Stahlreport 2016.12

markushuneke

Das Magazin des Bundesverbands Deutscher Stahlhandel für die Stahldistribution

71. Jahrgang | Dezember 2016

STAHLREPORT

Das BDS-Magazin für die Stahldistribution

12|16

Bauen auf den Bau – gute Aussichten für 2017


Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Dipl.-Ing. Jochen Adams

Dr. rer. nat. Peter Drodten

Dipl.-Ing. Jochen Adams

Dr. rer. nat. Peter Drodten

1. Auflage

27. Auflage

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Ludwig Felser

Dipl.-Ing. Jochen Adams

Dr. rer. nat. Peter Drodten

Dipl.-Ing. Wolfgang Drodten

Starker Stahl

braucht

starke Bücher

Unverzichtbar im Arbeitsalltag –

BDS-Fachbücher

Herstellung und Anwendungsgebiete

Stahlrohre und Rohrzubehör

Dr. Axel Willauschus

Dr. Axel Willauschus

Stahlrohre und Rohrzubehör

Herstellung und Anwendungsgebiete

Format DIN A5 | veredeltes Softcover |

308 Seiten | 1. Auflage Nov. 2015 |

49,00 € zzgl. MwSt., Verpackung & Versand

Empfehlungen, Ausrüstung und Umsetzung

Ladungssicherung

im Stahlhandel

Recommendations, Equipment and Execution

Cargo Security

for Steel Distribution

Ludwig Felser

Ladungssicherung

im Stahlhandel

Empfehlungen, Ausrüstung und Umsetzung

Format DIN A4, dt./engl. | hochwertiges

Hardcover | 89 Seiten, 168 Abbildungen

1. Auflage – Sep. 2013 |

39,00 € zzgl. MwSt., Verpackung & Versand

Herstellung, Normung und Eigenschaften

Langerzeugnisse aus Stahl

Production, Standards and Properties

Long Products made of Steel

Dipl.-Ing. Jochen Adams,

Dr. rer. nat. Peter Drodten

Langerzeugnisse aus Stahl

Herstellung, Eigenschaften und

Prüfung

Format DIN A4, dt./engl. | hochwertiges

Hardcover | 128 Seiten, 99 Abbildungen

1. Auflage – Sep. 2013 | 119,00 €

zzgl. MwSt., Verpackung & Versand

Dr. Axel Willauschus

EN-Normen für Stahlrohre

und Rohrzubehör

Kommentar für den praxisorientierten

Anwender aus Handel und Industrie

Format DIN A5 | veredeltes Softcover

474 Seiten | 3. Auflage – Feb. 2008 |

39,00 € zzgl. MwSt., Verpackung & Versand

Ein material-, produkt- und anarbeitungskundliches

Nachschlagewerk für den Stahlhandel

Stahl-Lexikon

Manfred Feurer

Prof. Dr. Joachim Lueg

Heinz Schürmann

Manfred Feurer, Prof. Dr. Joachim Lueg,

Heinz Schürmann

Stahl-Lexikon

Eine Material-, Produkt- und

Anarbeitungskunde

Format DIN A5 | veredeltes Softcover |

339 Seiten, 75 Abbildungen | 27. Auflage –

Nov. 2009 | 49,00 € zzgl. MwSt.,

Verpackung & Versand

Prüfbescheinigungen nach

EN 10204 in der Praxis

Peter Henseler

1. Auflage

Peter Henseler

Prüfbescheinigungen nach

EN 10204 in der Praxis

Format DIN A5 | veredeltes Softcover |

ca. 100 Seiten | 1. Auflage – 2011 | 45,79 €

zzgl. MwSt., Verpackung & Versand

Herstellung, Eigenschaften und Prüfung

Flacherzeugnisse aus Stahl

Production, Properties and Testing

Flat Products made of Steel

Dipl.-Ing. Jochen Adams,

Dr. rer. nat. Peter Drodten

Flacherzeugnisse aus Stahl

Herstellung, Eigenschaften und Prüfung

Format DIN A4, dt./engl. | hochwertiges

Hardcover | 130 Seiten, 120 Abbildungen

1. Auflage – Dez. 2010 | 119,00 €

zzgl. MwSt., Verpackung & Versand

Herstellung, Eigenschaften und Verarbeitung

Edelstahl Rostfrei

Production, Properties and Processing

Stainless Steel

Dipl.-Ing. Jochen Adams, Dr. rer. nat. Peter

Drodten, Dipl.-Ing. Wolfgang Drodten

Edelstahl Rostfrei

Herstellung, Eigenschaften und

Verarbeitung

Format DIN A4, dt./engl. | hochwertiges

Hardcover | 144 Seiten, 104 Abbildungen

1. Auflage – Dez. 2009 | 99,00 €

zzgl. MwSt., Verpackung & Versand

Bestellen Sie per Telefax: 02 11/8 64 97-22 oder per E-Mail: info-BDS@stahlhandel.com

BDS AG – Bundesverband Deutscher Stahlhandel – www.stahlhandel.com


„Jahreswechsel 2016/2017:

durchatmen, dann durchstarten“

EDITORIAL

INHALT

Liebe Leserinnen und Leser,

für den Stahlhandel neigt sich

ein insgesamt positives Jahr dem

Ende zu. Nach unerwartet gestiegenen

Preisen in der ersten

Hälfte 2016 verzeichnet die

Branche zum Jahresende erneut

eine vielversprechende Entwicklung.

Das tut gut, nach den eher mäßigen Jahren der jüngsten Vergangenheit.

Hinzu kommt, dass eine der wichtigsten Abnehmerbranchen

des Stahlhandels im nächsten Jahr mit einem ordentlichen

Wachstum von rund 3 % rechnet: Die Baubranche. Gute Rahmenbedingungen

also, um die Feiertage genießen zu können.

Denn das nächste Jahr hat es in sich. Gleich zum Auftakt 2017

findet im Januar in München eine der weltweit bedeutendsten Messen

der Baubranche, die BAU 2017, statt (siehe Schwerpunkt S. 18).

Ebenfalls im Januar startet auch der BDS in das Veranstaltungsjahr

2017 und lädt am 12. Januar zum Betonstahltag nach Darmstadt

(siehe Schwerpunkt dazu ab S. 32).

Neben dem Betonstahltag stehen auch der Q&E-Tag am 9.2. (siehe

Vorschau S. 31), der Flachtag am 31.3. und der Höhepunkt der BDS-

Veranstaltungen im kommenden Jahr, der Stahlhandelstag 2017 am

28.9. ebenfalls in Darmstadt, auf dem Programm.

Nach vorne denken – dass die Stahlhandelsbranche diese Disziplin

beherrscht, zeigt unsere Rubrik Marktpartner ab S. 6. Dort

berichtet der Stahlreport u.a. über die Einweihung eines neuen Lagerstandorts

von Pader-Stahl, den Umzug der Nordwest-Handel-Zentrale

an einen neuen Standort (S. 8) und gibt ein Update zur Handelsplattform

#steel.online (S. 10).

Wie gewohnt liefert BDS-Bereichsleiter Jörg Feger die Statistik

zu den Absatzzahlen, diesmal für die ersten drei Quartale 2016.

Die Berufsbildung wird in Zukunft eine noch größere Bedeutung

bekommen, als sie sie jetzt schon hat. Die demografische Entwicklung

und sich rasant veränderndernde Anforderungen an Bildungsinhalte

machen die Berufsbildung wohl zu einem der wichtigsten strategischen

Themen. Was sich in der Berufsbildung des BDS tut und

welche Rahmenbedingungen es dabei zu beachten gilt, ist ab S. 26

in der Rubrik „BDS Berufsbildung“ zu lesen.

Bevor das nächste Jahr aber wieder die volle Aufmerksamkeit einfordert,

wünscht der Stahlreport friedvolle Feiertage und einen guten

Rutsch!

PERSÖNLICHES

4 Kurznachrichten

MARKTPARTNER

6 Pader-Stahl weiht neuen Lagerstandort ein

8 Nordwest Handel – Umzug in neuen Standort

10 #steel.online – Version 2.0 kurz vor dem Start

MESSEN UND MÄRKTE

18 Schwerpunkt BAU 2017

20 Schwerpunkt/Nachbericht Euroblech

BDS

24 Research: Spürbarer Bestandsabbau im September

26 Berufsbildung: Von Nominierten und Preisträgern

28 Berufsbildung: Zwischenprüfung geschafft

32 Kommunikation: Schwerpunkt Betonstahltag 2017

37 Recht: Vorläufiger Antidumpingzoll, u.v.m.

VERBÄNDE UND ORGANISATIONEN

40 BME-Symposium 2016

41 Baugewerbetag 2016

45 Jahrestagung STAHL 2016, u.v.m.

LIFESTEEL

46 Dünn gewickelt: Violinsaiten aus Stahl

Dr. Ludger Wolfgart

Chefredakteur Stahlreport

Markus Huneke

Redakteur Stahlreport

48 Nachgehakt: Jubilare der Richard Köstner AG

49 Impressum

50 Ketten schleppten Kähne

Stahlreport 12|16

3


Persönliches

Kurznachrichten

Foto: WV Stahl

Carsten Ewald

wird neuer Geschäftsführer der Interfer

Stahl GmbH, Bremen, wie die Stahldistributionsgruppe

Knauf Interfer SE mitgeteilt hat.

Ab Januar 2017 folgt

er auf Peter Böttcher,

der in den

Ruhestand geht.

Ewald ist derzeit

Prokurist bei der

Stahl- und Metallhandelsfirma

Union

Stahl Nord GmbH in

Hannover. Carsten

Ewald war schon

zuvor bis 2010 für die Knauf-Interfer-Gruppe

in Bremen tätig.

Hans Jürgen Kerkhoff

hat im November seinen 60. Geburtstag

gefeiert. Der Präsident der Wirtschaftsvereinigung

(WV) Stahl und Vorsitzende des Stahlinstituts

VDEh war zudem bereits im September

vom Vorstand der WV Stahl für weitere

vier Jahre in seinen Ämtern bestätigt worden.

Eines der wichtigsten Themen seiner bisherigen

Amtszeit war es, in politischen Entscheidungskreisen

gegenüber

der

Öffentlichkeit für die

Stahlindustrie für

mehr Gehör und

Akzeptanz einzutreten,

u.a. in den Diskussionen

um Energiewende

und

Emissionshandel.

Gunther Kegel

wird neuer Präsident des Verbands der Elektrotechnik,

Elektronik und Informationstechnik

e.V. (VDE). Der CEO von Pepperl+Fuchs

tritt zum 1.1.2017 für eine Amtszeit von zwei

Jahren die Nachfolge von Dr. Bruno Jacobfeuerborn,

CTO der Deutschen Telekom AG,

an. Jacobfeuerborn wird stellvertretender

VDE-Präsident. Dr. Martin Schumacher, Mitglied

des Vorstandes

der ABB AG Mannheim,

wird ebenfalls

stellvertretender

Präsident des Verbandes.

Neu im Präsidium ab

Januar 2017 sind Dr.

Reinhard Ploss, Vorstandsvorsitzender

Foto: Knauf Interfer

Foto: VDE

der Infineon Technologies AG, und Prof. Dr.

Hermann Eul, Privatinvestor im Silicon Valley,

vormals Corporate Vice President Intel

Corp. und Vorsitzender Geschäftsführer

Intel Deutschland GmbH.

Christophe Lautray

ist zum neuen Präsidenten der Europäischen

Vereinigung der Förder- und Lagertechnik

(Fédération Européenne de la Manutention,

FEM) gewählt worden. Der

Vertriebschef (CSO) von Linde Material

Handling ist auf Jan van der Helden, Vanderlande

Industries, gefolgt. Mit seiner Wahl

steht er in den kommenden zwei Jahren

einem Wirtschaftsverband vor, der rund

1.000 Unternehmen mit zirka 160.000 Mitarbeitern

repräsentiert. Lautray möchte

während seiner Amtszeit vor allem die

Attraktivität der Material-Handling-Industrie

weiter erhöhen, die

Internationalisierung

fördern und die Präsenz

hochrangiger

Führungskräfte bei

Kongressen und in

Arbeitsgruppen der

FEM erhöhen.

Außerdem strebt er

an, die Zusammenarbeit

mit dem

Dachverband der europäischen Investitionsgüterindustrie

(Orgalime) zu stärken.

Foto: LMH

Michael Pantelmann

wurde am 6. September 2016 zum neuen

Geschäftsführer der JORDAHL GmbH in Berlin

berufen. Im Rahmen seiner Tätigkeit bei

dem Befestigungs- und Bewehrungstechnikunternehmen

koordiniert er sowohl die Aktivitäten

in Deutschland als auch das internationale

Geschäft. Er hat die Nachfolge von

Moritz Gerke angetreten.

Josip Tomaserie

ist als Vice President und CPO der AGCO Corporation

stellvertretend für das gesamte

Unternehmen zusammen mit seinem Kooperationspartner

4flow mit dem Deutschen

Logistik-Preis 2016 der Bundesvereinigung

Logistik (BVL) ausgezeichnet worden. Mit dem

Projekt „AGCO Smart Logistics“ haben die

Preisträger einen innovativen Kooperationsansatz

innerhalb einer integrierten Supply-Chain-

Management-Lösung realisiert, so die Jury. Es

basiert auf der Grundidee der Zusammenfüh-

rung eines intelligenten Transportmanagements,

Lieferanten- und Risikomanagements

in einer zentralen Cloud-Lösung. AGCO und

4flow konnten mit dieser Lösung die Kosten in

der Inbound-Supply-Chain des Landmaschinenherstellers

in den vergangenen Jahren um

mehr als 25% reduzieren.

Cyrus P. Mistry

ist als Vorstandsvorsitzender der Beteiligungsgesellschaft

Tata Sons abgelöst worden.

Als Übergangsvorsitzender wurde der

frühere Konzernchef Ratan Tata (78)

bestellt. Mistry hatte Ende 2012 die Nachfolge

von Ratan Tata angetreten, als dieser

sich nach 21 Jahren an der Konzernspitze

zurückgezogen hatte. Mistry war der erste

Tata-Chef, der nicht aus der Eigentümerfamilie

stammte.

Michael Lütjann

ist in die Geschäftsführung von IMPERIAL

Logistics International B.V. & Co mit Hauptsitz

in Duisburg berufen worden. Seit

August 2015 Chief Information Officer (CIO)

des Unternehmens, wird er diese Position

ab 2017 für die Logistikdivision des Gesamtkonzerns

IMPERIAL Holdings Limited, Südafrika,

übernehmen. Die Division Imperial

Supply Chain Solutions

umfasst alle

Dienstleistungen in

den Bereichen Contract

Logistics, Contract

Manufacturing

und Warehousing für

die Branchen Automotive,

Maschinenund

Anlagenbau,

Stahl, Retail und

Consumer Goods sowie Chemie.

Andreas Müller

ist neuer Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands

Sanitär, Heizung, Klima (ZVSHK).

Der amtierende Vorstand des Verbands

unter Vize-Präsident

Friedrich Budde hat

stellvertretenden

Hauptgeschäftsführer

Andreas Müller

am 27. Oktober

2016 mit der Führung

der Amtsgeschäfte

des ZVSHK

betraut.

Foto: Imperial Logistics International

Foto: ZVSHK

4 Stahlreport 12|16


Robert Blackburn

übernimmt zum 1.1.2017 den Vorsitz der

Geschäftsführung der Hoffmann Group. Ziel

des neuen CEO sei es, die Unternehmensgruppe

national und international weiterzuentwickeln

und ins digitale Zeitalter zu führen.

Alexander Toumassian

verantwortet bei der SCHÄFER WERKE

GmbH seit September

2016 den

Geschäftsbereich

Lochbleche als

neuer Leiter Vertrieb.

Er folgt damit

auf Marcus Düber,

der intern als kaufmännischer

Geschäftsführer zur

Gesellschaft SCHÄ-

FER Sudex s.r.o. wechselt. Toumassian ist

innerhalb der Schäfer Werke bereits seit Juli

2015 als Bereichsleiter Vertrieb bei Schäfer

Streckmetall tätig. Durch seine neue Aufgabe

leitet er damit zwei Geschäftsbereiche

der Unternehmensgruppe.

Carl Martin Welcker

ist von der Mitgliederversammlung des Verbands

Deutscher Maschinen- und Anlagenbau

(VDMA) zum neuen Präsidenten

gewählt worden. Welcker ist geschäftsführender

Gesellschafter des Kölner Werkzeugmaschinenherstellers

Alfred H. Schütte

GmbH & Co KG. Er löst turnusgemäß Dr.

Reinhold Festge ab, der seit 2013 VDMA-

Präsident war. Zugleich wurde die Amtsperiode

des Präsidenten von drei auf vier Jahre

verlängert.

Jörg Hofmann

ist zum Präsidenten des Welt-Dachverbands

der Industriegewerkschaften IndustriAll

Global Union bestimmt worden. Die

Delegierten des Welt-Dachverbands hatten

Jörg Hofmann,

Erster Vorsitzender

der IG Metall,

Anfang Oktober in

Rio de Janeiro

gewählt. Die zunehmend

arbeitsteilige

und flexible Produktion

in der „globalen

Fabrik“ stelle

Foto: Hoffmann Group

Foto: Knauf Interfer

Atlas Copco

auch Gewerkschaften vor neue Herausforderungen.

Es werde deshalb immer wichtiger,

dass auch die Gewerkschaften ihre

globalen Aktivitäten intensivierten, um

Menschen-, Arbeitnehmer- und Gewerkschaftsrechte

wirksam zu verteidigen. Der

Welt-Dachverband der Industriegewerkschaften

IndustriAll Global Union wurde

2012 gegründet und vertritt rund 50 Mio.

Gewerkschaftsmitglieder aus 140 Ländern,

die in den Unternehmen der Metallund

Elektro-, Chemie- und Textilindustrie,

sowie dem Bergbau und der Energiebranche

beschäftigt sind.

Alex Bongaerts und

Jochem Kersjes

sind seit Anfang September Geschäftsführer

der deutschen Atlas Copco Holding und der

Atlas Copco Deutschland. Sie haben Piet

Ley abgelöst, der die Position seit 2012 inne

hatte. Der Belgier Bongaerts übernimmt in

dem schwedischen Industriekonzern die

Position des Direktors (Vice President) der

Holdings in Deutschland, Österreich und der

Schweiz. Jochem Kersjes ist als weiterer

Geschäftsführer der beiden deutschen Holdings

eingetragen.

Alex Bongaerts (l.) und Jochem Kersjes (r.)

Gerhard Schug

ist in diesem Jahr seit 25 Jahren Mitglied

des Bundesverbands Deutscher Stahlhandel

(BDS). Als Zeichen des Dankes für die

langjährige Treue der EHG Stahl Metall

Odelzhausen GmbH Unternehmens überreichte

BDS-Regionalbetreuer Bernhard

Röschlein Geschäftsführer Gerhard Schug

im November die dafür fällige Jubiläumsurkunde.

Die ehemalige SRH (Stahl- und Rohrhandel

GmbH) Odelzhausen wurde 1977 gründet.

Zunächst ausschließlich auf Stahlrohre

fokussiert, erweiterte sich das Produktportfolio

bald um Blank-, Qualitäts- und

Edelbaustahl. Der heutige Geschäftsführer

Gerhard Schug ist in dieser Position seit

Foto: BDS/Röschlein

BDS-Regionalbetreuer Bernhard Röschlein überreicht

EHG-Geschäftsführer Gerhard Schug die

eine Urkunde für 25 Jahre BDS-Mitgliedschaft.

Januar 2003 im Unternehmen. Zum damals

25-jährigen Firmenjubiläum beteiligte sich

der langjährige Mitarbeiter auch als Gesellschafter

an der SRH – und ist seitdem zum

Geschäftsführer bestellt. Im Februar 2005

dann stieg die EHG Dornbirn bei SRH mit

ein und übernahm die Mehrheitsanteile.

Heute sind bei EHG Odelzhausen 25 Mitarbeiter

beschäftigt, auf einem Firmengelände

von 7.000 m², mit einer Lagerfläche

von 4.000 m² und mit ca. 1.000 aktiven

Kunden. Zum Produktsortiment mit rund

4.000 t Vorratsmaterial in Odelzhausen

gehören Stahlrohre, Präzisionsstahlrohre,

Gewinderohre, Rechteck- und Vierkantrohre

sowie NE-Metalle, Träger, Stahlbleche,

Qualitäts- und Edelbaustähle in den

verschiedensten Sondergüten.

Einer der Hauptabnehmer ist die Automobilindustrie.

Daneben kommen die Kunden

auch aus dem Maschinen- sowie dem

Stahl- und Metallbau. Diverse Anarbeitungsmöglichkeiten,

wie Sägen, Strahlen

und Primern, galvanisch Verzinken und

Feuerverzinken, runden das Lieferspektrum

ab. Mit zwei eigenen und 30 weiteren

Lkw der EHG aus Dornbirn sowie externen

Speditionen werden die Abnehmer aus beiden

Standorten termingerecht mit insgesamt

über 30.000 t Vorratsmaterial beliefert.

Arndt Laßmann

hat bereits zum 1. August als neues Vorstandsmitglied

und Chief Financial Officer

bei der Wuppermann AG in Leverkusen die

Bereiche Finanz- und Rechnungswesen,

Steuern, Controlling und IT übernommen.

Der 54-Jährige war viele Jahre in der Automobilzulieferindustrie

und zuletzt bei der

Carl Daniel Peddinghaus GmbH, Ennepetal,

tätig.

Stahlreport 12|16

5


Marktpartner

Bericht

Die Pader-Stahl-Geschäftsführung Helmut Schwarzkopf (l.) und Michael Agethen.

Vollautomatische Hochregalanlage und Sägezentrum machen Prozesse effizienter

Pader-Stahl weiht neuen Lagerstandort ein

Raum ist in der kleinsten Hütte? Für den Stahlhandel gilt das eher nicht, eine effiziente Intralogistik

braucht angemessene Platzverhältnisse. Auch das ostwestfälische Stahlhandelsunternehmen

Pader-Stahl hat sich von dieser Maxime nicht leiten lassen – und in einen zweiten Lager- und Anarbeitungsstandort

investiert. Im November ist Standort Nummer Zwei nun offiziell eingeweiht worden.

Highlight dabei: Das Langgutlager von Fehr mit angeschlossenem Sägezentrum von Behringer.

Der Platz war zuletzt wirklich

knapp geworden am bisherigen Lagerstandort

von Pader-Stahl. Die 3.200-

m 2 -Halle ist dank der guten Geschäftsentwicklung

des jungen Unternehmens

wie aus allen Nähten geplatzt.

Lagervorgänge haben dadurch einen

nicht unerheblichen Zeitaufwand in

Anspruch genommen. So haben die

beiden Inhaber und Geschäftsführer,

Helmut Schwarzkopf und Michael

Agethen, vor zwei Jahren beschlossen,

in neue Kapazitäten zu investieren.

Mit einem befreundeten Steuerberater

im Jahre 2000 gegründet, hat

sich die Pader-Stahl Handels-GmbH

mittlerweile zu einem erfolgreichen

Stahlhandelsunternehmen mit 30 Mitarbeitern

und rund 1.000 Kunden aus

Industrie, Handwerk, Metall- und

Maschinenbau entwickelt.

Der neue Lager- und Anarbeitungsstandort

befindet sich in unmittelbarer

Nähe des bisherigen Firmensitzes

im Süden Paderborns. Einen

Steinwurf weit vom Haupthaus entfernt

hat Pader-Stahl ab Januar 2016

einen 3.250 m 2 großen, zweiten Standort

errichtet und Anfang Juli planmäßig

in Betrieb genommen.

Neues Herzstück des Unternehmens

ist neben der Halle selbst vor

allem die enthaltene Anarbeitungstechnik.

Das vollautomatische Hochregallager

des Schweizer Herstellers

Fehr ermöglicht im Zusammenspiel

mit dem Geradschnitt-Bandsägeautomaten

von Behringer eine deutlich

effizientere und zeitreduzierte Bearbeitung

und Abwicklung.

Musste früher das Material

manuell entnommen und zum Sägen

transportiert werden, übernimmt

diese Aufgabe heute das neue Langgut-Hochregallager

von Fehr. Vollautomatisch

steuert das Hochregalbediengerät

die insgesamt 1.500

Lagerkassetten an, die max. je 3 t

Tragekapazität und 6 m Lagergutlänge

aufnehmen, und transportiert

das Material zum Sägezentrum.

Der Zeitaufwand der Mitarbeiter hat

sich dadurch erheblich reduziert,

von einer ganztägigen Beschäftigung

mit Lagervorgängen auf wenige definierte

Stunden – wertvolle Zeit, in

der sich die Mitarbeiter nun um

andere Dinge im Unternehmen kümmern

können.

Echtzeit-Zugriff auf

realen Lagerbestand

Dass die kleinsten Dinge bei solchen

Projekten mitunter die größte Aufmerksamkeit

verlangen, hat sich auch

im Vorfeld bei der Konzeptionierung

des neuen Pader-Stahl-Lagers gezeigt.

Zusammen mit Hersteller Fehr und

dem Softwarehaus Ott Computer

GmbH habe die Entwicklung und

Anpassung der Software an die

Bedürfnisse des Stahlhandelshauses

in Paderborn die im Verhältnis meiste

Zeit in Anspruch genommen, erzählt

Helmut Schwarzkopf.

Doch die Arbeit hat sich gelohnt.

Pader-Stahl verfügt nun über eine

6 Stahlreport 12|16


Für die interne Logistik des Materials,

für die Ein- und Auslagerung

sowie für den Transport zu den

Sägen sorgen Magnetkrane von

Scheffer, u.a. ein individuell angepasster,

freitragender Pendelkran.

Dieser ermöglicht die direkte Beschickung

der Behringer-Sägeanlage

unabhängig von der Position der auf

die gesamte Halle ausgelegten, weiteren

Magnetkrananlage.

Fotos: Pader-Stahl

Software, die die Materialbewegungen

sofort im System verbucht. Der

tatsächliche Lagerbestand ist direkt

in Echtzeit zu sehen – und nicht erst

zu einem späteren Zeitpunkt, z.B.

nachts, wenn die Bestandänderungen

eingebucht werden.

Unmittelbar an das Lager angeschlossen

ist der neue Geradschnitt-

Neben der Hochregalanlage hat

Pader-Stahl auch in eine neue

Behringer Bandsägeanlage investiert.

Bandsägeautomat von Behringer. Der

Sägeautomat vom Typ HBE 511 Dynamic

schneidet Material bis 500 mm

Durchmesser und arbeitet wie das

Lagersystem vollautomatisch. Den

Maschinenpark ergänzen weitere vier

CNC-gesteuerte Sägeautomaten (Doppelgehrungs-

und Geradschnitt-Sägeanlagen).

Breites Lagerprogramm

Das Pader-Stahl-Angebot umfasst

Walzstahl, Rohre und Flachprodukte

sowie Qualitäts- und Blankstahl.

Daneben gehört auch Edelstahl

sowie Aluminium und Buntmetall

zum Programm. Kunden können

weiterhin auf Gitterroste, Schiebetor-

und Schienenlaufwerke sowie

auf ein Geländersortiment zurückgreifen.

Der Anarbeitungsservice um -

fasst präzise Serienzuschnitte (bis

500 x 500 mm). Zusammen mit Partnerunternehmen

sind auch Blechzuschnitte

und -abkantungen sowie

Feuerverzinkungen möglich. 2

[ Kontakt ]

Pader Stahl

Handels GmbH

33106 Paderborn

+49 5251 877270

info@pader-stahl.de

www.pader-stahl.de

Gitterträgerfertigung

flexibel und just-in-time

VGA Versa – unser Know-how

ist ihr Vorteil!

Die VGA Versa dient der flexiblen Fertigung von

Gitterträgern und produziert Ihre Aufträge

just-in-time und vollautomatisch. Die Anlage

bietet zudem automatische Höhenverstellung

der Gitterträger sowie eine optimale Integration

in Ihr Fertigungskonzept.

Progress Maschinen & Automation AG

Julius-Durst-Str. 100

I-39042 Brixen

Tel. +39 0472 979 100

info@progress-m.com

www.progress-m.com


Marktpartner

Bericht/Nachricht

Die neue Firmenzentrale

der Nordwest

Handel AG in Dortmund

– in einem historisch

stahllastigen

Umfeld

Auf welche Ziele sich Nordwest konzentriert

Aufbruch

„Aufbruch“ – Nordwest-Vorstand Jörg Simon verwendet selbst diesen dynamischen Begriff ganz

gelassen. Unaufgeregtheit gehört auch dann zu den Markenzeichen des Managers, wenn er auf

die spannenden Ziele zu sprechen kommt, die sich die Verbundgruppe für die nächste Zeit gesetzt

oder die sie schon erreicht hat. Aufregung schadet schließlich nur der Konzentration.

Und die war dringend erforderlich,

als die NORDWEST Handel

AG im September vom alten Standort

in Hagen an einem einzigen

Wochenende in den Dortmunder

Neubau umgezogen ist – mit immerhin

320 Mitarbeitern. Dieser Aufbruch

jedenfalls ist geschafft, und

Jörg Simon überlässt es bescheiden

seinen Gesprächspartnern, den Ver-

gleich zu prominent gescheiterten

Großprojekten in anderen Metropolen

der Republik zu ziehen. Nur

einen Hinweis kann sich der „Zahlenmensch“,

wie sich der für die Ressorts

„Stahl/Finanzen/Administration“

Zuständige selber bezeichnet,

mit Blick auf Neubau und Umzug

nun doch nicht verkneifen: „20,2

Millionen Euro waren 2012 geplant,

20,2 Millionen Euro sind 2016 eingehalten

worden.“

Das lässt die Zuhörer nur um so

aufmerksamer lauschen, wenn Jörg

Simon von seinem nächsten großen

Ziel spricht: die Bezugsquote der

angeschlossenen Handelshäuser zu

erhöhen, also den Nordwest-Anteil

an deren Geschäften. Dafür brauche

er ein Team – wie beim Umzug. Und

Fotos, 4: Nordwest

Jörg Simon, bei Nordwest Vorstand für

Stahl/Finanzen/Administration

Für Nordwest an prominenter Stelle in Sa -

chen Stahl unterwegs: Christopher Rüther …

… und Bernd Estermann.

8 Stahlreport 12|16


Kurzporträt in Zahlen

damit sind vor allem Christopher

Rüther sowie Bernd Estermann im

Gespräch, die mit ihrem Team für das

nun Dortmunder Unternehmen in

Sachen Stahl in Führungspositionen

unterwegs sind; neuerdings übrigens

viel in Polen, wo es seit kurzem

eine Kooperation mit der European

Steel Group Polska (ESG) gibt. Ihr

gehören elf Großhändler an, die für

ein Jahresvolumen von immerhin

700.000 t Stahl stehen.

Genauso gut hätte er vom Lernen

sprechen können, denn auch das

gehört zum Credo des Jörg Simon:

durch Berufsbildung Karrieren und

damit den Unternehmenserfolg fördern.

22 Auszubildende hat Nordwest

derzeit. Doch für das Team der

Verbundgruppe ist dies nur ein

Aspekt des Themas. Lernen will es

Die Nordwest Handel AG stand im vergangenen Jahr mit ihren über 300

Mitarbeitern für ein Geschäftsvolumen von rund 2 Mrd. €. Unter dem

Dach des Konzerns arbeiteten 2015 mehr als 900 spezialisierte Fachhandelspartner

mit etwa 1.800 Lieferanten zusammen. Das Ergebnis: Über

das Zentrallager der Gruppe waren mehr als 140.000 Artikel zu beziehen.

Sie stehen für vier Geschäftsbereiche: Stahl mit einem Geschäftsvolumen

von etwa 800 Mio. €, den baunahen Sektor in ähnlicher Größenordnung

und die Haustechnik mit annähernd 300 Mio. €. Hinzu kommen

Services, die ein Geschäftsvolumen von ca. 100 Mio. € repräsentieren.

z.B. auch durch eine in diesen

Wochen gestartete Umfrage bei den

angeschlossenen Handelspartnern.

Was die vom nächsten Jahr erwarten,

wollen die Dortmunder wissen

– um daraus Schlussfolgerungen für

das eigene Handeln zu ziehen. 2017

nur als Fortsetzung von 2016 zu

sehen, davon hält der Vorstand nicht

viel. Auch deshalb forciert er mit

Nachdruck die entwickelten E-Shop-

Lösungen, mit der die ersten Handelspartner

bereits live gehen.

Diese modernen Zeiten, für die

auch Nordwest stehen will, sind im

Übrigen keineswegs von der Vergangenheit

losgelöst. Das macht

exemplarisch der neue Standort auf

dem ehemaligen Industriegelände

„Phoenix West“ im Dortmunder

Süden deutlich. Dort stehen noch

viele historische Zeugnisse der Herstellung

von Stahl, der in modernen

Produktformen das heutige Domizil

von Nordwest prägt – vom sichtbaren

Träger in dem demnächst zu

eröffnenden Show-Room bis zu den

Laibungen der Wendeltreppe im

Foyer. Es geht Jörg Simon nicht um

Brüche, Aufbruch ist sein Thema.2

[ Kontakt ]

Nordwest Handel AG

44263 Dortmund

+49 231 22223001

info@nordwest.com

www.nordwest.com

Nachrüstung von Produktionskranen

Krananalyse in Echtzeit

Die Lech-Stahl Veredelung GmbH

(LSV) der Max-Aicher-Stiftung rüstet 26

bestehende Krananlagen mit Demag Status-

Control aus. Damit überwacht der Spezialist

für Blankstahl zukünftig alle Produktionskrane

an den zwei Fertigungsstandorten.

ein hohes Maß an Prozesssicherheit. Darüber

hinaus bietet es universelle Einsatzmöglichkeiten.

Mit StatusControl lassen sich sowohl

schützgesteuerte Anlagen wie auch Krane

und Hebezeuge mit Prozessorsteuerung

nachrüsten – und das herstellerunabhängig.“

Die 26 Einträger-Laufkrane der LSV sind

installiert in den Werken Landsberg und

Oberndorf und werden eingesetzt für den

innerbetrieblichen Transport entlang der

Produktionskette. Die Krane mit einer Tragfähigkeit

von 5 bis 10 t wurden dem Aufbau

der beiden Werke entsprechend zwischen

1985 und 2015 installiert und in Betrieb

genommen. Dementsprechend sind die

Krane mit unterschiedlichen Generationen

der Steuerungstechnik ausgestattet.

Carolin Paulus, Vice President Global Services

& Marketing, bei Terex Material Handling:

„Mit einer zuverlässigen Anlagenkontrolle

in Echtzeit bietet Demag StatusControl

In dem Installationspaket der Lech-Stahl

Veredelung ist die Nachrüstung der Krananlagen

mit GSM-Modulen enthalten. Die aktuellen

Betriebsdaten und Statusmeldungen

werden am Kran erfasst und drahtlos übertragen.

Die systemeigene Software interpretiert

die Daten und zeigt diese schnell

erfassbar in einer Ampel-Systematik an.

Diese Daten sind sowohl über stationäre

Rechner wie auch über mobile Endgeräte

jederzeit abrufbar. Bei Statusänderungen

werden die Nutzer von StatusControl sofort

per Push-Nachricht informiert.

Foto: Terex Material Handling

Krananalyse in Echtzeit: Die Lech-Stahl

Veredelung GmbH setzt Demag StatusControl

zur Überwachung von 24 Kranen am Standort

Landsberg ein.

Die Krandaten werden zukünftig vom

Instandhaltungspersonal in individuell festlegbaren

Intervallen abgerufen, zusätzlich

liest der Demag Service die ermittelten

Werte aus - auch um vor den halbjährlichen

Wartungen die entsprechenden Ersatzteile

proaktiv anbieten zu können.

Stahlreport 12|16

9


Marktpartner

Bericht

#steel.online startet in Kürze Version 2.0

Oder online handeln?

Vor knapp zwei Jahren ist die Handelsplattform Netzwerk-Stahl – von der Branche gespannt

verfolgt – an den Start gegangen. Gerade erst ist die neue Version 1.10 des inzwischen aus

Internationalisierungsgründen in #steel.online umbenannten Portals online gegangen.

Zeit, um einmal zu fragen: Wie läuft’s?

Handelsportale wie #steel.online

oder ähnlich gelagerte Lösungen

anderer Anbieter werden in der Branche

gegenwärtig viel diskutiert. Es

geht dabei letztlich um die Frage, ob

und wie sich Beschaffungs- und Vertriebsstrukturen

automatisieren lassen.

Im Vordergrund steht nicht nur

die Geschwindigkeit. Greifbar nahe

scheint auch, Digitalisierung und

Vernetzung sei Dank, den bisherigen

Aufwand sowohl vertriebsseitig als

auch auf Seiten der Beschaffung

reduzieren zu können – bei gleichzeitiger

Verbesserung der Prozessqualität.

Egal, ob gewagtes Experiment,

vermeintlich verrückte Idee oder

realistisches Projekt – hinter

#steel.online steckt in jedem Fall

eine Menge Know-how, konzeptionelles,

langfristig orientiertes Denken

und am Ende eine Menge Arbeit.

Im Vor-Ort-Gespräch hat der STAHL-

REPORT mit Ralf Niemeier,

Geschäftsführer der betreibenden

MONTANSTAHL GmbH und Kopf

hinter #steel.online, über den aktuellen

Stand des Projekts gesprochen

– und die wichtigsten Entwicklungen

zusammengefasst.

Was kann die Plattform?

#steel.online ist eine „Matchmaking“-Plattform,

welche die Nachfrage

nach Stahlprodukten mit den

bestmöglich passenden Angeboten

zusammenbringen will. Dabei ist

#steel.online breit aufgestellt. Das

Handelsportal bietet bzw. vermittelt

das gesamte üblicherweise in der

Stahldistribution verfügbare Produktspektrum

– von Trägern und

Profilen über Bleche, Stäbe und

Rohre bis hin zu Coils und Spaltband.

Auch über den „nackten“ Werkstoff

hinaus bildet #steel.online das

gängige Produktspektrum des Stahlhandels

ab – durch die Einbindung

vieler Handelsunternehmen aber,

jedenfalls nominell, tatsächlich mit

einem nahezu kompletten Sortimentsspektrum.

Mittels des #steel.online-Konfigurators

haben Stahlverbraucher eine

große Flexibilität in der individuellen

Gestaltung ihrer Anfrage. Mit

ihm können Kunden alle gängigen

Parameter einer üblichen Anfrage

im Stahlhandel abfragen bzw. konfigurieren:

von der Anarbeitung

(Sägen, Oberflächenbehandlung,

etc.) über benötigte Zeugnisse, Verpackung,

Fracht- und Entladungsarten,

Zahlungsmodalitäten oder für

eventuell beim Lieferanten erforderliche

Zertifikate. So können Kunden

ein feuerverzinktes Blech in S235JR

mit Werkszeugnis und Ursprungs -

zertifikat, passendem Zuschnitt und

gewünschter Zulieferungsart in

wenigen Sekunden definieren und

als Bedarf an den Handel versenden.

Darüber hinaus können auch

technische Zeichnungen auf die Plattform

hochgeladen werden – anhand

derer Stücklisten erstellt werden –

oder gleich die Stückliste selbst. Einmal

über das Portal getätigte Anfra-

10 Stahlreport 12|16


gen können weiterhin als Vorlage

gespeichert und erneut abgerufen

werden, entweder in gleicher Konfiguration

oder für eine neue Anfrage

geändert.

Was ist der aktuelle Status

des Projekts?

#steel.online richtet sich an den Stahlhandel

und an Stahlverbraucher im

gesamteuropäischen Raum. Gegenwärtig,

diese Information veröffentlicht

der Betreiber auch auf der Portalseite

www.steel.online, können

Absatzgebiete in 28 Ländern der EU

gebucht werden. Derzeit sind knapp

über 1.000 Stahlhändler und beinahe

10.000 Stahlverbraucher auf der Plattform

angemeldet. Sprachbarrieren

soll es für Nutzer der Plattform dabei

weitgehend nicht mehr geben.

#steel.online ist in insgesamt acht

Sprachen verfügbar (neben Deutsch

und Englisch u.a. auch in Spanisch,

Italienisch, Polnisch und Russisch).

Die Menge der Anfragen hat nach

Auskunft des Betreibers seit Start

des Portals stetig zugenommen. Gut

sehen dabei Niemeier zufolge sowohl

Anfragen kleinlosiger Bedarfe als

auch Anfragen für großvolumige

Bedarfe am anderen Ende des Spektrums

aus. Doch auch die Zahl mittelgroßer

Anfragen, bei denen es um

etwa 1 bis 15 t Bedarfsvolumen geht

– die eigentlich interessante Masse

an Anfragen – wachsen Niemeier

zufolge stetig.

Anfang 2017 soll die nächste Portalversion

2.0 gelauncht werden.

Neben weiter verbesserter Benutzerfreundlichkeit

kommt dann auch

die insbesondere von mittleren und

großen Verbrauchern geforderte

Schnittstelle, die laut Niemeier auch

vom Handel zur Bewältigung der

inzwischen monatlich deutlich vierstelligen

Bedarfsanfragen verlangt

werde.

Vorteile für den Handel

Ein Ziel des Portals ist, Stahlhandelsunternehmen

neue Absatzgebiete

zu erschließen – ohne, dass

die Unternehmen dafür viel Zeit-,

Personal- und Kostenaufwand investieren

müssten. Handelsunternehmen

können auf einer digitalen Karte

im Portal kostenpflichtig angestammte

oder neue„Gebiete“ buchen

und so als Lieferant gezielt auftreten,

um gefiltert über Einstellungen

– je nach Wunsch und Ziel – entweder

für das ganze Sortiment oder

auch nur einzelne Produktgruppen

Bedarfsmeldungen zu empfangen.

Gefiltert werden können z. B. Kundengruppen,

Produkte, Werkstoffe

oder auch ein Anspruch an die Mindestmenge.

Nur wenn eine Anfrage

alle Filterbedingungen erfüllt, wird

ein Händler überhaupt erst als Lieferant

aufgeführt und damit auswählbar.

Erhält ein Händler Bedarfsmeldungen

über das Portal, ist es dem

Unternehmen überlassen, die Preise

entweder elektronisch im Portal

abzugeben oder sie über die eigenen

Systeme an den Nachfrager mitzuteilen.

Händlern sollen in Zukunft auch

statistische Auswertungen zur Verfügung

stehen. Damit sollen sehr

detaillierte Aussagen über die Wertigkeit

von Absatzgebieten möglich

sein – bis hin zu Aussagen zur Performance

einzelner Produktgruppen

für ausgewählte Absatzgebiete.

Vorteile für Einkäufer

Vereinfachung, Vereinfachung, Vereinfachung

– so lautet einer der wichtigsten

Vorteile des Portals für Stahleinkäufer.

Denn der muss sich nicht

Händler können auf #steel.online „Gebiete“ buchen und detailliert konfigurieren, was

und wie sie dort anbieten.

Für Anfragen steht auf #steel.online ein Konfigurator bereit, mit dem die

Anfrage-Parameter detailliert und umfassend eingestellt werden können.

Stahlreport 12|16

11


Marktpartner

Bericht/Nachrichten

mehr selbst aufwändig darum bemühen,

einen Überblick über die vorhandenen

Anbieter zu bekommen.

Das erledigt das Portal für ihn, passend

auf seine individuelle Anfrage.

Ein weiterer Vorteil für Einkäufer

liegt ebenfalls auf der Hand: die

höhere Geschwindigkeit der Anfrageerstellung.

Ist die Bedienung des

Portals einmal zur Routine geworden,

können Anfragen darüber sehr

schnell und ohne hohen Arbeitsaufwand

und nur an die passenden

Anbieter übermittelt werden.

Dabei kann der Stahlverbraucher

die herausgefilterten Anbieter

komplett übernehmen, einzelne aus

der Liste abwählen oder sogar eigene

Anbieter hinzufügen – etwa in dem

Fall, dass der eigene Stammhändler

nicht in der Vorschlagsliste des Portals

auftaucht, aber dennoch berücksichtigt

werden soll.

Eingehende Angebote sind für

Einkäufer zudem einheitlich strukturiert

und können miteinander verglichen

werden. Allerdings haben

Händler bei der Angebotserstellung

eine Wahlmöglichkeit: Sie können

eine Anfrage entweder im System

beantworten oder über die gewohnten

Kommunikationskanäle am Portal

vorbei.

Auch eventuelle Nachverhandlungen

können Einkäufer dabei

sowohl über das System als auch am

System vorbei führen.

Wie wird sich

das Portal entwickeln?

#steel.online befindet sich, so Niemeier,

im Dauer-Optimierungsprozess

– das Portal wird ständig an

vielen Stellen umgebaut, neu designed

und ergänzt. Es sollen stetig weitere

Produktgattungen hinzukommen

sowie Module, die den Prozess

des Kaufens und Verkaufens von

Stahl noch weiter erleichtern sollen.

Eine zukünftige Version 3.0 des

Portals soll Händlern die datenbasierte

und weitgehend automatische

kundenindividuelle Kalkulation eingehender

Anfragen ermöglichen.

Der ganze Angebotsprozess soll auf

Handelsseite somit effizienter werden.

Angebote sollen schneller

erstellt werden können, Entscheidungen

fundierter getroffen werden

können.

Weiterhin könnte es in Zukunft

möglich sein, eigene ERP- und

Warenwirtschaftssysteme per

Schnittstelle an das Portal anzubinden.

So könnten z. B. auf Verbraucherseite

Bestellungen direkt aus

CAD-Programmen heraus ausgelöst

werden, ohne die Informationen noch

manuell über die Weboberfläche des

Portals eingeben zu müssen. Niemeier

zufolge werden Gespräche in

dieser Richtung mit entsprechenden

Softwareherstellern aktuell

geführt.

Auf Händlerseite würde eine

Schnittstellenanbindung die

Geschwindigkeit einer automatisierten

Anfrage/Angebotsabwicklung

nochmal steigern. 2

[ Kontakt ]

MONTANSTAHL GmbH

Albert-Einstein-Straße 9

59302 Oelde

+49 2522 9003999

support@steel.online

www.steel.online

Einheitlicher Marktauftritt

VRW Metallhandel heißt jetzt Weinmann Aach Schwäbisch Gmünd

Das Stahlhandelsunternehmen VRW

Metallhandel führt nun den in der Branche

gut bekannten Namen der Muttergesellschaft

Weinmann Aach AG und firmiert

fortan unter dem Namen Weinmann Aach

Schwäbisch Gmünd GmbH. So werde die

enge Zusammenarbeit beider Unternehmen

auch nach außen hin dokumentiert, hieß es

in einer Mitteilung der Gruppe. Die Weinmann-Aach-AG-Gruppe

hatte die VRW

Metallhandel GmbH im Januar 2015 übernommen

und als Tochterunternehmen unter

dem bisherigen Firmennamen weitergeführt.

Gemeinsame Führung: Die Vorstände der AG und Geschäftsführer der GmbH (v.l.): Gebhard Strähler,

Sascha Rauter, Fritz Weinmann und Simon Schultz

Die enge Verflechtung beider Unternehmen

zeigt sich auch in der gemeinsamen

Geschäftsführung. Die Vorstände der Weinmann

Aach AG – Fritz Weinmann, Sascha

Rauter, Simon Schultz und Gebhard Strähler

– sind nun auch gleichzeitig die Geschäftsführer

von Weinmann Aach Schwäbisch

Gmünd. „Die Programme beider Unternehmen

ergänzen sich optimal. In der Summe

steht unseren Kunden eines der bestsortierten

Werkstofflager in Süddeutschland zu

Verfügung. Heute bestellt, Morgen geliefert

– dieser hohe Anspruch gilt zukünftig für

beide Häuser. Dies ist möglich durch einen

mehrmaligen täglichen Warenaustausch

zwischen unseren Betrieben in Dornstetten

und Schwäbisch Gmünd“, so Fritz Weinmann,

Vorstand und Geschäftsführer.

Foto: Weinmann Aach

12 Stahlreport 12|16


Weltrekord: 500 mm dicke Brammen

Neue Zweistrang-Vertikal-Gießanlage setzt Maßstäbe

Mit der Inbetriebnahme der Zweistrang-Vertikal-Gießanlage

CC6 haben die

AG der Dillinger Hüttenwerke (Dillinger) und

die SMS group neue Maßstäbe in der

Techno logie der Herstellung hochwertiger

Stranggussbrammen bis zu einer Dicke von

500 mm gesetzt.

Mit dem einzigartigen CC6-Konzept einer

ausschließlich vertikalen Anlage zur Erzeugung

von Dickbrammen für anspruchsvolle

Grobblech spezifikationen eröffnen sich dem

Stahlhersteller zufolge neue Möglichkeiten

im Güte- und Qualitätsspektrum, weil das

Biegen und Richten der Bramme im Produktionsprozess

entfällt. Die dafür in Stranggießanlagen

erstmalig eingesetzte SMS-

Technologie der Treiberfahrweise „Neutrale

Faser“ erlaubt es Dillinger erstmals, nun

auch solche Stahlsorten kontinuierlich im

vertikalen Strang vollautomatisch abzugießen,

die bisher nur über die aufwändige

Blockgussroute erzeugt werden konnten. Mit

dem Konzept sei es der SMS group und Dillinger

gelungen, sich weltweit an die Spitze

des technologischen Fortschritts zu setzen.

Die ersten Monate nach der erfolgreichen

Inbetriebnahme der Zweistrang-Vertikal-

Gießanlage CC6 im Oktober 2015 haben

bereits die hohen Erwartungen an Produktqualität

und Technologiestabilität bestätigt.

U.a. wurde auch ein neuer Brammenweltrekord

aufgestellt. Die weltweit größten und

schwersten Brammen mit 500 mm Dicke

Foto: SMS group

Stolz auf den Weltrekord – Brammen mit einer

Dicke von 500 mm (v.l.n.r.): Stefan Logsch,

Gesamt-Projektleiter, SMS group GmbH;

Dr. Ralf Bruckhaus, Leiter Stahlwerk, AG der

Dillinger Hüttenwerke und Lothar Schaps, Projektleiter

Elektrik und Automation, SMS group GmbH.

und Stück gewichten von über 90 t verdeutlichten

die neuen Dimen sionen, die sich Dillinger

damit eröffnen, so das Unternehmen.

Konzentration auf das Kerngeschäft

Benteler verkauft Engineering-Sparte

Benteler und Altran haben einen

Kaufvertrag für das Engineering-Business

von Benteler unterzeichnet. Die Entscheidung

für den Verkauf von Benteler Engineering

an die französische Altran-Gruppe

sei das Ergebnis einer umfassenden Analyse

des Geschäftsportfolios von Benteler,

teilte das Unternehmen mit. Der Verkauf

ermögliche es Benteler, sich auf das Kerngeschäft

in den Bereichen Automotive,

Steel/Tube und Distribution zu konzentrieren.

Benteler Engineering bietet Dienstleistungen

entlang des gesamten Produktentstehungsprozesses

einschließlich Projektmanagement,

Qualitätsmanagement und

Produktdatenmanagement. Mit Altran

werde Benteler Engineering Teil eines

Unternehmens, das auf Ingenieursdienstleistungen

fokussiert ist und somit ein besseres

Geschäftsumfeld sowie eine solide

Grundlage für Wachstum bei Projekten bieten

könne.

„Benteler Engineering wird uns dabei helfen,

unsere Aktivitäten weiter zu lokalisieren

und zu entwickeln. Auf dem sehr wettbewerbsintensiven

deutschen

Automobilmarkt verleiht diese Übernahme

unserem Unternehmen bedeutende strategische

und operative Impulse und gibt uns

die Möglichkeit, unsere bestehenden Kunden

weiter zu bedienen und Partnerschaften

mit Neukunden einzugehen“, sagte

Dominique Cerutti, Chairman und CEO der

Altran-Gruppe.

Der Verkauf steht unter dem Vorbehalt der

Genehmigung durch das Bundeskartellamt.

Kaltwalzwerk in Benrath jetzt geschlossen

Der finnische Stahlkonzern Outokumpu hat den Standort Düsseldorf-Benrath im September

endgültig stillgelegt. Die Produktion ist in das Kaltwalzwerk des Unternehmens nach

Krefeld verlagert worden. Die Anlaufphase der Produktion in Krefeld sei planmäßig fortgeschritten

und habe nun den Status erreicht, in dem die Verlagerung der Produktion von

Benrath nach Krefeld abgeschlossen werden konnte. Die Schließung des Benrather Werkes

folgte auf die Vollendung des Investitionsprojekts NIFO (Nirosta-Ferrit-Optimierung). Seit

dem Start im Jahr 2014 wurden 108 Mio. € in das Projekt investiert. Der Ausbau der Produktion

von ferritischem Edelstahl in Krefeld umfasste den Bau einer neuen Beiz- und

Blankglühanlage, einer neuen Haubenglühanlage sowie verschiedene Maßnahmen zum

Hochrüsten der Kaltwalz- und Dressieranlagen.

Produktion und Handel

laufen normal weiter

Ostermann-Gruppe

ist insolvent

Das Amtsgericht Siegen hat über

das Vermögen der Ostermann GmbH, der

Ostermann Rohr- und Metalltechnik

GmbH sowie der Ostermann Metall- und

Rohrtechnik GmbH aus Attendorn jeweils

das Insolvenzantragsverfahren eröffnet.

Die Unternehmen bilden zusammen die

Ostermann-Gruppe. Die Unternehmensgruppe

ist seit mehr als 20 Jahren in der

Rohr- und Metallbearbeitung etabliert. Die

Kernkompetenz liegt in der Be- und Verarbeitung

von Rohren im Bereich der Prozess-

und Verfahrenstechnik.

„Die Ostermann-Gruppe ist durch eine

größere Investition im Rahmen eines

Umzugs in Liquiditätsschwierigkeiten

geraten und kann diese aus eigener Kraft

nicht mehr lösen“, so die vorläufige Insolvenzverwalterin

Nada Nasser, Kanzlei

Kreplin & Partner.

Von der Insolvenz sind insgesamt 55

Arbeitnehmer betroffen. Produktion und

Handel liefen normal weiter, die Belieferung

der Kunden sei sichergestellt, hieß

es. Das Geschäft der Unternehmen sei

zudem generell stabil.

Der Geschäftsbetrieb soll nun im Rahmen

einer übertragenden Sanierung veräußert

werden.

Stahlreport 12|16

13


Marktpartner

Berichte

Foto: BDS/mh

Rund 110 Teilnehmer

haben sich auf

dem Oberflächentechnik-Workshop

von Ervin Amasteel

darüber informiert,

worauf beim Strahlmitteleinsatz

zu achten

ist.

Ervin-Workshop Oberflächentechnik

Strahlprozess feinjustiert

Für die Oberflächenbearbeitung von Blechen, Rohren und Profilen ist das Strahlen oft die

Technologie der Wahl, z.B. mittels einer Rollenbahnanlage. Das Know-how dieses

Bearbeitungsprozesses konzentriert sich dabei nicht nur auf die Anlage selbst. Auch im

Strahlmittel steckt ganz spezifische Technologie – die ihre Wirkung jedoch nur dann voll

entfalten kann, wenn Anlage, Strahlmittel und Anwendung optimal aufeinander abgestimmt

sind. Worauf es dabei ankommt, hat ein Workshop des Strahlmittelherstellers Ervin Amasteel

Ende Oktober im österreichischen Reichersberg aufgezeigt.

An das Strahlen werden

immer höhere Anforderungen

gestellt. Weil die Bauteile, die in den

industriellen Prozessen verarbeitet

werden, tendenziell immer dünnwandiger

werden und komplexere

Geometrien aufweisen, wird das

Strahlen dieser Teile ebenfalls komplexer,

hieß es auf dem Workshop der

ERVIN Germany GmbH.

Beim Einsatz von Strahlmitteln

gilt es, zwei verschiedene Ebenen zu

beachten. So spielt für optimale Strahlergebnisse

die Qualität des Strahlmittels

eine entscheidende Rolle.

Zugleich muss die Strahlanlage aber

auch fachgerecht eingesetzt werden.

Denn bei unsachgemäßen Einstellungen

kann auch das beste Strahlmittel

zu schlechten Ergebnissen führen.

Einstellen, justieren, regulieren

Die Ervin-Experten sind in dem Workshop

daher vor allem auf Situationen

eingegangen, die der Erfahrung nach

im betrieblichen Alltag beim Strahlmitteleinsatz

häufig vorkommen. Oft

stellten Ervin-Techniker im Rahmen

von Serviceterminen fest, dass Strahlanlagen

verbrauchsoptimal eingestellt

werden können.

Eine Ursache dafür könne sein,

dass Windsichter nicht richtig eingestellt

seien. Eine zu stark eingestellte

Absaugung sortiere jedoch

auch „gutes“ Strahlmittel aus. Durch

korrekte Justage und regelmäßige

Kontrolle dieses Parameters könne

der Strahlmittelverbrauch gesenkt

werden.

Ursache einer schlechten Reinigung

könne zudem ein nicht optimal

eingestelltes „Betriebsgemisch“ sein,

also der für die Anlage und die

Anwendung individuelle Mix verschiedener

Korngrößen. Ein Richtwert

für ein optimales Betriebsgemisch

ist Experten zufolge ein

Mischverhältnis von ca. 50% großen,

30 % mittleren und 20 % kleinen

Strahlkugeln.

Grundsätzlich gelte bei der Wahl

des richtigen Strahlmittels die Faustregel

des „kleinsten Korns“. Sie

besagt, dass bei der jeweiligen

Anwendung immer von dem kleinsten

Korn ausgegangen werden solle,

das die gewünschte Strahlleistung

noch erbringe. Denn kleineres Korn

erziele eine im Vergleich zu größeren

Korndurchmessern eine höhere

Trefferdichte (bessere Überdeckung)

und damit Qualität der gestrahlten

14 Stahlreport 12|16


Oberfläche. Teil des Workshops war

auch ein Gemeinschaftsvortrag der

Karl Wörwag Lack- und Farbenfabrik

GmbH & Co. KG und Ervin Amasteel

zum Thema „Welchen Einfluss hat

die Wahl des Strahlmittels auf die

Haftfestigkeit einer Beschichtung?“.

Strahlmittel selbst testen

Wer vor einer eventuellen Umstellung

seines Prozesses auf ein Strahlmittel

von Ervin Amasteel dieses

zunächst in einem Vorversuch testen

möchte, hat dazu im Testcenter

des Unternehmens im sächsischen

Glaubitz Gelegenheit.

In dem 2014 errichteten Werk

fertigt das Unternehmen aktuell rd.

50.000 t Strahlmittel für den mittelund

osteuropäischen Markt. Zugleich

betreibt Ervin Amasteel dort ein Test-

center mit einer eigenen Strahlanlage,

in dem Interessenten ihre individuellen

Bauteile „einreichen“ und

im Praxistest prüfen lassen können,

welche Ergebnisse mit Amasteel-

Strahlmitteln erreicht werden.

Ausgeklügeltes

Herstellverfahren

Ervin Amasteel ist einer der führenden

Hersteller von Stahl- und Edelstahlstrahlmitteln.

Das zur US-amerikanischen

Gruppe Ervin Industries

gehörende Unternehmen hat den

Strahlmittel-Herstellprozess 1920

erfunden und im Laufe vieler Jahrzehnte

stetig weiterentwickelt. Dabei

herausgekommen ist ein Verfahren,

bei dem das Strahlmittel nach dem

Anlassen in Wasser abgeschreckt

wird. Dies sorgt für ein unmittelbares

„Einfrieren“ des idealen Mikrogefüges.

In den unter Laborbedingungen

bei Ervin Amasteel durchgeführten

Prüfungen übertreffen die Strahlmittel

dem Unternehmen zufolge

Wettbewerbsprodukte in puncto

Standzeit und Energieübertragung

im Durchschnitt um 18%.

Mit der Zentrale in Ann Arbor,

Michigan, USA, unterhält Ervin

Industries aktuell Produktionsstätten

für Strahlmittel in Tipton (UK),

Glaubitz, Adrian und Butler (beide

USA). Edelstahlstrahlmittel wird in

den Werken Sprockhövel und Tecumseh

(USA) gefertigt. 2

[ Kontakt ]

ERVIN Germany GmbH

51647 Gummersbach

Tel. +49 2261 5012 400

www.ervin.eu, info@ervin-germany.com

Maßgeschneidert für Spezialtransporte

Nutzfahrzeugbau für besondere Aufgaben

Etwa 3.500 t Stahl verbaut der Spezialfahrzeughersteller Meusburger Fahrzeugbau pro Jahr.

Am Produktionsstandort Eging am See in Niederbayern stellt das Unternehmen daraus ein breites

Sortiment spezieller Nutzfahrzeuge her – vom „einfachen“ Anhänger über Sattelanhänger und

Jumbo-Züge bis hin zu sogenannten Nachläufern und Kranachsen.

Rund 700 Fahrzeuge verlassen

das Werksgelände pro Jahr.

Gebraucht werden sie für eine Vielzahl

von Sonder-Transportaufgaben.

Meusburger-Fahrzeuge kommen u.a.

für bei der Verladung ganzer Baumaschinen,

von Turbinen, überdimensionierten

Blechen oder auch von

Coils zum Einsatz.

Die Meusburger Fahrzeugbau

GmbH fertigt die Fahrzeuge dabei –

bis auf wenige kleinere Bauteile –

komplett selbst. Für die Produktion

der in Kleinserie oder als Einzelstücke

gefertigten Spezialanhänger ist

die Blechbearbeitung von zentraler

Bedeutung.

Für die Rahmenkonstruktionen

der Fahrzeuge wird ein Werkstoff

benötigt, der besonders für das Kaltumformen

geeignet ist und sich vor

allem gut schweißen lässt. Dafür

werden Bleche u.a. aus den hochfesten

Stählen S690 MC oder S700 MC

verwendet. Die Bleche, die das Unternehmen

direkt vom Werk bezieht,

werden zunächst mit einer Plasma-

Brennschneidanlage zugeschnitten

und mit der Abkantpresse auf Maß

gebracht. Für den Lenkungsbau

benötigt der Fahrzeugbauer hingegen

Form- und Rundrohre, die aus

dem regionalen Stahlhandel bezogen

werden.

Mit einem Unterpulver-Längsträger-Schweißroboter

werden die

Bauteile zur Rahmenkonstruktion

verbunden und anschließend in der

Schleuderrad-Sandstrahlanlage oberflächenbehandelt

– Voraussetzung

für die folgende Grundierung und

Lackierung der Konstruktion. Nach

Abschluss der Stahlbauarbeiten werden

die Achsen eingebaut und weitere

finale Arbeitsschritte erledigt.

Meusburger Fahrzeugbau ist

1992 von Inhaber und Geschäftsführer

Thomas Meusburger gegründet

Spezialfahrzeuge von Meusburger Fahrzeugbau:

hier ein Kurzcoil-Sattelauflieger.

worden. Im Laufe der Jahre ist das

Unternehmen, das seinen Stammsitz

im Schweizerischen Altstätten

hat, kontinuierlich gewachsen. Es

verfügt heute neben den Produktionswerken

in Altstätten und Eging

am See auch über einen Standort in

Russland. 2

Foto: Meusburger Fahrzeugbau

Stahlreport 12|16

15


Marktpartner

Bericht/Nachrichten

Schmolz + Bickenbach Distribution voll in IMS group integriert

Neuer Name, neue Struktur, mehr Service

Neuer Name, neue Struktur, mehr Service: Die SCHMOLZ + BICKENBACH Distribution hat sich neu

aufgestellt. Das Unternehmen, das seit dem vergangenen Jahr zur IMS group gehört, besteht künftig

aus drei operativen Einheiten: IMS Deutschland GmbH, IMS TecPro GmbH und IMS Trade GmbH.

„Wir setzen auf eine dezentrale Organisation, um unsere Kunden vor Ort optimal bedienen zu

können“, erläuterte CEO Dr. Jürgen Olbrich. Die neue Struktur tritt zum 1. Januar 2017 in Kraft.

Vor einem Jahr hat Jacquet

Metal Service die Schmolz + Bickenbach

Distribution übernommen und

in die IMS group integriert. Jetzt sind

die damit verbundenen Umstrukturierungen

abgeschlossen. „Mit den

Änderungen setzen wir die bewährte

Jacquet-Philosophie um“, erklärte

Olbrich.

Dieser Strategie entsprechend

agieren die einzelnen Gesellschaften

der Gruppe eigenständig, um ihren

Kunden den bestmöglichen Service

bieten zu können, wie das Unternehmen

mitteilt. Das bedeutet konkret:

„Wir haben von zentraler auf dezentrale

Lagerhaltung umgestellt. Wir

wollen mit einem breiten Produktangebot

in der Region vertreten sein,

um unsere Kunden schnell beliefern

zu können“, verdeutlichte der CEO.

Dafür werde beispielsweise das ehemalige

Lager in Nürnberg reaktiviert.

Die Steigerung des Service levels sei

das vordinglichste Ziel.

Drei selbstständige Einheiten

Die ehemalige Schmolz + Bickenbach

Distributions GmbH besteht künftig

aus drei selbstständigen Einheiten.

Die IMS Deutschland GmbH ist in

der neuen Struktur als lagerhaltender

Händler aktiv. Das Unternehmen

hat Niederlassungen in Hamburg,

Bielefeld, Trossingen, Fellbach, Butzbach

und Düsseldorf. Der Standort

Chemnitz wird organisatorisch mit

Berlin zusammengelegt und künftig

unter „Niederlassung Ost“ geführt,

wobei die beiden Firmensitze erhalten

bleiben. Neben der IMS Deutschland

GmbH agiert künftig auch eine

IMS Bayern GmbH. „Das drückt

unsere regionale Ausrichtung aus“,

betonte Olbrich.

Wertschöpfung

Die IMS TecPro GmbH führt die Aktivitäten

im Bereich Service und Processing

fort – und weitet dem Unternehmen

zufolge die Leistungen aus.

„Wir bieten weit mehr als nur

Schneid- und Sägearbeiten an. Wir

tragen künftig verstärkt zur Wertschöpfung

bei“, verdeutlichte der

CEO. Die Bandbreite reicht von angearbeiteten

Produkten bis zur Produktion

einbaufertiger Komponenten.

Energietechnik, Fahrzeugbau und

Zulieferindustrie sind Branchen, die

diese Leistungen zunehmend in

Anspruch nehmen – Just-in-Time-

Lieferung inklusive.

Die IMS Trade GmbH konzentriert

sich auf das sogenannte „Backto-Back“-Geschäft.

„Der Trade-Bereich

beliefert beispielsweise direkt die

Automobilindustrie. Die Kunden

erhalten ihre Produkte teilweise

(vor)bearbeitet, just-in-time und passend

zu ihren Produktionsprozessen.“

Zu den Kunden zählen u.a. Fahrzeughersteller,

Zulieferer, Schmieden,

Gesenkschmieden und Hersteller von

Verbindungselementen.

Finanzstark

Das Produktspektrum der drei neuen

IMS-Unternehmen umfasst Qualitätsund

Edelbaustahl, Blankstahl, rostfreie

Langprodukte, rostfreie Rohre

sowie Stahlrohre und Aluminium.

„Durch die Integration in die IMS

group gehören wir einer finanzkräftigen

Gruppe an. Die Muttergesellschaft

verfügt außerdem über große

Erfahrung im Distributionsgeschäft.

Zudem können wir Synergieeffekte

im Einkauf nutzen. Drei entscheidende

Vorteile, von denen unsere

Kunden künftig profitieren können“,

so Olbrich.

Jacquet Metal Service ist mit insgesamt

3.356 Mitarbeitern, einem

Umsatz von 1,7 Mrd. € und 109 Distributionseinheiten

in 26 Ländern ein

führender globaler Distributeur von

Stahlprodukten. Das Unternehmen

ist an der Pariser Börse gelistet. 2

16 Stahlreport 12|16


Foto: Thyssenkrupp

Jubiläum in Bochumer Thyssenkrupp-Werk

10 Millionen t feuerbeschichtet

Ein besonderes Jubiläum hat die Feuer beschichtungsanlage von thyssenkrupp in

Bochum gefeiert. Die sogenannte FBA 7 produzierte die zehnmillionste Tonne Qualitätsflachstahl.

Das Aggregat ist mit rund 70 m eines der höchsten Gebäude der Stadt und liegt

direkt an der Autobahn A 40. In Betrieb gegangen ist die Anlage am 12. Mai 1992. Sie war

damals die erste Feuerbeschichtungsanlage der Firma Krupp. Heute verfügt die Stahlsparte

von Thyssenkrupp über insgesamt neun solcher Fertigungslinien. An der FBA 7 in Bochum

arbeiten etwa 80 Personen. Insgesamt sind an diesem Standort gut 2.000 Mitarbeiter

beschäftigt, davon rund 150 Auszubildende.

„Durch zahlreiche Modernisierungen ist unsere Feuerbeschichtungsanlage stets auf dem

neuesten Stand geblieben. Technisch erfüllt sie daher weiterhin die steigenden und speziellen

Anforderungen unserer Kunden“, betont Markus Kovac, der als Teamkoordinator in

Bochum u. a. für die gut ausgelastete Anlage verantwortlich ist.

Auf dem Werksgelände neben dem Ruhrschnellweg befinden sich über die FBA 7 hinaus

noch ein Warmbandwalzwerk, zwei Beizen, eine Kaltwalzstraße und eine elektrolytische

Verzinkungsanlage sowie verschiedene Kleinanlagen zur Stahlveredelung und ein eigenes

Ausbildungszentrum.

Elektrolichtbogenofen der

Georgsmarienhütte modernisiert

Produktiver schmelzen

Die Georgsmarienhütte GmbH (GMH)

hatte der SMS group den Auftrag erteilt,

den 1994 ebenfalls von SMS gelieferten

und 2005 von dem Anlagenbauer modifizierten

Gleichstrom-Elektrolichtbogenofen

(DC EAF) umzubauen. Auf Grundlage einer

Studie, die die SMS group durchgeführt hat,

wurde bei dem aktuellen Auftrag die Anordnung

der Sekundärleitung der sogenannten

Pin-type-Bodenelek trode des Elektrolichtbogenofens

modifiziert.

Ziel dieser Maß nahme ist, den für DC-Öfen

typischen Hotspot zu verlagern und abzuschwächen.

Damit wird die Lebensdauer

der Feuerfest-Aus mauerung des Ofens verlängert,

die Produktivität erhöht und die

Betriebskosten werden gesenkt.

Foto: SMS group

Ein besonderes Jubiläum:

In der Feuerbeschichtungsanlage

FBA 7 von

Thyssenkrupp wurde die

zehnmillionste Tonne Qualitätsflachstahl

produziert.

DC-Elektrolichtbogenofen bei Georgsmarienhütte

Der Lieferumfang der SMS group umfasste

das Engineering, die Fertigung, die Montage

sowie die Überwachung der Inbetriebnahme.

Der Elektrolichtbogenofen hat ein Abstichgewicht

von 140 t und eine Anschlussleistung

von 130 MVA. Der Umbau fand während

des Stillstandes im Sommer 2016 statt.

Großauftrag für

Steelwind Nordenham

Fundamente für Offshore-

Windpark geordert

Für seinen vierten Offshore-Windpark

Borkum Riffgrund 2 hat der dänische

Energiekonzern DONG Energy

erneut die norddeutsche Steelwind Nordenham

GmbH mit der Produktion der

Fundamente beauftragt. Mit 450 MW soll

der Windpark in der deutschen Nordsee

ab 2019 Strom für umgerechnet 460.000

Haushalte produzieren. Steelwind Nordenham

ist ein Unternehmen der Dillinger-Gruppe,

das Vormaterial für den Auftrag

kommt daher folgerichtig von dem

saarländischen Mutterkonzern AG der

Dillinger Hüttenwerke, einen der weltweit

führenden Grobblechhersteller. Neben

der Produktion für Borkum Riffgrund 2

produziert Steelwind bereits einen Teil

der Fundamente (Monopiles) für ein weiteres

Projekt von Dong Energy.

Für Steelwind Nordenham ist der Auftrag

für die Fundamente von Borkum Riffgrund

2 ein Meilenstein, erklärte Dr. Ralf

Hubo, Geschäftsführer des Unternehmens.

Dong Energy setze damit erneut

Vertrauen in das junge Unternehmen,

nicht nur in die Monopiles, sondern erstmals

auch in die Transition Pieces (Zwischenstücke,

die das Monopile und den

Turm der Windkraftanlage miteinander verbinden).

Der Auftrag ermögliche eine sehr

gute Auslastung bis Anfang 2018. Zudem

könnten ca. 300 geplante neue Arbeitsplätze

bis Anfang 2017 erreicht werden.

Borkum Riffgrund 2 ist das jüngste deutsche

Projekt von Dong Energy in der Bauphase.

Auf einer Fläche von rund 36 km 2

sollen insgesamt 56 Windkraftanlagen der

8-MW-Klasse entstehen. Der Windpark

wird 55 km vor der niedersächsischen

Küste liegen, gleich neben dem bereits

gebauten und im Betrieb befindlichen

Park Borkum Riffgrund 1. Neben dem Fundamenttyp

Monopile sollen bei 20 der 56

geplanten Windkraftanlagen so genannte

Suction-Bucket-Jackets zum Einsatz kommen

– eine neuartige Gründungsstruktur,

die bei der Windkraftanlage in Borkum

Riffgrund 1 erfolgreich getestet wurde.

Der Bau des neuen Windparks auf See

startet 2018.

Stahlreport 12|16

17


Messen

Schwerpunkt Bau

Info: BAU 2017

BAU 2017: 16.-21.01.2017

Veranstalter: Messe München

Weitere Infos: www.baumuenchen.com

Besucher 2015: über 250.000

Aussteller 2015:über 2.000

Messe zeigt „Zukunft des Bauens“

BAU 2017 in positivem Umfeld

Der Bau übernimmt derzeit die Rolle einer kleinen Konjunkturlokomotive. Über 5 % soll das Umsatzwachstum

der Branche in diesem Jahr betragen. Dank der guten Prognosen für 2017 hilft sie auch, positiv

gestimmt ins neue Jahr zu gehen. Besser hätte sich das die BAU 2017, eine der größten Messen für

die Baubranche überhaupt, nicht wünschen können. Vom 16. bis 21. Januar zeigt sie in München neueste

Entwicklungen und Trends in Sachen Bau.

„Die Baukonjunktur läuft gut“,

sagte der Präsident des Zentralverbandes

Deutsches Baugewerbe

(ZDB), Dr.-Ing. Hans-Hartwig Loewenstein,

Anfang November zur Lage

der Branche. Der Verband rechnet für

das Gesamtjahr 2016 mit einem

Umsatzwachstum von 5,5 % auf 106,5

Mrd. €. Für 2017 rechnet der ZDB mit

einem weiteren Wachstum von 3 %

auf dann rund 110 Mrd.€. (Vgl. auch

S. [24] in diesem Heft)

Ein gutes Umfeld also für die Branche,

um sich auf der „Weltleitmesse

für Architektur, Materialien und Systeme“,

der BAU 2017, im Januar zu

präsentieren. Die Messe stellt dabei

vier Leitthemen in den Mittelpunkt

– Themen, „die entscheidend sind für

die Zukunft des Bauens“, wie der

Veranstalter, die Messe München,

betont:

Intelligente Fassade

Fassaden sind heute multifunktionale

Hüllsysteme, die komplexen

Anforderungen gerecht werden müssen

und können. Der technologische

Fortschritt in der Bauwirtschaft

ermöglicht „intelligenter“ aber auch

komplexer werdende Gebäudehüllen,

bei der Nachhaltigkeit und Recycelfähigkeit

Pflicht sind, ebenso wie

etwa die Klimatisierung mit thermoaktiven

Elementen oder die Nutzung

als Medienfassade.

Digitales Planen,

Bauen und Betreiben

Die Bautechnik wandelt sich aktuell

in schwindelerregendem Tempo.

Digitale Planungs- und Fertigungsprozesse,

adaptiert aus dem Automobil-

und Maschinenbau, erlauben

die serielle Fabrikation bis zu maßgeschneiderten

Kleinstmengen. Die

computergestützte Fertigung birgt

dabei ein enormes wirtschaftliches

Potenzial für die Bauwirtschaft. Doch

wer definiert die neuen Bauprozesse?

Wo liegen die Vorteile, aber auch die

Risiken einer digitalisierten Planungs-,

Bau- und Betreiberkette? Das

sind die aktuell brennenden Fragen.

Vernetztes Gebäude

Das Gebäude der Zukunft, so sieht es

der Messeveranstalter, wird Teil des

„Internet of things“. Die Gebäudesteuerung

werde das Verhalten der

Bewohner vorhersagen können. Durch

die Vernetzung von Mobilitätsprofilen

der Bewohner mit dem Energiebedarf

der Gebäude und weiteren Rahmenbedingungen

wie Wetter, Sonneneinstrahlung

oder Stromverbrauch,

lassen sich Optimierungspotenziale

18 Stahlreport 12|16


erreichen, die in dieser Komplexität

früher undenkbar waren.

Bauen und Wohnen 2020

Geht man davon aus, dass in Zukunft

Arbeiten und Wohnen viel stärker

vernetzt sein und dass demzufolge

mehr Gebäude gebraucht werden,

die sowohl das Arbeiten wie das Wohnen

ermöglichen, ergibt sich daraus

ein hoher Bedarf an neuen Gebäuden.

Dem werde die Bauwirtschaft

„schon in kurzer Zeit“ gerecht und

in der Lage sein, 400.000 und mehr

Wohnungen pro Jahr zu bauen.

Fazit: Gute Aussichten nicht nur

in Sachen aktuelle Konjunktur, sondern

mit Blick auf künftige Baubedarfe

auch in der längerfristigen

Sicht. Einen Wermutstropfen nannte

ZDB-Chef Loewenstein dennoch:

„Trotz guter Konjunktur verbessert

sich die Ertragslage der Unternehmen

nicht in gleichem Maße. Wie

in den letzten Jahren auch legen die

Preise für Bauleistungen weiter nur

moderat um 2 % zu.“ 2

Bauforum Stahl auf der BAU 2017

Zukunft mit Stahl gestalten

Fotos: MetallArt

Links: Wendeltreppe in der Joachim Herz-Stiftung in Hamburg. Rechts oben: Skulpturtreppe im

Armani-Store in Wien. Rechts unten: Stahltreppe im 4-Sterne-Superior-Hotel Lamaison in Saarlouis.

Innovation im Treppenbau

Stahlskulptur statt schnöde Treppe

Skulpturtreppen mit statisch mittragender

Untersichtsverkleidung auf der BAU

2017: Auf der Weltleitmesse für Architektur,

Materialien und Systeme stellt der Experte für

den Sondertreppenbau, die MetallArt Metallbau

Schmid GmbH, im Januar 2017 eine Innovation

des Treppenbaus vor: die statisch mittragende

Stahluntersichtsverkleidung.

Im modernen Treppenbau entwickeln sich

Stahluntersichtsverkleidungen immer mehr

zum aktuellen Architekturtrend. Als optischer

Blickfang vermitteln sie insbesondere

bei gerundeten Treppen einen skulpturalen

Charakter. Ein statischer Zugewinn sei

jedoch bis dato nicht nachweisbar gewesen,

so das Unternehmen.

Diesen Architekturtrend machte sich

MetallArt zunutze und entwickelt eine

Schnittstelle zwischen 3D-Planung (HiCAD)

und FE-Statikprogrammen (Finite Elemente).

Gegenüber herkömmlichen Stabwerksprogrammen

ist es nun durch konstruktive

Änderungen im Hohlkörper der

Treppen möglich, die Untersichtsverkleidung

in die statischen Berechnungen einzubeziehen.

Die Folge dieser Konstruktionsweise

sind enorme Material- und

Gewichtseinsparungen und somit auch eine

Reduzierung der Kosten. Zudem erlaubt die

3D-Planung mit einer weiteren Schnittstelle

zur hauseigenen Laseranlage eine passgenaue

Herstellung der Einzelteile.

Auf der BAU 2017 am Stand Nr. 129 in Halle

B2 erhalten interessierte Besucher von den

Experten von MetallArt nähere Informationen

zur statisch mittragenden Stahluntersichtsverkleidung.

Das Bauforum Stahl präsentiert sich

und seine Mitgliedsunternehmen auf

einem großen Gemeinschaftsstand vom

16. bis 21.1.2017 auf der Messe BAU.

Unter dem Motto "Effizienz 4.0: Zukunft

mit Stahl gestalten" stehen Stahllösungen

und Produkte einschließlich Brandschutz

sowie Korrosionsschutz durch Feuerverzinken

im Mittelpunkt. Besucher finden dort

die komplette Leistungspalette für das

Bauen mit Stahl – von Stahlherstellern bis

hin zu ausführenden Firmen und dem

Stahlhandel.

Auf dem 400 m² großen Gemeinschaftsstand

von bauforumstahl (Stand B2/318)

und seinen Mitgliedern werden unter dem

Motto "Effizienz 4.0: Zukunft mit Stahl

gestalten" werden neben der Leistungspalette

für das Bauen mit Stahl auf einem

„Vortragscampus“ wie in den Vorjahren

aktuelle Themen, die die Baubranche

bewegen, vertieft. Der „Campus“ wird in

Kooperation insbesondere mit der Bayerischen

Architektenkammer und der Ingenieurekammer-Bau,

den Münchner Hochschulen,

dem Institut Bauen und Umwelt

IBU, der deutschen Gesellschaft für nachhaltiges

Bauen DGNB und dem VDI durchgeführt.

Das Themenspektrum reicht von aktueller

Stahlarchitektur und Greenbuildings über

praktische Hilfestellungen für das Konstruieren

und Bauen mit Stahl bis hin zu

Herausforderungen durch die neuen Normen,

BIM und Zukunftstrends sowie Nachwuchsförderung

und Karriere.

Stahlreport 12|16

19


Messen

Schwerpunkt Euroblech

Foto: MackBrooks

Flache Produkte im Fokus: Die EuroBLECH in Hannover war im

Oktober Treffpunkt der Branche.

Foto: KEMPER GmbH

Björn (r.) und Simon Kemper konnten sich auf der Messe über

einen EuroBLECH-Award für das Luftüberwachungssystem ihres

Hauses freuen.

Euroblech in Hannover

Komplexe Systeme

Die 24. Internationale Technologiemesse für Blechbearbeitung, die Euroblech 2016, ist nach fünftägiger

Dauer Ende Oktober in Hannover zu Ende gegangen. Die an zu Netzwerken mutierenden

Wertschöpfungsketten orientierte Präsentation machte einmal mehr deutlich, wie im Blechbereich

Produkte und Dienstleistungen miteinander verknüpft sind und welche der Marktakteure

den meisten Einfluss auf diese komplexen Systeme haben.

Mehr als 60.000 Besucher aus

rund einhundert Ländern waren zur

EuroBLECH nach Hannover gereist,

um sich an den Ständen von etwa

1.500 Ausstellern aus gut 40 Ländern

über neueste Technologien zur

Blechbearbeitung zu informieren.

„Der Trend zur vernetzten Fertigung

bei den unterschiedlichen Prozessen

in der Blechbearbeitung gibt der

Branche und ihrer internationalen

Leitmesse einen technologischen

und konjunkturellen Aufwind“,

erklärte Nicola Hamann, Geschäftsführerin

des Veranstalters Mack

Brooks Exhibitions, nach Abschluss

der Messe.

Vor diesen technischen und wirtschaftlichen

Hintergründen hatte

Mack Brooks die diesjährige Messe

unter das Motto gestellt: „Die nächste

Generation der Blechbearbeitung.“

Unmittelbar einsichtig wurde dabei

vor allem, dass solche Entwicklungen

längst nicht mehr nur singulär

betrachtet werden dürfen.

Schon der Hallenplan in Hannover

machte im Übrigen deutlich, wie

sich die so angesprochenen Netze

am besten gliedern lassen: in Produkte

und ihre wesentlichen Bearbeitungsverfahren,

nämlich Trennen,

Fügen sowie Umformen. Klar

wurde aber auch, dass solche Marktteilnehmer

den meisten Einfluss

bzw. Erfolg haben, die – übergreifend

– ganze Wertschöpfungsketten

bzw. -netzwerke beeinflussen. Das

geschieht in der Regel entweder chronologisch,

funktional oder logistisch.

Awards

Eine weitere Gliederung boten die

Kategorien zur Verleihung der Euro-

BLECH-Awards:

z In der Kategorie „Fabrik der

Zukunft“ wurde die TRUMPF Werkzeugmaschinen

GmbH + Co. KG ausgezeichnet

– für TruConnect, eine

Lösungswelt für die Smart Factory.

z Für „Originelles Design“ erhielt

die Schuler AG einen Award für

die Entwicklung des blauen Polymerrings,

der Münzen sicherer

machen soll.

z Für „Die junge Generation“ wurde

das Start-Up WSoptics GmbH ausgezeichnet

– für WSweld, eine

Anlage, die vom Schneid- zum

Schweißbetrieb und wieder zurück

wechseln kann.

z Ein Verfahren der KEMPER GmbH,

das durch ein Luftüberwachungssystem

ultrafeine Staubpartikel

misst und dokumentiert, war unter

„Saubere Technologien“ preiswürdig.

z In der Kategorie „Akademische

Exzellenz“ schließlich ging der

Award an Fraunhofer IPA, für dessen

innovatives digitales Assistenzsystem

zum Absortieren. 2

[ Info ]

Die nächste Euroblech in Hannover findet

vom 23.-27. 10. 2018 statt.

20 Stahlreport 12|16


Die Botschaften der Schäfer-Werke

Blecherner Dreiklang

Mit einem blechernen Dreiklang präsentierten sich auf der Euroblech

die Schäfer-Werke, die über drei Geschäftsbereiche verfügen.

Deren Leistungs- und Produktportfolio seien harmonisch aufgestellt,

war die Botschaft von Hannover.

Zum einen könnten dadurch

zahlreiche Branchen wie Schallschutz,

Klima, Lüftung und besonders

die Automobilindustrie mit

Steckmetall und Lochblechen bedient

werden. Zum anderen stelle die EMW

als werksunabhängiges Stahl-Service-Center

neben Coils, Spaltband

und Zuschnitten auch Ronden aus

unterschiedlichen Werksstählen her.

„Von unserem Lagerbestand von

über 100.000 Tonnen Feinblech und

einem breiten Gütenspektrum profitieren

nicht nur die Kunden der

EMW, sondern auch die Schwesterunternehmen

SCHÄFER Lochbleche

und SCHÄFER Streckmetall. Letztere

sind aufgrund der schnellen

Verfügbarkeit des Vormaterials permanent

in der Lage, ihren Kunden

eine breite Palette an verschiedenen

Maschenarten und Lochbildern in

kürzester Zeit zu liefern“, gab

Michael Mockenhaupt, Geschäftsführer

EMW Stahl-Service-Center,

in diesem Zusammenhang zu Protokoll.

Und Michael Wehler, Leiter Marketing

der Schäfer Werke, ergänzte

auf der EuroBLECH den Hinweis auf

die Nachhaltigkeit des ebenfalls dreiklingenden

Angebots: ökonomisch,

ökologisch und sozial – weil auch

auf volkswirtschaftlichen Nutzen

ausgerichtet.

Anarbeitung

Zu den Vorzügen der engen Verzahnung

der Geschäftsbereiche gehört

nach Angaben der Firmenverantwortlichen

auch ein großes Anarbeitungsportfolio.

Der umfangreiche

Maschinenpark der Schäfer

Werke könne flexibel genutzt werden

und ermögliche daher nahezu

alle Formen der Weiterverarbeitung

aus einer Hand. Dank eigenem

Werkzeugbau würden außerdem

gerade Projekte im Bereich Lochblech

und Streckmetall sehr schnell

und individuell umgesetzt. Die

Resultate seien eine hohe Fertigungstiefe

und kurze Reaktionszeiten.

Diverse Lochblechformate könnten

darüber hinaus auch bei kleineren

Bedarfen direkt ab Lager

bestellt werden und seien binnen

24 Stunden versandbereit. 2

Foto: SSAB

Der grüne Mantel

SSAB-Produkte für Gebäude

Der in Nordeuropa und Nordamerika

engagierte Stahlhersteller SSAB hat

die diesjährige Euroblech in Hannover u.a.

dazu genutzt, die Markteinführung seines

umweltfreundlichen Produktportfolios für

Außenanwendungen an Gebäuden voranzutreiben.

Dieses Angebot ist unter dem

Markennamen GreenCoat organisiert.

GreenCoat ist demnach „die neue Marke

von SSAB für innovative, nachhaltige, farbbeschichtete

Stahlprodukte nordischer

Qualität für das Baugewerbe ... für Dächer,

Fassaden und Regenwassersysteme.“ Seit

dem Zusammenschluss von SSAB und

Ruukki seien die besten Technologien und

Erfahrungen beider Unternehmen eingesetzt

worden, um dieses Angebot umfangreicher

und umweltfreundlicher zu gestalten.

Die Beschichtung besteht aus biobasierten

Inhaltsstoffen. Damit wird ein großer Anteil

sonst verwendeter fossiler Stoffe durch

eine biobasierte Alternative ersetzt. Diese

einzigartige, patentierte Technologie von

SSAB reduziere die Umweltbelastung

erheblich.

Neben der biobasierten Beschichtung will

das umfassende GreenCoat-Portfolio auch

energieeffiziente Produkte für Dächer und

Fassaden bieten. Sie reflektieren die

Sonne und sorgen z. B. dafür, dass im

Sommer weniger Energie benötigt wird,

um die Innenräume zu kühlen.

Quelle: Konzept PR

Den Dreiklang aus den Produkten Lochbleche, Streckmetall und Service-Center

transportierten die Schäfer Werke und EMW in Hannover auch optisch.

GreenCoat-Produkte sind schließlich auch

mit besonders langer Outdoor-Langlebigkeit

erhältlich. Damit seien das Aussehen

der Farbe und der Erhalt des Glanzes über

Jahre hinaus gewährleistet.

Stahlreport 12|16

21


Messen

Schwerpunkt Euroblech

Premiere bei der

Euroblech: das

Stechnieten zum

Fügen von Metallen

und faserverstärkten

Kunststoffen.

Quelle: Fraunhofer IWU

Blechbearbeitung aus Sicht der Fraunhofer-Forscher

Pressen und nieten

Die Digitalisierung hat auch vor der Euroblech nicht Halt gemacht. Das Fraunhofer IWU

zeigte auf der weltweit größten Fachmesse zur Blechverarbeitung entsprechende

Systemlösungen für die Produktion von morgen, etwa für ein Presswerk. Premiere hatte

außerdem ein neuartiges Fügeverfahren, das Stechnieten.

Zeit, Material, Energie und

letztlich Geld im Presswerk sparen –

der Schlüssel dazu ist die intelligente

Synthese von Werkstück, Technologie,

Maschine und menschlicher Erfahrung.

Sie geschieht im „Presswerk

4.0“, das die Forscher des Fraunhofer

IWU auf der diesjährigen Euro-

BLECH vorgestellt haben. Die Vollvernetzung

des Presswerkes ermöglicht

es, Materialfehler oder Prozessstörungen

schnell zu analysieren und

Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Kundenwünsche

lassen sich dank der konsequenten

Digitalisierung aller Prozessschritte

innerhalb kürzester Zeit

durch schnelle Planänderungen realisieren.

Auf der Messe erlebten die

Besucher ein Miniatur-Presswerk, das

als Projektionsfläche diente: Hielten

sie einen Tablet-Computer vor das

Modell, wurden auf dem Bildschirm

virtuelle Informationen über dem realen

Modell eingeblendet. Auf diese

Weise visualisierten die Fraunhofer-

Forscher Informationsströme, die

sonst im Verborgenen bleiben – sie

machten Industrie 4.0 sozusagen

sichtbar.

Automobiler Leichtbau war ebenfalls

ein Thema der Fügetechnik-Experten

des Fraunhofer-Instituts für Werkzeugmaschinen

und Umformtechnik

(IWU) . Da moderne Leichtbauwerkstoffe

in der Automobilindustrie verstärkt

zum Einsatz kommen, sind

Lösungen für das Verbinden unterschiedlicher

Materialien innerhalb

einer Konstruktion sehr gefragt. Eine

solche zeigten die Wissenschaftler auf

der Messe: das Stechnieten. Das flexibel

einsetzbare und kostengünstige

Verfahren bedient sich dreier radial

angeordneter Nietdorne und ermöglicht

dem Anwender Verbindungen

zwischen mehreren Metallstrukturen

oder Metallen und faserverstärkten

Kunststoffen. 2

Schockvereisung

Rostlöser von Sonax

Als Hersteller von technischen Wartungsprodukten

stellte Sonax auf der diesjährigen

Euroblech mit der „Professional-Serie“

ein Produktprogramm für die Maschinenreinigung

und Instandhaltung vor. Zu den Neuheiten

zählte auch der „Sonax Professional-Eis-

Rostlöser“. Er wirkt durch Schockvereisung.

Das Programm der SONAX GmbH aus Neuburg

an der Donau umfasst eine Vielzahl von

Spezialprodukten zum Entfetten und Reinigen,

für Montagearbeiten sowie zum Schmieren

und Ölen von beweglichen Teilen. In Hannover

stellte Sonax vor allem Innovationen

mit neuen Rezepturen in den Mittelpunkt der

Präsentation: Eine Neuheit in der Gruppe der

Montagehelfer ist der erwähnte Power-Eis-

Rostlöser.

Bei der Anwendung des Produkts auf Metallen

kommt es zu einer Art Schockvereisung der

behandelten Teile. Dadurch lassen sich festsitzende

Verbindungen noch effektiver lösen.

Diese Wirkung ist wie folgt zur erklären: Durch

den plötzlichen Temperaturabfall entstehen in

der Roststruktur feinste Risse, die es ermöglichen,

dass der Wirkstoff tiefer eindringen kann

und den Rost unterwandert. Das geruchsneutrale

Spray löst in kurzer Zeit verrostete

Schrauben, Muttern, Scharniere oder andere

Metallverbindungen. Zugleich lässt sich der

Rostlöser präventiv einsetzen: Sein transparenter

Schutzfilm bewahrt blanke Metallteile

nach Herstellerangaben dauerhaft vor Korrosion.

Die Mechanik der Dose ermöglicht auch

das Überkopfsprühen.

22 Stahlreport 12|16


Lantek berichtet von einem erfolgreichen Messeauftritt

Regisseure der Information

Es liegt sozusagen in der Natur der Angelegenheit: Die Digitalisierung auch in Sachen

Blech dominieren die Regisseure der Information. Lantek, global tätiger Anbieter für

systemübergreifende Softwarelösungen in der Metallbranche, blickt wohl auch deshalb

auf einen erfolgreichen Messeauftritt bei der Euroblech in Hannover zurück.

„Die Atmosphäre auf der

Messe war geprägt von der Faszination,

die von technologischen

Innovationen ausgeht, sowie von

vielen positiven, internationalen

Geschäftskontakten“, sagte Nicola

Hamann, Geschäftsführerin des

Euroblech-Veranstalters Mack

Brooks Exhibitions.

So fanden auch die Lösungen

von Lantek zur „Manufacturing

Intelligence“ (MI) großes Interesse.

Damit werden Echtzeit-Daten aus

der Produktionsebene (MES) und

der betriebswirtschaftlichen Ebene

(ERP) verknüpft und interpretiert,

um Produktionsprozesse zeitnah

analysieren und steuern zu können.

„Die Branche richtet ihren

Fokus immer mehr auf Industrie

4.0“, sagte Christoph Lenhard, Lan-

tek-Vertriebsleiter für Deutschland,

Österreich und die Schweiz. „Und

wir sind mit all unseren Lösungen,

die wir immer weiter fortentwickeln,

perfekt dafür aufgestellt.“

Lantek bietet Softwarelösungen

für Unternehmen, die unter Einsatz

beliebiger Schneid- (Laser, Plasma,

Autogen, Wasserstrahl, Scheren)

und Stanzverfahren Stahlbleche,

Stahlrohre und Stahlträger fertigen.

Das Unternehmen betreibt seit seiner

Gründung 1986 in der nordspanischen

Provinz Alava eine konsequente

Internationalisierung.

Weltweit sieht sich Lantek heute

als Marktführer – mit seinem Angebot

an nicht-proprietärer Software

in der Blech- und Stahlverarbeitung,

also Lösungen, die nicht von einem

Maschinenhersteller stammen, sondern

unterschiedliche Systeme auf

einer Oberfläche steuern können.

Aktuell hat das Unternehmen mehr

als 18.000 Kunden in über 100 Ländern.

Es ist mit eigenen Büros in 15

Staaten vertreten. Daneben verfügt

es über ein großes Netzwerk von

Distributoren. 2

Erweitert und neu

Flachprodukte von Wuppermann

In der produktorientierten Messehalle

der Euroblech präsentierte sich Wuppermann

mit einem erweiterten Sortiment,

einem neuen Standort für die Herstellung

und innovativen Vertriebsstrukturen. Mit

etwa 1.500 Mitarbeitenden hat die Gruppe

2015 einen Umsatz von etwa 547 Mio. €

generiert.

Vor allem auf zwei vergleichende Vorteile

fokussierte Manfred Lehner, Leiter Vertrieb

der Wuppermann Stahl GmbH, im Gespräch

auf dem Messestand die Kundenvorteile:

band- statt stückverzinkt, Zink/Magnesium

statt Aluminium/Zink. Auch im Zuge dieser

Strategie will das Leverkusener Traditionsunternehmen

ab Anfang 2017 erstmals das

folienbeschichtete Warmband WProtect ausliefern.

Geschützt mit einer Zinkschicht und

einer zusätzlich aufgebrachten Hochleistungsfolie

soll das Produkt Korrosionsangriffen

aus Nässe oder mechanischem Abrieb

widerstehen.

Entsprechend nutzt Wuppermann sein neues

Werk für Flachprodukte, das in Ungarn im

Hafen von Györ-Gönyu entstanden ist. „Wir

haben unsere gesamte Erfahrung in den Bau

dieses Werkes und insbesondere in die Entwicklung

der Warmbreitband Beiz- und Feuerverzinkungslinie

gesteckt“, kommentierte

Carl Swoboda, Geschäftsbereichsleiter Vertrieb

Flat & Tube Products, die bisher größte

Investition des Familienunternehmens.

Foto: Wuppermann

Der neue Produktionsstandort von Wuppermann

in Ungarn

Dieser Geschäftsbereich umfasst inzwischen

sieben Standorte. Flachband produziert

Wuppermann in den Niederlanden, in Österreich

und – jetzt – in Ungarn. Rohre und Profile

werden in Deutschland, Österreich und

Polen hergestellt. Zusätzlich zu den Produktionsstätten

besitzt das Unternehmen Vertriebsstandorte

für Flachprodukte in

Deutschland, Frankreich, Österreich, Rumänien,

Schweden und – seit Anfang 2015 – in

den USA. Abgerundet wird das Vertriebsnetz

durch Partnerschaften.

Stahlreport 12|16

23


BDS

Research

Neueste Zahlen aus dem Bereich Research

Spürbarer Bestandsabbau im September

Die ersten neun Monate 2016 bescherten dem lagerhaltenden Stahlhandel ziemlich genau das gleiche

Handelsvolumen wie im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Besonders im zweiten Quartal war dabei auch

die Erlös situation erfreulicher als im Durchschnitt der vergangenen vier Jahre. Trotz nachlassender Preise in

den Sommermonaten ist das Preisniveau im Schnitt aber nach wie vor über dem des Herbstes 2015.

Jörg Feger, Bereichsleiter

Research im Bundesverband Deutscher

Stahlhandel (BDS), berichtet

zusammenfassend angesichts der

ihm für die ersten neun Monate des

Jahres vorliegenden Zahlen. Wie

üblich, hat er seinen monatlichen

und kommentierenden Bericht

anhand der Kriterien Lagerabsatz,

-bestand, -reichweite und -verkaufspreise

gegliedert.

Lagerabsatz

Nach einem enttäuschenden Juli verlief

der Lagerabsatz im August recht

erfreulich. Auch der September wartete

mit zufriedenstellenden Volumina

auf. Es wurden 931.000 t Walzstahlfertigerzeugnisse

abgesetzt.

Dies ist ein Plus von etwas über

einem Prozent im Vergleich zum

Vorjahresmonat.

Insgesamt wurden in den ersten

neun Monaten des Jahres durchschnittlich

rund 914.000 t Walzstahlfertigerzeugnisse

von den Lägern in

der Bundesrepublik Deutschland

abgesetzt. Das ist ziemlich genau

das Volumen, das auch im Vorjahreszeitraum

verzeichnet wurde.

Zuwächse gab es bei kaltgewalzten

und oberflächenveredelten Blechen

sowie Bandblechen. Träger, Stabstahl

und Quartobleche zeigten sich

rückläufig. Betonstahl stagnierte auf

einem sehr hohen Niveau.

Lagerbestand

Zu Anfang des Jahres war der Lagerbestand

im deutschen Stahlhandel

sehr niedrig. Anschließend wurden

die Läger Monat für Monat aufgebaut.

Ende Juli wurde mit 2,43

Mio. t der bisherige Höchststand

gemeldet.

Im August setzte der übliche

Bestandsabbau in der zweiten Jahreshälfte

ein. Dieser verstärkte sich

im September spürbar. Zum 30.09.

wurden rund 2,26 Mio. t bevorratet.

Das sind 3,3 % weniger als im

Vorjahresmonat gemeldet wurden.

Lagerreichweite

Recht gute Absätze und zurückgehende

Bestände führten im September

zu einer Lagerreichweite von 2,4

Monaten bzw. 72 Tagen. Die Reichweite

lag damit 4,5 % unter dem Vorjahreswert

(vgl. Abb. 1).

Lagerverkaufspreise

Den Angaben des BDS-Marktinformationsverfahrens

für durchschnittliche

Verkaufspreise im kleinlosigen

Bereich zufolge wurden erstmals seit

vielen Monaten im März bei fast allen

Produkten steigende Preise verzeichnet.

Im April und Mai hat die Dynamik

dann spürbar zugelegt. Bei allen

Produkten wurden teilweise kräftige

Preiserhöhungen gemeldet.

Im Juni war eine gewisse Beruhigung

zu spüren. Im Juli, August und September

waren die meisten Verkaufspreise

rückläufig. Die Ausnahme bildeten

hierbei kaltgewalzte und oberflächenveredelte

Bleche. Diese beiden

Produkte waren die Vorboten für die

Entwicklungen im Oktober. Damals

zogen die Preise für Flachprodukte

und Rohre an. Lediglich Träger, Betonstahl

und Betonstahlmatten konnten

diesem Trend (noch) nicht folgen (vgl.

Abb. 2 und 3). 2

[ Info ]

Fragen zu den genannten statistischen

Größen beantwortet im Bundesverband

Deutscher Stahlhandel (BDS) Jörg Feger,

Bereichsleiter Research:

Feger-BDS@stahlhandel.com

24 Stahlreport 12|16


Quelle Bild 2 u. 3: BDS Quelle: Statistisches Bundesamt/BDS

lagerAbsatz und Lagerreichweite der Stahldistribution Abb. 1

140

120

100

80

60

40

20

0

Preisentwicklung bei Langprodukten Abb. 2

160

150

140

130

120

110

100

90

Index (Januar 2010 = 100)

Formstahl Breitflanschträger Stabstahl Betonstahl in Stäben Betonstahlmatten

Preisentwicklung bei Flachprodukten und Rohren Abb. 3

Index (Januar 2010 = 100)

150

140

130

120

110

100

90

80

n Absatzindex (2007 = 100)

n Lagerreichweite in Tagen

94 91 92 89 92

92 95 92

95 96 99

86 91

89

85

61

90 93

200

180

160

140

120

100

80

60

40

84 81 84 78 78 75 72 72 102 78 75 72 72 81 72 84 78 72

20

0

Ø

2012

Ø

2013

Ø

2014

Ø

2015

Ø

2016

Sep.

2015

Okt.

2015

Nov.

2015

Dez.

2015

Jan.

2016

Feb.

2016

März

2016

Apr.

2016

Mai

2016

Juni

2016

Juli

2016

Aug.

2016

Sep.

2016

1. Q. 2010

2. Q. 2010

3. Q. 2010

4. Q. 2010

1. Q. 2011

2. Q. 2011

3. Q. 2011

4. Q. 2011

1. Q. 2012

2. Q. 2012

3. Q. 2012

4. Q. 2012

1. Q. 2013

2. Q. 2013

3. Q. 2013

4. Q. 2013

1. Q. 2014

2. Q. 2014

3. Q. 2014

4. Q. 2014

1. Q. 2015

2. Q. 2015

3. Q. 2015

4. Q. 2015

1. Q. 2016

2. Q. 2016

3. Q. 2016

1. Q. 2010

2. Q. 2010

3. Q. 2010

4. Q. 2010

1. Q. 2011

2. Q. 2011

3. Q. 2011

4. Q. 2011

1. Q. 2012

2. Q. 2012

3. Q. 2012

4. Q. 2012

1. Q. 2013

2. Q. 2013

3. Q. 2013

4. Q. 2013

1. Q. 2014

2. Q. 2014

3. Q. 2014

4. Q. 2014

1. Q. 2015

2. Q. 2015

3. Q. 2015

4. Q. 2015

1. Q. 2016

2. Q. 2016

3. Q. 2016

Quartoblech Bandblech Kaltgewalztes Blech OV Blech Quad. & RE-Rohr Nahtloses Rohr

Lagerabsatz und

Lagerreichweite der

Stahldistribution

Preisentwicklung

bei Langprodukten

Preisentwicklung bei

Flachprodukten und

Rohren

Stahlreport 12|16

25


BDS

Berufsbildung

Empfang im Berliner Ballhaus:

Dr. Manfred Feurer (r.) im

Gespräch mit Maria Cristina

Longo Graw und Fabio Graw.

Fernlerner feiern sich und ihre Auszeichnungen mit dem BDS in Berlin

Von Nominierten und Preisträgern

Als Fernlerner des Jahres nominiert und dann diesen Studienpreis nur knapp verfehlt: Fabio Graw war

mit dem Galaabend der Ehrungen sichtlich zufrieden. Zusammen mit seiner Frau, Maria Cristina Longo

Graw, genoss er Mitte November die festliche Atmosphäre im historischen Berliner Ballhaus – und,

dass die Laudatorin des FDL nicht nur seine Lernleistungen zum Betriebswirt Stahlhandel BDS, sondern

auch seine Rolle bei der Weiterentwicklung dieses Fernstudiums würdigte.

Auch ohne Preis

zufrieden: Fabio

Graw war in der

Kategorie der Fernlerner

für den

Studienpreis nominiert.

Fotos, 2: BDS

Aus eben diesen beiden Gründen

hatte der Bundesverband Deutscher

Stahlhandel (BDS) den ursprünglich

als Industriekaufmann ausgebildeten

29-Jährigen beim Forum DistancE

Learning (FDL) mit

Unterstützung der Stiftung des deutschen

Stahlhandels für den Studienpreis

vorgeschlagen und zu dem Event

in die deutsche Hauptstadt eingeladen.

Mit am Tisch der Geehrten saßen

deshalb auch Dr. Manfred Feurer und

Dr. Ludger Wolfgart, die als Pädagogischer

Leiter bzw. Bereichsleiter

Berufsbildung für das verbandliche

Fernstudium zuständig sind, das 2017

in den 21. Jahrgang startet.

Sie hatten der Jury erfolgreich nahegebracht,

dass Fabio Graw, der für die

Salzgitter Mannesmann Stahlservice

GmbH in Schwerte arbeitet, in seinem

dreijährigen Studium nicht nur

erfolgreiche Leistungen erbracht hat,

insbesondere im Rahmen seiner Studienarbeit,

sondern diesen Weiterbildungsgang

durch seinen Wunsch

nach einer passenden Fortsetzung an

einer deutschen Hochschule auch

werthaltiger aufgestellt hat.

Seit einiger Zeit verfolgt die BDS-

Berufsbildung das Ziel, das Fernstudium

mit Hilfe des Deutschen Qualifikationsrahmens

(DQR), der

sämtliche beruflichen sowie schulischen

und akademischen Abschlüsse

in einem achtstufigen und handlungsorientierten

System vergleichbar

macht, als Ausgangspunkt eines weiterführenden

Hochschulstudiums zu

etablieren, das möglichst ebenfalls

berufsbegleitend ablaufen sollte.

„Für ein solches Modell sind Kandidaten

wie Fabio Graw die besten

Argumente“, stellte Dr. Ludger Wolfgart

aus Anlass der erfolgten Nominierung

fest. Und Dr. Manfred

Feurer fügte hinzu, dass von entsprechenden

Studienergebnissen insbesondere

auch die entsendenden Unternehmen

profitieren. Feurer hatte erst

kürzlich in einer wissenschaftlichen

Arbeit an der Universität in Stuttgart-

Hohenheim eben diesen Erfolg nachgewiesen:

DQR- und damit handlungsorientierte

Bildungskarrieren, die mit

dem überschaubaren wirtschaftlichen

Aufwand des Fernlernens die Bindung

an die Unternehmen fördern

und diese Art von beruflicher Entwicklung

einer reinen Akademisierung

als gleichwertig entgegensetzen.

Vor der Verleihungsgala hatten

Mitglieder und Gäste des FDL Folgen

der Digitalisierung auch auf die

Berufsbildung diskutiert (vgl. Bericht

aus S. 27). Auch deshalb bot das Ballhaus

mit seinen antik nummerierten

Tischtelefonen zur Kontaktanbahnung

mit der Dame oder dem Herrn

des Herzens ein passendes Beispiel

dafür, sich Technik erfolgreich

zunutze zu machen – und am Ende

doch allein auf die direkte Kommunikation

von Menschen zu setzen und

in den Mittelpunkt deren Leistungen

zu stellen. Und davon gab es bei der

diesjährigen Preisverleihung ausreichend

zu bewundern. 2

26 Stahlreport 12|16


Mitgliederversammlung des Forums Distance-Learning

Engagierter Stahlhandel

Bildungsprogramme, Öffentlichkeitsarbeit, Statistiken, Gremien, Normen sowie der DQR waren

die wichtigsten Themen der Mitgliederversammlung des FDL Mitte November in Berlin. Für den

BDS nahm dessen Bereichsleiter Berufsbildung, Dr. Ludger Wolfgart, teil.

Der konnte nochmals den Dank

von Mirko Fretter, Präsident des

Forums DistancE-Learning (FDL),

dafür entgegennehmen, dass der Bundesverband

Deutscher Stahlhandel

(BDS) im Oktober in Düsseldorf Gastgeber

einer Konferenz über den Deutschen

Qualifikationsrahmen (DQR)

war. Bei der eintägigen Besprechung

war es in Anwesenheit von Vertretern

der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht

(ZFU) um den optimalen

Umgang der Fernstudieninstitute mit

diesem Instrument zur Einordnung

und Vergleichbarkeit berufsbildender

und akademischer Abschlüsse gegangen.

Dies bleibt für das FDL auch im

kommenden Jahr ein wichtiges Thema,

wurde auf der Mitgliederversamm-

lung deutlich – ebenso wie die entsprechenden

Fragen des Qualitätsmanagements,

die ebenfalls in den

entsprechenden Gremien des Fernlehrverbands

bearbeitet werden, etwa

im Pädagogischen Arbeitskreis oder in

den Anbietergruppen. Die werden auch

die Weiterentwicklung der Fernunterrichtsstatistik

verfolgen, die im Rahmen

einer Projektzusammenarbeit mit

dem Bundesinstitut für Berufsbildung

(BIBB) in diesem Jahr umgestellt wird.

Die Veröffentlichung der Zahlen

zur Nutzung von Fernunterricht in

Deutschland gehört traditionsgemäß

zu den öffentlichkeitswirksamsten

Leistungen des FDL, gefolgt von der

jährlichen Durchführung des Fernstudientages.

Der findet 2017 am

10.3. statt und soll bundesweit rund

150 einzelne Aktionen umfassen.

Auch wird für das kommende Jahr

wieder der Studienpreis DistancE-

Learning in acht Kategorien ausgelobt,

die Verleihungsgala ist für den

13.11.17 wieder in Berlin vorgesehen.

Am Tag danach findet in der

Hauptstadt die nächste FDL-Mitgliederversammlung

statt.

Bis dahin wird für die derzeit 130

FDL-Mitglieder und andere Interessierte

das verbandliche Bildungsprogramm

fortgesetzt, das zu den

relevanten Themen der Fernunterrichtsbranche

auch auf die entsprechenden

Methoden des elektronisch

unterstützten Fernlernens setzt. Ein

Thema in diesem Zusammenhang sind

beispielsweise die Zulassungsverfahren

bei der ZFU. 2

Prüfungsvorbereitungen für angehende Kaufleute

Förderwoche und Lernteam

Das Bildungszentrum des Groß- und Außenhandels hat ein umfangreiches neues Seminarprogramm

vorgelegt, aus dem für Auszubildende die Förderwochen zur Vorbereitung vor allem auf die schriftlichen

Prüfungen besonders interessant sind. Sinnvoll ergänzen kann man dieses Angebot u.a. durch

ein stahlhandelsspezifisches BDS-Lernteam, von dem die angehenden Kaufleute im Groß- und

Außenhandel dann in der mündlichen Prüfung profitieren können.

Die schriftlichen Prüfungen

zum Ende der Ausbildung finden im

kommenden Frühjahr bundesweit

einheitlich am 9. und 10.5.17 statt.

Sie beziehen sich vor allem auf das

sogenannte Berufsschulwissen. Die

mündlichen Prüfungen schließen

sich im Abstand von etwa sechs

Wochen an. In ihnen muss gemäß

Ausbildungsrahmenplan und Prüfungsordnung

dann auch u.a. das

branchenspezifische Fachwissen

eine entscheidende – etwa aus dem

Stahlhandel – eine Rolle spielen.

Entsprechend bietet die DAHD

Bildungszentrum Groß- und Außen-

handel GmbH zwischen Ende Februar

und Anfang April insgesamt

neun jeweils fünftägige Förderwochen

an – in Aschersleben, Berlin/

Brandenburg und vor allem in Goslar.

In dieser Stadt am Harz findet

vom 22.-24.5.17 auch das nächste

Lernteam zur Werkstoff- und Produktkunde

des Stahlhandels statt.

Es dauert rund drei Tage und vermittelt

jenes Fachwissen, das im entscheidenden

Prüfungsgespräch eine

wichtige Rolle spielen muss.

Eine andere Möglichkeit, sich

dieses Branchenwissen anzueignen,

das oft über das entsprechende Spektrum

des ausbildenden Unternehmens

hinausgeht, bieten die Arbeitskreise

des Stahlhandels, die in einigen

Städten bzw. Regionen

Deutschlands bestehen und über das

Jahr verteilt entsprechende Bildungsangebote

machen. 2

[ Info ]

Einzelheiten dazu hält der Bundesverband

Deutscher Stahlhandel (BDS) bereit:

Wynands-BDS@stahlhandel.com. Das Bildungszentrum

Groß- und Außenhandel

mit Sitz in Berlin ist über die E-Mail

info@dahd.de erreichbar.

Stahlreport 12|16

27


BDS

Berufsbildung

Nach bestandener Zwischenprüfung erleichtert

zeigten sich der 20. Jahrgang im Oktober …

… und der 19.Jahrgang in November im Tagungszentrum in Rösrath bei Köln,

wo die technischen bzw. die wirtschaftlichen Themen geprüft werden.

Neues aus den Jahrgängen des Fernstudiums

Zwischenprüfungen geschafft

Für insgesamt 52 Fernstudentinnen und Fernstudenten des Stahl-, NE-Metall- und Schrotthandels

haben der Oktober und der November Fortschritte gebracht: Alle 26 Kandidaten bestanden ihre

Zwischenprüfung im Fachbereich Technik, und sämtliche 26 Bewerber taten es ihnen drei Wochen

später zu den Themen der Wirtschaft gleich. In Rösrath bei Köln wurden jeweils anschließend

Grundlagen für das weitere berufsbegleitende und insgesamt dreijährige Studium gelegt – im Kreis

der Studenten ebenso wie bei den BDS-Akteuren.

Derzeit betreut der BDS in dieser

Weiterbildungsmaßnahme die

beiden genannten Jahrgänge 20 und

19; die nächste Gruppe (der 21. Jahrgang)

startet am 1. Juli des kommenden

Jahres. Ziel der Studentinnen

und Studenten ist ein Abschluss als

Betriebswirtinnen und Betriebswirte

– in den Varianten des Stahlhandels

(BDS), des NE-Metallhandels (Wirtschaftsverband

Großhandel Metallhalbzeug,

WGM) und des Schrotthandels

(Verband Deutscher Metallhändler,

VDM). Alle drei Varianten

sind von der Staatlichen Zentralstelle

für Fernunterricht (ZFU) zugelassen,

über den BDS vom Germanischen

Lloyd zertifiziert, markenrechtlich

geschützt und berufsbildungsbezogen

an der Stufe 7 des

achtteiligen Deutschen Qualifikationsrahmens

(DQR) ausgerichtet. Auf

der akademischen Seite des DQR ist

dies mit einem Masterabschluss vergleichbar,

der dort mit solchen Inhalten

allerdings nicht angeboten wird.

Das BDS/VDM/WGM-Studium erfolgt

teilbranchenspezifisch in den

Fachbereichen Technik (Werkstoffund

Produktkunde sowie Anarbeitung),

Wirtschaft (kaufmännische

Kompetenz und Führungskompetenz)

sowie Methoden (personale

und soziale Kompetenz).

Schriftlich und mündlich

Entsprechend waren die Prüfungen

im Oktober und im November inhaltlich

gestaltet. Sie umfassten jeweils

einen schriftlichen Teil mit 60 Fragen

im Multiple Choice-Verfahren

sowie eine mündliche Einzelprüfung

zu Fällen aus der entsprechenden

Branchenpraxis. Für das Ergebnis

angerechnet wurden zudem die

Resultate aus der Bearbeitung von

14 Studienbriefen zur Technik und

12 Studienbriefen zur Wirtschaft.

Angesichts dieser Leistungsfülle ist

es nicht verwunderlich, dass immer

wieder einzelne Fernstudentinnen

und Fernstudenten bereits auf dem

Weg zu den Zwischenprüfungen

aufgeben oder pausieren müssen.

Für den 20. Jahrgang steht im

November 2017 ebenfalls in Rösrath

die Zwischenprüfung zur Wirtschaft

an, während der 19. Jahrgang

jetzt mit dem Schreiben einer

Studienarbeit beginnt, um im Juni

2017 zur methodenorientierten

Abschlussprüfung in Karlsruhe

anzutreten. Entsprechend wurden

die Jahrgänge nach den Zwischenprüfungen

in Seminaren auf die

kommenden Aufgaben vorbereitet

– im Wirtschaftsseminar der 20.

und im Methodenseminar der 19.

Jahrgang.

Reformist

Der 21. Jahrgang, der Mitte des kommenden

Jahres mit einem Einführungsseminar

in Soltau beginnt,

soll im Übrigen in einem inhaltlich

und methodisch reformierten System

studieren, für das der BDS zum

anstehenden Jahreswechsel bei der

28 Stahlreport 12|16


Foto: BDS

ZFU die Zulassung beantragen wird.

Im Mittelpunkt der Reform steht

die Digitalisierung der Studieninhalte,

die in Zukunft über die elektronische

Bildungsplattform OLAT

vermittelt werden können. Sie soll

zudem zunehmend für die Kommunikation

und die Administration

genutzt werden. Wesentlicher

Bestandteil der Reform ist zudem

die Etablierung eines kontinuierlichen

Verbesserungsprozesses, der

das handlungsorientierte Fernstudium

dauerhaft an der Branchenrealität

ausrichten und zudem dafür

sorgen soll, dass es sich inhaltlich

sowie didaktisch und methodisch

am jeweiligen Stand der Wissenschaft

ausrichtet. Gesteuert wird

dieser Prozess über einen Ende

Oktober konstituierten Studienbeirat

aus den drei beteiligten Verbänden

BDS, VDM und WGM.

Vor diesem Hintergrund haben

unterschiedliche Fachkreise die

Gelegenheit der Prüfungen dazu

genutzt, Details der Studienreform

zu diskutieren. So wurden am Rande

der Veranstaltungen, zu denen je

rund ein Dutzend Prüferinnen und

Prüfer anreisten, die neuen Themens

trukturen insbesondere für die

Fachbereiche Wirtschaft und Methoden

diskutiert. Außerdem ging es

um die Frage, ob und wie erfolgreiche

Absolventen berufliche Weiterbildung

an einer deutschen Hochschule

fortsetzen können.

Verbindlich

Verbindliche Anmeldungen für den

neuen Jahrgang werden im Laufe

des ersten Quartals 2017 auf von

der ZFU zuzulassenden Formularen

möglich sein. Bis dahin nimmt

der BDS verbindliche Reservierungen

von Studienplätzen entgegen –

unter Hinweis auf eine Mindestteilnehmerzahl

von 15 Personen: Wolfgart-BDS@stahlhandel.com.

2

Quellen, 2: BDS, VDM und WGM

erfolgreiche zwischenprüfungen

Diese Kandidatinnen und Kandidaten bestanden ihre Zwischenprüfungen im 20. Jahrgang …

Baar, Stephan Salzgitter Mannesmann Stahlhandel GmbH 12489 Berlin

Bauert, Claudia Oskar Rüegg AG CH-8645 Jona

Bierkandt, Lisa Artur Naumann Stahl AG 40549 Düsseldorf

Böhme, Martin ROSAG 02788 Hirschfelde

Buchheit, Grégory F. W. Hempel Metallurgical GmbH 46149 Oberhausen

Bunzemeier, Christian Holter Eisenhandel, Voßhenrich GmbH & Co. KG 33758 Schloß Holte Stukenbrock

Burkhardt, Björn Weinmann Aach AG 72280 Dornstetten

Grossmayer, Rene AMARI Austria GmbH A-5600 St. Johann im Pongau

Gschwandtner, Thomas AMARI Austria GmbH A-5600 St. Johann im Pongau

Haerting, Jan-Philipp W. Hartmann & Co. (GmbH & Co. KG) 22113 Oststeinbek

Keson, Patrick Häuselmann Metall GmbH 68199 Mannheim

Maier, Thorsten Hans Dewald GmbH 74385 Pleidelsheim

Mieß, Julia ThyssenKrupp Schulte GmbH 93055 Regensburg

Mühlbauer, Markus Schwermetall Halbzeugwerk GmbH & Co. KG 52223 Stolberg

Papajewski, Daniel Holter Eisenhandel, Voßhenrich GmbH & Co. KG 33758 Schloß Holte Stukenbrock

Pauling, Jan-Hendrik Otto Müller GmbH & Co. KG 30179 Hannover

Rademacher, Marvin Eisen-Fischer GmbH & Co. KG 65555 Limburg

Roschat, Thorben Adolf Richter Stahl-Metalle-Kunststoffe GmbH 24145 Kiel

Ruppenthal, Philipp Alois Schmitt GmbH & Co. KG 76227 Karlsruhe

Schaumberg, Marian Salzgitter Mannesmann Stahlhandel GmbH 12489 Berlin

Schmidjell, Michael J. Grassmayr Metallhandel GmbH A-6020 Innsbruck

Tekin, Orhan Bühler Stahl- und Metallservice GmbH & Co. KG 75172 Pforzheim

Wachtmann, Michael Wachtmann Rohstoffhandel GmbH 32051 Herford

Wilhelmy, Hendrik Limekon GmbH 32694 Dörentrup/Bega

Wünsche, Claudia Stahl Center Leipzig GmbH 04357 Leipzig

Zero , Sven RUHR STAHL HANDEL GmbH & Co. KG 45721 Haltern am See

… und im 19. Jahrgang.

Baumert, Vincent Dorow & Sohn KG 04758 Oschatz

Chlodek, Chris Salzgitter Mannesmann Stahlhandel GmbH 45964 Gladbeck

Dietl, Jonathan Gebr. Lotter KG 71636 Ludwigsburg

Doepke, Jannes Universal Eisen und Stahl GmbH 30453 Hannover

Dumalski, Michael ArcelorMittal Stahlhandel GmbH 23843 Bad Oldesloe

Föhr, Christian Schmolz + Bickenbach Distributions GmbH 40549 Düsseldorf

Fuschera-Petersen, Hauke Georg C. Hansen GmbH & Co. KG

25813 Husum

Gabor, Thomas Heinemeyer Stahlhandel GmbH 76437 Rastatt

Haug, Florian Gebr. Lotter KG 71636 Ludwigsburg

Häusleigner, Manuel HEFELE GmbH & Co. KG 94447 Plattling

Herrmann, Andy Gustav Gross Stahlhandel GmbH 24941 Flensburg

Holzer, Jonas BIEBER + MARBURG + CO KG 35394 Gießen

Huber, Alwina ArcelorMittal Stahlhandel GmbH 93055 Regensburg

Hüllbrock, Julian Mosecker GmbH & Co. KG 33378 Rheda-Wiedenbrück

Knöpfler, Vinzenz EHG Thommel GmbH 88255 Baienfurt

Koch, Eugen BIEBER + MARBURG + CO KG 35394 Gießen

Kötter, Christian Hydro Aluminium Rolled Products GmbH 21129 Hamburg

Krispin, Denny Salzgitter Mannesmann Stahlhandel GmbH 06366 Köthen

Lenz, Marco Laun GmbH 78658 Zimmern o.R.

Lorenz, Kai Heinemeyer Stahlhandel GmbH 76437 Rastatt

Nürmberger, Steve Köstner Stahlzentrum GmbH 08523 Plauen

Piesch, Alexander AMARI Austria GmbH A-5600 St. Johann im Pongau

Riede, Sina Bucher Stahlhandel GmbH 78628 Rottweil

Schelenz, Kevin Eisen & Sanitär M. Bauer GmbH 95448 Bayreuth

Schick, Fabian Carl Spaeter GmbH 74321 Bietigheim-Bissingen

Welsch, Marlo KAUFMANN Stahl- und Metallhandel GmbH 50859 Köln

Stahlreport 12|16

29


BDS

Berufsbildung/Kommunikation

Stahlhandelsakademie zum Betonstahltag

Sich und andere bilden

Die als Betriebswirte erfolgreichen Absolventen des Fernstudiums sind aufgefordert, sich aus Anlass

des Betonstahltages, des Q&E-Tages, des Flachtages sowie der Jahrestagung der Kaufmännischen

Ausbildungsleiter in die Verbesserung der entsprechenden Unterrichtsmaterialien einzubringen.

Eine Einladung dazu hat der BDS jetzt im Rahmen der Aktivitäten der Stahlhandelsakademie

verschickt und aufgerufen, sowohl sich als auch andere beruflich zu bilden.

Quelle: BDS

Ziel der von der Stiftung des

Deutschen Stahlhandels unterstützten

Akademieaktivitäten ist es nämlich,

einerseits die spezifischen Kompetenzen

der Absolventen des Fernstudiums

auf hohem Niveau weiterzuentwickeln

und sie andererseits

gleichzeitig für die Berufsbildung

der gesamten Branche zu nutzen.

Eine erste Gelegenheit dazu bietet im

neuen Jahr der Betonstahltag am

12.1.17 in Darmstadt (vgl. dazu auch

die gesonderte Berichterstattung in

diesem Heft, S. 32).

Entsprechend geht es im Rahmen

der StahlhandelsAkademie

dann darum, für diese Zielgruppe

ein produktspezisches Gesprächsforum

zu bieten, um anschließend

Logo der StahlhandelsAkademie

StahlhandelsAkademie

Verbesserungen insbesondere in die

Studienunterlagen zum Betonstahl

einbringen zu können. Deshalb hat

der Bundesverband Deutscher Stahlhandel

(BDS) in dieser Produkt sparte

engagierte Absolventen für den Vorabend

des Betonstahltages zu einem

Arbeitsessen eingeladen und bietet

die Teilnahme an dem folgenden

Branchentreffen zu Mitgliederkonditionen

an.

Ähnliche Gelegenheiten bieten

im ersten Halbjahr 2017 in Sachen

Qualitäts- und Edelstahl der Q&E-

Tag am 9.2.17 in Düsseldorf (vgl.

ebenfalls ges. Bericht in diesem Heft)

sowie der Flachtag am 30.3.17 in

Düsseldorf und schließlich die

Tagung der Kaufmännischen Ausbildungsleiter

am 26./27.4.17 im mittelbadischen

Achern.

Insbesondere dort kulminieren

die aktuellen Bemühungen zur weiteren

Verbesserung der Berufsbildung

im Stahlhandel. Die Ausbildungsleitertagung

fokussiert diese

nämlich auf den gegenwärtigen

„Megatrend“ der Digitalisierung, die

der Branche tendenziell ganz neue

Geschäftsmodelle beschert, zu denen

der Stahlhandelsnachwuchs in den

kommenden Jahren kontinuierlich

und kompetent informiert werden

muss. Das gilt nicht nur für die branchenspezische

Weiterbildung, sondern

beispielsweise auch für die

gerade anstehende Neuordnung der

Ausbildung zu Kaufleuten im Großund

Außenhandel.

Die Einladungsschreiben zu den

erwähnten Treffen im ersten Halbjahr

2017 hat der BDS Ende November

an die gut 100 Betriebswirtinnen

und Betriebswirte des Stahlhandels

verschickt. Auf diese Weise noch

nicht versorgte Absolventen des

Fernstudiums können sich beim

Bereichsleiter Berufsbildung des

BDS melden: Wolfgart-BDS@stahlhandel.com.

2

30 Stahlreport 12|16


Foto: BDS

Die europäischen Stahlhandelsverbände setzen auf virtuelle und auf reale Kommunikation.

Treffen der europäischen Verbandsvertreter in Budapest

Voneinander lernen –

Potenziale bündeln

Vertreter von Stahlhandelsverbänden aus 14 europäischen Ländern

trafen sich Anfang November auf Einladung des ungarischen MAFE

zum Gedankenaustausch in Budapest. Organisiert wurde das Treffen

von der europäischen Stahlhandelsvereinigung Eurometal. Im

Vordergrund stand dabei die Frage, was die einzelnen Organisationen

von den anderen Kollegenverbänden lernen können und wo

gemeinsame Potenziale schlummern.

Im Vorfeld des Treffens bei

dem ungarischen Verband wurde zu

diesem Zweck ein Abgleich der unterschiedlichen

Leistungskataloge durchgeführt.

Erwähnenswert dabei ist,

dass alle 17 bei Eurometal organisierten

Verbände Gesprächsrunden sowie

Konferenzen organisieren und die

Mehrzahl Statistiken zum Marktgeschehen

erhebt. Auch Seminare stehen

bei einigen Verbänden auf dem

Programm. Rechtliche Beratung für

Mitgliedsunternehmen bieten nur

wenige an. Fachbücher werden nur

von drei Organisationen verlegt.

Ein weiterer Punkt des Treffens, an

dem vom Bundesverband Deutschen

Stahlhandel (BDS) Vorstand Oliver

Ellermann und Jörg Feger, Bereichsleiter

Research, teilgenommen haben,

war das Bestreben nach einer engeren

europäischen Vernetzung zu aktuellen

Fachthemen. So wurde auf der

Website von Eurometal in einem

geschützten Bereich ein sogenanntes

Knowledge Center eingerichtet, in das

man Informationen einstellen und

über das man sich zu den unterschiedlichen

Themen schnell sowie formlos

austauschen kann. 2

Runde Mitgliedschaften

Sechs besondere, weil runde Jubiläen der Mitgliedschaft im BDS gehören zu

diesem Jahresende. Das entsprechende Spektrum im November und Dezember

reicht von fünf bis 65 Jahren, hat der Bundesverband Deutscher Stahlhandel

(BDS) mitgeteilt.

z Auf sechseinhalb Jahrzehnte Mitgliedschaft konnte am 4.12.16 die Walter

Patz GmbH in 57555 Mudersbach/Sieg zurückblicken.

z Und auf zweieinhalb Jahrzehnte im BDS hat es bereits am 27.11.16 die FIBO-

FLANSCH-ROHR Handels GmbH in 85386 Eching gebracht.

z Seit zwei Jahrzehnten dabei war am 1.11.16 die Heitmann Stahlhandel GmbH

& Co. KG in 46049 Oberhausen.

z Drei Unternehmen schließlich sind dem BDS seit jeweils fünf Jahren treu:

Friedrich Remmert GmbH in 32584 Löhne (29.11.16), ATTEC International in

40468 Düsseldorf (29.11.16) und die Progress Maschinen & Automation AG

in I-39042 Brixen (29.12.16).

Qualitäts- und Edelbaustahl

BDS und EHV laden zum

Q&E-Tag in Düsseldorf

Qualitäts- und Edelbaustahl stehen

im Mittelpunkt des Q&E-Tages, zu dem der

BDS in Kooperation mit der Edelstahlhandels-Vereinigung

(EHV) für den 9.2.17 nach

Düsseldorf in das dortige Van der Valk

Airporthotel einlädt. Zum Programm

gehört auch eine Posterausstellung, am

Vorabend gibt es ein Get-together.

Die Vorträge zum Q&E-Tag nehmen insbesondere

die Konjunktur- sowie die Marktentwicklungen

für 2017 in den Blick:

z Eröffnung des Q & E-Tages 2017, Ralf

Winterfeld (EHV) + Oliver Ellermann (BDS)

z Marktentwicklung 2017 – Die aktuelle

Perspektive, Jochen Schröder, RCG AG

z Techniktrends in der Stahlproduktion,

Frank Wilke, Deutsche Edelstahlwerke

GmbH

z Maschinenbau: Konjunkturaussichten

2017, Olaf Wortmann, VDMA

z Aktuelle Rechtsprechung zu Vertragsbeziehungen,

Tim Lieber, LL.M. (UK),

Henseler & Partner Rechtsanwälte

Der Bundesverband Deutscher Stahlhandel

(BDS) und die EHV haben angekündigt,

dass Ausrüster und Dienstleister der Branche

begleitend zur Tagung im Rahmen

einer Posterausstellung ihre Produkte und

Services präsentieren. Erwartet werden

zum Q&E-Tag rund 100 Teilnehmerinnen

und Teilnehmer. Bereits am Abend 8.2.

haben sie die Möglichkeit, sich kennenzulernen

und auf die Tagung einzustimmen.

Der Q&E-Tag am 9.2.17 reiht sich ein in

das Spektrum von insgesamt vier Kooperationsveranstaltungen,

in denen der BDS in

der ersten Hälfte des kommenden Jahres

branchentypische Themen aufgreift. Eingeladen

ist außerdem noch zum Betonstahltag

am 12.1.17 in Darmstadt, zum Flachtag

am 30.3.17 in Düsseldorf und zur Tagung

der Kaufmännischen Ausbildungsleiter am

26./27.4.17 im mittelbadischen Achern.

[ Info ]

Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten

zum Q&E-Tag gibt es unter

www.stahlhandel.com/QE-Tag2017

Stahlreport 12|16

31


BDS

Kommunikation/Betonstahltag

Fachbeiträge zu Recht, Wirtschaft, Technik

Betonstahltag 2017

Am 12. Januar startet das BDS-Veranstaltungsjahr in Darmstadt

mit dem Betonstahltag 2017. Im Fokus steht damit gleich zu Jahresbeginn

eines der traditionsreichsten und immer noch wichtigsten

Produkte des lagerhaltenden Stahlhandels. Auf dem Programm

stehen Fachbeiträge zu aktuellen Entwicklungen der Branche in

Technik, Wirtschaft und Recht.

Programm – Betonstahltag 2017

Der „Betonstahltag“ wird im

Januar 2017 zum zweiten Mal von

BDS und IBS veranstaltet. Neben

Fachbeiträgen zu aktuellen Entwicklungen

in Sachen Betonstahl gehört

9:00 Uhr Eröffnung

Oliver Ellermann,

Vorstand BDS

9:15 Uhr Baukonjunktur 2017

Dipl.-Oec. Heinrich Weitz,

Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e. V.

10:00 Uhr Kaffeepause

10:30 Uhr EN 10080

Dr.-Ing. Jörg Moersch,

Max Aicher GmbH & Co. KG

11:15 Uhr Entschärfung der Zusatzregeln für große

Stabdurchmesser

Dipl.-Ing. Janna Schoening,

RWTH Aachen

12:00 Uhr Mittagspause

13:00 Uhr Betonstahl – Biegen bei tiefen Temperaturen –

Anforderungen Regelwerk vs. Praxis

Robert Adams, Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Breit,

Technische Universität Kaiserslautern

13:30 Uhr Feuerverzinken von Betonstahl –

Grundlagen und neue Forschungsergebnisse

Dipl.-Ing. Patrick Düren-Rost,

Institut Feuerverzinken

Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Breit,

Technische Universität Kaiserslautern

14:30 Uhr Kaffeepause

15:00 Uhr Aktuelle Rechtsprechung zu den Vertragsbeziehungen

zwischen Biegebetrieben und deren Kunden

RA Tim Lieber, LL.M. (UK),

Henseler & Partner Rechtsanwälte

15:45 Uhr Ende

auch wieder eine Ausstellung für

Ausrüster zur Tagung. Mit dabei sind

in diesem Jahr u.a. die Progress

Maschinen & Automation AG, Nissen

& Velten Software GmbH, der Industrieverband

Feuerverzinken e.V., die

EVG Entwicklungs- u. Verwertungs-

Gesellschaft m.b.H., die Arbeitsgemeinschaft

Deutscher Zertifizierungsstellen

für Bewehrungen

(ADZB) sowie die GWS Gesellschaft

für Warenwirtschafts-Systeme mbH.

Get-together am Vorabend

Für das informelle Gespräch – das

Networking – unter Kollegen, Marktteilnehmern

und Experten gibt es

am Vorabend der Veranstaltung

eigens ein gemeinsames Get-together,

zu dem sich die Teilnehmer

gesondert anmelden können.

Kongressteilnehmer haben im

Darmstädter „Welcome Hotel“ für

die Nacht vom 11. auf den 12.1. die

Möglichkeit, aus einem reservierten

Zimmerkontingent – aus dem

spätestens bis zum 31.12.16 abgerufen

werden kann – zu Vorzugskonditionen

zu buchen. Anmeldungen

zum Kongress erbitten die beiden

veranstaltenden Verbände per Fax an

+49 211 86497-22 oder per E-Mail

an mail@isb-ev.de bzw. infobds@stahlhandel.com.

Die Teilnahme kostet für Verbandsmitglieder

175 €/Person,

Nicht-Mitglieder bezahlen 275 €/Person.

Übernachtungen im Welcome

Hotel und die Teilnahme am Get-

Together des Vorabends buchen die

Teilnehmer auf eigene Rechnung.2

32 Stahlreport 12|16


Betonstahl effizienter richten und schneiden

Produktiver dank schnellem Coilwechsel

Um die Produktionskontinuität zu verbessern und die Produktivität einer Anlage zu steigern, genügen

oft verhältnismäßig kleine Änderungen und geringe Investitionen. Für das Richten, Schneiden und

Biegen von Betonstahl vom Coil hat Progress Maschinen & Automation zwei Konzepte entwickelt, die

den Produktionsablauf erheblich beschleunigen. So können mithilfe von Lösungen für einen schnellen

Coilwechsel dem Hersteller zufolge die Stillstandzeiten auf ein Minimum reduziert oder sogar gänzlich

eliminiert werden. Zudem soll ein neuartiges Auslaufsystem es ermöglichen, die Taktzeit von

Schneide- und Biegemaschinen auf ein Maximum zu steigern.

Eine optimale Produktionskontinuität

ist für die Effizienz einer Produktionsanlage

von elementarer

Bedeutung. Sind alle Prozesse ideal

aufeinander abgestimmt und ausreichend

automatisiert, kann die Kapazität

der Anlagen optimal ausgenutzt

werden.

Progress Maschinen & Automation

AG, ein Unternehmen der PROGRESS

GROUP, konzentriert sich seit Jahren

auf die Entwicklung von Lösungen

zur Produktivitätssteigerung

und integriert diese in Maschinen

und Anlagen. Bei der Bearbeitung

von Betonstahl vom Coil ermöglichen

es zwei neue Konzepte, die Produktivität

bedeutend zu steigern.

Weniger Stillstandzeiten

Beim Richten und Schneiden von

gespultem Betonstahl kann der Coilwechsel

hohe Stillstandzeiten der

Richt- und Schneidemaschinen nach

Fotos: Progress

Stillstandszeiten von Richt- und Schneidemaschinen können durch vollautomatische

Wendeeinrichtungen oder Doppelhaspeln reduziert werden (im Bild die Wechseleinheit

für eine Doppelbelegung der Drähte).

Der neuartige Revolverauslauf sorgt für Höchstleistung beim

Schneiden von Stäben.

Stahlreport 12|16

33


BDS

Kommunikation/Betonstahltag

Im Vergleich zum

Stehenden Schnitt

kann der Revolverauslauf

in Kombination

mit dem Fliegenden

Schnitt die Taktzeit

um mindestens

ein Drittel beschleunigen.

Steigerung der Produktionsleistung durch den Einsatz neuester Technologie

[ Kontakt ]

Progress Maschinen

& Automation AG

39042 Brixen,

Italien

+ 39 0472 979100

www.progress-m.com

info@progress-m.com

pel, welche ein Höchstmaß an Sicherheit

selbst bei hoher Produktionsgeschwindigkeit

gewährleistet.

Neues Auslaufsystem

erhöht Taktzeit

Ein Revolverauslauf genanntes neues

Auslaufsystem ist dem Unternehmen

zufolge in der Lage, die Taktzeit

beim Schneiden und Biegen von Stäben

zu erhöhen und die Leistung

einer Richtmaschine bzw. Richt- und

Biegemaschine bedeutend zu steigern.

Zusammen mit dem „fliegen-

sich ziehen. Eine Beschleunigung

dieses Prozesses ermöglicht es, diese

Zeiten zu reduzieren und damit die

Produktivität zu steigern.

Um dies zu erreichen, können

entweder vollautomatische Wechseleinrichtungen

oder Doppelhaspeln

eingesetzt werden. Bei letztgenannter

Lösung werden Coils mit gleichem

Drahtdurchmesser bei laufender Produktion

gewechselt. Durch die Doppelbelegung

kann die Leistung der

Anlage erhöht werden, ebenso wie

durch die Einzelabsicherung der Hasden

Schnitt“, der die Stäbe bei fahrendem

Vorschub exakt ablängt,

könne die Produktionsleistung bei

kurzen Stäben (2 m) im Vergleich

zum „stehenden Schnitt“ um gut das

Doppelte gesteigert werden.

Bei einer Stablänge von 10 m wird

die Leistungssteigerung immer noch

mit gut einem Drittel beziffert. Der

Revolverauslauf kann dabei nicht nur

bei Richtmaschinen, sondern –

zusätzlich mit Biegeköpfen ausgestattet

– auch bei Richt- und Biegemaschinen

eingesetzt werden. 2

Swiss Steel führt neuen Betonstahl in Deutschland ein

Fünfmal beständiger gegen Korrosion

Korrosionsschäden im Hoch- und Tiefbau

sind häufig und kostspielig. Mit dem

Betonstahl Top12-500 präsentiert der Spezialstahlhersteller

Swiss Steel eine langlebige

Werkstofflösung. Das Stahlprodukt ist fünfmal

korrosionsbeständiger als der konventionell

eingesetzte B500B und trägt dazu bei,

die Lebensdauer von Infrastrukturbauwerken,

wie Tunneln und Brücken, zu steigern.

Bauwerke im Hochbau können leichter und

filigraner konstruiert werden.

Anwender könnten so ihre Kosten senken und

ihre Wettbewerbskraft erhöhen. Seit September

2016 ist der Top12-500 durch das Deutsche

Institut für Bautechnik für den deutschen

Markt zugelassen.

In über 1.000 Schweizer Bauprojekten im

Hoch- und Tiefbau hat sich der Top12-500 von

Swiss Steel dem Unternehmen zufolge bereits

als optimale Alternative zum B500B bewiesen.

Mit dem Einsatz als Bewehrung von Brückenpfeilern

sollen Kunden bis zu zwei Sanierungsintervalle

sparen können. Die Bewehrungsüberdeckung

der Betondecke einer

Vogelvoliere konnte dank der hervorragenden

mechanisch-technologischen Stahleigenschaften

zudem auf ein Mindestmaß reduziert werden.

Dies ermögliche, hohen Ansprüchen an

eine schlanke Bauweise gerecht zu werden.

Mit dem Top12-500 biete das Tochterunternehmen

der SCHMOLZ + BICKENBACH-

Gruppe eine kostengünstige Lösung, die Korrosion

zuverlässig standhält, wie das

Unternehmen verspricht: Risse und Abplatzungen

am Beton, wie sie durch Karbonatisierung

entstehen können, sowie ein Querschnittsverlust

der Bewehrung bedingt durch

Lochfraß sollen effektiv vermieden werden.

Beim Top12-500 handelt es sich um einen

hochlegierten, nichtrostenden Betonstahl mit

Foto: Swiss Steel

Mit seiner Beständigkeit gegen Korrosion ermöglicht

der Top12-500 die Konstruktion langlebiger

Bauwerke, z.B. als Bewehrung von Kappen oder

Schrammborden.

der Werkstoffnummer 1.4003. Das Stahlprodukt

von Swiss Steel ist normiert nach DIN EN

488, EN 10088, SIA 262 und SIA 2029. In

Deutschland ist der gerippte Stabstahl in

Abmessungen von 8 bis 14 mm erhältlich, wie

das Unternehmen meldet.

34 Stahlreport 12|16


„Responsive Webdesign“

soll für eine benutzerfreundliche

Darstellung

auf stationären und mobilen

Endgeräten sorgen.

Neu entwickelter Webshop von Nissen & Velten

Für den Produktionsverbindungshandel

Das auch beim Betonstahltag am 12.1.17 in Darmstadt vertretene Softwarehaus Nissen & Velten

bringt zum Jahresende 2016 einen neu entwickelten Webshop auf den Markt: eNVenta eGate bietet

E-Business-Funktionalitäten für den Großhandel und soll die Unternehmenssoftware eNVenta ERP

ergänzen, z.B. baunah. Erster Anwender ist der Produktionsverbindungshandel Eisen-Pfeiffer.

Die für den Großhandel charakteristischen

kundenindividuellen

Preise und Rabatte werden von

eNVenta eGate just-in-time aus

eNVenta ERP bezogen und den Kunden

im Webshop angezeigt. Separate

Datenbanken für ERP-System

und Webshop sollen eine umfassende

Produktdatenhaltung und

Merkmalspflege erlauben.

Dabei ist es Ziel des neuen Angebots,

den Kunden des Handels ein

Webportal zu bieten, in dem alle

individuellen Angebote, Aufträge

und Retouren jeweils mit dem aktuellen

Status abrufbar sind. In der

individuellen „Timeline“ des Kunden

erscheinen nach Entwicklerangaben

sämtliche Vorgänge und

Bestellungen unabhängig davon, ob

sie online, telefonisch oder im Thekenverkauf

im Laden initiiert wurden.

Zudem ließen sich Retouren

online abwickeln sowie Rahmenaufträge

und -abrufe verwalten. Darüber

hinaus könnten die Webshop-

Kunden auch etwa Bauobjekte

anlegen und Bestellungen zuordnen.

Auch hierbei würden die individuellen

Kundenkonditionen berücksichtigt.

eNVenta eGate ist mit einer Produktpräsentation

und einer Produkt-

suche sowie einem Webdesign entwickelt

worden, das für eine benutzerfreundliche

Darstellung auf stationären

Computern und mobilen

Endgeräten sorgen soll. Die Oberfläche

könne ohne Programmierung

an das jeweilige Firmendesign angepasst

werden.

Der erste Kunde, der das neue

Produkt einführt, ist die Carl Pfeiffer

GmbH & Co. KG, ein Produktionsverbindungshandel

mit Sitz im

Stockach, der 185 Mitarbeiter

beschäftigt. Weitere Technische

Händler haben sich bereits für die

neue E-Commerce-Lösung entschieden

und werden sie im Jahr 2017

initiieren.

„ERP-System, E-Commerce-

Lösung und Lagerverwaltungssystem

aus einer Hand bieten dem Handel

strategische Vorteile. Deshalb

entwickeln wir diese Kernelemente

des Multichannel-Handels alle bei

uns im Unternehmen. Für eNVenta

eGate werden wir im kommenden

Jahr weitere attraktive B2B-Funktionen

bereitstellen“, sagt Jörg Nissen,

Geschäftsführer der Nissen & Velten

Software GmbH.

Zum Hintergrund der Innovation:

Einer Studie des Instituts für

Handelsforschung zufolge werden

im B2B-Markt in Deutschland jährlich

870 Mrd. € im Online-Geschäftsverkehr

umgesetzt. Der Anteil den

Webshop-Umsätze daran haben, ist

noch relativ gering, wächst aber sehr

schnell. Nicht zuletzt sind die großen

E-Commerce-Marktplätze mit

spezialisierten Angeboten in diesen

Markt eingetreten. Mit eNVenta

eGate will Nissen & Velten den Großhandel

dabei unterstützen, auch im

Geschäft Business to Business (B2B)

durch passgenauen Kundenservice

Marktanteile zu verteidigen und

neue Zielgruppen zu gewinnen.

Die Nissen & Velten Software

GmbH steht seit mehr als 25 Jahren

für die Entwicklung von Unternehmenssoftware

für den Mittelstand.

Das inhabergeführte Softwarehaus

mit Hauptsitz in Stockach (Kreis

Konstanz) und Niederlassungen in

Kassel und Osnabrück beschäftigt

derzeit 75 Mitarbeiter. 2

Jörg Nissen,

Geschäftsführer Nissen

& Velten, betont

den Nutzen der Integration

von ERP, LVS

und E-Commerce.

Stahlreport 12|16

35


BDS

Kommunikation/Betonstahltag

Innovationspreis Feuerverzinken

1. Preis für korrosionsgeschütze Bewehrung

Zum siebten Mal hat der Industrieverband Feuerverzinken, der auch auf dem Betonstahltag am 12.1.17

in Darmstadt ausstellt, u.a. zu diesem Themenbereich den Innovationspreis Feuerverzinken

verliehen. Die aus dem Vorstand des Verbandes bestehende Jury vergab eine Anerkennung, einen

zweiten sowie – in Sachen Betonstahl – einen ersten Preis.

An höchster Stelle ausgezeichnet

wurden Koschany + Zimmer

Architekten für den Einsatz feuerverzinkter

Bewehrung an Fahrbahnen

in zwei Parkhäusern in Mülheim.

Die Jury sagte hierzu: „Im Parkhausbau

ist die Korrosion des Betonstahls

ein bekanntes Problem. Dies

gilt für reine Betonkonstruktionen

und auch für Parkhäuser in Stahlbauweise,

deren Decken zumeist in

Beton ausgeführt werden. Neben der

Karbonatisierung führt vor allem

von Fahrzeugen eingeschlepptes und

mit Tausalzen belastetes Wasser im

Winter zu erheblichen Chloridbelastungen

und verursacht Korrosionsschäden

an der Stahlbewehrung im

Beton. Durch den Einsatz von feuerverzinktem

Stahl kann dieser Prozess

verhindert beziehungsweise in

erheblichem Maße hinausgezögert

werden. Hierdurch werden langfristig

Sanierungskosten vermieden und

Ressourcen geschont. Koschany +

Zimmer Architekten haben mit ihrer

klugen Entscheidung die Fahrbahnen

von zwei Parkhäusern in Mülheim

in feuerverzinktem Bewehrungsstahl

auszuführen ein

wegweisendes Zeichen gesetzt und

Foto: Industrieverband Feuerverzinken

An erster Stelle des Innovationspreises Feuerverzinken 2016: Fahrbahn des

Parkhauses Aldi Süd Burgstraße mit feuerverzinkter Bewehrung.

einen Beitrag zur Verbesserung der

Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit

im Parkhausbau geleistet. Das

Projekt ist nicht nur aus bautechnischer

Sicht eine echte Innovation,

sondern besitzt auch unter architektonischen

Aspekten Vorbildcharakter

für nachfolgende Bauten.“

Der zweite Preis ging an RMA

Reichardt-Maas-Assoziierte Architekten

für das Projekt "Kalthalle für

Kunststofflagerung“. Lendler Ausstellungsarchitektur

erhielt für die

Einreichung „Wanderausstellung

‚Israelis & Deutsche‘ eine Anerkennung.

Der Industrieverband Feuerverzinken

e.V. und seine Serviceorganisation,

das Institut Feuerverzinken

GmbH, vertreten die deutsche Stückverzinkungsindustrie.

Im Jahr 2015

wurden in Deutschland mehr als 1,8

Mio. t Stahl stückverzinkt. Wichtige

Anwendungsbereiche des Korrosionsschutzes

durch Feuerverzinken

sind u. a. Architektur und Bauwesen

sowie die Verkehrstechnik und

der Fahrzeugbau. 2

[ Info ]

Informationen zum Feuerverzinken gibt

es auch unter: www.feuerverzinken.com

Großes Interesse

Warum Einkaufsverbünde nach Darmstadt schauen

Sowohl Nordwest als auch EDE haben

großes Interesse am Betonstahltag am

12.1.16 in Darmstadt. Zur Rolle des Produktes

Betonstahl haben sich aktuell beide Einkaufsorganisationen

geäußert.

„Etwa 40 % unseres Handelsvolumens im

Stahlbereich generieren sich aus Betonstahl.

Für eine große Anzahl unserer Handelspartner

ist Betonstahl ein unverzichtbares Produkt.

Aus diesem Grund ist der Betonstahltag

des BDS elementar für uns. Wir

erwarten, dort viele unserer Handelspartner

zu treffen, interessante Gespräche zu führen

und auch neue Kontakte knüpfen zu können.“

Das sagte Christopher Rüther,

Bereichsleiter Stahl & Werkstoffe der NORD-

WEST Handel AG mit Sitz in Dortmund

Anfang November in einem Interview dem

Stahlreport.

Das Wuppertaler E/D/E (Einkaufsbüro

Deutscher Eisenhändler GmbH) hatte einen

Monat vorher bekanntgegeben, dass mit

der Ausgründung des bisherigen Geschäftsbereichs

UNION STAHL-HANDEL in die ESH

EURO STAHl-Handel GmbH & Co. KG die

strategische Entwicklung im Stahlbereich

forciert werden soll. Mit der Gründung der

ESH soll der Fokus neben Betonstahl und

Baustahlmatten künftig stärker auch auf

Formstahl und Trägern, Rohren, Fachprodukten

sowie Stabstahl liegen. Dazu Joachim

Hiemeyer, Mitglied der EDE-

Geschäftsführung: „Wir wollen Stärken

bündeln …“

36 Stahlreport 12|16


Recht

Bestimmte nahtlose Rohre mit Ursprung in China

Vorläufiger Antidumpingzoll

Die EU-Kommission hat mit Wirkung vom 13.11.2016 für einen Zeitraum von höchstens sechs

Monaten einen vorläufigen Antidumpingzoll auf die Einfuhren bestimmter nahtloser Rohre aus

Eisen (ausgenommen aus Gusseisen) oder Stahl (ausgenommen aus nichtrostendem Stahl) mit

kreisförmigem Querschnitt und einem Außendurchmesser von mehr als 406,4 mm mit Ursprung in

der Volksrepublik China eingeführt.

Die von der vorläufigen Maßnahme

betroffenen Waren werden

derzeit unter den KN-Codes

7304 19 90, ex 7304 29 90,

7304 39 98 und 7304 59 99 (TARIC-

Code 7304 29 90 90) eingereiht.

Für die betroffene und von den

nachstehend aufgeführten Unternehmen

hergestellte Ware gelten folgende

vorläufigen Antidumpingzollsätze

auf den Nettopreis frei Grenze

der Union, unverzollt (siehe Tabelle).

Die Anwendung der unternehmensspezifischen

Zollsätze für die

genannten Unternehmen setzt

voraus, dass den Zollbehörden der

Mitgliedstaaten eine gültige Handelsrechnung

vorgelegt wird. Diese

muss eine Erklärung enthalten, die

von einer dafür zuständigen, mit

Namen und Funktion ausgewiese-

nen Person des rechnungsstellenden

Unternehmens datiert sowie

unterzeichnet wurde und deren

Wortlaut wie folgt lautet: “Der/Die

Unterzeichnete versichert, dass die

auf dieser Rechnung aufgeführten

und zur Ausfuhr in die Europäische

Union verkauften [Mengenangabe]

[betroffene Ware] von [Name und

Anschrift des Unternehmens]

([TARIC-Zusatzcode]) in [betroffenes

Land] hergestellt wurden und

dass die Angaben auf dieser Rechnung

vollständig und richtig sind.”

Wird keine solche Handelsrechnung

vorgelegt, so findet der für „alle

übrigen Unternehmen”geltende Zollsatz

Anwendung. Die Überführung

der genannten Ware in den zollrechtlich

freien Verkehr in der Union ist

außerdem von der Leistung einer

Unternehmen Vorläufiger TARIC-Zusatzcode

Antidumpingzoll (in %)

Yangzhou Chengde Steel Pipe Co., Ltd 45,4 C171

Hubei Xinyegang Special Tube Co., Ltd 79,0 C172

Yangzhou Lontrin Steel Tube Co., Ltd 43,5 C173

Hengyang Valin MPM Co., Ltd 73,3 C174

Andere mitarbeitende Hersteller 71,8 C998

Alle anderen Hersteller 81,1 C999

Sicherheit in Höhe des vorläufigen

Zolls abhängig.

Hintergrund der vorläufigen

Maßnahme sind die bisher gemachten

Feststellungen im Rahmen der

von der Europäischen Kommission

am 13. Februar 2016 eingeleiteten

Untersuchung zu Antidumpingvermutungen

betreffend die Einfuhren

bestimmter nahtloser Rohre aus

Eisen (ausgenommen aus Gusseisen)

oder Stahl (ausgenommen aus

nichtrostendem Stahl) mit kreisförmigem

Querschnitt und einem

Außendurchmesser von mehr als

406,4 mm mit Ursprung in der Volksrepublik

China (Einleitungsbekanntmachung

veröffentlicht im ABl. C

58 vom 13.2.2016, S. 30). Das Verfahren

geht auf einen Antrag des

Defence Committee of the seamless

steel tubes industry of the European

Union im Namen von Herstellern

zurück, auf die mehr als 25 % der EU-

Gesamtproduktion der genannten

nahtlosen Rohre entfallen. 2

[ Quelle ]

GTAI und Verordnung (EU) 2016/1977

der Kommission vom 11. November

2016; ABl. L 305 vom 12.11.2016.

Stahlreport 12|16

37


Recht

Berichte/Nachrichten

Grundüberlegungen zu notwendigen Veränderungen

Datenschutz und Haftung

im smartenBusiness

Datenschutz in der

Welt 4.0 …

Die aktuell einhergehende, dem Kerngedanken der Industrie 4.0

inhärente und notwendige Vernetzung birgt neben Komfort und

Effizienz auch viele Gefahren. So müssen der Datenschutz sowie die

Haftung an die neuen Herausforderungen angepasst und Sicherheitslücken

rigoros geschlossen werden. Grundsätzliche Überlegungen

dazu stellt nachfolgend Regina Mühlich an. Sie ist Inhaberin

der Firma AdOrga Solutions in München und als externe

Datenschutzbeauftragte sowie Managementberaterin tätig.

Fotos, 2: mm-pr

… ist für Regina

Mühlich ein ganz

besonderes Thema.

Ein besonderer Fokus sollte

ihrer Meinung nach auf dem Schutz

der Unternehmensdaten liegen:

Steige doch im Bereich Smart

Factory nicht nur der Umfang der

anfallenden Daten, sondern ebenso

deren Aussagekraft. Hinzu komme,

dass Produktions- und Anlagenprozesse

nicht weiter durch einzelne

Betriebe realisiert werden: Es bilden

sich ganze Unternehmensnetzwerke

zu neuen Wertschöpfungsketten

aus.

Dazu meint Regina Mühlich, dass

die Verarbeitung großer Datenmengen

sowie die aus der Verarbeitung

heraus entstehenden, neuen Rechtsbeziehungen

die Unternehmen nicht

selten an vertragliche Grenzen treiben,

wie sie u.a. bei der Risikoabschätzung

relevant werden. Die Notwendigkeit

neuer Vertragsmodelle

ist die logische Konsequenz. Nur so

können die Kontrollierbarkeit und

die Hoheit über die Daten dauerhaft

gewährleistet werden. Im Umkehrschluss

sollen natürlich die Flexibilität

und Wettbewerbsfähigkeit der

Unternehmen nicht eingeschränkt

werden.

Rechtlich und vertraglich relevant

ist ebenso der Bereich der Haftung.

Der notwendige Austausch sensibler

Daten birgt die Gefahr, dass

sich unbefugte Dritte Zugriff verschaffen

oder solche Daten vereinbarungswidrig

verarbeitet werden.

Das ist der Fall, sobald die erhobe-

nen Daten für den Produktionsprozess

verwendet, später jedoch zweckändernd

weitergenutzt werden.

Datenschutzrechtliche Anforderungen

ergeben sich vor allem auch

für kundenorientierte Produkte, wie

man sie in den Bereichen Smart

Home und Smart Car findet. Je komplexer

die verbauten Systeme, desto

höher die Wahrscheinlichkeit der

zweckentfremdenden Nutzung einzelner

Bereiche. In diesen Zusammenhängen

gilt es verstärkt, die

Selbstbestimmung und Verantwortung

der Betroffenen, ergo der Verbraucher,

zu berücksichtigen.

Reformansätze

Gewollt oder ungewollt – Fakt ist:

Der Datenschutz wird vielfach ausgehebelt.

Die technischen und organisatorischen

Maßnahmen des

Datenschutzes werden in der Praxis

oft nicht mehr realisierbar und

nicht mehr prozessual darstellbar

sein. Zugriffs-, Zugangs-, Zutritts-,

Eingabe-, Verfügbarkeits-, Datentrennungs-,

Auftrags- und Weitergabekontrolle

verlieren an Anwendbarkeit

und damit an Wirkung.

Datenschutz wird untergraben, steigt

zum zahnlosen Tiger ab. Führt Industrie

4.0 zum ungewollten Monitoring

4.0?

Der Weg hin zu Industrie 4.0 ist

von vielen Herausforderungen

gesäumt. Zentral und über alle Themen

hinweg existent ist der sichere

Informations- und Datenaustausch.

Die gezielte Vernetzung aller relevanten

Geschäfts-, Produktions- und

Automatisierungsprozesse birgt

ohne Zweifel großes Potenzial. Anbieter

und Hersteller verschaffen sich

durch die intelligente Vernetzung

von Systemlandschaften Zugriff zu

allen Daten. Das Prinzip der Datensparsamkeit,

wonach nur relevante

und wirklich notwendige Daten verwendet

werden, findet allzu oft keine

Anwendung mehr. An diesem Punkt

ist, mehr als in allen anderen Bereichen

der industriellen Gesellschaft,

der Datenschutz gefragt.

Der Einsatz von Selbstregulierungsmaßnahmen,

wie bereits aus

anderen Bereichen bekannt, wäre

ein erster denkbarer Ansatz. Zur

Einhaltung von IT-, Datenschutz- und

Sicherheitsbestimmungen können

Audits sowie Zertifizierungen beitragen

und für die nötige Transparenz

sorgen. Dies betrifft nicht

zuletzt auch den Bereich der Auftragsdatenverarbeitung.

Die vorherrschende Rechtsunsicherheit

wird besonders im internationalen

Bereich weiter zunehmen.

Dazu ist neben anderen politischen

Akteuren auch der Gesetzgeber

gefordert. Problembeseitigend kann

hierbei ausschließlich eine Lösung

wirken, die sich aus rechtlichen,

technischen, organisatorischen und

politischen Elementen zusammensetzt.

2

38 Stahlreport 12|16


Home-Office

Aspekte eines aktuellen Themas

Finanzielle Förderung von Berufsabschlüssen neu geregelt

Nicht nur für die Meister

Nicht nur Studenten können eine Ausbildungsförderung erhalten.

Für eine ganze Reihe von Berufsabschlüssen gibt es das sogenannte

„Aufstiegs-BAFöG“ – bisher „Meister-BAFöG” genannt –

mit dem der Staat Fortbildungsmaßnahmen fördert. In diesem

August haben sich dazu einige Regeln geändert. Die D.A.S.

Rechtsschutz Leistungs-GmbH hat aus diesem Anlass wichtige

Informationen dazu zusammengestellt.

Aufstiegs-BAFöG bezeichnet die

Förderung nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz

(AFBG). Mit

dem z.B. Studenten gewährten BAFöG

hat diese Förderung wenig zu tun – sie

besitzt ihre eigene Rechtsgrundlage.

Mit dem Aufstiegs-BAFöG fördert der

Staat die Vorbereitung auf über 700

Fortbildungsabschlüsse. Dabei geht es

nicht nur darum, Meister zu werden,

sondern beispielsweise auch Fachwirt,

Techniker oder Erzieher. Der Staat

unterstützt so Maßnahmen privater

und öffentlicher Träger, unabhängig

davon, ob diese in Voll- oder Teilzeit

stattfinden. Wichtig ist, dass der erhoffte

Abschluss vom Niveau her über einer

Facharbeiter-, Gesellen- oder Gehilfenprüfung

oder einem Berufsfachschulabschluss

liegt. Die Fortbildung muss

auf eine öffentlich-rechtliche Prüfung

nach dem Berufsbildungsgesetz, der

Handwerksordnung oder einen gleichwertigen

Abschluss vorbereiten.

Das Alter spielt bei der Vergabe der

Förderung keine Rolle. Allerdings müssen

die Zulassungsvoraussetzungen

für die jeweilige Fortbildung oder Prüfung

erfüllt sein. Auch Studienabbrecher

oder Abiturienten ohne Erstausbildungsabschluss

können seit August

die Aufstiegsförderung für Fortbildungen

erhalten. Das gilt immer dann,

wenn sie Berufspraxis haben und die

jeweilige Prüfungsordnung dem nicht

entgegensteht.

Die Förderung besteht aus einem einkommensunabhängigen

Beitrag zu den

Fortbildungskosten und – bei Vollzeitmaßnahmen

– zusätzlich aus einem einkommensabhängigen

Beitrag zum

Lebensunterhalt. Sie setzt sich aus nicht

rückzahlbaren Zuschüssen und zinsgünstigen

KfW-Darlehen zusammen. KfW ist

die Kreditanstalt für Wiederaufbau. Zum

1. August 2016 wurden die Förderungen

erhöht. Der Basisunterhaltsbetrag für

Vollzeit-Fortbildungen stieg von 645 €

auf 708 €, der Zuschussanteil um 6 %. Zum

Basisbetrag kommt noch ein Erhöhungsbetrag

hinzu. Dieser beträgt seit August

2016 für den Teilnehmer 60 €. Ist der

Teilnehmer verheiratet oder lebt er in

einer eingetragenen Lebenspartnerschaft,

kommen noch 235€ für den Partner dazu

sowie ggf. weitere 235 € für jedes Kind.

Unabhängig vom Einkommen fördert der

Staat die Lehrgangskosten mit einem

Maßnahmebeitrag, der jetzt von maximal

10.226 € auf höchstens 15.000 €

gestiegen ist.

Angehoben wurden auch die Freibeträge

für das bei der Berechnung der

einkommensabhängigen Anteile anzurechnende

Einkommen und Vermögen

(Basisvermögensfreibetrag 45.000 € ,

Einkommensfreibetrag für den Teilnehmer

nun 290 € pro Monat). Weitere

Änderungen betreffen z.B. die Einführung

eines elektronischen Antragsverfahrens

und die Verringerung der Zahl

der Teilnahmenachweise. 2

Den Laptop abstauben, nebenbei den Haushalt

erledigen, die Füße hochlegen – das sind typische

Vorurteile, mit denen Arbeitnehmer zu kämpfen

haben, die Home-Office-Regelungen in Anspruch

nehmen. Das Online-Karriereportal Monster hat dazu

2015 Umfrageergebnisse und Tipps für den richtigen

Umgang mit dieser Art von Arbeitsorganisation veröffentlicht.

Unter österreichischen und deutschen

Jobsuchenden zeigt sich in beiden Fällen eine Mehrheit

davon überzeugt, ihre Arbeit adäquat von zu

Hause erledigen zu können.

Ein darauf beruhendes Angebot an Mitarbeiter, ihre

Arbeit von zu Hause aus zu erledigen, birgt aber auch

große Herausforderungen für die Zusammenarbeit

im Unternehmen mit sich.

In diesen Zusammenhängen empfiehlt die Monster

Worldwide Deutschland GmbH u.a.: gleiches Recht

für alle. Wenn Home-Office-Regelungen im Unternehmen

existieren, sollte jeder Mitarbeiter die

Möglichkeit haben, sie zu nutzen. Wer das Arbeiten

von zu Hause für sich ausprobieren kann,

bekommt ein Gefühl für die eigene Produktivität.

Spät- werden Zukunftsstarter

Neues Gesetz stärkt Weiterbildung

Das Gesetz zur Stärkung der beruflichen Weiterbildung

und des Versicherungsschutzes in der

Arbeitslosenversicherung ist seit August 2016 in

Kraft. Die Weiterentwicklung der Initiative „Spätstarter“

zu „Zukunftsstarter“ will die Ideen des Gesetzes

unterstützen.

Mit rund 100.000 Eintritten in Fördermaßnahmen

innerhalb von drei Jahren kann das Programm

„Ausbildung wird was – Spätstarter gesucht“ nach

Ansicht der Verantwortlichen eine durchaus positive

Bilanz ziehen. Durch „Spätstarter gesucht“

wurden junge Menschen zwischen 25 und 35 Jahren

ohne Berufsausbildung angesprochen. Ziel war

und ist es, sie für den nachträglichen Erwerb eines

Berufsabschlusses zu gewinnen.

Mit verstärktem Engagement und unter dem neuen

Namen „Zukunftsstarter“ wird dieser Ansatz nun

fortgesetzt. Neue Fördermöglichkeiten sollen dazu

beitragen, bisherige Hemmnisse abzubauen. Ziel

ist nun, bis 2020 rund 120.000 junge Erwachsene

ohne Berufsausbildung noch zu einem Berufsabschluss

zu führen. Federführend bei diesem Vorhaben

ist die Bundesagentur für Arbeit.

Stahlreport 12|16

39


Verbände und

Organisationen

Berichte

Diskutierten die Auswirkungenn

der US-

Wahl auf die globale

Wirtschaft: Journalist

Prof. Dr. Dieter

Kronzucker (r. o.)

und Alexander Graf

Lambsdorff (r. u.),

stellvertretender

Präsident des Europäischen

Parlaments.

Foto: Ingo Schwarz/BME e.V.

51. BME-Symposium in Berlin

Einkäufer in der neuen Welt

Der Schreck stand ihnen ins Gesicht geschrieben, als sich am Morgen nach den US-Präsidentschaftswahlen

in Berlin mehr als 2.000 in der Regel global agierende Einkäufer in Berlin zum inzwischen

51. BME-Symposium trafen. Und dann mussten sie sich in der Eröffnungsveranstaltung auch noch mit

den Visionen des Vorstandsvorsitzenden Horst Wiedmann auseinandersetzen, der gar den Flug

zum Mond bemühte, um Realität gewordene amerikanische Phantasien zu verdeutlichen. Drei Tage

später war die Meinungsbildung der Branche zum Schluss des Kongresses ein Stück weiter.

[ Info ]

Das 52. BME-Symposium

findet vom

8.-10.11.17 wieder

in Berlin statt.

Auf „die Macht des Faktischen“

beispielsweise setzte Dr. Volker Treier,

Stellvertretender Vorsitzender des

Deutschen Industrie- und Handelskammertage

in der letzten Diskussionsrunde

des Branchentreffens, die

vorausschauend bereits in der Planung

als Expertenpanel zur US-Wahl

angesetzt worden war. Ob sich der

nächste US-Präsident allerdings tatsächlich

an den globalen wirtschaftlichen

Realitäten orientieren wird,

bezweifelte in der Runde nicht nur

der Journalist und Amerikaexperte

Prof. Dr. Dieter Kronzucker. Auch der

Liberale Alexander Graf Lambsdorff,

Stellvertretender Präsident des Europäischen

Parlaments, riet den Einkäufern,

risikobewusst in Szenarien zu

denken – für den Fall, dass ein Präsident

Donald Trump einige seiner

Ankündigungen aus dem Wahlkampf

entgegen der gegenwärtigen politischen

Erwartungen doch Realität werden

lässt.

Daran und an weiteren Visionen,

insbesondere aus dem Umfeld der allgegenwärtigen

Digitalisierung, hatten

die Teilnehmerinnen und Teilnehmer

im Rahmen des dreitägigen

Symposiums vielfältig arbeiten können

– auf der begleitenden Messe

sowie in mehreren Plenen, Foren,

Fachkonferenzen und Workshops über

die aktuellen Megatrends in Einkauf,

Logistik und Supply-Chain-Management.

Dazu zählen u. a. die Themen

„Volatile Märkte und dynamische technologische

Entwicklungen“, Best-

Practice-Strategien zur optimalen

Steuerung von Rohstoffpreisrisiken

sowie effektives Lieferantenmanagement

in ausländischen Beschaffungsmärkten.

Dies alles geschah unter dem

Motto „Agenda 2030: Agil und vernetzt“.

Zukunft hat begonnen

„Um eine Vorstellung von der Zukunft

zu bekommen, müssen wir aus eingefahrenen

Mustern ausbrechen und

‚out of the Box‘ denken“, hatte der Vorstandsvorsitzende

des Bundesverbands

Materialwirtschaft, Einkauf und

Logistik (BME), Horst Wiedmann,

bereits in seiner Eröffnungsrede festgestellt.

Nur so ließen sich die vom

Internet der Dinge ausgehenden Vorteile

nutzen. Die Digitalisierung der

Wirtschaft schaffe gänzlich neue

Geschäftsmodelle, erschließe neue

Absatzmärkte und ermögliche neue

Business-Partnerschaften. Industrie

4.0 bringe zudem neue Produkte hervor,

revolutioniere die Arbeitsprozesse

in den Unternehmen und werde laut

Wiedmann „sowohl die Arbeitsinhalte

als auch das Arbeitsumfeld massiv

verändern“. Und diese Zukunft hat

schon begonnen.“ So würden bereits

heute aus alltäglichen Gegenständen

vernetzte „Smart Devices“. Diese Veränderung

finde vor allem in der Industrie

statt.

Der „Einkauf 4.0“ werde deshalb

künftig vor vollkommen anderen

Anforderungen stehen. Operative Einkaufsprozesse

würden nahezu komplett

digitalisiert. Der strategische Einkauf

steuere und überwache diese

Prozesse. Damit wandle sich das

Berufsbild des Einkäufers grundlegend.

Er werde zum digitalen Schnittstellenmanager

nach innen und außen.

„All dies bedeutet einen fundamentalen

Wandel unserer Rollen und Aufgaben

als Einkaufs- und Supply-Chain-

Verantwortliche mit gänzlich neuen

Herausforderungen“, so Wiedmann

abschließend. 2

40 Stahlreport 12|16


Themen des Baugewerbetages in Berlin

Aus- und Einbaukosten

Der ZDB arbeitet darauf hin, die dreiteilige Reform des Bauvertragsrechts aufzuspalten, um die zu

Lasten des Handels wirkende Neuregelung zu den Aus- und Einbaukosten noch in dieser Legislatur

Gesetz werden zu lassen. Das erklärte Verbandspräsident Hans-Hartwig Loewenstein aus Anlass

des Deutschen Baugewerbetages Anfang November in Berlin. Im Zusammenhang der mit prominenten

Rednern besetzten Veranstaltung berichtete er auch von einer guten Branchenkonjunktur

und formulierte Kritik am Umgang der Politik mit der Verbesserung der Infrastruktur.

„Der Gesetzentwurf zur

Reform des Bauvertragsrechts

besteht aus drei Teilen: den Vorschlägen

zu Aus- und Einbaukosten, zum

Verbraucherschutz sowie zum Bauvertragsrecht.

Um das Gesetzgebungsverfahren

noch in dieser Legislaturperiode

zu einem Abschluss zu

bringen, fordern wir, die umstrittenen

Vorschläge zum Bauvertragsrecht

aus dem Gesetzentwurf herauszulösen

und zurückzustellen, um so

die im Koalitionsvertrag vorgegebenen

Ziele eines verbesserten Verbraucherschutzes

bei Bauverträgen

und einer Regelung zu den Aus- und

Einbaukosten verwirklichen zu können.“

So forderte der Präsident des

Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe

(ZDB), Dr.-Ing. Hans-Hartwig

Loewenstein, im Vorfeld des Deutschen

Baugewerbetages.

Mit Blick auf den immensen Investitionsbedarf

im Wohnungsbau wäre

es seiner Meinung nach unverant-

wortlich, die Praxis mit unausgegorenen

bauvertraglichen Regelungen

zu belasten. Die beiden Themen der

Aus- und Einbaukosten sowie des Verbraucherschutzes

seien – anders als

das Bauvertragsrecht – vom Koalitionsvertrag

vorgegeben. Diese Regelungen

seien entscheidungsreif und

müssten jetzt vom Bundestag verabschiedet

werden. Nicht erwähnt wurde

im Rahmen der Pressekonferenz zum

Baugewerbetag, dass die so angesprochenen

Regelungen keineswegs unumstritten

sind (vgl. abschließende

Anmerkung der Redaktion).

Auf Nachfrage dazu räumte ZDB-

Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa

jedoch ein, dass es auch zu den Ausund

Einbaukosten unter den Koalitionären

noch unterschiedliche Auffassungen

gibt, die zu einer weiteren

Verzögerung des Projekts führen

könnten.

Umso wichtiger war, dass auf

dem Baugewerbetag prominente politische

Redner zu Wort kamen und

wichtige Botschaften aufgreifen

konnten – allen voran Dr. Barbara

Hendricks (Bundesministerin für

Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit)

sowie Volker Kauder

(Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion

im Deutschen Bundestag).

Konjunktur

Zum Berliner Branchentreffen

berichtete der ZDB zudem von einer

guten Baukonjunktur. Der Verband

rechnet deshalb für 2016 mit einem

Umsatzwachstum von 5,5% auf 106,5

Mrd. €. Für das kommende Jahr

könne mit einem weiteren Wachstum

von 3 % gerechnet werden; der

Umsatz werde dann bei 110 Mrd. €

liegen.

Relativiert werden müssten diese

Zahlen aber angesichts der Tatsache,

dass in den letzten Jahren die

Preise für Bauleistungen nur moderat

um 2 % zugelegt hätten. „Trotz

Stahlreport 12|16

41


Verbände und

Organisationen

Berichte

70. Jahrgang | Juni 2015 guter

STAHLREPORT

Das BDS-Magazin für die Stahldistribution

Aus- und Einbaukosten – wer soll das bezahlen?

06|15

Das Thema der Einund

Ausbaukosten

hatte es bereits

2015 auf die Titelseite

des Stahl -

reports geschafft.

Konjunktur verbessert sich

die Ertragslage der Unternehmen

nicht in gleichem Maße,“ so Loewenstein.

Infrastrukturpolitik

Wohl auch deshalb fiel die Kritik

des ZDB an der Politik zur Verbesserung

der Infrastruktur massiv aus:

Loewenstein kritisierte vor allem die

Politik des Bundesverkehrsministeriums,

ständig weitere ÖPP-Projekte

auf den Markt zu bringen. „Wir zerstückeln

die Autobahnen – und damit

auch den Unterhalt und Erhalt derselben.

Das kommt einer schleichenden

Privatisierung gleich.“ Angesichts

der zur Verfügung stehenden

Haushaltsmittel und steigender Steuereinnahmen

sowie niedriger Zinsen

hält der ZDB-Präsident ein solches

Vorgehen privater Finanzierung

für nicht notwendig. Loewenstein

bemängelte darüber hinaus die

Einengung des Bieterwettbewerbs

auf die immer gleichen vier bis fünf

internationalen Baukonzerne und

Finanzinvestoren. „Der Wettbewerb

wird ausgeblendet und der gesamte

Bau-Mittelstand komplett von einem

wichtigen Aufgabenfeld verdrängt.“

Loewenstein forderte, auch im Autobahnbau

schleunigst zur konventionellen

Vergabe zurückzukehren. 2

Anmerkung der Redaktion:

Der Bundesverband Deutscher Stahlhandel (BDS) und viele andere Verbände

des Großhandels sowie der Deutsche Industrie- und Handelskammertag

(DIHT) und auch der Bundesverband der Deutschen Industrie

(BDI) teilen die Ansicht des ZDB beim Thema Ein- und Ausbaukosten in

keinerlei Hinsicht. Mit der von den Bau- und Handwerksverbänden geforderten

verschuldensunabhängigen Garantiehaftung des Verkäufers für

Aus- und Einbaukosten wären für den Stahlhandel – sowie für sämtliche

sonstigen Branchen des Großhandels – existenzbedrohende Risiken

verbunden. Für eine entsprechende Haftungsausweitung besteht zudem

keine Veranlassung, da die vom Handwerk beklagte Haftungslücke in

der Praxis keine Rolle spielt und sich in der Vergangenheit nicht ausgewirkt

hat. Der BDS und weitere Verbände des Großhandels setzen sich

deshalb weiter vehement dafür ein, dass es bei den bisherigen und bewährten

gesetzlichen Regelungen bleibt.

BGA-Unternehmertag in Berlin

Hochkarätige Referenten

Eine hochkarätige Referentenschar konnte der BGA zu seinem diesjährigen Unternehmertag im Oktober

in Berlin aufbieten; an der Spitze die Bundeskanzlerin. Entsprechend weltpolitisch war auch das

bei dieser Tagesveranstaltung angesprochene Themenspektrum – mit einem Schwerpunkt bei den vor

wenigen Wochen noch aktuelleren Handelsabkommen und einem Fokus auf Europa.

Sprach beim BGA:

Bundeskanzlerin

Angela Merkel.

Dr. Angela Merkel wies insbesondere auf die

wichtige Rolle hin, die der Europäischen Union als

gemeinsamer Akteurin in einer globalisierten Welt

zukommt. Auch vor diesem Hintergrund setzte sie sich

einmal mehr für Freihandelsabkommen ein.

Das tat generell auch Dr. Anton Hofreiter, der grüne

Fraktionssprecher im Deutschen Bundestag. Allerdings

kritisierte er bei dieser Gelegenheit deutlich konkrete

Details. Es werde derzeit in eine falsche Richtung verhandelt.

Das sah der Bundesvorsitzende der FDP, Christian

Lindner, anders. In seinem Redebeitrag appellierte er

dafür, die Chancen der gegenwärtig verhandelten Freihandelsabkommen

nicht zu verspielen. Auch auf anderen

Feldern der Politik gehe es um mehr Wettbewerbsfähigkeit.

Die hatte auch Sigmar Gabriel im Auge. In seinem

Beitrag unter der Überschrift „Mehr Maß und Mitte

halten“ warnte der Bundeswirtschaftsminister und SPD-

Vorsitzende vor einer zu starken Polarisierung. Diese

Warnung galt auch für das Flüchtlingsthema, das im

Mittelpunkt der Rede von Frank-Jürgen Weise stand. Der

Chef der Bundesanstalt für Arbeit und oberste Migrationskoordinator

kündigte an, in den nächsten zehn

Jahren 70 % der geflüchteten Menschen in Arbeit zu bringen.

Mit ihren Beiträgen griffen die prominenten Redner

die Vorlagen auf, die Anton F. Börner in seiner

Begrüßungsrede formuliert hatte. Das galt insbesondere

in Richtung der Bundeskanzlerin. Sie hatte der

Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel,

Dienstleistungen (BGA) direkt angesprochen,

als er formulierte: „Wir brauchen eine starke Kraft, die

Europa zusammenhält … Dafür gibt es keine Sympathiepunkte

und niemand wird es Ihnen danken, dennoch

bitte ich Sie eindringlich, Europa nach Kräften

zusammenzuhalten. Europa zu verlieren, verkraften

wir nicht!“ 2

42 Stahlreport 12|16


Bildungskonferenz des Handwerks

Pädagogik und Politik

Das Handwerk, nach eigener Einschätzung „Die Wirtschaftsmacht von nebenan“, hat zunehmend

Nachwuchsprobleme. Auch deshalb hat die Branche ihre jährliche Berufsbildungstagung neu aufgestellt

und Anfang November – nun in Düsseldorf – pädagogische Analysen betrieben sowie politische

Forderungen gestellt. Auch ging es um Generationen- und Verteilungskonflikte.

Wenn schon den Marktpartnern

auffällt, dass eine in der Regel

sehr selbstbewusst daherkommenden

Branche Personalprobleme hat

und eigentlich mehr Umsatz tätigen

könnte, besteht Handlungsbedarf.

Den hat auch das Handwerk erkannt,

seine Agenda neu formuliert und

pädagogische sowie politische Herausforderungen

angenommen. Erfahrbar

wurde das bei der Bildungskonferenz

2016, die unter dem Motto

stand: „Bildung im Zentrum. Menschen

gewinnen. Handwerk stärken.“

So führte diesmal statt eines

medienbekannten Moderators in Teilen

ZWH-Geschäftsführer Dr. Jens

Prager durch die Tagung, die – nach

Jahren – von einem Berliner Eventund

Tagungshotel erstmals in die

Düsseldorfer Handwerkskammer

verlegt worden war. Die Zentralstelle

für die Weiterbildung im Handwerk

(ZWH) soll sich künftig noch stärker

als bisher in der Rolle des Bildungsdienstleisters

profilieren.

Generationenkonflikte

Einer der Gründe dafür ist, dass auf

den sich massiv verändernden Nachwuchsmärkten

neue pädagogische

Konzepte benötigt werden. Dazu hat

das ZWH das Arbeitsfeld ganz neu

aufgerollt – auf der Düsseldorfer

Tagung beispielsweise durch eine

Keynote von Prof. Dr. Jutta Rump.

Die Direktorin des Instituts für

Beschäftigung und Employability

der Hochschule Ludwigshafen ging

die Zielgruppen der Ausbildung an

und analysierte in ihrem Vortrag

„Die Generationen der Zukunft“.

Bei dieser Basisarbeit erfuhren

die Teilnehmerinnen und Teilnehmer

dass, warum und wie die Generationen

X, Y und Z „anders ticken“,

wie es Rump formulierte, die sich

und den Großteil ihrer Zuhörer zu

den „Baby-Boomern“ und damit in

einer weiteren Gruppe einordnete.

Auslöser der auftretenden Generationskonflikte

seien ganz unterschiedliche

Sozialisationswerte. Beispielhaft

führte sie die Spannung

zwischen der fast bedingungslosen

Leistungsorientierung ihrer Generation

und der massiven Forderung

der heutigen Nachwuchskräfte hinsichtlich

einer effektiven Work-Life-

Balance auf.

Verteilungskonflikte

Weil auch die besten pädagogischen

Konzepte nichts nutzen, wenn sie

nicht umgesetzt werden können,

hatte die Tagung auch die Funktion,

die nötigen finanziellen Mittel dafür

einzufordern. Am deutlichsten

machte das Dr. Axel Fuhrmann als

Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer

Düsseldorf, als er in

seiner Begrüßung die „Millionen

Euro“ anprangerte, die z.B. in Nordrhein-Westfalen

sozusagen automatisch

in die Hochschulen investiert

würden, während solche Einrichtungen

wie die seine um jeden Cent

öffentlicher Gelder kämpfen müssten.

Hinter dieser Kritik einer Kammerorganisation

steckt das Bewusstsein,

dass beispielsweise Handwerkskammern

Träger hoheitlicher

Aufgaben sind, die in die Lage versetzt

werden müssen auf die grundlegenden

Änderungen in der Bildungslandschaft

– wie auf den

demografischen Wandel oder den

Trend zur Digitalisierung – angemessen

reagieren zu können. Dies

gelte auch, um der wachsenden Konkurrenz

im Bildungsmarkt mit

einem geschlossenen Auftritt erfolgreich

zu begegnen.

Einige der so angesprochenen

Wettbewerber begleiteten den Bildungskongress,

der 2017 vom 5.-

6.10. in der Handwerkskammer in

Lüneburg stattfinden wird, im Foyer

des Tagungshauses – als Aussteller,

die in den Konferenzpausen ihre

Produkte und Dienstleistungen vorstellen

konnten. 2

Stahlreport 12|16

43


Verbände und

Organisationen

Berichte

Der Groß- und Außenhandel setzt beim Transport auf die Straße

Ökonomisch und ökologisch

Der deutsche Groß- und Außenhandel setzt auf einen verstärkten Ausbau der Straßen, um ökonomisch

sowie ökologisch erfolgreich zu sein, auf größere Lkw in dieser Transportinfrastruktur und

erkennt eine logistische Berufsbildungsherausforderung. Das machte Carsten Taucke, Vorsitzender

des Verkehrsausschusses und Präsidiumsmitglied des BGA, im Spätsommer im Rahmen einer Pressekonferenz

in Berlin im Vorfeld der IAA im September in Hannover deutlich.

Dabei geht der Bundesverband

Großhandel, Außenhandel,

Dienstleistungen (BGA) von einer

Fortschreibung der bisherigen Entwicklung

aus und unterstellt mit

dem vom Bundeskabinett verabschiedeten

Bundesverkehrswegeplan

(BVWP) bis 2030 ein Wachstum

im Güterverkehr um 38%. „Der

Haupträger des gesamten Transportaufkommens

wird auch in den

kommenden Jahren die Straße sein“,

stellte Carsten Taucke fest und

zitierte aus dem Bundesverkehrswegeplan,

dass zu Beginn des dritten

Jahrzehnts 83,5 % des gesamten

Transportaufkommens auf der

Straße erbracht werden.

Finanzielle Investitionen

Angesichts dieser Prognosen priorisiere

eine klare Mehrheit von

Großhändlern, nämlich 59 %, Investitionen

in den Erhalt und den Ausbau

der Verkehrsinfrastruktur. Deshalb

sei die vorgesehene Verteilung

der Bundesmittel in Bezug auf die

einzelnen Verkehrsträger kritisch

zu betrachten: „Rund 50 % des

Gesamtvolumens von knapp 270

Mrd. € sollen in die Straße fließen,

die bereits heute einen Anteil von

über 70 % des Verkehrsaufkommens

schultern muss … Etwas über 41 %

sind für die Schiene vorgesehen

und nur 9 % der Mittel für Wasserstraßen“,

so Carsten Taucke. Von

daher sei die Behauptung der Naturschutzverbände

absurd, der BVWP

setze zu stark auf den Straßenverkehr.

Das BGA-Präsidiumsmitglied

wies im Umkehrschluss vielmehr

darauf hin, dass nur durch eine verbesserte

Straßeninfrastruktur die

wirtschaftlichen und ökologischen

Schäden verringert werden könnten.

Staus seien Gift für Unternehmen

und die Umwelt.

In diese Richtung wirken könne

zudem die Vergrößerung einzelner

Transporteinheiten. Der von sei-

nem Vorgänger im Amt des Vorsitzenden

des Verkehrsausschusses

propagierte Lang-Lkw mit seinen

erweiterten Kapazitäten sei ein

gutes Beispiel für diesen Ansatz.

Investitionen in Bildung

Die „Verkehrspolitik zwischen Globalisierung

und Digitalisierung“,

so der Titel der Pressekonferenz,

ist nach Ansicht von Carsten Taucke

zudem eine Herausforderung

für die Berufsbildungspolitik – auch

jenseits der permanenten Suche

nach geeigneten Kraftfahrern.

Durch den schnelleren Datenaustausch

würden die Prozesse der

Wertschöpfungsketten automatisiert

und beschleunigt. Außerdem

müssten administrative Abläufe weiter

verschlankt werden – mit erheblichen

Auswirkungen auf Berufsbilder

und Geschäftsfelder. Aufträge

gewinne nur, wer zum Logistik-

Know how auch die notwendige IT-

Expertise mitbringe. 2

44 Stahlreport 12|16


Foto: Stahl-Zentrum/Dirk Heckmann

Orientierung in unsicheren Zeiten – so lautete das Motto

der Jahrestagung STAHL 2016 im November in Düsseldorf.

Orientierung in unsicheren Zeiten

Jahrestagung Stahl 2016

Vertreter der Stahlindustrie in Deutschland sind im November turnusgemäß zur Jahrestagung STAHL

zusammengekommen. Auf dem Jahrestreffen der Produzenten stand vor allem die Zukunft der Branche

in Deutschland und Europa in einem „von großen Herausforderungen geprägten Umfeld“ auf dem

Diskussionszettel. Sowohl in den Eröffnungsbeiträgen als auch in den Fachvorträgen später ging es

dabei um die aktuelle Lage auf den globalen Märkten, um die politischen Rahmenbedingungen, technische

Innovationen sowie um die Perspektiven am Standort Deutschland und Europa.

Wie wahrscheinlich niemals

zuvor ist die Stahlindustrie in

Deutschland in ihren Zukunftsaussichten

derzeit abhängig von externen

Entscheidungen. Das sagte der

Präsident der Wirtschaftsvereinigung

Stahl (WV Stahl) und Vorsitzende

des Stahlinstituts VDEh, Hans

Jürgen Kerkhoff, in seiner Eröffnungsnote

auf der STAHL 2016.

„Europa ist in Unordnung“, rief Kerkhoff

und mahnte bei der EU eine

wirtschaftspolitische Orientierung

sowie eine Energie- und Klimapolitik

mit vertretbaren volkswirtschaftlichen

Kosten an.

2017: vorsichtig optimistisch

Konjunkturell zeige die Lage der

Stahlindustrie in Deutschland

momentan zwei Gesichter, so Kerkhoff.

Gesunkener Produktion und

geringeren Umsätzen im laufenden

Jahr stünden eine verbesserte Auftragslage

und ein gesünderes

Geschäftsklima gegenüber. Stand

November schaue man vorsichtig optimistisch

in das kommende Jahr 2017.

Jörg Wuttke, Präsident der Europäischen

Handelskammer in China,

hob im Anschluss die Bedeutung

Chinas für die europäische Indus-

trie in den Fokus. Er unterstrich u.a.,

dass die Gesamt-Handelsbilanz zwischen

China und Deutschland derzeit

deutlich zugunsten Chinas ausfalle.

„Im Grunde brummt der

Laden“, sagte Wuttke. Doch kämen

deutlich mehr Waren von China nach

Deutschland als umgekehrt.

Deutschland Spitze

bei den Dingen

Nach dem Beitrag zur Situation in

China hatte Michael Ziesemer, Präsident

des Zentralverbandes Elektrotechnik-

und Elektronikindustrie

e.V. (ZVEI), die gegenwärtigen

Herausforderungen für den Erhalt

starker Wertschöpfungsketten in

Deutschland und Europa thematisiert.

Deutschland nehme bei der

Digitalisierung der Industrie weltweit

eine führende Stellung ein. Zwar

sei die amerikanische Internetwirtschaft

bei datenbasierten Geschäftsmodellen

weit voraus. Dort verstünde

man es bereits sehr gut, aus Daten

Geschäft zu generieren. Deutsche

Unternehmen seien jedoch im „Internet

der Dinge“ Spitze bei „den Dingen“,

sagte Ziesemer. Die Ausgangslage

der Unternehmen in Deutschland

diesbezüglich sei dort gut, wo

„die IT mit den realen Dingen zusammenkommt“

– etwa bei Antrieben,

Steuerungen oder Sensoren. Bei der

Entwicklung von Geschäftsmodellen

müssten hingegen „alle noch

zulegen“, mahnte Ziesemer.

Nachwuchswissenschaftler

ausgezeichnet

Teil der Eröffnung der Jahrestagung

STAHL war zum zweiten Mal auch die

Verleihung des Young Academics‘

Steel Awards. Mit dem vom Stahlinstitut

VDEh verliehenen Preis werden

Nachwuchswissenschaftler aus

Europa in den Bereichen Metallurgie

und Werkstofftechnik Stahl ausgezeichnet.

Kategorien des Preises sind

die „Beste Bachelorarbeit“, die „Beste

Masterarbeit“ und die „Beste Dissertation“.

Die Ergebnisse der Arbeiten

müssen u.a. innovativ und in der

Industrie in Zukunft umsetzbar sein.

Die ausgezeichnete Bachelorarbeit

wurde mit 1.000 € honoriert, die

beste Masterarbeit mit einem Preisgeld

in Höhe von 2.500 € ausgezeichnet,

der Preisträger in der Kategorie

„Beste Dissertation“ erhielt 5.000 €

(mehr Informationen zu den Preisträgern

und ausgezeichneten Themen

unter www.stahl-online). 2

Stahlreport 12|16

45


Lifesteel

Bericht

An den Farben kann

man erkennen, um

welchen Saitentyp

es sich handelt.

Foto: Thomastik-Infeld

Violinsaiten aus Stahl

Dünn gewickelt

Zum Jahreswechsel geben Orchester aller Orten wieder ihre berühmten Neujahrskonzerte.

Stahlreport-Autor Peter Becker hat das zum Anlass genommen, mal genauer in die Welt der

Stahlsaiten für Streichinstrumente hineinzuhören. Fazit: Für die Saiten aus Stahl bedarf es

einer hochentwickelten Wickeltechnik der Stahlfäden. Dann entpuppen sie sich als wahres

Klangwunder – mit weniger als 1 mm Durchmesser.

Es geht um Kunst und um

feinsinnige Ausdrucksweisen, welche

die Orchestermitglieder ihren

Instrumenten entlocken. In physikalischer

Hinsicht aber stellt die

Musik gerade die Saiten vor grenzwertige

Herausforderungen, dies

besonders in Bezug auf verschiedene

Arten von Festigkeit, die von

dem Material verlangt werden. Nur

zwei Sorten von Stahl erfüllen diese

Anforderungen: klassischer Kohlenstoffstahl

und Edelstahl. Seit

den 1960er-Jahren wird auch ein

Kern aus Kunststoff – vor allem

für Violin- oder Violasaiten – eingebracht

und mit unterschiedlichen

Materialien umwickelt.

Genaueres später.

Gemacht für

extreme Belastungen

Ein führender Hersteller in diesem

Bereich ist die Wiener Firma Thomastik-Infeld,

die wesentliche Neuerungen

für Saiten für Streichinstrumente

hervorgebracht hat. Auch für

akustische oder elektrische Gitarren

und mehr stellt sie die schwingenden

Fäden her. Ihr technischer

Leiter, Franz Klanner, hat mit dem

Stahlreport gesprochen.

Zunächst ein paar Daten: Der

Durchmesser der Violinsaiten – mit

der altbekannten Stimmung e2-a1-

d1-g – liegt heutzutage zwischen

0,8 mm und 0,25 mm. Im Wesentlichen

handelt es sich um Chrom-

Nickel-Eisen-Stähle sowie Silberund

Aluminiumlegierungen.

Die Belastungen, denen die Saite

ausgesetzt ist, sind extrem. Sie ergeben

sich zum einen aus der Vorspannung,

die nötig ist, um die

gewünschte Tonhöhe zu erreichen,

46 Stahlreport 12|16


und zum anderen aus den Schwingungen,

die der Bogen des Künstlers

dem Material aufprägt. Neben

einer hohen Zugfestigkeit wird ein

Extremmaß an Biegewechselfestigkeit,

so der Fachbegriff, verlangt.

Wenn der Künstler eine schnelle

Tonfolge produziert, geht dieser Biegewechsel

mit rasender Geschwindigkeit

vor sich. Dabei ist es das

Ziel der Saitenhersteller, dass das

Material möglichst nah an die

Grenze der Reißfestigkeit kommt,

wie Franz Klanner sagt: „Im Extrembereich

klingt eine Saite am brillantesten

und auch am reinsten.“

Ein wenig Geschichte im

Schnelldurchlauf: Mitte des 19.

Jahrhunderts waren erstmals

Drähte aus Stahl für Klaviere und

Flügel verwendet worden. Ab 1919

betrieben in Wien der Geigenbauer

und Doktor der Philosophie Franz

Thomastik, ein enger Freund des

Anthroposophen Rudolf Steiner,

und der Maschinenbauingenieur

Otto Infeld gemeinsam Materialforschung

und entwickelten eine

neue Technologie zur Herstellung

von Stahlsaiten für Streichinstrumente.

Know-how des Wickelns

Ein Markstein der Entwicklung war

das Stahlseil z.B. für die drei Saiten

mit den tiefen Tönen beim Cello.

Dafür werden dünne Drähte nach

einem raffinierten Verfahren miteinander

verwickelt. „Drei Drähte

innen gehen nach links und sechs

Drähte außen gehen nach rechts“,

sagt Franz Klanner, und gibt damit

ein Detail der Technologie preis.

Die Erstgenannten heißen Seelendrähte,

die Letztgenannten Manteldrähte.

Ein besonderes Problem stellt

bei allen Saiten der Handschweiß

dar. Chromstähle oder Silberlegierungen

schaffen dazu Abhilfe, für

extreme Fälle auch Gold- oder Platinbeschichtungen.

Wobei viele

Musiker diese eher teuren Saiten

kaufen, weil sie hochwertige und

langlebige Produkte haben wollen.

Während die (dünne) e2-Saite

der Violine nach wie vor aus Stahldraht

besteht, haben sich sonst Saiten

mit einem Kern aus Kunststoff

durchgesetzt. Dabei handelt es sich

z.B. um einen Verbund aus Nylonfäden,

die einzeln nur 40 bis 50

Tausendstel mm dick sind. Drumherum

sind Metalldrähte und

Metallbändchen gesponnen, die wiederum

ganz besonderen Anforderungen

unterliegen. Denn die Oberfläche

einer Saite muss möglichst

glatt sein, sonst pfeift sie, wenn die

Finger darüber gleiten. „Weniger

als ein Tausendstel Millimeter Toleranz

ist hier erlaubt“, sagt Franz

Klanner, „die Wickeltechnologie ist

ein wichtiger Bestandteil unseres

Know-hows.“ Eigentlich ein Wunder,

dass das alles zusammengeht –

nachdem der Dirigent den Einsatz

gegeben hat. 2

Stahlreport 12|16

47


Lifesteel

Nachgehakt

Sie ziehen bei Köstner

in Bamberg an einem

Strang, von links:

Andreas Heilmann,

Christian Meinhardt,

Sven Kühlein,

Theo Wendler.

Foto: Köstner AG

Was eigentlich machen die Jubilare von Köstner?

Nachgehakt – bei den Dynamikern

Kürzlich wurden wieder einmal Jubilare von Köstner geehrt – vier Mitarbeiter für ihr zehnjähriges

Engagement im Stahlzentrum Bamberg. Was sie dort und darüber hinaus machen, fragte der

Stahlreport diesmal aber nicht den ehrenden Vorstand Dr. Norbert Teltschik, sondern die Geehrten

selbst. Interviews mit Dynamikern, wie sich schnell herausstellte.

Dynamiker setzen auf Entwicklungen

– in ihren eigenen und

fremden beruflichen Karrieren, zur

Teambildung im Kollegenkreis, und

selbst in der Freizeitgestaltung finden

sich entsprechende Gemeinsamkeiten.

Da ist z.B. Sven Kühnlein: „2006

fing ich mit 31 Jahren als Fachverkäufer

bei Köstner an. Zwei Jahre

später begannen wir, bei uns im

Betrieb auszubilden. So trat ich mein

zusätzliches Amt als Ausbildungsbeauftragter

an.“

Mit einem „Erzieher“ vergleicht sich

Christian Meinhardt. Er war vor zehn

Jahren als 27-Jähriger als Fachverkäufer

für den Bereich Stahl eingestiegen.

„Im Juni 2010 wurde ich dann

Abteilungsleiter.“ Und als solcher

muss er darauf achten, „dass sich die

Leute beispielsweise an Preisvorga-

ben halten und auch ihren sonstigen

Aufgaben nachkommen, darunter

etwa die Kundenakquise. Zusätzlich

schaue ich, dass wir die Unternehmensziele

erreichen, und entwickle

Strategien, um dies zu gewährleisten.“

Mitarbeiterführung ist auch die

Sache von Einkaufsleiter Theodor

Wendler, 47. Und sein Führungsstil?

„Man könnte sagen, ich handle hart

aber fair. Ich bis sehr kooperativ,

„Die Kunden sind durchaus

anspruchsvoller geworden. ‚Just

in Time‘ ist hier ein wichtiger

Begriff. Es wird auch in Zukunft

eine Herausforderung bleiben,

Ware passgenau und termingerecht

zur Verfügung zu stellen.“

Andreas Heilmann

aber doch mit einer gewissen Autorität.

Das bedeutet, die Mitarbeiter

haben ihre Freiheiten, müssen aber

den letzten Schritt immer mit mir

abklären. Im Gegenzug stehe ich

aber auch immer für meine Mitarbeiter

ein.“

Diesen Führungsstil muss Theodor

Wendler mit Andreas Heilmann

zusammenbringen, denn der 51-Jährige

ist seit zehn Jahren Niederlas-

„Das Tolle an meiner Arbeit ist, dass

sie sehr abwechslungsreich ist. Da

passiert auch schon einmal etwas

Unvorhergesehenes, so bleibt es

spannend. Außerdem ist es schön,

dass ich immer noch im direkten

Kontakt mit den Kunden stehe.

Christian Meinhardt

48 Stahlreport 12|16


Kurzporträt

Niederlassung Köstner in Bamberg

Die Stahlniederlassung der Richard Köstner AG in Bamberg beschäftigt

derzeit 60 Mitarbeiter. Das Produktangebot der Köstner-Filiale in Oberfranken

umfasst zwei große Bereiche: die Bearbeitung und den Handel

mit Stahlwaren einerseits sowie den Handel mit Bauelementen und Eisenwaren

andererseits.

Das Geschäftsfeld Stahl umfasst den Profil- und Formstahl, Stabstähle

sowie Rohre. Dieses Portfolio ergänzen Bleche, Edelstähle und Aluminium.

Zum Dienstleistungsangebot gehören das Sägen von Profil und

Formstahl sowie von Hohlprofilen.

Beim Geschäftsfeld Bauelemente & Eisenwaren liegt der Schwerpunkt auf

dem Handel mit Türen, Toren, Zargen und Brandschutzelementen. Zudem

gehören Gitterroste, Zäune und Bedachungsmaterial zum Produktsortiment.

Der Betrieb in Bamberg ist Hörmann-Kooperationspartner.

Rund 14 000 m 2 umfasst die Lagerfläche auf dem Firmengelände in der

Hafenstraße 21 und der Rheinstraße 1b. Für den Leiter der Niederlassung,

Andreas Heilmann, hält man am Standort gleich mehrere Trümpfe

in einer Hand: Neben der Kundennähe und der großen Sortimentsvielfalt

legt man viel Wert auf hohe Produktqualität und Zuverlässigkeit bei der

eigenen Dienstleistung.

sungsleiter des Standorts Bamberg.

Seine persönliche Philosophie

beschreibt er herausfordernd: „Geht

nicht – gibt’s nicht. Es gibt immer

Möglichkeiten, vorhandene bzw. entstandene

Herausforderungen zu

meistern.“

Beruf und Freizeit

Dass diese vier Persönlichkeiten im

Bamberger Team von Köstner so

gut harmonieren, hängt sicher auch

damit zusammen, dass sie sich nicht

nur beruflich immer auf dem Weg

sehen, sondern auch ihre Freizeit

entsprechend dynamisch gestalten:

Sven Kühnlein holt in den Wintermonaten

gerne seine Skier hervor,

Christian Meinhard ist gerne mit

seinem Rad unterwegs, Theodor

Wendler geht „leidenschaftlich

„Als Ausbildungsbeauftragter vor

Ort achte ich darauf, dass die Azubis

die verschiedenen Abteilungen durchlaufen

und dass dabei alles nach dem

Rahmenplan abläuft. Außerdem bin

ich das Bindeglied zwischen den

Schulen und dem Betrieb.“

Sven Kühnlein

gern“ mit seiner Frau auf Wandertour,

und Andreas Heilmann liebt

es, mit seinem Motorrad unterwegs

zu sein.

Und noch eine gemeinsame Leidenschaft

verbindet die vier Jubilare

miteinander und mit ihrem

Bamberger Team: gemeinsames

Kochen und Grillen. Christian

Meinhardt etwa blickt deshalb noch

heute gerne auf die Anfangszeit

zurück: „Wir waren damals nur

zehn Leute. Da haben wir öfter mal

gemeinsam gekocht. Herrlich! Mit

60 Kollegen wird das heute zu einer

logistischen Herausforderung. Einmal

im Jahr gibt es das trotzdem

noch,“ sagt der Vertriebsleiter –

und fügt dann hinzu: „Man fühlt

sich hier fast schon familiär aufgehoben!“

2

„Der erste Bereich ist der strategische

Einkauf. Dazu gehört es,

Märkte zu beobachten und auch

Veränderungen an der Börse im

Blick zu behalten. Der zweite

Bereich dreht sich um das operative

Geschäft.“

Theodor Wendler

Impressum

STAHLREPORT

Das BDS-Magazin für die Stahldistribution

Stahlhandel | Stahlproduktion |

Stahlverarbeitung

Offizielles Organ des BDS-Fernstudiums

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Max-Planck-Straße 1

40237 Düsseldorf

Redaktion:

Dr. Ludger Wolfgart (Chefredakteur)

Telefon (02 11) 8 64 97-11

E-Mail: Wolfgart-BDS@stahlhandel.com

Markus Huneke

Telefon (02 11) 8 64 97-24

E-Mail: Huneke-BDS@stahlhandel.com

Anzeigen:

Ksenija Sandek

Telefon (02 11) 8 64 97-21

E-Mail: Sandek-BDS@stahlhandel.com

Verlag:

BDS AG

Max-Planck-Straße 1

40237 Düsseldorf

Telefon (02 11) 8 64 97-0

Telefax (02 11) 8 64 97-22

Layout:

auhage|schwarz, Leichlingen

Druck:

Hellendoorn, Bad Bentheim

Erscheinungsweise: monatlich (10 Hefte/Jahr)

Bezugspreis:

Jährlich 65 € im Inland und 70 € im Ausland zuzüglich

Versandspesen und Mehrwertsteuer. Abbestellungen

sind lediglich unter Einhaltung einer dreimonatigen

Kündigungsfrist zum Jahres ende möglich. Für die Mitglieder

des BDS und die Teilnehmer im BDS-Fernstudium

ist der Bezug eines Exemplars der Fachzeitschrift

Stahlreport“ im Mitgliedsbeitrag bzw. in der Studien -

gebühr enthalten. Ein Nachdruck ist nur mit ausdrücklicher

Genehmigung der Redaktion gestattet.

Anzeigenpreis: Zur Zeit gilt die Preisliste Nr. 31.

Für unverlangt eingesandte Manuskripte oder Fotos

übernehmen Herausgeber, Redaktion und Verlag keine

Gewähr. Namentlich oder mit Initialen gekennzeichnete

Beiträge vertreten eine vom Herausgeber unabhängige

Meinung der Autoren.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird mitunter auf

die gleichzeitige Verwendung mänlicher und weiblicher

Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen

gelten gleichwohl für beiderlei Geschlechter.

Außerdem bittet die Redaktion um Verständnis, dass

insbesondere Firmennamen je Artikel in der Regel nur

einmal in ihrer werbeorientierten Form verwendet und

entsprechende Begriffe häufig eingedeutscht werden.

International Standard Serial Number:

ISSN 0942-9336

Diese Zeitschrift wurde aus umwelt schonendem Papier

hergestellt.

Beilagenhinweis: Diesem Heft liegen Beilagen der

BDS AG – Bundesverband Deutscher Stahlhandel,

Düsseldorf, der BME Akademie GmbH Frankfurt/M.,

und der ComputerKomplett, Rottweil bei.

Stahlreport 12|16

49


Lifesteel

Bericht

Binnenschifffahrt im 19. Jahrhundert

Ketten schleppten Kähne

Von Ferne muss es tatsächlich geklungen haben wie das Muhen einer Kuh: Wenn ein Kettenschleppschiff

seine Sirene ertönen ließ, haben sich Unkundige wohl oft gefragt, was denn eine Kuh

wohl auf dem Schiff verloren hat. Die Hessen in Frankfurt nannten sie Maakuh oder Määkuh und

die Franken in Würzburg Meekuh: Kettenschleppschiffe. Stahlreport-Autor Dr. Günther Philipp

zeichnet die Geschichte der Kettenschifffahrt nach.

Ein Kettenschiffschleppverband

auf der Seine

(Frankreich, frühes

20. Jahrhundert,

französische Postkarte)

Foto: Wikimedia/Alexandrin

Kettenschleppschiffe beherrschten

die deutsche Flussschifffahrt

von 1866 bis ins 20. Jahrhundert

hinein. Die letzten Kettenschleppschiffe

wurden erst 1943 außer Dienst

gestellt. Aber wie kam es überhaupt

zur Kettenschifffahrt? Die einsetzende

Industrialisierung in Deutschland

Mitte des 19. Jahrhunderts erforderte

es, größere Mengen an Rohstoffe

und die daraus entstandenen

fertigen Produkte schneller und preisgünstiger

zu transportieren.

Dazu eigneten sich Wasserwege

ganz besonders. Allerdings waren

die Flüsse noch nicht reguliert und

ihre Tiefe betrug deutlich weniger als

1 m. Die bis dahin gebräuchliche

Treidelschifffahrt (= Lastkähne wurden

mit Pferden flussaufwärts

geschleppt) war nicht mehr leistungsfähig

genug. Selbst mit zehn

Pferden waren selten mehr als 100

t zu schleppen. Außerdem war das

Treideln zu langsam.

Lösung: Kettenschiffe

Also sah man sich nach anderen

Lösungen um. Die Kettenschifffahrt

hatte ihren Ursprung in Frankreich;

dort wurde sie seit 1839 mit Erfolg

auf Flüssen und Kanälen betrieben.

In Deutschland fuhren die ersten

Kettenschiffe ab 1866 auf der unteren

Elbe (hinterher auf der ganzen

Elbe) und später auf der Donau, dem

Neckar, der Saale, dem Main und

auf der Spree und Havel sowie auf

der Brahe (heute Polen).

Das Antriebsprinzip war einfach:

im Fluss wurde eine Kette verlegt,

an der sich Schlepper mit einer

Geschwindigkeit von etwa 4 bis 5

km fortbewegten. Dabei zog die

Dampfmaschine die Ketten über auf

dem Deck angebrachten Zahntrommeln

aus dem Wasser und am Heck

des Schiffes wurde die Kette wieder

in das Flussbett abgelegt. Der Vortrieb

wurde über zwei dampfbetriebene,

gleichläufig drehende Trommeln

mit Rillenführungen für die

Kette erzeugt.

Die Kette wurde um beide Trommeln

jeweils drei- bis viermal herumgeführt.

So konnte durch Haftreibung

die Kraft übertragen werden.

Die Spannung in der auflaufenden

Kette war etwa 500-mal größer als

in der ablaufenden Kette. Die Ketten

hatten eine Stärke zwischen 22 und

26 mm. In der Regel waren die Kettenstränge

etwa 400 m lang und

durch Kettenschlösser verbunden.

Kettenschlepper konnten sechs

bis acht (manchmal auch bis zu zehn)

Kähne mit einer Dampfmaschine

schleppen und dabei 300 bis 400 t

befördern. Die Strecke Hamburg-Böhmen

konnte man nun sechs- bis achtmal

pro Jahr zurücklegen. Brauchte

man vorher mit den Treidelschiffen

bis zu acht Mann Schiffsbesatzung

und drei bis vier Reiter, waren es auf

den Kettenschleppern nur ein Steuermann

und zwei Matrosen.

Im Jahr 1893 waren etwa 1.250

km Ketten in deutschen Flüssen verlegt.

Allein die Kette in der Elbe

waren zwischen Hamburg und der

böhmischen Grenze maß 629 km

und insgesamt bis zur Moldaumündung

in Melnik (Tschechien) 745

km. Etwa 64 Mio. Reichsmark hatte

man für die Verlegung von Schleppketten

in deutschen Flüssen aufgewendet.

Gemessen an dem, was ein

Kettenschmied damals verdiente

(rund 65 Reichsmark pro Monat)

entspräche dies heute einem Wert

von etwa 2,5 Mrd. €.

Ausbau der Flüsse läutete Ende

der Kettenschiffe ein

Mit der Regulierung der Flüsse und

dem Bau von Staustufen in den deutschen

Flüssen verlor die Kettenschleppschiffart

jedoch ihre Bedeutung.

Die Schraubenschiffe konnten

bei den nun größeren Wassertiefen

ihre Überlegenheit ausspielen. 1943

wurde schließlich die letzte noch

verbliebene Kettenschleppschifffahrt

auf der Elbe aufgegeben. In Frankreich

ist heute noch ein Kettenschiff

auf dem Canal de St. Quentin im

Betrieb. Es ist 25 m lang, 5 m breit

und hat 1 m Tiefgang. Angetrieben

wird es von einem 600-Volt-Elektromotor.

2

50 Stahlreport 12|16


BDS-Berufsbildung

Seminare und sonstige (BDS-)Veranstaltungen

2016

Seminarthema Termin Tagungsort

Flachprodukte – Feinbleche, Grobbleche,

Oberflächenveredelung (Seminar) 12.-13.12. Duisburg

2017

Betonstahltag 12.01. Darmstadt

Q & E- Tag 09.02. Düsseldorf

Ladungssicherung ( Seminar) 07.-08.03. Lünen/Selm

Stahlkunde (Seminar) 22.-24.03. Dortmund

Betonstahl (Seminar) 27.-28.03. Kehl

Flachtag 30.03. Düsseldorf

Rohre (Seminar) 03.-05.04. Paderborn

Tagung der Kaufmännischen Ausbildungsleiter

Kooperation 26.-27.04. Achern/Offenburg)

Blankstahl(Seminar) 09.-10.05. Bietigheim-Bissingen

Werkstoff- und Produktkunde Lernteam 22.-24.05. Goslar

Qualitäts- und Edelstahl(Seminar) 01.-02.06. Lüneburg

Diese Übersicht gibt den Stand der Planungen für Lernteam- und Seminarveranstaltungen

und zum Fernstudium sowie zu entsprechenden Kooperationen wieder.

Änderungen jeder Art sind vorbehalten, vor allem Ergänzungen. Über weitere Details sowie zu

den Anmeldemöglichkeiten informieren Sie sich bitte im Internet (www.stahlhandel.com) oder

wenden sich telefonisch bzw. elektronisch an den

BUNDESVERBAND DEUTSCHER STAHLHANDEL (BDS)

Max-Planck-Straße 1 · 40237 Düsseldorf

Telefon: 0211/86497-19 · Telefax: 0211/86497-22

E-MAIL: WYNANDS-BDS@STAHLHANDEL.COM

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine