Stahlreport 2017.05

markushuneke

Das Magazin des Bundesverbands Deutscher Stahlhandel für die Stahldistribution

72. Jahrgang | Mai 2017

STAHLREPORT

Das BDS-Magazin für die Stahldistribution

5|17

BDS-Flachtag 2017

Ein Rückblick

Zukunft Stahlhandel – Schlüsselfaktor Aus- und Weiterbildung


Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Dipl.-Ing. Jochen Adams

Dr. rer. nat. Peter Drodten

Dipl.-Ing. Jochen Adams

Dr. rer. nat. Peter Drodten

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Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

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Dipl.-Ing. Jochen Adams

Dr. rer. nat. Peter Drodten

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Dr. rer. nat. Peter Drodten

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Heinz Schürmann

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Flacherzeugnisse aus Stahl

Production, Properties and Testing

Flat Products made of Steel

Dipl.-Ing. Jochen Adams,

Dr. rer. nat. Peter Drodten

Flacherzeugnisse aus Stahl

Herstellung, Eigenschaften und Prüfung

Format DIN A4, dt./engl. | hochwertiges

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Dipl.-Ing. Jochen Adams, Dr. rer. nat. Peter

Drodten, Dipl.-Ing. Wolfgang Drodten

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1. Auflage – Dez. 2009 | 99,00 €

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BDS AG – Bundesverband Deutscher Stahlhandel – www.stahlhandel.com


WISSEN –

HANDELN –

WEITERDENKEN

EDITORIAL

INHALT

Liebe Kolleginnen und Kollegen

der Stahldistribution!

In meiner Position als Vorsitzender des BDS-Vorstandsrats

möchte ich Sie herzlich zum diesjährigen

Stahlhandelstag einladen, der am 28. September

im Zentrum von Darmstadt durchgeführt wird.

Der BDS richtet diese Großveranstaltung, welche

mit weit über 300 Teilnehmern aus dem deutschsprachigen In- und Ausland

zu den Höhepunkten auf dem Veranstaltungskalender zählt, bereits

zum 26. Mal aus. Da es sich um eine Tagung handelt, die der BDS alle

zwei Jahre durchführt, können wir ruhigen Gewissens von einem etablierten

Format sprechen.

Darmstadt trägt den Titel Wissenschaftsstadt, was zum Motto des

Stahlhandelstages, „Wissen, Handeln, Weiterdenken“, passt. Wir haben

uns für dieses Motto entschieden, da der Handel mit Stahl und das Weiterdenken

der eigenen Geschäftsmodelle ohne Wissen nicht möglich

sind. Eine der wichtigsten Aufgaben eines etablierten Verbandes ist es,

dieses Wissen bereitzustellen, zu erhalten und weiterzuentwickeln. Der

BDS ist das Netzwerk, welches das Wissen auf allen Ebenen beschafft

und zur Verfügung stellt – damit Synergien für die Unternehmen erst

möglich gemacht werden.

Für die Unternehmen der Stahldistribution ist dieses Wissensnetzwerk

mit seinen Analysen und dem zur Verfügung gestellten Branchen-

Know-how ein geschätzter Partner. Die für seine Mitglieder kostenlose

Schulungsreihe zum Thema „Compliance“ ist hierfür ein aktuelles Beispiel.

Unsere BDS-Berufsbildung erfreut sich seit Jahrzehnten größter

Beliebtheit und wir sind stolz darauf, in diesem Jahr das etablierte Fernstudium

zum „Betriebswirt/in Stahlhandel“ als digitalisiertes Format

anbieten zu können. Die Plattformen für den Austausch untereinander,

wie der Betonstahltag zum Jahresanfang, der ebenfalls in Darmstadt

stattfand, oder der im März durchgeführte Flachtag in Düsseldorf, sind

Beispiele für die wissensbasierte Kommunikationsarbeit des BDS.

Impressionen vom Flachtag finden Sie auf dem Titelbild der Ihnen

vorliegenden Ausgabe des Stahlreports, darüber hinaus empfehle ich Ihnen

die Lektüre der Berichterstattung ab Seite 34 in diesem Heft.

Wissen, Handeln, Weiterdenken – entlang dieses Dreiklangs werden

wir beim kommenden Stahlhandelstag gemeinsam mit hochkarätigen

Referenten die aktuellen Fragen „rund um den Stahl“ diskutieren.

Wir sehen uns wieder – spätestens in Darmstadt am 28. September

2017.

Mit freundlichen Grüßen

Eberhard Frick

Vorsitzender des BDS-Vorstandsrats

PERSÖNLICHES

4 Kurznachrichten

STAHLHANDEL

6 Thomann GmbH – Mit neuen Ideen

8 Brennen statt Fräsen

9 Stahlzentrum setzt auf nachhaltiges Wachstum

10 Neue Studie zur Digitalisierung im Stahlhandel

ANARBEITUNG & LOGISTIK

Schwerpunkt: Biegen

12 Biegen und Trennen in einem Schritt

14 Profile direkt beim Biegen vermessen

15 Rohre besser biegen

WERKSTOFFE & PRODUKTE

Schwerpunkt: Rohre

16 rff – Digitalisierung ist nicht alles

18 Rohre komplett in einer Linie bearbeiten

MESSEN UND MÄRKTE

Schwerpunkt Konjunktur

20 Hannover Messe und Industrie 4.0

21 Maschinen- und Anlagenbau mit leichten Zuwächsen

23 Ausblick auf das Bauhauptgewerbe

26 Fragiler Aufschwung der Stahlindustrie

BDS

28 Research: Jahresstart geglückt

30 Kommunikation: Bist Du vom Fach?

Eine Analyse aktueller Anforderungen an den

Stahlhandel von Oliver Ellermann

34 Kommunikation: Spannend, anspruchsvoll,

herausfordernd – ein Nachbericht vom BDS-Flachtag

40 Recht: Künftig uneingeschränkt haftbar

VERBÄNDE & POLITIK

42 u.a. Bauforum Stahl veröffentlicht neue Stahlbau-

Richtlinie, Zulieferer-Forum und mehr

WISSENSWERTES

46 u.a. BME-eLösungstage, Stahlbau-Fachtagung,

Untersuchung zu Lehrlingsgehältern

LIFESTEEL

50 Nachgehakt: Weltrekord im Rollstühle-Ziehen –

mit Unterstützung von Schierle Stahlrohre

Stahlreport 5|17

3


Persönliches

Kurznachrichten

Foto: VDMA

Jürgen Nowicki

ist vom Vorstand der Arbeitsgemeinschaft

Großanlagenbau im Verband Deutscher

Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) auf

dem diesjährigen Unternehmertreffen im

März in Frankfurt als Sprecher dieses Gremiums

bestätigt worden. Nowicki, Sprecher

der Geschäftsleitung der Linde AG, Engineering

Division, der das VDMA-Ehrenamt seit

April 2016 ausübt,

wurde für einen Zeitraum

von zwei Jahren

einstimmig gewählt.

Seine wesentliche

Aufgabe ist die Vertretung

der Interessen

des Großanlagenbaus

in der

Öffentlichkeit. Zu seinen

Stellvertretern

wurden Dieter Rosenthal, Mitglied der

Geschäftsführung der SMS group GmbH,

sowie Martin Andrä, Mitglied der Geschäftsführung

bei der Voith Hydro Holding GmbH

& Co. KG, bestimmt.

Jürgen Schulze

hat am 1. März sein 40-jähriges Dienst -

jubiläum im Kreise der Mitarbeiter der

STAROFIT Klose GmbH & Co. KG gefeiert.

Nach seiner Ausbildung zum Industriekaufmann

bei der Elsflether Werft kam er im

Frühjahr 1977 als 21-Jähriger zu dem erst

zwei Jahre zuvor gegründeten Handelsunternehmen.

2002 wurde er in die Geschäftsführung

des Unternehmens berufen, dessen

Mitgesellschafter er seit einigen Jahren ist.

Mittlerweile gehört STAROFIT mit über 60

Mitarbeitern, einem Lagerbestand von über

6.500 t und einer Lagerfläche von mehr als

20.000 m² am Standort Ganderkesee bei

Bremen zu einem der führenden Lagerhalter

für Rohrformstücke. Auch dem Bundesverband

Deutscher Stahlhandel ist Jürgen

Schulze durch langjähriges ehrenamtliches

Engagement als Fachgruppensprecher eng

verbunden.

Heinz-Alfred Liebig

bleibt über den 31. Mai 2017 hinaus für die

EURO STAHL-Handel GmbH & Co.KG tätig,

auf die das Stahlgeschäft des Einkaufsbüros

Deutscher Eisenhändler (EDE) kürzlich übergegangen

war. Das teilten die beiden Wuppertaler

Unternehmen Ende März mit.

Ursprünglich war es vorgesehen, Geschäftsführer

Heinz-Alfred Liebig im Rahmen des

für den 30. Mai geplanten Stahltages des

Unternehmens aus Altersgründen in den

Ruhestand zu verabschieden. Aufgrund der

im April-Heft des Stahlreports (S. 5) bereits

angesprochenen personellen Veränderungen

bei den beiden großen Verbundgruppen

der Branche sind der Stahltag und die Stabübergabe

nun verschoben worden, teilte das

EDE mit. Das 13. Forum soll im November

2017 durchgeführt werden.

Alexander Kratz

übernimmt für die Wiha Werkzeuge GmbH in

Schonach zum 1.6.17 die Position des Vertriebsleiters

Deutschland/BeNeLux. Der 37-

jährige hatte dann

vor genau vier Jahren

die Vertriebsleitung

Deutschland-

Nord und BeNelux

für Wiha angetreten

und die strategische

Neuausrichtung des

Handwerkzeugherstellers

mit begleitet.

Er startet in der

neu geschaffenen Position, um die Go-tomarket-Strategie

in Deutschland weiter konsequent

umzusetzen. In seiner neuen Stellung

berichtet er direkt an den

Vertriebsleiter Europa.

Ronald Rast

ist Koordinator der Aktion „Impulse für den

Wohnungsbau“ und warnt die Parteien

davor, den Wohnungsbau lediglich „als politisches

Beiboot im Wahlkampf mitzuschleppen“.

Wer das mache, verkenne die Realität,

mit der Wohnungssuchende in Deutschland

konfrontiert seien. Der Wohnungsbau laufe

zu langsam und zu hochpreisig. Das kritisieren

gemeinsam mit Dr. Ronald Rast 30

Organisationen und Verbände der Architekten

und Planer,

der Bau- und

Immobilienwirtschaft

sowie der

Deutsche Mieterbund

und die

Industriegewerkschaft

Bauen-

Agrar-Umwelt.

Zusammenge-

Foto: Foto: Impulse für den Wohnungsbau

Foto: Wiha

Foto: Westfalen

schlossen in der o.g. Aktion haben sie jetzt

eine Wohnungsbau-Agenda mit zwölf Punkten

vorgelegt. Ziel ist es, die Parteien dazu

zu bringen, die Wohnungsbaupolitik zu

einem Schwerpunkt ihrer Wahlprogramme

für den bevorstehenden Bundestagswahlkampf

zu machen.

Renate Fritsch-Albert

ist mit Wirkung zum 17. März 2017 als Mitglied

in den Aufsichtsrat der Westfalen-

Gruppe gewählt worden. Dieses Gremium

der u.a. als Versorger mit Gasen tätigen

Gruppe mit Sitz im westfälischen Münster

besteht somit aus Dr. Wolf-Albrecht

Prautzsch (Vorsitzender), Dr. Bernhard Klofat

(stellvertretender Vorsitzender), Renate

Fritsch-Albert, Anka Wittenberg und den

Arbeitnehmervertretern Michael Brink sowie

Dierk Winter. Als weiterer Schritt der Unternehmensnachfolge

wurde Alexander

Fritsch-Albert (r.) mit Wirkung zum 1. April

2017 in den Vorstand der Westfalen-Gruppe

berufen. Vorstandsvorsitzender ist Wolfgang

Fritsch-Albert (M.). Nach dem Wechsel aus

der Geschäftsleitung in das Aufsichtsgremium

steht Renate Fritsch-Albert dem

Unternehmen weiterhin beratend zur Verfügung.

Hans Jürgen Kerkhoff

hat sich für die Stahlindustrie kürzlich kritisch

sowohl zum Emissionsrechtehandel als

auch zur Kreislaufwirtschaft geäußert. Der

Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl

merkte zur Ausgestaltung des Emissionsrechtehandels

im EU-Umweltrat in Brüssel

an: „Das Ergebnis … ist sehr enttäuschend,

die existenzielle Bedrohung für die Stahlindustrie

in Deutschland und Europa ist nicht

beseitigt.“ Und auch die Beschlüsse des

Europäischen Parlaments zur Kreislaufwirtschaft

kritisierte der Verbandschef als „…

nicht ausreichend“. Im EU-Umweltrat und

den anschließenden Verhandlungen müsse

4 Stahlreport 5|17


Foto: Foto Benteler

Eric Schweitzer

bleibt Präsident des Deutschen Industrieund

Handelskammertages (DIHK). Der 51-

jährige Berliner Unternehmer ist seit März

2013 in dieser Funktion und wurde von der

Vollversammlung dieser Dachorganisation

der deutschen Industrie- und Handelskammern

vor wenigen Wochen „mit überwältinachgebessert

werden. „Es sollen Anreize für

die Kreislaufwirtschaft geschaffen und keine

neuen Hürden durch Maßnahmenlisten mit

Vorschlägen zu Steuern und Abgaben aufgebaut

werden.“ Um solche und weitere politische

Themen geht es auch beim „Berliner

Stahldialog 2017“, zu dem die Wirtschaftsvereinigung

für den 16.5.17 in die Hauptstadt eingeladen

hat.

Dirk Bremm

hat mit Wirkung zum 1.4.17 die Leitung des

Unternehmensbereichs Coatings der BASF

übernommen. Er folgt in dieser Position auf

Dr. Markus Kamieth,

der in den Vorstand

der BASF SE berufen

wurde. Kamieth leitete

den Unternehmensbereich

seit

2012. Bremm wurde

1973 geboren. Er hat

Betriebswirtschaft in

Trier sowie in Irland

und Mexiko studiert.

Seinen Abschluss machte er an der Handelshochschule

Leipzig. Bei BASF ist er seit 2000.

Foto: BASF

Hubertus Benteler

ist nach 25 Jahren an der Konzernspitze zum

1.4.17 als Mitglied in den Aufsichtsrat

gewechselt. Nachfolger und Vorstandsvorsitzender

in der BENTELER International AG

wurde Ralf Göttel, der bislang Vorsitzender

der Geschäftsführung der BENTELER Automotive

war. Neuer Finanzvorstand ist bereits seit

dem 1.2.17 Guido Huppertz (l.), vorher in dieser

Unternehmenseinheit Executive Vice President

Corporate Finance, Controlling und

Accounting. Isabel Diaz Rohr gehört dem Gremium

unverändert als Mitglied des Vorstandes

an. Die Benteler-Gruppe steht mit rund

30.000 Beschäftigten an 153 Standorten in

40 Ländern für Lösungen in den Bereichen

Automotive, Steel/Tube und Distribution.

Felix Windisch

freut sich als Niederlassungsleiter der Köstner

Stahlzentrum GmbH in Plauen über acht

Jubilare in seinem

Team, die es in 2017

zu feiern gilt: Für

zehnjährige

Betriebstreue werden

Frank Volkmar,

Jürgen Herrmann

und Steven Biedermann

geehrt, ihre

fünfzehnjährige

Betriebszugehörigkeit

feiern Dietmar Oeser, Roland Poller,

Uwe Lenk und Alfred Nöbauer. 25 Jahre ist

Mike Güther im Betrieb tätig; für ihn knallen

am 28. September die Korken.

Franz Müllner

hat seinen inzwischen 16. Eintrag in das

Guinnessbuch der Weltrekorde erreicht, weil

er allein mit der Kraft seines Körpers mittels

einer Stahlkonstruktion aus dem Hause

Schierle Stahlrohre in Neuss (vgl. „Nachgehakt“

in diesem Heft, S. 50) 96 Rollstuhlfahrer

über eine Strecke von 20 Metern gezogen

hat. Bisher war „The Austrian Rock“

dafür bekannt gewesen, dass er mit seinem

Körper, auf dessen

Schultern auch

schon einmal ein

Helikopter gelandet

war, Schiffe, Flugzeuge

oder Panzer in

Bewegung setzen

konnte. Auch das

Riesenrad im Wiener

Prater war bereits

durch seine Hand

gestartet worden. Anlass für die neueste

Leistung hatte das Bernd-Best-Turnier in der

Sporthalle der Willy-Brandt-Gesamtschule in

Köln geboten, ein mit mehr als 200 Teilnehmern

besetzter europäischer Wettbewerb

im Rollstuhl-Rugby.

Foto: Köstner

Foto: Schierle

gender Mehrheit“ für eine zweite vierjährige

Amtszeit wiedergewählt, wie ein DIHK-Sprecher

mitteilte. Der DIHK steht für rund 3,6

Mio. Unternehmen aller Branchen.

Fabian Franke

ist seit 1.2.17 neuer Account Manager Industry

bei Betafence. Er folgte in dieser Funktion

Christian Heimes nach, der Ende letzten Jahres

die Vertriebsleitung für Deutschland

übernommen hatte. Der 31-jährige Fabian

Franke betreut bei Betafence Industriekunden,

die das Unternehmen mit abnehmerspezifisch

gefertigten Schweißgittern beliefert.

Als Ansprechpartner für Planung und Produktion

ist es seine Funktion, eine enge Abstimmung

zwischen Auftraggebern und den Betafence-Werken

in Belgien, Deutschland, Polen

und Italien zu

sichern. Betafence

fertigt im Segment

Industrial Mesh individuelle

Schweißgitter

nach Kundenspezifikation.

Das

Angebot umfasst

Foto: Betanfence

Ausführungen vom

Blankdraht bis zu

kunststoffbeschichteten

Schweißgittern in unterschiedlichen

Drahtstärken und Maschengrößen. Produktionsseitig

ist auch ein Schneiden und Biegen

nach speziellen Kundenvorgaben möglich.

Martin Luther

ist als Reformator in die Geschichte eingegangen

– und mit seinen Bibelübersetzungen.

Dabei bekam er es auch mit Eisen zu

tun, denn das wird im Buch der Bücher

recht häufig als Material für Waffen

erwähnt: So beherrschten bereits die Philister

die Technik der Verhüttung und des

Schmiedens. Auch daran erinnert Martin

Luther in seinem literarischen Lebenswerk,

an dem er u.a. auf der Wartburg bei Eisenach

arbeitete. Auf ihr war er im Mai 1521

von Unterstützern festgesetzt und als Junker

Jörg inkognito versteckt worden, um den

inzwischen Geächteten der Gefahr zu entziehen.

Vier Jahre zuvor hatte er die mit seinem

mutigen Thesenanschlag an der

Schlosskirche in Wittenberg heraufbeschworen.

Vor allem daran wird in diesem

Jahr des 500. Reformationsjubiläums erinnert.

Da ist das mit dem Eisen nur eine

Randnotiz.

Stahlreport 5|17

5


Stahlhandel

Bericht/Nachricht

Lagerhaltung und

Logistik: der

Geschäftsbereich

Stahl der Thomann

GmbH am Standort

Hergatz

Foto: Thomann GmbH

Thomann GmbH sieht wieder positiv in die Zukunft

Mit neuen Ideen

Ein umfangreiches Sortiment für Industrie und Handwerk, ein breites Anarbeitungsspektrum,

hohe Verfügbarkeit und Flexibilität – so lässt sich die Strategie des Handelshauses Thomann

zusammengefasst beschreiben. Nach zwei schwierigen Jahren hat sich das Stahlhandels -

unternehmen mit Sitz in Lindau am Bodensee erfolgreich durch die Krise gekämpft. Jetzt sieht

man mit frischen Ideen positiv in die Zukunft.

[ Kontakt ]

Thomann GmbH

88131 Lindau/

Bodensee

Tel. +49 8382 7058-0

www.thomann.biz

170 Jahre sind eine lange Zeit.

Gerade in wirtschaftlichen Zusammenhängen,

in denen sich Entwicklungen

oft mit hoher Geschwindigkeit vollziehen,

ist diese Zeitspanne beachtlich.

Die Thomann GmbH hat ihr 160jähriges

Jubiläum vor zwei Jahren gefeiert.

Dass das süddeutsche Traditionsunternehmen,

das von Rolf Thomann mittlerweile

in der sechsten Generation

geführt wird, auch weiterhin eine

Zukunft hat, war damals allerdings

nicht ohne weiteres klar. Denn zu dieser

Zeit hatte die Thomann GmbH eine

schwere Krise zu überstehen.

Krise erfolgreich gemanagt

Zusammengekommen war damals eine

sich als ungünstig herausstellende Firmenübernahme,

eine missglückte

Umstellung der IT sowie ein merklicher

Rückgang der Bestellmengen einiger

Großkunden. Jede dieser Entwicklungen

für sich genommen hätte wohl

aufgefangen werden können, alles

zusammen war zuviel.

Nachdem der Geschäftsführende

Gesellschafter Rolf Thomann bereits

frühzeitig die Reißleine gezogen und

sich um ein Sanierungsverfahren in

Eigenverwaltung bemüht hatte, stand

einem geordneten Krisenmanagement

nichts mehr im Wege.

Dessen Erfolg erklärt Rolf Thomann

zu nicht unwesentlichen Teilen mit der

Loyalität der eigenen Mitarbeiter. Die

meisten, auch jüngere, seien geblieben.

Ein Zeichen dafür, dass das Unternehmen

auch in der Krise im Kern weiterhin

integer und leistungsfähig war,

war auch das Vertrauen, das die Kunden

dem Unternehmen weiter entgegenbrachten

– und teilweise sogar neue

Projekte begannen. Dank eigenem

Bemühen und einem guten Marktumfeld

steht die Thomann GmbH heute

wieder ganz auf solidem Boden und

blickt positiv in die Zukunft.

Stahlhandel ist

wichtigster Geschäftsbereich

Der wichtigste Geschäftsbereich für die

Thomann GmbH ist der Stahlhandel.

Er macht rund zwei Drittel des Gesamtvolumens

aus. Mit insgesamt 90 Mitarbeitern

an den beiden Standorten

Lindau und Hergatz werden Kunden

im Umkreis von ca. 150 km sowie die

Region Vorarlberg und ein Teilbereich

der Ostschweiz beliefert.

Zum breit aufgestellten Produktsortiment

gehören der klassische Walzstahl

(Träger, Formstahl, Stabstahl),

Blankstahl, Spezialprofile, Rohre, Flachprodukte,

NE-Metall, Edelstahl, Qualitätsstahl,

Dach- und Wandsysteme.

Großen Wert legt man bei Thomann

auch auf eine hohe Fachkompetenz der

Mitarbeiter: So wurde ein individuelles

Schulungsprogramm in Zusammenarbeit

mit dem Institut für Werkstoffberatung

als Inhouse-Seminar

speziell für die Thomann GmbH konzipiert.

Über ein halbes Jahr vermittelte

Dr. Manfred Feurer den Thomann-Mitarbeitern

Fachkompetenz im Bereich

Stahl.

Seit mehr als 15 Jahren bietet das

Stahlhandelsunternehmen neben dem

Sägen auch ein umfangreiches Anarbeitungsspektrum,

u.a. gehören das

Zentrieren, Planfräsen und Entgraten

zum Portfolio. In Zukunft sollen zum

Angebot auch das Tieflochbohren und

Sandstrahlen gehören. Auf zehn Sägeanlagen

(Kreis- sowie Bandsägen) können

alle Stahlsorten bis zu einem Durchmesser

von 500 mm fix auf Wunschmaß

zugeschnitten werden.

Neben dem Stahlhandel ist Thomann

als Dienstleister auch im Handwerker-

und Industriebedarf sowie im

Bereich Arbeitsschutz aktiv. Ein weite-

6 Stahlreport 5|17


er kleinerer Tätigkeitsbereich des

Unternehmens ist der Brennstoffhandel.

Hauptabnehmergruppen sind

Industriekunden sowie die „klassischen“

Kunden des Stahlhandels.

Neuen Vertriebsweg gefunden

Den Blick für die Entwicklung des Marktes

hat man bei der Thomann GmbH

auch in den vergangenen Krisenzeiten

behalten. So ist dort auch die Digitalisierung

ein Thema. Bereits seit über

zehn Jahren beschäftigt sich das Unternehmen

mit dem Thema Industrieservice

und C-Teile-Management.

Aktuell ist dies noch mehr in den

Fokus gerückt: So werden Kunden z. B.

über eine e-procurement-Plattform mit

Arbeitsschutz- sowie Industrie- und

Handwerkerprodukten, aber auch mit

Stahlzuschnitten versorgt. Ebenso werden

Industriekunden in einem Kanban-System

mit endenbearbeiteten

Stahlzuschnitten versorgt.

Auch mit anderen Konzepten

beschreitet das Unternehmen in der

Vertriebslogistik neue Wege: Im

Umkreis von etwa 100 km hat die Thomann

GmbH bei ausgewählten Kunden

Ausgabeautomaten aufgestellt, aus

denen bei Bedarf benötigte Werkzeuge

oder Arbeitsschutzartikel entnommen

werden können. „Das ist eine sehr effi-

ziente Auslegung unserer Rolle als Systempartner“,

sagt Rolf Thomann. Offenbar

kommt das an: Die Kunden haben

Thomann zufolge darauf mit einer

hohen Resonanz reagiert.

Im Fokus steht beim Thema Digitalisierung

auch die Prozessoptimierung

mit dem Kunden. Das Hauptaugenmerk

liegt dabei in der Betrachtung

der gesamten Wertschöpfungskette, da

hier Prozesse gemeinsam beim Kunden

abgestimmt und implementiert

werden. Dazu hat man in Zusammenarbeit

mit der Firma Sicon GmbH, Stahlund

IndustrieConsult, Bernd Pfennings,

ein modular aufgebautes System mit

unterschiedlichen Prozessstrukturen

entwickelt. Insbesondere die großen

Industriekunden sind dem Unternehmen

zufolge an diesem neuen Konzept

sehr interessiert.

Für Rolf Thomann ist dieser Ansatz

eine zukunftsorientierte und neue Form

der Systempartnerschaft, die unter dem

Credo „aktiv für mehr Effizienz“ bei

den Industriekunden betrieben wird.

Das Konzept habe zu einer hohen Resonanz

und Anerkennung bei den Kunden

geführt. „Diese Art der Digitalisierung

ist einzigartig im Stahlhandel“,

ist Rolf Thomann überzeugt. „Wir betreiben

das sehr intensiv und inzwischen

auch sehr erfolgreich.“ 2

Über 6.000 Gäste bei Konrad Kleiner GmbH & Co. KG erwartet

Publikumsmagnet Hausmesse

Elegant baden: Der Geschäftsbereich

„Bad & Wellness“ der Konrad Kleiner GmbH & Co.

KG kümmert sich u.a. um komfortable

Bademöglichkeiten – nicht nur für blaue Enten.

Ein riesiges Bewirtungszelt

für rund 1.600 Gäste, ein

buntes Showprogramm und ein

eigener Kinderbereich – die Konrad

Kleiner GmbH & Co. KG hatte

für ihre Hausmesse im April

2017 einiges aufgeboten. Im Mittelpunkt

standen am Stammsitz

in Mindelheim an den zwei

Messetagen aber vor allem die

Produkte und Dienstleistungen

des Unternehmens mit seinen

vier Geschäftsbereichen Stahl,

Haustechnik, Baubeschlag/Baubedarf

sowie Werkzeuge/Maschinen. In den zwei Messehallen präsentierten

zudem über 200 Aussteller den rund 6.000 erwarteten Gästen aus Handwerk

und Industrie ihr Portfolio. Erstmals wurden in diesem Jahr dabei alle Unternehmen

gebündelt, die Produkte zum Thema „Smart Home“ anbieten: An einem Logo

am Messestand konnten Besucher erkennen, dass dort „vernetzte“ Produkte angeboten

wurden.

Stahlreport 5|17

7

Foto: BDS/Röschlein

Aus Ideen

werden

Lösungen

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und hocheffiziente Lagerlösungen

spezialisiert. Mit typisch Schweizer

Know-how, Präzision und Weltoffen heit

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Stahlhandel

Berichte

Fotos: Jebens GmbH

Aus einem 450 mm dicken und 1.000 mm hohen Block werden bei Jebens mit der Flamme vier durch einen

Steg getrennte Schrägen geschnitten.

Optimierte Werkstückkosten bei komplexen Geometrien

Brennen statt Fräsen

Gerade bei der Fertigung von Großbauteilen bedeuten Schnelligkeit und Wirtschaftlichkeit bares Geld.

Als Spezialist für große und schwere Brennteile, mechanische Bearbeitung sowie komplexe Schweißbaugruppen

setzt die Jebens GmbH deshalb bei hohen Abtragsraten immer häufiger auf Brennen statt

Fräsen. Mit einem einzigen Schnitt entfernt sie dabei massives Material. Das spart bis zu 50 % Zeitaufwand

und bedeutet damit signifikant geringere Kosten.

Jebens setzt auf eine perfektionierte

Technik des Brennschneidens.

Als wirtschaftlich interessante

Alternative zur komplexen Bearbeitung

großer Werkstücke mittels Fräsen

bearbeitet das Unternehmen

große Werkstücke mit dem Brennschneidverfahren

– das Jebens zu -

folge in vielen Fällen eine deutliche

Reduzierung bis hin zum vollständigen

Wegfall von Fräszeiten erlaubt.

Auch aufwändige Geometrien

brennschneiden

Für die Schuler-Gruppe fertigte

Jebens z.B. aus dem Baustahl S355J2

mit APZ 3.1 ein Gehäuse für Heizkörperpressen.

Aus einer 30 t schwe-

ren Stahltafel wurden dabei 400 x

710 x 840 mm große Werkstücke

hergestellt. Dafür sind große Segmente

mit engen Radien abzutragen

– wobei für diese Ausklinkungen

sehr unterschiedlichen Schnitthöhen,

-breiten und -tiefen zu realisieren

sind. Ohne Fräsen fertigt der

Brennschneidspezialist nur mit der

Flamme die aufwändigen Geometrien

exakt nach Kundenvorgabe.

Möglich machten dies das profunde

Know-how der langjährigen

Mitarbeiter von Jebens und die hochmodernen

technischen Anlagen. So

kam für den Dickenabtrag eine Sato-

Brennschneidmaschine zum Einsatz,

ein Fasroboter übernahm anschlie-

ßend das Finishing der komplizierten

Geometrien auf verschiedenen

Ebenen.

Zuvor wurde die exakte Schnittführung

anhand von 3D-Modellen

simuliert, um zu gewährleisten, dass

der Schnitt auch wirklich auf Anhieb

präzise passte. Denn bei diesem Verfahren

gibt es bei einem versehentlich

zu großen Abtrag keinen zweiten

Versuch.

Maßarbeit mit 3D-Simulation

Die Möglichkeit, enge Radien oder

abgeschrägte Seiten mit der Brennschneidmaschine

herzustellen, ist

Jebens zufolge bei Konstrukteuren

auf Kundenseite oft gar nicht

8 Stahlreport 5|17


ekannt. Dabei sei dieser Grobabtrag

auch bei vorgegebenen Präzisionsparametern

oftmals das Verfahren

der Wahl. Durch partielles Nachfräsen

werden dann nach dem kostengünstigen

Abtrag großer

Materialmengen selbst enge Toleranzen

erfüllt.

Das Potenzial dieser Option wird

an einem Ersatzteil aus S355-Baustahl

für ein Stahlwerk deutlich. Bei

diesem Werkstück waren Diagonalschnitte

auf einer Länge von 710 mm

umzusetzen. Dimension und geforderte

Maßgenauigkeit verlangten

hohe Verfahrenskompetenz beim

Brennschneiden, da eine Brennflamme

nun einmal nicht mit der

Präzision eines Lasers arbeitet.

Kosten und Zeit gespart

Jebens löste diese Herausforderung

über eine spezielle Wärmeführung

mit ausgeklügeltem Vorglühen und

geradezu virtuoser Führung der

Brennschneidmaschine: So wurden

aus einem 450 mm dicken und 1.000

mm hohen Block vier durch einen

Steg getrennte Schrägen – davon je

zwei parallel angeordnet – geschnitten.

Die Elemente aus der Seite sowie

Schrägen im 45°-Winkel trug Jebens

durch mehrlagiges Schneiden ab.

Lediglich für das Finishing des Bauteils

setzte das Unternehmen die

Fräsmaschine ein.

Die Gegenüberstellung der Kosten

für mechanische Bearbeitung

oder Brennschneiden war für den

Kunden der erste Impuls, sich für

dieses von Jebens vorgeschlagene

Verfahren zu entscheiden. Anhand

von 3D-Modellen optimierten die

kaufmännischen und technischen

Berater bei Jebens im engen Schulterschluss

mit dem Kunden die Konstruktion

unter Kosten- und Qualitätsaspekten.

Das Ergebnis: 40% Kostenersparnis

in der Bearbeitung und eine um

30 % kürzere Bearbeitungszeit seien

erreicht worden, teilte das Unternehmen

mit. 2

[ Kontakt ]

Jebens GmbH

Daimlerstr. 35-37

70825 Korntal-Münchingen

Tel. +49 711 8002-0

www.jebens.de

Köstner investiert in Standort Plauen

Stahlzentrum setzt auf

nachhaltiges Wachstum

Die Köstner Stahlzentrum GmbH in Plauen setzt ein Ausrufezeichen:

Mit Investitionen im Wert von 750.000 € in neue Anlagen schafft das

Handelsunternehmen Köstner neue Perspektiven am vogtländischen

Standort. Der Maschinenpark soll eine neue Sägeanlage, einen Kran

sowie eine neue Brennanlage erhalten.

Vor mittlerweile fünfzehn

Jahren hatte der mittelfränkische

Familienbetrieb den Stahlhandel,

der südöstlich des Stadtzentrums

direkt an der Weißen Elster zu finden

ist, aus dem insolventen Mühl-

Konzern mit der kompletten Belegschaft

übernommen. Seitdem wurde

das Köstner Stahlzentrum kontinuierlich

modernisiert und erweitert

– und so zum geschätzten Partner

regionaler Handwerks- und Industriebetriebe.

Stabstahl-Anarbeitung

wird ausgebaut

Nachdem Köstner in den vergangenen

Jahren bereits Investitionen im

siebenstelligen Bereich in Plauen

getätigt hatte, sind für das Jahr 2017

laut Geschäftsführer Dr. Norbert

Teltschik weitere 750.000 € eingeplant.

Damit sollen eine Spezialsäge,

ein Kran und eine neue Brennanlage

angeschafft werden.

Mit der neuen Säge soll die kundenspezifische

Anarbeitung von

Stabstahl und Hohlprofilen optimiert

werden. Diese Leistung bildet

einen Schwerpunkt im Angebot des

Stahlzentrums. Mithilfe des neuen

Krans soll die Säge bestückt werden.

Die neue Brennanlage soll die mittlerweile

20 Jahre alte bisherige

Anlage ersetzen.

Die neue Brennanlage wird

dabei mit einem innovativen System

der Abfallentsorgung ausgerüstet:

Ein spezieller Schwingfördertisch

soll die Stillstandszeiten für Wartung

und Instandhaltung verringern.

Ein weiteres Ziel des ISO-zertifizierten

Betriebs ist der Ausbau

des Geschäftsbereichs Bauelemente.

Angesichts des aktuellen Aufschwungs

in der Baubranche will das

Unternehmen den Fokus vor allem

auf den Vertrieb von Toren, Türen,

Antrieben und Zaunelementen legen,

hier insbesondere von Doppelstabmatten.

Langjährige Mitarbeiter

sichern Qualität

Köstner setzt aber nicht nur bei der

Technik auf Nachhaltigkeit, sondern

auch beim Personal. So stehen in

Plauen in diesem Jahr acht Jubiläen

an. Gefeiert werden mehrere langjährige

Betriebszugehörigkeiten

(siehe auch Meldung Personalien, S.

5). Niederlassungsleiter Felix Windisch

freut sich über den hohen Anteil

langjähriger Mitarbeiter in der Belegschaft,

die als Know-how-Träger zur

Qualität des Köstner Stahlzentrums

beitragen.

Insgesamt blickt man im Köstner

Stahlzentrum zuversichtlich auf den

weiteren Verlauf des Geschäftsjahrs

2017. So bietet das Stahlzentrum in

Plauen ab September wieder einige

Ausbildungsplätze sowohl im logistischen

wie im kaufmännischen

Bereich an. Zudem hat Köstner für

Plauen eine Stelle als Sachbearbeiter

Stahlvertrieb und eine weitere Stelle

für einen Maschinenbediener der

Brennschneideanlagen ausgeschrieben.

2

[ Kontakt ]

Richard Köstner AG

91413 Neustadt/Aisch

Tel. +49 9161 668-0

www.koestner.de

Stahlreport 5|17

9


Stahlhandel

Bericht

Neue Studie von Günther + Schramm

Digitalen Stahltrends auf der Spur

Höhere Flexibilität, kostengünstigere Produktion sowie eine verbesserte Planung und Logistik:

alles Vorteile, die sich mit digitalen Prozessen im Stahlhandel erzielen lassen. Doch wie steht es

in der Branche wirklich in der Praxis das Thema Industrie 4.0 und dessen Umsetzung? Welche Rolle

spielen Online-Portale, Systemlieferanten oder das Outsourcing von Materialbevorratung und

Anarbeitung? In einer neuen Studie ging Günther + Schramm diesen Fragen auf den Grund.

[ Kontakt ]

Günther + Schramm

GmbH

73447 Oberkochen

Tel. +49 7364 24-0

www.gs-stahl.de

Insgesamt 77 Unternehmen

aus der metallbe- und verarbeitenden

Industrie hat Günther + Schramm

befragt. Im Fokus standen dabei die

aktuellen Trends und Entwicklungen

im Stahlhandel.

Große Mehrheit bestellt

noch nicht online

Viele Stahlhändler folgen dem

momentan boomenden Trend und

setzen auf Online-Shops. Die Um -

frage von Günther + Schramm, Systemlieferant

für Stahl, Edelstahl und

Aluminium, hat jedoch ergeben, dass

88 % der Befragten ihre Produkte

noch nicht online bestellen.

Hauptgründe sind der Studie

zufolge eine Doppelführung von

hauseigenem ERP-System und Webshop

sowie zu geringe IT-Kapazitäten.

Dabei gehen Online-Shops heute

schon weit über die normale Bestellfunktion

hinaus und fungieren vielmehr

oft als Informationsplattformen.

„In unserem Online-Portal

können unsere Kunden beispielsweise

die Verfügbarkeit von Artikeln

einsehen sowie Werkstoffdatenblätter

und Zolltarifnummern mit

nur einem Klick abrufen – ein Service,

der vermehrt in Anspruch

genommen wird“, erklärt Jörg Mayer,

Leiter Material- und Prozesslogistik

bei Günther + Schramm.

Schritt für Schritt zum

digitalen Stahlhandel?

Für 73 % der Befragten ist die vollständige

Digitalisierung im klassischen

Stahlhandel noch Zukunftsmusik.

Sie wissen zwar um deren

Vorteile, sehen aber noch keinen

konkreten Handlungsbedarf. Ebenso

sind automatisierte Prozesse und

Anlagen für mehr als die Hälfte

(54 %) noch nicht relevant, wie auch

das Online-Einsehen der Produktverfügbarkeit

(55 %).

Auch die papierlose Auftragsabwicklung

per elektronischem Datenaustausch

(EDI) ist laut Befragung

noch nicht in der eher konservativen

Stahlbranche angekommen: Nur 23%

der Studienteilnehmer setzen bereits

auf den elektronischen Datenaustausch.

Analoge Bestellmethoden via

Fax, E-Mail oder Telefon machen in

diesem Fall noch immer das Rennen.

Die Teilnehmer, die EDI nutzen,

sehen jedoch deutliche Vorteile:

Alle profitieren von einem schnellen

Datentransfer und Bestellvorgang,

67 % erzielen eine Entlastung des

Personals und ebenfalls 67 % reduzieren

mittels EDI ihre Prozess- und

Verwaltungskosten.

Laut den Ergebnissen sehen die

Studienteilnehmer eine digitale Entwicklung

in der Stahlbranche, springen

aber noch nicht auf den Zug auf

und bleiben ihren traditionellen Mustern

treu.

Systemdienstleister

sind gefragt

Unternehmen setzen laut Günther +

Schramm vermehrt auch auf die

10 Stahlreport 5|17


Zusammenarbeit mit Dienstleistern.

64 % der Befragten sehen in dieser Tatsache

vor allem eine deutliche Optimierung

der eigenen Logistikprozesse.

Knapp dahinter liegt für 61 % der

Teilnehmer der Vorteil der Kostensenkung.

Auch die Fokussierung auf

die Kernkompetenzen ist für 44 % ein

wichtiges Argument, das für die

Kooperation mit einem Systemdienstleister

spricht. Die Reduzierung

von Produktionszyklen spielt

für rund 14 % der Befragten eine

Rolle.

„Werkstofflieferanten fungieren

heute weniger als Distributoren. Sie

sind vielmehr strategische Partner,

die eine individuell zugeschnittene

Versorgung mit Materialien sowie

zusätzliche Mehrwertleistungen

sicherstellen müssen“, erklärt Jörg

Mayer.

Kriterien für einen zukunftsfähigen Stahlhandel

Vorteile eines Systemdienstleisters im Stahlhandel

Mit Outsourcing zu

mehr Wirtschaftlichkeit?

Zunehmender Kostendruck, rasante

technologische Fortschritte und der

steigende Bedarf an Produktionsflächen

zwingen immer mehr Unternehmen

dazu, ihre strategische Ausrichtung

zu überdenken und neue Wege

einzuschlagen. Outsourcing-Modelle

sind eine Möglichkeit, um diese

Herausforderung zu meistern und

wirtschaftliche Vorteile zu erzielen.

Die Umfrageresultate von Günther

+ Schramm ergeben jedoch das

Gegenteil: Nur 8 % der befragten

Unternehmen denken derzeit über

ein Outsourcing nach. „Die Wirtschaftlichkeit

des Outsourcings

scheint für die Branche noch nicht

offensichtlich zu sein. Die höhere

Produktivität des externen Dienstleisters

sowie die größeren Beschaffungsvolumina

und eine bessere

Maschinenauslastung führen jedoch

schnell zu Kostenvorteilen. Mit dem

Outsourcing wird gleichzeitig eine

Verlagerung der Risiken auf den

neuen Partner erreicht. Kosten für

Ausschuss und Schrott, die Wartung

der Maschinen sowie zukünftige

Investitionen fallen ebenfalls beim

Zulieferer an“, erklärt Mayer.

10 % der Teilnehmer setzen derzeit

auf die Fremdvergabe von Materialbevorratung

und Anarbeitung.

Grafiken: Günther + Schramm

RELEVANZ VON DIGITALEN PROZESSEN im Stahlhandel

Die Kostensenkung spielt dabei für

alle eine entscheidende Rolle. Ein

reduzierter Personalaufwand sowie

die Vermeidung zusätzlicher Investitionen

sind weitere Aspekte, die

für ein Outsourcing sprechen.

Fazit

Die Entwicklung hin zum vernetzten

und digitalisierten Stahlhandel

ist derzeit noch nicht zu erkennen.

Viele mittelständische Unternehmen

sind sich zwar der Vorteile von

Industrie 4.0 bewusst, wissen diese

für das eigene Geschäft aber noch

nicht effektiv umzusetzen. Es fehlt

ihnen an einem konkreten Lösungsweg

zur Digitalisierung und Vernetzung

von Prozessen. Viele Stahlhändler

sind dabei schon auf dem

Weg und bieten beispielsweise

Online-Shops für einen einfachen

und schnellen Bestellvorgang an.

Das Potential wird aber von der verarbeitenden

Industrie noch nicht

voll ausgeschöpft. 2

Stahlreport 5|17

11


Anarbeitung

und Logistik

Schwerpunkt Biegen

Foto: Schwarze-Robitec

Mit der Hackvorrichtung von

Schwarze-Robitec lassen sich

jetzt auch Anwendungen mit

Rohrdurchmessern von bis zu

drei Zoll (76 mm) in hohen

Stückzahlen fertigen. Die

speziell entwickelte Trenntechnologie

ermöglicht durch

saubere Schnittkanten die

direkte Weiterverarbeitung

aller Komponenten.

Integriertes Hackwerkzeug für Rohre mit großem Durchmesser

Biegen und Trennen in einem Schritt

Trennvorrichtung 2.0: Schwarze-Robitec erweitert sein bestehendes Hackwerkzeug und kombiniert

das Biegen sowie das finale Abtrennen von Rohrkomponenten ab sofort auch für große Durchmesser

von bis zu drei Zoll (76 mm) – und das in einem einzigen Arbeitsschritt.

Für das Biegen und anschließende

Abtrennen in einem Schritt

wird die Trennvorrichtung direkt in

das Biegewerkzeug integriert. Das

mache den Bearbeitungsprozess

wesentlich effizienter und wirtschaftlicher,

so das Unternehmen. Bislang

war dies nur für kleinere Abmessungen

möglich. Anwender, die mit Rohren

mit großen Abmessungen arbeiten,

profitierten ebenfalls von einem

um bis zu 90 % reduzierten Materialverschnitt

und kürzeren Taktzeiten.

Für Teile in hoher Stückzahl

Das System der integrierten Hackvorrichtung

ist laut Schwarze-Robitec

durch die hohe Material- und Zeitersparnis

prädestiniert für die Fertigung

von Teilen in hoher Stückzahl.

Zahlreiche Anwender aus der Automobil-

und Zulieferindustrie nutzten

dieses System bereits erfolgreich.

Um die Vorteile auch für Anwendungen

mit Rohrdurchmessern von bis

zu drei Zoll (76 mm) zu ermöglichen,

hat Schwarze-Robitec das Hackwerkzeug

weiterentwickelt. Die Maschinen

realisierten die präzisen Schnitte

der Trennvorrichtung in kürzester

Zeit.

Gleichzeitig falle auch die Materialersparnis

sehr hoch aus: Bislang

entstanden bei der Herstellung z.B.

von Krümmerrohren je nach Biegesystem

bis zu 100 mm Verschnitt pro

Einzelteil – ein hoher Kostenfaktor,

der mit dem integrierten Hackwerkzeug

deutlich sinken soll.

Auch die Bearbeitung längerer

Rohreinheiten statt abgelängter Rohrstücke

ist durch den integrierten

Trennvorgang möglich. So sollen sich

die Zeiten für das Be- und Entladen

der Maschine zusätzlich reduzieren.

Direkte Weiterverarbeitung

aller Komponenten

Mit der neuen Trenntechnologie

erhalten alle Komponenten eine saubere

Schnittkante und können deshalb

sofort weiterverarbeitet werden,

hebt das Unternehmen hervor. Die

Technik böte sich damit besonders

u.a.für die Automobilbranche oder

die Zulieferindustrie an. Gerade dort

spielen die Einsparungen von Ressourcen

und Zeit eine große Rolle.

Die kontrollierte Spanabfuhr hält die

beim Trennvorgang entstehenden

Späne von der Maschine weitestgehend

fern.

Voraussetzung für die Integration

der Technologie in vollelektrische

Maschinen der High-Performance-Baureihe

ist der Einsatz der

CNC-Steuerung NxG von Schwarze-

Robitec. Die Steuerung ermöglicht

Schnitte bei jedem Biegewinkel zwischen

0 und 90° und fügt diese in das

Biegeprogramm ein. Die Trennvorrichtung

bearbeitet alle gängigen

Materialien – darunter auch aluminisierte

Stähle oder schwer zerspanbare

Werkstoffe wie Chrom-Nickel-

Stähle. 2

[ Kontakt ]

Schwarze-Robitec GmbH

51109 Köln

Tel. +49 221 89008-0

www.schwarze-robitec.com

sales@schwarze-robitec.com

12 Stahlreport 5|17


Biegemaschine Smart BGM reduziert Arbeitsaufwand

Vollautomatisch Mattenbiegen

Die vollautomatische Mattenbiegemaschine

Smart BGM der

Progress Maschinen & Automation

AG vereinfacht und beschleunigt

Arbeitsschritte, die bis vor kurzem

noch manuell ausgeführt werden

mussten. Mit zwei unabhängig voneinander

betriebenen Biegebalken können

zwei Bewehrungsmatten gleichzeitig

schnell zu geschlossenen

Körben geformt und mit unterschiedlichen

Aufbiegungen versehen werden.

Ein Vorgang dauert nur eine

halbe Minute.

Lange Zeit prägten ein hoher körperlicher

Einsatz im Verbund mit einer

Abfolge einzelner Arbeitsschritte die

Weiterverarbeitung von Bewehrungsmatten.

Mit der Smart BGM, einer

vollautomatischen Mattenbiegemaschine,

hat die Progress Maschinen &

Automation AG eine Lösung entwickelt,

welche den Arbeitsaufwand

nach Herstellerangaben auf ein Minimum

reduziert und gleichzeitig die

Produktionsgeschwindigkeit erheblich

steigern soll. Die Anlage kann für

die Herstellung von Körben aus Standardmatten

oder für das Biegen von

Matten eingesetzt werden.

Dabei sind Formen und Biegewinkel

vielfältig: Die Smart BGM fertigt quadratische,

recht- und dreieckige

Körbe sowie offene Formen mit Winkeln

von 90° bis 135°. Zudem kann

die Anzahl der gestapelten Körbe

nach Bedarf festgelegt werden. Die

Anlage eignet sich dem Unternehmen

zufolge daher ideal für die vollautomatische

Serienproduktion von

Lagerkörben. Biegereien in Frankreich

und Benelux setzen die Smart

BGM bereits erfolgreich ein.

[ Kontakt ]

Progress Maschinen & Automation AG

39042 Brixen, Italien

Tel. + 39 0472 979100

www.progress-m.com

info@progress-m.com

Metallbau

Stahlbau

Fahrzeug-/ Landmaschinen-/

Schiffsbau

Maschinenschutzeinrichtung/

Maschinenbau und Anlagenbau

Regalbau und Lagersysteme

Containerbau

Foto: Progress Group

Möbel-/ Laden-/ Innenausbau

Klima- und Solartechnik

Dank zweier unabhängig voneinander betriebener Biegebalken können zwei Bewehrungsmatten

gleichzeitig bearbeitet werden.

Stahlreport 5|17

13


Anarbeitung

und Logistik

Schwerpunkt Biegen

Die neue CNC-gesteuerte Biege- und Richtmaschine von Stierli-Bieger vermisst Träger und Profile per Laser direkt beim Biegen.

Foto: Stierli-Bieger

Lasersensorik vermeidet Nachbiegen von Trägern

Profile direkt beim Biegen vermessen

Das Biegen von Stahlträgern und -profilen gehört auch heute noch zu den schwierigsten und

aufwendigsten Arbeiten im Stahl- und Brückenbau. Auch hier gilt es, den Kosten- und Zeitaufwand

im Fertigungsprozess möglichst zu reduzieren. Eine neue CNC-gesteuerten Richt- und Biegemaschine

der Stierli-Bieger AG vermisst Träger und Profile nun bei der Bearbeitung per Laser. So können

Abweichungen sofort korrigiert und ein eventuell nötiges Nachbiegen der Teile vermieden werden.

Die CNC-Maschine von Stierli-

Bieger basiert auf dem Konzept horizontaler

Richtpressen. Mit der 440-

t-Maschine lassen sich Träger bis

HEM 1000 vorspannen, biegen oder

richten.

Dem Schweizer Maschinenbauunternehmen

zufolge ist die Anlage

eine „echte Universalmaschine“, die

sowohl für das Biegen von Flachprofilen

oder Rohren wie für das Richten

von Platten bis zum Werkstoff Fe

355 im Format 2.000 x 6.000 mm

ausgerichtet ist.

Software hilft bei

Bearbeitungsaufgaben

An der PC-Touchscreen-Steuerung

der Anlage können die Grunddaten

einer Bearbeitungsaufgabe wie Profilbezeichnung,

Material, Trägerlänge

oder die Überhöhung (Stichbogenhöhe)

einfach und schnell definiert

werden. Zur Unterstützung bei

der Programmierung kann der

Anwender dabei auf verschiedene

Unterprogrammen zugreifen, die

zugleich dazu beitragen sollen, die

Rüst- und Einrichtzeiten deutlich zu

reduzieren.

Das System gibt die Überhöhungskurve

des jeweiligen Biegeauftrags

optisch auf den Bildschirm

aus. Der Anwender hat so die Kurvengrafik

jederzeit im Blick. Arbeitsdaten

wie die Anzahl der Biegepunkte,

die Anschlagmasse und der

Biegehub werden automatisch von

der Software berechnet und an den

Bearbeitungsprozess weitergegeben.

Manuelle Eingriffe in den Arbeitsablauf

sind jederzeit möglich. Dabei

kann die Programmierung direkt an

der Maschine oder an einem externen

Arbeitsplatz in der Arbeitsvorbereitung

erfolgen.

Abweichungen direkt

messen und korrigieren

Hauptvorteil der neuen CNC-Richtund

Biegemaschine ist dem Unternehmen

zufolge die während des

Bearbeitungsprozesses aktive Laser-

Messsensorik. Die präzise arbeitende

Sensorik überprüft bei jeder

Biegung die Überhöhung des bearbeiteten

Teils.

Um die Rückfederung des zu

bearbeitenden Teils zu kompensieren,

führt die Anlagensteuerung

dabei sofort einen Ist-Sollwert-Vergleich

durch. Somit können Abweichungen

der Trägermasse oder Festigkeitsunterschiede

der einzelnen

Profile schon während des Biegeprozesses

ausgemessen und korrigiert

werden. Mit dieser Entwicklung

entfällt dem Hersteller zufolge

ein manuelles Nachmessen und

eventuell nötiges Nachbiegen des

Trägers. 2

[ Kontakt ]

Stierli Bieger AG

6210 Sursee, Schweiz

Tel. +41 41 9202055

www.stierli-bieger.com

sales@stierli-bieger.com

14 Stahlreport 5|17


Komplexe Rohrbearbeitung mit automatischem Wechselsystem

Rohre besser biegen

Immer schneller, immer anpassungsfähiger: Das Biegen von Rohren mit Durchmessern bis 127 mm

wird kontinuierlich anspruchsvoller. Dabei sollen die Folgekosten möglichst gegen Null tendieren.

Für diesen Spagat hat die transfluid® Maschinenbau GmbH die Rohrbiegemaschine t bend

DB 40120-CNC-VE entwickelt. Sie ermöglicht Biegeradien von 1 x D bei sehr geringen Wandstärken.

Foto: Transfluid

Die Transfluid-

Maschine ermöglicht

für Rohre mit

Durchmessern bis

127 mm Biegeradien

von 1 x D und

größer sowie die

Reduzierung der

Wandstärke von

2 mm auf 1,5 mm.

Im Rahmen eines aktuellen

Projektes wurde der Aufbau des

neuen Biegesystems von Transfluid

vollelektrisch umgesetzt. Alle Bewegungsachsen

der Anlage sind über

die spezielle Sequenzsteuerung des

Rohrbiegespezialisten miteinander

synchronisiert oder können gegeneinander

gesteuert programmiert

werden. Darüber hinaus besteht die

Möglichkeit einer einfachen Ablaufoptimierung

über diese Sequenzsteuerung,

was die produktspezifischen

Taktzeiten verbessern soll.

Anlagen für höhere

Produktanforderungen

„Es kommt heute nicht mehr nur

darauf an, die technische Effizienz

in Abläufen oder Maschinen zu realisieren“,

sagt Stefanie Flaeper,

Geschäftsführerin bei Transfluid.

„Es müssen vor allem auch die gestiegenen

Anforderungen an neue Produkte

umgesetzt werden. Und bei

aller Zeiteffizienz und Präzision

sollte die Lösung natürlich be -

herrschbar sein.“

Als Stärke der Maschine sieht

der Hersteller daher auch ihre einfache

Bedienbarkeit. So können

sämtliche Parameter aus dem CAD-

Programm übernommen und die

entsprechenden Formspannstücke

dann automatisch nach Bedarf abgerufen

werden.

Die Reduzierung der Folgekosten

haben die Anlagenkonstrukteure per

automatischem Spannstückwechselsystem

realisiert. Der Zeitrahmen

für den Werkzeugwechsel ist dem

Unternehmen zufolge vergleichbar

mit dem eines Radienwechsels.

Spannstücke bis zu

acht Mal wechseln

Die neue DB 40120-CNC-VE verfügt

über zwei Werkzeugebenen und ist

in der Lage, die Spannstücke acht

Mal zu wechseln. Jedes Rohr ist

damit auch in sehr komplexen Geometrien

biegbar.

Diese Form der Werkzeugbe -

stückung sei besonders effizient und

reduziere die Folgekosten auf ein

Minimum. „Vor allem, weil die Durchmesser

relativ ähnlich und die

Radien mit 1 x D (1 x der Außendurchmesser

des Rohres) sehr eng

sind, verändern sich eigentlich nur

die Verlaufsgeometrien bei neuen

Produkten. Das bedeutet, es müssen

nur neue Spannelemente eingesetzt

werden“, erläutert Stefanie Flaeper.

Zur Realisierung der engen

Radien bei einer relativ geringen

Wandstärke verfügt die neue Rohrbiegemaschine

zusätzlich über eine

Nachdrückvorrichtung. Damit könne

bei einer sehr kurzen Restlänge auch

der letzte Bogen kontrolliert nachgefuḧrt

werden. 2

[ Kontakt ]

transfluid® Maschinenbau GmbH

57392 Schmallenberg

Tel. +49 2972 97150

www.transfluid.de

info@transfluid.de

Stahlreport 5|17

15


Werkstoffe

und Produkte

Schwerpunkt Rohre

Beratung bekommt im Stahlhandel mehr Bedeutung

Digitalisierung ist nicht alles

Wer auf der Autobahn in Richtung Zukunft unterwegs ist, sollte

aufpassen, dass der Verkehr auf der linken Spur einen nicht überholt.

Im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung sollte es für

jedes Unternehmen von großem Interesse sein, nicht vom Wettbewerb

abgehängt zu werden. Doch wie kann eine partnerschaftliche

Geschäftsbeziehung in Zukunft aussehen, die sowohl Kunden als

auch Lieferanten Mehrwert bietet? Die rff Rohr Flansch Fitting

Handels GmbH als mittelständisches Handelsunternehmen denkt

in alle Richtungen und glaubt nicht an eine „einzig wahre Lösung“.

Bei Rohren und Rohrverbindungen

aus C-Stahl und rostfreiem

Edelstahl sind die meisten Produkte

genormt und nicht dafür bekannt

besonders innovativ zu sein. Wo liegt

also das Potenzial für den Stahlhandel,

sich entscheidende Vorteile

gegenüber dem Wettbewerb zu

sichern? Eine Frage, die nicht so einfach

zu beantworten ist, weil die Facetten

in der Branche sehr vielschichtig

sind.

Dienstleistungen machen

den Unterschied

Das Unternehmen rff – Rohr Flansch

Fitting Handels GmbH beliefert Kunden

aus dem Rohrleitungs- und Anlagenbau,

der Chemischen Industrie,

der Öl- und Gasindustrie, der Kraftwerkstechnik

und dem Schiffbau.

Neben einem angemessenen Preis

und hohen Lieferservice – von dem

die Kunden wie selbstverständlich

ausgehen – geht es vor allem um die

Dienstleistungen, die ein Unternehmen

seinen Kunden zu bieten hat:

Kann die Ware kurzfristig modifiziert

werden, kommt sie gut und

sicher verpackt zum vereinbarten

Termin? Stimmen die Bestellangaben

auf den Lieferpapieren und Materialattesten?

Im täglichen Geschäft müssen die

Kunden dauerhaft von der Qualität

der Lieferungen überzeugt werden.

Diese Herausforderung gelte es

immer wieder aufs Neue zu meistern.

„Wir machen beim Lieferservice

keine Kompromisse“, sagt rff-Ge -

schäftsführer Michael Allexi. „Kunden,

die bereits über einen langen

Zeitraum mit uns zusammenarbeiten,

wissen, dass sie sich auf die Einhaltung

der Termine und die Qualität

der Lieferungen verlassen können.

Letztendlich ist eine optimale

Auftragsabwicklung und effiziente

Logistik das A und O im Stahlhandel“

so Geschäftsführer Michael

Allexi.

Strenger Lieferantencheck

sichert hohe Materialqualität

Von entscheidender Bedeutung ist

auch das Thema Materialqualität. So

unterliegen bei rff alle Lieferanten

einem strengen Zulassungsverfahren,

in dem die Unternehmen vor der

ersten Bestellung eingehend geprüft

und auditiert werden. „In den letzten

Jahren haben sich die Märkte verändert

und zunehmend globalisiert.

Aus diesem Grund ist es für uns wichtig,

dass wir nur mit zertifizierten

Herstellern zusammenarbeiten. Hier

„Die Produkte sind zu komplex,

als dass der Kunde auf

eine kompetente Beratung

verzichten könnte.“

Michael Allexi, Geschäftsführer rff

Foto: rff/Carsten Heidmann

pflegen wir einen intensiven Austausch

mit unseren Partnern, denn

gerade bei Themen wie ‚Produktpiraterie‘

oder ‚fehlende Qualitätsstandards‘

hat uns schon so mancher

Kunde von schlechten Erfahrungen

mit anderen Lieferanten berichtet.

Dabei ist nichts so teuer wie eine fehlerhafte

Lieferung oder gar teure

Reklamation“, weiß Jens Fuhrken,

QM-Beauftragter bei rff.

Digitale Beschaffung ergänzt

gewohnte Vertriebswege

Mindestens genauso intensiv wie mit

der Lieferantenauswahl beschäftigt

sich das Unternehmen aus Stuhr bei

Bremen mit dem Thema ‚Digitalisierung‘.

Dabei wird dort aktuell an der

konsequenten Verbesserung der

Onlineplattform ‚Mein rff‘ gearbeitet.

Für rff bildet auch hierbei der

Mehrwert für den Kunden das Zentrum

des Tuns. Denn kostspielige

Lösungen, die an den Anforderungen

des Kunden vorbeigehen, haben

für das norddeutsche Stahlhandelsunternehmen

keine Zukunft. „Für

uns ist es wichtig, sowohl die Kunden

als auch unsere Mitarbeiter auf

16 Stahlreport 5|17


In Sachen Lieferservice und Qualität werden

bei rff keine Kompromisse gemacht.

„Letztendlich sind die Produkte zu

komplex, als dass der Kunde auf eine

kompetente Beratung verzichten

könnte. Somit sehen wir die digitale

Beschaffung auch in Zukunft als sinnvolle

Ergänzung zu den bewährten

Vertriebswegen“, so der Geschäftsführer.

Für Michael Allexi ist unbestritten,

dass sich die Märkte gravierend

verändert haben. So spielten Faktodiese

Reise mitzunehmen. Schließlich

geht es darum, das bestmögliche

Ergebnis zu erzielen. Dabei lassen

wir uns nicht vom Markt treiben,

sondern arbeiten an Anwendungen,

die sowohl einfach als auch

komfortabel sind. Gleichzeitig lassen

wir mit einem Cross-Channel-Konzept

unseren Kunden die Wahl, sich

für die passende Option zu entscheiden“,

sagt Michael Allexi.

Im Zentrallager Beucha/Leipzig bevorratet rff Rohre aus C-Stahl und rostfreiem Edelstahl.

ren wie Kleinlosigkeit, Preisvolatilität

und Markttransparenz in der heutigen

Zeit eine viel größere Rolle als

noch vor 20 Jahren. Des Weiteren

versuchten vermehrt Onlineanbieter

sich mit disruptiven Geschäftsmodellen

im Markt durchzusetzen. „Der

Einkauf bei den Kunden wird seit

Jahren verschlankt, so dass das

Beschaffungsvolumen auf weniger

Personal verteilt wird. Das bedeutet,

dass unsere hohe Beratungskompetenz

noch mehr Gewicht bekommen

wird, auch im E-Business. Aus unserer

Sicht ist das eine der elementaren

Herausforderungen für die

Zukunft“, sagt Allexi weiter.

Generationswechsel

in vollem Gange

Apropos Zukunft: Im Zuge der Fortführung

des Unternehmens befindet

sich rff seit dem Jahr 2014 in einem

Generationswechsel. So wurden

bereits die Positionen von zwei Abteilungsleitern

im Vertrieb, die in den

Ruhestand gewechselt sind, reibungslos

neu besetzt. Des Weiteren bestellte

Firmengründer Hartmut Böttche (71)

Anfang des Jahres seinen Nachfolger

Michael Allexi (44) zum zusätzlichen

Geschäftsführer. „Es freut

mich, dass ich vor gut zwei Jahren mit

Michael Allexi einen im internationalen,

lagerhaltenden Handel tätigen

Manager für das Haus rff gewinnen

konnte. Mit seiner Erfahrung

und seinen Ideen wird er das Unternehmen

auch in die Zukunft führen“,

so Böttche.

Zukünftig werde es noch stärker

auf Faktoren wie Lieferservice, flankierenden

Dienstleistungen und kompetente

Beratung durch geschulte

Mitarbeiter ankommen. Online-

Lösungen müssen, wenn sie einen

Mehrwert bieten sollen, in die bestehenden

Vertriebsstrukturen eingebettet

werden und diese sinnvoll

ergänzen. „Wenn wir die Anforderungen

unserer Kunden weiter in

den Fokus stellen, sind wir auf der

Autobahn Richtung Zukunft gut

unterwegs“, sagen Böttche und Allexi

abschließend. 2

[ Kontakt ]

rff Rohr Flansch

Fitting Handels

GmbH

28816 Stuhr/Bremen

Tel. +49 421 8771 0

www.rff.de

rff@rff.de

Stahlreport 5|17

17


Werkstoffe

und Produkte

Schwerpunkt Rohre

Foto: RSA/sema

Sägen, Entgraten, Stanzen, Domen,

Pletten und Entladen in einer Anlage

Hochleistungs-Bearbeitungszentrum für Stahlrohre

Rohre komplett in einer Linie bearbeiten

Im Kundenauftrag haben RSA cutting systems und sema Systemtechnik gemeinsam ein integriertes

Hochleistungs-Bearbeitungszentrum für die Komplett-Rohrbearbeitung entwickelt und in Betrieb

genommen. Mit der Anlage kann die PERI GmbH Rund- und Vierkantrohre aus Stahl nun in einer

Linie vollautomatisch Sägen, Entgraten, Stanzen, Domen, Plätten und Entladen – mit deutlich

kürzeren Taktzeiten.

[ Kontakt ]

RSA cutting systems

GmbH

58239 Schwerte

Tel. +49 2304 9111-0

www.rsa.de

sema systemtechnik

GmbH & Co.KG

32609 Hüllhorst

Tel. +49 5744 9318-0

www.sema-systemtechnik.de

Die Herausforderung bei dem

Projekt: Die Rohrbearbeitung sollte

deutlich schneller als bisher werden.

Bis dato gab es bei PERI für jeden einzelnen

Prozess eine eigene Bearbeitungsstation

– mit Umrüstzeiten von

je bis zu 30 min. Ziel für die neue

Linie war es daher, alle Prozesse in

einer Anlage zu verbinden und die

Umrüstzeiten auf unter 5 min zu senken.

PERI ist ein auf Gerüst- sowie Schalungstechnik

spezialisiertes Unternehmen.

Erbracht werden ebenso

umfassende wie individuelle ganzheitliche

Lösungen mit maßgeschneiderten

Logistik-, Service- und Ingenieurleistungen.

Kürzeste Bearbeitungszeiten

Das Säge- und Bearbeitungszentrum

von RSA ist modular aufgebaut und

dadurch individuell anpassbar. Es verfügt

über ein von RSA entwickeltes,

standardisiertes und benutzerfreundliches

Bedienkonzept, das das Programmieren

aller Stationen über nur

eine Steuerung ermöglicht – inklusive

der Stanz-, Dom- und Plätteinheit

der sema Systemtechnik GmbH & Co.

KG.

Die Anlage zeichnet sich dem Hersteller

zufolge durch eine besonders

wirtschaftliche Verkettung verschiedener

Prozesse mit kürzesten Bearbeitungszeiten

aus. So betrage z.B. die

Taktzeit inklusive aller Einzelprozesse,

wie Stabzufuhr aus dem Magazin,

Sägen, Entgraten und beidseitigem

Stanzen, für ein Stahlrohr 48,3 x 3,25

mm nur sechs Sekunden.

Kernelemente der neuen Anlage

sind die Einzelschnitt-Hochleistungssäge

RASACUT SC von RSA, ergänzt

durch das vollautomatische Entgratsystem

RASAPLAN, die kundenspezifische

Stanz- und Domeinheit von

sema sowie die Entladeeinheit RASA-

PORT von RSA.

Module einheitlich gesteuert

Die Programmierung und Steuerung

erlaubt verschiedenste Lochmuster.

RSA hat für die Spezialanlage eine

übergeordnete Steuerung konzipiert,

deren benutzerfreundliches Bedienkonzept

alle Anlagenmodule umfasst,

die zusätzlich jeweils eigene Steuerungen

haben.

Das modulare Gesamtkonzept des

Säge- und Bearbeitungszentrums lässt

es auch zu, weitere Module – u.a. zum

Messen, Waschen, Trocknen und Markieren

– zu integrieren.

Das Säge- und Bearbeitungszentrum

sei zudem uneingeschränkt

Industrie-4.0-fähig: So lasse es sich

umfassend mit betrieblichen EDV-

/BDE-Systemen vernetzen, um beispielsweise

Kundenartikel zu verwalten,

Anlagenzustände zu melden, an

Wartungen zu erinnern, Rohmaterial

anzufordern oder die Fertigmaterial-

Bereitstellung zu melden.

Leistungsfähige Anlagenbausteine

Die Hochleistungs-Einzelschnittsäge

RASACUT SC von RSA deckt dem Hersteller

zufolge ein breites Rohrdurchmesser-Spektrum

bei hoher Ausbringung

und minimalen Rüstzeiten ab. So

seien Längenänderungen und Sägeblattwechsel

in weniger als 1 min erledigt,

Formatwechsel in weniger als 5

min. Anschläge und Sägeblatt werden

vollautomatisch positioniert.

Bei der Entwicklung der sema

Stanz- und Domeinheit (unter dem

Fachbegriff Domen versteht man das

mechanische, spanlose Anformen

einer Verrundung – in diesem Anwendungsfall,

um Rohre leicht ineinander

stecken zu können) lag der Fokus

den Angaben zufolge ebenfalls auf

kürzest möglichen Taktzeiten bei maximaler

Flexibilität. So wird im Gegensatz

zu bisherigen Anlagen nicht das

Rohr, sondern das Werkzeug verfahren.

Die integrierte Domeinheit zur

Umformung der Rohrenden ist modular

in die Gesamtanlage integriert und

gemäß Kundenanforderungen konfigurierbar.

So ist über zusätzliche

Module auch das Plätten und gleichzeitige

Stanzen der Rohrenden durchführbar.

Für das Entladen der fertig bearbeiteten

Rohre ist der RASAPORT AS

zuständig, eine Gurtmulde von RSA

mit absenkbaren Gurten. 2

18 Stahlreport 5|17


EN-Normen für Stahlrohre und Rohrzubehör

Fachbuch für Stahlrohre neu aufgelegt

Zehn Jahre nach der Herausgabe der

3. Auflage hat sich in den EN-Normen und

in den Technischen Regelwerken, denen sie

unterliegen, so viel geändert, dass es Zeit

für eine Neuauflage des Buches ist. Im September

erscheint das Fachbuch „EN-Normen

für Stahlrohre und Rohrzubehör“ von

Dr. Axel Willauschus daher beim BDS in 4.

und überarbeiteter Auflage.

In der neuen Auflage stehen die aktuellen

Inhalte der EN-Normen im Mittelpunkt. Der

Vergleich zu früheren DIN-Normen hat sich

dabei erübrigt. Die Bedeutung der US-amerikanischen

ASTM-Normen hat insbesondere

im Exportgeschäft zugenommen. Eine

generelle Mitbetrachtung der parallelen

ASTM-Normen ist Autor Dr. Axel Willauschus

zufolge daher angezeigt.

Die 4. Auflage des Fachbuchs EN-Normen

berücksichtigt des Weiteren auch die seit

2011 geltende Bauproduktenverordnung als

Nachfolgerin der Bauproduktenrichtlinie im

Bereich Technische Regelwerke. Bei den

druckgeführten Produkten ersetzt zudem

eine Neuausgabe aus 2014 die Druckgeräterichtlinie

aus 1997.

Veränderungen hat es seit 2008 auch bei

fast allen EN-Normen gegeben. So ist darin

u.a. bei Gewinderohren jetzt auch der häufigste

Werkstoff S235 GT genannt. Zudem

stehen auch Neuausgaben von Normen mit

gravierenden Änderungen kurz vor der Veröffentlichung,

u.a. für Stahlbauhohlprofile

EN10210 warmgefertigt und EN 10219 kaltgefertigt

mit dann jeweils drei Normteilen.

Die neue Ausgabe widmet sich in einem

Kapitel ausführlich auch dem Bereich Fittings

und Flansche.

EN-Normen für

Rohre und Rohrzubehör

Dr. Axel Willauschus

Herausgeber: Bundesverband

Deutscher Stahlhandel

EN-Normen für Stahlrohre und Rohrzubehör:

Zehn Jahre nach der 3. Auflage erscheint im

September die neue, überarbeitete Auflage des

Fachbuches.

Geblieben ist die benutzerfreundliche Konzeption

des Fachbuchs, das im September

2017 beim Bundesverband Deutscher Stahlhandel

neu erscheint. Jedes Kapitel – und

dies gilt auch für alle Teilkapitel – kann einzeln

für sich gelesen werden. Die wichtigsten

Informationen sind für jedes Produkt

jeweils in einer Tabelle zusammengefasst,

die als Kurzübersicht alle wesentlichen Fakten

enthält.

[ Info ]

Kommentar für den praxisorientierten

Anwender aus Handel und Industrie

EN-Normen für Stahlrohre und Rohrzubehör,

Dr. Axel Willauschus, Düsseldorf 2017,

DIN A5-Format, ca. 450 S.,

36,45 € zzgl. MwSt. + Versand

Erscheintermin: September 2017,

erhältlich unter www.stahlhandel.com

Aperam verkauft Stahlrohrgeschäft

Aperam hat sein Stahlrohrgeschäft (Aperam Stainless Services & Solutions Tubes Europe)

an den französischen Standorten Ancerville und Annecy, wie im Januar bereits angekündigt,

im April 2017 an die deutsche mutares AG verkauft. Mutares ist eine Beteiligungsgesellschaft,

die in Unternehmen oder Unternehmensteile investiert, die im Zuge von

Umstrukturierungsmaßnahmen von ihren Besitzern veräußert werden. Die betroffenen

Unternehmen des Segments „Services & Solutions“ bei Aperam haben im Jahr 2016 zusammengefasst

einen Umsatz von 64 Mio. € erzielt und insgesamt 22.000 t abgesetzt.

Sondereffekt drückt Umsatz im

Geschäftsbereich Distribution

Benteler mit gutem

Geschäftsjahr 2016

Im Geschäftsjahr 2016 hat sich die

BENTELER-Gruppe stabil entwickelt und

ein positives Ergebnis erwirtschaftet. Zum

Anstieg beigetragen haben dem Unternehmen

zufolge insbesondere die positive

Entwicklung in der Division Automotive

und der Verkauf der Benteler Engineering

Services. In der Distribution lag der

Umsatz des klassischen Rohrhandelsbereichs,

währungs- und um Sondereffekte

bereinigt, um 3,6 % unter Vorjahresniveau.

Der Umsatz der Gruppe bewegte sich mit

7.423 Mio. € ebenfalls leicht unter Vorjahresniveau

(2015: 7.598 Mio. €), währungsbereinigt

fiel er um 48 Mio. € oder 0,6 %

geringer aus als im Vorjahr. Hauptgründe

für den Rückgang sieht die Unternehmensgruppe

in einem weiterhin angespannten

Geschäftsumfeld in der Division

Steel/Tube und in dem Verkauf der

Geschäftsbereichs Benteler Trading International.

Für das Jahr 2017 rechnet Benteler

wieder mit einem leichten Umsatzplus.

In der Division Distribution ist der Umsatz

mit 838 Mio. € um rund 20 % gesunken.

Dies sei im Wesentlichen auf den Verkauf

der Benteler Trading (Handelsgeschäft mit

Bandstahl) zurückzuführen.

Bereinigt um diesen Sondereffekt lag der

Umsatz des klassischen Rohrhandelsbereichs

währungsbereinigt 3,6 % unter Vorjahresniveau.

Trotz rückläufiger Umsätze

sei es dem Geschäftsbereich aber gelungen,

das Ergebnis leicht zu steigern. Der

Anteil der Division am Gruppenumsatz

liegt bei rund 11 %.

Für das Geschäftsjahr 2017 rechnet die

Benteler-Gruppe mit einem leichten

Umsatzplus. In einem weiterhin schwierigen

Marktumfeld strebt die Division Distribution

eine Ergebnisverbesserung an.

Stahlreport 5|17

19


Messen

und Märkte

Berichte/Nachricht

Die Industrie 4.0 und die Hannover Messe 2017

Konjunktur und Struktur

Traditionell ist die Hannover Messe in jedem Frühjahr der

Ort, an dem die aktuellen Konjunkturen und Strukturen der

industrienahen Branchen deutlich werden – in Deutschland

und darüber hinaus. Die wirtschaftlichen Entwicklungen

sind Gegenstand der auf den nächsten Seiten folgenden

Berichterstattung, die gegenwärtig prägenden Trends lassen

sich in diesem Leitartikel nach wie vor unter der Überschrift

der Industrie 4.0 zusammenfassen und als Fortschreiten der

Vernetzung charakterisieren.

Dabei waren es Ende April in Hannover insbesondere

drei Aspekte, welche diesen Trend fassbarer gemacht

haben: die zunehmend horizontalen und Unternehmensgrenzen

überschreitenden Verbindungen, die qualitativ

neue Dimensionen erschließenden Mensch-Maschine-

Beziehungen sowie die im Messekonzept deutlich werdenden

Schnittstellen von Geschäftsmodellen der Zulieferer

und Oberflächentechniken.

Horizontale Vernetzungen

Insbesondere Carl Martin Welcker, Präsident des Verbands

Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA),

brachte das Netzwerkthema auf den Punkt, als er für seine

Branche feststellte, dass sich der Fokus von Industrie 4.0

derzeit von der Veredlung der einen Produkte in eine horizontale

Wertschöpfung wandelt, also die Vernetzung über

Unternehmensgrenzen hinweg. Und er erinnerte daran,

dass schon in den Anfangsjahren dieses auf der Hannover

Messe erstmals angesprochenen Trends klar war, dass

es sich um einen längeren Prozess handeln werde.

Zu dessen wirtschaftlichen Auswirkungen gibt es

inzwischen erste Untersuchungsergebnisse. So stellte zum

Auftakt der Hannover Messe Ralph Appel, Direktor im Verein

Deutscher Ingenieure, eine neue Studie zu den Auswirkungen

der Digitalisierung auf den Produktionsstandort

Deutschland vor. Zentrales Ergebnis: Der Einsatz von

Digitalisierungstechnologien wirkt sich positiv auf die

Rückverlagerung von Produktionskapazitäten nach

Deutschland aus und bewegt Unternehmen dazu, wieder

vermehrt hierzulande zu investieren.

Menschliche Maschinen

Digitalisierung ist von Anfang an ein Thema auch der Interaktion

von Mensch und Maschine gewesen. Mussten die Mitarbeiter

aber früher vor den mitarbeitenden Maschinen

geschützt werden, sind die Roboter inzwischen zum freundlichen

Kollegen geworden, mit dem sozusagen Hand in Hand

gearbeitet werden kann, um neue Werte zu schaffen.

Aber auch in Zeiten allgegenwärtiger Digitalisierung:

Der wesentliche Faktor für den Unternehmenserfolg ist

und bleibt der Mensch. Daher bezieht sich „Integrated

Industry – Creating Value“, das Motto der diesjährigen Hannover

Messe, auch auf die Mitarbeiter in der Produktion.

Durch Industrie-4.0-Technologien werden die Tätigkeiten

des Fabrikarbeiters spannender, abwechslungsreicher

und seine Arbeitszeit damit noch wertvoller. Er ist zunehmend

Problemlöser, Entscheider, Innovator und Treiber

für mehr Wertschöpfung.

Doch auch das geschieht nicht von allein. Entscheidend

ist, dass Qualifizierungsmaßnahmen Fachkräfte auf

die neue Arbeitswelt 4.0 vorbereiten „In Zukunft wird es

immer mehr intelligente Arbeitsplätze in der Fabrik geben,

die sich dem Kenntnisstand des Mitarbeiters anpassen und

ihn bei seiner Arbeit unterstützen“, erklärte Dr. Jochen

Köckler, Vorstand der Deutschen Messe AG. „Gleichzeitig

muss er aber in einer agilen und flexiblen Fabrik lernen,

mit Virtual Reality und Augmented Reality, Datenbrillen,

Smartphones und Tablets umzugehen.“

Oberflächliche Zulieferer

Das Wortspiel dieser Zwischenüberschrift drückt ziemlich

das Gegenteil dessen aus, was auf der Hannover Messe

zu beobachten war: Supplyer mit Tiefgang. In der Halle 6

fanden die industriellen Oberflächentechnologien eine

neue Plattform vor. Die Leitmesse Surface Technology war

dort als Surface Technology Area in die Industrial Supply

integriert, um alle zwei Jahre das komplette System der

Oberflächentechnik abzubilden – von der Vorbehandlung

über die Beschichtung und Nachbehandlung bis hin zum

Endprodukt.

Dort präsentierte sich auch ein neuer Gemeinschaftsstand

zur Plasma- und Laseroberflächentechnik. Eines

der Ziele war es, die Aufmerksamkeit der Fachbesucher

auf die Technologien Plasma und Laser und deren Innovationspotenzial

zu lenken.

In diesem Kontext bot beispielsweise das Fraunhofer-

Institut für Schicht- und Oberflächentechnik IST als Partner

in Forschung und Entwicklung umfassende Lösungen

in der Oberflächentechnik: von der Beratung, der Schichtund

Prozessentwicklung inklusive Vorbehandlung, Simulation

und Analytik über die Produktanpassung und Prototypenbeschichtung

bis hin zum Transfer in die Produktion.

Zentrale Themen auf dem Gemeinschaftsstand waren

Reibungsminderung und Verschleißschutz für Bauteile

und Werkzeuge sowie Dünnschichtsensorik für die Industrie

4.0 und neue Ansätze in der adaptiven Fertigung. 2

20 Stahlreport 5|17


Aufschwung mit Risiken

Industrie definiert Rahmenbedingungen

Der BDI erwartet für das laufende Jahr einen moderaten Aufschwung,

den jedoch weltwirtschaftliche Unsicherheiten gefährden.

Zum Auftakt der Hannover Messe war im Zusammenhang mit diesen

Rahmenbedingungen von einem Wachstum der realen Wirtschaftsleistung

um 1,5 % die Rede.

Zu den Treibern dieses Wirtschaftswachstums zählt der Bundesverband

der Deutschen Industrie (BDI) im Inland die rege Bau- und Forschungstätigkeit

der Unternehmen sowie leicht anziehende Ausrüstungsinvestitionen

der Wirtschaft. Dagegen würden die deutschen

Ausfuhren nur verhalten wachsen. Risikothema der Auftakt-Pressekonferenz

war vor allem der aufkommende Protektionismus, insbesondere

in den USA. Es sei „grundfalsch, wenn Politiker jeglicher

Couleur aus den Mitgliedstaaten Europa zum Sündenbock für selbst

verursachte Probleme machen“, formulierte BDI-Präsident Dieter

Kempf in diesen Zusammenhängen. Gefordert wurden angesichts

des beginnenden Bundestagswahlkampfs bessere Bedingungen für

private und öffentliche Investitionen.

Maschinen- und Anlagenbau setzt auf Konsum und Investitionen

Leichte Zuwächse

Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau, mit mehr als 1 Mio. Beschäftigten einer der größten

volkswirtschaftlichen Produktionszweige, konnte seine Herstellung im vergangenen Jahr

preisbereinigt um 0,1 % steigern. Für 2017 erwartet der VDMA ein Plus von 1 % und setzt dabei auf

Konsum und Investitionen.

Wie Carl Martin Welcker als

Präsident im Verband Deutscher

Maschinen- und Anlagenbau

(VDMA) zum Auftakt der Hannover

Messe erläuterte, hat Deutschland

2016 seine Position auf einen leicht

geschrumpften Weltmarkt als weltweit

drittgrößter Maschinenproduzent

mit einem nominalen Umsatz

von 262 Mrd. € (plus 1 % zum Vorjahr)

gehalten. Damit entfielen gut

10 % des weltweiten Maschinenumsatzes

auf die Bundesrepublik.

China behielt 2016 mit deutlichem

Abstand seine Spitzenposition

im Länder-Ranking als weltgrößter

Maschinenhersteller; ein Gesamtumsatz

von umgerechnet 964 Mrd.

€ bedeutete jedoch einen Rückgang

um 2 % zum Vorjahr. Auf Platz zwei

folgten, wie im Vorjahr, die USA;

dort war der Umsatzrückgang mit 4

% auf umgerechnet 335 Mrd. € noch

größer. Innerhalb der Top 10 der

größten Maschinenproduzenten

konnte Japan (Platz 4) mit einem

Umsatzzuwachs um 11 % auf umgerechnet

238 Mrd. € besonders kräftig

zulegen.

„Die Investitionsneigung stagnierte

im vergangenen Jahr nahezu

weltweit. Antriebskräfte für das

Bruttoinlandsprodukt waren in vielen

Ländern der Erde in erster Linie

Quelle: VDMA

der Konsum und die Bautätigkeit“,

analysierte VDMA-Chefvolkswirt

Dr. Ralph Wiechers diese Entwicklungen.

Investitionen sollen steigen

Nach Auffassung von Carl Martin

Welcker haben sich auch in Deutschland

viele Unternehmen in der Vergangenheit

mit Investitionen zurückgehalten.

„Aber inzwischen gibt es

immer häufiger Investitionsvorhaben,

die einfach nicht länger aufgeschoben

werden können.“ Dazu

passten auch die Ergebnisse aus

dem Ifo-Investitionstest, nach dem

2017 die Anlageinvestitionen im Verarbeitenden

Gewerbe um 5 % steigen

sollen.

Der Verbandspräsident wies

allerdings auch auf die weiterhin

bestehenden politischen Risiken für

eine positive Entwicklung des deutschen

Maschinen- und Anlagenbaus

hin. Er plädierte dazu für eine Stärkung

Europas und des Freihandels.

Dann könne seine Branche mit qualifizierten

Personal ihre starke Stellung

in Sachen Industrie 4.0 ausspielen.

2

Weltmaschinenumsatz 2016, TOP-10-Länder-Ranking

Mrd. EUR, teilweise geschätzt























Stahlreport 5|17

21


Messen

und Märkte

Nachrichten/Bericht

Gegenangriff

Kritik an den

Exportüberschüssen

Die anhaltende Kritik an den

Export- und Handelsbilanzüberschüssen

Deutschlands ist nach Ansicht des VDMA

vor allem ein Ablenkungsmanöver und

verstelle den Blick auf die entscheidenden

Zusammenhänge.

Exportstarke Unternehmen in Deutschland,

darunter auch die Maschinenbauer,

seien vor allem deshalb so erfolgreich,

weil sie hervorragend auf den Weltmärkten

positioniert seien und mit innovativen

Produkten überzeugen könnten, sagte

VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers

im Umfeld der diesjährigen Hannover

Messe – und formulierte Argumente für

den Gegenangriff:

„Diese Wettbewerbsfähigkeit ist hart

erkämpft – auch mit teils sehr schmerzhaften

Reformen.“ Solche Verbesserungen

hätten andere Länder nicht konsequent

genug umgesetzt. „Die reflexartige

Kritik an den deutschen Überschüssen ist

letztlich ein Zeichen dafür, dass man die

Schuld an der selbst verursachten Misere

lieber beim anderen sucht und Reformen

im eigenen Land weiter scheut“, resümierte

Wiechers für den Verband Deutscher

Maschinen- und Anlagenbau

(VDMA).

Starke Leistung

Boom bei den Baumaschinen

Der Maschinenbau ist eine sehr

heterogene Branche – mit entsprechend

unterschiedlichen Erfolgen, wie die Hannover

Messe einmal mehr deutlich gemacht

hat. So haben die deutschen Baumaschinenhersteller

2016 einen Umsatz von 9,3

Mrd. € erzielt, 3 % mehr als im Vorjahr. Der

Weltabsatz von Baumaschinen ging im gleichen

Zeitraum um 1 % zurück. Auch 2017

soll ihr Umsatz erneut um 3 % steigen und

sich die starke Leistung wiederholen.

Die Unternehmen profitierten auch im vergangenen

Jahr von ihrer guten Position auf

dem europäischen und vor allem auf dem

deutschen Markt. Der ist nach einem starken

Vorjahr nochmals um 20 % auf ein Niveau

nahe dem Rekordjahr von 2007 gewachsen.

Die deutschen Hersteller erzielten im Inland

Umsatzentwicklung Baumaschinen 2007 – 2016

In Mrd. EUR Inland Ausland

somit einen Branchenumsatz von 3 Mrd. €.

„Angesichts dieser hohen Basis scheint ein

weiteres Wachstum kaum möglich, auch

wenn unsere Kunden hierzulande gut ausgelastet

bleiben“, meinte Johann Sailer, Vorsitzender

des VDMA-Branchenverbandes Bauund

Baustoffmaschinen.

Der europäische Markt wuchs 2016 um 8 %

gegenüber dem Vorjahr. Neben Deutschland

war vor allem Frankreich ein Wachstumstreiber.

Rückgänge gab es lediglich in

Großbritannien und Mittelosteuropa. 2017

erwarten die Unternehmen stabile Märkte

in Nord- und Westeuropa und dass sich die

moderate Erholung in Südeuropa fortsetzt.

Es sei davon auszugehen, dass der Baumaschinenabsatz

in Europa in diesem Jahr

mehr oder weniger unverändert bleibt.

Jede Auslandsaktivität sei jedoch nur

dann von Erfolg gekrönt, wenn sie eingebunden

sei in ein verlässliches, gut ausgebautes

Netzwerk am heimischen

Standort. Die deutsche Politik dürfe deshalb

nicht nachlassen in ihren Anstrengungen,

die eigene Ökonomie attraktiver

zu machen, wolle man nicht Gefahr laufen,

dass sie an Wettbewerbsfähigkeit

verliert. Denn eine zu schwache inländische

Investitionstätigkeit trage spürbar

zur Unwucht der Leistungsbilanz bei.

Quelle: VDMA








22 Stahlreport 5|17


Auftragsein

ngang* Umsatz

im Bauhauptgewerbe,

im

Bauhauptgewerbe

in % zum Vorjah

reszeitraum,

in % zum Vorjahres

szeitraum,

nominal

nominal

So stellte sich das

Bauhauptgewerbe

für 2016 dar –

als gutes Fundament

für 2017.

* Betriebe mit

20 und mehr

Beschäftigten

+8,5%

+3,9%

+6,4%

+6,3%

Wirtschaftsbau

Bau insgesamt

Wohnungsbau

Öffentlicher Bau

Quelle: Hauptverband der Deutschen Bauindustrie

Beschäftigte im Bauhauptgewerbe

Veränderung zum Vorjahr

781. 000

+18.000 790

(+2,4 %)

7790.000

0000

Umsatz

im Bauhauptgewerbe

in Mrd. Euro

Wirtschaftsbau

37,4 107

insges

amt

Öffentlicher Bau

3

30,0

Wohnungsbau

40,00

u

Rück- und Ausblick des Bauhauptgewerbes

Steinerner Motor

Das deutsche Bauhauptgewerbe hat das Jahr 2016 mit einem Umsatzplus von 6,3 % abgeschlossen –

und ist damit zu einem Motor auch für andere Bereiche der deutschen Wirtschaft geworden.

Das wurde auch auf der Hannover Messe deutlich.

Die Branche erwirtschaftete

im vergangenen Jahr einen baugewerblichen

Umsatz von 107 Mrd. €.

Aufgrund der nach wie vor moderaten

Preissteigerung in der Branche

von 1,5 % ergibt sich für 2016 ein

reales Umsatzwachstum von 4,8 %,

teilte die Deutsche Bauindustrie mit.

Die Aussichten für das laufende

Jahr sind nach wie vor vielversprechend:

Die Baubetriebe mit 20 und

mehr Beschäftigten meldeten für

2016 einen Zuwachs ihres Auftragseingangs

von nominal 14,6 %. Entsprechend

optimistisch ist der

Hauptverband: Er erwartet für 2017

ein Umsatzplus von nominal 5 %

und einen weiteren Beschäf -

tigungsaufbau von knapp 10.000

auf 790.000 Personen.

Der Wohnungsbau war auch

2016 die stärkste Stütze der Baukonjunktur:

Der Umsatz aller Betriebe

legte um 8,5 % zu. Aufgrund der weiterhin

guten Bedingungen im Wohnungsbau

erwartet der Hauptverband

für das laufende Jahr einen

Umsatzanstieg von 7 %.

Der Wirtschaftsbau hatte zum

Jahresende noch einmal kräftig

zugelegt und konnte das Baujahr

unerwartet positiv abschließen:

Der Umsatz aller Betriebe lag um

3,9 % über dem Niveau von 2015,

der Auftragseingang sogar um

11,9 %. Der Hauptverband erwartet

somit für 2017 ein weiteres

Umsatzplus von 3 %.

Der Öffentliche Bau hat die

Erwartungen vieler Experten, darunter

auch des Hauptverbandes, übertroffen:

Der Umsatz aller Betriebe

lag 2016 um 6,4 % über dem Vorjahresergebnis.

Diese Entwicklung wird

sich auch 2017 fortsetzen, so die

Fachleute. Der Bauindustrieverband

erwartet für den Öffentlichen Bau

ein Umsatzplus von 5 %. 2

Stahlreport 5|17

23


Messen

und Märkte

Nachrichten/Bericht

Die ArGeZ sieht:

Steigende Herausforderungen

Die deutsche Zulieferindustrie

steht 2017 vor steigenden Herausforderungen.

Das machte die ArGeZ aus Anlass

ihrer traditionellen Pressekonferenz

anlässlich der Hannover Messe deutlich.

Zwiespältig

Wie die Zulieferer den Markt sehen

Angesichts des Zuliefererschwerpunkts

auf der Hannover Messe (vgl. S. 20)

stehen an der Leine regelmäßig auch die

wirtschaftlichen Aussichten dieser Branche

im Mittelpunkt des Interesses. Dieses

Geschäftsklima hatte sich im März zwiespältig

gezeigt, teilte die Arbeitsgemeinschaft

Zuliefereindustrie (ArGeZ) mit:

Einerseits verbesserte sich bei den Unternehmen

die Bewertung der aktuellen Lage

nochmals. Andererseits gewinnen die

Skeptiker bzgl. der mittelfristigen Entwicklung

langsam an Gewicht.

Diese zunehmende Unsicherheit zur Entwicklung

in den nächsten Monaten spiegelt

sich nach Angaben der ArGeZ in der zögerlichen

Orderentwicklung genauso wie im

wirtschaftspolitischen Umfeld. Nach der

offiziellen Übermittlung des Brexit-Antrags

dämmere vielen Industrieunternehmen

überdeutlich, dass für die bevorstehenden

Verhandlungen und ihrer Auswirkungen

kein Lehrbuch existiert. Zu diesen schon in

den Monaten zuvor angedeuteten investitionsdämpfenden

Impulsen gesellen sich

zudem gerade im Fahrzeugbau Marktsättigungssignale

in einzelnen Regionen und

Verlagerungseffekte.

Der Geschäftsklimaindex Zulieferindustrie

wird von der ArGeZ in Zusammenarbeit mit

dem Ifo-Institut, München, ermittelt. Er

beruht auf der Befragung von rund 600

Unternehmen und deckt die in der Arbeitsgemeinschaft

Zulieferindustrie zusammengeschlossenen

Branchen Gießerei-Industrie,

Kunststoffverarbeitung, Stahl- und

Metallverarbeitung, NE-Metall-Industrie,

Kautschukindustrie sowie Technische Textilien

ab.

Die wichtigsten Kundengruppen, der Fahrzeug-

und Maschinenbau, geben heterogene

Konjunktursignale, machte die

Arbeitsgemeinschaft Zuliefereindustrie

(ArGeZ) deutlich: Die deutschen Pkw-OEM

stellen sich auf eine leicht rückläufige

innerdeutsche Pkw-Fertigung ein. Ursache

dafür ist die Produktionsverlagerung eines

Modells ins Ausland. Der Maschinenbau

kalkuliert dagegen mit einem leichten

Wachstum, welches nach mehreren Stagnationsjahren

auch nötig wäre, kommentierten

die Verbandsverantwortlichen.

Dennoch dürfen die deutschen Zulieferer

angesichts der aktuellen Auftragseingänge

konstatieren, dass der Jahresstart gelungen

ist. Dies liege u.a. daran, dass deutsche

Zulieferer sich sehr stark international

ausgerichtet und alle europäischen

OEM sowie den globalen Maschinen- und

Anlagenbau im Kundenportfolio haben.

Für die Zulieferer bedeutet dies je nach

Lieferstruktur dennoch ein Jahr im Spannungsfeld

zwischen Wachstumschancen

und limitierten Investitionsspielräumen.

Dazu dämpfe eindeutig die Rahmenbedingungen

setzende Politik die Möglichkeiten.

Quelle: ArGeZ

Geschäftsklima Zulieferindustrie Deutschland März 2017

Saldo der positiven und negativen Meldungen

Aktuelle Lage Zukunfsterwartungen

60

50

40

30

20

10

0

-10

-20

-30

-40

-50

-60

-70

-80

Jan 06 Jan 07 Jan 08 Jan 09 Jan 10 Jan 11 Jan 12 Jan 13 Jan 14 Jan 15 Jan 16 Jan 17 Jan 18

Das zurückliegende Jahr 2016 haben die

Zulieferer mit einem leichten Umsatzwachstum

um 0,2 % auf knapp 223 Mrd. €

abgeschlossen. Die direkten Exporte stiegen

um 1,3 % auf 85,5 Mrd. €. Berücksichtigte

man, dass die Exportquoten der wichtigen

Kundenbranchen bei 75 % liegen,

werde die extreme Abhängigkeit der deutschen

Zulieferer von der Entwicklung der

ausländischen Märkte deutlich. Die Branche

habe die Mitarbeiterzahl nochmals um

0,8 % auf 1.073.377 Personen gesteigert

und dadurch ihre Kapazitäten im Jahr 2016

nochmals stärker aus als im Vorjahr ausgelastet.

Angesichts der niedrigen Fremdkapitalzinsen

wären somit steigende Anlageinvestitionen

für 2017 zu erwarten. Allerdings

hätten sich die Zukunftserwartungen als

eine Komponente des ArGeZ-Geschäftsklimas

in den letzten Monaten wieder eingetrübt.

(Vgl. nebenstehenden Bericht)

24 Stahlreport 5|17


Was der Wirtschaftsvereinigung Stahl derzeit wichtig ist

Aktuelle Herausforderungen

Die aktuellen handels- und umweltpolitischen Herausforderungen für die deutsche Stahlindustrie

formulierte aus Anlass der Hannover Messe Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftsvereinigung

Stahl und Vorsitzender des Stahlinstitut VDEh. Auf diese Weise machte er auch deutlich, dass die

konjunkturelle Erholung, von der sein Kollege Dr. Martin Theuringer berichtet hatte, sehr fragil ist

(vgl. nächste Seite).

Gleichzeitig machte Hans Jürgen

Kerkhoff deutlich, dass der

Werkstoff Stahl seine Bedeutung

für die Nachhaltigkeit wegen des

derzeit erforderlichen Reparaturbedarfs

in politischen Projekten

nicht optimal ausspielen könne. Die

Wirtschaftsvereinigung behalte dieses

ökonomische, ökologische und

soziale Potenzial mittel- und langfristig

jedoch im Auge.

Handelspolitik

Es sei zu begrüßen, dass man auf

europäischer Ebene das handelspolitische

Instrumentarium den Herausforderungen

der Globalisierung

anpassen wolle. Leider hätten sich

die Erwartungen der deutschen Stahlindustrie

bisher nicht erfüllt: „Zum

einen geht Brüssel die Modernisierung

der EU-Handelsschutzinstrumente

bislang nur äußerst zaghaft

an.“ „Zum anderen läuft der November-Vorschlag

der EU-Kommission zur

Überarbeitung der Antidumping-Verordnung

darauf hinaus, dass es künftig

für China leichter wird, Dumpingstahl

nach Europa zu exportieren.

Nach verbreiteter Ansicht würden die

Antidumping-Zölle gegen China daher

deutlich niedriger ausfallen, als im

heutigen System der Fall.“

„Darüber hinaus sehen wir zunehmend

die Gefahr eines offenen Protektionismus:

So hat der US-Präsident

am 20. April 2017 eine Exekutivorder

unterzeichnet, mit der er

prüfen lassen will, inwieweit Stahlimporte

die nationale Sicherheit der

USA beeinträchtigen. Zwar bleibt

abzuwarten, inwieweit und in welchem

Umfang der Handel

beschränkt wird. Besorgniserregend

ist jedoch, dass diese Initiative

regional breit angelegt, sich also

gegen alle Länder richten soll.“

Umweltpolitik

Auch in der Klimapolitik dürfen

nach Ansicht von Hans Jürgen Kerkhoff

die globalen Realitäten nicht

ausgeklammert werden:

Nur wenige Monate nach dem

Inkrafttreten des internationalen

Klimaabkommens von Paris zeichne

sich eine klimapolitische Kehrtwende

durch die neue US-Administration

ab. Ohnehin habe die Vereinbarung

zwar ein gemeinsames

Bekenntnis zum Klimaschutz, aber

keinesfalls gleiche internationale

Rahmenbedingungen für die Industrie

erbracht – verbindliche und

vergleichbare Ziele für die Vertragsstaaten

seien nicht Gegenstand des

Abkommens. Es wäre ein verhängnisvoller

Irrweg, einen amerikanischen

Kurswechsel nun durch eine

Vorreiterrolle Europas kompensieren

zu wollen.

Angesichts des internationalen

Umfelds müsse die europäische und

nationale Klimapolitik so ausgerichtet

werden, dass die Industrie

wettbewerbsfähig bleiben kann.

Dies gelte in besonderem Maße für

den europäischen Emissionsrechtehandel,

zu dessen Ausgestaltung

für den Zeitraum ab 2021 gegenwärtig

in Brüssel die Trilogverhandlungen

zwischen Vertretern des

Europäischen Parlaments, der Mitgliedstaaten

und der Europäischen

Kommission laufen. Über den derzeitigen

Verhandlungsstand sei die

Stahlindustrie äußerst beunruhigt.

Im Umweltministerrat sei es nicht

gelungen, die nötigen Voraussetzungen

zur Wahrung der industriellen

Wettbewerbsfähigkeit durchzusetzen.

Die Kosten für den Kauf von

Zertifikaten würden sich über die

vierte Handelsperiode von 2021 bis

2030 auf eine Belastung von insgesamt

4 Mrd. € summieren. Dies sei

in etwa das Vierfache der jährlichen

Investitionen der Stahlindustrie.

2

Stahlreport 5|17

25


Messen

und Märkte

Bericht

Die deutsche Stahlproduktion steigt weiter

Fragiler Aufschwung

Von einer leicht positiven Konjunkturentwicklung in der deutschen Stahlproduktion, aber

auch von der Fragilität dieses Aufschwungs berichtete Dr. Martin Theuringer, seit dem

1. April 2017 Geschäftsführer der Wirtschaftsvereinigung Stahl, auf der Hannover Messe:

Die Stahlmengenkonjunktur in

Deutschland hat sich nach Angaben

von Theuringer in den ersten Monaten

2017 weiter stabilisiert. So sei die

Rohstahlproduktion in Deutschland

im ersten Quartal um 2 % ausgeweitet

worden, und die Kapazitätsauslastung

habe hohe 89 % erreicht. Zudem

würden die Auftragsbestände der

Unternehmen im Rahmen der Konjunkturumfrage

des Münchner ifo-

Instituts weiterhin als überdurchschnittlich

hoch eingestuft.

Basis der soliden Stahlmengenkonjunktur

ist insbesondere die konjunkturelle

Festigung auf Seiten der

wichtigsten stahlverarbeitenden

Abnehmerbranchen: Die Automobilindustrie

ist auf sehr hohem Niveau

stabil, der Bausektor befindet sich in

einem kräftigen Aufschwung, und

auch im Maschinenbau gibt es positive

Hinweise infolge einer anziehenden

Weltwirtschaft. Auch in der Rohrindustrie

haben sich die Perspektiven

verbessert, da sich die Investitionstätigkeit

im Energiesektor zu normalisieren

beginnt. Die Wirtschaftsvereinigung

Stahl geht daher weiter

davon aus, dass die Rohstahlproduktion

in diesem Jahr um rund 1,5 %

auf dann 42,7 Mio. t zulegen wird.

Die leicht verbesserten konjunkturellen

Rahmenbedingungen können

nach Ansicht des Geschäftsführers

jedoch nicht darüber hinwegtäuschen,

dass die Sorgen um die

Zukunft der Branche in Europa nicht

geringer geworden sind. So zeige

der Blick auf die Strukturprobleme

in der globalen Stahlindustrie: Die

Kapazitätsauslastung hat sich im

weltweiten Durchschnitt zwar leicht

verbessert, liegt mit 73 % jedoch

weiterhin nahe historischer Tiefstände.

Die neu veröffentlichte Prognose

des Weltstahlverbandes world -

steel macht zudem deutlich, dass

die Stahlnachfrage weltweit in diesem

und auch im nächsten Jahr nur

sehr moderat zulegen wird. Gerech-

Produktionszahlen aus der deutschen Stahlindustrie

50

Rohstahlproduktion in Deutschland

(Mio. t, gleitende 12-MD, annualisiert)

105

Kapazitätsauslastung Rohstahl

(in % der effektiven Vollauslastung)

45

95

85

94

97

91

87

88

84 83 86 86 86

89

40

langfr. Mittel

75

35

2016: 42,1 Mio. t (-1%)

Jan-Mrz 17: +2%

65

66

Quelle: Wirtschaftsvereinigung Stahl

30

25

Prognose: 42,7 Mio. t (+1,5%)

45,8 32,7 43, 44,3 42,7 42,6 42,9 42,7 42,1

08 09 10 11 12 13 14 15 16

17

55

45

26 Stahlreport 5|17


net wird sowohl für 2017 als auch

für 2018 mit nur bescheidenen

Zuwachsraten von 1 %.

Die globalen Strukturprobleme

haben schädliche Auswirkungen auf

die europäische Stahlindustrie: Auf

der Einfuhrseite ist die Krise zwar

eingegrenzt, aber bei weitem nicht

gelöst worden. Vielmehr haben sich

in den ersten drei Monaten 2017 die

Stahleinfuhren in die EU auf dem

hohen Vorjahreslevel stabilisiert.

Rückläufige Einfuhren aus China werden

dabei durch steigende Lieferungen

aus anderen Drittländern mehr als

kompensiert. Seit 2012 sind die Stahleinfuhren

in die EU um mehr als 60%

angewachsen.

Die politische Seite dieser Branchenmedaille

beleuchtete in Hannover

der Präsident der Wirtschaftsvereinigung

Stahl und Vorsitzende im Stahlinstitut

VDEh, Hans Jürgen Kerkhoff

(vgl. S. 25). 2

Indikatoren aus dem Bereich der Stahlverwender

120

100

80

Auftragseingang ausgewählter Branchen

(Jan. 2008=100)

saisonbereinigt, 3-MD

160

140

120

100

ifo-Geschäftsklima ausgewählter

stahlverarbeitender Branchen (Jan. 2008=100)

60

80

Quelle: Wirtschaftsvereinigung Stahl

40

20

0

letzte Werte: Feb. 17

Bau: Jan. 17

08

09

10 11 12

Kraftwagen

Metallwaren

Bauhauptgewerbe

Haushaltswaren

Maschinenbau

Rohre

13 14 15 16 17

60

40

20

0

letzte Werte: Mrz. 17

Metallwaren

Maschinenbau

Kraftwagen

Bauhauptgewerbe

08 09 10 11 12 13 14 15 16 17

Produktionszahlen aus der weltweiten Stahlindustrie

1.800

1.700

1.600

1.500

1.400

1.300

Welt-Rohstahlproduktion und Auslastung

(12-Monatsdurchschnitte)

Mio. t, JN

Produktion (l.S.):

2015: -3%

2016: +1%

Jan-Mrz 17: +6%

100%

95%

90%

85%

80%

75%

20

16

12

8

4

0

-4

-3

Rohstahlproduktion

(Veränderungen in % zum Vorjahreszeitraum)

4

5

14

4 4

0 -1

9

2016 Jan-Mrz 17

1

5

7

11

0

2

-2

5

1

6

Quelle: Wirtschaftsvereinigung Stahl

1.200

1.100

1.000

07 08 09

Auslastung (r.S.):

2015: 72%

2016: 71%

Jan-Mrz 17: 73%

10 11 12 13

14

15

16 17

70%

65%

60%

-8

-12

EU-28

Türkei

Russland

USA

-8

Südam.

China

Indien

Japan

Südkorea

Welt

Stahlreport 5|17

27


BDS

Research

Neueste Zahlen aus dem Bereich Research

Jahresstart geglückt

Foto: privat

Jörg Feger, Bereichsleiter

Research im

Bundesverband

Deutscher Stahlhandel

(BDS), berichtet

zusammenfassend

angesichts der ihm

bis Februar/März

2017 vorliegenden

Zahlen. Wie üblich,

hat er seinen monatlichen

und kommentierenden

Bericht

anhand der Kriterien

Lagerabsatz,

-bestand, -reichweite

und -verkaufspreise

gegliedert.

Nach einem mengenmäßig bei den meisten Produkten ordentlichen Jahr 2016 verlief auch der

Jahresstart 2017 zufriedenstellend. In der Summe der Walzstahlfertigerzeugnisse konnte

mehr Menge als im Vorjahreszeitraum erzielt werden. Der Ende 2016 einsetzende Preisaufbau

hat sich im ersten Quartal 2017 fortgesetzt.

Lagerabsatz

Der Lagerabsatz konnte im Januar in

der Summe aller Walzstahlerzeugnisse

den Vorjahresmonat um knapp

7 % übertreffen. Der Februar lag mit

909.000 t. ziemlich genau auf Vorjahresniveau.

Im Vergleich zu den

ersten beiden Monaten des Vorjahres

konnten die Produktgruppen

Betonstahl, Bandblech und kaltgewalztes

sowie oberflächenveredeltes

Blech zulegen. Träger, Stabstahl

und Quartoblech mussten Einbußen

hinnehmen.

Lagerbestand

Nach dem üblichen Lagerabbau zum

Jahresende 2016 legten die Lagerbestände

im Januar und bei den

meisten Produkten auch im Februar

2017 spürbar zu. Ende Februar wur-

den von der deutschen Stahldistribution

knapp 2,5 Mio. t Walzstahlfertigerzeugnisse

bevorratet. Dies

sind knapp 10 % mehr als noch vor

zwölf Monaten.

Lagerreichweite

Die Lagerreichweite betrug im Februar

2,7 Monate bzw. 81 Tage. Sie lag

damit gut 9 % über dem Vorjahreswert

(vgl. Abb. 1).

Lagerverkaufspreise

Den Angaben des BDS-Marktinformationsverfahrens

für durchschnittliche

Verkaufspreise im kleinlosigen

Bereich zufolge setzte sich der

starke Preisanstieg, der am Ende des

Jahres 2016 stattgefunden hatte, im

ersten Quartal 2017 fort. Im Januar

konnten bei fast allen Produkten

Preissteigerungen festgestellt werden.

Diese waren bei Flachprodukten

sowie Quadrat- und Rechteckrohren

noch weitaus stärker ausgeprägt

als bei Langprodukten.

Im Februar und März tendierten

die Langprodukte im Produktmix

seitwärts. Flachprodukte sowie

Quadrat- und Rechteckrohre konnten

dagegen preislich weiterhin zulegen,

wenn auch mit geringeren Steigerungsraten.

Bei nahtlosem Rohr

wurden deutliche Preisanstiege beobachte

(vgl. Abb. 2 und 3). 2

[ Info ]

Fragen zu den genannten statistischen

Größen beantwortet im Bundesverband

Deutscher Stahlhandel (BDS) Jörg Feger,

Bereichsleiter Research:

Feger-BDS@stahlhandel.com

28 Stahlreport 5|17


Quelle Bild 2 u. 3: BDS Quelle: Statistisches Bundesamt/BDS

lagerAbsatz und Lagerreichweite der Stahldistribution Abb. 1

140

120

100

80

60

40

20

0

Preisentwicklung bei Langprodukten Abb. 2

160

150

140

130

120

110

100

90

Index (Januar 2010 = 100)

Formstahl Breitflanschträger Stabstahl Betonstahl in Stäben Betonstahlmatten

Preisentwicklung bei Flachprodukten und Rohren Abb. 3

Index (Januar 2010 = 100)

150

140

130

120

110

100

90

80

n Absatzindex (2007 = 100)

n Lagerreichweite in Tagen

91 92 89 90 92 91

95 96 99 99

89

85 90 93 90

92 92

200

180

160

140

120

68

100

81 84 78 78 81 75 72 72 81 72 84 78 72 78 69 99 78 81

80

60

40

20

0

Ø

2013

Ø

2014

Ø

2015

Ø

2016

Ø

2016

Feb.

2016

März

2016

Apr.

2016

Mai

2016

Juni

2016

Juli

2016

Aug.

2016

Sep.

2016

Okt.

2016

Nov.

2016

Dez.

2016

Jan.

2017

Feb.

2017

1. Q. 2010

2. Q. 2010

3. Q. 2010

4. Q. 2010

1. Q. 2011

2. Q. 2011

3. Q. 2011

4. Q. 2011

1. Q. 2012

2. Q. 2012

3. Q. 2012

4. Q. 2012

1. Q. 2013

2. Q. 2013

3. Q. 2013

4. Q. 2013

1. Q. 2014

2. Q. 2014

3. Q. 2014

4. Q. 2014

1. Q. 2015

2. Q. 2015

3. Q. 2015

4. Q. 2015

1. Q. 2016

2. Q. 2016

3. Q. 2016

4. Q. 2016

1. Q. 2017

1. Q. 2010

2. Q. 2010

3. Q. 2010

4. Q. 2010

1. Q. 2011

2. Q. 2011

3. Q. 2011

4. Q. 2011

1. Q. 2012

2. Q. 2012

3. Q. 2012

4. Q. 2012

1. Q. 2013

2. Q. 2013

3. Q. 2013

4. Q. 2013

1. Q. 2014

2. Q. 2014

3. Q. 2014

4. Q. 2014

1. Q. 2015

2. Q. 2015

3. Q. 2015

4. Q. 2015

1. Q. 2016

2. Q. 2016

3. Q. 2016

4. Q. 2016

1. Q. 2017

Quartoblech Bandblech Kaltgewalztes Blech OV Blech Quad. & RE-Rohr Nahtloses Rohr

Absatz und Lagerreichweite

der

Stahldistribution

Preisentwicklung

bei Langprodukten

Preisentwicklung bei

Flachprodukten und

Rohren

Stahlreport 5|17

29


BDS

Kommunikation

Oliver Ellermann, BDS-Vorstand

Fotos: BDS, SuevieW

Aktuelle Anforderungen an die Stahldistribution

Bist Du vom Fach?

Wissen, Handeln, Weiterdenken – die einleitenden Worte des BDS-Verbandsvorsitzenden

Eberhard Frick im Editorial dieses Heftes könnten auch als Lösungsansatz für die

Herausforderungen verstanden werden, vor denen die Stahldistribution gegenwärtig steht.

Eine Analyse von BDS-Vorstand Oliver Ellermann.

„Stahlhandel in Deutschland

heißt ,Sofortstahl‘ für seine

Kunden.“

Die Lage für die Stahldistribution

erscheint aktuell so günstig

wie schon lange nicht mehr. Eine in

den letzten Monaten verbesserte

Erlössituation lässt uns durchatmen,

wobei sich dieses Gefühl bei

den Walzstahlfertigerzeugnissen,

je nach betrachteter Produktgruppe,

mit vielen Abstufungen beschreiben

ließe. Ursächlich für die verbesserte

Situation ist das konsequente

Auftreten der Stahlerzeuger,

welche versuchen, zumindest

in die Nähe einer endlich auskömmlichen

Ertragssituation zu gelangen.

Unterstützt wurde dieses Vorgehen

durch eine Reihe von Anti-

Dumping-Maßnahmen der Europäischen

Union.

An den Basisparametern hat

sich jedoch wenig getan: Die weltweite

Problematik der Überkapazitäten

wird auf der Herstellerseite

auf Jahre hinweg nicht zu lösen sein

und für die Hochofenroute werden

wir bei Erzen und Kokskohle sowie

für die Elektrostahlroute beim

Schrott auf absehbare Zeit keine

signifikante Verknappung sehen.

Lobbyarbeit zeigt Wirkung

An dieser Stelle muss deutlich

gemacht werden, dass es dem Engagement

der großen Erzeuger in der

verbandspolitischen Arbeit geschuldet

ist, dass Anti-Dumping-Regelungen

in der EU jetzt greifen und

somit das Thema mit einer neuen

Einfärbung auf der medialen

Agenda steht. Gerne darf man an

dieser Stelle aus ordnungspolitischer

Sicht anderer Meinung sein,

als flankierende Maßnahme sorgte

das protektionistische Vorgehen

jedenfalls für einen deutlichen

Effekt in die Stahlmärkte hinein.

Zum wiederholten Mal ist folglich

der Beweis erbracht worden,

dass die Stahldistribution absolut

nicht in der Lage ist, Marktpreise

für die Handelsware zu beeinflussen

und auf einem Niveau festzulegen.

Die Transparenz über alle

Stufen der Lieferketten hinweg sorgt

dafür, dass die Distribution als

Absatzmittler bei der Preisgestaltung

nur für die „Pfennige hinter

dem Komma“ zuständig ist.

Stimme der Stahldistribution

Das Herleiten der aktuellen Anforderungen

an den Stahlhandel für

die vor uns liegende Wegstrecke

endet keineswegs an dieser Stelle,

sondern beginnt genau hier: Denn

wenn wir wissen, handeln und weiterdenken

wollen, werden wir ohne

das notwendige Fachwissen, bereit

gestellt von unserem Fachverband,

nicht zukunftsfähig sein.

Ein verbandliches Eingreifen ist

zunächst immer dann erforderlich,

30 Stahlreport 5|17


„Stahldistribution als Geschäftsmodell

ist mit einer unverzichtbaren Relevanz

für die Zukunft ausgestattet.“

Sie uns operative Hinweise auf

tagesaktuelle Entwicklungen! Nur

so können wir unseren Spielraum

für Sie nutzbar umsetzen.

wenn politische Entscheidungsprozesse

kommentierend begleitet oder

gar beeinflusst werden sollen. Als

singuläres Unternehmen verfügt

kein Marktakteur über die vor allem

kapazitätsseitigen Möglichkeiten

und das passende Know-how, eigene

Wege in der Bundespolitik oder gar

in Europa zu gehen. Beispiele für die

äußerst erfolgreiche BDS-Arbeit

sind das „Kippen“ des Reverse-

Charge-Gesetzes vor zweieinhalb

Jahren oder unsere Bemühungen

rund um die Insolvenzordnung.

Kampf um Gesetzesvorlage

Es war der BDS, der vor genau zwei

Jahren dem unsinnigen Gesetzesentwurf

zu den Aus- und Einbaukosten

den Kampf angesagt hatte, und

zwar zunächst alleine auf weiter

Flur. Schrittweise sammelten wir

Mitstreiter ein und es war der BDS,

der mit einem eigens produzierten

Videofilm, der noch heute unter

www.stahlhandel.com online zu

sehen ist, das Thema aus Sicht des

Großhandels mit Stahl aufgearbeitet

hatte.

Es folgte eine Reihe von Initiativen,

welche u.a. in der Ansprache

der Bundestagsabgeordneten in den

Wahlkreisen gipfelte, indem die

Politiker vor Ort von den Stahlhändlern

mit vom BDS bereitgestellten

Positionspapieren und Anschreiben

auf die inhaltliche Schieflage

aufmerksam gemacht wurden.

Engagement dringend gefragt

Im Ergebnis wird dieses Gesetz zum

1. Januar 2018 dennoch in Kraft treten.

Allerdings hat sich die politische

Verbandsarbeit insofern

gelohnt, da zumindest theoretische

Einschränkungen ihren Weg in die

Vorschrift gefunden haben, dessen

praktische Ausgestaltung noch offen

ist. Rechtsanwalt Tim Lieber von

der Kanzlei Henseler & Partner

berichtet auf Seite 38 des Ihnen vorliegenden

Heftes über den aktuellen

Stand der Dinge.

Es ist daher unumgänglich, dass

sich die Distributeure des Stahlsektors

in Deutschland beim BDS engagieren.

Denn schon nach der kommenden

Bundestagswahl im

September 2017 wird die nächste

„Welle“, in Form eines neuen Koalitionsvertrages,

auf uns zukommen.

Kommen Sie auf unsere Treffen, sei

es regional oder national – arbeiten

Sie aktiv oder passiv mit und geben

Compliance-gerechte Foren

für den Austausch

Wer vom Fach ist, der trifft sich auf

Fachtreffen: Betonstahltag, Q+E-

Tag, Flachtag und Stahlhandelstag

sind nur einige aktuelle Beispiele

für die hervorragende Arbeit mit

institutionalisierten Plattformen,

die beim BDS ausgeführt wird. Es

ist daher einfach, einen direkten

Zusammenhang zu den im Mai 2017

für BDS-Mitglieder kostenlos angebotenen

Compliance-Veranstaltungen

herzuleiten: Es ist auch die Vielzahl

der angebotenen BDS-Regionalkreise,

die ein Erscheinen zu

den Compliance-Infotreffen erforderlich

macht, damit wir mit Ihnen

gemeinsam einen kritischen und

strukturierten Dialog erhalten können.

Dies bedeutet auch, über Themen

zu sprechen, die in der Sache

„rund um den Stahlhandel“ begründet

sind und eine fachliche Relevanz

für die Zukunft entfalten.

Alle zwanzig BDS-Regionalkreise

in Deutschland verbindet seit geraumer

Zeit nämlich eine Gemeinsamkeit:

Die Klage über Nachwuchssorgen

im Ausbildungsbereich. Diese

Entwicklung kommt nicht überraschend

und fordert die Unternehmen

der Distribution mit Stahl dazu

3

Stahlreport 5|17

31


BDS

Kommunikation

3

heraus, die besten Nachwuchskräfte

zu fördern und damit auch an das

eigene Unternehmen zu binden.

Dies geschieht immer nur dann,

wenn die Kollegin oder der Kollege

sich heute nicht nur gut aufgehoben

fühlt, sondern für morgen auch gut

gerüstet und mit einer Perspektive

versehen ist.

„Wir können unsere Geschäftsmodelle

nur dann weiterdenken,

wenn wir die Besten an unsere

Unternehmen binden.“

„Beim BDS-Fernstudium können Sie einen

anerkannten und hoch qualifizierten

Abschluss erwerben, ohne über das Abitur

zu verfügen und ohne Ihre Berufstätigkeit

zu unterbrechen.“

Unverzichtbare Marktfunktion

Für uns alle von unschätzbarem

Vorteil ist es dabei, dass der Stahlhandel

im erweiterten Sinne, also

Vollsortimenter, Stahl-Service-Center,

Biegebetriebe, Nischenanbieter

und Anarbeitungsspezialisten, mit

einer unverzichtbaren Marktaufgabe

für die Zukunft ausgestattet ist.

Dies können wir als Perspektive

unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

anbieten.

Wer kann das, was der Stahlhandel

kann? Gehen Sie bitte heute

Abend durch Ihren Betrieb und

schauen Sie sich die Kommissionen

für die Verbringung am folgenden

Tag einmal an: Es fällt mir

schwer zu glauben, dass diese Vielfalt

an Produkten in dieser Losgrößenstruktur

durch Stahlerzeuger

auf der einen oder z.B. durch Baumärkte

auf der anderen Seite

„erobert“ werden soll.

Dass unsere eigene Unzufriedenheit

mit diesem Geschäftsmodell

nichts mit den eingangs angesprochenen

Handelspreisen,

sondern mit der kostendeckenden

Einforderung eben genau dieser

Unverzichtbarkeit zu tun hat, ist

landläufig bekannt und wird an dieser

Stelle nicht näher diskutiert.

Amazon des Stahlmarkts? Ist

der Stahlhandel schon längst …

Auf die Frage „… sind wir denn

schon Amazon oder immer noch

Karstadt“ fällt mir die Antwort

leicht: Der Stahlhandel hat fantastische

Sortimente und Dienstleistungen

zu jeder Zeit verfügbar, und

was fehlt, das besorgen wir tagesaktuell

im Zukauf bei unseren Mitbewerbern.

Stahlhandel ist quasi

„Sofortstahl“ in Deutschland, mit

einer Preisbereinigungsfunktion,

bei der wir auch noch für die Glättung

von Preiskurven bei der Handelsware

sorgen. Denn Werkspreiserhöhungen

werden von uns verzögert

weitergegeben und Werkspreissenkungen

unverzüglich mit

unseren Verbrauchern geteilt.

Wir sind seit Jahrzehnten

bereits Amazon und sehen uns mit

einer demographischen Entwicklung

konfrontiert, die schon aus

Effizienzgründen den technischen

Fortschritt mehr und mehr einfordern

wird.

Auf absehbare Zeit werden wir,

auch vertriebsseitig und in der

Abwicklung, mit weniger Personal

auskommen müssen. Daher kommen

die seit circa drei Jahren diskutierten

Lösungen, mit einer Vielzahl

von Schlagworten versehen,

gerade rechtzeitig. Es handelt sich

nicht um Konkurrenzmodelle, sondern

um Unterstützungsinstrumente,

die unsere komplexe Arbeit

in der Distribution absichern sollen

– denn das Fachwissen unserer

kundigen Mitarbeiterinnen und

32 Stahlreport 5|17


Mitarbeiter über Märkte, Produkte

und Lieferanten ist aufgrund der

regionalen Verbraucherstruktur mit

ihrer kurzen und klein(st)losigen

Frequenz immer mehr gefordert.

Die Besten bilden:

BDS-Fernstudium

Wir können unser unverzichtbares

Geschäftsmodell aber nur dann weiterdenken,

wenn wir die Besten an

unsere Unternehmen binden. Am

31. Mai 2017 endet die Anmeldefrist

für den nächsten Jahrgang zum

dreijährigen Fernstudium „Betriebswirt

Stahlhandel (BDS)“, welcher

am 1. Juli 2017 beginnen wird. Dies

ist Ihr Fernstudium!

Ihr Mitarbeiter muss den Berufsweg

nicht durch einen Wechsel an

eine Universität, noch bevor die Karriere

richtig begonnen hat, unterbrechen.

Somit entfällt auch der

Bewältigungsdruck auf privater

Ebene aufgrund eines Hochschulstudiums

nach der Lehre. Aus

betrieblicher Sicht liegt der gleiche

Sachverhalt vor: Eine hoffnungsvolle

Nachwuchskraft, die sich

anderweitig orientiert, sorgt ja

dafür, dass Sie die während der Ausbildung

investierte Zeit und Mühe

unwiederbringlich „abschreiben“

müssen.

Ein Abitur ist als Zulassungsvoraussetzung

für das BDS-Fernstudium

nicht erforderlich, wir

erwarten ein bestehendes Beschäftigungsverhältnis

in der Stahldistribution,

welches je nach Einzelfall

zwischen zwei und drei Jahren

(inklusive Ausbildungszeit) zu

bestehen hat.

Ein weiterer Vorteil für Unternehmen

und Teilnehmer dieses digitalisierten,

auf den Fachbereichen

Technik, Wirtschaft und Methoden

basierenden Weiterbildungsformates,

ist die Möglichkeit, sich bei

Bedarf für Metallhandelsschwerpunkte

zu entscheiden: Seit mehreren

Jahren kooperieren wir hierzu

mit den Kollegenverbänden von

WGM und VDM.

Auf einer Stufe mit

Masterabschluss

Nicht ohne Stolz weisen wir darauf

hin, dass unser Fernstudium auf

Stufe 7 des Deutschen Qualifikationsrahmens

(DQR) verortet wird.

Dies geschieht über eine derzeitige

Selbsteinstufung und bedeutet, dass

dieser Abschluss aufgrund persönlicher

Kompetenzen und der Fachkompetenz

gleichwertig (nicht

gleichartig) zu einem Masterabschluss

zu sehen ist: Somit liegt

eine transparentere Sichtweise für

das berufliche Handlungsfeld, welches

wir abdecken, im Vergleich

zum wissenschaftlichen Lernbereich

vor.

Einer aktuellen Studie zum BDS-

Fernstudium aus dem letzten Jahr

von Dr. Manfred Feurer, Institut für

Werkstoffberatung, zur Folge halten

77 % der Arbeitgeber den Nutzen

dieser Maßnahme für hoch und 82%

der Stahlhändler geben an, dass

durch die Teilnahme an unserem

Fernstudium neue Kompetenzen

erlernt wurden und sich der Wissenstand

ihrer Mitarbeiterin und

ihres Mitarbeiters erhöhte.

Über 450 Studentinnen und Studenten

haben den BDS-Fernstudiengang

in den letzten zwanzig Jahren

Oliver Ellermann

bereits erfolgreich absolviert. Drei

Viertel von ihnen sind der Meinung,

dass die Inhalte nützlich für die

praktische berufliche Arbeit sind

– dies erfreut uns umso mehr, da

uns auch 72 % der Arbeitgeber

zurückmelden, dass die Teilnahme

einer Nachwuchskraft eine verbesserte

Aufstellung des eigenen Unternehmens

zur Folge hat.

Wenn wir wissensbasiert unseren

Stahlhandel weiterentwickeln

wollen, müssen wir die notwendigen

Vorkehrungen auf unternehmerischer

und verbandlicher Ebene

treffen. Eine Zukunftsabsicherung

bei der Personalentwicklung ist

hierzu unabdingbar. Es sind schon

25 von 30 Plätzen für den kommenden

Jahrgang ab dem 1. Juli 2017

belegt. Gerne stehen wir Ihnen für

Fragen zur Verfügung. 2

[ Fragen Sie uns! ]

Kontakt zu Oliver Ellermann:

Ellermann-BDS@stahlhandel.com,

Tel +49 211 864970

Oliver Ellermann, geboren 1967, erlernte den Beruf des Stahlhändlers vor

30 Jahren bei Ravené-Possehl in Berlin. Im Anschluss war er dort drei

Jahre im Innen- und Außendienst für den Bereich Edelstahl/NE-Metalle

tätig, bevor er an die TU Berlin wechselte und sein BWL-Studium als

Diplom-Kaufmann abschloss. Mitte der 1990er-Jahre begann er bei Klöckner

& Co in Duisburg im Vertriebsmarketing mit weiteren Stationen beim

Klöckner-Stahlhandel

in München und Nürnberg.

Oliver Ellermann gründete

die erste lagerhaltende

Klöckner-Niederlassung

in

Tschechien und arbeitete

zwei Jahre als

Geschäftsführer für

Klöckner Commerciale

in Italien. Er kehrte als

Niederlassungsleiter

des Klöckner-Stahlhandels

nach Berlin

zurück und baute das

Bearbeitungszentrum in Velten bei Berlin auf, welches er als Niederlassungsleiter

ebenfalls führte. Nach seinem Wechsel zu Bredemeier-Possehl

in Braunschweig wurde er im Zuge der Übernahme durch Arcelor

zum Mitglied der Geschäftsführung bei Ravené-Schäfer berufen.

Seit 2007 ist Oliver Ellermann Vorstand der BDS AG und seit 2015 Vorstand

der Stiftung des Deutschen Stahlhandels. Er absolvierte soeben

den Master-Fernstudiengang „Weiterbildung und Personalentwicklung“ an

der Friedrich-Schiller-Universität in Jena.

Stahlreport 5|17

33


BDS

Kommunikation

Fotos: BDS/mh

BDS-Flachtag 2017

Flachmarkt: spannend,

anspruchsvoll, herausfordernd

Rund 150 Teilnehmer aus dem Stahlhandel haben sich auf dem Flachtag 2017 Ende März

in Düsseldorf getroffen. Im Mittelpunkt standen die aktuellen Entwicklungen des

Flachstahlmarktes aus Sicht von Verbrauchern, Werken, Händlern und Stahl-Service-

Centern. Deutlich wurde, dass der technologische Wandel, aber auch ökonomische und

politische Unsicherheiten derzeit die Märkte nachhaltig beeinflussen.

Marktanalyse

Mit Stahl lässt sich

wieder Geld verdienen.

Andreas Schneider,

StahlmarktConsult

Die Gegenbewegung bei den

Flachstahlpreisen im vergangenen Jahr

sei zu erwarten gewesen, sagte Andreas Schneider,

Analyst von StahlmarktConsult. Dass sich der Wechsel

2016 aber so abrupt vollzogen habe, sei nicht abzusehen

gewesen. Ursachen für das derzeitige Preishoch

sah Schneider in Lagereffekten im ersten Halbjahr

2016 sowie in der Explosion der Rohstoffkosten. Die

Stärke des Preisanstiegs könne jedoch nicht mit steigenden

Rohstoffkosten allein erklärt werden, gab

Schneider zu bedenken. Der Stahlmarkt sei auch stark

vom Finanzmarkt beeinflusst, vor allem aus China.

Die Situation im März 2017 war Schneider zufolge

von bis ins dritte Quartal 2016 gut gebuchten Werken

sowie ebenfalls gut eingedeckten Verbrauchern geprägt

gewesen. Lieferzeiten seien wieder ein Thema, sagte

Schneider. Das führe bei vielen Marktteilnehmern aufgrund

einer verschärften Beschaffungslage zu Sorgen

– vor allem bei verzinkten Blechen, dem stärksten Pro-

dukt im Markt. Für ein „mulmiges Gefühl“ sorge derzeit

zudem die Unstimmigkeit zwischen Rohstoffkosten

und Flachstahlpreisen.

Für eine aktuelle Markteinschätzung spielen Schneider

zufolge gegenwärtig neben den Fundamentaldaten

auch strukturelle Einflüsse eine Rolle, insbesondere

die geplanten oder bereits realisierten

Anti-Dumping-Verfahren der EU, die immer wieder

hochkochende Diskussion einer Konsolidierung der

Stahlproduktion sowie eine Tendenz zur Re-Regionalisierung

der Märkte.

Stand Februar 2017 seien die Prognosen für die

wichtigsten stahlverwendenden Branchen für die nächsten

zwei Jahre wie Bau, Maschinenbau oder Metallwaren

durchweg positiv – im Bereich Automotive allerdings

mit einem schwächer werdenden Wachstum in

den kommenden zwei Jahren.

Kurz & knapp

z Werke derzeit gut gebucht, Verbraucher gut eingedeckt

z Lieferzeiten wieder Thema, Unsicherheit bei der Versorgung

z positive Prognosen für wichtigste Branchen in EU

z verzinkte Bleche sind „stärkstes“ Flachprodukt

z Rohstoff- und Flachstahlpreise korrelieren nicht

34 Stahlreport 5|17


EU-Flachstahlmarkt: starke Zuwächse im vierten Quartal 2016

Flachstahlmarkt EU 28 – Änderung in % gegenüber dem Vorjahr

Marktversorgung europäische Lieferungen

8%

6%

4%

2%

0%

-2 %

-4 %

Q1 2016 Q2 2016 Q3 2016 Q4 2016

Quelle: BDS Flachstahltag 2017; Andreas Schneider (StahlmarktConsult); Eurofer und eigene Berechnungen

z Anti-Dumping-Politik sorgt für Unsicherheit

z politische Einflüsse und (Finanzmarkt-)Stimmungen

können Lage schnell ändern

Grobblechmarkt

Protektionismus taugt

nichts, das ist klar. Wer

gut schlafen kann,

bewegt sich wenig. Aber

die lokale Industrie darf

auch nicht überrannt werden.

Dr. Günther Luxenburger, Dillinger Hütte

Die Marktversorgung mit Grobblechen habe sich in der

EU in den vergangenen Jahren positiv entwickelt, sagte

Günter Luxenburger, Vorstandsmitglied der AG der

Dillinger Hüttenwerke. Verbrauchslücken aus der

schlecht laufenden Öl- und Gasbranche seien durch

andere Verarbeitersegmente wie der Offshore-Windenergie

gefüllt worden.

Mittelfristig erwartet Luxenburger wieder eine graduelle

Erholung des Ölpreises. Deren Auswirkungen

auf den Stahlverbrauch seien aber schwer abschätzbar.

Wichtige Endkundensegmente für den Grobblechabsatz

liefen gut – etwa der Stahlbau, der Maschinenbau

und Offshore-Windenergie.

Zugleich seien aber auch die Grobblechimporte,

die zunächst aus dem chinesischen Markt in die EU

gekommen waren, nach entsprechenden Anti-Dumping-Maßnahmen

vollständig durch andere Länder

ersetzt worden – etwa der Ukraine, Russland und Südkorea.

Weitere Maßnahmen zum Schutz der lokalen

europäischen Hersteller seien dringend notwendig,

mahnte Luxenburger. So lag die Auslastung der EU-

Werke im vergangenem Jahr mit 59,2 % auf einem

Niedrigstand wie seit 2009 nicht mehr.

Trotz allem seien die Grobblechpreise einiger Werke

erheblich gestiegen. Ursachen dafür seien der Bedarfsanstieg,

der Wegfall extrem gedumpter Ware aus China

sowie eine massive Kostensteigerung bei den Werken.

Der Handel spiele im Grobblechmarkt eine wichtige

Rolle für den Kundenservice, betonte Luxenburger.

Auch für die Preisbildung sei der Handel von

Bedeutung.

Kurz & knapp

z Marktbedarf Grobbleche weiter steigend

z Verbrauchslücken aus Öl- und Gasbranche werden

kompensiert

z Grobblechpreise waren steigend, Treiber waren

Bedarfsanstiege, Wegfall extrem gedumpter Ware

aus China, massive Kostensteigerungen bei den Werken

z Importsituation ist kritisch, Handelsinstrumente der

EU müssen geschärft werden

Automobilindustrie

Britische Hersteller können

nicht so leicht anderswo

produzieren. Ein Bentley

‚Made in Slovakia‘ wird

vermutlich nicht gut

ankommen.

Benjamin Krause,VDA

Die Produktion deutscher Pkw-Hersteller wird hierzulande

in diesem Jahr voraussichtlich leicht um 2 % auf

rd. 5,6 Mio. Pkw zurückgehen. Das berichtete Benjamin

Krause vom Verband der Automobilindustrie e.V.

Demgegenüber setzt sich der positive Trend für deutsche

OEM im Ausland voraussichtlich fort. Nach 10,1

3

Stahlreport 5|17

35


BDS

Kommunikation

3

Mio. produzierten Pkw im vergangenen Jahr werden

2017 wohl rund 10,4 Mio. Pkw im Ausland von deutschen

OEM hergestellt – ein neuer Rekordwert. Ein

belastender Faktor für die Automobilhersteller ist der

Brexit.

Das Vereinigte Königreich ist für die Branche ein

Schlüsselmarkt. Die Importquote liegt mit 86 % nahe

der Volldeckung. Allein fünf der zehn meistverkauften

Pkw kamen 2016 aus Deutschland, allen voran der

Ford Fiesta. Die britische Pkw-Produktion, die Krause

zufolge in den letzten Jahren ein „ordentliches Comeback“

erlebt hat, wird von britischen OEM und asiatischen

Herstellern dominiert, die ihre Pkw vor allem

auf dem europäischen Markt absetzen. Nahezu vier von

fünf produzierten Pkw werden exportiert, größter

Markt für Großbritannien ist die EU. Der Austritt Großbritanniens

aus der EU, bei dem z.B. unklar ist, wie

künftige Marktzugänge geregelt werden, ist daher

auch für die britische Automobilproduktion ein Thema

– insbesondere auch für „urbritische“ Marken wie

Mini, Rollce Royce oder Bentley, die den Produktionsort

nicht einfach wechseln können.

Bei den Neuzulassungen sehen die Zahlen für

Europa fast durchweg gut aus. In diesem Jahr werden

Zuwächse vor allem in Südeuropa zu erwarten sein,

während Großbritannien einem Rückgang der Neuzulassungen

entgegensieht. Positiv entwickelten sich

auch die osteuropäischen Länder. Von Polen über Tschechien

bis hin zu Ungarn und Rumänien liegen dort die

Neuzulassungszahlen im Plus.

Noch ausbaufähig sei Krause zufolge der Markt

für Elektromobilität. Zwar seien weltweit schon über

1,8 Mio. Elektro-Pkw zugelassen, doch liegen die Marktanteile

insgesamt gesehen meist nur um 1 %. Höhere

Anteile seien derzeit nur mit massiver staatlicher Förderung

zu realisieren.

Kurz & knapp

z Der Ausblick für die deutsche Automobilindustrie

ist für 2017 insgesamt positiv.

z Ein Unsicherheitsfaktor ist der Brexit, das Vereinigte

Königreich ist ein Schüsselmarkt.

Die Aussteller des Flachtags 2017

Parallel hat zum BDS-Flachtag am Rande der Fachveranstaltung eine

Ausstellung stattgefunden, auf der sich Ausrüster und Zulieferer der

Branche präsentiert haben. Mit dabei waren:

Fehr Lagerlogistik AG

Kaltenbach GmbH & Co. KG

Kasto Maschinenbau GmbH & Co

Mapudo GmbH

Montanstahl GmbH

NLT Norder Lagertechnik GmbH & Co. Maschinenbau KG

OttComputer GmbH

Scheffer Krantechnik GmbH

Vetten Krane & Service GmbH

z Elektromobilität kommt, derzeit ist ein höherer Anteil

aber nur mit staatlicher Förderung möglich.

Marktentwicklung

Stahl-Service-Center

Dr. Thilo Theilen,Becker Stahl-Service

Wir müssen uns die Frage

stellen, was tatsächlich

unser Kernprodukt ist: Ist

es wirklich Stahl? Oder ist

es Verfügbarkeit oder der

Bankenaspekt? Wir sind

eigentlich ein Logistiker

mit angeschlossener Bank.

Wie werden sich die Märkte für Stahl-Service-Center

weiter entwickeln? Diese Frage stand im Zentrum des

Beitrags von Dr. Thilo Theilen, Kaufmännischer

Geschäftsführer der Becker Stahl-Service GmbH (BSS).

Die Klöckner-&-Co.-Tochter hatte im vergangenen Jahr

neben dem Stahlgeschäft einen Aluminiumservice

gegründet, um damit industrielle und automobiltechnische

Anwendungen zu bedienen.

Stahl sei trotz der gestiegenen Anforderungen ein

überwiegend austauschbares Produkt geworden, sagte

Theilen. Wenn in der Lieferkette nachfrageorientierter

verarbeitet werde, stelle sich die Frage, ob das nicht

auch für die Stahl-Service-Center als „Mittelsmann“

Veränderungen nach sich ziehe. „Wir haben daher

überlegt, was die echten Herausforderungen für Service-Center

sind“, sagte Theilen.

Und da gibt es eine ganze Reihe: Die Konsolidierung

auf der Produzentenebene einerseits, die derzeit

zu beobachtende Abschottung einiger Drittmärkte

andererseits, darüber hinaus sich wandelnde Kundensegmente

seien Entwicklungen, die Service-Center

berücksichtigen müssen. Anders als in den USA spielen

in Europa zudem auch werksgebundene Service-

Center eine Rolle für den Markt.

Einer der wichtigsten Kunden für Stahl-Service-

Center ist der Automobilbau. Infolgedessen wirken sich

die Entwicklungen dieser Branche mehr oder minder

direkt auch auf den Stahlservice aus. Eine der wichtigsten

Entwicklungen sieht Theilen in dem Trend zum

Leichtbau – der dank strenger Emissionsvorgaben weiterhin

zulegen werde und ein Treiber für den Aluminiumbedarf

sei. In Aluminium als alternativen Werkstoff

für Stahl sieht Theilen allerdings keine „harte Gefährdung“.

Viel wahrscheinlicher sei ein Nebeneinander

beider Werkstoffe. Automobilhersteller hätten Substitutionspläne

in der Schublade, würden sie aber aus

Bedenken bei der Versorgungssicherheit derzeit nicht

realisieren.

Weitere wichtige Entwicklungen in der Automobilproduktion

sah Theilen in dem Trend zum autonomen

36 Stahlreport 5|17


Fahren. Höherfeste Stähle würden in Zukunft möglicherweise

nicht mehr so notwendig sein wie heute, da

die Unfallzahlen durch die neue Technologie sänken.

Da Elektroantriebe mit einem viel kleineren Antriebsstrang

auskommen wie heutige Fahrzeuge, werde auch

hierfür potenziell weniger Stahl eingesetzt.

Aktuelle Rechtsthemen

Bisher hieß es bei der Insolvenzanfechtung:

Du, lieber

Stahlhändler warst so

unvorsichtig und hast

Geld von Deinem Kunden

angenommen. Damit hast

Du Dich der vorsätzlichen

Gläubigerschädigung schuldig

gemacht. Das ist jetzt vorbei.

einem Urteil des Oberlandesgerichts Hamm. Dort hatte

das Gericht eine abweichende chemische Analyse als

offenen Mangel beurteilt. Entscheidendes Argument

dafür war, dass chemische Analysen kurzfristig mit

vertretbarem Aufwand durchführbar seien. „Das ist

falsch“, unterstrich Lieber. Bei einer solchen Auffassung

von Prüfpflichten kämen Unternehmen aus dem

Prüfen gar nicht mehr heraus, da jede mögliche Eigenschaft

der gelieferten Ware potenziell untersucht werden

müsse.

Gängige Rechtsauffassung ist, dass die in Prüfbescheinigungen

attestierten Werte vom Käufer nicht selbst

nochmal untersucht werden müssen. Der Käufer ist von

seiner Untersuchungspflicht nach § 377 HGB befreit. Ein

Haftungsrisiko bestehe aber darin, Prüfbescheinigungen

bei Wareneingang nicht mit zu kontrollieren. Da

Fehler in der Bescheinigung auf Fehler im Erzeugnis hinweisen

können, sei es im Falle eines tatsächlichen, allerdings

erst später entdeckten Mangels wahrscheinlich,

dass der Mangel vom Gericht als offener Mangel eingestuft

werde – und die Rügefrist damit verstrichen sei.

RA Tim Lieber, Kanzlei Henseler & Partner

Kurz & knapp

Eine gute Nachricht hatte Rechtsanwalt Tim Lieber, z Das Gesetz zur Reform der Insolvenzanfechtung ist

Kanzlei Henseler & Partner, gleich zu Beginn: Die langjährigen

Bemühungen des BDS gemeinsam mit ande-

z Insolvenzverwalter können Zahlungen von Unter-

seit April 2017 in Kraft.

ren Verbänden haben bei der Reform der Insolvenzanfechtung

zum Ziel geführt. Am 10. März hat der Bunres

anfechten.

nehmen in der Krise später nicht mehr ohne weitedesrat

das Gesetz zur Reform der passieren lassen, mittlerweile

ist es auch in Kraft getreten (siehe Meldung keine Garantiehaftung des Händlers.

z Mitgelieferte Abnahmeprüfzeugnisse begründen

S. 41). Die Reform beschränkt die Möglichkeiten der z Prüfbescheinigungen befreien in der Regel von der

Insolvenzverwalter, Zahlungen von Unternehmen in Pflicht, die bescheinigten Werte selbst zu untersuchen.

der Krise später anzufechten.

Bei Streitfällen stehen Stahlhandelsunternehmen z Fehler in Prüfbescheinigungen können Fehler des

öfter vor der juristischen Frage, ob die Mitlieferung Produkts anzeigen; daher sollten bei Wareneingang

eines Abnahmeprüfzeugnisses (APZ) an Kunden gleichzeitig

eine Garantiehaftung des Händlers beinhaltet. In

auch Prüfbescheinigungen kontrolliert werden.

der Praxis entscheidet diese Frage im Zweifel darüber,

ob bei einem entstandenen Schaden Ersatz geleistet

werden muss. Eine Garantiehaftung werde zwar oft

behauptet, so Tim Lieber. Tatsächlich gebe das Handelsunternehmen

mit dem mitgelieferten APZ aber

Fakten zur europäischen Normung

keine Garantie auf die gelieferte Ware. Der Händler Es sieht verwirrend aus.

habe keinen Einfluss auf den Inhalt des APZ, zudem Das ist es auch. Aber es ist

könne die Prüfbescheinigung ebenso mangelhaft sein systematisch, man findet

wie das Erzeugnis.

sich hindurch.

Weiterhin ist in der Stahlhandelspraxis öfter die Jochen Adams,

Eingangsuntersuchung gelieferter Ware samt rechtzeitiger

Mängelrüge ein Thema. Im Kern geht es dabei

Ingenieurbüro Adams

um die Frage, welche Prüfungen oder Untersuchungen

in welcher Zeit nach der Aus- bzw. Anlieferung men, so sinnvoll und notwendig sind

So sachlich Normen daherkom-

durchgeführt werden müssen. So müssen offene Mängel

unverzüglich angezeigt werden, versteckte Män-

Kreise‘ gemeinschaftlich durchgeführte Vereinheitli-

sie. „Normen sind die planmäßige, durch ‚interessierte

gel dagegen auch unverzüglich, logischerweise aber chung von materiellen und immateriellen Gegenständen

zum Nutzen der Allgemeinheit“, sagte Metall-

erst nach Entdeckung. Wird die Frist versäumt, gilt die

Ware in Ansehung des Mangels als genehmigt. kundler Jochen Adams, ehemals Thyssenkrupp Materials

International GmbH, zu Beginn seines Vortrags.

Dass die Frage, was ein offener und was ein versteckter

Mangel ist, selbst von Gerichten nicht immer Bis 1992 hätten die deutschen Normen als die strengsten

der Welt gegolten. Normarbeit in Deutschland zweifelsfrei richtig beantwortet wird, zeigte Lieber an 3

Stahlreport 5|17

37


BDS

Kommunikation

3

stand als Garant für die Qualität

der Produkte und war ein wichtiges

Argument für Exportgeschäfte. Im

Zuge der europäischen sowie der

beginnenden weltweiten Vereinheitlichung

der Normen sei jedoch eine

Tendenz zur Vereinfachung zu beobachten,

die bereits zu Schwierigkeiten

bei der Verarbeitung geführt

hätten.

Die Mitarbeit vieler Organisationen,

wie Verbänden, Klassifikationsgesellschaften

und Verbrauchergruppen,

werde in den Normungsgremien

seit längerem deutlich zurückgefahren.

Die deutsche Normungsarbeit

verliere an Einfluss. Das sei

etwa an der alten DIN 17100 abzulesen,

die durch die neue DIN EN

10025 ersetzt wurde.

Im Zuge der europäischen Vereinheitlichung

sind darin Werkstoffbezeichnungen

zugleich vereinfacht

worden. Für Kunden habe damit

das Risiko zugenommen, Stähle

unter einer Bezeichnung zu

bekommen, die sich in ihren

Eigenschaften bei der Verarbeitung

deutlich unterscheiden können

– etwa, wenn thermomechanisch,

beruhigte oder unberuhigte

Stähle unter einer Werkstoffbezeichnung

zusammengefasst würden.

Die Vereinheitlichung der Norm

hat Adams zufolge auch für den

Handel Auswirkungen. Wenn sich

hinter einer Werkstoffbezeichnung

tatsächlich eine ganze Vielzahl

eigentlich verschiedener Stähle verbirgt,

sei es für den Handel schwieriger

eine Auswahl zu treffen.

Die Vereinheitlichung der Normen

habe auch Nachteile für Zusammenarbeit

zwischen Hersteller, Handel

und Kunde. Für Konstrukteure

seien die Normen bei der Planung

eines Bauteils eine wichtige Informationsquelle,

um den geeigneten

Werkstoff zu finden. Aus der

Norm gehe aber nicht her-

Flacherzeugnisse im Fokus:

BDS-Vorstand und Gast -

geber Oliver Ellermann auf

dem BDS-Flachtag 2017

vor, welche Güte im Handel auch

gängig sei.

Kurz & knapp

z Normen sind im Zuge der Europäisierung

vereinheitlicht und vereinfacht

worden.

z Unter einer Werkstoffbezeichnung

werden z.T. Stähle zusammengefasst,

die sich bei der Verarbeitung

ganz unterschiedlich verhalten.

z Die Vereinfachung der Normen

macht es für Endkunden schwieriger,

die vom Handel lieferbaren

Stahlsorten zu identifizieren.

Von der Masse zur Nische

Um die Be -

dürfnisse

der heutigen

Verbraucher

zu verstehen,

braucht

es mehr als

einen Preislistenverkäufer oder

ein Onlineportal.

Rudolf Ketterer,

Bucher Stahlhandel GmbH

Flachprodukte sind neben Rohrsystemen

aus Stahl die Produkte, die

in den letzten 25 Jahren bei der Verarbeitung

die innovativsten Veränderungen

erfahren haben, sagte

Rudolf Ketterer, Geschäftsführer

Bucher Stahlhandel GmbH. Die heutige

Technik erlaube eine komplexe

Blechbearbeitung, an die vor Jahren

nicht zu denken gewesen sei.

Der hohe Anspruch an die Blechqualität

sei längst im Handel angekommen.

Der Handel habe einen

hohen Stellenwert für eine funktionierende

Herstell- und Lieferkette.

Doch oft fehle es der Branche an

dem nötigen Selbstbewusstsein, sich

mit Kunden und Herstellern auf

einer Augenhöhe zu bewegen, sagte

Ketterer. Oft werde der Handel als

allgegenwärtiger, immer verfügbarer

– sprich benutzbarer – Lieferant

gesehen. Zu leicht erliege die Branche

Parolen der Austauschbarkeit.

Es sei jedoch am Handel selbst,

die Unverzichtbarkeit unter Beweis

zu stellen. Viele Handelsunternehmen

hätten unverzichtbare Leistungen

für ihre Kunden zu bieten. Mit

der Verarbeitung und Bereitstellung

von über zwei Drittel der in

Deutschland verarbeiteten Walzstahlfertigerzeugnissen

spiele der

Handel eine wichtige Rolle. Auch

die Funktion als Zwischenfinanzierer

sei für die Wirtschaft von Bedeutung.

Die Branche ist heute zuständig

für einbaufertige Baugruppen

und Komponenten.

Speziell bei Flachprodukten

trage der Handel permanent auch

dazu bei, die Verarbeitungstechnologie

und die Werkstoffentwicklung

voranzubringen. So habe es vor 25

Jahren noch keine geeigneten Werkstoffe

für die Laserbearbeitung gegeben.

Die Branche fungiere immer

wieder als Vermittler zwischen Endkunde

und Hersteller und sorge für

den Austausch entsprechender

Erkenntnisse.

Die Bedürfnisse der heutigen

Verbraucher zu verstehen, brauche

es mehr als einen Preislistenverkäufer

oder ein Onlineportal. Der qualifizierte

Verkäufer wolle wissen,

was aus dem Material produziert

wird und mit welchen Verfahren.

Dahinter steht die Dienstleistungsabsicht,

den Kunden nicht die billigste,

sondern beste und wirtschaftlichste

Lösung anbieten zu können.

Alle technischen Möglichkeiten auszunutzen

sei heute absolutes Muss.

Entscheidende Schnittstelle sei aber

immer noch der Mensch. Für besonders

wichtig hält Ketterer daher auch

die Ausbildung der Mitarbeiter.

Kurz & knapp

z Die Blechbearbeitung hat in den

letzten Jahren große Technologiesprünge

gemacht.

z Der Handel hat in der Lieferkette

eine unverzichtbare Funktion.

z Der Handel hat allen Grund mit

Kunden wie Produzenten auf

Augenhöhe zu agieren.

z Technologie ist ein notwendiges

Instrument, entscheidend ist aber

der Mensch.

z Aus- und Weiterbildung haben

einen hohen Stellenwert. 2

38 Stahlreport 5|17


Recht

Bestimmte warmgewalzte Flacherzeugnisse aus China

Endgültiger

Antidumpingzoll

eingeführt

Die EU-Kommission hat mit Wirkung vom 7.4.2017 einen endgültigen Antidumpingzoll auf

die Einfuhren bestimmter flachgewalzter Erzeugnisse aus Eisen, nicht legiertem oder legiertem

Stahl mit Ursprung in der Volksrepublik China eingeführt.

Von der Maßnahme betroffen

sind Erzeugnisse auch in Rollen

(Coils), zugeschnittene Waren und

Schmalband („narrow strip“), nur

warmgewalzt, weder plattiert noch

überzogen.

Nicht betroffen sind

z Erzeugnisse aus nicht-rostendem

Stahl und kornorientiertem Siliciumelektrostahl,

z Erzeugnisse aus Werkzeug- und

Schnellarbeitsstahl,

z Erzeugnisse nicht in Rollen, ohne

Oberflächenmuster, mit einer Dicke

von mehr als 10 mm und

z Erzeugnisse, nicht in Rollen, ohne

Oberflächenmuster, mit einer Dicke

von 4,75 mm oder mehr, aber nicht

mehr als 10 mm, und einer Breite

von 2.050 mm oder mehr.

Betroffene KN-Codes

Die betroffenen Waren werden derzeit

unter folgenden den KN-Codes

eingereiht:

7208 10 00, 7208 25 00, 7208 26 00,

7208 27 00, 7208 36 00, 7208 37 00,

7208 38 00, 7208 39 00, 7208 40 00,

7208 52 10, 7208 52 99, 7208 53 10,

7208 53 90, 7208 54 00, 7211 13 00,

7211 14 00, 7211 19 00, ex 7225 19 10

(TARIC-Code 7225 19 10 90),

7225 30 90, ex 7225 40 60

(TARIC-Code 7225 40 60 90),

7225 40 90, ex 7226 19 10

(TARIC-Code 7226 19 10 90),

7226 91 91, 7226 91 99.

Endgültiger Antidumpingzoll

höher als der vorläufige

Für die betroffene und von

bestimmten Unternehmen hergestellte

Ware gelten seit dem

7.4.2017 endgültige Antidumpingzollsätze

auf den Nettopreis frei

Grenze der Union, unverzollt (siehe

Unternehmen und Antidumpingzollsätze

Land Unternehmen Endgültiger TARIC

Zollsatz Zusatzcode

VR China Bengang Steel Plates Co., Ltd. 28,1 % C157

Handan Iron & Steel Group Han-Bao Co., Ltd. 18,1 % C158

Hesteel Co., Ltd. Tangshan Branch (1) 18,1 % C159

Hesteel Co., Ltd. Chengde Branch (2) 18,1 % C160

Zhangjiagang Hongchang Plate Co., Ltd. 35,9 % C161

Zhangjiagang GTA Plate Co., Ltd. 35,9 % C162

Im Anhang 1 der Durchführungsverordnung auf- (3)

geführte andere kooperierende Unternehmen 27,3 %

Alle übrigen Unternehmen 35,9 % C999

(1) Vormals „Hebei Iron & Steel Co., Ltd. Tangshan Branch“.

(2) Vormals „Hebei Iron & Steel Co., Ltd. Chengde Branch“.

(3) Siehe Anhang 1 der Durchführungsverordnung (siehe z.B. www.gtai.de)

[ Quelle ]

Info

Tabelle). Die endgültigen Zölle sind

höher als die im Oktober 2016 vorläufig

verhängten Zölle. 2

GTAI und Durchführungsverordnung (EU) 2017/649 der Kommission vom

5.4.2017 zur Einführung eines endgültigen Antidumpingzolls auf die Einfuhren

bestimmter warmgewalzter Flacherzeugnisse aus Eisen, nicht legiertem Stahl

oder legiertem Stahl mit Ursprung in der Volksrepublik China; ABl. L 92 vom

6.4.2017, S. 68 (Durchführungsverordnung siehe z.B. www.gtai.de -> Trade ->

Recht/Zoll)

Die Anwendung der unternehmensspezifischen Antidumpingzollsätze

setzt voraus, dass den Zollbehörden der Mitgliedstaaten eine gültige Handelsrechnung

vorgelegt wird, die eine Erklärung in folgender Form enthält,

die von einer dafür zuständigen Person des Unternehmens, das die

Handelsrechnung ausgestellt hat, unter Angabe ihres Namens und ihrer

Funktion datiert und unterzeichnet wurde:

„Der/die Unterzeichnende versichert, dass die auf dieser Rechnung ausgewiesenen

und zur Ausfuhr in die Europäische Union verkauften [Mengenangabe]

warmgewalzter Flachstahlerzeugnisse von [Name und

Anschrift des Unternehmens] [TARIC- Zusatzcode] in [betroffenes Land]

hergestellt wurden und dass die Angaben auf dieser Rechnung vollständig

und richtig sind.“

Wird keine solche Handelsrechnung vorgelegt, findet der für „alle übrigen

Unternehmen“ geltende Zollsatz Anwendung.

Stahlreport 5|17

39


BDS

Recht

Verschärfung der Haftung für Aus- und Einbaukosten

Künftig uneingeschränkt

haftbar

Nachdem der Bundestag bereits am 9. März 2017 das Gesetz

zur Änderung der kaufrechtlichen Mängelhaftung

verabschiedet hatte, hat auch der Bundesrat am 31. März 2017

dem Gesetz zugestimmt. Das Gesetz tritt zum 1. Januar 2018 in

Kraft und gilt für alle Verträge, die ab diesem Zeitpunkt

geschlossen werden, berichtet Rechtsanwalt Tim Lieber von

der Kanzlei Henseler & Partner Rechtsanwälte.

Foto: Henseler & Partner

Tim Lieber, Rechtsanwalt

Kanzlei

Henseler & Partner

Rechtsanwälte mbB

Durch das Gesetz wird die Haftung des Verkäufers

für Aus- und Einbaukosten deutlich verschärft. Dasselbe

gilt für die Kosten des Austausches von „angebrachten“

Sachen (z.B. Farbe oder Dachrinnen), die infolge

ihrer Mangelhaftigkeit entfernt und durch Anbringung

neuer Sachen ersetzt werden müssen. Ab dem 1.1.2018

ist der Verkäufer nun verschuldensunabhängig verpflichtet,

dem Käufer die erforderlichen Aufwendungen

für das Entfernen der mangelhaften und den Einbau

oder das Anbringen der nachgebesserten oder gelieferten

mangelfreien Sache zu ersetzen.

Auch Zwischenhändler trifft

volle gesetzliche Haftung

Dies geht deutlich über die derzeitige Haftung des Verkäufers

hinaus, da dieser nach der bis zum 31.12.2017

geltenden Rechtslage nur dann für Aus- und Einbaukosten

bzw. sonstige Folgekosten aus der Lieferung mangelhafter

Waren haftet, wenn ihn insoweit ein Verschulden

trifft. Letzteres ist insbesondere bei Zwischenhändlern

regelmäßig nicht der Fall, weil der Händler zumeist

nicht erkennen kann, ob die von ihm verkaufte Ware

einen (versteckten) Mangel aufweist. Während ein Händler

daher bislang in der Regel nicht für die – häufig den

Warenwert deutlich überschreitenden – Aus- und Einbaukosten

in Anspruch genommen werden konnte, trifft

ihn hierfür künftig eine uneingeschränkte gesetzliche

Haftung.

Gesetz soll vor allem

Handwerker entlasten

Aus diesem Grund hatte sich der BDS gemeinsam mit

anderen großen Wirtschaftsverbänden gegen das Gesetzesvorhaben

gewandt und darauf hingewiesen, dass

damit eine unvorhersehbare und unzumutbare Belastung

des Handels verbunden ist. Der Gesetzgeber hat

jedoch gleichwohl an der im Koalitionsvertrag enthal-

tenen Forderung einer Haftungsverschärfung festgehalten,

um dadurch Handwerker oder kleinere Bauunternehmer

zu entlasten. Indes ist das neue Gesetz nicht

auf Lieferungen an Handwerker oder Bauunternehmer

beschränkt, so dass von der Haftungsverschärfung

zulasten des Verkäufers auch die Bauindustrie sowie

andere Industriezweige profitieren.

Widerstand gegen Vorhaben

nicht ganz erfolglos

Gänzlich erfolglos ist der Widerstand gegen das Gesetzesvorhaben

jedoch nicht geblieben, da darin einschränkend

bestimmt wird, dass nur die „erforderlichen“ Ausund

Einbaukosten zu ersetzen sind und der Verkäufer

im Falle von „unverhältnismäßigen Kosten“ berechtigt

ist, deren Ersatz zu verweigern. Weiterhin gewährt das

Gesetz dem Verkäufer für Aus- und Einbaukosten einen

erleichterten Rückgriffsanspruch gegenüber seinem

Vorlieferanten, wie er bislang nur im Verbrauchsgüterkaufrecht

bekannt war.

Erfreulich ist schließlich, dass die neuen Vorschriften

bei Geschäften zwischen Kaufleuten dispositiver

Natur sind, d.h. eine vertragliche Abbedingung der verschärften

Haftung möglich bleiben soll. Dies ist eindeutig

für individualvertragliche Haftungsausschlüsse

bzw. -beschränkungen, d.h. solche, die nicht durch vorformulierte

Klauseln vereinbart werden.

Ausschluss der Haftung

durch AGB nicht geklärt

Ob die Haftung für Aus- und Einbaukosten dagegen

auch durch Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB)

ausgeschlossen oder beschränkt werden kann, ist noch

nicht abschließend geklärt. Während zum Teil behauptet

wird, das Gesetz enthalte einen „Rettungsanker“ für

gewerbliche Verkäufe, da der Verkäufer hier seine Haftung

für Aus- und Einbaukosten durch AGB ausschlie-

40 Stahlreport 5|17


ßen könne, spricht andererseits viel dafür, dass entsprechende

Haftungsklauseln in AGB von den Gerichten

sehr kritisch betrachtet würden. Grund hierfür ist,

dass Gerichte dazu neigen, Klauseln, die in Verträgen

mit Verbrauchern unzulässig sind, auch in Verträgen

zwischen gewerblich handelnden Vertragsparteien als

unwirksam anzusehen.

Ob und in welchem Umfang daher in Allgemeinen

Geschäftsbedingungen Haftungsausschlüsse bzw.

-beschränkungen möglich sind, bedarf einer genaueren

Analyse. Der BDS hat sich bereits in seinem Rechtsausschuss

im März 2017 mit diesem Thema befasst und

dabei verschiedene Haftungsklauseln diskutiert. Ob

diese einer richterlichen Inhaltskontrolle standhalten

würden, kann jedoch nicht vorhergesagt werden. Letztlich

bleibt es daher jedem Unternehmen selbst überlassen,

ob es versucht, die Haftung für Aus- und Einbaukosten

durch Änderung seiner AGB einzuschränken.

Zum Schluss sei noch angemerkt, dass die Haftung

des Verkäufers für Aus- und Einbaukosten im Rahmen

der erweiterten Produkthaftpflichtversicherung versichert

ist. Da Stahlhändler in der Regel über eine derartige

Versicherung verfügen, dürfte in den meisten Fällen

Versicherungsschutz bestehen. Indes kann erwartet

werden, dass die Versicherungen die nun beschlossene

Haftungsverschärfung zum Anlass nehmen, die Versicherungsprämien

deutlich zu erhöhen.

Darüber, wie zukünftig in der Praxis mit den neuen

Regelungen umgegangen wird und welche Änderungen

in AGB in Betracht gezogen werden können wird

im Stahlreport weiter berichtet. 2

AUS EDELSTAHL

NAHTLOSE

ROHRE

ab Lager verfügbar

Neben einem

umfangreichen Lieferprogramm

Reform der Insolvenzanfechtung in

Kraft getreten

Das Gesetz zur Reform der Insolvenzanfechtung ist am

5. April 2017 in Kraft getreten. Damit haben die langjährigen

Bemühungen des BDS gemeinsam mit anderen Verbänden

– wie im Stahlreport 4.2017 berichtet – zum Ziel

geführt. Für den Handel bedeutet das Gesetz zur Reform

der Insolvenzanfechtung Rechtsanwalt Tim Lieber, Kanzlei

Henseler & Partner, zufolge einen wichtigen Meilenstein:

Indem es die Möglichkeiten der Insolvenzverwalter

beschränkt, Zahlungen von Unternehmen in der Krise

später anzufechten, schaffe es mehr Rechtssicherheit. Es

führe dazu, dass der Handel bei freiwilliger Gewährung

von längeren Zahlungszielen nicht mehr befürchten

müsse, nachträglich „abgestraft“ zu werden. Das neue

Recht gilt in vollem Umfang für Insolvenzverfahren, die

nach seinem Inkrafttreten eröffnet wurden. Das alte

Recht gilt nur noch bei „Altfällen“. Daher könne schon in

Kürze mit einem deutlichen Rückgang der Anfechtungsfälle

gerechnet werden, so Tim Lieber.

für Langprodukte aus Edelstahl,

Aluminium und Buntmetallen, führen

wir nun auch nahtlose Edelstahlrohre!

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Ausführungen direkt ab Lager.

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Stahlreport 5|17

41

NUR FÜR DEN FACHHANDEL


Verbände

und Politiik

Bericht/Nachrichten

Foto: Ingenieurkammer-Bau NRW

Vertragsunterzeichnung zur Stahlbau-Richtlinie, v.l.n.r.: Dr. Bernhard Hauke, Geschäftsführer bauforumstahl, Prof. Markus Feldmann,

RWTH Aachen, Dr. Heinrich Bökamp, Präsident der Ingenieurkammer-Bau NRW, Prof. Jörg Laumann, FH Aachen, Dipl.-Ing. Alexander

Pirlet, 1. Vorsitzender VPI NRW

Unterstützung durch das Bauforum Stahl

Zahlreiche Veröffentlichungen

„Viele Tragwerksplaner sind nicht im Stahlbau spezialisiert und zögern deshalb mit Stahl zu planen,

weil ihnen die europäische Bemessungsgrundlage, der Eurocode 3, zu komplex erscheint.“ Diese

Erkenntnis von Dr. Bernhard Hauke hat dazu geführt, dass das Bauforum Stahl eine neue Stahlbau-

Richtlinie initiiert hat. Und auch zu anderen Themen bietet diese Düsseldorfer Organisation Hilfen.

Die Ingenieurkammer-Bau

NRW, die Vereinigung der Prüfingenieure

NRW und bauforumstahl als

Dachverband der Stahlbaubranche

in Deutschland ergänzen den Eurocode

3 mit einer neuen Stahlbau-

Richtlinie für die vereinfachte Bemessung

gewöhnlicher Stahlbaukonstruktionen.

Die Richtlinie zielt auf

den allgemeinen Hochbau, z.B.

Industrie- und Gewerbehallen mit

Kranbahnen oder Geschossbauten.

Nach einer Ausschreibung im gesamten

deutschsprachigen Raum wurden

Anfang Dezember die Stahlbauprofessoren

und Ingenieurbüroinhaber

Prof. Markus Feldmann von

der RWTH Aachen und Prof. Jörg

Laumann von der FH Aachen

gemeinsam beauftragt.

„Die neue Stahlbau-Richtlinie ist

als eine praktische Vereinfachung

innerhalb des Geltungsbereiches und

der Konzepte des Eurocodes gedacht.

Sie soll möglichst alle für den Tragwerksplaner

nötigen Informationen

strukturiert enthalten und auf Querverweise

verzichten. Komplexe Formeln

sollen auf der sicheren Seite

liegend vereinfacht sowie mit Tabellen

oder Nomogrammen ausgewertet

werden“, präzisierte Dr. Bernhard

Hauke, Sprecher der Geschäftsführung

von Bauforum Stahl.

Hilfen

Eine andere praktische Planungshilfe

des Bauforums war im Januar

2017 erschienen. Sie soll es Bauherren,

Architekten und Ingenieuren

erleichtern, die wesentlichen Baukosten

von Projekten in Stahlbauweise

abzuschätzen. Der Leitfaden

beinhaltet Kostenparameter zum

Stahltragwerk inklusive Deckensystemen,

Einbauten, Treppen sowie

zur Oberflächenbehandlung und zu

Brandschutzmaßnahmen. Zusätzlich

informiert die Broschüre über

die grundlegenden technischen

Zusammenhänge. Sie bietet so auch

Hilfestellung für die Kalkulation von

Komplettleistungen im Stahlbau

sowie Preisspannen für einzelne

Gebäudefunktionen in €/m 2 auf

Basis der aktuellen DIN 277:2005.

„Kosten im Stahlbau 2017“ kann

kostenfrei bezogen oder heruntergeladen

werden (siehe Info).

Im Online-Portal von Bauforum

Stahl finden Interessierte seit etwa

einem Jahr außerdem eine neue Entwurfshilfe

zum Einsatz von feuerverzinkten

Bauteilen im Stahl- und

Verbundbrückenbau zum Download.

Die gedruckte, rund 60-seitige Broschüre

kann – ebenfalls kostenfrei

– alternativ auch gedruckt geliefert

werden. Aufgrund der vielen praktischen

Anwendungsempfehlungen

ist diese Veröffentlichung auch im

Ausland nachgefragt und wurde nun

ins Englische übersetzt. 2

[ Info ]

Download „Kosten im Stahlbau“

unter: www.bauforumstahl.de/

ausfuehrung-baukosten

42 Stahlreport 5|17


Emailtechnische Tagung

Die diesjährige Emailtechnische Tagung findet

vom 8.-10.5. in Bad Wildungen statt;

eingeladen hat der Deutsche Email Verband

(dev). Für zwei Tage (8.5. und 10.5.) stehen

Fachvorträge auf dem Programm, am 9.5.

sind Werksbesichtigungen vorgesehen.

Außerdem gibt es ein kulturelles Rahmenangebot.

Schließlich gilt es, am Tag vor dem

Beginn Verbandliches zu erledigen. Die

Geschäftsstelle der Emailverbände hat

ihren Sitz in Hagen und ist dort telefonisch

unter 02331/788651 erreichbar.

Handelskongress in Berlin

In Zeiten zunehmend ähnlicher werdender

Herausforderungen in allen Teilen der Distributionsbranche

blicken Groß- und Einzelhandel

gleichermaßen interessiert auf den

nächsten Deutschen Handelskongress, der

für den 15. und 16.11.17 in Berlin angekündigt

ist. Wieder will das unter der Regie von

Josef Sanktjohanser (Präsident Handelsverband

Deutschland – HDE) vorbereitete Jahrestreffen

hochkarätige Vorträge, einen

intensiven Dialog von Politik und Handel,

eine interessante Kongressmesse sowie

vielfältig branchennahe Kommunikationsmöglichkeiten

bieten. Bis Mitte Juli gelten

für Teilnehmer Sonderkonditionen.

Stahl und Logistik

Branchenforum in Dortmund

Zum 17. Mal ist das Branchenforum Stahl

des Logistikclusters NRW und vom VVWL am 17.

Mai 2017 der Treffpunkt der Logistik-Entscheider

aus der Stahlindustrie, dem Stahlhandel und

der Stahllogistik-Dienstleistungsbranche. Veranstaltungsort

ist Dortmund. Das Leitthema lautet:

„Stahl in Europa 2017Plus: Zukunftsperspektiven

und Digitalisierung“.

Wie der Verband Verkehrswirtschaft und Logistik Nordrhein-Westfalen e.V. (VVWL) jetzt

mitgeteilt hat, wird die Wirtschaftsvereinigung Stahl zur aktuellen Stahlkonjunktur – dieses

Mal für 2017/18 – berichten. Wolfgang Pflüger, Senior Economist der Berenberg Bank,

trägt vor zum Thema „Europäische Stahlindustrie – Quo Vadis?“. In einer anschließenden

Podiumsrunde geht es um die „Märkte und Zukunft des Stahls in Europa“. In diesem Kreis

diskutieren u.a. Dr.-Ing. Sebastian Bross, Geschäftsführer Vertrieb und Logistik der Salzgitter

Flachstahl GmbH, Sebastian Lork, Mitglied des Vorstandes Klöckner & Co. SE, und Rolf

Bennemann, Niederlassungsleiter Stute Logistics (AG & Co.) KG. Zudem werden Trends auf

den Stahlmärkten und in der Distribution in Europa behandelt, insbesondere die Digitalisierung

in Stahlbranche, Stahllogistik und Schwerlastverkehr.

Weitere Referenten und Podiumsteilnehmer des BranchenForums Stahl 2017 sind: Dirk M.

Müller, Geschäftsführer Rheinkraft International GmbH, ein/e Vertreter/in der Abteilung III

Straßeninfrastruktur und Straßenverkehr des Ministeriums für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung

und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen und ein/e Vertreter/in des Rijksdienst

vor het Wegverkeer, Niederlande.

[ Kontakt ]

Sabine Smania, VVWL, Tel.: 0251/6061-413; smania@vvwl.de.

[ Info ]

Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten

gibt es unter www.handelskongress.de.

Werkstoffwoche in Dresden

Zur diesjährigen WerkstoffWoche vom 27.-

29.9. gehört neben dem Kongress auch die

Fachmesse „Werkstoffe für die Zukunft“, zu

denen das Stahlinstitut VDEh und die Deutsche

Gesellschaft für Materialkunde (DGM)

nach Dresden eingeladen haben. Ein Schwerpunktthema

des Fachtreffens ist der Markt

für additive Fertigungsverfahren, der nach

Expertenschätzungen bis 2023 bei der Additiven

Metallfertigung zwei Drittel Kostenreduktion

erleben wird. Kongress sowie Messe

sollen die einzelnen Werkstoffklassen wie

Metall oder Keramik aufgreifen und in diesen

Zusammenhängen sowohl die klassischen

Herstellungs- und Verarbeitungsverfahren

behandeln als auch die physikalischen und

chemischen Grundlagen thematisieren.

[ Info ]

Weitere Informationen gibt es im Netz unter

www.werkstoffwoche.de.

Wertschöpfungsketten

Stahlbaukonferenz blickt nach Osteuropa

Um die Zusammenarbeit innerhalb der europäischen Stahlbau-Wertschöpfungsketten

zu fördern, findet vom 29.5.-1.6.17 in Düsseldorf die Worldsteel Construction Conference statt.

Schwerpunktthema ist Osteuropa.

Zum Auftakt des von dem international agierenden Verband worldsteel ausgerichteten Kongresses

spricht Dr. Roger Schlim von der Salzgitter AG über die Herausforderungen und

Chancen der Stahlbaubranche. Weitere Vorträge fokussieren u.a. auf Erfahrungen und

Marktchancen in Osteuropa, insbesondere im Bereich der Gemeinschaft unabhängiger

Staaten (GUS).Einen hautnahen Einblick in modernste Technologie, ganz im Sinne von Industrie

4.0 und Building Information Modeling (BIM), erhalten die Teilnehmer während der dreitägigen

Konferenz durch Exkursionen zu ausgewählten Stahlbaufirmen in Belgien, Deutschland

und den Niederlanden.

Zielgruppe dieser Worldsteel Construction Conference sind die Führungskräfte der Stahlindustrie,

des Stahlhandels, des Stahlbaues und der Zulieferindustrie aus West- und Osteuropa

sowie der GUS.

[ Info ]

Weitere Informationen und Anmelde möglichkeiten gibt es beim bauforumstahl

(www.bauforumstahl.de).

Stahlreport 5|17

43


Verbände

und Politiik

Nachrichten/Bericht

Predictive Maintenance

VDMA-Kongress in Frankfurt

Für die Maschinenbauindustrie in

Deutschland ist Predictive Maintenance zu

einer Kernaufgabe geworden, die sich nahtlos

in die vielfältigen Geschäftsstrategien zum

Thema Industrie 4.0 einpassen lässt. Auf dem

2. VDMA-Kongress „Predictive Maintenance

4.0“ in Frankfurt/M. wurde diese Entwicklung

Anfang des Jahres anschaulich gemacht.

Mögliche Störungen und drohende Ausfälle von

Maschinenkomponenten können durch eine

permanente Zustandsüberwachung und Datenauswertung

vermieden werden. So lässt sich

auch der optimale Wartungszeitpunkt planen.

Möglich wird dies durch moderne Sensortechnik,

intelligente Datenanalyse, digitale Vernetzung

und Kommunikation der Maschinen, der

Werkstücke und der Komponenten in der

Industrie-4.0-Umgebung. „Ein entscheidender

Faktor hierfür ist die inzwischen vorhandene

Möglichkeit, große Datenmengen durch Datamining

zu erfassen und mithilfe leistungsfähiger

Simulationsmodelle auszuwerten“, sagte

der stellvertretende VDMA-Hauptgeschäftsführer

Hartmut Rauen.

Gut 120 Teilnehmer des Kongresses, zu dem

der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau

(VDMA) in die Mainmetropole eingeladen

hatte, diskutierten über Applikationen der

vorausschauenden Fernwartung, Softwarelösungen

sowie Zukunftsperspektiven für die

Maschinenbauindustrie. Denn die vernetzte

und digitale Produktion werde alle Betriebe

gleichermaßen erfassen, ob Großkonzerne

oder Mittelständler.

ZVEI-Jahreskongress

Auf und mit dem ZVEI-Jahreskongress 2017

soll die Digitalisierung der Elektroindustrie

vorangetrieben werden. Die Veranstaltung ist

für den 17./18.5.17 für Berlin geplant. Das

hat der Zentralverband Elektrotechnik- und

Elektronikindustrie (ZVEI) mitgeteilt. Unter

dem Motto „Mensch. Maschine. Miteinander.“

sollen hochkarätige Redner aus Politik,

Wirtschaft und Gesellschaft skizzieren, wie

das Leben in der digitalen Welt aussehen

wird. Die zentralen Themen werden sein:

Industrie 4.0, Mobilität, Energie, Gebäude,

Gesundheit und Nachwuchs.

[ Info ]

Weitere Informationen dazu gibt es unter

www.zvei-jahreskongress.de.

Automobiles ArGeZ-Forum in Berlin

Zulieferer beziehen Position

Unter dem Motto „Mobilität von morgen“ hat sich das 21. Zulieferforum

der ArGeZ Anfang des Jahres in Berlin mit Fragen zur Mobilität,

Digitalisierung und Produktregulierung beschäftigt. Im Mittelpunkt

stand die Automobilindustrie – mit einem Ausblick auf dortige

Trends und deren Auswirkungen auf die Wertschöpfungsketten.

In diesem Zusammenhang wur -

de deutlich: Von neuen Antriebsformen

über digitales oder autonomes

Fahren, bis hin zu einer immer größeren

Bedeutung des Leichtbaus – auch

die Zuliefererindustrie steht vor einer

Vielzahl von innovativen Entwicklungen.

Hinzu kommen veränderte politische

Rahmenbedingungen.

„Beim bevorstehenden technologischen

Wandel in der Automobilindustrie

sind die Zulieferer wichtiger als je

zuvor“, erklärte Christian Vietmeyer,

Sprecher der regelmäßig auch in der

Konjunkturbeobachtung tätigen Ar -

beits gemeinschaft Zulieferindustrie

(ArGeZ) sowie Hauptgeschäftsführer

des Wirtschaftsverbands Stahl- und

Metallverarbeitung. „Die Industrie

braucht eine faire Innovationspartnerschaft

zwischen den vorwiegend mittelständischen

Zulieferern und den

marktmächtigen Abnehmern, um die

Herausforderungen der kommenden

Jahre zu meistern. Es bedarf nachhaltiger

Zulieferbeziehungen, die auf einer

vertrauensvollen Zusammenarbeit

beruhen und vom langfristigen Denken

geprägt sind. Dabei muss das Knowhow

des Zulieferers respektiert werden,“

so Vietmeyer.

Das ArGeZ-Forum will durch sein

breites Angebot an Fachvorträgen und

Diskussionsrunden mit Experten aus

der Branche und der Politik bei der Ori-

entierung helfen. In diesem Jahr

beschäftigten sich die rund 80 Teilnehmer

der Veranstaltung mit den Themen

Elektromobilität, Rechtsfragen der

Digitalisierung und Produktregulierung

in den Bereichen Leichtbau und

Ressourceneffizienz.

Franziska Erdle, Hauptgeschäftsführerin

der Wirtschaftsvereinigung

Metalle, die in diesem Jahr turnusgemäß

federführend für die Organisation

des ArGeZ-Forum verantwortlich

war, betonte bei dieser

Gelegenheit den immer größeren Einfluss

der Politik auf die Zuliefererindustrie:

„Das in Europa beschlossene

politische Ziel einer Treibhausgasminderung

in Höhe von 40 % bis zum

Jahr 2030 führt auch im Verkehrsbereich

zu steigenden Anforderungen

im Bereich der Emissionsreduktion.

Um die Mobilität von morgen erfolgreich

mitgestalten zu können, benötigt

die Zulieferindustrie politische

Rahmenbedingungen, die auch weiterhin

Innovationen und Investitionen

ermöglichen.“

Die ArGeZ vertritt die Belange von

rund 9.000 Zulieferern mit etwa 1 Mio.

Beschäftigten und einem Umsatz von

ca. 218 Mrd. €. Sie sieht sich als Inter -

essensgemeinschaft der Wirtschaftsverbände

Kunststoff-, Stahlverarbeitungs-,

Guss-, Textil-, Kautschuk- und

Metallindustrie. 2

44 Stahlreport 5|17


BME-Preise verliehen

Auszeichnungen im Einkauf

Auf dem 10. Wissenschaftlichen Symposium

„Supply Management“ in Mannheim

hat der BME seine Förderpreise für den wissenschaftlichen

Nachwuchs Anfang März in

Mannheim verliehen – den Wissenschaftsund

den Hochschulpreis.

Gewinner des BME-Wissenschaftspreises

2017 ist Dr. Nikolai Kramer, Universität

Stuttgart. In seiner Arbeit „Die Beschaffung

in Kontraktlogistikunternehmen“ bearbeitet

er die Forschungsfrage, wie die Beschaffung

in Kontraktlogistikunternehmen gestaltet

wird und wodurch diese Beschaffungstätigkeit

erklärt werden kann. Die Ergebnisse

der Untersuchung zeigen, dass die Beschaffung

in Kontraktlogistikunternehmen kundenintegriert

gestaltet wird und auf einer

dynamischen Beschaffungsfähigkeit beruht.

Im Wettbewerb um den BME-Hochschulpreis

2017 konnte sich in der Kategorie der

universitären Abschlussarbeiten Yasemin

Günenc, Julius-Maximilians-Universität

Würzburg, mit „Eine empirische Analyse zur

Durchführung von sozialen Nachhaltigkeitsmaßnahmen

zwischen den verschiedenen

Stufen einer Supply Chain“ durchsetzen.

Ziel der Arbeit war die Analyse des täglichen

Stellenwertes sozialer Nachhaltigkeit

in Unternehmen und ihrer Supply Chain

sowie der kritischen Diskussion spezifischer

Maßnahmen zur Steigerung der Nachhaltigkeit

und des unternehmerischen Verantwortungsbewusstseins.

In der Kategorie der FH-Abschlussarbeiten

gewann Julia Peretzke, FOM Hochschule für

Oekonomie & Management Essen, mit „Einsatzpotenziale

von Cognitive Computing zur

Unterstützung der Entscheidungsfindung im

Supply Chain Management“. Die Identifikation

konkreter Verbesserungspotenziale in

der Praxis erfolgten mittels Experteninterviews.

Die Interviews könnten als Grundlage

für weitere Untersuchungen dienen.

[ Info ]

Sie sind IT-Spezialist

mit Branchenkenntnissen?

Das 11. Wissenschaftliche Symposium „Supply

Management“ des Bundesverbands Materialwirtschaft,

Einkauf und Logistik e.V. (BME) findet

vom 5.-6. 3.18 in Mannheim statt.

Dann werden Sie Teil unseres wachsenden Unternehmens!

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HomeOffice suchen wir:

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Die Nissen & Velten Software GmbH entwickelt und vertreibt die

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derzeit rund 80 Mitarbeiter.

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http://www.nissen-velten.de/karriere/

Impressum

STAHLREPORT

Das BDS-Magazin für die Stahldistribution

Stahlhandel | Stahlproduktion |

Stahlverarbeitung

Offizielles Organ des BDS-Fernstudiums

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Max-Planck-Straße 1

40237 Düsseldorf

Redaktion:

Dr. Ludger Wolfgart (Chefredakteur)

Telefon (02 11) 8 64 97-11

E-Mail: Wolfgart-BDS@stahlhandel.com

Markus Huneke

Telefon (02 11) 8 64 97-24

E-Mail: Huneke-BDS@stahlhandel.com

Anzeigen:

Ksenija Sandek

Telefon (02 11) 8 64 97-21

E-Mail: Sandek-BDS@stahlhandel.com

Verlag:

BDS AG

Max-Planck-Straße 1

40237 Düsseldorf

Telefon (02 11) 8 64 97-0

Telefax (02 11) 8 64 97-22

Layout:

auhage|schwarz, Leichlingen

Druck:

Hellendoorn, Bad Bentheim

Erscheinungsweise: monatlich (10 Hefte/Jahr)

Bezugspreis:

Jährlich 65 € im Inland und 70 € im Ausland

zuzüglich Versandspesen und Mehrwertsteuer.

Abbestellungen sind lediglich unter Einhaltung

einer dreimonatigen Kündigungsfrist zum Jahres -

ende möglich. Für die Mitglieder des BDS und die

Teilnehmer im BDS-Fernstudium ist der Bezug

eines Exemplars der Fachzeitschrift „Stahlreport

im Mitgliedsbeitrag bzw. in der Studien gebühr

enthalten. Ein Nachdruck ist nur mit ausdrücklicher

Genehmigung der Redaktion gestattet.

Anzeigenpreis: Zur Zeit gilt die Preisliste Nr. 35.

Für unverlangt eingesandte Manuskripte oder

Fotos übernehmen Herausgeber, Redaktion und

Verlag keine Gewähr. Namentlich oder mit Initialen

gekennzeichnete Beiträge vertreten eine vom

Herausgeber unabhängige Meinung der Autoren.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird mitunter

auf die gleichzeitige Verwendung mänlicher

und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche

Personenbezeichnungen gelten gleichwohl

für beiderlei Geschlechter.

Außerdem bittet die Redaktion um Verständnis,

dass insbesondere Firmennamen je Artikel in der

Regel nur einmal in ihrer werbeorientierten Form

verwendet und entsprechende Begriffe häufig

eingedeutscht werden.

International Standard Serial Number:

ISSN 0942-9336

Diese Zeitschrift wurde aus umwelt schonendem

Papier hergestellt.

Beilagenhinweis:

Dieser Ausgabe liegt eine Beilage vom

SAZ Stahlanarbeitungszentrum Dortmund

GmbH & Co. KG bei.

Stahlreport 5|17

45


Wissenswertes

Berichte

Ganz viel Digitales

Termine im Trend

Die 8. „BME-eLÖSUNGSTAGE“ im März wollten für den Einkauf einen umfassenden Überblick zu den

derzeitigen Best-Practice-Lösungen und die nächsten Schritte der digitalen Transformation bieten.

BITKOM hat weitere Schritte angekündigt, digitales Know-how in den Mittelstand zu bringen, und das

HWWI hat als Antwort auf diesen aktuellen Trend ein Institut für digitale Wirtschaft gegründet.

Dabei wird deutlich, dass sich

die entsprechenden Zentren der Wissensvermittlung

über die ganze

Republik verteilen – u.a. auf Düsseldorf,

Berlin und Hamburg.

Düsseldorf

Der Bundesverband Materialwirtschaft,

Einkauf und Logistik (BME)

hat mit seiner Veranstaltung in der

nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt

aufgezeigt, wohin für die

Einkäufer die Reise in das digitale

Zeitalter geht, und wie sie zum Treiber

dieser Entwicklung werden. Der

digitale Wandel verändere nicht nur

die Prozesse im Einkauf, sondern

auch seine Rolle im Unternehmen.

Die transaktional ausgerichtete Einkaufsorganisation

sei ein Auslaufmodell.

Der moderne Einkauf positioniere

sich stattdessen als vernetzter

Business Partner. Voraussetzung

dafür sei es allerdings, dass die

Potenziale der Digitalisierung richtig

genutzt werden.

Im Vorfeld der Großveranstaltung

hatte der BME auch in diesem

Jahr wieder gemeinsam mit dem

Lehrstuhl für Industriebetriebslehre

der Universität Würzburg (Prof. Dr.

Ronald Bogaschewsky) und der

Hochschule für Technik, Wirtschaft

und Kultur in Leipzig (Prof. Dr. Holger

Müller) eine Studie zum Thema

Digitalisierung durchgeführt. Der

Ergebnisbericht wurde dem Fachpublikum

am ersten Veranstaltungstag

vorgestellt.

Berlin

Fragen rund um die digitale Transformation

stellen sich aktuell viele

Mittelständler – der Bundesverband

Informationswirtschaft, Telekommunikation

und neue Medien

(BITKOM) will sie auf der „Mittelstandstour“

beantworten, die im

vergangenen Herbst in Saarbrücken

gestartet ist und bis zum Sommer

2017 vor dem Finale am 31.5.17

in Berlin zuletzt in drei Städten

Station gemacht hat:

z 14. März in Kassel,

z 6. April in Dortmund und

z 4. Mai in Chemnitz.

„Wir geben einen Überblick über die

globalen Veränderungen durch die

Digitalisierung. Im Mittelpunkt stehen

aber konkrete Handlungsempfehlungen

für das eigene Unternehmen,

um ganz praktisch beim Gelingen

der digitalen Transformation zu

unterstützen.“ So kündigte es Bitkom-Vizepräsident

Ulrich Dietz an.

Nach kurzen Impulsvorträgen sollen

sich Geschäftsführer und Führungskräfte

aus mittelständischen Unternehmen

in kleiner Runde in Workshops

mit Digitalexperten und anderen

Unternehmern aus der jeweiligen

Region über ihre persönlichen

Fragen und Ideen austauschen.

Aktuell sehen nach einer Bitkom-Umfrage

72 % der mittelständischen

Unternehmen in Deutschland

die Digitalisierung als zentrale

Herausforderung für ihr Unternehmen.

Doch haben 55 % keine zentrale

Digitalisierungsstrategie.

Hamburg

Unterdessen hat das Hamburgische

Welt-Wirtschaftsinstitut (HWWI)

Ende des vergangenen Jahres eine

eigene Einrichtung zur Erforschung

der digitalen Ökonomie und ihrer

Veränderungsprozesse gegründet.

Mit dem Institute for Digital Economics

and Applied Solutions will das

HWWI die ökonomischen Grundlagen

und die regulatorische Umsetzung

der Digitalisierung erforschen.

Ziel sei ein integriertes Verständnis

von Technologie, Ökonomie und

Regulatorik. Entsprechende Erkenntnisse

sollen künftig als Grundlage

für digitale Handlungsstrategien dienen.

2

[ Info ]

Alle Informationen zur Roadshow und zur

kostenlosen Anmeldung online gibt es

unter: www.mittelstand-tour.de.

46 Stahlreport 5|17


Betriebliche e Handlungsoptionen

zur

Sicherung eines es

nachhaltig haltig

erfolgreichen en Stahlgeschäftes

Prof. Dr. Lothar Grebe

Herausgeber:

Stahlhandels-Institut

1.Auflage 2017

Stahlbau-Fachtagung fand viel Beachtung

Digitales Planen und Bauen

Die Veranstaltung „Digitales Planen und Bauen – BIM und Industrie

4.0 im Stahlbau“ Ende März in Frankfurt ist von der Fachwelt

sehr gut angenommen worden. Das haben die Initiatoren dieses

eintägigen Treffens mitgeteilt. Insbesondere die Frage „Open BIM

oder Closed BIM?“ habe zu einem regen Austausch geführt.

Sicherung des Stahlgeschäftes

Neues Buch über unternehmerische

Handlungsoptionen

„Betriebliche Handlungsoptionen zur

Sicherung eines nachhaltig erfolgreichen Stahlgeschäftes“.

So ist die neue Veröffentlichung

überschrieben, mit der Prof. Dr. Lothar Grebe

vom Stahlhandels-Institut in Meerbusch auf

dem Markt ist.

Open BIM bezeichnet den offenen

modellbasierten Datentransfer,

also den Austausch digitaler Informationen

unterschiedlicher Disziplinen

und Fachmodelle, die mit Programmen

jeweils anderer Anbieter

erstellt worden sind. Closed BIM

beschreibt das Arbeiten aller Planer

mit der gleichen Softwarelösung an

einem Projekt. Die Abkürzung BIM

steht in diesem Zusammenhang für

Building Information Modeling und

beschreibt eine Methode der optimierten

Planung, Ausführung sowie

Bewirtschaftung von Gebäuden mit

Hilfe von Software.

„Der Stahlbau macht vieles schon

lange richtig.“ Dr. Bernhard Hauke,

der Geschäftsführer von bauforumstahl,

der die Tagung moderierte,

rückte die bereits seit den Neunzigern

praktizierte Digitalisierung des

Stahlbaues, insbesondere im Industriebau,

gleich zu Beginn in den

Fokus. „Der Austausch zwischen Statik-

und CAD-Programmen begann

bereits 1992 und wurde mit der Produktschnittstelle

Stahlbau ab 1998

weiterentwickelt. Planungstools mit

objektorientierten 3D-Elementen

kommen seit über einer Dekade auch

im anspruchsvolleren Stahlbau

schon zur Anwendung.“ Es gehe

nicht mehr um die Digitalisierung

von Einzelthemen, sondern um die

gesamte Wertschöpfungskette und

alle Fachdisziplinen. Dabei brauche

es eine übergreifende strategische

Planung, die gerade bei langjährigen

Projekten auch auf Veränderungen

eingeht, und ganzheitliche

Methoden wie BIM.

Im Laufe des Treffens herausgearbeitet

wurde dann, dass geschlossene

Softwarelösungen nicht alle

erforderlichen Digitalisierungsaspekte

abdecken könnten und

insgesamt eine wettbewerbliche Softwareanbieterstruktur

wünschenswert

sei.

Eine Tagung zum digitalen Planen

und Bauen soll auch im März

2018 wieder stattfinden. Veranstalter

in diesem Jahr waren gemeinsam

das Bauforum Stahl sowie der

Verlag Ernst & Sohn. 2

Zum aktuellen Rahmen, in den hinein diese

Veröffentlichung entstanden ist, verweist

der Autor auf den im vergangenen Jahr

deutlich gewordenen Trend, dass für die

Unternehmen der Branche bessere

Geschäftsergebnisse als erwartet möglich

geworden sind. Zu den wirtschaftlichen

Perspektiven 2017, auf die in dem Buch

auch eingegangen wird, gehöre aber auch

ein ab Sommer zu erwartender rückläufiger

Preistrend.

Umso wichtiger sei es für die Marktteilnehmer,

über betriebliche Maßnahmen zur

Sicherung eines nachhaltig erfolgreichen

Stahlgeschäftes nachzudenken. Dafür gibt

es Buchkapitel wie

z Marktoffensive,

z Asset-, Working Capital-, Cash-flow-

Management,

z Preisbildung und Kostenmanagement,

z Unternehmenswachstum durch Unternehmenstransaktionen.

[ Info ]

Die Veröffentlichung im DIN A4-Format umfasst

162 Seiten und kostet 79 € netto. Bestellt werden

kann sie direkt beim Stahlhandels-Institut:

lothargrebe@me.com.

Stahlreport 5|17

47


Wissenswertes

Berichte

Ausgewählte tarifliche

Ausbildungsvergütungen

2016 in

Deutschland insgesamt

in Euro.

Berechnungsgrundlage:

Tarifliche Ausbildungsvergütungen

zum Stand 1. Oktober

2016

Abkürzungen:

IH = Industrie und

Handel

Hw = Handwerk

ÖD = Öffentlicher

Dienst

Quelle: BIBB

Berufsbezeichnung Bereich Dauer in 1. AJ 2. AJ 3. AJ 4. AJ Gesamt

Monaten

Informationselektroniker/-in Hw 42 622 669 740 806 695

Justizfachangestellte/-r ÖD 36 867 921 971 920

Kanalbauer/-in IH 36 730 1.046 1.313 1.030

Kaufmann/frau für Büromanagement ÖD 36 878 930 978 928

Kaufmann/-frau für Büromanagement IH 36 870 937 1.025 944

Kaufmann/-frau für Büromanagement Hw 36 646 723 838 736

Kaufmann/-frau für Spedition und Logistikdienstleistung IH 36 731 800 867 799

Kaufmann/-frau für Tourismus und Freizeit IH 36 642 753 897 764

Kaufmann/-frau für Verkehrsservice IH 36 760 826 892 827

Kaufmann/-frau für Versicherungen und Finanzen (alle Fachricht.) IH 36 960 1.027 1.096 1.028

Kaufmann/-frau im Einzelhandel IH 36 743 829 949 840

Kaufmann/-frau im Gesundheitswesen IH 36 800 848 899 849

Kaufmann/-frau im Groß- und Außenhandel (alle Fachrichtungen) IH 36 815 882 953 883

Koch/Köchin IH 36 653 741 839 744

Konstruktionsmechaniker/-in IH 42 953 1.004 1.075 1.131 1.028

Kraftfahrzeugmechatroniker/-in (alle Fachrichtungen) IH 42 741 780 857 917 810

Kraftfahrzeugmechatroniker/-in (alle Fachrichtungen) Hw 42 669 710 780 837 736

BIBB-Untersuchung der Lehrlingsgehälter

Mehr Geld für Auszubildende

Die tariflichen Ausbildungsvergütungen sind 2016 erneut deutlich gestiegen. Jedoch hat sich der

Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren insgesamt etwas abgeschwächt. Zu diesen Ergebnissen kommt

das BIBB. Ermittelt wurden die durchschnittlichen Vergütungen für 181 Berufe in West- und 151 Berufe

in Ostdeutschland, wobei auch gesamtdeutsche Durchschnittswerte berechnet wurden.

Auf die in die Auswertung einbezogenen

Berufe entfielen 89 % aller

Ausbildungsverhältnisse. 859€ brutto

im Monat verdienten die Auszubildenden

durchschnittlich in Westdeutschland.

Das bedeutet ein Plus

von 3,2 % gegenüber dem Vorjahr. In

Ostdeutschland erhöhten sich die tariflichen

Ausbildungsvergütungen allerdings

um 4,9 % auf durchschnittlich

807 € im Monat. Der Abstand zum

westlichen Tarifniveau hat sich im

Osten damit verringert: Es wurden

nun 94 % (2015: 92 %) der westlichen

Vergütungshöhe erreicht. Für das

gesamte Bundesgebiet lag der tarifliche

Vergütungsdurchschnitt 2016

bei 854 € pro Monat (+ 3,4 %).

Das Bundesinstitut für Berufsbildung

(BIBB) führt die Auswertung

der tariflichen Ausbildungsvergütungen

seit 1976 jährlich zum Stichtag

1. Oktober durch.

Zwischen den Ausbildungsberufen

bestehen erhebliche Unterschiede

in der Vergütungshöhe. Für angehende

Kaufleute im Groß- und Außenhandel

wurden im Bundesdurchschnitt

883 € gezahlt; 815 € im ersten,

882 € im zweiten und 953 € im

dritten Ausbildungsjahr.

Besonders hoch lagen 2016 die

tariflichen Ausbildungsvergütungen

in den Berufen des Bauhauptgewerbes

– zum Beispiel Maurer/Maurerin

– mit monatlich 1.042 € im Ge -

samtdurchschnitt. In Westdeutschland

fielen sie mit durchschnittlich 1.090€

deutlich höher aus als in Ostdeutschland

mit 897€.

Vergleichsweise niedrig waren

die tariflichen Vergütungsdurchschnitte

2016 zum Beispiel in den

Berufen Maler und Lackierer/Malerin

und Lackiererin (einheitlich:

670 €), Bäcker/Bäckerin (einheitlich:

618 €), Florist/Floristin (einheitlich:

587 €) sowie Schornsteinfeger/Schornsteinfegerin

(einheitlich: 495 €).

Aufgrund der guten Wirtschaftslage

in Deutschland, vor allem aber

auch wegen der weiter wachsenden

Schwierigkeiten vieler Betriebe, ihre

Ausbildungsplätze zu besetzen, wurden

die tariflichen Ausbildungsvergütungen

in den letzten Jahren deutlich

angehoben. In Westdeutschland betrugen

die jährlichen Steigerungsraten

von 2012 bis 2014 jeweils über 4,0 %,

gingen dann aber 2015 und 2016

etwas zurück auf unter 4,0 %. Dagegen

stiegen in Ostdeutschland die

tariflichen Vergütungen bereits seit

2011 durchgängig um über 4,0 % jährlich

an.

Zwischen den Ausbildungsbereichen

gab es in West- und Ostdeutschland

nach wie vor deutliche Unterschiede.

Überdurchschnittlich hohe

Ausbildungsvergütungen wurden

2016 im Öffentlichen Dienst (einheitlich:

929 €) sowie in Industrie und

Handel (gesamt: 921 €, West: 929 €,

Ost: 858 €) erreicht. Unter dem

Gesamtdurchschnitt lagen die Vergütungen

im Bereich der freien Berufe

(gesamt: 769 €, West: 770 €, Ost: 745€),

in der Landwirtschaft (gesamt: 731€,

West: 751 €, Ost: 639 €) sowie im Handwerk

(gesamt: 714 €, West: 719 €, Ost:

655 €). 2

48 Stahlreport 5|17


Rangliste der Ausbildungsverträge

Handelsberufe sind

prominent vertreten

Bildungsfinanzierung ist aktuell

Zwei neue Ansätze

Bildung ist in Deutschland angesagt, leider aber auch teuer. Das

gilt für alle Bereiche, zumal für Studiengänge und entsprechende

berufsbegleitende Aktivitäten. Deshalb gibt es einen Markt für

geeignete Finanzierungsmodelle.

Studienfonds mit ihrer einkommensabhängigen

Rückzahlung für

Studenten sind eine Alternative zur

Finanzierung des Studiums geworden,

argumentiert die Deutsche Bildung

AG dazu. Und Arbeitgeber haben

erst kürzlich die „Initiative Chancen-

Euro“ gestartet.

Studienfonds

Knapp 170.000 Studenten in Deutschland

nutzen Kredite, um ihr Studium

ganz oder teilweise zu finanzieren.

Studienkredite werden allerdings

zunehmend kritisch gesehen, da sie

Studenten unabhängig vom anvisierten

Beruf und der individuellen

Lebenssituation einer fixen Schuldenlast

aussetzen. „Bei Studienfonds ist

das anders“, sagt Anja Hofmann, Vorstandsmitglied

der auf Studienfinanzierung

spezialisierten Deutsche Bildung

AG mit Sitz in Frankfurt/M.

„Die Studenten erhalten die Studienfinanzierung

nicht pauschal, sondern

an ihre Bedürfnisse angepasst.

So achten wir bereits im Auswahlprozess

auf die Eignung für das jeweilige

Studienfach und vereinbaren auch

grundsätzlich Summen, deren Rückzahlung

sich der Einzelne später auch

leisten kann“, sagt Hofmann. Die

Rückzahlung sei als fester Anteil von

dem Einkommen gestaltet, das die

Absolventen später dann auch tatsächlich

erwirtschaften. „Nur wer ein

regelmäßiges Einkommen verdient,

zahlt zurück. Weitere Studienvorhaben

oder Elternzeit sind Phasen, in

denen die Rückzahlung unterbrochen

wird, ohne dass deshalb zusätzliche

Kosten entstehen. Bei Krankheit oder

langfristiger Arbeitslosigkeit entfällt

die Rückzahlverpflichtung“, sagt Hofmann.

Damit entfallen alle Faktoren,

die bei Studienkreditnehmern üblicherweise

zu Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit

führen können.

(www.deutsche-bildung.de)

Initiative Chancen-Euro

Junge Menschen brauchen Bildungschancen,

damit sie ihr volles Potenzial

entfalten, den passenden Beruf

finden und Wirtschaft und Gesellschaft

voranbringen. Aus dieser Überzeugung

heraus haben Initiatoren auf

dem Deutschen Arbeitgebertag 2016

den „Chancen-Euro“ gestartet.

Mit 1 € pro Mitarbeiter/-in und

Jahr an die Stiftung der Deutschen

Wirtschaft (sdw) wollen Unternehmen

zusätzliche Bildungschancen

schaffen und jungen Talenten eine

gezielte Förderung ermöglichen. Die

sdw (sdw@sdw.org) fördert Grundschulkinder

in sozialen Brennpunkten,

Schülerinnen und Schüler des

Hauptschulzweiges auf dem Weg in

die Berufsausbildung, Bildungsaufsteiger,

Lehrertalente, junge Gründerinnen

und Gründer, MINT-Talente

sowie leistungsstarke Studierende

mit Gemeinsinn und Unternehmergeist.

Den Chancen-Euro der Unternehmen

wandelt die sdw in Zukunftsperspektiven

für junge Menschen um.

[ Info ]

Weitere Informationen bietet ein Flyer

und gibt es unter www.chancen-euro.de.

2

Das BIBB hat die Tabelle der rund 330

anerkannten Ausbildungsberufe nach Neuabschlüssen

zum 30.9.16 veröffentlicht. Die großen

Handelsberufe sind darin auch weiterhin

prominent vertreten.

z Alle neuen Verträge:

Bei allen neuen Verträgen liegen die Kaufleute

im Einzelhandel hinter den Kaufleuten

für Büromanagement auf Rang 2,

gefolgt von Verkäufer/in auf Rang 3. Die

Kaufleute im Groß- und Außenhandel stehen

auf dem siebten Platz, die Fachkräfte

für Lagerlogistik liegen auf Rang 14 und

die Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk

auf Rang 20.

z Bei den von Frauen geschlossenen Verträgen

ergibt sich als Bild:

Die Verkäuferin steht direkt vor Kauffrauen

im Einzelhandel auf Rang 3 (nach

Kauffrauen im Büromanagement und

Medizinischen Fachangestellten). Die

Fachverkäuferinnen im Lebensmittelhandwerk

befinden sich auf Rang 9, direkt vor

den Kauffrauen im Groß- und Außenhandel.

z Bei von Männern geschlossenen Verträgen

zeigt sich:

In dieser Kategorie dominieren zwei technische

Berufe (Kfz.-Mechatroniker vor

Elektroniker). Auf Rang 3 folgen Kaufmänner

im Einzelhandel, auf Rang 6 Fachinformatiker,

auf Rang 7 Verkäufer, auf Rang 8

Fachkräfte für Lagerlogistik, gefolgt von

Kaufmännern im Groß- und Außenhandel

und Kaufmännern im Büromanagement.

Diese Ranglisten aus dem Bundesinstitut

für Berufsbildung (BIBB) lassen keine Rückschlüsse

auf die bei den Jugendlichen

beliebtesten Ausbildungsberufen zu, da entsprechende

Entscheidungen immer auch

vor dem Hintergrund des vorhandenen Ausbildungsplatzangebots

gesehen werden

müssen.

Stahlreport 5|17

49


Pos. 10 (M1:2)

30

Pos. 7 (M1:2)

13

14

Pos. 6 (M1:1)

30

15

12

40

25

30

1

Pos. 2 (M1:2)

40 35

Pos. 1 (M1:2)

Pos. 8 (M1:2)

15

100

425

Pos. 9 (M1:2)

5

1805

3000

3000

13,50

6016,96

1000

35 80 35

3407,06

100

35

12

35

85

6

5

40

50

40

25

10

9

25

25

12

3

13

85

7

2

100

12

50

Pos. 5 (M1:1)

8

35 80

35

50

2

50

200

50

2

30

13

25

50

5

45

1

50

45

2

4

105

35

POS-NR. MENGE

1 2

2 2

3 1

4 2

5 3

6 10

7 2

8 2

9 1

10 3

20

50

Pos. 4 (M1:1)

30

100

85

20 80 50 50 80

50

110

100

150

Pos. 3 (M1:1)

5

300

40

35

13

5

Lifesteel

Nachgehakt

Auf die Plätze … … fertig … …los!

Wie Schierle einen Weltrekord mit Rollstuhlfahrern unterstützt hat

Nachgehakt: Kompetenz in Köln

„Kompetenz in Handel & Fertigung von Rohren und Kolbenstangen“. Mit dieser

Aussage wirbt Schierle Stahlrohre und hat sie kürzlich in Köln kraftvoll unter Beweis

gestellt: bei der Unterstützung des gelungenen Weltrekords für Franz Müllners

inzwischen 16tem Eintrag in das Guinessbuch. Der Österreicher zog in Köln

96 Rollstuhlfahrer über eine Strecke von 20 Metern und nutzte dafür eine Stahlrohrkonstruktion

des Anbieters aus Neuss (vgl. auch „Persönliches“ in diesem Heft).

13,50

13,50

22,50

Auch diese Konstruktion hat

viel Kraft gekostet, ging es doch darum,

96 Rollstühle und ihre Fahrer so miteinander

zu verbinden, dass der als

„The Austrian Rock“ bekannte ehemalige

Elitesoldat dieses Supergefährt in

Bewegung zu setzen in der Lage war.

Die Schierle Stahlrohre KG bietet

sowohl das Material als auch die Fertigungsverfahren,

um eine solche Planung

umzusetzen:

z Zum Angebot des Unternehmens

zählen Zylinderrohre und Kolbenstangen

für die Hydraulik und Pneumatik

aus Stahl, Edelstahl und Aluminium.

Dazu gibt es ein nach eigenen

Angaben breites Sortiment an

Präzisionsstahlrohren und Hydraulikleitungsrohren

in E235 (St 37.4),

74,38

E355 (St 52.4, 1.4301, 1.4404 und

1.5771.

z Die Fertigung erfolgt individuell nach

technischer Kundenvorgabe und

Zeichnung auf eigenen Maschinen,

die zu jedem Arbeitsgang das passende

Werkzeug bieten. Entsprechende

Verfahren sind das Sägen,

Schleifen, Polieren, Richten, Honen,

Drehen und Fräsen. Außerdem wird

verchromt und vernickelt, wärmebehandelt,

gehärtet und gegen Korrosion

geschützt.

Für den jetzt realisierten Weltrekord

musste ganz zweckgerichtet auf dieses

Potenzial zurückgegriffen werden,

damit Franz Müllner seine Kraft präzise

einsetzen konnte. Anlass dafür

bot in Köln das Bern-Best-Turnier, ein

Europäischer Wettbewerb im Rollstuhl-

Rugby, der mit mehr als 200 Teilnehmern

in der Willy-Brandt-Gesamtschule

ausgetragen wurde. Dabei

spielte die geografische Nähe zwischen

Neuss und der Domstadt nur bedingt

eine Rolle, schließlich ist die Firma

Schierle im Markt auch mit einer Niederlassung

in Dölzig bei Leipzig tätig.

Allein mit der Kraft seines Körpers

hatte der Ausdauersportler Franz

Müllner bereits vorher schon Schiffe,

Flugzeuge oder Panzer in Bewegung

gesetzt. Für seinen ersten Weltrekord

ließ er sogar einen Helikopter auf seinen

Schultern landen. Später dreht er

das Wiener Riesenrad im Prater mit

der Hand. Nun ging es darum, 96 Rollstuhlfahre

so zusammen zu bringen,

dass sie über eine Strecke von 20 m

gezogen werden konnten.

Da traf es sich gut, dass Müllners

Partner Schierle auch über Kompetenz

in der Qualitätssicherung verfügt,

bereits seit 1994 und nach DIN

EN ISO 9001-2000. Alle Mitarbeiter

seien so geschult, dass die Anforderungen

dieses QM-Systems jederzeit erfüllt

und weitere Verbesserungen eingebracht

werden könnten. Dieses

Bekenntnis setze im Übrigen voraus,

dass die Schierle Stahlrohre KG nur mit

auditierten Lieferwerken zusammenarbeite.

Das zahlte sich auch diesmal aus:

Der Weltrekordversuch gelang – und

das Neusser Unternehmen hat einmal

mehr deutlich gemacht: Schierle kann

auch individuelle Lösungen! 2

13,50

30,62

Abbildungen, 5: Schierle

Für den Erfolg des neuen Weltrekords

waren diese Konstruktion (links) …

… und die Unterstützung von Franz Müllner

durch Erwin Schierle wichtig.

50 Stahlreport 5|17


BDS-Berufsbildung

Seminare und sonstige (BDS-)Veranstaltungen

2017

Seminarthema Termin Tagungsort

Blankstahl (Seminar) 09.-10.05. Bietigheim-Bissingen

Stahleinkauf (Seminar, Kooperation) 16.-17.05. Duisburg

Schulung Compliance (nur für BDS-Mitglieder) 23.05. Duisburg

Schulung Compliance (nur für BDS-Mitglieder) 31.05. Merklingen/Ulm

Qualitäts- und Edelstahl (Seminar) 01.-02.06. Lüneburg

Verkauf (Lernteam) 02.06. Nürnberg

Flacherzeugnisse (Seminar) 08.-09.06. Duisburg

Stahlkunde (Seminar) 22.-24.08. Gröditz

Neue A-Kunden gewinnen und Anfragen

professionell managen (Verkauf I) (Seminar) 18.-19.09. Norderstedt

Verkauf (Lernteam) 20.09. Norderstedt

Stahleinkauf (Seminar, Kooperation) 19.-20.09. Duisburg

Stahlhandelstag 28.09. Darmstadt

Rohre aus Edelstählen (Rohre III) (Seminar) 09.-10.10. Monschau

Nichtrostende Stähle (Seminar) 16.-17.10. Aachen

Mehr Aufträge durch professionelle Angebotsverfolgung

und effektive Preisverhandlung

(Verkauf II) (Seminar) 25.-26.10. Nürnberg

Stahlkunde (Seminar) 06.-08.12. Gengenbach

Diese Übersicht gibt den Stand der Planungen für Lernteam- und Seminarveranstaltungen

und zum Fernstudium sowie zu entsprechenden Kooperationen wieder.

Änderungen jeder Art sind vorbehalten, vor allem Ergänzungen. Über weitere Details sowie zu

den Anmeldemöglichkeiten informieren Sie sich bitte im Internet (www.stahlhandel.com) oder

wenden sich telefonisch bzw. elektronisch an den

BUNDESVERBAND DEUTSCHER STAHLHANDEL (BDS)

Max-Planck-Straße 1 · 40237 Düsseldorf

Telefon: 0211/86497-19 · Telefax: 0211/86497-22

E-MAIL: WYNANDS-BDS@STAHLHANDEL.COM

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