

Recycling verpflichteten Wirtschaftsverband

Großhandel Metallhalbzeug

(WGM), hatten sich in der jüngeren

Vergangenheit mit brancheneigenen

Abschlussvarianten („Metallhandel

(VDM)“, „Metallhandel (WGM)“) dem

seit rund zwei Jahrzehnten im Markt

platzierten Fernstudium des Bundesverbandes

Deutscher Stahlhandel

(BDS) angeschlossen, zu dem dieser

seit rund 20 Jahren Abschlüsse anbietet

– seit 2010 als „Betriebswirt/-in

Stahlhandel (BDS)“. Inzwischen arbeiten

in den drei beteiligten Branchen

des Werkstoffgroßhandels rund 500

Absolventinnen und Absolventen mit

Abschlüssen aus diesem Fernstudium.

Studienmodule statt Studienbriefe

Am auffälligsten manifestieren sich

die jüngsten Veränderungen im Fernstudium

in dem Wechsel von 27 Studienbriefen,

mit denen die Inhalte

bisher vermittelt worden sind, auf 60

Studienmodule, die diese Funktion

in Zukunft übernehmen werden.

Solche kürzeren Einheiten lassen sich

am Bildschirm zielgerichteter bearbeiten

als die bisher per Post verschickten

Informationen. Zudem bietet

dieser Aspekt der Digitalisierung

die Möglichkeit, diese kürzeren Lerneinheiten

innerhalb der einzelnen

Fachbereiche und übergreifend lernzielgerecht

miteinander zu verknüpfen.

Fachbereichsmix

statt Fachbereiche

Das Fernstudium qualifiziert traditionell

in drei Blöcken zu Themen der

Technik (insbesondere Werkstoff- und

Produktkunde), der Wirtschaft (kaufmännisches

Wissen und Führungskompetenz)

sowie methodisch (personale

und soziale Fähigkeiten). Mit den

neuen Studienmodulen ist nun der

Plan umsetzbar, diese Themen im

Sinne praxisnaher Problemlösungen

intensiver miteinander zu verknüpfen.

Deutlich wird dies insbesondere

dadurch, dass in dem neuen System

Methoden dann unterrichtet werden,

wenn sie im Studium genutzt werden

sollen – Zeit- und Lernmanagement

etwa gleich zu Beginn, Präsentationstechniken

beispielsweise kurz vor der

Abschlussprüfung, in der die Kandidaten

u.a. ihre eigene Studienarbeit

vorstellen müssen.

Ähnlich ist dies im Fachbereich

Wirtschaft. Dessen determinierende

52 Stahlreport 1/2|17


Rahmenbedingungen für alles kaufmännische

Handeln in den drei beteiligten

Verbandsbereichen werden

nach dem neuen Modell nun gleich

im ersten Studienquartal als Rahmen

aufgezeigt, um auch schon die dann

folgenden technischen Themen

inhaltlich sinnvoll begleiten zu können.

Erst nach ihnen folgt dann die

Vertiefung des Branchenwissens

sowie die zu den vorher nur angerissenen

Themen der Volks- und

Betriebswirtschaftslehre, zum Marketing

und zur Logistik.

Bisher

Ab 2017

1. Jahr – Quartale 2. Jahr – Quartale 3. Jahr – Quartale

TECHNIK

WIRTSCHAFT

METHODEN

I II III IV V VI VII VIII IX X XI XII

1. Jahr – Quartale

2. Jahr – Quartale 3. Jahr – Quartale

Verstärkung der

Handlungsorientierung

Dieser intensiviert gemischte Ansatz

soll die Handlungsorientierung des

Fernstudiums noch verstärken. Die

gründet sich im Deutschen Qualifikationsrahmen

(DQR), der mögliche

akademische sowie schulische und

berufliche Abschlüsse in einem achtstufigen

System vergleichbar macht,

indem als Lernziele Kompetenzen

definiert werden, die eine selbständige

Qualifikation für spätere und

konkrete Aufgaben ermöglichen.

Die geschieht – auch im reformierten

Fernstudium – z.B. durch

die Gestaltung der Prüfungen, bei

denen es vor allem um die Überprüfung

von Wissen in praktischen

Zusammenhängen geht. Und auch

der über die Anfertigung einer Studienarbeit

zu bewältigende Prüfungsteil

bleibt diesem Ansatz treu.

Im Übrigen bleibt es dabei, dass

sich die Betriebswirtsabschlüsse der

drei beteiligten Verbände auch weiterhin

an der DQR-Niveaustufe 7

orientieren – auf der Basis einer

Selbsteinschätzung nach dem entsprechenden

Kriterienkatalog des

Fernlehrverbandes Forum DistancE-

Learning.

Verstärkung der Digitalisierung

Der gegenwärtige Megatrend der Digitalisierung

verändert nicht nur Bildungsinhalte,

weil etwa im Großhandel

neue Geschäftsmodelle realisiert

werden, er stellt auch das Lernen auf

eine neue und erfolgversprechende

Basis.

Deshalb bedienen sich BDS, VDM

und WGM im neuen Fernstudium der

elektronischen Bildungsplattform

Quelle: BDS

I II III IV V VI VII VIII IX X XI XII

Der Einstieg in die Digitalisierung ermöglicht es, die traditionellen drei Fachbereiche des BDS-Fernstudiums

handlungsorientiert neu miteinander zu verknüpfen.

OLAT, die sich beispielsweise an den

Hochschulen des Freistaates Sachsen

bewährt hat. Dabei gehen die verbandlichen

Berufsbildungsanbieter

nicht von einem abgeschlossenen

Prozess aus, sondern von einer sich

intensivierenden Entwicklung. Ziel ist

es, ab 2017 mit OLAT im Fernstudium

möglichst viele Prozesse der

Information, der Kommunikation und

der Administration zielgerichteter

und wirtschaftlicher als bisher abzubilden.

Alleinstellungsmerkmale bleiben

Trotz oder gerade wegen der Veränderungen

bleiben die auch schon bisher

überzeugenden Alleinstellungsmerkmale

des verbandlichen Fernstudiums

erhalten.

Dies zeigt sich beispielweise in

der personellen Aufstellung. Sowohl

im Studienbeirat, der künftig die

inhaltlichen Tendenzen des Fernstudiums

maßgeblich beeinflussen wird,

als auch in den operativen Akteursgruppen

der Autoren, Referenten,

Prüfer und Betreuer dominieren weiterhin

die Branchenpraktiker. Sie verfügen

gleichzeitig aber auch über die

ebenfalls zu vermittelnden theoretischen

Hintergründe, die für die Einordnung

in den DQR unerlässlich

sind.

Vor allem aber bildet das Fernstudium

die aktuellen Marktverhältnisse

im Stahl-, NE-Metall- und Schrotthandel

ab, die sich mehr denn je über die

Stellung der genannten Großhandelsbranchen

in den entsprechenden

Wertschöpfungsketten definiert. Dort

haben die künftigen Betriebswirte/

-wirtinnen ihren Mann/ihre Frau zu

stehen.

Qualitätskriterien bleiben

Unverändert Geltung behalten auch

die bisher wichtigen Qualitätskriterien:

z Auch das erneut reformierte Fernstudium

muss von der Staatlichen

Zentralstelle für Fernunterricht

(ZFU) zugelassen sein.

z Es gilt weiterhin die Zertifizierung

des für das Fernstudium in den drei

Verbänden maßgeblichen BDS-

Berufsbildungsbereichs nach DIN

EN ISO 9001:2008 – ab 2017 DIN

EN ISO 9001-2015.

z Im Übrigen bleiben alle drei Ab -

schlüsse durch das Deutsche Patentund

Markenamt geschützt.

Die ZFU-Zulassung, die Mitte Januar

2017 vorläufig beantragt worden ist,

hat zur Folge, dass die Veranstalter

alle Interessenten ab sofort verbindlich

registrieren können, das offizielle

An meldeformular aber erst in

etwa drei Monaten, also nach den

Osterferien, zur Verfügung stehen

kann. Es gehört zu den zuzulassenden

Dokumenten. 2

Stahlreport 1/2|17

53


BDS

Berufsbildung

Im mittelbadischen Achern, in der Firmenzentrale

der KASTO Maschinenbau GmbH & Co.

KG, findet die diesjährige KWB-Tagung der

kaufmännischen Ausbildungsleiter statt.

Tagung der kaufmännischen Ausbildungsleiter zur Digitalisierung

Lernen in vernetzten Arbeitswelten

Unter dem Titel „Berufliche Karrieren in Zeiten der Digitalisierung – Lernen in vernetzten

Arbeitswelten“ richtet der BDS gemeinsam mit Partnern im kommenden Frühjahr im mittelbadischen

Achern bei KASTO die diesjährige kaufmännische Ausbildungsleitertagung des Kuratoriums der

Deutschen Wirtschaft für Berufsbildung (KWB) aus. Ziel der Veranstaltung am 26. und 27. April ist es,

durch die Digitalisierung ausgelösten Veränderungen in kaufmännischen Berufsfeldern zu benennen

und zudem aufzuzeigen, welche Bildungslösungen die betroffenen Branchen, in diesem Fall vor allem

des Großhandels, zu den neu entstandenen Herausforderungen bisher gefunden haben.

[ Info ]

Das Kuratorium hält

auch weitere Informationen

zu der

Tagung sowie den

beteiligten Hotels

bereit und bietet

Anmeldemöglichkeiten.

(Telefon:

0228/91523-0,

Telefax:

0228/91523-99, E-

Mail: kwb@kwbberufsbildung.de)

Deshalb stehen zwei Grundsatzreferate

am Anfang bzw. am Ende der

Tagung. Zu Beginn wird Dr. Georg Wittmann,

Research Director der ibi

research an der Universität Regensburg

GmbH, aus wissenschaftlicher

Sicht über die Ergebnisse von Untersuchungen

seines Hauses zum B2B-

Online-Handel berichten. Zum

Abschluss des Treffens wird Tim Milde,

Geschäftsführer von kloeckner.i, aus

einem betriebswirtschaftlichem Blickwinkel

darstellen, welche veränderten

Geschäftsmodelle das Stahlhandelshaus

Klöckner für die sich mehr und

mehr vernetzenden Unternehmen entwickelt

hat. In beiden Fällen geht es

dabei stets um die Frage, welche veränderten

Inhalte bereits jetzt in die

Berufsbildung einfließen müssen –

und wie.

Solche methodischen Ansätze

bestimmen stark den mittleren Teil

der Tagung in dessen Fokus ein „Markt

der Möglichkeiten“ und die Arbeit in

Workshops steht:

z Die Ausstellung und ihr Programm

gibt Dienstleistern im Umfeld der Digitalisierung

die Möglichkeit, ihre ent-

sprechenden Services für die Berufsbildung

vorzustellen; in einer moderierten

Vorstellungsrunde ebenso wie

auf Informationsständen sowie im

Rahmen von Kurzpräsentationen.

z Derart angeregt, können die erwarteten

rund 100 Tagungsteilnehmer

in fünf Workshops erarbeiten, wie

sich vernetzte Berufsbildung entwickelt

– z.B. für das Recruiting, bei

der Neuordnung klassischer Lehrberufe,

mit Hilfe des Deutschen Qualifikationsrahmens

(DQR), für auf Ausbildung

basierende Karrieren, durch

vernetztes Lernen oder bei der Arbeit

mit Gruppen vor einem Migrationshintergrund.

In einen dieser Workshops will der

BDS auch seine Berufsbildungsangebote

einbringen – insbesondere das

verbandliche Fernstudium, das „Karriere

mit Lehre“ verspricht und sich

dabei schon seit Jahren an den Vorgaben

des DQR orientiert.

Unterschiede verschwimmen

In den Keynotes ebenso wie rund um

den Markt der Möglichkeiten und die

Workshops dürfte zudem der Trend

deutlich werden, dass die Digitalisierung

früher deutliche Unterschiede

zwischen Einzel- und Großhandel

zunehmend ebenso aufhebt wie die

klassische Unterscheidung zwischen

Distribution und Herstellung, in der

die aktuellen Trends als Industrie

4.0 ihren Anfang genommen haben.

Vor diesem Hintergrund bietet die

Tagung den Teilnehmern auch die

Möglichkeit, sich durch die Produktions-

und Lagerhallen der KASTO

Maschinenbau GmbH & Co. KG führen

zu lassen.

Das weltweit tätige mittelständische

Unternehmen für Säge- und Lagertechnik

hat auf Bitten des Bundesverbands

Deutscher Stahlhandel (BDS) in

diesem Jahr für das traditionsreiche

Treffen der kaufmännischen Ausbildungsleiter

die Rolle des Gastebers

übernommen und stellt dafür Räume

und Services seiner modernen Firmenzentrale

in Achern-Gamshurst im

Rheintal am Fuß des Schwarzwaldes

zur Verfügung.

Weitere Partner des BDS bei der

Ausrichtung dieser Tagung des Kura-

54 Stahlreport 1/2|17


toriums der Deutschen Wirtschaft für

Berufsbildung (KWB) sind in diesem

Jahr die Schwarzwald-Eisenhandel

GmbH & Co. KG, die Industrie- und

Handelskammer Südlicher Oberrhein

mit Sitz in Offenburg sowie unterstüt-

zend der in Berlin ansässige Bundesverband

Großhandel, Außenhandel,

Dienstleistungen (BGA). Das gesamte

Veranstalternetzwerk dieses Berufsbildungsgipfels,

zu dem auch ein der

Kommunikation dienender Badischer

Abend gehört, wird zu Beginn des Treffens

in einer Eröffnungsrunde von Jürgen

Hollstein vorgestellt, dem

Geschäftsführer des Kuratoriums der

Deutschen Wirtschaft für Berufsbildung

(KWB). 2

Tagung der kaufmännischen Ausbildungsleiterinnen und -leiter – VORLÄUFIGES PROGRAMM

Mittwoch, 26.4.17

ab 9:30 Uhr Registrierung

9:45 Uhr Eröffnung „Markt der Möglichkeiten“

10:30 Uhr „Wer und was sich warum vernetzt“

Eröffnungsrunde u.a. mit

– Oliver Ellermann, Vorstand des Bundesverbandes

Deutscher Stahlhandel – BDS AG

– Armin Stolzer, Geschäftsführender Gesellschafter

der KASTO Maschinenbau GmbH & Co. KG

– Dr. Steffen Auer, Präsident der IHK Südlicher

Oberrhein und Geschäftsführender Gesellschafter

der Schwarzwald Eisenhandel GmbH & Co. KG

Moderation: Jens Kettler, Geschäftsbereichsleiter

Bildungswesen der EDEKA Aktiengesellschaft und

Leiter der Arbeitsgemeinschaft der kaufmännischen

Ausbildungsleiter

11:15 Uhr „Online-Kaufverhalten im B2B-E-Commerce –

Was aus dieser Studie und weiteren wissenschaftlichen

Untersuchungen für die Berufsbildung

der betroffenen Handelsbranchen

geschlussfolgert werden muss.“

Impulsvortrag von Dr. Georg Wittmann, Research

Director der ibi research an der Universität

Regensburg GmbH, anschließend Diskussion

12:30 Uhr Kurzvorstellung der Ausstellenden auf dem

„Markt der Möglichkeiten“

Moderation: Jürgen Hollstein, Geschäftsführer des

Kuratoriums der Deutschen Wirtschaft für Berufsbildung

13:00 Uhr Mittagsimbiss und Besuch des „Marktes der Möglichkeiten“

sowie Kurzpräsentationen dazu

15:30 Uhr – Fünf Workshops (zeitlich parallel)

17:30 Uhr

18:00 Uhr Badischer Abend – Kulinarisches und

Kommunikation

21:00 Uhr Bustransfer zu den Hotels

Donnerstag, 27.4.17

8:30 Uhr Bustransfer von den Hotels

9:00 Uhr Präsentation der Workshop-Ergebnisse

Theresa Fleidl, Leiterin Konzernausbildung und

Human Resources Marketing der Flughafen München

GmbH, Stellv. Leiterin der Arbeitsgemeinschaft

der Kaufmännischen Ausbildungsleiter

9:45 Uhr „Von der Industrie 4.0 zur Berufsbildung 4.0“

Betriebsbesichtigung bei der Kasto Maschinenbau

GmbH & Co. KG

11:00 Uhr Neues aus der Ordnungsarbeit: Kaufmann und

Kauffrau im E-Commerce

Katharina Weinert, Abteilungsleiterin Bildungs- und

Berufsbildungspolitik des Handelsverbands (HDE)

11:15 Uhr „Die disruptive Entwicklung von Geschäftsmodellen

für den Stahlhandel und ihre Auswirkungen

auf die Berufsbildung – der Weg des

Handelshauses Klöckner“ – Impulsvortrag

Tim Milde, Geschäftsführer kloeckner.i, für die

betriebliche Praxis im Großhandel

anschließend Diskussion

12:30 Uhr Resumee/Ausblick

Jens Kettler

13:00 Uhr Mittagsimbiss

13:30 Uhr Veranstaltungsende

BDS- und andere Angebote

Das neue Seminarjahr beginnt

Die erste Seminarpremiere des neuen

BDS-Veranstaltungsjahres findet Anfang März zur

„Ladungssicherung“ statt. Eröffnet wird das Berufsbildungsangebot

Ende Januar – zum „Stahleinkauf“.

Der aktuelle Plan für 2017 umfasst derzeit

knapp zwei Dutzend Termine.

Nach dem Auftakt zum „Stahleinkauf kompakt“

(31.1.-1.2. in Duisburg) – eine Kooperationsveranstaltung

mit der Akademie aus dem Bereich

des Bundesverbands Materialwirtschaft, Einkauf

und Logistik (BME) – stehen im ersten

Quartal des neuen Jahres drei Seminare auf

dem Programm, die der Bundesverband Deutscher

Stahlhandel (BDS) alleine durchführt, und

zwei Fachtage in Zusammenarbeit mit anderen

Verbänden:

z Das Seminar „Ladungssicherung auf Straßenfahrzeugen

im Stahlhandel“ findet am 7.-8-

3.17 in Selm nördlich von Dortmund statt –

auf dem Gelände der F&T LaSiSe gGmbH. Die

Veranstaltung verbindet für die Zielgruppe von

Stahlhändlern technische sowie wirtschaftliche

und juristische Aspekte des Themas.

z Mit den Deutschen Edelstahlwerken und der

Universität Dortmund gibt es eine Zusammenarbeit

zur „Stahlkunde“ vom 22.-24.3.17. Referent

Prof. Dr.-Ing. Joachim Lueg greift für die

Stahldistribution wichtige Themen der Werkstoffkunde

auf. Weitgehend inhaltsgleich wird

dieses Seminar 2017 noch zweimal an anderen

Orten angeboten.

z „Betonstahl“ schließlich steht im Mittelpunkt

des gleichnamigen Seminars am 27./28.3.17

in Kehl auf dem Gelände derdortigen Badischen

Stahlwerke. Über Einzelheiten zum „Q

& E-Tag“ (9.2.17, Düsseldorf) und zum „Flachtag“

(30.3.17, Düsseldorf) wird gesondert in

diesem Heft berichtet.

[ Info ]

Weitere Auskünfte zu den Angeboten und für Anmeldungen

gibt es Möglichkeiten unter www.stahlhandel.com

bzw. über Wynands-BDS@stahlhandel.com.

Der aktuelle Stand der Seminarplanungen ist auf der

Rückseite dieses Heftes dokumentiert.

Stahlreport 1/2|17

55


BDS

Recht

Verschiedene Stahlprodukte betroffen

Mehrere Antidumpingverfahren eingeleitet

Die EU-Kommission hat jüngst auf die Einfuhr verschiedener Stahlprodukte aus einigen

Ländern Antidumpingzölle verhängt. Betroffen sind bestimmter Betonstabstahl aus Belarus,

oberflächenveredelte Flacherzeugnisse und nichtrostende Nahtlosrohre aus China sowie

bestimmtes Gusseisen aus China und Indien.

[ Quelle ]

GTAI und Durchführungsverordnung

(EU) 2016/2303 der

Kommission vom

19. Dezember 2016

zur Einführung eines

vorläufigen Antidumpingzolls

auf die

Einfuhren von

bestimmtem Betonstabstahl

mit

Ursprung in der

Republik Belarus;

ABl. L 345 vom

20.12.2016, S. 4.

Mit Wirkung vom 21.12.2016

hat die EU-Kommission für einen

Zeitraum von höchstens sechs Monaten

einen vorläufigen Antidumpingzoll

auf die Einfuhren von bestimmtem

Betonstabstahl aus Eisen oder

nicht legiertem Stahl mit Ursprung

in Belarus eingeführt. Hochdauerfester

Betonstabstahl aus Eisen oder

Stahl ist aus der Warendefinition

ausgenommen.

Von dem vorläufigen Antidumpingzoll

betroffen ist dabei nur bestimmter

Betonstabstahl: nur geschmiedet,

nur warmgewalzt, nur warmgezogen

oder nur warmstranggepresst, auch

nach dem Walzen verwunden, auch

mit vom Walzen herrührenden Einschnitten,

Rippen (Wülsten), Vertiefungen

oder Erhöhungen.

Die von der vorläufigen Maßnahme

betroffenen Waren werden

derzeit unter folgenden KN-Codes

eingereiht:

7214 10 00, ex 7214 20 00,

ex 7214 30 00, ex 7214 91 10,

ex 7214 91 90, ex 7214 99 10,

ex 7214 99 71, ex 7214 99 79,

ex 7214 99 95

(TARIC-Codes: 7214 10 00 10,

7214 20 00 20, 7214 30 00 10,

7214 91 10 10, 7214 91 90 10,

7214 99 10 10, 7214 99 71 10,

7214 99 79 10, 7214 99 95 10).

Für die betroffene und von den nachstehend

aufgeführten Unternehmen

hergestellte Ware gelten folgende

vorläufigen Antidumpingzollsätze

auf den Nettopreis frei Grenze der

Union, unverzollt:

Die Überführung der genannten

Ware in den zollrechtlich freien Verkehr

in der Union ist von der Leistung

einer Sicherheit in Höhe des

vorläufigen Zolls abhängig.

Antidumpingverfahren

auf Antrag von Eurofer

Hintergrund der vorläufigen Maßnahme

sind die bisher gemachten

Feststellungen im Rahmen der von

der Europäischen Kommission am

31. März 2016 eingeleiteten Untersuchung

zu Antidumpingvermutungen

betreffend die Einfuhren von

bestimmtem Betonstabstahl mit

Ursprung in der Republik Belarus

(Einleitungsbekanntmachung veröffentlicht

im ABl. C 114 vom

31.3.2016, S. 3). Das Verfahren geht

auf einen Antrag der European Steel

Association – im Namen von Herstellern,

auf die 44 % der gesamten

Unionsproduktion von bestimmtem

Betonstabstahl in der Union entfallen,

zurück.

Nichtrostende Nahtlosrohre

aus China

Ebenfalls hat die EU-Kommission

auf nahtlose Rohre aus rostfreiem

Stahl mit Ursprung in der Volksrepublik

China einen Antidumpingzoll

verhängt. Bei der derzeit geltenden

Maßnahme handelt es sich um

einen endgültigen Antidumpingzoll,

der mit der Durchführungsverordnung

(EU) Nr. 1331/2011 des Rates

(ABl. L 336 vom 20.12.2011, S. 6)

eingeführt wurde.

Hintergrund des Antidumpingzolls

ist, dass nach der Veröffentlichung

einer Bekanntmachung über

das bevorstehende Außerkrafttreten

der Antidumpingmaßnahmen gegenüber

den Einfuhren bestimmter nahtloser

Rohre aus rostfreiem Stahl mit

Ursprung in der Volksrepublik China

(ABl. C 117 vom 2.4.2016, S. 10) die

Kommission einen Antrag auf Einleitung

einer Überprüfung erhalten

hat. Der begründete Antrag wurde

56 Stahlreport 1/2|17


vom Wirtschaftszweig der Hersteller

nahtloser Edelstahlrohre der

Europäischen Union („ESTA“), im

Namen von Herstellern eingereicht,

auf die mehr als 25 % der Gesamtproduktion

bestimmter nahtloser

Rohre aus rostfreiem Stahl („SSSPT“)

in der Union entfallen.

Gegenstand dieser Überprüfung

sind nahtlose Rohre aus rostfreiem

Stahl (ausgenommen solche mit

Formstücken, Verschlussstücken

oder Verbindungsstücken für Gasoder

Flüssigkeitsleitungen für zivile

Luftfahrzeuge). Derartige Waren werden

derzeit unter folgenden KN-

Codes eingereiht:

7304 11 00, 7304 22 00,

7304 24 00, ex 7304 41 00,

7304 49 10, ex 7304 49 93,

ex 7304 49 95, ex 7304 49 99,

ex 7304 90 00

(TARIC-Codes 7304 41 00 90,

7304 49 93 90, 7304 49 95 90,

7304 49 99 90, 7304 90 00 91).

Stellungnahmen und Anträge interessierter

Parteien sind schriftlich

innerhalb der in der Bekanntmachung

angegebenen Fristen bei der

EU-Kommission einzureichen.

[ Quelle ]

GTAI und Bekanntmachung der Einleitung

einer Überprüfung wegen des bevorstehenden

Außerkrafttretens der Antidumpingmaßnahmen

gegenüber den Einfuhren

bestimmter nahtloser Rohre aus rostfreiem

Stahl mit Ursprung in der Volksrepublik

China; ABl. C 461 vom 10.12.2016,

S. 12.

miniumberuhigt; schmelztauchbeschichtet

mit Zink und/oder Aluminium,

jedoch nicht mit anderen

Metallen; chemisch passiviert; mit

einem Kohlenstoffgehalt von 0,015

GHT bis 0,170 GHT, einem Aluminiumgehalt

von 0,015 GHT bis 0,100

Gewichtshundertteil (GHT), einem

Niobgehalt von 0,045 GHT oder weniger,

einem Titangehalt von 0,010

GHT oder weniger sowie einem Vanadiumgehalt

von 0,010 GHT oder

weniger; aufgerollt, als auf Länge

zugeschnittene Bleche und als

Schmalband („narrow strip“) angeboten.

Von der Untersuchung ausgenommen

sind folgende Waren:

Erzeugnisse aus nicht rostendem

Stahl, aus Silicium-Elektrostahl und

aus Schnellarbeitsstahl, nur warmoder

nur kaltgewalzte Erzeugnisse.

Die von der Untersuchung betroffenen

Waren wird derzeit unter folgenden

KN-Codes eingereiht:

ex 7210 41 00, ex 7210 49 00,

ex 7210 61 00, ex 7210 69 00,

ex 7212 30 00, ex 7212 50 61,

ex 7212 50 69, ex 7225 92 00,

ex 7225 99 00, ex 7226 99 30

ex 7226 99 70

kontakt zur Kommission

Europäische Kommission

Generaldirektion Handel

Direktion H

Büro: CHAR 04/039

1049 Brüssel

BELGIQUE/BELGIË

(TARIC-Codes: 7210 41 00 20,

7210 49 00 20, 7210 61 00 20,

7210 69 00 20, 7212 30 00 20,

7212 50 61 20, 7212 50 69 20,

7225 92 00 20, 7225 99 00 22,

7225 99 00 35, 7225 99 00 92,

7226 99 30 10, 7226 99 70 94).

Aus den von den Antragstellern vorgelegten

Anscheinsbeweisen geht

hervor, dass sich die Menge und die

Preise der eingeführten zu untersuchenden

Ware unter anderem auf

die Verkaufsmengen, die Preise und

den Marktanteil des Wirtschaftszweigs

der Union negativ ausgewirkt

und dadurch die Gesamtergebnisse

des Wirtschaftszweigs der Union

sehr nachteilig beeinflusst haben.

Stellungnahmen und Anträge interessierter

Parteien sind schriftlich

innerhalb der in der Bekanntmachung

angegebenen Fristen bei der

EU-Kommission einzureichen.

Bestimmtes Gusseisen

aus China und Indien

Auf Antrag von sieben Produzenten,

auf die mehr als 25 % der gesamten

Unionsproduktion bestimmter

Waren aus Gusseisen entfallen, hat

Oberflächenveredelte

Flacherzeugnisse aus China

Auf Antrag der European Steel Association

(Eurofer), im Namen von acht

Unionsherstellern, auf die mehr als

53 % der gesamten Unionsproduktion

bestimmter korrosionsbeständiger

Stähle (oberflächenveredelte Flacherzeugnisse)

entfallen, hat die EU-

Kommission ein Antidumpingverfahren

betreffend die Einfuhren

dieser Erzeugnisse mit Ursprung in

der VR China eingeleitet.

Es handelt sich bei den betroffenen

Stahlprodukten um flachgewalzte

Erzeugnisse aus Eisen oder legiertem

oder nicht legiertem Stahl; alu-

Antidumpingzoll auf nichtrostende Nahtlosrohre aus China

E-Mail: TRADE-SSSPT-R657-DUMPING@ec.europa.eu,

TRADE-SSSPT-R657-INJURY@ec.europa.eu

Oberflächenveredelte Flacherzeugnisse aus China

E-Mail: TRADE-CRS-DUMPING@ec.europa.eu

(Diese E-Mail-Adresse gilt für ausführende Hersteller, die mit ihnen verbundenen

Einführer, ihre Verbände, Vertreter des betroffenen Landes und

mit dem Vergleichsland zusammenhängende Angelegenheiten.)

E-Mail: TRADE-CRS-INJURY@ec.europa.eu

(Diese E-Mail-Adresse ist für die Übermittlung des Anhangs II und für

Angelegenheiten im Zusammenhang mit der Feststellung einer Schädigung

und der Prüfung des Unionsinteresses zu verwenden.)

Bestimmtes Gusseiesen aus China und Indien

Mail-Adressen für Dumpingaspekte:

TRADE-AD637-CASTINGS-DUMPING-PRC@ec.europa.eu,

TRADE-AD637-CASTINGS-DUMPING-INDIA@ec.europa.eu

Für Schädigungsaspekte:

TRADE-AD637-CASTINGS-INJURY@ec.europa.eu

Stahlreport 1/2|17

57


BDS

Recht

die EU-Kommission ein Antidumpingverfahren

betreffend die Einfuhren

dieser Erzeugnisse mit

Ursprung in der VR China und

Indien eingeleitet.

Gegenstand dieser Untersuchung

sind bestimmte Waren aus Gusseisen

mit lamellarem Grafit (Grauguss)

oder Gusseisen mit Kugelgrafit

(auch bekannt als duktiles

Gusseisen) und Teile davon. Es handelt

sich dabei um Waren der zur

Abdeckung von ober- oder unterirdischen

Systemen und/oder als Öffnungen

für ober- oder unterirdische

Systeme verwendeten Art, sowie

Waren der zur Ermöglichung des

Zugangs zu ober- oder unterirdischen

Systemen und/oder der zur

Ermöglichung einer Sichtprüfung

von ober- oder unterirdischen Systemen

verwendeten Art.

Die Waren können maschinell

bearbeitet, beschichtet, überzogen

und/oder mit anderen Werkstoffen

verbunden sein, beispielsweise mit

Beton, Pflasterplatten oder anderen

Platten, wobei Feuerhydranten ausgenommen

sind.

Die von der Untersuchung betroffenen

Waren wird derzeit unter den

KN-Codes ex 7325 10 00 und

ex 7325 99 10 eingereiht.

Aus den von den Antragstellern

vorgelegten Anscheinsbeweisen geht

hervor, dass sich die Menge und die

Preise der eingeführten zu untersuchenden

Ware unter anderem auf

die Verkaufsmengen, die Preise und

den Marktanteil des Wirtschaftszweigs

der Union negativ ausgewirkt

und dadurch die Gesamtergebnisse

des Wirtschaftszweigs der Union

sehr nachteilig beeinflusst haben.

Stellungnahmen und Anträge

interessierter Parteien sind schriftlich

innerhalb der in der Bekanntmachung

angegebenen Fristen bei

der EU-Kommission einzureichen

(siehe Anschrift und Mailadressen

im Kasten „Kontakt zur EU-Kommission

auf voriger Seite). 2

[ Quelle ]

GTAI und Bekanntmachung der Einleitung

eines Antidumpingverfahrens betreffend die

Einfuhren bestimmter korrosionsbeständiger

Stähle mit Ursprung in der Volksrepublik

China; ABl. C 459 vom 9.12.2016, S. 17.

Neuregelung der Aus- und Einbaukosten ist unsicher

Kritik der Bauverbände

Die beiden größten Bauverbände haben weiter Zweifel, dass die

im Koalitionsvertrag vereinbarte Neuregelung zu den Aus- und

Einbaukosten noch in dieser Legislaturperiode umgesetzt wird

– und wenn doch, so fordern sie eine einseitige Belastung

weder der Bauunternehmer noch der Händler. Das haben die

Präsidenten Hübner und Loewenstein im Rahmen einer Pressekonferenz

Anfang des Jahres in Berlin auch auf Anfrage dieser

Fachzeitschrift deutlich gemacht.

Bei dieser Gelegenheit kritisierte

Dr.-Ing. Hans-Hartwig Loewenstein

als Präsident des Zentralverbands

des Deutschen Baugewerbes

insbesondere das Bundesjustizministerium

für die „aberwitzige

Idee“, Partner nachgelagerter Teile

von Wertschöpfungsketten für Mängel

an Produkten von Herstellern

über die Aus- und Einbaukosten zur

Verantwortung ziehen zu wollen.

„Diese Kosten können leicht ein Vielfaches

des Materialwerts betragen

und müssen dort getragen werden,

wo sie verursacht wurden, nämlich

beim Hersteller.“ So formulierte es

bei dieser Gelegenheit Dipl.-Ing.

Peter Hübner, Präsident des Hauptverbandes

der Deutschen Bauindustrie.

Der gegenwärtig dazu noch im

Raum stehende Gesetzentwurf

besteht aus drei Teilen: aus den

Vorschlägen zu den Aus- und Einbaukosten,

den Ideen zum besseren

Verbraucherschutz bei großen

Bauvorhaben sowie den Ausführungen

zu einem allgemeinen Baurecht.

Nach Auffassung beider Bauverbände

sind die ersten zwei

Punkte entscheidungsreif, sofern

ein klares gesetzliches Rückgriffsrecht

jedes Beteiligten in der Lieferkette

gewährleistet wird. Zu den

Aus- und Einbaukosten könne nur

ein klarer Satz wie „Eine abweichende

Vereinbarung ist unwirksam“

für die notwendige Rechtssicherheit

sorgen. Der dritte Teil des

Gesetzesvorhabens, nämlich die

Ausführungen zum allgemeinen

Bauvertragsrecht, sei dagegen in

weiten Teilen unklar und nicht entscheidungsreif.

2

58 Stahlreport 1/2|17


Juristisches Fachbuch beim BDS neu aufgelegt

Vertragsrecht und Produkthaftung

Die Neuauflage von Stahlrecht ist in Druck gegangen und liegt seitdem Jahreswechsel vor.

Das hat der Bundesverband Deutscher Stahlhandel (BDS) mitgeteilt, für den Rechtsanwalt

Peter Henseler als Autor dieses Fachbuchs branchennah juristische Fälle zusammengetragen

und zu einem lesenswerten Nachschlagewerk zusammengestellt hat.

Quelle: BDS

Dieses erstmals 2005 erschienene

BDS-Fachbuch liegt damit in

seiner inzwischen 3. Auflage vor. Es

wendet sich in erster Linie an den

Unternehmer und alle, die sich mit

Stahl befassen, sei es, dass sie ihn

herstellen, mit ihm handeln oder ihn

verarbeiten. Es soll ihnen bei der

Lösung von Rechtsfragen helfen, die

ihnen in ihrer kaufmännischen Praxis

begegnen. Es will kein Lehr-, sondern

ein Erfahrungsbuch sein, es

Neu aufgelegt: das Fachbuch Stahlrecht

will Wissen weiterreichen, das der

Autor in über 40jähriger Befassung

mit Rechtsfragen rund um den Stahl

gesammelt hat. Über 100 Beispielfälle

und zahlreiche Tipps für die

Praxis erleichtern auch dem juristischen

Laien das Verständnis für die

zum Teil komplexe Materie.

Das Buch befasst sich in seinem

ersten Teil (Kapitel 2 bis 4) mit dem

z Vertragsrecht im Stahlvertrieb,

genauer: mit dem Kaufvertragsrecht,

also mit gesetzlichen Vorschriften

und gerichtlichen Entscheidungen,

die das Zustandekommen

von Kaufverträgen und

deren Durchführung beim Ein- und

Verkauf von Stahlerzeugnissen

behandeln.

In seinem zweiten beim Teil (Kapitel

5 bis 12) gibt es einen Einblick

in die

z Produkthaftung als wichtigen Teil

des Risikomanagements, und es

zeigt Schnittstellen zwischen Kaufvertragsrecht

einer- sowie der Produkthaftung

andererseits auf.

In der Neuauflage wurden insbesondere

die Normen aktualisiert und

der Inhalt den Neuerungen in Gesetz

und Rechtsprechung angepasst. Bei

Redaktionsschluss zu diesem Buchstand

noch nicht fest, ob und wann

die geplanten Regelungen zu den

Kosten des Aus- und Einbaus bei Lieferung

mangelhafter Sachen in Kraft

treten. Die voraussichtlich neue

Rechtslage ist jedoch bereits berücksichtigt.

Der Autor des neu aufgelegten Fachbuchs,

Rechtsanwalt Peter Henseler,

Jahrgang 1941, war von 1972 bis

1983 Justitiar und Mitgeschäftsführer

im BDS in Düsseldorf und bis

2015 Partner der auf Rechtsfragen

beim Vertrieb von Stahlerzeugnissen

spezialisierten Düsseldorfer Anwaltskanzlei

Henseler & Partner. 2

[ Info ]

Das Fachbuch Stahlrecht ist rund

340 Seiten stark und kostet broschiert

79 € incl. MwSt. Es ist zu beziehen

über die BDS AG, Max-Planck-Str. 1,

40237 Düsseldorf:

Wynands-BDS@stahlhandel.com.

Stahlreport 1/2|17

59


Verbände

und Politik

Bericht/Nachrichten

Quelle: Felix Treppschuh, Rohstoff Recycling Osnabruck GmbH

Foren und Forderungen

Die Zukunft der Stahlrecyclingbranche

Leitthema der Jahrestagung der BDSV im vergangenen November in Mannheim war u.a. in zwei

Foren die Zukunft der Stahlrecyclingbranche. Zudem präsentierte das Institut Fraunhofer

UMSICHT mit seiner Studie „Zukunft Stahlschrott“ eine wissenschaftliche Untersuchung über

die Rolle des Stahlrecyclings in Deutschland. Auch auf dieser Basis ist zum Jahreswechsel ein

Manifest mit politischen Forderungen der Branche veröffentlicht worden.

In Gastvorträgen konnten sich

die Mitglieder der Bundesvereinigung

der Deutschen Stahlrecyclingund

Entsorgungsunternehmen

(BDSV) bei der Jahrestagung über

die Positionierung ihrer Unternehmen

in Zeiten gefühlt schwieriger

Marktlage informieren.

Foren

z Im ersten Forum referierte Dr. Andre

Baumann, Staatsekretär im Ministerium

für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft

des Landes Baden-

Württemberg, zum Thema „Recyclingwirtschaft

– Markt und Möglichkeiten“.

Dabei hob er die Bedeutung

der Stahlrecyclingunternehmen in

Deutschland hervor und skizzierte

zukünftige Entwicklungen in der

Branche. Im Rahmen der Diskussion

äußerten sich zahlreiche Mitglieder

besorgt über die Verfrachtung

tausender Altfahrzeuge ins außereuropäische

Ausland, die eigentlich

in Deutschland fachgerecht entsorgt

werden müssten. Ferner wurde der

Trend der fortschreitenden Kommunalisierung

im Bereich der Recyclingwirtschaft

stark kritisiert.

z Schwerpunkt des zweiten Forums

waren unternehmerische Aspekte:

Mit ihrem gemeinsamen Vortrag

„Unternehmer in schwieriger Zeit

– kann Restrukturierung helfen?“

teilten die Wirtschaftsreferenten

Björn Voigt und Thomas Funcke

von der Unternehmensberatung

ACTIVE M&A Experts GmbH sowie

Rechtsanwalt Dr. Dirk Andres ihre

Expertise mit den Fachbesuchern.

Im Mittelpunkt standen die insolvenzrechtlichen

Instrumente

Eigenverwaltung und Schutzschirm.

Zunächst, so die Referenten,

müsse jedes Unternehmen eine

sorgfältige Eigenanalyse vornehmen.

Es sei wichtig herauszufinden,

ob das Unternehmen seine

Wertschöpfungsmöglichkeiten richtig

nutze und die eigene Betriebsorganisation

noch angemessen sei.

Studie

In der ordentlichen Mitgliederversammlung

standen die Geschäftsberichte

des BDSV-Vorstands im Vordergrund.

Mit Spannung erwartet

wurden aber auch die Ergebnisse

der Studie „Zukunft Stahlschrott“.

Dr.- Ing Markus Hiebel, Abteilungsleiter

Nachhaltigkeits- und Ressourcenmanagement

vom Fraunhofer

Institut für Umwelt, Sicherheits- und

Energietechnik (UMSICHT), stellte

den Tagungsteilnehmern die wesentlichen

Ergebnisse der Studie vor.

Demnach leistet die deutsche

Stahlrecyclingwirtschaft einen maßgeblichen

Beitrag zum Fortbestand

der deutschen Stahlindustrie. Deshalb

hatte sich die Studie mit den

technischen, ökonomischen, ökologischen

und gesellschaftlichen Faktoren

von Stahl- und Edelstahlschrott

befasst, untersuchten die

Forscher die Bedeutung der Stahlrecyclingunternehmen

in Deutschland.

60 Stahlreport 1/2|17


Ergebnis: Die Stahlrecyclingbranche

ist zentraler Dienstleister in der Wertschöpfungskette

der Stahlindustrie

und nimmt in Zukunft eine noch wichtigere

Rolle bei der Entwicklung der

zirkulären Wirtschaft ein. Als einen

wesentlichen Grund nennen die

Experten von Fraunhofer, dass der

derzeitige und künftige Rohstoffbedarf

der deutschen Stahlindustrie

allein aus Primärmaterial nicht zu

decken ist. Markus Hiebel: „Die Unternehmen

der Stahlrecyclingwirtschaft

sind es, die die Sekundärrohstoffe

erfassen und qualitativ so aufbereiten,

dass das Material von den Stahlproduzenten

überhaupt wiedereingesetzt

werden kann.“ Zudem würden

das Know-how und die Qualitätssicherung

der Stahlrecyclingwirtschaft

wegen zunehmend komplexerer Produktzusammensetzungen

und Stoffströme

immer wichtiger.

Weitergehende Informationen

stehen auf der BDSV-Webseite

www.studie.bdsv.de zum Download

bereit.

Manifest

Im Vorfeld der Bundestagswahl 2017

haben die BDSV und weitere führende

Branchenverbände die Politik

unterdessen zum Jahreswechsel in

einem Manifest aufgefordert, eine

nachhaltige und vor allem privatwirtschaftlich

orientierte Kreislaufwirtschaft

umzusetzen. Der 12-

Punkte-Katalog nimmt Bezug auf die

immer mehr um sich greifende

Staatswirtschaft im Bereich der Kreislauf-

und Recyclingwirtschaft. Private

Recyclingunternehmen würden

gegenüber Staatsbetrieben auf kommunaler

Ebene systematisch benachteiligt.

Damit blockierten sie wichtige

Innovationen in der Branche.

BDSV-Hauptgeschäftsführer Rainer

Cosson: „Die private Kreislaufund

Recyclingwirtschaft in Deutschland

droht ihren weltweit guten Ruf

als Vorreiter der sog. Green Economy

zu verlieren. Doch damit nicht genug:

In der privaten Kreislauf- und Recyclingwirtschaft

arbeiten bis zu

250.000 Menschen. Mit den anhaltenden

Verstaatlichungstendenzen

in der Branche stehen auch viele

Arbeitsplätze auf dem Spiel!“ 2

Halbzeit

Forschung zu Sammelraten von Bauprodukten aus Metall

Halbzeit für das von der Deutschen

Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderte

Forschungsprojekt zur Erfassung der Sammelraten

von Bauprodukten aus Metall.

Das Bauforum Stahl und die Bergische Universität

Wuppertal werfen darin einen

genauen Blick auf den Rückbau von Gebäuden

sowie die nachfolgende Verwendung

der Baustoffe.

Im Fokus liegt die Erfassung der Sammelraten

von Baustahl – welche Anteile der Baustoffe

nach dem Abbruch oder Rückbau

eines Gebäudes wiederverwendet, recycelt

oder für den technischen Kreislauf verloren

gehen. Neben der erstmaligen detaillierten

Erfassung dieser Stoffströme wird eine

Methode entwickelt, um diese für die Endof-Life-Bewertung

einer Ökobilanz wichtigen

Kennzahlen auf Dauer nachzuhalten

und zu verbessern.

Das Projektteam (v.l.n.r.): Raban Siebers M.Sc.,

Dr. Bernhard Hauke (beide bauforumstahl), Dipl.-

Ing. Carla Pütze (Bergische Universität Wuppertal),

Dr. Paul Kamrath jr., Dipl.-Ing. Anne Randel

(Bergische Universität)

Die Forschungsgruppe, für die der Startschuss

am 1. 1. 16 gefallen war, kann zur

Datenerfassung mit Hilfe des Praxispartners

Paul Kamrath Ingenieurrückbau GmbH

auf eine Vielzahl von Rückbauprojekten

zurückgreifen. Hierzu gehören eine bereits

bestehende Datensammlung des Dortmunder

Unternehmens sowie laufende und

zukünftige Projekte. Die Dauer des Forschungsprojektes

wird 24 Monate betragen.

PVH-Kongress

Digitale Märkte im Produktionsverbindungshandel

Quelle: Bauforum Stahl

Unter dem Motto „Alles online oder was? – Aus Kundensicht denken“ findet am

17./18.3.17 in Köln der 4. PVH-Kongress statt. Die Teilnehmer erwartet nach Angaben des

Veranstalterteams aus den Reihen des Produktionsverbindungshandels u.a. die Vorstellung

einer aktuellen Marktuntersuchung.

Diese Analyse ist den Wünschen und Anforderungen der Kunden an digitale Services

gewidmet, soll bisherige Erkenntnisse vertiefen und Entwicklungstendenzen aufzeigen.

Daneben greifen Fachvorträge vertriebliche Themen auf, die in Zeiten einer digitalen Veränderung

der Handelslandschaft von großem Interesse sind und Anregungen für die strategische

Ausrichtung des eigenen Unternehmens bieten sollen.

Ausrichter des 4. PVH-Kongresses ist der Zentralverband Hartwarenhandel (ZHH) – mit

Unterstützung des Fachverbands des Deutschen Maschinen- und Werkzeuggroßhandels

(FDM), des Fachverbands Werkzeugindustrie (FWI) sowie des Fachverbands Elektrowerkzeuge

im ZVEI (Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie).

Im Vorfeld des 4. PVH-Kongresses hatte das Institut für Handelsforschung (IfH) aus Köln

erneut eine Erhebung über die Entwicklung der Branche durchgeführt. Wie zuvor wurden im

Auftrag des Produktionsverbindungshandels Hersteller, der Werkzeugfachhandel und deren

Kunden aus Handwerk und Industrie befragt.

[ Kontakt ]

Informations- und Anmeldemöglichkeiten gibt es unter www.pvh-kongress.de.

Stahlreport 1/2|17

61


Verbände

XXXXXXXXXX

und Politik

Nachrichten

Erneut ausgelobt

Verzinkerpreis für Architektur und Metallgestaltung

Architekten, Ingenieure, Stahl- und

Metallbauer, Designer und Metallgestalter

sind zum 15. Mal aufgerufen, sich am Wettbewerb

um den Award des Industrieverbandes

Feuerverzinken zu beteiligen. Die mit

15.000 € dotierte Auszeichnung prämiert

innovative Bauwerke, Objekte und Produkte,

die im wesentlichen Umfang feuerverzinkt

sind oder interessante feuerverzinkte

Details enthalten.

In seiner mehr als 25-jährigen Geschichte

hat sich der Verzinkerpreis zu einem in der

Fachwelt beachteten Podium für innovative

Architektur und Metallgestaltung mit Stahl

entwickelt. Preisträger des Jahres 2015

waren HHS Planer und Architekten AG für

den Energiebunker Hamburg (1. Preis) und

Königs Architekten für das Forschungsgewächshaus

Campus Riedberg der Universität

Frankfurt/M. (2. Preis). Dritte Preise

gingen an h.s.d. architekten für die Grundschule

am Wasserturm, Karlsruhe, sowie an

hotz + architekten für das Druck- und Versandzentrum

des LZfD Karlsruhe.

Foto: Frieder Blickle für ERCO

Erster Preis beim Wettbewerb des Jahres 2015:

Energiebunker Hamburg von HHS Planer und

Architekten AG

Der Industrieverband Feuerverzinken e.V.

und seine Serviceorganisation, das Institut

Feuerverzinken GmbH, vertreten die deutsche

Stückverzinkungsindustrie. Im Jahr

2015 wurden in Deutschland mehr als 1,8

Mio. t Stahl stückverzinkt. Wichtige Anwendungsbereiche

des Korrosionsschutzes

durch Feuerverzinken sind u. a. Architektur

und Bauwesen sowie die Verkehrstechnik

und der Fahrzeugbau.

[ Info ]

Düsseldorfer Edelstahltage

Diskussions- und Informationsforum

Als zentrales Diskussions- und Informationsforum

der Edelstahl-Branche wollen

sich auch in diesem Jahr die Düsseldorfer

Edelstahltage präsentieren: am 22./23.3. –

mit einem eher politisch-geselligen Auftakt,

einer eineinhalbtägigen Fachausstellung

sowie einer doppelten Vortragsreihe zu

Fachthemen am zweiten Veranstaltungstag.

Die Auslobung mit Bewerbungsformular für den

Deutschen Verzinkerpreis 2017 ist erhältlich

beim Industrieverband Feuerverzinken e.V.,

Postfach 140461, 40074 Düsseldorf, Tel.

0211/6907650, Fax: 0211/690765-28 und im

Internet als Download unter www.verzinkerpreis.de.

Bewerbungsschluss ist am 17.4.17.

Focus Rostfrei, die Informationsstelle Edelstahl

Rostfrei, die Edelstahlhandels-Vereinigung

und die Edelstahl-Vereinigung laden zu

dieser Neuauflage ein; mit einem überarbeiteten

Konzept und in einer neuen Location.

Mit dem Moderator, Kolumnist und Kabarettist

Ferdinand Linzenich konnte ein Unternehmer

für die Moderation gewonnen werden,

der unter dem Motto „Mit Humor zum

Erfolg“ der Veranstaltung einen unverwechselbaren

Charakter in Form einer hochattraktiven

Mischung aus kurzweiligem Wirtschaftskabarett

und ernsthafter Informationsveranstaltung

verleihen soll. Als Gastredner

konnten die Veranstalter den CDU-

Bundestagsabgeordneten Wolfgang

Bosbach gewinnen. Er hat am ersten Veranstaltungstag

zum Auftakt um 17 h das

Thema „Deutschland vor der Wahl – worauf

es jetzt ankommt“. Im Anschluss daran

beginnt die Abendveranstaltung. Das Programm

am 23.3. dauert von 8:30 h bis

16 h.

[ Info ]

Weitere Informationen und

Anmeldemöglichkeiten

gibt es im Netz unter

www.edelstahltage.de.

Quelle: Focus Rostfrei

Düsseldorfer

Edelstahltage 2017

Gemeinschaftsveranstaltung

Informationsstelle Edelstahl Rostfrei

Edelstahlhandels-Vereinigung

Edelstahl-Vereinigung e.V.

Verlag Focus Rostfrßi GmbH

Termin:

22./23. März 2017

Henkel-Saal &

Schlösser Quartier Bohème

Tagung zum Stahlmarkt

Die traditionelle Jahrestagung „Stahlmarkt“

findet in diesem Jahr am 16./17.2.

in Düsseldorf statt. Inhaltliche Stichworte

aus den Bereichen Volks- und Betriebswirtschaft

sowie Technik, die bei dem

Treffen im Mittelpunkt stehen, sind die

Themen Konsolidierung, Handelspolitik

und Innovationen. Es gebe nur wenige

Branchen auf der Welt, in denen die Zeichen

so stark auf Veränderung stehen

wie in der Stahlindustrie, heißt es in der

Einladung zu der damit stark produzentenorientierten

Konferenz. Veranstalter

ist das Handelsblatt, die Organisation

liegt bei Euroforum. Weitere Informationen

gibt es im Netz unter

handelsblatt.stahlmarkt.de.

Symposium:

Werkstoffverbunde

Der Gemeinschaftsausschuss Verbundwerkstoffe

(GAV) der Deutschen Gesellschaft

für Materialkunde (DGM) und

Kooperationspartner haben für die Zeit

vom 5.-7.7.17 zum 21. Symposium „Verbundwerkstoffe

und Werkstoffverbunde“

nach Bremen eingeladen. Verbundwerkstoffe

und Werkstoffverbunde zeigen für

die Produktentwicklung immer wieder

neue Wege auf. Die Möglichkeit, nicht nur

die Zusammensetzung, sondern auch den

Aufbau von Werkstoffen bzw. von Werkstoffsystemen

zu variieren, erlaubt vielfältige

innovative Produkte mit einer sich

ständig erweiternden Bandbreite an

mechanischen und physikalisch-chemischen

Eigenschaften. Weitere Informationen

zu dieser Veranstaltung gibt es im

Netz unter www.verbund2017.dgm.de.

Emailtagung

Die nächste Emailtagung findet vom

8.-10.5.17 in Bad Wildungen statt. Darauf

hat der Deutsche Email Verband (DEV)

hingewiesen. Das Programm der Veranstaltung

wird vom Technischen Ausschuss

des DEV koordiniert, der im

Herbst des vergangenen Jahres erste Vorschläge

dazu gemacht hat. Bis Ende

Januar dieses Jahres sind die Mitglieder

des Verbands aufgerufen, interessante

Themenvorschläge zu unterbreiten, damit

diese Gremium Anfang Februar das Programm

des Jahrestreffens festlegen

kann. Es hatte vor zehn Jahren schon einmal

im Bad Wildungen stattgefunden.

62 Stahlreport 1/2|17


Foto: BDS/mh

Berliner Stahldialog:

Die Wirtschaftsvereinigung

Stahl hatte

im September 2016

das politische Berlin

zur Diskussion

eingeladen.

Stahlindustrie kämpft um politische Rahmenbedingungen

Weichenstellung für Stahl in Europa

Die Stahlindustrie in Deutschland und Europa ringt derzeit hart um die politischen

Rahmenbedingungen für die Branche. Die Stahlindustrie fürchtet, dass anstehende

EU-Entscheidungen die Existenzgrundlage der Stahlindustrie angreifen. Es geht dabei

u. a. um die Gestaltung von Handelsschutzinstrumenten und des Emissionshandelssystems.

Im Herbst 2016 hatte die Wirtschaftsvereinigung Stahl die Argumente der Branche auf zwei

Veranstaltungen in Berlin und im Saarland deutlich gemacht.

Rund 300 Vertreter aus Politik,

Wirtschaft und Wissenschaft trafen

sich im September 2016 zum Berliner

Stahldialog, um über die Perspektiven

der Stahlindustrie am

Standort Deutschland zu diskutieren.

Im Mittelpunkt standen dabei

die zentralen Herausforderungen für

die Branche: faire Wettbewerbsbedingungen

statt Dumping und mögliche

zusätzliche Belastungen durch

drohende massive Verschärfungen

beim EU-Emissionsrechtehandel nach

2020. Veranstaltet wurde der Abend

von der Wirtschaftsvereinigung Stahl

(WV Stahl).

„Wir achten sehr darauf, dass wir

zu einer Lösung kommen, die erlaubt,

dass auch in Zukunft gegen Dumping

vorgegangen werden kann“,

machte Gastredner Peter Altmaier,

Chef des Bundeskanzleramtes und

Minister für besondere Aufgaben,

deutlich. Er stellte weiter klar, dass

Deutschland geschlossene Wertschöpfungsketten

brauche und daher

ein vitales Interesse an der Zukunft

der Stahlindustrie habe.

„Mit Veränderungsbereitschaft

und nachhaltiger Modernisierung ist

Deutschland ein starker Stahlstandort.

Die Zukunft hängt aber stärker

als jemals zuvor von politischen Entscheidungen

ab“, betonte Hans Jürgen

Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftsvereinigung

Stahl.

Emissionshandel

in der Diskussion

Dabei sei insbesondere die EU-Kommission

gefordert. Notwendig sei eine

deutliche Erhöhung der Zuteilungsmenge

an Emissionszertifikaten an

die Industrie und damit auch an die

Stahlbranche. Darüber hinaus müssten

aber auch die Benchmarks technisch

und wirtschaftlich erreichbar

ausgestaltet sein, um Kosten für die

effizientesten Anlagen zu verhindern.

In der anschließenden Podiumsdiskussion

suchten Abgeordnete aller

im Bundestag vertretenen Fraktionen

gemeinsam mit Frank Schulz,

Vorsitzender der Geschäftsführung

von ArcelorMittal Germany, Antworten

auf die aktuellen Herausforderungen

für die Stahlindustrie in

Deutschland. Diskussionsgäste waren

Matthias Heider MdB, Mitglied im

Wirtschaftsausschuss und im Vorstand

der CDU/CSU-Fraktion, Kerstin

Andreae MdB, stellvertretende

Vorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE

GRÜNEN, und Klaus Ernst MdB, stellvertretender

Fraktionsvorsitzender

von DIE LINKE.

Stahlgipfel im Saarland

Die aktuellen Probleme der Stahlindustrie

standen auch im Mittelpunkt des

zweiten saarländischen Stahlgipfels

ebenfalls im September 2016 in Dillingen.

Die WV Stahl und der Verband der

Saarhütten benannten dort gemeinsam

mit der Regierung des Saarlandes und

der IG Metall nochmals die wesentlichen

Herausforderungen benannt.

„Das Saarland steht geschlossen

hinter seiner Stahlindustrie. Ohne

diese Basisindustrie mit ihren Wertschöpfungsketten

in der Region und

darüber hinaus würde der Wirtschaft

im Saarland ein Kernstück fehlen.

Unsere Betriebe sind innovationsstark

und können auf dem Markt bestehen“,

sagte Albert Hettrich, Präsident des

Verbandes der Saarhütten.

Im Oktober 2016 hatten 58 Vorstände

und Vertreter der europäischen

Stahlindustrie einen offenen Brief an

die EU-Staats- und Regierungschefs

gerichtet, in dem sie im Vorfeld einer

Tagung des Europäischen Rates die

„richtigen Weichenstellungen“ für die

Wettbewerbsfähigkeit der Stahlindustrie

in Europa angemahnt hatten. 2

Stahlreport 1/2|17

63


Lifesteel

Berichte

GKD und FH Aachen fertigen Amts-Insignie

Schwert im Betonstahl-Look

Seit dem vergangenen Jahr gehört er zu den „Unsterblichen“: Der französische Architekt und Stadt -

planer Dominique Perrault wurde 2016 als eines von acht Mitgliedern in die Académie des Beaux-Arts

aufgenommen. Die Insignie des Amts, ein wertvolles Schwert, wurde aber nicht kunstvoll vom

Goldschmied, sondern auf Perraults Wunsch aus Edelstahl in der Anmutung eines Betonstahls gefertigt.

Foto: Bertrand Rindoff Petroff/Getty Images

Dominique Perrault ist einer

der bekanntesten Architekten Frankreichs.

Unter anderem hat er 1989

das neue Gebäude der Bibliothèque

Nationale de France (BnF) entworfen.

Eines seiner Stilmittel ist seit

über 20 Jahren die Verwendung von

Metallgewebe, als deren Entdecker

für architektonische Zwecke er gilt.

Partner bei der Umsetzung dieser

ungewöhnlichen Herausforderung

ist seit vielen Jahren die GKD –

GEBR. KUFFERATH AG (GKD), die

die architektonischen Visionen Perraults

in Metallgewebe umsetzt.

In einer feierlichen Zeremonie

wurde der französische Architekt

und Stadtplaner im vergangenen

Jahr nun in den Kreis der acht auf

Lebenszeit gewählten Mitglieder –

„Unsterbliche“ genannt – in die Académie

des Beaux-Arts im Bereich

Architektur aufgenommen.

Das Schwert erhielt Dominique Perrault

in der feierlichen Zeremonie anlässlich

seiner Aufnahme als Mitglied in die

Académie des Beaux-Arts in Paris.

Ein Schwert wie ein Bohrer

Die Anfertigung der obligatorischen

Insignie für dieses Amt, ein Schwert,

vertraute Perrault ebenfalls GKD an.

Das von der Interior-Designerin

Gaёlle Lauriot-Prévost entworfene

Modell setzte zunächst seinen

Wunsch nach einem Schwert um,

das „brut“ ist, also „industrielle

Ursprünglichkeit“ ausstrahlen sollte.

Außenliegende Rippen verleihen

dem 1 m langen, spitz zulaufenden

Edelstahlstab die Ornamentik eines

Betonstahls. Dicht nebeneinander

platziert formen sie das stilisierte

Heft. Im Zusammenspiel mit der

extrem dünnen Spitze erinnert das

Schwert an einen überdimensionalen

Bohrer.

Bei der Suche nach einem geeigneten

Fertigungsverfahren erwiesen

sich Länge und Komplexität des

sich von 35 auf 5 mm Durchmesser

verjüngenden Konus als echte

Herausforderung. Da Perrault ein

Schwert aus Edelstahl oder Aluminium

wünschte, schieden herkömmliche

Gussverfahren aus. Die filigranen

Ornamente erlaubten zudem

weder Aluminiumguss oder das Drehen

von Edelstahl.

So fiel die Wahl von GKD auf die

Technologie des „selektiven Laserschmelzens“

an der FH Aachen. Dieses

Verfahren findet normalerweise

Einsatz im anspruchsvollen Werkzeug-

und Formenbau, in der Luftund

Raumfahrt- oder Automobilindustrie.

Fast jede Form ist hiermit

darstellbar – allerdings nur innerhalb

anlagenspezifisch begrenzter

Dimensionen. Deshalb musste das

Schwert in fünf Elemente unterteilt

und anschließend mit einer eingeschobenen

Gewindestange wieder

verbunden werden.

Vier Tage lang

Edelstahl aufgeschmolzen

Um diese Teile detailgetreu nach dem

CAD-Entwurf von Perrault aufzubauen,

wurde ein Metallpulverbett

aus 45 μm feinem Edelstahlpulver

per Laser gescannt und die Bauteile

auf einer gitterförmigen Stützkonstruktion

selektiv aufgeschmolzen.

So wurden hauchdünne Schichten

linienförmig mit Schmelzspurbreiten

von nur 0,1 mm aufgebracht –

vier Tage lang rund um die Uhr.

Um sie formschlüssig durch

Stifte verbinden zu können, musste

die verfahrensbedingt raue Oberfläche

an den Stoßflächen zunächst mit

eng sten Toleranzen plangeschliffen

werden. Anschließend wurden die

Nähte per Handlaser verschweißt

und durch Sandstrahlen wieder an

die porige Struktur der übrigen Flächen

angeglichen.

Nur die 17 cm lange Spitze wurde

hochglänzend poliert, um den von

Perrault gewünschten Werkzeugcharakter

des Schwertes zu betonen.

Eine Gravurplatte auf dem Knauf

vollendete das Werk nach einem

Monat herausfordernder Arbeit.

Wie alle Schwerter der Mitglieder

der Académie des Beaux-Arts ist

auch das Schwert Perraults fortan im

Institut de France unter Verschluss

und wird von Perrault nur zu besonderen

Sitzungen mit dem kompletten

Ornat angelegt. GKD ließ für ihn

deshalb ein Pendant fertigen, das

fortan im Büro des französischen

Architekten ausgestellt ist. 2

64 Stahlreport 1/2|17


Fotos: Vestergaard

Der Lifestraw-Filter bereitet Wasser unbekannter Qualität zu Trinkwasser auf.

Das Wasser wird im Filter durch Hohlfasern gezogen, die rein

physikalisch Partikel über 200 nm Größe herausfiltern.

Wasseraufbereiter Lifestraw Steel

Filter macht Wasser unterwegs sofort trinkbar

Wenn Sie mal wieder im Outback unterwegs sind und kein Wasser mehr haben, werden Sie den

Lifestraw Steel zu schätzen wissen. Der tragbare Filter mit der Länge und etwa doppelten Dicke

einer Zigarre ist einfach mitzuführen und kann etwa 1.000 l kontaminiertes Wasser direkt trinkbar

machen. Er filtert Bakterien, organische Chemikalien und Chlor.

Der LifeStraw ® -Filter des

schweizerischen Unternehmens Vestergaard

Frandsen ist für das Wandern,

Backpacking, Camping und

Reisen überhaupt gedacht. Seine

Benutzung ist einfach: Wie Strohhalm

wird das kurze Stahlrohr ins

Wasser gesenkt und die Flüssigkeit

dann angesaugt. Dabei strömt das

Wasser durch Hohlfasern, die Partikel

über 200 nm Größe rein physikalisch

und ohne die Anwendung

von Chemikalien ausfiltern. Der zweistufige

Filterprozess entfernt dem

Hersteller zufolge Bakterien und Protozoen,

reduziert organische Chemikalien

sowie Chlor und soll sogar

schlechten Geschmack entfernen.

Aktivkohle-Filter für

bis zu 1.000 l Wasser

Der in dem 21 cm langen, 3 cm

dicken und etwa 120 g schweren

Stahlrohr eingesetzte Filter verwendet

austauschbare Aktivkohle-Kapseln

und dekontaminiert auf diese

Weise bis zu 1.000 l Wasser. Das Sys-

tem filtert jedoch keine Schwermetalle

oder Viren aus dem Wasser,

auch Salz- oder Meereswasser kann

man damit nicht trinkbar machen.

Auf keinen Fall sollte chemisch kontaminiertes

Wasser damit getrunken

werden.

Der dank seiner Edelstahlhülle

sehr robuste Lifestraw Steel erfüllt

die US-EPA-Trinkwasserstandards,

braucht weder Strom noch Batterien

und enthält weder den gesundheitsschädigender

Wirkung verdächtigten

Ausgangsstoff für

Kunststoffe, Bisphenol-A (BPA), noch

weitere Chemikalien. Auch werden

kein Jod oder jodhaltige Harzchemikalien

verwendet. Der Filter ist für

rund 60 € z.B. über die Webseite

des Unternehmens zu bestellen

(www.lifestraw. com/de).

Ursprünglich für die Gesundheitsvorsorge

entwickelt

Das Filtersystem wurde 2005

ursprünglich für den Einsatz in der

öffentlichen Gesundheitsvorsorge in

trinkwasserkritischen Regionen auf

den Markt gebracht. Seither wurde

die Marke LifeStraw weiterentwickelt

und schließt nun zusätzlich

Wasseraufbereitungsanlagen für die

Verwendung in Haushalten, Kliniken

und Schulen ein.

Das Unternehmen Vestergaard

mit Hauptsitz in Lausanne, Schweiz,

ist ein in den 1950er-Jahren gegründetes

Familienunternehmen, das

Geräte und Ausrüstung für die

Gesundheitsvorsorge von Menschen

in Entwicklungsländern und die

humanitäre Hilfe herstellt. Neben

dem LifeStraw-Wasserfilter vertreibt

das Unternehmen u.a. ein weit verbreitetes

Moskitonetz. 2

Dank seiner Edelstahlhülle

ist der

Lifestraw Steel sehr

robust.

Stahlreport 1/2|17

65


Lifesteel

Nachgehakt

Bei Dietrich Böntgen zur Digitalisierung in der Berufsbildung nachgehakt

Veränderungen fordern Verbände

Die Digitalisierung wird die Berufsbildung des Großhandels doppelt verändern; inhaltlich

wegen innovativer Geschäftsmodelle und formal aufgrund neuer Lernchancen. Diese, in dieser

Fachzeitschrift immer wieder aufgegriffene, These lohnt ein „Nachgehakt“ – bei Dietrich

Böntgen. Er leitet den Fachbereich Methoden im BDS-Fernstudium, verfügt über Jahrzehnte

Erfahrung in der Stahldistribution, ist in dieser Branche in Sachen digitaler Netzwerke

freiberuflich für Montanstahl unterwegs und meint dazu: Veränderungen fordern Verbände.

Foto: privat

Die Berufsbildung

ist in Sachen Digitalisierung

im

Gespräch – auch mit

Dietrich Böntgen.

Der Fachbereichsleiter

Methoden im

BDS-Fernstudium ist

freiberuflich für die

Montanstahl GmbH

in Oelde tätig.

Stahlreport: Stimmt der Eindruck,

dass Sie derzeit weniger von

der Software Ihres Hauses als erst

einmal davon überzeugen müssen,

dass der Werkstoffhandel in Zeiten

der Digitalisierung tatsächlich einem

gewaltigen Veränderungsprozess

ausgeliefert ist?

Dietrich Böntgen: Nicht ganz. Die

Branche spürt den digitalen Wandel

schon und hat ihn letztlich akzeptiert,

ist allerdings durch dessen Dimensionen

und Dynamik verunsichert. Das

zeigt sich in der Berufsbildung besonders

deutlich, denn: Die Standardprozesse

werden künftig digitalisiert, die

verbleibenden Aufgaben können aber

nur mit noch höherer Qualifikation

als bisher bewältigt werden.

Das bedeutet?

Was soll man den Lehrlingen erzählen,

wie ihr Beruf demnächst funktioniert?

In welche Jobzukunft soll

man die jetzigen Mitarbeiter mitnehmen?

Und: Antworten kann nur

geben, wer die Entwicklung selber

versteht und sie als Chance begreift.

Also ist die Digitalisierung eine Bildungsaufgabe

für alle?

Ja, das trifft es. Und deshalb ist es

gut, dass z.B. der Bundesverband

Deutscher Stahlhandel dazu aktiv

geworden ist bzw. wird – von der

Anpassung der Ausbildung bis hin

zur Reform des Fernstudiums oder

etwa mit der Ausbildungsleitertagung

im kommenden April. Verän-

derungen fordern Verbände. Das gilt

besonders für einen so komplexen

Wandel wie die Digitalisierung. Wer

sonst sollte die vielen unterschiedlichen

Entwicklungen in den Unternehmen

und bei den zahlreichen zur

Verfügung stehenden Werkzeugen

systematisieren und so für die Wertschöpfungszusammenhänge,

in

denen wir uns ja nach wie vor bewegen,

intelligent nutzbar machen?

Nutzen, das ist doch ein schönes

Stichwort. Besteht nicht die Gefahr,

dass es nur noch um Nutzen geht,

für die Anbieter entsprechender

Lösungen beispielsweise?

Dieser Wettbewerb ist doch nichts

Schlimmes, solange die Ziele transparent

sind und die Forschung bzw.

Wissenschaft begleitende Entscheidungskriterien

liefert. Es geht in diesem

sehr dynamischen Veränderungsprozess

schließlich uns allen

um die immer wieder kritisch zu

hinterfragende Optimierung der

Wertschöpfung.

Können Sie das anhand der oben

angesprochenen für den Stahlhandel

besonders wichtigen drei Handlungsfelder

in drei Sätzen konkretisieren?

Es sind in Sachen Digitalisierung

sogar dreimal drei Punkte wichtig:

Drei Handlungsfelder:

Die entscheidenden Aufgaben für

die Berufsbildung des BDS sind aktuell

eine angepasste Begleitung der

Lehrlinge, eine ebenso intelligente

Reform des Fernstudiums und ganz

allgemein die Schaffung von kreativen

Möglichkeiten der gemeinsamen

Formulierung von Antworten

auf die digitalen Herausforderungen

in Sachen beruflicher Karrieren.

Drei Prinzipien:

Auf allen Ebenen der Berufsbildung

müssen wir dabei zu kontinuierlichen

Verbesserungsprozessen kommen,

die sich hinsichtlich der Lernziele

an den modernen Wertschöpfungsnetzwerken

ausrichten und

die Möglichkeiten der Digitalisierung

nutzen, z.B. einmal erfasste

Inhalte in ein und demselben Informations-

bzw. Kommunikationssystem

zu vernetzen.

Drei Werkzeuge:

Drittens steht der Berufsbildung des

Stahlhandels das entscheidende Trio

an Werkzeugen zur Verfügung: ein

an kontinuierlicher Verbesserung

ausgerichtetes Qualitätsmanagement,

der handlungsorientierte

Deutschen Qualifikationsrahmen

mit seinen umfassenden Lernzielen

sowie eine Verbandsorganisation,

die wettbewerbsneutral aufgestellt

ist und so auch alle Complianceregeln

beachten kann.

Herr Böntgen, danke für das Ge -

spräch!

66 Stahlreport 1/2|17


Bereit für größere Aufgaben?

Fernstudium – in drei Jahren berufsbegleitend zum „Betriebswirt Stahlhandel (BDS)“

Der neue Jahrgang (21.) beginnt am 1. Juli 2017.

Argumente

z Staatlich zugelassener Studiengang

z Markenrechtlich geschützter Abschluss

z Orientiert am Europäischen und

Deutschen Qualifikationsrahmen

z Zertifizierter Anbieter

Inhalte

z Technik (Werkstoffe, Produkte,

Anarbeitung)

z Wirtschaft (Kaufmännische Kompetenz,

Führungskompetenz)

z Methoden (Selbst- und Sozialkompetenz)

Formen

z 27 Studienbriefe

z 3 Seminare

z 3 Prüfungen

z Studienarbeit

Für Auskünfte und Anmeldungen:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel (BDS AG)

Max-Planck-Straße 1 · 40237 Düsseldorf

Telefon: 02 11/8 64 97-0 · Telefax: 02 11/8 64 97-22

www.stahlhandel.com

fernstudium

Betriebswirt

Stahlhandel (BDS)


BDS-Berufsbildung

Seminare und sonstige (BDS-)Veranstaltungen

2017

Seminarthema Termin Tagungsort

Stahleinkauf (Seminar, Kooperation) 31.01.-01.02. Duisburg

Q & E- Tag 09.02. Düsseldorf

Ladungssicherung (Seminar) 07.-08.03. Lünen/Selm

Stahlkunde (Seminar) 22.-24.03. Dortmund

Betonstahl (Seminar) 27.-28.03. Kehl

Flachtag 30.03. Düsseldorf

Rohre (Seminar) 03.-05.04. Paderborn

Tagung der Kaufmännischen

Ausbildungsleiter (Kooperation) 26.-27.04. Achern/Offenburg

Schulung Compliance (nur für BDS-Mitglieder) 03.05. Hannover

Blankstahl (Seminar) 09.-10.05. Bietigheim-Bissingen

Stahleinkauf (Seminar, Kooperation) 16.-17.05. Duisburg

Schulung Compliance (nur für BDS-Mitglieder) 23.05. Duisburg

Werkstoff- und Produktkunde Lernteam 22.-24.05. Goslar

Schulung Compliance (nur für BDS-Mitglieder) 31.05. Merklingen/Ulm

Qualitäts- und Edelstahl (Seminar) 01.-02.06. Lüneburg

Stahlkunde (Seminar) 22.-24.08. Gröditz

Stahleinkauf (Seminar, Kooperation) 19.-20.09. Duisburg

Stahlhandelstag (Seminar) 28.09. Darmstadt

Rohre aus Edelstählen (Rohre III) (Seminar) 09.-10.10. Monschau

Nichtrostende Stähle (Seminar) 16.-17.10. Aachen

Stahlkunde (Seminar) 06.-08.12. Gengenbach

Diese Übersicht gibt den Stand der Planungen für Lernteam- und Seminarveranstaltungen

und zum Fernstudium sowie zu entsprechenden Kooperationen wieder.

Änderungen jeder Art sind vorbehalten, vor allem Ergänzungen. Über weitere Details sowie zu

den Anmeldemöglichkeiten informieren Sie sich bitte im Internet (www.stahlhandel.com) oder

wenden sich telefonisch bzw. elektronisch an den

BUNDESVERBAND DEUTSCHER STAHLHANDEL (BDS)

Max-Planck-Straße 1 · 40237 Düsseldorf

Telefon: 0211/86497-19 · Telefax: 0211/86497-22

E-MAIL: WYNANDS-BDS@STAHLHANDEL.COM

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